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2020-09-11_Extra Private Banking

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Private Banking 11. September 2020

Erholungskurs Industrie wächst, aber langsamer

Nachhaltigkeit Das Thema hat an Bedeutung gewonnen

Technologieaktien Sie dominieren immer mehr die Märkte


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Freitag, 11. September 2020 Extra

Der Index der Produktionserwartungen innerhalb der kommenden zwölf Monate ist auf 56 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit einem halben Jahr und liegt über dem langjährigen Schnitt.

Österreichs Industrie befindet sich weiterhin auf einem Erholungskurs Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im ­August liegt mit 51,0 Punkten den zweiten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle. Die erneut kräftige Produktionsausweitung stützte sich auf Auftragszuwächse aus dem Inland und erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise auch aus dem Ausland. Trotz Verlängerungsmöglichkeit für die Kurzarbeit beschleunigte sich der Beschäftigungsabbau. Die mit Beginn des dritten Quartals 2020 eingesetzte Erholung der Industriekon­ junktur in Österreich setzt sich fort. „Der EinkaufsManagerIndex übertraf mit 51,0 Punkten im August den zweiten Monat in Folge die Wachstumsschwelle von 50 Punkten“, meint Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Das hohe Wachstumstempo, mit dem die österreichische Industrie die Rezession infolge der Pandemie im Vor­monat hinter sich gelassen hat, konnte allerdings nicht ganz gehalten werden. Im bestehenden schwierigen Wirtschafts­ umfeld, geprägt von hoher Unsicherheit, hat sich das Erholungstempo nach dem ­

Walter Pudschedl Ökonom

Die Erholung des globa­ len Handels stärkt den aufkeimenden Optimis­ mus in der stark export­ orientierten heimischen Industrie. Hochfahren aus dem Lockdown bereits spürbar verlangsamt.“ Der vorläufige EinkaufsManagerIndex für den Euroraum ist nach dem starken Anstieg im Juli nur geringfügig um ein Zehntel auf 51,7 Punkte gesunken, getragen von klaren Rückschlägen für einige süd­ europäische Länder, während die Aufwärtsbewegung in Deutschland andauerte. Die Verlangsamung des Er­ holungstempos der österreichischen Industrie im August spiegelt sich in fast allen Komponenten des EinkaufsManagerIndex wider. „Die aktuelle

Entwicklung der heimischen Industrie ist durch ab­ nehmende Zuwächse der ­Inlands­aufträge gekennzeichnet, die sich im August in ­einer geringeren Produktions­ ausweitung niederschlug. Sinkende Ein- und Verkaufspreise, der anhaltende Lager­ abbau und vor allem der beschleunigte Jobabbau weisen auf noch hohe unausgelastete Kapazitäten hin, die neben dem schwächelnden Nachfragetrend dem eingesetzten Aufschwung die Dynamik rauben“, ­ ruckbauer zu den wichso B ­etails der monat­ tigsten D lichen U ­mfrage unter heimischen Einkaufsmanagern. Geringere Auftragszuwächse Die heimischen Industrie­ betriebe haben die Produktion im August deutlich langsamer erhöht als im Vor­ monat. Der Produktionsindex sank auf 55,5 Punkte, was ­jedoch trotzdem auf die zweitstärkste Expansion seit zwei Jahren hinweist. „Die spürbar schwächere Zunahme der Neuaufträge hatte den stärks­ ten Einfluss auf die Verlang­ samung des Industrieaufschwungs im August. Dieser war ausschließlich der gerin-

geren Dynamik der Inlandsaufträge geschuldet, während erstmals seit Jänner die Exportaufträge leicht expandierten. Die Erholung des globalen Handels stärkt den aufkeimenden Optimismus in der stark exportorientierten heimischen Industrie“, meint Ökonom Walter Pudschedl. Weniger Beschäftigte Trotz der im Juli eingesetzten Erholung setzte sich der Beschäftigungsabbau in der österreichischen Industrie den sechsten Monat in Folge fort und beschleunigte sich im August sogar noch. Der Beschäftigungsindex sank auf 44,7 Punkte. „Obwohl seit Beginn der Erholung kräftige Auftragszuwächse verzeichnet werden konnten und die Produktion ausgeweitet wurde, liegt die Kapazitätsauslastung der heimischen Industrie aktuell um fast 10,0 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Trotz der Verlängerung der Kurz­arbeits­regelungen haben die heimischen Industrie­ betriebe mittlerweile begonnen ihre Personalkapazitäten an die geringere Auslastung anzupassen“, meint Pudschedl.

In den ersten acht Monaten 2020 sank die Beschäftigung bei der Herstellung von Waren um durchschnittlich 1,4 Prozent bzw. 8500 Personen ­gegenüber dem Vorjahr. Erholung mit Risiken Nach der Rückkehr der österreichischen Industrie auf einen Wachstumspfad im Juli setzt die heimische Industrie den Expansionskurs im August fort, jedoch mit deutlich geringerem Tempo. Die Dynamik der Inlandsaufträge hat nachgelassen und auch die Produktionsausweitung verlangsamte sich. Nach den Anfangserfolgen auf dem Weg aus dem Lockdown werden für die heimische Industrie nunmehr die Schwierigkeiten bei der Rückkehr zu alter Stärke offenbar. Mit der erstmaligen Zunahme der Exportnachfrage erscheint für die global tätige Industrie nun ein Silberstreifen am Horizont, doch liegt die Nachfrage aus dem In- und Ausland noch weit unter dem Vorkrisen­ niveau, was sich in weiteren Personalanpassungen niederschlagen wird. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, der hohen

Verunsicherung und des erneuten kurzfristigen Rückgangs der Dynamik hat die heimische Industrie die Rezession mittlerweile hinter sich gelassen und langsam macht sich unter den Betrieben zumindest mittelfristig wieder vorsichtiger Optimismus breit. Der Index der Produktions­ erwartungen innerhalb der kommenden 12 Monate ist auf 56 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit einem halben Jahr und liegt sogar geringfügig über dem langjährigen Durchschnitt“, meint Bruckbauer abschließend.

Stefan Bruckbauer Chefökonom

Der EinkaufsManager­ Index übertraf mit 51,0 Punkten im August den zweiten Monat in Folge die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Finanzvermögen ist auf Rekordniveau Stärkster BIP-Rückgang.

Rezession in Singapur Die Corona-Pandemie hat den Stadtstaat Singapur in die Rezession gestürzt. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 41,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Rückgang 12,6 Prozent. Analysten zufolge bedeuten die Daten den stärksten jemals verzeichneten Rückgang des BIP in Singapur.

Nach dem massiven Einbruch der Märkte aufgrund der Corona-Krise im ersten Quartal haben private Haushalte in ganz Europa deutlich an Finanz­ vermögen verloren. 771 Mrd. Euro gingen im Euroraum binnen drei Monaten verloren, in Österreich waren es 15 Mrd. Euro, zeigte eine Studie der ING Bank. Mittlerweile haben die Märkte aber wieder aufgeholt und die Österreicher so viel Finanz­ ­ vermögen wie nie zuvor. Gegenüber Dezember 2019 ging das private Finanzvermögen in der Eurozone um 3,0 Prozent oder 771 Mrd. Euro im ersten Jahresviertel auf 25,1 Billionen Euro zurück. Der Auslöser hierfür waren die ­coronabedingten massiven Kurseinbrüche an den Finanzmärkten.

In Österreich verloren private Haushalte an den Märkten mit 15 Mrd. Euro (minus 2,2 Prozent auf 701 Mrd. Euro) vergleichsweise wenig. Hohe Bankeinlagen „Grund dafür ist der vergleichsweise hohe Anteil an Bankeinlagen inklusive Bargeld und sonstigen Anteilsrechten an Unternehmen, die entweder gar nicht oder nur in geringem Maße auf Schwankungen des Kapitalmarktes reagieren“, hieß es in einer Aussendung der ING Österreich. Bankeinlagen machen in Österreich rund 41 Prozent des Finanzvermögens aus, in der Eurozone sind es im Durchschnitt nur 35 Prozent. In anderen Ländern der Eurozone waren die Einbußen deutlich höher. Sparer in Griechenland verloren beispiels-

weise elf Prozent ihres Finanzvermögens, in Italien waren es 5,1 Prozent und in Belgien 4,4 Prozent. Deutschland kam mit einem Minus von zwei Prozent wie Österreich eher glimpflich davon. Nur in drei der 19 Euroländer – Litauen, Niederlande und Zypern – konnten die Privathaushalte im Vergleich zum Vorquartal ihr Vermögen steigern. Laut Schätzungen der ING dürfte das im ersten Quartal gerissene Loch in Österreich aber mittlerweile wieder gestopft sein. Die Erholung der Finanzmärkte und hohe Neuanlagen hätten das Finanzvermögen privater Haushalte bis zum Ende des ersten Halbjahres um drei Prozent auf 722 Mrd. Euro erhöht. Das wäre „der höchste absolute Vermögensanstieg aller Zeiten“ in einem Quartal, so die ING.

