Private Banking 6. März 2020
US-Wahlen Chancen oder Risiken für Aktien
Pensionsvorsorge Die Sicherheit geht vor dem Ertrag
Expertentipps für nachhaltige Vermögenskonzepte
2 Private Banking
Freitag, 6. März 2020 Extra
Die US-Wahlen 2020: Risiko oder Chance für den Aktienmarkt? Der Start ins Börsenjahr 2020 ist geglückt: In den vergangenen Wochen stiegen die Kurse an den Aktienmärkten. Mit der Verbreitung des Coronavirus stieg die Volatilität an den internationalen Finanzmärkten kurzfristig an, es scheint jedoch, als ob der Markt mögliche Folgen abgeschüttelt hat und seinem Kurs weiterhin treu bleibt. Das Hauptaugenmerk der Anleger liegt nun klar auf der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten, deren Ausgang wahrscheinlich das größte Risiko für die Finanzmärkte birgt. Wie wirken sich diese Faktoren nun auf die Aktienmärkte aus, wo gibt es Chancen und wo Risiken? Dazu befragten die VN Karl Heinz Strube, Leiter Assetund Portfoliomanagement bei der Hypo Vorarlberg. Wie er dazu ausführt, befinden wir uns seit 2016 in einer Phase, die sich durch Nationalismus, Abschottungspolitik und weltweite Proteste kennzeichnet. Auffällig ist, dass die Börsen oft schnell und heftig auf (geo-)politische Ereignisse reagieren und sich genauso schnell wieder erholen. Unterstützung liefern zudem die Zentralbanken mit einer anhaltend expansiven Politik. Besonders Präsident Donald Trump beschäftigt seit der gewonnenen Wahl im Jahr 2016 die Weltpolitik und die Kapitalmärkte. Deshalb wird die US-Wahl im November 2020 wegweisend sein. Die Chancen für eine Wiederwahl scheinen ausgewogen zu sein: Das zeigt die Historie, in der seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika Ende des 18. Jahrhunderts nur 10 von 21 zur
Versicherer mit mehr EGT Die österreichischen Versicherer haben im Vorjahr 2019 ihre Ergebnisse aus gewöhnlicher Geschäfts tätigkeit (EGT) deutlich gesteigert. Auch beim Prämienvolumen ging es insgesamt etwas bergauf, im Bereich Lebensversicherungen gab es allerdings Rückgänge. Laut Angaben der FMA erhöhte sich das EGT der Branche um 45,04 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro. Den größten Beitrag hierzu leiste vor allem die Sparte Schaden- und Unfallversicherung.
Das EGT stieg um 45 Prozent. Impressum | Redaktion/Texte: Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti Bilder: Russmedia-Archiv, Shutterstock, Marlena König, ariadna de raadt, Agenturbilder Anzeigen: Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstr. 1, 6858 Schwarzach
Wiederwahl gestandenen Präsidenten abgewählt wurden. Eine simple historische Regel auf Trump anzuwenden, genügt aber nicht. Trumps Wahl im November 2016 war selber schon ein Beweis, dass der sprunghafte Republikaner quer zu den gängigen histo-
Karl-Heinz Strube Hypo Vorarlberg
Die Chancen für eine Wiederwahl Trumps und somit für eine kapitalmarktfreundliche Politik liegen über 50 Prozent. rischen Erfahrungen steht: Er ist der erste Präsident, der zuvor nie ein politisches oder militärisches Führungsamt innehatte. Chance oder Risiko Und Strube weiter: „Die Chancen auf eine Wiederwahl Trumps und somit die Entscheidung für eine kapitalmarktfreundliche Politik liegen über 50 Prozent. Für die Wiederwahl spricht eine gute Wirtschaftslage, eine niedrige Arbeitslosenrate und gestiegene Börsenkurse unter seiner Amtszeit. Ein stabiler Kapitalmarkt ist äußerst wichtig, da in den USA die Altersvorsorge davon abhängt. Für seine Wiederwahlkampagne hat der amtierende Präsident bereits mehr als 140 Millionen Dollar gesammelt und Tausende Unterstützer
Das Hauptaugenmerk der Anleger liegt klar auf den US-Präsidentenwahlen. kquiriert. Gegenüber den a Demokraten scheint er fest im Sattel zu sitzen, jedoch gibt es bei seiner Persönlichkeit genügend Abrisskanten und Überraschungen. Letztlich kann er nur eine Taktik richtig gut: Polarisieren und Emotionen auslösen – das ist Trumps Strategie, die er im Laufe des Jahres 2020 sicher weiter perfektionieren wird.“ Ein Prognosemodell Die amerikanische Analyseund Rating-Firma Moody‘s hat eine Studie zu den Wiederwahlchancen von Donald
Trump veröffentlicht. Diese basiert auf diversen Wirtschaftsdaten. Das Ergebnis erscheint verblüffend klar: Ganz gleich, nach welchem Modell man vorging, Trump erschien immer als souveräner Sieger. Die Moody‘sAnalyse ist insofern bemerkenswert, als sie seit 1980 stets den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen korrekt präsentierte. Mit einer Ausnahme: Bei der Wahl 2016 prognostizierten die Modelle einen knappen Sieg von Hillary Clinton. Die Analyse basiert dabei auf der
Der Ausgang der Präsidentschaftswahl der USA birgt wahrscheinlich das größte Risiko für die Finanzmärkte. Karl-Heinz Strube Hypo Vorarlberg
alten Wahlkampf-Weisheit „It‘s the economy, stupid!“; man überprüft also, ob die Wirtschaftsdaten eher für oder gegen den amtierenden Präsidenten (Partei) sprechen.
Trump, so zusammengefasst das Resultat, dürfte also gewinnen, weil fast alle ökonomischen Indikatoren, welche die Wähler bewegen, gut für ihn sind. Das Fazit „Sollte die Wirtschaft bis zur US-Wahl stabil verlaufen und sollte Trump bis dahin nicht für neue negative Über raschungen sorgen, stehen den Chancen für eine Wiederwahl und einem weiterhin positiven Börsenverlauf im Jahr 2020 nichts im Wege“, so Strube abschließend.
