Good News 2022 3. Jänner 2022
Gemeinsam Gestärkt aus der Krise
Optimistisch Warum 2022 ein gutes Jahr wird
Beispielhaft Sie stehen für gute Nachrichten
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
2 Good News
Die Krise als Chance verstehen Das Jahr 2021 war herausfordernd und kräftezehrend – für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Vorstandsvorsitzender Michel Haller blickt dennoch zuversichtlich ins neue Jahr und spricht darüber, welche Good News bei der Hypo Vorarlberg anstehen. Was war die größte Herausforderung im Jahr 2021? Die Pandemie und ihre wirtschaftlichen, aber auch persönlichen Auswirkungen begleiten uns nun schon seit fast zwei Jahren. Es gibt also bereits gewisse Gewöhnungseffekte im Umgang mit Masken tragen, Social Distancing und Lockdowns. Neben den weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen für die heimischen Unternehmen sehe ich die beginnende Spaltung unserer Gesellschaft bei wesentlichen Themen als große Hürde – nicht nur mit Blick auf die Pandemiebekämpfung. Kann man der Pandemie auch eine positive Seite abgewinnen? Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang Winston Churchill: „Never let a good crisis go to waste“. Seine Aufforderung ist so einfach wie bedeutsam: Dramatische Veränderungen bringen neue Erkenntnisse und decken Chancen auf, die es zu nutzen gilt. Viele Menschen fühlen sich in ihren Möglichkeiten massiv eingeschränkt und ihrer Perspektive beraubt. Dass die Krise jedoch auch eine großartige Chance zur Veränderung und Neuausrichtung in sich birgt,
wird dabei oft übersehen. Inmitten dieses Umfelds bin ich sehr stolz auf die Mitarbeitenden der Hypo Vorarlberg, die trotz schwierigster Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet haben und unseren Kundinnen und Kunden dabei geholfen haben, ihre persönlichen Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen. Gute Neuigkeiten gab es kürzlich auch durch einige Auszeichnungen für Ihr Haus … Beste Beratung und ausgezeichnete Produkte sind die Grundlage für unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind, belegen die zahlreichen Auszeichnungen, die wir in den vergangenen Wochen erhalten haben: Angefangen beim Gütesiegel der deutschen Wirtschaftswoche für unsere Vermögensverwaltung über die Auszeichnung unserer Fonds vom Österreichischen GeldMagazin bis hin zur Höchstnote für unser Private Banking bzw. die Vermögensverwaltung beim Elite Report. Und auch die neuerliche Auszeichnung mit dem FMVÖRecommender- Gütesiegel 2021 in der Kategorie „Exzellente Kundenorientierung“ ist eine wertvolle Bestätigung, dass unser Anspruch „beste Beratung für alle, die etwas vorhaben“ für unsere Kundinnen und Kunden auch tatsächlich spürbar und erlebbar ist. Wie reagieren Sie auf die Digitalisierungswelle? Mit der Re-Integration unserer IT sowie einer adap-
tierten IT-Strategie 2021 gehen wir Schritt für Schritt in eine neue (agile) Art der Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT, um gemeinsam das gesamte Leistungsspektrum unserer Bank aktiv zu gestalten. Unsere Herausforderung als gesamtes Unternehmen ist es, den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit zu geben, so viel wie gewünscht digital zu erledigen und gleichzeitig jederzeit persönlichen Kontakt zu uns aufnehmen zu können. Wir sehen es so: Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, uns auf unsere Beratungsstärke zu fokussieren, statt diese zu verdrängen. Hat die Pandemie das Geschäftsfeld für Banken verändert? Die Corona-Krise wirft viele Fragen auf und bringt gleichzeitig zahlreiche Anstöße zur Weiterentwicklung mit sich – gerade mit Blick auf die großen Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, welche im vergangenen Jahr vielerorts an Fahrt aufgenommen und auch Veränderungen in der Finanzbranche vorangetrieben haben. Ansätze, die es bereits vor der Pandemie gab, haben eine neue Dynamik entwickelt. Im Finanzdienstleistungssektor sind die Verfügbarkeit neuer Technologien wie beispielsweise Blockchain, die Entwicklung des OnlineHandels und das Streben des Handels nach einer zunehmend bargeldlosen Abwicklung von Transaktionen wesentliche Triebfedern. Auch die Anforderungen des EU-
Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums werden immer konkreter. Wie schätzen Sie den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums ein? Die Eindämmung des globalen Klimawandels ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Zahlreiche politische Initiativen der letzten Jahre zielen darauf ab, Klima und Umwelt zu schützen und den Weg in Richtung einer ressourcenschonenden und resilienten Wirtschaft zu bereiten. Trotz der bisherigen Entwicklung und der Vielzahl von Finanzprodukten auf dem Markt ist die generelle Frage – was genau gilt als nachhaltig und „grün“ – noch nicht vollständig beantwortet bzw. geregelt. Die aktuelle EU-Verordnung zu Offenlegungspflichten schafft vor allem eines – noch mehr Transparenz für die Anleger. Sie ist daher ein wichtiges Schlüsselelement, mit dem aufgezeigt wird, wie und wo Banken das Geld ihrer Kundinnen und Kunden investieren. Die erhöhte Nachfrage in Sachen nachhaltige Finanzinstrumente wird jedenfalls den Druck auf Banken, Politik und Regulatoren weiter erhöhen. Der Wandel hin zu nachhaltigem Wachstum gelingt jedoch, analog der Überwindung der Pandemie, nur als kollektive Anstrengung. Was wünschen Sie sich für 2022? Dass wir Erfolge genießen und spezielle Anlässe gemein-
Mag. Michel Haller, Vorstandsvorsitzender Hypo Vorarlberg. Foto: Hypo Vorarlberg, Marcel Mayer
sam feiern können. Denn das Jahr 2022 bietet für uns tatsächlich einen guten Grund zu feiern: Die Hypo Vorarlberg wird 125 Jahre alt! In unserer Geschichte haben wir viele Herausforderungen überwunden und sind heute eine erfolgreiche und gut aufgestellte Bank: Das größte Einzelinstitut in Vorarlberg – regional und international tätig – sowie ein
wichtiger Finanzpartner, Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und Förderer in unseren Marktgebieten. Auch wenn sich seit 1897 vieles verändert hat, unsere Werte sind seit jeher die wichtigste Basis unseres Tuns: Ambitioniert, zuverlässig und achtsam begleiten wir Menschen, die etwas vorhaben, bei der Verwirklichung ihrer Visionen und Ziele.
BEI UNS SIND SIE BESTENS BERATEN.
DAS ZEICHNET UNS AUS. ZUM 11. MAL IN FOLGE MIT DER HÖCHSTNOTE „SUMMA CUM LAUDE“ AUSGEZEICHNET
2022
Hypo Vorarl berg
HYPO VORARLBERG MULTI ASSET GLOBAL
HYPO VORARLBERG SELEKTION BALANCED
WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels, Salzburg und St. Gallen (CH). Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes. Das veröffentlichte Prospekt und das Kundeninformationsdokument www.hypovbg.at/auszeichnungen des Fonds finden Sie unter www.hypovbg.at. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung einer Marketingmitteilung Veranlagung zu. im Sinne des WAG 2018
Good News 3
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Aus dem Krisenmodus optimistisch in die Zukunft
Editorial
Gerold Riedmann
Nur Gutes!
Land sieht im Miteinander Chance der Krisenbewältigung.
Kräftiges Wirtschaftswachstum, günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt und eine Steigerung beim Privatkonsum: Wirtschaftsforscher zeichnen mit ihrer Prognose für 2022 ein optimistisches Bild. Der Aufwärtstrend in Vorarlberg könnte zwar von einer fünften Coronawelle durch die Omikron-Variante abgeschwächt werden, die positiven Signale überwiegen dennoch. Dazu brauche es aber eine gemeinsame Kraftanstrengung. „Vorarlberg kann aus der Krise gestärkt hervorgehen, vielleicht besser als andere, wenn es wieder stärker gelingt, mehr miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner (54). Es sei immer schon der Zusammenhalt gewesen, der das Land stark gemacht habe. „Wie schon bisher muss das Bemühen, den anderen zu verstehen, das gemeinsame Zusammenleben auszeichnen.“
Fühlen Sie auch manchmal die Nachrichtenüberlastung? Gesättigt mit schlechten CoronaNachrichten, aktuell notwendig, aber im Prinzip könnten sie uns zwischenzeitlich mehr als gestohlen bleiben. Wie die ganze Pandemie. Nachrichten, die dem Wahnsinn oft nahe sind: Nie hätte man ernsthaft daran geglaubt, über die Nichtwirksamkeit von Entwurmungsmitteln berichten zu müssen. Dazu eine Vielzahl an Kanälen, die vorgaukeln, verlässlich zu sein und dabei nur jenen, die die Wirklichkeit nicht wahrhaben wollen, eine ihnen gefälligere Version liefern; eine erfundene Version voller Falschnachrichten.
BREGENZ
Investition in den Aufschwung Die Herausforderungen im neuen Jahr sind enorm. Es gilt in vielen Bereichen für einen Aufbruch die Ärmel hochzukrempeln. „Die solide Ausgangslage erlaubt es, dass wir weiter kräftig in den wirtschaftlichen Aufschwung investieren können“, beschreibt Landeshauptmann Wallner die aktuelle Lage. Im Landesvoranschlag für 2022 habe man mit insgesamt 93,5 Millionen Euro das zweithöchste Investitionspaket der letzten Jahre schnü-
Die Zeichen stehen auf Wachstum: Die Wirtschaftsprognosen sehen für 2022 unter anderem einen starken Anstieg beim Privatkonsum. VN/SAMS
ren können. „Im Fokus stehen dabei alle wesentlichen Handlungsfelder - von Bildung, Klimaschutz und Kinderbetreuung bis zum Ausbau der Infrastruktur“, so der
„Die solide Aus gangslage erlaubt es, dass wir kräftig in den Aufschwung investieren können.“ Markus Wallner Landeshauptmann
Regierungschef weiter. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Wachstum. Wie gut Vorarlberg auch im in-
ternationalen Vergleich dasteht, zeigt sich unter anderem bei der Attraktivität als Wohnort. Die Bevölkerungszahl ist auch im Krisenjahr vor allem durch Zuzug deutlich gestiegen. Zuletzt haben rechnerisch täglich fünf Personen in Vorarlberg ein neues Zuhause gefunden. Mit 401.848 Bewohnern ist ein neuer Rekordwert erreicht. Vorarlberg hat viele Bereiche, die das Bundesland so attraktiv machen. „Angefangen von vielen beruflichen Möglichkeiten, die unsere innovativen Unternehmen eröffnen, über eine attraktive Natur- und Kulturlandschaft bis hin zu vielfältigen Angeboten für Erholung und Freizeit“, zählt Wallner auf. Die Vorzeichen, endlich aus dem Krisenmodus zu kommen, sind für 2022 trotz aller Herausforderungen günstig. Gute Nachrichten also.
Unternehmen aller Branchen investieren in ihre Infrastruktur. AUF SEITE 6
Die Menschen haben großes Vertrauen in das Gesund heitssystem. AUF SEITE 4
Alle helfen nach Kräften mit, um einen Spender für Sandra zu finden.
