Skip to main content

EXTRA_Energiewirtschaft_Feb_2022

Page 1

Energiewirtschaft 18. Februar 2022

Windstrom Guter Start in das Jahr 2022

Vorschriften müssen auch klimafit werden

Hohe Effizienz Vorarlberg hat eine Pionierrolle


2 Energiewirtschaft

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

„Es wird zu keiner Renaissance der Atomkraft mehr kommen . . . “ Doktor-Toni-Russ-Preis- und -Ring-Trägerin Hildegard Breiner setzt auch auf die Vernunft der Investoren. Sie wissen, dass Atomkraftwerke Verlustträger sind und führt aus: „How dare you“ (Wie könnt ihr es wagen), möchte man mit Greta Thunberg und all den verzweifelten jungen

AKW-Direktoren sagen öffentlich, dass sie im Wissen um deren Unwirtschaftlichkeit gar keine Neubauten von AKW wollen. Hildegard Breiner Umweltaktivistin

Menschen rufen. Denn einmal mehr haben die nackte gier und vermeintliche Profit­ politische „Zwänge“ über das ­Prinzip Verantwortung gesiegt. „Eiskalt berechnend“ Die EU-Kommission hat am 2. Februar 2022 Atomkraft und Erdgas – mit qualifizierter Mehrheit – als nachhaltig und erneuerbar erklärt. Gegen starken Widerstand der Zivilgesellschaft, aber auch aus der

Hildegard Breiner kämpft seit Jahrzehnten vehement gegen die Atomkraft. Wirtschaft, Wissenschaft und Oppositionspolitik. Die Begründung ist eiskalt berechnend auf einer Halbwahrheit aufgebaut. „CO2-freie Energie“ stimmt ja nur (fast) für die ­Betriebszeit der AKW-Anlagen. Erst der Blick auf den ganzen Zyklus vom Uranabbau über den Bau und Rückbau samt

der Atommüll-Behandlung deckt den üblen Schwindel auf. Den wahren Hintergrund für das Festhalten an der ­Kernspaltung soll aber das Märchen von der „friedlichen Atomkraft“ verdecken. Verblüffend, dass Präsident Macron erst kürzlich offen und öffentlich bemerkte: „Ohne zivile

Atomkraft keine militärische.“ Das ist der Punkt: Woher sonst sollte das waffenfähige Plutonium kommen? Damit ist der vorher so hochgelobte „Green Deal“ der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen total unglaubwürdig geworden und hat sein Ziel glatt verfehlt.

Inzwischen haben auch zahlreiche Fonds-Manager, Banken und sogar die EU-eigene Europäische Investment Bank EIB bekannt gegeben, dass sie die Taxonomie-Verordnung nicht bedienen werden, weil sie nicht beabsichtigen, Nuklear-Projekte zu finanzieren. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Innerhalb der letzten 20 Jahre ist der Kurswert der Aktien der EdF (Electricité de France), der größten, zu 80 Prozent staatlichen Betreibergesellschaft, um mehr als 60 Prozent gefallen. Nach ruinösen Pannen und Verzögerungen hat Frankreich den „neuen“ Druckwasserreaktor EPR ad acta gelegt. Allen Anpreisungen zum Trotz gibt es vom Nachfolger EPR 2 bisher nur ein Grunddesign und vom Small Modular Reactor (SMR) nicht einmal das. Nun, innerhalb der nächsten Wochen wird das Europäische Parlament über dieses „Green Investment“ abstimmen. Hier genügt eine einfache Mehrheit, aber auch das ist eine hohe Hürde. Sollte die Taxonomie-Verordnung dann nach einigen Monaten in Kraft treten, wird Österreich (zusammen mit Luxemburg?) eine Nichtigkeitsklage beim Europäischen Gerichtshof einbrin-

Erst der Blick auf den Zyklus vom Uranabbau über den Bau und Rückbau der AtommüllBehandlung deckt den ganzen Schwindel auf. Hildegard Breiner Umweltaktivistin

gen. Und jetzt, wird es eine sogenannte Renaissance der Atomkraft geben? Nein, wage ich zu behaupten, denn Investoren können sehr gut rechnen. Sie wissen zu genau, was „stranded costs“ sind und dass Atomkraftwerke eben Verlustträger sind. Nuklearstrom wurde teurer Zudem äußern AKW-Direktoren öffentlich, dass sie im Wissen um deren Unwirtschaftlichkeit gar keine Neubauten wollen. Nicht unwesentlich ist auch, dass Nuklear­ strom von 2010 bis 2020 um ein Drittel teurer wurde. Solarstrom dagegen um 90 Prozent billiger, Windkraft um 70 P ­rozent (SN lt. USBank ­ Lazard). Dennoch heißt es wachsam bleiben – und ­jederzeit bereit sein zu ausdauerndem Widerstand.

Kleinwasserkraftwerk in Argenbach liefert wertvolle Energie Wie entsteht ein Kleinwasserkraftwerk? Wir haben den Projektverantwortlichen über die Schultern geschaut und zeigen anhand der wesentlichen Bauhighlights, wie ein Laufkraftwerk Realität wird, das künftig genug Energie für die Wälder Gemeinden Au, Schoppernau und Damüls erzeugen wird.

zwei Peltonturbinen antreiben und über die Generatoren 24 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Die Druckrohrleitung wird auf halber Strecke als GFK-Rohr auf Betonsockeln in einem Stollen verlaufen und zur Hälfte als duktiles Gusseisenrohr in die Erde verlegt.

