Skip to main content

2017 09 15 private banking

Page 1

Private Banking 15. September 2017

ZertiďŹ kate Sie bereichern das Portfolio

Donald Trump Anleger verlieren den Glauben an ihn

Starker Euro Die Ăœberraschung des Jahres 2017


Vermögen anvertrauen heißt für uns das Agieren dem Reagieren vorziehen.

DIE BANK FÜR ANSPRUCHSVOLLE PRIVATKUNDEN Vernunft, Verantwortung und Ertrag. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Unsere Eigenständigkeit, Expertise und Erfahrung haben aber auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vielfach ausgezeichnete Portfolios hervorgebracht und uns kerngesund erhalten. Unternehmerische Unabhängigkeit, verlässliche Werte und ein Betreuungsteam, das Ihre individuellen Bedürfnisse versteht: das macht die BTV zur idealen Veranlagungsbank für anspruchsvolle Privatkunden. Ihrem Vermögen verpflichtet. Unserem Weg verbunden. Seit 113 Jahren.

Risikoklasse ausgewogen Sharpe-Ratio 2016 24, 36 und 60 Monate

Risikoklasse ausgewogen Top-Renditen 2016 24 und 36 Monate

M Mehr über unsere Auszeichnungen uf btv.at/auszeichnungen au

btv.at/privatkunden

Aus Auszeichnungen und Erfolgen in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erfolge oder Wertentwicklungen geschlossen werden. Mehr Infos zu den Auszeichnungen erhalten Sie unter: www.btv.at/auszeichnungen. Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.


3

Freitag, 15. September 2017 Extra

Die Proteste gegen Präsident Trump nehmen zu. Reformhoffnungen der Amerikaner schwinden. Mit höheren Steuerkürzungen wird es wohl länger dauern.

Anleger verlieren den Glauben an Trump Riesige Investitionsprogramme und ebenso gigantische Steuererleichte­ rungen hatte US­Präsident Donald Trump zu Amtsantritt nach den Wahl­ en im November 2016 versprochen.

Die Finanzmärkte waren begeistert. Der Dollar zog nach seinem Wahl­ sieg kräftig an, die Aktienkurse jagten von Rekord zu Rekord. Da die Republikaner nicht nur das Weiße Haus, sondern auch das Abgeordne­ tenhaus und den Senat kontrol­ lierten, träumten Investoren von

Acht Monate nach der Amtsübernahme des US­Präsidenten Donald Trump macht sich Ernüchterung breit. Roland Rupprechter Hypo-Landesbank Vorarlberg

einer konservativen Revolution à la Ronald Reagan: auf eine Deregulie­ rungs­ und Steuersenkungsoffen­ sive, die Amerika wieder in die Wachstumslokomotive der Weltwirt­ schaft verwandeln würde. Nur wenige Lichtblicke „Doch acht Monate nach der Macht­ übernahme macht sich Ernüchte­ rung breit. Die Reformhoffnungen schwinden; die Zweifel an der Regie­ rungsfähigkeit des Präsidenten wachsen. Mit höheren Infrastruktur­ ausgaben oder Steuerkürzungen wird es nun wohl länger dauern. Ein­ zig in der Entschlackung des über­ mächtigen Staates kann man lang­ sam erste Lichtblicke erkennen. Das dürfte aber nicht die Enttäuschun­ gen ausgleichen, falls Trump sonst keine Ergebnisse liefern kann. In der Tat bleiben wir besorgt, dass es schwerer wird, eine sinnvolle Unter­

nehmenssteuerreform durchzuset­ zen. Wir erwarten weiterhin, dass ei­ ne Unternehmenssteuerreform bis Ende des Jahres durchgeführt wird, aber die Unsicherheit um dieses Hauptszenario herum hat sich erhöht.“ Das erklärt Roland Rupp­ rechter, MBA, Leiter Asset und Portfolio­Management bei der Hypo Landesbank Vorarlberg, zu den VN.

Positive Fundamentaldaten Und Rupprechter fährt fort: „Unge­ achtet dessen schätzen wir die aktu­ ellen wirtschaftlichen Fundamental­ daten in den USA positiv ein. Sie spiegeln eine Wirtschaft wider, die sich immer noch in der Mitte des Zyklus befindet. Die Wirtschafts­ tätigkeit verstärkt sich, beispiels­ weise zeichnet sich zum nahen Ende der Q2­Quartalsberichte der S&P 500 Unternehmen ein fünf Prozent höherer Gewinn als im Vorquartal und damit ein neues Rekordergebnis ab, während die Inflation niedrig bleibt. Gleichzeitig fällt das Kredit­ wachstum stark aus, die Rentabilität der Unternehmen ist solide, die Zin­ sen liegen weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau und die Geldpolitik bleibt locker. Diese Phase des Konjunkturzyklus bietet in der Regel ein gutes Umfeld für Aktien. Negativ gesehen wird die hohe Marktbewertung. Immerhin liegt das aktuelle Kurs­Gewinn­Verhältnis (KGV) mit gut 18 weit über dem his­ torischen Durchschnitt. Gemessen am geglätteten Shiller­KGV wurde die aktuelle Bewertung von 30 sogar nur in den Boomphasen 2001 und 1929 übertroffen. Auch die Tatsache, dass sich US­Ak­ tien nach acht Jahren unkonventio­ neller Anreize durch die Fed in ihrer zweitlängsten Gewinnsträhne seit dem Zweiten Weltkrieg befinden, lässt sich kaum ignorieren. Nach un­ serer Einschätzung sind daher US­

Aktien nicht mehr günstig und spie­ geln die politischen und marktbezo­ genen Risiken, die wir sehen, nicht angemessen wider. Dennoch erwarten die Experten der Hypo­Landesbank Wertchancen in ausgewählten Finanz­ und Gesund­ heitstiteln sowie im angeschlagenen Energiesektor. Ein Bereich, den sie momentan besonders attraktiv ein­ schätzen, ist der Technologiesektor. Viele Unternehmen haben inzwi­ schen erkannt, dass sie auf Investiti­ onen in technologische Verbesse­ rungen nicht verzichten können, wenn sie am globalen Markt wettbe­ werbsfähig bleiben wollen. Neue Software und Datenanalytik können bei vielen Unternehmen die Produk­ tivität steigern und die Produktions­ kosten senken, was Wettbewerbs­ vorteile schafft. Diese Trends sollten die Ausgaben im Technologiesektor weiterhin stärken. Technologische Veränderungen Noch spannender und weniger of­ fensichtlich sind die technologie­ bedingten Veränderungen, die in

Insgesamt bessere Chancen geben wir derzeit Aktien aus Europa und den Schwellen­ ländern. Diese Regionen haben ein Aufholpotenzial. Roland Rupprechter Hypo-Landesbank Vorarlberg

Die Zweifel an der Regierungsfähigkeit von US­Präsident Trump wachsen. vielen Branchen außerhalb des Tech­ nologiesektors hinter den Kulissen stattfinden. Von der Industrie über den Energiesektor bis zum Gesund­ heitswesen lösen technologische An­ wendungen grundlegende Verände­ rungen in traditionellen Branchen aus und ermöglichen weitläufige, umfassende Verbesserungen. Ein Beispiel ist der Industriesektor, wo Konnektivität zwischen verschie­ denen industriellen Geräten inzwi­ schen zum Standard gehört. Erfasste Daten werden mit der Leistungs­ fähigkeit von Cloud Computing und Anwendungen auf der Basis künst­ licher Intelligenz kombiniert, um Anbieter in herkömmlichen, nicht­ technologischen Branchen in hoch­ effiziente globale Konzerne zu ver­ wandeln. Im Industriesektor sind viele Experten der Ansicht, dass dies den Weg für wirklich „intelligente“ Fabriken ebnen wird, die den nächs­

ten Schritt hin zu einer vierten in­ dustriellen Revolution darstellen werden. Europa auf solidem Kurs „Insgesamt bessere Chancen geben wir Aktien aus Europa und den Schwellenländern, denn wir sehen, dass beide Regionen ein gewisses Aufholpotenzial bieten. Der poli­ tische Gegenwind in Europa hat nachgelassen, das Wachstum er­ scheint robust und die Gewinne stei­ gen. Mit Blick auf die Quartalszahlen bewegt sich Europa auf einem soli­ den Kurs. Einzig der Euro darf nicht mehr viel stärker werden. Argu­ mente für die Schwellenländer sind die positive Wachstumsdynamik, die verbesserten Außenwirtschaftsposi­ tionen, unterstützende Maßnahmen der Notenbanken und der schwache US­Dollar“, so Rupprechter abschlie­ ßend.


