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Festspielzeitung 2019

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Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

2. Ausgabe Juli 2019

ERÖ FFN U N G Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete die 74. Bregenzer Festspiele.

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4 Großes Spektakel auf dem See 10 Wodka für die Kostüme Angelika Kauff ffm mann im vorarlberg museum

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Von Kopf bis Fuss Menschenbilder im Fokus der Sammlung Würth bis 21. Februar 2021

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ERFOLGREICHER START

Die Premiere von Rigoletto überzeugte auf allen Linien. Besuch bei den Bregenzer Festspielen verzichten. In den nächsten Wochen stehen auch abseits der großen Bühne noch tolle Highlights, wie das Musiktheater „Der Reigen“, drei Orchesterkonzerte oder die Lesung von Michael Köhlmeier im Rahmen von Musik und Poesie, auf dem Programm.

Mit den Premieren von Rigoletto als Spiel auf dem See und Don Quichotte als Oper im Haus konnten die Bregenzer Festspiele in diesem Jahr einen erfolgreichen Start in die Saison hinlegen. Sowohl Kritiker als auch Besucher zeigen sich von den ausverkauften Aufführungen bislang begeistert. International große Beachtung fanden auch die mahnenden Worte von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der in seiner Eröffnungsrede die Politikerkollegen vor Selbstüberhöhung und Machtmissbrauch warnte. Wer für das Spiel auf dem See dieses Jahr keine Karten mehr bekommen hat, muss aber keineswegs auf einen

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit bei den Bregenzer Festspielen! Herzlichst Ihre

Beate R homberg

INHALT

Spiel auf dem See Rigoletto von Guiseppe Verdi

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Der Reigen: Skandalumwittertes Musiktheater auf der Werkstattbühne

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Dos und Don'ts auf der Seebühne Wie der Opernabend entspannt wird.

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Oper im Haus: Wie die Raritäten nach Bregenz kommen

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Feierliche Eröffnung mit viel Prominenz und tollem Programm.

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Ausstellung: Friedensreich Hundertwasser in Lindau

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Gastgeberstadt Bregenz Kultur und Genuss am See

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Interview mit Lenka Radecky, Leiterin der Kostümabteilung

Impressum

Festspielzeitung. Herausgeber: Russmedia Verlag GmbH; Layout: Nicol Metzler; Redaktion und Umsetzung: Beate Rhomberg (beate.rhomberg@ russmedia.com); Fotos: Beate Rhomberg (Titelbild), Philipp Steurer, Bregenzer Festspiele, Dietmar Stiplovsek, Roland Paulitsch, Harald Hoffmann, Namida AG, Markus Tretter, Laurence Feider, Adolf Bereuter, Foto Inken M. Holubec, Stadtmarketing Bregenz. Anzeigenberatung: Manfred Schmid (manfred.schmid@russmedia.com), Boris Sinn (boris.sinn@russmedia.com). Die nächste Ausgabe der Festspielzeitung erscheint am 9. August 2019. Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Fotos: Beate Rhomberg

SPEKTAKULÄR WIE LANGE NICHT Philipp Stölzls Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper Rigoletto sorgte für Begeisterung im Publikum und in der Presse.

Wer Karten für das diesjährige Spiel auf dem See hat, darf sich auf ein Spektakel freuen, wie es in Bregenz lange nicht mehr zu sehen war. Das Bühnenbild von Philipp Stölzl und seine Inszenierung sorgten nicht nur bei den Premierengästen, sondern auch bei der Presse für Begeisterung. So hieß es etwa in den Vorarlberger Nachrichten: „Da bleibt einem die Spucke weg. Noch nie war ein Seebühnenstück so spektakulär wie Rigoletto […]“ oder bei der APA: „[…] Dieser Rigoletto hat eine neue Zeitrechnung in Sachen Bühnentechnik bei den Bregenzer Festspielen eingeläutet.“ Ein riesiger Clownkopf

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spiegelt das Schicksal von Rigoletto wider und verändert dabei im Laufe des Stücks immer wieder beeindruckend vielfältig seinen Gesichtsausdruck. Die neue Klangtechnik tut sein Übriges für einen gelungenen Opernabend. DIE GESCHICHTE Als Hofnarr des lüsternen Herzogs amüsiert sich Rigoletto. Seine Tochter Gilda sperrt er zu Hause ein, um sie vor anderen Männern zu schützen. Monterone, dessen Tochter der Herzog geschändet hat, verflucht Rigoletto für dessen spottende Worte. Nichts ahnend wird er zum Helfer bei Gildas Entführung, die dem Herzog als Eroberung gebracht wird. Sie sieht die Zuwendung des Herzogs als Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Dieser aber hat einen Mörder beauftragt, um den Liebschaften des Herzogs ein Ende zu bereiten. Als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er erneut dessen zynisches Credo „La donna è mobile“ und fürchtet um das Leben seiner Tochter. Philipp Stölzl be-

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tont in seiner Inszenierung Verdis Kontraste zwischen Spektakel und Kammerspiel. Dem zirkushaften Treiben auf dem Fest, der waghalsigen Entführung und dem nächtlichen Sturm stehen innige Szenen zwischen Vater und Tochter sowie Gilda und dem Herzog gegenüber.

„Rigoletto“ von Giuseppe Verdi Musikalische Leitung: Enrique Mazzola, Daniele Squeo Inszenierung: Philipp Stölzl Bühne: Philipp Stölzl, Heike Vollmer Kostüme: Kathi Maurer Licht: Georg Veit, Philipp Stölzl Stunt- und Bewegungsregie: Wendy Hesketh-Ogilvie Mitarbeit Regie: Philipp M. Krenn Chorleitung: Lukáš Vasilek | Benjamin Lack Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Der Herzog von Mantua: Stephen Costello, Sergey Romanovsky, Pavel Valuzhin Rigoletto: Scott Hendricks, Vladimir Stoyanov, Franco Vassallo Gilda: Stacey Alleaume, Mélissa Petit, Ekaterina Sadovnikova Sparafucile: Goderdzi Janelidze, Miklós Sebestyén Maddalena/Giovanna: Rinat Shaham, Katrin Wundsam


DOS AND DON'TS BEIM SPIEL AUF DEM SEE

Das Spiel auf dem See ist nicht nur für Kenner ein Opernerlebnis. Hier wird mit einigen Vorurteilen aufgeräumt. Ein Opernbesuch muss keine steife Angelegenheit sein, wie manche Leute erwarten. Das gilt besonders für die Bregenzer Seebühne. Hier ein nicht repräsentativer Überblick zu den gängigsten Vorurteilen, mit denen wir nun aufräumen. EINE OPER DAUERT EWIG Natürlich gibt es lange Opern: Manche Werke, etwa von Richard Wagner, dauern vier oder fünf Stunden. Doch beim Spiel auf dem See geht es traditionell deutlich flotter zu: Die Spielzeit von Rigoletto zum Beispiel liegt bei rund zwei Stunden. Das Spiel auf dem See wird ohne Pause gezeigt. DA GEHEN DOCH NUR SNOBS HIN Die Bregenzer Festspiele und ihr Spiel auf dem See stehen für die Idee einer qualitätsvollen Oper für alle. Entsprechend bunt ist die Mischung der Besucherinnen und Besucher. Und die Preispalette ist breit gefächert: Die günstigsten Tickets auf der Seebühne gibt es schon ab 30 Euro. Leider ist Rigoletto in dieser Saison bereits ausverkauft. Aber: Am 18. August startet der Vorverkauf für das nächste Jahr. BEI FREILUFT KANN ICH ALLES MITNEHMEN Nicht ganz, denn manche Gegenstände sind auch auf der Seebühne tabu. Dazu zählen beispielsweise Speisen, Selfie-Sticks, Laptops, Thermoskannen und Glasflaschen. Plastikflaschen bis maximal 0,5 Liter, Sitzkissen und Taschen sind erlaubt. Koffer, Trolleys, Stockschirme, professionelle Fotound Videoausrüstung, Motorradhelme und Kindersitze sind zu sperrig und haben in den Vorstellungen 6