In der Pensionsvorsorge geht die Sicherheit vor dem Ertrag Bei der Vorsorge für die Pension hat Sicherheit bei den Österreichern nach wie vor einen deutlich höheren Stellenwert als der Ertrag. So sorgt laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Spectra rund ein Drittel aller Befragten (2229 Personen) mit Sparbuch für das Alter vor. Erwirtschaftet werden damit jedoch seit Jahren keine Gewinne mehr, sondern reale Verluste. Weiterhin hoch im Kurs Ebenfalls hoch im Kurs stehen bei der Vorsorge der Österreicher der Studie zufolge der Bausparvertrag oder Lebensversicherungen, auf die ebenfalls rund ein Drittel der Befragten zurückgreift. Wertpapiere sind dagegen nach wie vor nicht so beliebt, obwohl Banken immer wieder betonen, dass Aktien im derzeitigen Niedrigzinsumfeld einer der wichtigsten Renditebringer sind. Ein Experte: „Anleihen haben die Inflation ganz gut abgedeckt, aber Aktien sind unschlagbar.“ In den vergangenen 50 Jahren seien Aktien um ein Vielfaches stärker gestiegen als Anleihen und die Inflation, und es gebe an den Aktienmärkten weiterhin Luft nach oben, beispiels-
weise in Europa, wo die Kurse in den vergangenen zehn Jahren nicht so stark gestiegen seien wie in den USA. In Wertpapiere investieren „Die ‚Message‘ dahinter: Neben Ersparnissen muss man auch in Wertpapiere investieren, um reale Erträge erzielen zu können. Bisher dürfte das aber noch nicht in der breiten
Gesellschaft angekommen sein, wobei vor allem Frauen sich eher nicht mit Wertpapieren anfreunden können. Nur 15 Prozent der von Spectra befragten Frauen investieren zur Pensionsvorsorge in Wertpapiere, während 27 Prozent der Männer dies tun. Je elf Prozent der Frauen und Männer sorgen laut eigenen Angaben gar nicht für die Pension vor. Als
Wertpapiere sind als Vorsorge nach wie vor nicht so beliebt.
Grund wird dabei am häufigsten Geldmangel angeführt. 48 Prozent der befragten Frauen und 41 Prozent der Männer geben an, nicht genug Geld zu haben, um anlegen zu können. Die Österreicher sind bei der Vorsorge also nach wie vor risikoscheu, obwohl durchaus die Sorge besteht, im Alter nicht genug Geld zu haben. So geben in der Studie rund zwei Drittel aller Befragten an, dass ihnen bei der Veranlagung Sicherheit wichtiger sei als der größtmögliche Ertrag. Gleichzeitig seien 61 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie von ihrer staatlichen Pension nicht gut leben werden können. Pessimistische Frauen Hier sind vor allem Frauen pessimistisch, sie geben zu 64 Prozent an, dass ihre staatliche Pension nicht ausreichen werde. Bei den Männern sind es mit 58 Prozent etwas weniger. Ein Viertel der Frauen erwartet, dass sie in der Pension weniger als 1000 Euro pro Monat zur Verfügung haben werden, bei den Männern macht der Anteil rund zehn Prozent aus. Weiters sagen 35 Prozent der Frauen, dass sie nicht abschätzen können, wie hoch ihre Pension einmal sein wird.
Maßgebend waren die Kursgewinne.
Vermögen der Fonds wuchs Die Fondsvermögen sind im Vorjahr dank Kursgewinnen kräftig gestiegen. Per Jahresende verwaltete Österreichs Fondsindustrie 195 Mrd. Euro, das waren 21,2 Mrd. Euro oder 12,2 Prozent mehr als im Jahr davor, wie die FMA mitteilte. Der Großteil des Anstiegs entfiel auf Kurs wertgewinne, 4,3 Mrd. Euro stammten aus Nettomittelzuflüssen. Ein Plus gab es bei Nachhaltigkeitsfonds. Die meisten Gelder lagen in Mischfonds mit einem Vermögen von 83,6 Mrd. Euro (plus 15,9 Prozent). In Rentenfonds waren es 62,0 Mrd. Euro (plus 3,4 Prozent), in Aktienfonds 33 Mrd. Euro (plus 27,3 Prozent und in Immobilienfonds 9,4 Mrd. Euro (plus 10,2 Prozent).
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Vier wichtige Expertentipps für ein nachhaltiges Vermögenskonzept Nachhaltigkeit ist in. Auch im Finanzbereich. Deshalb trumpfen derzeit alle Banken mit scheinbar nachhaltigen Lösungen auf.
Wer sein Geld nachhaltig anle gen will, zielt nicht auf den schnellen Gewinn, er will lang fristig Rendite machen. Und das gleich zweifach: Das Geld soll rentabel und zugleich Mehr denn je gilt es genau sinnvoll angelegt sein. „Mit hinzuschauen. Wer einige diesem hohen Anspruch Tipps befolgt, findet die pas sollten die Vorarlberger zu ih sende Bank für sich und kann rer Bank gehen“, appelliert sein Geld wirklich nachhaltig Wilfried Hopfner. Zwar ist es anlegen. „Sicher geht, wer eine komplexe Aufgabe für einer Bank vertraut, die seit Banken, die passenden Lö jeher nachhaltig handelt.“ sungen zu finden, aber ein Wilfried Hopfner, Vorstands guter Berater kann ein ent vorsitzender der Raiffeisen sprechendes, individuelles landes bank Vorarlberg, weiß Veranlagungskonzept erarbei wovon er spricht. „Nachhaltig ten. Erster Tipp ist daher: An keit ist heute in Mode. Das ist spruchsvoll sein! gut, weil viele zu nachhaltigen Produkten greifen. Wichtig Langfristiger Gewinn aber ist, dass Banken und Kun Tatsächlich nachhaltig zu ver den Nachhaltigkeit nicht als anlagen, heißt in Unterneh kurzfristigen Trend verstehen, men zu investieren, die unter sondern als das, was das Wort Umwelt-, Sozial- und Gover nance-Aspekten nachhaltig aussagt: nachhaltig.“
handeln. Konzerne, die gegen Menschenrechte verstoßen, in denen Kinderarbeit erlaubt ist, Korruption ein Thema ist und Arbeitsrechte missachtet werden, sind davon selbst verständlich ausgeschlossen.
Komm.-Rat Wilfried Hopfner.
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Das Zeichen für mehr Nachhaltigkeit.
