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Extra_Private_Banking_Sept_2021

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Private Banking

Bild: shutterstock

10. September 2021

Schutz vor Inflation Auf den richtigen Mix kommt es an

Der neue DAX Der deutsche AktienIndex wird reformiert

Nachhaltige Anlage Experten sehen einen klaren Trend


2 Private Banking

Freitag, 10. September 2021 Extra

„Als Anleger sollte man sich intensiv mit unserer Zukunft beschäftigen“ „Als Anleger sollte man sich intensiv mit der Zukunft beschäftigen, denn diese wird am Kapitalmarkt gehandelt. Die Erfahrung zeigt, dass Anlageentscheidungen vor allem durch zukünftige Erwartungen beeinflusst werden. An der Börse werden bevorstehende wirtschaftliche oder auch gesellschaftliche Entwicklungen stets vorweggenommen.“ Deshalb liegen die Chancen der Anleger speziell in der Investition in zukunftsfähige Branchen und innovative Unternehmen. So Jürgen Rupp, Teamleiter Wertpapier Consulting bei der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg, im Gespräch mit den VN. Und Rupp weiter: „Durch die Corona-Krise wurde ein Teil der zukünftigen Entwicklungen in den Unternehmen bereits jetzt vollzogen. Neue digitale Geschäftsmodelle entstehen in kürzester Zeit, neue Konzepte gemeinsamen Arbeitens werden von heute auf morgen gelebt, Restaurants stellen auf Lieferservices um, regionale Lieferketten werden etabliert. Impfstoffe wurden in einem Tempo entwickelt, wie es für viele undenkbar schien. Steigende Kurse „Auch zu unserem Alltag gehören jetzt Dinge, die wir ­ niemals so bald erwartet hätten. Diese erst für die weitere Zukunft gedachten Innovationen wurden auch an den Aktienmärkten bereits mit ­

Jürgen Rupp, RLB-Vorarlberg.

Selbstfahrende Autos werden Computer auf Rädern sein. Zurzeit sind die Marktführer nicht börsennotierte Töchter anderer Unternehmen wie ­etwa Waymo, das zu Alphabet ­gehört oder Zoox zu Amazon. Ein Investor kann also noch nicht auf rein autonomes Fahren setzen. Generell dürfte der weltweite Elektroauto­ absatz in den nächsten zehn Jahren um jährlich 30 Prozent wachsen. Der Rückgang der Batterie­ kosten sowie Neuentwicklungen können Elektrofahrzeuge kosteneffizient ­machen. Langfristig könnte das Wachstum auch noch sehr viel stärker sein als erwartet. G ­ lobal fahren derzeit 1,36 Mrd. Autos, davon sind derzeit erst elf Mill. Elektroautos“, blickt Rupp in die Zukunft.

Wir werden in zehn Jahren noch digitaler, virtueller und datenorientierter sein, als heute. deutlich steigenden Aktienkursen begleitet.“ Jedenfalls leben und arbeiten wir in zehn Jahren in einer ganz anderen Welt. Unser Leben wird dann noch sehr viel digitaler, virtueller und datenorientierter sein. Viele der Technologien gibt es schon, doch innovative Unternehmen haben noch sehr viel Potenzial größer zu denken und mit ihren Innovationen auch zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen. Neue Treiber entstehen Daraus entstehen viele neue Treiber für einen Wandel in der Wirtschaft und den Zivilgesellschaften. Unternehmen können mit ihren Innovationen in den großen Themen wie Mobilität, Digitalisierung und Ökologie für Investoren

einen finanziellen sowie auch gesellschaftlichen Mehrwert bieten. Rupp: „Speziell im Bereich der erneuerbaren Energien etabliert sich ein globaler Megatrend. Die Welt steht hier zwar noch am Anfang, aber in Zukunft werden größtenteils erneuerbare Energien die Welt versorgen. So haben einige europäische Regierungen ehrgeizige Dekarbonisierungsziele. Die Erneuerbare-Energie-Richtlinie verlangt, dass in der Europäischen Union 2030 mindestens 38 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen soll. Der europäische ,Grüne Deal‘ ist die Wachstumsstrategie in Richtung dekarbonisierte Wirtschaft. Europa hat als erster Kontinent angekündigt bis 2050 klimaneutral zu sein.

­uropa lässt seinen Worten E zur Klimapolitik durch Innovation und Investitionen auch schon erste Taten folgen.“ Energierevolution in den USA Auch in den USA will US-Präsident Joe Biden die erneuerbaren Energien voranbringen und verspricht eine Energie­ revolution. In den USA sind bisher 73 Mrd. Dollar für den Ausbau und Erneuerung des Energienetzes vorgesehen. Ebenso hohe Investitionen in Windenergie-Projekte sowie der Ausbau von Ladestationen für Elektroautos. Auch das weltweite Stromnetz, das 80 Millionen Kilometer Übertragungsleitungen umfasst, muss für die neuen Energiequellen und die SmartGrid-Technologie (intelligente Stromnetze für die dyna-

mische Steuerung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch) aufgerüstet werden. Zudem müssen Investitionen in die Energiespeicherung signifikant steigen. Der Versorgersektor befindet sich in einem ausgeprägten Innovationsschub. Die Fiskalprogramme der Regierungen schaffen langfristig sichere und attraktive Rahmenbedingungen für den Sektor. Das bedeutet, dass Versorger mit der richtigen Strategie überdurchschnittlich wachsen und langfristig hohe Erträge erzielen können. Diese Anbieter von „Smart Energy“ werden auch der Antreiber für die ­moderne Mobilität sein. „In zehn Jahren werden in den großen Metropolen zahlreiche Flotten autonomer Elektrofahrzeuge fahren.

Innovationen gewinnen In Zukunft werden Elektround Hybridmotoren auch in Passagierflugzeugen sowie Schiffen eingesetzt werden. In der gesamten Wertschöpfungskette wird es somit Gewinner in vielen Branchen geben. Dieser Trend zu alternativen Energien lässt sich auch an den Finanzmärkten beobachten. Während Ölunternehmen zum Teil deutlich an Börsenwert verloren haben, gewinnen neue innovative Unternehmen deutlich. „Anleger haben die Chance mit Aktien dieser Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten überdurchschnittlich hohe Renditen zu erzielen. ,Smart Energy‘-Fonds bieten hier, aufgrund ihrer breiten Streuung in diesem Segment, ein ideales Investment. Diese Fonds investieren weltweit in erster Linie in Aktien von Unternehmen, die intelligente Lösungen bzw. Produkte zur Reduktion energiebedingter Treibhausgase anbieten. Trotz der überaus positiven Aussichten im Bereich ,Smart Energy‘ und der E-Mobilität sollte der Anleger in seinem Portfolio auf einen breiten Branchenmix achten“, rät Jürgen Rupp abschließend.

EZB-Vize: „Es gibt Spielraum für eine neue Geldpolitik“ Die rasche Erholung der Wirtschaft im Euroraum vom Corona-Tief gibt Europas Währungshütern Spielraum für eine Normalisierung ihrer ­ Geldpolitik.

­onjunktur und der TeueK rungsrate im Euroraum ihre Entscheigeld­p olitischen dungen ­treffen. Angesichts des wirtschaft­ lichen Aufschwungs mehrten

„Die Wirtschaft entwickelt sich 2021 besser als erwartet, und das wird sich in den Projektionen widerspiegeln, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, in einem Interview. Der Spanier erklärte: „Wenn sich die Inflation und die Wirtschaft erholen, wird es logischerweise zu einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik und auch der Finanzpolitik kommen.“ Geldpolitische Entscheidung Bei der nächsten regulären ­Sitzung des EZB-Rates wird die Notenbank auch auf Grund­ lage ihrer aktuellen Prognosen zur Entwicklung der

Die EZB in Frankfurt am Main.

sich zuletzt Forderungen, die milliardenschweren Anleihenkäufe allmählich zurückzufahren. Die Erholung der Wirtschaft erlaube, über geringere Anleihenkäufe nachzudenken,

hatte der Chef der österreichischen Zentralbank, Robert Holzmann, gesagt. Der Chef der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, sprang ­Holzmann bei. Flexibles Notkaufprogramm Die Europäische Zentralbank hatte zu Beginn der CoronaPandemie ein besonders flexibles Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wert­ papiere von Unternehmen aufgelegt. Das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) hat inzwischen ein Volumen von 1,85 Billionen Euro erreicht und soll nach der derzeitigen Planung der Notenbank bis mindestens Ende März 2022 fortgeführt werden. Die Anleihenkäufe der EZB helfen Staaten wie Unternehmen: Diese müssen für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer am Markt auftritt.

El Salvador ... ... ist das erste Land der Welt, in dem die Digitalwährung Bitcoin ein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Auch Steuern können in der Kryptowährung bezahlt werden. Es gibt auch Bitcoin-Geldautomaten.


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Freitag, 10. September 2021 Extra

„Buy now, pay later“-Markt boomt Der Markt für „Buy now, pay later“ (BNPL) boomt. Für die Verbraucher werden passgenaue Angebote mit mehreren Wahlmöglichkeiten bei der Bezahlung zur Selbstverständlichkeit. Wer letztendlich hinter dem BNPL-Kredit steht, ist für sechs von zehn Konsumenten unwichtig. Vor allem die jungen Kunden setzen auf „Jetzt kaufen, später zahlen“ – und zwar sowohl beim Online-Shopping als auch vor Ort im Geschäft. Das zeigt die Studie „Konsumentenfinanzierung neu gedacht“, für die das Fintech Credi2 im Juni 2021 repräsentativ 1000 Deutsche und Österreicher befragte. „Alles deutet darauf hin, dass BNPL sich in den kommenden fünf Jahren vervierfachen und zu einem Billionenmarkt wird, wie auch aktuelle Zahlen von Juniper Research zeigen“, sagt Daniel Strieder, CEO und Mitgründer von Credi2. „Für immer mehr Kunden wird

die Möglichkeit, mit BNPL so f­lexibel zu zahlen, wie sie es möchten, zum entscheidenden Shopping-Kriterium.“ Besonders beliebt ist das spätere Bezahlen bei den 18- bis 34-Jährigen. Mehr als 70 Prozent würden beim Kauf eine Finanzierung in Anspruch nehmen, um spontaner oder auch mal auf ein höher wertiges Produkt zugreifen zu können. Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für BNPL ist zudem die finanzielle Flexibilität. Interessant dabei: Die Verbraucher sind mit den Konditionen am Point of Sale einverstanden. Rund jeder ­ Dritte meint sogar, dass diese günstiger sind als bei der Hausbank.

abzuwarten, bis das Geld ausgezahlt wird. Für den Kunden wird es zur Selbstverständlichkeit, dass die Kreditvergabe reibungslos in den Kauf­ prozess integriert ist.“ Drei von vier Befragten erwarten zudem eine schnelle Kreditzusage innerhalb weniger Minuten sowie flexibel anpassbare Kreditraten. „Zahlungsdienstleister wie Klarna, Paypal oder Afterpay haben das enorme Potenzial längst erkannt und drängen massiv in den BNPL-Markt. Die Banken dagegen drohen die Schnittstelle zum privaten Kunden mehr und mehr zu verlieren, und verzichten damit auf ein attraktives ­ Geschäftsfeld“, ist Strieder ­ überzeugt.