4 Private Banking

Freitag, 15. September 2017 Extra

Österreichs Industrie mit stärkstem Wachstum seit über sechs Jahren EinkaufsmanagerIndex stieg im Au­ gust auf 61,1 Punkte und hat damit den höchsten Wert seit Jahresbeginn 2011 erreicht. Industriebetriebe wei­ ten die Produktion gegenüber dem Vormonat stärker aus, obwohl das Auftragswachstum etwas an Tempo verliert. Die Wachstumserwartungen der Produktionsbetriebe für die kom­ menden zwölf sind Monate erneut gestiegen. Die österreichische Industrie setzt ihren Höhenflug weiter fort. „Unser EinkaufsmanagerIndex ist im Au­ gust auf 61,1 Punkte gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit sechseinhalb Jahren erreicht. Seit fast zweieinhalb Jahren übersteigt der Index in der heimischen Indus­ trie nun bereits die neutrale Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird“, meint Bank Aus­ tria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Das Wachstum der Produktion der heimischen Industrie hat sich weiter beschleunigt.

Die Industrie in Österreich hat im August die Produkti­ on gegenüber dem Vormo­ nat erhöht und auch mehr Arbeitskräfte eingestellt. Stefan Bruckbauer Chefökonom

Der aktuelle Industrieaufschwung hält bereits überdurchschnittlich lange an. Seit Beginn der Umfragen vor fast 20 Jahren gab es nur im Zeitraum zwi­ schen Herbst 2005 und Frühjahr 2008, unmittelbar vor Beginn der Finanzkrise, eine noch etwas längere Wachstumsphase der heimischen Industrie. Industriekonjunktur weiter robust „Die Industriekonjunktur präsen­ tiert sich zu Ende des Sommers wei­ ter sehr robust. Die heimischen Be­ triebe haben im August aufgrund der verbesserten Auftragslage die Produktion gegenüber dem Vormo­ nat stärker erhöht und mehr Arbeits­

Öffi-Fonds für Österreichs Städte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried will einen Öffi­ Fonds für Städte in Österreich. Damit sollen künftig Straßen­ bahnen und O­Busse von Bund, Ländern und Städten gemeinsam finanziert werden. Ziel ist es, den Verkehr in Öster­ reichs wachsenden Städten sau­ berer zu machen. Bislang ist es dem Bund gesetzlich nicht mög­ lich, den Bau von Straßenbahnen direkt zu fördern. Mit dem Öffi­ Fonds soll erstmals die rechtliche Grundlage geschaffen werden, damit der Bund etwa auch bei der Bim in Graz mitfinanzieren kann. „Die Botschaft ,Öffi­Fonds‘ hören wir mit großer Freude und Zuver­ sicht. Wir freuen uns, dass sich Verkehrsminister Leichtfried da­ für ausspricht, für den Öffi­Fonds Bundesmittel neu zu dotieren – und nicht etwa aus Umschich­ tung aus dem Gemeindeaus­ gleich – zu bestreiten. Das begrü­ ßen wir. Andernfalls wäre es ein reiner Abtausch zwischen Graz und den übrigen Gemeinden, das wäre abzulehnen“, so der Grazer Finanzstadtrat Günter Riegler.

kräfte eingestellt. Steigende Preise, Kapazitätsengpässe vonseiten der Lieferanten und eine drastische Zu­ nahme der Lieferzeiten sind mittler­ weile Begleiter des bereits lange an­ dauernden Konjunkturauf­ schwungs“, so Bruckbauer. Rückenwind aus dem Ausland Die Verbesserung des Einkaufs­ managerIndex hat sich im August auf breiter Front gezeigt. Alle Teil­ komponenten stiegen an, nur das Wachstum der Auftragseingänge hat sich gegenüber dem Vormonat nicht mehr weiter erhöht. „Die Nachfrage nach österreichi­ schen Industrieerzeugnissen war trotz einer leichten Verlangsamung des Neugeschäfts im August sehr kräftig. Der Index für den Auftrags­ eingang erreichte 59,8 Punkte. Das ist immerhin der vierthöchste Wert im laufenden Konjunkturauf­ schwung, unterstützt durch die höheren Neubestellungen aus dem Ausland“, meint Bank Austria Öko­ nom Walter Pudschedl. Mit der kräftigen Binnen­ und Exportnachfrage im Rücken haben die heimischen Industriebetriebe

die Produktion weiter ausgeweitet. Angeführt vom Investitionsgüter­ bereich, meldeten diesmal auch der Konsum­ und Vorleistungsgüter­ bereich ein starkes Produktionsplus. „Das Wachstum der Produktion der heimischen Industrie hat sich weiter beschleunigt, es wird jedoch zuneh­ mend von Kapazitätsengpässen der Lieferanten begrenzt. Die durch­ schnittlichen Lieferzeiten im Ein­ kauf haben sich im August so stark verlängert wie noch nie in der 20­jährigen Umfragegeschichte“, so Pudschedl. Preise bleiben auf Höhenfl flug Die hohen Produktionserforder­ nisse, die zu einer deutlichen Steige­ rung der Bestellmengen der Indus­ triebetriebe führten, sowie die zu­ nehmenden Lieferschwierigkeiten von Lieferanten haben die Preise im Einkauf im August nach oben getrie­ ben. Eine Vielzahl an Rohstoffen und Vor­ materialien, wie Stahl und viele an­ dere Metalle, Chemikalien und Kunststoffe sowie Papier­ und Holz­ produkte, waren spürbar teurer. „Der starke Kostenanstieg bei Vormateri­

alien konnte im August bereits den zehnten Monat in Folge in höhere Verkaufspreise umgelegt werden. Aufgrund der guten Nachfrage hat sich die Preisdurchsetzungskraft der Industriebetriebe verbessert und die Ertragslage konnte trotz der Kosten­ steigerungen weitgehend stabil ge­ halten werden“, meint Pudschedl. Impulse für den Jobmarkt Die Beschleunigung der Industrie­ konjunktur sorgt auch weiter für Rückenwind am Arbeitsmarkt. Nach dem Anstieg der Beschäftigung in der Industrie um fast drei Prozent bzw. 16.000 Stellen in den ersten sieben Monaten signalisiert die ak­ tuelle Umfrage unter Einkaufsmana­ gern eine weitere Beschleunigung des Jobaufbaus in Österreich. Der Jobmotor läuft derzeit auf Hoch­ touren. Weiter gute Aussichten Die österreichischen Einkaufsmana­ ger sehen den kommenden Mona­ ten optimistisch entgegen. Der im Rahmen der Umfrage ermittelte In­ dex für die Produktionserwartungen verspricht mit 68,1 Punkten einen

klaren Anstieg der Industrieproduk­ tion für die kommenden zwölf Mo­ nate. „Der aktuelle Index signalisiert ein Anhalten der schwungvollen In­ dustriekonjunktur in Österreich. Wir erwarten ein Industriewachstum von zumindest 3,5 Prozent 2017 und damit eine spürbare Beschleunigung gegenüber dem Plus von zwei Pro­ zent 2016“, ist Bruckbauer überzeugt.

