Kein Plan(et) B So packen wir’s an – für ein intaktes Ökosystem!
PARTNER VN-KLIMASCHUTZPREIS 2020
2 VN-Klimaschutzpreis 2020
Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
Juryvorsitzende Gabriele Greußing (Klimabündnis V), Elmar Weissenbach (Landwirt, BSBZ), Klimaschutzpreis-Projektleiterin Verena Daum (VN), Naturschutzanwältin Katharina Lins, Karin Feurstein und Josef Burtscher (Energieinstitut Vorarlberg).
Positive Aufbruchstimmung
Zahlreiche zukunftsweisende Projekte wurden für den VN-Klimaschutzpreis 2020 eingereicht. SCHWARZACH Stellvertretend für alle eingereichten Initiativen, Innovationen, Ideen und Projekte zum Natur- und Klimaschutz und zur Wiederherstellung eines intakten Ökosystems sind eine „Klimaschutzidee“, eine „Ökopionierin“ und in den Kategorien „Bewusst leben im privaten Haushalt“, „Schule und Jugend aktiv“, „Innovative Unternehmen“, „Gemeinden und Öffentlichkeit“ sowie „Landwirtschaftliche Vielfalt“ jeweils drei Preisträger mit dem VN-Klimaschutzpreis 2020 ausgezeichnet worden. Die Jury war sich einig: alle Einreichungen sind ganz hervorragend
und absolut auszeichnungswürdig, daher möchte die Jury alle, die mitgemacht haben, unbedingt motivieren, ihr Projekt – evtl. aktualisiert oder auch ein ganz neues – für den VN-Klimaschutzpreis 2022 vorzusehen und wieder einzureichen.
Weiterhin aktiv bleiben „Als Juroren hatten wir tatsächlich einerseits die Qual der Wahl, da wirklich alle, die mitgemacht haben und hoffentlich auch weiterhin mitmachen, ganz hervorragendes Engagement zeigten, was uns andererseits wiederum sehr gefreut hat“, lässt KSP-Projektleiterin Verena Daum (VN) wissen. „Daher
ist es uns ganz wichtig zu betonen, dass wir alle zwei Jahre VN-Klimaschutzpreise verleihen, um den Einsatz und das Engagement für unsere Lebensgrundlage, die Natur mit ihren Kreisläufen und planetarischen Prozessen, nicht nur zu würdigen, sondern auch als ,Motivation für alle‘ vor den Vorhang zu holen. Mit viel Spaß und Freude dranbleiben heißt daher die Devise. Wichtig herauszuheben ist etwa die Ganzheitlichkeit, das Leben und Arbeiten so gut wie möglich nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip, sowie ein wichtiger Teil der Lösung fürs Große Ganze zu sein – jeder in seiner Profession und in seinem
Wirkungsbereich. So entsteht ein breites Bewusstsein dafür, richtig zu handeln – zum Wohle aller.“
Konsequente Kreislaufwirtschaft „Die Jury war sehr erfreut über die Qualität und Anzahl der Einreichungen“, unterstreicht die Juryvorsitzende Gabriele Greußing (Klimabündnis V). „Die hochwertigen und engagierten Projekte zu bewerten war nicht einfach, aber machte gleichzeitig auch viel Spaß. Der Jury war es wichtig, jene hervorzuheben, die uns Vorbilder für ein verstärktes Engagement sein können. Der Schwerpunkt lag auch auf Projek-
ten, die einen ganzheitlichen Ansatz zeigten, die komplex und vernetzt angesetzt sind, auch im Sinne einer konsequenten Kreislaufwirtschaft. Die Vorarlberger(innen) setzen sich in vielen Bereichen für einen bewussten Umgang mit Umwelt und Natur ein. Der Bogen der eingereichten Projekte reicht von globalen Ansätzen bis zu lokalen im eigenen Haushalt – ganz nach dem Motto eines einreichenden Jugendlichen: ,Keiner kann alles richtig machen, aber jeder kann etwas machen!‘ In diesem Sinne bedanken wir uns bei allen Einreicher(inne)n für ihre Arbeit und freuen uns mit den Ausgezeichneten.“
KLIMASCHUTZIDEE
» Innovative Technologien zur nachhaltigen und effizienten Energieversorgung «
Rikschafahrten für betagte Senior(inn)en bringen Lebensfreude.
Radeln ohne Alter Kraftwerke
Komplexe Abhitzesysteme
Prozessapparate
Seit 95 Jahren stehen wir als Familienunternehmen für Qualität und Know-how auf höchstem Niveau. Innovative Technologien und die individuelle Betreuung jedes Projekts sorgen dafür, dass BERTSCHenergy und BERTSCHservice zu den führenden Unternehmen im internationalen Kraftwerksbau zählen und aktiv zur Eingrenzung des Klimawandels beitragen.
» Wir ermöglichen es unseren Kunden, Reststoffe energieoptimiert und umweltneutral zu verwerten. «
Mit unseren Anlagen, Systemen und Prozessapparten bieten wir Lösungen für die Herausforderungen in der Energieversorgung. Wir arbeiten permanent an innovativen Technologien und setzen damit Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. www.bertsch.at
Der gemeinnützige Verein um Obmann Karl Baur bietet Senior(inn)en Ausflüge mit Fahrradrikschas. BREGENZ Rundfahrten für betagte Menschen mit eingeschränkter Mobilität mit ehrenamtlichen Fahrer(inne)n unterbrechen die Alltagsroutine, sind umweltfreundlich und steigern Lebensfreude und Lebensqualität im Freien. „Betagte Senior(inn)en werden seit Juli 2017 zu kostenlosen Ausflugsfahrten bzw. Rundfahrten durch die Stadt, zum See, an die Bregenzer Ache usw. eingeladen, um sie aus ihrer Isolation herauszuholen, ihnen ein Stück Mobilität zurückzugeben und wieder einmal ihre nahe Heimat bzw. bekannte Um-
gebung erleben zu können“, lautet das Angebot des Vereins, dem Karl Baur vorsteht. Freiwillige „Pilot(inn)en“ – sieben Frauen und sieben Männer – holen betagte Senior(inn)en daheim oder in den Pflegeheimen ab und machen mit „Fahrradrikschas“ kleine Ausflüge in die nahe Umgebung. Die Fahrradrikschas stehen ausschließlich Seniorinnen und Senioren mit eingeschränkter Mobilität zur Verfügung. Der soziale Gedanke steht im Mittelpunkt. „Taxifahrten“ werden nicht durchgeführt. Das Projekt wurde in verschiedenen Gemeinden Vorarlbergs schon erfolgreich umgesetzt, 1220 Personen und 12.977 Kilometer wurden bereits gefahren. Infos: www.radelnohnealter.at
JURYBEGRÜNDUNG
Das Radlerteam um Karl Baur überzeugt als ehrenamtlicher Verein seit 2017 mit
engagierten 9311 Rikschakilometern für Senior(inn)en und entsprechender Vorbildwirkung.
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
ÖKOPIONIERIN
„Ökologisch zu handeln muss kein Verzicht sein“
Pädagogin und Umweltaktivistin Ingrid Benedikt ist „Ökopionierin“. „We save the world“, „Clever einkaufen für die Schule“, „Das ganze Universum in meinem Garten“ oder „Sternstunden in der Natur“ titelten Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen der Umweltpädagogin Ingrid Benedikt in Kindergärten und Schulen. Seit 1985 will ich beweisen, dass nachhaltig umweltbewusstes Verhalten nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern dass neue Lebensqualität gewonnen werden kann. Dafür steht auch die Verleihung des VN-Klimaschutzpreises und ist oft Anstoß für viele Menschen mitzumachen.“ Neben zahlreichen Projekten ist die Gründung der BIONIK-Initiative in Dornbirn 1985–1997 hervorzuheben. „Ich war Sprecherin der Initiative. Wir standen im Werkhof und haben getrennte Abfälle/Wertstoffe der Bevölkerung entgegengenommen. Daneben wurden Informationsveranstaltungen, Aktionen und Schulungen zur Müllvermeidung durchgeführt. 14 Gemeinden haben sich angeschlossen. Ich orgaDORNBIRN
Ökopionierin Ingrid Benedikt, Dornbirn. Mitinitiatorin der Umweltwoche. Aktuelles Projekt: der „offene Kühlschrank“.
nisierte die Vorarlberger Müllplattform mit 52 Vereinen, Initiativen, Parteien. Wir trugen dazu bei, dass das damals modernste Abfallwirtschaftsgesetz Mitteleuropas und die Mülltrennung für alle beschlossen wurden, sagte damals LR Hans-Dieter Grabher. Dafür gab’s 1987 den Dornbirner Umweltschutzpreis.“ 2009 startete Ingrid Benedikt die WELTumWELTwoche und die Schulaktionstage, die 88 Veranstaltungen umfassten. „Mein Konzept sah die Beteiligung von Schulklassen vor, woraus dann die Vorarlber-
JURYBEGRÜNDUNG
Ingrid Benedikt setzt sich seit Jahrzehnten aktiv für Natur- und Klimaschutz ein, initiierte und begleitet unter anderem die Umweltwoche und betreibt aktuell ihr Projekt „offener Kühlschrank“.
ger Umweltwoche wurde.“ 11.000 Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrpersonen aus allen Schultypen machten mit. Das aktuelle Projekt „Offener Kühlschrank – Lebensmittel sind kostbar“ soll der Lebensmittelverschwendung Einhalt gebieten.
Der „offene Kühlschrank“ Seit dem 3. Oktober 2018 steht der erste in der Stadtbücherei Dornbirn, seit dem 29. August 2020 gibt es einen offenen Kühlschrank auch in Feldkirch und seit dem 7. Oktober einen in Götzis. „Eine andere Welt ist möglich. Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst, mit anderen und der Umwelt ist der Schlüssel“, sagt Ingrid Benedikt nach dem brasilianischen Sprichwort: „Wenn ein Mensch alleine träumt, bleibt es ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“
Editorial
Verena Daum
Natur- und Klimaschutz bedeutet Lebensfreude Nicht nur das Bewusstsein, dass die Natur mit ihren Kreisläufen und planetarischen Prozessen unsere Lebensgrundlage ist, und dass wir als Menschheitsfamilie ein Teil davon sind, ist inzwischen breit in den Köpfen angekommen. Auch Engagement mit
„Pflanzen wir gemeinsam Bäume der Nachhaltigkeit. Das macht Spaß und tut uns allen gut!“ Herz, Verstand und Vernunft wird vorbildlich gelebt. Natur- und Klimaschutz muss nicht zwangsläufig mit Verzicht einhergehen, sondern macht in Wahrheit viel Spaß und bringt Freude ins Leben, wenn man sich mit der Natur befasst, sie genießt und „Bäume pflanzt“. „Wirtschaftsethik“ …
nicht nur eine Worthülse bleiben, sondern als notwendiger Wandel zur ökologisch-sozialen Weltwirtschaftsordnung gesehen werden. Leben und wirtschaften nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip heißt die zukunftsweisende Formel, die bereits in Forschung und Ökotechnologie sowie ganzheitlichen Unternehmenstransformationen, durch zahlreiche Innovationen, Initiativen, Kooperationen und Projekte greift. Gute Ideen junger Leute Für ein intaktes Ökosystem und die notwendige Energie-, Agrar- und Ressourcenwende setzen beispielsweise zwei HTLSchülerinnen auf Wasserstoff und entwickelten für Privathaushalte ein effizientes und leistbares Herstellungsverfahren. Motiviert und freudvoll kann jede(r) in seinem Wirkungsbereich aktiv beitragen – das tut gut – einem selbst und uns allen!
… sollte in Zeiten des kriegstreibenden Casinokapitalismus, der eine desaströse Konsum- und Wegwerfgesellschaft kreierte,
VERENA DAUM redaktion@vn.at 05572 501-263
IMPRESSUM | Leitung/Redaktion Verena Daum Titelbild Seite 1 Christian Kerber/Sutterlüty Fotos VN-Archiv, Handout/privat, Mary Rose/Paptex, Bertsch, Sutterlüty, WKV/Sams, Verena Daum Gestaltung Stefan Eder
Bioabfallsammlung in Vorarlberg Bioabfall wird in Vorarlberg zu Biogas verarbeitet: Dieses schont das Klima, ist vielseitig einsetzbar und hat kurze Transportwege. Doch immer mehr Fehlwürfe im Bioabfall, vor allem Plastiksäcke, stören die Gasgewinnung. Das aus dem Vorarlberger Bioabfall gewonnene Biogas ist eine CO2-neutrale und speicherbare Energiequelle. Damit lassen sich ebenso gut Gebäude beheizen wie Fahrzeuge betreiben. Rund 1,1 Kilogramm biogene Hausabfälle braucht es, um eine Kilowattstunde Energie zu gewinnen. Zur Erinnerung: Eine Kilowattstunde Energie wird gebraucht, wenn ein Gerät mit einer Leistung von 1000 Watt – z. B. ein Fön, ein Heizlüfter – eine Stunde in Betrieb ist. Bakterien schaffen Biogas Um Biogas zu gewinnen, wird der Bioabfall aus dem Haushalt „vergärt“. Dabei zersetzen Bakterien die orgaTipps zum richtigen Umgang Kühl und trocken lagern. Innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen. An gut belüftetem Ort aufstellen. Belüfteten Behälter mit Deckel verwenden. Zugebunden oder in einem großen Eimer (ca. 20-25 l) bereitstellen, damit der Abfall im Sack oder Eimer bleibt. Fleisch- und Fischreste in Zeitungspapier wickeln. So können Fliegen keine Eier ablegen und Flüssigkeit wird aufgesaugt.
nischen Teile des Bioabfalls und erzeugen Biogas. Fehlwürfe wie Medikamente, Katzenstreu oder Kunststoff stören die Bakterien und den Prozess, erhöhen die Kosten und führen mitunter auch zu Betriebs-
l l a f b a o i B n e d n i k i t s a Kein Pl
Bgm. Ing. Rainer Siegele Präsidiumsmitglied Gemeindeverband
Die neuen Bioabfallsäcke bewähren sich sehr. Sie sind praktisch, halten viel aus – und sind biologisch abbaubar. ausfällen. Daher ist möglichst „sortenreiner“ Bioabfall ohne Fremdstoffe so wichtig. Nur Bioabfall zum Bioabfall Je nach Wohnsituation sammeln die Vorarlbergerinnen Das gehört nicht hinein Keine Flüssigkeiten in den Bioabfall. Weniger Flüssigkeit bedeutet weniger Gerüche und Insekten! Keine Kunststoffsäcke in den Bioabfall. Plastik und andere Fehlwürfe stören die Verarbeitung und machen die Entsorgung teurer. Kein Katzenstreu und Kleintiermist. Katzenstreu wird nicht abgebaut. Es stört die Verarbeitung. Keine Medikamente in den Bioabfall. Medikamente werden nicht vollständig abgebaut. Sie finden sich anschließend in unseren Böden.
www.umweltv.at/bioabfall und Vorarlberger ihren Bioabfall mit Sack oder Tonne. Bei beiden Systemen sind die Kosten für Sammlung, Verwertung und Entsorgung in den Gebühren enthalten. Egal wie im Haushalt Bioabfall gesammelt wird: Alles außer echtem Bioabfall stört. Auch Knochen, Eierschalen oder Katzenstreu gehören nicht zum Bioabfall. Plastiksäcke sowieso nicht. Diese blockieren Pumpen, verstopfen Leitungen und bremsen die Verwertung. Daher kann auch bei der Sammlung mittels Biotonne ein belüfteter Eimer als Vorsammelgefäß dienen. Bei Bedarf mit einem Papier- oder Stärkesack ergänzen.