„Ma hilft“ und seine Part ner sind auch künftig für Menschen in Not da. AUF SEITE 11
AUF SEITE 10
Mit einer positiven Ein stellung und Kampfgeist kann man viel erreichen. AUF SEITE 5
Junge Men schen setzen sich für eine nachhaltige Zukunft ein. AUF SEITE 10
Unser Gehirn ist so fasziniert von schlechten Nachrichten, dass es schwerfällt, die vielen guten Nachrichten, die es auch gibt, überhaupt wahrzunehmen. Und die künstliche Intelligenz, die unsere Nachrichtenfeeds zusammenbauen, tragen das ihre dazu bei. Salonfähig geworden ist „Doomscrolling“, zusammengesetzt aus doom (Schicksal, Verderben) und scrolling - also das andauernde konsumieren von schlechten Nachrichten auf unseren Smartphones. Sei’s auf Facebook, in Chatgruppen oder auch TikTok. Die Algorithmen sind so trainiert, dass sie uns Nachrichten ausspucken, die uns an den Bildschirm fesseln. Oft tun das negative Nachrichten in besonders großem Ausmaß. Damit verdienen die Plattformen Geld. Die nächste schlechte Nachricht - nur eine Daumen-
Raul Marte kann nach Herzmuskel entzündung wieder Fußball spielen. AUF SEITE 12
Wir sind als Gesellschaft funktions fähig. Und das trotz der Pandemie.
bewegung am Handybildschirm entfernt. Ein guter Ansatz im neuen Jahr kann sein, sicherzustellen, dass Sie in Kontrolle sind - und nicht Algorithmen von Techkonzernen. Entscheiden Sie, auf welche Nachrichten aus welchen vertrauenswürdigen Quellen Sie sich einlassen. Heute möchten die Vorarlberger Nachrichten einen Anlauf starten, um uns aus dem Sog der schlechten Nachrichten zu ziehen. Sie halten die „Good News“ der VN-Redaktion in Händen. Eine eigene Zeitung in der ersten VN-Ausgabe des noch jungen Jahres 2022, ausschließlich mit guten Nachrichten. Nur Gutes! Im Namen der Herausgeber und des gesamten Redaktionsteams darf ich Ihnen und Ihren Lieben alles erdenklich Gute im neuen Jahr wünschen. Behalten Sie wärmende, gute Gedanken im Herzen, lassen Sie das Negative nicht an sich heran. Ihnen ein frohes 2022!
GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.
Rettung bei gebrochener Eisdecke und aus der Not auf sinkendem Boot. AUF SEITE 14
AUF SEITE 13
Neues und Nachgeholtes ergibt ein enorm spannendes Programm. AUF SEITE 12
Mit Zielstrebig keit und Mut lässt sich fast alles erreichen. Es braucht viel persönlichen Einsatz. AUF SEITE 13
Es lohnt sich zu kämpfen, weil man dafür immer belohnt wird. AUF SEITE 14
4 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Als Covid-Arzt für Patienten auf Achse
Michael Baier betreut infizierte Personen ambulant zu Hause. Routiniert greift Michael Baier nach den Utensilien, die zu einer Schutzausrüstung gehören, ebenso routiniert streift er jedes Teil über. Dann fährt er los. Ein Covidpatient benötigt ärztliche Hilfe, und der 34-Jährige bringt sie. Seit Beginn der Pandemie ist Baier als Covid-Arzt unterwegs, um die Kollegen in den Spitälern zu entlasten. Es ist eine Arbeit, die ihm Freude macht: „Es kommt so viel DankHOHENEMS
DIE GUTE NACHRICHT
Pandemie rollte, meldete er sich für eine weitere Aufgabe, nämlich jener eines Covid-Arztes.
Wichtiges Bindeglied In dieser Funktion bildet Baier ein Bindeglied zwischen Hausärzten, Rettungsdienst und Spitalsambulanzen. „In der ersten Welle wusste niemand, was auf uns zukommt“, schildert Michael Baier. Alle Patienten mit Covid-19-Verdacht wurden
Die Menschen haben großes Vertrauen in das Gesundheitssystem.
barkeit zurück.“ Vor zwei Jahren hat Michael Baier seine medizinische Ausbildung beendet. Der gebürtige Linzer fand nach dem Studium über die Rekrutierungskampagne der Krankenhausbetriebsgesellschaft „Go West“ den Weg nach Vorarlberg. In den Landeskrankenhäusern Bludenz, Rankweil und Feldkirch durchlief er verschiedenste Stationen. Inzwischen ist der Jungvater in Elternteilzeit, seinem Beruf aber nach wie vor treu. Zwei Tage die Woche arbeitet Michael Baier in der Internen Abteilung im LKH Bludenz, übernimmt Praxisvertretungen, engagiert sich in der Notaufnahme und als Notarzt. Als die
Patrizia und Bianca Luger unterstützen mit einer Selbsthilfegruppe auch andere Sterneneltern.
sofort ins Krankenhaus gebracht. „Oft umsonst“, flicht er ein. Die Folge war eine massive Überlastung der Rettungsdienste. Aus dieser Not heraus entstand die Idee der Covid-Ärzte. „Ziel ist es, Betroffene so lange wie möglich zu Hause zu betreuen“, erläutert Michael Baier. Diesem Anliegen kommt er mit weiteren 10 bis 15 Kolleginnen und Kollegen nach. „Es ist eine schöne Tätigkeit. Die Patienten sind sehr dankbar, wenn sie nicht ins Krankenhaus müssen, aber doch jemand da ist, der vorbeischaut“, hat der Arzt inzwischen mehr als einmal erfahren. Ihn macht diese Art der Patientenbetreuung ebenfalls zu-
frieden, weil er sich ganz und gar auf das konzentrieren kann, was zu tun ist. „Man hat Zeit für die Menschen.“ Das ist Michael Baier wichtig, obwohl die Einsatztage mitunter lang sein können. In der aktuellen Welle sind zwei Covid-Ärzte teilweise bis zu 24 Stunden im Dienst. Zwischen 30 und 35 Ausrückungen stehen täglich an. Gleichzeitig spricht er von einer spannenden Arbeit. „Wir verfügen nur über sehr wenige Geräte, sind alleine unterwegs und müssen uns praktisch um alles selbst kümmern“, sagt Baier. Da ist Erfahrung ein wertvolles Instrument. Die braucht es auch für die telefonische Erstbeurteilung einer Erkrankungssituation. Die Gesundheitshotline 1450 teilt die Patienten zu. „Wir rufen sie dann an oder fahren sofort hin, wenn es der Zustand erfordert“, schildert Michael Baier die Vorgehensweise.
Untersuchung vor Ort Vor Ort wird der Betroffene gründlich untersucht. Der Arzt misst die Vitalfunktionen, nimmt Blut ab, hängt bei Bedarf eine Infusion an und verordnet Medikamente. „Rezepte schreiben ist die häufigste Beschäftigung“, merkt Baier mit einem Lächeln an. Oft können trotz bestem Willen nur die dringendsten Visiten erledigt werden. Geht es sich bei anderen Covidpatienten nicht mehr aus, kommen diese zur Abklärung ins Spital. Es gibt aber
Michael Baier hat sich zum Dienst als Covid-Arzt gemeldet. Was er dafür braucht, fasst er jeweils in der Rotkreuz-Abteilung in Hohenems aus. VN/STIPLOVSEK
auch Fälle, in denen Covid-Ärzte nicht mehr tun können, als den Patienten sofort in ein Krankenhaus bringen zu lassen. Was Michael Baier dennoch freut ist, dass er bei den Menschen viel Vertrauen in das Gesundheitssystem verspürt, und er weiß, dass geimpfte Covid-19-Patienten eine Infektion mit dem Virus besser überstehen als ungeimpfte. „Die meisten können gut zu Hau-
se betreut und behandelt werden“, bestätigt der Mediziner. Er ist überzeugt, dass die Impfung einen Nutzen bringt und die Menschen ihre Angst davor verlieren. Das ist etwas, das den Arzt zutiefst optimistisch für die Zukunft stimmt. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
Gemeinsam dem Schicksal die Stirn geboten fühlsamkeit des Fachpersonals ist auch Klarheit unendlich wichtig.“ Eltern müssten insbesondere auf den Ablauf der Geburt und die Zeit danach vorbereitet werden. Ebenso sei es wichtig, den Eltern zu sagen, dass es zu diesem Zeitpunkt mitunter die einzige Möglichkeit ist, Erinnerungen in Form von Fotos zu schaffen. Patrizia Luger: „Dem Fachpersonal sollte auch bewusst sein, dass alles, was mit unseren Kindern in Berührung gekommen ist, wie Deckchen, Hand- und Fußabdruck, Namensband usw. einen unschätzbaren Wert hat, da es das Einzige ist, das uns bleibt.“
STALLEHR Bianca (41) und Patrizia Luger (33) aus Stallehr sind Schwägerinnen. Doch die beiden Frauen sind nicht nur durch ihre Ehemänner miteinander verbunden. Sie tragen auch ein Schicksal gemeinsam, nämlich jenes einer Sternenmami. Die Trauer um ihre Kinder hat sie zwar gebeugt, aber nicht gebrochen. „Wir haben alle Hilfe in Anspruch genommen, die wir bekommen konnten“, berichtet Patrizia. Jetzt wollen sie auch andere Sterneneltern unterstützen. Im Herbst 2020 gründeten Bianca und Patrizia die Selbsthilfegruppe „Sternenmami-Kaffee (https://sternenmamis.at/).
Bedarf vorhanden Die Pandemie ließ nur ein Treffen zu, auch danach sorgen Einschränkungen immer wieder für Unterbrechungen. Patrizia Luger hat außerdem festgestellt, dass es noch eine große Hemmschwelle gibt, über dieses Thema zu sprechen: „Es ist immer noch ein Tabu.“ Gleichzeitig hat sie den Bedarf gespürt, den es trotz allem gibt. Deshalb möchten die Sternenmamis ermutigen: „Bei unseren Treffen haben alle Emotionen einen Platz, die die Trauer mit sich bringt. Es ist uns ein großes Anliegen, dass Sterneneltern aus diesen Nachmittagen Kraft schöpfen und und ein positives Gefühl mit nach Hause tragen.“ Sophie, das Baby von Bianca Luger, wurde im Oktober 2011 in der 41. Schwangerschaftswoche
Patrizia (l.) und Bianca Luger hat die Trauer um ihre verstorbenen Kinder noch mehr zusammengeschweißt.
DIE GUTE NACHRICHT Sterneneltern können aus Gesprächen viel Kraft schöpfen.
still geboren. Das bedeutet, dass das kleine Mädchen bei der Geburt verstorben ist. Knapp zehn Jahre später schlug das Schicksal erneut zu. Im Februar 2020 kam Ferdinand, der Sohn von Patrizia Luger, in der 40. Schwangerschaftswoche zur Welt und verstarb überraschend am nächsten Tag. „Ich war in einem schwer zu beschreibenden Ausnahmezustand“, erinnert sich Patrizia. In ihrer Schwägerin Bianca fand sie jemanden, mit dem sie ihr Leid uneingeschränkt teilen konnte. „Die Gespräche mit ihr haben mir ge-
VN/STIPLOVSEK
zeigt, dass es ganz normal war, was ich in dieser Situation mitmachte.“ Familie und Freunde können am meisten Unterstützung bieten, „wenn sie mit den Eltern über das verstorbene Kind sprechen oder gemeinsam schweigen“, wissen Bianca und Patrizia. Nichts schmerze Eltern mehr, als wenn das Kind, das so sehr vermisst wird, einfach aus Gesprächen ausgeblendet werde. Das Trauern selbst beginnt laut den Erfahrungen von Patrizia Luger bereits im Krankenhaus, und: „Neben der entsprechenden Ein-
Neue Blickrichtungen Die Eltern der Sternenkinder haben den Plan von Familie dennoch nicht aufgegeben. Das Töchterchen von Patrizia und ihrem Mann ist acht Monate alt. Bianca und ihr Ehemann sind Eltern eines fünfjährigen Buben. Ihre Sternenkinder werden sie aber nie vergessen. Sie haben immer einen Platz in ihrem Leben. Wie und dass es geht, wollen Patrizia und Bianca auch anderen Sterneneltern mit dem Sternenmami-Kaffee zeigen. Es bietet eine Möglichkeit, sich in privater Atmosphäre auszutauschen. „Trauerverarbeitung ist individuell, dennoch kann der persönliche Austausch hilfreich sein und die Einsamkeit mildern“, sagt Patrizia Luger und ergänzt: „Bei unseren Gesprächen können sich sowohl Gemeinsamkeiten untereinander ergeben als auch neue Blickrichtungen und Perspektiven eröffnen.“ Die Initiative ist mittlerweile auch bei der Selbsthilfe Vorarlberg gelistet. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
5
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Emils erfolgreicher Kampf gegen den Krebs Die Ärzte gaben Emil Kessler nur mehr ein paar Monate Lebenszeit. Doch der Schrunser kämpfte und überlebte.