Das Kleinwasserkraftwerk Argenbach entsteht in Au im Bregenzerwald und wird mit Strom aus erneuerbaren Quellen einen wertvollen Beitrag zur Energieautonomie in Vorarlberg leisten. Ganz einfach ausgedrückt, besteht das Kraftwerk aus einer Wasserfassung, einem rund 4,1 Kilometer langen Druckrohr und einem Krafthaus, in dem zwei Maschinensätze mit einer Leistung von 5,8 bzw. 1,2 Megawatt untergebracht sind. Bei Volllast werden rund 3500 Liter pro Sekunde (zum Vergleich: das füllt einen 20.000 Liter-Pool in 5,7 Sekunden)

Gut geplant, ist halb gebaut Jedem Baustart geht eine intensive Planungsphase voraus. Je weiter das Projekt fortschreitet, desto detaillierter, denn gut geplant ist ja bekanntlich halb gebaut. Ende 2018 startete die Stollenbaufirma mit der Platzierung des Baubüros, der Baustelleneinrichtung und schließlich dem Voreinschnitt am unteren Stollenportal. Mitte 2019 startete der Stollenvortrieb. 800 von 2000 Meter Stollen waren bis Jahresende ausgebrochen. Auch mit der Verlegung des Druckrohrs ab dem Krafthaus aufwärts haben die Spezialisten der zweiten

Das Unterwasser des Kraftwerks.

Baufirma bereits begonnen. Die ersten 700 von insgesamt 2030 Meter waren bis Silvester 2019 in die Erde eingebracht. Verlegung des Druckrohrs Mit Ende 2020 waren bereits 1400 von 2030 m verlegt. Das Druckrohr hatte damit beinahe das Stollenportal erreicht. Im Dezember 2020 war der Stollenvortrieb abgeschlossen und damit auch erstmals das Vorrücken mit schwerem Bau­gerät zur Wasserfassung möglich. Das erste Quartal 2021 stand im Zeichen des Stollenausbaus. Es wurde eine Faserbeton­sohle eingezogen, die später auch der Auflagerung für das Druckrohr diente. Der Stollen beherbergt jetzt alle Leerrohre und die Kraftfahrer freuen sich über ­eine komfortable Fahrbahn. Mitte 2021: Mit teils schwerstem Gerät wurden groß­ flächige Spritzbetonwände errichtet und im Gelände verankert. Endlich wurde die Felssohle ­erreicht, diese dient

Im ersten Halbjahr 2022 gehen die Arbeiten an diesem Laufkraftwerk ins Finale. als Auflagerung für den Bau des Wehres. Die Flussarbeiten konnten beginnen. Die Männer, die weitere 600 Meter Druckrohr unter die Erde brachten, arbeiteten massiv gegen die Zeit, denn der dafür vorgesehene Zeitraum zwischen der Fertigstellung der Stollensohle und dem ­Beginn des Fahrbetriebs

Verbauung der Hangsicherung mittels Schutzzaun.

des Güterweges Mitte Mai 2021 war knapp bemessen. Der Grund ist der, dass die Druckrohrleitung hier im Fahrweg zum Stollen liegt und während dieser Arbeiten weder an der Wasserfassung noch im Stollen gearbeitet werden konnte. Zudem musste der Güterweg als Nadelöhr zu den Alpen schnellstmöglich wieder frei befahrbar sein. Start beim Krafthaus Noch im April 2021 startete eine weitere Partie mit dem Bau des Krafthauses – zum Ende des Quartals stand bereits der gesamte Kellerbereich samt Verteilrohrleitung. Über den Sommer begannen dann endlich die Betonarbeiten am Wehr und dem Entsander­ gebäude. Bis zum Ende des Quartals stand der gesamte Krafthausrohbau – inklusive des Unterwasserkanals. Im Stahlwasserbau ging es Schlag auf Schlag: Das hydraulisch reinigende Tirolerwehr und die rund 4 x 3 Meter große Wehrklappe wurden einge­

hoben. Der Innenausbau und die gesamte Holzfassade des Krafthauses sind mittlerweile fertiggestellt und bereit, die Maschinensätze und Hilfs­ betriebe zu beherbergen, die nun angeliefert wurden. Ein besonderes Highlight bei den folgenden Montage­ schritten war das Einheben des 32 Tonnen schweren Generators des größeren Maschinensatzes bei beginnendem Schneefall. Auch beide Transformatoren, die die Energie schließlich über das 30 Kilovolt-System ableiten werden, erreichten recht­zeitig vor Ende des Jahres ihren Zielort. Arbeiten gehen ins Finale Im ersten Halbjahr 2022 gehen die Arbeiten an diesem Laufkraftwerk nun ins Finale. Bis Ende Februar laufen die Hochbauarbeiten an der Wasserfassung. Die vorgelagerten Rohre müssen im Stollen auf Betonsockeln aufgeständert werden und mit dem erdverlegten Gussrohr am unteren Portal verbunden werden.


3

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

Das Mobilitätskonzept von Blum schont die Umwelt nachhaltig Der Beschlägehersteller Blum strebt an, dass zukünftig 60 Prozent der Mitarbeitenden für ihren Arbeitsweg nachhaltige Verkehrsmittel nutzen. Dazu bietet das Unternehmen kostenlose Jahrestickets für den Verkehrsverbund Vorarlberg, Firmenzuschüsse für Jobräder und ein Umweltpunktesystem. Der Beschlägeexperte Blum möchte noch mehr Mitarbeitende dazu animieren, den eigenen Arbeitsweg statt mit dem Auto per Zug, Bus oder Fahrrad, zu Fuß oder in Fahrgemeinschaften zurückzulegen. Das Ziel ist, den Anteil in den nächsten Jahren auf 60 Prozent zu erhöhen und positive Effekte für Gesundheit und Umwelt herbeizuführen. Das Gesamtkonzept Dazu hat das Familienunternehmen ein Gesamtkonzept ausgearbeitet: „Wir analysieren fortwährend unsere Mitarbeitermobilität und stehen im engen Austausch mit den Verkehrsbetrieben und den Gemeinden“, berichtet Katharina Schön. Nachhaltige Mobilität reduziert klima- und gesundheitsschädliche Emissionen wie CO2, Stickoxide und Mikroplas­ tik, das über den Reifenabrieb in die Umwelt gelangt. Zudem entlastet es die Verkehrsinfrastruktur. „Wir wollen die Straßen freimachen für alle, die keine Al-

60 Prozent sollen nachhaltige Verkehrsmittel nutzen.

Katharina Schön, Mobilitätsbeauftragte bei Blum. ternative zum Auto haben, und langfristig die Anzahl der Parkplätze je Mitarbeitenden reduzieren“, so die Mobilitätsexpertin weiter. Um diesen Wandel voranzutreiben, bietet Blum ein Paket aus nachhaltigen Angeboten.