Bankeinlagen machen in Österreich 41 Prozent des Finanz­ ver­mögens aus. In der Eurozone sind es im Schnitt 35 Prozent.


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Freitag, 11. September 2020 Anzeigen

Zwischen Lockdown und Lockerungen Langläuferrenditen. Damit würde die Geldpolitik die Hoheit über den Geldmarkt und den Rentenmarkt im US-DollarRaum reklamieren. Auch die EZB-Verantwortlichen heizen die Spekulation auf weiterhin niedrige Renditen an. Chefvolkswirt Philip Lane hat aktuell versichert, den „notwendigen geldpolitischen Stimulus zu liefern“, um den Aufschwung in Nach-Corona-Zeiten abzusichern, niedrige Leitzinssätze und anhaltende Anleihekäufe in beträchtlicher Größenordnung inklusive. Vor diesem Hintergrund sehen wir, zumindest auf eine mittlere Frist, nur minimales Potenzial für nennenswert höhere Renditeniveaus.

Karl-Heinz Strube, Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg, erklärt die Auswirkungen der Corona-Krise. Stichwort Covid-19-Krise: Haben wir das Schlimmste hinter uns? Karl-Heinz Strube: Blickt man auf die globalen Infektionszahlen, kommt man zum Schluss: Wir stecken noch mittendrin. Es scheint aber, als habe sich die Welt an die Umstände rund um Covid-19 gewöhnt. Der Weg zur Normalität ist immer noch weit, wir reden hier nicht von einem Kurzstreckenlauf, sondern eher von einem Marathon. Der akute Stillstand der Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal ist ausgestanden. Den Aufschwung rund um den Globus werfen indes, wie es den Anschein hat, vielerorts neuerliche Infektionsherde und deren Bekämpfung zurück. Blickt man auf die kommenden Herbst- und Wintermonate, käme ein wirkungsvoller Impfstoff gegen Covid-19 gerade zur rechten Zeit! Wie geht es mit der Wirtschaft in Zukunft weiter? Mittlerweile blicken die Unternehmen wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. So haben sich die weltweiten Einkaufsmanagerindizes nach Art eines „V“ schwungvoll und wie erwartet erholt. Üppige fiskalpolitische Spritzen tun ein Übriges. Regierungen jonglieren mit gigantischen Rettungspaketen, um die Unternehmen im Land, die Privathaushalte und Bundesländer zu unterstützen. Auf europäischer Ebene ist ein Finanzrahmen von 1,8

Asset Manager Karl-Heinz Strube berichtet unter anderem über die wirklichen Treiber des Aktienmarkts. Bio Euro für die kommenden sieben Jahre verabschiedet worden, einschließlich eines Hilfspakets von 750 Mrd. Euro für die am stärksten von der Pandemie gebeutelten Länder. Somit ist davon auszugehen, dass das Wirtschaftswachstum über die nächsten zwölf Monate wieder stark anziehen wird. Was passiert gerade an den Börsen bzw. Aktienmärkten? Die großen globalen Aktienmärkte bewegen sich größten-

teils wieder auf ihren Niveaus vor der Krise. Jedoch sticht der amerikanische Aktienmarkt besonders hervor. Als wäre nichts gewesen, eilen dort die Indizes von Allzeithoch zu Allzeithoch. Allen voran der Technologiesektor, der am stärksten abschloss. Dies liegt vor allem an den besonders hoch gewichteten großen Technologietiteln, die seit Ende 2019 teilweise noch beeindruckendere Rallyes hinlegten. Spätestens dann, wenn sich abzeichnet, dass der

Durchbruch bei der Entwicklung eines flächendeckend einsetzbaren Impfstoffs gegen das Coronavirus geschafft ist, dürfte es zum Favoritenwechsel kommen. Die in der Tendenz noch zurückgebliebenen Zykliker (z. B. Industrieunternehmen oder Rohstofferzeuger) sollten dann wieder stärker gefragt sein. Welche Rolle spielen die Zentralbanken in weiterer Folge? Die führenden Notenbanken der Welt wollen so lange mone-

Foto: Marcel A. Mayer

tär stützen, bis der Aufschwung „in trockenen Tüchern“ ist. Die US-Notenbank hat jüngst einmal mehr ihre Zusage bekräftigt, „alles zu tun, was nötig ist, und so lange es nötig ist“, um der Wirtschaft des Landes über die Folgen der Corona-Krise hinwegzuhelfen. Die Rolle der Marktteilnehmer sind gespalten darüber, wie weit die Währungshüter in diesem Zusammenhang gehen werden. Im Raum steht nicht weniger als eine explizite Adressierung der

Goldinvestments: Kommt der goldene Herbst? Im Jahr 2020 ist Gold auf USDollar-Basis bereits um mehr als 25 % angestiegen und erreichte mit einem Stand von über USD 2.000 je Feinunze zwischenzeitlich sogar ein neues Allzeithoch. Getrieben wurde der Goldpreis zuletzt von den anhaltenden CoronaÄngsten, der gestiegenen Nachfrage nach Münzen und Barren und vor allem von den Käufen der physisch hinterlegten ETCs (Exchange Traded Commodities). Deren Goldbestände stiegen im laufenden Jahr bereits um ca. 28 % oder mehr als 700 Tonnen. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2019 nahmen die Gold-Bestände der ETCs lediglich um 360 Tonnen zu. Sofern die ETCs das Tempo ihrer Käufe aufrechterhalten können, dürfte sich der Höhenflug des Edelmetalls fortsetzen. Andernfalls ist mit Korrekturen zu rechnen.

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Ökonom Felbermayr traut Europa nicht mehr so viel Wachstum zu Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), der Öster­ reicher Gabriel Felbermayr, warnt vor einem demogra­ fischen Schock und fordert eine Weiterbildungspflicht für alle Altersgruppen. Der Ökonom traut Europa nicht mehr so viel Wachstum zu, auch, weil die Bevölkerung zu alt ist. In dieser überalterten Gesellschaft gebe es viele Menschen, die mitten in der Corona-Krise aufhören zu arbeiten.

Gabriel Felbermayr Institut für Weltwirtschaft

Viele verlieren den Mut durch Corona. Wenn man 30 ist, kann man nicht aufgeben. Aber wenn man kurz vor 60 ist, dann kommt die Pension. Am unteren Ende der Skala des Wachstums des Bruttoinlandprodukts liegt Indien. „Der Corona-Schock korreliert mit dem demografischen Schock. Das hat keiner auf dem Radar“, sagte Felbermayr in einem Interview. „Viele verlieren den Mut durch Corona. Wenn man 30 Jahre alt ist, kann man nicht aufgeben. Aber wenn man kurz vor 60 ist, dann kommt die Pension“, so der Ökonom. Arme Länder könnten schnelles Wachstum eher schaffen als Länder mit hohem Pro-

Kopf-Einkommen. „Eine alte Bevölkerung konsumiert andere Produkte – nicht mehr so viel Hightech. Statt eines modernen Bordcomputers muss das Auto einen bequemen Sitz haben. Treppenlift statt Smartphone. Da bleiben wir bei den alten Technologien“, sagte Felbermayr. Europa sei nicht für die Digitalisierung gerüstet. Es gebe zwar eine Schulpflicht, aber es brauche eine Pflicht einer Wei-

terbildung, fordert der IfWPräsident. „Damit man nicht mit 40 Jahren den Anschluss verliert und mit 50 arbeitslos ist. Es braucht eine Pflicht, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen.“ Der Staat müsse die Infrastruktur schaffen. China habe den starken Einbruch im ersten Quartal im zweiten Quartal schon wieder wettgemacht, so Felbermayr. Im Vergleich zu anderen Län-

Treppenlift statt Smartphone. Da bleiben wir bei den alten Technologien. Europa ist nicht für die Digitalisierung gerüstet. Gabriel Felbermayr Institut für Weltwirtschaft

dern komme China sehr gut durch die Krise, statt um sechs

Prozent wachse die chinesische Wirtschaft um zwei oder drei Prozent. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt werde 2020 hingegen um fast fünf Prozentpunkte fallen, prognostiziert Felbermayr. Am unteren Ende der Skala liegt Indien. Für Österreich geht das Kieler Institut für Weltwirtschaft davon aus, dass der Schaden über die Jahre 2020 und 2021 gerechnet über 45 Mrd. Euro

14 Frauen im Vorstand von österreichischen Börsenunternehmen Chefinnen bleiben in Öster­ reichs Unternehmen weiterhin die Ausnahme. Von 191 Vor­ ständen in börsennotierten Unternehmen sind aktuell nur 14 Frauen, geht aus dem „EY Mixed Leadership“-Barometer Österreich des Beratungsunter­ nehmens EY hervor.

