Private Banking 13. September 2019
Kaufkraft Erhaltung trotz niedrigster Zinsen
Alternativlose Aktien Die expansive Geldpolitik der EZB hält weiter an
US-Konzerne FĂźhrend beim Wachstum
2 Private Banking
Freitag, 13. September 2019 Extra
Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen Der Flughafen Wien befindet sich im Aufwind.
Airport Wien mit höherem Kursziel Die Aktienexperten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Aktien des Flughafen Wien von 39,5 auf 43,3 Euro angehoben. Das „Accumulate“-Votum bleibt in dem Kommentar auf die vorgelegten Halbjahreszahlen 2019 aufrecht. Die Erste-Analystin Vladimira Urbankova spricht von einem hervorragenden Halbjahresergebnis 2019, das von einem starken Wachstum des Passagieraufkommens profitiert habe. Das Unternehmen sei dabei, neue Rekorde zu schreiben. Darüber hinaus dürfte die attraktive Dividendenrendite des Flug hafenbetreibers ein Kaufgrund für die Aktien bleiben. Beim Gewinn je Aktie erwarten die Erste-Analysten 1,92 Euro für 2019, sowie 1,99 bzw. 2,07 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 1,10 Euro für 2019, sowie 1,15 bzw. 1,20 Euro für 2020 bzw. 2021.
Der Geldverkehr ist frei.
Athen hebt Kontrollen für Kapital auf Gut vier Jahre nach der Verhängung von Kapital verkehrskontrollen hat die konservative Regierung in Athen alle Beschränkungen im Geldverkehr aufgehoben. „Die Kapitalverkehrskontrollen sind ab heute Geschichte“, erklärte der konservative Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Damit dürfen die Griechen wieder beliebig Geld ins Ausland überweisen. Nach Ausbruch der Finanzkrise 2010 hatten viele Griechen aus Angst vor einem Zusammenbruch des Bankensystems große Summen von ihren Konten abgehoben, das Geld ins Ausland transferiert oder privat versteckt. Um diese Kapitalflucht zu bremsen, hatte die damalige linke Regierung Kapitalverkehrskontrollen eingeführt.
Der Technologiesektor ist in Österreich Spitzenreiter bei Investition in Innovationen. Weltweit sind die Pharmabranche und Biotechnologie federführend. Das zeigt auch messbare Erfolge. Innovative Unternehmen sind erfolgreicher, denn eine hohe F&E-Intensität spiegelt sich in tendenziell in einer höheren EBIT-Marge wider. • ams ist weiterhin Spitzen reiter bei F&E-Ausgaben mit einer Investitionshöhe von 239 Millionen Euro (+ 12 Prozent) im Jahr 2018. • Die Ausgaben der Top30-Unternehmen sind von 2017 auf 2018 um sieben Prozent gestiegen. • Fabasoft steht an erster Stelle bei der F&E-Intensität: 24,1 Prozent des Umsatzes gehen in die Forschung. Deutliche Steigerungen Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht sich in puncto Forschungsintensität in Relation zu Gesamteuropa nicht verstecken: Die 30 börsennotierten Unternehmen in Österreich mit den höchsten F&E-Ausgaben haben ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren deutlich und kontinuierlich gesteigert. Im Jahre 2018 stiegen diese um sieben Prozent. Gleichzeitig sank die durchschnittliche F&E-Intensität leicht um 0,3 Prozent. Dies ist auf das starke Umsatzwachstum von zehn Prozent im Vergleich zu den F&E-Ausgaben zurückzuführen. Europaweit stieg die F&E-Intensität marginal von 4,9 Prozent auf fünf Prozent. Die Innovationsfreudigkeit spiegelt sich auch in den Aus gaben, die für Forschung und Entwicklung getätigt wurden, wider: Während die 30 österreichischen Spitzenreiter 2013 rund 690 Millionen Euro investierten, waren es im Jahr 2018 bereits 1,217 Milliarden Euro – also fast e ine Verdoppegaben. Das lung der Aus sind einige Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und
Innovative Unternehmen sind erfolgreicher, wie eine tendenziell höhere EBIT-Marge zeigt. Beratungsorganisation EY, für die die F&E-Budgets der 30 börsenorientierten Unternehmen in Österreich mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung untersucht wurden. Spitzenreiter ams AG Das Ranking der Unternehmen mit den höchsten Aus gaben für Forschung und Entwicklung führt die ams AG aus dem steirischen Premstätten an. An zweiter Stelle reihte sich Voestalpine ein, die 2018 152 Millionen Euro ausgab (+ 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von S&T, die 123 Millionen Euro investierte – rund sieben Prozent mehr als 2017. In Österreich führt Fabasoft im Bereich F&E-Intensität an, also in der Höhe des Anteils der F&E-Ausgaben am Umsatz – mit Ausgaben in Höhe von 24,1 Prozent des Umsatzes im Geschäftsjahr 2018. An zweiter und dritter Stelle platzieren sich ams (16,8 Prozent) sowie Kapsch TrafficCom (14,9 Prozent), gefolgt von S&T und AT&S. Die Top fünf werden also ausschließ-
Gunther Reimoser EY Österreich
Die asiatischen Unternehmen werden zukünftig im weltweiten Innovationswettbewerb eine immer größere Rolle spielen. lich von b elegt.
IT-Unternehmen
Sechster Platz für Zumtobel Den sechsten Platz sichert sich mit Zumtobel ein Unternehmen aus dem Industriesektor. Das Vorarlberger Unternehmen, spezialisiert auf Lichttechnik, investierte 6,1 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. „Die IT-Branche inves tiert gut jeden achten Euro in Forschung und Entwicklung, also 12,7 Prozent. Der starke Wandel durch die Digitalisie-
rung ist vor allem im Bereich Informationstechnologie, aber auch im Industriesektor spürbar, daher müssen nicht Global Player, sondern nur auch österreichische Unternehmen schneller reagieren und Innovationen vorantreiben, um am Markt bestehen zu können“, so Gunther Reimoser, Country Managing Partner EY Österreich. sterreich die Während in Ö Sparten Informationstechnologie, Industrie und Bergbau/ Metallgewinnung am meisten Projekte investieren, in F&E- dominieren weltweit gesehen Pharma konzerne sowie Biotechnologie die Reihung. Mit einer F&E-Intensität von 37,1 Prozent ist der US-amerika nische Pharmakonzern elgene federführend. C Die F&E-Intensität Im Gegensatz zu Österreichs Minus von 0,3 Prozent gab es bei der F&E-Intensität im gesamteuropäischen Raum von 2017 auf 2018 mit einem Plus von 0,1 Prozent auf fünf Prozent einen leichten Anstieg. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind im glei-
chen Zeitraum europaweit um sechs Prozent gestiegen. Global gesehen liegt der europäische Raum weit hinter den USA, holt jedoch im Vergleich mit Asien auf: Nordamerika steigerte seine F&E-Ausgabe innerhalb eines Jahres um 13 Prozent, Asien und der Pazifik raum um neun Prozent. Die F&E-Intensität sank in den USA leicht um 0,1 Prozentpunkte, der asiatische Raum blieb konstant und investierte 2017 ebenso wie 2018 vier Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Weltweit ist die F&E-Intensität in den Niederlanden am höchsten (7,8 Prozent), gefolgt von den USA (7,4 Prozent). Allerdings befinden sich unter den ersten zehn Ländern, die im Verhältnis zum Umsatz am meisten in Forschung und Entwicklung investieren, fünf asiatische Staaten (Taiwan, Japan, China, Südkorea und Hongkong). „Wie schon länger bemerkbar werden asiatische Unternehmen zukünftig im weltweiten Innovations wettbewerb eine immer größere Rolle spielen“, meint R eimoser.
Robert Holzmann: „Die Abschaffung des Bargeldes macht keinen Sinn“ Der neue Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank äußert sich zur aufkommenden aktuellen Bargeld- Debatte.
Voraussetzungen – von allen gleichermaßen verwendet werden kann. Im Sinne dieser demokratiepolitischen Komponente, aber auch als Ausdruck einer individuellen Entscheidungsfreiheit, bleibt Bargeld als wesentliches Zahlungsmittel daher selbstverständlich in absehbarer Zukunft erhalten“, schließt Holzmann.
