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2021_07_31_Festspielzeitung

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Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

2. Ausgabe Juli 2021

ERÖFFNUNG Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete die 75. Bregenzer Festspiele.

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Rigoletto als Spiel auf dem See Interview mit Michel Van der Aa Kunst und Kultur am Bodensee

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GELUNGENER START IN DIE SAISON Arrigo Boitos Oper „Nero“ sorgte für einen spektakulären Auftakt.

te Saison startete. Die Besucherinnen und Besucher erwartet in den nächsten Wochen noch ein abwechslungsreiches Programm auf den Bregenzer Bühnen. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie die Filmoper „Upload“ von Michel Van der Aa. Im Interview auf Seite 10 erzählt er, um welche wichtigen Fragen des Lebens es darin geht. Egal für welche Aufführung Sie sich entscheiden, ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit bei den Bregenzer Festspielen!

Einmal mehr luden die Bregenzer Festspiele am 21. Juli zur traditionellen Eröffnung im Festspielhaus. Auch wenn die Live-Übertragung auf den Platz der Symphoniker dieses Jahr coronabedingt ausfallen musste, konnte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die 75. Bregenzer Festspiele wie gewohnt im Rahmen des Festaktes eröffnen. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den Sparten Politik, Wirtschaft und Kultur ließen sich das alljährliche Highlight im Bregenzer Veranstaltungskalender nicht entgehen. Am Abend feierte Arrigo Boitos Oper Nero als Oper im Haus Premiere, bevor tags darauf auch Rigoletto als Spiel auf dem See in seine zwei-

Herzlichst Ihre

Beate Rhomberg

INHALT

Rigoletto Jede Menge Lob für das Spiel auf dem See.

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Musik und Poesie: Zwei Aufführungen sind im Seestudio noch zu sehen. 14

Alexandra Uhlig verbringt heuer ihre 33. Festspielsaison in Bregenz.

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Schauspielerin Brigitte Urhausen im Interview.

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Eröffnung Mit einem Festakt wurden die 75. Bregenzer Festspiele eröffnet.

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Ausstellung: Kunstmuseum Lindau zeigt derzeit Werke von Marc Chagall.

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Interview Regisseur und Komponist Michel Van der Aa im Gespräch.

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Bregenz. Kultur-Potpourri am Bodensee.

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Impressum

Festspielzeitung. Herausgeber: Russmedia Verlag GmbH; Layout: Nicol Metzler; Redaktion und Umsetzung: Beate Rhomberg (beate.rhomberg@ russmedia.com); Fotos: Philipp Steurer (Titelbild), Beate Rhomberg, Bregenzer Festspiele, Julia Wesely, Katharina Prochart, Dietmar Stiplovsek, Sarah Wijzenbeek, Dutch National Opera, HABE-Quartett, Alexandra Serra, Markus Tretter, visitbregenz, Christiane Setz, Udo Mittelberger. Anzeigenberatung: Manfred Schmid (manfred.schmid@russmedia.com), Boris Sinn (boris.sinn@russmedia.com). Die nächste Ausgabe der Festspielzeitung erscheint am 13. August 2021. Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Fotos: Beate Rhomberg

„GANZ GROSSES OPERNSPEKTAKEL“ Auch in der zweiten Spielsaison sorgte Philipp Stölzls Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper Rigoletto für Begeisterung in der Presse.

Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass es an der Inszenierung von Rigoletto in diesem Jahr in den Details leichte Änderungen geben wird. „Es ist noch dichter und noch brillanter geworden“, verriet Intendantin Elisabeth Sobotka vorab im Interview und sollte damit Recht behalten. Tatsächlich gelang es Philipp Stölzl hier und da die Szenen noch klarer herauszuheben. Mit Julia Jones dirigiert erstmals eine Frau das Spiel auf dem See und hat die Wiener Symphoniker dabei hervorragend unter Kontrolle. „Giuseppe Verdis Rigoletto als Spiel auf dem See wird bei den Bregenzer Festspielen als eine

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der ganz großen Inszenierungen in Erinnerung bleiben. Schon die Bühne hat das Zeug eines ikonenhaften Bildes“, zeigte sich unter anderem auch die Augsburger Allgemeine von der Aufführung begeistert. DIE GESCHICHTE Als Hofnarr des lüsternen Herzogs amüsiert sich Rigoletto. Seine Tochter Gilda sperrt er zu Hause ein, um sie vor anderen Männern zu schützen. Monterone, dessen Tochter der Herzog geschändet hat, verflucht Rigoletto für dessen spottende Worte. Nichts ahnend wird er zum Helfer bei Gildas Entführung, die dem Herzog als Eroberung gebracht wird. Sie sieht die Zuwendung des Herzogs als Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Dieser aber hat einen Mörder beauftragt, um den Liebschaften des Herzogs ein Ende zu bereiten. Als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er erneut dessen zynisches Credo „La donna è mobile“ und fürchtet um das Leben seiner Tochter. Philipp Stölzl betont in seiner Inszenierung Verdis

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Kontraste zwischen Spektakel und Kammerspiel. Dem zirkushaften Treiben auf dem Fest, der waghalsigen Entführung und dem nächtlichen Sturm stehen innige Szenen zwischen Vater und Tochter sowie Gilda und dem Herzog gegenüber.

„Rigoletto“ von Giuseppe Verdi Musikalische Leitung: Enrique Mazzola, Daniele Squeo Inszenierung: Philipp Stölzl Bühne: Philipp Stölzl, Heike Vollmer Kostüme: Kathi Maurer Licht: Georg Veit, Philipp Stölzl Stunt- und Bewegungsregie: Wendy Hesketh-Ogilvie Mitarbeit Regie: Philipp M. Krenn Chorleitung: Lukáš Vasilek | Benjamin Lack Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Der Herzog von Mantua: Stephen Costello, Sergey Romanovsky, Pavel Valuzhin Rigoletto: Scott Hendricks, Vladimir Stoyanov, Franco Vassallo Gilda: Stacey Alleaume, Mélissa Petit, Ekaterina Sadovnikova Sparafucile: Goderdzi Janelidze, Miklós Sebestyén Maddalena/Giovanna: Rinat Shaham, Katrin Wundsam


33 SAISONEN AM BODENSEE

Vier Fragen an Alexandra Uhlig, Mitglied der Wiener Symphoniker. Seit 75 Jahren gibt es die Bregenzer Festspiele, genauso lange währt die Zusammenarbeit mit den Wiener Symphonikern. Alexandra Uhlig reist mit dem renommierten Orchester seit dem Sommer 1986 an den Bodensee, lediglich unterbrochen von zwei Jahren Karenz und einem Jahr Lockdown. Die stellvertretende Soloflötistin ist bei Rigoletto, Nero und den Orchesterkonzerten im Einsatz.

sowie am großen Freizeitwert, wenn See und Berge so nah beieinander liegen. Ich erledige hier alles mit dem Fahrrad, was ich in Wien nicht mache. Und wie viele meiner Orchesterkollegen verbringe ich in der letzten Augustwoche noch Urlaub in Vorarlberg, bevor es zurück nach Wien geht. Mittlerweile habe ich hier eine kleine Wohnung geerbt und fühle mich dadurch noch mehr zu Hause.

Sie spielen derzeit Ihre 33. Festspielsaison in Bregenz. Wird das auf die Dauer nicht langweilig? Alexandra Uhlig: Nein, ich kehre immer sehr gern zurück. Das liegt am Festival und seiner Atmosphäre

Sie haben die Wiener Symphoniker mit einer großen Familie verglichen. Wie familiär geht es denn zu? Uhlig: Schon sehr. Man muss sich in jeder Situation aufeinander verlassen können. Das fängt bei Themen wie

dem Dienstplan an und setzt sich erst recht beim Spielen fort. Es kommt auf ein gutes Verständnis füreinander an. In Bregenz ist die beste Zeit, sich auch einmal privat zu treffen. Das ist ein großes Miteinander und wirkt sich natürlich positiv auf die musikalische Qualität aus. Wenn wir gemeinsam musizieren, kommunizieren wir auf vielfältige Weise, teilen Energie und Inspiration. Wenn nötig helfen wir einander. Was zeichnet denn ein gutes Orchester aus? Uhlig: Es geht darum, dass man miteinander ein Ziel verwirklicht – im Idealfall noch mit einem Dirigenten, der das Beste aus den Musikern herausholt. Er muss seine ganze Persönlichkeit, seine sozialen und musikalischen Fähigkeiten einbringen und alle Fäden zusammenhalten. Es ist wie in einer Zweierbeziehung: Die Chemie muss passen. Wenn das gegeben ist, kommt etwas Großartiges zustande.

Foto: Julia Wesely

Worauf kommt es als Orchestermusikerin an? Uhlig: Einerseits ist eine konsequente Vorbereitung entscheidend, andererseits ein Höchstmaß an Spielfreude. Hier in Bregenz ist eine gute Kondition wichtig. Oper ist nicht unser normales Geschäft, wir spielen bis auf wenige Ausnahmen unser symphonisches Repertoire. Daher braucht es zu Probenbeginn mehr Flexibilität und Energie, um sich auch auf Bühne und Sänger einzustellen.

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Aus Liebe zur Braukunst

Fotos: Katharina Prochart

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FESTSPIELFLAIR IN DER BREGENZER INNENSTADT Schön dekorierte Schaufenster erinnern überall in Bregenz an die Festspiele.

Anfang Juli erhielten Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft Bregenz (WIGEM) Plakate und Dekorationsartikel von den Bregenzer Festspielen und dem Bregenzer Stadtmarketing – die Innenstadt wird seitdem von den Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen feierlich herausgeputzt. Nicht nur am und um den Platz der Wiener Symphoniker kommt Festspielstimmung auf, sondern auch in den dekorierten Schaufenstern der Bregenzer Altstadt. Die Straßen sind mit bunten Festspielfahnen geschmückt, Rigoletto-Plakate und Würfel zieren die Auslagen und Geschäftsräume der Läden. KREATIVER FESTSPIELSCHMUCK Abseits der offiziellen Deko-Artikel findet man auch künstlerische Eigenkreationen in den Schaufenstern. In der Auslage des „Cafe Götze“ etwa ist eine Miniaturabbildung des Rigoletto-Bühnenbildes ausgestellt, die Schokoladenmanufaktur „Xocolat“ hat das Zirkusthema aufgegriffen und ihr Schaufenster in eine kleine Manege verwandelt. Vor allem Rigolettos Kopf begegnet einem beim Spaziergang durch die Innenstadt häufig – in der Auslage des Kindermodengeschäfts „Der Kleine Sagmeister“ kann sogar eine kleine Clownskopf-Ausstellung bewundert werden: Im Rahmen eines Kulturprojektes für Kinder entstanden viele bunte Köpfe und Ballone, die während der Festspielzeit dort ausgestellt sind.

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Prominente Gäste aus den Sparten Politik, Kultur und Wirtschaft waren bei der Festspieleröffnung anzutreffen. V. l.: Landeshauptmann Markus Wallner und Sonja. Der Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy mit seiner Frau Astrid. Bürgermeister Michael Ritsch mit Yvonne. Die Modeunternehmer Gebhard und Heidrun Sagmeister mit Gretl und Alt-LH Martin Purtscher.

Fotos: Philipp Steurer, Dietmar Stiplovsek

„RECHT AUF KUNST UND KULTUR“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete die 75. Bregenzer Festspiele. Nach vielen Monaten der Pandemie sprach Bundespräsident Van der Bellen am Mittwoch, den 21. Juli bei der Eröffnungsfeier über Zusammenhalt, Gleichberechtigung und über die Klimakrise. „Es tut gut, wieder persönlich durch Österreich zu reisen und das eine oder andere im persönlichen Kontakt mit den Menschen zu besprechen“, freute sich das Staatsoberhaupt über den Besuch in Vorarlberg. Die Bregenzer Festspiele, denen er zum 75. Geburtstag gratulierte, würdigte er als „das“ Festival der Zweiten 8

Republik, das das Kulturverständnis der Republik widerspiegle. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler bezeichnete Eröffnungen als „immer etwas Besonderes“ – gerade in der aktuellen Zeit. Im Zentrum seiner Gedanken stand das 75-Jahr-Jubiläum des Festivals: „75 Jahre Bregenzer Festspiele bedeuten 75 Jahre ein höchst engagiertes Abenteuer. Die Bregenzer Festspiele bedienen das Grundbedürfnis des Menschen nach künstlerischer Erfahrung, sowohl in der Ausübung als auch im Genießen“,

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so der Festspielpräsident. Dabei verwies er auch auf das verbriefte Recht auf Kunst und Kultur in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Kultur bleibe sinnvoll, zweckvoll, brauchbar, ja unverzichtbar. AUSZUG AUS DEM PROGRAMM Die live im Fernsehen übertragene Eröffnung profitierte vom Humor des Bundespräsidenten und den Darbietungen der Festspiel-Künstler. Besonders gut kam wie in den vergangenen Jahren Moderator Nikolaus Habjan


Neben den Eröffnungsreden gab es wieder Auszüge aus dem diesjährigen Festspielprogramm zu sehen. Besonders gut kam auch in diesem Jahr der Moderator, Puppenspieler und Pfeifer Nikolaus Habjan an. Das Programm wurde für alle Interessierten live im Fernsehen übertragen.

an, der mit seiner Handpuppe (der Diva „Lady Bug“) für beste Unterhaltung sorgte. Ebenso prägend wie die Reden waren für die Eröffnungszeremonie aber die Auszüge von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Festspielprogramm. So gab es unter anderem Darbietungen aus Rigoletto und Nero. Die Wiener Symphoniker präsentierten einen Auszug aus Richard Wagners „Das Rheingold“. Zu sehen und zu hören waren außerdem Eindrücke aus anderen Produktionen wie Michel van der Aas

Filmoper „Upload“ oder den Theaterstücken „Michael Kohlhaas“ (Heinrich von Kleist) und „Lohn der Nacht“ (Bernhard Studlar). Von Gioachino Rossinis Oper „Die Italienerin in Algier“ wurde das Finale des ersten Akts gezeigt, einen ersten Einblick gab es auch in Alexander Moosbruggers Oper „Wind“, die in Bregenz uraufgeführt wird. Eine Uraufführung bei der Eröffnung war auch „In freier Natur“ von Marcus Nigsch, „eine Schwärmerei zum 75-Jahr-Jubiläum der Festspiele“. Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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„ICH MAG DIESEN PLATZ ZWISCHEN LEBEN UND TOD“ Philosophie und Science-Fiction: der Komponist und Regisseur Michel Van der Aa erzählt in seiner Oper Upload von einer Vater-TochterBeziehung und spannt einen Bogen vom Sinn des Lebens zu künstlicher Intelligenz. Im Interview erzählt er, was ihn an Technik reizt und was ihn wirklich berührt. Der Protagonist der Oper Upload möchte unsterblich werden, indem er seinen Geist nach seinem Tod in eine Art Cloud hochlädt. Wie sind Sie auf das Thema gekommen? Michel Van der Aa: Vor einigen Jahren habe ich über genau diese Idee gelesen: Die theoretische Möglichkeit, seinen Geist nach dem eigenen Tod hochzuladen – mich hat diese

Foto: Sarah Wijzenbeek

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Vorstellung nicht mehr losgelassen. Und da entstand irgendwann der Wunsch, eine Oper daraus zu machen. Ich bin ein Nerd, ein Technikfreak, mich interessiert, was in den Wissenschaften gerade los ist und welche technische Neuerungen es gibt. Ich habe mich dann mit den beiden Dramaturgen, Madelon Kooijman und Niels Nuijten zusammengesetzt und angefangen, zu dem Thema weiter zu recherchieren. Die Oper handelt von der Endlichkeit des Lebens. Sie sind Anfang 50, hätten Sie auch eine Oper über den Tod schreiben können, als Sie noch jünger waren? Van der Aa: Ja. Ich mochte diesen Platz zwischen Leben und Tod, zwischen Himmel und Erde schon immer. Ein sehr interessanter Ort, den es lohnt, genauer zu betrachten. Ich habe ein Triptychon aus drei Opern gemacht, die erste hieß Afterlife, die zweite Sunken Garden. Upload ist nun der Abschluss. Wen wollen Sie erreichen: Die Jungen, die an die technischen Neuerungen gewöhnt sind, oder die Alten, die sich Gedanken über das Ende des Lebens machen? Van der Aa: Ich möchte natürlich beide Gruppen ansprechen. Mein Opernpublikum ist zum Glück sehr divers, vom Alter her und von den Interessen. Da kommen nicht nur strenge Opernfreunde im klassischen Sinne, sondern auch Menschen, die sich für Visual Art interessieren oder für Filmkunst. Meine Stücke behandeln immer Dinge, die mich persönlich faszinieren. Und dann hoffe ich, dass das viele andere Menschen anspricht und interessiert. Bei Upload sind es tiefe philosophische Fragen.

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Was ist denn die philosophische Essenz des Stückes? Van der Aa: Die Frage, was es heißt zu leben. Der Vater und Protagonist der Oper denkt zu Beginn, dass es nicht unbedingt einen Körper braucht, um zu existieren. Seine Tochter sieht das aber ganz anders. Sie möchte nicht, dass irgendjemand hochgeladen wird, und ist überhaupt nicht mit der Sicht ihres Vaters auf das Leben einverstanden.

„Meine Stücke behandeln immer Dinge, die mich persönlich interessieren.“ MICHEL VAN DER AA Komponist und Regisseur

Aber es könnte doch jeder so entscheiden, wie er oder sie es für richtig hält? Van der Aa: Eigentlich schon, aber die Entscheidung der Tochter wird ein großes Problem für den Vater: Seine Tochter wird älter werden und sterben, er jedoch beziehungsweise sein Upload, wird für immer im gleichen Alter bleiben. Ihm wird immer klarer, dass das ein hartes Los für ihn sein wird. Und eine einsame wie auch immer geartete Existenz. Muss man sich mit künstlicher Intelligenz auskennen, um Gefallen an Upload zu finden? Van der Aa: Nein, gar nicht. Ich wollte keine Geschichte über die Möglichkeiten der Technologie erzählen. Ich wollte ein anderes, vielleicht größeres Thema anfassen: Was macht uns zu Menschen? Braucht man einen Körper, um Mensch zu sein?


Der Vater in der Oper versucht, durch den Upload ein Trauma zu überwinden, um glücklicher zu sein. Ist das permanente Streben nach Glück im Leben sinnvoll? Van der Aa: Auch das ist eine der Fragen, die sich im Stück stellen. Würde man die Menschen von ihren Traumata befreien, wären sie dann noch dieselben? Es sind schließlich auch die schrecklichen Erlebnisse, die unsere Persönlichkeit formen und ausmachen. In der Oper sehen wir: Die Suche nach ständiger Glückseligkeit geht nicht unbedingt gut aus. Das lasse ich als Cliffhanger jetzt mal so stehen. Warum erzählen Sie von einer Tochter und ihrem Vater und nicht etwa von einer Mutter und ihrem Sohn? Van der Aa: Wir haben lange im Team darüber diskutiert, in welchem Verhältnis die Protagonisten zueinander stehen sollen. Am Ende erschienen uns Vater und Tochter unter den psychologischen Aspekten am interessantesten. Er ist alleinerziehend, eine Mutter kommt nicht vor. Die Entscheidung, seinen Geist hochzuladen, fällt er ganz allein. Darüber entfacht sich ein Streit. Ihr Stück ist eine „Filmoper“. Was kann man sich darunter vorstellen? Van der Aa: Die Inszenierung hat eine filmische Ebene. Aber der Film wird nicht so eingesetzt, dass die Handlung auf der Bühne stoppt und wir einen Film präsentieren. Der Film hilft, den Raum auf der Bühne zu vergrößern.

Neben Filmsequenzen verwenden Sie eine Menge technischer Effekte. Welcher ist der eindrucksvollste? Van der Aa: Jeder elektronische Effekt, die Filme, all die multimedialen Dinge stehen im Dienst des Librettos: Sie sollen die Geschichte möglichst gut erzählen. Mir ist lieber, wenn das Publikum nach Hause geht und über die philosophischen Themen diskutiert, als wenn es nur von der großartigen Bühne schwärmt.

Foto: Dutch National Opera

Haben Sie auch Antworten auf Ihre Fragen gefunden? Van der Aa: Das Stück gibt dem Zuschauer keine Antworten darauf. Aber es gibt Anregungen, um sich selbst auf die Suche nach Antworten zu machen. In der Oper geht es immer wieder um die Vor- und Nachteile des ewigen Lebens. Auch die ethischen Implikationen einer Kopie eines Menschen. Ist die Kopie immer noch der gleiche Mensch? Hat die Kopie die gleichen Rechte wie die biologische Version der Person? Auch ohne Körper?

Warum dann nicht auf diese Effekte verzichten? Van der Aa: Wir sind täglich mit so viel raffinierter Technik umgeben, sind ständig mit unseren iPhones beschäftigt – unsere gesamte Kommunikation läuft über Technik. Es wäre komisch, keine technischen Neuerungen auf der Bühne zu verwenden. Deshalb möchte ich als Regisseur im Jahr 2021 alle diese Werkzeuge nutzen. Im 19. Jahrhundert haben die Komponisten auch die Tuba und das Schlagwerk zu ihren Werken hinzugefügt – völlig neue Erfindungen zu dieser Zeit. Ich nutze in meiner Inszenierung Motion-Capture-Verfahren und 3D-Filme. Das ist eigentlich genau das Gleiche. In welchen Klangwelten bewegt sich Upload? Van der Aa: Die Vertonung beruht auf einem kammermusikalischen Ensemble, elektronische Klänge erweitern den Sound. Es geht von einem Solo der Hammondorgel bis zu großen orchestralen Klängen, die das Publikum komplett umhüllen. Sie haben komponiert, inszeniert, sich um das Filmskript gekümmert: Es scheint, Sie halten gerne alle Fäden in der Hand. Welchen Part hätte am ehesten eine künstliche Intelligenz übernehmen können? Van der Aa: Keinen. Ich will eine ganz persönliche Geschichte erzählen. Das ist mir viel wichtiger als die ganze Technologie. Ich möchte die Menschen berühren und das kann nur ein Mensch richtig gut. Bisher zumindest.

„Upload“ Filmoper (2021) Michel van der Aa Dauer: ca. 1 1/2 Stunden (ohne Pause) Vater: Roderick Williams Tochter: Julia Bullock Musikalische Leitung: Otto Tausk Komposition/Inszenierung/Libretto: Michel van der Aa Bühne/Licht: Theun Mosk Kostüme: Elske van Buuren Dramaturgie: Madelon Kooijman, Niels Nuijten Bildregie: Joost Rietdijk Motion Capture/Echtzeitgrafik: Darien Brito VFX Supervisor & Fractal Artist: Julius Horsthuis Ensemble Musikfabrik Aufführungen: Donnerstag, 29. Juli (Premiere) Freitag, 30. Juli, 20 Uhr Werkstattbühne

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BREGENZ

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SEHENSWÜRDIGKEITEN 1

Festspielhaus mit Seebühne

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Gefangenenhaus

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vorarlberg museum

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Ehreguta-Platz

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Kunsthaus Bregenz

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Deuringschlössle

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Theater am Kornmarkt

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Seeanlagen

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Pfänder (Talstation)

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Stadtpfarrkirche St. Gallus

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Oberstadt

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Herz-Jesu-Kirche

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Rathaus

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Seekapelle

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Leutbühel

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Nepomukkapelle

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Vorarlberger Landhaus

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Martinskapelle/Martinsturm

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Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis

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Evangelische Kreuzkirche

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Altes Rathaus

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Strandbad

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CasinoStadion

Mehrerauer-Straße

VERANSTALTUNGEN

Casino Dinner & Casino

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BeachBar Bregenz beim Musikpavillon Strandbar mit Urlaubsfeeling. Geöffnet bis Mitte September

E/15 Seeanlagen Brunch mit Livemusik im Wirtshaus am See, BeachBar Bregenz und bewirteter Fischersteg F

KUB Billboards Künstler Anri Sala (bis 10. Oktober)

G/2 vorarlberg museum Sonderausstellung „Auf eigene Gefahr. Vom riskanten Wunsch nach Sicherheit“

Galerie Lisi Hämmerle Wechselnde Ausstellungen

M/5 Pfänder Alpenwildpark Pfänder bei freiem Eintritt. Die Bahn fährt täglich von 8 bis 19 Uhr. N

Magazin4 Ausstellung: Anna Jermolaewa (bis 5. September)

O/8 Leutbühel Jeden Mittwoch und Samstag findet ein regionaler Markt statt P

Hard, CH

Galerie Arthouse Ausstellung: Martin Pohl (bis 28. August)

Bregenz Tourismus Tickets für die Bregenzer Festspiele und diverse andere Veranstaltungen

Q /6 Martinsturm/Oberstadt Sonderausstellung: „Kann denn Baden Sünde sein?“

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Sonnenkönigin Captains Brunch (22. August), Sunset Lounge (5. August)

R/10 Palais Thurn & Taxis Ausstellung: Karl-Heinz Ströhle (bis 5. September)

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K/4 Theater am Kornmarkt Schauspiel, Bregenzer Festspiele „Ihr seid bereits eingeschifft“ (13., 14. und 15. August)

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Hohentwiel Festspiel-Gourmetfahrten

Kunsthaus Bregenz Ausstellung: Anri Sala (bis 10. Oktober)

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A/1 Festspielhaus mit Seebühne Bregenzer Festspiele „Rigoletto“

Dornbirn, Lauterach

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Lochau, Lindau (D)

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Thalbachstraß

Wolfeggstraße

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Landeskrankenhaus Bregenz

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Das HABE-Quartett, bestehend aus Musikern der Wiener Symphoniker, ist im Rahmen von „Musik und Poesie“ am 1. August zu Gast in Bregenz.

MUSIK UND POESIE

Am 1. und 8. August finden die letzten beiden Aufführungen der Sparte „Musik & Poesie“ statt.

Programm 1. August, 19.30 Uhr Verdi – Boito– Faccio HABE-Quartett Violine: Alexander Burggasser Violine: Ai Miwa Viola: Johannes Flieder Violoncello: Michael Vogt Sprecher: Olaf A. Schmitt 8. August, 19.30 Uhr Gold – Geld – Gier Erzähler Michael Köhlmeier Klavier Gabriel Meloni Seestudio im Festspielhaus 14

Giuseppe Verdi und Arrigo Boito waren hinsichtlich ihrer musikdramatischen Ideen nicht immer einer Meinung. Anlässlich der Uraufführung von Franco Faccios erster Oper im Jahr 1863 warf Boito Verdi vor, den Altar der Kunst beschmutzt zu haben. Doch 1881 arbeiteten alle drei Künstler bei der Uraufführung von Otello erfolgreich zusammen: Boito als Librettist, Verdi als Komponist, Faccio als Dirigent. Das vielstimmige Verhältnis dieser Musiker kommt in ihren Briefen und Texten zum Ausdruck. Dazu spielt das HABEQuartett, bestehend aus Musikern der Wiener Symphoniker, Verdis einziges Streichquartett und Faccios wohl lange nicht aufgeführtes Quartett — ein weit gespannter Bogen von Faccios Hamlet über Verdis Rigoletto zu Boitos Nero ist damit am 1. August um 19.30 Uhr im Seestudio zu hören. Der Sprecher an

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diesem Abend ist mit Olaf A. Schmitt ebenfalls kein Unbekannter. GOLD, GELD, GIER Seine aufwendig erbaute Burg Walhall muss der Göttervater Wotan in Richard Wagners „Das Rheingold“ mit dem geraubten Gold und dem daraus geschmiedeten Ring bezahlen, dessen Machtversprechen er keinesfalls aus der Hand geben möchte. Der sogenannte Vorabend von Wagners „Der Ring des Nibelungen“ ist auch vom in seiner Zeit aufkommenden Kapitalismus inspiriert. Dessen Analyse durch den Philosophen Karl Marx in Das Kapital prägt bis heute politisches Denken. In gewohnt umfassenden Gedanken erzählt der Schriftsteller Michael Köhlmeier von Gold und Geld. Seine Worte werden begleitet von Franz Liszts Walhall und anderen Musikstücken.


TEMPOREICH, WITZIG, ÜBERRASCHEND Lohn der Nacht von Bernhard Studlar ging als Siegerstück aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz hervor.

Marc Chagall –

zielle Entscheidungen treffen auf Welterklärungsversuche am Würstelstand. VORBOTE FÜR MADAME BUTTERFLY Aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz geht Bernhard Studlars Lohn der Nacht als Siegerstück hervor. Gemeinsam mit den Bregenzer Festspielen wurde ein Theatertext zum Thema „Die Arroganz des Kapitals“ gesucht. Ursprünglich für denselben Sommer wie die Neuinszenierung von Giacomo Puccinis Madame Butterfly auf der Seebühne geplant, kommt der Text nun als Vorbote dieser Oper zur Uraufführung. Die Koproduktion mit dem Theater KOSMOS in Bregenz wird anschließend auch an den weiteren Spielstätten der Theaterallianz zu erleben sein.

Paradiesische Gärten

Marc Chagall, Nelkenstrauß mit Liebespaar in Grün (Detail), 1950 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Eine Operndiva und Mutter, allein mit ihren Gefühlen und ihrer Kinderfrau, ein selbstbewusster Fußballstar im Sportwagen und ein korrekter Polizist, ein einsamer Mann, der sich an einem Brückengeländer und einer Bierdose festhält. Temporeich, witzig und überraschend verknüpft der in Wien geborene Autor Bernhard Studlar in seinem jüngsten Stück verschiedene Figuren und Orte. Während die Sängerin seit über einem Jahr wieder auf der Bühne agiert, glaubt sie ihr Kind in sicherer Obhut im Hotelzimmer. Die junge Kinderfrau mit dem Kinderwagen jedoch macht in der nächtlichen Stadt unerwartete Begegnungen, wovon die Diva nach der Vorstellung beim Champagner mit einem Mäzen nichts ahnt. Existen-

„Lohn der Nacht“ Bernhard Studlar Uraufführung Koproduktion mit dem Theater KOSMOS Clara Lilly Prohaska Diva Zeynep Buyrac Billie Lara Sienczak Mimo Luka Vlatkovic Mäzen/Kopf Marcus Thill Polizist /Bier Till Frühwald Inszenierung Jana Vetten Bühne | Kostüme Eugenia Leis Aufführungen: 5. August (Premiere), 6. August und 7. August, je 20 Uhr im Theater Kosmos Tickets: www.bregenzerfestspiele.com

© Bregenzer Festspiele / Lisa Kloos, Kathrin Grabher

Glückwunsch zum gelungenen Bühnenbild

Wir waren verantwortlich für den Kopf sowie die Tragkonstruktion und bedanken uns herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen. Biedenkapp Stahlbau GmbH

Am Rathausplatz 4, 6850 Dornbirn www.biedenkapp-stahlbau.at


Die aus dem Tatort bekannte Schauspielerin Brigitte Urhausen kam für die Produktion Michael Kohlhaas erstmals nach Bregenz. Foto: Alexandra Serra

„HÄTTE MAN AUF DIE FRAUEN GEHÖRT“ Schauspielerin Brigitte Urhausen im Interview.

Brigitte Urhausen kennt das TV-Publikum seit zwei Jahren als TatortKommissarin in Saarbrücken. Mit der Koproduktion Michael Kohlhaas kam die Luxemburgerin nach Bregenz. Regisseur Andreas Kriegenburg ließ das Stück bewusst von zwei Frauen erzählen. War diese weibliche Zurechtrückung gegenüber der Novelle mit ausschlaggebend für Sie, bei dieser Produktion mitzumachen? Brigitte Urhausen: Es gab mehrere Gründe, warum ich bei diesem Projekt zugesagt habe. Es ist ja auch eine Koproduktion mit den Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, und ich hatte große Lust, einmal mit Andreas Kriegenburg zu arbeiten. Es gab ein erstes Treffen, wo er ganz klar gesagt hat, dass er die weibliche Sicht hervorheben möchte, dass er überhaupt kein Interesse daran hat, dass die Frauen Nebenrollen spielen und untergehen in dieser Männerwelt. Es ist nun mal eine sehr männerlastige Novelle. Es gibt nicht viele Frauen, sie kommen auch nicht groß drin vor, haben aber wichtige Funktionen. Es sind sehr starke Frauen. Wenn man auf die Frauen gehört hätte, wäre das alles anders ausgegangen. 16

Welche Sicht auf die Person Michael Kohlhaas überwiegt für Sie: Opfer oder Täter? Urhausen: Es gab zwei Phasen. Als ich die Novelle gelesen habe und auch noch am Anfang der Probezeit habe ich ihn noch komplett als Opfer gesehen. Dieses tief empfundene Gefühl von Ungerechtigkeit und dass so Rachegefühle entstehen können, das kann ich menschlich total nachvollziehen. Natürlich muss irgendwann der Punkt kommen, wo man sich sagt: Jetzt steht es in keinem Verhältnis mehr, vor allem ab dem Moment, wo er seine ganze Familie für die Sache opfert. Er ist letztendlich beides, Opfer und Täter. Auf der Seite der Guten stehen Sie als Hauptkommissarin Esther Baumann im Saarbrückner „Tatort“. Wie kam es dazu und wird man durch so eine Rolle dem Theater untreu? Urhausen: Es hat sich ergeben, wie es sich bei uns Schauspielern sehr oft ergibt: Ich hatte eine Nebenrolle im vorletzten Tatort mit Devid Striesow als Kommissar. Das war mit Regisseur Christian Theede, der dann auch das neue Team zusammengestellt hat. Damit kannten mich alle, ich war bei

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denen auf dem Schirm und bekam eine Einladung zum Casting – das hat dann geklappt. Für eine Frau habe ich relativ spät angefangen mit Film und Fernsehen. Natürlich versuche ich, mir einen Namen zu machen. Durch den „Tatort“ spüre ich, dass es ein bisschen mehr wird, man erfährt mehr Aufmerksamkeit. Doch für mich will ich das Theater nicht aufgeben, es ist mir viel zu wichtig. Sie standen 2020 für eine Folge der ARD-Serie „WAPO Bodensee“ vor der Kamera, die noch nicht ausgestrahlt ist, kommen jetzt zu den Bregenzer Festspielen. Hatten Sie vorher je mit dem Bodensee etwas zu tun? Urhausen: Ich muss ehrlich sagen, überhaupt nicht. Für den Dreh für die „WAPO Bodensee“ war ich das erste Mal in meinem Leben am Bodensee und musste feststellen: Warum eigentlich nicht früher? Es ist wirklich wunderschön! Ich habe mir gedacht, da könnte man einmal Urlaub mit den Kindern machen. Auch die Bregenzer Festspiele waren mir ein Begriff, aber ich war nie dort. Es wird somit eine große Premiere für mich in jeder Hinsicht, deshalb freue ich mich auch sehr darauf.


25 JAHRE ZEPPELIN MUSEUM IN LINDAU

Fredi’s Käslädele im Herzen von Bregenz

Seit einem Vierteljahrhundert steht das Museum für Innovation, Technik und Kunst. Erleben Sie in der Ausstellung das Fliegen nach dem Prinzip „Leichter als Luft“ und versuchen Sie sich an den Experimentierstationen und dem Flugsimulator. Die erfolgreiche Geschichte des Zeppelin-Konzerns und seiner Pioniere zeigt, wie technische Innovationen entstanden und der Kult um den Zeppelin seit über einem Jahrhundert gefeiert wird. Highlight ist die Teilrekonstruktion des LZ 129 Hindenburg. Über das Fallreep steigt man in die nach historischen Plänen in Originalgröße nachgebauten Passagierbereiche der LZ 129 und kann so hautnah erleben, wie man sich als Passagier dieser innovativen Luxusliner der Lüfte fühlte. SOMMERAUSSTELLUNG „BEYOND STATES“ In der aktuellen Sonderausstellung „Beyond States. Über die Grenzen von Staatlichkeit“ (bis 7. November 2021) erfahren Sie, wie das Museum innovative transdisziplinäre Wechselausstellungen zu seinem Markenzeichen erhoben hat. Haben Sie schon einmal mit einem Spion telefoniert? Aus welchen Nationalitäten setzt sich Ihr digitaler Fingerprint zusammen? Wussten Sie, dass es auch in Deutschland unklare Grenzen gibt? Kennen Sie die ersten Grenzverletzungen der Luftfahrt und wissen Sie, ab welcher Höhe sich Grenzen auflösen? In der Ausstellung werden diese und weitere Fragen beantwortet, diskutiert und durch künstlerische Positionen reflektiert. INFORMATIONEN Zeppelin Museum Seestraße 22, 88045 Friedrichshafen Tel.: +49 (0)7541 3801 0 Weitere Informationen und aktuelle Öffnungszeiten auf www.zeppelin-museum.de

Sie möchten nicht nur guten, sondern ausgezeichneten Käse? Dann ist Fredi’s Käslädele immer einen Besuch wert. Hier finden Sie die vielfach prämierten Alma Käsespezialitäten und viele weitere Gusto-Stücke aus Vorarlberg, Österreich und der ganzen Käsewelt. Wer Käse liebt, wird bei uns glücklich!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Fredi’s F di’ Kä Käslädele · Deuringstraße 9, 6900 Bregenz DI & FR 08:30–13:00 Uhr & 14:00 –18:00 Uhr · MI & DO 09:30–13:00 Uhr & 14:00 –18:00 Uhr · SA 08:00–13:00 Uhr · Montag geschlossen www.alma.at/fredis

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Vom Ballon zum Luftschiff ZM 2021.

Foto: Zeppelin Museum/Tretter

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PROGRAMMPLAN 30. JULI BIS 22. AUGUST 2021 Infos und Tickets erhalten Sie unter Tel. +43 5574 407-6 • www.bregenzerfestspiele.com Termin

MIT BUS UND BAHN ZU DEN FESTSPIELEN Das Festspielticket ist gleichzeitig eine Gratisfahrkarte für Bus und Bahn. Genuss bereits bei der Anreise garantiert das Festspielticket: Es gilt am Tag des Aufführungsbesuchs als Gratisfahrkarte für Bus und Bahn in ganz Vorarlberg sowie ab Lindau. Bequem und entspannt erreichen Festspielgäste so den Bahnhof Bregenz, der nur drei Gehminuten von der Seebühne entfernt liegt. Nach Vorstellungsende bringen die öffentlichen Verkehrsmittel die Besucherinnen und Besucher zum Ausgangspunkt zurück, teilweise stehen dafür auch Sonderlinien zur Verfügung. Genau Fahrzeiten auf www.bregenzerfestspiele.com/de/ besuch/faq.

EINFÜHRUNGEN Um 19 Uhr und um 19.30 Uhr vor dem Spiel auf dem See geben Beteiligte der Aufführung auf der Seebühne einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Handlung und die Komposition des Werks. Gäste erfahren Geheimnisse der Inszenierung und technische Details. 18

Veranstaltung

Veranstaltungsort

Fr.

30. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr..

30. Juli

20.00 Uhr

Upload

Werkstattbühne

Sa.

31. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So.

1. August

09.30 Uhr

Festspielfrühstück

Seefoyer

So.

1. August

11.00 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So.

1. August

19.30 Uhr

Musik & Poesie

Seestudio

So. 1. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo. 2. August

19.30 Uhr

Nero

Festspielhaus

Di.

3. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 4. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do.

5. August

20.00 Uhr

Lohn der Nacht (Premiere)

Theater KOSMOS

Do. 5. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr.

6. August

20.00 Uhr

Lohn der Nacht

Theater KOSMOS

Fr.

6. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa.

7. August

11.00 Uhr

Lesung B. Fassbaender

Seestudio

Sa.

7. August

20.00 Uhr

Lohn der Nacht

Theater KOSMOS

Sa.

7. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So.

8. August

11.00 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So.

Seestudio

8. August

19.30 Uhr

Musik & Poesie

So. 8. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Di. 10. August

21.00 Uhr

Konzert im KUB

Kunsthaus Bregenz

Di. 10. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 11. August

17.30 Uhr

Alles nicht wahr

Festspielhaus

Mi. 11. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do. 12. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr.

13. August

16.00 Uhr

Ihr seid bereits eingeschifft

Seestudio

Fr. 13. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa. 14. August

16.00 Uhr

Ihr seid bereits eingeschifft

Seestudio

Sa. 14. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 15. August

09.30 Uhr

Festspielfrühstück

Seefoyer

So. 15. August

11.00 Uhr

Brass eroico

Festspielhaus

So. 15. August

16.00 Uhr

Ihr seid bereits eingeschifft

Seestudio

So. 15. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo. 16. August

19.30 Uhr

Die Italienerin in Algier (Premiere)

Theater am Kornmarkt

Di. 17. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 18. August

19.30 Uhr

Die Italienerin in Algier

Theater am Kornmarkt

Mi. 18. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do. 19. August

20.00 Uhr

Wind (Premiere)

Werkstattbühne

Do. 19. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr.

20. August

19.30 Uhr

Die Italienerin in Algier

Theater am Kornmarkt

Fr.

20. August

20.00 Uhr

Wind

Werkstattbühne

Fr. 20. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa. 21. August

19.30 Uhr

Die Italienerin in Algier

Theater am Kornmarkt

Sa. 21. August

20.00 Uhr

Wind

Werkstattbühne

Sa. 21. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 22. August

11.00 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So. 22. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele


AUSSTELLUNG IM BAROCKSAAL Die Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte zeigen ihre neuesten Werke.

Ansitz Wellenstein am Bodensee – das ist der Ort, wo Skulpturen, Objekte und Bilder entstehen, ihren Anfang finden, ihre Wirkung entfalten. Wo das anfänglich schwere Metall gebogen wird, in Handarbeit mit viel Gefühl und Liebe für jedes Detail aufgebaut wird. Hier beginnt der Charakter zu reifen, die Farben zu leuchten, die Formgebung zu leben. Ein Tanz der Gefühle – in Kombination mit klaren Linien und freien Formen – das ist es, was die beiden Künstlerschwestern ausmacht. VERSCHIEDENE STILRICHTUNGEN Das Gesamtwerk von Mercedes und Franziska Welte ist ebenso komplex wie umfangreich und umfasst zahlreiche

Werke in verschiedenen Stilrichtungen und Materialitäten. Von Skulptur über Objekt, Wandplastiken bis hin zu Bildern, oder kleinen Design Klassikern... erleben Sie Kunst im außergewöhnlichen Flair des über 450 Jahre alten Schlösschens in Lochau. Auch der Skulpturengarten ist geöffnet. INFORMATIONEN Öffnungszeiten: 21.7. bis 22.8. 2021 Tägl. 12 bis 19 Uhr Adresse: Wellenstein 1, 6911 Lochau NONOS art.design.gallery Mercedes und Franziska Welte office@nonos.at www.nonos.at

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Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Genießen Sie die unvergleichliche Atmosphäre am See und überzeugen Sie sich von unserer kreativen Küche.

Die Bregenzer Festspielzeitung bietet Ihrem Unternehmen ein äußerst werbewirksames Umfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit und reservieren Sie sich schon jetzt einen Platz für Ihre Anzeige. Die nächste Ausgabe erscheint am 13. August 2021 Ich informiere Sie gerne über alle Details: Manfred Schmid, Tel. 0676 88005-195, manfred.schmid@russmedia.com

Unser hausgemachter Apfelsaft wurde mit der Genusskrone 2014/2015, Landessieger Vorarlberg, ausgezeichnet. Die Genusskrone ist neben der Vorarlberger Landesprämierung die höchste Auszeichnung für regionale Lebensmittel. Seerestaurant Glashaus Am See 1 I 6973 Höchst Tel. 05578 72590 glashaus@ggassner.at www.seerestaurant-glashaus.at

Öffnungszeiten: Montag Ruhetag Di.–Sa.10 bis 22 Uhr Sonn- und Feiertag 9 bis 22 Uhr


KUNST AM SEE ERLEBEN

Direkt am schönen Bodenseeufer können Gäste bei freiem Eintritt regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen besuchen. Durch das Zusammenspiel von Kunst, Architektur und Genuss ist das Würth Haus Rorschach eine einzigartige Erlebniswelt für die ganze Familie. Das Forum Würth Rorschach ist der museale Teil des Hauses und zeigt regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen. Basis aller Aktivitäten ist die über 18.500 Werke umfassende Sammlung Würth. Einblick in die Ausstellung „Lust auf mehr“.

Forum Würth Rorschach Churer Straße 10 CH-9400 Rorschach Öffnungszeiten: April bis Sept.: tägl. 10 bis 18 Uhr Okt. bis März: Di. bis So. 11 bis 17 Uhr Eintritt frei Tel. +41 71 225 10 70 rorschach@forum-wuerth.ch www.wuerth-haus-rorschach.ch 20

NEUES AUS DER SAMMLUNG WÜRTH Die Ausstellung „Lust auf mehr – Neues aus der Sammlung Würth zur Kunst nach 1960“ zeigt alles: das Spektakuläre, das Stille, das Arrivierte, das noch Aufstrebende. Sie präsentiert ausgewählte Neuerwerbungen von Gegenwartskunst seit den 1960er-Jahren sowie aktuelle zeitgenössische Arbeiten. Die Schau zeigt eine Bandbreite internationaler Künstlerinnen und Künstler, insbesondere aus den USA und Deutschland. Gehen Sie mit auf Entde-

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

ckungsreise und erkunden Sie die weitverzweigte Welt der Sammlung Würth. SKULPTURENGARTEN GEÖFFNET Der Skulpturengarten des Forum Würth Rorschach lädt zu entspannten Spaziergängen direkt am Bodenseeufer ein. Genießen Sie die Idylle am Wasser und entdecken Sie Skulpturen von Niki de Saint Phalle, Horst Antes, Henry Moore u. v. m. TOLLER BLICK AUF DEN SEE Das Würth Haus Rorschach liegt direkt am Bodensee-Radweg. Radfahrerinnen und Radfahrer sind herzlich willkommen und dürfen gerne eine kleine Verschnaufpause einlegen. In gemütlicher Atmosphäre laden das KunstCafé und die herrliche Terrasse mit leckeren Köstlichkeiten zum Verweilen ein. Eine wohltuende Ergänzung nach oder vor einem Rundgang durch die Ausstellungen.


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Marc Chagall, 1955, Foto: Philippe Halsman © Halsman Archive/ Magnum

Marc Chagall, Der Lustgarten, Blatt 34 des Künstlerbuchs „Daphnis & Chloe“, 1956–1961, Horst und Gabriele Siedle-Kunststiftung, Foto: Bernhard Strauss, Freiburg, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

„PARADIESISCHE GÄRTEN“ Marc Chagall, vorbereitende Gouache für die Lithografie Sirene und Fisch (Nizza und die Côte d'Azur, CS 28), 1956 - 1960, Gouache und Pastell auf Papier, Privatbesitz Marc Chagall © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Ausstellung Marc Chagall „Paradiesische Gärten“ Kunstmuseum Lindau Maximilianstraße 52, 88131 Lindau (B) Telefon: +49 8382 274747850 kunstmuseum@kultur-lindau.de www.kultur-lindau.de Öffnungszeiten 5. Mai bis 31. Oktober 2021, Mo. bis So. von 10 bis 18 Uhr Zeitfensterreservierung reservation.kultur-lindau.de 22

Die aktuelle Sonderausstellung im Lindauer Kunstmuseum zeigt „Paradiesische Gärten“ des Malerpoeten Marc Chagall.

Mit seiner diesjährigen Sonderausstellung gewährt das Lindauer Kunstmuseum seinen Besucher(inne)n einen Einblick in das Paradies. Denn vom bis 31. Oktober sind auf der Insel unter dem Titel „Paradiesische Gärten“ Werke des beliebten Malerpoeten Marc Chagall zu sehen. Mit seiner unverwechselbaren Bildersprache und der Schönheit seiner Farben prägt Chagall (1887 bis 1985) die Kunst des 20. Jahrhunderts als einer der ganz großen Meister der Moderne. Dabei ist es Kurator Roland Doschka einmal mehr gelungen, außergewöhnliche Werke nach Lindau zu holen. BERÜHMTE ILLUSTRATIONEN Die Lindauer Kunstausstellung zeigt Chagalls berühmte Illustrationen der antiken Liebesgeschicte „Daphnis und Chloe“ des griechischen Autors Longos. In diesem wertvollen lithografischen Zyklus aus 42 Blättern feiert Chagall ein wahres Fest der Farben und der

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Fantasie. Darüber hinaus werden rund 25 herausragende Originalwerke gezeigt, die zum Teil aus dem Besitz der Familie Chagall stammen. Die Ausstellung beleuchtet die Schaffenszeit zwischen 1950 bis 1970 und zeigt, wie Chagall auch als reifer Künstler mit verschiedenen Techniken virtuos experimentiert und damit sein großes Werk bereichert. GROSSE SONDERAUSSTELLUNGEN Das Lindauer Kunstmuseum setzt mit der Chagall-Ausstellung die Reihe seiner großen Sonderausstellungen fort. Seit 2011 zeigt das Museum Lindau Kunst der Klassischen Moderne und hat mit Pablo Picasso, Joan Miró, Emil Nolde, Henri Matisse, Paul Klee, August Macke, Friedensreich Hundertwasser und Otto Modersohn & Paula Modersohn-Becker mehr als 650.000 Besucher(inne)n begeistert.


Fotos: visitbregenz/Setz, Mittelberger, Tretter

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1 Die geschichtsträchtige Kirchstraße in Bregenz. 2 Der Martinsturm in der Oberstadt. 3 Kunsthaus Bregenz. 4 Den Sonnenuntergang in den See-

anlagen genießen. 5 Schifffahrt im Bregenzer Hafen starten. 6 Fahrt mit der Pfänderbahn. 7 Romantische Stimmung beim Fischersteg.

KULTUR-POTPOURRI AM BODENSEE

Bregenz bietet historisches Flair, moderne Architektur und ein reiches Kulturangebot. Das ganze Jahr über ist die Stadt Magnet für Kulturbegeisterte aus dem In- und Ausland – Hauptanziehungspunkt bilden dabei die Bregenzer Festspiele. Das Kunsthaus Bregenz oder das vorarlberg museum haben als moderne, architektonische Glanzstücke bereits auf den ersten Blick einiges zu bieten. Gibt man der Neugierde nach und begibt sich ins Innere, wird schnell klar, dass hier international anerkanntes Kunst- und Kulturprogramm dirigiert wird. Daneben gehören Spezialitätenmärkte und musikalische Events genauso zum Stadtleben wie der Spaziergang in den Bregenzer

TIPPS DER REDAKTION

Das sollten Sie gesehen haben!

Seeanlagen, die nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt sind. NACH HERZENSLUST EINKAUFEN Der Einkaufsbummel in Bregenz gestaltet sich entspannt in der Fußgängerzone, sowie in vielen fußläufig zu erreichenden Straßenzügen rund ums Zentrum. Hier gibt es sie noch, die kleinen Boutiquen für Mode und Accessoires – zum Stöbern und Kramen. Daneben finden sich Concept Stores und Fachgeschäfte, für die einfach schönen oder auch praktischen Dinge im Leben. In der neu gestalteten Kirch- und Römerstraße reihen sich charmante Stores für

Mode, Interieur und Genuss. Die historisch anmutende Anton-Schneider-Straße bietet mit ihren Restaurants und Geschäften eine schöne Kulisse zum Verweilen. VIELFÄLTIGE GASTRONOMIE Die Gastronomieszene in Bregenz ist so vielfältig wie die Stadt selbst: Cafés, Bistros, Bars und Restaurants mit den unterschiedlichsten kulinarischen Wurzeln haben sich hier einen Namen gemacht. Von der ehrlichen, guten Gasthaus-Küche über Traditionskaffeehäuser bis hin zur asiatischen Fusionsküche bleiben keine Genuss-Wünsche offen.

Top-Sonnenuntergänge beispielsweise vom Fischersteg aus, am Badesteg an der Pipeline oder auf einem der Schiffe.

Fotomotiv: Die schmalste Hausfassade Europas – mit nur 57 Zentimetern – finden Sie in der Kirchstraße 29. Ein echter Hingucker!

Martinsturm in der Oberstadt: Das Wahrzeichen von Bregenz – und zugleich die größte Turmzwiebel Europas.

Das Kloster Mehrerau ist das bedeutendste Zisterzienserkloster am Bodensee: Die jahrhundertealte Bibliothek und die prächtigen Räume sind beeindruckend.

Die älteste Badeanstalt am Bodensee „Milli“ strahlt ein besonderes und erlebenswertes Flair aus. Hier kann man sich an heißen Tagen im Bodensee erfrischen.

Panoramawanderung auf den Pfänder: Viele Wege führen auf den Pfänder. Einer davon von Lochau aus über den Haggen mit vielen tollen Blicken auf den Bodensee.

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Bodenseepromenade Bregenz

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