Good News 2021 2. Jänner 2021
Gestärkt Auf Krisenjahr folgt Hoffnung
Optimistisch Warum 2021 ein gutes Jahr wird
Beispielhaft Sie stehen für gute Nachrichten
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
„Wir sind auch dann da, wenn es einmal nicht so gut läuft“ 2020 war für Banken ein besonders herausforderndes Jahr. Hypo Vorarlberg Vorstandsvorsitzender Michel Haller über die Rolle seines Unternehmens bei der Bewältigung der CoronaKrise und anstehende Veränderungen im Bankengeschäft. Wie blicken Sie auf das Jahr 2020 zurück? Michel Haller: Mit gemischten Gefühlen. Da ist einerseits die persönliche Betroffenheit angesichts der Corona-Krise und der menschlichen Schicksale, die damit verbunden sind. Ich denke an die Erkrankten und Verstorbenen, aber auch an die vielen Menschen, die ihren Arbeitsplatz gänzlich oder vorübergehend verloren haben. Als Vorstandsvorsitzender bin ich aber stolz auf un sere Mitarbeiter, die trotz schwierigster Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet haben und damit ein anschauliches Jahresergebnis möglich gemacht haben. Und es freut mich, dass die Hypo Vorarlberg ihren Beitrag geleistet hat, die wirtschaftlichen Folgeerscheinungen der Corona-Krise etwas abzufedern. Wie genau hat die Hypo Vorarlberg ihren Kunden geholfen? Wir haben zahlreiche Privatund Firmenkunden mit Kreditstundungen und Überbrückungskrediten unterstützt. Zum 30. September betrug das Volumen der noch laufenden Stundungsvereinbarungen
rund EUR 600 Mill., die Covid19-induzierten Finanzierungen beliefen sich auf knapp EUR 88 Mill.. Mir ist besonders wichtig, dass wir auch dann für unsere Kunden da sind, wenn es einmal nicht so gut läuft. Wir sind eben kein Partner auf Zeit, sondern wollen unsere Kunden dauerhaft begleiten. Zum Jahresabschluss gab es dann noch eine gute Neuigkeit: Das Fachmagazin „Börsianer“ hat uns erstmals als beste Bank in Österreich ausgezeichnet. Das ist ein schöner Erfolg, auf den man stolz sein kann. Es zeigt, dass wir mit unserem bodenständigen Geschäftsmodell und den gesetzten Schwerpunkten in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit richtig liegen. Was natürlich auch mit in die Wertung gespielt hat: Wir wirtschaften achtsam und haben im Vorjahr ein gutes Ergebnis erreicht, was Ausdruck des hohen Kundenvertrauens in die Hypo Vorarlberg ist. Eine solche Auszeichnung ist aber immer auch ein Auftrag: Wir wollen das hohe Niveau natürlich halten und uns weiter verbessern. Seit Mai 2020 hat die Hypo Vorarlberg ein neues Vorstandsmitglied. Was hat sich seither verändert? Der Aufsichtsrat hat die wichtige Entscheidung getroffen, mit Philipp Hämmerle einen ausgewiesenen IT- und
ausschenken. Darauf freue ich mich besonders (lacht).
Foto: Marcel Mayer
Hypo Vorarlberg Vorstandsvorsitzender Michel Haller. Digitalisierungsexperten zu bestellen. Herr Hämmerle hat seit Mai intern schon zahlreiche Veränderungen angestoßen. Derzeit wird an einer neuen Digitalisierungsstrategie gearbeitet, die den Weg in die Zukunft weisen soll. Unsere Kunden sollen ihre Bankgeschäfte so erledigen können, wie sie es in anderen Bereichen gewohnt sind – und das heißt heutzutage eben auch digital. Deswegen überdenken wir laufend unsere Produktpalette. Seit 2020 haben wir beispielsweise die Zahlungsdienstfunktion Apple Pay im Angebot. Wie sehen Sie generell das Verhältnis zwischen digitalen Angeboten und persönlichen Dienstleistungen?
Das Kundenverhalten hat sich unbestreitbar verändert. Heutzutage werden viele Dinge am eigenen Computer oder am Smartphone erledigt, für die man früher noch einen Berater brauchte. Es ist deshalb wichtig, in diesem Bereich mit der Entwicklung Schritt zu halten. Andererseits braucht es genauso die persönliche Beratung und den Austausch – gerade dann, wenn es etwa um eine Finanzierung oder eine wichtige Anlageentscheidung geht. Das ist der Grund, warum wir so viel Wert auf unser Filialnetzwerk legen. Mit der Schaffung von Kompetenz-Centern bündeln wir unsere Kräfte, um unseren Kunden auch in Zukunft die bestmögliche Beratung bieten zu können.
Ein Projekt, das den Spagat zwischen „digital“ und „persönlich“ gut meistert, ist der Hypo Vorarlberg FREIRAUM, der im Herbst eröffnet wurde. Was ist das Neue daran? Der FREIRAUM ist keine gewöhnliche Bankfiliale, sondern vielmehr ein Raum, den die Menschen nutzen können, um miteinander oder mit unseren Beratern ins Gespräch zu kommen – in Corona-Zeiten natürlich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Außerdem können sie sich an Tablets oder großen Touchscreens über verschiedene Finanzthemen oder digitales Banking informieren sowie neue Anwendungen der Hypo Vorarlberg testen. Wenn Corona endlich Geschichte ist, dürfen wir dann auch Kaffee
ALS „BESTE BANK“
AUSGEZEICHNET. 1 Banken Hypo Vorarlberg Bank AG
Test 2020
WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Die Auszeichnung „Beste Finanzunternehmen Österreichs 2020“ basiert auf einem dreisäuligen Scoring-Modell, welches nach qualitativen und quantitativen Methoden vom Finanzmagazin Börsianer ermittelt und von der BDO Austria ausgewertet wird. Ziel ist es, den Kunden von Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften sowie Pensions- und Vorsorgekassen durch das goldene Ranking einen Überblick über die besten Unternehmen in Österreich zu geben. Insgesamt werden dafür 14 Gesamt- und Rubriksieger prämiert sowie Sonderpreise für Innovation und Nachhaltigkeit vergeben. Der Börsianer gilt in Branchenkreisen als wesentliche Informationsquelle, seine Rankings sind ein anerkannter Maßstab in der nationalen Finanzindustrie.
Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at
Im März tritt der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in Kraft. Was bedeutet das für die Bank? Der Aktionsplan wird die Finanzströme in der EU in eine nachhaltige Richtung lenken – ein Ziel, dass wir als achtsame Regionalbank natürlich unterstützen. Wir haben deshalb schon früh eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um uns auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten. Die Details werden derzeit ausgearbeitet. Was ich aber schon sagen kann: Wir begreifen den Aktionsplan als Chance, neue nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Und für Kunden, die auf Nachhaltigkeitsaspekte Wert legen, wird es künftig noch leichter nachvollziehbar, wohin ihre Gelder fließen. Was ist für Sie die wichtigste Herausforderung 2021? Sicherlich die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Viel hängt davon ab, ab wann ein wirksamer Impfstoff verfügbar sein wird und wie die öffentliche Hand Betriebe unterstützt, die mit Umsatz- und Gewinneinbußen zu kämpfen haben. Wir werden den Menschen und Unternehmen jedenfalls auch im neuen Jahr zur Seite stehen – egal, was kommt. Ganz nach unserem Motto werden wir gemeinsam wieder Großes leisten!
Good News 3
Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Mit Hoffnung und Vorfreude ins neue Jahr Nach Krisenjahr blickt Vorarlberg positiv auf 2021.
BREGENZ Nach dem herausfordernden Jahr 2020 ist der Blick auf 2021 voller Hoffnung und Vorfreude. Denn der Neustart nach der Krise rückt näher. Landeshauptmann Markus Wallner sieht Vorarlberg in einer guten Ausgangslage: „Weil wir es jetzt erstmals selbst in der Hand haben, die Pandemie loszuwerden und das Coronavirus endlich abzuschütteln.“ Die Menschen im Land könnten durch Tests und Impfung darüber entscheiden, ob in dieser schwierigen Situation für Wirtschaft und Gesellschaft rasch ein Ende bereitet oder ob dem Virus weiterhin erlaubt wird, das gewohnte Leben zu torpedieren. „Ich bin für ein schnelles Ende dieses Alptraums und werbe dafür auch ganz offen“, bekräftigt Wallner.
Investition in Standort Der Ausblick auf ein baldiges Pandemieende ist aber nicht der einzige Grund für Zuversicht. Vorarlberg sei für den Neubeginn insgesamt gut aufgestellt. Auch im Krisenjahr 2020 habe man massiv in den Standort und in die Menschen investiert. Das setzt sich im Budget für das neue Jahr 2021 fort. Den Aus- und Nachwirkungen der Pandemie wird ein umfassendes Standort- und Wachstumspaket entgegengesetzt. Mit etwa 102 Millionen Euro allein für den Ausbau der Infrastruktur ist bei den standortstärkenden Investitionen ein neuer Höchststand erreicht. Das Plus gegenüber dem Vorjahr beläuft sich auf satte 43 Prozent. Zu den größten Bauprojekten zählen unter anderem die neue Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach mit Kosten von 25,4 Millionen Euro im Jahr 2021 oder die Erweiterung der Fachhochschule Vorarlberg mit 6,5
Hilfe und Freundschaft dank der VN-Nachbarschaftshilfe in der Corona krise. AUF SEITE 4
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Gerold Riedmann
2021, dank Impfung ein Chancenjahr Ob man Alltägliches schon schätzt, durfte man sich vor März 2020 zunehmend fragen. Hiermit ist garantiert: 2021 ist das Jahr, in dem wir uns scheibchenweise in die alte Normalität zurückkämpfen werden. Freunde umarmen, reisen, unbeschwerte Restaurantbesuche. Oh, wie werden wir Alltägliches neu entdecken, neu schätzen lernen!
Gute Aussichten: Nicht nur wegen dem Ausblick auf ein baldiges Pandemieende, sondern auch weil Vorarlberg für den Neubeginn gut aufgestellt ist. VN/STEURER
Millionen Euro. Es sei entscheidend, in dieser schwierigen Zeit gezielt zu investieren, um Wachstum zu ermöglichen. Neuerlich einen Schwerpunkt bilden die Beschäfti-
„Wir werden in die Förderung und Interessen unserer Kinder und Jugendlichen investieren.“ Markus Wallner Landeshauptmann
gungsmaßnahmen. „Mein Ziel ist klar: Wir müssen die Beschäftigung ankurbeln und die Arbeitslosenzahlen senken. Deshalb starten wir 2021 die größte Joboffensive in Vor-
Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, sinkt mit der Impfung gegen das Virus. AUF SEITE 6
Lisa-Marie hat eine schwere Krankheit überlebt und genießt jetzt wieder ihr Leben.
arlberg“, kündigt Wallner an. Auf sehr hohem Niveau bleiben auch die Investitionen in den Bereich Bildung und Ausbildung. Rund 190 Millionen Euro sind reserviert. „Das ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung unseres Landes. Daher wollen und werden wir weiter in die gezielte Förderung der Begabungen und Interessen unserer Kinder und Jugendlichen investieren – auch und gerade in Zeiten von Corona“, sagt Wallner. Weiter ausgebaut wird darüber hinaus der öffentliche Verkehr. Gegenüber 2020 werden 23,4 Prozent mehr aufgewendet. Investiert wird zudem auch in diesem Jahr in den Klimaschutz und das Energieautonomie-Ziel 2050. „Wir dürfen in Vorarlberg trotz Krise für 2021 zuversichtlich sein, weil wir den Neustart aus einer Position der Stärke heraus angehen können“, macht Landeshauptmann Markus Wallner deutlich.
Künstler Stefan Finžgar eröffnet trotz Coronakrise Galerie am Schlossgraben in Feldkirch. AUF SEITE 10
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Ein Rückschlag führt Friseurin Silvia F elder zu einem Neustart als selbstständige Unternehmerin.