Prof. Dr. Robert Holzmann, der am 1. September 2019 sein Amt als neuer Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) antrat, meint: „Bargeld hat als sicheres und weitgehend betrugssicheres Zahlungsmittel eine wesentliche Funktion in unserem Wirtschaftssystem. Vorstöße in Richtung Abschaffung dieses so wichtigen Zahlungsmittels machen hier keinen Sinn“, so Holzmann.
Bargeld ist das einzige Zahlungsmittel, das von allen gleichermaßen verwendet werden kann.
Entscheidungsmonopol Er verweist auch auf das Entscheidungsmonopol des Eurosystems über die Ausgabe von Banknoten, das so im Rahmen der stabilitätsorientierten Geldpolitik auch die Bargeldversorgung sicherzustellen
hat. „In Österreich sind über 80 Prozent aller Transaktionen Bargeld-Transaktionen, dies entspricht zwei Drittel des gesamten Zahlungsvolumens. Insbesondere bei der Begleichung von Kleinstbeträgen stellt Bargeld das mit Abstand
Robert Holzmann Gouverneur der OeNB
kostengünstigste Zahlungsmittel dar und erfüllt auch eine wesentliche Funktion in Notfällen“, so Holzmann. Im Durchschnitt führt jeder Österreicher einen Betrag von rund 90 Euro mit sich. „Hinzu kommt eine demokratiepoli-
tische Funktion: Bargeld kann auch von Personen verwendet werden, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu elektronischen Zahlungsmitteln haben. Es ist das einzige Zahlungsmittel, das – unabhängig von jedweden
Bargeld hat als sicheres und weitgehend betrugssicheres Zahlungsmittel eine wesentliche Funktion in unserem Wirtschaftssystem.
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Breit gestreute Immobilienfonds sind sicher und bieten gute Renditen Die VN sprachen mit Dr. Robert Löw (50), dem Vorsitzenden des Vorstandes der Liechtenstei nischen Landesbank (Öster reich) AG. Die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) feiert ihr 10-Jahr-Jubiläum. Letztes Jahr haben Sie die Semper Constantia Privatbank gekauft. Sind Sie zufrieden? Absolut. Wir konnten von Beginn mit erstklassiger Bera tung, ausgezeichneter Ver mögensverwaltung, der h ohen Bonität und langen Tradition der LLB-Gruppe punkten. Mit der Übernahme der Semper Constantia wurden wir mit aktuell 23 Milliarden Euro ver walteten Kunden geldern die f ührende Vermögensver waltungsbank Österreichs. Wie soll man derzeit sein Geld veranlagen?
Wir konnten in dem Jahr je nach Anlagestrategie zwischen sieben und 16 Pro zent Wertsteigerung erzielen. Das ist eine überdurchschnitt lich gute Performance. Daher haben wir die Aktien quote reduziert und sind – auch was die Wirtschaftsab schwächung und politische Risiken betrifft – vorsichtiger. Für attraktiv halten wir derzeit intelligent strukturierte Anla geprodukte, die auch in Seit
wärtsphasen interessante Renditen bieten. Sie haben auch Immobilien investments erwähnt. Wie sehen Sie den Immobilienmarkt? Der Immobilienmarkt weist regional und sektoral unter schiedliche Entwicklungen auf. Weiter optimistisch sind wir für kleine, gut geschnitte ne Ein- und ZweizimmerWohnungen in Städten mit starkem Zuzug wie z. B. Wien. Auch breit gestreute Immobi lienfonds bieten eine sichere Anlage mit guten Renditen.
Attraktiv sind intelligent strukturierte Anlage produkte, die auch in Seitwärtsphasen interes sante Renditen bieten. Dr. Robert Löw Vorstandsvorsitzender
Die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) in Wien 1.
Sind Sie als Bank auch in Vorarlberg aktiv und ab welchem Anlagebetrag nehmen Sie Kunden? Wir haben viele Vorarlber ger Kunden, die Zahl ist weiter steigend. Und wir bieten
Die EZB in Frankfurt am Main.
Lagarde: „Die EZB hat bei Zinsen Spielraum nach unten“ Die Europäische Zentralbank (EZB) hat aus Sicht ihrer künftigen Präsidentin Christine Lagarde bei den Zinsen falls erforderlich noch Spielraum nach unten. Die effektive Untergrenze bei den Schlüsselzinsen sei noch nicht erreicht, teilte sie in einer Antwort auf Fragen des Wirtschafts- und Währungsausschusses (ECON) des EU-Parla ments mit, die dieser kürzlich ver öffentlichte. Es sei aber auch klar, dass die niedrigen Zin sen mit Folgen für die Banken und für die Finanzstabilität generell verknüpft seien. Die EZB hält ihre Leitzinsen bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Pro zent. Banken müssen zudem Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Der Einlagensatz liegt aktuell bei minus 0,4 Prozent. Banken in Deutschland klagen schon seit Langem, dass die Sätze an ihren Gewinnen nagen. „Die EZB hat einen breit gefächerten Werk zeugkasten zur Verfügung und muss bereit ste hen zu handeln“, sagte die Franzö sin, die im No vember EZBChef Mario Drag hi an der Spitze der EZB ablösen soll. Dessen Amtszeit läuft im Oktober nach Christine Lagarde. acht Jahren ab. Impressum | Redaktion/Texte: Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti Bilder: Russmedia-Archiv, Agenturbilder, Shutterstock/ G-Stock Studio, BTV, Oliver Lerch, Shutterstock Anzeigen: Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach
Richtige Entscheidungen erfordern Erfahrung, insbesondere bei Wertpapieren und Immobilien. Die LLB-Gruppe kümmert sich mit einem hoch spezialisierten und mehrfach preisgekrönten Team um Ihre Immobilien- und Wertpapierfonds. Mit Kompetenz und Weitblick sorgen Österreichs führende Vermögensverwaltungsbank und Europas führende Vermögensverwalterin in der Kategorie «Overall Small Company» über die letzten drei Jahre für Sicherheit und Weitblick bei Ihren Anlagen. www.llb.at
die Möglichkeit, eine Ge schäftsbeziehung in unserem Stammhaus im nahegele genen Vaduz oder bei der LLB Österreich in Wien zu eröffnen. Unsere Dienst leistungen bieten wir ab einem Anlage b etrag von 500.000 Euro an.
Dr. Robert Löw, Vorstandsvor sitzender der LLB (Österreich).
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Aktien bleiben auch unter anderem aufgrund der immer expansiver werdenden globalen Geldpolitik langfristig ein interessantes Anlageinstrument.
Die Dividendenaktien erweisen sich als attraktive Ertragsbringer In der aktuellen Nullzinsphase wird es für Anleger immer anspruchsvoller ansehnliche Erträge zu erzielen. „Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe ist auf ein bisher nicht vorstellbares Minus von 0,7 Prozent gefallen. Dies bedeutet für den Anleger bei der Haltedauer von zehn Jahren einen fixen Kapitalverlust. Und für die knapp hundertjährige österreichische Staatsanleihe bekommt der Anleger gerade noch 0,65 Prozent Rendite. Selbst solide Unternehmensanleihen bringen derzeit kaum mehr eine Rendite. Da bleiben nur noch Anleihen geringer Bonität oder mit sehr langen Laufzeiten übrig. In beiden Fällen müssen Anleger die Risiken deutlich nach oben fahren. Somit gehört der risikolose Zins faktisch der Vergangenheit an.“ Aktien bleiben interessant So im Gespräch mit den VN Jürgen Rupp, CFP, Finanz-/ Kapitalmärkte bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. Und er fährt fort: „Handelsstreit oder bevorstehender Brexit hin oder her, der Aktienmarkt bleibt jedenfalls eine attraktive Alternative. Unter anderem auch aufgrund der immer expansiver werdenden globalen Geldpolitik bleiben Aktien ein interessantes Anlageobjekt.“
Speziell Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite sind derzeit gefragt. Der Vorteil der Dividendenaktien ist die jährliche Auszahlung der Dividende. Regelmäßiges Einkommen So wird die Dividende in gewisser Weise zum regel mäßigen Einkommen. Ideal für Anleger, welche aufgrund fehlender Zinsen noch regelmäßige Ausschüttungen suchen.