nichts verloren. Tiere müssen ebenfalls zu Hause bleiben. Ausgenommen sind, nach vorheriger Anmeldung, Assistenzhunde mit Bescheinigung. HANDYFOTOS STÖREN DOCH NICHT AUF DIE GROSSE DISTANZ Auch wenn angesichts des imposanten Bühnenbildes die Verführung groß ist: keine Fotos, Handyvideos oder Tonaufnahmen während der Vorstellung! Zuvor ist hingegen reichlich Zeit für Aufnahmen – die Tribüne öffnet eine Stunde vor Beginn.

DIE SINGEN AUF ITALIENISCH. DA VERSTEHE ICH EH KEIN WORT Langweilig kann es dann werden, wenn man der Handlung nicht folgen kann. Dagegen helfen zum einen die deutschen Übertitel, die auf zwei großen Leinwänden links und rechts eingeblendet werden. Zum anderen gibt es an Aufführungstagen Einführungsvorträge um 19 und 19.30 Uhr im Festspielhaus. Außerdem sind die Inszenierungen auf der Seebühne so angelegt, dass ein spontanes Verstehen der Handlung erleichtert wird – auch für Nicht-Opernfreaks.

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ICH KLATSCHE AN DEN FALSCHEN STELLEN UND BLAMIERE MICH Dieses Thema war früher komplizierter, als man zum Beispiel erst nach einem Akt Beifall spenden durfte. Solange der Applaus heutzutage nicht mitten in eine Arie hineinplatzt, ist er keine besonders heikle Sache mehr. Im Zweifel gilt: Einfach abwarten, bis die anderen klatschen. ICH KENNE DIE MUSIK NICHT Tatsächlich kennen auch Neulinge mehr Opernmelodien, als ihnen bewusst ist. Wer beispielsweise in den 1990er-Jahren Fernsehwerbung gesehen hat, kam an „La donna è mobile“, der bekanntesten Arie aus Rigoletto, kaum vorbei – einem krossigen SchokoSnack oder einer Pizza sei Dank. Und auch heute noch dient die ein oder andere Opern-Arie als Erkennungsmelodie für beliebte Konsumgüter. OHNE SMOKING ODER ABENDKLEID BIN ICH BESTIMMT UNDERDRESSED Anders als im James-Bond-Abenteuer „Ein Quantum Trost“ dargestellt, ist die Kleiderpalette sehr breit. Mitunter sollen schon Flip-Flops gesichtet worden sein. Natürlich darf sich jeder aufbrezeln, wie er oder sie möchte. Aber das muss keineswegs so sein, es gibt keinen Dresscode. Allzu luftig sollte die Garderobe trotzdem nicht ausfallen. Denn am späten Abend können die Temperaturen deutlich unter 20 Grad Celsius sinken. Unser Tipp ist warme und wetterfeste Kleidung. Keine Angst: Sie werden nicht schief angeschaut, wenn Sie eine leichte Decke mitbringen. Im Gegenteil – daran erkennt man die echten Seebühnen-Experten.


SEERESTAURANT

Summertime

im Glashaus

© Bregenzer Festspiele / Lisa Kloos, Kathrin Grabher

Genießen Sie die unvergleichliche Atmosphäre am See und überzeugen Sie sich von unserer kreativen Küche.

Glückwunsch zum gelungenen Bühnenbild

Unser hausgemachter Apfelsaft wurde mit der Genusskrone 2014/2015, Landessieger Vorarlberg, ausgezeichnet. Die Genusskrone ist neben der Vorarlberger Landesprämierung die höchste Auszeichnung für regionale Lebensmittel.

Wir waren verantwortlich für den Kopf sowie die Tragkonstruktion und bedanken uns herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Seerestaurant Glashaus Am See 1 I 6973 Höchst Tel. 05578 72590 info@seerestaurant-glashaus.at www.seerestaurant-glashaus.at

Biedenkapp Stahlbau GmbH Am Rathausplatz 4, 6850 Dornbirn www.biedenkapp-stahlbau.at

8. Lech Classic Festival 30. Juli – 03. August 2019

Leistungen: Busfahrt, 1 Glas Sekt im Bus, Eintritt Konzert, 3-Gang-Menü im Hotel Pfefferkorn‘s Beginn der Konzerte: 17:00 Uhr Abendessen, ca. 19:00 Uhr

2.08.2019

„Norma“

Vincenzo Bellinis Meisterwerk „Norma“ ist der Inbegriff der italienischen, romantischen Oper mit unendlich schönen Melodien. Es ist seit Anbeginn eine sogenannte „Primadonnen-Oper“ Preise: Abfahrt:

Rückfahrt:

2.8.2019 Bregenz – Bahnhof , Bussteig A Dornbirn – Kika Bhst. Hohenems – McDonald´s Rankweil – Merkur Markt Bürs – Lünerseepark ab Lech

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117 €, 112 € für VN-Abonnenten 13:30 Uhr 13:45 Uhr 13:55 Uhr 14:10 Uhr 14:25 Uhr ca. 21:00 Uhr

Anmeldung: Tel: 05572 501-262 oder shop.vn.at/erlebnisreisen Weitere Infos: www.lechclassicfestival.com Veranstalter: Herburger Reisen

Öffnungszeiten: ganztägig geöffnet von 10 bis ca. 24 Uhr Sonntag ab 9 Uhr.


Prominente Gäste aus den Sparten Politik, Kultur und Wirtschaft waren bei der Festspieleröffnung anzutreffen. V. l.: Ex-OGH-Präsident und Kurzzeit-Innenminister Eckart Ratz mit Brigitte. Sabine Scheffknecht mit Beate Meinl Reisinger und Gerald Loacker. Architektin Antonella Rupp mit Käseproduzent Joe Rupp. Bernhard Ölz mit Andrea Peter sowie Stadtchef Markus Linhart mit Claudia.