Editorial
Lorena Halder und ihre Töchter erfuhren eine berührende Solidarität durch „Ma hilft“. AUF SEITE 10
Das Selbstverständliche etwas weniger selbstverständlich sehen: Diese Tage zwischen den Jahren geben uns gute Gelegenheiten, dies zu üben. Europa, beispielsweise – überhaupt nicht selbstverständlich. Dies sehen wir am völlig sinnlosen Brexit, der die Briten und Europa schwächt. Was tun wir 2021 für Europa? Freundschaft, beispielsweise. Die Zurückgezogenheit der Pandemie fordert schon alles, bestehende Freundschaften zu erhalten, zu pflegen. Neue Freundschaften sind unter diesen Umständen praktisch nicht aufzubauen. 2021 wird neue Freundschaften bringen. Der Durchbruch der Videokonferenzen sind für ländliche Regionen wie auch Vorarlberg ein Segen. In der wunderbaren Natur unseres Landes verwurzelt, digital verbunden mit der Welt. Das bietet Chancen, die 2021 ergriffen werden können. Urlaub 2021? Unser Gesundheitsminister schwurbelt ja schon wieder vom Herbst, wenn’s um
Elisa Hämmerle, Benjamin Bildstein und David Hussl folgen ihrem Traum von Olympia. AUF SEITE 12
Die kleine Ida, die schon im Mutterleib operiert wurde, entwickelt sich schon prächtig.
eine vernünftige Durchimpfungsrate geht. Gehen wir zu Jahresbeginn doch positiv eingestellt davon aus, dass ein schöner Sommerurlaub klappen könnte. Wir haben es in der Hand. Schlüssel zu unserem alten Leben ist die Impfung. Es liegt an uns, die Möglichkeit der Impfung als Chance zu ergreifen. Als Chance, uns gemeinsam in die Normalität zurück zu kämpfen. Ich wünsche Ihnen, geschätzte VN-Leserinnen und -Leser, ein Jahr 2021, das grundsätzlich anders endet, als es mit dem aktuellen Lockdown beginnt. Auch die VN-Redaktion leistet ihren Beitrag und hat Ihnen in dieser Ausgabe von “Good News” eine ganze Zeitung mit ausschließlich guten Nachrichten zusammengestellt. Ihnen im Namen der Kolleginnen und Kollegen aus der VNRedaktion ein gutes 2021! Herzlichst, Ihr
GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.
Die Vorarlberger Holz- und Barockbaukunst steht endlich im öffentlichen Fokus. AUF SEITE 14
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Ambitionierte Klimaziele bringen bessere Umwelt und neue Arbeitsplätze nach Vorarlberg AUF SEITE 11
Zahlreiche Flüchtlinge haben Fuß gefasst und sich in Vorarlberg ein neues Leben aufgebaut. AUF SEITE 13
Mit so einem Comeback haben diese Sportler in den kühnsten Träumen nicht gerechnet. AUF SEITE 14
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Gemeinsam durch h erausfordernde Zeiten Karina Simonelli engagiert sich bei #vorarlberghältzusammen.
Durch die Corona krise und den Lockdown im Frühjahr 2020 ist das öffentliche Leben zu großen Teilen zum Erliegen gekommen. Trotz oder gerade deswegen setzen sich die Vorarlberger Nachrichten und Russmedia mit der am 13. März 2020 gestarteten Initiative #vorarlberghältzusammen zum Ziel, die Menschen in SCHWARZACH
eine ältere Dame, die sich aufgrund ihres Rollstuhls das ganze Jahr auf eine Einkaufshilfe verlässt. Diese hilfreiche Seele ist jedoch selbst ein älterer Herr und sollte aufgrund der Pandemie geschont werden, also sprang Simonelli für ihn ein. Eine Woche nach der Dame meldete sich ein älterer Herr, für den Simonelli ebenfalls einkaufen ging.
Ablenkung, Hilfe und Freundschaften dank der VNNachbarschafts hilfe.
DIE GUTE NACHRICHT
Vorarlberg in dieser Zeit näher zusammenzubringen. Innerhalb kürzester Zeit wurden im Rahmen dieser Kampagne unterschiedliche Aktionen auf die Beine gestellt. So wurde etwa Mitte März zur landesweiten Nachbarschaftshilfe aufgerufen, bei der sich 1300 Freiwillige meldeten und deren Kontaktdaten in den VN veröffentlicht wurden. Eine davon war Karina Simonelli.
Hilfreich auf Einkaufstour „Für mich war das gar kein Thema. Man kann was Gutes tun und helfen, ich kann es mir einrichten“, sieht die 43-Jährige ihren Einsatz als selbstverständlich an. Die Wolfurterin meldete sich im März bei den VN und ging bald für zwei Haushalte einkaufen. Einer von beiden ist
Die Einkäufe stellte sie vor die Tür, klingelte und ging auf Sicherheitsabstand. Zwischen Tür und Angel hielt man dann ein kleines Schwätzchen. „Ich finde, das gehört auch dazu. Jeder war allein daheim, damals durfte nicht einmal die Familie vorbeikommen“, sieht die Kleinkinderbetreuerin schon die Gefahr der Vereinsamung und hier eine Möglichkeit, etwas Abwechslung zu bieten. Mit dem Ende der ersten Welle organisierten sich die beiden Senioren wieder selbst. Als es nun im Herbst wieder ernster wurde, meldete sich zumindest die Dame wieder bei der dreifachen Mutter. „Das ist eine sehr organisierte Frau, es ist sensationell“, lacht Simonelli. Die Einkaufsliste bekommt sie zweimal in der Wo-
che, und zwar genau in der Reihenfolge, wie sie die Produkte im Laden ums Eck beim Durchgehen vorfindet. „Ich hatte nie das Gefühl, dass es ein Mehraufwand ist“, freut sich Simonelli darüber, anderen den Alltag einfacher zu machen. Man merkte im Laden vor allem im Frühjahr, dass viele nicht nur für sich selbst auf dem Weg sind. Andere wollten ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben und lehnten das Angebot deswegen ab, so Simonellis Eindruck. Aus den Einkaufstouren entwickelten sich sogar Freundschaften: Für ihren Aufwand bäckt die Dame immer wieder Kuchen für Simonellis Familie, aus den Schwätzchen wurden längere Gespräche. Und auch der Herr zeige sich bis heute immer wieder mit Blumengeschenken erkenntlich. „Es ist immer ein Geben und Nehmen.“
Kinderseite und Webinare Neben der Nachbarschaftshilfe wurden weitere Impulse im Zuge von #vorarlberghältzusammen gesetzt. Weil die Situation gerade für Familien eine Herausforderung war, boten die VN in der Zeit des Lockdowns etwa täglich eine eigene Kinderseite. Über die kostenlose Grußkartenaktion konnten Enkelkinder Oma und Opa über die Zeitung grüßen lassen. Für die Zeit zu Hause gab es täglich Sportübungen und für das geistige Training sorgten der Ausbau der täglichen Rätselseite sowie ein 48-seitiges
Die Wolfurterin Karina Simonelli engagiert sich seit März im Rahmen von #vorarlberghältzusammen und geht für andere auf den Weg. VN/RAUCH
Rätselheft. Nicht zuletzt haben Leser über Webinare die Möglichkeit, Fragen an zahlreiche geladene Experten oder Politiker zu stellen.
Solidarität und Gemeinschaft Auch für die heimische Wirtschaft setzt die Kampagne Schwerpunkte: So werden Vorarlberger Unternehmen kostenlose Ankündigungen ihres Lieferservice sowie eine Übersicht von regionalen Onlineshops angeboten, damit Kunden auch
während der Krise erreicht werden können. Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zeigten im Sinne von #vorarlberghältzusammen, wie Solidarität und Gemeinschaft in der Krise gelebt werden können. Die VN und Russmedia bieten dafür die Plattform. MATTHIAS RAUCH matthias.rauch@vn.at MIRIJAM HALLER mirijam.haller@vn.at
Gästen zu Hause besondere Momente bescheren
Wie sich Vorarlberger Gastronomen kreativ gegen die Krise stemmen.
DORNBIRN, FELDKIRCH „Es war natürlich eine große Unsicherheit beim ersten Lockdown, wer was und wie tun muss. Beim zweiten haben wir uns darauf eingestellt und waren vorbereitet“, berichtet der alteingesessene Dornbirner ronom Gabriel Venturiello. Gast „Im ersten Lockdown begannen wir nach rund zwei Wochen zu liefern. Da haben wir uns beim zweiten Lockdown gesagt: ,Okay, das machen wir.‘ Wir hatten dann auch Erfahrungswerte“, so der Chef von „Gabriel’s Cucina“. Das Team um Venturiello kreierte sinnvolle Gerichte, die gut zu liefern sind. So wurde ebenfalls geklärt, ob alle Mitarbeiter bereit sind, Lieferfahrten zu übernehmen. „Ohne das tolle Team wäre dies nicht zustande gekommen.“ Das „Cucina“-Team hatte bereits ein kleines Liefer-Stammpublikum, darunter ein Gast, der als Risikopatient jeden Mittag zugestellt bekommt. „Unsere Lieferdienste laufen gut, trotzdem haben auch wir Kurzarbeit anmelden müssen.“ Um seinen Gästen beim Ausliefern eine schöne Zeit zu bescheren, griff Venturiello im ersten Lockdown auf kreative Ideen zurück. „Ich kenne das von Italien, wo Lieferdienste mit Musik ihre Gerichte den Gästen überbringen. Besonders im ersten Lockdown saßen alle zuhause, sind von einer Coronanachricht zur nächsten, waren deprimiert. Ich dachte, ich will da einen positiven Beitrag bringen. Habe Musik gemacht, mit einem Kaba-
Gabriel Venturiello hat bereits im ersten Lockdown auf einen persönlichen Lieferservice umgestellt. VN/MAIER-ORTNER
DIE GUTE NACHRICHT Gastronomiebetriebe, die trotz Lockdowns für Sie da sind.
rettisten Witze-Videos gedreht und und und“, erzählt er. Täglich postete das Team auf ihrer Facebook-Seite ein Lockdown-Lied. „Wir wollten etwas Positives vermitteln“, so der lebensfrohe Gastgeber. Auf Facebook ist auch sein Quiz entstanden. „Ich habe im Schnee ausgeliefert und wollte zeigen, wo wir überall sind. Und die Follower sollten raten. Zu gewinnen gab es eine Flaschen Wein. Jetzt ist das ein Klassiker“, sagt er mit einem Lächeln, das die Krise nicht kaputt zu kriegen vermag. „Wir werden immer kreativ
Xander die Widrigkeiten, denen das noch junge Restaurant gegenüberstand. „Wir haben unser Team behalten. Von dieser Krise geht die Welt nicht unter“, so der Optimist. Im zweiten Lockdown hat das „One More“ direkt auf Take-away und Lieferservice umgerüstet, was bedeutete, dass zwei Autos angeschafft wurden. „Das liefern funktioniert tadellos, wir haben ein großes Einzugsgebiet. Von Nenzing bis Götzis.“ Alles klappt online und ist in die Homepage integriert. „Mein Geschäftspartner hat das mit der App und der Anbindung zum Kassensystem programmiert. Durch Firmen im Industriepark und Kanzleien, die eine kurze Mittagspause haben, wurde der Kundenstamm vergrößert.“ Die App zeigt den Gastronomen zudem, dass sie über 50 Prozent Neukunden im Dezember gewinnen konnten. „Unsere Stammgäste sind uns treu. Wir erhalten über Social Media gute Kommentare und positive Reaktionen. Der Kundenkontakt bleibt leider Kassian Xander (l.) mit Geschäftsführer René Gmeiner (32). aus“, findet Xander bleiben. Wir wollen den Menschen schade, glaubt aber, dass das junge etwas Schönes nach Hause liefern.“ Team das Beste daraus macht. „Wir sind positiv, wird schon werden.“ Start mitten in der Krise Anfang Juli 2020 hat das Feldkircher BETTINA MAIER-ORTNER Restaurant „One More“ mit zwölf bettina.maier-ortner@vn.at Angestellten eröffnet – coronabe- 05572 501-636 dingt ohne Feier. „Wir haben den HOMEPAGE ersten Lockdown abgewartet, wir Liste von Gastronomie-Betrieben wollten eigentlich bereits Anfang März öffnen“, beschreibt Kassian http://VN.AT/sukuEv
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Ein Neubeginn mit Schere und Kieferngrün Die Friseurin Silvia Felder nutzt eine Kündigung für den Start in die Selbstständigkeit.
Im Spätsommer stand die Friseurin Silvia Felder mit der Kündigung da, Begründung war die Coronapandemie. Statt jedoch zu resignieren, sah die 33-Jährige darin eine Chance. Im Jänner eröffnet sie daher ihren eigenen Salon.
den arbeiten will, war Felder schon früh klar. „Der optimale Friseur ist Psychologe, Showmaster und Künstler“, lacht die junge Hatlerin.