Für die Ärzte, die ihn behandeln, ist Emil Kessler (82) ein medizinisches Wunder. „Der Oberarzt sagte vor Kurzem zu mir: ,Das versteht keiner, dass Sie noch am Leben sind. Das verdanken Sie vermutlich Ihrer lebensbejahenden Einstellung und dem Herrgott.‘“ Emil lächelt versonnen und zündet eine Kerze an „für meine verstorbene Frau und für mich“. Er sei das ganze Leben hindurch ein Kämpfer gewesen, sagt er dann plötzlich in die Stille hinein. „Ich mag nicht aufgeben. Aufgeben ist schlecht. Man muss kämpfen“, findet der Familienvater. Es gab einige Situationen in seinem Leben, in denen er die Flinte ins Korn werfen hätte können, zum Beispiel als sein Sohn Roland im Jahr 1990 24-jährig auf der Straße umkam. Oder als seine Frau Waltraud, mit der er 50 Jahre durchs Leben gegangen war, im vergangenen Jahr starb. „Aber durch meinen Lebensmut schaffte ich es, mich selbst aus dem Loch herauszuholen.“
dizinerin aus Ulm erzielte damit Erfolge.“ Zuletzt unterzog er sich vor zwei Jahren einer Chemotherapie. Die Ärzte hatten damals eine gute Nachricht für ihn. „Sie sagten mir, dass der Tumor kleiner geworden ist.“ Eine Untersuchung heuer im Frühling ergab, dass das Gewächs nicht gewachsen ist und auch nicht gestreut hat. Emil ist unendlich dankbar, „dass ich noch lebe, dass der Krebs stehengeblieben ist und ich überhaupt keine Beschwerden habe“. Er schaut auf die brennende Kerze und faltet aus Dankbarkeit die Hände. „Ich bete jeden Tag.“
SCHRUNS
Ein Stehaufmännchen Jene, die ihn und sein Leben kennen, behaupten, dass er ein Stehaufmännchen ist. Ein Überlebender ist er in jedem Fall. Im Jahr 2002 erkrankte Emil an Prostatakrebs. Der Montafoner unterzog sich einer OP und einer Strahlentherapie. Danach schien die Krankheit bezwungen. Aber zehn Jahre später kam der Krebs wieder. Mit Medikamenten und Bestrahlungen gelang es, ihn unter Kontrolle zu bringen. Im Jahr 2017 dann aber der nächste Schlag. „Ich hatte ein seltsames Gefühl im
Emil Kessler arbeitet gerne am Computer. Der 82-Jährige gestaltet unter anderem Beileidskarten. Emil arbeitete als junger Mann in Paris. VN/PHILIPP STEURER
DIE GUTE NACHRICHT Mit einer positiven Einstellung und Kampfgeist kann man viel erreichen.
Magen.“ Nach einer MRT-Untersuchung im Juni war klar, dass Emil an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet. „Man teilte mir mit, dass ich einen sechs Zentimeter großen Tumor in meinem Bauch habe und man diesen nicht operieren kann, weil er so groß ist.“ Die Diagnose schockierte den pensionierten Elektrotechniker. „Ich fragte den Arzt, wie viel Lebenszeit ich noch hätte. Er sagte, dass ich, wenn ich Glück hätte, vielleicht Weihnachten noch erlebe.“ Der Vater von vier Kindern dachte ans Sterben und weinte, zusammen mit seiner Frau.
Aber er verfiel weder in Agonie noch steckte er den Kopf in den Sand. „Ich informierte mich über die Krankheit und versuchte alles, um zu überleben.“ Der krebskranke Mann unterzog sich in den folgenden Jahren zahlreichen Chemo- und Strahlentherapien. Während seines Überlebenskampfes beschritt er auch ungewöhnliche Wege. So schwört Emil auf seine Methadon-Tropfen, die er täglich einnimmt. „Eine Me-
„Möchte 90 Jahre werden“ Mit dem Weggang seiner Frau ist die Welt für ihn zwar ärmer geworden. „Aber ich lebe trotzdem noch gern.“ Seine Kinder und Enkel und die Ausflüge mit den Pensionisten bereiten ihm Freude, auch die Arbeit am Computer – „ich gestalte Beileidskarten“ – macht ihm Spaß, ebenso die Nachmittage beim Kartenspiel mit seiner Nachbarin. Im April steht für den Rentner die nächste Untersuchung an. Er hofft, dass sie wieder einen für ihn günstigen Befund erbringt. Denn: „90 würde ich schon gerne werden.“ MARTINA KUSTER martina.kuster@vn.at 05572 501-734
JETZT 3. Impfung Um einen möglichst hohen Schutz gegen das COVID-19-Virus und allfälligen Mutationen zu haben, ist eine Auffrischungsimpfung erforderlich. Die 3. Dosis ist vier Monate nach der Zweitimpfung notwendig. Helfen Sie mit und schützen Sie sich und andere!
Impf-Hotline 0800 201 361 www.vorarlberg.at/vorarlbergimpft
Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg
Besserer Schutz vor Omikron – wichtig auch für Genesene!
6 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
ZM3, PRISMA Das Garnmarkt-Areal in Götzis erfährt eine deutliche Erweiterung: Projektbetreiber ZM3 und Prisma starten Anfang 2022 mit der östlichen Expansion und dem nördlichen Neubau. Die rund 36 Millionen schwere Investition soll 2024 abgeschlossen werden. GARNMARKT
XXXLUTZ Auf insgesamt 17.600 Quadratmeter Fläche eröffnete in Bürs am 11. November das neue XXXL-Möbelhaus. Die Filiale mit begrüntem Dach und Photovoltaikanlage schuf rund 50 Arbeitsplätze und bereichert das Einkaufserlebnis mit einem hauseigenen Restaurant. XXXLUTZ
GANTER Das international tätige Hightech-Unternehmen Ganter Solutions setzt einen weiteren Meilenstein für sein Wachstum. Vergangenen September begannen die Bauarbeiten für den mehrstöckigen Innovation Tower in Schruns, welcher Platz für neue Mitarbeitende schafft. GANTER
WOHLGENANNT Mit der Erweiterung einer Tiefgarage und sechs oberirdischen Geschossen wird die Produktionsfläche der Otto Wohlgenannt GmbH doppelt so groß. Bis 2025 sollen die Bauarbeiten der rund 25-Millionen-Euro-Investition abgeschlossen werden. WOHLGENANNT
CCL LABEL Bis 2025 will die CCL Label GmbH von Hohenems nach Dornbirn übersiedeln. Der 50 Millionen Euro schwere Neubau auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück im Pfeller wird die derzeitigen Kapazitäten verdoppeln und 220 Mitarbeiter beschäftigen. CCL
TISCHLEREI RÜSCHER Die Tischlerei Rüscher nimmt 6,5 Millionen Euro in die Hand und investiert in einen neuen Firmensitz. Das Hauptgebäude erhält eine Fassade aus Fichtenbrettern und eine PV-Anlage für die Energiegwinnung, Holzabfälle landen direkt in der Biomasseheizung. I+R
ALPSTADT HOTEL Mit dem 130-Betten-, Business- und TourismusHotel erweiterte die Gastronomen-Familie Wilfinger im November ihr Angebot in Bludenz. Die circa 10 Millionen Euro wurden in eine regionale Holzbauweise der sieben Zimmergeschosse investiert. FOHREN CENTER
VORARLBERGER LANDES-VERSICHERUNG 101 Jahre nach der Gründung legt die VLV einen wichtigen Grundstein für die Zukunft: Im Herbst 2023 soll der 20-Millionen-Euro-Neubau des Bürogebäudes an der Bregenzer Bahnhofstraße abgeschlossen sein. HASSLER
SCHNEIDER AUTOMOBIL Der größte Autohändler Vorarlbergs investiert 9 Mill. Euro in die Erweiterung seines Stammsitzes in Dornbirn. Bis im Sommer 2022 sollen die ausgebaute Tiefgarage, das vollautomatische Reifenlager und der neue Schauraum in Betrieb genommen werden. JKA
WUCHER HELICOPTER Mit der Erweiterung des Firmenstammsitzes und Heliports in Ludesch baut Wucher Helicopter sein Wartungsgeschäft von Hubschraubern anderer Betreiber aus. Rund 2,5 Millionen Euro wurden in eine Zwischenhalle und einen dritten Hangar investiert. WUCHER
SKI ARLBERG Nach mehr als 50 Dienstjahren treten die Sessellifte Zugerberg und Madloch in den Ruhestand und werden seit dieser Wintersaison von modernen Bahnen ersetzt. Bei der Zugerbahn handelt es sich um eine 10er-Kabine, die Madlochbahn erhielt eine neue 6er-Sesselbahn. 3D E&C
EHG Nach dreijähriger Bauphase schloss das EHG Stahlzentrum im Dezember das größte Bauvorhaben der Firmengeschichte ab. Am Standort Dornbirn Wallenmahd wurden auf 12.500 Quadratmetern ein Bürogebäude sowie ein vollautomatisiertes Hochregallager errichtet. MULTIMEDIAFABRIK
Investition in die Zukunft
Vorarlberger Unternehmen trotzen der Pandemie und starten 2022 mit neu geschaffenen Kapazitäten durch. SCHWARZACH Nach dem schweren Einbruch der Wirtschaftsleistung nach Ausbruch der Pandemie hat sich die österreichische Wirtschaft im Jahr 2021 deutlich erholt: Vergangenen Sommer ist nach fünf rückläufigen Quartalen in Folge endlich der Turnaround erreicht worden. Das BIP ist erstmals seit Beginn der Coronakrise gestiegen – und zwar um ganze 12 Prozent. Darüber hinaus rechnen Konjunkturexperten für 2022 mit einer Fortsetzung des Aufschwungs von bis zu fünf Prozent.
Positive Entwicklung Dies spiegelt sich auch in den Zahlen zur Investitionstätigkeit wider: Im Vergleich zu 2020
stiegen letztes Jahr nebst den Ausrüs„Mit der Digitalisietungs- und Anlageauch die Bauinvesrung eröffnen sich titionen markant neue Chancen an. „Mit neuen für die BauwirtIdeen und digitalen Kompetenzen schaft.“ eröffnen sich für Alexander Stroppa die Bauwirtschaft stv. Innungsmeister neue Chancen für effizienteres Arbeiten“, hebt Alexander Stroppa, stellvertretender Innungsmeister der Bauinnung, hervor. Firmen halten weiter am Standort Vorarlberg fest und investieren in den Ausbau der Infrastruktur und in neue Arbeitsplätze im Land. Mit gut gefüllten Auftragsbüchern starten die Bauunternehmen zuversichtlich ins neue
Jahr und erweisen sich einmal mehr als zuverlässiger Konjunkturmotor. Im Zeitalter der Digitalisierung und
DIE GUTE NACHRICHT Unternehmen aller Branchen investieren in ihre Infrastruktur. Nachhaltigkeit nehmen sich Vorarlberger Unternehmen die beiden allgegenwärtigen Schlagwörter zu
Herzen und investieren in innovative, umweltbewusste Projekte. In diesem Sinne überzeugen der neue XXXLutz-Standort in Bürs sowie der Neubau der Tischlerei Rüscher mit modernen Photovoltaikanlagen, während EHG und Schneider Automobil erfolgreich auf vollautomatisierte Lagermöglichkeiten setzen.
Arbeitsmarkt-Entwicklung An sich sollten 2022 mit der günstigen Entwicklung des Arbeitsmarkts vor allem jene Bereiche wachsen, die 2021 von coronabedingten Einschränkungen am meisten betroffen waren. MANUEL KRENBÖCK redaktion@vn.at 05572 501-263
SEIT 70 JAHREN EIN HÄNDLE FÜRS LÄNDLE Wenn man 70 wird, darf man schon mal innehalten. Sutterlüty schaut mit Stolz und Dankbarkeit auf das, was uns in Vorarlberg b’sundrig macht. Und wir versprechen, weiter dafür anzupacken.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Nachhaltiges Handeln
Soziales Engagement
Unsere Transportwege sind kurz, weil unsere regionalen Partnerschaften lang sind. Was 1952 mit unserem ersten Hofladen begann ist zur Ab-Hof-Vermarktung für hunderte regionale Lieferanten gereift. Sutterlüty ist der Partner für Bauern, Alpen, Senner, Metzger und andere Produzenten hochwertiger Lebensmittel im Land. Auf Augenhöhe, mit Handschlag und mit Herz für regionale Genusskultur. Als Nahversorger aus der Region für die Region.