Der Beschlägehersteller übernimmt die Kosten der Maximo-Jahreskarten der Belegschaft. Attraktive Angebote „So fördern wir nachhaltige Mobilität nicht nur auf dem

Werde Zukunftsgestalter:in! Jetzt informieren und bewerben.

WIR

EN H C SU u.a.

en er:inn ik n h in ec teur: ktrot • Ele ukonstruk r:in • Ba uingenieu DI) • Ba technik ( eo für G

Ideen brauchen jemanden, der sie umsetzt. Wir sind daher laufend auf der Suche nach engagierter Verstärkung. Jetzt informieren und bewerben unter illwerkevkw.jobs

Wer nachhaltig zur Arbeit anreist, sammelt Umweltpunkte. Arbeitsweg, sondern darüber hinaus. Alle Mitarbeitenden können das ganze Jahr kostenlos im ganzen Land Bus und Bahn fahren – zur Arbeit und in der Freizeit“, erzählt Katharina Schön. Mit dem Jobradprogramm bezuschusst Blum,

zusätzlich zur staatlichen Förderung, die Neuanschaffung von Fahrrädern. Außerdem können Mitarbeitende, die nachhaltig zur Arbeit anreisen, Umweltpunkte sammeln und gegen Prämien eintauschen. „All diese Maß-

nahmen erfordern ein Miteinander und im Gegenzug zu den Fördermaßnahmen verzichten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren Anspruch auf einen Parkplatz“, erklärt die Mobilitätsbeauftragte abschließend.


4 Energiewirtschaft

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

Forschende an der FH-Vorarlberg testen Energiesysteme der Zukunft Josef Ressel Zentrum für Intel­ ligente Thermische Energiesys­ teme erfolgreich evaluiert. Im Josef Ressel Zentrums für Intelligente Thermische Energiesysteme (JRZ ITES) an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) arbeiten seit Februar 2020 Forschende an Metho-

Markus Preißinger Leiter FHVForschung

Ich freue mich sehr über die positive Evaluation des internationalen Gutachters und das Vertrauen durch unsere Partner und die Christian Doppler Gesellschaft. den, um thermische Systeme für den Einsatz in digitalen Energiesystemen fit zu ma­ chen. Das Projekt wird von Markus Preißinger, illwerke vkw Stiftungsprofessor und Leiter der FHV-Forschung, geleitet. Im November 2021 fand die Evaluierung der Zwischenergebnisse statt, die den FHVForscher(inn)en ein positives Zeugnis ausstellte. Hervorgehoben wurde die hohe Wissenschaftlichkeit der Arbeiten bei gleichzeitig sehr enger und angewandter Kooperation mit der Industrie. Das Projekt wird daher für weitere drei Jahre die Förderung erhalten. So läuft seit Februar die zweite wichtige Projektphase. Diese setzt auf das Ziel, die entwickelten Methoden direkt in der Industrie zu nutzen und die dazu benötigten Proof of Concepts zu entwickeln. Partner in der Industrie Gemeinsam mit fünf Partnern aus der Vorarlberger Industrie

BertschEnergy, Gantner Instruments, innotech MSR, Rupp und Weider Wärmepumpen entwickeln sie Lösungen, die in aktuellen Energiesystemen direkt eingesetzt werden können. „In Josef Ressel Zentren kommt es insbesondere darauf an, konkrete Problemstellungen aus der Industrie aufzunehmen, diese zu lösen und dabei auch einen Mehrwert für die Wissenschaft zu liefern“, informiert Markus Preißinger. Gefördert wird das Projekt neben den Eigenanteilen der Industriepartner durch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung über die Christian Doppler Gesellschaft (CDG). Forschungsschwerpunkte Das Team geht unter anderem den zukunftsträchtigen Fragen nach: Können thermische Energiesysteme zum Last­ ­ management im elektrischen Energienetz beitragen? Wie ­ verhalten sich Wärmepumpen, wenn wir ihnen „ein Gehirn geben“, d.h. wenn wir sie intelligent steuern? Wie können thermische Modelle und Algorithmen die Käseproduktion der Zukunft effizienter machen?

Von links nach rechts: Forschen an der Fachhochschule Vorarlberg intensiv an den Energiesystemen der Zukunft: Christian Baumann, Markus Preißinger, Peter Kepplinger, G ­ erhard Huber, Gleb Prokhorskii, Klaus Rheinberger, Jovan Alavanja, Helena Gössler, Valentin Seiler und Philipp Wohlgenannt.

Daten & Fakten

135 Studienplätze an der FH An der FHV stehen 135 Studienplätze für den Bereich Energie und Umwelt zur Verfügung. Aber auch in technischen Studiengängen der FHV sind Umwelt- und Energiethemen Teil der Ausbildung. Forschung für die Zukunft Im Forschungszentrum Energie und dem JRZ für Intelligente Thermische Energiesys­ teme hat die Hochschule eine etablierte Forschungseinrichtung im Bereich der angewandten Forschung. Insgesamt 20 Expert(inn)en forschen hier an Problem­ stellungen im Energiebereich – das Thema der Zukunft.

Eines der fünf Partnerunternehmen des JRZ ITES ist Bertsch­ Energy in Bludenz.