Jürgen Rupp Raiffeisenlandesbank
Der Aktienmarkt bleibt eine wichtige Alter- native. Speziell Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite sind derzeit gefragt. Was früher einmal Unternehmensanleihen mit jährlichen Zinskupons von vier Prozent waren, sind heute die Aktien der Unternehmen mit Dividendenrenditen von bis zu vier Prozent pro Jahr. Dividendenaktien können Anlegern helfen, die minimalen Zins erträge im Portfolio auszuglei-
chen. Jedoch darf der Anleger diese Dividendenaktien nicht mit Anleihen gleichsetzen. Rupp: „Wer in Anleihen inves tiert, leiht einem Unternehmen auf eine bestimmte Zeit Kapital. Der Anleger erhält dafür jährlich Zinsen, ist jedoch nicht am Gewinn oder Verlust des Unternehmens beteiligt. Investiert man hingegen in die Aktien des Unternehmens, wird man Aktionär und somit Miteigentümer und partizipiert an Dividenden und eventuellen Kursgewinnen, muss aber auch eventuelle Kursrückgänge in Kauf nehmen. Somit darf auch bei Dividendenaktien das Kursrisiko nicht außer Acht gelassen werden.“ Was ist die Dividende? Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der in der Regel einmal im Jahr an die Aktionäre ausgezahlt wird. Das heißt, das Unternehmen beteiligt die Aktionäre in Höhe der Dividende am Gewinn. Unter der Dividendenrendite versteht man die Relation von ausgezahlter Dividende zum aktuellen Aktienkurs. Zahlt eine Aktien gesellschaft eine Dividende von zwei Euro bei einem derzeitigen Aktienkurs von 40 Euro, beträgt die Dividendenrendite fünf Prozent. Weltweit schütten Aktien gesellschaften immer mehr an ihre Aktionäre aus. Allerdings schlägt sich die
Eine interessante Dividendenaktie ist Coca Cola. bschwächung der WeltwirtA schaft immer stärker im Wachstum der Ausschüttungen nieder. Dennoch bleiben die Dividendenrenditen vorerst auf einem attraktiven Niveau. Im Euro-Stoxx 50 für die Eurozone liegen sie gegenwärtig im Durchschnitt bei rund 3,8 Prozent und im amerikanischen S&P 500 Index liegt sie derzeit bei 2,5 Prozent. Eine stabile Dividende ist ein Zeichen von hoher Ertragskraft. Folglich haben dividendenstarke Titel die Chance, ihre doppelte Stärke auszuspielen. Sie bieten Chancen auf Kursgewinne und ein höheren laufenden Ertrag als bei anderen Aktien. Die Attraktivität einer Aktie wird maßgeblich von der Dividende bestimmt.
Im langfristigen Durchschnitt stammt rund 40 Prozent des Gesamtertrages einer Aktienanlage aus Dividenden zahlungen. Worauf es ankommt „Entscheidend ist, die Unternehmen herauszufiltern, die nachhaltige Gewinne und stabile Erträge erwirtschaften und diese regelmäßig an ihre Aktionäre ausschütten. Außerdem sollten Anleger darauf achten, dass die Dividende aus den Einnahmen des laufenden Geschäfts bezahlt wird und nicht aus der Substanz“, rät Rupp. Hat ein Unternehmen in seiner Geschichte die Dividende kontinuierlich gezahlt und angehoben, darf man davon
ausgehen, dass das Geschäftsmodell funktioniert und die Zahlungsströme sicher sind. Wenn wachsende Ausschüttungen mit steigenden Unternehmensgewinnen einhergehen, ist es ein Ausdruck einer soliden Wachstumsstory. So sollte auch das Dividendenwachstum nicht hinter dem Gewinnwachstum zurück bleiben. In Zeiten, in denen die Zinsen minimal sind, können Dividendenaktien zu mindest langfristig eine gewisse Kompensation schaffen. Jedoch gilt es zu bedenken, dass auch Dividendenaktien Schwankung zeigen und somit nicht für eine kurzfristige Haltedauer gedacht sind. Risikostreuung beachten „Grundsätzlich sollte sich der langfristige Anleger nicht nur auf die Dividendentitel konzentrieren, sondern auch Wachstumswerte dem Port folio beimischen. So ist es wichtig den Grund isikostreuung zu besatz der R achten und sein Portfolio breit aufzustellen. Beispiele für interessante Dividendenaktien sind Coca Cola, Procter & Gamble, Unilever oder auch Sanofi. Die Auswahl an Dividendenaktien ist relativ groß. Deutlich einfacher ist es, sich mit dem Kauf eines Dividendenfonds auf die Expertise eines Fondsmanagers zu verlassen“, so Jürgen Rupp abschließend.
Jugendliche informieren sich 64 Prozent der österreichischen 18- bis 29-Jährigen finden es wichtig, sich über Finanz- und Wirtschaftsthemen zu informieren.
64 Prozent der Jugendlichen finden Wirtschaftsinfos wichtig.
Aber nur 42 Prozent informieren sich tatsächlich aktiv. Dabei holen sie sich die Informationen vor allem von den Eltern und Online-Ausgaben traditioneller Medien. Das zeigt eine online durchgeführte marketmind-Umfrage für die BAWAG unter 1029 Personen. Im Bundesländervergleich geben 53 Prozent der jungen Wiener an, sich aktiv zu informieren. Die Salzburger (27
Prozent) bilden das Schlusslicht. Besonderes interessiert sind Vollbeschäftigte (48 Prozent), gefolgt von jungen Erwachsenen in Ausbildung (45 Prozent). Wenig Unterschied macht der finanzielle Rückhalt der Jugendlichen, jeweils rund die Hälfte jener, die finanziell sorgenfrei aufgewachsen sind bzw. einen finanziell kritischen Hintergrund haben, zeigt großes Interesse. Die beliebtesten Quellen Als beliebteste Informationsquellen werden die eigenen Eltern und die Familie angegeben (54 Prozent), gefolgt von
Online-Ausgaben der traditionellen Tageszeitungen und klassische TV-Nachrichten (45 Prozent). Auf Platz drei und vier rangieren Freunde und Bekannte (24 Prozent) sowie TV/Radio/Zeitungen/Zeitschriften mit 21 Prozent. Im Internet werden Informationen zu Finanz- und Wirtschaftsthemen vor allem über TV-Portale und Online-Tageszeitungen abgerufen. Danach folgen die Webseiten von Banken (48 Prozent), die sozialen Medien (45 Prozent) und Vergleichsplattformen (38 Prozent). Aktuell sind 55 Prozent der jungen Erwachsenen mit der allgemeinen
w irtschaftlichen Situation Österreichs zufrieden. Zukunftsaussichten Bei den Zukunftserwartungen zeigte die Umfrage einen großen Unterschied zwischen Frauen und Männern. 48 Prozent der Frauen bzw. 29 Prozent der Männer schätzen die Wirtschaftsaussichten in den nächsten fünf Jahren positiv ein. Die Frauen blicken zwar grundsätzlich positiver in die wirtschaftliche Zukunft, ihr individueller Handlungs bedarf in Sachen Vorsorge ist aber eigentlich größer als jener der Männer.