Umweltzeichen jetzt auch für Sparbücher Seit heuer können Österreicherinnen und Österreicher über ihr Sparbuch oder Giro konto ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen: Nach der neuen Richtlinie UZ 49 können auch nachhaltige Spar- und Giro produkte sowie Green Bonds durch das Österreichische Umweltzeichen zertifiziert werden. Das erste derart zertifizierte Um welt-Sparbuch des Umweltcenters Guns kirchen wurde im Rahmen der Veranstal tung „Grünes Geld für Grüne Investitionen“ präsentiert. Nachhaltige Fonds können sich ihr Engagement bereits seit 2004 mit dem Österreichischen Umweltzeichen beschei nigen lassen, für Sparprodukte gab es diese Möglichkeit bisher noch nicht. „Dass nun auch Sparprodukte durch das Österreichische Umweltzeichen zertifiziert werden können, dürfte diesen Markt jedoch ankurbeln“, erklärt Katharina Muner-Sam mer von der ÖGUT. „Bisher war das Angebot an nachhaltigen Spar- und Giroprodukten in Österreich nämlich sehr überschaubar“, so die Expertin für Grünes Investment. Qualität für nachhaltige Finanzprodukte Die überarbeitete Umweltzeichen-Richt linie hebt die Latte für die Qualität für nach haltige Finanzprodukte weiter an – und es ist sehr erfreulich, dass nun zusätzlich zu den Investmentfonds weitere Finanz produkte zertifiziert werden können. Das Österreichische Umweltzeichen wird seit 2004 an nachhaltige Fonds verliehen. Bisher wurden 134 Nachhaltigkeitsfonds damit ge kennzeichnet. Die neue Richtlinie, die seit 1. Jänner 2020 in Kraft ist und in einem einein halbjährigen Revisionsprozess mit breiter Stakeholder-Beteiligung verfasst wurde, erweitert die Pro duktgruppe nun um Green Bonds sowie nachhaltige Spar- und Giro produkte. Zudem dürfen die zertifizierten Nachhaltigkeits fonds künftig nicht mehr in Unternehmen in vestieren, die fos sile Brennstoffe K. Muner-Sammer. fördern.
engagieren, um Nachhaltig keit zu fördern. Die Mitarbei ter können bei Hauptver sammlungen teilnehmen, dort Bewusstsein schaffen und so gezielt Allianzen mit Investoren knüpfen. Es lohnt sich, bei seiner Bank nachzu fragen, was das Finanzinstitut selbst hier konkret unter nimmt.
Auch Rüstungs- oder Kohle unternehmen gehören nicht dazu. Der zweite Tipp lautet daher: Genau hinschauen, in welche Unternehmen das vorgeschla gene Vermögenskonzept der Bank investiert. Ein dritter Tipp schließt daran gleich an: Hinsehen, in welche Wirtschaftsbereiche das ange dachte Vermögenskonzept in vestiert. Auch hier kann gleich darauf geschaut werden, ob Branchen unterstützt werden, die Nutzen stiften und damit Entwicklungen gefördert wer den, welche die Welt weiter bringen.
Orientierung mit Gütesiegel Wer diese vier Tipps befolgt, wird mit Sicherheit wirklich nachhaltige Anlagemöglich keiten finden. Einen guten Gradmesser für deren Qualität bieten zusätzlich die Zertifizie rungen renommierter Insti tute. Die Benchmark liefert das FNG-Siegel für höchste Quali tätsstandards nachhaltiger Fonds im deutschsprachigen Raum. Vorstand Wilfried Hopf ner bekräftigt: „Immer mehr
Mehr von seiner Bank Der vierte Tipp: Mehr von sei ner Bank verlangen. Ein Finanz institut, das Nachhal tigkeit ernst nimmt, kann sich auch direkt bei Unternehmen
Vorarlberger wünschen ein nachhaltiges Vermögenskon zept. Sie wollen Rendite für ihr eigenes Vermögen und blicken dabei über den Tellerrand.“
Immer mehr Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wünschen sich ein nachhaltiges Vermögenskonzept. Betr. oec. Wilfried Hopfner Vorstandsvorsitzender
In der Pflicht sieht Komm.-Rat Wilfried Hopfner die Banken, hier entsprechende Angebote zu machen. „Als Genossen schaftsbanken setzen wir seit jeher auf Nachhaltigkeit. Unser grünes Angebot bauen wir weiter aus.“
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Es gibt seit zehn Monaten wieder eine erstmalige Ausweitung der Produktionsleistung, das führt auch zu einer Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen.
Verbesserung der Konjunktur, aber auch Probleme mit dem Coronavirus Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar zeigt eine Verbesse rung der Industriekonjunktur in Österreich. Aber auch Folgen der Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) sind sichtbar. • Der EinkaufsManagerIndex kletterte im Februar auf 50,2 Punkte und überstieg damit erstmals seit einem Jahr wie der die Wachstumsschwelle. • Es gibt eine erstmalige Aus weitung der Produktions leistung seit zehn Monaten. • Die Industrie schafft wieder zusätzliche Jobs. • Aber der Rückgang des Neu geschäfts und abrupt gestie gene Lieferzeiten deuten auf beginnende Probleme in der globalen Wertschöpfungs kette hin. • Produktionserwartungen auf Jahresfrist steigen auf höchsten Wert seit 20 Mona ten, wirtschaftliche Folgen der Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) sind dabei aber noch nicht voll abgedeckt. Die Verbesserungstendenz der österreichischen Industrie ist im europäischen Vergleich überdurchschnittlich stark. Während die heimische In
Stefan Bruckbauer Chefökonom Bank Austria
Die abrupt gestiegenen Lieferzeiten deuten auf erste Probleme in der globalen Wertschöpfungskette durch das Coronavirus hin. dustrie knapp die Wachstums schwelle überschritten hat, konnte in der Eurozone im Februar nur eine erneute Abschwächung des Produk tionsrückgangs verzeichnet werden. Verbesserung der Konjunktur „Der aktuelle EinkaufsMana gerIndex und seine europä ischen Pendants zeigen eine Verbesserung der Industrie konjunktur. Im Februar ist in Österreich die Produktions leis tung spürbar ausgeweitet worden. Daher sind wieder neue Jobs entstanden. Der Rückgang des Neugeschäfts