– denn bei gleichbleibender Zahl weiblicher Vorstände wurden neun zusätzliche Männer in die Chefetagen aufgenommen. Nach wie vor ist in 45 von 58 österreichischen börsennotierten Unternehmen keine Frau im Vorstand vertreten.

Obwohl die Zahl der Aufsichtsrätinnen steigt, erfüllt jedes vierte Unternehmen nicht die Quote von 30 Prozent. Im Vergleich zum Jahres­ beginn gab es mit Stichtag 1. August 2020 in den Vorstandsrängen sogar einen leichten prozentuellen Rückgang der Frauen von 7,7 auf 7,3 Prozent

Drei Frauen sind CEO Drei Frauen stehen als CEO ganz oben: Herta Stockbauer bei der BKS Bank, Karin Trimmel beim Kräuterlikörhersteller Gurktaler und Elisabeth Stadler bei der Vienna Insurance Group. Sechs Frauen sind Finanzvorstände. Die meisten Vorstandsdirekto-

rinnen sind in der Konsumgüterbranche anzutreffen, wo ihr Anteil bei 19 Prozent liegt. An zweiter Stelle folgt die IT(12,5 Prozent) und an dritter Stelle die Finanzbranche (7,7 Prozent). Keine einzige Vorständin gibt es in Österreich in fünf Branchen: Automobil, Immobilien, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport. Hingegen steigt der Frauen­ anteil in den Aufsichtsgremien: Seit Jahresbeginn ist in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen (Wiener Börse Index) die Anzahl der Frauen von 26,2 ­ auf 27,2 Prozent gestiegen. In den Aufsichtsgremien sind 145 Frauen (27,2 Prozent) und 389 Männer (72,8 Prozent) ­ ertreten. v Mehr Aufsichtsrätinnen Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist damit bereits das siebente Halbjahr in Folge gestiegen. Die meis­ ten Aufsichtsrätinnen gibt es in der Energiebranche (35,5 Prozent), gefolgt von der Finanz- (33,1 Prozent), Trans­ port- (29,6 Prozent) und Teleko m m u n i k at i o n s b ra n c h e (26,7 Prozent).

Die Anzahl der Frauen in den Kontrollgremien steigt.

Gesetzliche Genderquote Seitdem mit 1. Jänner 2018 die gesetzliche Genderquote von

betragen könnte. Auch ein schnelles Hochfahren nach der Krise mache diese Verluste nicht ungeschehen. Felbermayr warnt vor einem Umbau der Wirtschaft hin in Richtung Regionalisierung. „Das ist Wirtschaftsmasochismus“, sagte er. Denn würde die gesamte Wertschöpfungskette in Österreich erfolgen, würde dies die heimischen Produkte verteuern und die Wett­ bewerbsfähigkeit leiden.

Nach Vorbild Österreich Die Linke in Deutschland fordert eine Rentenreform nach dem Vorbild Öster­ reichs, wodurch Rentner in Deutschland deutlich mehr Geld bekommen würden. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat dazu ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages in Auftrag gegeben. Bartsch sagte: „In Österreich erhält ein Durchschnittsverdiener, wenn er in Rente geht, rund 800 Euro mehr als ein Durchschnitts­ verdiener hierzulande.“

An der Spitze: Elisabeth Stadler bei der Vienna Insurance Group. 30 Prozent in Kraft getreten ist, erhöhte sich der Frauen­ anteil in den Kontrollgremien deutlich von 18,8 auf 27,2 ­Prozent. In 66 Prozent der gelisteten österreichischen Unternehmen sind inzwischen mindes­ tens zwei Aufsichtsräte Frauen, bei 81 Prozent gibt es zumindest ein weibliches Gremiumsmitglied. Doch auch hier gibt es noch Aufhol­ bedarf: Fast jedes vierte ­verpflichtete österreichische Unternehmen erfüllt die Quote im Aufsichtsrat noch nicht. Das eindeutige GeschlechterMissverhältnis an der Spitze

der Unternehmen zeige, dass der Aufstieg für Frauen in die Vorstandsetagen weiterhin sehr schwierig sei und die Unterstützung von Politik, ­ Unternehmen und auch vom persönlichen Umfeld teilweise fehle, sagt Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich. „Wenn die Zahl der Frauen weiter im Tempo der letzten Jahre von unter einem Prozentpunkt steigt, wird es bis zum Jahr 2073 dauern, bis in den Vorstandsgremien 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer sitzen.“

Für eine Rentenkasse Österreich zeige, dass es anders gehe – unter anderem mit einer Rentenkasse, in die alle einzahlen müssten, auch Abgeordnete, Selbstständige und Beamte. „Wir brauchen eine große Rentenreform in Deutschland, die sich an Österreich orientiert“, forderte der Fraktionschef in einem ­Interview mit einer Tageszeitung.

Rentenreform ist gefragt.


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Freitag, 11. September 2020 Extra

Nachhaltigkeit gewinnt bei der Anlage immer mehr an Bedeutung Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen.

(sogenannte ESG-Investments) in der Krise bewährt haben.

Christof Kogler, BTV-Geschäftsleiter für das Privatkundengeschäft in Vorarlberg, erklärt, wie sich Anlagen, die ethisch-soziale bzw. nachhaltige Kriterien berücksichtigen

Wie hat sich das Thema Nachhaltigkeit bzw. die nachhaltige Geldanlage durch die Coronavirus-Krise entwickelt? In den letzten Monaten konnten wir eine verstärkte Nachfrage nach ESG-Investments verzeichnen. Durch die Pandemie rückten besonders die Themen Regionalität und eine ökologische Lebensweise noch stärker in den Fokus. Viele Menschen möchten dies auch in ihrer Vermögensanlage umsetzen und ESG-Investments bieten dazu eine sehr gute Möglichkeit.

Christof Kogler, BTV.

Viele Nachhaltigkeitsfonds haben in der Krise besser abgeschnitten als konventio-

nelle Investments. Auf welche Faktoren ist dies zurückzuführen? Ein Grund könnte sein, dass Unternehmen mit starker ESG-Orientierung oft besonders vorausschauend handeln

und generell ein robusteres Geschäftsmodell aufweisen. Diese Unternehmen haben tendenziell eine geringere Verschuldung, niedrigere Gewinnschwankungen sowie Kapitalkosten. Dadurch konnten

BTV: Die Nachfrage nach ESG-Investments steigt.

Foto: Erich Roth

viele dieser Unternehmen die Krise bisher besser meistern. Spielen auch die Branchen, in die investiert wird, eine Rolle? Ja, tatsächlich spielt die Sektorengewichtung für die aktuell gute Performance nachhaltiger Investments eine wichtige Rolle. Gewisse Branchen wie z. B. das Gesundheits­ wesen oder der Technologiesektor, die besonders profitiert haben, sind in nachhaltigen Fonds oftmals deutlich übergewichtet. Welche Verantwortung übernimmt die BTV gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt? Es ist uns ein Anliegen, mit Ressourcen bewusst zu wirtschaften. Wir sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, die wir als Bank tragen,

Chinas Banken leiden unter der Corona-Krise Die Corona-Pandemie reißt tiefe Löcher in die Bilanzen der chinesischen Banken. Wegen drohender Kreditausfälle infolge der Wirtschaftskrise mussten sie ihre Risikovorsorge stark erhöhen. Bei den fünf größten Geldhäusern des Landes gingen die Gewinne so stark zurück wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Das Coronavirus war Ende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten. Chinas oberste Bankenaufsichtsbehörde hatte die staatlichen Kreditgeber aufgefordert, notleidende Kredite in ihren Bilanzen vollständig anzuerkennen und die Risikovorsorge entsprechend zu erhöhen. Insgesamt verzeichneten die Geschäftsbanken nach Angaben der Aufsichtsbehörde einen Rückgang des Nettogewinns im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent auf umgerechnet 122 Mrd. Euro.

da wir über Kreditentscheidungen und Veranlagungslösungen Einfluss auf das nachhaltige Handeln von Anlegern sowie Unternehmen nehmen können. Für uns selbst ist gesellschaftliche und ökologische Verantwortung bereits seit 116 Jahren ein Grundpfeiler des Geschäftsmodells. Darüber hinaus fördern wir Bildung und junge Menschen genauso wie Kunst und Kultur. Wie ist Ihre Einschätzung für die Zukunft? Wir glauben, dass der Trend zur Nachhaltigkeit weiter anhalten bzw. sogar noch weiter zunehmen wird. Einerseits spiegelt es die persönlichen Bedürfnisse der Anleger wider. Andererseits fördern wichtige regulatorische Entwicklungen in Europa wie der „Europäische Green Deal“ diesen Trend.