Neues Material für Bioabfallsäcke Seit Kurzem sind in Vorarlberg neue biologisch abbaubare Bioabfallsäcke verfügbar, die deutlich reißfester als ihre Vorgänger sind. Es stehen zwei Größen mit acht bzw. 15 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung. Der Vorarlberger Gemeindeverband empfiehlt, den AchtLiter-Sack in Kombination mit einem belüfteten Eimer zu verwenden. Dieser lässt überflüssige Feuchtigkeit entweichen und verhindert gleichzeitig, dass Insekten in den Bioabfall gelangen. Sehr nassen Bioabfall, Fisch und Fleisch bitte in Papier einpa-
cken – das reduziert die Geruchsbelästigung. Bioabfall im Restabfall – nein danke! Landet Bioabfall im Restabfall, braucht es bei der Verbrennung viel Energie, bis das Wasser darin verdampft. Erst danach kann das Material verbrennen – viel Energie geht verloren. Daher macht es Sinn, Bioabfall separat zu sammeln. Nur so lässt sich in der Verwertungsanlage in Lustenau Biogas gewinnen. Sie haben Fragen rund um Abfall und Altstoffe? Die Gemeinden und Altstoffsammelzentren stehen gern zur Verfügung. Speziell zum rich-
tigen Sammeln von Bioabfall in Sack oder Tonne gibt es dort auch eigene Infofolder. Umfassende Informationen finden Sie auch im Internet unter https://www.umweltv. ANZEIGE at/bioabfall
Daten & Fakten • Bioabfallmenge aus Vorarlbergs Haushalten 2019: 17.700 Tonnen • 2.800.000 m³ Biogas oder 1.500.000 m³ Erdgas • 16.000.000 kWh Energie • 4.199.000 km Fahrleistung (Quelle: www.biogas.org)
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
„Banken leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“ Im Kampf gegen den Klimawandel kommt dem Bankensektor eine besondere Rolle zu, meint Philipp Hämmerle, Vorstand der Hypo Vorarlberg.
einen Unterschied, mit wem man Geschäfte macht und mit wem nicht. Hier leisten die Banken einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Herr Hämmerle, was kann eine Bank gegen den Klimawandel tun? Wie andere Unternehmen muss auch eine Bank darauf achten, ihren CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten. Noch wichtiger ist es aber, den Klimawandel im Kerngeschäft zu berücksichtigen. Es macht
Wie stellt die Hypo Vorarlberg sicher, dass sie nicht Firmen oder Branchen unterstützt, die der Umwelt schaden? Wir haben schon vor einigen Jahren ethische und nachhaltige Kriterien definiert, die in Teilen des Finanzierungs- und Anlagege-
Hypo Vorarlberg-Vorstand Philipp Hämmerle.
schäfts sowie bei unseren Eigenveranlagungen und -emissionen gelten. Diese Kriterien helfen uns, unerwünschte Geschäfte schon frühzeitig auszuschließen. Ein plakatives Beispiel ist der Kohleabbau: Projekte in diesem Bereich würden wir aufgrund der umweltschädlichen Wirkung nicht finanzieren. Sehen Sie generell einen Trend in Richtung nachhaltige Geldanlage? Die Nachfrage nach Anlageprodukten, die ESG-Faktoren (Umwelt, Gesellschaft, gute Unternehmensführung) berücksichtigen, ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Wirtschaftskrise hat diesen Trend noch verstärkt. Ich führe das auf zwei Faktoren zurück: Zum einen ist das Thema Nachhaltigkeit fraglos in den Köpfen der Menschen angekommen. Zum anderen haben viele Anleger erkannt, dass man mit nachhaltigen Anlageprodukten Geld verdienen kann. Wie rentabel sind grüne Geldanlagen? Das Vorurteil, dass man mit nachhaltigen Finanzprodukten „nur“ etwas für das Gewissen macht, hat sich als falsch erwiesen. Gerade in der Krise haben ESG-Fonds sehr solide performt. Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht: Drei Fonds, bei denen wir als Fondsadvisor fungie-
Drei Fonds der Hypo Vorarlberg wurden heuer bei den Österreichischen Dachfonds Awards des GELDMagazins ausgezeichnet. Fotos: Hypo Vorarlberg ren, sind beim Österreichischen Dachfonds Award des GELD-Magazins für ihre wirtschaftliche Performance ausgezeichnet worden. Gleichzeitig tragen diese Fonds das yourSRI-Transparenzsiegel des unabhängigen Beraters CSSP in Liechtenstein und gelten damit als sozial verantwortungsvolle Investments. Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg widersprechen sich also nicht.
ACHTSAM UND VERBUNDEN MIT UNSERER REGION UND IHREN MENSCHEN.
WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Wir gestalten unsere Zukunft nachhaltig mit. Denn als Bank für die Menschen in der Region sind wir uns unserer Verantwortung bewusst. Aus diesem Grund sind wir Gründungsmitglied beim Klimaneutralitätsbündnis 2025 und langjähriger Partner beim VN Klimaschutzpreis. Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at
Schwarzenberg, Bregenzerwald
Warum unterstützt die Hypo Vorarlberg den VN-Klimaschutzpreis? Weil uns Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein besonderes Anliegen sind. Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und andere Unternehmen motivieren, es uns gleichzutun. Deswegen gehören wir auch zu den Gründungsmitgliedern des „Klimaneutralitätsbündnis 2025“. Der VN-Klimaschutzpreis leis-
tet Ähnliches, richtet sich aber auch an Privatpersonen, Vereine oder öffentliche Institutionen. Mich beeindruckt es immer wieder, wie kreativ und sparsam die Teilnehmer(innen) mit den vorhandenen Ressourcen umgehen. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an die heurigen Gewinner(innen)! Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes 2018
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
BEWUSST LEBEN IM PRIVATEN HAUSHALT
Familie Corinna Amann aus Satteins leistet einen nachhaltigen Beitrag pro Natur und Klima mit www.plastikfreier.com
Die Dornbirnerin Alessandra Willingsdorfer zeigt mit ihrem Genusskochbuch auch den Zusammenhang von Essverhalten und Klimaerwärmung auf.
Unser Umgang mit Mutter Erde
Ausgezeichnet: Familie Corinna Amann, Alessandra Willingsdorfer und Elisabeth Bösch/Daniela Burgstaller. darin, die komplexen Umweltthematiken einfach und darstellbar zu formulieren und zu gestalten und uns zu beschränken. Zudem wollten wir von unseren eigenen Erfahrungen als ältere Frauen unsere Hauptthemen ,Humus und die Naturvielfalt‘ und ,der sanfte Verkehr‘ einbringen. Unsere Regisseurin wollte zudem das soziale Thema ,Altersversorgung bei Frauen‘ thematisiert haben.“
SATTEINS/DORNBIRN/RANKWEIL
„Es ist höchste Zeit für unsere Mutter Erde etwas zu tun. Der Klimaschutzpreis zeigt, dass es viele tolle Ideen gibt und auch jeder noch so kleine Schritt ein wichtiger Schritt ist. Wir brauchen nicht einige, die in allen Lebenslagen perfekt nachhaltig leben, sondern Tausende, die es zumindest mit kleinen Dingen versuchen. Der Klimaschutzpreis honoriert genau diese Menschen und motiviert andere dies auch zu tun“, sagt Corinna Amann aus Satteins. Im Juli 2015 startete die Familie den Versuch, 130 Tage lang auf Plastik zu verzichten. Fürs Durchhaltevermögen wurde ein Blog eingerichtet, um von Erfolgen und Misserfolgen zu berichten. Nach 130 Tagen ging vieles ganz automatisch und aus dem Versuch wurde alltägliche Lebensweise. Es folgten Vorträge und Workshops in Bibliotheken, an Schulen, in Kindergärten und Gemeinden. In der Garage wurde im September 2018 der „Unverpackt Laden“ eröffnet. Und so steigt das Bewusstsein für das Thema stetig und immer mehr Menschen können zum Umdenken motiviert werden.
Fürs Klima kochen Saisonal & Regional: Das nachhaltige Kochbuch der Dornbirnerin Alessandra Willingsdorfer mit 52 Meatless-Monday-Rezepten fördert das bewusste Essen und Leben. Die vegetarischen Gerichte sind nach saisonaler Verfügbarkeit der Zutaten aufgeführt, um nicht nur den Energie und CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten, sondern auch, um Gemüse frisch und vitaminreich auf dem Markt
„Iris und Viola“, alias Elisabeth Bösch und Daniela Burgstaller aus Rankweil, behandeln in ihrem Theaterstück „Weitblick“ Umwelt- und Lebensthemen.
kaufen zu können. Die Klimaerwärmung, die durch rücksichtsloses Essen verschlimmert wird, kann laut der Autorin eingedämmt werden, indem „CO2-hohe“ Lebensmittel gezielt mit saisonaler und regionaler Kost ersetzt werden. „Das Ziel meiner Initiative ist das Bewusstsein der Konsumenten zu schärfen und somit dem verantwortungslosen Verhalten und Produzieren ein Ende zu setzen. Das Buch enthält aufschlussreiche Fakten zur globalen Fleischproduktion in Bezug auf Waldrodung, Wassernutzung und Klimaerwärmung“, erläutert Alessandra Willingsdorfer. „Un-
ser Lebensstil, insbesondere unsere E s s ge w o h n h e i t e n , die Nahrungsmittelproduktion und ihre Transportwege beeinflussen in hohem Maße die globale Erwärmung. Unsere Gesellschaft muss sich dieser großen Herausforderung stellen. Der Klimaschutzpreis bietet eine Plattform, um zukunftsweisende Initiativen vorzustellen und Menschen aufzufordern, bewusst eine nachhaltigere Lebensweise im privaten Haushalt anzustreben. Regionales und saisonales Essen lässt sich genussvoll in den Alltag implementieren und mit gutem Gewissen nicht nur eine effektvolle Breitenwirkung und intakte Natur erzielen, sondern erlaubt auch, das Dasein für die nächste Generation lebenswert zu gestalten.“ „Es geht um den Umgang mit unserer Erde“, erläutern „Iris und Vi-
ola“, alias Elisabeth Bösch und Daniela Burgstaller aus Rankweil. „Die große Herausforderung lag PARTNERSTATEMENT
Auch den Banken kommt beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele eine immer größere Rolle zu. Wir als Hypo Vorarlberg investieren daher in nachhaltige Projekte bzw. Unternehmen und vermeiden CO2-intensive Branchen. Mit dem Green Bond, speziellen Anlagefonds oder dem Hypo-KlimaKredit bieten wir den Kunden attraktive Finanzprodukte, die zugleich nachhaltig sind. Als Gründungsmitglied des „Klimaneutralitätsbündnisses 2025“ reduzieren wir kontinuierlich unseren ökologischen Fußabdruck. Dass wir mit unseren Bemühungen auf dem richtigen Weg sind, zeigt die ausgezeichnete Bewertung der renommierten Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG. Mag. Michel Haller, Vorstand Hypo Vorarlberg
Theaterstück „Weitblick“ „Zum Inhalt: Iris und Viola sind zwei engagierte Freundinnen, die schon viel umgesetzt haben in ihrem Leben. Sie setzen sich weiterhin für eine gesunde Umwelt, weniger Verkehr, gesundes Essen, soziale Gerechtigkeit und Solidarität in der heutigen Gesellschaft ein. Sie machen das ernsthaft, doch auch mit humorvollen Einlagen. Das Theaterstück spricht Jugendliche und Erwachsene an und ist gut für einen Einstieg in Veranstaltungen zu Umwelt- und Sozialthemen geeignet. Eine Aufführung dauert ca. 30 Minuten.“ Zum Klimaschutzpreis sagen die beiden Damen: „Wir freuen uns. Diese Plattform zeigt, wie Menschen und Gruppen sowie Gemeinden und Unternehmen sich in ganz Vorarlberg engagieren und einen wertvollen Beitrag für unsere Welt und unser Klima leisten. Menschen und Projekte werden vor den Vorhang geholt, was eine Auszeichnung bedeutet und hoffentlich zu weiterem Engagement anleitet. In unserem Theaterstück heißt es: ,Es kommt auf jeden und jede an! Wir haben nur eine Erde! Sie bietet uns alle Lebensgrundlagen. Gehen wir gut mir ihr um, denn ohne sie sind wir nichts! Tragen wir Sorge für sie!‘“ Infos: www.plastikfreier.com, Theaterstück „Weitblick“ buchen bei boesch.elisabeth@gmx.at, Kochbuch „Saisonal & Regional“ im Handel erhältlich
JURYBEGRÜNDUNG
Familie Corinna Amann aus Satteins startete 2015 „130 Tage plastikfrei“, eröffnete in der Garage 2018 den „Unverpackt Laden“ und spornt via www.plastikfreier.com alle zum Mitmachen an.