 Team: Studierende aus dem Bachelor-Studiengang „Informatik – Digital Information“ und dem Master-­ Studiengang „Nachhaltige E ­ nergiesysteme“, international Promovierende an der FHV (Partneruniversitäten Adger, Norwegen und Innsbruck), Postdocs  Kraftwerkstechnik, ­Verfahrens- und Produktionstechnik, Informatik, angewandte Mathematik und D ­ ata Science  Forschung: Experten­ systeme und Intelligentes Berichtsmanagement, Prädiktive Wartung und Steuerung, O ­ ptimierte Betriebsführung und Systemauslegung

Der Windstrom erlebte einen guten Start in das Jahr 2022 Im ersten Monat des neuen Jah­ res hat die Windkraft wieder deutlich gezeigt, wie wichtig sie mittlerweile für die Strom­ versorgung Österreichs ist. Airbus-Triebwerk.

Airbus erwägt Motorenbau Auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen will Airbus bis 2035 ein Passagierflugzeug mit Wasserstoffantrieb auf den Markt bringen. Entscheidend für den Erfolg der Wasserstofffliegerei ist die Infrastruktur für grünen Wasserstoff. „Wir brauchen eine Menge CO2-freien Strom“, sagte der Airbus-Chef. Impressum | Redaktion/Texte: ­Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti ­Bilder: Russmedia-­Archiv, Shutterstock, FHV, B ­ ertschEnergy, Titelbild Shutterstock, Blum, Agenturbilder ­Anzeigen: Russ­media Verlag GmbH, Gutenberg­str. 1, 6858 Schwarzach

Mit rund eine Milliarde Kilowattstunden Windstrom im Jänner konnten die Windräder deutlich mehr sauberen Strom einspeisen als in einem durchschnittlichen Jahr. „Die neuen Windräder haben in diesem Monat auch gezeigt, wie effizient die Windradtechnik bereits ist“, freut sich Stefan Moild, Geschäftsführer der IG Windkraft, und weist auf den Windstromrekord des ersten Monats hin, den diese neuen Windräder erreichen konnten. Der Winter ist die Hauptproduktionszeit für die Windkraftwerke in Österreich. Rund zwei Drittel des Stroms produzieren diese im Winterhalbjahr. Mit 0,96 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Windstrom konnte die Windenergie im Jänner dieses Jahres noch einmal ein deutliches Plus einfahren. Damit stellten sie 17 Prozent des österreichi-

schen Stromverbrauchs im Jänner zur Verfügung. „Das ist ein beachtlicher Wert, bedenkt man, dass rund 50 Windräder mit einer Leistung von knapp 100 MW in der Windparkflotte fehlen, weil einige Windparks gerade repowert werden, also alte Windräder abgebaut wurden und im Laufe des Jahres durch neue ersetzt werden“, freut sich Moidl.

Informationen zur FHV: https://www.fhv.at/

Neuer AkkuZug in Bayern Die Deutsche Bahn hat nun auch in Bayern einen neuen Batteriezug mit Fahr­ gästen auf die Schiene geschickt. Nach den ersten erfolgreichen Fahrten in Baden-Württemberg startete der emissionsarme Zug planmäßig von Gunzenhausen nach Pleinfeld im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

DB will Diesel verbannen

Windstromrekord Die im letzten Jahr neu errichteten Windkraftwerke konnten sogar einen österreichischen Rekord brechen. Mit mehr als zwei Millionen kWh in einem Monat erzeugte ein Windrad in Österreich noch nie so viel Strom. Das ist so viel wie 570 Haushalte in einem ganzen Jahr verbrauchen. Windstrom reduziert Importe Gerade im Winterhalbjahr ist der Strombedarf besonders hoch und der Windstrom daher doppelt wertvoll. Darüber hinaus reduziert jede Kilowattstunde sauberer Windstrom die teuren Stromimporte nach Österreich.

Kontakt: Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger illwerke vkw Stiftungs­ professor für Energieeffizienz, F ­ orschungsleiter, Leiter FZ Energie Tel. +43 5572 792 3801 markus.preissinger@fhv.at

Die Windradtechnik ist bereits sehr effizient.

Die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2040 Dieselkraftstoffe vollständig aus ihrer Flotte verbannen und ersetzen. „Unsere 3000 Dieselfahrzeuge sind bereits ab diesem Jahr nach und nach mit alternativen Kraftstoffen unterwegs“, teilte Bahnchef Richard Lutz mit. „Neben der Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom ist die schrittweise Abschaffung des Diesels bis 2040 eines unserer zentralen ökologischen Vorhaben.“ Der Konzern setzt dabei eigenen Angaben zufolge unter anderem auf Biokraftstoffe.


5

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

Gesetzliche Rahmenbedingungen müssen auch klimafit werden „Wenn die Wende machbar sein soll, dann braucht es auch die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere aber rasche und effiziente UVP-Verfahren. Gut, dass vom zuständigen Bundesminis­ terium nun letzteres angekündigt wurde“, sagt Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Und weiter: „Im Bemühen um unsere Zukunft ist Zeit ein wichtiger Faktor – aber auch ein knappes Gut, denn die Erreichung der Ziele für 2030 wird zum Wettlauf mit der Zeit. Mit durchschnittlichen Verfahrensdauern von fünf bis zehn Jahren ist die Klimaund Energiewende jedenfalls nicht zu schaffen. Doch um die vielfältigen und herausfordernden Wenden auch zeitnah stemmen zu können, braucht es rasche, wirkungs-

Hans Peter Metzler.

volle Maßnahmen. Und diese hängen wiederum davon ab, ob die dazu erforderliche Infrastruktur zur Verfügung steht. Viele wichtige Investiti-

Hürden abzubauen und un­ nötige Verfahrensschleifen zu vermeiden. Das löst zum einen die Blockaden für die ­ Klima- und Energiewende. ­Außerdem bleibt unser Standort auch wettbewerbsfähig. Verfahren dürfen also nicht zu einem Verzögerungs- oder Verhinderungsinstrument für unsere ambitionierten Vorhaben in Sachen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Energie oder Mobilität werden – denn das sind alles auch Bereiche, die für den Standort enorme ­Bedeutung haben.“