hat sich jedoch beschleunigt und die abrupt gestiegenen Lieferzeiten deuten auf erste Probleme in der globalen Wertschöpfungskette, bedingt durch das Coronavirus, hin“, meint Stefan Bruckbauer, Bank Austria Chefökonom. Neugeschäft geht zurück Nach positiven Signalen einer Belebung des globalen Han dels, die sich zu Jahresbeginn sogar in einem erstmaligen Anstieg der Exportaufträge der österreichischen Industrie seit fast eineinhalb Jahren nie derschlug, sinkt das Neuge schäft aus dem In- und Aus land nun wieder. „Die Nach frage nach heimischen Industrieerzeugnissen hat im Februar erneut nachgelassen. Der Auftragsrückgang fiel so gar stärker als im Vormonat aus, da der Rückenwind vom Exportgeschäft mittlerweile wieder abebbt. Gestützt auf die Verbesserung der Nachfrage in den Vormo naten haben die heimischen Betriebe die Produktionsleis tung im Februar jedoch spür bar erhöht. Der Produktions index kletterte auf 51,5 Punkte“, sagt UniCredit-BankWalter Austria-Ökonom
Pudschedl. Erstmals seit April 2019 haben die Betriebe in Österreich die Produktions leistung im Monatsvergleich wieder ausgeweitet. Dennoch haben sich erstmals seit einem Jahr die Auftragsrück stände wieder erhöht, was eine zuvor zu starke An passung der Produktionskapa zitäten an die schwächere Nachfrage andeutet. Mehr Personalkapazitäten Mit der Ausweitung der Pro duktion im Februar haben die heimischen Betriebe auch erstmals seit Juli 2019 ihre Personalkapazitäten wieder etwas erhöht. „Während die Ausweitung der Produktion und der Beschäfti gungsaufbau im Februar vor erst eine weitere Verbesserung der Industriekonjunktur an deuten, setzen die heimischen Betriebe unverändert auf ein sehr vorsichtiges Lagerma nagement und nutzen die er neut gesunkenen Einkaufs preise nur sehr zurückhaltend für die Befüllung der Lager. Vertrauen fehlt noch Der aktuelle Geschäftsgang der heimischen Industrie zeigt zwar bislang keine nega
tiven Einflüsse durch den Aus bruch von COVID-19, das Ver trauen in einen nachhaltigen Aufschwung scheint jedoch nicht gegeben zu sein“, meint Pudschedl. Wenn auch das Tempo des Rückgangs erheblich abnahm, haben die Betriebe die Ein kaufsmenge im Februar er neut verringert. Die Bestände an Vormaterialien und Roh stoffen wurden beinahe gleich stark wie im Vormonat redu ziert. Mittlerweile wurden die Lagerbestände bereits den zehnten Monat in Folge aus Kostengründen verringert, obwohl die Einkaufspreise durch die begrenzte Nach frage auf den Weltmärkten erneut stark gesunken sind. Da sich hingegen der Rück gang der Verkaufspreise stark einbremste, entlasten die ak tuellen Preistrends im Februar im Durchschnitt die Ertrags lage der heimischen Unter nehmen. Bisher scheint die heimische Industriekonjunktur nicht von den Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus in China betroffen zu sein. Die Umfrageergebnisse im Detail zeigen aber: Die Hälfte der ausgewiesenen Verbesse
rung des Indikators war auf eine echte Belebung der Akti vität zurückzuführen, wäh rend die andere Hälfte eine Folge der Verlängerung der Lieferzeiten war. In der Regel werden längere Lieferzeiten stets als Anzei chen für eine zu langsame Anpassung an eine deutlich gestiegene Nachfrage inter pretiert. Derzeit dürften die längeren Lieferzeiten aller dings auf Störungen in den globalen Wertschöpfungsket ten infolge wirtschaftlicher Probleme durch die Ver breitung des Coronavirus hin weisen.
Walter Pudschedl Bank Austria Ökonom
Die heimischen Betriebe setzen unverändert auf ein sehr vorsichtiges Lagermanagement. Dies trotz gesunkener Einkaufspreise.
Wertpapier-KESt hält viele von Investments ab 26 Prozent würden in Wert papiere investieren, wenn es keine KESt geben würde. Die durchschnittliche Kreditsumme steigt um 18 Prozent und die Beliebtheit des Sparbuchs steigt wieder. Laut einer Integral-Studie schreckt die Wertpapier-KESt österreichische Anleger davor ab, in Fonds, Aktien oder Anleihen zu investieren. „In einer Zeit, in der es auf klassische Spareinlagen keine Zinsen gibt, sollten Maß nahmen e rgriffen werden, um Privatanlegern den Weg in Wertpapierinvestments zu vereinfachen. Die Kapital ertragssteuer auf Wertpapiere bewirkt leider das genaue Gegenteil“, hält Erste Bank CEO Peter Bosek fest. 15 Prozent der Österreicher, die überhaupt keine Wert
papiere besitzen, sagen, sie würden diese Veranlagungs form wählen, wenn es die 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf Wertpapierinvestments nicht geben würde. In Gesamt- Österreich (Wert papierbesitzer und Nicht
besitzer) sind es sogar 26 Prozent, die bei Abschaffung der KESt diese Anlageklasse verstärkt wählen würden. Und 53 Prozent aller, die schon Wertpapiere besitzen, würden ohne KESt verstärkt in Fonds, Aktien und Anleihen inves tieren.
Peter Bosek Erste Bank CEO
Auch wenn die Zinsen niedrig sind, sollte man bei langen Kreditlaufzeiten auf einen vergleichsweise günstigen Fixzinssatz zurückgreifen. Privatanlegern in Österreich sollte der Weg in Wertpapierinvestments erleichtert werden.
Finanzierungshöhe steigt Die weiterhin niedrigen Zinsen zeigen im Zwölf Monats-Trend eine steigende Kreditsumme: Sie stieg durch schnittlich um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr von 67.500 Euro auf 79.400 Euro an. „Auch wenn die Zinsen aktuell niedrig sind, sollte man bei langen Kreditlauf zeiten für Haus oder Woh nung un bedingt auf einen vergleichsweise günstigen Fixzinssatz zurückgreifen“, so Peter Bosek.
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Gold erreicht Allzeithoch in Euro „Getrieben durch Unsicherheiten um das Coronavirus und dessen wirtschaftliche Folgen sowie die weltweite Zinsflaute stieg der Goldpreis in Euro auf ein neues Allzeithoch.“ Zur aktuellen Situation rund um das Gold nahm Roland Rupprechter, MBA, GeschäftsfĂźhrer der R&B Research und VermĂśgensmanagement GmbH Stellung. Wie er dabei erläuterte, wurden in der Spitze fĂźr eine Feinunze Gold (etwa 31,1  Gramm) in der vergangenen Woche 1556,05 Euro gezahlt. In US-Dollar gerechnet stieg der Preis fĂźr das gelbe Edelmetall mit 1659,35 US-Dollar auf ein neues Sieben-Jahres-Hoch. Auch die Menge an Gold in Finanzprodukten hat sich zuletzt sukzessive erhĂśht. Allein beim weltgrĂśĂ&#x;ten Gold-ETF SPDR Gold Shares war im Februar ein Zuwachs von 903,21 auf 935,7 Tonnen (plus 32,49 Tonnen) registriert worden, was auf Basis des aktuellen
Goldpreises einem Gegenwert von Ăźber 1,5 Milliarden Euro entspricht.
anleihen ßblichen Zinsen (Opportunitätskosten) leichter fällt.