„Weitblick“ heißt das Theaterstück von Elisabeth Bösch und Daniela Burgstaller, die als „Iris und Viola“ den Zuschauern die Themen Vielfalt, Boden, den ökologischen Fußabdruck und soziale Gerechtigkeit näherbringen.
Mit dem nachhaltigen Kochbuch „Saisonal & Regional“ sorgt Alessandra Willingsdorfer aus Dornbirn sympathisch für Bewusstseinsbildung in Bezug auf gesunde Ernährung ohne Extreme und ohne Verzicht.
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
Corona als Treiber für Elektromobilität Erhöhte Nachfrage nach E-Autos und Infrastruktur – vlotte baut Informationsangebot weiter aus. Man möchte meinen, dass die Menschen sich im Zuge der Ko n t a k t b e s c h r ä n k u n g e n auch in Sachen Mobilität defensiv verhalten – besonders wenn es um eine neue Mobilitätsform geht. Doch weit gefehlt, denn das Interesse am Stromfahren steigt unaufhörlich. Das bestätigt neben den aktuellen Zahlen auch die Mobilitätszentrale der Vorarlberger vkw vlotte. Rekordverdächtige 10 Prozent aller Neuzulassungen nach dem Sommer waren in Vorarlberg Elektroautos. Doch was sind die Gründe für diesen starken Anstieg? „Auch wenn wir ein paar Ideen dazu haben, können wir im Endeffekt nur spekulieren“, so Stefan Hartmann von der Mobilitätszentrale des Vorarlberger Energiedienstleisters. „Persönlich
glaube ich, dass sich die Menschen vor allem in Krisensituationen auf einen persönlichen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt besinnen. Vereint mit dem vielfältigen neuen Angebot der Automobilhersteller und vor allem
Stefan Hartmann vkw vlotte
Persönlich glaube ich, dass sich die Menschen in Krisensituationen auf einen persönlichen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt besinnen. mit dem Drang nach Freiheit und Mobilität in Zeiten des Lockdowns ergibt das einen fruchtbaren Boden.“
Mit rund 500 Ladepunkten bis zu 22 Kilowatt und 38 Schnellladern mit bis zu 150 Kilowatt Leistung verfügt Vorarlberg aktuell über das dichteste Ladenetz für Elektroautos in Österreich. Fotos: vkw vlotte
Einfach laden – mit der brandneuen vlotte-App.
Breites und unabhängiges Informationsangebot Diese Meinung wird durch eine hohe Anzahl an Anfragen per E-Mail, Telefon oder auch direkt in der Mobilitätszentrale bestätigt. Auf diese Entwicklung hat die vkw vlotte reagiert und das Informationsangebot weiter ausgebaut. Mit der neugestalteten Website www.vlotte.at und der brandneuen vlotte-
Ladelösungen für Ihr E-Auto
Mit einem Elektroauto erleben Sie Fahrvergnügen mit einem guten Gewissen. Sie fahren energieeffizient und schonen unsere Umwelt. Mit über 10 Jahren Erfahrung in der E-Mobilität bietet vlotte maßgeschneiderte Ladelösungen. Alle Infos unter www.vlotte.at
App verfügen Interessierte über einen breiten Fundus an Information. „Die Menschen schätzen, dass wir hier herstellerunabhängig über die gesamte Bandbreite der Elektromobilität informieren“, so Hartmann. „Wir beraten zu Automobilmodellen, Infrastruktur, Serviceleistungen und nicht zuletzt auch zu den staatlichen Förderungen.“
Tendenz steigend Gerade letztere motivieren seit dem Sommer noch einmal verstärkt zur Investition in ein nachhaltiges Fahrzeug, da der Zuschuss noch einmal von 3000 auf 5000 Euro erhöht wurde. Auch Plug-inHybride erhalten bis zu 2500 Euro. Da selbst die Infrastruktur staatlich gefördert wird, bekommen Kunden ein attraktives Gesamtpaket. Die
bisherige Bilanz: Auf Vorarlbergs Straßen verkehren aktuell knapp 2800 Elektroautos und laden an rund 500 Ladepunkten mit bis zu 22 Kilowatt und 38 Schnellladern mit bis zu 150 Kilowatt Leistung. Somit verfügt das Ländle nicht nur über die höchsten Zulassungszahlen, sondern auch das dichteste Ladenetz – Tendenz stark ANZEIGE steigend.
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
SCHULE UND JUGEND AKTIV
„Zukunftsenergie: Wasserstoff!“
Ausgezeichnet wurden die HTL Dornbirn, die Bezauer Wirtschaftsschule und die HTL Rankweil. DORNBIRN,
BEZAU,
RANKWEIL
„Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Um diesen grünen Energieträger auch Privathaushalten zugänglich zu machen, ist ein effektives und leistbares Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff erforderlich. Gerade in Kombination mit neuen – und auch bereits bestehenden – Photovoltaikanlagen entsteht ein großes Potenzial“, heißt es in der Projektbeschreibung von Leah Hartmann und Anna-Lena Schleszies von der HTL Dornbirn. „Bei der Wasserelektrolyse ist derzeit kostenintensives Platin im Einsatz, das weltweit nur an wenigen Standorten ineffizient, bei nur 0,0006 % Platinanteil im Erz, unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut wird. Bislang gibt es keine andere zufriedenstellende Lösung. Die von uns verwendeten leitenden Fasern bilden eine günstige Alternative bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Elektrodenmaterialien eine größere Oberfläche aufweisen. Durch den Verbund von erneuerbaren Energien mit der Wasserelektrolyse kann der erzeugte Gleichstrom direkt nach der Energiegewinnung weiterverwendet werden und es entfällt die verlustbehaftete Gleichrichtung von Wechselspannung. Somit kann überschüssige Energie aus sonnigen Perioden durch die Elektrolyse in chemische Energie, die im Wasserstoff gespeichert wird, umgewandelt und bei Bedarf abgerufen werden. In weiterer Folge kann durch bereits bestehende Verfahren beispielsweise Methan – oder durch eine Brennstoffzelle – elektrischer Strom erzeugt werden. Bisher wurden aussagekräftige Ergebnisse im kleinen Maßstab erzielt und es wird zuversichtlich an Optimierungen und einer vergrößerten Anlage gearbeitet. Wir sind getrieben von der Intention, mit diesem Projekt unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft zu leisten.“ Die Freude über den VN-Klimaschutzpreis 2020 ist groß: „Unsere Zukunft verbessern und die Umwelt schützen, damit auch unsere Nachkommen ein erstrebenswertes Leben auf unserem Planeten führen können. Das ist unsere Motivation und unser Ziel. Um es zur Realität zu machen, braucht es einen Beitrag jedes einzelnen Mitmenschen. Es ist eine Ehre und bedeutet uns von Green H2 viel, eine Auszeichnung wie den Klimaschutzpreis zu erhalten. Zugleich wird uns die erhoffte Möglichkeit geboten, über diese große Plattform unsere Nachricht in die Welt zu tragen: Lasst uns loslegen und gemeinsam eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft gestalten!“
Zwei Bezauer Projekte Ein unterschätzter Verbündeter im Kampf gegen die Klimaerwärmung und einem Bregenzerwälder Pionier auf die Finger geschaut: In der Bezauer Wirtschaftsschule steht im Naturwissenschaftsunterricht von Mag. Johannes Kreutziger Freilanddidaktik hoch im Kurs. Wenige
BWS: Neben der Umstellung der Essgewohnheiten soll mit dem Moor-Projekt den Schüler(inne)n der Wert heimischer Ökosysteme bewusst gemacht werden.
Gehminuten von der Schule entfernt lernen die Schüler(innen) der HTL und GASCHT, wie man Biogemüse im Bregenzerwald anbaut. Die solidarische Landwirtschaft in Bezau ist Versorger von 20 Familien und ein lebendiges Beispiel für nachhaltigen Tourismus. Christoph Kaufmann ist der Gründer von „Land.Wird“ und Projektpartner der Schule. Die Schüler(innen) packen in regelmäßigen Abständen beim Gemüseanbau an, setzen Knoblauch, ernten Karotten und graben Kartoffeln aus. Dabei eignen sie sich fundamentales Wissen über den Gemüseanbau und die unterschiedlichen Pflanzenfamilien an. Spielerisch bekommen sie tiefe Einblicke in die Planung, Organisation, Umsetzung und Schwierigkeiten eines solch ambitionierten Projektes. Die jungen Köche verarbeiten das frisch geerntete Biogemüse in der Schulküche, lernen dabei die hohe
Qualität der Ware zu schätzen und werden kreativ bei der Umsetzung von saisonalen und regionalen Gerichten.
Heimische Ökosysteme Im Kampf gegen die Klimaerwärmung reicht jedoch die Umstellung der Essgewohnheiten und Verzicht auf Importprodukte nicht aus! Es ist nötig, das Bewusstsein der Jugendlichen für die einheimischen Ökosysteme und deren Bedeutung für den Umwelt- und Klimaschutz zu stärken. Dies gelingt am besten in der Natur. Das Projekt „Vielfalter“, gestaltet von Naturführer Lukas Rinnhofer mit der inatura als Projektpartner, bringt Schwung in die Klassen der GASCHT. Bei einer Exkursion zum Hochmoor in Reuthe werden selbstständiges und forschendes Lernen mit dem Klimaschutz in Einklang gebracht. Obwohl Moore nur 3% der Landober-
Leah Hartmann und Anna-Lena Schleszies von der HTL Dornbirn entwickelten ein Verfahren zur Wasserstoffherstellung für Privathaushalte.
HTL Rankweil: Das Projekt von Kumsal Boyraz, Merve Celikkaya, Eva Glettler und LauraSophie Schmid zum Thema Müllvermeidung zeigt einfache Handlungsmöglichkeiten auf, um umwelt- und klimabewusster zu leben.
fläche ausmachen, speichern diese doppelt so viel CO2 wie sämtliche Wälder zusammengenommen. Leider werden Moore jedoch besonders stark von den Folgen des Klimawandels und der menschlichen Nutzung getroffen. Daher ist es essenziell, die verbleibenden Moorflächen in Vorarlberg zu schützen und Renaturierungsmaßnahmen zu setzen, bevor es für die Rettung dieser gewaltigen CO2-Senken zu spät ist. „Der Klimaschutzpreis ist für mich besonders wichtig, um den Einsatz für den Klimaschutz zu würdigen“, sagt Mag. Johannes Kreutziger von der BWS. „So werden ,Best Practice Beispiele‘ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ich hoffe, dass die Projekte andere Menschen inspirieren, aktiven Klimaschutz zu betreiben! Denn nur so können wir die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels abschwächen und zukunftsfähige Anpassungsstrategien entwickeln.“
Handlungsmöglichkeiten Im SOPK-Unterricht (Soziale und personale Kompetenz) hat die Klasse 2bhbt 2019/20 der HTL Rankweil unter der Anleitung ihrer Lehrpersonen Mirijam Geßler und Andreas Neyer in mehreren Kleingruppen ein Videoprojekt zum Thema „Klimawandel - Klimaschutz“ im eigenen Lebensumfeld durchgeführt. Ziel war es, im Präsenzunterricht ein Konzept für ein Video sowie einen Plan zur konkreten Umsetzung zu erstellen und das Drehen dann komplett in der Freizeit zu erledigen. Die einzigen Vorgaben seitens der Lehrkräfte waren das Thema sowie der Auftrag, ein Video aus der persönlichen Lebensrealität der SchülerInnen dazu zu drehen. Als Produkt sollte sodann ein Videobeitrag entstehen, in welchem sich die Schüler(innen) mit dem Themenkomplex Klimawandel und Klimaschutz kritisch auseinandersetzen und ihren eigenen positiven wie negativen Beitrag reflektieren. Die Auswahl der Ausrichtung, Inhalte, Zielgruppe etc. oblag dabei komplett den Schüler(inne)n, um sie in ihrer Kreativität und Mei-
nungsbildung nicht einzuschränken. Das eingereichte Projekt von Kumsal Boyraz, Merve Celikkaya, Eva Glettler und Laura-Sophie Schmid widmet sich dem Thema Müllvermeidung als Beitrag zur Verminderung der eigenen CO2Emmissionen und zeigt einige einfache Handlungsmöglichkeiten auf, die Jugendliche in ihrem Alltag
„Der Klimaschutzpreis macht Best-PracticeBeispiele der breiten Öffentlichkeit zugänglich.“ Mag. Johannes Kreutziger Wirtschaftsschule Bezau
haben, um umwelt- und klimabewusster zu leben. Andreas Neyer: „Für mich persönlich ist der VNKlimaschutzpreis ein gelungener Anreiz für die Menschen in Vorarlberg, insbesondere für Jugendliche, sich mit dem komplexen Thema Klimaschutz auseinanderzusetzen, die Dringlichkeit zu erfassen und vielleicht sogar die eine oder andere Strategie zu entwerfen, unseren negativen Einfluss auf das Klima zu reduzieren.“ PARTNERSTATEMENT Zu keiner Zeit war das Bewusstsein für Belange des Klima- und Umweltschutzes so hoch wie jetzt. Gerade im Energiebereich vergeht kein Tag, an dem das Engagement der Menschen – ob Alt oder Jung – nicht deutlich spürbar wäre. Wir freuen uns, wenn das Gefühl der Verantwortung durch große und kleine Initiativen immer breiter verteilt wird. Mit dem Klimaschutzpreis streuen wir Ideen, die durch die breite Öffentlichkeit hoffentlich Nachahmung finden. Wir gehen gerne mit guten Beispielen voran. Helmut Mennel, Mitglied des Vorstands illwerke vkw
JURYBEGRÜNDUNG
Für Leah Hartmann und Anna-Lena Schleszies ist Wasserstoff der Energieträger der Zukunft, der Privathaushalten mit dem von ihnen entwickelten, effektiven und leistbaren Herstellungsverfahren zugänglich wird.