Einfach, schnell und flexibel „Der gesamte Prozess muss jedoch einfach sein“, so Credi2CEO Strieder. „Kaum jemand ist noch bereit, seinen Kreditantrag umständlich bei der Hausbank zu stellen und dann

Rasch zur Marktreife Denn auch die traditionellen Institute können sich trotz ausgelasteter IT-Abteilungen und träger Prozesse ihren ­Anteil am boomenden Markt sichern. Mit Plattformen wie

Bei der Entscheidung für BNPL ist die Flexibilität sehr wichtig.

der von Credi2 beispielsweise bringen Banken BNPL-­ Lösungen von der Idee bis zum finalen Produkt innerhalb von wenigen Wochen zur Marktreife. Über die Credi2 GmbH Die Credi2 GmbH mit Sitz in Wien wurde 2015 von Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek gegründet. Die Credi2 GmbH entwickelt und betreibt „Buy now, pay later“-Bezahlmethoden (BNPL) für Banken, Finanzdienstleister, Handelsunternehmen und deren Endkund(inn)en. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die [credi2] Technologieplattform. Sie kann alle Prozesse voll­automatisch abwickeln. Mit ­dieser Plattform und der gesammelten Expertise werden – gemeinsam mit Kunden wie Apple, der Volkswagen Bank und der Raiffeisen Bank International – individuelle und benutzerfreundliche ­Finanzierungslösungen realisiert.

btv.at/privatkunden

Jeder Vierte will dem Zinstief entgehen.

Immer mehr Deutsche sparen für das Alter mit Wertpapieren Immer mehr Menschen in Deutschland sparen mithilfe von Wertpapieren fürs Alter. Inzwischen legt jeder Vierte (25 Prozent) Geld auch in Aktien, Fonds, Anleihen und/ oder Zertifikaten an, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Dekabank ergab. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 21 Prozent, 2019 waren es 17 Prozent. Den Aufwärtstrend erklärt das Wertpapierhaus der Sparkassen mit Sitz in Frankfurt unter anderem mit dem Dauerzinstief: Angesichts der niedrigen Sparzinsen stünden immer mehr Anleger Wertpapieren auf­ geschlossener gegenüber. Etliche Anbieter hatten zuletzt über wachsende Nachfrage nach Wertpapieren berichtet – auch die ­Dekabank, die ihre Angebote über die Sparkassen vertreibt.

Vermögen anvertrauen Ihr Vermögen verdient volle Aufmerksamkeit. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber mitgestalten. Auch in einem herausfordernden Marktumfeld bringen unsere Expertise und Erfahrung vielfach ausgezeichnete Portfolios hervor.

Die BAWAG weitet Partnerschaft mit ­IT-Firma SIA aus Die BAWAG hat sich für das italienische ITUnternehmen SIA, europäischer Marktführer im Bereich digitaler Zahlungssysteme, als Partner entschieden, um die von BAWAG, easybank und PayLife ausgegebenen Kredit- und Prepaidkarten zu verwalten und zu verarbeiten. Durch die Ausweitung der Partnerschaft mit SIA kann sich die BAWAG auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und gleichzeitig von IT-Synergien profitieren, die durch die Integration und Standardisierung der SIA-Technologieinfrastruktur gewährleistet werden. SIA wird weiterhin zahlreiche innovative Dienstleistungen für die Kartenentwicklung anbieten. „Wir arbeiten schon seit einiger Zeit mit der BAWAG zusammen“, sagte Cristina Astore, Sales Director Northwest Europe und DACH Region von SIA.

Aus Auszeichnungen und Erfolgen in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erfolge oder Wertent wicklungen geschlossen werden. Mehr Infos zu den Auszeichnungen erhalten Sie unter: www.btv.at/auszeichnungen. Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.


4 Private Banking

Freitag, 10. September 2021 Extra

In Österreich war der Zuwachs der Industrieproduktion in allen wichtigen Branchen im Zeitraum von 2000 bis 2019 höher als im Euroraumdurchschnitt.

Die Industrie – eine Erfolgsstory Österreichs Industrie ist nicht nur in der Pandemie eine Erfolgsgeschichte. Das zeigt ­ ­eine „UniCredit Bank Austria“Analyse: Daraus geht u. a. hervor: • Nicht nur während der Pan­ demie, sondern bereits seit 20 Jahren, ist Österreichs Indus­ trie dynamischer als der Euro­ raumdurchschnitt. • Aufgrund höherer Produkti­ vitätsgewinne konnte Öster­ reichs Industrie das Beschäfti­ gungsniveau fast halten, während im Euroraum­ ­ durchschnitt ein starker Rück­ gang zu verzeichnen war. • Gleichzeitig stiegen die Stundenlöhne ähnlich stark wie im Euroraum, stärker als in Deutschland, ohne eine Wettbewerbsverschlechte­ rung gegenüber dem Durch­ schnitt der Handelspartner. • Alle wichtigen Branchen konnten ihren Output in ­Österreich stärker steigern als im Euroraum (und auch in Deutschland), hauptverant­ wortlich war jedoch der ­Maschinenbau. Auch die Metallerzeugung, verarbeitung, die die Metall­ Elektroindustrie und die Kfz-­ Herstellung trugen über­durch­ schnittlich ­dazu bei. • Die Herausforderungen des Klimawandels und der Digita­ lisierung garantieren keine Fortsetzung des Erfolgs, zei­ gen aber, dass Österreichs Industrie auch in heraus­ ­

fordernden Zeiten performen kann. Schneller aus dem Tief „Österreichs Industrie startete schneller aus dem Pandemie­ tief als die Industrie im Euro­ raumdurchschnitt und setzte damit die Erfolgsgeschichte der letzten zwanzig Jahre fort“, so der Chefökonom Stefan Bruckbauer zum Ergebnis einer Analyse und ergänzt: ­ „Österreichs Industrie steiger­ te die Produktion real vom Jahr 2000 bis zum Pandemie­ beginn um rund 60 Prozent und ist damit deutlich dyna­ mischer als der Euroraum ins­ gesamt mit lediglich zehn Pro­ zent, aber auch deutlich dyna­ mischer als Deutschland mit einem Plus von rund 35 Pro­ zent.“ Gestiegene Wertschöpfung Parallel dazu stieg auch die reale Wertschöpfung der In­ dustrie, also der Wert der er­ zeugten Waren bereinigt um Preisänderungen, und damit ist der Beitrag zum BIP in ­Österreich erfreulicherweise deutlich dynamischer als in den meisten Ländern des ­Euroraums. Im Zeitraum 2000 bis Ende 2019 legte die Wertschöpfung der Industrie in Österreich re­ al um über 55 Prozent zu, im Euroraum im gleichen Zeit­ raum lediglich knapp unter 30 Prozent, in Deutschland um rund 35 Prozent.

Stefan Bruckbauer Chefökonom Bank Austria

Nicht erst seit der Pandemie, bereits seit 20 Jahren ist die öster­ reichische Industrie deutlich dynamischer als der Euroraum. Beschäftigungsentwicklung Auch bei der Entwicklung der Beschäftigung konnte die In­ dustrie in Österreich besser abschneiden als der Euro­ raumdurchschnitt. Die Zahl der Beschäftigten in der In­ dustrie ist zwar in den letzten 20 Jahren in Österreich kaum gestiegen, allerdings führt der technische Fortschritt in der Industrie dazu, dass dank Pro­ duktivitätsgewinnen mit im­ mer weniger Personen/Stun­ den ein höherer Output er­ zeugt werden kann bzw. das Beschäftigungsniveau trotz steigenden Outputniveaus stabil bleibt. Dies ist in Österreich gelun­ gen. Im Euroraumschnitt war der Outputzuwachs hingegen zu gering, weshalb die Zahl der beschäftigten Personen seit 2000 um mehr als zehn Prozent gesunken ist und dies

noch vor der Corona-Krise. ­ bwohl Österreichs Industrie O das Beschäftigungsniveau fast halten konnte, war das Out­ putwachstum stark genug, um die Stundenproduktivität seit 2000 um fast 70 Prozent zu erhöhen – und damit sogar stärker als im EuroraumSchnitt. „Der starke Anstieg der Industrieproduktion in Österreich in den letzten zwanzig Jahren ermöglichte es der Industrie trotz starker Pro­ duktivitätsgewinne das Be­ schäftigungsniveau zu halten“, so Bruckbauer. Der stärkere Anstieg der Stun­ denproduktivität in Österrei­ ch erlaubte es der österreichi­ schen Industrie auch, die Löh­ ne und Gehälter pro geleisteter Stunde ähnlich stark zu erhö­ hen wie im Euroraum und gleichzeitig, anders als im Eu­ roraumschnitt, die Beschäfti­ gung relativ stabil zu halten. Damit verschlechterte sich die Wettbewerbsposition der ­österreichischen Industrie im Vergleich zu ihren Handels­ partnern nicht, im Gegenteil, in den letzten 20 Jahren ver­ besserte sich die Lohnstück­ kostenposition Österreichs in der Sachgüterindustrie gegen­ über den Handelspartnern in der EU um mehr als fünf Pro­ zent, gegenüber allen Han­ delspartnern um rund 2,5 Pro­ zent. Verglichen mit Deutsch­ land entstand aufgrund der Entwicklung in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre und

nach der Finanzkrise ein leich­ ter Wettbewerbsnachteil. Trotzdem entwickelten sich die Exporte Österreichs ähn­ lich wie jene Deutschlands. Produktionszuwachs In Österreich war der Zuwachs der Industrieproduktion in al­ len wichtigen Industriebran­ chen im Zeitraum 2000 bis 2019 höher als im Euroraum­ durchschnitt. Unter den wich­ tigsten Branchen der österrei­ chischen Industrie war der Wachstumsunterschied be­ sonders stark ausgeprägt beim Maschinenbau, der in Österreich seit 2000 um 140 Prozent zulegen konnte, wäh­ rend er im Euroraumschnitt nur 20 Prozent zunahm (Deutschland plus 33 Prozent). Mit einem Wachstumsvor­ sprung von 120 Prozentpunk­ ten und seiner Größe (Anteil von 14 Prozent an der Indus­ trieproduktion in Österreich) war er für fast ein Drittel des gesamten Wachstums­ vorsprungs verantwortlich. Auch die Metallverarbeitung und die Metallerzeugung so­ wie die Elektro- und Kfz-­ Industrie erreichten einen überdurchschnittlich hohen Wachstumsvorsprung und trugen daher überdurch­ schnittlich stark (im Vergleich zu ihrer Größe) zum gesamten Vorsprung der Industrie bei. „Beeindruckend bei der Ent­ wicklung der österreichischen Industrie in den letzten zwan­