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Vermögen anvertrauen Ihr Vermögen verdient volle Aufmerksamkeit. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber mitgestalten. Auch in einem herausfordernden Marktumfeld bringen unsere Expertise und Erfahrung vielfach ausgezeichnete Portfolios hervor.

Die Nettogewinne sanken wie nie zuvor.

EZB-Chefvolkswirt warnt vor Risiken für Konjunkturerholung Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, hat vor einer zu optimistischen Einschätzung der konjunkturellen Erholung nach dem Corona-Einbruch gewarnt. Der jüngste weltweite Anstieg der Neuinfektionen werde die Konsumlaune und die Stimmung in den Unternehmen noch für einige Zeit belasten. Er sagt, dass es unklug wäre, aus jüngsten Daten zur konjunkturellen Entwicklung starke Rückschlüsse zu ziehen. Daher sei weiterhin eine deutliche Unterstützung durch staatliche Hilfsmaßnahmen und durch die Geldpolitik notwendig. Die EZB kämpft mit einem speziellen Kaufprogramm für Anleihen (PEPP) gegen die Folgen der Philip Lane (EZB). Corona-Krise.

Aus Auszeichnungen und Erfolgen in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erfolge oder Wertentwicklungen geschlossen werden. Mehr Infos zu den Auszeichnungen erhalten Sie unter: www.btv.at/auszeichnungen. Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.


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DAX: „Mehr als 13.790 Punkte sind in diesem Jahr nicht möglich“ „Anders als der amerikanische Leitindex S&P 500 konnte der DAX in der laufenden Erholungsbewegung trotz mehrfachem Versuch kein neues Rekordhoch erzielen. Es scheint derzeit so, als würde ein gleichnamiger Magnetpol den DAX von seinem Allzeithoch auf Abstand halten. Zurecht, wie wir meinen.“ Diese Einschätzung trifft gegenüber den VN Roland Rupprechter, CEO der R&B Research und Vermögensmanagement GmbH, Vorarlberg. Und weiter: „So ist die deutsche Wirtschaft coronabedingt im zweiten Quartal dieses Jahres um zehn Prozent geschrumpft. Dies ist der stärk­ ste Einbruch seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre. Das Schließen von Grenzen im europäischen Binnenmarkt, die Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der Seeund Luftfracht führten zu einem extremen Rückgang der deutschen Exporte. Gegenüber Februar 2020 – dem Monat vor dem Beginn der coronabedingten Einschränkungen – nahmen die Ausfuhren im Mai um 26,8 Prozent ab. Im April waren die Exporte um 31,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen. Es war der heftigste Einbruch im Vergleich zu einem Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandels­

Makler an der Frankfurter Börse. statistik im Jahr 1950. Der Juni vermochte den Trend nicht zu brechen. Die Exporte sind um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen.“ Massiv geringere Produktion Der dramatische Einbruch der Nachfrage, der zeitweise ­Abriss der Lieferketten sowie wochenlange Produktionsstopps führten dazu, dass die

Pkw-Produktion in Deutschland im ersten Halbjahr auf das niedrigste Niveau seit 45 Jahren gesunken ist. Von Januar bis Juni wurden im Vergleich zum Vorjahr um eine Million Autos weniger hergestellt. Die massiv geringere Produktion führte auch bei den Zulieferern zu starken Umsatzeinbrüchen. Tangiert von dieser Entwicklung waren

Chemieunternehmen mit Schwerpunkt Kunststoffe und Additive. „Der Absturz des Welthandels – die Welthandelsorganisation (WTO) sprach von einem Minus in der Höhe von 22 Prozent, setzte dem Maschinenbau besonders stark zu. Im ersten Halbjahr gingen die ­ ­Bestellungen im Vorjahresvergleich um 16 Prozent zurück.

Insbesondere die Nachfrage aus dem Ausland verringerte sich. Internationale Handelskonflikte sowie der Strukturwandel hatten die Maschinenbauer bereits im ersten Quartal belastet“, fährt Rupprechter fort. Die Geldpolitik scheint bei der Stützung der Wirtschaft an ihre Grenzen gestoßen zu sein. Da die Nachfrage fehlt, sind die Unternehmen trotz niedriger Renditen nicht bereit zu inves­ tieren. Zudem dürften die hochexpansive Geld- und Fiskalpolitik sowie Maßnahmen zum Klimaschutz und höhere Mindestlöhne den Boden für einen nachhaltigen Anstieg des unterliegenden Preisauftriebs in den nächsten Jahren bereiten. Fazit: „Die derzeit vorherrschenden Inflationserwartungen und Inflationsprognosen von unter zwei Prozent scheinen uns daher zu niedrig.“

zuletzt bei der Dot.com-Blase 2000. „Im besten aller Fälle können wir uns in diesem Jahr noch einen Test des Allzeithochs bei 13.789 Punkten vorstellen. Für mehr fehlt uns die Fantasie. Denn der stärkere Euro, die anhaltende „De-Globalisierung“, welche dem Maschinenbau und der Metall­ industrie besonders zusetzt, sowie die Automobilbranche mit ihrem verspäteten Start in die für uns nicht zukunfts­ fähige und von geringerer Wertschöpfung geprägten E-Mobilität sowie die an ihre Grenzen gestoßene lockere Geldpolitik rechtfertigen in diesem Jahr unseres Erachtens keine neuen Rekordhochs. Vor diesem Hintergrund haben wir deutsche Aktien in unserem globalen Aktienfonds untergewichtet“, fasst Rupprechter zusammen.

Allzeithoch im Februar 2020 Seit dem Allzeithoch im Februar 2020 wurden die ­ Gewinnschätzungen für die ­ DAX-Unternehmen um ein Fünftel reduziert. Dies entspricht jenem Wert, mit dem R&B schon im April kalkuliert hat. Dort ergab die Annahme einer 20-prozentigen Gewinnrevision bei einem KGV von 13 einen „fairen“ DAX-Kurs von 9360 Punkten. Heute stehen wir bei 13.000 Punkten. Wie ist das möglich? Ganz einfach, die Bewertung ist durch die Decke geschossen. Das DAXKGV liegt mit 20,8 so hoch wie

Roland Rupprechter, CEO.

Rupprechter und Böhler Vermögensmanagement

„Bei unserem neuen aktiv verwalteten Aktienfonds dreht sich alles nur um die Performance.“ R&B Aktien Global Aktiv AT0000A2HTY1 .GDAXI .STOXX50E .MSCIWO

Performanceentwicklung seit Startdatum 25.8.2020 t+1 bis 4.9.2020 (VN-Redaktionsschluss). Angaben zur Entwicklung in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklungen.

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Quelle: Refinitiv Lipper for Investment Management

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Mobilitätsinnovationen und grüne Technologien als Hoffnungsträger Mobilität steht für Freiheit, Selbstverwirklichung und Autonomie. Mobilität trägt zu Wohlstand und Fortschritt bei.

tionen seiner Fuel Cell Electric Trucks, die mit Reichweiten von fast 500 Kilometern pro Tankfüllung beeindrucken. Das US-amerikanische Startup Nikola peilt sogar die ­Tausend-Kilometer-Marke an. 2023 soll ihr erster Brennstoffzellen-Lkw in Serie gehen.

