45 Jahre
Bewegt in die
Zukunft
Gemeinsam stark fßr Vorarlberg. Die AK Vorarlberg gratuliert zum 45-Jahr-Jubiläum.
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Bewegt in die nächsten Jahre Experten wagen Blick in die Zukunft.
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ie NEUE Vorarlberger Tageszeitung feiert heuer ihr 45-jähriges Bestehen. Statt den Blick wie zu Jubiläen üblich auf Vergangenes zu richten, wird nach vorne geschaut. Zukunftsthemen stehen im Fokus dieser Sonderbeilage. Denn schon Konfuzius wusste: „Wer nur zurückschaut, kann nicht sehen, was auf ihn zukommt.“ Ob und in welcher Form die NEUE in 45 Jahren existieren wird, weiß niemand. Die Ziele hingegen sind klar: Die Inhalte der Zeitung sollen informieren, aber auch Mut machen und vor allem bewegen – in allen Facetten des Lebens. Zum Thema Sport: Wie sieht es in den Vorarlberger Kaderschmieden aus? Welche Bedingungen und Förderungen gibt es für Spitzensportler, welche Möglichkeiten und Angebote finden Freizeitsportler vor? Bewegt soll es also in die kommenden 45 Jahre gehen. Jahre, in denen sich in der Arbeitswelt, in der Gesellschaft, in den Bereichen Bauen und Wohnen, Landwirtschaft, Ernährung oder der Gesundheit viel in Bewegung sein wird. Auch dazu einige Beiträge und Gedanken. Das NEUE-Team hofft, die Themen der Sonderbeilage regen nicht nur zum Lesen, sondern ebenso zum Nachdenken, Diskutieren – und zum Bewegen an. Viele gute Gedanken beim Lesen wünscht Ihr NEUE-Team.
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Kaderschmiede: Im Vorarlberger Olympiazentrum werden Spitzenathleten gefördert. Aktion Demenz: Hilfe für Betroffene und Angehörige gibt es in 43 Gemeinden. Außergewöhnlich: Einfach mal abhängen beim Flying Yoga. Das entspannt auch den Rücken. Digitale Pillen: Smartphones könnten schon bald zur Behandlung von Krankheiten beitragen. Landwirtschaft: Auf den Bauernhöfen spielt die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Architektur: Das Wohnen wird in Zukunft flexibler und vernetzter sein, die Urbanität zunehmen.
IMPRESSUM: Medieninhaber: NEUE Zeitungs GmbH ◆ Herausgeber: Dipl.-Journ. Heidrun Joachim ◆ Redaktion: Dipl.-Germ. Sonja Schlingensiepen ◆ Anschrift des Herausgebers, des Medieninhabers und der Redaktion: A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 ◆ Texte: Rubina Bergauer, Danielle Biedebach, Johannes Emerich, Susanne Geissler, Saskia Heel, Johannes Hofer, Miriam Jaeneke, Brigitte Kompatscher, Hannes Mayer, Sonja Schlingensiepen, Michael Steinlechner ◆ Fotos: Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, Verein IKADES, marte.marte/Marc Lins, marte.marte/ Faruk Pinjo, Konstanze Meindl, Michael Nussbaumer, OESV/David Pichler, Rhomberg Bau/Matthias Moosbrugger, Rhomberg Bau/Matthias Weißengruber, Philipp Steurer, Dietmar Stiplovsek, Olav Zandveld, APA, DPA, GEPA, Shutterstock ◆ Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach, Tel. 05572 501-0
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Wo Champions gemacht werden Das Olympiazentrum Vorarlberg fördert Spitzensportler und deren Umfeld.
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ebastian Manhart hat ein schönes Büro. Eine große Glasfront hinaus zum Eingangsbereich des Olympia zentrums Vorarlberg (OZ), lässt viel Licht ins Zimmer. Der Raum wirkt offen, dadurch fühlt es sich gut an, darin zu sitzen. Es ist sicherlich ein angenehmer Arbeitsplatz. Viel wichtiger ist aber, dass der Geschäfts führer des OZ von dort aus genau sehen kann, wer ein- und ausgeht und vor allem wie. Jeden Tag kommen Kaderathleten nach Dornbirn, um zu trainieren, massiert zu werden, eine Physiotherapie-Einheit zu durchlaufen, oder sich sonst Beratung und Unterstützung in einem der vielen Fach gebiete der dort beheimateten Experten zu holen. Es sind hauptsächlich Einzelsport ler. Aber auch Mitglieder einiger Spitzen mannschaften, die eine Kooperation mit dem Olympiazentrum eingegangen sind, können das umfassende Angebot nutzen.
Bestmögliche Unterstützung
Wenn ein Athlet nun Richtung Eingangstür geht, kommt er an Manharts Büro vorbei. Und der kann erkennen, ob der Sportler lächelt oder ein ernstes Gesicht dabei macht. Manhart kann sehen, ob der Schritt des Ankömmlings federnd ist oder derjenige vielleicht sogar humpelt. „Ich bekomme ganz einfach einen Eindruck, wo er steht“, erklärt der 41-jährige Bregenzer. Dafür ist er dankbar. Denn es ist eine der Kernaufga ben der Mitarbeiter des Olympiazentrums, Spitzenathleten die bestmögliche Unter stützung zu bieten – um hoffentlich einmal bei den Olympischen Spielen so erfolgreich zu sein wie möglich. Genau zu wissen, wie es einem Athleten geht, ist in dieser Hinsicht eine ungemein wertvolle Sache. Nicht, um ihn zu kontrollieren, sondern um alles nur erdenklich Mögliche tun zu können, damit er sich ideal vorbereiten kann. In welchem Ausmaß die Kadersportler Dienstleistungen vom OZ in Anspruch nehmen können, hängt von ihrer Kaderein
stufung ab. Um in den Kader aufgenommen zu werden, müssen sie einen Förderantrag stellen und bestimmte Leistungskriterien erfüllen. Derzeit sind es rund 100 solcher Athleten, die die Infrastruktur des ehe maligen Landessportzentrums mit seinen Trainingsstätten, dem Regenerationsbe reich oder dem Kraftraum nutzen dürfen. Sie können aber auch Termine bei Physio therapeuten, Sportwissenschaftern, Ernäh rungswissenschaftern, Masseuren, Sport psychologen oder dem Team des Sport medizinischen Instituts, einem eigenen Ambulatorium, buchen. Zu einem großen Teil ist das Angebot kostenlos. Bei gröberen oder sehr speziellen medizinischen Pro blemen kann das Team des Sportmedizi nischen Instituts die Athleten an Fachärzte, die mit dem Olympiazentrum kooperieren, weitervermitteln. Auch zentrale Trainingsstätte Manche Athleten sieht Manhart nun sehr oft, andere selten bis nie. Es liegt im Ermes sen der Sportler, ob und wie intensiv sie das Angebot des Olympiazentrums nut zen wollen. Wenn jemand das Angebot annimmt, erfolgt das natürlich meist in Abstimmung mit dem jeweiligen Trainer. Die Kunstturner, Rhythmischen Sport gymnastinnen, Karatekas, Judokas oder Schießsportler sieht Manhart beinahe täg
Kontakt Olympiazentrum Vorarlberg GmbH ◆ Höchster Straße 82, 6850 Dornbirn ◆ Tel. +43 5572/24465 ◆ E-Mail: info@olympiazentrumvorarlberg.at ◆ http://www.olympiazentrumvorarlberg.at/
Geschäftsführer Sebastian Manhart kann von seinem Büro aus direkt den Eingangsbereich des Olympiazentrums betreten.
lich. Denn für sie ist das OZ gleichzeitig die zentrale Trainingsstätte. Das heißt, diese Sportler absolvieren auch ihr sportartspe zifisches Training dort. Phasenweise Nutzung Andere Athleten kommen ausschließlich phasenweise. Meist, weil sie das ganze Jahr über viel unterwegs sind. „Für Aus dauersportler bieten wir zum Beispiel zur Weihnachtszeit Kadertrainings an“, erklärt Manhart. Für die Skifahrer und Snowboar der gibt es solche Trainings in den Som mermonaten. Seit letztem Jahr arbeiten die ÖSV-Ski-Alpin-Herren im Sommertrai ning nach einem Stützpunktkonzept. Das heißt, die Vorarlberger Skifahrer trainie ren in dieser Phase im Olympiazentrum Vorarlberg, Salzburger Schneesportler in dem in Salzburg. Das passt perfekt zum schon bestehenden Kadertrainingsangebot im OZ. Landeskader, wie zum Beispiel die Kunstturner, bringen ihre Sportler für ihr alljährlich stattfindendes Sommerkaderla ger im hauseigenen Hotel unter und nutzen die Gastronomie. Manhart und seine Mitarbeiter sind um eine ständige Weiterentwicklung ihres Ange botes bemüht. Deshalb schufen sie letztes Jahr das sogenannte „All-In“-Programm, indem zehn Sportler nun besonders intensiv betreut werden. Jeder von ihnen bekommt einen zentralen Ansprechpartner, entwe der einen Sportwissenschafter oder einen
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Im Kraftraum des OZ wird hart trainiert.