GroĂ&#x;es Kopfzerbrechen Rupprechter weiter: „Besonders die steigenden Zahlen an Coronavirus-Neuinfektionen auĂ&#x;erhalb Chinas bereiten den Investoren Kopfzerbrechen. In der letzten Februarwoche wurden erstmals auĂ&#x;erhalb Chinas mehr Infektionen gezählt als im Reich der Mitte selbst. Weltweit konnte das Virus inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen werden. Die Konjunktursorgen dĂźrften dadurch weltweit zu nehmen und die Notenbanken weiter an der Politik der niedrigen Zinsen fest halten lassen.“ Schon seit Jahren begĂźnstigt die Geldpolitik der groĂ&#x;en Notenbanken (Fed, EZB, BoJ) den Preistrend. Denn niedrige Zinsen gelten als vorteilhaft fĂźr Gold, weil dadurch der Verzicht auf die bei Staats-
Wichtigster Inflationsschutz „Gold wird an den Finanz märkten als Inflationsschutz Nummer eins gehandelt. Diese Eigenschaft hat das  gelbe Edelmetall etwa in den Siebzigerjahren deutlich unter Beweis gestellt. Im Verlauf des Jahrzehnts kletterte die Teuerung in den USA nach zwei Ă–lpreisschocks von rund zwei Prozent deutlich in den zweistelligen Bereich. Anfang der Achtzigerjahre erreichte der Goldpreis Notierungen Ăźber 800 Dollar je Feinunze, was einer Verzwanzigfachung im Lauf einer Dekade entspricht. Vor diesem Hintergrund Ăźberrascht es nicht, dass immer mehr private Anleger in Gold investieren, da es derzeit weder im Euro- noch im DollarRaum gelingt, die Teuerungsraten auszugleichen“, erläutert der Experte die HintergrĂźnde. Neben den privaten Investoren
Die internationalen Notenbanken kaufen so viel Gold wie selten zu vor. kaufen auch die internationalen Notenbanken so viel Gold ein wie selten zuvor, was direkt auf die Nachfrage einwirkt. Zu den stärksten Käufern gehĂśrten zuletzt die Notenbanken Russlands und Chinas. Ziel der Goldkäufe ist es, die eigene Währungsreserve un abhängiger vom Dollar zu Âmachen. Viele ZentralÂbanken haben in der Finanzkrise erkannt, wie anfällig ihre Währung bei globalen Krisen ist. Fast alle Länder, die zuvor keine groĂ&#x;en Reserven hatten, gehĂśrten Âdaher seit 2010 zu den Nettokäufern des EdelÂmetalls. Die zuletzt hohe Goldnach frage fĂźhrte laut Rupprechter zu einer stark Ăźberkauften Marktsituation, was der ÂRelative-Stärke-Index anzeigt. ÂDieser MaĂ&#x;stab vergleicht die Stärke von Kursverlusten innerhalb einer Periode mit  der Stärke der in dieser
Âeriode vorhandenen GeP winne. FĂźr die Ăźberkaufte Marktlage sind neben den genannten ÂInvestoren auch die Spekulanten verantwortlich. Sie haben sich in Erwartung hĂśherer Preise mehrheitlich „long“ aufgestellt. Anders hin-
Es macht in Zeiten wie diesen weiterhin Sinn, drei bis fßnf Prozent seines VermÜgens in Gold zu halten. Roland Rupprechter, MBA Geschäftsfßhrer R&B
gegen haben sich die Goldproduzenten Âpositioniert. Sie sichern die gegenwaĚˆrtigen Preise Ăźber Verkaufsoptionen ab oder Âhaben den Output bereits zu den aktuellen Preisen
weit in die Zukunft verkauft. Sie gehen somit von keinen weiteren Preissteigerungen mehr aus. Soll in Gold investiert werden? „Wir rechnen kurzfristig mit einem RĂźckgang des ,Ăźberhitzten‘ Goldpreises. Dieser kann genutzt werden, um eine strategische Position Gold aufzubauen. Denn in einem Umfeld, geprägt durch Un sicherheiten und sehr lockerer Geldpolitik, macht es weiterhin Sinn, drei bis fĂźnf Prozent seines VermĂśgens langfristig in Gold zu halten. Wer kurz fristige Marktschwankungen ausnutzen mĂśchte, investiert besser in ETCs (Exchange Traded Commodities). Diese dĂźrfen allerdings in ÂĂ–sterreich nicht rein in Gold investieren, sondern mĂźssen in breitere RohstoffkĂśrbe veranlagen“, so Rupprechter abschlieĂ&#x;end.