Die Schüler(innen) der Bezauer Wirtschaftsschule engagieren sich einerseits im Praxisunterricht fürs „Ökosystem Moor“ und zudem für nachhaltige, solidarische Landwirtschaft, z. B. mit „Biogemüse für Tourismusbetriebe“.
Mit dem Video „Klimawandel-Klimaschutz“ der 2bhbtKlasse der HTL Rankweil kann sich jede(r) mit dem Themenkomplex kritisch auseinandersetzen und den eigenen positiven oder negativen Beitrag reflektieren.
8 VN-Klimaschutzpreis 2020
Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
Inhouse-Produktion reduziert CO2-Ausstoß
ALPLA betreibt 71 seiner 181 Produktionsbetriebe Tür an Tür mit den Kunden. HARD Diese Werke haben 2019 rund 43.000 Tonnen CO2e vermieden. Dafür könnte man 13.000mal von Wien nach Rio de Janeiro fliegen. Kohlendioxid und andere Treibhausgase sind verantwortlich für die Erderwärmung. Diese Erwärmung muss – da sind sich Experten sicher – so rasch wie möglich
eingedämmt werden, sonst mündet sie in einer Klimakatastrophe mit verheerenden Auswirkungen für unseren Planeten wie Dürren oder dem Anstieg des Meeresspiegels. Die Bereiche Transport und Energie- sowie Heizversorgung sind mit die größten Verursacher von Treibhausgasen. Wer hier Reduktionen
Durch die Vermeidung von 43.000 Tonnen CO₂e wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
umsetzt, leistet einen wesentlichen Beitrag gegen den Klimawandel. „Unter diesem Blickwinkel haben wir unsere Inhouse-Werke betrachtet, die in Kundennähe errichtet wurden“, berichtet Linda Staib, Sustainability Managerin bei ALPLA. „Unsere 71 Inhouse-Werke haben im Jahr 2019 43.000 Tonnen CO2 bzw. CO2-Äquivalente vermieden.“ Diese Menge entspricht der Leistung von 2,13 Millionen Bäumen. Man könnte dafür auch 1,3 Millionen Mal mit dem Zug von München nach Berlin und retour fahren oder 13.000-mal von Wien nach Rio de Janeiro fliegen.
Einsparpotenziale nutzen Aber wie ist diese Vermeidung von 43.000 Tonnen CO2e zustande gekommen? ALPLA Inhouse- Werke befinden sich direkt in oder unmittelbar neben der Produktion der Kunden. Hier werden Verpackungen sprichwörtlich Tür an Tür zur Abfüllanlage produziert. Wo sonst ein Lkw anfährt, Verpackungen lädt und zum Kunden transportiert, gelangen sie hier über Förderbänder sofort an die Abfüllanlage. „Es braucht keine Umverpackung für den Transport und der gesamte Lkw-Verkehr fällt weg“, erklärt Christian Buchgraber, Director Corporate Logistics bei ALPLA. „Zudem erarbeiten wir mit unseren Kunden maßgeschneiderte
Inhouse-Werke von ALPLA werden in unmittelbarer Nähe zum Kunden betrieben. FOTO/GRAFIK: ALPLA
Logistiklösungen wie zum Beispiel Just-in-time-Produktion und automatisierte Lagerhaltung.“ Das Resultat ist eine besonders effiziente Zusammenarbeit mit positiven Effekten für die Umwelt. „Inhouse minimiert nicht nur Treibhausgase, sondern auch Kosten und ermöglicht zudem eine enge und gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit zwischen uns und unseren Kunden“, resümiert der Logistikexperte.
Werk mit Vorbildcharakter Eines dieser Inhouse-Werke betreibt ALPLA für Arla Foods UK in Aston Clinton in Großbritannien. In puncto Energieverbrauch und Automatisierungsgrad entspricht das
Werk modernsten Anforderungen. Der reduzierte Druckluftverbrauch sowie eine ausgeklügelte Infrastruktur und Lagertechnik sind dafür ausschlaggebend. Der gesamte Prozess ist vollautomatisiert. Produziert wird mit der EBMTechnologie auf BMU-Maschinen von Soplar, Hauptmaschinenlieferant von ALPLA. Diese Maschinenplattform zählt zu den energieeffizientesten weltweit und zeichnet sich durch einen geringen Energieaufwand bei der Materialverarbeitung und minimale Produktionsabfälle aus. Die Milchflaschen aus HDPE wiederum wiegen rund 20 Prozent weniger als Standardflaschen und werden mit einem möglichst hohen Recyclinganteil hergestellt.
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
INNOVATIVE UNTERNEHMEN
Mit „10:0 fürs Klima“ ermöglicht Sutterlüty allen Kund(inn)en klimaneutrale Jahre – das Projektteam um Liselotte Schapmann und Christian Kerber pflanzt mit Lehrlingen in Togo „essbare Wälder“.
„Ein Kraftakt, der sich lohnt!“
Zukunftsweisend: Transformation der Lebens- und Wirtschaftsweise nach dem Cradle to Cradle-Prinzip. GÖTZIS, EGG, DORNBIRN In der Kategorie „innovative Unternehmen“ wurden der Dorfelektriker Mittelberger Götzis, die Firma Sutterlüty mit Sitz in Egg und die Mary Rose/ Paptex Textilhandels GmbH in DornbirnmitdemVN-Klimaschutzpreis 2020 ausgezeichnet. „Energie und Licht“ ist die Kernkompetenz der Firma Dorfelektriker Mittelberger GmbH Götzis, die sowohl die Verantwortung für Natur- und Klimaschutz sowie die Gesellschaft wahrnimmt. Durch Kooperationen mit Partnern eröffnet der Preisträger umfassende Angebote für seine Kunden und setzt dabei auf nachhaltige Produkte und erneuerbare Energie für maximale Energieeffizienz. Der Betrieb ist gemeinwohlzertifiziert und wurde mehrfach mit dem Ökoprofit-Preis ausgezeichnet. Wissen, Freude, Motivation und Kompetenz der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Der ausgezeichnete Lehrbetrieb war 2019 „bester Arbeitgeber“ und KMU-Preisträger. 2020–2021 ist der Dorfelektriker zudem als „familienfreundlicher Betrieb“ ausgewiesen. „Als Elektriker sind wir schon von Natur aus eng verbunden mit den Themen rund um die Energiewirtschaft, Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, betont Tim Mittelberger, Dorfelektriker Mittelberger GmbH Götzis. „Von der ersten eigenen Photovoltaikanlage 1997 bis zur Gemeinwohl-Zertifizierung 2019 haben wir einen nachhaltigen, ressourcenschonenden und innovativen Weg beschritten. Die Motivation dafür war stets, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Teilnahme am VN-Klimaschutzpreis hat uns geholfen zu analysieren, wo unsere Potenziale liegen. Die Auszeichnung bestärkt uns auf unserem Weg und legt gerade jetzt den Fokus auf ein Thema, das derzeit in den Medien zuwenig Beachtung findet.“
Globales Engagement Mit dem Sutterlüty-Projekt „10:0 fürs Klima“ kann sich jede(r) für ein Jahr klimaneutral stellen lassen. Der Projektpartner natureOffice pflanzt für jedes bei Sutterlüty erworbene 10:0-Paket 40 heimische Bäume in Togo/Westafrika und lässt damit auf 1000 Hektar Grund gemeinsam mit der Bevölkerung einen „essbaren“ Naturwald entstehen. Über den Projektzeitraum
von 30 Jahren werden diese 40 Bäume pro Paket 10 Tonnen CO2 kompensieren – jene Menge, die wir in Österreich durchschnittlich pro Person und Jahr verursachen. Natürlich wird der Wald auch danach weiter wachsen und weiterhin CO2 kompensieren. „Sutterlüty, als klimaneutrales Unternehmen und Gründungsmitglied des Klimaneutralitätsbündnisses 2025, hat mit dem Projekt ,10:0 fürs Klima‘
„10:0 ist ein sinnstiftendes Projekt, das soziale und gesellschaftliche Belange mit einbezieht.“ Jürgen Sutterlüty
eine einfache Lösung geschaffen, Kunden für ein Jahr klimaneutral zu stellen. So kann jeder etwas Gutes für die Umwelt und das Klima tun. Wir wollen den Anreiz geben, sich über seine eigenen CO2-Emissionen Gedanken zu machen, ohne bei jeder Konsumentscheidung gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Wir freuen uns sehr über den PARTNERSTATEMENT
Der nachhaltige Umgang mit Natur, Ressourcen und Lebensraum ist nicht nur Grundbedingung einer hohen Lebensqualität, so ndern stellt ein zentrales Kriterium für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg dar. Mit einer vorausschauenden und ambitionierten Umweltpolitik wird eine unverzichtbare Basis für die zukunftsfähige Entwicklung der gesamten Gesellschaft geschaffen. Es ist daher entscheidend, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um auf die zentralen Themen Umwelt- und Klimaschutz aufmerksam zu machen und die Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen zu fördern. Auch in unserem Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft ist das Thema fest verankert, denn als Multiplikator haben wir enormes Potenzial, in Vorarlberg vieles in diesen Themenbereichen zu bewirken.“ Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg
VN-Klimaschutzpreis in der Kategorie ,innovative Unternehmen‘ und hoffen damit mehr Aufmerksamkeit für unser Projekt 10:0 zu bekommen. Der Klimaschutzpreis als Plattform ist Impulsgeber, vernetzt Gleichgesinnte und unterstützt so Zukunftsprojekte im Sinne des Klimas und schlussendlich für uns alle“, so die Projektleiter Liselotte Schapmann und Christian Kerber. Jürgen Sutterlüty unterstreicht die Ganzheitlichkeit des Engagements: „Bisher konnten durch Sutterlüty-Kundenprojekte mehr als 100.000 Bäume in Togo gepflanzt werden. Insgesamt wurden seit 2016 übers Klimaneutralitätsbündnis und mit 10:0 mehr als 30.000 Tonnen CO2 kompensiert und um die 3000 Tonnen CO2 eingespart. Wir sehen dieses Engagement als sinnstiftendes Projekt, unsere Teammitglieder neben Klimaaktivitäten, auch in sozialen und gesellschaftlichen Belangen einzubinden. Wir handeln hier als verlängerter Arm einer großen Zahl von treuen Kunden, die uns bei diesem Engagement unterstützen.“
Schluss mit Schadstoffen! Kompostierbare Qualitätsstoffe sind das Ergebnis einer ganzheitlichen Unternehmenstransformation nach dem 4-Säulen-Prinzip. Ausschließlich positiver Impact vom Rohstoffanbau über den gesamten Produktionsprozess bis hin zu Recycling/Kompostierfähigkeit unter Berücksichtigung bzw. Einhaltung von Naturkreisläufen umfasst die Firmenphilosophie und aktive Unternehmenstransformation der Mary Rose/Paptex Textilhandels GmbH. Gründer und Geschäftsführer Stefan Grabher setzt mit seinem Team und der Heimtextilien- und Wohnaccessoires-Eigenmarke „Mary Rose“ auf das „4-Säulen-Prinzip der Nachhaltigkeit“, das unter anderem „Cradle to Cradle“ GOLD-Textilien beinhaltet. „Es gilt das Null-SchadstoffPrinzip von A–Z: Keine negativen Einflüsse während des gesamten Entstehungs- und Lebenszyklus der Ware“, erläutert Grabher im VNInterview. „Wir sind mit unseren C2C-Produkten/Lösungen bereits auf dem Markt und seit Jahren aktiv im gesamtheitlichen Transformationsprozess im globalen Kontext. Unsere Unternehmenstransformation nach dem ,4-Säulen-Prinzip‘
Stefan Grabher, Mary Rose/Paptex Textilhandels GmbH: „Die Transformation ist ein riesiger Kraftakt mit vielen Risiken und Unbekannten, aber am Ende wird es sich lohnen.“
Tim Mittelberger, Dorfelektriker Götzis: „Mit unserem innovativen, ressourcenschonenden Weg leisten wir unseren Klimaschutzbeitrag.“
ist eine enorme Herausforderung, da die Umstellung nicht nur Eigenmarkenprodukte wie Bettwäsche im Speziellen umfasst, sondern das Gesamtunternehmen – von internationalen Zulieferern bis zum Endverbraucher. Es geht nicht nur um die Optik, sondern alle Materialien im gesamten Prozess. Nicht nur der Rohstoff Baumwolle, sondern alle Teile – vom Knopf, übers Garn bis zum Reißverschluss – müssen neu gedacht werden.“
Vertrauen durch Transparenz „Wir müssen durchgängig durch Transparenz Vertrauen vermitteln“, betont Grabher. „90 Prozent unserer Partner sind inzwischen Fair Wear auditiert oder zumindest unter Monitoring und 60 Prozent unseres Baumwollsortiments ist bereits GOTS-zertifiziert. Die bisher am Markt angewendeten Konzepte beinhalten oftmals sehr viele Probleme. Wie zum Beispiel, dass sich während der Verwendung
des Produktes beim Waschen Mikroplastik herauslöst und in den Wasserhaushalt gelangt. Beim Recycling werden gute Produkte mit schlechten Produkten vermischt, der Lebenszyklus wird zwar verlängert, aber die Schadstoffproblematik am Ende des Lebenszyklus wird nicht beseitigt. Und das sind nur ein Teil der Probleme, die sich aus der Nutzung von konventionellen Textilien ergeben. Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden einer Gesinnung Rechnung tragen, die nicht nur wertvolle Qualitätsprodukte in schönem Design schafft, sondern in Naturkreisläufen und einem intakten Ökosystem etwa kompostierbare Nährstoffe ergibt, aus denen man wieder neue ,Bäume‘ pflanzen kann. Es geht darum, aus negativen positive Effekte zu machen. Das gilt selbstverständlich einhergehend auch für den sozialen Bereich: Wir tragen unseren Teil bei, indem wir an Themen wie Fairness für unsere Produktionsmitarbeiter in den unterschiedlichsten Ländern sowie Stärkung ihrer Rechte und den Erhalt eines existenzsichernden Lohnes arbeiten. Wo kein Negativ-Input, da auch kein Negativ-Output!“ Infos: www.maryrose.at, www. sutterluety.at, www.natureoffice. com/10zu0, www.dorfelektriker. at, www.conceptlicht.net
JURYBEGRÜNDUNG
Stefan Grabher stellt die ganzheitliche Unternehmenstransformation seiner Mary Rose und Paptex Textilhandels GmbH global agierend auf „vier Säulen der Nachhaltigkeit“ nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip.