DORNBIRN
Vorbild aus Kindertagen Die Voraussetzungen dazu schuf sie in den letzten Jahren mit der Unternehmerprüfung, außerdem ist sie Lehrlingsausbildnerin. „Ich wollte auf die richtige Zeit warten, bis es vom Gefühl her stimmig war“, erklärt die Dornbirnerin. „Meine Intuition sagt mir, jetzt war die richtige Gelegenheit.“ Ihr neues Zuhause fand sie in der Arlbergstraße, hinter der Raiffeisenbank. Noch läuft der Umbau in „Felder Haarkreationen“. „Mir ist wichtig, dass die Kunden loslassen können, wenn sie reinkommen“, erklärt die Jungunternehmerin. Statt Schnellabfertigung vieler Kunden gleichzeitig will sie eine ruhige „hoamelige“ Atmo-
Noch ist der Salon von Siliva Felder in der Arlbergstraße eine Baustelle, bald wird sich dies jedoch ändern. FELDER
sphäre bieten, mit viel Augenmerk fürs Detail. Diese Einstellung hat sie wohl auch ihrem Vorbild zu verdanken, der eigenen Friseurin aus Kindertagen. „Sie hatte eine sehr fröhliche und motivierende Persönlichkeit,
Bis zu 5,1 Prozent BIP-Zuwachs sind möglich, betont IV-Präsident Georg Knill. APA
Wirtschaft wächst 2021 im Rekordtempo WIEN Für das Corona-Jahr rechnet die Industriellenvereinigung mit einem Rückgang von 8,1 Prozent, doppelt so hoch wie im KrisenJahr 2008/09. „Aber 2021 wird ein so gutes Jahr, wie wir es seit 40 Jahren nicht mehr erlebt haben“, sagt Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV). Er prognostiziert einen Wirtschaftsaufschwung von 5,1 Prozent. Voraussetzung für das Wachstum ist, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stimmen und die Weichen richtig und vor allem rasch gestellt werden. „Die Exporte werden durch die bessere physische Erreichbarkeit unserer Absatzmärkte wieder steigen und geopolitische Unsicherheiten abnehmen – insbesondere, was die neue US-Administration betrifft sowie die Klarheit über den Brexit“, so Knill.
Comeback des Konsums Man rechnet auch mit einem starken Inlandskonsum, durch den Rückgang der Sparquote sowie die gestiegene Investitionsnachfrage, die durch die Investitionsprämie beflügelt wurde. „Die dritte Milliarde dürfte ein Investitionsvolumen von über 30 Mrd. Euro auslösen“, so Knill. Sollen 2021 und die Folgejahre zu „Jahren des Aufschwungs“ werden, müssten alle Hebel in Richtung nachhaltiges Wachstum gestellt werden. Vertrauen in Unternehmen „Unternehmen werden weiter als Garanten guter Arbeitsplätze gesehen und sollen daher in der Krise weiter gestärkt werden“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Außerdem würden Unternehmen laut Ergebnissen des ‚ZukunftsMonitors‘ – einer jährlichen Studie, die mit der Universität Wien und dem IFES-Institut durchgeführt wird – bei 41 Prozent der Befragten hohes Vertrauen genießen. „Die Industrie wird von 60 Prozent der Befragten als Motor der österreichischen Gesamtwirtschaft gesehen.“
war ein richtiger Strahlemensch“, erinnert sich Felder zurück. Es habe sie beeindruckt, dass man den Leuten allein durch die Art etwas geben könne – und noch besser, wenn man dies mit dem Handwerk verknüpfen kann. Und dass sie mit den Hän-
Kreative Ader Ihr Schwerpunkt ist das Ideenreiche. „Die kreative Ader habe ich von meinem Eltern geerbt“, ist Felder überzeugt. Das Friseurhandwerk und ihre jahrelange Erfahrung erlauben ihr, Kreativität mit neuen Trends im direkten Kundenkontakt zu leben. Wenig überraschend, dass sie nun ihre Fähigkeiten mit der Ausbildung zur Farb- und Typberaterin abgerundet hat. „Ich finde es wichtig, dass ein Friseur ein Gefühl für Farben und Formen hat“, betont Felder. Dies komme in der klassischen Ausbildung oft zu kurz. Abseits des Salons überträgt sie ihre Kreativität außerdem auf die Musik und den Kohlestift. Dass sie ein hohes Risiko eingeht, direkt in einer Krise selbstständig zu werden, ist der 33-Jährigen klar.
DIE GUTE NACHRICHT Ein Rückschlag führt zu einem Neuanfang auf eigenen Beinen. Doch nicht umsonst hat sie sich bei ihrem Leitmotiv für das Logo und die Innenraumgestaltung für ein lebendiges sattes Kieferngrün entschieden. Schließlich wird die Farbe der Natur allgemein nicht nur mit Schönheit, sondern auch Erneuerung in Verbindung gebracht. MATTHIAS RAUCH matthias.rauch@vn.at 05572 501-713
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Mit der Impfung aus der Coronapandemie Experten sind vom Nutzen der Impfung zutiefst überzeugt.
DORNBIRN In der Bevölkerung herrscht noch die Skepsis vor. Für Fachleute ist klar: Nur mit einer Impfung lässt sich die Coronapandemie auf Dauer wirksam bekämpfen. „Es gibt keine Alternative zur Impfung“, stellen auch die Molekularbiologen des VIVIT-Instituts in Dornbirn, Dozent Axel Mündlein (51) und Dozent Andreas Leiherer (42), unmissverständlich fest. Im
DIE GUTE NACHRICHT
eine Herdenimmunität erforderlichen 70 Prozent nicht erreichen“, sagt Axel Mündlein und ergänzt: „Die Impfung ist zu diesem Zeitpunkt der einzige Weg, der uns aus der Pandemie hinausführen kann.“ Die Molekularbiologen selbst sind vom Impfstoff überzeugt. „Schon die Zwischenauswertung, die einen hohen Schutz bei relativ geringen Nebenwirkungen erbrachte, haben
Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu rkranken, sinkt e mit der Impfung.
anderen Fall würde es eine Durchseuchung von mindestens 70 Prozent der Bevölkerung brauchen, um das pandemische Geschehen stoppen zu können. Doch davon ist Österreich weit entfernt. Laut Leiherer liegt die Rate derzeit bei gerade einmal fünf Prozent.
Studien sind einsehbar Jetzt ist er da, der als medizinische Errungenschaft gehandelte Impfstoff. Mit den ersten Impfungen wurde bereits begonnen, die Verantwortlichen hoffen auf eine hohe Beteiligung, wenn der Impfstoff auch für die breite Masse zur Verfügung steht. Das soll aller Voraussicht nach ab April der Fall sein. „Ohne Impfung werden wir die für
Lisa-Marie (17) steht nach mehreren Krebsoperationen wieder voll im Leben. HÖRBRANZ Lisa-Marie Elbs (17) lernte die dunkle Seite des Lebens bereits im Kindesalter kennen. Das sportliche Mädchen, das gerne Eishockey spielte und Ski fahren ging, war gerade neun Jahre alt, als man bei ihm einen Tumor im Kopf entdeckte. Mutter Martina (40) war aufgefallen, dass Lisa-Marie nicht mehr spielen mochte und häufig über Kopfweh klagte. Im August 2012 wurde der Tumor entfernt. „Die Ärzte haben den ganzen Tag operiert“, erinnert sich Martina Elbs noch gut an die vielen Stunden, die sie gebangt hat. Die OP verlief ohne Komplikationen, aber es stellte sich heraus, dass der Tumor bösartig war. Das Kind musste sich einer Chemo- und Strahlentherapie unterziehen. „Lisa-Marie hat alles tapfer über sich ergehen lassen. Sie sagte zu mir: ,Ich nehme es so, wie es kommt.‘“ Die Stärke ihrer Tochter beeindruckte Martina, welche Tag und Nacht für ihr schwerkrankes Kind da war.
„Muss ich sterben, Frau Doktor?“ Stärke musste Lisa-Marie auch in den kommenden Jahren aufbringen. Denn der Krebs kam im Februar 2015 zurück. „Sie hatte wieder einen Hirntumor, dieses Mal an einer anderen Stelle. Außerdem entdeckte man in ihrer Wirbelsäule Metastasen“, erzählt ihre Mutter mit feuchten Augen. Auch Lisa-Maries Augen glänzen jetzt verdächtig. „Ich habe die Ärztin gefragt, ob ich sterben muss. Darauf antwortete sie mir: ,Wir wünschen uns, dass du
mich positiv gestimmt“, bestätigt Mündlein. Erst jüngst wurden zudem die Daten von drei Monaten intensiver Testung des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer an rund 40.000 Probanden im angesehenen Medizinjournal „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht und damit für alle Interessierten zugänglich gemacht (https://doi.org/10.1056/ NEJMoa2034577). „Daraus lässt sich gut ablesen, dass ein erster Schutz gegen Covid-19 bereits 12 Tage nach der 1. Impfung einsetzt“, erläutert Mündlein. Sieben Tage nach der 2. Impfung wird ein 95-prozentiger Schutz erreicht. Der mRNA-Impfstoff enthält keine Zusatzstoffe und greift laut den Her-
stellern auch nicht in die menschliche DNA ein. RNA-Impfstoffe gehören zu den genetischen Impfstoffen.
Natürliche Reaktion Die Nebenwirkungen werden als leicht beschrieben, wobei Andreas Leiherer betont: „Bei jeder Impfung können Nebenwirkungen auftreten.“ Im Falle der Coronaimpfung wurden von manchen Studienteilnehmern leichte Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen angegeben. Bei einem von sieben Geimpften ist nach der 2. Dosis Fieber aufgetreten, wobei die Temperatur nur in wenigen Fällen über 39 Grad stieg. „Fieber ist eine natürliche Reaktion des Immunsystems, das durch den Impfstoff quasi zusätzlich angefeuert wird“, erklären die beiden Forscher. Zu Nebenwirkungen kam es übrigens auch in der Placebogruppe. „Die Leute hören eben besser in ihren Körper hinein“, erklärt Axel Mündlein diese psychosomatischen Erscheinungen. Eine Impfung bedeute für den Körper immer auch eine Stresssituation. Noch ein interessantes Ergebnis aus den Studien: Bei den jungen Probanden traten die Nebenwir-
Die Molekularbiologen des VIVIT-Instituts, Andreas Leiherer (l.) und Axel Mündlein, setzen große Hoffnungen in die zugelassenen Impfstoffe. VN/STIPLOVSEK
kungen häufiger auf als bei den älteren, bei denen sie außerdem auch weniger ausgeprägt waren. „Die Testphasen haben überdies gezeigt, dass durch die Impfung die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, viel geringer war als in der Placobogruppe, die keinen Impfstoff erhielt“, bringt Andreas Leiherer den wichtigsten Aspekt ins Spiel. Ungeklärt ist allerdings, wie lange der Impfschutz tatsächlich anhält.
Weiterführende Studien Diese Frage ist Teil weiterführender Studien. „Man wird vermutlich wiederholt impfen müssen“, glauben auch Mündlein und Lei-
herer. Nichtsdestotrotz sind sich die Experten einig: „Das Risiko der Coronaimpfung ist überschaubar, die Angst davor unbegründet. Das gelte es, den Menschen bewusst zu machen. Dafür brauche es begleitend zu den Impfkampagnen eine gute Aufklärung und Information. „Wir werden uns impfen lassen, sobald ein Impfstoff für uns verfügbar ist“, bekräftigen Axel Mündlein und Andreas Leiherer. Sie sind überzeugt, dass der Impfschutz durch die Kombination unterschiedlicher Impfstoffe, noch verbessert werden könnte. Studien sind in Planung. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
Lisa-Marie zelebriert das Leben dass die Arbeit ihrer Tochter so gut tut. Lisa-Marie geht jeden Tag mit Freude zur Arbeit. Das liege unter anderen an den Kunden, sagt die 17-Jährige. „Die sind gut aufgelegt, weil sie sich darüber freuen, dass sie mit einem Spielzeug Freude bereiten können.“ Aber auch ihre netten Chefs tragen dazu bei, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz überaus wohlfühlt. „Die schauen gut auf mich.“ Ihre Arbeitgeber sind nicht nur nett, sondern auch verständnisvoll. „Ich habe in den vergangenen zwei Lehrjahren schon einige Male gefehlt, weil ich erneut operiert werden musste.“ Dem Teenager mussten zwei Geschwulste am Kopf wegoperiert werden, glücklicherweise waren diese gutartig.