Physiotherapeuten, zugeteilt. Dieser koordiniert sämtliche Leistungen des OZ und stimmt sie aufeinander ab. Ein individueller Trainingsplan wird erstellt. Das Training wird begleitet und durchgeführt, es gibt reservierte Zeitfenster in der Physiotherapie und Sportmedizin. Zusätzlich erhalten die Sportler gratis Zugang zur Ernährungsdiagnostik. „Es ging bei der Auswahl der Athleten um drei Kriterien“, erklärt Manhart. „Ob sie sich von ihrem Leistungspotenzial her dafür eigneten, ob die Zusammenarbeit mit dem OZ gut funktioniert und ob es von den sonstigen Rahmenbedingungen des Sportlers her Sinn macht.“ Unter den auserwählten zehn befinden sich zum Beispiel Skifahrerin Christine Scheyer, Skispringerin Eva Pinkelnig oder der Snowboarder Lukas Mathies. Mehrere Geschäftsbereiche „Den meisten ist bekannt, dass wir hier im Olympiazentrum mit Kaderathleten arbeiten“, sagt Manhart und lächelt. „Wir haben aber noch sehr viele andere Aufgaben.“ Die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs „Sport- und Strukturmanagement“ unterstützen und beraten Sportfachverbände, die sich strukturell und strategisch weiterentwickeln wollen. Auch eigens dafür vom OZ installierte Landestrainer helfen den Verbänden dabei mit ihrer Erfahrung. Im Rahmen des Geschäftsbereichs „Aus- und Weiterbildung“ werden vom OZ Aus- und
Fortbildungsveranstaltungen für Trainer, Funktionäre und Sportmanager veranstaltet. Der Geschäftsbereich „Gesundheitsund Fitnessmanagement“ betreut das Projekt des Landes „Vorarlberg >>bewegt.“ Die Mitarbeiter des Olympiazentrums sind also trotz seines Namens nicht nur im Bereich Spitzensport tätig. Nach 17 Uhr kann die Infrastruktur Vereinen, Verbänden und anderen außenstehenden Personen zur Verfügung gestellt werden. „Dann wird es zu einem Begegnungspunkt des Vorarlberger Sports“, sagt Manhart und ist sichtlich auch darauf stolz. Generell möchten er und sein Team Menschen zu einer aktiven Lebensführung animieren. Bewegungskindergärten seien ein Ansatz, um in dieser Hinsicht schon bei den Kleinsten zu beginnen. Natürlich liegt sein Hauptaugenmerk aber auf der Förderung der Spitzensportler und der Verbesserung der sie umgebenden Strukturen. Dabei vergisst er aber nicht auf die Wichtigkeit der Arbeit an der Basis. „Es nützt nichts, wenn wir die aktuellen Spitzenathleten fördern, uns in ein paar Jahren aber der Nachwuchs ausgeht“, erläutert er. „Wir müssen Kinder in ihrer ganzen Bewegungskarriere begleiten. Das fängt in den Kindergärten an. Schon dort müssen wir das Bewegungsinteresse fördern.“ Mit den Kindern sollte in jeder Altersstufe gut gearbeitet werden, ist er überzeugt. Genauso wie mit den Topathleten später. „Ein roter Faden ist wichtig.“ Mittlerweile wird sogar eine Ausbildung für Eltern von
angehenden Spitzensportlern angeboten. „Denn das Kind zu fördern, aber nicht zu überfordern, ist eine sehr schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe“, sagt Manhart. Der Bregenzer und sein Team erstellten gemeinsam mit Vertretern des Landes auch die Sportstrategie 2020 für Vorarlberg. Die Vereinbarkeit von Spitzensport und Ausbildung ist davon ein wesentliches Element. „Die Herausforderung, Training, Wettkampf, Schul- oder Berufsausbildung parallel zu bewältigen, ist enorm“, erklärt der ehemalige Handball-Profi, der diese Situation aus eigener Erfahrung kennt. Ein erster Durchbruch auf diesem Gebiet ist geschafft: Ab Herbst werden die Lehrberufe „Bürokaufmann/frau“ und „Verwaltungsassistent/in“ angeboten. Ab Juni bietet die Fachhochschule Vorarlberg einen akademischen Lehrgang für Spitzensportler an. Mit Herzblut bei der Sache Wenn Manhart von all diesen Dingen spricht, merkt man, dass er mit Herzblut bei der Sache ist. Er steckt viel Energie in seine Arbeit und auch seinen Mitarbeitern attestiert er, dass es darunter sehr viele gibt, die „die Extra-Meile gehen“. „Wir sind ein super Team und haben ein wirklich tolles Arbeitsklima“, sagt er ernst. Auch wenn sein Job arbeitsintensiv und anstrengend ist, kommt er jeden Tag gern in sein Büro. Und die allermeisten Sportler kommen ebenfalls sehr gern ins Olympiazentrum. Das ist zu erkennen, selbst wenn man nur ganz kurz durch die Räume geht, in denen gerade trainiert wird. Eines ist jedenfalls klar: Von dem sympathischen Bregenzer und seinem Team wahrgenommen zu werden, ist definitiv eine äußerst positive Sache.
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„Die Besten der besten schaffen es“ Sport-Landesrätin Bernadette Mennel über Vorarlbergs Sport-Zukunft. Interview.
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as Land Vorarlberg fördert den Breitensport. Warum ist Bewegung im Alltag so wichtig? Bernadette Mennel: Zum Beispiel, weil
Bewegung nicht nur den Körper in Schwung hält, sondern auch den Kopf. Dieses Bewusstsein wollen wir schon bei den Kleinsten wecken und setzen auf gezielte Bewegungsförderung. In Vorarlberg gibt es bereits 27 Bewegungskindergärten, erst Ende April habe ich mit Freude dem Kindergarten in Silbertal das Bewegungskindergarten-Zertifikat überreicht. Voraussetzung für dieses Zertifikat ist, dass alle Pädagoginnen und Pädagogen die spezielle Ausbildung für den Vorarlberger >>Bewegungskindergarten erfolgreich absolviert haben. Weitere Kriterien sind die pädagogische Konzeption, die räumliche und materielle Ausstattung und – ganz wichtig – die Bewegungsangebote und Projekte im Kindergartenalltag. Unser Konzept geht aber noch weiter. Wir setzen durch unsere Ausbildung zum Vorarlberger >>Bewegungskinderbetreuer schon bei der Betreuung von Kleinstkindern an, mit der wir Erzieher, Mitarbeiter von Spielgruppen, Kleinkindbetreuer oder Spielgruppenleiter für die Integrierung von Bewegung in ihren Betreuungsalltag sensibilisieren. Gezielte Bewegungsförderung ist nämlich die Basis einer gesunden und motorisch adäquaten Entwicklung unserer Jüngsten, die uns sehr am Herzen liegt. Das klingt nach einem roten Faden. Mennel: So ist es auch. Unsere Sportstrate-
gie, die aus 38 Umsetzungsprojekten besteht, von denen wir 11 bereits umgesetzt haben und weitere 22 in Bearbeitung sind, setzt bei den Jüngsten an. Also wie beschrieben bei der Kinderbetreuung und im Kindergarten und geht im Schüleralter an den verschiedenen Schulen weiter. Wir wollen bei den Kindern so früh wie möglich den Funken der Begeisterung für die Bewegung wecken. Die Kinder sollen die Bandbreite an Sportarten und Disziplinen kennenlernen – das verstehen wir unter Bewegungsförderung.
Bevor es um Spitzensport und die Förderung der Spitzenathleten gehen kann, bedarf es einer Breitensportförderung. Aus dieser heraus entwickeln sich die Talente, die wir in der Nachwuchsförderung unterstützen, die Besten der Besten schaffen es in den Spitzensport und eben die Spitzensportförderung. Wie wichtig ist, dass der heimische Nachwuchs mit Sportlern wie der Ski fahrerin Christine Scheyer, den Seglern David Bargehr und Lukas Mähr sowie Benjamin Bildstein und David Hussl oder der Karateka Bettina Plank Vorbilder aus Vorarlberg haben? Mennel: Es ist ganz wichtig, dass die Jun-
gen Vorbilder haben, denen sie nacheifern können. Diesen Ansatz haben wir bei unserer Sportstrategie 2020 auch verankert. Es geht uns darum, die Leistungszentren zu stärken und den Austausch sowie die Kooperation mit dem Olympiazentrum Vorarlberg zu intensivieren. Damit schaffen wir die bestmöglichsten Erfolgsvoraussetzungen und wollen beim Nachwuchs die Eigenverantwortung verdeutlichen. Vorbilder aus der Region sind dafür natürlich ein wichtiger Antrieb. Denn eine Christine Scheyer, ein Alessandro Hämmerle oder Christian Hirschbühl haben es nicht nur durch ihr Talent, sondern auch durch ihren Fleiß, ihren Einsatz und ihren Willen an die Spitze geschafft. Nachwuchs- und Spitzensportförderung können niemals auf Einzelmaßnahmen beruhen, sondern nur auf einem ganzen Programm. Darum setzen wir in Zukunft noch stärker auf die duale Ausbildung. Das Land Vorarlberg hat zwei Verwaltungsassistent-Lehrstellen für Nachwuchssportler geschaffen, womit wir auch ein gutes Beispiel geben möchten, das mittlerweile auch schon Nachahmer hat. Ausbildung und Spitzensport müssen vereinbar sein und vereinbar bleiben – nicht nur Nachwuchsspitzensportler, die eine höhere Schule besuchen wollen. Für die haben wir ja mit dem Sportgymnasium schon seit Jahrzehnten ein ausgezeichnetes Angebot.
Bernadette Mennel im Gespräch.