Schattenbankensektor in der EU nimmt zu Der Schattenbankensektor in der Europäischen Union hat trotz der Corona-Krise an Bedeutung zugelegt. Im vierten Quartal 2020 ver­ walteten in der EU Invest­ mentfonds und andere Finanz­gesellschaften abseits der traditionellen Banken Vermögens­werte von 39,4 Bil­ lionen Euro, ein Plus von 1,5 Prozent binnen Jahresfrist, wie der Europäische System­ risikorat (ESRB) in einem neu­ en Bericht mitteilte. Sektor erholte sich Solche Finanzfirmen seien zwar zunächst ebenfalls von den Fol­ gen des Ausbruchs der CoronaPandemie belastet worden. Im

weiteren Jahresverlauf habe sich der Sektor aber wieder erholt. Zu diesen Finanzgesellschaften werden unteren anderem Hedge- und Geldmarktfonds, al­ ternative Investmentfonds so­ wie spezielle Börsenhändler ge­ zählt. In dem Bericht wird auf mehrere Gefahren hingewisen, die es infolge der Corona-Krise im Auge zu behalten gelte. Dazu zählen: • die Unsicherheit hinsicht­ lich der Erholung von der Pan­ demie und eine steigende Ver­ schuldung sowie wachsende Kreditrisiken im Zuge der Pan­ demie. • Aber auch eine Entkopplung der Realwirtschaft von den Börsen und

Große Herausforderungen Der Erfolg der vergangenen zwanzig Jahre ist kein Garant für die Zukunft, besonders angesichts der Herausforde­ ­ rungen nach der Pandemie, des Klimawandels und der ­Digitalisierung. Auch hat die stärkere Inlandsnachfrage – vor allem Investitionen – in diesem Zeitraum im Vergleich zum Euroraum (vor der Finanzkrise aufgrund der ­ Schwäche Deutschlands, nach der Finanzkrise vor allem in Ländern, die von der Eurokrise stärker betroffen waren) positiv zum Wachstum der ­ ­Industrie beigetragen. Kein Ruhekissen „Obwohl der große Erfolg des Industriestandorts Österreich in der Vergangenheit ange­ sichts der derzeit starken Veränderungen im globalen ­ Wirtschaftsgeschehen kein Ruhekissen sein kann, zeigt er doch die Stärken der hei­ mischen Industrie in heraus­ fordernden Zeiten“, meint Chefökonom Stefan Bruck­ bauer abschließend.

Versicherer setzen auf Immobilien

• eine unsichere Liquidität in manchen Märkten. • Verwundbarkeiten sieht der Bericht auch in einer übermä­ ßigen Risikobereitschaft man­ cher Gesellschaften, • in einer erhöhten Verschul­ dung bei Transaktionen man­ cher Investmentfonds sowie in den Ansteckungsgefahren für weitere Teile der Finanz­ wirtschaft. • Dazu kämen die mit dem anhaltenden Niedrigzinsum­ feld verbundenen Gefahren. Reaktion auf die Krise Der in Frankfurt am Main an­ sässige ESRB (European Syste­ mic Risk Board) wurde 2010 in Reaktion auf die Finanz­ krise gegründet und soll als

zig Jahren ist auch, dass prak­ tisch alle Industriebranchen einen Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum ­erreichen konnten, wobei al­ leine der Maschinenbau für ein Drittel des gesamten Wachstumsvorsprungs ver­ antwortlich war“, betont Bruckbauer.

Die Schattenbanken bergen vielfältige Gefahren. ­ rühwarnsystem auf Gefahren F für die Stabilität des Finanz­ systems in der EU hinweisen. Der Verwaltungsrat des

Board steht unter dem Vorsitz der Präsidentin der Europä­ ischen Zentralbank Christine Lagarde.

Versicherungen in Deutsch­ land investieren immer stärker in Immobilien. Die Immobilienquote in ihren Anlageportfolios liege mit 11,5 Prozent so hoch wie nie, hieß es in einer Um­ frage der Wirtschaftsprü­ fungs- und Beratungs­ gesellschaft EY. 63 Prozent der befragten Versiche­ rungsunternehmen wollen demnach ihre Immobilien­ quote weiter steigern, wäh­ rend die übrigen 37 Prozent sie konstant halten möch­ ten. Eine Trendumkehr sei auch in der Corona-Krise nicht festzustellen. Aller­ dings setze die Branche als Reaktion auf die Pandemie stärker auf Wohnungen und Logistikimmobilien und weniger auf Büros.


5 Private Banking

Freitag, 10. September 2021 Extra

„Achtsames“ Private Banking mit der Volksbank Vorarlberg Helmut Ettl, Vorstand.

Wohnungs­ kredite im Brennpunkt Die Vorstände der Finanz­ marktaufsicht (FMA) sor­ gen sich weiterhin um die Situation am Markt für Wohnungskredite und er­ wägen striktere Auflagen für die Banken. „Etwas wird kommen“ „Wenn das so weitergeht, wird etwas kommen,“ sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl im Klub der Wirtschaftspu­ blizisten. Welche Maßnah­ men das genau sein könnten oder wann diese kommen könnten, darauf wollten sich die Vorstände aber nicht festlegen. Der Trend der Preisent­ wicklung am Wohnungs­ markt sei ungebrochen. Gleichzeitig sei die Wohn­ baufinanzierung eines der stärksten Segmente der Banken. „Wo wir uns wirk­ lich Sorgen machen, ist, dass die Kreditbedin­ gungen nicht entsprechend nachhaltig genug gestaltet sind,“ sagte Ettl.

Gute Erträge mit gutem Gewissen. Geht das? Jeder Kunde im Private Banking entscheidet sich oder mit seinem Berater, wie sein Vermögen veranlagt wird. Durch dieses Agieren am globalen Kapitalmarkt fällt ­ zwangsläufig die Entschei­ dung darüber, ob Vermögen sich nicht nur vermehren, sondern auch Gutes bewirken soll, wie beispielsweise ökolo­ gisches und soziales Handeln zu fördern. „Als Finanzinstitut kommt uns hier eine wichtige Verantwor­ tung zu“, merkt Clemens Len­ gauer, Bereichsleiter Vermö­ gensverwaltung, an. „Aus die­ sem Grund haben wir als Volksbank Vorarlberg unsere Veranlagungsphilosophie be­ reits 2016 als erste Bank in Ös­ terreich größtenteils auf ein ‚achtsames Konzept‘ umge­

stellt. Unsere genossenschaft­ lichen Werte ergänzen sich di­ rekt mit unserer unabhängi­ gen und nachhaltigen Investmentstrategie“. Bewertet wird bei der Volksbank Vorarl­ berg mit einer vierstufigen Nachhaltigkeitsanalyse, welche klare Ausschlusskriterien bein­ haltet, sodass keine Emittenten in ein Portfolio gelangen, die den Zielen und Werten des An­ legers widersprechen. Internationale Zertifizierung Einen entscheidenden Schritt für größtmögliche Trans­ parenz im Bereich der Nachhaltigkeit stellt die UNFinanzinitiative „Principles for ­ Responsible Investment“ (PRI) dar. Dieses internationa­ le Netzwerk an Unterzeich­ nern ­fördert ein besseres Ver­ ständnis von Investitions­ aktivitäten auf Umwelt-, Sozial- und Unter­ nehmens­

Clemens Lengauer, Bereichsleiter Vermögensverwaltung.

Bereits 2016 wurde auf ein neues Konzept umgestellt. führungs­themen (ESG- Krite­ rien) sowie die Integration dieser Frage­stellungen in die Investitionsentscheidungen. Als einzige Regionalbank Vorarlbergs unterzeichnete die Volksbank Vorarlberg die PRI erstmals im Jahre 2016 und durchläuft bis heute regelmäßig den Rezertifizie­ ­ rungsprozess, wodurch das verantwortungsbewusste Wertpapiermanagement und eine aktiv gelebte Nachhaltig­ keitsstrategie dokumentiert wird. Des Weiteren wurde die Volksbank Vorarlberg für ihren nachhaltigen Investmentfonds „Premium Selection Equity“ erstmalig für das Jahr 2021 mit dem FNG-Siegel ausgezeich­

Gerhard Hamel Vorstands­ vorsitzender der Volksbank Vorarlberg

Für uns steht Trans­ parenz mit Kompetenz an erster Stelle. Unsere Kundinnen und Kunden können unsere Produkte jederzeit analysieren. net. Der Fachverband für nach­ haltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liech­

tenstein und der Schweiz setzt sich für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft ein. Grundvoraussetzung für diese Auszeichnung war der Erhalt des Transparenzlogos des ­European Sustainable and Re­ sponsible Investment ­ Forum (Eurosif) im September 2020. „Für uns steht Transparenz zu­ sammen mit Kompetenz an erster Stelle. Unsere Kun­ dinnen und Kunden können unsere Produkte jederzeit auf unabhängigen Internetplatt­ formen analysieren und deren Nachhaltigkeitsausprägungen darstellen lassen“, betont Betr. oec. Gerhard Hamel, Vor­ standsvorsitzender der Volks­ bank Vorarlberg, stolz.

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6 Private Banking

Freitag, 10. September 2021 Extra

Pensionskasse – bald Vertrag für zwei Millionen Die österreichischen Pensionskassen wollen die Zahl der ­ etriebspensions-Berechtigten B binnen fünf Jahren auf zwei Millionen Menschen ver­ doppeln. Erforderlich dafür wäre eine rasche Umsetzung des im ­türkis-grünen Regierungs­ programm von Anfang 2020 verankerten General-Pensionskassenvertrags, sagte Fachverbandsobmann Andreas ­Zakostelsky. Damit sollte dann auch eine steuerfreie Über­ tragung von Guthaben aus Abfertigungskassen ermög­ licht werden. In Gesprächen mit der Politik stoße man auf Verständnis, man spüre aber auch eine „große Schüchternheit“, sagte Zakostelsky, der noch für heuer auf eine Umsetzung hofft: „Zeitlich sollte man das nicht zu stark schieben.“ Verzögert worden sei die Umsetzung durch Corona. Der Fiskalrat habe schon voriges Jahr Em­ pfehlungen für eine Reform der Altersvorsorgesysteme abgegeben und diese heuer ­ ­erneuert.

Andreas Zakostelsky.