Als Familienunternehmen ist Nachhaltigkeit für uns das Wichtigste. Wir tun weit mehr für Umwelt und Klima, als Gesetze und Vorschriften verlangen. Mit unseren Us’m Ländle und Ländle Pur Herzen haben wir die erste regionale Produktauszeichnung Österreichs geschaffen. Seit 2016 arbeiten wir 100 % klimaneutral. Unser Fuhrpark fährt elektrisch. 1000 Bio-Produkte, 3000 regionale Spezialitäten und saisonale Angebote halten den CO2-Fußabruck selbst bei den größten Genüssen klein.
Bei uns in Vorarlberg zählt das Miteinander. Wir von Sutterlüty tragen gerne dazu bei. Kleine „Aufrunder“ an der Kasse bewirken große Wunder. Wir unterstützen „Tischlein deck‘ Dich“, das Vorarlberger Kinderdorf, und viele kleine Projekte und Initiativen. Wir sind dabei, wenn es um Sport, Kultur, Vereine, Maturabälle oder das Tierwohl geht. Sutterlüty engagiert sich dafür, dass hier in Vorarlberg alle gemeinsam gut leben.
2021-04-02_SUT_VN_ganze_Seite_Jubiläum_278x435_RZ.indd 1
29.12.21 11:16
8 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Mich trägt die Hoffnung, dass wir im Lauf des Jahres Corona überwinden werden oder zumindest noch besser damit umgehen werden können. Die erfolgreichen Aufführungen im Sommer 2021 mit begeistertem Publikum haben uns gestärkt, und wir gehen mit viel Enthusiasmus und Energie in die Vorbereitungen für „Madame Butterfly“. Der Aufbau und die Vorbereitung einer neuen Opern-Inszenierung auf der Seebühne ist immer eine besonders spannende und kreative Zeit, ich bin voller Vorfreunde auf die Premiere.“ Elisabeth Sobotka, Intendantin der Bregenzer Festspiele
2022 wird ein tolles Jahr! Warum? Weil wir uns bis dann (hoffentlich) alle wieder die Hände gereicht haben. Weil wir Vorarlberger uns wieder auf unsere Stärke besinnen und zusammenhalten werden. Weil nach jedem Tief ein Hoch kommt. Weil ich 2022 vor den Traualtar treten werde und nicht mehr „in wilder Ehe leben“ muss. Weil ich im Neuen Jahr das Kabarett nicht mehr absagen werde. (Hoffentlich!) Weil wir es wieder einmal verdient haben, unbeschwert glücklich zu sein! Weil wir die Hoffnung niemals aufgeben dürfen! Gabi Fleisch, Kabarettistin
2022 wird gut, weil ein Großteil der Menschen hierzulande sich darüber freut, dass es beispielsweise eine Impfung gegen ein Virus gibt, versteht, dass unser Gesundheitswesen nur solidarisch funktioniert, dankbar dafür ist, dass sich die Mitarbeiter in den Krankenhäusern aufopfernd für alle einsetzen und nicht laut sein muss und wird, wenn man weiß, dass man das Richtige macht. 2022 macht Hoffnung, weil sich viele doch freiwillig und aus guten Gründen für eine Impfung entscheiden werden. Gerald Fleisch, Spitalsdirektor
Wir bewahren die Hoffnung und den Glauben an das Gute in uns und setzen somit auf ein wunderschönes, heilsames, neues Jahr 2022. Wir haben Vertrauen in uns selbst und erfüllen unsere Seele mit Freude. Wir haben den Glauben an viele kleine Wunder, die so leise sind wie Sterne – und doch Großes bewirken können. Wir sind dankbar für viele gute Dinge, die wir annehmen und somit voller Hoffnung nach vorne blicken. Katharina Liensberger, Skirennläuferin
Was mir Hoffnung macht, ist eine neue, lautstarke Teenager-Generation, die sich tatsächlich um den Planeten sorgt und proaktiv ein soziales Gewissen entwickelt, als frische, eloquente Antwort auf die Auswüchse neoliberaler Fantasten. Erfreulich ist auch, dass eine große Mehrheit mit Vernunft und solidarischem Verständnis selbst unpopuläre Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie akzeptiert hat – das wird in Zukunft populistischen Plaudertaschen den Wind aus den Segeln nehmen. Reinhold Bilgeri, Musiker, Filmemacher, Autor
Meine ganz persönliche Hoffnung ist natürlich Gott. Ich hoffe und vertraue darauf, dass er alles zum Guten führt. Ich hoffe aber auch, dass viele Menschen im kommenden Jahr einsehen werden, dass wir nur im Miteinander in eine gute Zukunft gehen können und dass wir es nur miteinander schaffen werden, Corona zu bekämpfen und die Pandemie zu besiegen. Für das Miteinander zeigt uns die Frohe Botschaft der Bibel gute Wege. Möge Jesu Botschaft die Herzen vieler Menschen erreichen. Hubert Lenz, Generalvikar
„In jedem Tag etwas Gutes zu sehen.“ - Das ist mein Ziel für 2022, gerade jetzt in dieser Situation. Es sind oft die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Sei es die Zeit mit der Familie, gute Gespräche mit Freunden, der Blick aus dem Fenster am Morgen, die Berge, ein herzliches „Grüaß di“ an der Supermarktkasse, die eiskalte frische Winterluft, Buddy unser Hund, der einen zum Lachen bringt, eine Tiefschneeabfahrt, ein erfolgreiches Meeting, eine gute Tasse Kaffee oder eine Runde Sport im Fitness. All diese kleinen Momente machen mir Hoffnung. Diese kleinen alltäglichen Dinge wertzuschätzen hilft mir dabei, Dinge loszulassen, die ich nicht kontrollieren kann, wie etwa das Pandemie-Geschehen. Deshalb freu i mi genauso of 2022. Des wörd a Guats. Linda Meixner, Influencerin
Für 2022 macht mir Hoffnung, dass nach den „dürren“ Jahren, also der Zeit der Krise, immer die „fetten“ Jahre folgen, also eine Phase des Wiedererstarkens. Das Gesetz, nach welchem dort, wo die Gefahr wächst, auch das Rettende wächst, wird auch für die Pandemie gelten. Zudem stimmt mich optimistisch, dass sich die Gesellschaft trotz aller aggressiven Proteste nicht spalten lässt und sich Besonnenheit und Mitmenschlichkeit durchsetzen. Innenpolitisch hoffe ich nach einem turbulenten Jahr auf Stabilität. Reinhard Haller, Psychiater und Autor
Auf jeden Winter folgt der Frühling. Die Natur gibt mir auch für das neue Jahr 2022 Hoffnung. In kalten Zeiten der Pandemie mit Ohnmacht und menschlicher Spaltung regen sich unter der Schneedecke Frühlingspflänzchen: Aufeinander zugehen, mehr Aufmerksamkeit dem Natürlichen, neue Wertigkeit der Regionalität. Wenn viele, dort wo sie leben, diese Pflänzchen pflegen, dann wachsen in unserem Lebensgarten Freude, Vertrauen, Mut und Zuversicht. Andrea Schwarzmann, Landesbäuerin
Die Reiselust und das Vertrauen unserer Gäste in das Urlaubsland Vorarlberg haben gerade in den vergangenen Monaten nochmals zugenommen. Das zeigt mir, dass wir mit unserem Kurs, auf vielfältige und saisonunabhängige Angebote sowie auf Sicherheit zu setzen, richtig liegen. Die GastgeberInnen und alle Branchenpartner haben einmal mehr bewiesen, wie kreativ und professionell sie auch in schwierigen Zeiten agieren. Das bestärkt mich und macht mir persönlich Hoffnung, dass 2022 ein gutes Jahr wird. Christian Schützinger, Vorarlberg Tourismus
Wir spielen viel mehr Instrumente. In den 60er-Jahren haben sich weltweit eine Million Leute 200 Gitarren geteilt. Heute sind es 11.000 Gitarren für jede Million Menschen. Und 2022 wird noch mehr gezupft, geklimpert und geschreddert werden. Ähnliches trifft auch für viele andere liebenswerte Bereiche zu: Es werden 2022 mehr Bücher geschrieben und mehr wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht werden wie je zuvor. Stefan Sagmeister, Grafikdesigner Ich bin überzeugt, dass sich die konstruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft durchsetzen und wir es gemeinsam schaffen, aus dieser unsäglichen Pandemie zu kommen, die uns in den letzten zwei Jahren immer mehr frustriert hat. Das sorgt für den notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung sowie dafür, dass die Menschen wieder zueinander finden und wir alle unser gewohntes, „normales“ Leben zurückbekommen. Dafür uns allen ein herzliches „Gück auf“. Hubert Hämmerle, AK-Präsident
Es ist nicht nur die Erfahrung, es ist ja auch ein physikalisches Gesetz, dass es aus jedem Wellental wieder aufwärtsgeht. Nur, ohne unseren eigenen Beitrag wird es nicht automatisch schwungvoll funktionieren. „Hoffen lernt man auch dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich“, rät Fulbert Steffensky. Also? Speziell die Zukunft der jungen Menschen im Auge, haben wir eine große neue Aufgabe: Von allem etwas weniger. Die Belohnung: mehr Lebensfreude, mehr „gutes Leben“. Hildegard Breiner, Umweltaktivistin und Russ-Preis-Trägerin
9
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Auch im Jahr 2022 wird Vorarlberg den Folgen der Pandemie ein umfassendes Standort- und Wachstumspaket entgegensetzen. Wir investieren damit gezielt in Arbeitsplätze und den Standort. In Kombination mit der zunehmenden Durchimpfungsrate, der guten Gesundheitsversorgung und den medizinischen Fortschritten im Kampf gegen COVID-19 blicke ich positiv in das Jahr 2022. Wichtig wird sein, unser starkes Gemeinschaftsgefühl zu behalten. Denn nur miteinander wird es gelingen, diese schwierige Zeit gestärkt hinter uns zu lassen. Markus Wallner, Landeshauptmann
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und an seinen Herausforderungen. 2021 hat uns reichlich Gelegenheit dazu geboten. Unsere Erfahrungswerte gilt es zu nutzen. Sie werden uns wertvolle Dienste leisten, um 2022 für uns alle zu einem guten Jahr zu machen. Darüber hinaus bin ich zuversichtlich, dass wir die Rissbildung in unserer Gesellschaft umkehren können – indem wir uns darauf besinnen, dass uns alle ein gemeinsames Ziel, nämlich das Ende der Pandemie, eint. Harald Sonderegger, Landtagspräsident
Darum wird
2022
ein erfolgreiches Jahr! Papst Franziskus hat einmal gesagt: „Wir dürfen nicht müde werden, die Tür unseres Herzens offen zu halten.“ Ich vertraue fest darauf, dass hinter allem, was wir als kalt, verletzend oder unbarmherzig erleben, dennoch ein Grundimpuls da ist, der uns zum Guten anspornt. Dankbar bin ich für die vielen Menschen in unserem Land, die die Tür ihres Herzens offen halten für Menschen in Not und auf der Flucht, für Umweltschutz, für Nächstenliebe. Sie alle und das Vertrauen, dass Gott uns begleitet, lassen mich mit Zuversicht in das neue Jahr aufbrechen. Bischof Benno Elbs
2022 wird ein gutes Jahr, weil wir als Gesellschaft lernen werden, mit dem Virus umzugehen. Die Vernunft wird siegen und damit auch die Erkenntnis, dass das Virus unser Feind ist. Es wird uns gelingen, die Gräben zu schließen. Der Durchhaltewille und das gemeinsame Anpacken von Problemen innerhalb der Wirtschaft hat mich bisher schon beeindruckt. Daher macht uns das neue Jahr Hoffnung, sowohl zwischenmenschlich als auch wirtschaftlich aus der Krise herauszukommen. Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer
Mich stimmt vor allem die Rückschau auf die vergangenen Monate positiv. Wir konnten die Schulen mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept offenhalten. Mit diesen Erfahrungen werden wir das auch 2022 schaffen, auch wenn die Pandemie uns noch länger beschäftigt. Alle Kinder, alle Jugendlichen sollen jeden Tag in die Schule dürfen. Außerdem freue ich mich im neuen Jahr auf viele tolle kulturelle Veranstaltungen und eindrucksvolle Bühnenmomente. Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin
Zuversicht gewinne ich vor allem daraus, dass wir vieles haben, um gemeinsam das neue Jahr zu bewältigen und an den Herausforderungen zu wachsen. Was zählt? Der Mut, die Herausforderungen anzunehmen. Die verbindende Vision von einer Welt, in der alle Menschen gut leben können – und auch die Tiere. Dass wir in neuer Intensität miteinander kooperieren, um wichtige Veränderungen auf den Weg zu bringen. Dass wir aufeinander Rücksicht nehmen, sodass niemand Angst haben muss zurückzubleiben. Walter Schmolly, Caritasdirektor
Eine Mischung aus nationalen und globalen Krisen, ein vergiftetes gesellschaftliches Klima, das sich in alle Ritzen schlich – 2021 war nicht so das Traumjahr. 2022 hingegen bringt uns einen seriöseren Umgang mit der Pandemie, mehr Gelassenheit im Umgang miteinander, gepaart mit mehr gegenseitigem Respekt und Verständnis, weil wir gelernt haben, dass wir im selben Boot sitzen. Und die Einsicht, dass Mensch und Natur in unserer Werteskala über allem anderen liegen müssen. Es wird außerdem ein Traumsommer mit viel Sonne und fantastischen Poolbar-Nächten. Herwig Bauer, Leiter des PoolbarFestivals
Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, optimistisch und zuversichtlich zu bleiben. Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, positive Seiten unseres Zusammenlebens in den Vordergrund zu rücken. Und davon gibt es viele. Ich bin mir sicher, dass 2022 ein Jahr wird, in dem wir es schaffen, Solidarität, Zuversicht und Wertschätzung in den Mittelpunkt zu stellen. Das sind die Grundhaltungen, die uns auch in Krisen helfen, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Andrea Kaufmann, Präsidentin Gemeindeverband
2022 wird ein gutes Jahr, weil ich gesund bin, mich extrem wohlfühle und meine Tätigkeit als Sportler gerade in Zeiten der Coronapandemie mehr denn je genießen kann. Sportlich stehen die Olympischen Winterspiele natürlich im besonderen Fokus. Die China-Generalprobe lief für mich sehr gut und ich freue mich schon auf die Spiele im Februar. Alessandro „Izzi“ Hämmerle, Snowboardcross-Weltcupsieger
10 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Vereint im Einsatz für Sandra
Hunderte Menschen folgten dem Aufruf zur Typisierung. DORNBIRN Am dritten Advent versammelten sich Vereinsmitglieder und große Teile der Kampfmannschaft des Dornbirner SV in ihrem Vereinsheim. Susanne Marosch und ihr Team von „Geben für Leben“ zeigten den Fußballern, wie man mit Wattestäbchen einen Wangenabstrich sauber über die Bühne bringt, bevor es losgeht. Sie alle folgten dem Ruf von Daniel Lenz an den Sportplatz Haselstauden. Er
DIE GUTE NACHRICHT
pflegt und unterstützt. Der Rest der Familie behalf sich mit täglichen Videotelefonaten. Dann kamen die ersten guten Nachrichten: Die Chemo schlug sehr gut an, Sandra konnte Weihnachten zuhause mit ihrer Familie feiern. Nun fehlt nur noch der passende Spender. Daniel konnte sich hier auf den Rückhalt in der Fußballfamilie verlassen: 30 Vereinsmitglieder opferten ihren freien Sonntag
Alle helfen nach Kräften mit, um einen Spender für Sandra zu finden.
ist seit Jahren im Vorstand des DSV, die Testaktion war vor allem zum Wohl für seine Schwägerin Sandra.
Fußballwelt geeint Im Oktober ging sie mit Atembeschwerden zum Arzt, seitdem ist die Bregenzerin beinahe durchgehend im Krankenhaus und kämpft gegen die myeloische Leukämie. Aufgrund der Pandemie waren die Besuchsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Jede mögliche Minute überließ man daher ihrem Mann Ricky, damit er bei seiner Frau sein kann. Dankbar ist die Familie auch dem Team der Internen des LKH Rankweil, das Sandra bestmöglich
als Testpersonal, in der Datenaufnahme oder in der Verpflegung der Anwesenden. „Sie müssten einem ja nicht helfen. Das macht einen schon stolz“, freut sich Lenz über die Unterstützung. Dies endete nicht beim eigenen Verein. Über die Sozialen Medien machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Hilfsbereitschaft und Solidarität der anderen Klubs im Land war überwältigend. „Da ist es egal, ob du grün-weiß, rot-weiß oder irgendetwas bist, es helfen alle zusammen“, ist Lenz gerührt. Die Zusammenarbeit mit Geben für Leben bezeichnen Lenz und sein Schwiegervater Heinz Widmann als
„sensationell“. Der positive Zugang der Obfrau und Dr.-Toni-und-RosaRuss-Ringträgerin Susanne Marosch helfe unglaublich. „Sie hat ein unglaubliches Team um sich, die das auch leben“, schwärmt Lenz für Geben für Leben.
Hoffen auf einen Spender An diesem Adventsonntag lassen sich über 305 Personen für „Geben für Leben“ registrieren. „Es war natürlich kein freudiger Anlass, aber jedem war die Freude anzumerken, seinen Teil beitragen zu können“, erinnert sich Daniel Lenz. „Und wenn nicht für Sandra, dann für sonst jemand. Es gibt ja noch viele andere, die darauf warten.“ Parallel sammelte der DSV Spenden für „Geben für leben“. Schließlich kostet jede Typisierung 40 Euro, somit kommt allein der Sonntag beim DSV auf über 12.000 Euro. „Es gab ein paar sehr großzügige Spender“, freut sich Widmann auch hier einen Beitrag leisten zu können. „Das ist alles nicht selbstverständlich.“ Nun hofft die ganze Familie, dass ein geeigneter Spender dabei war. Eine Anekdote Maroschs gibt ihnen Hoffnung. „Sie hatten mal einen
Heinz und Daniel (links) sind begeistert über den Rückhalt, den die Typisierungsaktion zeigte. VN/SERRA
Tag, an dem nur sieben kamen – und da waren gleich zwei darunter, die geeignet waren“, ist Lenz zuversichtlich. Nun gilt es abzuwarten, bis die Ergebnisse der Typisierungsaktion vorliegen. „Das wäre unser Weihnachtswunder“,
hofft Widmann. „In solchen Phasen spürt man, auf was es im Leben ankommt“, gibt Lenz zu. „Es bringt einen schon zum Nachdenken.“ MATTHIAS RAUCH matthias.rauch@vn.at 05572 501-713
„Ich glaube fest daran, dass wir es schaffen können“
Der 14-jährige Max Ben Romdhane setzt sich für die Umwelt ein. NÜZIDERS Greta
Thunberg und Fridays For Future mobilisieren seit 2018 Millionen zu friedlichen Demos. Trotz Corona bleibt die Bewegung lebendig und Beweis dafür, dass sich Jugendliche engagieren, vernetzen und sich des eigenen Handelns für die Zukunft der Gesellschaft bewusst sind. Häufig leben sie Klima- und Umweltschutz ganz praktisch vor. Auch Max Ben Romdhane aus Nüziders möchte die Zukunft mitgestalten und mitreden können. „Wir möchten mitentscheiden, wie unsere Gesellschaft verändert wird“, sagt der 14-Jährige.
Zero-Waste-Picknick Aus diesem Grund engagiert sich Max Ben Romdhane sich für das Projekt „jung&weise“, das vom Netzwerk „Welt der Kinder“ unter der Leitung von Carmen Feuchtner entwickelt wurde. Das Partizipationsprogramm wird unter anderem von den Gemeinden und der Vorarlberger Landesregierung gefördert. Es zielt darauf ab, junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre Anliegen zu formulieren und im Anschluss Auch Generationendialoge wurden mit Politikern und in ihrer Lebenswelt Forschern durchgeführt. LAND VORARLBERG umzusetzen. Die Jugendlichen sammeln
Im Zuge des Projekts diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Klimaforschern und legten unter anderem einen Schulgarten an. MBR
Ideen für Projekte und Initiativen, prüfen sie gemeinsam mit Experten und sollen dann selbst zur Tat schreiten. „Den Anstoß gab mir der Generationendialog bei uns im Walgau. Meine Schule ist Partner des Projekts ‚jung&weise‘ und hat uns für die verschiedenen Projekte Zeit gegeben“, erzählt der 14-Jährige, der sich vor allem für die Frage interessiert hat, ob sich Erwachsene für die Umwelt und Bildung engagieren. Im Zuge des Projekts wurden Exkursionen veranstaltet, die Ju-
DIE GUTE NACHRICHT Junge Menschen setzen sich für eine nachhaltige Zukunft ein.
gendlichen haben auch selbst Initiativen geplant. „Eine Initiative beschäftigte sich zum Beispiel damit, wie man auf Festen und Veranstaltungen Plastik sparen kann. Wir wünschen uns, dass die Gemeinden einen Wagen mit Geschirrspüler und Mehrweggeschirr zur Verfügung stellen. Eine Gemeinde im Land hat das bereits umgesetzt“, sagt der junge Nüziger, der es toll findet, wenn Erwachsene und junge Menschen zusammenarbeiten. Ebenso wurde ein Zero-WastePicknick veranstaltet. „Bei weiteren ‚jung&weise‘-Dialogen konnten wir uns mit Bürgermeistern und einmal mit dem Landeshauptmann austauschen. Ebenso fanden Diskussionen mit verschiedenen Klimaforschern, unter anderem von der Universität Wien, statt“, erklärt der Schüler. Daraus seien dann weitere Initiativen entstanden, die auch zur Nachahmung anregen. „Wir haben zum Beispiel einen Garten angelegt und geschaut, wie die Produkte in der Schulküche verwendet werden können.“ Die Jugendlichen haben außerdem erfahren, wie Politik gemacht wird und wie politisch gehandelt werden kann. Ziel des Projekts ist es, eine Veränderung bezüglich der Klimakrise zu erreichen: „Wir wollen Erwachsene auf das Thema aufmerksam machen und ebenso Dinge einfordern“, so Romdhane. „Ich schaue trotz Klimakrise positiv in die Zukunft und glaube daran, dass wir es schaffen können“, ist er überzeugt. „Jeder kann einen Unterschied machen, wenn man sich selbst an der Nase nimmt.“ MIRIJAM HALLER mirijam.haller@vn.at 05572 501-238
11
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
„Wir sind so froh, dass es euch gibt“ „Ma hilft“ und seine starken Partner: Eine Erfolgsgeschichte, die weitere Kapitel schreiben wird.
Es ist eine Win-winwin-Situation. Da gibt es die vielen, vielen Vorarlberger*innen mit Herz, die für „Ma hilft“ spenden, um Menschen in Not zu unterstützen. Unser Gewinn: Wir können damit unter anderem unsere starken Partner mit Soforthilfe-Töpfe ausstatten: die Krebshilfe, das Vorarlberger Kinderdorf, das Netz für Kinder, Neustart oder die Schuldenberatung. Deren Gewinn: Sie können unverzüglich ganz konkrete Hilfe leisten in Situationen, die keine Verzögerung erlauben. Dass am Ende jene die Gewinner sind, welchen die Unterstützung zugute kommt, versteht sich von selbst. „Wir sind froh, dass es euch gibt.“ Diesen Satz vernehmen wir immer wieder, und wir vernehmen ihn sehr gerne.“ Wir wissen: Auf unsere Partner ist Verlass. Mit ihrem professionellen Netzwerk sind sie prädestiniert dafür, unserem Auftrag nachzukommen. Der da lautet: Unschuldig in Not geratenen Menschen, die in Vorarlberg leben, zu helfen.
elle Schwierigkeiten. Es ist für uns sehr hilfreich, wenn wir ihnen auch diesbezüglich schnell und effizient zur Seite stehen können und ihnen dadurch einen bürokratischen Hürdenlauf ersparen“, beschreibt der Nachfolger von Gebhard Mathis den Mehrwert, den der Verein durch „Ma hilft“-Unterstützung bieten kann. Die VN-Sozialaktion unterstützt die Vorarlberger Krebshilfe im kommenden Jahr mit 50.000 Euro.