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Strategien für unruhige Perioden Aktuelle wirtschaftliche sowie politische Herausforderungen beherrschen täglich die Schlag zeilen – und damit nimmt auch die Unsicherheit vieler Inves toren zu. Christof Kogler, BTV Geschäftsleiter für das Privatkundengeschäft in Vorarlberg, erläutert, welche Strategien sich in unruhigen Zeiten bewähren. Können Sie die Unsicherheit vieler Investoren verstehen? Meine Erfahrung aus den letzten Gesprächen bestätigt, dass aktuelle Themen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Brexit oder Italien die Anleger beschäftigen. Man hat das Gefühl, dass es noch nie so turbulent war. Konflikte und Krisen gab es aber auch schon in der Vergangenheit. Die Ölkrise in den Siebzigerjahren, die Asienund Russlandkrise und nicht zuletzt die große Finanz- und Eurokrise haben den Kapital-
markt beeinflusst und punktuell zu starken Wertverlusten und Schwankungen geführt. Betrachtet man jedoch die Entwicklung über einen – für die Geldanlage notwendigen – langen Horizont von sieben bis zehn Jahren oder besser noch länger, dann spielen kurzfristige Unsicherheiten und selbst Krisen nur noch eine untergeordnete Rolle. Über diesen Zeitraum ist eine positive Rendite zu erwarten. Was raten Sie Investoren? Einen weiteren Grund, in den Kapitalmarkt einzusteigen oder investiert zu bleiben, liefert das aktuelle Niedrig zinsumfeld. Unserer Meinung nach ist in naher Zukunft aufgrund der Zentralbankpolitik weiterhin damit zu rechnen, dass die Zinsen sehr lange bei null oder sogar deutlich darunter bleiben. Will man also sein Vermögen erhalten und mehren, d. h. eine Rendite mindestens in Höhe der Inflation bzw. darüber erzielen,
muss man über das Sparbuch und ähnliche Anlageformen hinausdenken. Die Argumente sprechen also dafür, auch bei bestehenden Unsicherheiten investiert zu bleiben oder auch gerade in diesem Umfeld den ersten Schritt zu wagen. Hierbei ist allerdings Geduld gefragt und man sollte sich von kurzzeitigen Schwankungen nicht allzu sehr verunsichern lassen.
Das neue Gebäude der BTV in Dornbirn.
Christof Kogler, BTV Geschäfts leiter, Privatkundengeschäft.
Schweiz: Grünes Licht für Blockchain-Firmen btv.at/privatkunden
In der Schweiz haben erstmals BlockchainFinanzdienstleister eine Banklizenz erhalten. Die Firmen SEBA Crypto mit Sitz in Zug und Sygnum aus Zürich erhielten jeweils eine Bank- und Effektenhändlerbewilligung. Beide Unternehmen bieten Dienstleis tungen für institutionelle und professionelle Kunden an. Bei der Zukunftstechnologie Blockchain handelt es sich um eine Art dezentrale Datenbank, die sämtliche Informationen fälschungssicher speichern soll.
Vermögen anvertrauen
Auch Internetwährungen wie Bitcoin basie ren auf Blockchain.
Pensionskassen lagen zum Halbjahr im Plus Die heimischen Pensionskassen haben im ersten Halbjahr 2019 ein positives Veranlagungsergebnis erzielt. Die Performance lag bei plus 6,72 Prozent, teilte der Fachverband der Pensionskassen mit. Damit sei die negative Börsenentwicklung des vergangenen Jahres mehr als aufgeholt worden. 2018 betrug der Veranlagungsertrag durchschnittlich minus 5,2 Prozent. „Pensionskassen veranlagen langfristig, und eine Pensionskassen-Pension wird über Jahrzehnte aufgebaut. Daher ist für die Höhe der Pension nur der langfristige Veranla ndreas gungserfolg entscheidend“, betonte A Zakostelsky, Fachverbandsobmann und Chef der VBV-Gruppe. „Das System funktioniert sehr gut“ Gerade diese Quartalsergebnisse zeigten deutlich, dass eine kurzfristige Betrachtung keine hohe Aussagekraft habe. Im langjährigen Schnitt seit den 1990er-Jahren hätten die Pensionskassen eine Performance von plus 5,17 Prozent pro Jahr erzielt. „Das System der Pensionskassen funktioniert sehr gut, auch im Vergleich mit anderen Formen der Veranlagung“, so Andreas Zakostelsky. Zakostelsky.
Ihr Vermögen verdient volle Aufmerksamkeit. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber ein Stück weit vorausplanen. Auch in einem herausfordernden Marktumfeld bringen unsere Expertise und Erfahrung vielfach ausgezeichnete Portfolios hervor.
Aus Auszeichnungen und Erfolgen in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erfolge oder Wertentwicklungen geschlossen werden. Mehr Infos zu den Auszeichnungen erhalten Sie unter: www.btv.at/auszeichnungen. Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.
6 Private Banking
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US-Konzerne sind bei Umsatz- und Gewinnwachstum weltweit vorne US-Konzerne sind in puncto Umsatz- und Gewinnwachstum weltweit führend: Während die größten nordamerikanischen Unternehmen ihren Umsatz im vergangenen Jahr um durchschnittlich 9,0 Prozent steigern konnten, lag das Umsatzwachstum der europäischen Pendants im Schnitt bei nur 4,3 Prozent. Asiens Großunternehmen schafften ein Wachstum von 8,4 Prozent. Und auch beim Gewinnwachstum verlieren Europas Top-Konzerne den Anschluss: Sie konnten 2018 den operativen Gewinn nur um 3,9 Prozent erhöhen, während die US- und asiatischen Konzerne mit 8,1 bzw. 9,8 Prozent mehr als doppelt so stark zulegten. Die mit Abstand größte Zahl der umsatzstärksten Unternehmen stammt aus den USA (299 Unternehmen), gefolgt von Japan (146), China (79), Großbritannien und Frankreich (jeweils 45). Ausgerechnet die deutschen Unternehmen, von denen es 2018 insgesamt 44 ins Ranking der 1000 umsatzstärksten börsen notierten Unternehmen der Welt schafften, waren beim Wachstum im vergangenen Jahr weltweit Schlusslicht: Sie konnten ihren Umsatz im Schnitt nur um 1,2 Prozent
steigern (Frankreich: 6,8 Prozent; Italien: 5,8 Prozent), der Gewinn sank sogar um zehn Prozent. Keine andere der großen Wirtschaftsnationen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang bei ihren Top-Konzernen. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die die Bilanzzahlen der 1000 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen der Welt (ohne Banken und Versicherungen) analysiert wurden. Bei den oben genannten Gewinn- und Umsatztrends wurden die Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche herausgerechnet, da deren massives Gewinnund Umsatzwachstum im vergangenen Jahr zu starken Verzerrungen geführt hätte. Apple mit höchstem Gewinn Wie weit die führenden USamerikanischen Konzerne vor der europäischen und auch der asiatischen Konkurrenz liegen, zeigt ein Blick auf das Ranking der gewinnstärksten Unternehmen der Welt: Sieben der zehn Unternehmen mit dem höchsten operativen Gewinn haben ihren Sitz in den USA. Mit umgerechnet 60 Milliarden Euro war Apple im vergangenen Jahr Spitzenreiter im Gewinnranking. Der südkoreanische Elektronik-
Apple war im Vorjahr Spitzenreiter im Gewinnranking.
konzern Samsung platzierte sich mit gut 45 Milliarden Euro auf Rang zwei. Auf Rang drei folgt Microsoft mit rund 30 Milliarden Euro. Ölkonzerne in Europa Die gewinnstärksten europäischen Unternehmen waren im vergangenen Jahr drei Ölkonzerne: Royal Dutch Shell auf Rang vier, BP auf Rang 15 und Rosneft auf Rang 19. Das gewinnstärkste europäische Unternehmen, das nicht der Ölbranche zuzuordnen ist, war 2018 der belgische Braukonzern Anheuser-Busch InBev auf Platz 23 (15 Milliarden Euro). Volkswagen belegt im Gewinnranking mit knapp 14 Milliarden Euro Platz 25, im Umsatzranking liegt der Autokonzern weltweit auf dem siebten Platz. Gemessen am Umsatz finden sich mit OMV (Platz 289), STRABAG (463) und voest alpine (564) auch drei Vertreter aus Österreich unter den Top-1000-Unternehmen der Welt. In Europa sind Unternehmen aus klassischen Industriebranchen stark überrepräsentiert: 34 Prozent der europäischen Top-Unternehmen kommen aus der Autoindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau oder der Chemie branche – in Nordamerika liegt der Industrieanteil nur bei 20 Prozent. Die neuen Leitbranchen Auf der anderen Seite des Atlantiks und zunehmend auch in China entwickelt sich die Technologie-Sparte zur Leitbranche und lege dabei eine bemerkenswerte Dynamik an den Tag – weitgehend unabhängig von Konjunktur zyklen. Die US-Technologiekonzerne treiben Europas Top-Konzerne derzeit vor sich her. Und auch Asiens Großunternehmen gewinnen an Bedeutung. Die USA und China geben in der digitalen Wirtschaft derzeit den Takt vor.