Die Ertragslage der heimi­ schen Industriebetriebe konnte trotz der Kosten­ steigerungen weitgehend stabil gehalten werden. Walter Pudschedl Konjunkturexperte

Forscher sollen Unternehmer werden

Gründungen von jungen Forschern an Hochschulen und Forschungsein­ richtungen soll die neue, von Wirt­ schaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) vorgestellte Initiative „Spin­off Aus­ tria“ unterstützen.

Für drei Jahre stehen 15 Mill. Euro zur Verfügung. Auch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) legte zeitgleich ein eigenes Spin­Off­ Konzept vor. Seit Jahren werde von Experten Kritik an den mangelnden Ausgrün­ dungen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen geübt, begründete Mahrer seine Initiative. Zudem stimme das Input­Output­ Verhältnis nicht. Bei den Forschungs­ ausgaben liege Österreich mittler­ weile an zweiter EU­Stelle, doch der Output etwa bei Ausgründungen sei zu gering. Vorbild ETH Zürich Als Vorbild für die neue Initiative nannte Mahrer das „Pioneer Fellowship“­Programm der ETH Zü­ rich. Seit 2010 wurden dort 72 Wis­ senschafter mit jeweils 150.000 Franken (131.000 Euro) für maximal

18 Monate unterstützt, 43 davon ha­ ben gegründet, sagte Tomas Brenner von der ETH. In Österreich sollen Forscher durch die Initiative maximal 500.000 Euro für bis zu 18 Monate erhalten, um ihre Ideen und Ergebnisse bis zur Unternehmensgründung weiter­ zuentwickeln. Mahrer erwartet sich

in den nächsten Jahren rund 50 Fellows in dem Programm, etwa 75 Prozent davon sollen tatsächlich gründen. Dies soll vor allem auch durch intensive Betreuung, Mento­ ring und Weiterbildung der Forscher erreicht werden. Die neue Initiative biete den Vorteil, dass Fellows weiter die Infrastruktur

Für die Gründer wird ein eigener Risikokapitalfonds geschaffen.

(Symbolbild)

ihrer Einrichtung nutzen können, aber durch das Programm finanziert werden, sagte Mahrer. „Neben Men­ toring und Beratung ist der Zugang zu diesem wissenschaftlichen Netz­ werk extrem wertvoll“, sagte Iris Filz­ wieser, die 2005 aus der Montanuni Leoben kommend das Engineering­ Unternehmen Mettop gründete. Neuer Risikokapitalfonds Für die Anschlussfinanzierung will Mahrer ab kommendem Jahr einen Risikokapitalfonds auflegen, der in­ ternational ausgeschrieben werden soll, um „mächtige Konsortien nach Österreich zu holen“. Im Idealfall müsste ein solcher Fonds mit einem mindest dreistelligen Millionen­ betrag dotiert sein, starten werden man aber sicher kleiner. Gedanken über eine bessere kom­ merzielle Nutzung von Forschungs­ ergebnissen hat sich auch Hammer­ schmid gemacht. Hammerschmid regt einen „Entre­ preneurship­Bonus“ von jährlich 100.000 Euro pro Uni an, wenn diese entsprechende verpflichtende Module in die Curricula der Bachelor­ studien einbauen.


5

Freitag, 15. September 2017 Extra

Die Überraschung 2017: der starke Euro Die Eurostärke hat fundamentale Ur­ sachen. Europa befindet sich in einem soliden Aufschwung, der vom Kon­ sum und Investitionen getragen wird. Die Aufwertung birgt aktuell kaum Gefahren.

Die VN sprachen mit Hypo­Vor­ standsmitglied Dr. Johannes Hefel über die möglichen Entwicklungen sowie die Erwartungen der Bank.

Positiv sind die Aussichten auch für die Weltkonjunktur: Aufgrund teilweise wieder stabilerer Rohstoff­ preise sowie einer höheren Investiti­ onsneigung in den USA dürfte das globale Wachstumstempo 2017 et­ was zulegen. Wegen der weiterhin günstigen Zinsen und der Nachfra­ gestützung könnte das weltweite BIP im kommenden Jahr sogar um 3,5 Prozent steigen.

Wie hat sich die Konjunktur in den letzten Monaten entwickelt? Trotz des Diesel­Skandals und des starken Euro hat sich im August die Stimmung der Unternehmen im Eu­ roraum aufgehellt. In Summe deu­ ten auch die „harten“ Konjunkturda­ ten darauf hin, dass alle großen EWU­Staaten inzwischen in einen tragfähigen Aufschwung übergegan­ gen sind. Die kräftige Belebung der deutschen Wirtschaft wird voraus­ sichtlich auch in den nächsten Mo­ naten anhalten. Gute Absatzperspek­ tiven und die steigende Auslastung im Industriesektor dürften den Un­ ternehmensinvestitionen weiterhin Schwung verleihen.

Ihre Einschätzung zum Zins­ umfeld? Die Bondrenditen der Staaten der Europäischen Währungsuniobn (EWU) präsentieren sich überwie­ gend auf einem etwas niedrigeren Niveau. Nach der Wahl Macrons zu Frankreichs Präsidenten sind die Risikoaufschläge der Peripherielän­ der in der EU tendenziell gesunken. Zudem gibt es von den Notenbanken kaum Signale für einen forcierten Rückzug aus der expansiven Geld­ politik. Per saldo bleibt bei vorerst anhal­ tenden EZB­Anleihekäufen das Ren­ dite­Gefüge im Euroraum auf Sicht außergewöhnlich niedrig.

Wie stehen die Vorzeichen für Aktienmärkte? In den USA bleiben die Unklar­ heiten im Weißen Haus seit der Amtsübernahme von Präsident Trump ein Dauerthema. Immer mehr Investoren zweifeln daran, dass Präsident Trump seine Pläne für die US­Wirtschaft erfolgreich umsetzen wird. Erfreulich ist hingegen die Ent­ wicklung der Unternehmensge­ winne – in Europa und insbesondere in den USA können die meisten Un­ ternehmen ihre Gewinne im lau­ fenden Jahr spürbar steigern, was aufgrund der hohen Bewertung der Unternehmen vor allem in den USA auch zwingend notwendig ist. Die Aktienmarktbewertung in Europa ist noch auf einem fairen Niveau, in den USA schon deutlich darüber. Was bedeutet das für den Anleger? Der September könnte durchaus noch schwierig sein. Nach mög­ lichen Korrekturen sind Aktien in Europa wieder interessant, in den USA muss noch eine deutlichere Korrektur stattfinden. Bei Anleihen

gilt wie bisher: Das Rendite­Risiko­ Profil ist für ein langfristiges Engage­ ment nicht sehr attraktiv. Aufgrund der zum Teil negativen Renditen und der hohen Kursanfälligkeit lang laufender Anleihen sollten diese bei Anlagen auf Endfälligkeit eher unter­

Strategisch und längerfristig sind Aktien nach wie vor die bevorzugte Anlageklasse. Das Potenzial der Märkte diesseits des Atlantiks dürfte noch nicht ausgereizt sein. Dr. Johannes Hefel Hypo-Vorstandsmitglied

gewichtet werden. Ausgesuchte Unternehmensanleihen bieten weiter interessante Diversifikati­ onschancen. Die Zinsen für Tages­ und Termingelder dürften noch län­ gere Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Strategisch und längerfristig sind Aktien nach wie vor die bevorzugte Anlageklasse. Nicht zuletzt das Potenzial der Märkte diesseits des Atlantiks dürfte trotz gestiegener Be­ wertungen noch nicht ausgereizt sein. Für Unterstützung sorgen eine festere Konjunktur, der weiter nach oben zeigende Gewinntrend und fehlende Anlagealternativen.