Gleichzeitig feuert der Verkehr aber auch den Klimawandel beträchtlich an. Wissenschaft, Technik und Wirtschaft suchen fieberhaft nach ernsthaften Alternativen zu Öl und Gas. Wasserstoff enthält fast dreimal so viel Energie wie Benzin oder Diesel und könnte einen enormen Dekarbonisierungseffekt nicht nur im Verkehrs-, sondern auch im Wärmesektor, in der Stahl- und Chemieindustrie oder in der Zementproduktion bringen. Die Erwartungen der Finanzmärkte sind hoch. Dazu nimmt Mag. Christoph Flatz, Private-Banking-Experte der Sparkasse, Stellung. Der Klimawandel gilt als größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte. Ist hier Wasserstoff tatsächlich unsere Trumpfkarte? Viele Experten sehen Wasserstoff in einem größeren Kontext, denn Wasserstoff speichert Strom über lange Zeiträume. Andere erneuerbare Energiequellen sind zeitlich ja nur eingeschränkt verwendbar. Außerdem belasten sogenannte Fuel Cell Electric Vehicles, also Elektrofahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden, laut Hydrogen Center Austria, das Stromnetz weniger und arbeiten

Wie sieht es bei Wasserstoffbetriebenen Pkw aus? Auch hier hat die Automobilindustrie bereits ihre Nase vorn.

Eine gute Lösung sind Investmentfonds, die auf „grüne“ Technologien fokussiert sind. emissionsfrei. Ob wir mit ­ asserstoff tatsächlich einen W Hebel gegen die Erderwärmung gefunden haben, wird entscheidend davon abhängen, ob die Energiequelle auch serienmäßig eingesetzt werden kann und die großen Knackpunkte „Herstellung“ und „Speicherung“ gelöst ­werden. Wie wird der Wasserstoff ­gewonnen?

Wasserstoff kommt in s­einer reinen Form nicht natürlich vor und wird im ­ ­Moment noch alles andere als „grün“ gewonnen. Heute entsteht Wasserstoff größtenteils durch die Reformierung von Erdgas, wobei auch noch Nebenprodukte wie Kohlen­ monoxid, Stickoxide und Schwefeldioxid freigesetzt werden. Das alternativ angewandte Elektrolyseverfahren ist aber auch nur so klima-

freundlich, wie die Quelle selbst, aus der die Elektrizität stammt. Zukunftsweisend könnte die Idee sein, Wasserstoff mittels Energie aus ­O ffshore-Windparks zu ­gewinnen. Als flüchtiges Gas muss Wasserstoff unter enorm ­hohem Druck in Spezialtanks komprimiert werden, um als Treibstoff eingesetzt werden zu können. Toyota präsentierte bereits mehrere Genera-

Welche Branchen profitieren auf den Finanzmärkten vom Wasserstoff-Hype? Dass Wasserstoff auch das Potenzial haben könnte, Flugzeuge und Schiffe umweltfreundlicher zu machen, treibt die Kurse der einschlägigen Aktien nach oben. So konnte Nikola, kaum zwei Wochen an der Technologiebörse NASDAQ notiert, bereits eine Marktkapitalisierung von knapp 25 Milliarden Dollar vorweisen. Was müssen interessierte Anlegerinnen und Anleger beachten? Die Kursschwankungsbreiten bei Herstellern und Anwendern neuartiger Technologien sind immer sehr groß – ebenso wie das Verlustrisiko. Wer jetzt in dieses Segment einsteigen möchte, kauft sich aber nicht immer günstig ein. Marktkenntnis ist deshalb auch hier von großem Vorteil.

Beispiel Nikola: Innerhalb weniger Monate verachtfachte sich der Aktienkurs. Heute ist er auf unter 40 US-Dollar gefallen. Zurückzuführen ist das darauf, dass hohe Gewinnerwartungen den Kurs künstlich pushten. Für risikobewusste Anleger könnten Investmentfonds eine gute Lösung sein, die auf Mobilitätsinnovationen oder auch „grüne“ Technologien ­fokussiert sind. Solche Fonds eignen sich als Beimischung zu Aktienportfolios und sind für einen langfristigen Substanzzuwachs bestimmt. In Form von Fondssparplänen kann man hier schon ab 50 Euro monatlich dabei sein. Durch die laufende Ein­ zahlung entsteht sogar noch ein zusätzlicher Effekt, der das Risiko auf lange Sicht ­glätten kann.

Mag. Christoph Flatz, PrivateBanking-Experte, Sparkasse.

Will neue Märkte erschließen. Will ihr Unternehmen langfristig aufbauen. Will nachhaltig investieren. Erfolgreich sein – aber nicht um jeden Preis. Das ist eine Haltung, die wir gut verstehen. Sprechen Sie mit uns über langfristige Investments für Ihr Vermögen.

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8 Private Banking

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Die Technologieaktien dominieren immer mehr die Aktienmärkte Die wirtschaftlichen Aus­ wirkungen des Lockdowns und andere von den Regierungen angeordnete Eindämmungs­ maßnahmen haben eine tiefe Furche in der konjunkturellen Entwicklung hinterlassen. „Vor allem die Ausgangs- und Reisebeschränkungen sowie die staatlich angeordneten Schließungen von Geschäften und Unternehmen haben binnen kürzester Zeit sowohl das Privat- als auch das Wirtschaftsleben stark verändert. Anstatt in das Flugzeug oder

Jürgen Rupp Wertpapier Consulting Raiffeisen Landesbank

Alle müssen sich nun intensiver mit dem Thema Digitalisierung befassen. Speziell für Unternehmen geht es dabei ans Eingemachte. das Auto zu steigen, werden viele Besuche oder Gespräche per Videokonferenz abgehalten. Auch das verstärkte Homeoffice während des ­ Lockdowns trieb die Digitalisierung in den Unternehmen voran, so Jürgen Rupp, ­Finanz-/Kapitalmärkte, Wert-

Ölkonzernen wie General Motors, Ford, Royal Dutch, Exxon und BP. Und Rupp weiter: „Heute befinden sich unter den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt mit Amazon, Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Facebook und ihren chinesischen Pendants Alibaba und Tencent inzwischen sieben Technologieunternehmen. Zudem sind nahezu alle dieser Unternehmen in den Top 10 der aktuell innovativsten Unternehmen der Welt.“

papier- und APM-Consulting in der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg im Gespräch mit den VN. Bisher waren digitale Arbeitsoffice prozesse und Home­ kaum verbreitet. Nun sind sie in vielen Unternehmen Standard geworden. Knapp zwei Drittel der Unternehmen wollen nun häufiger virtuelle Konferenzen ansetzen, dafür haben sie bereits in neue Software investiert. Schnelle Umstellung Bezeichnend ist vor allem, wie schnell sich nun sämtliche Altersgruppen umgestellt haben. Es hat sich gezeigt, dass sich viele ältere Menschen nun viel stärker für neueste Technologien und Produkte interessieren als vor der Pandemie. Auch andere Lebensbereiche sollen künftig stärker digita­ lisiert werden, etwa Bildung oder Verwaltung. Rupp: „Alle müssen sich nun intensiver mit dem Thema Digitalisierung befassen. Speziell für die Unternehmen geht es dabei ans Eingemachte. Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass Digitalisierung für Unternehmen zwingend notwendig ist, um flexibel und belastbar zu bleiben. Bei der Aufarbeitung der CoronaKrise wird sicherlich genau analysiert werden, welche Meetings ohne Probleme auch virtuell stattfinden können.“ Die Welt wird immer digitaler

Old-Economy-Aktien werden durch New-Economy-Aktien ersetzt. und die Digitalisierung wird der Treiber für dieses Jahrzehnt sein. E-Commerce, Virtuelle Meetings, Cloud-­ ­ Service, Online-Bildung, digitale Zahlungen, Telemedizin, Unterhaltung und Spiele sind die großen Themen. „Der Beitrag an der Wirtschaftsleistung der Technologieunternehmen war schon vor Corona groß, während der Krise hat sich ihre Bedeutung aber zusätzlich verstärkt“, unterstreicht Rupp. Anders als etwa bei traditionellen Indus-

trien ist der Umsatz bei vielen Technologiekonzernen im Lockdown gestiegen. Bei Strea­ mingdiensten wie Netflix und Apple+ etwa ist die Zahl der Abonnements zuletzt stark angewachsen. Anbieter wie Slack, Zoom, Microsoft mit Teams oder Cisco mit Webex profitieren aktuell massiv vom Trend zum ­Homeoffice, das gilt auch für die Hersteller von notwendigem Equipment. Da Produkte künftig vermehrt vor Ort ausgedruckt werden,

profitieren führende Hersteller von 3D-Druckern wie Stratasys oder 3D Systems. Und weil nichts mehr ohne Mikrochips funktioniert, geht nichts ohne Chiphersteller wie Intel, Samsung Electronics oder Qualcomm. Daten sind das neue Öl Dieser Wandel begann Ende der neunziger Jahre mit dem Aufstieg des Internets. Seitdem kam es zur einer Neu­ verteilung der Welt und zum Abstieg von Automobil- und ­

Deutliche Entwicklung Diese Entwicklung zeigt sich nun auch im Dow-Jones-­ Index. Der Ölkonzern Exxon Mobil, einst das wertvollste Unternehmen der Welt, fliegt aus dem Index hinaus. Dafür zieht der Cloud-Anbieter ­Salesforce ein. Old-EconomyAktien werden durch NewEconomy-Aktien ersetzt. „Trotz der aktuell relativ anspruchsvollen Bewertung sind die Aktien dieser zukunftsträchtigen Technologieunternehmen für langfristig orientierte Anleger weiter sehr interessant. Die Technologieaktien waren schon in den vergangenen Jahren ein wesentlicher Performancebringer an den Aktienmärkten. Seit der Corona-Krise profitieren sie als ­,sicherer Hafen‘ zusätzlich davon, weil die großen Technologiekonzerne die Krise weitgehend profitabel überstanden haben“, so Rupp abschließend.