Bankenreform soll umgesetzt werden Rund zwei Dutzend Notenbankchefs und Aufseher aus der EU haben die EUKommission in einem Brief dazu aufgefordert, die neuen globalen Bankenregeln in Europa nicht zu ver­ wässern. „Wir, als Aufseher und Zentralbanken in der EU, unterstützen sehr stark e ­ ine vollständige, recht­ zeitige und konsistente Umsetzung aller Aspekte dieses Rah­ menwerks“, schrieben sie in dem Brief. In einem separaten gemeinsamen Schreiben mahnten auch die ­Europäische Zentralbank (EZB), die EZB-Bankenaufsicht und die EU-Banken­ behörde EBA eine baldige Umsetzung an. Auch Österreich dabei Zu den Unterzeichnern gehören der deutsche Bundesbankchef Jens Weidmann, Italiens Notenbankchef Ignazio Visco und Spaniens Notenbank-Gouverneur Pablo Hernandez de Cos. Auch der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann habe das Schreiben unterzeichnet. Das neue Regelwerk ist auch als Basel-III-Reform bekannt.

Es sollten rasch betriebliche Zusatzpensionen für alle ermöglicht werden – mit einer steuerlichen Absetzbarkeit auch der Arbeitnehmerbei­ träge und einem dem ent­ sprechenden Prämienmodell für Geringverdiener. Schon bisher habe die demografische Entwicklung zu steigenden ­Kosten für das staatliche Pensionssystem geführt. „Die ­demografische Entwicklung steht vor einem Kipppunkt: Die Babyboomer gehen demnächst in Pension“, dann werde sich das Verhältnis Aktive zu Pensionisten nochmals zulasten der Aktiven verändern, so Zakostelsky. Hohe Pensionsleistung Erst vor Kurzem wurde bei den Anspruchsberechtigten die Millionen-Grenze übersprungen: Ende Juni waren es 1,003.352 Menschen, ein Viertel der Beschäftigten. Von den 994.725 Anwartschafts- und Leistungsberechtigten Ende 2020 bezogen 119.024 bereits eine Leistung. Als Betriebs­ pension wurden 2020 im Schnitt 446 Euro pro Monat ausbezahlt, 14-mal. In Summe betrugen diese Pensions­ leistungen 748 Mill. Euro. Veranlagt sind bei den heimischen Pensionskassen aktuell gut 26 Mrd. Euro. Weil die Aktienmärkte heuer boomten, vor allem jener in Wien, erzielten die Kassen im ersten Halbjahr einen Veranlagungsertrag von 4,78 Prozent. Performance 1,85 Prozent Im ersten Quartal hat die Performance 1,85 Prozent betragen, und selbst im CoronaJahr 2020 waren es plus 2,55 Prozent gewesen. In den letzten zehn Jahren erzielten die

Pensionskassen jedes Jahr im Schnitt nach Kosten eine Wertsteigerung von 4,0 Prozent, abzüglich der Inflation seien es real plus 2,3 Prozent pro Jahr gewesen, so Zakos­ telsky. Die Pensionskassen seien langfristige und nachhaltige Investoren und würden in Ö ­ sterreich vier bis fünf Mrd. Euro jährlich an Wertschöpfung bewirken. Die Kassen würden die Rolle eines wesentlichen Anker-Investors auch für österreichische Unternehmen und den österreichischen Staat übernehmen, sagte Fachverbands-Geschäftsführer Stefan Pichler. Der Anteil der Aktieninvestments der Kassen liege stets zwischen 25 und 35 Prozent und bei Anleihen zwischen 55 und 65 Prozent des Gesamtvermögens. Ein Ausbau der kapital­ Altersvorsorge gedeckten würde das Angebot auf den Kapitalmärkten für Unternehmensfinanzierung ausweiten und zu höheren Investitionsvolumina führen, sagte Pichler zu einer neuen Studie des Economica-Instituts von Christian Helmenstein. Eine höhere Eigenkapitalausstattung der Firmen stärke deren Wachstumsdynamik und Widerstandskraft, sie bräuchten weniger Fremdfinanzierung. Und die kapitalgedeckte Altersvorsorge erhöhe die Kaufkraft im Ruhestand, es würden dann zusätzliche Konsumausgaben ausgelöst. Binnen 30 Jahren hätten die Pensionskassen 13,6 Mrd. Euro Wertzuwachs für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwirtschaftet. 23 Mrd. Euro seien in dem Zeitraum von den jeweiligen Dienst­ gebern einbezahlt worden,

Als Betriebspension wurden 2020 im Schnitt 446 Euro pro Monat 14-mal jährlich ausbezahlt. 11,4 Mrd. Euro mittlerweile aber schon an Auszahlungen getätigt worden. 11,6 Mrd. Euro verbleibendes Kapital ­ plus 13,6 Mrd. Euro Wert­ zuwachs ergäben dann die 25,2 Mrd. Euro Gesamtkapital im Vorjahr. Nachhaltige Veranlagung Ende 2020 seien bei den heimischen Pensionskassen 81,7 Prozent der 25,2 Mrd. Euro nachhaltig veranlagt gewesen, gemäß den Standards der Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen (UNPRI), sagten Zakostels-

ky und Pichler. 2019 seien es erst 66 Prozent gewesen. Die Pensionskassen könnten noch mehr erreichen und umsetzen, würde die „Grüne Pension“ auf Basis von der Einkommensteuer befreiter Eigen­ beiträge eingeführt. Zudem würden Pensions- und Vorsorgekassen mit nachhaltigen Investments helfen, mögliche Strafzahlungen der Republik Österreich zu senken, die bei der Verfehlung der Klimaziele drohen. Dazu wurde das Beispiel einer – nicht namentlich genannten – Pensionskasse ­

erläutert, die den CO2-Ausstoß in ihrer Aktienveranlagung in den vergangenen vier Jahren fast halbiert habe, was der ­Einsparung von 375.000 t Treib­hausgasen entspreche, so ­ Pichler. Bestimmte Branchen etwa mit hohem Fossilanteil würden sehen, dass eine Finanzierung via Aktien immer schwieriger werde, „das ist ein Trend, der massiv ins Rollen kommt“, so Zakostels­ atürlich müsse man daky. N bei auf das Thema Greenwashing aufpassen, eine diesbezügliche EU-Verordnung solle noch heuer kommen.

China: Staatsfonds schreckt die Regulierung nicht ab Die striktere Regulierung in China lässt die großen Staatsfonds kalt. Sie planen trotz der verschärften Maßnahmen in zahlreichen wirtschaftlichen und politischen Bereichen milliardenhohe Investitionen in der Volksrepublik. Riesige Investmentfonds wie der Staatsfonds Norwegens und Temasek Holdings aus Singapur haben zwar zuletzt chinesische Aktien abgestoßen. Experten sind sich aber sicher, dass das nur vorübergehend ist und die Fondsmanager bald wieder zugreifen. In den Startlöchern Zahlreiche Staatsfonds stünden in den Startlöchern, um ihr Engagement in chinesischen Aktien und Fonds auszubauen, sagt Elliot Hentov, Manager beim Fondsanbieter State Street Global Advisors (SSGA). Der regulatorische Vorstoß in der Volksrepublik habe solche Überlegungen sogar beschleunigt, da die Politik dort im Vergleich zu anderen Schwellenländern azyklisch sei. Zudem sei das Vertrauen in Urbanisierung und Konsum-

wachstum nach wie vor groß und Investoren rechneten ­damit, dass die Wirtschaft in China mittel- bis langfristig weiter wachse, meint Greg ­Hyland vom Gewerbeimmobilien-Dienstleister CBRE. Experten gehen davon aus, dass alleine in festverzinsliche Wertpapiere 130 Milliarden Dollar (110 Mrd. Euro) fließen werden, wenn China in den FTSE World Government Bond Index aufgenommen wird. Aktien und Immobilien ste-

hen ebenfalls hoch im Kurs. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Staatsfonds 26 Immobilien-Deals im Wert von 2,8 Mrd. Dollar abgeschlossen. 2020 waren es 28 Deals im Wert von 4,9 Mrd. Dollar, wie die Analysefirma Global SWF zeigt, die Daten von 400 Staatsfonds auswertet. Schärfere Vorschriften Die kommunistische Regierung in China hat in den vergangenen Wochen beinahe

Der Staat will die Wirtschaft und Gesellschaft mehr kontrollieren.

täglich die Vorschriften für sämtliche Branchen verschärft. Ihr Ziel ist, nach J­ ahren des rasanten Wachstums die Kontrolle über Wirtschaft und Gesellschaft zu verstärken. Unter anderem schreibt sie der Videospiel-Branche vor, wie viel Zeit Jugendliche mit Spielen verbringen dürfen. Davon ist etwa der Tech-Konzern Tencent betroffen. Online-Händlern wie Alibaba werden Milliarden-Geldbußen wegen Verstößen gegen Verbraucherrechte aufgebrummt und sie dürfen künftig keine Algorithmen mehr verwenden, um Kaufentscheidungen der Kunden zu beeinflussen. Auch im Showbusiness und der Bildungsbranche hat die Regierung massiv die Zügel angezogen. Langfristige Strategien Die Staatsfonds schauen sich die Entwicklung zwar an, da ihre Anlagestrategien in der Regel sehr langfristig seien, ließen sie sich davon nicht beunruhigen, sagt Winston ­ Ma, Ex-Geschäftsführer von Pekings eigenem Staatsfonds China Investment Corp.

Die Industrie legt zu.

Wirtschaft in Japan wächst Die Wirtschaft Japans ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als bisher bekannt. Gegenüber dem ers­ ten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni um 0,5 Prozent. Eine erste Schätzung hatte ein Wachstum von lediglich 0,3 Prozent ergeben. Auf das Jahr ­hochgerechnet damit um stieg das BIP ­ 1,9 Prozent. Die Erstschätzung hatte bei 1,3 Prozent gelegen. Zurückzuführen ist das stärkere Wachstum den Zahlen zufolge vor allem auf umfangreichere Inves­ titionen der Unternehmen.


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Neue Themenfonds ermöglichen investieren mit sozialem Gewissen Impact Investing steht aktuell für jene Anleger hoch im Kurs, die mit ihrem Kapital eine ­konkrete Wirkung in der Welt hinterlassen wollen. Umwelt­ relevante Investmentfonds ­stehen dabei meist im Vorder­ grund. Neue Themenfonds de­ cken nun auch die Bereiche „Soziales“ und „Verantwor­ tungsvolle Unternehmens­ führung“ ab. Mit seinem Geld die Welt verändern, klingt gut. Aber nach welchen Kriterien kann die Wirkung eines Invest­ ments überhaupt gemessen werden? Der Bereich des Impact Investment steckt noch in den Kinderschuhen. Bis jetzt gibt es weltweit keine verbindlichen Kenngrößen, um den Wirkungsgrad eines Investments in Zahlen zu fassen.