Nach der Mitgründung des Klimaneutralitätsbündnisses Vorarlberg heißt das aktuelle Klimaschutzprojekt vom Egger Unternehmen Sutterlüty „10:0 fürs Klima“, das allen Kunden ein klimaneutrales Jahr ermöglicht.
Die Dorfelektriker Mittelberger GmbH überzeugt mit einem ganzheitlich ressourcenschonenden Gesamtkonzept, nachhaltigen Produkten, Kooperationen, Gemeinwohlbilanz sowie Ökoprofit-Auszeichnung.
10 VN-Klimaschutzpreis 2020
Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
VN-INTERVIEW. Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler (58)
„Betriebe sind Innovationsträger“
Ökologisierung in Vorarlberg mit Hausverstand, Realismus und Vernunft für „den richtigen Hebel“. Vorarlberger Unternehmen haben das „Zieldreieck“ Ökologie, Gesellschaft und Wettbewerbsfähigkeit sehr früh erkannt, was im breit angelegten Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft definiert wurde. Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler nennt im VN-Interview Best-Practice-Beispiele und zeigt auf, wie gemeinsam ein nachhaltiger Weg in die Zukunft eingeschlagen werden kann. DORNBIRN
Wie sieht ein ökologisch-soziales Konjunkturpaket nach Corona aus? METZLER Was wir brauchen, ist ein technologieoffener Zugang, der viele Dinge erst ermöglicht. Außerdem konsequente Investitionen und Unterstützungen in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz und eine proaktive Beteiligung und Mitarbeit vonseiten der gesamten Wirtschaft, zum Beispiel bei der Energieautonomie Vorarlberg oder in Gesetzgebungsverfahren. Die Devise lautet: Alles was hilft, ist auch zu tun. Wir dürfen nicht ausschließlich in Effizienz denken, sondern auch in Effektivität: Jede eingesparte Kilowattstunde und jedes eingesparte Kilo CO2 hilft uns hier. Es ist daher vor allem auch wichtig, dass einzelne Branchen nicht vom Thema ausgenommen werden, sondern dass wir alle gemeinsam an Innovationen arbeiten – für das große Ganze. Welche Rahmenbedingungen muss die Politik schaffen?
Die Rahmenbedingungen müssen vielmehr als gesamteuropäisches, ja globales Thema verstanden werden: In Vorarlberg gilt es mit Hausverstand, Realismus und Vernunft zu agieren. Bitte nicht falsch verstehen, wir müssen und wollen hier durchaus ambitioniert sein. Aber mit einem rein ideologischen Zugang, in dem politische Ziele formuliert werden, aber niemand weiß, wie man dort hinkommt, ist niemandem geholfen. Das erwarte ich mir auch seitens der Bundesregierung in Richtung europäische Ebene. Wir müssen realistisch betrachten, wo wir einen Hebel haben. Als kleines Bundesland mit nur rund zwei bis drei Prozent der nationalen Emissionen – und einem Globalanteil von METZLER
nur 0,006 Prozent, den man sich einmal ganz bewusst vor Augen führen muss – können wir über die alleinige Reduktion des CO2-Ausstoßes keine große Effektivität entfalten. Und genau deshalb ist der Austausch und die Erarbeitung von Zielen und Konzepten gemeinsam mit der Wirtschaft so wichtig. Vorarlberg hat viel Know-how und unzählige Betriebe im GreenTech-Bereich und kann eine führende Rolle beim Technologietransfer einnehmen. Dafür muss der Standort aber abgesichert sein. Es braucht Planungs- und Rechtssicherheit sowie Anreize für unternehmerisches Engagement. Wir dürfen uns selbst nicht die Spielräume nehmen, in denen diese Innovationen vorangetrieben werden.
„Vorarlberger Betriebe nehmen in Sachen Ressourcen und Effizienz eine Vorreiterrolle ein.“ Hans Peter Metzler Wirtschaftskammerpräsident
Welche Zukunftsbetätigungsfelder und neue Jobs werden sich auftun? METZLER Es gibt hier in Vorarlberg unzählige Best-Practice-Beispiele. Nehmen wir zum Beispiel BERTSCHenergy mit ihrem Biomasseheizkraftwerk und den Abhitzeanlagen. Dann gibt es pratopac, wo auf Photovoltaik und Erdwärme
gesetzt wird, oder ALPLA mit dem ersten klimaneutralen Regranulat, einer absoluten Weltneuheit. Das sind Innovationsträger. Man kann einen bestimmten Bereich gar nicht hervorheben, da ja überall unglaublich viel passiert. Nachhaltige Baustoffe und Materialien, Gebäude-, Umwelt- und Energietechnik, die Etablierung regionaler Kreisläufe, die Erarbeitung wirtschaftseigener Innovationsplattformen und vieles mehr. Damit geht natürlich auch eine Vielzahl an neuen Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten einher. Wie genau diese dann aussehen, wird sich zeigen. Wie kann Vorarlberg Modellregion im globalen Kontext werden? METZLER Die Vorarlberger Betriebe nehmen im Umgang mit Ressourcen und in Sachen Effizienz österreichweit eine absolute Vorreiterrolle ein. Sie haben das „Zieldreieck“ Ökologie, Gesellschaft und Wettbewerbsfähigkeit bereits sehr früh erkannt. Das ist ein Ziel, das auch im Rahmen unseres breit angelegten Strategieprozesses Dis. Kurs Zukunft definiert wurde. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg und zeigen schon heute, dass die Kleinheit des Landes und die kurzen Wege Kooperationen vereinfachen: Sowohl bei Technologien als auch bei regionalen Kreisläufen sehe ich viel Potenzial für Vorarlberg. Auch wir selbst wollen ja mit gutem Beispiel vorangehen und sind seit heuer Ökoprofit-zertifi-
Betretungsverbot Contact-Tracing Corona-Ampelsystem Entgeltfortzahlung Härtefall-Fonds Hilfs-Fonds Homeoffice Investitionsprämie Kontaktperson Kreditgarantien und Haftungen
CORONA-INFOPOINT FÜR UNTERNEHMEN Laufende Updates und umfassende Service-Angebote für von Covid-19 betroffene Betriebe wko.at/corona INFO-Hotline: +43 5522/305 77 55
info-corona@wkv.at
wko.at/corona
ziert. Zudem sparen wir mit unserer Photovoltaikanlage am Dach des WIFI-Standorts in Dornbirn und der zusätzlichen Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Fernwärme jede Menge CO2 ein. Wie erreichen wir „Kreislaufwirtschaft“? METZLER Wenn Vorarlberg in konkreten Umwelttechnologien und mit Leuchtturmprojekten in der Kreislaufwirtschaft eine führende Rolle einnehmen will, geht es um die Frage, wie der Kompetenzaufbau in der Breite und Spitze konsequent gefördert werden kann. Im Rahmen einer Stiftungsprofessur der illwerke vkw an der FH Vorarlberg werden die Themen Energietechnik, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger intensiv und gemeinsam mit den Betrieben bearbeitet. Dadurch werden nachhaltige Umweltund Energietechnologien auf wissenschaftlicher Ebene am Standort Vorarlberg forciert. Mit dem European Energy Manager (EUREM) wird etwa ein Hochschullehrgang auf Initiative der Vorarlberger Landesregierung in Kooperation mit den Wirtschaftskammern Vorarlberg und Österreich, illwerke vkw, dem Energieinstitut Vorarlberg, der FH Vorarlberg und Schloss Hofen angeboten. Der WIFI-Kurs „Nachhaltigkeitsmanagement“ vermittelt zudem wesentliche Hintergründe, Konzepte und praktische Ansatzpunkte des Nachhaltigkeitsmanagements.
Kurzarbeit Lockdown Liquidität Neustartbonus Quarantäne Stundungen von Steuern und Abgaben Umsatzersatz Unterstützungsfonds ....
ick! l b r e b den Ü e i S n e Behalt stützen Sie! ter Wir un 77 55 5 0 3 / 2 2 +43 55
S o r timent : Österreich-Warenkorb Test : 09 - 2020 Note: S ehr g ut
TE STS I E G E R
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
Re:Post – alte Uniformen neu erfunden Im Rahmen eines Recyclingprojekts und in Zusammenarbeit mit Nachwuchsdesigner(inne)n beschert die Post ihren ausgemusterten Uniformen ein zweites Leben. Seit die 12.000 Post-Mitarbeiter(innen) in Zustellung, Filialnetz und Transportlogistik die neue, von Marina Hoermanseder entworfene Dienstkleidung tragen, stellt sich die Frage: Was tun mit den alten, ausgemusterten Textilien, die noch nicht am Ende ihres Lebenszyklus sind? Die Post versucht diese Frage mit dem Re- und Upcycling-Projekt „Re:Post“ zu beantworten. „Bestimmt wäre es die einfachste Lösung, die ausgemusterten Uniformen zu entsorgen. Wir denken aber in Kreisläufen und möchten nichts unversucht lassen, um sinnvolle Möglichkeiten zur Weiterverwendung der Materialien zu
Hundeleinen und -halsbänder aus ausgemusterten Krawatten.
identifizieren und zu nutzen“, so Daniel-Sebastian Mühlbach, Leitung CSR & Umweltmanagement bei der Österreichischen Post. Die Denkanstöße, die sich daraus ergeben haben, will die Post in Zusammenarbeit mit Werkstätten, die sich um die Beschäftigung von Menschen mit Unterstützungsbedarf bemühen, zur Serienreife bringen. Recycle, Restyle, Reuse – Re:Post Im Rahmen der Initiative Re:Post erforschten Nachwuchsdesigner(innen) unterschiedlicher Disziplinen neue Optionen, um die Materialien der ausgemusterten Post-Uniformen in die Zukunft zu tragen. In einem Labor entwickelten 20 Studierende gemeinsam mit Industrie- und Textildesignerin Lisa Klingersberger Ideen für neue Kleidungsstücke, Accessoires und andere Gebrauchsgegenstände. Ihre Entwürfe präsentierten
Kissen und Polster entstanden aus einem T-Shirt.
Die Studierenden fanden kreative Lösungen für die ausgemusterten Uniformen, z. B. den Jumpin-Schlafjack.
Aus einem Hemd wurde ein nachhaltiges Wachstuch für Obst und Gemüse hergestellt.
ES STECKT VIEL GRÜN IM GELB. CO2 neutrale Logistik für unser Klima. post.at/co2neutral
Da unsere Umwelt wirklich wichtig ist, beziehen wir nur „grünen“ Strom aus Österreich, haben die größte E-Fahrzeugflotte Österreichs und produzieren mit unseren eigenen Photovoltaikanlagen selbst Energie. Darum sind wir das einzige Logistikunternehmen, das alle Sendungen in Österreich CO2 neutral zustellt. Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.
Softshelljacken wurden zu praktischen Laptoptaschen.
Fotos: Österreichische Post AG
die Studierenden einer Jury, die entschied, welche Prototypen im Anschluss in einem viertägigen Nachbearbeitungslabor weiterentwickelt wurden. Gestaltet und designt wurden u. a. Taschen, Autositzüberzüge sowie Hundeleinen, die für die Serienreife in Frage kommen. „Unserer Verantwortung als Big Player gegenüber nachfolgenden Generationen begegnen wir mit der Kraft der Erneuerung. Als Traditionsunternehmen glauben wir fest an die Kreislaufwirtschaft und beweisen mit Re:Post, dass sie machbar ist. Jetzt freuen wir uns darauf, die nächsten Schritte in der Serienfertigung der Designs zu setzen“, zeigt sich Mühlbach optimistisch. ANZEIGE
VN-Klimaschutzpreis 2020 13
Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten
GEMEINDEN UND ÖFFENTLICHKEIT
Die Welt im Wandel
Preisträger sind Isabella Moosbrugger, Bezau, die Bregenzer Kulturabteilung und die Stadt Hohenems. BEZAU, BREGENZ, HOHENEMS „Das
Projekt ,VN-Klimaschutzpreis‘ zeigt Initiativen auf, die von höchster Wichtigkeit sind, weil es um das Wohl aller geht, vom kleinsten Insekt bis zu uns Menschen. Die Vielseitigkeit der Projekte veranschaulicht zukunftsweisende Beispiele, die zum Nachahmen motivieren“, freut sich Isabella Moosbrugger, Obfrau des Vereins „Gartenfreunde Reuthe Bezau“, über die Auszeichnung. „Unser Verein verfolgt das Ziel, die Gartenkultur wieder zu erlernen, beginnend im Schulgarten mit Volksschulkindern, wo vom Frühjahr bis zum Herbst jede Woche gemeinsam gegärtnert wird. Es gibt 40 Beete, zehn Blühstreifen, eine Kräutersonne und das Naschgarten-Labyrinth. Die Mittelschule und der Kindergarten sind selbstverständlich auch mit dabei“, erläutert Isabella Moosbrugger ihren Beitrag zur Bewusstseinsbildung, der den Kindern sichtlich Spaß macht. Der Bahnhofsgarten Bezau, der Gemeinschaftsgarten „Gemüse ohne Kilometer“ und der Erdkeller bilden die drei Säulen des Vereins. „Das Gemüse, das wir normalerweise kaufen und essen, hat meist zu weite Transportwege und schlechte Produktionsbedingungen mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Düngemitteln versetzt. Das verursacht eine nicht vertretbare Umweltbelastung. Importgemüse wird oft zu nicht akzeptablen Arbeitsbedingungen kultiviert. Wir wollen unser Gemüse selbst anbauen. Alt und Jung gärtnern miteinander, so schaffen wir eine lebendige Verbindung zwischen Menschen und ein Gemeinschaftsleben findet statt. Gartenspaß hat mit Genuss zu tun und der Erfolg steigert die mentale Gesundheit – wir schöpfen aus Mutter Erde Energie für Körper, Geist und Seele. Der Garten ist für uns ein Paradies und wir können unverfälschte Lebensmittel frisch auf den Tisch bringen. Unser Erdkeller ist eine Anschaffung auf weitere Generationen hinaus, er ist einfach wunderbar, hier kann das Gemüse und Obst auf natürlich Art ohne Energieaufwand gelagert werden.“
Ausstellung „Global Shift“ Die Kulturabteilung der Stadt Bregenz zeigt derzeit und bis 30. April 2021 im Magazin 4 die einzigartige Ausstellung „Global Shift – Die Welt im Wandel“, für die sie den VN-Klimaschutzpreis 2020 erhält. Hier gelang es mit dem Projektpartner Ars Electronica Solutions zum zweiten Mal, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen, die den Puls der Zeit trifft. In intensiver Zusammenarbeit und im Austausch der städtischen Abteilungen Soziales und Gesellschaft, Umwelt und Stadtgärtnerei, mit dem Land Vorarlberg und weiteren Partnern wie der inatura, dem Klimabündnis Vorarlberg und KlimaVOR widmen sich die Ausstellung und das dazugehörige Begleitprogramm den wichtigsten Themen unserer Zeit: Klimawandel, Ressourcenknappheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Konsum, Energieef-
Bahnhofs- und Gemeinschaftsgarten sowie der natürliche Erdkeller sind die Säulen des Vereins „Gartenfreunde Reuthe Bezau“ - Obfrau Isabella Moosbrugger ist mit den Kindergärtlern, den Volks- und Mittelschulkindern mit viel Spaß am Gärtnern.