Sondern eben auch für diejenigen, die eine Lehre machen wollen. Können Sie das genauer erklären? Mennel: Mit der Lehrausbildung wollen wir
die Basis für den Berufseinstieg für Nachwuchsspitzensportler legen. Es geht darum, Berufswege zu schaffen, die für sie attraktiv und neben dem Sport machbar sind. Nachwuchsspitzensportler brauchen ausreichend Zeit für Training, Wettkampf und Regeneration. Im Gegenzug für die Verringerung des täglichen Zeitaufwandes, die sich aus dem Wettkampf- und Trainingsalltag ergibt, wird die Lehrzeit entsprechend ver-
sportstrategie
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ler haben neben ihrem Training kaum die Möglichkeit, einem akademischen Studium nachzugehen. Weil die zeitliche Belastung eines Regelstudiums nicht mit dem Trainingsalltag vereinbar ist. Der akademische Lehrgang „Grundlagen der Betriebswirtschaft“ verteilt daher den Grundlagenstoff des ersten Studienjahres des Bachelorstudiums Betriebswirtschaft auf drei Jahre. Nach positiver Absolvierung aller Prüfungs- und Leistungsnachweise wird von der FH Vorarlberg ein Abschlusszeugnis und die akademische Bezeichnung „Akademisch geprüfte Betriebswirtin“ beziehungsweise „Akademisch geprüfter Betriebswirt“ verliehen. Danach können die Spitzensportler ihr Studium im dritten Semester des Bachelorstudiums Vollzeit oder berufsbegleitend an der FH Vorarlberg fortsetzen. Wie sehr hängt ein Gelingen der Sportstrategie 2020 davon ab, ob es ein Vorarl berger bis 2020 schafft, eine Olympia medaille zu gewinnen? Mennel: Eine Olympiamedaille ist der
längert. Als erster Schritt werden ab Herbst die Lehrberufe „Bürokaufmann/-frau“ beziehungsweise „Verwaltungsassistent/ in“ angeboten. Die Lehrlinge nehmen am Regelunterricht an der Landesberufsschule Bregenz 3 teil. Als nächsten Schritt arbeiten wir an der Konzeption einer Ausbildung im Tourismus – die soll im Herbst 2018 starten. Die Koordination des Projekts hat das Olympiazentrum Vorarlberg übernommen, das auch als Anlaufstelle für das Melden von offenen Lehrstellen dient. Womit wir wieder beim roten Faden wären. Es gibt ab Sommer für Spitzensportler
das Angebot, in Vorarlberg einen BWLLehrgang zu starten. Wie war es möglich, dieses Angebot zu schaffen? Mennel: Mit der Sportstrategie 2020 hat
sich das Land Vorarlberg der ganzheitlichen Athletenentwicklung verschrieben. Wie schon erläutert, ist dabei Kooperation eines der Grundprinzipien. Was wäre da naheliegender, als dass drei hochkarätige Institutionen des Landes – die Fachhochschule Vorarlberg, das Weiterbildungszentrum Schloss Hofen und das Olympiazentrum Vorarlberg – ein gemeinsames Ausbildungskonzept erarbeiten? Spitzensport-
Traum eines jeden Spitzensportlers. Dieses Ziel wird, denke ich, im Laufe einer Sportlerkarriere ein Teil der Persönlichkeit und treibt den Athleten immer weiter voran. Ich kann mich zum Beispiel sehr gut daran erinnern, wie die Segler Benjamin Bildstein und David Hussl nach dem Gewinn einer ihrer Junioren-WM-Medaillen beim Empfang sagten, dass die Olympischen Spiele und dabei eben ein Medaillengewinn ihr großes Ziel sei. Allerdings: Anders als die Entwicklung einer Karriere ist der Gewinn einer Olympiamedaille nicht planbar. Weil zu viele nicht oder kaum beeinflussbare Faktoren über den Gewinn von Medaillen mitentscheiden. Wie Glück, die Tagesverfassung, Verletzungen, die einen Start verhindern oder beeinträchtigen, und nicht zu vergessen die Wetterbedingungen bei Freiluftsportarten. Unsere Aufgabe ist es, den Sportlern die bestmöglichste Infrastruktur, das bestmöglichste Ausbildungs- und Trainingskonzept samt einem zielgerichteten Förderwesen zu bieten, um so die bestmöglichen Voraussetzungen für den Gewinn von Medaillen zu schaffen. Natürlich hoffen wir, dass so bald wie möglich ein Vorarlberger bei den Spielen eine Medaille gewinnt. Aber es wäre falsch, diesem kurzfristigen Ziel unser nachhaltiges Konzept unterzuordnen. Es geht uns nicht darum, kurzfris tige Erfolge ans Revers zu heften. Sondern darum, die Basis für kontinuierliche Erfolge der Zukunft zu schaffen.
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vorarlberg bewegt
Spezielle Trainingsanleitung für den „Kindermarathon Bregenz“.
Begeisterte Teilnehmer des Kindermarathons (l.) und des KidsAthlons.
bewegt durch das ganze Jahr Vielfältige Angebote für Jung und Alt.
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m Rahmen der Initiative Vorarlberg bewegt möchten wir eine breite Bevölkerungsschicht dazu animieren, sich zu bewegen“, sagt Michael Zangerl, Leiter des Sportreferats. Das Angebot ist breitgefächert und richtet sich an Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene. Für die Mädchen und Buben gibt es Veranstaltungen wie den Kindermarathon, Kinderläufe, den KidsAthlon, bei dem gelaufen und geschwommen wird, oder den Käferlecup, bei dem ein Geschicklichkeitsparcours mit dem Rad zu bewältigen ist. Familienskitag oder die Wanderwochen würden das Angebot für die Jüngsten abrunden. Etwas ganz Spezielles sind die Bewegungskindergärten. Erst im April dieses Jahres wurde die 14. Einrichtung dieser Art im Silbertal zertifiziert. „Wichtig ist dabei vor allem die Aus- und Weiterbildung der
Pädagoginnen. Sie sollen den Kindern systematisch und spielerisch vermitteln, wie Bewegung im Alltag aussehen kann“, erklärt Zangerl. Das sei nicht ganz unwichtig, denn nicht allzu selten könnten die Mädchen und Buben nicht einmal mehr rückwärts laufen. „Auf den Baum klettern oder einen Purzelbaum machen, ist dann schon die hohe Schule.“ Ähnliche Defizite gebe es beim Schwimmen. Bei den Neun- bis Zehnjährigen liege die Nichtschwimmerquote bei rund 50 Prozent. Wer ungern im Verein Sport betreibt und sich eher zu den „Couch-Potatos“ zählt, ist bei den Bewegungstreffs für Anfänger und leicht Fortgeschrittene genau richtig. „Es gibt Anleitungen – acht Wochen lang wird regelmäßig trainiert.“ Für alle, die ihren Lebensstil hinsichtlich Sport und
Ernährung umstellen wollen, ist ein einwöchiges Seminar im Hotel neu im Programm. Kompetente Ansprechpartner informieren über gesunde Ernährung und Bewegung. Wichtig sei den Verantwortlichen von Vorarlberg bewegt, eben jene Männer und Frauen anzusprechen, die nicht im Spitzenfeld unterwegs sind. „Die WHO hat als Ziel vorgegeben, dass sich Erwachsene mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche bewegen sollten. Für Kinder gilt mindestens eine Stunde am Tag“, weiß der Leiter des Sportreferats. Und genau dieses Ziel gelte es natürlich auch in Vorarlberg zu erreichen.
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aktion demenz
Wider das Vergessen Demenz: Eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige.
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eine demenzkranke Mutter hat mich emotional ähnlich gefordert wie meine fünf damals pubertierenden Kinder. Vergesslichkeit zusammen mit dem Nachlassen der Kognition führen zum Verlust der Paktfähigkeit und immer wieder zu schwierigen Situationen im Alltag“, erzählt der Pflegedirektor am Landeskrankenhaus Rankweil und Leiter der „Aktion Demenz“ Norbert Schnetzer von seinen ganz persönlichen Erfahrungen. Die Betreuungsbedürfnisse seien aufgrund dieser verloren gehenden Verlässlichkeit bei Demenzpatienten viel größer als zum Beispiel bei jemandem, der einen Schlaganfall erlitten hat, aber geistig noch voll orientiert ist. Um Demenz vorzubeugen, spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Laut wissenschaftlichen Befunden ist dieser Stellenwert sogar noch größer als bisher angenommen. Drei Mal in der Woche mindestens dreißig Minuten Sport betreiben, beugt vielen Übeln vor, von der Depression über Diabetes und Herzinfarkt bis eben zur Demenz. Wobei es medizinisch gesehen nicht „die“ Demenz gibt, sondern verschiedene demenzielle Erkran-
Bewegung und soziale Teilhabe sind wichtig für Demenzerkrankte.
kungen wie Alzheimer oder artereosklerotische Demenz – also einen Abbau von Gehirnzellen aufgrund sich zusetzender Gefäße. Diese beiden sind die häufigsten Varianten. Das gesamte Nervensystem wird angegriffen und früher oder später auch Vitalfunktionen wie Schlucken und Atmen. „Es gibt nicht den einen typischen Verlauf. Statistisch gesehen ist die Entwicklung der Krankheit dramatischer bei einem in jüngeren Jahren Erkrankten als bei einem älteren Patienten. Je später die Demenz beginnt, desto gemütlicher läuft sie an“, erklärt Norbert Schnetzer. Wann der Patient stirbt, ist sehr unterschiedlich und hängt vom Verlauf ab. Der Betroffene kann bei schlechtem Allgemeinzustand zum Beispiel an einer Lungenentzündung sterben, weil aufgrund eines gestörten Schluckens Nahrung in die Lunge gelangt ist. Schnetzer sagt: „Statistiken sind irrelevant angesichts des Einzelfalls.“ Trotzdem gibt es aussagekräftige Zahlen. Grundsätzlich sind 140.000 Menschen in Österreich von der degenerativen Krankheit betroffen, Tendenz steigend: Aufgrund des medizinischen Fortschritts werden die Menschen älter, und Demenz ist die Alterskrankheit Nummer eins. „Drastisch gesagt haben wir mehr Herzinfarktüberlebende, die dann dement werden.“ „Das Thema Demenz ist so wichtig geworden, dass auch die Gemeinden es nicht länger ignorieren können“, sagt Daniela Egger, die sich stellvertretend um das Projektmanagement von „Aktion Demenz“ in Vorarlberg kümmert. „Aktion Demenz“ ist eine Interessensvertretung, ein Ideengeber, und koordiniert die Aktivitäten der beteiligten Gemeinden. In Vorarlberg sind bereits 43 Gemeinden beteiligt. „Es geht darum, den Betroffenen möglichst lange eine Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen.“ Dazu binden Daniela Egger und ihr Team auch die andere Seite ein, die daran beteiligt ist, dass Demenzerkrankte unter ihrer Stigmatisierung leiden – die
Bevölkerung. Vorträge mit Titeln wie „Menschen mit Demenz in ihrer Eigenheit besser verstehen“ werden angeboten, aber ebenso etwa Kunstprojekte lanciert, die das Thema aufgreifen. Die Bewusstseinsbildung braucht den langen Atem, ist Eggers Erfahrung. „Und viele werden auf die Krankheit und unsere Angebote erst aufmerksam, wenn sie selbst direkt oder indirekt betroffen sind.“ Daher sieht sie die „Aktion Demenz“ als Dauereinrichtung gerechtfertigt. Die Angebote für Demente, ihre Angehörigen und die Bevölkerung ist von Ort zu Ort – je nach Bedürfnissen – unterschiedlich. Bewegung von Bedeutung
Bewegung spielt immer eine wichtige Rolle. Sei es eine Tanzgruppe, wo sich Betroffene zu Musik frei bewegen können, oder seien es Patenschaften mit Gesunden, die die Demenzpatienten zu Hause abholen, ihnen helfen, ihre Sportsachen zu packen und sie zur Sportstunde begleiten. So können die Betroffenen noch viel länger ihre liebgewordene Gruppe besuchen, Sport treiben und das vielleicht Wichtigste erleben: soziale Teilhabe. Denn neben Bewegung kann insbesondere auch das Eingebundensein in eine Gemeinschaft mit den unterschiedlichsten Anforderungen und Anreizen vorbeugen oder den Krankheitsverlauf abmildern. Aber auch die Krankheit an sich bringt eine vermehrte Bewegungsaktivität mit sich, erklärt Norbert Schnetzer. Zum einen sind da ständig Fragen wie: „Habe
aktion demenz
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43 Gemeinden sind bereits am Projekt beteiligt, weiß Daniela Egger.