In Europa wird zukünftig die EU-Taxonomie festschreiben, welche Nachhaltigkeits­ parameter eine Geldanlage erreichen muss, um Impact zu erzielen. Momentan dienen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die sogenannten SDGs, als Anhaltspunkte, um die globalen Herausforderungen auf den ­ Punkt zu bringen. Seriöse Fondsanbieter sollten auf jeden Fall in der Lage sein, die SDGs mit den einzelnen Positionen im Fonds-Portfolio abzustimmen und den Nachweis über deren Innovationspotenzial erbringen. Auch das Segment der Mi­ krokredite, bei denen An­ leger indirekt Kleingewerbe­ treibende aus weniger ent­ wickelten Regionen der Welt

unterstützen, zählt als Social Impact Investment. Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf den Mikrokredit-Sektor? Mikrokredite bekämpfen konkret Armut, hinterlassen

Mag. Christoph Flatz, Vorarl­ berger Sparkassen.

also konkreten Impact: Anstatt bei privaten Geldleihern, die Wucherzinsen für Dar­ lehen verrechnen, bieten ­lokale Mikrofinanz-Institute Kleinkredite zu vernünftigen Konditionen an, die über ­ ­Mikrofinanzfonds refinanziert werden. Im Übrigen sind knapp zwei Drittel der Begünstigten Frauen, die so ihre Selbstständigkeit realisieren können. Fehlender Impfstoff und mangelnde Präventionsmaßnahmen gegen die CoronaPandemie verschärfen aktuell die wirtschaftliche Situation in den Entwicklungsländern. Experten erwarten deshalb in den nächsten Monaten eine erhöhte Volatilität am Mikrofinanzmarkt. Vielfach dürfte diese weniger aus tatsächlichen Kredit- und Zinsaus­ fällen, sondern aus erhöhten

Länderrisiken und der Abwertung zahlreicher Währungen resultieren. Mikrofinanzfonds zielen nicht auf kurzfristige Kurs­ gewinne ab, sondern auf nachhaltige Verzinsung. Impact-­ Investoren leisten damit ­gerade jetzt einen Beitrag zur Entwicklungshilfe auf Augenhöhe. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass diese die dahinterstehenden ­ ­Mikrofinanz-Institute ihre Kreditnehmer genau kennen und einen intensiven Kontakt zu ihnen pflegen. Welche Wirtschaftssegmente kommen außerdem fürs ­Social Impact Investment in Frage? Ein Schwerpunkt liegt natürlich auf der Gesund­ heitsbranche. Da gibt es Pharma­ konzerne, die ihren

Mikrokredite bekämpfen konkret Armut. Mikro­ finanz-Institute bieten Kleinkredite zu vernünftigen Konditionen an. Mag. Christoph Flatz Private Banking

Forschungsschwerpunkt auf Krankheiten legen, die besonders Entwicklungsländer betreffen. Auch Sozialunter­ nehmen, die vor allem ärmeren Bevölkerungsschichten Zugang zu Gesundheitsleis­ tungen bieten, passen in diese Themenfonds. Interessant sind aber auch Unternehmen, die sich in puncto Gleich­ berechtigung, Diversität, Inklusion und Rassismus­ bekämpfung hervortun.

Einzelhandelsumsätze in der Eurozone ­sinken überraschend Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone haben im Juli überraschend einen Dämpfer erhalten. Im Monatsvergleich seien die Erlöse saisonbereinigt um 2,3 Prozent gesunken, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Umsätze um 3,1 Prozent. Hier war eine Steigerung um 4,5 Prozent erwartet worden. Der Einzelhandel war im Juli 2020 durch die Corona-Krise belastet, wenn auch nicht mehr so stark wie im April. In den einzelnen Bereichen gab es beim Onlinehandel einen überdurchschnittlich starken Rückgang.

Aluminium ist so teuer wie bereits 2011.

Preis für Aluminium ist auf 10-Jahres-Hoch ­angestiegen Der starke Preisanstieg bei Industriemetallen geht weiter. Die Notierung für eine Tonne Aluminium an der Börse in London stieg bis auf 2726 US-Dollar (2310 Euro). Damit ist das Leichtmetall so teuer wie seit 2011 nicht mehr. Neben der allgemein hohen Nach­ frage nach Industriemetallen auf dem Weltmarkt wird der Preis für Aluminium auch von der Sorge vor Engpässen beim Angebot angetrieben. Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank bezifferte den Preisanstieg bei Aluminium sei Beginn des Jahres auf mittlerweile 38 Prozent. Das Leichtmetall könne damit heuer die zweitstärkste Preisentwicklung unter den Industriemetallen aufweisen. Nur der Preisanstieg für Zinn sei noch stärker ausgefallen.

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Impressum | Redaktion/Texte: ­Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti ­Bilder: Russmedia-Archiv, Shutterstock, Volksbank, Matthias Rhomberg, Agenturbilder A ­ nzeigen: Russ­ media Verlag GmbH, G ­ utenberg­str. 1, 6858 Schwarzach 024018T3 SPK Private Banking Nachhaltigkeit 208x280 VN ET10.09. NP.indd 1

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Schutz gegen steigende Inflation Seit kurzer Zeit wird verstärkt über die Inflation diskutiert. Sind die steigenden Preise nur voübergehend, oder müssen wir uns an ein Leben mit der Geldentwertung gewöhnen? „Wachsende Inflationssorgen beschäftigen Analysten und Anleger schon seit längerer Zeit. Weitere Nahrung dürften die vor wenigen Tagen ver­ öffentlichten Verbraucher­ preise sein. So beschleunigte sich in Deutschland die Infla­ tionsrate deutlich. Die Waren und Dienstleistungen stiegen im Jahresvergleich um 3,8 Pro­ zent. Dies ist der höchste Wert seit 13 Jahren. In den USA ver­ harrte die Inflationsrate im Juli überraschend weiter im unangenehmen Bereich von fünf Prozent. Experten hatten für die USA einen leichten Rückgang erwartet; nach einem Wert von 5,4 Prozent im Juli. Verantwortlich für den hohen Anstieg der Inflations­ raten sind vor allem gestie­ gene ­Energiepreise sowie die Auswirkungen der fiskalpoli­ tischen Anreize und hohen Staatsausgaben, die im Zu­ sammenhang mit der CoronaPandemie stehen.“ So Roland Rupprechter, MBA, R&B Re­ search und Vermögensma­ nagement Gesellschaft in Dornbirn, im Gespräch mit den VN. Reaktion der Notenbanken? Und Rupprechter weiter: „Eine Reaktion der Notenbanken er­ warten wir nicht. Denn sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) gaben in diesem Jahr be­ kannt, dass sie höhere Schwan­

kungen der Inflation für eine längere Zeit tolerieren, ohne die Zinszügel umgehend zu straffen. Auch sind beide Notenbanken davon über­ ­

Roland Rupprechter R&B Ver­ mögens­ management

Sektoren scheinen derzeit attraktiver, die weniger abhängig von der Zinsprognose sind, aber von der guten Realwirtschaft profitieren. zeugt, dass der derzeitige Preis­ anstieg nur vorübergehender Natur sein wird und sich die Verbraucherpreise zu Beginn des nächsten Jahres wieder be­ ruhigen werden. Damit ist eine Anhebung der rekordtiefen Leitzinsen auch weiterhin nicht zu erwarten.“ Die Alternative Stark steigende Inflations­raten sind für Inhaber von festver­ zinslichen Anleihen keine gute Nachricht, da die Kaufkraft meist nicht erhalten werden kann und der reale Wert der Erträge vielfach negativ wird. Eine Alternative bieten inflati­ onsindexierte Anleihen, bei denen sich die Rückzahlung und die Zinsen an der Inflati­ onsrate orientieren. Dieser Zusammenhang macht es möglich, auch bei hohen Teuerungsraten eine kaufkraft­

erhaltende reale Rendite zu er­ wirtschaften. Da inflationsin­ dexierte Anleihen eine tiefe Korrelation gegenüber nomi­ nalen Anleihen und Aktien aufweisen, eignen sie sich zu­ dem dazu, die Diversifikati­ onseigenschaften eines traditi­ onellen Portfolios zu erhöhen und so das Rendite-Risiko-Pro­ fil zu verbessern. Aktienkurse und Inflation Wie ist die Beziehung zwi­ schen Aktienkursen und Infla­ tion? Rupprechter: „Theore­ tisch sollten Aktien einen Schutz vor Inflation bieten: Höhere Preise lassen die no­ minalen Umsätze steigen, was wiederum die Aktienkurse treibt. Dies kann jedoch unter Umständen durch einen Rück­ gang der Gewinnmargen aufgrund eines Anstiegs der ­ Inputkosten der Unterneh­ men unterlaufen werden. In der Praxis variieren die Aus­ wirkungen von Inflation auf den Umsatz je nach Wirt­ schaftssektor und dessen Möglichkeit, höhere Input­ kosten an die Endverbraucher weiterzugeben. Solange aber die Inputkosten nicht in glei­ chem Maße wie die Umsätze steigen, sollte sich der Anstieg der Gewinnmargen in hö­ heren nominalen Gewinnen niederschlagen.“ Attraktive Sektoren Die Frage, welche Aktiensek­ toren bei steigender Inflation zu favorisieren sind, beant­ wortet der Experte folgender­ maßen: „Derzeit scheinen Sektoren attraktiver, die weni­ ger abhängig von der Zinspro­ gnose sind, dafür aber von der

Rupprechter: „Wir favorisieren neben dem Technologieführer USA auch Japan“. sich erholenden Realwirt­ schaft profitieren. Das sind vor allem zyklische Aktien der Branchen Konsum, Luxus­ güter und Automobil. Regio­ nal interessant sehen wir das aus Investorensicht lange ver­ nachlässigte Europa, wo es viele solide Unternehmen gibt, die von der in Schwung gekommenen Wirtschaft pro­ fitieren können. Langfristig sehen wir Technologiewerte, die zuletzt aufgrund ihrer Ab­ hängigkeit von der Zinspro­ gnose stark schwankten, wei­

ter als gutes Investment. Hier gibt es die Geschäftsmodelle mit dem größten Potenzial. Wir favorisieren neben dem Technologieführer USA auch Japan, welches weltweit zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung zählt.“ Auf der Einzelaktienbasis sind alle Unternehmen mit Preis­ setzungsmacht gut gegen ei­ nen Anstieg von Zinsen und Inflation gerüstet. Denn mar­ kenstarke Unternehmen rech­ nen mit festen Margen und

sind in der Lage, steigende ­Kosten an ihre Kunden durch­ zureichen. Beispielsweise wer­ den Produkte von Nestlé, Johnson & Johnson, Procter & Gamble oder Unilever täglich gebraucht. Depot breit streuen „Mit einem breit gestreuten Depot aus Aktien, inflations­ indexierten Anleihen sowie Gold und Immobilien können Anleger der Inflation relativ gelassen entgegensehen“, so Rupprechter abschließend.

Deutsche lagern ­Milliarden von Euro in den Steueroasen Allein auf der britischen Kanalinsel Guernsey lagerten im Jahr 2019 etwa 11,9 Milliarden Euro von Bundesbürgern, wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine Aufstellung des deutschen Finanzministeriums berichtet. Auf den karibischen Cayman Inseln lagerten dem Bericht zufolge im Jahr 2019 knapp 8,5 Milliarden Euro von Deut­ schen. Im Jahr 2018 waren et­ was mehr als 133 Milliarden

Auf der Kanalinsel Guernsey liegen pro Konto 2,7 Mill. Euro.