fizienz, Globalisierung und das gesellschaftliche Zusammenleben. Dabei stellt die langjährige Kooperation der Ars Electronica Solutions mit dem Europäischen Weltraumforschungsinstitut (Zentrale der ESA für Erdbeobachtungsmissionen) sicher, dass mithilfe von Satellitenbildern und neuen Ansichten der Erde einzigartige Perspektiven des Klimawandels aufgezeigt werden können. Auch die Nebenaspekte der COVID-19-Pandemie sowie außergewöhnliche Einblicke auf die menschliche Beeinflussung unseres Planeten sind dadurch gegeben. Kultur als verbindendes Ele-
ment für Bildung, Innovation, neue Technologien, Umwelt und Nachhaltigkeit, das ist ein Schwerpunkt der neuen interaktiven Präsentation „Global Shift – Die Welt im Wandel“. Dabei versteht sich Kultur als querschnittorientierte städtische Gesamtkonzeption, getragen von einer gemeinsamen Verantwortung in Bregenz. Ein wichtiger Aspekt dieser Präsentation ist es, durch konkrete Ansätze der Zusammenführung der verschiedenen Bereiche und Ressorts neben globalen Gegebenheiten, insbesondere die regionalen Klimaphänomene in und um Vorarlberg, zu präsentie-
Preisträger Kulturabteilung Bregenz: Florian Guggenberger, StR. Mag. Michael Rauth, Marion Pfeiffer, Leiterin Mag. Jutta Dieing.
Renaturierung Hochmoor Hohenems: Bgm. Dieter Egger, MSc Saskia Amann (Natur- und Klimaschutz) und StR. Gerhard Stoppel (Abfall und Umwelt).
ren. „Das Team der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz bedankt sich sehr herzlich für den VN-Klimaschutzpreis 2020“, sagt die Leiterin der Kulturabteilung Bregenz, Mag. Jutta Dieing. „Unser Ziel ist, mit abwechslungsreichen interaktiven Stationen, die Informationen zum voranschreitenden Klimawandel spannend und verständlich zu vermitteln. Der VNKlimaschutzpreis 2020 unterstützt uns in unserem Engagement, denn nachhaltige Entwicklung ist eine kulturelle Herausforderung.“
Renaturierung Hochmoor Die Renaturierung des Spirkenhochmoor Schollenschopf zeichnet Hohenems aus: Das Hochmoor ist seit 2000 ein örtliches Schutzgebiet im Gemeindegebiet. In der Vergangenheit wurden Entwässerungsgräben quer durch das gesamte Moor gegraben, um Torf zu gewinnen. Moore sind enorme CO2-Speicher. Durch solche Entwässerungen werden große Mengen an dem gespeichertem Kohlenstoff freigesetzt. Durch die großangelegte Renaturierungsmaßnahme soll das Moor wieder in einen stabilen natürlichen Zustand gebracht, der Wasserhaushalt stabilisiert und somit der CO2Ausstoß eingedämmt werden. Es bietet zudem zahlreichen speziellen Pflanzen und Tieren einen besonderen Lebensraum. Infotafeln am Besucherweg Im Zuge der Renaturierungsarbeiten wurde auch ein frei zugänglicher Besuchersteg angelegt. Das eigentliche Schutzgebiet soll so für alle (er) lebbar werden, ohne es durch Tritte zu beschädigen. Der Steg dient auch als Informationsplattform und informiert mit Schildern über das sensible Projekt. Ein fünfjähriges Monitoring in Kooperation mit der
inatura soll die Entwicklungen des Moores sichtbar machen und in einem jährlichen Bericht festgehalten werden. „Für uns Hohenemser ist das Spirkenhochmoor eine wahre Besonderheit und wir sind sehr stolz darauf, dieses Naturjuwel durch diese großangelegte Renaturierungsmaßnahme noch länger erhalten zu können“, sagt MSc Saskia Amann, zuständig für Natur- und Klimaschutz der Stadt Hohenems. „Durch die Prämierung mit dem VN-Klimaschutzpreis werden wir noch einmal darin bestätigt, dass wir das Richtige tun. Er führt einmal mehr die Notwenigkeit des Klimaschutzes vor Augen und ist die ideale Möglichkeit, seine eigenen zukunftsweisenden Projekte mit anderen zu teilen. Wir hoffen, dass wir in Hohenems einen weiteren wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben – damit Vorarlberg das Bundesland der Moore bleibt.“ Infos: www.hohenems.at, www.bregenz.at, www.ogv.at, www.regio-v.at
PARTNERSTATEMENT
Wer sich heute schon darüber Gedanken macht, wie die Welt morgen oder übermorgen aussieht und wie man ein Unternehmen daher gestalten muss, damit es seine Aufgaben langfristig erfüllen kann, ist auch ein verantwortungsvoller Unternehmer. Wir setzen daher schon seit Jahren auf Grünstrom aus Österreich, bauen den größten E-Fuhrpark weiter aus und sind bereits seit 2011 CO2-neutral unterwegs. Wir wollen aber auch mithelfen, die Gesellschaft zu sensibilisieren. Daher unterstützen wir schon seit vielen Jahren den VN-Klimaschutzpreis. DI Dr. Georg Pölzl,Generaldirektor Post AG
JURYBEGRÜNDUNG
„Gartenfreunde Reuthe Bezau“-Obfrau Isabella Moosbrugger sorgt mit Schulgarten und VS-Kindern, dem Gemeinschaftsgarten und dem Erdkeller für Natur- und Klimaschutz mit und für „Körper, Geist und Seele“.
Die Bregenzer Kulturabteilung widmet sich mit der Themenausstellung „Global Shift – Die Welt im Wandel“ vorbildlich der Bewusstseinsbildung zu Kreisläufen im Ökosystem: Regional im globalen Kontext.
Die Stadt Hohenems renaturiert das Spirkenhochmoor Schollenschopf, erhält damit den wertvollen CO2-Speicher, stabilisiert den Wasserhaushalt und bietet einer Pflanzenund Tiervielfalt ihren Lebensraum.
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Samstag/Sonntag, 21./22. November 2020 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
Regionalität ist aktiver Klimaschutz Was oft in jahrelangen Diskussionen nur langsam vorangeht, wird manchmal durch ein unvorhergesehenes Ereignis plötzlich zum wichtigen Thema.
So zeigte sich durch die Covid19-Pandemie, wie viel den Menschen ein funktionierendes Gesundheitswesen oder eine gesicherte regionale Lebensmittelversorgung bedeutet. Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln stieg enorm an und unsere Bauern konnten liefern. Diese verstärkte Nachfrage sichert nicht nur die heimische Lebensmittelversorgung, sondern leistet auch einen großen Beitrag zu den ambitionierten Klimazielen des Landes. Jeder nicht gefahrene Kilometer trägt dazu bei und sichert zudem Arbeitsplätze in der Region. Eine Winwin-Situation für alle. „Das isst Österreich“ Die im Sommer bundesweit gestartete Initiative „Das isst Österreich – Schau auf regionale Qualität“ schafft mehr Be-
Josef Moosbrugger Präsident der Landwirtschaftskammer
Jeder Griff zu einem Produkt aus der Region ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und ein Bekenntnis zur regionalen Landwirtschaft.
Die Bedeutung regionaler Lebensmittel hat in der Covidkrise deutlich zugenommen. wusstsein für bäuerliche Qualität aus der Region und zeigt zusätzlich die wirtschaftlichen Aspekte auf. Eine von der Universität für Bodenkultur erstellte Studie bestätigt das. „Kaufen wir nur ein Prozent mehr heimische Produkte, so schaffen wir bereits 3.100 neue Arbeitsplätze“, zitiert LK-Präsident Josef Moosbrugger aus der aktuellen Studie der Boku zur Wertschöpfungskette von Agrargütern und weiter: „So könnten lokale landwirtschaftliche Betriebe gesichert und die regionale Wertschöpfung weiter gesteigert werden. Lebenswerte Regionen in Österreich
werden somit gefördert und ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet.“ Landesweite Initiativen Verschiedene Initiativen von Seiten der Landwirtschaftskammer und des Landes tragen ebenfalls dazu bei. Dazu gehören z. B. die Aktivitäten der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH, welche Partnerschaften im Ländle Gütesiegel Programm forciert und ein breites Spektrum an Dienstleistungen wie Marketingleistungen und Vernetzung von Absatzkanälen in 19 Gütesiegelprogrammen anbietet.
„Guats vo do“ Mit der Initiative „Guats vo do“ wurde im Frühjahr ein Zustellservice für regionale Lebensmittelpakete eingerichtet, der sehr gut angenommen wurde. Insgesamt gibt es im Ländle vier bäuerliche Anbieter von Lebensmittelkisten, die ganz bequem übers Internet bestellt werden können. Regionalität in aller Munde Mit dem Beschluss der Landesregierung im März 2020 „Regionalität in aller Munde!“ wurden erstmalig verpflichtende Prozentsätze vorgeschrieben, die dazu motivieren sollen,
Fotos: Land Vorarlberg/Serra
vermehrt regionale Lebensmittel in Landes-(nahen) Küchen einzusetzen. Zusätzlich werden mit dem im Jahr 2017 initiierten und zwischenzeitlich gut eingeführten Projekt „Vorarlberg am Teller“ vorbildliche Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen ausgezeichnet und vor den Vorhang geholt. „All diese Initiativen stärken die regionale Lebensmittelversorgung, erhalten unsere Kulturlandschaften und sind ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“, bringt Moosbrugger die Ziele der verschiedenen Kampagnen auf einen Nenner. ANZEIGE
Daten & Fakten Die folgenden Betriebe aus Vorarlberg liefern „Genuss vom Bauernhof“ frisch vom Feld bis zur Haustür: Familie Fessler, Sulz laendle.gemuesekiste.at Vetterhof, Lustenau www.vetterhof.at/ gemuesekiste.html Lisilis Hof, Meiningen www.lisilis.at/bio-kiste/info Guats vo do www.guatsvodo.at
Klimaschutz schafft Arbeitsplätze
358.396 Menschen waren Ende Oktober in Österreich auf Jobsuche. In Vorarlberg waren es 13.262 Menschen, die beim AMS als arbeitslos vorgemerkt waren.
rund 10.000 zusätzliche Jobs. Die Bereiche Ökoenergie, nachhaltige Bauwirtschaft und Umwelttechnikindustrie boomen, und werden in Zukunft weiter wachsen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs (v. a. der Bahninfrastruktur) und Naturschutz (Wiederherstellung von Ökosystemen, Gewässerschutz oder Waldsanierung) lösen Investitionen aus und schaffen sichere Arbeitsplätze in der Region. „Wir müssen einen nachhaltigen Weg aus der Krise einschlagen. Investieren wir in die Energiewende, in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, in die Sanierung von Gebäuden und den Austausch von Ölkessel – schaffen wir Arbeitsplätze, die das Klima schützen. Und treten wir so mutig gegen die Arbeitsmarktkrise und die Klimakrise gleichzeitig an!“
Viele Branchen kämpfen seit dem zweiten Corona-Lockdown ums Überleben. Es herrscht Einigkeit, dass die öffentliche Hand jetzt investieren muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Aber welche Investitionen haben den größten Mehrwert und wirken langfristig? Schaffen Arbeitsplätze, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, steigern die Wertschöpfung und schützen das Klima? Wirtschaftsmotor Für Vahide Aydın, Grüne Sprecherin für Arbeit und Beschäftigung, ist die Antwort klar: „Klimaschutz ist das beste Konjunkturprogramm – das sagen wir Grüne, das sagt auch das WIFO. Klimaschutz ist keine Frage der Ideologie, sondern logischer Schritt hin zu einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft“, verweist sie auf eine aktuelle Studie des Österreichischen Wirtschafts-
LAbg. Vahide Aydın Grüne Sprecherin für Arbeit
Umweltfreundliche Technologien und entsprechende Green Jobs sind die Zukunft!