Lisa-Marie Elbs an ihrem Arbeitsplatz in „Lumpi‘s Spielzeugparadies“. Sie absolviert dort mit Freude eine Lehre.
DIE GUTE NACHRICHT Lisa-Marie hat eine schwere Krankheit überlebt und genießt jetzt ihr Leben.
wieder gesund wirst, aber versprechen können wir es nicht.‘“ Das Mädchen musste sich nun wieder einer gefährlichen Kopf-Operation und einer Chemo unterziehen. „Es kam zu Komplikationen bei der OP. Lisa-Marie musste für zehn Tage in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Als sie aufwachte, war sie ein Pflegefall, konnte nicht mehr gehen und nicht mehr sprechen.“ Martina wusste nicht, ob ihr Kind wieder „normal“ wird. „Glücklicherweise hat sie sich dann aber schnell erholt.“ Ganz die Alte war Lisa-Marie
VN/ROLAND PAULITSCH
aber jetzt nicht mehr. „Die Schule wurde für sie zur Belastung. Ich wollte sie dieser nicht mehr aussetzen und habe sie aus der Sporthauptschule genommen.“ Denn Martina war der Meinung, „dass meine Tochter nur noch Freude haben soll im Leben“. Die Freude kehrte ins Leben von Lisa-Marie zurück, als sie im Jahr 2018 in „Lumpi’s Spielzeugparadies“ in Bregenz eine verlängerte Lehre zur Einzelhandelskauffrau beginnen durfte. „Sie ist richtig aufgeblüht“, freut sich Martina,
Sie lebt intensiv Mit 17 weiß Lisa-Marie bereits um die Zerbrechlichkeit und Kostbarkeit des Lebens. Dass sie leben darf, sieht sie nicht als selbstverständlich an. Deshalb freut sie sich jeden Morgen auf den neuen Tag. Die schweren Zeiten, die hinter ihr liegen, überstand sie mit der Hoffnung, dass sie einmal ihr Leben leben kann. Dass sie das nun tun kann, macht sie glücklich: „Jetzt habe ich das erreicht, was ich wollte: Ich arbeite bei Lumpi’s.“ LisaMarie genießt, nein, sie zelebriert das Leben. Wenn sie zum Beispiel ein Bad nimmt, dann tut sie das mit allen Sinnen. „Ich zünde Kerzen an und höre schöne Musik.“ Wenn sie am See spazieren geht, dann saugt sie alle Eindrücke auf wie ein Schwamm. Egal, was sie macht, sie macht es mit Intensität. MARTINA KUSTER martina.kuster@vn.at 05572 501-734
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„Wir holen den Menschen in die Marke“ Mit neuem Markenauftritt setzt die Merkur Versicherung ein starkes Statement zum Wunder Mensch und betont damit ihre 222-jährige Identität. Das Vorstandstrio Ingo Hofmann, Christian Kladiva und Helmut Schleich spricht im Interview über die Hintergründe. Die erste Werbekampagne der Merkur Versicherung im neuen Kleid läuft bereits. Wie fühlt sich dieser Moment für Sie persönlich an? Helmut Schleich: Wir haben unsere Leidenschaft, die seit 222 Jahren für eines brennt, das Wunder Mensch, und unsere Unternehmenswerte in einen Markenkern zusammengefasst, der wirkungsvoll nach außen strahlt. Kurz gesagt, wir setzen ein Statement für das Wunder Mensch. Wir schreiben eine Geschichte weiter, die seit unserer Gründung 1798 existiert. Wir machen sichtbarer, was uns als Merkur, als Gesundheitspartner antreibt, motiviert, auch in herausfordernden Zeiten. Deshalb war es für uns wichtig, den Menschen ins Zentrum zu stellen, nicht das Unternehmen. Dieser Zugang spiegelt sich in unserem neuen Corporate Design wider, und das begeistert uns. Ingo Hofmann: Für uns, und damit spreche ich auch im Namen aller Mitarbeiter und Partner, die uns diesen Weg geebnet haben, ist dies ein entscheidender Moment. Als wir Anfang des Jahres 2020 als neues Vorstandsteam zusammengetreten sind, haben wir sehr schnell einen sehr ähnlichen Zugang gefunden, die Merkur Versicherung für das
zu sehen, was sie wirklich ausmacht: Der Mensch im Mittelpunkt. Wir erfinden uns nicht neu, wir machen jetzt sichtbar, was unsere Wurzeln sind. Diesem Markenkern nun auch visuell Ausdruck zu verleihen, macht uns alle stolz. Nachhaltig erfolgreich und glaubwürdig zu sein bedeutet, sich nicht nur auf eine bunte Kampagne mit möglichst vielen TV-Spots zu konzentrieren, sondern an einer ganzheitlichen Positionierung zu arbeiten. Christian Kladiva: Es freut uns zu sehen, wie sich jetzt in der Praxis das zusammenfügt, was die Merkur Versicherung ohnehin in sich trägt. Wir entfalten visuell, was wir in unseren Werten ausdrücken, was wir unseren Kunden wie auch Mitarbeitern in die Hände legen: Freiheit und Selbstbestimmung. Ich darf es noch einmal hervorheben: Mit dem neuen Auftritt betonen wir unsere 222-jährige Identität und setzen ein starkes Zeichen für die Zukunft, das ohne unsere Traditionsgeschichte nicht denkbar wäre. Welche Strategie steckt hinter dem neuen Erscheinungsbild? Was ist Ihre Zukunftsvision? Schleich: Wir sind an das Thema evolutionär herangegangen. Die Anpassungen, die wir vorgenommen haben, sind eine behutsame, zeitgemäße Weiterentwicklung. Dabei war es unser Ziel, unsere Stärken zu stärken. Die klaren Farben, die Dynamik in der Wort-BildMarke, die akzentuierte Typografie sollen das hervorheben. Kladiva: Wir betrachten den Menschen und seine Bedürfnisse als Ganzes, wir kümmern
inkludiert, von der Leuchtreklame und Beschilderung bis hin zu Broschüren und der Geschäftsausstattung, wird sukzessive passieren. Das wird ein Prozess, den wir Schritt für Schritt in Umsetzung bringen.
Gesamtvorstand (v. l. n. r.): Christian Kladiva, Helmut Schleich und Ingo Hofmann. uns um dessen Absicherung. Dieses Selbstverständnis auch in der Wort-Bild-Marke unterzubringen, war uns wesentlich. Wir wollten eine Brand Experience schaffen, die es auch ermöglicht, Kunden mit einer zentralen, simplen Botschaft abzuholen, die noch dazu selbsterklärend ist. Das hat auch mit Empathie gegenüber unseren Kunden zu tun. Hofmann: Wir holen den Menschen damit direkt in die Marke und um dem Ausdruck zu verleihen, braucht es die Bereitschaft, innovative Wege zu gehen, Offenheit und den Willen zu permanenter Weiterentwicklung. Unsere Vision ist klar: Wir möchten in Österreich die erste Wahl bei der Absicherung des Wunders Mensch werden. Das hat
nichts mit Größe zu tun, sondern mit Mindset. Und einer Botschaft, die ankommt. Worauf haben Sie konzeptionell und in der kreativen Umsetzung besonderen Wert gelegt? Kladiva: Passend zu unserer Unternehmenskultur, die sehr stark darauf abzielt im Team zu denken, agil zu arbeiten, bereichsübergreifend noch transparenter zu werden, haben wir unseren Markenauftritt auch in diesem Sinne weiterentwickelt. Das neue Logo hat einen höheren Wiedererkennungswert: Die Schrift ist prägnant und zeitgemäß, die Merkur als Versicherung war und ist für uns immer das Fundament, aber der Mensch in seiner Vielfalt macht uns aus.
dka.at
Die ExpertInnen für „Good News“ im neuen Jahr? Caspar, Melchior und Balthasar! 4000 Königinnen und Könige sind heuer coronakonform unterwegs. Sie bleiben an der Türschwelle stehen. Freude und Segen nicht.
Foto: Onloph
Die Einführung des neuen Markenauftritts erfolgt dabei schrittweise. Hofmann: Das ist richtig. Zwar wäre es für den Markenauftritt und die Bekanntheit der Marke zielführend gewesen, einen Big Bang durchzuführen. Wir wollen die Kosten und Ressourcen dafür schonen und haben uns bewusst für eine wirtschaftliche Lösung entschieden, die auch ökologisch wertvoller ist. Durch die schrittweise Umsetzung können wir an vielen Stellen vermeiden, dass Drucksachen oder andere Materialien vernichtet werden müssen und unnötige Kosten entstehen. Schleich: Die Einführung, alle Regionaldirektionen, Geschäftsstellen österreichweit
Abschließend: Was ist Ihre Kernbotschaft? Kladiva: Der neue Markenauftritt und die damit verbundenen Veränderungen stellen unsere Kunden ausdrucksstark in den Mittelpunkt. Es braucht nicht mehr Worte, um dies zu betonen. Unser Corporate Design in allen Ausprägungen bringt dies auf den Punkt. Hofmann: Nichts ist glaubhafter und authentischer für uns als ein solcher Schritt. Wollen wir beim Kunden ankommen, wollen wir der unverzichtbare Partner in Sachen Gesundheit und bei einem selbstbestimmten Leben werden, dann müssen wir diese Botschaft in aller Klarheit senden. Und das tun wir jetzt. Schleich: Es ist und es wird auch künftig wichtig sein, Kundenbedürfnisse ganzheitlich anzusprechen und abzudecken. Dazu braucht es aber eine klare Aussage und unternehmerische Grundwerte, die dies belegen. Sonst wird aus deinem Markenclaim eine leere Worthülse. Unser Markenauftritt mit neuer Farbakzentuierung und einem stilisierten Menschen, der sich dynamisch in die Wort-Bild-Marke bewegt, dient als Leitbild, wie unsere Kunden, aber auch unsere Mitarbeiter uns wahrnehmen und erleben. ANZEIGE
8 Good News
Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Die Impfung wird uns aus der Geisel der Pandemie befreien. Zurückgewonnene Freiheiten und menschliche Begegnungen werden unserem Leben mehr Qualität und der Wirtschaft Aufwind geben. Aus der Krise gelernt, bekommen Solidarität und Regionalität sowie gesunde Ernährung und Bewegung in der bäuerlich gepflegten Landschaft einen neuen Stellenwert. Andrea Schwarzmann, Landesbäuerin und Landtagsabgeordnete
Jugend bedeutet auch, Dinge neu zu denken. Darin steckt ein riesiges und vielfältiges Potenzial! 2021 wir ein gutes Jahr, weil wir jetzt alle jünger denken müssen. Thomas Dietrich, Geschäftsführer von koje – Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung
2021 wird ein gutes Jahr. Nicht nur, weil wir 2020 schon unsere Ration an Ausnahmesituationen hatten. 2021 wird ein gutes Jahr, weil uns in den vergangenen Monaten bewusst geworden ist, was wirklich zählt, was uns trägt: Menschlichkeit, Nähe, Zusammenhalt, Nächstenliebe. Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Jahr 2021. Benno Elbs, Bischof
2021 wird ein gutes Jahr, weil uns jetzt erst bewusst ist, wie wichtig und schön es ist, einander wieder sorglos zu umarmen oder auch die Hand zu geben. Die Erfahrungen aus 2020 haben uns gezeigt, wie schnell sich unser Leben ändern kann. Damit werden wir die wichtigen Dinge des Lebens, wie Zeit mit der Familie, beim Jassen mit der Oma oder Geburtstag feiern, im neuen Jahr umso mehr genießen. Andrea Kramer, Geschäftsführerin Vorarlberger Familienverband
Gerade für den Bereich Bildung war das Jahr 2020 schwierig und herausfordernd. Die kommenden Jahre sollten jedoch als Chance gesehen werden, die aufgezeigten Lücken zu verbessern. Beispielsweise haben wir in Hinsicht auf psychologische Betreuung in den Schulen noch einiges aufzuholen, was sich in letzter Zeit ganz deutlich gezeigt hat. Zudem erhoffe ich mir im Jahr 2021, dass wir als Gesellschaft langsam, aber sicher die Normalität in unserem Alltag spüren können. Annika Wakolbinger, BMHSLandesschulsprecherin und Koordinationsreferentin der AKS Vorarlberg Unser Alltag und unsere Arbeitswelt haben sich drastisch verändert, etablierte Systeme haben Risse bekommen. Andererseits wurden Prozesse wie die Digitalisierung stark beschleunigt. Wir haben vieles gemeistert, was vorher unvorstellbar war. Nicht immer perfekt, teils schmerzvoll. Darin liegt auch eine große Kraft, die wir nutzen können. Brigitte Eggler-Bargehr, Direktorin Landesrechnungshof Vorarlberg