Euro gemeldet worden, die deutsche Steuerzahler bei den Schweizer Banken geparkt hatten. Kanalinsel Guernsey Höhere Vermögen liegen auf­ fällig oft in notorischen Steuer­oasen. Das zeigt die Sta­ tistik des Auslandsvermögens, wenn sie nach durchschnitt­ lichem Kontostand per Daten­ satz sortiert wird. Auf der ­Kanalinsel Guernsey lagen pro Konto demnach fast 2,7 Millio­

nen Euro, auf den Cayman ­Inseln waren es rund 1,5 Milli­ onen Euro. Zum Vergleich: In Frankreich waren es nur 33.000 Euro pro Konto. Der ­finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Fabio De Masi, kritisierte die Rückhaltung ­ von Daten einiger Länder. „So verhindern diese Staaten Transparenz und schützen Steuerkriminelle“, sagte De Masi der „Süddeutschen ­Zeitung“.

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Große Pläne für einen starken Markt Die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG ist die führende heimische Vermögensverwaltungsbank. 2021 konnte sie ihr Kundenvermögen auf 28 Milliarden Euro steigern. Und die Nr. 1 will weiter wachsen. Dass die LLB Österreich mit rund 220 Mitarbeitenden ganz oben auf der Siegertreppe des Börsianer-Rankings steht, hat seinen Grund: Auch im Pandemiejahr 2020 wuchs das Geschäftsvolumen der LLB Österreich deutlich, im ersten Halbjahr 2021 wurden bereits rekordhohe 28 Milliarden Euro erreicht. Die österreichische Tochter des vor 160 Jahren gegründeten, ältesten Finanzinstituts Liechtensteins ist hierzulande seit 2009 fest verwurzelt und steigert die anvertrauten Kundengelder konstant. Hohe und individuelle

Beratungsqualität, die laufende Investition in gut ausgebildete Berater und eine ausgezeichnete Wertentwicklung der Vermögensverwaltung haben sich ausgezahlt. Bonität und Produktpalette als Erfolgsrezept Als österreichische Vollbank profitiert sie zudem von der hohen Bonität der liechtensteinischen Muttergesellschaft (Moody‘s Rating Aa2). Für den Erfolg des Bankhauses steht auch das diversifizierte Geschäftsmodell, das neben Vermögensverwaltung und Beratung auch Fonds- und Depotbankdienstleistungen sowie direkte und indirekte Immobilienanlagen anbietet. Zudem ist die Fondstochter LLB Invest KAG Österreichs neue Nummer 1 bei der Anzahl verwalteter Fonds; mehr als 80 nationale und in-

ternationale Vermögensverwalter, Banken und Family Offices wählen sie bereits als Partnerin für die Verwaltung ihrer Fonds. Hinzu kommt, dass die LLB-Gruppe mit ihren vier Fondsgesellschaften in den drei Heimatmärkten Liechtenstein, Schweiz und Österreich rund 700 Fonds mit über CHF 40 Milliarden verwaltet. Auch die Nachfrage nach den erfolgreichen Immobilienfonds und dem Anlageklassiker Vorsorgewohnung ist ungebrochen. Innovativ ist man mit LLB Invest, einer modernen computergestützten Lösung für die laufende Optimierung des Anlageportfolios. Ebenso ist die LLB von der großen Bedeutung nachhaltiger Veranlagung überzeugt und Mitglied der UN-Finanzinitiative Principles for Responsible Investment (UNPRI). Die Fondspalette wurde

„Die Leistung und die Qualität unserer Berater steht für unseren Erfolg und wird am Markt auch so wahrgenommen: Die LLB Österreich wurde vom Börsianer zur besten Privatbank 2020 gekürt“, so Dr. Robert Löw, Vorsitzender des Vorstandes der LLB Österreich. Fotos: Christoph J. Heinzel/Outline Pictures bereits umgestellt. In Österreich ist der LLB die Förderung von Kunst und Kultur ein großes Anliegen: So werden unter anderem die traditionellen Institutionen Albertina, das Leopold Museum, das Burgtheater und die Wiener Sängerknaben unterstützt.

Mag. Harald Friedrich, stv. Vorsitzender des Vorstandes der LLB Österreich: „Mit LLB Invest bieten wir eine innovative Anlagelösung, individuell zugeschnitten auf die Bedürfnisse unserer Kunden.“

Wachstum als Kernelement der Strategie Österreich wird zukünftig einen noch stärkeren Stellenwert in der LLB-Gruppe haben. Ist es doch neben Liechtenstein und der Schweiz der dritte Heimmarkt. Organisches sowie akquisitorisches Wachstum wird weiterhin ein Kernelement der LLB Österreich sein: Im März 2021 wurde eine Vermitt-

lungsvereinbarung mit der Credit Suisse über Privatkunden der Zweigniederlassungen Wien und Salzburg abgeschlossen. Außerdem will die LLB Österreich in den westlichen Bundesländern

wachsen und geht dafür nun den nächsten strategischen Schritt: den Ausbau der Banking-Präsenz. Seit August unterhält die LLB Österreich auch in Salzburg einen eigenen Standort. ANZEIGE

Daten & Fakten Führend: Die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG ist mit einem verwalteten Vermögen von über 28 Mrd. Euro und rund 220 Mitarbeitenden Österreichs führende Vermögensverwaltungsbank. Diversifiziert: Das Geschäftsmodell der Bank basiert auf den drei Kernkompetenzen Vermögensverwaltung und Beratung, Depotbank und Investmentfonds sowie Immobilien. Stabilität: Als Tochtergesellschaft der Liechtensteinischen Landesbank AG in Vaduz profitiert die LLB Österreich von der hohen Bonität der Muttergesellschaft.

Zuwachs für den Dax: Wer spielt künftig in der e­ rsten Börsen­liga? Die erste deutsche Börsenliga bekommt Zuwachs. Beschlossen wurde die Reform als Antwort der Deutschen Börse auf den Wirecard-Skandal. Sie tritt am 20. September in Kraft. Welche Änderungen hat die Deutsche Börse beschlossen? Die auffälligste Veränderung: Der Dax wird von 30 auf 40 Konzerne aufgestockt. Im Gegenzug schrumpft der MDax der mittelgroßen Werte wieder von 60 auf 50 Unternehmen. Neu aufnehmen in den Dax will die Deutsche ­Börse künftig nur noch profitable Unternehmen. Wer Mitglied werden will, muss mindestens auf Basis des Gewinns vor ­Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in ­ den vorhergehenden beiden ­Geschäftsjahren profitabel ­gewesen sein. Die Zusammensetzung des Dax soll künftig zweimal statt nur einmal jährlich regulär überprüft werden. Dabei wird der Börsenwert, also die Marktkapitalisierung, zum wichtigsten Kriterium. Das bisherige zweite Kriterium für eine Aufnahme in einen Index, der Börsenumsatz, fällt weg. Es wird – und dies gilt auch für die anderen Indizes der Dax-Familie MDax, SDax und TecDax – durch eine so­ genannte Mindestliquiditäts­ anforderung ersetzt. Für alle Unternehmen in den verschiedenen Indizes der

Dax-Familie gilt eine Verschärfung der Finanzberichterstattungspflichten: Sie müssen Quartalsmitteilungen und ­testierte Jahresabschlüsse veröffentlichen. Sonst droht der Rauswurf aus dem Index, wie die Börse betont: „Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum ­Indexausschluss.“ Warum wurde die Reform auf den Weg gebracht? Schon zum 30. Dax-Jubiläum im Juli 2018 hatte DeutscheBörse-Chef Theodor Weimer laut darüber nachgedacht, den Leitindex „etwas breiter aufzustellen“ – schließlich ist der Dax das Barometer der deutschen Wirtschaft. Lange wurde der Index von den vier Branchen Chemie, Autoindustrie, Energie, Finanzdienst­ leistungen dominiert. Nun soll der Leitindex die deutsche Wirtschaft repräsentativer ­abbilden. Der Wirecard-Bilanzskandal beschleunigte die Verschärfung des Regelwerks. Der Zahlungsdienstleister hatte sich trotz milliardenschwerer Luftbuchungen, die im Sommer 2020 aufflogen und sich zu einem der größten Betrugs­ fälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte auswuchsen, noch über Monate im Dax halten können. Nachfolger wurde der Essenslieferant Delivery Hero und

damit ein Unternehmen, das seit seiner Gründung 2011 im laufenden Geschäft noch nie Geld verdient hat. Wer rückt nun in den erweiterten Dax auf? Als sicherer Aufsteiger gilt Airbus. Der deutsch-französische Flugzeughersteller wird unter den zehn Neuaufnahmen das Unternehmen mit dem mit Abstand größten Börsenwert sein. Damit bekommt der Dax aller Voraussicht nach ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Autoherstellers Daimler oder des Versicherungsriesen Allianz. Analysten rechnen damit, dass die Airbus-Aktie etwa fünf Prozent Gewicht am Gesamtindex ­haben wird. Die anderen neun Aufsteiger werden alle zusammen wohl nur rund acht P ­rozent des künftigen Leitindex ausmachen. Im neuen Dax als gesetzt gelten wegen ihrer Größe zudem: der Modehändler Zalando, der Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, die Holdinggesellschaft Porsche, der Kochboxenlieferant Hellofresh und der Chemikalienhändler Brenntag. Welche Unternehmen waren im Dax von Anfang an dabei? Zwölf der ursprünglich 30 Konzerne sind seit dem DaxStart am 1. Juli 1988 ohne

Der DAX soll nach der Reform die deutsche Wirtschaft repräsentativer abbilden. ­Unterbrechung in dem Index gelistet: Allianz, BASF, Bayer, BMW, Daimler (zuvor DaimlerBenz), Deutsche Bank, Eon (2006 entstanden aus Veba und Viag), Henkel, Linde, RWE, Siemens und Volkswagen. Ändert sich mit der Erweiterung der Dax-Zählerstand? Trotz der zehn neuen Unternehmen gibt es keine Aus­ wirkungen auf den Punktestand des Leitindex. Nur das ­Gewicht der einzelnen Aktien ändert sich. Die bisherigen ­ 30 Mitglieder verlieren zuguns­ ten der Neuaufnahmen e ­ inen Teil ihres Gewichts. Was bedeuten die Neuerungen für Anleger?