Sind Investitionen in Gold sinn­ voll? Es sieht derzeit ganz danach aus, als ob vorübergehend Dynamik in die Entwicklung des Goldpreises ge­ kommen ist. Es ist es schwer abzu­ schätzen, ob dies nur eine kurzfri­ stige Tendenz oder der Beginn eines mittelfristigen Anstiegs ist. Grund­ sätzlich behält die Beimischung von Gold in physischer Form seine Berechtigung.

Leidenschaftlich. Gut. Beraten.

Die Bankprodukte müssen stärker standar­ disiert werden.

Bankensektor steht vor einer Zeitenwende Die Digitalisierung schreitet in allen Le­ bensbereichen fort. Der Bankensektor durchlebt derzeit nach Worten des OeNB­ Vizegouverneurs eine „Zeitenwende“. „Noch nie hatte man mit so vielen Ände­ rungen gleichzeitig zu tun“, sagte Andreas Ittner bei einer Diskussion zu neuen Ban­ ken­Geschäftsmodellen. Die Aufsicht brau­ che eine Konsolidierung im Regelwerk. Bankprodukte stärker standardisieren Digitalisierung, Margendruck, Wettbe­ werb, Bankenregulierung, notwendige höhere Kapital­ und Liquiditätsanforde­ rungen, Going Concern und Co: „Verände­ rungen sind unvermeidbar im Bankensek­ tor“, sagte der Notenbanker. „Ganz sicher muss auch die Effizienz nachhaltig gestei­ gert werden.“ Auf steigende Zinsen als Problemlösung zu hoffen, „wird nicht aus­ reichen“. Ittner geht davon aus, dass Bank­ produkte stärker standardisiert werden müssen. Auch die Organisationsstruktur der Banken wird wohl geändert werden müssen. Die derzeitige Struktur sorge da­ für, dass die Veränderungsprozesse lange dauern. Verglichen mit Start­ups, die neue Ideen binnen zwei, drei Tagen umsetzen können, müssen in der Bankenstruktur unglaublich viele Stufen durchlaufen werden. „Es ist einfach anders.“ Datenschätze besser nutzen Die gewachsenen Strukturen machten es auch schwierig, die reichen Datenschätze, über die Banken verfügen, ideal zu nutzen – im Gegensatz zu Fintechs, die diese Schwierigkeit wegen ganz anderer Metho­ den nicht hätten, so Ittner. Die Aufsicht müsse bei „diesen neuen Konkur­ renten dafür sor­ gen, dass gleiche Risiken auch gleich reguliert werden“. Ein besonderer Vorteil der Banken sei das Vertrauen, das Vertrauen auf Andreas Ittner. Datensicherheit.

Ausgezeichnete Balance für Ihre Anlagestrategie: Hypo PF Ausgewogen Der ausgezeichnete Hypo PF Ausgewogen ist in ausgewogenem Verhältnis in Aktien und Anleihen investiert. Investoren können bei dieser Strategie sowohl an der globalen Aktien- als auch an der Anleihenmarktentwicklung teilnehmen. Das Fondsvermögen ist nach klaren Richtlinien zu max. 50 % in Aktien und zu max. 100 % in Anleihen veranlagt. Eine breite Streuung sowie der aktive Länderansatz sorgen für eine ausgeglichene Positionierung des Portfolios. Da Investmentfonds Kursschwankungen unterliegen, kann der Wert der Veranlagung nicht garantiert werden. Informieren Sie sich. Gerne in einem persönlichen Gespräch oder auf www.hypovbg.at.

Hypo Landesbank Vorarlberg 17 x in Vorarlberg sowie in Wien, Graz, Wels und St. Gallen

Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes. Diese dient lediglich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung und umfassende Risikoaufklärung, noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investments in Derivate sind Teil der Anlagestrategie. Auf die Möglichkeit einer erhöhten Volatilität wird hingewiesen. Der Fonds kann bis zu 100% seines Vermögens in Investmentfonds und bis zu 100% seines Vermögens in Sichteinlagen oder andere kündbare Einlagen investieren. Der zugehörige Prospekt samt allfälligen sich ändernden oder ergänzenden Angaben sowie die wesentlichen Anlegerinformationen (KID) sind unter www.hypovbg.at einsehbar. Auf Wunsch können Prospekte oder die wesentlichen Anlegerinformationen (KID) in Papierversion zu den üblichen Geschäftszeiten in den Filialen kostenlos abgeholt werden. Der Prospekt und das KID werden in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt. Emittent jener Wertpapiere, mit denen die 35 %ige Emittentengrenze für Staatsanleihen überschritten werden darf, sind die Staaten Österreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Finnland. Die Fondsbestimmungen wurden durch die FMA (Finanzmarktaufsicht) bewilligt.


6 Private Banking

Freitag, 15. September 2017 Extra

„Starke Nachfrage nach Sicherheit“ Wie strukturierte Finanzprodukte im Niedrigzinsumfeld helfen können, einen risikoarmen Ertrag über der flationsrate zu erwirtschaften. Infl

Dazu führten die VN das folgende Interview mit Johannes Böhler, Landesdirektor Private Banking der Bank Austria für Vorarlberg und Tirol. In der aktuellen Lage, mit Sparzin­ sen nahe null auf der einen Seite und häufig auftretenden geopoli­ tischen Krisen, die die Börsen bewegen, auf der anderen Seite, fühlen sich viele Anleger in der Zwickmühle. Es scheint, als hätte man nur die Wahl zwischen einer schleichenden Entwertung des Kapitals am Sparbuch und einem hohen Risiko an den internationa­ len Börsen, oder kennen Sie da einen Ausweg? Wenn Sie heute die Kaufkraft Ihres Vermögens erhalten wollen, müssen Sie aus klassischen Veranlagungen, wie Sparbüchern in Wertpapiere wechseln und damit auch höhere Risiken in Kauf nehmen. Jedoch sind

die Risiken an der Börse nur bei Einzeltiteln für Kleinanleger unver­ hältnismäßig hoch. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, haben wir zwei Instrumente entwickelt: Einerseits raten wir Anlegerinnen und Anlegern in Fonds zu investie­ ren, diese diversifizieren das Invest­ ment auf verschiedenste Einzeltitel

Die Risiken an der Börse sind nur bei Einzeltiteln für Kleinanleger unverhältnis­ mäßig hoch. Das Risiko lässt sich aber gering halten. Johannes Böhler Landesdirektor Private Banking

und Anlageklassen und relativieren damit das Risiko von Kursschwan­ kungen. Daneben bieten wir struktu­ rierte Finanzprodukte an. Diese Pro­ dukte, die aus einem oder mehreren Basiswerten und zusätzlich einer derivativen Komponente bestehen, können perfekt an Kundenbedürf­ nisse angepasst werden.

Wie genau funktioniert das bei strukturierten Finanzprodukten? Je nach Anlagebedürfnis der Kun­ din bzw. des Kunden kann das struk­ turierte Produkt so abgestimmt wer­ den, dass es entweder die Rendite des Basiswertes, also einer Aktie oder einer Anleihe, erhöht, oder durch kompletten oder teilweisen Schutz des Kapitals, das Risiko mini­ miert. Was wird mehr nachgefragt? Die größte und populärste Gruppe der strukturierten Finanzprodukte stellen die GarantAnleihen dar. Bei 100­prozentigem Kapitalschutz – meist am Laufzeitende – bieten sie die Möglichkeit, von steigenden Kursen des unterliegenden Basis­

wertes (Aktie, Index, Rohstoff usw.), zu profitieren.