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„Der richtige Mix aus Wachstumsund Substanzaktien macht es aus“ „In diesem Jahr dürfte es an den Aktienmärkten nicht mehr so steil nach oben gehen wie im Vorjahr. Doch es darf trotz des schon lange andauernden Aufwärtstrends und aktuellen Störfaktoren wie dem Coronavirus heuer insgesamt mit einem leicht positiven Aktienjahr gerechnet werden.“ Das erläutert gegenüber den VN Jürgen Rupp, Wertpapierund APM-Consulting bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. Und er fährt fort: „Aktienanleger müssen jedoch noch etwas selektiver vorgehen, um die richtige Mischung an Wachstumsaktien und Substanz- aktien in ihren Portfolios zu finden.“ Steigende Unternehmens gewinne und die weiterhin lockere Geldpolitik werden weiter die bestimmenden positiven Faktoren an den Aktienmärkten bleiben. Doch Wachstumswerte sind mittlerweile vergleichsweise teuer, während substanzstarke Aktien aus der Old Economy wie Chemie, Automobil, Energie, Maschinenbau relativ attraktive Kurse aufweisen. „Wer Wachstumsaktien kauft, macht dies nicht in Hinblick auf die aktuellen Gewinne des Unternehmens, sondern mit der Erwartung auf deutlich steigende Gewinne in der Zukunft, wenn das Unternehmen eine beherrschende Markt position erreicht hat oder mit
In diesem Jahr dürfte es an den Aktienmärkten nicht mehr so steil nach oben gehen wie im Vorjahr. Jürgen Rupp Raiffeisen Landesbank
seinen innovativen Produkten den Markt revolutioniert hat“, erläutert Rupp. Unternehmen, die stark wachsen, rechtfertigen eine höhere Bewertung als Unternehmen, deren Gewinne und Umsätze eher stagnieren. Das bedeutet aber nicht, dass die Aktien von Wachstums unternehmen zu jeder Bewertung kaufenswert sind. Rupp: „Das Entscheidende ist, Aktien von Unternehmen zu
Wer Wachstumsaktien kauft, macht dies in Erwartung auf deutlich steigende Gewinne in der Zukunft. finden, die Umsatz und Gewinn nachhaltig steigern können, und trotzdem im Verhältnis zu ihren Ertragsniveau nicht übermäßig hoch bewertet sind. Bei der Bewertung eines Wachstumsunternehmens lässt sich das KGV (KursGewinn-Verhältnis) nur unzureichend anwenden. Denn ein Unternehmen, dessen Gewinn in Zukunft stark wachsen wird, rechtfertigt ein höheres KGV in Bezug auf den aktuellen Gewinn als ein Unternehmen mit eher stagnierenden Gewinnen. Wachstumsaktien sind eine Investition in die Zukunft und im Verhältnis zum aktuellen Unternehmensgewinn meist überbewertet.“ Eine sinnvolle Kennzahl zur Bewertung von Wachstumsunternehmen ist das PEG (Price-Earnings-Growth-Ratio). Faktisch berechnet sich das PEG, indem das KGV durch die Wachstumsrate des Gewinns geteilt wird. Das PEG von attraktiven Wachstumsaktien sollte zwischen 0 und 1,0 lie-
gen. So sollte das KGV eines Wachstumsunternehmens nach dieser Formel also höchs tens so hoch sein wie die zukünftige durchschnittliche Wachstumsrate des Gewinns. „Bei einem Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von 25 Prozent wäre demnach ein KGV von 25 angemessen, bei einem Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von 40 Prozent ein KGV von 40“, rechnet der Experte vor. Beispiele für Growth-Aktien Unter den Growth-Aktien finden sich Unternehmen, die innovativ sind, ständig expandieren und in wachsenden Märkten operieren. Beispiele dafür sind die berüchtigten Wachstumskoryphäen wie Apple, Amazon, Google oder Microsoft, die sich mit neuartigen Ideen oder Produkten dauerhaft gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten und den Markt inzwischen dominieren. Zu den Wachstumstiteln gehören aber nicht nur Hochtechnologieunter
nehmen, sondern u. a. auch Biotechnologie- oder Medizintechnikunternehmen. Generell besteht bei kleineren jungen Unternehmen allerdings immer das Risiko, dass die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden. Daher ist eine laufende Beobachtung dieser Unternehmen unumgänglich. Wenn Growth-Aktien ihre E rwartungen erfüllen, sind sie ein hervorragendes Investment. Aber sie sind auch deutlich riskanter, da der aktuelle Kurs größtenteils von zukünftigen und daher unsicheren Erwartungen bestimmt wird. Im Gegensatz ist ein Value- Titel eine Aktie mit weniger spektakulären Aussichten und daher niedriger bewertet. Diese Aktien sind defensiver und eignen sich eher für die aktuell unsicheren Zeiten. Wer in den MSCI-World-ValueIndex investierte, konnte zwar sein Vermögen seit Dezember 2009 bis Ende Februar 2020 mit 128 Prozent (8,50 Prozent p. a.) etwas mehr als verdop-
Jürgen Rupp Raiffeisen Landesbank
Steigende Unternehmensgewinne und die weiterhin lockere Geldpolitik werden positive Faktoren an den Aktienmärkten bleiben. peln. Doch mit den GrowthTiteln, im MSCI-WorldGrowth-Index, konnten Substanzwerte nicht ganz mithalten. Wachstumsaktien haben im selben Zeitraum 216 Prozent (12 Prozent p. a.) zugelegt. Aktuell liegt das KGV des MSCI World Growth bei 29. Value-Titel weisen dagegen im Schnitt nur ein KGV von 15 auf. Damit ist das Segment der Growth-Aktien um nahezu 100 Prozent höher bewertet
als das der Value-Aktien. Im langfristigen Durchschnitt beträgt dieser Abstand zwischen diesen beiden Segmenten lediglich 50 Prozent. So sollten sich, wenn sich die globale Wirtschaft vom CoronavirusSchock wieder erholt hat und die Konjunkturbarometer wieder nach oben zeigen, die Bewertungen von Wachstumstiteln und Substanzaktien wieder etwas angleichen. „Wachstumsaktien (Growth): Diese Unternehmen verzeichnen überdurchschnittliche Wachstumsraten bezüglich Umsätze, Gewinne und Inves titionen. Dies schlägt sich oft in einer höheren Bewertung der Kurse nieder. Substanzaktien (Value): Diese Unternehmen sind solide finanziert, verzeichnen regelmäßig angemessene Gewinne und sind auf ihrem Markt gut positioniert. Das Wachstum ist in der Regel moderater und die Unternehmen sind meist in traditionellen Branchen angesiedelt“, erklärt Rupp abschließend.
Bill Gates investiert in die Lithiumförderung Bill Gates finanziert mit seinem Investmentfonds Break through Energy Ventures das US-Start-up Lilac Solutions, das Technologien zur umweltfreundlicheren Förderung von Lithium entwickelt.
Die Lithiumgewinnung soll umweltfreundlicher werden.
Der von Gates gegründete und geleitete Fonds mit einem Fokus auf erneuerbare Energien sei einer von mehreren Großinvestoren, die insgesamt 20 Millionen Dollar (18,5 Millionen Euro) in das junge Unternehmen gesteckt hätten, teilte Lilac S olutions mit. Lilac Solutions will die ökologisch problematische Gewinnung von Lithium revolutionieren. Bisher werden bei ithiumförderung riesige der L Mengen von unterirdischem
Salzwasser aus dem Boden gepumpt. Das kalifornische Start-up will diesen aufwendigen Prozess günstiger, effizienter und umweltschonender machen. Lithium gilt als Wachstumsmarkt. Das Metall wird für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt, die in Elektroautos v erbaut werden. Am Fonds Breakthrough Energy Ventures, gegründet Ende 2016, sind auch Amazon-Gründer Jeff Bezos, US-Präsidentschafts ichael Bloomberg kandidat M oder Virgin- Gründer Richard Branson beteiligt. „Eine riesige Herausforderung“ Das neuartige Coronavirus könnte die Welt nach Ansicht von Microsoft-Gründer Bill
Gates möglicherweise in eine „sehr schlimme Lage“ bringen. „Es stellt uns vor eine riesige Herausforderung“, sagte Gates bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) in Seattle. „Es gibt viel, was wir nicht über diese Epidemie wissen, aber es gibt auch viel, was wir wissen, das zeigt, dass sie sehr dramatisch werden könnte – besonders, wenn sie sich in Gegenden wie dem südlichen Afrika oder dem südlichen Asien ausbreitet“, sagte Gates weiter. „Diese Krankheit wird, wenn sie nach Afrika kommt, dramatischer sein als in China – und ich will das, was in China passiert, nicht verharmlosen.“
Die EZB in Frankfurt/Main.