kurz gesagt
ich den Herd ausgestellt?“, verbunden mit dem Gang in die Küche, um nachzusehen. Hinzu kommt die Orientierungslosigkeit, die Demente mehr Wege gehen lässt: „Von hier bin ich gekommen, bis hierher weiß ich den Weg noch. Und jetzt?“ Wie gut, wenn
dann ein verständiger Mitbürger seine Hilfe anbietet. Die zusätzlichen Meter, die er gehen wird, um dem Dementen weiterzuhelfen, sind auch seiner eigenen Gesundheit zuträglich und können das Ihre zur Vorbeugung beitragen – auch von Demenz.
„Das Betreuungsbedürfnis bei Demenzkranken ist höher als bei Schlaganfall-Patienten.“ Norbert Schnetzer, Leiter der „Aktion Demenz“
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flying yoga
Beim Flying Yoga darf entspannt ...
Das Nylonfasertuch erlaubt eine andere Perspektive aufs Yoga.
Lektionen im Schweben Yoga geht auch anders. Nämlich in der Luft.
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ass dich nicht so hängen!“ Die Aufforderung, die im Allgemeinen ein guter Ratschlag sein mag, darf im Yoga seit wenigen Jahren hinterfragt werden. Denn dort ist ein Abhängen im besten Sinne möglich. Möglich wird dies durch ein an der Decke festgemachtes Tuch, in dem die Übungen durchgeführt werden. „Gerade bei Rückenproblemen ist das sehr wohltuend“, erklärt Maria Begle. Die 41-Jährige führt das Studio Begle Balance (ehemals Kopfstand Yoga) in Hohenems. Dort bietet sie unter anderem Kurse im Flying Yoga an, einer noch jungen Spielart der indischen Körperübungen. Begle selbst versuchte sich ursprünglich am Yoga, weil sie beruflich bedingt viel sitzen musste und sich dadurch körperliche Beschwerden eingestellt hatten. 2011 absolvierte sie eine Ausbildung zur Traine-
rin, 2014 gab sie erstmals Unterricht in der „fliegenden Variante“ mit dem speziellen Nylonfasertuch. Im Gegensatz zum klassischen Yoga sei es hierbei möglich, sich einfach hängenzulassen und „Leichtigkeit auszuprobieren“, wie Begle es ausdrückt. „Das hilft dabei, vertrauen und loslassen zu lernen“, fügt sie hinzu. Ganzkörpereffekt
Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich beim Flying Yoga alles ums Entspannen dreht. Die Asanas, sprich Haltungen, im Tuch einzunehmen, führe zu einer Kräftigung und einer Verbesserung der Balance. Zudem könnten so neue Bewegungsmus ter erlernt werden, merkt Begle an. Dabei werde der gesamte Körper gefordert. Weil die Arbeit mit dem Tuch zu Beginn
... und geschaukelt werden.
durchaus anspruchsvoll ist, unterrichtet die gebürtige Bludenzerin keine Yogaanfänger in dieser Variante. Wer an einem Kurs teilnehmen möchte, muss zumindest die Grundlagen der klassischen Form erlernt haben. Mit dieser Beschränkung will Begle für mehr Sicherheit und Freude bei ihren Schülern sorgen. Auch die Philosophie hinter dieser Art der körperlichen Betätigung werde klarer, wenn mit den Übungen am Boden begonnen wird. „Beim Yoga geht es um den Weg. Ehrgeiz ist löblich, aber wenn sich alles darum dreht, möglichst schwierige Asanas einzunehmen, geht dabei das Gefühl verloren.“ Und das Gefühl ist schließlich ein wesentlicher Aspekt beim Flying Yoga. Denn Schweben will nicht nur gelernt sein. Es soll auch genossen werden.
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Elektromobilität als Teil des Kerngeschäfts Für Helmut Mennel, Vorstandsmitglied der illwerke vkw, gehört den Elektromotoren die Zukunft.
Interview.
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elche Bedeutung hat Elektromobilität für die illwerke vkw als Energieerzeuger und -Dienstleister? Helmut Mennel: Elektromobilität ist
unserer Überzeugung nach die logische Weiterentwicklung der Mobilität mit fos silen Brennstoffen. Bei einem Elektroauto ist die Energieausbeute vier Mal höher als bei einem fossilen Fahrzeug. Dazu kommt noch die Rekuperation. So kann ein Elek trofahrzeug beim Bremsen wieder Energie erzeugen, weil der Motor wie ein Genera tor funktioniert. Es ist allerdings nicht das klassische Geschäftsfeld eines Energieunternehmens, oder? Mennel: Unser Kerngeschäft ist es, Strom
zu erzeugen, diesen zu verkaufen und zu verteilen. Wenn dies über eine neue Ladeinfrastruktur für die Elektromobili tät passiert, gehört das auch zu unserem Kerngeschäft.
2008 wurde mit dem Projekt Vlotte begonnen. Wie hat sich dieses seither entwickelt? Mennel: illwerke vkw waren damals ein
„First Mover“. Es gab auf dem Markt noch keine Elektroautos. Es wurden daher sehr einfache Fahrzeuge aus Norwegen gekauft. Wer heute mit einem Elektroauto fährt, merkt, dass diese mittlerweile ausgereift sind. Es hat sich sehr viel getan. Auch von den Automobilherstellern sind in den kommenden Jahren attraktive Modellpa letten zu erwarten. Wohin kann die Entwicklung gehen? Mennel: Seitens BMW und Mercedes wur
de kürzlich gleichlautend prognostiziert, dass im Jahr 2025 etwa 25 Prozent ihrer erzeugten Autos rein batterieelektrische Fahrzeuge sein werden. Da hat sich einiges getan. Denn vor drei Jahren hat noch nie mand solche Prognosen abgegeben. Es wurde nicht erwartet, dass das Elektroau to solch eine Rolle spielen würde.
Wo liegt der Wandel? In der Technologie oder auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz? Mennel: Früher war oftmals die Reich
weite ein großes Thema. Hier hat Tesla einen großen Wandel gebracht. Es wurde gezeigt, dass es möglich ist, ganz erheb liche Reichweiten von 500 Kilometern zu
Zur Person Helmut Mennel wurde 1960 geboren und ist seit 1. Juli 2013 Vorstandsmitglied der illwerke vkw. Er hat in Graz Elektrotechnik studiert und wurde im Jahr 1987 Mitarbeiter der Vorarlberger Kraftwerke. Dort hatte er verschiedene Positionen inne und übernahm im Jahr 2009 die Leitung des Bereichs Energiewirtschaft bei den Illwerken. Vorstandsmitglied Helmut Mennel.
erzielen. Auch andere Hersteller rüsten bestehende Modelle in diesem Bereich auf. Für die nächste Generation sind bereits Reichweiten von bis zu 400 Kilometern angekündigt. In der Elektromobilitätsstrategie des Landes ist angepeilt, bis zum Jahr 2020 etwa 10.000 Elektrofahrzeuge in Vorarl berg zu haben. Was bedeutet das für die illwerke vkw? Ist dieser zusätzliche Strombedarf spürbar? Mennel: Ein Elektroauto benötigt pro Jahr
durchschnittlich etwa 3000 Kilowattstun den. Bei einem Haushalt liegt dieser Wert im Schnitt bei 4500 Kilowattstunden. Steigt die Zahl der Elektroautos wird das natürlich auch den Stromverbrauch erhö hen. Gleichzeitig wird aber der Gesamt energieverbrauch deutlich zurückgehen, weil Elektroautos effizienter sind als fos sile Fahrzeuge. Wichtig ist, dafür zu sor gen, eine entsprechende Ladeinfrastruk tur aufzubauen. Das Laden wird nicht nur im öffentlichen Raum passieren, sondern auch – wie man das in Norwegen sieht – vermehrt zu Hause oder beim Arbeitge ber. Da sind wir derzeit bei vielen Themen dabei, Studien oder Pilotprojekte durch zuführen.
Um was für Themen geht es dabei aus Ihrer Sicht? Mennel: Da geht es um Fragen des Netzes.
Ist etwa der Anschluss stark genug? Oder wie kann das Laden über einen gewissen Zeitraum verteilt werden? Wenn beispiels weise alle Bewohner einer Wohnanlage um 18 Uhr nach Hause kommen und ihr
elektrisch mobil
ze verflacht werden, wodurch weniger in die Netzinfrastruktur investiert werden muss.