Wird Sicherheit stärker nachgefragt? Ja, es gibt aber auch Anleger, die bei seitwärts tendierenden oder so­ gar leicht fallenden Märkten attrak­ tive Renditen erzielen wollen. Dabei

Die größte und populärste Gruppe der strukturierten Finanzprodukte stellen die GarantAnleihen dar. Sie bieten vollen Kapitalschutz. Johannes Böhler Landesdirektor Private Banking

finden diese interessante Ertrags­ chancen in Teilschutz­Produkten. Hier verzichtet der Investor auf den vollen Kapitalschutz. Teilschutz­Pro­ dukte federn Kursverluste des Basis­ wertes oft nur bis zu einem festge­ legten Niveau ab. Theoretisch ist bei dessen Unterschreiten – genau wie beim Direktinvestment in den Basis­ wert – auch ein Totalverlust möglich.

Unterliegende Basiswerte können un­ ter anderem auch Rohstoffe sein.

Ich weiß genau, auf wen ich mich verlassen kann.

86 Prozent der Alternativen Fonds werden von professionellen Anlegern gehalten.

Alternative Fonds (AIF) managten 125 Mrd. Euro

Private Banking Ein guter Berater weiß nicht nur, was er tut, sondern auch mit wem er es tut. Daher stellen wir Ihnen mit dem Bank Austria Private Banking einen erfahrenen Kundenberater zur Seite, der Sie gerne zu Ihren Veranlagungsfragen berät und sich dabei voll und ganz Ihren Bedürfnissen widmet. Und dank des breiten, geprüften Produktangebots findet er ganz objektiv die beste Option für Ihr Vermögen sowie für alles, was Sie damit noch vorhaben.

privatebanking.bankaustria.at

11 AUSGEWÄHLTE FONDSPARTNER

In Österreich zugelassene Alternative In­ vestmentfonds (AIF) haben per Jahresende 2016 zusammen 125 Mrd. Euro an Vermö­ genswerten verwaltet. Darin enthalten sind auch Vermögenswerte aufgrund von Hebelfinanzierungen durch Derivate, Kreditaufnahme oder Wertpapierleih­ geschäfte. Der Nettoinventarwert (NAV) stieg auf 95 (2015: 89,5) Mrd. Euro, geht aus einer Marktanalyse der Finanzmarkt­ aufsicht FMA hervor. Zum Jahresultimo 2016 unterstanden 46 (48) Alternative Investmentfonds Manager (AIFM) in Österreich der Aufsicht der FMA. Davon verfügten 26 (27) über eine FMA­ Konzession, 20 (21) hatten sich einem im Vergleich zur Konzessionierung verein­ fachten Registrierungsverfahren unter­ zogen. Vier (drei) AIFM hatten eine Zulas­ sung als Verwalter von European Venture Capital Funds. Zusammen verwalteten sie 1045 (1036) Alternative Investmentfonds (AIF). Unter den AIF finden sich fünf Hedgefonds (NAV: 186 Mill. Euro), 14 Immobilienfonds (6,9 Mrd. Euro), 20 Private­Equity­Fonds (628 Mill. Euro), 467 Dachfonds (37,4 Mrd. Euro) sowie 539 weitere Fonds mit ge­ mischten Investmentstrategien (49,9 Mrd. Euro). 999 AIF fallen unter das Investment­ fondsgesetz 2011 (87,2 Mrd. Euro), zehn unter das Immobilien­Investmentfonds­ gesetz (6,6 Mrd. Euro). Impressum | Redaktion/Texte: Ernest F. Enzelsberger, Russmedia Verlag GmbH Umsetzung: Anja Schutti Bilder: Russmedia­Archiv, Agenturbilder, Shutterstock Anzeigen: Russmedia Verlag GmbH, Verkauf: Nadja Mauser, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach


7

Freitag, 15. September 2017 Extra

Team Private Banking und Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg.

Foto: Volksbank Vorarlberg

Kompetenz und Kundennähe überzeugen

Mit dem ersten eigenständigen Private­Banking­Standort am Dorn­ birner Marktplatz bündelte die Volks­ bank Vorarlberg jüngst ihre Kompe­ tenz im Veranlagungsgeschäft. Seit Juni dieses Jahres betreut das Private­Banking­Team der Volks­ bank Vorarlberg seine Kunden am neuen Standort in Dornbirn am

Marktplatz 5. „In Zeiten schwin­ dender Filialpräsenz war es uns wichtig, der Leistung des Private Bankings ein Gesicht zu geben“, so der Vorstandsvorsitzende Betr.oec. Gerhard Hamel. Neben der klas­ sischen Vermögensanlage wird eine breite Palette an Serviceleistungen offeriert. „Wir wollen zentraler An­ sprechpartner für komplexe Frage­

Das verwaltete Vermögen ist 21,6 Mrd. Euro.

Pensionskassen im Halbjahr mit 3,3 Prozent Performance Die österreichischen Pensionskassen ha­ ben im ersten Halbjahr ein Veranlagungs­ ergebnis von 3,3 Prozent erzielt, im zweiten Quartal waren es 1,1 Prozent, teilte die Fi­ nanzmarktaufsicht (FMA) mit. Das verwal­ tete Vermögen stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent auf einen Höchstwert von 21,6 Mrd. Euro. Die Zahl der Anwartschafts­ und Leistungs­ berechtigten erhöhte sich um 0,4 Prozent auf rund 915.000 Personen. Davon bezo­ gen rund 10,5 Prozent bereits eine Pension. Im Durchschnitt der vergangenen drei, fünf und zehn Jahre betrage die Perfor­ mance der österreichischen Pensions­ kassen +4,3 Prozent, +5,6 Prozent bzw. +2,8 Prozent pro Jahr, so die FMA. Seit Start der Pensionskassen im Jahr 1991 beträgt der Veranlagungsertrag nach Angaben des Fachverbands der Pensionskassen durch­ schnittlich plus 5,5 Prozent pro Jahr.

Großbanken droht schärfere Regulierung Großbanken aus Übersee müssen sich auf eine schärfere Regulierung in der EU ein­ stellen. Insgesamt 19 ausländische Insti­ tute sollen künftig eine neue Zwischenhol­ ding für ihre Tochtergesellschaften in der EU schaffen, wie aus einem EU­Dokument hervorgeht. Betroffen sind auch die US­In­ stitute Goldman Sachs, Bank of America sowie Credit Suisse und Nomura aus Japan. Die EU­Kommission will ausländische Großbanken in der Ländergemeinschaft strenger kontrollieren und dadurch die Branche insgesamt krisenfester machen. Laut dem Dokument gehören in der EU 42 Prozent aller Banken­Tochtergesellschaften zu ausländischen Instituten. Aber die Ban­ kenaufseher haben bisher kaum Zugang zu deren Unternehmensdaten.

stellungen sein – angefangen von der Veranlagung über Steuerthemen bis hin zu Erbschafts­ und Nachfolgere­ gelungen“, sagt Frau Dr. Petra Stieger, Bereichsleiterin Private Banking.

Nachhaltig veranlagen Wichtige Aspekte sind dabei die Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Neben der Verwaltung sämtlicher

Gelder nach nachhaltigen Gesichts­ punkten wurde die Produktpalette zuletzt um die „klimaneutrale Ver­ anlagung“ erweitert. Dabei bietet die Volksbank als erste Bank in Vorarlberg Kunden die Möglichkeit, CO₂­Fußabdrücke ihrer Portfolios zu berechnen, Klimarisiken zu berück­ sichtigen und Emissionen auszu­ gleichen. ANZEIGE

Daten und Fakten Volksbank Vorarlberg Private Banking Marktplatz 5 6850 Dornbirn www.private­banking.at

WIR GEBEN 8 AUF IHR GELD. UND AUF DIE WELT. t in r o f o Ab s irn am b Dorn tplatz. Mark

Das erste nachhaltige Anlagekonzept Österreichs. Immer mehr Kunden achten bei Investments nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf ökologische und soziale Kriterien. Unser nachhaltiges Anlagekonzept (8) berücksichtigt diese Wünsche, investiert gezielt in nachhaltige Segmente und vermeidet Investments in unethische Branchen wie die Waffen- und Tabakindustrie. Ergebnis: Gute Erträge mit gutem Gewissen. Erfahren Sie mehr über die acht Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage: Auf www.private-banking.at oder in unserem neuen Private Banking Standort in Dornbirn am Marktplatz.