Durch die Notbremsung lernen wir: Nichts ist selbstverständlich. Wichtiger als alle vermeintlich unverzichtbaren „Must-haves“ ist soziale Nähe, sich um andere „kümmern“, in welcher Form auch immer. Heilsamer Vorsatz: So oft wie möglich, bei jedem Wetter, hinaus in die Natur – sie schenkt uns Mut und Zuversicht für unseren Beitrag für 2021. Wer innehält, erhält innen Halt (Laotse). Hildegard Breiner, Umweltaktivistin
Mit gemeinsamer Anstrengung werden wir gestärkt aus der Krise herausgehen und Coronaschäden müssen wieder ausgebügelt werden. Dazu braucht es einen kräftigen Staat und ein Miteinander. Chancengerechtigkeit, Bildung, Gesundheit und EPUs sind unsere Kernthemen. Wir werden 2021 nutzen und mehr Menschen für unsere Ziele neugierig machen. Thomas Hopfner, Klubchef, SP
2021 werden wir es erstmals selbst in der Hand haben, ob die Pandemie ein Ende findet oder nicht. Dieser Ausblick ist ein Grund für Zuversicht! Denn mit den Test- und Impfmöglichkeiten werden wir in diesem Jahr endlich die Chance in die Hand bekommen, das Coronavirus abzuschütteln und unser gewohntes Leben zurückzugewinnen. Markus Wallner, Landeshauptmann 2021 startet für mich wunderbar: Bereits Ende Jänner erscheint ein neues Teddy Eddy Vorlesebuch mit zwölf Kurzgeschichten im G&G Verlag, Wien. Außerdem habe ich im vergangenen Jahr für alle Lustenauerinnen und Lustenauer ein Lied im Dialekt geschrieben, auf dessen Präsentation im Herbst ich mich unglaublich freue! Ingrid Hofer, Kinderbuchautorin
2021 werden wir durch die Möglichkeit der Impfung hoffentlich den Alptraum „Corona-Pandemie“ los werden. Richtig, richtig gut würde das neue Jahr, wenn es uns zugleich gelänge, den überbordenden Individualismus abzuschütteln und einander wieder mehr Solidarität und Wertschätzung entgegenzubringen. Hubert Hämmerle, AK-Präsident
Nach den schwierigen Monaten in diesem Jahr können wir zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken – davon bin ich überzeugt. Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, das Jahr 2021 wird sicher ein besseres werden. Diese Gesundheitskrise werden wir gemeinsam schaffen. Wir freuen uns also auf 2021. Andrea Kaufmann, Bürgermeisterin und Gemeindeverbandspräsidentin
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Ich habe einen klaren Fokus für das kommende Jahr: #durchstarten2021 und das voller Optimismus! Ob als Unternehmerin oder bei der Jungen Wirtschaft. Ich kann die persönlichen Begegnungen kaum mehr erwarten und bin überzeugt, dass 2021 ein Jahr voller Chancen sein wird und gehe daher mit viel Zuversicht ins neue Jahr. Verena Eugster, W3 Marketing GmbH und Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Vorarlberg
2021 wird ein gutes Jahr, weil wir gemeinsam dieses fürchterliche Virus in den Griff kriegen werden. Außerdem werden wir weiter konsequent die notwendigen Schritte im Bereich Klimaschutz gehen. Ich wünsche uns allen viel Kraft und Ausdauer, um die aktuellen Herausforderungen gemeinsam gut zu meistern und gleichzeitig Freude und Optimismus, um die schönen Momente mit Freunden und Familie genießen zu können. Daniel Zadra, Klubchef, Grüne
All die Herausforderungen und Zumutungen von 2020 haben es nicht geschafft, mir den grundsätzlichen Optimismus zu nehmen und darum sage ich: Wir alle haben viel gelernt, wir sind solidarisch mit unseren Mitmenschen und wissen noch mehr zu schätzen, was zuvor als selbstverständlich galt. Mit dieser Einstellung haben wir alle es selbst in der Hand, 2021 zu einem guten Jahr zu machen – und dies werden wir tun.Harald Sonderegger, Landtagspräsident
Der Fleiß der Menschen, der Mut und der Innovationsgeist der Unternehmerinnen und Unternehmer, der große familiäre Zusammenhalt: Das sind Tugenden, die uns als Land stark machen, gerade in dieser Zeit. Aufgabe der Politik muss es sein, diese Stärken gemeinsam zu fördern. Ich werde meinen Beitrag dazu leisten. Christof Bitschi, Klubchef, FP
Darum wird
Jede Krise bringt auch Entwicklung! Wir erwerben neue Kompetenzen, in diesem Fall haben wohl alle von uns digitale Fertigkeiten ausgebildet, von Videokonferenzen im Beruf und mit den Liebsten bis hin zu einem neuen Verhältnis zu uns selbst: Ohne die alltägliche und normale Ablenkung lerne ich, auch mit mir allein glücklich und zufrieden zu sein. Tanja Eiselen, FH-Rektorin
2021
ein erfolgreiches Jahr! Im kommenden Jahr wird sich das Wort von Friedrich Hölderlin bewahrheiten: „Wo die Gefahr wächst, wächst auch das Rettende.“ Die Überwindung der Pandemie wird den Menschen wieder Zuversicht und Vertrauen geben, eine neue Aufbruchsstimmung erzeugen und zu einer viel positiveren Wertehaltung führen. Reinhard Haller, Psychiater
Weil es eigentlich nach diesem außergewöhnlichen und virengeplagten Jahr nur besser werden kann. Wir müssen erkennen, dass wir als System auch nur Teil eines größeren Ganzen sind und uns fragen, wie gut wir als Kollektiv, das heißt als Gesellschaft, als Wirtschaft, aber auch als Politik und Verwaltung aufgestellt sind. Weniger ,ich‘ und mehr ,wir‘ täte gut. Hans Peter Metzler, WKV-Präsident
Ich denke positiv, weil das Konzept zur Bekämpfung der Pandemie funktioniert und das Leben motiviert, hoffnungsvoll, aber vorsichtig erwacht. Ich denke positiv, weil die zum Großteil egomannarzisstisch, hysterisch-selbstverliebte Gesellschaft edelmütige Werte wie Liebe, Harmonie, Eigenverantwortung, Rücksichtnahme und auch Empathie erkennen lässt. Unsagbare Glücksgefühle folgen. Alex Sutter, Sängerin 2021 wird ein gutes Jahr werden, weil schon jetzt Werte wie Familie, Freunde, Zusammenhalt und füreinander dazusein in den Mittelpunkt rücken. Es gibt vieles, wofür wir dankbar sein können: ein Lächeln, eine helfende Hand, ein liebes Wort, ein offenes Ohr. Es gibt so viel Schönes in dieser Welt. Man muss es nur sehen. Dann können wir alle mit Mut und Zuversicht in die Zukunft gehen. Sabine Scheffknecht, Klubchefin Neos
Joe Biden als USPräsident bringt mehr Klimaschutz und Menschenrechte für die ganze Welt. Die CoronaImpfung ermöglicht uns wieder soziale Kontakte, Reisen und Kultur. Jedenfalls werden wir 2021 dankbarer sein für die kleinen Momente des Glücks. Und wissen, dass wir alle Herausforderungen nur gemeinsam schaffen. Katrin Stainer-Hämmerle, Politikwissenschaftlerin
Wir dürfen in der Hoffnung leben, dass Covid-19 durch Eigenverantwortung und mit Hilfe der Medizin eingedämmt werden kann. Das Bewusstsein, in Gesundheit und Sicherheit leben zu können, hat einen neuen Stellenwert bekommen. Die herrliche Natur als Seelenschutzgebiet für viele und die regionalen Lebensmittel haben in unserem Alltag eine größere Bedeutung erlangt. Sich bewusst Zeit zu nehmen für wertvolle Gespräche und Begegnungen mit Mitmenschen und in Vereinen bringen eine neue Lebensqualität und Erfolg. Erich Schwärzler, Alt-LR und VN-Ombudsmann
2021 wird ein gutes und erfolgreiches Jahr, weil das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Blickweisen steigt. Beispielsweise müssten die Industrie und Fridays for Future Hand in Hand marschieren. Für ein gutes, nachhaltiges Zusammenleben für alle benötigt es nämlich beides: Infrastrukturprojekte und Innovationen auf der einen Seite und das Verständnis der Bevölkerung auf der anderen Seite. Martin Ohneberg, Präsident Industriellenvereinigung
Dank großem Zusammenhalt und Ausdauer aller werde ich mit viel Mut und Zuversicht in die Zukunft blicken und gemeinsam werden wir zurück zu alter Stärke finden. Wir werden gemeinsam Feste feiern, unsere Gastronomie genießen und wir werden uns auf einen persönlichen Plausch in unserem schönen Städtle treffen – Danke fürs #zemmaheba. Simon Tschann, Bürgermeister Bludenz
10 Good News
Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
„Es soll nicht nur mir gut gehen“
„Ma hilft“ unterstützt Lorena Halder nach Schicksalsschlag. LANGENEGG Das Schicksal hat Lorena Halder (47) vor zweieinhalb Jahren übel mitgespielt. Am 30. April 2018 kam ihr Mann Konrad ums Leben. Es war ein schrecklicher Arbeitsunfall. Konrad Halder war mit einer Flexmaschine ausgerutscht, die Flex durchtrennte eine Haupt-
DIE GUTE NACHRICHT
war unwiderruflich defekt. Es konnte nicht einmal mehr repariert werden. Die Familie brauchte ein neues Dach. Erich Schwärzler schaltete „Ma hilft“ ein, und die VN-Sozialaktion reihte sich bereitwillig in die Schar jener, die der Familie unter ande-
Lorena Halder und ihre T öchter erfuhren eine berührende S olidarität.
schlagader. Die gebürtige Rumänin wusste nicht mehr ein und aus. Doch sie hatte das Glück, in einer wunderbaren Dorfgemeinschaft leben zu dürfen. „Ich bin noch heute zutiefst gerührt, wie sich Menschen um mich gekümmert haben, mir in dieser ausweglos scheinenden Situation tatkräftig zur Seite gestanden haben.“
Wunderbare Helfer Zu diesen wunderbaren Menschen im Dorf gesellte sich dann auch VN-Ombudsmann Erich Schwärzler. Hilfe brauchten Lorena Halder und ihre drei Töchter im Alter von elf, sieben und und vier Jahren in mehrfacher Hinsicht. Neben dem unermesslichen seelischen Leid hatten die Halders auch ein handfestes materielles Problem. Das Dach des stattlichen Eigenheims
Künstler Stefan Finžgar zieht auch Positives aus der Krise und eröffnet neue Galerie in Feldkirch. FELDKIRCH Die Coronakrise hat die Kunst- und Kulturwelt ordentlich auf den Kopf gestellt. Zahlreiche Ausstellungen mussten aufgrund der Pandemie in diesem Jahr abgesagt werden, die Künstler wurden zum Stillstand gezwungen. Der Feldkircher Künstler Stefan Finžgar (31) erinnert sich noch genau an den Beginn der Pandemie und die Auswirkungen auf sein künstlerisches Schaffen. „Ich war gerade in London, als wir das Ausmaß in Wuhan erstmals etwas einschätzen konnten. Dass dieses Virus schließlich bald die ganze Welt einnehmen würde, ahnte damals aber noch niemand. Für viele Kunstschaffende hatte das dramatische Auswirkungen, auch ich musste mehrmalig Ausstellungen absagen, das war natürlich bitter“, berichtet Stefan Finžgar, der schon früh seine Leidenschaft fürs Zeichnen und Malen entdeckte und seine Kunst bereits im Alter von 16 Jahren in einer Ausstellung präsentierte.