Fotos: Philipp Steurer, Dietmar Stiplovsek

„EINE OASE, UM AUFZUTANKEN“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete die 74. Bregenzer Festspiele. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich am Tag der Eröffnung wieder zahlreiche Prominente und viele Schaulustige auf dem Platz der Symphoniker, bevor die 74. Bregenzer Festspiele bei einem Festakt im Festspielhaus offiziell eröffnet wurden. Bundespräsident Alexander Van der Bellen machte diesmal nicht die Kunst zum Inhalt seiner Rede. Vielmehr nahm er das „Ibiza-Video“ und seine in Bezug auf das Video getroffene Feststellung „So sind wir nicht“ als Ausgangspunkt für seine Worte. 8

Wer durch demokratische Wahl in eine Machtposition gekommen sei, den sollte man daran erinnern, dass „damit eine Verpflichtung einhergeht, mit dieser auf Zeit geliehenen Macht sorgsam umzugehen“, mahnte Van der Bellen. Die gegebenen Herausforderungen – als drängendste führte Van der Bellen den Klimawandel an – ließen sich nur gemeinsam und mit großen Anstrengungen lösen, betonte das Staatsoberhaupt. „Wir alle werden uns aus unserer Komfortzone herausbewegen müssen“, stellte

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

Van der Bellen fest, damit aus dem Klimanotstand nicht eine Klimakatastrophe werde. Auch Kulturminister Alexander Schallenberg unterstrich den Wert der Gemeinsamkeit. Er schilderte Festspiele als einen Ort der Selbstvergewisserung, „dass es auf unserem europäischen Kontinent etwas über alle Sprach- und Landesgrenzen hinweg Gemeinsames, etwas Verbindendes gibt, das ist die Kunst“. Und wenn uns Don Quijote an eine Sache erinnere, dann daran, dass nicht alle unsere Kämpfe gleichermaßen


Neben den Eröffnungsreden gab es wieder Auszüge aus dem diesjährigen Festspielprogramm zu sehen. Besonders gut kam auch in diesem Jahr der Moderator, Puppenspieler und Pfeifer Nikolaus Habjan an. Das Programm wurde per Leinwand auch für alle auf den Vorplatz übertragen.

sinnvoll seien. Konkret würdigte der Minister die Bregenzer Festspiele als „etwas ganz Besonderes“, als eine „Bühne, die längst zur künstlerischen Visitenkarte, ja zum Aushängeschild Österreichs in der ganzen Welt geworden ist“. Für ihn persönlich seien Festspiele wie eine Oase, in der man auftanken und sich inspirieren lassen könne. Und es seien auch Treffpunkte, an denen Menschen aus allen Ecken und Enden der Welt für einige Tage zusammenkommen, sich kennenlernen und austauschen. Die live

im TV übertragene Eröffnung war auch diesmal wieder äußerst kurzweilig und profitierte vom Humor des Bundespräsidenten und den Darbietungen der Festspielkünstler. Besonders gut kam wie im Vorjahr Moderator Nikolaus Habjan an, der mit seiner „Rigoletto“-Handpuppe und subversiven Ansagen für beste Unterhaltung sorgte. Am Abend konnten sich die Premierengäste schließlich bei immer noch bestem Wetter zum ersten Mal ein Bild vom diesjährigen Spiel auf dem See machen. Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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WODKA FÜR DIE KOSTÜME

Sechs Fragen an die Leiterin der Kostümabteilung, Lenka Radecky.

Vor knapp einem Jahr traten Sie Ihre Stelle in Bregenz an. Wie kam es dazu? Lenka Radecky: Nach meinem Abschied von den Tiroler Festspielen Erl war ich fast drei Jahre lang freiberuflich tätig und lebte in Berlin. Eigentlich war ich damals fest entschlossen, nicht ans Theater zurückzukehren. Stattdessen hatte ich die Möbelbranche im Visier. Interior Design hat mich schon immer interessiert. Dann habe ich von Bregenz erfahren. Welche Veränderungen haben Sie hier angestoßen? Lenka Radecky: Ich habe hier die Möglichkeit, die Kostümabteilung in ein neues Zeitalter führen zu dürfen. Von den 250 Kostümen, die wir in dieser Saison insgesamt brauchen, stellen wir heuer rund 100 selbst her. Früher haben wir die Produktion komplett an Fremdfirmen vergeben. Jetzt haben wir den Vorteil, Qualität und Ablauf selbst steuern zu können. Außerdem diskutieren wir momentan die Idee, die Kostümabteilung in einen ganzjährigen Betrieb umzuwandeln. Damit verbunden ist der Ansatz einer Ausbildungsstätte, womit wir in diesem Bereich in Vorarlberg die Ersten wären. Wie viele Leute arbeiten in der Kostümabteilung? 10

Foto: Bregenzer Festspiele

Seit September 2018 leitet Lenka Radecky die Kostümabteilung der Bregenzer Festspiele. Damit ist sie für viele einzelne Gruppen zuständig: Damen- und Herrenschneider, Hutund Schuhmacher, Kunstgewerbe, Rüstmeister sowie den Künstler-Garderobendienst. Außerdem kümmert sie sich um die Buchhaltung und Verträge dieser „kleinen Firma in der Firma“, wie sie sagt.

Lenka Radecky: Derzeit sind wir 25 Leute. Über den ganzen Sommer gesehen wird das Team inklusive Praktikanten auf 32 Kolleginnen und Kollegen anwachsen. Dazu zählen das Atelier, die Produktionsleitungen, Kostümassistenten und – ganz wichtig – der Garderobendienst. Das sind diejenigen, die am Abend bei den Vorstellungen im Einsatz sind, also nicht zuletzt den Künstlern beim raschen Umziehen helfen. Da fallen die großen Entfernungen auf der Seebühne besonders ins Gewicht. Worauf kommt es bei Kostümen für Produktionen auf der Seebühne an? Lenka Radecky: Die größte Herausforderung besteht darin, dass man dem Wetter ausgesetzt ist. Auf der Bühne mit ihrem Betonkern, der sich aufheizt, haben wir zudem fast die Situation wie in einer Großstadt. Durch die Feuchtigkeit kommen auch Spinnen, Mücken und Käfer ins Spiel, die alle sehr unangenehm für das Kostüm sind. So oder so müssen wir ein nasses Kostüm am Ende der Vorstellung bis zum nächsten Tag wieder trocken kriegen. Es in die Waschmaschine oder in den Trockner zu

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeitt w währ ährend der Bregenzer Festspiele

stecken, geht nicht. Also helfen wir uns mit alten Tricks. Welche Tricks sind das? Lenka Radecky: Wir sprühen die Kostüme mit Wodka ein, da er den Schweiß aus den Kleidern zieht. Wenn es sich ausgeht, stellen wir sie am nächsten Tag in die Sonne. Sie zieht ebenso Gerüche aus dem Stoff. In jedem Fall müssen 130 Kostüme bis zum nächsten Abend wieder trocken und einsatzfähig sein. Besonders wichtig ist das bei den Akrobaten, die bei jeder Vorstellung zwei bis drei verschiedene Kostüme benötigen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit einer Kostümbildnerin wie zum Beispiel Kathi Maurer bei Rigoletto? Lenka Radecky: Wir sind dafür da, die Vorstellungen der Kostümbildner umzusetzen. Es soll im besten Fall in der Kostümabteilung nichts geben, was nicht hergestellt werden kann. Circa anderthalb Jahre vor der Premiere gibt ein Kostümbildner Zeichnungen für jede einzelne Rolle ab. Je genauer diese sind, desto einfacher ist unsere Arbeit.


Foto: Harald Hoffmann

Der österreichische Komponist Bernhard Lang nutzt Loops als "Analyseinstrument mechanisierter und zwanghafter menschlicher Verhaltensweisen".