UVP-Verfahren dürfen nicht zu einem Verzögerungs- oder Verhinderungsinstrument für unsere ambitionierten Vorhaben in Sachen Klimaschutz, Nach­ haltigkeit, Energie oder Mobilität werden. Hans Peter Metzler WKV-Präsident

onen in nachhaltige Energieträger, in eine zukunftsfitte Netzinfrastruktur oder etwa Eisenbahnverbindungen stecken jahrelang im Nadelöhr von Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren fest. Doch genau diese Projekte sind es, die die Wenden ermöglichen. Für eine rasche Umsetzung Deshalb braucht es künftig eine rasche und selbstverständlich auch rechtssichere Umsetzung. Dazu gehören vor allem die Beschleunigung und bessere Strukturierung des Genehmigungsverfahrens, eine Effizienzsteigerung durch den Einsatz von modernen Technologien und Digitalisie-

Ambitionierte Vorhaben in Sachen Klimaneutralität haben für den Standort enorme Bedeutung. Symbolbild

rung oder ein übersichtlicher und gut aufbereiteter Zugang zu wichtigen Informationen.“ Mit deutlich effizienteren UVP-Verfahren können wir die klimapolitisch notwendige Transformation endlich ermöglichen. Die Wirtschaft ist bereit, wir haben das Knowhow, die Innovationen, den Willen und nehmen auch unsere Verantwortung ernst. ­ Mit der Ankündigung nach

Verantwortungsvoll und nachhaltig Für Blum beginnt sinnvolles ökologisches Verhalten beim verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Aus Liebe zur Umwelt und für nachfolgende Generationen.

www.blum.com/environment

schnelleren UVP-Verfahren hat Bundesministerin Leo­ nore Gewessler nun auf die prioritären Forderungen der ­ Wirtschaftskammer Öster­ reich reagiert. Ein positives Signal Hans Peter Metzler: „Das ist ein sehr positives Signal für unser gemeinsames Ziel, wenngleich die Vorschläge der ministeriellen Arbeitsgruppe

noch genau darauf geprüft werden, inwieweit sie die Erwartungen der Wirtschaft ­ erfüllen können. Wir stellen mit der Forderung nach einer Straffung das hohe Umweltschutzniveau des UVP-Gesetzes keinesfalls in Frage, schon gar nicht die Partizipationsrechte der Öffentlichkeit an Genehmigungsprozessen. Vielmehr geht es darum, nicht erforderliche

Große Wertschöpfungseffekte Aktuell befinden sich in Österreich UVP-pflichtige Projekte mit einer Investitionssumme von mindestens 15 Mrd. Euro in der Pipeline. Aufgrund der wirtschaftlich negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie wäre eine rasche Umsetzung dringend erforderlich. Die WKÖ hat für 37 aktuelle UVP-Vorhaben, bei denen das Investitionsvolumen bereits bekannt ist (insgesamt 10,7 Mrd. Euro), die Wertschöpfungseffekte berechnet: Werden in Österreich 10,7 Mrd. Euro investiert, löst das über drei Jahre eine Wertschöpfung von 11,7 Mrd. Euro aus. Dadurch werden mehr als 95.000 Jobs geschaffen bzw. gesichert. Doch mit den derzeitigen Parametern im UVP-Gesetz ­ bleibt nicht nur die Wende aus, sondern auch die genannten Wertschöpfungseffekte.


6 Energiewirtschaft

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

So einfach geht E-Mobilität Klimafreundliche E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein der Energiewende – die Nachfrage nach rein elektrisch angetriebenen Autos steigt deutlich. Ein wichtiger Faktor ist dabei die steigende Praktikabilität – es wird immer leichter, alle Komponenten im Überblick zu behalten. Gabriel Felbermayr.

„Importe sind weiter nötig“ Wifo-Chef Gabriel Felbermayr ist überzeugt, dass Länder wie Deutschland und Österreich auch in Zukunft auf Energieimporte angewiesen sein werden. „Wir werden halt in Zukunft nicht mehr Erdöl und Gas handeln, aber wir werden weiter Energie importieren müssen“, sagte Felbermayr. Völlige Energie-Autarkie wäre ökonomisch auch nicht sinnvoll, sagte der Ökonom. Einerseits wäre Energieautarkie gar nicht machbar, „aber auch die ökonomische Wünschbarkeit würde ich total in Abrede stellen“, sagte Felbermayr. „Wir müssen vermutlich in Zukunft wasserstoff­ basierte Kohlenstoffverbindungen importieren.“ Diese könnten in Nord­ afrika oder im Nahen ­Osten mit Sonnenenergie produziert werden. Was ihm Sorgen mache, sei die ­ Behinderung der inner­ ­ europäischen Mobilität als Folge der Pandemie.