8 Private Banking

Freitag, 15. September 2017 Extra

Die Zertifikate bereichern das Portfolio in allen Marktphasen

Alexis Tsipras und Emmanuel Macron in Athen.

Griechenland lockt Investoren Nach sieben Jahren Schulden­ krise buhlt Griechenland wieder um das Vertrauen von Investoren. Ministerpräsident Alexis Tsipras pries sein Land vor führenden französischen Firmenvertretern als attraktive Anlagemöglichkeit an. Die griechische Wirtschaft könne um mehr als zwei Prozent wachsen. „Griechenland ist eine Gelegen­ heit, eine echte Gelegenheit“, sagte der linksgerichtete Regie­ rungschef vor der Delegation, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Athen­Besuch begleitete. „Sie werden Ihre Wahl nicht bereuen.“ Für die grie­ chische Regierung habe es obers­ te Priorität, Investitionen ins Land zu locken.

Experten: EuroKurs bleibt auf aktellem Niveau Der Euro wird nach Einschätzung von Devisenstrategen den größ­ ten Teil seiner jüngsten Kursge­ winne binnen Jahresfrist behaup­ ten. Währungsexperten gehen nach einer Reuters­Umfrage da­ von aus, dass der Kurs der Ge­ meinschaftswährung in zwölf Mo­ naten in etwa auf dem aktuellen Niveau von 1,19 Dollar liegen wird. An der Erhebung nahmen mehr als 60 Devisenstrategen teil. Seit Jahresstart hat der Euro um mehr als 13 Prozent zugelegt. Damit zeichnet sich für die 19­Länder­ Währung der stärkste Jahres­ gewinn seit 2003 ab, sollte der Kurs bis Ende Dezember nicht ab­ bröckeln. Hinter der Aufwertung steht die wirtschaftliche Erholung im Währungsraum.

An den internationalen Aktienmärk­ ten sind die Kurse seit dem letzten Tiefpunkt im März 2009 deutlich stär­ ker gestiegen als die der Unterneh­ mensgewinne. Eine Ursache dafür ist nach wie vor die expansive Geld­ politik der Notenbanken.

Doch die Unterstützung durch die Notenbanken wird künftig nachlas­ sen. Die amerikanische Notenbank Fed denkt über Verkäufe von Anlei­ hen nach, was den Finanzmärkten Liquidität entziehen würde, und auf die EZB steigt der Druck zu erklären, wann und in welchem Umfang sie ihre Anleihekäufe zurückfährt.

In unsicheren Zeiten ist es für den Erfolg des Anlegers entscheidend, dass er das Portfolio nach seiner Risiko­ neigung zusammenstellt. Jürgen Rupp Raiffeisenlandesbank

„Da die aktuellen Kursniveaus be­ reits hoch sind, sind die potenziellen weiteren Kursgewinne an den inter­ nationalen Aktienmärkten begrenzt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen und eines einhergehenden Rücksetzers oder einer längeren Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten“, meint der Experte Jürgen Rupp vom Wert­ papier Consulting der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg. Rupp weiter: „Für diese Fälle lässt sich vorsorgen, indem man das Portfolio­ risiko reduziert bzw. optimiert. Gera­ de in unsicheren Zeiten ist es für den Erfolg des Anlegers entscheidend, dass er sein Portfolio je nach seiner Risikoneigung optimal zusammen­ stellt. Zertifikate sind dabei ein wich­ tiger Baustein. Sie sind eine Alternati­ ve zwischen Sparbuch und Aktie und bieten eine attraktive Renditechance bei überschaubarem Risiko.“ Erträge mit moderatem Risiko Zertifikate ermöglichen es, auch in unsicheren Zeiten und Niedrigzins­

Die New Yorker Börse (Wall Street) ist der berühmteste und wohl wichtigste Finanzplatz der Welt. phasen vom Kapitalmarkt zu profi­ tieren und bei moderatem Risiko höhere Renditen zu erzielen und zwar unabhängig davon, ob die Kur­ se steigen, fallen oder seitwärts ten­ dieren. Dabei kann jeder Anleger entsprechend seiner Risikoneigung und seiner Markteinschätzung in das für ihn passende Zertifikat investieren. Die Renditechancen von Zertifikaten können je nach Wahl des Produktes die Ertragschancen von traditio­ nellen Anlagen deutlich übertreffen. „Zertifikate sind Anleihen mit einem vorab festgelegten Auszahlungs­ profil. Sie beziehen sich auf einen bestimmten Basiswert. Ein solcher Basiswert kann unter anderem ein Aktienindex oder Aktienkorb sein. Mit einem Zertifikat erwirbt man also nicht direkt Anteile an einem Unternehmen, sondern man kauft ein eigenständiges Veranlagungs­ produkt, dessen Auszahlung, im Fall eines Indexzertifikates, auf einen Aktienindex wie zum Beispiel DAX oder Dow Jones basiert“, ergänzt Rupp. Von der Kursentwicklung des Aktien­ korbes hängt die Wertentwicklung des jeweiligen Zertifikates ab. Zertifi­ kate gehören zu den passiven Finanzinstrumenten, da im Unter­

schied zu Fonds kein Manager aktiv die Wertentwicklung beeinflusst. Aus diesem Grund fällt bei Zertifi­ katen üblicherweise auch keine Managementgebühr an. Anders als bei Fonds stellen Zertifikate jedoch kein Sondervermögen dar, sondern unterliegen, wie Anleihen auch, dem Emittentenrisiko. Unabhängig vom Markttrend Mit Zertifikaten ist es möglich, auch von seitwärts tendierenden und fallenden Kursen zu profitieren. Je nach Marktmeinung können daher

Bonus­Zertifikate sind eine hoch attraktive Alternative zu direkten Investments, wenn auch Rückschläge für möglich gehalten werden. Jürgen Rupp Raiffeisenlandesbank

auch schwankende Märkte Anlegern Investitionschancen eröffnen. Die Vielfalt und die unterschiedliche Ausgestaltungsweise von Zertifi­ katen ermöglicht es, individuell und optimiert zu veranlagen. Je nach Anlage­, Risiko­ und Renditebedürf­

nis des Anlegers kann das passende Zertifikat ausgewählt werden. Es gibt Zertifikate, mit denen An­ leger bei hohem Risiko sehr hohe Gewinne erreichen können. Und dann gibt es Zertifikate, die das ein­ gesetzte Kapital beschützen oder sogar zusätzlich zum Kapitalschutz ein bestimmtes Renditeprofil er­ möglichen. Bonus­Zertifikate gesucht Attraktive Renditen im Niedrig­ zinsumfeld, komfortable Teilab­ sicherung gegen fallende Aktien­ kurse und eine kurze Laufzeit sind für viele Kunden wichtige Veran­ lagungsargumente. Und genau diese Eigenschaften vereinen Bonus­Zerti­ fikate. „Bonus­Zertifikate sind eine hoch­ attraktive Alternative zu direkten Investments, wenn Anleger zwar steigende Kurse erwarten, aber auch Rückschläge für möglich halten. Bonus­Zertifikate bieten einen Risikopuffer gegen Kursverluste bis zu einer bestimmten Kursschwelle, gleichzeitig Gewinnchancen bei seit­ wärts tendierenden Aktienmärkten und je nach Ausgestaltung auch ein hohes Renditepotenzial bei stei­ genden Aktienmärkten“, stellt Rupp abschließend fest.

Geopolitik ist Top-Risiko für Investoren

Die UBS hat seit Juli die Lizenz.