Finanzbranche sieht Digitalisierung positiv Die Finanzunternehmen in Österreich sehen die Digitali sierung grundsätzlich positiv und mehrheitlich als Chance zur Weiterentwicklung ihres Geschäfts. Ein Großteil hat sich auf das geänderte Umfeld eingestellt, etwa jedes fünfte Unternehmen hinkt aber hinterher und hat die Digitalisierung kaum oder gar nicht in der Unternehmensstrategie berücksichtigt. Das geht aus einer neuen Studie der FMA hervor. „Insgesamt sehen wir, dass die Unternehmen sich bereits sehr intensiv mit digitaler Innovation befassen. Der Wettbewerb wird stärker und zunehmend global und die heimischen Unternehmen dürfen den Anschluss nicht verlieren“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. Effizienzsteigerungen Im Vordergrund stünden Effizienzsteigerungen. Die Unternehmen am österreichischen Finanzmarkt – Banken, Versicherungen, Pensions
kassen, Wertpapierdienstleister & Co – sähen die Digitalisierung eher als evolutionären Prozess und erwarteten mittelfristig keine jähen Veränderungen am Markt. Der Großteil erachte digitale Technologien als Möglichkeit, Unternehmensprozesse effizienter zu machen. Vor allem in den Banken werde auch das Potenzial gesehen, besser auf Kundenwünsche eingehen zu
können. Banken und Versicherungen stellten sich vor allem auf Konkurrenz globaler Technologiekonzerne ein, Wert papierdienstleister würden dagegen FinTechs als Hauptkonkurrenten um Kunden sehen. Die Verbreitung einzelner Technologien ist der Studie zufolge nach Sektor und Anwendungsbereich unterschiedlich. Am weitesten verbreitet sind digitale Tech-
FMA-Vorstände Helmut Ettl (l.) und Klaus Kumpfmüller.
Die USA und China geben in der digitalen Wirtschaft derzeit den Takt vor. nologien im Vertrieb und im Marketing. Etwa die Hälfte der Unternehmen bietet ihre Dienstleistungen über spezielle Online-Portale für Kunden an, 39 Prozent haben dazu Apps für mobile Geräte. In Zukunft weniger E-Mails Die Verwendung von E-Mails wird aus Gründen der Datensicherheit und des Datenschutzes in Zukunft wohl zurückgehen. Kundenkontakt über soziale Medien halten derzeit vor allem Versicherungen (70 Prozent). Automatische Beratungssysteme – sogenannte Robo-Advisers – werden kaum von den etablierten Unternehmen entwickelt, sondern überwiegend von FinTechs. Die Hälfte der Institute (48 Prozent) setzt auf Cloud-Services für die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und ITLeistungen. Bis 2021 werden es zwei Drittel sein. Komplexere Technologien zur Datenanalyse sind derzeit vor allem bei Banken und Versicherungen ein Thema. In den kommenden zwei Jahren will etwa die Hälfte der Versicherer (46 Prozent) und Banken (55 Prozent) Machine Learning in ihren Produktivsystemen einsetzen. Künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie werden nur vereinzelt angewendet.
Unser Bildungssystem braucht mehr Wirtschaftskompetenz.
Wirtschaftsbildung Laut dem aktuellen YEP- Jugendbericht „Skills to be Fit for the Future“ wünscht sich die Mehrheit der Jugendlichen eine stärkere Verankerung von Wirtschaftsbildung in den österreichischen Lehrplänen: Der Umgang mit Geld oder das Abschließen von Verträgen wären notwendige „Life Skills“, die sie auf das Leben vorbereiten. Nicht erfüllte Aufgaben „Jugendliche erwarten sich von der Schule konkrete Kompetenzen. Nur ein Viertel der jungen Men-
schen fühlt sich dabei von der Schule ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Umgekehrt heißt das: Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler gibt dem Bildungssystem ein ‚Nicht genügend‘ bei der Erfüllung seiner Aufgaben.“ Das österreichische Bildungs system braucht daher mehr Wirtschaftskompetenz. Die Ergebnisse der von der B&C Privatstiftung unterstützten Jugendstudie „Skills to be Fit for the Future“ zeigen den dringenden Handlungsbedarf deutlich auf.
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Auswege aus dem Anlagedilemma Die 1833 gegründete Schoell erbank ist eine der führenden Privatbanken Österreichs und gilt als Spezialist für an spruchsvolle Vermögens anlage. Das erfolgreiche Traditions haus wurde mehrfach ausge zeichnet und liegt bereits seit Jahren im Spitzenfeld der besten internationalen Ver mögensverwalter. Unter dem Motto „Investieren statt Spe kulieren“ sind die Experten immer auf der Suche nach er tragreichen Anlagechancen für ihre Kunden, die der Bank bereits mehr als 12,5 Milliar den Euro anvertrauen. In Vorarlberg und Tirol ist die Schoellerbank in den Landes hauptstädten vor Ort. Johannes Böhler, CFP, Landes direktor der Schoellerbank, nimmt gegenüber den VN zu Börsen und Märkten Stellung. Wann gibt es wieder Zinsen? Die Europäische Zentral bank (EZB) möchte die Kon
junktur ankurbeln und tut al les dafür, um die Inflation wie der in den Zielbereich zu bringen. Deshalb stehen wei tere Zinssenkungen und die Wiederaufnahme des Anlei henkaufprogramms bereits ins Haus. Das Geld auf dem Sparbuch wird auch noch auf absehbare Zeit real immer weniger wert. Wo gibt es heute noch Rendite? Wie sollte man investieren? Wir raten weiterhin zu hochqualitativen Aktienver anlagungen und favorisieren dabei Titel von Unternehmen mit starken Geschäftsmodel len und soliden Bilanzen. Auf lange Sicht sind Aktien we sentlich ertragreicher als Zins produkte – und das nicht nur im aktuellen Zinsumfeld. An leger, die in ein breit diversifi ziertes Aktienportfolio von guten Unternehmen investie ren, haben damit wesentlich bessere Chancen dem aktu ellen Anlagedilemma zu ent
kommen – und zwar nach Kosten, Inflation und Steuern – als anderswo. Viele Börsen erreichen laufend neuen Höchststände.
Sind Aktien damit nicht schon sehr teuer? Fraglos sind viele Werte im vergangenen Jahrzehnt be reits stark gestiegen, doch un sere Analysen zeigen, dass die
Sollte man nicht dennoch eher zuwarten und erst investieren, wenn die Kurse günstiger sind? Wer gar nicht investiert ist, hat keine Chance an möglichen Kursanstiegen zu partizipieren. Man sollte jedoch nur so viele Aktien halten, wie es die eigene Risikoneigung zulässt. Es ist auch immer empfehlenswert, etwas trockenes Pulver in der Hinterhand zu haben, um Kursrücksetzer für weitere In vestments nützen zu können.
Attraktive Unternehmen finden sich in der Technologiebranche.
E-Banking: „Keine unnötige Hürden für Senioren“ Eine neue EU-Richtlinie schreibt höhere Sicherheitsstandards bei E-Banking vor. Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec befürchtet, dass dadurch vor allem für die ältere Generation teils unüberwindbare Hürden für elektronische Bankgeschäfte er richtet werden. Das Einloggen in E-Banking-Systeme sowie die Bestätigung von Überweisungen war bisher mittels Verfügernummer und Kenn wort sowie einer Transaktionsnummer (TAN) möglich, die die Kunden per SMS be kommen haben. Zukünftig sind zusätzliche Identifikationsmethoden wie Gesichtsoder Fingerabdruckerkennung oder eine TAN per App vorgeschrieben. Einige Banken wollen den TAN-Versand per SMS komplett einstellen. „Nicht jede Seniorin oder Senior hat ein Smartphone. Gerade bei sensiblen und wichtigen Handlungen wie Mietzahlungen oder Überweisungen sind die Banken in der Pflicht, eine möglichst für alle Kundinnen und Kunden vertretbare Lösung zu finden. Es ist zu wenig, schlicht auf den Sicherheits aspekt zu verweisen und nicht mehr zu tun“, warnt Korosec. Alternativen wie einen TAN-Generator, ein kleines Gerät, das Trans aktionsnummern für E-Banking erstellt, hält sie für zu umständlich.