Kreditvergabe ohne Schwung Angesichts der trüben Konjunkturaussichten ist die Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum zum Jahresstart ohne großen Schwung geblieben. Die Banken gaben im Jänner lediglich 3,2 Prozent mehr Darlehen an Firmen aus als ein Jahr zuvor. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit.
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Freitag, 6. März 2020 Extra
„Frühjahrspanik“ an den Börsen Mit Johannes Hefel, Vorstandsmitglied der Hypo Vorarlberg, führten die VN das folgende Gespräch über die aktuelle Situation auf den Kapital- und Anlagemärkten angesichts der Entwicklung um das Corona virus, die Zinsentwicklung sowie zu Gold als Anlageform. Macht sich Panik an den Aktienmärkten breit? Unsicherheit und Angst greifen auch an den Börsen um sich. Geht es an den Börsen auch nicht um die eigene, persönliche Gesundheit oder um die Gesundheit der Familie, so drücken dennoch die Entwicklungen um das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) auf die Stimmung der Kapitalanleger und machen sie nervös. Mehrere Paniktage hintereinander (Rückgänge um drei Prozent oder mehr) sind selten – insbesondere an den amerikanischen Börsen. Es gibt dafür nachvollziehbare Gründe: Die Coronavirus- Epidemie trifft auf eine Welt- Die Coronavirus-Epidemie gefährdet insbesondere die exportlastigen Wirtschaftsnationen. wirtschaft mit wenig Schwung und gefährdet insbesondere mit globalen Lieferketten sind renden Maßnahmen der WirtEntscheidend wird sein, die exportlastigen Wirtbereits jetzt von Chinas Maß- schafts-, Fiskal- und Notenschaftsnationen. nahmen zur Eindämmung der bankpolitik weltweit auf die wie lange die Corona Verbreitung des Virus betrof- Konjunktur haben werden. Es virus-Epidemie anhält Was sind erkennbare Nachfen. Die negativen Angebots- ist durchaus vorstellbar, dass und ob sie sich zur teile für die Wirtschaft durch effekte der Viruskrise werden die negativen Wachstums das Coronavirus? sich im ersten und vermutlich effekte im laufenden Jahr Pandemie ausweitet. Von entscheidender Bedeuzweiten Quartal negativ auf zum Teil kompensiert werden tung mit Blick auf die wirtdas Wachstum und die Unter- können. Johannes Hefel schaftlichen Folgen des Coronehmensgewinne multinatioHypo-Vorstandsmitglied navirus ist, wie lange die Epinaler Konzerne auswirken. Was tut sich sonst noch in demie anhält und ob sie sich Die OECD rechnet mit einem der globalen Wirtschaft? zur Pandemie ausweitet. Die discher Unternehmen in Chi- Rückgang des globalen BIPIn den USA wiesen zuletzt Eindämmungsmaßnahmen na, ausfallende Zulieferungen Wachstums von 2,9 Prozent die Frühindikatoren für die belasten die chinesische Kon- an Unternehmen weltweit im Jahr 2019 auf 2,4 Prozent Konjunkturentwicklung nach junktur mit Sicherheit. Über und fallende Touristenzahlen im Jahr 2020. Entscheidend oben. Die Betroffenheit durch Nachfrageausfälle in China, trifft es auch andere Länder. wird auch sein, welchen Effekt das Coronavirus ist auch geProduktionsausfälle auslän- Insbesondere Unternehmen die zu erwartenden stimulie- ringer als in Europa und Asien.
Als Folge rechnen wir mit einer relativ guten Entwicklung der US-Wirtschaft im laufenden Jahr. Stimulierungsmaßnahmen bedingt durch die Präsidentschaftswahl 2020 werden dies unterstützen. In Europa – insbesondere in Deutschland – werden die Wachstumsraten in der Wirtschaft für das Jahr 2020 deutlich tiefer und nicht mehr wesentlich über null Prozent erwartet. Und wie schaut es mit den Zinsen aus? Die aktuelle Situation hat wieder zu Rückgängen bei den zehnjährigen Renditen geführt – zum einen bedingt durch die Flucht aus Aktien in Anleihen und zum anderen durch das Wiederaufleben von Rezessionsängsten. In Summe bieten langfristige Anleihen ninteressantes Renditeein u Risiko-Verhältnis. Bei den kurzfristigen Zinsen ist mit deutlichen Reduktionen der Notenbanken zu rechnen, was die Aktienmärkte mittelfristig stützen sollte. Wie kann es an den Aktienbörsen weitergehen? Die Furcht vor einem Konjunktureinbruch durch die Coronavirus-Epidemie sorgte an den Börsen für einen Ausverkauf. Jedenfalls trifft SarsCoV-2 schon jetzt die Wirtschaft sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite empfindlich: Konsum- und Investitionsentscheidungen werden hinausgezögert und Präventivmaßnahmen stören Lieferketten. Vor allem im ersten Halbjahr
rechnen wir deshalb mit einem herben Dämpfer bei der Gewinnentwicklung der Unternehmen. Daher dürften auch die hohen Schwankungen an den Märkten zunächst anhalten. Längerfristig bleiben Aktieninvestments attraktiv, zumal sie im Vergleich zu Alternativen am Rentenmarkt nun noch besser abschneiden. Was spricht jetzt noch für ein Investment in Gold? Gold hat wie erwartet und wie auch empfohlen seine Funktion als Versicherung für Einbrüche an den Aktienmärk ten beispielhaft wahrgenommen. Der Preis ist in Euro auf ein Allzeithoch gestiegen. Wenn die Pandemie-Befürchtungen bezüglich des Coronavirus zurückgehen sollten, wird auch der Preis des Goldes vorübergehend fallen. Mittelund längerfristig spricht dennoch vieles für ein Investment in Gold als Versicherung in unsicheren Zeiten.
Johannes Hefel, Vorstands mitglied der Hypo Vorarlberg.