China: Erster UBS-Privatfonds Die UBS will bis Ende des Jahres ihren ersten privaten Fonds in China auflegen. Der Fonds werde entweder in Aktien oder Anlei­ hen investieren. UBS Asset Ma­ nagement prüfe auch, Fonds für alternative Anlagen wie etwa Im­ mobilien zu lancieren, bestätigte die Großbank. Ausländischen Anbietern war schon seit Längerem erlaubt, über lokale Anbieter in China Pu­ blikumsfonds anzubieten. Erst vor Kurzem habe die Regierung ihnen aber unbeschränkten Zu­ gang zum Geschäft mit privaten Fonds eingeräumt, der sich an vermögende Privatpersonen und Profi­Investoren richtet.

Institutionelle Anleger sorgen sich in erster Linie um politische Entwick­ lungen und Marktschwankungen, das ist das Fazit einer aktuellen Risk­ Monitor­Umfrage von Allianz Global Investors. „Die Verunsicherung hat aktuell drei Gesichter: Nordkorea, US­Politik und Zinswende“, kommentiert Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz in Österreich und Vor­ standsmitglied der Allianz Invest­ mentbank AG, die Ergebnisse der Umfrage. Veränderte Risikolage Die Risikolandkarte für Anleger hat sich weltweit verändert: Als größte Herausforderung schätzen instituti­ onelle Investoren erstmals geopoli­ tische Spannungen (44 Prozent der Befragten) ein, auf Platz 2 rangiert die Sorge vor einer Abschwächung der globalen Konjunktur (41 Pro­ zent), auf Platz 3 steigende Zinsen (32 Prozent). „Finanzmärkte haben noch nie in einem Vakuum agiert, aber heute scheint es, als hätten geopolitische

Entwicklungen einen noch größeren Einfluss auf das Anlageverhalten von Investoren als jemals zuvor“, erklärt Neil Dwane, Global Strategist bei Allianz Global Investors. Dass die kommenden Monate holp­ rig für die Portfolios werden könnten, zeigen auch folgende Einschät­

zungen: So gaben neun von zehn Befragten an, dass das Marktrisiko sowie das Ereignis­Risiko am stärks­ ten die Rendite ihres Portfolios be­ einträchtigen könnten. Das Zinsrisiko (88 Prozent) wird ähn­ lich hoch eingeschätzt, während Wechselkursrisiken (65 Prozent) so­

Nordkorea, die US­Politik und die Zinswende sind die Hauptrisikofaktoren.

wie Kreditrisiken (62 Prozent) gegen­ über dem Vorjahr etwas an Bedeu­ tung verloren haben. Risikomanagement Trotz der erhöhten Wachsamkeit institutioneller Investoren in Bezug auf die aktuellen Risiken haben sich die diesjährigen grundsätzlichen An­ lageziele gegenüber 2016 kaum ver­ ändert: So steht die Maximierung der risikoadjustierten Rendite als Anlageziel für 2017 an der Spitze. „Gerade im derzeitigen Niedrigzins­ umfeld können Investoren nur dann positive Renditen erwirtschaften, wenn sie Risiken nehmen. Dabei wollen sie den Balanceakt vollziehen, auftretende Marktchancen schnell wahrzunehmen, während sie trotz­ dem ihr Portfolio gegen Verluste ab­ sichern“, erklärt Dwane. Dass derzeit tendenziell ein überwie­ gend vorsichtiges Investitionsklima vorherrscht, zeigt auch deutlich ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 51 Prozent der Investoren haben ihre Ertragsziele für 2017 gesenkt, trotz einer starken Performance der Aktienmärkte.


9

Freitag, 15. September 2017 Extra

Maßgeschneidert, statt von der Stange

Keine Chance auf Rendite? Keine Aus­ sicht auf Ertrag? „Mitnichten“, sagt Wilfried Hopfner. „Die passende Stra­ tegie macht den Unterschied.“ Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen­ landesbank Vorarlberg weiß, wie man dazu kommt. Die Notenbanken haben die Märkte mit Geld geflutet. Ein Ende dieser Strategie lässt gerade in Europa auf sich warten. Was die Entscheidungen auf politischer Ebene auf jeden Fall gebracht haben, sind extrem nied­ rige Zinsen. „Nun pauschal zu risiko­ reichen Veranlagungen zu greifen, wäre die falsche Taktik. Wichtig ist, die Palette der Möglichkeiten im Blick zu haben“, rät Wilfried Hopfner. Hier sei die Information und Aufklä­ rung der Anleger wichtig: „Das ist Aufgabe und Kernkompetenz regio­ naler Beraterbanken.“ Dilemma für Anleger Mit defensiven Veranlagungen, wie Anleihen oder Festgeldern, lassen sich keine großen Gewinne mehr machen. Bis sich die Märkte wieder normalisiert haben, werden Anleger

Die Information und Auf­ klärung der Anleger ist die Aufgabe und Kernkom­ petenz der regionalen Beraterbanken. Wilfried Hopfner Raiffeisenlandesbank Vorarlberg

real, mitunter auch nominell, oft Verluste schreiben. Selbst der Aus­ blick sieht eher düster aus: Große Kursanstiege wird es nicht geben. Zu erwarten sind vielmehr rückläufige Kursentwicklungen bei Anleihen und auf längere Sicht niedrige Zins­ erträge bei Festgeldern. „Wer etwas Geld auf der Seite hat und dieses

I

Der Finanzplatz London könnte künftig an Bedeutung verlieren.

Investmentbanken nahmen mehr Geld ein Die Einnahmen der zwölf größten Invest­ mentbanken der Welt sind im ersten Halb­ jahr 2017 gestiegen. Sie erhöhten sich um vier Prozent auf 82 Milliarden Dollar (68,73 Mrd. Euro), wie aus den veröffentlichten Daten der Analysefirma Coalition hervor­ geht. Allerdings lagen die Einnahmen damit um fast 13 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2012. Eine verbesserte Weltkon­ junktur, die robuste Gewinnlage von Unter­ nehmen, gut erhältliches Notenbankgeld und einige sinkende politische Risiken im Zusammenhang mit Wahlen hätten zu den besseren Geschäften beigetragen.

vermehren oder zumindest bewah­ ren will, hat derzeit keine einfache Situation“, bestätigt Wilfried Hopf­ ner. Auch die undifferenzierte Flucht in Veranlagungen, wie Immobilien, Aktien und Unternehmensbeteili­ gungen, ist kein Ausweg: Einerseits sind die Märkte selbst aufgeheizt, die Preise dementsprechend hoch. An­ dererseits unterliegen diese Werte oft hohen Preisschwankungen.

Gewusst wie Was nun? „Ein Patentrezept gibt es nicht“, so Wilfried Hopfner. „Ent­ scheidend ist daher der Blick auf die Gesamtvermögenslage. Wie sieht die finanzielle Situation aus? Welche Mittel sind gebunden oder verplant? Auf welchen Zeithorizont bezieht sich die Veranlagung? Bei den Ant­ worten auf diese Fragen hilft ein top ausgebildeter Berater, der Alterna­ tiven und Spezialitäten in Form von Produkten mit ausgewogenem Chancen­Risikoverhältnis kennt. „Es gilt eine Mischung aus traditionellen Veranlagungen und innovativen Al­ ternativen so zu gewichten, dass sie den individuellen Ansprüchen des

V

Kunden gerecht werden. Genau da­ bei beweist eine regionale Berater­ bank ihre Stärke“, weiß Hopfner. „Nur wenn ein Finanzinstitut exzel­ lente Spezialisten im Haus hat und selbst Zugang zur gesamten Palette von Finanzlösungen bietet, kann es Anlegern zu einem gesunden Wachs­ tum ihres Vermögens verhelfen.“ Nachhaltige Lösungen gibt es nicht

Für die Erstellung eines nachhaltigen Konzepts braucht es hohe Kompetenz.

A R L B E R

Private Banking.