Worauf sollten Anleger nun besonders achten? Wir erleben gerade die längste Aufwärtsbewegung an
den Börsen in der Geschichte. Anleger müssen daher mit stärkeren Schwankungen rechnen als in den vergange nen Jahren. Um das Risiko bei Investitionen in Aktien zu re duzieren, sind selbstverständ lich einige Faktoren, wie Be wertungen oder Stimmungs indikatoren zu beachten, die mit Anlageexperten bespro chen werden soll.
Johannes Böhler, CFP.
Schoellerbank Bregenz Montfortstraße 3 A-6900 Bregenz Telefon 0043 5574 45440-5028 www.schoellerbank.at
in kein unserer Portfolios set : Gl .
Der Fonds muss „Entwaldung“ vermeiden.
CDU/CSU für einen internationalen Waldfonds Die Bundestagsfraktion von CDU und CSU fordert einen internationalen Waldfonds. Dieser soll auch ein Engagement privater Organisationen ermöglichen. Der Fonds müsse dazu beitragen, „Entwaldung zu ver meiden, Aufforstung zu unterstützen und zugleich eine nachhaltige Waldbewirtschaf tung zu fördern“. Vor allem in den Regen wäldern der Tropen müsse mit allen gebote nen Mitteln der massiven Abholzung ent gegengewirkt werden.
se im historischen Schnitt nicht überteuert sind. Attrak tive Unternehmen finden wir beispielsweise im Gesund heitssektor, bei Konsumwer ten und in der Technologie branche. Neben den Industrie ländern setzen wir auch auf die asiatischen Entwicklungs länder, allen voran China.
Denn bevor ein Investment in unser Portfolio aufgenommen wird, durchläuft es den strengsten Selektionsprozess, den nur wenige überstehen. Schließlich verdient Ihr Vermögen nur die sichersten und allerbesten Anlagen. Investieren statt Spekulieren. Eine Philosophie, die in den letzten Jahren mit allen wichtigen Auszeichnungen der Finanzbranche prämiert wurde.
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Freitag, 13. September 2019 Extra
„Negativzinsen wirken negativ, daher bleiben Aktien alternativlos“ „Die zuletzt von der Bundes republik Deutschland bege bene Anleihe im supralangen Laufzeitenbereich von 30 Jah ren kommt ohne Kupon aus. Derzeit bewegen sich die Ren diten österreichischer und deutscher Staatsanleihen um den Nullpunkt, in Deutschland rentieren sogar alle negativ.“ So Karl-Heinz Strube, CIIA, neuer Leiter Asset- und Portfoliomanagement bei der Hypo Vorarlberg gegenüber den VN. Und weiter: „Dies ist die Folge einer anhaltenden expansiven Geldpolitik, sowohl über die Europäische Zentralbank EZB, als nun auch der amerikanischen Notenbank FED. Mit all diesen Papieren können Anleger und Sparer nur verlieren – schon vor Abzug der Inflation.“ Eine wesentliche Ursache Im laufenden Jahr ist das gesamte Renditespektrum am Rentenmarkt im Euroraum ein weiteres Mal ins Rutschen gekommen. Ein wesentlicher Grund hierfür: Mario Draghi und seine Kollegen im EZB-Rat haben ihre Geldpolitik einmal mehr verschärft. Sie haben mit sogenannten TLTRO-IIIGeschäften neue Möglichkeiten geschaffen, um zusätzlich Zentralbankgeld in die Wirtschaft des Euroraums zu pumpen. Zudem will die EZB auf Einlagen, die bei der Notenbank hinterlegt werden, noch höhere Preise in Rechnung stellen als schon jetzt. Bislang steht dieser Zinssatz bei negativen 0,40 Prozent; demnächst könnten es negative 0,50 Prozent werden, noch
Karl-Heinz Strube, CIIA.
Investmentfonds weiter im Plus Die heimischen Investmentfonds haben im August erneut Kursgewinne geschrieben. Die durchschnittliche Einjahresperformance lag im arithmetischen Mittel bei plus 2,72 Prozent, nach einem Plus von 3,23 Prozent im Vormonat Juli. Die Fünfjahresperformance belief sich im Schnitt auf plus 2,92 Prozent. Im Juli war sie bei plus 3,05 Prozent gelegen. Das geht aus der aktuellen Statistik der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) hervor. Im August lagen auf Fünf-Jahressicht 1097 Fonds im Plus und 88 im Minus, zwei notierten unverändert. Bei der kürzerlaufenden einjährigen Performance standen mit Ende Juli 1199 Fonds im Plus, drei blieben unverändert und 381 notierten im Minus.
Auf mittlere Sicht erwarten die Experten der Hypo in der Tendenz eine seitwärts bis leicht aufwärts gerichtete Entwicklung der Aktienmärkte. tiefere Werte nicht ausgeschlossen. Karl-Heinz Strube: „Die eigentliche Krux besteht indessen darin, dass sich die EZB-Politik der Mini- und Minuszinsen am Finanzmarkt mehr und mehr durchfrisst. Mittlerweile sind nicht nur deutsche Staatsanleihen sichere Verlustbringer. Vielmehr fallen auch immer mehr Pfandbriefe und Unternehmensanleihen in diese Kategorie.“ Der ifo-Subindex Tatsächliche Geschäftslage markierte im Jänner 2018 mit 108,5 Punkten ein zyklisches Hoch. Zwischenzeitlich hat sich dieser Wert auf nur noch 97,3 Zähler verringert. Das Hoch bei den Geschäftserwartungen wurde bereits zwei Monate früher, im November 2017, erreicht. Von damals 103,4 Punkten revidierten die Umfrageteil nehmer ihre Einschätzung im Mittel auf inzwischen nur noch 91,3 Zähler nach unten. Signalisierte die ifo-Konjunktur-Uhr über weite Strecken
Für Neuinvestments empfehlen wir von der Hypo Vorarlberg weiterhin die Investition über mehrere Stufen. Karl-Heinz Strube, CIIA Leiter Asset-Management
des Jahres 2017 und zu Beginn des Jahres 2018 noch einen Boom für die deutsche Wirtschaft, wies sie zwischen April und Juli 2018 temporär und weist sie seit Oktober 2018 durchgängig auf Abschwung hin. Trotzdem haben der DAX und die wichtigsten anderen Aktienindizes weltweit seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, und sind durchgängig vergleichsweise hoch bewertet; US-Aktien können sogar als teuer bezeichnet werden. All dies dürfte vor allem dem Umstand geschuldet sein, dass sich der schon länger vorherr-
schende Anlagenotstand zuletzt nochmals dramatisch verschärfte. Zum Jahreswechsel brachten zehnjährige Bundesanleihen wenigstens noch eine Rendite von 0,31 Prozent. Inzwischen liegt diese bei -0,70 Prozent. In der asset übergreifenden Betrachtung mit zinstragenden Anlagen stehen Aktien daher so gut da wie selten zuvor, eingetrübte Konjunkturperspektiven und Gewinnerwartungen spielen vor diesem Hintergrund eine untergeordnete Rolle. Wie geht es weiter? Dazu der Experte: „Im Kontext der momentanen Konjunktur- und Gewinnschwäche sind die Aktienmärkte aktuell vergleichsweise ambitioniert bewertet. Zum Monatswechsel traten derweil neue wechselseitige Zölle zwischen China und den USA in Kraft. Und mit September bricht nun der unter saisonalen Aspekten typischerweise schwächste Börsenmonat des Jahres an.