Wie schaut es mit der Ladeinfrastruktur im Land aus? Mennel: Momentan haben wir 14 Schnell-
Ist es denkbar, dass in Vorarlberg zu 100 Prozent Elektrofahrzeuge unterwegs sein werden? Mennel: Der Zeitpunkt wird sicher nicht
Ladestationen übers ganze Land verteilt. Ebenso gibt es 230 moderne Typ-2-Stecker und rund 100 ältere Ladepunkte. Künftig wird die Frage sein, wo etwa Schnell-Ladestationen errichtet werden sollen. Diese sind aufwändiger zu errichten. Daneben wird es viele Stellen geben, wo mit normalen Ladepunkten das Auslangen gefunden werden kann.
Welche Vorbereitungen werden in diesem Zusammenhang bei den illwerke vkw getroffen? Mennel: Es wird an Studien gearbeitet
Gibt es auch Vernetzung mit Anbietern aus anderen Regionen? Mennel: Mobilität hört nicht an der Gren-
in den nächsten zehn Jahren sein. Aber darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass das Elektroauto deutliche Vorteile in Sachen Effizienz hat und darum die gesamten fossilen Fahrzeuge ablösen wird.
Elektrofahrzeug einstecken, um dann bei voller Leistung zu laden, braucht es enorm starke Zuleitungen. Und das möglicherweise nur für eine Stunde pro Tag. Mit intelligenten Lösungen kann diese Spit-
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in punkto Laststeuerung, um eben die genannten Leistungsspitzen zu reduzieren. Ebenso gibt es Pilotprojekte dazu, wie Ladeinfrastruktur im Wohnbau – in bestehenden und in neuen Anlagen – realisiert werden kann. Mit der Mobilitätszentrale in Bregenz bieten wir zudem Beratung an. Derzeit gibt es über 1000 Kontakte pro Monat, bei denen Kunden sich über Fragen im Bereich der Elektromobilität informieren.
ze Vorarlbergs auf. Darum sind die VKW Teil des Bundesverbands Elektromobilität Österreichs, in dem auch andere Landesenergieversorger vertreten sind. Konkret können mit unserer Vlotte-Karte derzeit in ganz Österreich über 1700 Ladepunkte verwendet werden. Diese Zahl steigt monatlich. Über das System Intercharge ist das Laden auch in Deutschland möglich. Dieser Austausch muss funktionieren und wird natürlich auch noch ausgeweitet werden.
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wissen & erleben
Die Intensität wird individuell geregelt.
Jedes Training wird beaufsichtigt.
Lisa Gasser hat das Fitnessstudio 2015 übernommen.
Unter Strom Im Studio Kraftwerk werden die Muskeln auf ungewöhnliche Weise angeregt.
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er Name lässt es vermuten: Im Kraftwerk in Dornbirn fließt der Strom. Doch noch etwas fließt dort reichlich: der Schweiß. Denn die Mitarbeiter des kleinen Unternehmens haben sich nicht der Energieproduktion verschrieben, sondern der körperlichen Ertüchtigung. Mit anderen Worten: Das Kraftwerk ist ein Fitnessstudio. Der zweideutige Name weist bereits darauf hin, dass dort EMS-Training, also Elektrische Muskelstimulation betrieben wird. Bei dieser Trainingsform wird der Sportler an ein Gerät angeschlossen, das über eine spezielle Weste niederfrequentigen Strom durch seine Muskeln fließen lässt. „Prinzipiell wird jede Bewegung, die wir machen, durch einen elektrischen Impuls aus dem Gehirn verursacht. Für den Körper macht es aber keinen Unterschied, wenn der Impuls von außen kommt. Er
reagiert auch darauf“, erklärt Lisa Gasser (31), die Leiterin des Kraftwerks. Die elektrische Energie erreiche auch tiefliegende Muskelgruppen, die von so manchem Kraftsportler beim Workout vernachlässigt würden. Effizienz
Die elektrische Stimulation über die Weste erfolgt in Intervallen von vier Sekunden Länge. In einem Intervall kann sich der betroffene Muskel innerhalb bis zu 70 Mal zusammenziehen. Darauf folgt eine viersekündige Pause. Aufgrund der hohen Anzahl an Kontraktionen sei das EMSTraining sehr effektiv, erklärt Gasser. Normalerweise werde pro Woche nur eine zwanzigminütige Übungseinheit absolviert. „Das Vorurteil, dass diese Form des Trainings nur etwas für Faule ist, stimmt
allerdings nicht“, stellt die junge Frau klar. Zum einen seien die EMS-Einheiten im Normalfall sehr intensiv. „Da heißt es Vollgas geben und den inneren Schweinehund überwinden.“ Zum anderen gebe es einige sehr aktive Sportler, die die elektronische Stimulation als Ergänzung zu den Übungen in ihrer eigentlichen Disziplin nutzen würden. Neue Ausrichtung
Als Gasser das Kraftwerk vor zwei Jahren übernahm, änderte sie das Konzept des Fitnessstudios. Der bloße LifestlyeGedanke sollte einer stärkeren gesundheitlichen Orientierung weichen. Denn Gasser kommt ursprünglich aus dem medizinischen Bereich: Sie ist unter anderem studierte Gesundheitsmanagerin. Nun trainiert sie vermehrt Menschen, die etwa nach einer Knie-Operation Muskeln aufbauen wollen. Auch Rollstuhlfahrer und Parkinson-Patienten besuchen teilweise Gassers Fitnessstudio. Die individuelle Betreuung, die beim EMSTraining ohnehin notwendig ist, gewinnt in solchen Fällen zusätzliche Bedeutung. Die Übungen werden stets unter Anleitung ausgeführt, die Trainer regeln die Stromstärke je nach Bedarf. Dabei müssen neben der Verfassung des Sportlers gerade auch mögliche Ausschlussgründe fürs Training berücksichtigt werden. „In unserem Bereich sind Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit sehr wichtig“, betont Gasser. Denn schließlich fließt im Kraftwerk nicht nur Schweiß, sondern auch Strom.
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digitale pillen
Heilung in der Hosentasche Wie das Handy zur digitalen Pille werden könnte.
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ie Lösung ist ebenso schnell wie ein fach. Zwei, drei Klicks, einige weni ge Tastendrücke, schon wird sie auf dem Bildschirm angezeigt: Die eben noch unbekannte Route zu fast jeder beliebigen Adresse. „Echte“ Straßenkarten aus Papier? Im Verschwinden begriffen. Ähnlich ver hält es sich in anderen Bereichen. Bank überweisungen? Lassen sich schnell online erledigen, ob unterwegs oder von der hei mischen Couch aus. Einkaufen? Dazu bieten genügend Internet-Portale die Möglichkeit. Eine Pizza bestellen? Geht nach wie vor per Telefon – nur, dass heute die passende Smartphone-App dafür verwendet wird. Wie auch immer das Problem aussieht, fast immer gibt es heute eine digitale Lösung oder zumindest eine Online-Hilfestellung dazu. Es verwundert daher kaum, dass momentan auch an sogenannten digitalen Pillen eifrig geforscht wird. Und doch stellt sich die Frage: Wie könnte eine solche Pille aussehen? Tatsächlich führt der Begriff leicht in die Irre. Um die Entwicklung eines neuartigen Medikaments geht es nicht, zumindest nicht in den Forschungen von Dr. Elgar Fleisch. Der 49-Jährige ist Professor für Informa tions- und Technologiemanagement an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen. Über seine aktuellen Projekte informierte er unlängst im Rahmen der 43. Innovation Night im Lustenauer Competence Center Rheintal. Fleisch befasst sich seit Jahren
Elgar Fleisch informierte bei der Innovation Night über seine Forschung.
intensiv mit der zunehmenden Verflech tung der physischen und der digitalen Welt – ein Thema, das auch vor der Medizin nicht haltmacht. Der Begriff der digitalen Pille steht für den Vorarlberger sinnbildlich für moderne Therapieformen, bei denen etwa Mobiltelefon oder Computer klassische Behandlungsansätze ergänzen und opti mieren. Messbarkeit entscheidend
Wie Fleisch hervorhebt, ist bei seinen For schungen zunächst eine Frage entscheidend: „Wie messe ich Gesundheitszustände, die bisher kaum messbar waren?“ Denn: „Was ich nicht messen kann, kann ich nicht mana gen.“ Es müssen also erst Merkmale und ver lässliche Anzeichen für die verschiedenen Erkrankungen gefunden werden. Dann gilt es, Werte für diese sogenannten Indikatoren zu ermitteln. Der Clou hierbei: Bei den digi talen Therapien sollen solche Messungen automatisiert und quasi nebenbei durch geführt werden, ohne spezielle Testgeräte, zusätzlichen Aufwand oder Kosten für den Patienten. Wie dies in der Praxis aussehen könnte, zeigen Experimente, die das Team um Elgar Fleisch in Zusammenarbeit mit Ärzten durchführt. So könnte etwa beim Arbeiten am Computer der Stressgrad des Benutzers anhand seiner Mausbewegungen ermittelt werden. Je chaotischer und unge nauer die Maus geführt wird, desto höher der Stresslevel. Erfasst werden soll die ganze Bandbreite an möglichen Belastungszustän den, „von entspannt beziehungsweise posi tiv gestresst bis kurz vor dem Burnout“. Noch gewiefter sind die Messverfahren, die bei anderen Erkrankungen angewandt werden sollen. So könnten etwa BluetoothVerbindungsdaten auf dem Handy von depressiven Patienten darüber Auskunft geben, wie viel Zeit diese in Gesellschaft verbringen. Auch wie viel sich die Erkrank ten bewegen und wie oft sie im Freien sind, soll ein Programm auf dem Mobiltelefon festhalten. In Summe könnte mit solchen
Informationen herausgefunden werden, wie schwer die Depression momentan ist. Prognose aus dem Handy
An die erfolgreiche Unterhaltungs-App Pokémon Go ist ein Smartphone-Spiel ange lehnt, die ein Postdoktorand von Fleisch ent worfen hat. Dabei muss der Spieler virtuelle Objekte verstecken und wiederfinden. Die App wurde entwickelt, um beginnende Alz heimer-Erkrankungen frühzeitig zu erken nen. Anhand von Parametern wie der Zeit, die der Spieler zum Finden der versteckten Objekte benötigt, oder der Fahrigkeit sei ner Bewegungen, kann das Programm mit 94-prozentiger Wahrscheinlichkeit voraus sagen, ob beim Nutzer innerhalb der nächs ten fünf Jahre Alzheimer auftreten wird. „Das ist etwas, was man vielleicht lieber nicht wüsste“, räumt Elgar Fleisch ein. Aber wenn die Demenz-Forschung voranschrei te, könne eine solche Prognose sehr wertvoll sein. Geradezu schlicht mutet dagegen eine Wecker-App an, welche die nächtliche Hustenrate des Nutzers ermittelt. Diese gibt bei Asthmapatienten Aufschlüsse über den aktuellen Gesundheitszustand. „Mit Asth ma lässt sich relativ gut umgehen, wenn die Betroffenen medikamentös gut eingestellt sind“, hebt Fleisch hervor. Dies sei für den Patienten aber nicht einfach festzustellen. Hier setzt der digitale Wecker an: Je nach dem, wie oft im Schlaf gehustet wurde, soll die App am nächsten Morgen anzeigen, ob
digitale pillen
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Daten & Fakten Nicht ansteckende Krankheiten (NCDs, noncommunicable diseases)
Alltagsgegenstände wie Smartphones und Tablets könnten in Zukunft wesentlich zur Behandlung von Krankheiten beitragen.