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Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes. Das veröffentlichte Prospekt und das Kundeninformationsdokument des Fonds finden Sie unter www.hypovbg.at. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung einer Veranlagung zu.
8 Private Banking
Freitag, 6. März 2020 Extra
Coronavirus erfasst Weltwirtschaft Die VN sprachen zu diesem aktuellen Thema mit Mag. Christoph Flatz, „Private Banking“Experte der Sparkasse. Die von einem Coronaviren stamm ausgelöste Lungen erkrankung COVID-19 hat sich zu einem Gesundheitsnot stand internationaler Trag weite entwickelt, der auch die Wirtschaft erfasst hat. Der Wert einer gut ausbalan cierten Investmentstrategie wird nun besonders deutlich. Mag. Christoph Flatz „Private Banking“Experte Sparkasse
Wer in Wertpapiere investiert, sollte sich der Kursschwankungen bewusst sein und einen langen Veranlagungshorizont mitbringen. Der Schwerpunkt von COVID-19 liegt in der Volksrepublik China. Inwiefern stellt das eine globalwirtschaftliche Bedrohung dar? In den vergangenen 30 Jah ren konnten wir eine rasante wirtschaftliche Entwicklung in China beobachten. Bis heute lockt das Reich der Mitte im mer noch mit niedrigeren Pro duktionskosten und großzügig ausgelegten Umweltauflagen. Im großen Stil werden Waren in den Westen exportiert. Mit einem Bruttoinlandsprodukt
(BIP) von 13.368 Milliarden USDollar im Jahr 2018 liegt die Volksrepublik deshalb bereits auf Platz zwei hinter den USA mit 20.580 Milliarden. China ist heute mit rund 1,21 Billi onen US-Dollar auch der größ te Gläubiger der Vereinigten Staaten. Darüber hinaus ist China ein gigantischer Absatz markt mit konsumhungrigen und kaufkräftigen, vor allem jungen Menschen. Nun schwä chelt die chinesische Konjunk turlokomotive, weil ganze Pro duktionszweige stillstehen. So wird auch für die breite Öffent lichkeit deutlich, welche Rolle das Land globalwirtschaftlich spielt. Lassen sich die Konsequenzen bereits quantifizieren? Die Ratingagentur Fitch warnte bereits zu Beginn der Epidemie, dass durch die Vi rusfolgen das chinesische Wirtschaftswachstum 2020 von den erwarteten 5,9 auf 5,4 Prozent gedrückt werden könnte. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Internationa le Währungsfonds. Die IWFChefin Kristalina Georgiewa senkte beim letzten G20-Fi nanzministertreffen in Riad die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft um 0,4 Prozentpunkte, für die globale Wirtschaft um 0,1 Pro zentpunkte – gesetzt den Fall, dass im zweiten Quartal 2020 wieder zur Normalität zurück gekehrt werden kann. Sie sieht eine globale Kooperation unabdingbar, um die ökono mischen Konsequenzen für alle einzudämmen. Den Im pact, den eine kontinentüber
Nachfrage aus China zu Ge winneinbrüchen führt. Aber auch Fluggesellschaften und Touristiker geraten besonders unter Druck. Die Liste der Betroffenen ist leider lang.
Die Auswirkungen gerade auf die Autoindustrie sind gravierend. greifende Ausbreitung einer Krankheit auf die Weltwirt schaft hat, bezifferten 2017 die Ökonomen Fan, Jamison und Summers mit rund 500 Milli arden US-Dollar pro Jahr. Die „Commission on a Global Health Risk Framework for the Future“ geht davon aus, dass Pandemien im 21. Jahrhundert der Weltwirtschaft über sechs Billionen US-Dollar kosten werden. Gibt es Branchen, die ganz besonders betroffen sind? Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Automobil industrie sind gravierend.
hina ist nicht nur der größte C Automobilmarkt für neue Fahrzeuge, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle als Zulieferer für die ganze Welt. Der weltweite Marktfüh rer VW setzt rund 40 Prozent seiner Fahrzeuge allein in China ab. Zudem fließen nochmals drei Milliarden Euro aus chinesischen Joint Ven tures in Richtung Wolfsburg. Ganz ähnlich sieht es auch bei den anderen deutschen Auto mobilherstellern MercedesBenz, Audi, BMW und Porsche aus. Und da China mit einem Ausfuhrvolumen von bis zu sechs Milliarden US-Dollar zu
den Exportführern bei Fahr zeugteilen wie Bremsen, Elek tronik, Fahrgestellen und Rädern zählt, prophezeit die Boston Consulting Group, dass Folgen der gestörten Lie ferkette für die Konzernzen tralen rund um den Globus spürbar werden. Fiat-Chrysler war bereits gezwungen, aus Mangel an Zulieferteilen ein Werk in Serbien stillzulegen. Die Automobilindustrie ist allerdings nur ein Aspekt von vielen. Die unterbrochene Liefer kette führt auch dazu, dass Apple die iPhone-Produktion einschränkt und die geringere
Gibt es auch positive Nachrichten? Peking versucht nun mittels Notkrediten Geld in die dar niederliegende Wirtschaft zu pumpen. Mit Corona-Anlei hen ermuntert die Regierung Unternehmen, sich selbst bil liges Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen. Und unabhängig davon gibt es auch selbstver ständlich Branchen, die von der aktuellen Lage begünstigt werden: So winken weltweit Umsatzzuwächse für die Her steller von Schutzbeklei dungen wie Atemschutzmas ken oder Schutzanzüge, die industrielle Reinigung und Hygiene-Branche. Auch die Anbieter bioanalytischer und pharmazeutischer Produkte und Dienstleistungen haben Hochkonjunktur. Wie sollen Anleger in dieser Situation reagieren? Schwerpunktmäßig befin den sich die asiatischen Fi nanzmärkte wegen COVID-19 aktuell auf Talfahrt. Auch welt weit haben die Kurse nachgegeben. Wer sein Ver mögen strategisch auf unter schiedliche Anlageklassen aufgeteilt und auf langfristige Trends ausgerichtet hat, kann Kursschwankungen besser ausbalancieren. Das Private Banking der Vorarlberger Sparkassen bietet hierzu ver ständliche Produkte und indi viduelle Konzepte.
Braucht jedes Wochenende Adrenalin. Braucht Ideen für morgen. Braucht klare Antworten. Wi haben Wir h b verstanden, d dass d Fragen, F die di über üb die di Zukunft Z k f entscheiden, h id h heute kl klare Antworten erfordern. Sprechen Sie deshalb mit uns über Ihre Ziele für Ihr V ö
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