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Daten & Fakten
Mit dem Natur- und Klimaschutz als Konjunkturpaket können in Vorarlberg 10.000 neue Green Jobs geschaffen werden. forschungsinstituts. Vor allem der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, der Umstieg auf erneuerbare Energieträger, Gebäudesanierung und die Steigerung der Kapazität des Stromnetzes sind laut Studie Maßnahmen, die sowohl der Wirtschaft als auch den Menschen und der Umwelt nützen. E-Wende rentiert sich Umweltfreundliche Technologien schaffen Jobs: „Sogenann-
te Green Jobs sind die Zukunft“, betont Aydın und unterstreicht das Potenzial, das im Energiesektor liegt. Die Energiewende ist nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine Chance für die heimische Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Laut aktueller Studie des Energieinstituts der Johannes Kepler Universität Linz könnte mit einer breiten Umstellung auf erneuerbare Energie bis zu 100.000 Arbeits-
plätze pro Jahr neu geschaffen werden. Bei jährlichen Investitionen von 4,5 Milliarden Euro würde in weiterer Folge das BIP pro Jahr durchschnittlich um 9,8 Milliarden Euro wachsen. „Die Energiewende wird sich rentieren – und zwar ökonomisch und ökologisch“, ist Aydın überzeugt. Die Umstellung auf erneuerbare Energien aus Sonne, Biomasse, Umgebungs- und Abwärme, Wasser und Wind und deren lokale
Fotos: Grüne
Nutzung führt dazu, dass die Energieversorgung kleinteiliger wird. Das sorgt nicht nur bei den Unternehmen, die direkt im Energiesektor arbeiten, für einen Aufschwung, sondern schafft vielfältige regionale Handwerksarbeitsplätze. 10.000 Green Jobs in V Mit konsequenten Investitionen in den Klimaschutz schaffen wir in Vorarlberg in den nächsten zehn Jahren
GREEN JOBS sind Arbeitsplätze, die bei der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Zum Beispiel zählt die österreichische Umwelttechnikindustrie zu den innovativsten Märkten der Welt. Sie erzielte bereits 2015 in Österreich einen Anteil von 9,3 % am BIP und beinhaltet viele spezialisierte Fachbereiche rund um erneuerbare Energien, Abfall- und Stoffstromwirtschaft, Luftreinhaltung, Wasser und Abwasser oder Green Big Data.
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LANDWIRTSCHAFTLICHE VIELFALT
Das intakte Ökosystem im Fokus
Preisträger sind der Martinshof in Buch, Leo’s Permakulturhof Hittisau und der Yak Halden Hof Lochau. BUCH/HITTISAU/LOCHAU „Die Erde ist ein komplexes Ökosystem, das nachweislich durch den Menschen ins Wanken gerät. Die Tier- und Pflanzenwelt verändert sich. Die Landwirtschaft ist davon sehr stark betroffen und deshalb besonders gefordert. Für uns als Martinshof ist der Auftrag klar und unmissverständlich: gerade regional erzeugte Lebensmittel müssen ressourcenschonend und klimafreundlich hergestellt sein“, betonen Claudia und Bertram Martin. „Daher vermeiden und reduzieren wir den Ausstoß von CO2 durch eine Vielzahl an Maßnahmen: Seit über 15 Jahren erzeugen wir den gesamten thermischen Energiebedarf CO2-neutral mittels Hackschnitzel. Den Rohstoff dafür liefern die Bauern aus unserer Gemeinde. Der gesamte elektrische Energiebedarf wird mit Ökostrom abgedeckt. Rechnerisch wird dieser in der betriebseigenen „120 KWp“Photovoltaikanlage produziert. Alle Martinshof-Produkte werden ausschließlich in FSC-zertifizierte Verpackungen eingepackt. Martinshof-Teigwaren sind statt im Plastikbeutel in Zellulose verpackt.“
Kooperationsprojekte „Bei unseren Kooperationsprojekten legen wir größten Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, sagt Familie Martin. „So kommen bei unseren 60 Partnerbauern im Getreideanbau keine Pestizide, Wachstumsregulatoren und auch kein Kunstdünger zum Einsatz. Auf sämtlichen Dächern unserer Partnerbauern im Eierbereich sind Photovoltaikanlagen installiert. Unsere Weiderinder stehen nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung. Sie fressen Gras, Heu und werden gealpt – kein Soja, kein Mais, kein Getreide! Wir haben mit der Zertifizierungsfirma ,nature office‘ den gesamten CO2-Fußabdruck unseres Betriebes und auch all unserer Produkte vom Acker bis auf den Teller erhoben. Durch die gesetzten Maßnahmen haben wir in vielen Bereichen große Verbesserungen erzielt. Jenen CO2-Ausstoß, den wir bisher noch nicht vermeiden können, etwa in der Logistik, haben wir durch hochwertige Zertifikate kompensiert. Daher ist der Martinshof zu 100% klimaneutral.“ Prinzipien der Permakultur „Wir Menschen können nie gesünder sein, als die Pflanzen und Tiere, von denen wir unsere Nahrung beziehen“, sagt Biopionier Dr. Hans Peter Rusch, dessen Worte sich Permakulturist Leo Simma mit Familie zu Herzen genommen hat. Sonja, David und Leo betreiben seit 2007 ihren zwei Hektar großen Permakulturhof in Hittisau und gehen neue Wege. Es begann mit einem 150 Quadratmeter großen Gemüse- und Kräutergarten sowie 30 Obstbäumen. Nach Weiterbildungskursen beim Permakulturpionier Sepp Brunner wurde der Anbau erweitert. „Derzeit produzieren wir im 120 Quadratmeter großen Bauerngarten und einem 1200 Quadratmeter gro-
Familie Martin, Martinshof Buch: „Gerade regional erzeugte Lebensmittel müssen ressourcenschonend und klimafreundlich hergestellt werden.“
ßen Projektgarten verschiedenste Gemüse- und Salatkulturen, auf dem 1500 Quadratmeter-Acker wachsen Knoblauch, Getreide, Kartoffeln, Kürbis u. v. a. Sechs Permanentgartenbeete runden das vielfältige Angebot ab“, informiert Leo. David ist ausgebildeter Baumwärter und betreut die über 100 Obstbäume und eine große Anzahl von verschiedenen Beerensträuchern. Sonja ist Kräuterpädagogin und konzentriert sich auf den Anbau von Kräutern und deren Verarbeitung zu verschiedenen Teemischungen, Salben, Tinkturen, Kräutersalzen, Pestos
usw. Jungpflanzen werden mit biologischem Saatgut, hofeigener Erde und eigenem Kompost gezogen. Geerntet, verarbeitet und veredelt, dienen die gesunden Lebensmittel der Selbstversorgung, der Bestückung des Hofladens und dem Verkauf auf lokalen Märkten. Organische Abfälle werden durch gelenkte Heißkompostierung zu hochwertigem Kompost. „So erhöhen wir die Bodenfruchtbarkeit. Gesunder Boden = gesunde Pflanzen = gesunde Menschen“, bringt es Leo auf den Punkt: „Wir wirtschaften nach den Grundprinzipien der Permakultur,
entwickeln uns stetig weiter – gerne mit allen Interessierten gemeinsam in unserem Lern- und Schauraum. Unser gesammeltes Wissen geben wir in Form von Kursen, Vorträgen und Seminaren weiter. Besonderes Augenmerk legen wir auf Kinder und Jugendliche, indem wir Schulklassen einladen, um ihnen das Bewusstsein für die Natur und ihre Kreisläufe sowie die Entstehung regionaler Lebensmittel näherzubringen. Unser Bestreben: gesunde und unverfälschte Lebensmittelerzeugung, ohne Kilometer im Dorf fürs Dorf, mehr Selbstversorgung und Selbstbestimmung, Erhalt
Naturkreislaufwirtschaft, Tierwohl sowie Verwertung „from nose to tail“ sind für Familie Hotz-Diem Selbstverständlichkeit. Jessica und Lukas mit ihren Tieren und unter Obstbäumen auf dem Yak Halden Hof in Lochau.
Leo Simma mit Sonja, David und Marc auf ihrem Permakulturhof Hittisau. Das Garten Eden-Projekt brachte die Permakultur-Prinzipien auch nach Äthiopien - Bischof Abraham Desta besuchte den Hof im Bregenzerwald.
der Arten- und Sortenvielfalt, für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, ein gutes und freudvolles Leben, Freiheit, Lösungen für alle und Bewusstseinsbildung. Wir wollen Teil der Lösung sein: regional im globalen Kontext, siehe ,Garten Eden‘Projekt.“
Tierwohl ist Klimaschutz In Naturkreislauf-Bewirtschaftung gibt es auf dem Lochauer Yak Halden Hof der Familie Hotz-Diem natürlich-gesunde tierische und pflanzliche Produkte für bewusste Konsumenten: „Auf unserem Hof halten wir Yaks, die wir vor allem zur Fleischproduktion nutzen. Aber auch Knochen, Innereien, Fell und Hörner werden – ganz im Sinne der Gesamtverwertung – verwendet. Hühner, Gänse und Strauße tragen zur Vielfalt des Hofes bei und liefern Eier. Eine artgerechte Haltung mit viel Auslauf im Freien liegt uns besonders am Herzen“, informiert Jessica Hotz. „Obst wie Äpfel, Zwetschken, Trauben und Birnen verarbeiten wir zu Säften, Dörrobst, Marmelade und Musen. Tees, Kräutersalz und Gemüse runden das Sortiment ab. Unsere Produkte können direkt Ab-Hof erworben werden. Informationen zum aktuellen Sortiment erhaltet ihr über die Homepage, Facebook oder indem ihr unseren Newsletter abonniert. Außerdem organisieren wir immer wieder öffentliche Veranstaltungen am Hof wie Sommerfeste oder Adventmärkte. Auf Anfrage bieten wir gerne Hofführungen und Verkostungen an. Damit möchten wir zur Bewusstseinsbildung beitragen und den regionalen und saisonalen Lebensmittelkonsum fördern. Das fördert nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern schützt durch kurze Transportwege auch die Umwelt. Außerdem hat der Kunde so die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Produktionsbedingungen zu schaffen.“ www.martins-hof.at, www.yakhalden.at, www.permakulturhof-hittisau.at
JURYBEGRÜNDUNG
Der Martinshof von Claudia und Bertram Martin steht für professionelle Kreislaufwirtschaft – vom kooperativen Dinkelanbau über vorbildliche Tierhaltung, gesunde Lebensmittelproduktion bis zur Vermarktung.
Obst, Gemüse und Fleisch aus Naturkreislaufbewirtschaftung vom Yak Halden Hof der Familie Hotz-Diem: Tierische Produkte gibt’s „from nose to tail“ ab Hof – für Interessierte auch Führungen, Sommerfeste und Adventmärkte.
Auf dem Permakulturhof Hittisau von Leo Simma wird Naturkreislauf gelebt: mulchen, kompostieren, Gewächshaus (alte Sorten), Obst, Gemüse, Kräuter, Beeren, Bienen, Hühner, Gänse, Führungen, Seminare, Hofladen etc.
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Belgien: Biomassewerk von BERTSCHenergy Eine weitere umweltfreundliche Anlage ist in Fertigstellung.
BERTSCHenergy wurde 2018 mit der Errichtung eines komplett neuen Biomassekraftwerks in Belgien beauftragt und freut sich, in Kürze eine weitere Referenz im Bereich der erneuerbaren Energien zu führen. Der Kunde, ein Joint Venture zwischen einem lokalen Stromlieferanten und einem Spanplattenhersteller, betreibt bereits ein ähnliches Biomassekraftwerk. Fürs neue Kraftwerk wurden große Anforderungen gestellt. BERTSCHenergy überzeugte mit der eigenen Wirbelschichttechnologie und dem Know-how im Engineering sowie als Generalunternehmer. Der Lieferumfang beinhaltet alles, von der Brennstoffdosierung bis zur Rauchgasreinigung inklusive der Dampfturbine, dem Sekundärdampferzeuger, dem Luftkondensator, dem Kesselhaus, BLUDENZ
der Maschinenhalle sowie der gesamten Elektrotechnik und vielem mehr. BERTSCHenergy liefert kurz gesagt das gesamte Kraftwerk mit Ausnahme des Betonbaus, der Brennstoffaufbereitung sowie der Wasseraufbereitung.
Umweltneutrale Verwertung Bei diesem Kraftwerk kommt Altholz als Brennstoff zum Einsatz. Es handelt sich dabei ausschließlich um nichtrecyclebares Altholz, welches nur mehr thermisch verwertet werden kann. Recyclebare Anteile werde aussortiert und für die eigene Spanplattenproduktion des Kunden verwendet. Zusätzlich kann bis zu 50% des Brennstoffs in Form von Holzstaub hinzugegeben werden. Dafür gibt es eine komplett separate Brennstoffdosierung und -einblasung. Der Holzstaub stammt aus der
Spanplattenproduktion des Kunden und weiteren externen Lieferanten. „Es handelt sich beim neuen
„Entsorgungsanlage am neuesten Stand der Technik produziert umweltneutral Strom und Wärme.“ Ing. Hubert Bertsch CEO BERTSCHgroup
Kraftwerk somit um eine moderne Entsorgungsanlage am neuesten
Das neue BERTSCHenergy Biomassekraftwerk in Belgien.