eine Änderung der Medikation nötig ist oder ein Arzt konsultiert werden sollte. Schlüsselrolle
Das eben genannte Beispiel verdeutlicht, dass es bei Elgar Fleischs Forschungen nicht nur ums Messen geht. Letztlich sollen die digitalen Pillen auch Interventionen, das heißt Behandlungsmaßnahmen, für den Nutzer bereitstellen. Einerseits fallen darunter Hinweise zur richtigen Medikamentendosis. Andererseits sollen die Smart-Therapien gerade auch Anreize zur Verhaltensänderung bieten. Denn Fleisch hat die Therapie von nicht ansteckenden Krankheiten im Blick (noncommunicable diseases – siehe Factbox). Darunter fallen etwa chronische Leiden wie Diabetes oder Herz-KreislaufErkrankungen. Diese Krankheitsgruppe stelle aus medizinischer Sicht „die größte Bürde in der entwickelten Welt“ dar. Studien hätten ergeben, dass bei solchen Beschwerden dem Verhalten der Betroffenen die „Schlüsselrolle in der Heilung“ zukomme, wie der Computerexperte betont. Klassischerweise werden die Interventionen in einer Eins-zu-Eins-Betreuung mit dem Patienten umgesetzt. Eine solche Behandlung sei allerdings teuer und könne nicht ohne weiteres ausgeweitet werden, sagt Fleisch. Bei gewissen Erkrankungen, wie etwa Depressionen, gebe es eine gewisse Hemmschwelle, einen Therapeuten aufzusuchen. Der Vorteil an den digitalen Pillen: „Einem Computer gegenüber bin ich ehr-
licher.“ Konkret bedeutet dies, dass ein Chatbot, also eine Art Kommunikationsroboter auf dem Handy, die Erkrankten durch die Behandlung führt. Der Chatbot könnte eine Mittlerrolle zwischen Arzt und Patient einnehmen oder gar weitgehend selbstständig mit den Erkrankten kommunizieren. In einer Studie mit übergewichtigen Kindern stellte Fleisch fest, dass sich diese fast ausschließlich mit dem Chatbot über ihren Gesundheitszustand unterhalten wollten. Obwohl jederzeit ein Arzt zur Verfügung stand, zogen es die Kinder meist vor, Nachrichten an die virtuellen Helfer „Anna“ oder „Lukas“ zu schreiben. Diese stellten den kleinen Patienten beispielsweise Informationen zur Verfügung oder animierten sie zu körperlicher Betätigung. Dabei gab es bestimmte Ziele zu erreichen, wie etwa eine gewisse Anzahl an Schritten zu gehen. Der Anteil an Kindern, die diese Übungen über einen längeren Zeitraum mitmachen, sei außergewöhnlich hoch, lässt Fleisch wissen. „Die Welt wird nie rein digital“
Dass die digitalen Pillen schließlich menschliche Therapeuten ersetzen, ist nicht zu befürchten. Es müsse immer eng mit Ärzten zusammengearbeitet werden, stellt Elgar Fleisch klar. „Die Welt wird nie rein digital.“ Mediziner wären etwa dafür zuständig, Behandlungsmaßnahmen für die verschiedenen Krankheiten zusammenzustellen und den Therapieprogrammen zuzuführen. Dennoch ist Fleisch sich
◆ Weltweit sterben jährlich 40 Millionen Menschen an nicht ansteckenden Krankheiten. Das entspricht 70 Prozent aller Todesfälle. ◆ Kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Atemwegserkrankungen und Diabetes verursachen 81 Prozent dieser Todesfälle. ◆ Rauchen, ungesunde Ernährung, fehlende Bewegung und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko einer Erkrankung. Quelle: www.who.int
sicher, dass die Apps, an denen sein Team tüftelt, Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem und eine extreme Qualitätsverbesserung bedeuten würden. Ein wichtiger Vorteil sei es, dass die Smartphone-Apps selbstlernend arbeiten würden. Das heißt, dass etwa erhoben wird, wann eine Intervention an den Patienten geschickt werden muss, damit dieser sie tatsächlich umsetzt. Über Heilungserfolge lasse sich noch nicht viel sagen, gibt Fleisch zu. Studien aus anderen Bereichen würden aber zeigen, dass hier gute Ergebnisse zu erwarten seien. Langfristiges Ziel ist, die digitalen Therapien in klinischen Studien zu testen und dann behördlich zertifizieren zu lassen. Somit könnten sie von Ärzten genauso verschrieben werden wie herkömmliche Medikamente. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zu den Gesundheitsapps, die derzeit auf dem Markt seien. Der Zertifizierungsprozess sei aber gerade in Europa sehr aufwändig, bemängelt Fleisch. Momentan könne eine Zulassung nur über die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erreicht werden. Über diesen Umweg sollen die digitalen Pillen Verbreitung finden. Mindestens zehn Jahre werde es dauern, bis die digitalen Pillen zur Heilung von Krankheiten akzeptiert seien, meint Fleisch. Im Bereich der Prävention könnte dies schon in fünf Jahren erreicht sein. Eines scheint schon heute festzustehen: Dass das Smartphone in Zukunft nicht nur den Weg zu fremden Orten, sondern auch zu besserer Gesundheit weisen wird.
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traum von olympia
Die Segler nehmen Tokio 2020 ins Visier.
Christine Scheyer auf Kurs.
Mario Reiter ist der vorläufig letzte Vorarlberger Olympiasieger.
Sehnsucht NACH einer Medaille Schon 19 Jahre wartet Vorarlberg auf eine Olympia-Medaille – das soll sich ändern.
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reitensport und Spitzensport stehen in einer engen Beziehung zueinander. Der eine ist ohne den anderen nicht denkbar. So bauen Spitzenleistungen auf ein Fundament aus aktiven Vereinen und auf die Akzeptanz des Sports in der Gesellschaft. Umgekehrt dienen erfolgreiche Sportler als Vorbild und können mitunter einen Sport-Boom auslösen, wie es etwa der Tennissport dank der Erfolge von Thomas Muster in den 90er-Jahren erlebt hat. Vorarlberg hat ein dichtes Netz an Vereinen unterschiedlichster Sportarten, viele davon mischen in der österreichischen Spitze mit. Auch international sorgen die heimischen Sportler für Furore. Im Jahr 2016 fanden 21 Weltmeister- und 29 Europameistertitel den Weg ins Ländle. Insgesamt 124 Medaillen
sammelten Sportler aus Vorarlberg bei diesen Großereignissen. Bei der größten aller Sportveranstaltungen, den Olympischen Spielen wartet Vorarlberg jedoch bereits seit über 19 Jahren auf Edelmetall. Die Vergangenheit
Damals war es Mario Reiter, der 1998 bei den Olympischen Winterspielen im japanischen Nagano in der Alpinen Kombination die Goldmedaille gewann. Im Sommersport dauert die Durststrecke bereits zwei Jahre länger. 1996 gelang es Wolfram Waibel jun. bei den Olympischen Sommerspielen in Altanta im Schießen gleich zwei Mal Edelmetall zu erobern. Seitdem müssen Vorarlbergs Sportfans im Wissen um die Schwierigkeit einer olympischen
Spitzenposition sich in Geduld üben. Geduld, die bald belohnt werden könnte. Denn aktuell drängen viele junge Sportler, die gewillt sind ihr Können bei den anstehenden olympischen Herausforderungen unter Beweis zu stellen, in die Weltspitze. Bekanntermaßen bietet sich den Wintersportlern bereits im kommenden Februar bei den Winterspielen in PyeongChang in Südkorea die Chance, Reiter als vorerst letzten Medaillengewinner abzulösen. Die Zukunft
Gute Chancen darauf werden Christine Scheyer eingeräumt. Die Götznerin beendete im Jänner bereits die 16 Jahre andauernde sieglose Serie des VSV im Ski-Weltcup. Wahrlich erfolgsverwöhnt sind die Vorarlberger Snowboarder. Die Snowboard-Crosser Alessandro Hämmerle und Markus Schairer mischen schon seit mehreren Jahren in der absoluten Welt spitze mit. Schairer, der bereits 2009 Weltmeister wurde, könnte seine Karriere mit einer Medaille krönen. Nach vier Weltcupsiegen scheint auch Hämmerle bereit für den großen Wurf. Auch im Sommersport scheint die Talsohle vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio durchschritten. Mit den Seglern Benjamin Bildstein (im 49er mit dem Tiroler David Hussl) sowie den 470ern David Bargehr und Lukas Mähr ist Vorarlberg vor allem auf dem Wasser stark vertreten. Doch auch Matthias Brändle (Rad) oder Laurin Böhler (Judo) werden Überraschungen zugetraut. Vorarlberg wäre jedenfalls bereit nach 19 Jahren wieder über eine Olympiamedaille zu jubeln.