Immer mehr E-Fahrzeuge rollen über Vorarlbergs Straßen: Insgesamt sind über 5000 rein elektrische Autos unterwegs. Im vergangenen Jahr wurden sogar 1825 E-Autos angemeldet – das ist ein Plus von 110 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für all jene, die gerne detaillierte Informationen rund um Ladevorgänge und -kosten unkompliziert abrufen möchten, gibt es eine ideale Gesamt­ lösung aus Vorarlberg: Der ­Energiedienstleister und österreichische E-Mobilitätspionier illwerke vkw hat in den letzten zwei Jahren intensiv an der Entwicklung des vlotte-Mobilitätsportals gearbeitet. Über das Vorarlberg hat die dichteste Ladeinfrastruktur Österreichs. Portal können Privat- und Geschäftskundinnen und -kun- der Klimaziele zu leisten, heute so niederschwellig mögden ihre Ladevorgänge, -tarife braucht es eine gut ausge- lich macht wie mit anderen und Rechnungen einfach und baute Ladeinfrastruktur – so- Verkehrsmitteln. bequem einsehen. Darüber wohl öffentliche Ladestati- Eine eigene Wallbox zu Hause ­hinaus ist es mit nur wenigen onen als auch komfortable ist die bequemste und Klicks möglich, mittels „Lade­ Ladelösungen für Zuhause ­ sicherste Art, das E-Auto zu atlas“ die nächste Ladestation sind gefragt. ­laden. Mit dieser laden Kunzu finden. Umfassende Moni- Vorarlberg ist mit der dichtes- dinnen und Kunden bis zu toring- und Auswertungsmög- ten Ladeinfrastruktur Öster- zehnmal schneller als an einer lichkeiten sowie Support-­ reichs bestens gerüstet, denn herkömmlichen Steckdose. Tickets bei Störungen oder es gibt bereits über 500 Typ2- Und das Beste: Man bleibt Problemen werden ebenfalls Ladepunkte und 38 Schnell­ vollkommen flexibel und ladestationen. In diesem Auf- ­unabhängig von öffentlichen zur Verfügung gestellt. bruch ist man aber schon lan- ­ Ladestationen und lädt das Wallbox statt Steckdose ge nicht mehr alleine, sondern Fahrzeug wann immer man Um die E-Mobilität weiter vor- mittlerweile Teil eines gigan- will – bequem von zu Hause anzutreiben und damit auch tischen Netzwerks, das das aus. Kund(inn)en stecken ihr einen Beitrag zur Erreichung Reisen mit einem Elektroauto E-Auto einfach über Nacht an

dige Infrastruktur geschaffen werden. Hier hat auch die Politik ihre Hausaufgaben ­ g ­ emacht: Mit 1. Jänner 2022 wurde der Einbau von Ladestationen in Mehrparteienhäusern rechtlich deutlich erleichtert. Musste man bis jetzt für die Errichtung einer Ladestation die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft einholen, so kann man künftig eine Wallbox bereits dann installieren, wenn man die anderen Wohnungseigentümer über die geplante Änderung in Kenntnis setzt und diese nicht binnen einer Frist von zwei Monaten mehrheitlich ­widersprechen. So kann ab 2022 die Wallbox zum Laden des E-Autos schneller und unbürokratischer am eigenen Parkplatz errichtet werden. Mit der e-mobility-ready-Lösung von vkw vlotte kann jeder einzelne Parkplatz dann schnell und einfach mit einer Wallbox ­ a ­ us­gestattet werden.

Förderungen und starten morgens entspannt mit vollem Akku in den Tag. Die Ladeleistung von bis zu elf bzw. 22 kW kann bequem an die Gegebenheiten angepasst werden. Für zusätzlichen Komfort sorgt das auf Wunsch fix montierte Ladekabel. Im Gegensatz zum Laden an einer herkömmlichen Steckdose schützt eine vlotte-Wallbox effektiv vor Überlastung der ­ elektrischen Leitungen. e-mobility-ready Damit auch in Wohnanlagen das Aufladen eines E-Autos möglich ist, muss die notwen-

 Die E-Mobilitätsoffensive des Klimaschutzministeriums (BMK) wird fortgesetzt: Der Kauf eines E-Autos durch Privatpersonen wird mit 5000 Euro, die Anschaffung und Installation einer Wallbox im Einfamilienhaus mit bis zu 600 Euro gefördert, für Wohnanlagen gibt es bis zu 1800 Euro.  Wenn Sie Vorarlberger Ökostrom beziehen, unterstützt auch vkw den Kauf ­einer neuen vlotte-Wallbox mit 100 Euro.

Verordnung für Förderung der „Erneuerbaren“ in Begutachtung Das Erneuerbaren-Ausbau-­kraft weitgehend gleich geGesetz (EAG) sieht auch den blieben ist im Vergleich zum Ausbau der Förderung von bisherigen Ökostromgesetz, Photo­voltaik bis ein Megawatt, sind die Förderungen für die Wasserkraft (bis zwei MW), anderen Technologien ganz Kleinwindkraft (bis ein MW) neu gestaltet worden. und kleinen Biomasseanlagen Die größte Änderung (bis 50 kW) vor. Die größte Änderung gibt es Insgesamt werden diese Anla- bei der Photovoltaik, auf die gen mit 92 Mill. Euro geför- mit 80 Mill. Euro der Löwendert. Die dafür notwendige anteil des Förderpakets entVerordnung ist mit 7. Februar fällt. Erstmals werden Anlagen in Begutachtung gegangen. mit einer Größenordnung Nach Ende der Begutach- von bis zu einem Megawatt tungsfrist am 24. Februar soll gefördert. Es gibt für Photodie Förderung noch im März voltaik folgende Größenklasstarten, kündigte das Umwelt- sen: Kategorie A bis 10 kWp, ministerium an. Während die Kategorie B zwischen 10 und Förderung für Kleinwasser- 20 kWp, Kategorie C zwischen

Die Agro-Photovoltaik ist ein doppelter Gewinn. Die Anlagen können zugleich Schatten für die Weidetiere schaffen. Leonore Gewessler Umweltministerin

20 und 100 kWp und Kategorie D zwischen 100 und 1000 kWp – jeweils mit und ohne Stromspeicher. Höhere Förderung Bei der Biomasse-Förderung ist erstmals ein Fördervolumen

von sechs Mill. Euro für MikroBlockheizkraftwerke vorgesehen. Größere Gebäude – Gewerbe- oder Wohnhausanlagen – können Wärme und Strom erzeugen. Erstmals gefördert werden auch Kleinwindkraftanlagen bis zu 1 MW Leistung, dafür ist ein Fördervolumen von einer Mill. Euro reserviert. Für die Kleinwasserkraft sind fünf Mill. Euro vorgesehen. Agro-Photovoltaik Ganz neu ist dabei die AgroPhotovoltaik. Das heißt, auf Agrarflächen können Photovoltaikanlagen errichtet und gefördert werden. „Dort können sie Schatten für die Weidetiere schaffen oder kombiniert mit Ackerbau für sauberen Strom sorgen. Ein doppelter Gewinn“, sagte Umweltministerin Leonore

Nach den Erfahrungen in der Praxis soll die Verordnung nach Inkrafttreten jedes Jahr nachjustiert werden. Aus der Verordnung vorgesehener Start im März

Auf Agrarflächen können künftig Photovoltaikanlagen errichtet und gefördert werden.