Mehr Zeit für die Kunst Der Feldkircher, der seit 2017 im 250 Quadratmeter großen Atelier CLE in Meiningen arbeitet, ist in dieser herausfordernden Zeit jedoch nicht untätig geblieben und kann auch Positives aus der Krise ziehen. „Trotz aller Wucht, mit der uns Covid-19 traf, gibt es Positives. So genoss ich im wahrsten Sinne des Wortes die Entschleunigung. Unnötige Sitzungen, die Abende
rem mit viel Eigenleistung zur Seite standen. Kurzum: Bald schon hatten Mutter und Töchter ein neues, stabiles Dach über dem Kopf.
Plötzlich war alles anders „Ich weiß noch heute nicht, wie ich allen danken soll, die mir damals so großzügig und liebevoll geholfen haben. Ich bin mit allen noch sehr tief verbunden. Mir hat diese Erfahrung gezeigt, wie gut Menschen sein können und wie stark eine Gemeinschaft“, spricht Lorena Halder bewegende Worte voller Dankbarkeit. Der Familie geht es heute gut. Die drei Töchter besuchen Kindergarten, Volksschule und die Älteste die Mittelschule Lingenau. Sie fühlen sich in ihren Gemeinschaften wohl, das Wohnhaus bietet allen ein sicheres und wohliges Nest. Natür-
lich lebt die Erinnerung an den geliebten Vater und Ehemann weiter. „Konrad war einige Zeit krank. Das schreckliche Unglück passierte zu einem Zeitpunkt, als er sich wieder auf dem Weg der Besserung befand“, berichtet Lorena. Allen machte der Tod des damals 58-Jährigen schwer zu schaffen. Lorena stand alleine da und hätte ohne die Hilfe ihres Umfelds nicht gewusst, wie es weitergehen sollte.
Optimistisch in die Zukunft Jetzt haben sie alle wieder Freude am Leben gefunden. Für Lorena ist ihr Garten in der warmen Jahreszeit ihr großes Hobby. Die Kinder gehen ihr dabei zur Hand. Lorena möchte der Gesellschaft irgendwann etwas zurückgeben. „Sobald ich mich zeitlich imstande dazu sehe, würde ich gerne im Pflegebereich arbeiten. Einiges an Erfahrung bringe ich mit, ich habe mich ja bereits um meine Schwiegermutter gekümmert“, erzählt Lorena. Gerne würde sie dafür auch eine Ausbildung machen. „Aber noch sind die Kinder zu klein, als dass ich mich um einen Beruf kümmern könnte. Sie brauchen mich voll und ganz.“ Lorena glaubt fest daran, dass nicht nur für sie und ihre Töchter im kommenden Jahr Grund zum Optimismus besteht. „Ich denke, es wird 2021 allen Menschen auf der Welt besser gehen. Weil wir irgendwann dieses Coronavirus besiegen und zu einem normalen Leben zurückfinden werden. Ich bin auch
Lorena Halder mit VN-Ombudsmann Erich Schwärzler. Die dreifache Mutter blickt optimistisch in die Zukunft. VN/PAULITSCH
fest davon überzeugt, dass diese Krise Menschen näher zusammengebracht hat und uns eines gelehrt hat: Als starke Gemeinschaft überwinden wir jede Kirse.“ Ombudsmann Erich Schwärzler hört solche Worte gerne. „Lorena und ihre Familie sind ein gutes Beispiel dafür zu zeigen, wie richtige Hilfe wirkt“, sinniert der frühere Sicherheits- und Landwirtschaftslandesrat. Die Solidarität und der Einsatz der Langenegger und einiger ande-
rer Menschen in der Umgebung für die Familie Halder haben auch ihm große Bewunderung abgerungen. „Was hier passiert ist, ist ein prächtiges Beispiel dafür, wie eine intakte Gemeinschaft funktionieren kann“, freut sich Schwärzler mit den Halders, für die er selbst einiges getan hat und für die er stets da ist und weiter da sein wird. KLAUS HÄMMERLE klaus.haemmerle@vn.at 05572 501-634
Mit einem positiven Blick in das neue Jahr ber starteten die Umbauarbeiten, die im Februar abgeschlossen werden sollen. Eröffnet werden soll, sobald sich die Lage wieder etwas entschärft hat. Für 2021 hat sich der Künstler vorgenommen, nicht nur die abgesagte vierte bzw. fünfte Ausgabe der „art lounge“ in seiner Atelierhalle in Meiningen nachzuholen („aufgeschoben ist nicht aufgehoben“), sondern auch ein attraktives Programm für die neue Galerie am Schlossgraben auf die Beine zu stellen. „Neben dem ganzen Organisatorischen liegt natürlich das Kunstschaffen und Erarbeiten neuer Werke im Fokus.“
Stefan Finžgar möchte ein attraktives Programm für seine neue Galerie am Schlossgraben auf die Beine stellen.
DIE GUTE NACHRICHT Stefan Finžgar eröffnet Galerie am Schlossgraben in Feldkirch.
füllten, wurden abgesagt oder kurz und effektiv abgehandelt. Der ewige Stress, auch im privaten Bereich, ging zurück. Man fand endlich wieder einmal Zeit für sich – und in meinem Fall natürlich für die Kunst“, berichtet Finžgar im Gespräch mit den VN. Aber nicht nur für seine Kunst sieht er positive Auswirkungen: „Ich glaube, so schlimm das Jahr für viele von uns war, tat es der Umwelt außerordentlich gut. Konsum und Mobilität mussten zurückgefahren werden, eventuell können wir auch so manches nach
VN/PAULITSCH
der Pandemie beibehalten“, hofft der 31-Jährige.
„Stolz auf neue Galerie“ Auch wenn derzeit noch nicht absehbar ist, wie lange uns das Virus noch im Griff haben wird, hat Stefan Finžgar allen Grund, positiv in das neue Jahr zu blicken. „Unser neustes Kind ist die Galerie am Schlossgraben in Feldkirch, worauf ich sehr stolz bin. Mein Team, allen voran Clemens Walser, leistet tolle Arbeit für die Bereicherung der Vorarlberger Kunstszene.“ Im Dezem-
Welt mit Kunst bereichern Stefan Finžgar ist sich sicher, dass gerade die Künstler und Kulturschaffenden diejenigen sind, die die Kreativität und den Elan dazu haben, Konzepte und Ideen zu formen, um bestmöglich aus der Krise zu kommen. „Das Wort Krise kommt normalerweise nicht oft in meinem Wortschatz vor. Selbstverständlich hat es viele, vor allem jene, die davon leben dürfen, hart getroffen. Nun gilt es, den Blick nach vorne zu richten und die Menschen weiterhin mit unserer Kunst und Kultur zu bereichern.“ Wunsch für 2021 Sein persönlicher Wunsch für 2021? „Ich wünsche mir Gesundheit, ein rasches Wiederhochfahren der Kunst und Kultur, interessante Begegnungen und Projekte sowie Spaß und Lebensfreude in jeder Minute 2021.“ TANJA SCHWENDINGER tanja.schwendinger@vn.at 05572 501-203
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Besseres Klima, neue Arbeitsplätze
Ambitionierte Klimaziele: Vorarlberger Pioniere in erneuerbarer Energie profitieren vom Wandel. SCHWARZACH Die Klimadiskussion
Schweizer Stadt Biel genutzt, die einen ganzen Stadtteil mit Seewasser kühlen und wärmen wird. In Großbritannien stattet Enercret ein neu entstehendes Viertel in Liverpool mit Geothermie aus. Um für das weitere Wachstum gerüstet zu sein, baut Enercret einen neuen Firmensitz.
und die damit verbundenen Ziele in Österreich und der EU sind im vergangenen Coronajahr etwas aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Doch die Ziele bleiben und finden bei öffentlichen wie privaten Auftraggebern Berücksichtigung die Maßnahmen haben deutlich an Fahrt gewonnen. Das zeigt ein Blick in die Auftragsbücher von Vorarlberger Unternehmen, die im Bereich erneuerbare Energie tätig und oft auch Pioniere sind. Sie freuen sich auf eine Zukunft, die Wachstum verspricht.
Mitarbeiter gesucht Grund zur Freude gibt es beispielsweise für Bachmann Electronic. Das Feldkircher Unternehmen steuert im Geschäftsjahr 2020 auf das beste Jahresergebnis seit Bestehen zu, wie Geschäftsführer Bernhard Zangerl im Gespräch mit den VN berichtet. Geplant war ein Umsatzswachstum von zehn Prozent, jetzt sind es 20 Prozent. Selbst im tiefsten Lockdown schrieb das Unternehmen, das Automatisierungstechnik im Bereich der erneuerbaren Energien entwickelt, liefert und serviciert, hervorragende Ergebnisse. Das hat auch eine kräftige Aufstockung des Personals zur Folge: „Wir haben 2020 bereits 40 Mitarbeiter eingestellt und suchen weiterhin Mitarbeiter in allen Bereichen“, informiert er. Auch der Bludenzer Anlagenbauer Bertsch Energy freute sich 2020 über den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte - ein Biomassekraftwerk für die türkische
Alternative Energien wie die Windkraft gewinnen zunehmend an Bedeutung.
DIE GUTE NACHRICHT Klimaziele und -wandel bringen neue Arbeitsplätze in Vorarlberg.
FA
Gülsan Holding, welches gleichzeitig eine umweltfreundliche Abfall entsorgungsanlage ist. So werden 34 Megawatt klimaneutraler Strom generiert und Asche erzeugt, deren Phosphor-Kali-Verhältnis dem eines sehr guten Düngers entspricht. „Dieses Projekt bestätigt, wie ökologische Transformation erfolgreich stattfinden kann“, freut sich Firmenchef Hubert Bertsch. Aufsehenerregend ist die Baustelle, auf der der Röthner Erdwärmespezialist Enercret derzeit zugange ist. Enercret gilt international als
einer der Pioniere im Bereich Geothermie. Trotz Corona mitten in der Bauphase ist das Projekt Four in Frankfurt derzeit eine der größten Baustellen Europas. Vier Hochhäuser wachsen auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bank empor. Für das richtige Klima aller Gebäude sorgt das Röthner Unternehmen. Stolz ist man auch auf die Fernwärme Gaschurn-Partenen, wo die Abwärme des Kopswerk II als Energiequelle für die Wärmeversorgung genutzt wird. Das Know-how von Enercret wird ebenfalls von der
Ein Solarlicht aufgegangen Anderen Firmen ist ein Licht aufgegangen. Neben dem ZumtobelKonzern hat Vorarlberg kleinere Solarleuchtenhersteller, die international erfolgreich sind. „Seit Juni arbeiten wir wieder im Vollbetrieb“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Alberschwender Entwicklers und Herstellers Photinus, Martin Kessler. Die Coronazeit nutzten die Solarleuchtenexperten dafür, eine neue Leuchte zu entwickeln. Mit der auf den Namen athena getauften Leuchte habe Photinus, so Kessler, eine völlig neue Dimension am SolarleuchtenMarkt erschlossen. Ebenfalls reüssiert das Hörbranzer Unternehmen F 8, das mit dem Modell Solaris Live eine kommunizierende Leuchte herstellt. Was die Leuchte so begehrt macht, ist die Vernetzung, so Vertriebschef Christian Braun. Die Akkus, die die Leuchten mit Strom versorgen, müssen frühestens nach zehn Jahren erneuert werden, die LEDs haben eine Lebensdauer von mehr als 60.000 Stunden und können einzeln angesteuert werden. ANDREAS SCALET andreas.scalet@vn.at 05572 501-862
Wir bieten tolle Ausbildungen! www.krankenpflegeschulen.at
Die Gesundheit ist unser ureigenster Unternehmensauftrag für unsere PatientInnen und für unsere MitarbeiterInnen. Die Vorarlberger Landeskrankenhäuser stehen für: • 4.700 MitarbeiterInnen • 90.000 stationäre PatientInnen • 445.000 ambulante Frequenzen pro Jahr Unsere Spitäler sind Orte, an denen Hilfe im Mittelpunkt steht. Wir bedanken uns für das Vertrauen und verpflichten uns auch weiterhin einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung in Vorarlberg.
www.landeskrankenhaus.at
12 Good News
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Olympiaträume mit Verspätung erfüllt
Kunstturnerin Elisa Hämmerle und Segelduo Bildstein/Hussl bereits fix für Sommerspiele in Tokio 2021 qualifiziert. SCHWARZACH Oft bedarf es mehrerer Anläufe, um den Gipfel eines Berges zu erklimmen. Kunstturnerin Elisa Hämmerle hat im dritten Anlauf ihr großes sportliches Ziel realisiert. 2012 musste die damals
DIE GUTE NACHRICHT
gepackt. Rückblickend als wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zurück erwies sich die Entscheidung, Mitte 2019 den Trainings- und Lebensmittelpunkt nach Hoofddorp, einen Vorort von Amsterdam, zu
Elisa Hämmerle, Benjamin Bildstein und David Hussl folgen ihrem Traum von Olympia.