Sicher, kompetent und persönlich – unsere Werte sind so bewährt wie aktuell. Sie schaffen den Boden für nachhaltiges Vertrauen. Zeitgemäßes Private Banking verlangt exzellentes Wissen ebenso wie Vernunft, maßgeschneiderte Lösungen und den Blick für das richtige Maß. www.raiba-privatebanking.at

Das BIP legte real um 0,3 Prozent zu.

Schweizer Wirtschaft wuchs moderat Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2017 um moderate 0,3 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum ersten Quar­ tal entspricht dies einer leichten Beschleu­ nigung, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal nach den nun vorliegenden revidierten Zahlen nämlich lediglich um 0,1 Prozent, statt um 0,3 Prozent. Auch gegenüber dem Vorjahresquartal legte das BIP im zweiten Quartal real um 0,3 Prozent zu. Das Gewerbe, der Finanz­ sektor und das Gastgewerbe stützten das Wachstum maßgeblich. Der Handel, die öffentliche Verwaltung und der Gesund­ heitssektor entwickelten sich hingegen nur schwach.

von der Stange: Für die Ausarbei­ tung eines hochwertigen Vermö­ genskonzepts braucht es die ent­ sprechende Zeit und es verlangt von Beratern hohe Kompetenz und Au­ genmaß. „Doch genau darauf sollten Anleger bestehen“, appelliert der Raiffeisen­Vorstand an die Kunden, selbst hohe Ansprüche an ihre Bank zu stellen.

Gesundes Wachstum, nachhaltige Ernte.


10 Private Banking

Freitag, 15. September 2017 Extra

Richtige Strategien bei niedrigen Zinsen

Paul Severin, Kapitalmarktexperte der Erste Asset Management, analy­ siert für die Vorarlberger Sparkassen regelmäßig die Möglichkeiten, die internationale Kapitalmärkte Anle­ gerinnen und Anlegern bieten.

Die aktuelle Einschätzung diskutiert der gebürtige Lustenauer jetzt in einem Gespräch mit den VN: Es wird erwartet, dass sich die US­ Notenbank und die EZB von ihrer sehr expansiven Geldpolitik verab­ schieden möchten. Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger? Die Zentralbanken haben durch ihre Politik der niedrigen Zinsen und ihre Anleihe­Ankaufsprogramme die Kapitalmärkte mit Geld und Liquidi­ tät geflutet. Diese Maßnahmen zei­ gen Wirkung: Rund zehn Jahre nach dem Ausbruch der großen Rezession verzeichnet die Weltwirtschaft ein Wirtschaftswachstum, das sich auf ein immer breiteres Fundament stützt. In der Eurozone ist die Stim­ mung bei den Unternehmen und privaten Haushalten auf den höchs­ ten Stand seit Juli 2007 gestiegen. Werden die Zinsen wieder steigen? Für die Notenbanken ist die Ent­ wicklung der Inflation mindestens ebenso wichtig wie das reale Wirt­ schaftswachstum. In den ent­ wickelten Volkswirtschaften ist die Inflation nach wie vor ungewöhnlich niedrig. So sind die Konsumenten­ preise in der Eurozone im Juli 2017 gegenüber Juli 2016 um lediglich 1,3 Prozent gewachsen. Das entspricht beinahe dem Durchschnitt der ver­ gangenen zehn Jahre von 1,4 Prozent und befindet sich damit deutlich un­ ter dem Inflationsziel der Europä­ ischen Zentralbank von maximal zwei Prozent. Die Aussichten für hö­ here Inflation bleiben somit schwach

und damit werden die Zinsen weiter niedrig bleiben.

gerfristige Veranlagungen, die über der Inflation liegen, sollte die eigene Veranlagungsstrategie neu überden­ ken. Bedacht muss dabei auch wer­ den, dass nicht alle Wertpapiere für alle Risikoprofile geeignet sind. Bei den gemanagten Vermögensverwal­ tungen gibt es auch für sicherheits­ bewusste Anleger interessante Mög­ lichkeiten.

Warum steigt die Inflation nicht? Die meisten Volkswirte gehen von einem moderaten Anstieg der Infla­ tion in den kommenden Jahren aus. Immer mehr Volkswirtschaften nä­ hern sich der Vollbeschäftigung. Die Aussichten für höhere Inflation blei­ ben jedoch schwach. Der Zusam­ menhang zwischen Arbeitslosen­

Welche Anlageklassen favorisieren Sie derzeit? Wo stimmt das Preis­ Leistungs­Verhältnis? Auch wenn die Geopolitik derzeit vieles überlagert, die globale Kon­ junktur verläuft sehr erfreulich. Soli­ de Unternehmensergebnisse, eine insgesamt behutsame Geldpolitik sowie eine freundliche Wirtschafts­ und Inflationsdynamik bieten gute Rahmenbedingungen für Aktien und Unternehmensanleihen. Der Euro­ Wechselkurs zeigt sich heuer sehr stark, zu den Verlierern im bisherigen Jahresverlauf gehören Euro­Staatsan­ leihen, Rohstoffe und der US­Dollar.

Die meisten Anleger wissen, dass sie derzeit beim Sparen einen Realverlust hinnehmen müssen. Mag. Paul Severin Kapitalmarktexperte

In der Eurozone ist die Stimmung auf dem höchsten Wert seit 2007 gestiegen.

raten und Lohninflation hat in den vergangenen Jahren deutlich abge­ nommen. Die letzte Schätzung für die USA deutet auf einen Anstieg der Inflation auf lediglich 1,8 Prozent hin, wenn die Arbeitslosenrate von aktuell 4,4 Prozent auf sehr tiefe 3,6 Prozent fällt.

an Zinsen erhält, ist der nominelle Wert. Zieht man beispielsweise 1,5 Prozent­Punkte Inflation vom Spar­ buchzins ab, liegt die Verzinsung real im Minus. Die meisten Anleger wissen, dass sie derzeit beim Sparen einen Realverlust hinnehmen müssen.

Der Sparer wird daher in realen Werten betrachtet weiter mit einem Minus aussteigen? Die nominelle Verzinsung setzt sich aus dem realen Zins und der In­ flation zusammen. Was der Anleger

Wie geht man also vor, wenn man der realen Geldentwertung ent­ kommen möchte? Viele Anlegerinnen und Anleger haben in Immobilienwerte veran­ lagt. Ähnlich wie bei Euro­Staats­

anleihen haben Immobilien sehr stark von kontinuierlich rückläu­ figen Zinsen profitiert. Immobilien haben weiter ihre Vorzüge, das Zins­ argument spielt jedoch derzeit eine untergeordnete Rolle. Sind Wertpapiere für alle Anlege­ rinnen und Anleger passend? Nein. Eine Veranlagung muss im­ mer auf das Anlageziel und das Risi­ koprofil des Anlegers abgestimmt sein. Das Sparbuch ist für die kurzfristige Liquidität und als Reser­ ve wichtig und notwendig. Für län­

Gibt es Lösungen für Anlegerinnen und Anleger, die sich nicht ständig mit Wertpapiermärkten auseinan­ der setzen möchten, sich aber den­ noch eine transparente Vermö­ gensverwaltung wünschen? Der Trend in der Veranlagung liegt auf einen ausgewogenen Mix unter­ schiedlicher Anlageklassen, die aktiv je nach Einschätzung der Experten laufend überwacht und regelmäßig den aktuellen Marktchancen ange­ passt werden. Für Anlegerinnen und Anleger haben die Erste Bank und die Vorarlberger Sparkassen eine neue Generation von gemanagten Investmentlösungen aufgelegt. Seit mehr als drei Jahre gibt es vier ver­ schiedene, auf die Bedürfnisse und Risikobereitschaft des Anlegers aus­ gerichtete Strategien.

VORARLBERG BRAUCHT MENSCHEN, DIE AN DIE NACHSTE GENERATION GLAUBEN. sparkasseprivatebanking.at


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
2017 09 15 private banking by Russmedia Digital GmbH - Issuu