Gewessler (Grüne) laut Mitteilung. In Kombination mit neuen ökologischen Kriterien soll die Vereinbarkeit dieser beiden Sektoren sichergestellt werden. Nach Erfahrungen in der Praxis soll die Verordnung ­ künftig jährlich nachjustiert werden.

Eines der neuen Wasserstofffahrzeuge.

Bundesheer bekommt fünf Wasserstoffautos Fünf Wasserstoffautos der Marke Hyundai kommen in Zukunft beim Bundesheer zum Einsatz. Nachdem im Sommer 2021 einige E-Autos angeschafft wurden, seien die fünf Fahrzeuge „der nächste Schritt im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei der Übergabe der Auto an die Truppe in der Roßauer-Kaserne. Test im Dienstalltag Tanner überreichte symbolisch die Autoschlüssel an Vertreter der Militärkommanden Wien, Steiermark, Oberösterreich und Tirol sowie der Amtwirtschaftsstelle des Verteidigungsministeriums. Die neuen Fahrzeuge sollen im Verwaltungsalltag eingesetzt werden, um die Vereinbarkeit von Wasserstoffautos mit dem militärischen Dienstalltag zu testen und festzustellen, welche Maß-

nahmen bezüglich des Tankens und der Wartung erforderlich sein könnten. Nebenprodukt Dampf Der „Hyundai Nexo FCEV“ ist mit einem WasserstoffBrennstoffzellenmotor ausgestattet. Einziges Nebenprodukt ist Wasserdampf. Bis zu 179 km/h erreicht der 163 PS starke Elektromotor laut Hersteller. Eine Voll­ betankung dauert etwa fünf Minuten und bringt die ­Soldaten bis zu 660 Kilometer weit. Die Anschaffung der fünf Wasserstoffautos ­kostete etwa 365.000 Euro. „Das Militär ist bekannt dafür Vorreiter zu sein“, kündigt die Verteidigungsminis­ terin die neuen Fahrzeuge an. Als erste Stelle der öffentlichen Verwaltung, die Wasserstoffautos einsetze, will Tanner auch Vorreiterin in Sachen Klimaschutz sein.“ Der Kampf gegen den Klimawandel ist ein wesentliches Ziel der Bun­ desregierung.


7

Freitag, 18. Februar 2022 Anzeige

Klimaschutz auf Vorarlberger Art: eine Modellregion sein Vorarlberg hat sich unter kon­ sequenten Bemühungen mit kreativen und innovativen An­ sätzen zu einer Modellregion entwickelt und zeigt vor, dass man ökologisch und ökono­ misch erfolgreich sein kann.

Energieverbauch unverändert Die Ergebnisse der vergange­ nen Energie- und Monitoring­ berichte des Landes haben diesen Weg der freiwilligen Maßnahmen immer wieder bestätigt“, sagt Metzler: Der En­ ergieverbrauch sei bei gleich­ zeitigem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum kaum gestiegen. In Bezug auf die Wirtschaftsleistung Vorarl­ bergs konnte er sogar deutlich gesenkt werden. „Wir haben un­ Hans Peter Metzler Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen, denn wir tragen gemeinsam die Verantwortung für das große Ganze! sere Hausaufgaben gemacht, das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen“, hält WKVPräsident Metzler fest, „denn wir tragen gemeinsam die Verantwortung für das große Ganze!“. Es sei daher das G ­ ebot

Am WIFI-Standort Dornbirn betreibt die WKV eine PV-Anlage: 98 Prozent der Energie können direkt genutzt werden. der Stunde, dass die Vorarl­ berger Wirtschaft, die Politik und die Bevölkerung an einem Strang ziehen, wenn es um die Themen Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit geht. Mit gutem Beispiel voran Um mit gutem Beispiel vor­ anzugehen, pflegt die Wirt­

schaftskammer Vorarlberg aber auch im eigenen Haus einen ambitionierten Umgang mit der Thematik: „Wir sind nicht nur ein zerti­fizierter Öko­ profitbetrieb, sondern haben am WIFI-Standort Dornbirn ­eine Photovoltaik-anlage in Be­ trieb, die über ein Contracting mit illwerke vkw konzipiert

und bereitgestellt wurde. Auf einer Fläche von über 400 Quadratmetern sorgen 244 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von rund 81 ‚Kilowatt-Peak‘ für einen jähr­ lichen Ertrag von circa 81.000 Kilowattstunden. Das ent­ verbrauch spricht dem Jahres­ von etwa 17 Haushalten“,

­etont Hans Peter Metzler. b Für die Wirtschaftskammer Vorarl­berg ist es von zentraler Bedeutung, dieses Zukunfts­ thema langfristig zu forcieren. Im Rahmen des Strategiepro­ zesses Dis.Kurs Zukunft wur­ ­hemenfeld den mit dem T Nachhaltigkeit konkrete Hand­ lungsfelder festgelegt.

© iStock

Vorreiterrolle Die zahlreichen exportstarken und mit Schlüsseltechnolo­ gien ausgestatteten Unter­ nehmen haben das Potenzial, ­gleichermaßen marktfähige wie auch nachhaltige und ­klimafreundliche Prozesse, Produkte oder Dienstlei­ stungen nach außen zu tragen. „Klimaschutz auf Vorarlber­ ger Art b ­ edeutet, Vorreiter zu sein und zu zeigen, wie man es richtig machen kann. Dazu gehört auch, beste Rahmen­ bedingungen zu schaffen und die Betriebe auf allen Ebe­ nen bei ihren Bemühungen zu unterstützen“, sagt Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarl­ berg. Denn eine zentrale Rol­ le spielen eben j­ene großteils freiwilligen Maßnahmen der heimischen Wirtschaft: „Seit Jahren engagieren sich die Betriebe in Sachen Energie­ ­

effizienz und TreibhausgasAusstoß, was bereits positive Auswirkungen gezeigt hat.