Dies verheißt isoliert betrachtet nichts Gutes. Aufgrund eines immer größeren Anlagenotstands dürften allerdings Kapitalsammelstellen wie beispielsweise Versicherer dazu gezwungen sein, ihre Ressentiments gegenüber Aktien mehr und mehr über Bord zu werfen und ihre Aktienquote trotz einer möglicherweise bevorstehenden Rezession mit der gebotenen Vorsicht sukzessive zu er höhen.“ Dies dürfte wie eine Art Auffangnetz wirken und einen starken Aktienmarkteinbruch, wie er im aktuellen Konjunkturszenario bei isolierter Betrachtung durchaus gebo ten wäre, verhindern. Auf eine mittlere Frist erwarten die Experten der Hypo Vorarlberg, dass sich die Aktienmärkte in der Tendenz sogar seitwärts- bis leicht aufwärtsgerichtet entwickeln werden. „Aufgrund der damit erwarteten höheren Volatilität agieren wir beispielsweise in
unserer ausgewogenen Strategie mit derzeit 32 Prozent Aktienquote, zögern jedoch nicht, bei gröberen Rücksetzern erneut zu investieren. Für Neuinvestments empfehlen wir weiterhin die Investition über m ehrere Stufen“, so Strube abschließend.
Information Karl-Heinz Strube, CIIA, ist bei der Hypo Vorarlberg der Nachfolger von Roland Rupprechter, als Leiter Asset-Management. Der gebürtige Lindauer verfügt über knapp 20 Jahre Erfahrung in der Bankenbranche. Er wird den VN künftig als Experte für Finanzfragen zur Verf ügung stehen. Roland Rupprechter, MBA, hat die Bank auf eigenen Wunsch verlassen, um einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen.
WIFO: Konjunktur flaut ab Die Schwäche der Weltwirt schaft dämpft die Konjunktur in Österreich. Im II. Quartal ließ das Exportwachstum merklich nach, das BIP-Wachstum verlangsamte sich auf +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Konsum der privaten Haushalte nahm hingegen weiterhin zu und stützte die Konjunktur. Die Aussichten für die österreichische Wirtschaft stabilisierten sich zuletzt. Laut WIFO-Konjunkturtest hellten sich die Einschätzungen der Unternehmen im August insbesondere in der Sachgüter erzeugung etwas auf. Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt neigt sich dem Ende zu, die Arbeitslosenquote stagnierte im August saisonbereinigt. Die Inflationsrate ging im Juli etwas zurück und lag bei 1,4 Prozent. Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamte sich im Frühjahr merklich. In den USA
und im Euroraum nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion im II. Quartal weniger stark zu als im I. Quartal. Rückgang in Deutschland Auch in Japan und einigen ostmitteleuropäischen Ländern schwächte sich die Konjunktur ab. In Deutschland und im Ver-
einigten Königreich ging das BIP sogar zurück. In Frankreich und Italien war hingegen keine weitere Dämpfung der Konjunktur zu verzeichnen. Die Aussichten für die internationale Konjunktur sind uneinheitlich, stabilisierten sich zuletzt jedoch etwas. So ist in den USA das Konsumentenvertrau-
Die Einschätzung der Unternehmen hellte sich wieder etwas auf.
en weiterhin hoch; zudem wird der private Konsum durch die niedrige Arbeitslosenquote und die Lohnentwicklung begünstigt. Im Euroraum stabilisierten sich die Einschätzungen der Unternehmen und Verbraucher ebenso. Selbst in Deutschland, wo sich die Stimmung im 1. Halbjahr deutlich eingetrübt hatte, wurde die Lage laut Konjunkturtest der Europäischen Kommission im August wieder etwas besser beurteilt. 0,3 Prozent Wachstum Österreichs Wirtschaft wuchs im II. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent (Trend-Konjunktur-Komponente). Damit setzte sich die Expansion fort, ließ jedoch im Einklang mit der internationalen Konjunktur nach. Das Exportwachstum verlangsamte sich deutlich, während die Konsumausgaben der privaten Haushalte unverändert stark ausgeweitet wurden.
Das Werk in Essen.
Thyssenkrupp steigt aus dem Dax aus Thyssenkrupp zählt nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Ersetzt wird der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU.
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Trotz niedrigster Zinsen kann man sich die eigene Kaufkraft erhalten Der hoch entwickelte Lebensund Wirtschaftsraum Vorarlberg ermöglicht es vielen Vorarlbergern, sich einen g uten Lebensstandard zu erarbeiten. Doch die von der EZB initiierte Negativzinsphase, die noch ei ne längere Zeit anhalten wird, ist ein Angriff darauf. Schmä lert sie doch die Kaufkraft. „Was tun?“ fragen sich viele. „Eine Patentlösung für alle existiert nicht, aber die rich tige Lösung für jeden gibt es“, weiß Wilfried Hopfner, Vor standsvorsitzender der Raiffei senlandesbank Vorarlberg. Vielen Menschen im Ländle geht es gut. Sie verfügen über ein Eigenheim und haben sich finanzielle Reserven geschaf fen. Familie, Urlaub, Restau rantbesuche und das eine oder andere Hobby gehören zum Leben. Auch im Ruhe
stand wollen die Menschen nicht darauf verzichten. „Das aktuelle Zinsniveau macht es vielen Vorarlbergern schwer, sich ein finanzielles Polster für die Zukunft zu schaffen“, so Wilfried Hopfner. „Dazu kommt, dass die Verbraucher preise ständig steigen und dadurch die Kaufkraft sinkt. Doch es gibt Möglichkeiten, dieser Schere zu entgehen.“ Das Leben wird teurer Eine simple Rechnung macht die Schwierigkeiten deutlich: Die beliebteste Sparform der Vorarlberger ist das Sparbuch. Die EZB-Zinspolitik führt da zu, dass es dafür praktisch kei ne Zinsen mehr gibt. Dazu kommt noch der Abzug der Kapitalertragsteuer, die die Rendite reduziert. Demgegen über steht die Teuerung, ge messen am Verbraucherpreis
index. Unter der Annahme ei ner zweiprozentigen Inflation sind die Auswirkungen auf die Kaufkraft fatal: In zehn Jahren kann man sich mit dem eige nen Geld um etwa ein Fünftel weniger leisten. Oder konkret:
Komm.-Rat Wilfried Hopfner.
nach Steuern und sonstigen Kosten ein Gewinn von zu mindest zwei Prozent im Jahr erwirtschaftet werden. Das heißt, eine Veranlagung sollte die Chance bieten, etwa eine solche Rendite zu erzielen. Zahlreiche Veranlagungsmög lichkeiten sind daher aktuell wenig attraktiv. Einige Alternativen jedoch bleiben. „Ob diese für den Ein zelnen passend sind, lässt sich nicht verallgemeinern. Ich empfehle daher, eine professi onelle Beratung“, erläutert der Raiffeisen-Vorstand. Dabei dürfen nicht nur die Chancen gesehen werden, um die Erträge in entsprechender Höhe zu erzielen, sondern es müssen auch die damit ver bundenen Risiken, wie laufen de Wertschwankungen, kalku liert werden. Und dieses Chan cen- und Risikoprofil muss zur
Eine Kaufkraft von heute 100.000 Euro reduziert sich in zehn Jahren auf etwas mehr als 80.000 Euro. Doch wo liegt der Ausweg? Wilfried Hopfner kennt ihn: „Die aktuelle Situa tion ist keine einfache. Viele Entwicklungen spielen mit hi nein und müssen beachtet werden. Gefragt ist heute mehr denn je ein kompe tenter, persönlicher Anlage berater. Er kann mit dem Kun den Lösungswege entwickeln.“ Persönlicher Lösungsweg Viele setzen heute auf reale Sachwertanlagen: Neben Im mobilien sind auch Edelme talle beliebt. Aber auch Ver bindungen zur realen Wirt schaftswelt, also Aktien und Fonds, werden immer mehr nachgefragt. Letztlich ist klar: Will man die Kaufkraft des Er sparten erhalten, muss netto
eigenen Lebenssituation pas sen. Wilfried Hopfner: „Schlus sendlich muss der Anleger die Produkte verstehen und er muss sich in der gewählten Anlageform auch wohlfühlen. Geht es doch um das eigene hart erarbeitete Vermögen – um Geld, das man für sich und seine Liebsten haben will. Hier hat sich jeder die höchste Sorgfalt und die Zeit eines kompetenten Finanzberaters verdient.“
Eine Patentlösung für alle existiert nicht, aber die richtige Lösung für jeden gibt es. Gefragt ist professionelle Beratung. Wilfried Hopfner Vorstandsvorsitzender
US-Notenbankchef: Zuversicht für die weitere Konjunktur Die US-Notenbank ist für die weitere Kon junkturentwicklung in den USA zuversicht lich und erwartet keine Rezession. Die Fe deral Reserve (Fed) rechne mit mäßigem Wachstum, guten Arbeitsmarktdaten und leicht anziehender Inflation, sagte Noten bankchef Jerome Powell in Zürich. „Wir pro gnostizieren und erwarten keine Rezessi on“, sagte Powell. Mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen China und den USA sagte Powell, die daraus resultierende Unsicherheit bremse lang fristige Investitionen. Die Zentralbank beo bachte die Auswirkungen des Konflikts und treffe ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik.