SCHWARZACH
Alles für die Kinder Die gute Botschaft an diese Mitglieder unserer Gesellschaft: Sie können auch im kommenden Jahr darauf bauen, nicht allein zu sein und in großer Not schnell, unbürokratisch und effizient unterstützt zu werden. „Diese finanzielle Unterstützung von ‚Ma hilft‘ ist für uns ungeheuer wichtig. Sie ermöglicht uns, Projekte zu planen, ohne die Angst, dass sie womöglich aus finanziellen Gründen nicht zustande kommen“,
Das Vorarlberger Kinderdorf ermöglicht unter anderem Familienferien im Ferienheim Schönenbach.
DIE GUTE NACHRICHT „Ma hilft“ und seine Partner sind auch künftig für Menschen in Not da.
drückt Conny Amann, Sprecherin des Vereins „Netz für Kinder“, ihre Erleichterung aus. Der Verein hat im kommenden Jahr einiges vor. „Wir stellen sozialpädagogische Kindergruppen auf und installieren einen sogenannten Talenterat. Dieser hat die Aufgabe, unter professioneller Führung Zukunftsperspektiven für Kinder aus schwierigen Verhältnissen zu erarbeiten und umzusetzen. Ohne die Unterstützung vom ‚Ma hilft‘ wäre das nicht möglich. Es werden einige Kinder davon profitieren können“, freut sich Amann. „Ma hilft“ stellt dem
VN/PAULITSCH
Verein einen Finanzierungstopf in Höhe von 92.000 Euro für mehrere konkrete Projekte zur Verfügung.
Krank und arm Menschen ganz konkret helfen kann durch „Ma hilft“-Unterstützung auch die Vorarlberger Krebshilfe. Niemand weiß das besser als der neue Obmann der Vorarlberger Krebshilfe, Dr. Bernd Hartmann. „Wir helfen Menschen mit Krebserkrankungen medizinisch und psychotherapeutisch. Oft geraten die Patienten durch ihre Krankheit aber auch unvermittelt in finanzi-
dka.at
Die ExpertInnen für „Good News“ im neuen Jahr? Caspar, Melchior und Balthasar! 4000 Königinnen und Könige sind heuer coronakonform unterwegs. Ob an der Türschwelle oder mit Abstand: Sie bringen Freude und Segen für das neue Jahr!
Hilfe für Familien Auch für das Vorarlberger Kinderdorf ist die Unterstützung durch „Ma hilft“ ein Segen. „Dieses Geld erhöht unsere Handlungsfähigkeit beträchtlich“, freut sich Geschäftsführer Simon Burtscher-Mathis. Er denkt dabei vor allem an Familien, die am absoluten Existenz minimum leben. „Die müssen jeden Monat sehr knapp mit allem kalkulieren. Passiert etwas Unvorhergesehenes, geraten sie in arge Probleme. Da kann zum Beispiel plötzlich die Waschmaschine kaputt gehen. Für eine neue ist absolut kein Geld vorhanden. Wie schön, wenn wir in solchen Fällen einschreiten und der Familie unter die Arme greifen können. Rund 800 Familien betreut das Vorarlberger Kinderdorf mit seinen 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern derzeit. „Ma hilft“ stellt dem Kinderdorf für den Soforthilfetopf 40.000 Euro zur Verfügung. KLAUS HÄMMERLE klaus.haemmerle@vn.at 05572 501-634
12 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
Das Herz schägt wieder für Fußball
Herzprobleme bescherten Raul Marte kein gutes Jahr 2021. LUSTENAU „Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz“. Ein Zitat des deutschen Dramatikers und Lyrikers Friedrich Hebbel, das Raul Marte im Zeitraum des abgelaufenen Jahres am eigenen Leib erfahren hatte. Der Mittelfeldspieler von Austria Lustenau musste nämlich aufgrund von Herzproblemen die ganze erfolgreiche Herbstsaison seiner Mannschaft von der Tribüne aus verfol-
DIE GUTE NACHRICHT
und verlor darauf das Bewusstsein“, erinnert sich Marte. Zu seinem Glück sah ihn ein befreundeter Autofahrer, der sofort Rauls Vater informierte. „Ich dachte mir im ersten Moment nichts dabei, bin auch nicht ins Krankenhaus. Aber als ich die Geschichte meinem Berater Hannes Aigner erzählte, riet dieser mir, mich sofort untersuchen zu lassen.“ Gesagt, getan. Die Diagnose war erschütternd. Bei den
Raul Marte kann nach Herzmuskel entzündung wie der Fußball spie len.
gen. Und dies mit zarten 19 Jahren, als Mensch, der gerade damit startete, seinen Traum als Profifußballer beim Zweitligisten zu leben.
Erster Schutzengel Am 1. Juli 2021, Marte steckte mit der Austria unter Neo-Trainer Markus Mader gerade mitten in der Saisonvorbereitung, hielt ein Schutzengel erstmals die Hand über den gebürtigen Bresner, als er am Abend mit dem Fahrrad nach Hause fuhr und herzbedingt kollabierte. „Ich war gerade auf dem Heimweg nach einem Fußballspiel, als mir plötzlich übel wurde. Ich stieg vom Fahrrad, musste mich übergeben
Untersuchungen stellte man bei Marte, der in dieser Zeit über starke Schmerzen litt, eine Herzmuskelentzündung fest. Die Ärzte, die keinen Grund für die Entzündung feststellen konnten, verordneten dem laufstarken Mittelfeldspieler eine vierwöchige Pause, „die ich dann aber selbst verlängerte. Ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen“, so Marte, der zugibt, „dass ich richtig fertig war. Ich hatte Respekt vor der Krankheit, immerhin geht es da um das Herz. In dieser Zeit war ich negativ drauf, habe mir auch zusätzliche Probleme eingebildet.“ Den nächsten Rückschlag erlitt Marte, immer noch im Reha-Mo-
DORNBIRN,
Wieder im Training Seit sechs Wochen steht Marte wieder im Training, ein eigens für ihn konzipiertes Programm soll ihn wieder an die Kampfmannschaft heranführen. Während also seine Mitspieler im Urlaub sind, arbeitet Marte den Winter über an seinem
Raul Marte geht nach dem für ihn schwierigen Jahr 2021 voll motiviert ins neue Jahr. FASCHING
Comeback. „Der Start war schwer, weil mir ja immer mein Herz im Kopf herumschwirrte. Aber jetzt macht es Spaß, denn ich habe wieder volles Vertrauen in meinen Körper.“ Weihnachten 2021 wird für Marte sicher ein besonderes, „weil ja meine Familie und Freunde mitgelitten haben. Ihnen gilt mein ganzer Dank, sie haben mich in dieser schweren Zeit immer voll
MARKUS KRAUTBERGER markus.krautberger@vn.at 05572 501-645
le Präsenz. KUB-Direktor Thomas D. Trummer hat die Künstlerinnen Otobong Nkanga und Anna Boghiguian engagiert, damit sie dort eine Installation realisieren. Boghiguian wird später auch in Bregenz tätig sein. In ihren literarisch und historisch konnotierten Arbeiten scheint u. a. die aus dem Habsburger Kaiserhaus stammende französische Königin Marie Antoinette auf, die auf dem Schafott endete. Beschäftigt hat sie sich auch mit der Biografie eines Nationalsozialisten aus Österreich, der unbehelligt in Ägypten lebte.
SCHRUNS
Einiges ist zwar der Tatsache geschuldet, dass die Museen und Kunsthäuser ihre Vorhaben seit eineinhalb Jahren wie eine Bugwelle vor sich herschieben, die immer höher wird, viele Einzelprojekte sind aber schlichtweg überraschend. Wenn die Pandemie den Institutionen nicht weiterhin einen Strich durch die Rechnung macht, dann wird 2022 in Vorarlberg ein tolles Ausstellungsjahr. Da die Verantwortlichen in der Regierung mittlerweile gelernt haben, dass Museumsbesuche weitgehend kontaktfrei ablaufen und sicherer zu gestalten sind als jeder Lebensmitteleinkauf, darf man die Hoffnung hegen, dass alles realisierbar ist, was man sich im Flatz Museum, im Kunstraum Dornbirn, im Vorarlberg Museum, im Kunsthaus Bregenz und im Kunstforum Montafon vorgenommen hat. Zu den absoluten Neuheiten zählt die Tatsache, dass es Gerald Matt gelungen ist, im Dornbirner Flatz Museum eine Übersichtsschau mit Werken des renommierten und stilprägenden deutschen Fotokünstlers F. C. Gundlach zu zeigen. Für den Kunstraum, deren Präsident er ist, hat der künstlerische Leiter Thomas Häusle mit Alicia Kwade eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart engagiert. Weiters werden Robert Kusmirowski und Monika Sosnowska den besonderen Raum, die ehemalige Montagehalle der Rüsch-Werke, bespielen,
unterstützt“, und vergisst dabei auch nicht auf die Austria: „Es war schon toll zu sehen, als Haris Tabakovic nach einem Tor mein Trikot in die Höhe hielt. Das hat mir einen Motivationsschub für das neue Jahr gegeben.“
Endlich angekommen
2022 wird nicht nur ein spannendes, sondern auch ein besonders schönes Ausstellungsjahr. BREGENZ,
dus, dann Mitte September. Vor den Augen seiner Familie kollabierte der 19-Jährige ein zweites Mal. Untersuchungen zeigten zum Glück, dass mit dem Herz soweit alles gut war. Dennoch löste dieser Vorfall ein Umdenken beim ältesten der drei Marte-Kinder aus Brederis (eine Schwester/18 und einen Bruder/15) aus, der weitere Ärzte kontaktierte und in Dr. Marc Sohm vom Olympiazentrum in Dornbirn eine große Hilfe fand. „Marc hat mir vor allem bei der Ernährungsumstellung geholfen, die ja für die Blutwerte sehr förderlich ist. Zudem wurde ich bei einem Spezialisten in Konstanz nochmal durchgetestet. Dort wurde mir gesagt, dass ich durchaus wieder langsam an leichtes Training denken kann“, blickt Marte auf diese Zeit zurück, „in der ich auch wieder begann, positiv zu denken. Ich habe für mich das Motto ausgesprochen, alles Negative in Positives umzuwandeln. Dafür hab ich mir auch einiges an Literatur zugelegt, obwohl ich überhaupt keine Bücherratte bin“, erzählt der Maturant des BG Mehrerau.
Das Projekt „Beauty“ von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh kommt ins Vorarlberg Museum.
DIE GUTE NACHRICHT Neues und Nachgehol tes ergibt ein enorm span nendes Pro gramm.
während die bekannte österreichische Künstlerin Eva Schlegel Augmented Reality-Projekte für den Dornbirner Stadtraum entwirft.