Für Privatanleger, die etwa per börsengehandelter Indexfonds in den Dax investieren, ändert sich im Großen und Ganzen nicht viel. Diese sogenannten ETFs (Exchange Traded Fund) werden von den Anbietern entsprechend umgebaut: Sie werden Aktien der Dax-Neulinge entsprechend ihres dann errechneten Gewichts kaufen und dafür Anteile an den bisherigen Dax-Werten verkaufen. Welche Reformvorschläge haben sich bei der Reform doch nicht durchsetzen können? Rüstungsgegner und Umweltschützer hatten vergeblich gefordert, Unternehmen von ­ der Dax-Mitgliedschaft auszu-

schließen, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit der Herstellung umstrittener Waffen machen. Dies wäre zum Beispiel für den derzeit im MDax notierten Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus zum Problem geworden. Die Frage, ob der Dax moralischer werden soll und bei der Auswahl der Mitglieder Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (englisch abgekürzt: ESG) stärker gewichten werden sollen, hatten Banken und Broker, Verbände und Profi-Inves­ toren in einem Austausch zu der geplanten Reform im vergangenen Jahr jedoch mehrheitlich verneint.


10 Private Banking

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Die Nachhaltigkeit ist auch wichtig für die Beziehung zu den Banken Österreichs Unternehmen zei­ gen einen erheblichen Aufhol­ bedarf in puncto Nachhaltig­ keitsstrategien. Für eine große Mehrheit (80 Prozent) der österreichischen Unternehmen hat das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert, ungeachtet der Unternehmensgröße, Branche oder Region. Trotz der tiefen Verankerung des Themas in Österreichs Unternehmen be­ steht noch erheblicher Auf­ holbedarf in der Umsetzung – erst bei 42 Prozent liegt bereits eine Nachhaltig­keits­strategie vor. Das geht aus einer reprä­ sentativer Marktstudie, die im Auftrag von Arthur D. Little und der Erste Group von Kar­ masin Research & Identity durchgeführt wurde, hervor. Ein sehr interessantes Bild zeigt sich in der Bedeutung von Nachhaltigkeit in der In­ teraktion der Unternehmen mit Banken. Während knapp die Hälfte der Unternehmen angeben, dass das Thema Nachhaltigkeit für die Kun­ denbeziehung wichtig ist,

Willibald Cernko, Vorstand.

spielt das Thema erst bei 30 Prozent eine Rolle im Dialog mit Finanzinstituten. Mehr als drei Viertel der befragten Un­ ternehmen gaben an, nicht zu wissen, ob ihre Bank nachhal­ tige Produkte und Services an­ bietet. Ein Prioritätsthema Von den Unternehmen, die das Nachhaltigkeits-Angebot ihrer Banken kannten, nutzen rund 50 Prozent diese Ange­ bote auch. Bei 76 Prozent der Befragten wurden noch keine Nachhaltigkeitsdaten von der Bank verlangt. Ebenso 76 Pro­ zent der befragten Unterneh­ men bereiten sich trotz neuer Gesetzgebung auch noch nicht darauf vor, dass Banken künftig mehr Nachhaltigkeits­ daten verlangen. „Es handelt sich hierbei um die erste Studie in Österreich zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltiger Finanzie­ rung unter führenden hei­ mischen Unternehmen. Für Arthur D. Little ist das Thema Nachhaltigkeit ein Prioritäts­ thema, sowohl für uns als Or­ ganisation als auch für unsere Kunden, die wir begleiten dür­ fen, deshalb war es uns wich­ tig, eine objektive Sicht auf den Markt zu erhalten und gleichzeitig die Wahrneh­ mung der Unternehmen ein­ fangen zu können“, so Karim Taga, Managing Partner, Arthur D. Little Austria GmbH. Die dominanten Themen Während die ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) in der Theorie als Einheit zu betrachten sind, hält die Marktstudie fest, dass sich in der Praxis ein anderes

Ökologische Ziele und Umweltziele sind in fast allen Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen verankert. Bild zeigt. Ökologische Ziele und Umweltziele, gefolgt von sozialen Aspekten, sind in fast allen Nachhaltigkeitsstrate­ gien von Unternehmen veran­ kert. Corporate Governance und Diversity-Ziele hingegen finden sich in weniger als der Hälfte der Strategien. „Hier kristallisiert sich eine Priorisierung innerhalb der ESG-Kriterien zugunsten des Environmental-Kriteriums heraus. Diese unterschied­ liche Schwerpunktsetzung ist auch in den KPIs, auf die viele Unternehmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategien set­ zen, gut ersichtlich“, erläutern Raffaela Ritter, Partner, Head

of Financial Services DACH und Georg von Pföstl, Princi­ pal Financial Services Arthur D. Little Austria GmbH. Keine Vorbehalte KPIs messen vor allem die ­U nternehmensperformance im Bereich Ressourcenver­ brauch sowie Umwelt- und ­Sicherheitsaspekte, weniger jedoch im Bereich der Mitar­ beiter und gesellschaftlicher Engagements. Dennoch sehen Unter­nehmen die Vorteile der Nach­ haltigkeitsaktivitäten vor allem in einem besseren Arbeitsklima und erhöhter ­ Zufriedenheit und Loyalität

Es kristallisiert sich eine Priorisierung zugunsten des Environmental-­ Kriteriums heraus. Raffaela Ritter Financial Services DACH

der Mitarbeiter(innen). Nach­ haltigkeitsmaßnahmen wer­ den von mehr als der ­Hälfte der befragten Unternehmen keine Vorbehalte entgegen­ gebracht, lediglich hohe ­Kosten oder zu lange Projekt­ laufzeiten werden teilweise

als negative Folgewirkung ­erachtet. „Nachhaltigkeit wird zuse­ hends ein zentraler Bestandteil vieler Unternehmensstrate­ gien. Das bedeutet einerseits die Unternehmens­aktivitäten nachhaltig zu gestalten, aber andererseits auch die Unter­ nehmensfinanzierung ent­ sprechend zu planen. Hier wer­ den wir den Dialog rund um Nachhaltigkeit und grüne Fi­ nanzierungen weiter intensi­ vieren und unseren Kunden passende Kapitalmarkt- oder Kreditprodukte anbieten,“ er­ klärt Willibald Cernko, Firmen­ kundenvorstand der Erste Bank Oesterreich.

Mehr Geldwäsche mit Kryptowährungen Immer häufiger gehen bei den Behörden in Deutschland Ver­ dachtsmeldungen zur Geld­ wäsche mit Kryptowährungen wie Bitcoin ein. Die Zahl solcher Verdachts­ fälle bei der Geldwäsche-Spe­ zialeinheit des Zolls (FIU) hat laut dem deutschen Finanz­ ministerium seit 2018 deut­ lich zugenommen. Das geht aus der Antwort des Ministeri­ ums auf eine FDP-Anfrage hervor. Demnach lag die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsmel­ dungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen 2018 noch bei rund 570. Im Jahr 2020 waren es bereits rund 2050. Das sei eine „zum ge­ samten Meldungsaufkommen

überdurchschnittliche Steige­ rung“. Die EU will tätig werden Belastbare Erkenntnisse über den Gesamtumfang der mit Kryptowährungen begange­ nen Geldwäsche oder Terroris­ musfinanzierung gebe es nicht, erklärte das Ministeri­ um. Grundsätzlich könnten aber alle Kryptowährungen zur Geldwäsche genutzt wer­ den. Um das einzudämmen, will die EU-Kommission neue Beschränkungen für Bitcoin und andere Währungen ein­ führen. Transfers von Krypto­ werten sollen so vollständig nachverfolgbar werden. Ano­ nyme digitale Geldbörsen – sogenannte Wallets – sollen verboten werden.

Transfers von Kryptowährungen sollen nachvollziehbar werden.

Das Problem der Geldwäsche in Europa ist enorm. „Schät­ zungen zufolge belaufen sich verdächtige Transaktionen in­ nerhalb Europas auf mehrere Hundert Milliarden Euro“, teilte jüngst der Europäische Rechnungshof mit. Geld, das zumeist mit Leid verbunden verdient wird – etwa durch Zwangsprostitution, Men­ schen- und Waffenhandel, Drogengeschäfte oder Erpres­ sung – wird so in den norma­ len Wirtschaftskreislauf ge­ schleust. Mehr Erpressungsversuche FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sagte, ein Teil der ge­ stiegenen Verdachtsmel­ dungen sei damit zu begrün­ den, dass der Kryptomarkt größer geworden sei und zu­ nehmend etablierte Institute einstiegen, die Verdachtsfälle konsequenter meldeten. Zu­ gleich würden die Abgründe des Kryptomarkts deutlich: „Gerade die zunehmenden Er­ pressungsversuche im Mittel­ stand, bei denen Hacker Com­ puter verschlüsseln und erst gegen Lösegeld in Form von Kryptowährungen wieder frei­ geben, haben die Sensibilität für das Geldwäscheproblem noch einmal erhöht.“ Die Strafverfolgungsbehörden müssten sich stärker mit Kryptowährungen auseinan­ dersetzen, sagte Schäffler der Deutschen Presse-Agentur.

Die steigende Lebenserwartung stellt die Pensionskassen vor große Herausforderungen.

Schweizer Pensionskassen sind trotz der Krise gut aufgestellt Die Pensionskassen in der Schweiz haben sich in der Corona-Krise gut behauptet ­ und bleiben finanziell weiter­ hin solide aufgestellt. Die ultratiefen Zinsen berei­ ten den Kassen aber nach wie vor große Sorgen. Die Pensi­ onskassen hätten das Jahr 2020 positiv abgeschlossen und seien gut ins 2021 gestar­ tet. Grund dafür ist die gute Entwicklung an den Finanz­ märkten. Zu diesem Schluss kommt der Pensionskassen­ berater Complementa in der jährlich durchgeführten „Risiko Check-up-Studie“. Dabei hat sich der Deckungs­ grad der von Complementa betrachteten 443 Pensions­ kassen verbessert, wie erste

veröffentlichte Ergebnisse der Studie zeigten. Im ver­ gangenen Jahr stieg er im Durchschnitt um 2,5 Prozent­ punkte auf 110,6 Prozent. Und in den ersten vier Mona­ ten 2021 legte der Wert ge­ schätzt um weitere 2,8 Punkte auf 113,4 Prozent zu. Hoher Deckungsgrad Damit liege der Deckungs­ grad so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht mehr, schreibt Complementa. Die Kennzahl gibt dazu Auskunft, zu wie viel Prozent die Verpflich­ tungen einer Vorsorgeein­ richtung an einem bestimm­ ten Stichtag mit Vermögens­ werten gedeckt sind. Es geht also darum, ob die Institute in der Lage sind, künftige

Rentenzahlungen bedienen zu können. Die Entwicklung an den Fi­ nanzmärkten hat maßgeb­ lich zur Stärkung der Finanz­ lage beigetragen. Die Börse erholte sich rasch vom Ein­ bruch des letzten Frühjahrs und so erzielten die Kassen auf ihren Kapitalanlagen im letzten Jahr im Durchschnitt mit 4,7 Prozent eine Rendite, die sogar leicht über dem zehnjährigen Mittel lag. Im neuen Jahr liegt die Rendite nach vier Monaten bereits bei 3,2 Prozent. Doch die Lage in der zweiten Säule bleibt angespannt. Die steigende Lebenserwartung und das niedrige Zinsniveau stellt die Pensionskassen vor große Herausforderungen.