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Finanzplatz London verliert an Bedeutung.
EZB: Banken bringen Brexit-Billionenwerte in den Euroraum Im Zuge des Brexit werden Geldhäuser nach Einschätzung der EZB-Bankenaufsicht in er heblichem Umfang Geschäfte in den Euro raum umschichten. „Am Ende des Prozesses werden wir Vermögenswerte in Höhe von etwa rund 1,3 Billionen Euro haben, die von London in den Euroraum verlagert werden“, sagte der Chef der Bankenaufsicht der Euro päischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria. 24 Banken werden nach Angaben Enrias umziehen. Sieben davon werden unter di rekter Aufsicht der EZB stehen, die 17 ande ren fallen unter die jeweilige nationale Auf sicht ihres künftigen Standorts, wie der oberste EZB-Bankenaufseher ausführte. Die EZB mit Sitz in Frankfurt überwacht seit November 2014 die größten Geldinstitute im Euroraum direkt. Derzeit sind es 114 Ban ken und Bankengruppen. Der angestrebte britische EU-Austritt zwingt Banken am Finanzplatz London, sich zu mindest teilweise umzuorientieren. Denn sobald Großbritannien aus der Europä ischen Union ausgeschieden ist, dürfen Banken nicht mehr wie bisher von London aus Finanzgeschäfte in der EU betreiben.
Gesundes Wachstum, nachhaltige Ernte.
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Kapitalmärkte befinden sich in einem „Risk-off“-Modus Mehr Liquidität durch Bares.
Rückkäufe von Aktien auf Kredit Die anhaltend niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt verleiten börsennotierte Unternehmen dazu, Aktienrückkäufe vermehrt auf Kredit zu finanzieren, schreibt das Bankhaus Kretschker in einem Marktkommentar. „Obwohl oft hohe Barmittel vorhanden sind, nehmen Unternehmen zusätzlich günstige Kredite auf, um die geplanten Aktienrückkäufe zu finanzieren“, heißt es in der Aussendung. Das Bargeld behielten die Unternehmen lieber bei sich, um liquide zu sein, sollte sich eine Übernahmemöglichkeit ergeben. Generell seien Aktienrückkäufe aber nicht als problematisch anzusehen. Bei Unternehmen, die operativ schwach dastehen und über einen Aktien rückkauf auf Kredit ihren Gewinn je Aktie erhöhen wollen, sei jedoch Vorsicht geboten.
Mit Johannes Hefel, Vorstandsmitglied der Hypo Vorarlberg, führten die VN das folgende Gespräch über die aktuelle Situation auf den Kapital- und Anlagemärkten sowie zum Gold als Anlageform. Welche Themen beschäftigen die Märkte und die Anleger derzeit? Zwei Drittel des Anlagejahres liegen hinter uns. Zwei grundsätzliche Krisenthemen haben uns bisher beschäftigt und werden auch weiterhin aktuell sein – zum einen die Entwicklungen um den Brexit und zum anderen der Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Zollkonflikt wird noch einige Zeit anhalten und längerfristige, schwerwiegendere Auswirkungen haben. Vor allem Deutschland als
Johannes Hefel, Vorstands mitglied der Hypo Vorarlberg.
große Exportnation ist überdurchschnittlich stark davon betroffen. Das hat auch dazu geführt, dass deutsche Unternehmen überdurchschnittlich starke Gewinneinbußen zu verzeichnen hatten. Zu befürchten ist, dass der Handelsstreit noch für längere Zeit das Wirtschaftswachstum weltweit drücken wird. Wie haben sich die Kapitalmärkte in diesem Umfeld entwickelt? Die Kapitalmärkte befinden sich grundsätzlich in einem sogenannten „Risk-off “-Modus. Ein guter Indikator dafür ist der Goldpreis, der seit Beginn des Jahres knapp 20 Prozent zugelegt hat. Auch die Entwicklung der Anleihezinsen weist darauf hin. Bei deutschen Bundesanleihen ist die Verzinsung selbst bei 30-jährigen Laufzeiten inzwischen negativ. Es sind also vor allem jene Instrumente nachgefragt, die Anleger in Situationen kaufen, in denen sie sich Sorgen machen. Und was tut sich an den Aktienmärkten? Auffallend ist, dass trotz „Risk-off“-Modus auch die Aktienmärkte in den ersten acht Monaten des Jahres eine sehr positive Entwicklung aufweisen können, was so nicht zu erwarten wäre. Dies zeigt in Summe einen „Anlagenotstand“ und ist durch die Hoffnung der Anleger auf eine wei-
tere Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken zu erklären. Wie können Anleger darauf reagieren? Aktuell ist nicht die Zeit für eine Goldgräberstimmung. Mit Anleihen bei Mini-Zinsen oder gar negativen Zinsen wie bei Staatsanleihen kann der reale Wert des Geldes nicht erhalten werden. Bisher noch rentierende Unternehmensanleihen scheinen inzwischen ausgereizt zu sein. Bei den Aktienmärkten ist die fundamentale Bewertung überdurchschnittlich hoch. Im Verhältnis zu den Anleihen und deren Verzinsung haben die Aktien jedoch eine relativ günstige Bewertung und bieten deshalb mehr Chancen, real sein Geld zu erhalten. Was würde für ein Investment in Aktien sprechen? Die nach wie vor attraktiven Dividendenrenditen dürften wie eine Art Auffangnetz wirken und sollten einen starken Aktienmarkteinbruch, wie er im aktuellen Konjunktur- und Gewinnszenario und der Saisonalität geboten wäre, verhindern. Aufgrund des immer stärkeren Anlagenotstandes werden größere Kapitalsammelstellen wie Versicherer zunehmend gezwungen, ihre Zurückhaltung gegenüber Aktien über Bord zu werfen und ihre Aktienquote – vorsichtig – zu erhöhen, was zusätzliche Nachfrage schaffen dürfte.
VERMÖGEN AUFBAUEN
Ist Gold nach wie vor eine attraktive Anlageform? Gold hat immer eine Existenzberechtigung in einem Depot. In erster Linie als Versicherung gegen besonders schwerwiegende Ereignisse. Aktuell profitiert Gold vor allem auch von der zunehmend tiefen und gar negativen Verzinsung bei den Anleihen und den damit verbundenen negativen Realzinsen nach Inflation. Nach dem starken Anstieg ist eine Kon-
solidierung beim Goldpreis zu erwarten. Auf Sicht sind die Chancen für weitere Kurs anstiege jedoch gut. Als Resümee lässt sich sagen, dass die hohen Preise an allen Märkten es nicht gerade leicht machen, die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen. Neue Investments sollten deshalb möglichst über einen längeren Zeitraum in mehreren Tranchen erfolgen. Fazit: Das Glas ist derzeit halb voll.
Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes.
WAR SCHON IMMER EINE FRAGE DER BALANCE.
WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Für Ausgewogenheit und Wachstum Ihres Vermögens zu sorgen ist eine Kunst, die wir bestens verstehen. Wir verbinden für Sie traditionelles Private Banking mit modernen Investmentlösungen. Gemeinsam besprechen wir Ihre Möglichkeiten und entwickeln eine ausgewogene Vermögensstrategie, die zu Ihnen passt. Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at
Gold hat in einem Depot immer eine Existenzberechtigung.
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