15-Jährige bei der internen ÖFTQualifikation im Rahmen der Weltmeisterschaft in Tokio im Kampf um den London-Startplatz der in Lustenau geborenen und in Kanada aufgewachsenen Barbara Gasser den Vortritt lassen. Vier Jahre später endete die sportliche Reifeprüfung bei der Generalprobe. Beim Podiumstraining der Pre-Olympics in Rio de Janeiro zog sich die Lustenauerin bei der TemposaltoKombination ihrer Bodenübung einen Riss der Achillessehne zu und musste im Bruchteil einer Sekunde ihre Träume, drei Monate später bei den Sommerspielen am Zuckerhut dabei zu sein, jäh begraben. Die Lustenauerin krempelte fortan alles um und im Jänner 2017 hat sie nach einer schöpferischen Pause die Freude am Turnsport wieder
verlegen. „In Innsbruck, wo ich den Großteil der Trainingseinheiten alleine absolvierte, kam ich nicht mehr weiter. Ich war gezwungen, eine neue Lösung zu suchen. Über einen früheren Trainer entstand der Kontakt in die Niederlande, und schnell war mir klar, dass dies der richtige Schritt in Richtung Professionalisierung ist.“ Bei der Weltmeisterschaft im Oktober 2019 in Stuttgart holte sich Hämmerle als Gesamt-55. im Mehrkampf und 14. in der bereinigten Wertung den Nationen-Quotenplatz für die Sommerspiele in Tokio. Mit dem ersten Schritt in der Realisierung ihres großen sportlichen Zieles will sich die 25-Jährige aber nicht zufriedengeben. „In Tokio möchte ich das Mehrkampffinale der Top-24 erreichen. Dies ist
Im zweiten Anlauf hat es geklappt Ähnlich der Karriereverlauf beim Segelduo Benjamin Bildstein und David Hussl in der 49er-Klasse. Trotz zahlreicher Erfolge und Spitzenplatzierungen mussten der damals 24 Jahre alte Wolfurter und und sein gleichaltriger Vorschoter aus Tirol vor vier Jahren in der internen Ausscheidung für die Sommerspiele in Rio de Janeiro den V iz eweltmeistern Nico Delle-Karth/ Niko Resch (Zwölfte in Rio) den Vortritt lassen. Nach deren Rücktritt war der Weg frei für das Das 49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl STORKLE Duo des YC Bregenz. führt aktuell die Weltrangliste an. Trotz zahlreicher Verletzungen ließen sich Bildstein Ringe blicken die HLSZ-Sportsolund Hussl nicht aus den Konzept daten positiv entgegen: „Dabei bringen. Mit einem sechsten Rang sein ist alles zählt für uns nicht! bei der Weltmeisterschaft im neu- Unser Ziel ist, alles zu geben, um seeländischen Auckland haben sie im Kampf um die Medaillen mitzuim Dezember 2019 das Ticket für mischen. Die Chance dafür ist auf die Sommerspiele in Tokio gelöst. jeden Fall gegeben“, ist sich BildIhrer Premiere im Zeichen der fünf stein sicher. Danebendürfen sich
HOHENEMS
Die Chance genutzt Unlängst waren Julia und Julian Hinteregger mit ihrem Sonnenschein bei der Ein-Jahres-Untersuchung in Zürich. Zwei Tage dauerte sie, und Ida wurde buchstäblich von Kopf bis Fuß durchgecheckt. „Die Ärztinnen und Ärzte zeigten sich rundum zufrieden“, bestätigt der Vater zufrieden, und die Mutter bemerkt erklärend an: „Die Ärzte in Zürich sind diesbezüglich
Im dritten Anlauf hat Elisa Hämmerle die Olympiaqualifikation gemeistert.
ÖFT
noch etliche heimische Sportler berechtigte Hoffnungen machen, sich im letzten Moment einen Tokio-Startplatz zu sichern. Die 33. Sommerspiele in der Geschichte wurden wegen der Covid-19-Pandemie verschoben und gehen vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 über die Bühne. JOCHEN DÜNSER jochen.duenser@vn.at 05572 501-221
Ida Sonnenschein
Das kleine Mädchen, das schon im Mutterleib operiert wurde, entwickelt sich prächtig. Keck auf die Ärmchen gestützt fläzt Ida verschmitzt lächelnd am Boden. Dann robbt das kleine Mädchen mit geschmeidigen Bewegungen rückwärts und lässt sich dabei von nichts und niemandem aufhalten. Ihre Eltern, Julia (30) und Julian (31) Hinteregger, sind stolz auf jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt, den ihre Tochter macht, denn selbstverständlich ist es nicht, dass Ida, inzwischen 15 Monate alt, schon so agil unterwegs ist. Wie berichtet, wurde bei der werdenden Mutter in der 21. Schwangerschaftswoche während eines Ultraschalls ein Defekt am Rücken des Fötus festgestellt. Die dramatische Diagnose: Spina bifida (offener Rücken). Doch die Eltern ließen sich davon nicht schockieren. Sie nutzten die für die Prognosen des Ungeborenen beste Möglichkeit, nämlich die einer Behebung der Läsion noch im Mutterleib. Die Operation wurde im Kinderspital in Zürich durchgeführt.
die neue Messlatte, die ich mir gesetzt habe. Natürlich wird dies kein einfacher Weg sein, doch ich habe mit meiner Rückkehr gezeigt, dass ich eine Kämpferin bin und bereit bin für die Erfüllung meines Traumes, Grenzen zu überschreiten.“
Die Kleine wickelt alle um den Finger.
Ida ist schon ein richtiger Bücherwurm. Julia und Julian Hinteregger sind mit ihrer kleinen Ida rundum glücklich.
DIE GUTE NACHRICHT Beim EinJahres-Check waren die Ärzte mit Ida sehr zufrieden.
sehr streng.“ Auch bei Julia fiel die Untersuchung positiv aus. Die Wunden des heiklen Eingriffs an Bauch und Gebärmutter sind gut verheilt. Auf ein Geschwisterchen muss Ida jedoch noch ein bisschen warten, aber: „Sie soll auf jeden Fall eines bekommen“, sagen Julia und Julian unsiono und nicken bestätigend. Als die Diagnose feststand, bekamen die Eltern vom Arzt drei Möglichkeiten unterbreitet: Operation erst nach der Geburt, Abtreibung oder ein Eingriff noch im Mutter-
VN/STIPLOVSEK
leib. Sie entschieden sich für Letzteres. „Wir wollten das Beste für Ida.“ Auch der Arzt bestätigte ihnen, dass sie später nie mehr so viel für ihr Kind würden tun können. Dabei verlief die Schwangerschaft ganz normal“, erinnert sich Julia Hinteregger. Als ihre Frauenärztin während des Ultraschalls von einer dünnen Haut am Rücken des Fötus sprach und empfahl, sich das bei einem Pränataldiagnostiker genauer anschauen zu lassen, zögerte die werdende Mutter keinen Augenblick. „Wir brauchten Gewissheit.“
Danach gab es ebenfalls kein Zaudern mehr. Julia Hinteregger war die erste Patientin aus Vorarlberg, die sich dieser Operation, für die strenge Kriterien gelten, unterzogen hat. Beim Eingriff selbst wird die Gebärmutter aus dem Bauch gehoben, aufgeschnitten und der Fötus so gedreht, dass der offene Rücken sichtbar wird. Die Läsion bei Ida war nicht mehr als daumennagelgroß. Sie zu schließen dauerte etwa 20 Minuten. Anschließend wird das Ungeborene zurück in den Uterus gelegt, danach beides, Uterus und Bauch der Mutter zugenäht. Körperwarmes Salzwasser ersetzt das Fruchtwasser.
Alles hat seine Zeit Inzwischen sind alle Strapazen, die die Operation für Mutter und Kind mit sich brachte, vergessen. „Wir haben den Eingriff noch keine Sekunde bereut. Es war ein Glück für uns und Ida“, sagt Julian Hinteregger gerührt. Dass Ida sitzen und robben, aber noch nicht stehen oder laufen kann, ist ganz normal und auch nicht der Anspruch, den die Eltern und die behandelnden Ärzte schon jetzt an das Kleinkind haben. Alles hat bei Ida seine Zeit. Gewicht und Größe passen, und im ZweiWochen-Rhythmus geht Julia mit ihrer Tochter zur Physiotherapie. Ida brabbelt, wie es Kinder in ihrem Alter tun, und sie liebt Bücher über alles. „Davon kann sie nicht genug bekommen“, berichten die Eltern. „Es hat sich viel getan bei Ida“, sagt die Mutter und betrachtet ihren Wonneproppen mit einem verzückten Lächeln, das noch etwas ausstrahlt: viel Dankbarkeit. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Gekommen, um zu bleiben
Ein Afghane, eine irakische und eine syrische Familie bauen sich in Vorarlberg ein neues Leben auf. Sie engagieren sich beim Roten Kreuz, bei der Feuerwehr oder als Bademeister. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, aber eines haben Omar Kasim, Hussein Khadim und Ezat Ezati gemeinsam: Sie zählen zu jenen Menschen, die 2015 und 2016 während der sogenannten Flüchtlingskrise nach Vorarlberg gekommen sind und damit begonnen haben, hier Fuß zu fassen. Es ist der Krieg, der sie aus ihrem Leben reißt. Hussein Khadim wächst im Irak auf und gründet eine Familie. Seine Frau Namariq ist Bauingeneurin, er Psychologe. Beide arbeiten im Staatsdienst. Ezat Ezati stammt aus der afghanischen Hauptstadt Kabul und wächst ohne Geschwister auf. Omar Kasim lebt in der syrischen Hauptstadt Damaskus, studiert Rechtswissenschaften und heiratet eine Volksschullehrerin. Als die erste Tochter zur Welt kommt, verändert sich das Land langsam. Die Justiz wird immer ungerechter, das Regime härter. Die Familie zieht nach Dubai, um einen Neustart zu wagen. Sechs Jahre lang funktioniert es, die zweite Tochter kommt zur Welt. Bis der Krieg in Syrien alles verändert. „Die Regierung entzog vielen Syrern ohne Begründung die Aufenthaltsbewilligung, sie mussten das Land innerhalb einer Woche verlassen“, erinnert sich Omar Kasim. Über Istanbul und Griechenland landen die Kasims zunächst in Villach, 2018 erreichen sie Vorarlberg. Mittlerweile wohnt die Familie mit einer dritten Tochter in Feldkirch. SCHWARZACH
Hussein Khadim hilft beim CoronaTeam des Roten Kreuzes.
Omar Kasim ist mittlerweile 38 Jahre alt und unterstützt Schüler im Lerncafé in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch. CARITAS
DIE GUTE NACHRICHT
aber das Wichtigste“, erzählt er. Mit 70 Personen auf einem viel zu kleinen Boot geht es über das Mittelmeer. Das Boot verliert Luft, es ist brandgefährlich. Doch sie werden gerettet und landen in Schlins.
Lehre bleibt verwehrt Derzeit betreut die Caritas in Vorarlberg 988 Flüchtlinge. Am Höhepunkt im Juli 2016 waren es 2842; zu Jahresbeginn noch 1162. Auch Ezat Ezati kommt im Laufe des Jahres 2016 ins Land. Bis dahin lebt er in Kabul. Sein Vater ist bereits tot,
MICHAEL PROCK michael.prock@vn.at 05572 501-633
Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg
Zahlreiche Flüchtlinge haben im Land bereits Fuß gefasst.