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Mit KNow-how ins Gelände Die Bike Schule Bregenzerwald.
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ountainbiken ist mehr, als sich einfach aufs Rad zu schwingen und von A nach B zu fahren. „Es handelt sich um eine komplexe Sportart“, sagt Johannes Larch. Er ist Leiter der Bike Schule in Au, der einzigen in Vorarlberg. In der Bregenzerwälder Gemeinde steht den Mountainbikern ein rund 20.000 Quadratmeter großes Waldstück für Übungszwecke zur Verfügung. Hier wird unter fachmännischer Anleitung an Fahr- und Bremstechniken gefeilt, bevor es auf Tour geht. „Unser Angebot ist ähnlich wie in einer Skischule aufgebaut – wir haben Programme für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten“, erläutert Larch. Der gebürtige Südtiroler hat früher professionell Eishockey gespielt, Mountainbiken war sein Ausgleichssport. Die Liebe führte ihn schließlich in den Bre-
genzerwald und mit der Zeit reifte die Idee, das sportliche Hobby zum Beruf zu machen. Dafür musste zunächst die richtige Infrastruktur geschaffen werden. „Gemeinsam mit den Verantwortlichen von Bregenzerwald Tourismus wurden Routen gesucht und entsprechende Karten entwickelt. Besonders wichtig war und ist es, das alles mit den Grundbesitzern abzuklären. Auch die Hoteleigentümer waren bereit, Biker zu beherbergen und auf deren Ansprüche einzugehen“, erzählt Larch. Mountainbiken im Gelände ist immer noch ein sensibles Thema, weshalb es unerlässlich war, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. „Im Sommer kommen die Gäste klassischerweise zum Wandern in den Bregenzerwald. Seit einigen Jahren aber auch zum Biken. Für beide Sporttypen muss daher das Richtige geboten werden.“ Das scheint in Au zu funktionieren. Die Touristiker haben sich auf die sportliche Klientel eingestellt. Technik und Fahrspaß
Die Teilnehmer werden instruiert.
Training der richtigen Fahrtechnik.
Schließlich sei es wichtig, den kompletten Service zu bieten – angefangen von zahlreichen Touren verschiedenster Kategorien bis hin zu einem Kompetenzzentrum, das in diesem Fall die Bike Schule in Au ist. Mountainbiken hat in den vergangenen Jahren einen wahren Aufschwung erlebt und ist zur Trendsportart avanciert. Neben Gästen aus Deutschland und der Schweiz nehmen auch einheimische (Hobby-)Sportler das Angebot professionell geleiteter Touren und Workshops wahr. „Es verleiht einem Sicherheit im Gelände, wenn man zuvor die richtigen Techniken verinnerlichen konnte.“ Dies beinhaltet Grundlegendes wie beispielsweise das Gleichgewicht zu halten, Abbremsen auf Schotterwegen sowie das Befahren von engen Kurven bis hin zum sicheren Überwinden von Hindernissen und Sprüngen. Besonders wichtig ist dem Leiter der Bike Schule, dass auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer
eingegangen wird. Deshalb sind maximal sechs Personen in einer Gruppe. Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Bike Fitting – dem Einstellen des Sportgeräts auf dessen Besitzer. „Das kommt beim Kauf oft zu kurz, weshalb wir uns in der Bike Schule Bregenzerwald Zeit dafür nehmen“, erklärt Larch. Neben dem passenden Rad gehören auch Helm, Handschuhe, Rucksack mit Protektoren sowie Verbands- und Werkzeug zur Grundausstattung jedes Mountainbikers. „Für Geübte empfehlen sich zudem Knieund Ellenbogenschoner sowie eine Schutzbrille“, zählt der Fachmann auf. Wer das Hobby neu für sich entdeckt hat, für den gilt es zunächst einmal, an seiner Kondition zu arbeiten. „Wenn man täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, hat man den Grundstein bereits gelegt. Dann geht es daran, Kraft aufzubauen“, weiß Larch. In den Workshops, die im Rahmen der Bike Schule angeboten werden, sollen Anfänger zudem Vertrauen und Sicherheit gewinnen, indem ihnen die grundlegenden Trailtechniken vermittelt werden. „Beherrscht man die Basics, stellt sich auch der Fahrspaß ein“, ist der Experte überzeugt. Das Team der Bike Schule Bregenzerwald besteht neben Johannes Larch aus sechs Guides. Neben Fahrtechnikkursen wird in Au täglich Programm für unterschiedliche Leistungsgruppen geboten, das reicht von Cross Country mit leichter Steigung und Abfahrt bis hin zu geführten Touren für geübte Biker. „Da geht es dann vor allem um Höhenmeter und Leistung“, berichtet Larch. Wem das noch nicht sportlich genug ist, der kommt bei Angeboten wie „Bike & Hike“ – wo es mit
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Daten & Fakten ◆ Die Bike Schule Bregenzerwald, Argenau 96, Au info@die-bike-schule.at www.die-bike-schule.at Öffnungszeiten Shop & Büro: Mai–Oktober 2017 Montag–Sonntag Vormittag: 8 Uhr–9.30 Uhr Nachmittag: 16 Uhr–19 Uhr Programm: MountainbikeFahrtechnik-Kurse, MTB Workshops, Tourguiding, E-Bike, Events&Camps und anderes mehr
Johannes Larch (r.) und sein Team sind Profis in Sachen Mountainbiken.
dem Rad auf die Kanisfluh geht – auf seine Kosten. Doch nicht nur das klassische Mountainbike erfreut sich großer Beliebtheit. Immer mehr Menschen wagen sich mit dem E-Bike ins Gelände. „E-Bikes machen derzeit fast
80 Prozent des Radverkaufs aus“, berichtet Larch. Auch in diesem Bereich stehen die Profis der Bike Schule mit Rat und Tat zur Seite. Von Mai bis Oktober vermitteln sie die fahrtechnischen Grundlagen für das motorbetriebene Rad. Dazu zählen unter
anderem das Anfahren am Berg, Energiemanagement, das richtige Schalten sowie Notabstieg und Notbremsung. „Denn wer die Basics beherrscht, hat schlussendlich auch mehr Fahrspaß“, verrät der Leiter der Bike Schule.
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24 technologie
Die Digitale Zukunft der Landwirtschaft Technologieschub auf den Bauernhöfen.
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uf den ersten Blick sieht der Traktor von Bernhard Maaß aus wie viele andere, die in ganz Vorarlberg auf Straßen und Feldern unterwegs sind. Erst bei genauerem Hinsehen ist festzustellen, dass die grüne Landmaschine des US-Herstellers John Deere etwas Besonderes ist. Im Führerhaus fällt sofort ein graues Kästchen mit einem Monitor und mehreren Knöpfen auf. Auch das Lenkrad sieht nicht ganz so aus wie in anderen Fahrzeugen. Ein schwarzer Kasten, von dem ein Kabelstrang wegführt, ist daran angebracht. Und auf dem Dach der Fahrerkabine ist eine grün-gelbe metallene Kugel montiert. Diese drei Dinge sind das Spezielle am Traktor des Landwirtes. „Universelles AutoTrac“ nennt sich das System, das von den Experten bei John
Bluamahof Auf dem Bluamahof in Dornbirn werden Schweine, Jungstiere und Kühe mit ihren Kälbern gehalten sowie zahlreiche Lebensmittel hergestellt. Die Produkte werden zum einen über einen SB-Automaten am Hof verkauft. Dieser ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche zugänglich. Ebenso ist die Familie jeden Mittwoch und Samstag (jeweils von 8 bis 12.30 Uhr) auf dem Dornbirner Markt vertreten. Am Freitag hat zudem der Ab-Hof-Verkauf von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Zum Sortiment gehören Produkte vom eigenen Hof wie etwa Fleisch und Wurstwaren, Rinds-Rouladen, fertige Gulaschsuppe oder BologneseSoße im Glas, Schnaps, Riebel und Waren von Partnern aus der Region wie Hühnerfleisch, Käse, Honig oder Erdbeeren. Bluamahof, Lange Mähder 44, Dornbirn www.bluamahof.at
Deere entwickelt worden ist und auf dem Dornbirner Bluamahof (siehe Factbox) verwendet wird. Doch was kann die Landmaschine nun Besonderes? Das zeigt sich, wenn sich Maaß ans Steuer setzt und auf das Feld fährt. Denn ohne, dass der junge Mann das Lenkrad bewegt, zieht der Traktor zielgenau seine Spuren auf dem Acker. Die Lenkung übernimmt dabei das „AutoTrac“. Dazu werden GPS-Signale genutzt, mit denen die genaue Position des Fahrzeugs bestimmt wird. Empfangen werden die Daten über die Elektronik in der metallenen Kugel auf dem Führerhaus. Dann werden die Informationen in dem grauen Kästchen mit Monitor verarbeitet und an die Vorrichtung am Lenkrad weitergegeben. Ziel dabei ist es, mit dem Schlepper möglichst effizient über das Feld zu fahren. Dazu wird das System erst mit den entsprechenden Daten gefüttert – etwa welche Dimensionen der Acker oder welche Arbeitsbreite das gerade verwendete Gerät (Pflug, Düngemittelstreuer oder Ähnliches) hat. Danach wird von der Software des „AutoTrac“ die optimale Fahrstrecke über das Feld berechnet. Technik-affiner Landwirt
Was vielleicht kompliziert klingt, ist in der Praxis gar nicht so schwer. Das hat auch Bernhard Maaß schnell festgestellt. „Als ich das System zum ersten Mal verwendet habe, habe ich etwa eine Stunde einge plant, um alle Einstellungen durchzuführen. Doch das hat dann nicht einmal eine Viertelstunde gedauert“, sagt er und lacht. Der Landwirt ist technik-affin und interessiert sich schon lange für die neuen Errungenschaften im Bereich des „Smart Farming“. Daher hat er auch die Entwicklung des „AutoTrac“ von John Deere genau beobachtet. In den ersten Jahren nach Erscheinen war dieses jedoch noch viel zu teuer in der Anschaffung. Das hätte sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht gelohnt. Mittlerweile sind die Preise jedoch gesunken und im April hat sich Maaß
Im April hat Bernhard Maaß seinen Traktor mit „AutoTrac“ ausgestattet. Wohl als erster Landwirt in Vorarlberg.