Fotos: WKV/Gartmann, Frederick Sams

Ein nachhaltiger Umgang mit Energie und Ressourcen ist eine Grundbedingung einer hohen Lebensqualität, aber vor allem auch ein zentrales Standortkriterium für die Vorarlberger Wirtschaft und somit die Basis für die zukunftsfähige Entwicklung der gesamten Region.

MIT VERANTWORTUNG FÜR DAS GROSSE GANZE

www.wkv-media.at


8 Energiewirtschaft

Freitag, 18. Februar 2022 Extra

Hohe Effizienz im Bereich Energie Vorarlberger Unternehmen haben große Bemühungen unternommen, um den Energieverbrauch zu senken. „Als im Vorarlberger Landtag 2009 das ambitionierte Ziel der Energieautonomie be­ schlossen wurde, nahm Vorarl­ berg damit früh eine Vorreiter­ rolle ein. Aus einer langen ­Tradition des sorgsamen Um­ gangs mit der Natur heraus haben die verantwortlichen Entscheidungsträger im Land dieses visionäre Ziel gemein­ sam erarbeitet und beschlos­ sen. Neben dem Nachhaltig­ keitsgedanken war aber auch die Selbstbestimmung in Ener­ giefragen und eine größere Unabhängigkeit, insbesondere bei Versorgungsengpässen bei Öl, das Ziel.“ So im Gespräch mit den VN der Vorarlberger Wirtschafts­ landesrat Marco Tittler. Und er fährt fort. „Wie wichtig die­ ses Ansinnen war und ist, zei­ gen die zuletzt sehr volatilen Preise für fossile Brennstoffe sowie Strom. Auch wenn der Preisanstieg in Relation zu den niedrigen Energiekosten der letzten Jahre zumindest ein wenig zu relativieren ist, weisen viele Indikatoren auf weitere Steigerungen hin, be­ vor sich die Situation wieder etwas entspannen wird. Eine jüngst veröffentlichte Analyse des Wirtschaftsforschungsins­ tituts Eco Austria bestätigt diese Tendenz. Die Gründe für die Entwicklungen sind viel­

fältig und der Einfluss Öster­ reichs auf internationale Ener­ giepreise ist marginal.“ Kurzfristig preisdämpfend wird sich der Verzicht auf die Ökostrompauschale und den Ökostromförderbeitrag aus­ wirken; beides entlastet die Stromkunden heuer um rund 870 Millionen Euro. Lang­ fristiges Ziel bleibt auch weiterhin die Steigerung der ­ Effizienz. Vorarlberg als Vorreiter „Zahlreiche Vorarlberger Un­ ternehmen sind mit gutem Beispiel vorangegangen und haben bereits in der Vergan­ genheit umfangreiche Bemü­ hungen unternommen, um ihren eigenen Energiever­ brauch zu senken. Die Bilanz der heimischen Wirtschaft kann sich sehen lassen: Die Energieintensität der Vorarl­ berger Wirtschaft, ausge­

Marco Tittler, Landesrat.

drückt als Energieverbrauch pro Bruttoregionalprodukt, nahm im Zeitraum 2005 bis 2018 von rund 800 kWh pro 1000 Euro auf rund 500 kWh um etwa 38 Prozent ab. Somit produziert die Vorarlberger Wirtschaft heute mehr als ein Drittel effizienter als noch 2005. Der Anteil erneuerbarer Energieträger im Sektor In­ dustrie beträgt derzeit rund 46 Prozent. Im Bereich Indus­ trie läuft derzeit bereits das 4. Energieeffizienz Netzwerk, welches inzwischen 50 Groß­ unternehmen in Vorarlberg umfasst. Über 100 Unterneh­ men nehmen am, Klimaneu­ tralitätsbündnis‘ teil und im Unternehmensnetzwerk Öko­ profit sind über 175 Unterneh­ men organisiert“, so Tittler weiter. Breite Förderungen „Das Land Vorarlberg ist auch weiterhin bestrebt, diese An­ strengungen beispielsweise durch geförderte Beratungs­ angebote, durch Förderung von Umweltmanagementsys­ temen wie Ökoprofit, aber auch durch finanzielle Beiträ­ ge zu Umsetzungsprojekten, weiterzuführen. Auch die Lan­ desverwaltung geht im Zuge der MissionZeroV mit gutem Beispiel voran und will die erste klimaneutrale Landes­ verwaltung Österreichs wer­ den. Damit wird Vorarlberg einmal mehr seiner Pionier­ rolle gerecht“, kündigt der Wirtschaftslandesrat an.

Vorarlberg hat eine Pionierrolle in Sachen Energieautonomie.

#AKTIVWERDEN Innovative Unternehmen Mary Rose und Paptex VN-Klimaschutzpreisträger 2020

Klimaschutz beginnt hier, mit mir! Sie engagieren sich für unsere Umwelt? Dann sind Sie vielleicht schon der nächste VN-Klimaschutzpreisträger. Nicht die Größe des Projektes ist entscheidend, sondern Innovation, Kreativität und Umsetzung. Bewerben Sie sich in einer der 5 Kategorien: 1. Bewusst leben im privaten Haushalt, 2. Schule und Jugend aktiv, 3. Gemeinden und Öffentlichkeit, 4. Innovative Unternehmen 5. Landwirtschaftliche Vielfalt Infos und Anmeldung unter klima.vn.at

PARTNER VN-KLIMASCHUTZPREIS 2022

Symbolbild


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook