05/2021 | Ausgabe N° 1
Start in die Alpsaison Sibratsgfäller Spezialitäten Schweine in Freilandhaltung Das Brot des Rheintals Unsere Land- und Forstwirtschaft. Wertvoll fürs Land.
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N° 1 | 05/2021
Inhalt
EIN TIERISCHES IDYLL Auf dem Zangerlhof in Rankweil genießen Schweine, Weiderinder, Hühner, Enten und Gänse ihr Leben. Seite 14
Alpsaison Start in die Alpsaison 23 Sennalpen halten Ländle Alpschweine. Viele von ihnen bieten auch Direktverkauf und Bewirtung an.
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Richtiges Verhalten beim Alpbesuch 10 Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh. So steht dem Alpbesuch nichts im Weg.
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Ländle Alpschwein – der Alpsommer beginnt! 23 Sennalpen halten Ländle Alpschweine. Viele von ihnen bieten auch Direktverkauf und Bewirtung an.
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ALTBEWÄHRTES NEU ERLEBEN
Regionale Produkte Vom Milchbuben zum gereiften Experten Geschäftsführer Max Bereuter begleitet die Entwicklung der Dorfsennerei Sibratsgfäll seit vier Jahrzehnten.
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Eine „Rüsselbande“, die ihre Nase überall hineinstecken darf Am Zangerlhof in Rankweil leben Schweine ganz natürlich unter freiem Himmel. Auch Weiderinder, Hühner, Enten und Gänse leben am Hof.
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Vom „Brot des Rheintals“ zum kulinarischen Kulturgut Einst war der Riebelmais als „Arme-LeuteGetreide“ verschrien. Dank Richard Dietrich feierte er sein fulminantes Comeback.
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Beerenzeit! Erdbeeren von Karg und Heidelbeeren der Familie Sohm tragen das Ländle Gütesiegel. Wir informieren über Erntezeit und Verkaufsstandorte.
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Frühkartoffeln Bei vielen Ländle Gütesiegel Partnern gibt es in Kürze wieder Frühkartoffeln.
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Wir gehen – unser Geschäft bleibt Mit Michael Hagspiel haben Daniela und Werner Fessler einen perfekten Nachfolger für die Ländle Gemüsekiste gefunden.
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Richard Dietrich hat sich zum Ziel gesetzt, Vorarlberger Rohstoffe zu wahren Kostbarkeiten zu veredeln. Seite 16
REGIONALES IN DER KANTINE Die Betriebsküche der illwerke vkw AG in Vandans wurde mit 4 Gabeln bei „Vorarlberg am Teller“ ausgezeichnet. Seite 30
Köstliches Ländle In unserer neuen Rubrik präsentieren wir allerlei Köstlichkeiten mit Ländle Gütesiegel. So schmeckt Vorarlberg!
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„nochgfrogt“ Hannes Royer vom Verein „Land schafft Leben“ sprach mit luag über die Lebensmittelkennzeichnung im Handel und in der Gastronomie. luag 4
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Gelebte Solidarität S
eit über einem Jahr stehen wir unter dem gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Druck der COVID-19-Pandemie. In einem gewissen Rahmen hat man gelernt mit all den notwendigen Einschränkungen und Herausforderungen umzugehen, aber nicht damit zu leben. Das ist auch gut so, denn wir alle hoffen, dass sich die Lage in den kommenden Monaten deutlich entspannt und wir gemeinsam die Pandemie in den Griff bekommen. Ein Stück der so ersehnten Normalität liefern unsere Bäuerinnen und Bauern. Überall im Land beginnt es auf den Feldern zu wachsen und zu blühen, man sieht wieder Tiere auf den Weiden und täglich werden in der Region frische, gesunde Lebensmittel in der von Bauernhand gepflegten Naturlandschaft erzeugt. Mit viel Innovationsgeist und Engagement sind durch die Pandemie bestehende Partnerschaften mit dem Handel, Gastronomie und Tourismus vertieft und ganz neue Vermarktungswege beschritten worden. Die große Wertschätzung und die gelebte Solidarität mit unseren Bäuerinnen und Bauern von Seiten der Bevölkerung in diesen schwierigen Zeiten freut uns sehr. Agrarpolitisch stehen wir weiter vor großen Herausforderungen. Ein Beispiel ist die jüngste Krise der heimischen Holzwirtschaft. Auch hier zeigt sich, ähnlich dem Milchmarkt, dass wenige globale Player international die Preise diktieren und dadurch regionale Holzlieferanten mit Preisen konfrontieren, die eine nachhaltige und wirtschaftlich rentable Holzbringung massiv bedrohen. Hier muss man entgegensteuern und z. B. Holzbau und Energiegewinnung mit Holz aus Vorarlberger Wäldern noch stärker forcieren als bisher. Auch der Kampf für faire Lebensmittelpreise oder europaweit einheitliche Qualitätsstandards in Sachen Nachhaltigkeit, Lebensmittelqualität und Tierschutz sind nach wie vor in Diskussion. Im April wurde vom Gesundheitsminister unsere Forderung nach verpflichtenden Angaben zur Herkunft der Primärzutaten Fleisch, Milch und Eiern in Speisen in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und in verpackten Lebensmitteln in den Entwurf zur Kennzeichnungspflicht aufgenommen.
Vorarlberg am Teller Bei regionalen Produkten aus dem Vollen schöpfen In der Kantine der illwerke vkw in Vandans werden die Gäste von Küchenchef Reinhard Fürst mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnt.
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Wissen Mais & Riebel | Fakten Woher stammt Mais ursprünglich? Und was unterscheidet den Vorarlberger Riebelmais von modernen Züchtungen?
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Gemüse neu entdeckt Kennen Sie Mairüben? Mit dem Siegeszug der Kartoffel verloren sie an Bedeutung. Jetzt erleben die vielseitigen Rüben ein Revival.
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Das Gute liegt so nah Wer Wert auf ausgewogene Ernährung legt und auf die Umwelt schaut, ist bei den Vorarlberger Gemüsegärtnern gut aufgehoben.
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Service Erntekalender Unser Erntekalender zeigt, was in Vorarlberg wann erntefrisch oder aus Lagerung erhältlich ist. Rezepttipp Ländle Riebel Gugelhupf Mairübchen-Crèmesuppe
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Aktuell Milch-Gewinnspiel Am 1. Juni ist Weltmilchtag! Gewinnen Sie einen von fünf Körben voller Milchprodukte.
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Wandertipp Alpwanderung in Bezau
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spiel n in w e G h c Mil auf Seite 12
Dass dies nach langen Verhandlungen endlich gelungen ist, bedeutet für Bauern und Konsumenten einen lang erhofften Schritt in Richtung Transparenz, Qualität und Vertrauen. Über all dem schwebt aber nach wie vor die Pandemie, die nur durch eine gemeinsame Anstrengung zu besiegen sein wird. Deshalb unterstützt die Landwirtschaftskammer Vorarlberg auch ganz bewusst die Impfkampagne des Landes Vorarlberg, damit wir bald wieder im Kreis von Familie und Freunden unsere wunderbaren bäuerlichen Spezialitäten ohne Einschränkungen genießen können.
Josef Moosbrugger Präsident der Landwirtschaftskammer Vorarlberg luag 5
Start in die Alpsaison
Die Vorarlberger Alpwirtschaft ist ein hohes Kulturgut – ein artenreicher Lebensraum, der naturnah bewirtschaftet wird.
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ie heimische Alpwirtschaft ist geprägt von der großen Verantwortung unserer Älplerinnen und Älpler für Mensch, Tier und Natur. Gepflegte Alpweiden, hochwertige Alpprodukte sowie eine vielfältige Alpkultur sind Markenzeichen einer lebendigen Alpwirtschaft, welche unser Land seit Generationen auszeichnet.
Lange Tradition mit vielen Alpsennereien
zu schließen. Güterwege dienen in erster Linie der Bewirtschaftung von Wald und Alpe und sind daher freizuhalten.
Auf ein gutes Miteinander Werden bestimmte Verhaltensregeln eingehalten, steht einem guten Miteinander nichts im Wege. Bei mitgeführten Hunden beispielsweise gilt: Egal, ob groß oder klein – ein Hund wird von Weidetieren als Feind, als Wolf, angesehen. Dieser natürliche Instinkt ist vor allem bei Mutterkühen zum Schutz der Kälber besonders ausgeprägt. Dabei ist wichtig, sich niemals schützend vor einen Hund zu stellen. Gegen ein ausgewachsenes Rind oder Pferd hat man keine Chance.
Die Vorarlberg Alpwirtschaft ist im internationalen Vergleich mit ihrer hohen Dichte an Melk- und Sennalpen etwas ganz Besonderes. Etwa ein Drittel der Vorarlberger Milchkühe verbringen den Sommer auf der Alpe. Aber auch sonst wird die Tradition hochgehalten. So gibt es immer noch 80 Alpen, die nicht mit dem Auto erreichbar sind.
Vorarlbergs Alpwirtschaft in Zahlen
Erholungsraum Alpen Immer mehr Leute nutzen diesen Raum zur Erholung. Hinzu kommt, dass sich die Art und Weise der Fortbewegung im alpinen Raum verändert hat, z. B. durch Mountainbikes, den Downhill-Trend oder Hunde als Weggefährten. Umso wichtiger ist es, sich richtig zu verhalten, z. B. die markierten Wanderwege zu benützen, Viehtränken nicht als Waschtröge oder Hundebadewannen zu nutzen und die Viehgatter luag 6
Bewirtung und Verkauf Viele Vorarlberger Alpen bieten ihre Alpprodukte auch vor Ort zum Verkauf an (Direktverkauf und/oder SB-Kühlschränke) und bewirten ihre Gäste mit allerlei selbstgemachten und regionalen Köstlichkeiten (z. B. Käse, Wurst, Speck, Jausenplatten, Most, Säfte, Sirup u.v.m). Die Älplerinnen und Älpler im Ländle freuen sich auf Ihren Besuch!
Fotos: © Weissengruber & Partner
Etwa 1.000 Älplerinnen und Älpler ziehen über den Sommer mit dem Vieh – insgesamt etwa 40.000 Tiere, drei Viertel davon Rinder – auf die Vorarlberger Alpen. Das gesamte Vorarlberger Alpgebiet hat eine Fläche von ca. 1.050 Quadratkilometer. Davon werden ca. 500 Quadratkilometer alpwirtschaftlich genutzt – dies ist ungefähr die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Ländle.
www.sichere-almen.at luag 7
Ländle Alpschwein - der Alpsommer beginnt! Auch diesen Sommer halten 23 Vorarlberger
BIZAU | Unterhirschbergalpe, T 0664/456 15 81
Sennalpen wieder Ländle Alpschweine. Viele
Direktvermarktung: Käse, Milchprodukte, Landjäger/Wurst
Älplerinnen und Älpler bewirten zudem Gäste
Bewirtung:
mit allerlei Köstlichkeiten und verkaufen ihre
kalte Speisen (Brettljause, Sirup), im Außenbereich
Besonderheiten:
kleiner Spielplatz mit Sandkasten
Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
Produkte direkt auf der Alpe. AU | Alpe Sack, T 0664/320 57 95 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte, Käse, Butter, nach telefonischer Vorbestellung keine Bewirtung Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
DAMÜLS | Ragazalpe, T 0664/504 87 46 Direktvermarktung: Käse Bewirtung:
kalte Getränke, im Außenbereich
Besonderheiten:
Besichtigung der Käseherstellung (nur mit Voranmeldung)
Alpsaison:
Erste Juniwoche – Mitte September
BEZAU | Alpe Kassa Wildmoos, T 0664/581 84 00 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte, Käse und Milchprodukte, Regionales und Selbstgemachtes (Sirup, Süßmost, Sig, selbstgemachtes Brot) Bewirtung:
Jausenteller, draußen und drinnen
Besonderheiten:
Spielplatz, Sandkasten, Ziegen
Alpsaison:
Ende Mai – Anfang September
BEZAU | Alpe Stongen, T 0664/113 12 10 Direktvermarktung: Käse und allerlei Selbstgemachtes wie beispielsweise Bärlauchpesto u.v.m. (Kühlschrank und bei Bewirtung) Bewirtung:
kalte Speisen (Brettljause), nur draußen
Besonderheiten:
Tiere
Alpsaison:
Mitte Juni – Anfang September
BIZAU | Sattelegg Alpe, T 0664/134 93 18 Direktvermarktung: Käse Bewirtung:
ab und zu im kleinen Rahmen, im Innenbereich
Besonderheiten:
Schaukel, Kälber
Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
BIZAU | Stoggertenn Alpe, T 0664/183 80 92
EGG | Alpe Andlis Brongen, T 0664/408 56 34 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte nach telefonischer Vorbestellung keine Bewirtung Besonderheiten:
Sandkaste, Trampolin, bei Käseherstellung kann zugeschaut werden
Alpsaison:
Mitte Mai – September
EGG | Alpe Gemeine Brongen, T 0664/585 49 23 Direktvermarktung: Alpschwein, Käse und Milchprodukte auf Vorbestellung und bei Bewirtung
Direktvermarktung: Alpkäse und Milchprodukte, Speck, Wurst
Bewirtung:
Gaststube und Terrasse Bergfrühstück auf Voranmeldung
Bewirtung:
Getränke und kalte Speisen, im Außenbereich
Besonderheiten:
Besonderheiten:
Führungen, Ziegen
Übernachtungsmöglichkeit Streichelzoo, Spielplatz Alperlebnis auf Voranmeldung (Dauer 1,5 h) um die Alpe kennenzulernen
Alpsaison:
Juni – Anfang September
Alpsaison:
Mitte Mai – Anfang September
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EGG | Alpe Untere Falz, T 0664/136 77 20 Direktvermarktung: Milch, Milchprodukte, Käse (Verkaufsvitrine) Bewirtung:
Getränke und kalte Speisen im Innen- und Außenbereich
Besonderheiten:
Spielplatz, Zwergschafe und Hasen
Alpsaison:
Anfang Juli – Anfang September
FRASTANZ | Alpe Parpfienz Direktvermarktung: Käse und Milchprodukte Bewirtung:
kalte Speisen und Getränke im Innen- und Außenbereich
Besonderheiten:
Spielplatz
Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
SATTEINS | Alpe Gulm-Gävis, T 0664/274 44 60 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte auf telefonische Vorbestellung, Käse, Butter nur im Sommer Bewirtung:
nur ab und zu im kleinen Rahmen
Alpsaison:
Alpe Gulm Ende Mai – Ende Juni und Anfang Sept. – Mitte Sept. Alpe Gävis Ende Juni – Anfang Sept.
SCHNEPFAU | Weissenbachalpe, T 0664/238 05 84 Direktvermarktung: Duroc Freilandschwein (nur Pakete auf Vorbestellung), Alpkäse, Alpbutter, Ziegenfrischkäse, Wurst Bewirtung:
Brettljause und Getränke, im Außenbereich
Besonderheiten:
Sennereibesichtigung auf Voranmeldung, Ziegen und Schweine
Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
SCHOPPERNAU | Alpe Althornbach, T 0664/865 49 98 Direktvermarktung: Käse Bewirtung:
in kleinem Rahmen, Getränke
Besonderheiten:
Hasen und Ziegen
Alpsaison:
Juli – September
SCHOPPERNAU | Unterdiedamsalpe, T 0664/441 17 92 Direktvermarktung: halbe Schweine, Käse, Milchprodukte, Sig HITTISAU | Hochleckachalpe Direktvermarktung: Schweinefleisch, Käse, Butter Bewirtung:
kalte Speisen im Außenbereich
Besonderheiten:
Getränkebrunnen
Alpsaison:
Ende Mai – Ende September
HITTISAU | Alpe Gerisgschwend, T 0664/894 32 20 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte, Wurst, Speck, Käse, Frischkäse keine Bewirtung Besonderheiten:
Alpsaison:
Sennereibesichtigungen täglich ohne Anmeldung möglich, kleiner Spielplatz, Tiere Mitte Mai – Ende September
Bewirtung:
im Innen- und Außenbereich Bergfrühstück mit Voranmeldung
Besonderheiten:
Platz mit Hühnern und Liegestühlen
Alpsaison:
Mitte Mai – Anfang September
SCHWARZENBERG | Alpe Oberlose, T 05572/223 43 Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte, Schwein, Rind, Käse, Kaminwurzen, Wurst (Kühlschrank, Fleischpakete auf Voranmeldung) Bewirtung:
keine Bewirtung auf Alpe, jedoch bei der Meierei Gaststätte nebenan
Besonderheiten:
Kälber, Schweine, Ziegen
Alpsaison:
Anfang Juni – Anfang September
SONNTAG | Alpe Ober-Überlut, T 0664/531 91 91
MELLAU | Alpe Bleichten, T 0699/107 714 89
Direktvermarktung: Milch und Milchprodukte
Direktvermarktung: Ländle Alpschwein Produkte nach telefonischer Vorbestellung
Bewirtung:
Jause, im Innen- und Außenbereich
Besonderheiten:
Hasen und Ziegen
Alpsaison:
Juni – Ende August
keine Bewirtung Besonderheiten:
Tiere
Alpsaison:
Mai – September
Alle 23 Sennalpen im Ländle Alpschwein Programm inkl. weiterer Infos finden Sie unter: www.laendle.at/alpschwein luag 9
Foto: Ölz Grafik Design
Vom Milchbuben zum gereiften Experten Geschäftsführer Max Bereuter begleitet die Entwicklung der Sennerei Sibratsgfäll seit beinahe vier Jahrzehnten. So wie der beliebte Bachensteiner und der 24 Monate alte Bergkäse hat auch er eine spezielle Geschichte.
tung stark forciert. In den letzten 30 Jahren tat sich viel. 2005 wurde die Weichkäseproduktion neu aufgestellt, 2008 die Milchanlieferung durch eine Absauganlage vereinfacht, 2012 der Käsekeller zugebaut und diverse Modernisierungen vorgenommen. Jüngste Investition ist der Austausch der Zentrifuge für die Produktion des beliebten Bachensteiners.
ax Bereuter nennt sich selbst so etwas wie das „Mädchen für alles“. Jetzt mit 69 Jahren und in Pension kann er mit diesem geflügelten Begriff am besten seine Tätigkeiten, die er seit Jahrzehnten für die Sennerei Sibratsgfäll erfüllt, beschreiben. Da verwundert es wenig, dass sein Bezug zum Käse schon früh begann. Nein, natürlich nicht als „Mädchen für alles“, sondern vielmehr als Junge, der in der Sennerei helfen musste, in aller Hergottsfrühe den Käse aufzuladen, welcher damals noch zur Firma Rupp geliefert wurde. Auf einem Foto aus dem Jahre 1963, auf dem der Geschäftsführer als kleiner Bub eine Riesenmilchkanne auf einem alten Holzwagen schiebt, ist diese Erinnerung festgehalten.
Seit 30 Jahren Geschäftsführer Auf der Webseite der Dorfsennerei Sibratsgfäll (sennerei-sibra.at) befinden sich unter der Rubrik „Anno dazumal“ weitere Bilder, die die Entwicklung der Genossenschaft dokumentieren. Stets getragen von der Philosophie der Gründungsmitglieder, die im Jahr 1907 den genossenschaftlichen Gedankenweg legten. „Die Qualität ist das höchste Gut“, bringt es Max Bereuter auf den Punkt. Sein Einstieg begann 1978 als Kassier. Mit dem Umbau 1991 wurde die Eigenvermarkluag 10
Max Bereuter
Käse aus Sibratsgfäll – purer Genuss Die wohl wichtigste Eigenschaft von Max Bereuter ist, dass er das Ohr stets bei den Menschen hat; ist er doch für die Kundenbetreuung und den Verkauf zuständig. Da ist Feinsinnigkeit gefragt. Denn Käse ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern auch purer Genuss. Genau das ist es, das die Sennerei mit ihren Produkten vermitteln will. „Der
Fotos: © Weissengruber & Partner; Text: Dietmar Hofer
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Käse der Sennerei Sibratsgfäll ist etwas Besonderes, ist er doch alles andere als eine Massenware“, sagt der Vorderwälder, ohne dabei überheblich zu wirken. Die exquisiten Sorten, wie der Sibratsgfäller Bachensteiner oder der bis zu 24 Monate gereifte Bergkäse sind echte Spezialitäten. Beides sind Nischenprodukte, mit denen sich die mehrfach ausgezeichnete Sennerei abhebt.
Eine verheerende Hangrutschung Wie bei jedem Unternehmen, gab es auch bei der Traditionsgenossenschaft Höhen und Tiefen. Einschneidend war beispielsweise die verheerende Hangrutschung im Katastrophenjahr 1999, bei der es die Parzelle Rindberg voll erwischte und sogar ganze Häuser sowie die Kapelle verschoben bzw. auseinandergerissen wurden. Das ganze Dorf war traumatisiert. „Wir hatten danach um über 100.000 Kilogramm weniger Milch, da Alpen teilweise nicht mehr bewirtschaftet werden konnten“, erinnert sich Bereuter. Es brauchte Jahre, um sich davon zu erholen. Auch Corona bedeutete (vorerst) einen Schock. In dieser Zeit baute Max Bereuter den Versand auf. Heute lassen sich viele den Käse zusenden. Auch im ausgesuchten Lebensmitteleinzelhandel wird der fertig vakuumierte Käse aus Sibratsgfäll verkauft.
Seine eigene Textur und Teigbeschaffenheit machen den Bachensteiner zu einer Besonderheit. Durch die Rotschmiere, die sich bei der Reifung bildet, erhält er ein kräftiges Aroma. Für die Reife, die von außen nach innen erfolgt, benötigt er lediglich 15 bis 17 Tage. Es bedarf jedoch großes handwerkliches Geschick und Wissen, um den pikant würzigen Weichkäse zu produzieren. Deshalb lassen die meisten Sennereien die Finger davon. Nicht jedoch die Sibratsgfäller Käseexperten. Betriebsführer und Meistersenn Herbert Baur leistet ganze Arbeit. Er geht mit viel Fingerspitzengefühl vor. Mit den Händen beurteilt er, ob die Konsistenz passt. Auch die Pflege erfolgt – anders als beim Bergkäse – manuell.
Milch ist genau kontingentiert
Zum Käsesommelier gereift
Exakt 336 durchschnittlich 220 Gramm wiegende Bachensteiner werden täglich in der Sennerei hergestellt. Hinzu kommen zwölf Laibe Bergkäse. Diese genaue Zahl ergibt sich aus der Milchmenge, die – wegen der Lagerkapazitäten – kontingentiert ist. Sie stammt im Winter von zehn Landwirten aus Sibratsgfäll. In der warmen Jahreszeit kommt noch die Milch von sieben Alpen dazu. Die Reinheit ist dabei oberstes Gebot. „Deshalb haben wir sehr hohe Kriterien“, ergänzt der Geschäftsführer. Der Betrieb, der mit sechs Mitarbeite-
Das „Mädchen für alles“, wie sich der sportlich und agil wirkende Endsechziger nennt, hat also viel erlebt. Und scheinbar doch nicht ausgelernt. „Als ich vor acht Jahren in Pension ging, habe ich die Ausbildung zum Diplom-Käsesommelier absolviert, weil ich noch tiefer in die ganze Materie eintauchen wollte.“ Eine Karriere vom ehemaligen Milchbuben zum gereiften Experten. Ein „alter Käse“ ist eben immer noch für etwas gut. Im Fall der Sibratsgfäller schmeckt er sogar ganz besonders vorzüglich.
Dorfsennerei Sibratsgfäll 6952 Sibratsgfäll, Dorf 132 T 05513/2442 info@sennerei-sibra.at www.sennerei-sibra.at • Produkte mit Ländle Gütesiegel: er, Bachensteiner, Bergkäse, Bergtilsit lz Kümmelkäse, Butter, Butterschma
Sibratsgfäller Bachensteiner rinnen und Mitarbeitern der größte Arbeitgeber und ein wertvoller Nahversorger im Dorf ist, legt Wert darauf, dass die klein strukturierten Landwirtschaften erhalten bleiben. Auch in der Lehrlingsausbildung genießt der Käsereibetrieb einen guten Ruf. Rund ein Dutzend Lehrlinge gingen bisher durch die Schule der Sennerei.
Öffnungszeiten Sennerei-Lädele: 0 Uhr Montag bis Samstag: 7:30 bis 11:3 Uhr 0 Winterzeit: 18:00 bis 19:0 Sommerzeit: 18:30 bis 19:30 Uhr Sonn- und Feiertage geschlossen www.laendle.at/milch luag 11
Wir schauen aufs Ganze. Die Biobäuerinnen & Biobauern
Milch-Gewinnspiel Am 1. Juni ist Weltmilchtag! Machen Sie mit beim Gewinnspiel und gewinnen Sie einen von fünf Körben voller Milchprodukte der Vorarlberg Milch.
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Milch ist das Hauptprodukt der Vorarlberger Landwirtschaft, welches von ca. 1.100 landwirtschaftlichen Betrieben erzeugt wird. Die Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH nimmt gemeinsam mit der Vorarlberg Milch den Weltmilchtag zum Anlass, auf die Qualität und Bedeutung heimischer Milch und Milchprodukte aufmerksam zu machen.
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NEU: Deine nachhaltige Ländle Milchpackung „Ländle Milch“ wird jetzt in der neuen Tetra Top® Verpackung, basierend auf über 90 % nachwachsenden Rohstoffen, abgefüllt. Der Verpackungsbereich befindet sich im Umbruch und der Konsument verlangt nach ökologischen und umweltgerechten Lösungen. Weil Umwelt der Vorarlberg Milch sehr wichtig ist, stellen wir gemeinsam mit Tetra Pak, unserem Verpackungspartner seit über 50 Jahren, auf eine Kartonverpackung mit erhöhtem Anteil an pflanzen-basiertem Material um.
WAS HEISST „PFLANZENBASIERT“? Pflanzenbasierte Rohstoffe sind nachwachsende Rohstoffe, in diesem Falle sind das Holz und Zuckerrohr. Über 60 % der 1-Liter-Verpackung bestehen aus Karton, hergestellt aus Holz und über 30 % sind bio-basierte Kunststoffe (Top, Beschichtung und Verschlusskappe) aus Zuckerrohr. Somit basiert die Verpackung auf über 90 % nachwachsenden Rohstoffen. Alle Rohstofflieferanten sind zertifiziert und unterliegen höchsten Qualitätsanforderungen.
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Raimund Wachter, Geschäftsführer der Vorarlberg Milch, sagt: „Die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Verpackung für die Ländle Milch war eine wohlüberlegte Entscheidung in Richtung Nachhaltigkeit. Pflanzliche Rohstoffe wie Holz oder Zuckerrohr wachsen ständig nach, nehmen CO2 aus der Luft und reduzieren somit Klimaauswirkungen. Durch die Verwendung von aus Zuckerrohr hergestelltem Kunststoff und einer leichteren Verschlusskappe wird z. B. der CO2Fußabdruck der 1-Liter-Verpackung für Ländle Milch um über 40 % reduziert.“ Weitere Infos auf www.vmilch.at
WIE ENTSORGE ICH DIE MILCHPACKUNG? Die Ländle Milch Packungen bestehen aus wertvollen Materialien, die zu neuen Produkten verarbeitet werden können. Wenn du sie im Gelben Sack entsorgst, können sie recycelt und wieder zu neuen Produkten wie z. B. Eierkartons oder Wellpappe für Versandkartons verarbeitet werden.
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Eine „Rüsselbande“,
die ihre Nase überall hineinstecken darf nach ihren natürlichen Bedürfnissen unter freiem Himmel.
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„Tierle luaga“ Während der Landwirt mit Leib und Seele ein wenig aus der Familiengeschichte erzählt, schauen am offenen Gelände ein paar Leute vorbei. Zum einen um mit den Kindern „Tierle zum luaga“ und zum anderen, um aus der SB-Theke die köstlichen Produkte, die direkt
chweine in Freilandhaltung. Das kommt leider nur sehr selten vor. Umso erfreulicher ist der Anblick am Zangerlhof in Rankweil, wo eine freche „Rüsselbande“ nach Herzenslust unter freiem Himmel herumwühlt. Neugierig begutachtet sie jeden Neuankömmling und streckt ihm die Nase entgegen. In der Hoffnung, dass etwas Feines für sie abfällt. „Acht Stück halten wir auf diese Art“, klärt Claudia Rosenzopf auf. Die 34-Jährige arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann Josef (35) und ihrem Vater Franz Zangerl (62) auf dem Hof. Die Geschichte des Bauernhofes beginnt jedoch schon anno 1906 mit einer Ziegelei. 1969 wurde das Anwesen im Zuge der Ablöse für den Bau der A14 neu errichtet und 1971 zog die Familie in den neuen Hof. Franz Zangerl führt ihn seit 1990.
vom Hof stammen, zu erwerben. Längst gilt das Anwesen als tierisches (und menschliches) Idyll. „Es ist immer etwas los auf dem Hof“, bekräftigen Claudia und Josef. Neben den Schweinen tummeln sich noch ein paar Dutzend Weiderinder, 350 Hühner sowie Enten und Gänse herum. Letztere genießen den Teich und werden weder verkauft noch geschlachtet, wie Claudia Rosenzopf betont. Nicht zu vergessen die Hofkatze, die sich über viele Streicheleinheiten der kleinen Besucherinnen und Besucher freut. luag 14
Fotos: © Weissengruber & Partner; Text: Dietmar Hofer
Am Zangerlhof in Rankweil leben Schweine
Landwirtschaft mit Leidenschaft Dass im urbanen Raum an der Ortsgrenze zu Feldkirch-Altenstadt und Rankweil ehrliche Landwirtschaft mit Leidenschaft gelebt wird, liegt an der Einstellung der Betreiber. Sie erkannten früh, dass ein klein strukturierter Betrieb nur mit viel Engagement und Empathie zu den Tieren und deren Produkten ein sicheres Fundament bietet. So ist es gar nicht der Anspruch, größer zu werden, obwohl die Erzeugnisse durchaus begehrt sind. „Ich könnte durchaus noch ein paar Schweine mehr dazunehmen, aber es geht uns nicht um die Quantität“, betont Josef Rosenzopf. Weniger, dafür qualitativ hochwertig, lautet das Motto. Dabei ist vor allem die Schweinehaltung normalerweise das Stiefkind der Landwirtschaft. Der Beton-Vollspaltenboden ist meist harte Realität für die sensiblen Borstentiere. Am Zangerlhof heißt es für sie jedoch „Schwein gehabt“. Die Hofbetreiber haben sich für eine alte Schweinerasse entschieden. Eine Kreuzung aus Duroc und Pietrain. Diese Mischung ergibt ein zartes Fleisch mit feinen Marmorierungen. Am Gaumen wird der Unterschied zum Schwein aus der industriellen Massentierhaltung sofort spürbar. Von der Statur her sind die „Durocs“ sehr robust – sie können bei jedem Wetter im Freien gehalten werden. Eine weitere Eigenschaft ist ihre Gelassenheit. Am Hof können sie ihre Lebenszeit völlig stressfrei verbringen. Rund elf Monate sind sie bei der Schlachtung – diese erfolgt einen Steinwurf entfernt in Brederis.
Anfängen, die mittlerweile elf Jahre zurückliegen. Aus der Beziehung mit seiner Frau sind mit Lukas und Sarah zwei Kinder entstanden. Beide wachsen inmitten der Tiere auf. „Lukas ist Fuhrparkexperte und Entenfütterer, Sarah Produktverkosterin und Katzenliebhaberin“, sagt das Ehepaar lachend über seinen Nachwuchs.
Ein Hof als „Rohdiamant“ Josef Rosenzopf war von Anfang an klar, dass dieser „Rohdiamant“ wie er ihn bezeichnet, nur gemeinsam weitergeführt werden konnte. Schließlich handelt es sich um einen Vollerwerbsbetrieb. Dann folgte die Corona-Pandemie, die unser aller Leben nun schon mehr als ein Jahr prägt. Auch den Zangerlhof, war doch auch die Gastronomie ein Abnehmer der Produkte. Kompensiert wurde dies mit einem vermehrten Ab-Hof-Verkauf. Trotz aller Distanz, die uns Corona aufzwingt, geht es am Bauernhof auch um das Erleben. Menschen aller Altersschichten interessieren sich für die Herkunft der Produkte, gesunde Ernährung spielt eine immer stärkere Rolle. Am Zangerlhof folgt das alles komplett transparent. Da kann man ruhig einmal die Nase hineinstecken. So wie es die kecke „Rüsselbande“ macht. „Wir müssen nichts verstecken und niemandem etwas vorspielen. Bei uns darf eine Kuh auch einmal humpeln. Das tun Menschen ja auch manchmal.“
Umgestellt auf Weiderinderhaltung Im September 2019 wurde der Betrieb zudem von Milchviehwirtschaft auf Weiderinderhaltung umgestellt. Die Rinder, die als Kälber auf den Hof kommen, können sich auf der Weide oder im Laufstall enzopf Zangerlhof, Josef & Claudia Ros 57 e 6830 Rankweil, Churerstraß f.at, www.zangerlhof.at T 0650/367 00 77, info@zangerlho • Produkte mit Ländle Gütesiegel: oc), Fleischpakete nach Ländle Rind, Ländle Schwein (Dur Vorbestellung • Weitere Produkte: lsaft, Most, Essig, Eier aus Freilandhaltung, Äpfel, Apfe Eierlikör Edelbrände, Kartoffeln, Walnüsse,
frei bewegen und werden ausschließlich mit eigenem Futter versorgt. Auch das Rindfleisch gibt es direkt ab Hof – ein Teil wird auch an Spar verkauft. Für den gelernten Dachdeckermeister Josef Rosenzopf war der Einstieg in den Betrieb wie ein Eintauchen in eine andere Welt. Von der Pike auf musste er sich hineinleben, derzeit absolviert der 35-Jährige eine Ausbildung an der Landwirtschaftsschule. Das bedeutet, an sieben Tagen die Woche „fulltime“ bei der Sache zu sein. „Ich bin richtig in den Hof hineingewachsen“, erzählt er von den
Verkauf: ab Hof, SB-Hofladen 24 Std., lineshop Onlineshop www.zangerlhof.at/on
t/schwein www.laendle.at/rind, www.laendle.a luag 15
Vom „Brot des Rheintals“ zum kulinarischen Kulturgut „Arme-Leute-Getreide“ verschrien. Dank der Initiative von Agrarökonom Richard Dietrich feierte er sein fulminantes Comeback.
H
eute ist es kaum mehr vorstellbar, dass Arbeiter früher von ihrem Chef einfach so einen Acker bekommen haben. Doch im 19. Jahrhundert und noch früher gab es in Vorarlberg Boden in Hülle und Fülle. Die Arbeiter bekamen da auch ein Stück ab. Besonders im Bezirk Dornbirn war diese Sitte ausgeprägt. Die Spendierfreudigkeit
der Unternehmerschaft hatte jedoch einen triftigen Grund. Die Arbeiter konnten sich damit selbst versorgen und mussten nicht von ihrem Hungerlohn leben. Diese nutzten das Geschenk und bauten auch Riebelmais an. Das war der Hauptgrund, warum das Ländle, neben der Schweiz, zur Hochburg des Riebels wurde. „Der Riebelmais galt als Brot des Rheintals und entwickelte sich ziemlich rasch zur Ernährungsgrundlage der Bevölkerung. Er war wegen seiner Robustheit auch so etwas wie die Versicherung für den Winter. Jeder der im Winter Kolben hatte, litt nicht an Hunger. Deshalb wurde er fast ausschließlich zum Zweck der Eigenversorgung angebaut“, hat Richard Dietrich, Inhaber von Dietrich Vorarlberger Kostbarkeiten, in den Annalen geblättert. „Darüber hinaus war er auch ein Tauschprodukt für Milch, Butter und Käse.“ So verteilte sich der Riebel im ganzen Land.
„Arme-Leute-Getreide“ Mit dem steigenden Wohlstand Mitte des 20. Jahrhundert verschwand das „Arme-Leute-Getreide“ allerdings völlig von der Bildfläche. Ganz anders heute: Da gilt der Riebelmais als hochwertiges Produkt. Auch dank der Initiative von Richard Dietrich, der diese Maissorte wieder populär machte. Es war im Herbst 2007 als der Lauteracher die erste Ernte des Original Vorarlberger Riebelmaises einfuhr. Rund 700 Kilogramm Körner betrug der Ertrag. Heute sind es wesentlich mehr. Sieben Landwirte bauen die spezielle weiße Maissorte, die zum echten kulinarischen Kulturgut des Landes geworden ist, zwischen Dornbirn und Feldkirch an. „Aus einem Hektar Fläche erntet man ca. 4.000 Kilogramm.“ luag 16
Fotos: © Weissengruber & Partner; Text: Dietmar Hofer
Einst war der Riebelmais als
Saatgut händisch aussortiert Das Saatgut stellt Richard Dietrich zur Verfügung. Jeder Kolben wird händisch aussortiert und kontrolliert, ob er sich für Saatgut eignet. Deshalb ist Dietrich die Bezeichnung „echt“, die vor dem Vorarlberger Riebelmais steht, wichtig. „Damit ist sichergestellt, dass auch das Saatgut aus Vorarlberg stammt“, erklärt der Lauteracher, warum er darauf großen Wert legt. Riebelmais erkennt man schon von weitem an den unregelmäßigeren Feldern im Gegensatz zu den einheitlichen Hybriden. Er ist auch heller – außer bei einer gelegentlichen Mutation, bei der die Körner rot sind. Der Anbau ist nicht einfach. Er braucht viel Sonne, aber auch Wasser und vor allem Nährstoffe. Dennoch ist das Comeback des ältesten Lebensmittelmaises in unseren Breitengraden eine Erfolgsgeschichte. Er zeichnet sich gegenüber den üblichen Hybridsorten durch seinen besonderen Geschmack aus.
Chips aus Riebelmais Das wird allein schon an der Produktpalette sichtbar, die stetig erweitert wurde. Neu in Dietrichs Sortiment sind beispielsweise die Riebelchips. Die Knabberei gibt es in zwei Geschmacksrichtungen. Basierend auf einem von den Azteken überlieferten Verfahren – genannt „Nixtamalisation“ – wird der Vorarlberger Riebelmais zu einem Teig verarbeitet, der anschließend gebacken wird. Daraus entstehen die typischen dreieckigen Tortilla-Chips, die mit verschiedenen Soßen oder pur genossen werden. „Sie sind zu einem echten Erfolgsprodukt geworden“, freut sich der 62-jährige Agrarökonom und
Altbewährtes neu erleben Vorarlberger Rohstoffe so zu veredeln, dass daraus wahre Kostbarkeiten entstehen, ist ein Anspruch, den sich der umtriebige Lauteracher, der unter anderem im Jahr 2001 die Streuobstinitiative Hofsteig ins Leben rief, zum Ziel gesetzt hat. Die Kunst ist es, Tradition, Regionalität, Geschmack und Innovation miteinander zu verbinden. „Altbewährtes neu erleben“, nennt es Richard Dietrich. Den kreativen Geist, den er dabei an den Tag legt, hat er wohl von seiner Ur-ur-ur-Großmutter geerbt. Die hieß Magdalena Geist und übergab anno 1833 den Hof an Josef Dietrich. Zu einer Zeit, als der Riebelmaisanbau in Vorarlberg Hochblüte hatte und über 170 Jahre später vom Ur-ur-ur-Enkel wiederbelebt wurde.
Richard Dietrich KG Lerchenauerstraße 45 6923 Lauterach, T 05574/639 29 • Produkte mit Ländle Gütesiegel: Riebel Chips, Riebling, Ländle Riebel, Bramata (Polenta), e-Holunder-Saft, Apfelsaft, Apfelbirnensaft, Apfelbirn sig, Tomaten Salsa, Mostessig, Birnenes t, Apfelmost Mos en lbirn Apfe ter, Birnenessig+Kräu • Weitere Produkte: e eichenfassgelagert, Xi.3-Whisky, Nr.10-Gin, Birnenbränd most, Kartoffeln, GlühRiebel-Müsli, alte Apfelsorten, Süß pelt eingehobelt), Walmost, saure Rüben (traditionell dop tbäume (reg. Sorten als nüsse, Holdermus, Dörrbirnen, Obs nnen gewalzt Halb- und Hochstämme), Eisenpfa
Diplomingenieur, der bereits neue Ideen im Kopf hat. Eine weitere Besonderheit ist die Bramata-Polenta. Dabei wird der Riebelmais grobkörnig gemahlen. Man kann damit eine wunderbar lockere und nicht klebrige Polenta herstellen. Ein Tipp: Im Laden von Dietrich Vorarlberger Kostbarkeiten ist er auch bratfertig erhältlich. Ebenso gibt es Riebel in hochprozentiger Form als Whisky oder auch als Müsli für das Frühstück.
Verkauf: direkt ab Hof , selbstständigen Lebensbei diversen Sennerei- und Hofläden Adeg und Metro mittelhändlern sowie bei Sutterlüty,
www.laendle.at/riebel
luag 17
Mais & Riebel Mais stammt ursprünglich aus Mexiko, wo er von den Mayas bereits vor ca 5.000 Jahren angebaut wurde. Heute dient er als Grundnahrungsmittel für 900 Millionen Menschen und kommt in großen Mengen als Futtermittel von Nutztieren zum Einsatz. Mais wird aber auch zur Herstellung von Bio-Treibstoffen („Energiemais“) und bio-basierten Kunststoffen verwendet.
Der Vorarlberger Riebelmais ist typischerweise ein weißer Hartmais. Das erste Auftreten von Mais im Rheintal fällt in die Mitte des 17. Jahrhunderts. Bereits um etwa 1800 hatte der Mais das bis dahin wichtigste Getreide Vorarlbergs, den Dinkel, überflügelt. Da der Mais auf kleinen Flächen relativ hohe Erträge lieferte, wurde er lange Zeit zur Selbstversorgung von vielen Familien angebaut.
1.148.487.134 ...
KÖRNERMAIS-PRODUKTION
Anteil an der weltweiten Jahresproduktion
... Tonnen Körnermais wurden 2019 weltweit geerntet. In Österreich waren es 2.130.339 Tonnen. Quelle: wikipedia, Statistik Austria
34 ... Rest
30 %
... Tonnen Ländle Riebel Mais wurden 2020 von ca. 9 Hektar Anbaufläche geerntet.
USA
30 %
Quelle: LQM, 2020
„TÜRGGA“ Ukraine
China
3%
Argentinien
5%
23 %
Brasilien
9%
Quelle: wikipedia, Körnermaisproduktion 2019
Der Vorarlberger Riebelmais wurde anfänglich als "tirckhisch Korn" bezeichnet, weil man glaubte, dass er aus dem osmanischen Reich stammte. Heute, immer noch mundarttechnisch „Türgga“ genannt, wissen wir, dass seine Heimat Mittelamerika ist. Durch jahrelange Selektion entstand der Riebelmais. Diese historische Landsorte überzeugt durch ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Witterungsbedingungen und den besonderen Maisgeschmack, der in den Riesenerträgen moderner Züchtungen verloren ging.
1 HEKTAR MAIS
Ertrag und CO2-Bindung
Ein Hektar Maisanbau „recycelt“ den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt und erzeugt den Jahresbedarf an Sauerstoff für 50 bis 60 Menschen.
10.000 kg Maiskörner Ertrag
60.000 km PKW-Fahrt
Quelle: Rheinischer Landwirtschaftsverband luag 18
1 Hektar
DER AUFBAU
NÄHRWERTE
des Maiskorns
12,5 % 1,3 %
Keimling Eiweiß Fett Vitamine
Kohlenhydrate Eiweiß
9,7 %
Fett
Mehlkörper Stärke Eiweiß
3,8 %
Ballaststoffe Mineralstoffe
64 %
Frucht- und Samenschale Mineralstoffe Ballaststoffe Vitamine
8,5 %
Wasser
Quelle: naehrwertrechner.de
WUSSTEN SIE, DASS ... ... Mais von Natur aus glutenfrei ist? Im Vergleich: Der Glutengehalt bei Weizen liegt bei bis zu 80 %. Jedoch können – durch Ernte, Lagerung und Vermahlung – auch in Maisprodukten Spuren von Gluten enthalten sein. Nur Maisprodukte, die glutenfrei zertifiziert sind, können auch von Menschen mit Zöliakie problemlos verzehrt werden.
glutenfrei Symbol
VERWENDUNG VON KÖRNERMAIS in Österreich | Angaben in 1.000 Tonnen 1.227 1.114
1.034 1995/96 2012/13
328 186 9 Industrie*
Saat
66 72
10 Tierfutter
Verluste (Trocknung, Mäusefraß)
59
* Industrielle Verwendung: Maisstärke findet sich beispielsweise in biobasierten Kunststoffen (Einweggeschirr, Plastikflachen, Füllmaterial), Papier und Pappe, Klebstoffen, Verpackungs und Dämmmaterialien, Pharmazeutika, Kosmetikartikeln, Biotreibstoffen, Schleif- und Poliermittel u.v.m.
Nahrung Quelle: Statistik Austria, Versorgungsbilanzen
HIGH FRUCTOSE CORN SYRUP In den USA, Kanada und Mexiko wird massenweise Maisstärke zu High Fructose Corn Syrup (Isoglucose) verarbeitet, welcher in sehr vielen Lebensmitteln vorkommt (z.B. Getränke, Milchprodukte, Süß- und Backwaren, Fertigprodukte). Isoglucose ist billiger, aber auch gesundheitsschädlicher als herkömmlicher Haushaltszucker, da sie den Sättigungseffekt ausschaltet und Übergewicht fördert.
luag 19
ERENNDTEER KAL
SALAT
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Asiasalate Eichblatt Eisberg Endivie Feldsalat/Nüssli Kopfsalat Lollo rot/grün Zuckerhut
OBST
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Äpfel Birnen Brombeeren Erdbeeren Heidelbeeren Himbeeren Johannisbeeren Kirschen Rhabarber Stachelbeeren Zwetschken
www.laendle.at luag 20
Lager
Frisch
GEMÜSE
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Auberginen Blaukraut Blumenkohl Busch-/Stangenbohnen Brokkoli Chinakohl Fenchel Gurken/Salatgurken Karotten Kartoffeln
Je nach Höhenlage, Witterung und Sortenwahl kann das Angebot einzelner Anbauer abweichen.
Kohlrabi Kürbis Mangold Paprika Lauch Radieschen Rettich Rote Beete/Randig Sellerie Spargel Spinat Sprossenkohl Stangensellerie Steckrüben/Räben* Tomaten Weißkraut/Spitzkraut Zucchini Zwiebeln * Von Mitte September bis November im Ganzen, von Oktober bis September eingehobelt erhältlich.
luag 21
Beerenzeit! Beeren mit Ländle Gütesiegel – das sind fertig ausgereifte, frisch geerntete Powerfrüchte! Ländle Beeren sind garantiert kontrolliert und natürlich gentechnikfrei. Der Einsatz von Glyphosat ist gemäß den Richtlinien des Ländle Gütesiegels strengstens verboten.
Maximilians Heidelbeerwelt 6923 Lauterach, Flotzbachstraße 10 T 0660/835 54 34, maximilian.sohm@hotmail.com
Verkauf von Mitte Mai bis Ende Juni: • direkt ab Hof in Gaißau, Riedgasse 95 • Wolfurt, Achstraße (bei Firma LTW) • Bludenz, Werdenbergstraße 65 • bei Sutterlüty, Billa und in ausgewählten Adeg-Märkten
Verkauf Ende Juni bis Anfang August: • Direktverkauf auf telefonische Bestellung • Bregenzer Wochenmarkt • bei Sutterlüty, Billa, Adeg
Foto: © Christoph Pallinger
Foto: © Weissengruber & Partner
Karg Erdbeerenbau 6974 Gaißau, Riedgasse 95 T 05578/711 09, w.karg@showorx.eu
Die Familie Karg betreibt bereits in der dritten Generation Gartenanbau. Anfang der 1980er-Jahre wurde am Hof in Gaißau von Gemüse auf Erdbeeren umgestellt. Eine „beerenstarke“ Entscheidung, denn der Betrieb ist heute der größte Erdbeerproduzent in Vorarlberg. Früher waren es sogar rund sechs Hektar Fläche. Vier Hektar sind jedoch organisatorisch besser zu bewirtschaften. Auch mengenmäßig kann so optimaler kalkuliert werden. „Lieber zu wenige, als zu viele Erdbeeren“, lautet das Credo.
Auf der rund 1,5 Hektar großen Plantage im Lauteracher Ried erlebt die Familie Sohm in den Sommermonaten alle Jahre wieder ihr blaues Wunder. Und das völlig gewollt. Maximilians Großeltern waren es, die einst die ersten Sträucher gepflanzt haben. Vater Dietmar Sohm stieg dann ganz von Champignons auf Heidelbeeren um. Die gut 2.500 Pflanzen werfen durchschnittlich 10.000 Kilogramm der kleinen süßen Früchtchen ab, die nicht nur lecker schmecken, sondern auch richtig gesund sind.
www.laendle.at/beeren luag 22
Nachhaltig verbunden mit der Region Unsere Partner in der Region wissen noch, wie man aus dem Besten der Natur etwas Besonderes – „eatz B’sundrigs“ – macht. Doch regional ist auch noch aus vielerlei anderen Gründen genial.
Gelebte regionale Genusskultur
R
E
G ION
Einkaufen wie direkt ab Hof
AL
Echte Genießer finden in den Sutterlüty Ländlemärkten ein unvergleichliches Sortiment an regionalen Spezialitäten.
1500 Vorarlberger Bauern und Manufakturen produzieren für unsere Ländlemärkte.
Unsere Bauern leisten wertvolle Arbeit auf Feld und Flur.
T G E NI
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Erhalt der Vorarlberger Kulturlandschaft
AL
Nachvollziehbare Herkunft Vorarlberger Produkte sind an den Ländle-Herzen klar erkennbar.
Weniger CO2 Kurze Transportwege und saisonale Erzeugung sind gut fürs Klima.
Wertschöpfung bleibt im Land Regionale Produkte sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Vorarlberg.
34 % Umsatzanteil der Ländle-Produkte
Jeder dritte bei Sutterlüty ausgegebene Euro fließt zurück ins Ländle.
Weil’s von daheim am besten schmeckt.
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Köstliches
RIEBEL CHIPS Für die Riebel Chips von Dietrich Vorarlberger Kostbarkeiten wird Vorarlberger Riebelmais zu einem Teig verarbeitet, welcher anschließend gebacken wird. Daraus entstehen die typischen dreieckigen Tortilla Chips, die mit verschiedenen Saucen oder auch pur genossen werden. Die Riebel Chips gibt es in den Sorten „gesalzen“ und „pikant“ (mit Chili), sind vegan und von Natur aus glutenfrei. Erhältlich sind die Riebel Chips bei Dietrich Vorarlberger Kostbarkeiten, Lerchenauerstraße 45, Lauterach, im ausgewählten Lebensmittelhandel sowie online unter www.dietrich-kostbarkeiten.at.
RIEBELMAIS WHISKY 100 % alte Vorarlberger Riebelmaissorten sind der Ursprung für den Riebelmais Whisky der Broger Privatbrennerei in Klaus. Die Lagerung in neuen Limousineichenfässern und Sherryfässern verleihen ihm seinen Charakter. Ein süßer Geruch von frisch geernteten Maiskolben, Eichentöne mit Röst- und Vanillenoten steigen auf. Am Gaumen überzeugt er durch milde, fruchtige und süßliche Akzente, die von feinen Eichenholznoten begleitet werden und mit einem süß-cremigen Geschmack enden. Erhältlich bei der Broger Privatbrennerei, Dammweg 43 und Sattelberg 99 in Klaus sowie in diversen Vorarlberger Spezialitätengeschäften. www.broger.info
SPECKI – DER GERÄUCHTERTE BERGKÄSE Durch die feine Räucherung mit naturbelassenem Buchenholz erhält der „Specki“ der Alpenkäse Bregenzerwald Sennerei seine ockerfarbige, essbare Haut. Sein Duft ist vom Raucharoma geprägt und enthält eine deutliche Malznote. Der Geschmack nach dunklem Karamell und geröstetem Weißbrot verbindet sich mit einem feinen Hauch von Sauerrahm. Erhältlich in allen Sennereiläden der Alpenkäse Bregenzerwald Sennerei – Au | Bezau | Lauterach | Dornbirn | Lustenau www.alpenkaese.at
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Ländle Riebel Gugelhupf
www.laendle.at/rezepte
Zutaten: 200 g Butter* 200 g Zucker 100 g Ländle Riebel* 250 g Ländle Dinkel Mehl* 25 g Kakaopulver 1 Pkg. Backpulver 5 Ländle Eier* 100 ml Milch* Butter* und Mehl* für die Form Staubzucker
Zubereitung: Backrohr auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Gugelhupfform mit Butter einfetten und mit Mehl stauben. Butter mit Zucker schaumig schlagen. Eier einzeln einrühren. Mehl, Riebelgrieß und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch einrühren. Die Hälfte des Teigs in eine andere Schüssel füllen und Kakao einrühren. Den hellen und den dunklen Teig abwechselnd in die vorbereitete Form füllen und mit einer Gabel etwas marmorieren. Gugelhupf auf der zweiten Schiene von unten ca. 50 – 55 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Gugelhupf 10 Minuten in der Form auskühlen lassen und anschließend aus der Form stürzen. Mit Staubzucker servieren.
* Produkte mit Ländle Gütesiegel erhältlich, www.laendle.at
Rezept & Foto: Nadin Hiebler www.diegluecklichmacherei.com
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„nochgfrogt“
Transparenz fehlt auf den Tellern Österreichs oft komplett die beim Thema „regionale Lebensmittel“ eine zentrale Rolle spielen. Hannes Royer aus Schladming vom Verein „Land schafft Leben“ sprach mit uns über Lebensmittelkennzeichnung im Handel und in der Gastronomie.
Herr Royer, Sie sind Bergbauer und haben 2014 den Verein „Land schafft Leben“ gegründet. Was hat Sie dazu bewogen und was wollen Sie erreichen? Hannes Royer: Als Bergbauer auf einem 800 Jahre alten Hof in Schladming hat sich zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben die Frage gestellt, ob ich guten Gewissens meiner Tochter anraten kann, unseren Hof weiterzuführen. Gerade meine Erfahrung nach der Gründung von Heimatgold – einem Bauernladen mit regionalen Spezialitäten – hat mir gezeigt, dass viele ihre Kaufentscheidung hauptsächlich über den Preis treffen. In Österreich können wir aber praktisch nirgendwo in der landwirtschaftlichen Produktion den Kampf um den niedrigsten Preis führen. Das geht sich von der Topografie, den Böden, den Produktions- und Sozialstandards her einfach nicht aus. Was liegt da näher, als genau darauf aufmerksam zu machen, was wir an unserer Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion haben und was wir alle mit ihr verlieren würden? Um dieses Bewusstsein für den Wert der heimischen Lebensmittelproduktion zu schaffen, habe ich 2014 gemeinsam mit Maria Fanninger und Mario Hütter „Land schafft Leben“ gegründet und im April 2016 sind wir damit an die Öffentlichkeit getreten.
Versorgungssystemen zu erkennen. Corona macht klar: Wir müssen neue Wege finden, um die österreichische Selbstversorgung zu verbessern und zu erhöhen – da, wo es sinnvoll ist.
Die Herkunft der Lebensmittel und die Regionalität haben seit dem Beginn der Pandemie an Stellenwert gewonnen. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Hannes Royer: Dass Regionalität gerade im Trend liegt, freut mich natürlich. Corona zeigt die Verwundbarkeit von Ländern, die die Produktion oder Teile der Produktionskette ins billiger produzierende Ausland verlagert haben. Die Selbstversorgung etwa bei Lebensmitteln hat durch die Krise einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Das zeigt, wie unentbehrlich unsere bäuerlichen Familienbetriebe sind. Milch, Fleisch, Eier, Brot, Nudeln, Obst und Gemüse – unsere Regale waren auch während des Lockdowns voll mit diesen Grundnahrungsmitteln. Gleichzeitig haben sich gerade beim Thema Erntehelferinnen und Erntehelfer oder Schlachthofmitarbeiterinnen und Schlachthofmitarbeiter die nach wie vor bestehenden Abhängigkeiten klar gezeigt. Krisen bieten die Chance, die Verletzlichkeit von
Wie sieht es mit der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie aus? Hannes Royer: Für uns Konsumentinnen und Konsumenten ist derzeit nicht möglich, zu erkennen, woher die Zutaten der Menüs in Gasthäusern oder in der Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen, Mensen oder auch Spitälern kommen. Jetzt ist für die Gastronomie und Hotellerie eine einmalige Gelegenheit, auf regionale Herkunft von Lebensmitteln zu setzen. Regionalität bedeutet für mich ganz Österreich. Insbesondere in der Gastronomie wird dieser Begriff meist eng gefasst: Regionalität beginnt oft gedanklich im eigenen Dorf und hört im Nachbarort schon wieder auf. Die Konsequenz aus dieser engen Definition von Regionalität kann nicht sein, dass wir sofort die Tür zum Weltmarkt aufmachen. Wir sollten davon wegkommen, den Begriff „regional“ nur mit dem nächstgelegenen Landwirtschaftsbetrieb als Lieferanten in Verbindung zu bringen. Die Gäste werden ein entsprechendes Angebot auf Speisekarten mit Sicherheit dankend
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Konsumenten müssen erkennen können, woher die Lebensmittel stammen, um sich für heimische Produkte bewusst zu entscheiden. Welche Entwicklungsschritte sehen Sie hier noch beim privaten Einkauf (LEH etc.) als wichtig an? (Stichwort: verarbeitete Produkte) Welche Rolle spielt hier aus Ihrer Sicht der Handel? Hannes Royer: Der Lebensmitteleinzelhandel will in erster Linie verkaufen. Ich verteidige den Handel nicht, aber es sind immer noch wir Konsumentinnen und Konsumenten, die schlussendlich zu den Produkten greifen. Es wird nur das im Regal nachgeschlichtet, was auch rausgenommen wurde. Das heißt für mich, dass die Konsumentinnen und Konsumenten es in der Hand haben. Beim Griff zum billigsten Produkt muss uns klar sein, dass es kaum Tierwohl, Nachhaltigkeit und Regionalität beinhaltet. Mein Team und ich sehen es als unsere Aufgabe, das Bewusstsein für den Wert unserer Lebensmittel zu erhöhen – und zwar bei allen Beteiligten.
Foto: © Land schafft Leben
Mit der Reihe „nochgfrogt“ lässt „luag“ Personen zu Wort kommen,
annehmen, denn sie wollen heute wissen, ob ihr Menü wirklich ihren sozialen und ökologischen Standards entspricht. Welche Erweiterungen bezüglich Herkunftskennzeichnung wünschen Sie sich? Hannes Royer: Eine umfassende Kennzeichnung nach Herkunftsland und Haltung, und zwar vom Anbau bis zum Teller, ist ein längst überfälliger Richtungswechsel zu mehr Lebensmittel-Transparenz. Für mich ist es völlig absurd, dass wir in einer sonst so transparenten
Glauben Sie, Konsumenten würden bei der Außer-HausVerpflegung dasselbe bestellen, wenn sie wüssten, was drin ist? Falls nein, warum nicht? Hannes Royer: Auf jeden Fall können sie sich mit einer entsprechenden Deklarierung bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden – und das ist das Wesentliche. Es geht uns vor allem um die Transparenz, die derzeit auf den Tellern Österreichs komplett fehlt. Bewusster Konsum ist nur möglich, wenn man informiert ist. Genau da setzen wir als „Land schafft Leben“ an und bieten eine umfassende Informationsbasis. Haben Sie einen Tipp für unsere Leser, wie sie Einfluss auf möglichst große Teilnahme von Gastronomiebetrieben an der freiwilligen Herkunftskennzeichnung nehmen können? Hannes Royer: Fragen, fragen, fragen! Im Gasthaus oder auch in Kantinen zeige ich mit aktivem Nachfragen dem arbeitenden Personal immer wieder, dass es mir wichtig ist, woher das Schnitzel auf meinem Teller kommt. Da habe ich auch schon einige Male erstaunliche Reaktionen erhalten. Entspricht das Angebot nicht meinen Vorstellungen, dann sage ich auch, dass ich beim nächsten Mal woanders hingehe und ich ihr Menüangebot nicht befürworte.
Welt kaum wissen, woher unsere Lebensmittel stammen. Uns bleibt nur, nach bestem Wissen und Gewissen einzukaufen. Das ist aber zu wenig, denn so werden Konsumentinnen und Konsumenten vollkommen im Dunkeln gelassen. Wir brauchen deshalb eine umfassende Kennzeichnung nach Herkunftsland und Haltung – sei es beim Menü im Restaurant oder bei verarbeiteten Produkten im Supermarkt.
Letztlich hat es jede und jeder von uns selbst in der Hand, darüber zu entscheiden, welche Form der Lebensmittelproduktion wir unterstützen (wollen) und welche Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Qualität, Umwelt und Tierwohl wir dadurch in Kauf nehmen und akzeptieren. Durch unsere bewussten Handlungen und Entscheidungen können wir aktiv die Zukunft mitgestalten. Mit jeder Konsumentscheidung bestimmen wir mit, welches Gericht auf der Speisekarte steht.
Fact Box | Regeln für die Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln in Österreich Nur bei bestimmten Lebensmitteln MUSS die Herkunft angegeben werden, z. B.:
Hier gilt die Kennzeichnungspflicht NICHT:
verpacktes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch, verpacktes und unverpacktes Rindfleisch
unverpacktes Fleisch (außer Rindfleisch), verarbeitetes Fleisch
unverarbeitete Eier
Fertigprodukte
Sie möchten wissen, woher es kommt?
Frischobst- und gemüse sowie Olivenöl, Honig
Gastronomie
Fragen Sie nach!
Kennzeichnungspflicht
keine Kennzeichnungspflicht luag 27
Ab Mitte Juni wieder erhältlich:
Frühkartoffeln aus dem Ländle! Kartoffeln mit Ländle Gütesiegel • echtes Ländle Produkt von Vorarlberger Bauern • unabhängig kontrolliert • gentechnikfrei • kein Einsatz von Glyphosat
Produzent
Anschrift
Produzent
Anschrift
Fink Georg & Birgit
Lauterach, Lerchenauerstraße 78
Rheintaler Feldfrüchte
Feldkirch, Ketschelenstraße 66
Kalb Andreas
Lauterach, Lerchenauerstraße 33
Mündle Gerold
Satteins, Augasse 34
Reiner Hof
Lauterach, Fellentorstraße 8
Kaufmann Rosa & Lothar
Nenzing, Bazulstraße 26
Meusburger Gemüsebau
Koblach, Au 5
Metzler Gärtnerei
Ludesch, Walgaustraße 118
Tiefenthaler Ulrich & Andrea
Rankweil, Broßwaldenweg 15
Burtscher Stefanie & Willi
Bludenz, Unterbings 51
www.laendle.at/kartoffel luag 28
Wir gehen – unser Geschäft bleibt Ein neues Gesicht bei der Ländle Gemüsekiste. 2009 setzten Daniela und Werner Fessler mit der Ländle Gemüsekiste eine Vision in die Tat um: Frisches Gemüse aus dem eigenen Ländle sollte direkt vom Landwirt zum Konsumenten kommen. Die Idee setzte sich durch. Nach dem Motto „gerade erst in Vorarlberger Erde, kurz darauf vor Ihrer Haustüre“, bedienten die Fesslers gesundheits- und qualitätsbewusste Menschen in unserem Land mit frischem Gemüse direkt vom Bauern.
Die Ländle Gemüsekiste erfreut sich an starken Partnern, allen voran Fabienne Gehrer, deren hoher Qualitätsanspruch durch das Ländle Gütesiegel bestätigt wird. Für den Kunden bleibt alles wie bisher: Die Gemüsekiste gibt es weiterhin in drei Größen, die Bestellung erfolgt unkompliziert und ohne vertragliche Bindung. Lieferpausen sind bis Montag, 12:00 Uhr der jeweiligen Lieferwoche möglich.
Ein perfekter Nachfolger
Foto: © Andrea Fritz-Pinggera/Wortwerk
„Nun ist es an der Zeit unsere gelebte Vision in jüngere Hände zu geben“, so Daniela Fessler. „Mit Michael Hagspiel haben wir den perfekten Nachfolger gefunden, denn er hat die selben Prinzipien wie wir und Regionalität und Nachhaltigkeit wird beim Imker und Familienvater groß geschrieben.“ „Ich werde versuchen, die Vision von Daniela und Werner in ihrem Sinne weiterzuführen und freue mich auf diese Herausforderung“, erklärt der Bregenzerwälder. www.laendle.gemuesekiste.at
G
kiste e s ü m Ge Ländle .. sekiste
REGIONAL EINFACH VOR DIE HAUSTÜRE 0699-1990 4454 Bezahlte Anzeige
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Bei regionalen Produkten aus dem Vollen schöpfen
V.l.n.r.: Bernhard Schrottenbaum (Gauensteiner Hof) mit Küchenchef Reinhard Fürst
Wie in einem 5-Sterne-Hotel wirkt es in der Kantine der illwerke vkw in Vandans. Durch die großen Fenster des Speisesaals hat man fast einen Rundumblick auf das RodundAusgleichbecken, das wie ein idyllisch gelegener See inmitten einer Alpinlandschaft wirkt. egen der Corona-Beschränkungen herrschte in den letzten Monaten in der Kantine allerdings viel weniger Betrieb als normal. So dürfen auch auswärtige Gäste, die die Vorzüge der Küche schätzen, derzeit nicht zum Essen kommen. Dennoch haben Kü-
chenchef Reinhard Fürst und sein Team genug zu tun. Zwischen 250 und 300 Speisen werden täglich frisch zubereitet. Vor Corona waren es etwa 100 mehr. Und noch dazu hat der aus Bayern stammende Küchenchef einen der schönsten Arbeitsplätze im ganzen Land. Luag traf den Meisterkoch vor Ort zum persönlichen Gespräch. Das Projekt Vorarlberg am Teller hat sich zum Ziel gesetzt, biologische und regionale Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung zu forcieren. Die Betriebsküche der illwerke vkw in Vandans wurde dabei gleich mit 4 Gabeln zertifiziert. Wie ist das gelungen? Reinhard Fürst: Wir setzen soviel es geht auf regionale Lieferanten. Teilweise sind es sogar Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der illwerke vkw, die uns mit frischen Waren versorgen. Beispielsweise, dass jemand am Wochenende selber Pilze oder Heidelbeeren gesammelt hat, die wir dann in der Küche verarbeiten. Einige haben selbst nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Und nicht zu vergessen: die illwerke vkw betreiben ein eigenes Jagdgebiet – da gibt's schon mal auch Wild auf der Speisekarte.
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Fotos: © Weissengruber & Partner; Text: Dietmar Hofer
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„Der Wunsch nach frischen, hochwertigen und regionalen Lebensmitteln nimmt immer weiter zu. Dem wollen auch wir als Betriebsrestaurant der illwerke vkw AG Rechnung tragen und bemühen uns seit langem, die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten zu intensivieren. Dass uns dies ganz gut gelingt, zeigen die hohe Speisenqualität, die Zufriedenheit der Gäste sowie die Zertifizierung mehrerer Institutionen, wobei uns die 4 Gabeln von ,Vorarlberg am Teller' besonders freuen und zugleich Ansporn sind, den Anteil an heimischen Produkten weiter zu erhöhen.“ Marcellin Tschugmell, Leitung Gastronomie und Beherbergung Auch die heimischen Bauern und landwirtschaftliche Betriebe sind wichtige Partner. Welche sind Ihre Hauptlieferanten? Reinhard Fürst: Wir schauen, dass alles möglichst aus dem nahen Umfeld kommt. Aus dem Montafon sind etwa der Gauensteiner Hof in Schruns oder die Metzgerei Salzgeber wertvolle Lieferanten. Die Getränke stammen von Fohrenburg, die Milchprodukte von Vorarlberg Milch. Wir arbeiten auch mit dem Betrieb Hühner.Gut zusammen, der höchste Standards in der Tierhaltung hat. Ein wichtiger Gemüselieferant ist die Gärtnerei von Paul Metzler in Ludesch. Seit Kurzem ist auch die Pilzfabrik ein Partner. Das junge Unternehmen aus Höchst hat sich auf Austernpilze und Kräuterseitlinge spezialisiert. Kommen auch mal neue Betriebe oder Produkte hinzu? Reinhard Fürst: Ich bin immer aufgeschlossen gegenüber Neuem. Ich wurde auch schon von Leuten angesprochen, ob sie uns beliefern dürfen. So gab es beispielsweise auch einmal Montafoner Bergziege oder Montafoner Sura Kees.
wir produzieren immer das aktuell nach, was verlangt wird. Die Vorplanung erfolgt oft einen Monat im Voraus. Unsere Partner verständigen uns, dass zu einem gewissen Zeitpunkt dies und das geliefert werden kann. Es ist ja nicht alles, wie in einem Großmarkt, zu jeder Zeit erhältlich. Das macht ja das Regionale aus. Der Küchenplan wird wöchentlich voraus geschrieben. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass er um zehn Uhr kurzfristig umgeschrieben wurde. Wer auf frische Zutaten setzt, muss damit rechnen, dass einmal vielleicht etwas später geliefert wird. Dann wird halt improvisiert. Wie lautet Ihre Philosophie? Reinhard Fürst: Ein wichtiges Credo ist, dass auch wirklich alles verwertet wird. Es kommen nicht nur Filetteile auf den Teller. Für mich hat das auch mit Wertschätzung zu tun. Wir geben den Landwirten etwas zurück, wenn wir ihre Produkte verarbeiten. Und das größte Kompliment ist, wenn es den Leuten geschmeckt hat. Ich bin nun seit zwei Jahren hier. Für mich ist das der Hammer. Ich kann in einem Großbetrieb regionale Produkte verarbeiten und dabei aus dem Vollen schöpfen. Das ist auch in vielen Haubenrestaurants nicht möglich.
illwerke vkw AG Rodund raße 12 6773 Vandans, Anton-Ammann-St .at vkw erke T 05556/7010, www.illw en (ca.):
Jährlich verarbeitete Produktmeng
Wenn täglich so viele Essen zubereitet werden, braucht es natürlich eine entsprechende Struktur. Wie sieht der Küchenalltag aus? Reinhard Fürst: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich ein Superteam, das aus acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besteht, habe. Alle ziehen voll mit und freuen sich, wenn sie wieder etwas Neues machen dürfen. Die Frische hat bei uns oberstes Gebot. Wenn es Schnitzel gibt, liegen diese nicht zwei Stunden herum, sondern kommen wirklich direkt aus der Pfanne auf den Teller. Das heißt,
• 2,5 Tonnen Rindfleisch • 3,2 Tonnen Schweinefleisch • 500 Kilogramm Kalbfleisch
• 4.000 Liter Milch und Sahne • 600 kg Käse • 15.000 Eier
4 Gabeln hes Mind. 50 % der Lebensmittel, welc nts die Küche des Betriebsrestaura . bezieht, sind regional, wobei mind nach n davo ittel ensm Leb 25 % der dem 3G-Prinzip hergestellt wurden.
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Gemüse neu entdeckt
Mairüben
eine zarte Verführung
Sie kennen Radieschen? Sie kennen Rettich?
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ie Mairübe ist eine südeuropäische Kulturpflanze, die schon im Altertum als beliebtes Nahrungsmittel diente. Mit dem Siegeszug der Kartoffel verlor sie etwas an Bedeutung doch in den letzten Jahren erleben diese vielgestaltigen Rüben ein Revival im Gemüsegarten. Mairüben sind eng verwandt mit den herbstlichen Räben (Stoppelrüben), die ab August gesät werden und bei uns meist geschabt und gesäuert auf den Tisch kommen. Sie geben auch kräftigen Eintöpfen und Topfgerichten ihren Geschmack. Verschiedene edle Spielarten der Mairübe sind als Navet, Speiserübe, Teltower Rübchen und im englischsprachigem Raum als Turnip ein Begriff. Im Ländle sind vor allem die weißen, kugeligen Rübchen beliebt.
Die ideale Zwischenfrucht im Garten Die zarten Mairüben werden bereits ab dem zeitigen Frühjahr kultiviert. Das ergibt erste Ernten ab Mai bis Juni. Gesät wird von Jänner bis März ins Gewächshaus. Im Freiland ist die Aussaat ab April bis Ende Juni erfolgreich. Bei hochsommerlicher Hitze neigen die Pflanzen zum Schießen, kann man nicht auf schossresistente Züchtungen vom Gärtner zurückgreifen. Ursprünglich klassisch ins Beet gesät und später vereinzelt, ist das Mairübchen heute eine klassische Pflanzkultur. So lassen sich einige Wochen Standzeit am Beet einsparen. Statt zwei Monaten sind es nur fünf Wochen bis zur Ernte. Das macht die Mairübe zur idealen Zwischenfrucht. Die Jungpflanzen im Erdpresstopf benötigen etwa 20 x 20 Zentimeter Standraum. Beim Boden sind sie nicht sehr wählerisch, Hauptsache er ist locker und frei von Unkräutern. Leider hat die Kohlfliege in manchen Gärten das Mairübchen entdeckt. Dann schützt man die zarten Knollen mit einem feinmaschigen Netz vor den Fliegen. Auch Schnecken werden dadurch ferngehalten.
Mairüben sind sehr delikat Mild im Geschmack und zart im Biss ist vor allem das Jugendstadium der Pflanze. Am besten schmecken die Rübchen ab Tennisballgröße. Neben der weißen Knolle ist auch das zarte Laub wie Spinat genießbar. Zu erwähnen ist der Gehalt an Mineralstoffen und ätherischen Ölen, die Knolle wie Laub einen milden Rettichgeschmack verleihen.
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Die kleinen Knollen enthalten B-Vitamine, Folsäure, Zink, Kalzium und sind reich an Eisen. Ob in Eintöpfen, Suppen, als Gemüsebeilage zu Fleisch oder Fisch, Gemüseragout, Mairübchen-Rösti oder -Püree, überbackenem Gemüseauflauf, als Belag für Quiches und Flammkuchen und vieles mehr – Mairüben sind vielseitiger als gedacht. Mit ihrer dezenten Schärfe sind sie roh perfekt für Salate oder Carpaccio. Das Blattgrün kann gehackt, wie Kräuter, zum Verfeinern von Speisen oder auch für die Zubereitung von Pestos verwendet werden.
Mairübchen-Crèmesuppe Zutaten für 2 Personen: 350 g Mairüben* | 100 g mehlige Ländle Kartoffeln* 1 Knoblauchzehe* | 1 EL Butter* | 450 ml Gemüsebrühe 150 ml Sahne* | Salz | Pfeffer | 2 TL geriebenen Kren (Meerrettich) | Dekor: rosa Pfefferkörner | Petersilie* Zubereitung: Mairüben und Kartoffeln waschen, schälen und würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken. Butter in einem Topf erhitzen, Gemüsewürfel und Knoblauch zugeben und ca. 3 bis 5 Minuten dünsten. Mit Brühe ablöschen und ca. 15 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Mit Kren, Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend mit dem Stabmixer fein pürieren. Sahne halbsteif schlagen und unter die heiße Suppe ziehen. In vorgewärmte Teller füllen. Mit gehackten Pfefferkörnern und Petersilie dekorieren.
* Produkte mit Ländle Gütesiegel erhältlich (je nach Saison). Rezept & Foto: Sigrid Gasser, laendlekitchen.at
Text: Harald Rammel
Dann müssten Sie auch Mairübchen kennen. Oder doch nicht?
Das Gute liegt so nah Ausgewogene Ernährung, körperliche Fitness und bewusstes Leben stehen hoch im Kurs unserer Gesellschaft. Wir schauen auf uns und wir schauen auf unsere Umwelt. Wer davon nicht nur redet, sondern den Worten auch Taten folgen lässt, ist bei den Vorarlberger Gemüsegärtnern gut aufgehoben. Aktiv gegen den Klimawandel Der kleinstrukturierte Gemüseanbau im Land ist absolut klimafreundlich. Produziert wird ein saisonales Gemüseangebot. Im Winter wächst „Low-Energy-Gemüse“ in ungeheizten Gewächshäusern, danach folgt robustes Frühlingsgemüse und mit zunehmender Wärme steigert sich das saisonale Angebot, bis im Sommer die volle Palette an Fruchtgemüse angeboten wird. Die Produkte sind weder von langen Transportwegen gezeichnet noch wurde viel Energie bei ihrem Anbau verbraucht. Im Gegenteil: Der ökologische Fußabdruck des Vorarlberger Gemüseanbaus ist vernachlässigbar, die Wertschöpfung bleibt im Land.
Nah am Kunden
Text & Fotos: Harald Rammel
Gemüse vom Vorarlberger Gärtner bedeutet absolute Frische. Frisch geerntet geht es in den Hofladen oder auf die Wochenmärkte. Kurze Transporte bedeuten hoher Vitamingehalt. Mit jeder Stunde Wegzeit nimmt der gesundheitliche Wert von Obst und Gemüse ab. Am frischesten ist es direkt vom Gärtner! Der Einkauf beim Gärtner macht den Anbau transparent. Man lernt die Menschen hinter den Feldfrüchten kennen, erlebt ihre Wirtschaftsweise und sieht, unter welchen Bedingungen das Gemüse am Feld und im Glashaus heranwächst. Hier pflegt man das persönliche Gespräch und man erhält so manchen Tipp für Lagerung und Zubereitung der Köstlichkeiten. Die Gärtnerinnen und Gärtner informieren Sie persönlich über das von ihnen angebaute Gemüse – und nicht sprechende Schweinchen oder sonstige Kreaturen der Werbewirtschaft. Man kann sich glücklich schätzen, wenn der Gemüsekauf so einfach und unkompliziert ist.
Foto: © Weissengruber & Partner
VORARLBERGER GEMÜSEGÄRTNER Betrieb
Ort
Ab-Hof-Verkauf
reGREENa/GREENzeug
Andelsbuch
Hof 788
Gertruds Garten
Dornbirn
Josef-Ganahl-Str. 41
Gartenbau Stadelmann
Hard
Bödeleweg 5
Gemüsebau Gehrer*
Höchst
Frühlingsstraße 35
Mahlerhof*
Höchst
Birnbaumstraße 20
Gemüsebau Meusburger*
Koblach
Au 5
Gärtnerei Hartmann
Ludesch
Bieleweg 47
Gärtnerei Metzler*
Ludesch
Walgaustraße 118
Gärtnerei Rauch
Rankweil
Stiegstraße 50
* Produktion nach den Richtlinien des Ländle Gütesiegels
Märkte Dornbirn
Dornbirn, Bregenz**
Dornbirn **Bauernmarkt luag 33
Ausflugstipp
Alpwanderung in Bezau Nach der Auffahrt mit der Seilbahn auf 1660 Meter Seehöhe genießt man einen grandiosen Fernblick von der Baumgartenhöhe. Entlang des Panoramaweges wechselt die Aussicht: vom Bodensee, über die Deutsche Ebene im Nordwesten, die Kleinwalsertaler Berge im Osten, über den Arlberg und im Süden über die Silvretta und den Rätikon und zurück zu den Schweizer Bergen im Westen. Bei der Abzweigung zur Stongerhöhe führt die Wanderung durch das Felssturzgebiet zur Alpe Stongerhöhe (bewirtschaftet) und hinunter zum Moorgebiet Stongen und den Wildmoosalpen. Hier gibt es gleich drei bewirtschaftete Alpen, die Wanderer mit selbstgemachten Alp-Köstlichkeiten versorgen: Alpe Stongen, Alpe Wildmoos und Greußing’s Wildmoos. Die Sennalpe Kassa Wildmoos, am Fuße der Winterstaude auf 1400 Meter Seehöhe, hält Ländle Alpschweine und bietet von Ende Mai bis Anfang September Ländle Alpschwein Produkte, Käse und Milchprodukte, Regionales und Selbstgemachtes (wie Sirup, Süßmost, Sig, selbstgemachtes Brot) zum Verkauf an. Durch Wald und Wiesen führt der
Schwierigkeit: ............... leicht Strecke:........................... 9,8 km Aufstieg:......................... 163 m Abstieg: .......................... 571 m Dauer: ............................. 03:00 h Tiefster Punkt: ............... 1214 m Höchster Punkt: ............. 1695 m Kondition: ...................... Erlebnis: ......................... Landschaft:.....................
Weg ins Vorsäß Sonderdach. Hier wartet die Alpe Leugehr, Nahe dem Vorsäß Sonderdach und der Seilbahn-Mittelstation, mit Bergkäse, Milch und Butter aus eigener Erzeugung auf. „Entlang des Panoramaweges trifft man auf einen Alpgeschichtlichen Lehrpfad. Die Wanderung kann auch von Andelsbuch aus gestartet werden. Auffahrt mit der Sesselbahn Andelsbuch-Niedere auf die Niedere, dem Andelsbucher Hausberg“, so Helmut Düringer.
Mehr Inspirationen unter: www.vorarlberg.travel luag 34
Fotos: Helmut Düringer, Weissengruber & Partner. Text: Helmut Düringer/Vorarlberg Tourismus
Mit Kalbfleisch zu 100 % aus Vorarlberg
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Impressum Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion: Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH und Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Montfortstraße 11/7, 6900 Bregenz, T 05574/400-700, E laendle@lk-vbg.at, www.laendle.at, vbg.lko.at; Redaktion: Sabine Hagspiel, Martin Wagner, Dietmar Hofer, Bernhard Ammann; Layout: Sabine Hagspiel Bildnachweis: Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH, LK Vorarlberg, APA-Fotoservice/Schedl, Andrea Fritz-Pinggera/Wortwerk, Sigrid Gasser, Nadin Hiebler, Land schafft Leben, Ölz Grafik Design, Christoph Pallinger, Vorarlberg Milch, Vorarlberg Tourismus, Weissengruber & Partner, iStock, gettyimages Bildbearbeitung: Christoph Pallinger
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Regionalität in aller Munde
Frische und qualitativ hochwertige Lebensmittel tragen zur Gesundheit bei. Gerade in den letzten Wochen der Coronavirus-Pandemie haben immer mehr Menschen den besonderen Wert von Lebensmitteln aus der Region erkannt. Die Nahversorgung von landwirtschaftlichen Produkten ist gesichert und wird auch seitens Küchen der Gemeinschaftsverpflegung geschätzt. Denn Lebensmittel, die aus der Region kommen, bringen nicht nur viel Genuss und Abwechslung auf den Teller, sondern schonen durch kurze Transportwege das Klima und tragen zur Wertschöpfung im eigenen Land bei. Die Initiative Vorarlberg am Teller zeichnet Betriebe aus, welche auf Produkte aus regionaler und bäuerlicher Hand setzen, ganz im Sinne der Landwirtschaftsstrategie „Landwirt.schafft.Leben“. www.vorarlberg.at/landwirtschafftleben