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Es ist Zeit für individuelle Konzepte Seit sechs Monaten bestimmt Covid-19 das Leben der Menschen. Auch wer Geld anlegt, sollte das Virus nicht außer Acht lassen und die richtigen Schlüsse ziehen. Wilfried Hopfner, Vorstands­ vorsitzender der Raiffeisen­ landesbank Vorarlberg: „Ein­ fach weitermachen ist nicht die beste Entscheidung. Anle­ ger sollten ihr Geld auch mit Blick auf das Coronavirus ganz gezielt einsetzen.“ Die Börsen wurden Anfang des Jahres hart von den Auswirkungen des Corona­ ­ virus getroffen. Betriebs­ schließungen, Reisebeschrän­ kungen, Ausgangssperren und viele weitere Maßnahmen set­ zen der Weltwirtschaft zu. Auch der Ölpreis stürzte in den ersten Wochen der Pande­ mie rasant ab. „Das Corona­ virus hat verständlicherweise bei vielen Anlegerinnen und Anlegern für Unsicherheit ge­ sorgt“, zeigt Wilfried Hopfner Verständnis. „Gerade in diesen

sie Geld in die Märkte pumpten und damit die Volks­ wirtschaften unterstützten. Zugleich verlängerten sie da­ durch die Phase ohnedies schon historisch niedriger Zinsen. Davon profitieren auch Vermögenswerte mit re­ alwirtschaftlichem Hinter­ grund wie entsprechende Ak­ tien, Gold oder Immobilien. Großes Thema an den Börsen sind außerdem weiterhin Me­ gatrends: Die Digitalisierung des Lebens sowie alternativer Mobilitätssysteme, Telehealth oder Essenszulieferer er­ fuhren insgesamt auch in der Zeit der Corona-Pandemie ei­ nen deutlichen Schub nach oben. Ähnlich ging es Unter­ nehmen, die besonders auf Nachhaltigkeit setzen.

Zeiten beweist sich, wie wert­ voll es ist, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben, wenn es um das eigene Ver­ mögen geht.“ Verunsicherung abgefangen Nach dem ersten Sturm an den Börsen legte sich die Situ­ ation sehr rasch wieder: Die Kurse erholten sich schnell. Geschuldet war diese Entwick­ lung den üppigen Liquiditäts­ spritzen der globalen Noten­ banken. Außerdem trugen die zahlreich angekündigten Hilfs- und Unterstützungspa­ kete der verschiedenen Staa­ ten und Staatengemeinschaf­ ten zu den Kurssprüngen nach oben bei. „Die positive Ent­ wicklung hält bis heute an. Die Aussichten sind durchwegs gut“, betont auch Wilfried Hopfner. Aufwärtstrend an den Börsen Die Vorarlberger reagierten unterschiedlich auf die Situa­ tion. „Eine gewisse Verun­ sicherung war bei vielen spür­

Die Digitalisierung als Megatrend ist ein großes Thema. bar“, so Wilfried Hopfner. „Das ist nachvollziehbar. Doch durch klare Informationen und fundierte Erklärungen konnten Bankberater den Menschen die Hintergründe der Entwicklung an den Bör­ sen erklären und gemeinsam mit den Anlegerinnen und Anlegern die richtigen Schlüs­ se ziehen.“ So hätten die aller­

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Goldfonds blieben weiterhin an der Spitze.

Investmentfonds im Juli auf Einjahressicht mit Kursverlusten Die heimischen Investmentfonds haben im Juli auf Einjahressicht erneut Kursverluste verzeichnet, auf fünf Jahre betrachtet blie­ ben sie dagegen im Plus. Die durchschnitt­ liche Einjahresperformance lag im arithme­ tischen Mittel bei minus 1,37 Prozent, nach minus 0,98 Prozent im Monat davor. Auf Fünfjahressicht belief sich das Plus im Schnitt auf 1,52 Prozent. Das geht aus der monatlichen Statistik der Vereinigung ­Österreichischer Investmentgesellschaften hervor. Goldfonds blieben auf Einjahres­ sicht nach wie vor an der Spitze. So legte der „C-Quadrat Gold & Resources Funds“ der LLB Invest um 46,29 Prozent zu, dahinter rangierten der „Amundi Gold Stock“-Fonds der Amundi Bank mit plus 41,45 Prozent und der „Globo I“-Fonds der Schoellerbank Invest mit plus 38,23 Prozent.

meisten an ihrer langfristigen Veranlagung festgehalten. Manche nutzten das kurz­ zeitig niedrigere Preisniveau darüber hinaus, um ihre dyna­ mischen Vermögensteile aus­ zubauen.

Einzelstücke statt Massenware „Eines beweist die Corona-Kri­ se: Globale Diversifikation, Megatrends und Nachhaltig­ keit sind entscheidende Fak­ toren bei der Anlage“, betont Wilfried Hopfner. Die corona­

Gewinner an den Börsen Die Notenbanken reagierten auf die Corona-Krise, indem

Impressum | Redaktion/Texte: ­Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti ­Bilder: Russmedia-Archiv, Shutterstock, Volksbank, Agenturbilder ­Anzeigen: Russ­media Verlag GmbH, ­Gutenberg­straße 1, 6858 Schwarzach

Vorstandschef W. Hopfner.

A R L B E RG

Private Banking.

Sicher, kompetent und persönlich – unsere Werte sind so bewährt wie aktuell. Sie schaffen den Boden für nachhaltiges Vertrauen. Zeitgemäßes Private Banking verlangt exzellentes Wissen ebenso wie Vernunft, maßgeschneiderte Lösungen sowie den Blick für das richtige Maß. raiba-privatebanking.at

„Automobilindustrie nicht mehr Motor der deutschen Wirtschaft“ Die deutsche Automobilindustrie prägt nach vielen Jahren nicht mehr das Wachs­ tum in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Branchenstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach habe die Corona-Pandemie „die Autoindustrie im Branchenvergleich hart getroffen“. Außerdem seien die globalen Lieferketten von einem Angebotsschock getroffen wor­ den. „Jetzt ist die Branche mit einem Nach­ frageschock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam wieder erholt“, heißt es in der Studie weiter.

bedingten Entwicklungen an den Börsen gelten für alle An­ leger. Doch das eine Massen­ produkt für alle gebe es ­deshalb nicht. Der RaiffeisenVorstand: „Das individuelle Veranlagungskonzept ist das Um und Auf. Was es gerade in diesen unruhigen Zeiten braucht, sind maßgeschnei­ derte Lösungen. Der Kontakt zum persönlichen Berater sei­ ner Regionalbank lohnt sich.“

Gesundes Wachstum, nachhaltige Ernte.


10 Private Banking

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„Dividenden in Europa bleiben bis 2022 auf niedrigem Niveau“ Die Durststrecke bei den Dividenden wird für viele Aktionäre europäischer Unternehmen nach Einschätzung der DZ Bank (DZ Bank AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main) auch in den nächsten Jahren anhalten.

tiven Renditeaufschlag. Aber – so Michael Bissinger – von Optimismus bei den Gewinn­ erwartungen sind wir in Europa noch weit entfernt. ­ Das zeigt sich sowohl daran, dass, obwohl die Zahlen bes­ ser ausgefallen sind als erwar­ tet, ein Gewinnrückgang in Europa im zweiten Quartal von über 50 Prozent verzeich­ net wurde.