Im Montafon Als Kunstort mit internationaler Strahlkraft hat sich das vor 25 Jahren eröffnete Kunstforum Montafon in Schruns etabliert. Die Räume in einer ehemaligen Lodenfabrik werden von renommierten Künstlern Kunstforum-Leiter frequentiert. Roland Haas bestätigte den VN, dass der Österreicher Hans Scha-
JANA SABO
bus, der vor Jahren im Kunsthaus Bregenz sowie im Austria-Pavillon auf der Biennale in Venedig vertreten war, hier neue Arbeiten zeigen wird. Das KUB und die Biennale gehen 2022 eine besondere Verbindung ein. Während mit Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl ein Künstlerinnenduo im Austria-Pavillon vertreten ist, das erst jüngst in Bregenz für Begegnungen mit Rollenmustern und aufschlussreichen Märchen sorgte, verschafft sich das Kunsthaus unweit des BiennaleAreals in der Scuola di San Pasqua-
Schönheit Im Grunde genommen steht auch der international gefragte, aus Bregenz stammende Designer Stefan Sagmeister mit Venedig in Verbindung. Als Verena Konrad, die Leiterin des Vorarlberger Architekturinstituts, für den Austria-Pavillon der Architektur-Biennale 2018 verantwortlich war, lud sie Sagmeister gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Jessica Walsh ein, dort eine Arbeit zu entwerfen. Es war ein Kernprojekt jener umfangreichen Ausstellung „Beauty“, mit der das Duo dann im Wiener MAK reüssierte. Nachdem das Projekt an mehreren Orten gezeigt wurde, kommt es nun endlich nach Vorarlberg. Selbstverständlich adaptiert und nach den jeweiligen Ergebnissen der Publikumsbefragungen erweitert, was heißt, dass Sagmeister und Walsh bei ihrer Auseinandersetzung mit der Schönheit auf Sammlungsbestände des Museums sowie auf die Architektur in Vorarlberg Bezug nehmen. CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.at 05572 501-225
13
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
„Die Gesellschaft hält das aus“
Die Coronakrise stellt die Gesellschaft vor eine Herausforderung. Von einer Spaltung ist sie aber weit entfernt. Es waren einst zwei Fischer. Jeden Tag fuhren sie aufs Meer an eine besondere Stelle. Sie wussten: Sobald ein Sturm aufkommt, müssen sie sich sputen. Hier entsteht ein Strudel, der sie in die Tiefe zieht. Eines Tages schafften sie es nicht mehr rechtzeitig an Land. Der große Strudel zog sie immer weiter in die Tiefe. Sie klammerten sich an ihr Schiff. Als der Jüngere aufblickte und merkte, dass lose Einzelteile nach oben schwimmen, schlug er vor, das Schiff loszulassen. Der Ältere widersprach. Das Schiff sei die einzige Rettung. Der Jüngere ließ los und trieb nach oben. Der Ältere ertrank. Dieses Gleichnis stammt von Edgar Allan Poe. Soziologen sehen darin den Unterschied zwischen einem Verhalten in der Emotion und einem aus der Distanz. Wer Emotionalität verlässt, kann aus der Distanz anders entscheiden. Der jüngere Fischer blickte auf, weshalb Handlungsmöglichkeiten entstanden sind. Aber was hat das mit der Coronakrise zu tun? Sehr viel, ist der Soziologe Simon BurtscherMathis überzeugt. Mit dieser Sichtweise könnten die beiden Pole der Gesellschaft relativ einfach wieder aufeinander zugehen.
lassen. Gudrun Quenzel von der PH Vorarlberg erforscht Werte von Jugendlichen in Deutschland und Österreich. Sie ist überzeugt: „Die ganz große Mehrheit macht das super. Sie nimmt es relativ gelassen hin, auch wenn es nervt.“ Die Gesellschaft müsse den Jugendlichen die Dankbarkeit zukommen lassen, die sie verdienen. „Sie waren solidarisch, sind für Ältere zu Hause geblieben. Wenn sie dann einmal an der Pipeline feiern, werden sie angemeckert.“ Auch unter Jugendlichen werde diskutiert. Aber: „Sie sind viel toleranter. Diese Toleranz lässt gar keine Spaltung zu. Wenn die Gesellschaft so wäre wie die Jugend, hätten wir viel gewonnen.“
SCHWARZACH
Schattierungen Die Pole, das sind auf der einen Seite radikale Maßnahmenverweigerer und Impfgegner, auf der anderen Seite extreme Lockdownforderer. Viele sehen darin eine gespaltene Gesellschaft. Doch gibt es diesen Spalt überhaupt? „Eine Spaltung basiert auf der Idee, dass es links und rechts, richtig und falsch, gut und böse gibt. Menschen auf der einen und anderen Seite“,
In ganz Österreich, auch in Bregenz, versammelten sich Menschen, um per Lichtermeer für ein Miteinander zu werben.
DIE GUTE NACHRICHT Wir sind als Gesellschaft funktionsfähig. Und das trotz der Pandemie.
erläutert Burtscher-Mathis. „In der Realität sehen wir zwei Pole und dazwischen sehr viel Schattierungen. Es gibt Menschen, die sind geimpft und tragen alle Maßnahmen mit, halten aber nichts von der Impfpflicht. Und nicht alle, die nicht geimpft sind, sind Impfgegner.“ Die Sozialwissenschaftlerin Eva Häfele blickt mit etwas Sorge auf die Demonstrationen. „Es ist eine sehr lautstarke Minderheit, die aus unterschiedlichen Gruppen Zulauf erhält.“ Aber auch sie sieht keine gesamtgesellschaftliche Spaltung. Sie ortet eine personalisierte Aus-
VN/PAULITSCH
einandersetzung. „Ein kleiner Teil der Bevölkerung, also Politiker, Medien und Gesundheitspersonal, wird von einem ebenso kleinen Teil angegriffen.“ Häfele rät dennoch: „Wir müssen im Gespräch bleiben. Gegenseitiges Dämonisieren ist extrem schädlich.“ Man müsse die Spannung ernst nehmen, sagt auch Burtscher-Mathis. Deshalb laute das Gebot der Stunde, für Entspannung zu sorgen. Besonders junge Menschen werden immer wieder kritisiert. Sie würden sich nicht an die Einschränkungen halten, sich nicht impfen
Gesellschaft funktionsfähig Wer von einer gespaltenen Gesellschaft rede, verstärke die Emotionalisierung, warnt Simon BurtscherMathis. „Wir sind als Gesellschaft funktionsfähig. Die Wirtschaft funktioniert, das Gesundheitssystem ist am Anschlag, funktioniert aber, das Sozialsystem funktioniert, die Demokratie funktioniert. Trotz der Pandemie.“ Auch Eva Häfele ist positiv gestimmt: „Die Gesellschaft hält das aus.“ Wer kann sich noch an Zwentendorf erinnern? Oder an die Bundespräsidentschaftswahl? Kommentatoren sprachen von einer tief gespaltenen Gesellschaft. Es kam anders. Sollte auch die Coronakrise wieder einmal vorbei sein, ist Simon Burtscher-Mathis überzeugt: „In zwei Jahren wird man nicht mehr viel darüber sprechen.“ MICHAEL PROCK michael.prock@vn.at 05572 501-633
Manuel Vallaster, ein unverwüstlicher Optimist
Ein junger Montafoner entwickelte ein zukunftsweisendes Projekt.
Eine Charaktereigenschaft von Manuel Vallaster ist vor allem Zielstrebigkeit. Setzt sich der junge Montafoner ein Ziel, erfolgt auch die Umsetzung konsequent. Dieser Charakterzug war ihm insbesondere in den letzten Jahren sehr hilfreich. Vor drei Jahren musste er infolge einer lebensbedrohliSCHRUNS
DIE GUTE NACHRICHT
hat sich im Laufe der Zeit immer mehr gefestigt. Ich denke an mein Ziel und daran, wie ich dieses am besten erreiche. Dann fokussiere ich mich auf die Lösungswege und bin dadurch abgelenkt.“ Selbstmitleid ist so gar nicht sein Ding.
Kreatives Vater-Sohn-Duo Trotz vielen krankheitsbedingten Absenzen hat der 20-Jährige im letzten Jahr erfolgreich die Matura an der HTL Bregenz absolviert. Mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen hatte er sich darauf vorberei-
Mit Zielstrebigkeit und Mut lässt sich fast alles erreichen. Es braucht viel persönlichen Einsatz.
chen Erkrankung mehrere Monate in verschiedenen Krankenhäusern verbringen, im Jänner ist wiederum eine Operation an der Uniklinik Innsbruck geplant. Und als ob das an Schicksalsschlägen nicht genug wäre – vor zwei Jahren verstarb seine Mutter an einem plötzlichen Herztod. Dennoch strahlt der schlanke junge Mann einen unverwüstlichen Optimismus aus. In allen Lebenslagen hat er stets einen lockeren Spruch auf Lager. Sein Humor kommt auch beim medizinischen Personal in den Krankenhäusern sehr gut an. Tiefschläge überwindet er, indem er sich klare Ziele setzt: „Meine Bewältigungsstrategie bei negativen Erlebnissen
tet. Gemeinsam mit seinem Vater Christian Bischof hat er in dieser Zeit auch den Dachboden in seinem Elternhaus ausgebaut, dort befindet sich nun sein Reich: „Das hat sehr viel Spaß gemacht! Ich konnte meine Kreativität voll ausleben.“ Sein großer Freundeskreis besucht ihn regelmäßig, die Wohnung im Dachboden ist ein beliebter Treffpunkt. Auch Papa Christian gesellt sich gerne zu den jungen Leuten. Das ohnehin gute Vater-Sohn-Verhältnis hat sich nach dem Tod von Mutter Christine noch mehr intensiviert. So entwickelten die beiden eine Projektidee, die mittlerweile auch bereits erfolgreich umgesetzt wurde: „Es gibt immer mehr E-
Bikes, die in der Anschaffung sehr teuer sind. Gemeinsam haben wir überlegt, wie diese am besten und sichersten aufbewahrt werden können. So entwickelten wir gemeinsam mit dem ‚Bike-Twister‘ eine Fahrradbox, die sehr platzsparend ist. Auf acht Quadratmetern bringen wir nun acht Fahrräder unter.“ Das ambitionierte Projekt bietet einen Schutz der Fahrräder vor äußeren Witterungseinflüssen und Diebstahl, die Energiegewinnung erfolgt mittels Photovoltaik-Panels und ermöglicht es, E-Bikes vor Ort aufzuladen. Außerdem ist die Aufbewahrung von zusätzlicher Ausrüstung in integrierten Behältnissen vorgesehen: „Unsere Fahrradbox kann in individueller Ausstattung in Bezug auf Verkleidung, Bauform und Automatisierung hergestellt werden. Diverse Features wie etwa Innenbeleuchtung und Trennwände können ebenfalls ausgewählt werden. Wobei ich persönlich Wert auf Regionalität lege. Wir verwenden ausschließlich heimisches Holz, und alle beteiligten Handwerksbetriebe sind in Vorarlberg beheimatet.“
Immer voll dabei Der erste Prototyp ist bereits fertiggestellt, ein zweiter wurde parallel gebaut, dieser entsteht in vollautomatisierter Ausführung. Manuel Vallaster ist immer dabei, jedes Detail wird immer wieder aufs Neue überdacht, bei Schweißarbeiten legt er auch selber Hand an: „Eigentlich ging bei der Umsetzung alles schneller und einfacher als ich gedacht hatte.“ Mit seinem Vater
Manuel Vallaster: „Eigentlich ging bei der Umsetzung alles schneller und einfacher als ich gedacht hatte.“ VN/STIPLOVSEK
Christian bildet er ein kongeniales Team, das sich auch schon mit der Weiterentwicklung ihrer Projektidee wie etwa einer offenen Version für Tiefgaragenplätze auseinandersetzt. Inzwischen haben die beiden auch mit „Montiva“, der Titel beinhaltet sowohl Montafon als auch
Innovation, ein Unternehmen gegründet. Manuel Vallaster ist bei jedem Entwicklungsschritt der Firma – wie immer – voll dabei. MONIKA BISCHOF redaktion@vn.at 05572 501-263
14 Good News
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten
14-Jährigen aus der eisigen Ache gerettet Vorarlberger Wasserretter wurden 2021 nicht nur einmal zu Helfern in höchster Not.
BREGENZ An
einem Montag im Jänner des Vorjahres hatte es einen 14-jährigen Buben an der ach im wahrsten Sinne Bregenzer des Wortes eiskalt erwischt. Die Misere begann, als der Jugendliche in der Nähe der Eisenbahnbrücke über die dortigen Sandfelsen auf eine kleine Eisfläche kletterte. Die dünne Eisdecke hielt dem Gewicht
DIE GUTE NACHRICHT
ner Schwimmweste und einer Leine, ehe er über eine Leiter gerettet werden konnte. Wieder zurück an Land wurde er an die Sanitäter übergeben, die ihn wegen der erlittenen starken Unterkühlung behandelten. Die Vorarlberger Wasserrettung nahm und nimmt diesen Vorfall auch heuer zum Anlass, explizit vor dem Betreten von Eis-
Rettung bei gebrochener Eisdecke und aus der Not auf sinkendem Boot.
nicht stand. Der Bub fiel ins rund null Grad kalte Wasser. Laut Wasserrettung konnte er sich zwar auf einen vereisten Stein retten, kam von dort allerdings nicht mehr zurück ans Ufer.