MUSIKTHEATER: DER REIGEN

Das skandalumwitterte Theaterstück führt in einem tanzartigen Reigen zehn Paare vor, die sich für kurzzeitige sexuelle Abenteuer zusammenfinden. Zwischen „verzweifelter Komik, erotischer Besessenheit und depressivem Zwangsverhalten“ bewegen sich die Loops, die der österreichische Komponist Bernhard Lang für sein Musiktheater nach Arthur Schnitzlers „Der Reigen“ ersann. Das skandalumwitterte Theaterstück führt in einem tanzartigen Reigen zehn Paare vor, die sich für kurzzeitige sexuelle Abenteuer zusammenfinden. Ein Sujet, das sich „mit Heiterkeit und in ihrem ewigen Gegensatz zu der sogenannten Sittlichkeit” positioniert, wie es Schnitzlers Geliebte Adele Sandrock formulierte. Die „Wiederholungsstruktur von Verführung, Sex und Postludium“ prädestiniert den Text für Langs Kompositionsprinzip, in dem Loops

zum „Analyseinstrument mechanisierter und zwanghafter menschlicher Verhaltensweisen“ werden, wie er über sein Werk schreibt. Lang drückt die Heterogenität von Figuren, Halbwelten und Trash mit musikalischen Stilelementen unterschiedlicher Richtungen sowie der Kombination von klassischem Orchester, Drumset und Synthesizer aus. REGISSEURIN ALEXANDRA LIEDTKE Die Regisseurin Alexandra Liedtke arbeitet sowohl im Schauspiel als auch in der Oper und inszenierte unter anderem bei den Salzburger Festspielen, am Salzburger Landestheater, am Theater in der Josefstadt sowie an der Wiener Staatsoper.

Der Reigen von Bernhard Lang Marie/Lilly: Anita Giovanna Rosati Manuela/Emma: Barbara Pöltl Alfred/Pauline: Thomas Lichtenecker Franz/Robert: Alexander Kaimbacher Karl/Johannes: Marco Di Sapia Musikalische Leitung Walter Kobéra Inszenierung Alexandra Liedtke Bühne | Kostüme Falko Herold Sounddesign Christina Bauer Licht: Norbert Chmel Dramaturgie: Olaf A. Schmitt amadeus ensemble wien Aufführungen: Di., 30. Juli, 20 Uhr, Werkstattbühne Mi., 31. Juli, 20 Uhr, Werkstattbühne

Hörburger GmbH.

Achstraße 47 A-6922 Wolfurt T +43 (0) 5574 -75748 - 0 info@autohaus-hoerburger.at www.autohaus-hoerburger.at

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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BREGENZ

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A 22

SEHENSWÜRDIGKEITEN 1

Festspielhaus mit Seebühne

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Gefangenenhaus

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Vorarlberg Museum

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Ehreguta-Platz

3

Kunsthaus Bregenz

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Deuringschlössle

4

Theater am Kornmarkt

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Seeanlagen

5

Pfänder (Talstation)

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Stadtpfarrkirche St. Gallus

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Oberstadt

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Herz-Jesu-Kirche

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Rathaus

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Seekapelle

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Leutbühel

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Nepomukkapelle

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Vorarlberger Landhaus

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Martinskapelle/Martinsturm

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Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis

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Evangelische Kreuzkirche

11

Altes Rathaus

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Strandbad

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CasinoStadion

Meh hrerauer-SStraß ße

VERANSTALTUNGEN

Casino Damentag Jollydays, Dinner & Roulette, Pokerturnier

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BeachBar Bregenz beim Musikpavillon Strandbar mit Urlaubsfeeling. Geöffnet bis 8. September

E/15 Seeanlagen Brunch mit Livemusik im Wirtshaus am See, BeachBar Bregenz und bewirteter Fischersteg F

KUB Billboards Thomas Schütte „Blues Men“ (bis 7. Oktober)

G/2 Vorarlberg Museum Sonderausstellung zur Künstlerin Angelika Kauffmann (bis 6. Oktober)

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Sonnenkönigin Captains Brunch (21. Juli), Konstanzer Seenacht (10. August)

M/5 Pfänder Alpenwildpark Pfänder bei freiem Eintritt. Die Bahn fährt täglich von 8 bis 19 Uhr zur vollen und halben Stunde und nach Bedarf. N

Magazin4 Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz

O/8 Leutbühel Jeden Mittwoch und Samstag findet ein regionaler Markt statt P

Hard,, CH

Galerie Arthouse Ausstellung: Willi Siberl „Augenweide“ (bis 16. August 2018)

Q /6 Martinsturm/Oberstadt Ausstellung: „Bregentz. Stadt am Bodensee“

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeitt w währ ährend der Bregenzer Festspiele

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Bregenz Tourismus Tickets für die Bregenzer Festspiele und diverse andere Veranstaltungen

Galerie Lisi Hämmerle Ruth Schnell "Call of Duty" (bis 17. August 2019)

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K/4 Theater am Kornmarkt Schauspiel, Bregenzer Festspiele Don Quijote (20., 22. u. 23. Juli)

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Hohentwiel Festspiel-Gourmetfahrten

Kunsthaus Bregenz Ausstellung: Thomas Schütte (bis 6. Oktober)

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A/1 Festspielhaus mit Seebühne Bregenzer Festspiele „Rigoletto“

Dornbirn, Laauterach

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Locchau, Lin ndaau (D)

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Landeskrankenhaus Bregenz

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Hauptbahnhof Bregenz San k

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PROGRAMMPLAN 26. JULI BIS 18. AUGUST 2019 Infos und Tickets erhalten Sie unter Tel. +43 5574 407-6 • www.bregenzerfestspiele.com

Veranstaltung

Veranstaltungsort

Fr.

26. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa.

27. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So.

28. Juli

19.30 Uhr

Musik & Poesie

Seestudio

So.

28. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo.

29. Juli

19.30 Uhr

Don Quichotte

Festspielhaus

Di.

30. Juli

20.00 Uhr

Der Reigen

Werkstattbühne

Di.

30. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi.

31. Juli

20.00 Uhr

Der Reigen

Werkstattbühne

Mi.

31. Juli

21.15 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do. 1. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr.

2. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa.

3. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So.

4. August

9.30 Uhr

Festspielfrühstück

Seefoyer

So.

4. August

11 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So.

4. August

19.30 Uhr

Musik & Poesie

Seestudio

So. 4. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo. 5. August

19.30 Uhr

Orchesterkonzert

Festspielhaus

Di.

6. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 7. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Fr.

9. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa. 10. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 11. August

21.00 Uhr

Konzert im KUB

Kunsthaus Bregenz

So. 11. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo. 12. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin, Premiere

Theater am Kornmarkt

Di. 13. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Di. 13. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 14. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do. 15. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Do. 15. August

19.30 Uhr

Arthur Schnitzler: Reigen

Festspielhaus

Fr.

16. August

20.00 Uhr

Wunderwandelwelt (Premiere)

Werkstattbühne

Fr. 16. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa.

17. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Sa.