„Es ist wahrscheinlich, dass das Ausschüttungsniveau in Europa frühestens 2022 wie­ der das Niveau von 2019 er­ reicht“, sagt Analyst Michael Bissinger mit Blick auf die 600 Unternehmen im europä­ ischen Aktienindex Stoxx. Einer aktuellen Analyse von Bissinger zufolge, die den VN vorliegt, fallen die Gewinn­ ausschüttungen in Europa im vom der Corona-Krise ge­ prägten aktuellen Jahr insge­ samt um 25 bis 30 Prozent niedriger aus als vor Jahres­ frist. Im Euro Stoxx 50, der die 50 bedeutendsten Aktien­ gesellschaften des Euroraums vereint, seien die Dividenden gar auf das Niveau von 2005 gesunken. 15 der 50 Unternehmen im Eu­ ro Stoxx 50 haben demnach die Dividende gestrichen oder

Eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie stellt das Hauptrisiko für die Aktienmärkte dar.

Michael Bissinger, Analyst.

ausgesetzt, darunter alle Ban­ ken. Die Europäische Zentral­ bank (EZB) hatte die Geldhäu­ ser im Euroraum aufgefordert, wegen der Corona-Krise in diesem Jahr kein Geld an ihre Aktionäre auszuschütten. Auch Industriekonzerne und Konsumgüterhersteller, die der Wirtschaftsabschwung be­ sonders hart traf, strichen die Dividende. Die Dividenden für das ­Geschäftsjahr 2019, die EuroStoxx-Gesellschaften im lau­ fenden Jahr ausschütteten,

Einen starken Einfluss auf die Gewinne wird die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie in Europa haben. Michael Bissinger Analyst der DZ-Bank

l­agen der Analyse zufolge um 22 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Gewinneinbruch Die Gewinne der europä­ ischen Unternehmen sind der Untersuchung zufolge im zweiten Quartal um 50 Pro­ zent eingebrochen. Trotzdem lagen rund 60 Prozent der Stoxx 600-Zahlen über den Markterwartungen. Bessere Ergebnisse legten da­ bei nicht nur die Technologie­ unternehmen vor, auch die

Sektoren Industrie und Grundstoffe konnten den Konsens übertreffen. Die Er­ gebnisrevisionen zeigten sich in Europa zuletzt ausgegli­ chen, in den USA wurden die Schätzungen sogar mehrheit­ lich angehoben. Von Euphorie ist in den Markterwartungen jedoch nichts zu spüren. 2020 wird ein sehr schwaches Jahr wer­ den. Gewinne und Dividenden sollten deutlich sinken. Zu­ dem bleiben die Unsicher­ heiten groß. Besonders der

Es zeigt sich aber auch daran, dass die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal und die Gesamtjahre 2020 und 2021 in Europa nochmals geringfügig reduziert wurden. In den USA hingegen wurden die Schät­ zungen leicht angehoben. ­rneute Anstieg der Infekti­ e onszahlen in Europa stellt ein Risiko dar. Dividendenrenditen Die Dividendenrenditen sind im Zuge stark steigender ­Kurse und sinkender Dividen­ denzahlungen gefallen. Der Dax verspricht nur noch eine Rendite von 2,9 Prozent, was 13 Prozent unter dem langjäh­ rigen Durchschnitt liegt. Im relativen Vergleich bieten Aktien gegenüber den Bonds aber weiterhin einen attrak­

Unerfreuliche Entwicklung Starken Einfluss auf die Ge­ winne wird die weitere ­Entwicklung der Corona-Pan­ demie haben. Die USA schei­ nen die Ausbreitung sukzessi­ ve in den Griff zu bekommen, wenngleich das Niveau immer noch sehr hoch ist. Im Gegen­ satz dazu zeigt sich in Europa eine unerfreuliche Entwick­ lung. Besonders in Spanien und Frankreich sind die neuen Fälle wieder angestiegen. Eine zweite Welle stellt das Hauptrisiko für die Aktien­ märkte dar.

Finanzwissen soll verbessert werden Das Finanzwissen der Österreicher soll verbessert werden – und zwar nicht nur jenes der Schüler, sondern aller Altersgruppen und Bevölkerungsschichten.

den 70 Prozent der Österrei­ cher nicht wissen, was ein Fonds ist. Rund 40 Prozent der jungen Erwachsenen fühlten sich nicht sicher genug, um etwa eine Wohnung oder ein Auto zu kaufen, zu mieten oder zu leasen. 2017 hatten 41 Prozent der Haushalte ihr Geld am Sparbuch angelegt, während nur jeweils neun Prozent in Wertpapiere investiere bzw. Anlagezertifikate kaufe. Schließlich würden bis zu 40 Prozent der Ungleichheiten bei der Altersvorsorge durch Unterschiede im Finanz­ wissen entstehen.

Darauf zielt eine vom Finanz­ ministerium geplante „natio­ nale Finanzbildungsstrategie“ ab, die bis Ende kommenden Jahres fertiggestellt werden soll. In Wien gab es dazu eine Auftaktveranstaltung mit Ex­ perten. Große Unsicherheiten „Derzeit gibt es bei vielen Menschen große Unsicher­ heiten im Umgang mit Finan­ zen“, erklärte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in einer Aussendung. Im Ressort ver­ weist man auf verschiedene Daten, die dieses mangelnde Finanzwissen belegen. So wür­

China: Exporte steigen rascher Chinas Exporte sind im Au­ gust schneller als erwartet gestiegen. Der Außenhan­ del der Volksrepublik legte im vergangenen Monat ge­ genüber dem Vorjahr um 9,5 Prozent zu, wie Zoll­ daten zeigen. Analysten wa­ ren einer Reuters-Umfrage zufolge von einem Anstieg der Exporte um 7,1 Prozent ausgegangen, nachdem im Juli ein überraschendes Wachstum von 7,2 Prozent verzeichnet wurde.

Bei vielen Menschen gibt es große Unsicherheiten über Finanzen.

„Es ist viel zu tun“ „Diese Zahlen machen deut­ lich, dass im Bereich der Fi­ nanzbildung viel zu tun ist“, so Blümel. In einem ersten Schritt sollen bis Anfang kom­

menden Jahres die bereits be­ stehenden Angebote zur Fi­ nanzbildung gesammelt und evaluiert werden, um Doppel­ gleisigkeiten zu vermeiden und blinde Flecken zu erken­ nen. Dann soll unter Einbin­ dung von Interessensgruppen und Beteiligten eine gemein­ same Zielsetzung definiert und gemeinsam mit der OECD eine bundesweite Strategie entworfen werden. Im Finanzministerium ver­ weist man in diesem Zusam­ menhang auf mehrere im Re­ gierungsprogramm veran­ kerte Ziele. Dazu zählt u. a. die „Stärkung der Financial Litera­ cy von Jung und Alt“, die Ver­ ankerung von Grundlagen des Finanzwissens in den Lehr­ plänen, die Teilnahme Öster­ reichs an entsprechenden Pisa-Tests sowie lebenslange ­ Lehrangebote.

Börse Wien mit Bitcoins Seit 1. September kann man an der Wiener Börse auch mit Kryptoprodukten handeln.

Mit dem L ­isting vergrößern wir die Auswahl an Anlageklas­ sen an der Wiener Börse“, sagte Thomas Rainer, Leiter der Ab­ Über den Schweizer Anbieter teilung Business Development von börsennotierten Pro­ an der Wiener Börse. Die ETPs dukten (ETP), 21Shares, kön­ von 21Shares bilden den Wert nen Anleger am Handelsplatz der Kryptowährungen laut in Wien in Krypto­währungen Wiener Börse eins zu eins nach, wie Bitcoin und Ethereum in­ jedoch muss der Anleger keine vestieren. Eine digitale Wallet Wallet verwalten. Das Produkt braucht man dafür nicht. kann über einen regulierten „Kryptowährungen bieten er­ Handelsplatz gekauft und der fahrenen ­Anlegern eine neue Handel über ein normales Möglichkeit zur Portfolio-­ Wert­papierdepot abgewickelt Diversifikation. werden.

Kryptowährungen bieten Alternativen bei der Diversifikation.

Rückgang stark verringert.

Wieder auf „Aufholspur“ Die österreichischen Pensi­ onskassen haben im zwei­ ten Quartal 2020 ihr Minus infolge des Corona-Schocks an den Börsen wieder zu mehr als der Hälfte auf­ geholt. Ende Juni betrug das verwaltete Vermögen 23,2 Mrd. Euro, ein Anstieg von 1,3 Mrd. Euro oder um 5,9 Prozent zum Vor­ quartal. Damit konnte der durch die Kapitalmarktturbulenzen infolge des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie im er­ sten Quartal ausgelöste massive Rückgang von 2,4 Mrd. Euro (-9,8 Prozent) ge­ genüber dem Jahresultimo 2019 zu mehr als der Hälfte wieder aufgeholt werden, teilte die Finanzmarktauf­ sicht (FMA) mit. Im Schnitt der vergangenen drei, fünf und zehn Jahre beträgt die Performance plus 1,2 Pro­ zent, plus 1,9 Prozent bzw. plus 3,6 Prozent.