Stark unterkühlt Sein Glück: Der 14-Jährige hatte ein Handy dabei, mit dem er Verwandte verständigen konnte. Auch Passanten wurden auf ihn aufmerksam. Bereits sieben Minuten nach dem abgesetzten Notruf trafen die Rettungsschwimmer und die Polizei am Unglücksort ein. Sie sicherten den jungen Mann zunächst mit ei-
Vielmehr lautet die Botschaft von AltachKapitän Philipp Netzer: „Wer kämpft, wird auch belohnt.“
flächen zu warnen. Erst jetzt beginnen viele Gewässer erst zuzufrieren und die Eisdecken sind großteils noch nicht tragfähig. Vor allem bei fließenden Gewässern ist Vorsicht geboten, da dort die Eisdecke noch dünner ist. Sebastian Hellbock, Landesleiter der Vorarlberger Wasserrettung, legt außerdem nahe: „Zudem sollten Kinder besonders über die Gefahren eines Eiseinbruches aufgeklärt und unter Aufsicht betreut werden.“
Drohender Untergang auf See Im Oktober drohte ein Kapitän auf dem Bodensee samt seinem Motorboot unterzugehen. Zu diesem
Zeitpunkt herrschte Windstärke sieben bis acht. Da sich der Unglücksort in Vorarlberg befand, wurde auch die hiesige Landesleitzentrale alarmiert. Mehrere Feuerwehren, die Wasserrettung und die Polizei rückten sofort zum Einsatz aus. Das havarierte Boot wurde von den Einsatzkräften fixiert. Der Bootsführer, der sich auf den Geräteträger retten konnte, wurde mit dem Wasserrettungsboot V 9 unterkühlt, aber wohlauf an Land gebracht.
Manövrierunfähig Laut dem Geretteten war während der Fahrt der Motor ausgefallen, wodurch das Boot manövrierunfähig wurde. „Der Fahrer konnte nichts mehr tun. Das havarierte Boot ist auf eine Untiefe im Bereich der Rheinmündung aufgelaufen und hat sich mit Wasser gefüllt“, sagte Manuel Winkel, Einsatzleiter der Wasserrettung in der Abteilung Bregenz. Eingeschlossen Und im September musste die Wasserrettung eines Abends noch einmal zu einem Einsatz an der Bregenzerach ausrücken. Zwei Personen waren auf den Sandplatten vom Fluss eingeschlossen. Vier der Fließwasserretter konnten die beiden unversehrt in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr Lauterach
Der von den Wasserrettern gesicherte Jugendliche konnte über eine Leiter ans sichere Ufer gebracht werden. PI BREGENZ
hat mit ihrer Flutlichtanlage bei der Ausleuchtung unterstützt. Insgesamt waren 18 Einsatzkräfte der Wasserrettung Vorarlberg beteiligt. Die 1400 Mitglieder der Vorarlberger Wasserrettung sind primär für Notfallsituationen an und in Gewässern zuständig. Alleine im Jahr 2020 konnten im Ländle 27 Perso-
GERHARD SOHM gerhard.sohm@vn.at 05572 501-212
Aufgeben hat keinen Platz in seinen Genen
ALTACH Der
10. August 2019 hat sich bei Philipp Netzer fest eingeprägt. An jenem Morgen vor dem Auswärtsspiel bei Rapid verspürte er im Hotel „aus dem Nichts“ einen Stich im Adduktorenbereich. Sofort wurde beim Kapitän des Cashpoint SCR Altach die medizinische Versorgung eingeleitet. Mit Verdacht auf eine Muskelverletzung versuchte die Physioabteilung, den damals 33-Jährigen für das Spiel fit zu bekommen. Und wirklich: Kurz nach 16 Uhr ging es für Netzer im Stadion raus auf den Platz zum Aufwärmen. Mehr passierte nicht, denn die Schmerzen waren plötzlich so stark, dass an einen Einsatz nicht zu denken war. Was der Lochauer aber nicht wusste? Es sollte eine mehr als 300 Tage dauernde Leidenszeit folgen.
Abnützung der Hüfte Eineinhalb Monate habe er danach alles versucht, alles gemacht, doch eine Besserung habe sich nicht eingestellt. „Unser Teamarzt Dieter Moosmann hat mir dann geraten, mich an einen Hüftspezialisten zu wenden und er hat mich an den Hüftexperten Dr. Markus Reichkendler in Kufstein verwiesen.“ Im Tirol wurde bei Netzer ein Hüftimpingement festgestellt. Und schnell war klar, dass das Problem zwischen Hüftpfanne und Schenkelhals, ausgelöst auch durch Arthrose, operativ gelöst werden muss. „Ich bin dann im Oktober, zwei Tage nach meinem 34. Geburtstag, operiert
nen aus teils akuter Ertrinkungsgefahr gerettet werden. Auch bei Starkregen- und Hochwasser leistet die Organisation Katastrophenhilfe.
Altach-Kapitän Philipp Netzer hat gelernt, immer wieder aufzustehen.
DIE GUTE NACHRICHT Es lohnt sich zu kämpfen, weil man dafür immer belohnt wird.
worden“, erinnert sich Netzer. Alles passierte in der Hoffnung, schon bald wieder auf dem Platz stehen zu können. Immerhin waren zuvor schon Rapid-Spieler Mario Sonnleitner und Philipp Schobesberger erfolgreich operiert worden. Doch beim Vorarlberger sollte es nicht glatt laufen. Drei Monate quälte er sich mit Aufbautraining, ohne dass sich eine Besserung einstellen sollte. „Am Morgen habe ich mich seitlich aus dem Bett gerollt, weil die Schmerzen so stark waren. Es hat meist 20 Minuten gedauert, bis ich
wieder normal laufen konnte.“ In dieser Zeit dachte der Altacher Abwehrchef auch erstmals an ein Karriereende. „Es war eine schwierige Phase“, sagt er heute rückblickend, „denn ich wollte nie wegen einer Verletzung aufhören. Ich wollte Leistung bringen, doch mein Körper sagte erstmals nein. Ich bin in der Früh mit Schmerzen aufgestanden und abends ins Bett gegangen.“ Am Ende waren es Ex-Trainer Alex Pastoor und Ex-Sportchef Christian Möckel, die Netzer wieder Mut machten. „Sie gaben mir
im Gespräch das Vertrauen und vor allem auch die Zeit, um wieder gesund zu werden. Irgendwie löste sich danach eine Blockade in meinem Körper und es ging was vorwärts. Ich habe dann noch im letzten Spiel der Saison mein Comeback feiern dürfen.“ Selbst eine folgende Muskelverletzung mochte den Routinier nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen. „Ich habe im Gespräch die Wertigkeit gespürt und mir war klar, dass nicht eine Verletzung meinen Abgang von der Fußballbühne bestimmen sollte. Meine Eltern und mein Opa sollen dabei sein, wenn ich mein letztes Spiel bestreite. Und so wie es derzeit aussieht, war es die richtige Entscheidung.“ Noch ist Netzer also mit Leib und Seele Spieler und verschwendet keine Gedanken an die Zeit danach. Auch wenn diesbezüglich mit dem Klub schon Gespräche laufen und er sich sicher ist, dass er in einer anderen Form weiter für den SCR Altach tätig sein wird. In einer Rolle, mit der er sich identifizieren kann. Wie zuvor in den zwölf Jahren als Spieler. In all den Jahren war er zwar nie der Fanliebling, aber Netzer ist sich treu geblieben. Darauf darf er stolz sein, denn in die Klubgeschichte wird er als vereinstreuer Fußballer, dessen Umgang mit den Mitspielern und Funktionären auf Korrektheit basierte, eingehen. Als einer, der in seine Position hineingewachsen ist, der weiß, dass es sich lohnt zu kämpfen. „Weil man dafür immer belohnt wird, in welcher Form auch immer. Ich will mir nie den Vorwurf machen, nicht alles dafür gegeben zu haben.“ CHRISTIAN ADAM christian.adam@vn.at 05572 501-211
Montag, 3. Jänner 2022 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
15
Die Welt der Pflege ist bunt!
#AKTIVWERDEN Bewusst leben im privaten Haushalt Alessandra Willingsdorfer VN-Klimaschutzpreisträgerin 2020
Klimaschutz beginnt hier, mit mir! Sie engagieren sich für unsere Umwelt? Dann sind Sie vielleicht schon der nächste VN-Klimaschutzpreisträger. Nicht die Größe des Projektes ist entscheidend, sondern Innovation, Kreativität und Umsetzung. Bewerben Sie sich in einer der 5 Kategorien: 1. Bewusst leben im privaten Haushalt, 2. Schule und Jugend aktiv, 3. Gemeinden und Öffentlichkeit, 4. Innovative Unternehmen 5. Landwirtschaftliche Vielfalt Infos und Anmeldung unter klima.vn.at
PARTNER VN-KLIMASCHUTZPREIS 2022
AUSBILUNGSWEG
KARRIERECHANCE
www.krankenpflegeschulen.at
Alles größer, alles schöner, noch bequemer, alles besser, alles heller, alles XXXLer!
Räumungsverkauf
-77% BIS
Viele Ausstellungs-, Rest- und Einzelstücke müssen raus! Für alle nicht im Räumungsverkauf befindlichen Produkte:
35% 1 11% 50€ 1)
XXXL Gutschein
Ausgenom men al le W Aktions erbe- und ar aktuell tikel aus de n en au f ww Prospekten w.xx broc hu xlut z.at/ res On line und On ly Produk te
XXXL Räumungsgutschein
B N 9 5 2
XXXL Aktion
Ausgenom men al le W Aktions erbe- und ar aktuell tikel aus de n en au f ww Prospekten w.xx broc hu xlut z.at/ res On line und On ly Produk te
im Wert von
ON TOP
2)
Ausgenom men al le W Aktions erbe- und ar aktuell tikel aus de n en Pros pe au f ww w.xx xl kten ut z.at/ broc hu res On line und On Produk ly te
auf viele Möbel,
auf viele Möbel,
ab einem Einkaufswert von €150,- beim Kauf von vielen Boutiqueartikeln, Leuchten und Heimtextilien.
VOM HERSTELLERLISTENPREIS
In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf.
Pro Person und Einkauf ist nur ein Gutschein gültig. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Gültig bis 11.01.2022. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge, Bücher, Kleinelektro, sowie beim Kauf von Gutscheinen und Serviceleistungen. Keine Barauszahlung möglich. Auch im Online Shop einlösbar mit Code: BN952
Vorhänge und Teppiche Auch im Onlineshop einlösbar
Vorhänge und Teppiche Auch im Online Shop einlösbar mit Code: TOP11
1) Gültig bis 11.01.2022. Gültig vom Herstellerlistenpreis. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen und Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht einzulösen auf Online Only Produkte im Online Shop. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge, sowie beim Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen und Produkte der Marken Joop!, Stressless, Erpo, Brühl, Bretz, Team 7, Spectral, Stokke, 2E Vertriebs-GmbH, Birkenstock, Anrei, Biohort, Forcher, Sudbrock, System Unit, Stocco, Natuzzi Editions, Tempur, Sieger, Sedda, Miele, Liebherr und Voglauer. 2) Sie erhalten bis 11.01.2022 minus 11% on Top auf Ihren Möbel-, Vorhang- und Teppicheinkauf. In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Auch zusätzlich auf alle Prozentaktionen und Markenrabatte, ausgenommen sind nur bereits getätigte Einkäufe, Gutscheinaktionen, Gutscheinkäufe, Serviceleistungen, Online Only Angebote und bereits reduzierte Produktangebote in unseren Prospekten auf www.xxxlutz.at/brochures. Bitte Gutschein vor jedem Einkauf vorweisen. Auch im Online Shop einlösbar mit Code: TOP11