17. August

20.00 Uhr

Wunderwandelwelt

Werkstattbühne

Sa. 17. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 18. August

9.30 Uhr

Festspielfrühstück

Seefoyer

So. 18. August

11.00 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So. 18. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Termin

14

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

MIT BUS UND BAHN ZU DEN FESTSPIELEN Das Festspielticket ist gleichzeitig eine Gratisfahrkarte für Bus und Bahn. Genuss bereits bei der Anreise garantiert das Festspielticket: Es gilt als Gratisfahrkarte für Bus und Bahn in ganz Vorarlberg sowie ab Lindau am Tag des Aufführungsbesuchs. Bequem und entspannt erreichen Festspielgäste den Bahnhof Bregenz, der nur drei Gehminuten von der Seebühne entfernt liegt. Nach Vorstellungsende bringen die „Öffis“ die Besucherinnen und Besucher zum Ausgangspunkt zurück, teilweise stehen dafür Sonderlinien zur Verfügung. Neu sind eine Gültigkeit auch für Scheidegg im Allgäu sowie eine um zwanzig Minuten kürzere Fahrzeit in den Bregenzerwald.

EINFÜHRUNGEN Um 19 Uhr und um 19.30 Uhr vor dem Spiel auf dem See geben Beteiligte der Aufführung auf der Seebühne einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Handlung und die Komposition des Werks. Gäste erfahren Geheimnisse der Inszenierung und technische Details.


MUSIK UND POESIE

Ein russischer Abend und eine Erzählung von Michael Köhlmeier. Musikalische und literarische Narren und große Gefühle in intimen Liedern: Die Programmschiene Musik und Poesie bringt besondere Perspektiven auf die Opern dieses Festspielsommers. Nach der ausverkauften Vorstellung von Nikolaus Habjan und Ines Schüttengruber am 21. Juli, folgt am Sonntag, den 28. Juli, unter dem Motto „Russischer Salon“ ein Abend im Seestudio mit Mezzosopran Aytaj Shikhalizada, Anna Marchwinska (Klavier) und Olaf A. Schmitt (Sprecher). Als Schöpfer von Eugen Onegin und anderen Opern, Ballettmusiken und Symphonien ist Peter I. Tschaikowski weltberühmt, kaum aber als Komponist zahlreicher Lieder. Eine junge Sängerin des Opernstudios

der Bregenzer Festspiele, die auch in Eugen Onegin zu erleben ist, stellt einzelne Lieder vor. Die grandiosen Verse Alexander Puschkins liegen Tschaikowskis Oper zugrunde, hier sind sie in der deutschen Übersetzung zu hören. AUF DEN SPUREN DER NARREN Kein geringerer als der Vorarlberger Schriftsteller und großartige Erzähler Michael Köhlmeier wird am Sonntag, den 4. August, zusammen mit dem Cölner Barockorchester im Festspielhaus zu sehen sein. Köhlmeier verfolgt an diesem Abend die Spuren verschiedener Narrenfiguren durch die Jahrhunderte. Dazwischen präsentiert das junge Cölner Barockorchester eine

Michael Köhlmeier wird am 4. August im Festspielhaus zu sehen sein. Foto: Paulitsch

weitere musikalische Version von Don Quijote: die Ouvertüren-Suite Georg Philipp Telemanns.

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Fotos: Rhomberg (2), Steurer (1)

WIE EINE RARITÄT DEN WEG NACH BREGENZ FINDET Mit Kontinuität setzen die Bregenzer Festspiele seit Ende der 1980er-Jahre im Festspielhaus eine zumeist selten gespielte Oper aufs Programm, auch Uraufführungen gab es schon. 2019 kommt mit Don Quichotte von Jules Massenet eine weitere Rarität hinzu. Olaf A. Schmitt, Dramaturg der Bregenzer Festspiele, gibt Einblick, wie die Wahl eines Stückes erfolgt, welche Herausforderungen für das künstlerische Leitungsteam damit verbunden sind und wie viele sogenannte Raritäten es überhaupt gibt. Es sind Zahlen, die den Laien verblüffen. In der rund 400-jährigen Geschichte der Oper wurden vermutlich an die 60.000 Werke komponiert (Kurt Pahlen: Das neue Opern-Lexikon, 2000). In einschlägigen Verzeichnissen benannt sind rund 6000 und davon wiederum haben sich „vermutlich nicht mehr als 150“ als Kanon herausgebildet, die regelmäßig auf dem Spielplan stehen, erklärt Olaf A. Schmitt. Die immense Zahl an unbekannten oder verschollenen Opernwerken ist dem völlig anderen „System“ der frühe16

ren Jahrhunderte geschuldet: Oper war anfangs ein höfisches Vergnügen des Adels, Hofkomponisten an den unzähligen Fürstenhäusern lieferten sie wie am Fließband. Hinzu kamen

„Wir können nur erahnen, wie viele Werke verbrannt oder Kriegen zum Opfer gefallen sind.“ OLAF A. SCHMITT Dramaturg, Bregenzer Festspiele

Mischformen wie das Pasticcio und sogenannte Compagnien, die über die Lande zogen. „Wir können nur erahnen, wie viel verbrannt oder Kriegen und anderen Zerstörungen zum Opfer gefallen ist. Allein von einem der bedeutendsten Komponisten, Claudio Monteverdi, wissen wir, dass er wahrscheinlich zehn Opern komponiert hat, wir aber heute nur noch drei große und einige kurze Szenen kennen. Das zeigt, dass es immer nur ein Vortasten in die Archive, in die Quellen, in die Verzeichnisse ist. Wir

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suchen alle nach Werken, die irgendwo schlummern …“ Je prominenter sich so eine Entdeckung besetzen lässt, umso größer ist die Chance, dass es viele mitbekommen und das Werk seinen Weg ins Repertoire findet. Olaf A. Schmitt: „Es ist immer förderlich, wenn sich berühmte Menschen für ein Werk einsetzen. Als vor einigen Jahren Anna Netrebko Tschaikowskis Iolanta sang, ist da natürlich die Fachwelt hingereist. Man wusste zwar, dass es diese Oper gibt – sie war also keine absolute Entdeckung –, wird aber sehr selten gespielt.“ PUBLIKUM WÜNSCHT SICH VIELFALT Das trifft auf den Großteil jener Werke zu, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Bregenzer Festspielen als Oper im Festspielhaus aufgeführt wurden. Sie sichern die Vielfalt des jeweiligen Festspielprogramms. Der zwar überschaubare, aber doch vorhandene Stamm an neugierigen Opernfans nimmt für diese Wiederentdeckungen gerne selbst ein paar Stunden Anreise auf sich. Wie aber wird die Stückwahl getroffen? Das hängt von mehreren