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Raumfahrt als Schlüsseltechnologie Wirtschaftsministerium prüft Konzept für deutschen Weltraumbahnhof.

schaftlich sinnvoll“, heißt es. Die Realisierung sei eine poli­ tische Entscheidung und keine technische Frage. Ein deut­ scher Startplatz sollte allen eu­ ropäischen und internationa­ len Partnern zur Nutzung of­ fenstehen. Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Indus­ trie von zentraler Bedeutung.

Das deutsche Bundeswirt­ schaftsministerium will ein Konzept der Industrie für die Errichtung eines Weltraum­ bahnhofs in Deutschland prü­ fen. Kürzlich habe es ein Tref­ fen von Raumfahrtunterneh­ men und Beamten im Ministerium gegeben. Der Bundesverband der Deut­ schen Industrie (BDI) habe ein Konzept vorgelegt, dieses wer­ de nun genau geprüft. Startplatz in der Nordsee Das Konzept des BDI sieht ­einen Startplatz für Kleinrake­ ten in der Nordsee vor – eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staat­ licher Unterstützung. Ein ent­ sprechendes Strategiepapier liegt der Deutschen PresseAgentur vor. „Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirt­

Die Weltraumfahrt ist Schlüssel für viele Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0.

Negativzinsen: Trend beschleunigt sich Größere Summen auf dem Tagesgeldkonto können zunehmend ins Geld gehen. Die Zahl der Banken und Sparkassen in Deutsch­ land, die Kunden dafür Negativzinsen auf­ bürden, hat sich einer Auswertung zufolge innerhalb von zwölf Monaten nahezu ver­ zehnfacht. Demnach verlangen inzwischen 126 Geldhäuser Strafzinsen für größere ­Guthaben, vor allem auf dem Tagesgeld­ konto, vor einem Jahr waren es nur 13 Insti­ tute. Mittlerweile werden zudem häufiger niedrigere Summen belastet. Den Angaben zufolge räumen aktuell 27 Institute weniger als 100.000 Euro als Freibetrag ein. Bei drei Banken müssen Sparer bereits ab dem ersten Euro Negativzinsen zahlen. „Für viele Banken war die Zinssenkung der EZB im September 2019 die Initialzündung, um Negativzinsen im Privatkundengeschäft durchzusetzen“, analysiert Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanz­ ­ vergleich GmbH. „Damals waren Negativ­ zinsen für Privatkunden noch die absolute Ausnahme.“

Hohe Flexibilität bei Familienbetrieben.

Familienunternehmen sind krisenbeständiger Eine Umfrage des Marktforschungsinsti­ tutes Market zeigt ganz deutlich, dass fami­ liengeführte Unternehmen im Vergleich zu konventionellen Firmen deutlich krisen­ beständiger sind. Besonders das Grund­ vertrauen in eine starke Unternehmens­ kultur (60 Prozent), die hohe Flexibilität (61 Prozent) wie auch schnelle Entschei­ dungswege (63 Prozent) sowie das lang­ fristig ausgelegte Handeln (63 Prozent) wer­ den besonders in schwierigen Phasen als die großen Vorteile von Familienunter­ nehmen gesehen. Erstaunlich ist auch die Kapitalkraft der ­heimischen Familienunternehmen. 64 Pro­ zent der befragten Unternehmen geben an, die aktuellen Maßnahmen zur Corona-Pan­ demie länger als zehn Wochen überstehen zu können. Dabei ist die aktuelle Führungs­ generation durchaus optimistischer ge­ stimmt als die Nachfolgegeneration.

Neue Trägerraketen Im digitalen Zeitalter sei sie Schlüssel für Zukunftstechno­ logien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0. Dank Mini­ aturisierung würden Satel­ liten immer kleiner, diese Ent­ wicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. „Zu­ künftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben.“ Es gebe drei private Hersteller von Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollten. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen ver­ traglichen Startplatz in Europa, heißt es. Die Machbarkeits­

analyse einer Firma komme zu dem Ergebnis, dass eine mobi­ le Startplattform in der deut­ schen Ausschließlichen Wirt­ schaftszone der Nordsee für den Start von kleinen Träger­ raketen in „polare- und sonnensynchrone Orbits“ ge­ ­ eignet sei. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen ­ Weltraumbahnhofs gezeigt.

Minister Peter Altmaier.


12 Private Banking

Freitag, 11. September 2020 Extra

Die nachhaltige und erfolgreiche Geldanlage wird immer wichtiger Ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung setzt auf eine nachhaltige Lebensweise. Während dabei in der Regel als erstes an Elektromobilität oder regionale Lebensmittel gedacht wird, kommt das Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage oft zu kurz. Laut dem Forum „Nachhaltige Geldanlagen“ werden in Österreich rund 16 Prozent aller Investmentfonds und Man­ date unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet. Das Volumen nach-

Dr. Petra Stieger Leiterin Private Banking

Als erstes Private Banking Österreichs setzen wir auf die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. haltiger Investmentfonds und Mandaten hat sich alleine in Österreich von 2017 bis 2019 verdoppelt (von rund 15 Mrd. auf knapp 30 Mrd. Euro) und mehr als die Hälfte aller nachhaltigen Investmentfonds besitzen bereits eine unabhängige Zertifizierung wie das

FNG-Siegel oder das Öster­ reichische Umweltzeichen. Obwohl Nachhaltigkeit im österreichischen Finanzmarkt immer mehr an Bedeutung gewinnt, besteht im europaweiten Vergleich weiterhin großes Aufholpotenzial: Mit bereits zwei Billionen Euro ­investierten Geldern in nachhaltigen Geldanlagen ist Großbritannien aktueller ­Spitzenreiter in Europa. Die Volksbank Vorarlberg hat sich das Ziel gesetzt, ihren Kundinnen und Kunden nachhaltige und gleichzeitig erfolgreiche Veranlagungsmöglichkeiten anzubieten und zur Förderung von Nachhaltigkeit bei der Geldanlage beizu­ tragen. „Als erstes Private Banking Österreichs setzen wir dafür ­ seit 2016 vollumfänglich auf die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten (ESG-Kriterien) und agieren im Einklang mit den interna­ tionalen Klimazielen,“ informiert Dr. Petra Stieger, ­Leiterin des Private Bankings. Nachhaltigkeitsanalyse Wie nachhaltig ein Anlageprodukt ist, entscheidet die ihm zugrunde liegende Anlagestrategie. Die Bewertung der Volksbank Vorarlberg basiert auf einer dreistufigen Nachhaltigkeitsanalyse. Zunächst werden klare Ausschlusskriterien definiert. Unternehmen, die den Zielen und Werten des

Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele decken wichtige Themen wie nachhaltigen Konsum, erneuerbare Energien und Bildung ab. Anlegers grundlegend widersprechen, werden so aus dem Portfolio ausgeschlossen. Dazu zählen unter anderem ­ die Verletzung von Arbeitsstandards, Waffenproduktion, Tabakproduktion, Kohleförderung sowie Atomenergie. ­Innerhalb der einzelnen, nicht ausgeschlossenen Branchen werden dann im zweiten Schritt diejenigen Unter­ nehmen identifiziert, die in

besonderer Weise die ESG-Kriterien berücksichtigen und sich somit in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung auszeichnen. Im dritten und letzten Schritt, dem „Impact Inves­ ting“, werden Unternehmen ausgewählt, die zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) der ­Vereinten Nationen beitragen. Die 17 nachhaltigen Entwick-

lungsziele decken wichtige Themen wie nachhaltigen Konsum, erneuerbare Energien und Bildung ab. „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit unserer Anlagestrategie schützen wir die Welt, minimieren das Anlagerisiko und investieren gleichzeitig in nachhaltig saubere Unternehmen. Das verstehen wir unter Achtsamkeit“, erklärt Dr. Petra Stieger.

Mein Geld schützt h die Artenvielfalt. Ihr Geld kann die Welt verändern. Wenn Sie es in die richtigen Anlageprodukte investieren, fördern Sie Unternehmen, die gut für alle sind. Wir geben 8 auf die Welt. Und auf Ihr Geld.

Mehr auf www.volksbank-vorarlberg.at/achtsam

Wie nachhaltig ein Anlageprodukt ist, entscheidet die Anlagestrategie. Die Bewertung basiert auf einer Nachhaltigkeitsanalyse. Dr. Petra Stieger Leiterein Private Banking


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