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Freitag, 10. September 2021 Extra

Unsere Experten sehen klare Trends Die Zinsen in Europa verharren weiterhin auf extrem niedrigem Niveau. Währenddessen kann man an den Kapitalmärkten schon lange Zeit hohe Gewinne erzielen. Viele fragen sich, ob dieser Trend noch länger anhalten kann. Weltweit sind Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch: „Die Digitalisierung, neue Techno­ logien, der Klimawandel – viele Megatrends verändern beste­ hende Strukturen und lassen völlig neue Branchen ent­ stehen“, so Wilfried Hopfner, ­Vorstandsvorsitzender der Raiff­eisenlandesbank Vorarl­ berg. Auch das soziale Gefüge verän­ dert sich merkbar. Hinzukom­ men die Folgen der CoronaPandemie: Einige Branchen haben damit zu kämpfen, wäh­ rend andere bereits zu neuen Höhenflügen ansetzen. Zeiten so großer und rascher Umbrü­ che verunsichern Menschen, gerade auch solche, die ihr ­Erspartes anlegen wollen. Wil­

fried Hopfner weiter: „Beim ­ igenen Vermögen geht es um e viel. Mehr denn je ist es des­ halb heute wichtig, keine Anla­ ge von der Stange, sondern die für sich passende Investitions­ möglichkeit zu wählen.“ Sie zu finden, verlangt eine hohe Ex­ pertise und ständig aktuelles Wissen. Der richtige Einstiegszeitpunkt An den Kapitalmärkten scheint die Corona-Pandemie schon längst überwunden zu sein. Wer sein Geld dort veran­ lagt hat, darf sich über starke Gewinne freuen. Doch wie sieht es mit jenen aus, die ihr Vermögen noch auf dem Spar­ konto haben? Die Kursent­ wicklungen an den Börsen machen gerade jene stutzig, die ihr Geld noch nicht veran­ lagt haben. Doch Wilfried Hopfner beru­ higt. Er kennt den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in die Kapitalmärkte: „Die rich­ tige Zeit ist jetzt. Jetzt begin­ nen und immer wieder – am

besten regelmäßig – weiter in­ vestieren. Dabei empfiehlt es sich auch, auf ein breiteres An­ lagespektrum zu setzen. Weni­ ger Momentaufnahmen sind daher für den richtigen Zeit­ punkt ausschlaggebend als vielmehr nachhaltige Ent­ wicklungen.“ Corona hat ge­ zeigt, wie schnell sich Aktien­

Es gibt eine breite Palette nachhaltiger Veranlagungen.

N

Die „Hüterin des Frankens“ in Bern.

märkte von einer globalen Krise erholen können. Selbst Anleger, die unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Pande­ mie ihr Erstinvestment umge­ setzt haben, freuen sich mitt­ lerweile über gestiegene Ver­ mögenswerte. Damit wird eines deutlich: Nicht die Frage ab wann, als vielmehr ob und

Gute Aussichten Anleger wie Analysten fragen sich, wie es mit den Börsen­ kursen weitergeht. Bei Raiffei­ sen erwartet man eine langfris­ tig positive Entwick­ lung. Ein Ende des Zinstiefs ist nicht in Sicht. Während die

Notenbanken die Zinsen wei­ terhin niedrig halten werden, wird die Wirtschaft wachsen. Für alle, die ihr Geld anlegen, sind dies gute Aussichten. „Entscheidend jedoch ist es, auf individuelle Vermögens­ konzepte zu setzen und Chan­ cen sowie Risiken richtig zu bewerten. Das Investment ­ muss ganz einfach zur Anlege­ rin und zum Anleger passen“, so Wilfried Hopfner ab­ schließend.

Vorstandschef W. Hopfner.

VO R A R L B E RG

Private Banking.

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Schweizer Notenbank: Expansive Geldpolitik bleibt wichtig

exzellentes Wissen ebenso wie Vernunft, maßgeschneiderte Lösungen sowie den Blick für das richtige Maß.

Trotz der anziehenden Teuerung sieht die Schweizerische Nationalbank (SNB) keinen Grund, von ihrer Geldpolitik abzurücken. Obwohl sich die Schweizer Wirtschaft sehr gut erholt habe, seien die Produktionskapa­ zitäten nicht voll ausgelastet, sagte SNB-Di­ rektoriumsmitglied Andréa Maechler in einem Interview der Zeitung „Le Temps“. „Und das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben.“ Bei einer Teuerung von 0,9 Prozent brauche es nicht viel, um die Inflationsrate wieder in den negativen Bereich zu drücken. „Deshalb ist die Beibehaltung einer expansiven Geld­ politik so wichtig.“ Die Notenbank setzt seit mehr als sechs Jahren auf den historisch tiefen Negativzins und Fremdwährungs­ käufe, um eine für die exportabhängige Wirtschaft des Landes schädliche Aufwer­ tung zu bekämpfen.

raiba-privatebanking.at

Produzentenpreise in China steigen stark Die chinesischen Industriebetriebe haben ihre Preise im August wegen steigender Rohstoffkosten so stark angehoben wie seit 13 Jahren nicht mehr. Die Produzenten­ preise legten um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistik­ amt in Peking mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit August 2008. Die Erzeuger­ preise gelten als Frühindikator für die Ent­ wicklung der Inflation. In der Statistik wer­ den die Preise ab Fabrik geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Die höheren Preise in China könnten auch die europäischen Verbraucher zu spüren bekommen: China ist der größte ImportPartner der Europäischen Union.

wie jemand sein Vermögen in­ vestiert, ist entscheidend. Im­ mer mehr Vorarlberger wissen dies und veranlagen ihr Geld. „Klar zu erkennen ist hierbei der Trend zur nachhaltigen Geldanlage“, unterstreicht Wilfried Hopfner. Gerade da­ für ist Raiffeisen der richtige Partner, weil die Raiffeisen Gruppe seit ihrer Gründung vor über 200 Jahren für Nach­ haltigkeit steht und eine brei­ te Palette nachhaltiger Anla­ gemöglichkeiten anbietet. Vor allem aber ist es für die Vorar­ lberger selbst lukrativ: Sie un­ terstreichen damit ihr Ver­ ständnis für Nachhaltigkeit und ihre ökologische Verant­ wortung und erzielen dabei auch eine finanzielle Rendite.

Gesundes Wachstum, nachhaltige Ernte.


12 Private Banking

Freitag, 10. September 2021 Anzeige

Freundliches Börsenklima im Herbst? Der Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg über aktuelle Trends an den Kapital- und Anlagemärkten, digitale Währungen und was das Anlagejahr 2021 noch bringen wird. Welche Trends sind aktuell an den Finanzmärkten zu beobachten? Karl-Heinz Strube: Die Sommerzeit ist in der Regel nicht die beste Phase an den Finanzmärkten. Bislang ist von einer Sommerflaute allerdings wenig zu spüren, auch trotz angestiegener Volatilität in den vergangenen Wochen. Während die US-Märkte sogar etwas zulegten, verliefen die europäischen Aktienmärkte seitwärts. Chinesische Anleger blicken hingegen auf einen Kursrutsch zurück, der noch massiver ausfiel als der coronabedingte Rückgang im Vorjahr. Die Zentralregierung greift massiv und an mehreren Stellen in das Wirtschaftsgeschehen ein und verunsichert dabei die Anleger stark. Die Akteure an den Rentenmärkten gehen angesichts der aktuellen Nachrichtenlage offenbar davon aus, dass die weltführenden Zentralbanken weiter „Gewehr bei Fuß“ stehen. Nach dieser Lesart wird die Geldpolitik monetäre Injektionen in Form günstiger Liquidität im Zweifel eher länger als kürzer hochdosiert verabreichen. Der Zielkonflikt hierbei: Während hinter dem wirtschaftlichen Aufschwung ein gewisses Fragezeichen steht, nimmt rund um den Globus der Preisdruck zu. Hierauf müssten die Notenbanken

Verlust des eingesetzten Kapitals möglich sind. Wie stehen Sie zu digitalen Währungen? Karl-Heinz Strube: Bei der digitalen Währung wie z. B. dem Bitcoin gab es in letzter Zeit immer wieder Höhenflüge: Tesla-Chef Elon Musk ist ein Fan von Kryptowährungen. Er sorgt mit seinen Nachrichten bei Twitter für Bewegung und auch sein Unternehmen kauft immer wieder große Summen Bitcoins, so wird der Kurs der bekanntesten Digitalwährung weiter befeuert. Bitcoin weist diverse Charakterzüge von Geld, Rohstoffen und Wertpapieren auf und ist deshalb für den Investor schwierig einzustufen. Als hochspekulative Anlageklasse und aufgrund ihrer extremen Schwankungen sehen wir Kryptowährungen als Anlageform besonders kritisch.

Foto: Marcel A. Mayer

Karl-Heinz Strube, Leiter Asset Management Hypo Vorarlberg. gemäß Lehrbuch mit Leitzinsanhebungen reagieren, nicht mit einer weiter üppigen Liquiditätsversorgung. Wie hat sich die Covid-Krise an den Märkten ausgewirkt und was können Anleger in der heutigen Situation tun? Karl-Heinz Strube: Es gibt Corona-Gewinner und -Verlierer. Nach einem starken Ein-

bruch an den Börsen vor einem Jahr konnte die Pandemie die Börsen aber bislang noch nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen. Aktien sind wahrscheinlich heute noch alternativloser, als sie es bereits vor Corona waren. Das heißt aber nicht, dass es bei dieser Anlageklasse keine Risiken gibt. Diese Alternativlosigkeit ist nun scheinbar auch in der

breiten Bevölkerung angekommen: Seit letztem Jahr beobachten wir einen starken Anstieg bei neuen WertpapierInvestoren. Fraglich ist nun, ob sich die Aktienkultur tatsächlich geändert hat oder ob diese Entwicklung nur ein kurzfristiger Trend ist, der in der Folge wieder abebbt. Tatsache ist jedoch, dass klassische Geld-

anlagen auf Tagesgeldkonten aber praktisch keine Zinsen mehr abwerfen. In dieser Situation bieten Dividenden eine Möglichkeit, Gewinne aus dem investierten Geld zu erwirtschaften und somit das eigene Vermögen zu erhalten. Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass bei einem Investment in Aktien hohe Schwankungen bis hin zum

Dürfen wir nach dem kräftigen Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte auf ein weiterhin gutes Börsenklima hoffen? Karl-Heinz Strube: Die über mehrere Quartale zurückgestaute Nachfrage erlebt momentan ihren Durchbruch und die überwiegende Zahl der Wirtschaftsprognosen geht von einer sehr positiven Dynamik für das aktuelle und das kommende Jahr aus. Dies führte auch zu den jüngsten Höchstständen der europäischen und amerikanischen Aktienindizes. Für Irritationen könnten die deutlich gestiegenen Inflationsraten und die Teuerung bei einer Reihe von Basisrohstoffen sorgen. ANZEIGE

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