Faktoren ab: „Es geht nicht darum, eine Rarität nur um der Rarität willen aufzuführen. Das Werk muss einfach sehr gut sein. Deshalb sprechen wir lieber von Konstellationen aus Stück und ausführenden Künstlern, die zusammenkommen müssen.“ FEUER MUSS ENTZÜNDET WERDEN Zuallererst also: „Welcher Stoff kommt thematisch überhaupt für die Konzeption einer Saison infrage und wen finden wir als Dirigenten, als Sängerinnen und Sänger, als Regieteam, um sie von einem bestimmten Werk zu überzeugen. Nur dann lohnt es sich wirklich.“ Dieses Feuer muss erst entzündet werden. Denn sich darauf einzulassen, wirft für die Beteiligten auch ganz pragmatische Fragen auf. So steht, am Beispiel der Sängerinnen und Sänger, der kleinen Anzahl an Vorstellungen eine monatelange Vorbereitungs- und Lernzeit gegenüber. Womöglich werden sie die einstudierte Partie in den nächsten 20 Jahren nur noch selten oder auch gar nie mehr singen. Ob der Nerv der Zeit haargenau getroffen wird, wie im Falle von „Die Passagierin“, bleibt ungewiss. Mieczysław Weinbergs Oper hat von Bregenz aus einen absoluten Erfolgskurs angetreten. WERK EINES MULTITALENTS 2020 werden die Bregenzer Festspiele als Oper im Festspielhaus Nero von Arrigo Boito spielen. Es ist in mehrfacher Hinsicht eine bemerkenswerte Wahl: Arrigo Boito war nicht nur Komponist und einer der besten Librettisten der Operngeschichte, dem wir unter anderem die Texte zu Otello und Falstaff verdanken. Boito war darüber hinaus ein leidenschaftlicher Forscher über den berühmt-berüchtigten römischen Kaiser. Er fand schon Anfang des 20. Jahrhunderts Dinge über Nero heraus, die erst langsam und nach dem Ustinov-Film (Quo vadis?, 1951) ins Bewusstsein gerückt sind. So entsprach Nero keineswegs dem Filmklischee, war auch nicht der Brandstifter Roms, sondern ein Zerrissener, dem eine ehrgeizige Mutter zur Kaiserwürde ver-

half, sowie ein Künstler der Selbstdarstellung. „All das“, so Olaf A. Schmitt, „steckt in dieser Oper und macht es wert, sie aufzuführen.“ Die Erfahrung zeigt: Eine bekannte Hauptfigur oder ein bekannter Komponist wirken sich positiv auf den Kartenverkauf aus. Sie sind jedoch nicht das maßgebende Kriterium. Entscheidend ist, ob und wie die Musik berührt. Aus welcher Zeit die Oper stammt, macht einen weiteren Unterschied beim Publikumsinteresse aus: „Viele Menschen schrecken vor der Musik des 20. Jahrhunderts zurück. Je später ein Werk geschrieben wurde, umso größer ist diese … Schüchternheit.“ Wie Berthold Goldschmidts Beatrice Cenci von 1949/50 im Vorjahr bewiesen hat, ist diese Angst oftmals unbegründet: „Wir haben aus vielen Publikumsreaktionen gehört: Das ist ja wunderschön! Das ist herrlicher Gesang!“ SPRACHE SPIELT EINE GROSSE ROLLE Die diesjährige Oper im Festspielhaus Don Quichotte von Jules Massenet wurde 1910 geschrieben. Die „hervorragende Partitur“, der einfache Verlauf der Geschichte, eine weltbekannte literarische Figur im Mittelpunkt wären also optimale Voraussetzungen – nur, Herr Schmitt, warum wird sie dennoch selten aufgeführt? „Die Sprache spielt sicherlich eine große Rolle. Französisch zu singen ist eine wesentlich größere Herausforderung als auf Italienisch zu singen. Es ist in der Aussprache und in der musikalischen Diktion anspruchsvoller. Aber auch kulturelle Faktoren spielen eine Rolle: Prinzipiell hat es die französische Oper, mit Ausnahme von Carmen oder Hoffmanns Erzählungen, im deutschsprachigen Raum immer noch schwer.“ Wobei: Don Quichotte beweist das Gegenteil. Die Nachfrage ist hoch, die ersten beiden Aufführungen waren bereits ausverkauft, nur für die dritte und letzte Aufführung am 29. Juli ist nach heutigem Stand die Wahl zusammenhängender Sitzplätze noch möglich.

„Don Quichotte“ Jules Massenet Musikalische Leitung: Daniel Cohen Inszenierung: Mariame Clément Bühne/Kostüme: Julia Hansen Licht: Ulrik Gad Chorleitung: Lukáš Vasilek Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Prager Philharmonischer Chor Wiener Symphoniker Dulcinée Anna Goryachova Don Quichotte Gábor Bretz Sancho David Stout Pedro Léonie Renaud Garcias Vera Maria Bitter Letzte Aufführung: Montag, 29. Juli, 19.30 Uhr

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WERBUNG

URLAUBSFEELING IN BREGENZ

Im Viva Cantina kann man den Abend bei leckeren Cocktails und mexikanischen Spezialitäten unter Palmen genießen.

VIVA Cantina Mexicana Bar Seestraße 7, 6900 Bregenz Tel.: +43 5574 42288

Seit 1995 wird in Bregenz, gegenüber vom Hafen, an der Seestraße in unvergleichlichem Ambiente mexikanisches Essen serviert. Das Highlight im Sommer ist der Palmengarten, in dem man mit Blick auf den Bodensee bei Sonnenuntergang wunderbar Cocktails schlürfen und den heißen Rhythmen lauschen kann. „Die Leute schätzen bei uns das besondere Essenserlebnis. Auf der Karte stehen neben den Hauptspeisen auch viele Gerichte, die man sich teilen kann. So kommt bei den Gästen Urlaubsfeeling auf. Die zahlreichen Stammgäste kennen zudem unsere langjährigen Mitarbeiter und umgekehrt, was viel zur persönlichen Atmosphäre im Viva beiträgt“, weiß Geschäftsführer Christoph Wellinger.

Öffnungszeiten: 17 bis 3 Uhr, Kein Ruhetag bis 1. September 2019, danach Mo. und Di. Ruhetag, ausgenommen an und vor Feiertagen

BIS IN DIE MORGENSTUNDEN Gekocht wird zur Not auch schon mal bis 5 Uhr in der Früh. Hungrig muss

2017 war auch Carmen-Darstellerin Lena Belkina mit Künstlerbetreuer Florian Karlsreiter zu Gast im Viva Cantina. Foto: Laurence Feider

Informationen

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jedenfalls keiner ins Bett gehen und genau das wissen auch die Darsteller der Bregenzer Festspiele zu schätzen, die sich nach der Aufführung besonders gerne im Viva blicken lassen. „Das hat damals bei Porgy and Bess im Jahr 1997 angefangen“, erinnert sich Christoph Wellinger noch heute gerne an die Zeit zurück. „Die Darsteller, aber auch die Festspielmitarbeiter waren so gut wie jeden Abend bei uns.“ Aber auch abseits der Festspiele ist im Viva viel los. Egal ob gemütliches Abendessen zu zweit, Geburtstagsfest, Brautentführung oder Weihnachtsfeier. Mit über 400 Sitzplätzen gibt es für jeden Anlass ausreichend Platz. LEGENDÄRE PARTYS AN DER BAR Legendär sind natürlich auch die Partys an der Bar. Serviert werden neben Cocktails verschiedenste mexikanische Biere und erlesene österreichische Weine.