Die Kasims sind vier von 3687 Flüchtlingen, die seit 2015 irgendwann bei der Caritas in Obhut waren. Hussein und Namariq Khadim gehören mit ihren Kindern ebenfalls dazu. Sie müssen fliehen, weil es ihnen im Irak zu gefährlich wird, als Psychologe Hussein Khadim Gefälligkeitsgutachten über Gefängnisinsassen schreiben soll, was er nicht möchte. Als er einen provozierten Autounfall überlebt, flieht die Familie. „Wir hatten ein kleines Haus, eine gute Arbeitsstelle, Familie und Freunde. Die Sicherheit war
Ezat Ezati (21) lernt an der HAK und ist in der Wettkampftruppe der Feuerwehr.
als er aufgrund des Krieges fliehen muss. „Es schmerzt mich heute noch sehr zu wissen, dass meine Mutter allein in Kabul ist“, erzählt er. Über Traiskirchen landet er als 16-jähriger unbegleiteter Minderjähriger zunächst in Dornbirn und später in Lauterach. Er würde gerne eine Lehre absolvieren, darf aber nicht. Den Weg zum Traumberuf Bankkaufmann möchte er sich aber nicht verbauen lassen, weshalb er die HAK-Abendschule besucht. Außerdem gehört er zur Feuerwehr Wolfurt und zum Roten Kreuz. Hussein Khadim hat sich mit seiner Frau und seinen vier Söhnen in Schlins niedergelassen. Sie spielen Fußball und sprechen Dialekt. Wie Ezat Ezati warten auch die Khadims auf einen positiven Asylbescheid. Bis dahin dürfen der Psychologe und die Bauingenieurin nicht arbeiten. Hussein Khadim war im Sommer deshalb als Bademeister im Walgaubad im Einsatz, derzeit hilft er beim Corona-Team des Roten Kreuzes. Es ist ein unentgeltlicher Vollzeitjob. Auch die Töchter der Kasims sprechen bereits Dialekt. Omar Kasims Jus-Studium wird nicht anerkannt, weshalb er als Koordinator im Lerncafé in Dornbirn arbeitet und berufsbegleitend die Schule für Sozialpädagogik in Stams absolviert. Ein Wunsch für die Zukunft hat er: Im Raum Feldkirch eine leistbare Wohnung finden. „Das wäre ein großes Glück.“
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14 Good News
Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten
Wanderarbeiter, die Sensationelles schufen
Vorarlberger Holz- und Barockbaukunst steht endlich im Fokus. BEZAU, AU Fast jeder kennt sie oder weiß zumindest von der prachtvollen Klosteranlage in St. Gallen mit der Stiftsbibliothek, von der Wallfahrtskirche in Birnau, dem Kloster Weingarten, dem Kloster Einsiedeln oder vom Kloster- und Schlosskomplex in Salem. Sie alle zählen zu den Ausflugs- und Exkursionszielen von kulturgeschichtlich interessier-
DIE GUTE NACHRICHT
dazu ein Grundsatzpapier erstellt, das die Historie sowie die Relevanz der Thematik bis in die Gegenwart verdeutlicht. Ihre Forschungsarbeit begann bereits im Zuge der Ausstellung „Holzbaukunst. Tradition und Zukunft in Vorarlberg“, die im Rahmen der Europalia im Jahr 1987 im belgischen Tournai erstmals gezeigt wurde, danach auf
Eine besondere Kulturleistung im Bodenseeraum wird verdeutlicht.
ten Menschen oder Schülern und Studenten. Dass die Baumeister aus Vorarlberg stammen bzw. ihren familiären Ursprung im Bregenzerwald haben, wird zwar stets erwähnt und im Land sind die Namen Wilhelm, Beer, Thumb, Kuen oder Moosbrugger in diesem Zusammenhang geläufig, der Themenkomplex selbst ist aber bislang nicht seiner Bedeutung entsprechend präsent. Das soll sich nun ändern. Der Aufbau von ständig zugänglichen Sammlungen zu den Barockbaumeistern in Au und Bezau zählt zu den Schwerpunktinitiativen im Jahr 2021. Forschungsprojekte sowie EU-weite Vernetzungen zählen zum Konzept. Die beiden Kunsthistoriker Kathleen und Rudolf Sagmeister haben
Elf Monate nach einem Horrorsturz führt Rodler Thomas Steu die Weltcupwertung an. BLUDENZ Das Jahr 2020 beinhaltet für Thomas Steu sämtliche Höhen und Tiefen, die sich ein Sportler oft nicht einmal in den kühnsten Träumen vorstellen kann. Zunächst der EM-Titel in der Teamstaffel und Silber im olympischen Doppelsitzer – vier Tage später ein Horrorsturz, der die sportlichen Ziele in weite Ferne rücken ließ. Am Ende kann der 26-jährige Bludenzer aber über keine endlose Pechsträhne, sondern ein Comeback wie aus dem Bilderbuch zurückblicken. Nach fünf Podestplätzen in sechs Rennen wechseln Steu und sein gleichaltriger Tiroler Teamkollege Lorenz Koller als Leader in der WeltcupGesamtwertung ins neue Jahr. Großes Ziel ist eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking, nachdem bei der Premiere im Zeichen der olympischen Ringe 2018 in Südkorea als Vierter 0,297 Sekunden fehlten.
Niederschmetternde Diagnose Rückblende: Am 22. Jänner kamen Steu und Koller mit ihrem Doppelsitzer beim Training im Eiskanal von Sigulda (Lettland) schwer zu Sturz. Während die Folgen für Koller mit mehreren blauen Flecken und einigen Prellungen überschaubar waren, erwischte es Steu beträchtlich heftiger. Die niederschmetternde Diagnose nach der Rückkehr ergab einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Fuß, dazu kamen ein luxierter Knöchel
Tour ging und mit den Erzählungen von der Verwendung des Holzes vor Hunderten von Jahren und vom wiederentdeckten Werkstoff in der zeitgenössischen Architektur beispielsweise in Berlin über 100.000 Besucher anzog.
Fähigkeiten der Zimmerleute Gerade weil die Barockbaukunst in erster Linie gerne mit den Gebäudefassaden, der Innenausstattung oder Stuckarbeiten in Verbindung gebracht wird, legt Rudolf Sagmeister Wert auf die Darstellung der Fähigkeiten der damaligen Zimmerleute. Es waren Wanderarbeiter, die einst ihre Heimatorte verließen und aufgrund ihres Könnens Bauleiter, Unternehmer und schließlich Architekten wurden. Vom 1595 in
Bezau geborenen Johann Wilhelm stammt das Standardwerk „Architectura civilis“, das vor einigen Monaten auch in der FundstückeSerie der Vorarlberger Nachrichten vorgestellt wurde. Thematisiert werden darin vor allem die verschiedenen Dachstühle, Treppen und Brücken, deren Tragfähigkeit und Raffinesse das Um und Auf für die Architektur bildeten.
Zurück zum Holz Die Ingenieurskunst verbinde man mit Stein und Stahl und viel zu wenig mit dem Holz, bemerkt Sagmeister. Gerade der ausgebrannte Dachstuhl von Notre Dame in Paris hat wieder in Erinnerung gerufen, dass die Zimmerleute damals die Ingenieure waren. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Auer Zunft im gleichnamigen Ort im Bregenzerwald gegründet, sie bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Geschult wurden die Zunftmitglieder auf Basis der „Auer Lehrgänge“. Diese Musterbücher sind Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden und später verloren gegangen. Ein Band wurde vor rund 70 Jahren in einem Haus in Schoppernau gefunden, ein anderer in Au. Die Bände beinhalten die Perspektiven- und Formenlehre, die sich unter anderem an den Arbeiten italienischer Meister orientierte, Musterzeichnungen, Baupläne und Grundrisse. Vor nahezu 15 Jahren war ihnen eine Ausstellung im Landesmuseum gewidmet, die auch
Ein Zeugnis für die Kunst der Vorarlberger Barockbaumeister ist auch die Klosteranlage in St. Gallen mit der Stiftbibliothek. SAGMEISTER
die familiären Zusammenhänge aufzeigte, die mitunter bei jenen zu Kritik führten, die der Meinung waren, dass die Barockbaumeister eher zu den Fortschrittsverweigerern zählten und darin die Gründe sahen.
Frauen leiteten den Hof Das Zunft- und Wanderarbeiterwesen enthält viele Aspekte. Interessant ist auch die Tatsache, dass sie den weiblichen Familienmitgliedern eine gewisse Selbstständig-
keit ermöglichte. Während sich die Männer über Monate in Deutschland oder auch in Frankreich aufhielten, bewirtschafteten die Frauen die Höfe und erwarben sich, wie Briefe beweisen, Entscheidungskompetenzen. Das Thema Barockund Holzbaukunst ist vielfältig. 2021 soll mit Ausstellungsprojekten in Au gestartet werden. CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.at 05572 501-225
Tollkühne Rückkehr in den Eiskanal elitären Kreis der besten Starter gehören.“ Eine kurze Schrecksekunde gab es zu Saisonbeginn bei einem Trainingslehrgang in Sigulda. Bei der ersten Trainingsfahrt kamen Steu/Koller erneut an derselben Stelle wie im Jänner zu Sturz. „Spätestens da ist mir klar geworden, dass es nicht so einfach wird, speziell auf der Bahn in Sigulda, wieder an die Spitze zu fahren.“
Nach sechs von zwölf Saisonrennen liegen Thomas Steu (Obermann) und Lorenz Koller die Weltcup-Gesamtwertung in Front.
DIE GUTE NACHRICHT Mit so einem Comeback war in den kühnsten Träumen nicht zu rechnen.
und ein Bruch am Handgelenk, der ebenfalls operiert werden musste. Mit jener Beharrlichkeit, mit der sich Steu die allerkleinsten Feinheiten für die Lenkbewegungen im Kampf um die Sekundenbruchteile in den diversen Eiskanälen einprägte und die ihn in den letzten Jahren an die Weltspitze brachte, kämpfte sich der Bludenzer zurück. Dank der Unterstützung des Österreichischen Verbands und des Olympiazentrums Vorarlberg verlief die Reha nahezu ohne Probleme. An den Sturz erinnern noch zwei Me-
FIL
tallplatten und 25 Schrauben, die Ende des Winters aber entfernt werden sollen. „Beim Rodeln selbst irritiert mich der Fuß nicht. Lediglich Sprinten, Hüpfen oder Krafttraining mit den Beinen geht noch nicht.“
Gehandikapt beim „Pratzeln“ Wesentlich hartnäckiger erwies sich die Handverletzung, die besonders die Leistung beim im Rodelsport extrem wichtigen Start beeinträchtigte. „Da gibt es sicher noch etwas Nachholbedarf, bis wir wieder zum
Doppelpack beim Auftakt Doch Steu und Koller warfen alle Energie in die Waagschale und wurden gleich zu Saisonbeginn für ihren Trainingsfleiß belohnt. Zum Auftakt der Weltcupsaison auf ihrer Heimbahn in Innsbruck-Igls ließen sie die Kufen so richtig glühen und schoben sich mit ihren Triumphen im olympischen Doppelsitzer und im Sprint ins Rampenlicht. Spätestens nach dem Sieg in Altenberg und den zweiten Plätzen in Oberhof und Winterberg war klar, dass mit Steu und Koller auch in dieser Saison zu rechnen ist. Die überlegene Führung in der Weltcup-Gesamtwertung ist ein Beweis dafür, dass Österreichs Parade-Doppelsitzer im Jänner 2021 bei der EM Anfang Jänner in Sigulda und drei Wochen später bei der WM in Berchtesgaden-Königssee, aber auch bei Olympia 2022 zum kleinen Kreis der Gold-Kandidaten zählen. Gold in anderer Form gab es zum Abschluss des Jahres, als der Bludenzer und sein Partner in Tirol als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet wurden. Zudem wurde HLSZSportsoldat Steu beim Bundesheer zum Zugführer befördert. JOCHEN DÜNSER jochen.duenser@vn.at 05572 501-221
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Samstag, 2. Jänner 2021 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
Cyberversicherung
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NEU
Die Gefahren im Internet sind vielfältig. Mit „DONAU Sicher im Netz“ deckt die DONAU Versicherung nun auch Cyberrisiken für Privatpersonen. Im Internet einzukaufen oder Bankgeschäfte online zu erledigen, ist gerade in Zeiten wie diesen besonders bequem. Zugleich steigt jedoch die Cyberkriminalität – laut Bundeskriminalamt zuletzt um rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Privatpersonen werden Opfer eines digitalen Einbruchs, von Datendiebstahl oder Hacking. Neue Cyberversicherung Die DONAU bietet ab sofort mit „DONAU Sicher im Netz“ eine Cyberversicherung für Privatkunden. Sie schützt bei einem digitalen Einbruch. Denn rund jeder fünfte Internetnutzer war
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