Stand der Technik, welche Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen produziert“, fasst Ing. Hubert Bertsch, CEO und Eigentümer der BERTSCH Firmengruppe, zusammen. Der Kessel mit einer nominalen Leistung von 90MW / maximal 96MW erzeugt Hochdruckdampf, welcher unterschiedlich genutzt wird. Zum einen wird der Dampf für einen Produktionsprozess in der Spanplattenherstellung, der hohe Temperaturen erfordert, verwendet. Für diesen Prozess gab es bis dato einen eigenen Gaskessel, der nun außer Betrieb genommen werden kann. Zum anderen wird der Dampf bis ins Vakuum entspannt, um Strom zu erzeugen. Das Biomassekraftwerk erzeugt 20 MW zertifizierten Ökostrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Zusätzlich wird der Turbine
an einer geeigneten Stelle Dampf entnommen, um Nutzdampf für eine benachbarte Kartoffelverarbeitungsfabrik bereitzustellen. Da in Belgien sehr strenge Emissionsvorschriften gelten, liegt ein besonderes Augenmerk auf der Rauchgasreinigung. Mit der Kombination aus Wirbelschichtfeuerung und SNCR (selektive nichtkatalytische Reduktion) können die geforderten, sehr niedrigen Grenzwerte für Stickoxide und CO sowie unverbrannte Kohlenwasserstoffe eingehalten werden. Auch die Technologie zur Abscheidung weiterer Schadstoffe ist am neuesten Stand der Technik und erlaubt einen sehr hohen Abscheidegrad bei gleichzeitig minimalen Betriebskosten. Infos: www.bertsch.at
Bio oder regional? Am besten beides! BREGENZ „Doch nur weil wir wissen, dass unser Essen in Vorarlberg produziert wird, heißt es noch lange nicht, dass die Qualität auch stimmt und wichtige Aspekte wie Umwelt, Tierwohl und Mensch bei der Herstellung miteinbezogen wurden“, informiert Manuel Kirisits-Steinparzer von BIO AUSTRIA Vorarlberg. Dafür gibt es unsere rund 500 Biobäuerinnen und Biobauern in Vorarlberg! Durch eine jährliche Kontrolle der Biorichtlinien wird eine einwandfreie Qualität garantiert. Denn biologisch wirtschaften, heißt beispielsweise frei von chemisch-synthetischen Pestiziden, frei von Kunstdünger sowie frei von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz zu wirtschaften - daher setzen unsere Biolandwirte auf dem Acker sowie im Stall auf natürliche Methoden.“
„Bio“ und „Regional“: logische Zwillinge „Auf unseren Feldern werden Fruchtfolge, Nützlinge und Kompost eingesetzt, damit die Bodenlebewesen ein gesundes ,Lebensumfeld‘ vorfinden, in dem sie ihrer Arbeit nachgehen können: dem Produzieren von Humus“, führt Kirisits-Steinparzer aus. „Dadurch können unsere Bioböden mehr CO2 binden, als wir es von anderen humusarmen Böden gewöhnt sind. Und somit schützen wir zusätzlich unsere Umwelt. Im Stall wird auf eine tiergerechte Haltung mit Auslauf und Weide sowie eine artgerechte kraftfutterreduzierte Fütterung Wert gelegt. In Kombination mit einer verpflichtenden schonenden Verarbeitung und dem Verzicht auf jegliche Form von Zusatzstoffen sind gehaltvolle und natürliche Lebensmittel das Ergebnis, welches sich sehen lassen kann! Für die Vorarlberger Biobäuerinnen und Biobauern sind ,Regional‘ und ,Bio‘ logische Zwillinge, welche immer im Zusammenhang gesehen werden müssen, wenn die Rede von heimischen Qualitätsprodukten ist.“ Infos: www.bio-austria.at
Das aktuelle Buch „Verbotene Frucht – unser innerer Kampf zwischen materieller Gier und universaler Liebe“ völkerverbindend in drei Sprachen von Verena Susanne Daum informiert investigativ über geopolitische Vorgänge und zukunftsfähige Lebensweisen und ist BEREITS IN 2. AUFLAGE im Online- und Fachhandel erhältlich.
Bio ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Wer das Buch im Caritas Vorarlberg Shop kauft - bestellbar via auslandshilfe@caritas.at – unterstützt damit die laufenden Projekte der Caritas Auslandshilfe und der Caritas Jugendbotschafter in Sachen Aufforstung sowie Wasser-, Boden- und Ernährungssicherung im regionalen Naturkreislauf in Partnerländern wie Äthiopien www.caritas-vorarlberg.at/mithelfen/auslandshilfe ANZEIGE
Tierwohl ist bewussten Menschen sehr wichtig.
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HOFER Testsieger bei Greenpeace-Check
„Sehr gut“ für HOFER: Greenpeace bewertete den „Österreich-Warenkorb“ verschiedener Lebensmittelhändler. Im Rahmen des GreenpeaceMarktchecks wurden Warenkörbe verschiedener österreichischer Lebensmittelhändler genauer unter die Lupe genommen. Der Fokus lag dabei auf der Herkunft sowie der biologischen Produktion der Artikel im Warenkorb. HOFER konnte mit der Note „sehr gut“ überzeugen und sich somit den 1. Platz sichern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bei den im Rahmen des Tests bewerteten Produkten kamen 89 % aus Österreich. 44 % des Warenkorbs zeichneten sich durch Bioqualität aus und 42 % der ausgewählten Produkte im Warenkorb wiesen sowohl Bioqualität als auch die Herkunft aus Österreich auf. Sämtliche Bioprodukte im Test stammten zudem zu 96 % aus heimischer Landwirtschaft. Damit beweist der Diskonter einmal mehr, dass Regionalität für ihn kein bloßes Lippenbekenntnis ist. HOFER ist zudem mit seinen Bio- und Nachhaltigkeitsmarken „Zurück zum Ursprung“ und „NATUR aktiv“ für höchste Qualitätsstandards bekannt. Das mit dem 1. Platz honorierte Testergebnis unterstreicht einmal mehr, welch hohe Messlatte HOFER im Biobereich anlegt.
dukte der Exklusivmarke Milfina sind zu 90 % aus Österreich. Für den HOFER-Marktplatz bezieht der Diskonter Obst- und Gemüseprodukte von über 1500 regionalen Produzenten. 100 % des dauerhaft verfügbaren Sortiments bei Rind-, Schweine- und Hühnerfrischfleisch (ausgenommen sind kurzfristig verfügbare Aktionen sowie Grillspieße, Grillbauch und Spare Ribs der Marke BBQ) und etliche Molkereiprodukte kommen ausschließlich aus Österreich.
WIEN
Bioqualität Auch bei den Maßnahmen, welche für die heimische Landwirtschaft gesetzt werden, konnte HOFER punkten. Für die rund 450 Artikel der Bio-Exklusivmarke „Zurück zum Ursprung“ bezieht der Lebensmittelhändler die Rohstoffe von 4000 heimischen Bäuerinnen und Bauern. Sämtliche Produkte
Im Fokus – Regionalität und Bio: HOFER geht als Sieger beim aktuellen Greenpeace-Marktcheck hervor.
können online bis zum Bauernhof rückverfolgt werden. Auch die Futtermittel sind heimischer Herkunft. Der beliebten Bio-Exklusivmarke liegt der „Prüf nach!“-Standard zugrunde, womit gesetzliche Vorgaben deutlich überstiegen werden. Daher ist das Projekt mit einem Mehraufwand verbunden, welcher auch mit einem entsprechenden Preisaufschlag für die UrsprungBäuerinnen und -Bauern abge-
golten wird. So setzt „Zurück zum Ursprung“ im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit auf langjährige und stabile Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren, und schafft wirtschaftlich interessante Perspektiven durch langfristige Verträge sowie Abnahmegarantien. Mit der HOFER Exklusivmarke „NATUR aktiv“ finden Kundinnen und Kunden Produkte sowohl aus dem In- als auch aus dem Aus-
land, welche allesamt nach österreichischen Maßstäben beurteilt werden und neben den Richtlinien der EU-Bioverordnung zusätzlich Vorgaben des ARGE-Biostandards erfüllen. Und es geht noch weiter: Alle herkömmlich hergestellten Produkte der Tierwohlmarke „FairHOF“ kommen von heimischen Produzenten, die mit hofeigenem Getreide füttern. Die Molkereipro-
„Heute für morgen“ Unter dem Motto „Heute für morgen“ setzt HOFER sein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung fort. Dazu gehören bestehende Umstellungs- und Optimierungsprozesse ebenso wie Fokusthemen, die sich durch aktive Einbindung von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszeichnen. Damit will HOFER gemeinsam die Welt Stück für Stück besser machen. Heute für ein besseres Morgen. Inhaltlich konzentrieren sich die Fokusthemen auf die Schwerpunkte Lieferkette, Gesellschaft, Umwelt und Klimaschutz, Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Initiative „Heute für morgen“ wird inhaltlich von einem Stakeholderbeirat, bestehend aus externen Experten aus dem Sozial-, Umwelt- und Medienbereich, begleitet. Infos: hofer.at/heutefuermorgen
Die Biobäuerinnen & Biobauern www.bio-austria.at
Mit einfachsten Mitteln in den Hang gebaut: Schulgewächshäuser auf über 4000 Meter Höhe in Ecuador.
Niemand überlebt den Ökozid, den wirtschaftlich-militärischen Weltkrieg um Macht und Ressourcen.
BREGENZ Im Endeffekt auch nicht die Verursacher. Die nachhaltig katastrophalste Umwelt- und Naturzerstörung heißt „entfesselte“ Finanz- und Profitwirtschaft mit ihren Ressourcenkriegen und der gesteuerten Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Doch inzwischen greift das Bewusstsein der Menschen rund um den Erdball. Es entstehen freiwillige Unternehmenstransformationen nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip und Solidargemeinschaften – speziell in der Landwirtschaft–, die die Biodiversität fördern und Permakultur leben, eine (Natur)Kreislaufwirtschaft regional und fair, die im globalen Kontext funktioniert. Das Sachbuch „Verbotene Frucht – unser innerer Kampf zwischen materieller Gier
und universaler Liebe“ (Bucher Verlag 2019) zeigt sowohl die Geostrategie, die unweigerlich zum Ökozid führt, auf, wie auch zahlreiche Lösungen und konkrete Projekte auf der ganzen Welt, die für gesunde Lebensmittelsicherung und ganzheitlich für eine ökologisch-soziale Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung stehen.
Mischwälder und Wasser So zum Beispiel in Ecuador. In Kooperation mit den Menschen vor Ort und mithilfe von Wissenstransfer entstehen mit einfachsten Mitteln Schul- und Familiengewächshäuser auf bis zu 4500 Meter Höhe. Die bisher an Mangelernährung leidenden Kinder ernten hier Früchte, Obst und Gemüse und bereiten in der Dorfschule ein gesundes Mittagsmenü. Anbauvielfalt und Regenwaldschutz werden von Gemeinde- und Studentenkooperativen am Meer und im Dschungel in Ecuador (vor)gelebt. Auch in Kolumbien setzen sich besonders junge Leute für Naturschutzgebiete, altes Wissen sowie Arten- und Sortenvielfalt ein – für intakte Wälder und sauberes Wasser.
Bio oder regional? Beides! Die rund 500 Biobäuerinnen und Biobauern in Vorarlberg verzichten vollständig auf chemische Pestizide und Kunstdünger auf Feld und Hof – aus Liebe zu Mensch, Tier und Umwelt.
Quelle: BIO AUSTRIA/Liebentritt
So geht global gesunde Lebensmittelsicherung
Klimaschutz beginnt hier, mit mir!
Die Projekte aller Einreicher zeigen zukunftsweisende Wege und erfolgreiches Engagement im Natur- und Klimaschutz. So können wir gemeinsam eine ökologisch-soziale Lebens- und Wirtschaftsweise erreichen. Dranbleiben und 2022 wieder mitmachen!
#JETZTHANDELN Wir danken allen Teilnehmer(inne)n des VN-Klimaschutzpreises 2020 für Ihr Engagement und Ihre innovativen und zukunftsweisenden Einreichungen.
Bewusst leben im privaten Haushalt
HTL Dornbirn, Dornbirn
Corinna Amann, Satteins
Paula Andres, Höchst
Elisabeth Bösch, Rankweil
PH Vorarlberg, Rankweil
Angelika Egel, Feldkirch
HTL Rankweil, Rankweil
Offene Jugendarbeit Altach, Altach
Rupert Knünz, Röthis Anja Kohler, Andelsbuch Elisabeth und Christoph Liebl, Röthis Oswald und Imelda Metzler, Dornbirn
Gemeinden und Öffentlichkeit Biosphärenpark, Sonntag
Helmut Rüf, Dornbirn
Markus Amann, Koblach
Familie Schneider, Dornbirn
Ingrid Benedikt, Dornbirn
Alessandra Willingsdorfer, Dornbirn
Stadt Hohenems, Hohenems
Schule und Jugend aktiv HAK Bludenz, Bludenz
Stadt Dornbirn, Dornbirn Gemeinde Göfis, Göfis Kulturabteilung Bregenz, Bregenz
HAK Bregenz, Bregenz
Verein KlimaVOR!, Bregenz
HLW Marienberg, Bregenz
Naturschutzbund Vorarlberg, Dornbirn
HTL Bregenz, Bregenz
Isabella Moosbrugger, Bezau
Bezauer WirtschaftsSchulen, Bezau
Thomas Zudrell, Silbertal
Innovative Unternehmen
Landwirtschaftliche Vielfalt
ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG, Hard
Martinshof, Buch
Ball Beverage Packaging, Ludesch DI Erich Reiner Ingenieurbüro, Bezau Gieselbrecht GmbH, Langen bei Bregenz Hermann Pfanner Getränke GmbH, Lauterach Hilti + BHM Ingenieure, Feldkirch
Patrick Domig, Hard Franz Herburger, Sulzberg Yak Halden Hof, Lochau Leo’s Permakulturhof, Hittisau
Sonderpreis: Klimaschutzidee Linda Abbrederis, Rankweil
Klimabohne, Innsbruck
Karl Baur, Bregenz
Mary Rose/Paptex Textilhandels GmbH, Dornbirn
Daniel Berger, Feldkirch Astrid und Thomas Lang, Zwischenwasser
Mittelberger GmbH, Götzis
Caroline Mathis, Götzis
Rudolf Ölz Meisterbäcker GmbH & Co KG, Dornbirn
Christian Scheffknecht, Lustenau
Alpenkäse Bregenzerwald Sennerei, Bezau Sutterlüty, Egg Walter Bösch GmbH, Lustenau WolfVision GmbH, Klaus Zumtobel Group, Dornbirn
Wir danken
unseren Partnern Österreichische Post, Hypo Vorarlberg, illwerke vkw und Wirtschaftskammer Vorarlberg.