VON KOPF BIS FUSS

Menschenbilder im Fokus der Sammlung Würth. Die Ausstellung „Von Kopf bis Fuss“ setzt sich nicht nur mit der Abbildung physiologischer Bedingtheiten, sondern auch mit der wandelnden Vorstellung über das Menschsein an sich, dem Menschenbild, auseinander. Im Forum Würth Rorschach begegnen Sie einer Auswahl an Porträts, Skulpturen, Zeichnungen und Installationen aus dem sammlungseigenen Bestand über einen Zeitraum von rund 130 Jahren. Künstler(innen) wie Fernando Botero, Christo, Francesco Clemente, Max Ernst, Edvard Munch, Pablo Picasso, Marc Quinn, Andy Warhol, Romane Holderried Keasdog u. v. m., verbildlichen ihre Auseinandersetzung mit Schönheit, Vergänglichkeit, Ausdruckskraft, Selbstbefragung und Normierung der menschlichen Gestalt. FLIESSENDE GRENZEN Angesichts digitaler und chirurgischer Bearbeitungsmöglichkeiten sind die Grenzen zwischen

dem Naturgegebenen und dem von Menschenhand Geschaffenen oder Manipulierten fließend geworden. Für immer mehr Menschen ist der eigene Körper nicht mehr ein gottoder naturgegebenes Schicksal, das es hinzunehmen gilt, sondern eine wählbare Option. Andererseits sind die Erwartungen an den jeweiligen gesellschaftlichen Normen genügendes Aussehen so wichtig geworden, dass der Body-Mass-Index vielfach bedeutsamer erscheint als das leibliche Wohl. ANREGUNG ZUR SPURENSUCHE Die Ausstellung versteht sich als Anregung zur Spurensuche in der aktuellen Bandbreite künstlerischer Weltsichten und Obsessionen. Darüber hinaus bietet sie Gelegenheit zu einer unterhaltsamen Entdeckungsreise durch die Sammlung Würth, diesmal zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Auffassung von Körper und Seele.

Informationen Ausstellung „Von Kopf bis Fuss – Menschenbilder im Fokus der Sammlung Würth“ Ausstellungsdauer: bis 21. Februar 2021 Ort: Forum Würth Rorschach Churerstraße 10, 9400 Rorschach, CH Öffnungszeiten: April bis September, täglich von 10 bis 18 Uhr; Oktober bis März, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr Eintritt: frei www.wuerth-haus-rorschach.ch

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AUSSTELLUNG: ANGELIKA KAUFFMANN

Unbekannte Schätze aus Privatsammlungen im vorarlberg museum in Bregenz und im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg.

Angelika Kauffmann, Ceres, 1785, Vorarlberg, Privatsammlung © AKRP, Foto Inken M. Holubec.

Angelika Kauffmann und Giuseppe Carlo Zucchi (1721 – 1805), Die Hl. Familie mit dem Engel, (1773) 1776, Vorarlberg, Privatsammlung, Foto Adolf Bereuter

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Vieles von dem, was in dieser Ausstellung zu sehen ist, wird selbst Kauffmann-Kennern unbekannt sein. Denn manche Vorarlberger Privatsammler zeigen erstmals ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der berühmten Künstlerin. Zudem ist es der Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, verschollen geglaubte Werke aufzuspüren. Hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen wie dem Victoria and Albert Museum in London ergänzen die Schau. ALS WUNDERKIND GEFEIERT Angelika Kauffmann (Chur 1741– 1807 Rom) war bereits zu Lebzeiten ein Mythos, ihre Kunst gilt als wegweisend für den Klassizismus. Von Johann Gottfried Herder als „vielleicht die kultivierteste Frau in Europa“ gerühmt, zählt Angelika Kauffmann zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Sie gilt als die erste Künstlerin von europäischem Rang. In jungen Jahren als Wunderkind gefeiert, wagte sie nach ihrer Ausbildungsreise durch Italien den Sprung nach London, wo sie sich einen lukrativen Kreis von Auftraggebern für ihre Historien- und Bildnismalerei aufbaute. Protegiert vom englischen Hof setzte sich Kauffmann bald in der britischen Kunstszene als innovative Historienmalerin und gefragte Porträtistin durch. Ab 1782 eröffnete sie eines der bestbesuchten Ateliers ihrer Zeit in Rom. Angehörige der Hocharistokratie und des Adels, aber auch Bürgerliche und Geistliche überhäuften sie mit Aufträgen, darunter Kaiser Joseph

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II. von Österreich und die russische Zarin Katharina die Große. UNBEKANNTE SCHÄTZE Rund 160 Ölgemälde, Zeichnungen, eigenhändige Radierungen und Nachstiche sowie Bildnisbüsten, Briefe und Lebensdokumente aus dem Nachlass bilden in der Ausstellung einen Querschnitt durch das umfangreiche Schaffen der Künstlerin. Der Großteil der ausgestellten Exponate stammt aus Vorarlberger Privatsammlungen. Einige der Vorarlberger Sammler sind als Nachfahren der Künstlerin in den Besitz einzelner Werke gelangt – ihr Nachlass wurde 1830 aus Rom nach Vorarlberg gebracht. Andere erwarben aus Interesse an der Kunst und Geschichte ihres Landes Werke von Angelika Kauffmann auf dem regionalen und internationalen Kunstmarkt. Das Hauptmotiv der Ausstellung, die schöne Flora aus dem Jahr 1790, ist in einer dieser Sammlungen zu finden, aber auch neu entdeckte Entwürfe zu Goethes Drama Egmont.

Angelika Kauffmann Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatlammlungen vorarlberg museum, Bregenz 15. Juni bis 6. Oktober Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg 16. Juni bis 3. November Wissenschaftlicher Katalog zur Ausstellung: „Angelika Kauffmann. Unbekannte Schätze.“ Hg.: Bettina Baumgärtel für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und für das vorarlberg museum. ISBN 978-3-7774-3084-3


FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER – TRAUMFÄNGER EINER SCHÖNEREN WELT Ausstellung mit Originalwerken im neuen Kunstmuseum Lindau.

Zur Eröffnung des neuen Kunstmuseums am Inselbahnhof in Lindau, das zentral in der Nähe des Hafens und Bahnhofs gelegen ist, präsentiert das Kulturamt Lindau in Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung Wien rund 60 originale Werke des österreichischen Universalkünstlers Friedensreich Hundertwasser. Unter dem Titel „Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt“ werden noch bis 6. Oktober 2019 Gemälde, Grafiken, Architekturentwürfe und ein kostbarer Knüpfteppich gezeigt. Damit handelt es sich um die erste Ausstellung seit fast 40 Jahren im Südwesten Deutschlands, die so viele Originale präsentiert. EINE SCHILLERNDE KÜNSTLERPERSÖNLICHKEIT Die Werke von Friedensreich Hundertwasser sind farbenfroh, facettenreich und zeugen von der tiefreichenden Kreativität einer vielseitigen Künstlerpersönlichkeit. Er agierte nicht nur als Maler, sondern auch als experimentierfreudiger Grafiker, selbsternannter Architekturdoktor und Umweltaktivist. Seine Werke entstanden als Ernte seiner Träume. Sein Einfallsreichtum und sein ökologisches Vordenken kamen dabei nicht nur in seinen Bildsujets zur Geltung, sondern auch in seinen Architekturprojekten, die stets auf eine natur- und menschengerechtere organische Bauweise abzielten. Inspiration für seine Arbeiten fand er in jungen Jahren unter anderem in den Vorbildern der frühen Avantgarden wie der Wiener Secession um Gustav Klimt oder Egon Schiele, aber auch bei dem Malerpoeten Paul

Hundertwasser, 274 SS BAUTA, Aquarell, 1956; © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz.

Klee. Als Mitglied der internationalen Avantgarde in den 1950er-Jahren in Paris entwickelte Hundertwasser seine einzigartige Bildsprache. Hundertwassers vielfältige künstlerische Tätigkeiten und die Bezüge seines Schaffens zu Themen rund um die Natur, die Ökologie und den Umweltschutz bieten auch einen hervorragenden Anknüpfungspunkt für die museumspädagogischen Workshops und Führungen, die begleitend zur Sonderausstellung für interessierte Schul- und Kindergartengruppen angeboten werden. LANGE NACHT DER MUSEEN Aufgrund des großen und anhaltenden Interesses, wurde die erfolgreiche Ausstellung um eine Woche, bis zum 6. Oktober, verlängert. Da-

mit besteht für die Besucher auch die Möglichkeit, die Ausstellung bei der „ORF-Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober 2019 zu besichtigen.

Ausstellung Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt Kunstmuseum am Inselbahnhof 6. April bis 6. Oktober 2019 Mo.–So. von 10–18 Uhr Öffentliche Führungen 10.30 und 14 Uhr, mit Voranmeldung um 14 Uhr, T +49 (0) 8382 27 47 47 850 Gruppenführungen nach Vereinbarung, T +49 (0) 8382 260033 museum@kultur-lindau.de Kunstmuseum am Inselbahnhof Maximilianstraße 52, 88131 Lindau www.kultur-lindau.de

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KUB-BILLBOARDS MIT THOMAS SCHÜTTE Der deutsche Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte zählt zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Im April 2016 eröffnete der mehrfache documenta-Teilnehmer seine Skulpturenhalle in Neuss – der Ausstellungsraum dient der Präsentation zeitgenössischer Skulptur und als Lager seiner eigenen Werke. Zu Schüttes künstlerischen Schwerpunkten gehören zudem Aquarelle, Zeichnungen und Modelle sowie Installationen wie etwa die Bibliothek (2014/2017), ein Modell in Originalmaßstab, das im Erdgeschoß des Kunsthauses Bregenz präsentiert wird. Die wichtigste Werkgruppe bilden seine Skulpturen. Meist finden sie ihren Ausgang in kleinen Wachs- oder Tonmodellen. Sie werden in großen Formaten in Bronze oder Stahl ge-

Foto: Markus Tretter

Kunst im öffentlichen Raum gibt es in Bregenz nicht nur zur Festspielzeit.

gossen. Schüttes Serie Mann im Wind I–III (2018), die in Bregenz zu sehen sein wird, oder die monumentale Bronze Mann mit Fahne (2018), sind Zeugnisse seines skulpturalen Schaffens. Anlässlich der Sommerausstellung von Thomas Schütte im Kunst-

haus Bregenz werden seine Werke an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum in Bregenz präsentiert. Wie zum Beispiel ein wasserdampfschnaubender Hund aus patinierter Bronze auf dem Karl-Tizian-Platz vor dem Kunsthaus Bregenz.

SKULPTURENGARTEN

Die Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte verkörpern mit ihren Skulpturen die „Poesy of Beauty“. Mit ihren fein gearbeiteten NONOS feiern die Vorarlberger Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte seit Jahren international Erfolge. Nun sind die kraftvollen und gleichzeitig poetisch-grazilen Skulpturen der Schwestern im Rahmen der Biennale in Venedig ausgestellt. Die figuralen, weiblichen Skulpturen sind einerseits voll klarer innerer Kraft, strahlen aber auch Zartheit und Unabhängigkeit aus. Die NONOS stehen für Sinnes- und Lebensfreude und verweisen auf den kosmologischen Kreislauf des Werdens, Seins und Vergehens. Der Skulpturengarten ist zur Festspielzeit zwischen Montag und Freitag 16 bis 18 Uhr geöffnet. WERBUNG 22

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Informationen Öffnungszeiten: 17. Juli bis 18. August Mo. bis Fr., 16 bis 18 Uhr Adresse: Wellenstein 1, 6911 Lochau NONOS art.design.gallery Mercedes und Franziska Welte www.nonos.at; gallery@nonos.at


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1 Romantischer Fischersteg am See. 2 Der Martinsturm in der Bregenzer Oberstadt. 3 Das Museumscafé im Vorarlberg Museum. 4 Pfänderbahn. 5 Das Festspielhaus mit dem Platz der Wiener Symphoniker. 6 Der Kornmarktplatz. 7 Sonne genießen bei den Sunsetstufen am Bodensee.

KULTUR, NATUR UND GENUSS

Bregenz steht auch abseits der Festspiele für Kultur, Emotionen und Erlebnisse. In Bregenz gibt es viel Kunst und Kultur zu erleben. Vom Leutbühel kann man beispielsweise gemütlich über die Maurachgasse in die historische Oberstadt schlendern, wo die ältesten Gebäude von Bregenz zu bewundern sind, wie etwa das Wahrzeichen der Landeshauptstadt, der Martinsturm, mit dem größten Zwiebelturm im Bodenseeraum. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt zahlt sich zum Beispiel ein Besuch im Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis aus, das eine spannende Sommerausstellung bietet. Zeitgenössische Kunst und Architektur findet man auch im Kunsthaus Bregenz

TIPPS DER REDAKTION

Das sollten Sie gesehen haben!

(KUB), im Vorarlberg Museum und im Festspielhaus. PFÄNDER UND BODENSEE Wer lieber Natur erleben möchte, macht eine Schifffahrt oder fährt mit der Pfänderbahn auf den Hausberg von Bregenz. Sportliche können natürlich auch zu Fuß gehen und werden auf 1064 Meter mit einem traumhaften Panoramablick auf den Bodensee, auf Bregenz und in den Bregenzerwald belohnt. Bregenz bietet neben kulturellen Highlights auch kulinarische Gaumenfreuden. Zahlreiche Restaurants in der Innenstadt und am Bodenseeufer laden ein, sich

noch einmal zu stärken, bevor es zu einer Aufführung von Georges Bizets Carmen auf der Seebühne geht. BUMMELN IN BREGENZ In kleinen, aber feinen Boutiquen und einigen Concept-Stores finden Shoppingbegeisterte alles, wonach ihr Herz begehrt. Die Erlebnisqualitäten reichen von einem hochwertigen Gastronomieangebot bis hin zu gemütlichen Bars und Cafés. Historische Straßenzüge wie die AntonSchneider-Straße oder die Kirchstraße bieten neben dem modernen Kornmarktplatz eine wunderschöne Kulisse für einen Einkaufstag.

Top-Sonnenuntergänge beispielsweise vom Fischersteg aus, am Badesteg an der Pipeline oder auf einem der Schiffe.

Fotomotiv: Die schmalste Hausfassade Europas – mit nur 57 Zentimetern – finden Sie in der Kirchstraße 29. Ein echter Hingucker!

Martinsturm in der Oberstadt: Das Wahrzeichen von Bregenz – und zugleich die größte Turmzwiebel Europas.

Das Kloster Mehrerau ist das bedeutendste Zisterzienserkloster am Bodensee: Die jahrhundertealte Bibliothek und die prächtigen Räume sind beeindruckend.

Die älteste Badeanstalt am Bodensee „Milli“ strahlt ein besonderes und erlebenswertes Flair aus. Hier kann man sich an heißen Tagen im Bodensee erfrischen.

Panoramawanderung auf den Pfänder: Viele Wege führen auf den Pfänder. Einer davon von Lochau aus über den Haggen mit vielen tollen Blicken auf den Bodensee.

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