dazu entschieden, seinen Traktor mit der Technologie auszustatten. Immerhin rund 10.000 Euro musste er noch investieren. Doch der Junglandwirt des Bluamahof hofft, dass sich dies über kurz oder lang rechnet. Schließlich sollen sich durch den Einsatz der Technik Einsparungen in unterschiedlichen Bereichen ergeben. So wird etwa weniger Zeit benötigt, um ein Feld zu bearbeiten. Schließlich berechnet die Software den optimalen Weg über den Acker und die beste Ausrichtung der Spur. Früher musste der Lenker dies selbst übernehmen und die Landmaschine möglichst genau über die Felder steuern. Dabei war zum einen fahrerisches Geschick gefordert, zum anderen musste der Traktor hin und her manövriert werden. Das führte nicht nur zu einem höheren Zeitbedarf, sondern auch zu einem höheren Treibstoffverbrauch. Dieser soll durch den Einsatz der neuen Technologie ebenfalls sinken, hofft der Landwirt. Er zählt auch darauf, dass weniger Düngemittel verbraucht wird. Immerhin wird die Landmaschine durch das System so über das Feld gelenkt, dass es zu keinen Überlappungen oder Auslassungen kommt. Eine Genauigkeit von rund fünf Zentimetern verspricht das „AutoTrac“, das auf dem
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Der Traktor wird vom System gelenkt.
Bluamahof zum Einsatz kommt. Mithilfe eines Upgrades könnte ein noch genaueres Signal genutzt werden, das nur eine Abweichung von ein bis zwei Zentimetern hat. Dies wäre jedoch mit monatlichen beziehungsweise jährlichen Kosten verbunden. Für den Dornbirner lohnt sich das nicht. „So viel Präzision wird vor allem bei Sonderkulturen gebraucht und die haben wir nicht“, sagt er. Rund 42 Hektar Fläche werden auf dem Bluamahof in Dornbirn bewirtschaftet. „Das ist für Vorarlberger Verhältnisse über dem Durchschnitt“, berichtet Maaß. Daher zahlt sich die Anschaffung der neuen Technologie aus seiner Sicht auch aus. Denn bei aller Begeisterung für neue Errungenschaften steht dennoch immer die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Das ist auch der Grund dafür, warum der Dornbirner wohl auch der erste Landwirt in Vorarlberg ist, der das System von John Deere nutzt. Weitere Entwicklungen
Selbstfahrende Traktoren sind jedoch nicht die einzige Entwicklung im Bereich des „Smart Farming“. Manche Systeme ermöglichen es, mithilfe von Sensoren an
der Front der Landmaschine den Zustand der Feldfrüchte zu überprüfen und dann automatisch anzupassen, welche Menge Dünger oder Spritzmittel ausgebracht werden. Oder bei der Ernte wird der Ertrag der einzelnen Stellen auf dem Feld aufgezeichnet, um dann im kommenden Jahr die Düngung entsprechend zu regulieren. Diese Technologie ist derzeit jedoch noch teuer und rechnet sich daher nur, wenn große Flächen bewirtschaftet werden. Die Digitalisierung der Landwirtschaft ist aber nicht nur bei den Landmaschinen zu spüren. So kommen beispielsweise bereits Drohnen zum Einsatz, um etwa die Reben auf Weinbergen zu untersuchen. Maaß kann sich vorstellen, dass die fliegenden Helfer irgendwann dazu genutzt werden, um auf den Feldern gezielt nach Pflanzen Ausschau zu halten, die von Krankheiten bedroht oder bereits befallen sind. Werden solche dann gesichtet, könnten sogleich Gegenmittel gezielt aus der Luft abgeworfen werden. „Dafür müsste sich allerdings die rechtliche Situation ändern. Denn derzeit ist das nicht erlaubt“, erläutert der Fachmann. Und die Digitalisierung beschränkt sich nicht nur auf die Arbeit unter freiem Himmel. Schließlich gibt es bereits Höfe, auf
denen die Kühe automatisch gemolken und gefüttert werden. Ebenso werden von den Landwirten schon jetzt viele Daten gesammelt, um möglichst effektiv zu wirtschaften. Forschung in der Schweiz
In der benachbarten Schweiz wird aus diesem Grund fleißig an den Technologien der Zukunft geforscht. Bei Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, widmen sich die Experten zahlreichen verschiedenen Fragen. Dazu gehören etwa die bereits genannte automatische Lenkung von Traktoren, der Pflanzenschutz oder die Überwachung von Nutztieren. Im Rahmen einer Tagung Anfang des Jahres wurde in Tänikon im Kanton Thurgau das „Smart Farming“ in Bezug auf die Nachhaltigkeit diskutiert. Dabei wies Agroscope-Expertin Christina Umstätter darauf hin, dass bei der Digitalisierung nicht nur die Steigerung der Produktivität im Mittelpunkt stehen sollte. Es müsse auch darum gehen, Arbeitserleichterungen für die Landwirte zu schaffen. Diese müssten sich von den neuen Technologien abgeholt fühlen.
26 gesundheit
„Die Dosis macht das Gift“ Was dem Herzen gut tut, weiß Kardiologe Matthias Frick.
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erz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer eins – weltweit, in Österreich und auch in Vorarlberg. „Am häufigsten kommen Durchblutungsstörungen vor – sogenannte koronare Herzerkrankungen“, sagt Matthias Frick, Leiter des Instituts für interventionelle Kardiologie am Landeskrankenhaus Feldkirch. Das größte Problem sind Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, die im Extremfall zum Herzinfarkt führen können. Am zweithäufigsten treten Herzschwächen auf, die ganz verschiedene Ursachen haben können. Herzrhythmusstörungen zählen zu jenen Erkrankungen, die am dritthäufigsten vorkommen. „Das ist meistens das sogenannte Vorhofflimmern. Hier gerät das Herz aus dem Takt und schlägt unregelmäßig. Dadurch entsteht die Gefahr eines Schlaganfalls.“ Nicht wenige Patienten haben mit Herzklappenfehlern zu kämpfen. „Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Verengung der Aortenklappe – also jene Klappe, die sich zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader befindet.“ Gerade im Alter sei diese Stelle oftmals verengt. „Umso älter die Menschen sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.“ Männer im Nachteil
Die Bandbreite der Erkrankungen und Ursachen ist groß. Nicht alle Faktoren lassen sich beeinflussen. Dazu gehört zum einen das Alter. „Wir alle werden älter – und auch wenn manche versuchen, dies zu verhindern, lässt sich der Prozess nicht aufhalten“, sagt Frick und lacht. Zum anderen würde auch die Genetik eine wesentliche Rolle spielen. „Angehörige von Patienten, die in jungen Jahren einen Infarkt hatten, sind gefährdet. Und auch das männliche Geschlecht ist bei vielen Herzerkrankungen benachteiligt – vor allem beim Herzinfarkt.“
Die gute – vielleicht nicht immer ganz so positive Nachricht, weil mit gewissen Einschränkungen verbunden: Es gibt einige beeinflussbare Faktoren. „An erster Stelle steht das Rauchen“, sagt Frick. Aber auch hohes Cholesterin, hoher Blutdruck oder Diabetes könnten in der Folge zu ernsthaften Erkrankungen führen. „Eine Kombination aus Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sind die wichtigsten Faktoren, auf deren Basis Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.“ Wenig Kohlenhydrate
Vorbeugend können richtige Ernährung und vor allem Bewegung wirken. Bei der Ernährung sei es wichtig, viel Obst und Gemüse zu essen. Viel Körner, wenig Fleisch. Und wenn, dann eher das fettarme. „Auch Zucker spielt für das Gewicht eine wesentliche Rolle. Wer Schwierigkeiten hat, sollte wenig Kohlenhydrate essen, denn das ist im wesentlichen Zucker.“ Theoretisch sei die Sache mit der Ernährung eine ganz einfache Einnahmen-/ Ausgaben-Rechnung: Die Nahrung, die zugeführt wird, sollte auch wieder verbrannt werden. Wie sieht es mit Alkohol aus? „Das ist kein generelles No-Go, aber auch hier macht – wie bei so vielem – die Menge das Gift“, betont der Kardiologe. Untersuchungen von Innsbrucker Kollegen hätten gezeigt, dass sich Alkohol bei Herz-KreislaufErkrankungen durchaus positiv auswirken könnten – allerdings nur in geringer Menge. Sprich, bis zu einem Achtelliter Wein pro Tag. „Es ist scheinbar wirklich so – zumindest nach diesen Analysen –, dass kein Alkohol auch nicht ganz ideal ist“, sagt Frick mit einem Schmunzeln. Was den Alkoholkonsum betrifft, hätte es lange Zeit geheißen, dass die Stoffe im Rotwein besonders antioxidativ seien. „In größeren Studien hat sich das allerdings nicht erwiesen.“ Im Prinzip sei es also egal, ob
Bier, Schnaps oder Wein getrunken werde. „Entscheidend ist die Alkoholmenge. Und bei Frauen liegt diese ein wenig niedriger als bei Männern.“ Wichtig, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, sei Bewegung. Allerdings: Wer schon einmal eine HerzErkrankung hatte, sollte nicht mehr bis ans Maximum gehen. Generell gelte zu überlegen, was das Ziel sei. Um fit zu bleiben, sei 30 Minuten körperliche Betätigung pro Tag völlig ausreichend. „Die berühmten 10.000 Schritte pro Tag. Stiegen laufen, Spazierengehen – ruhig über den Tag verteilt.“ Für die Herz-Gesundheit ist das gut – um Kondition aufzubauen allerdings nicht ausreichend. Wer dies tun will, sollte eine Ausdauersportart betreiben. „Ganz ideal wäre es, wenn noch etwas Krafttraining betrieben wird.“ Wer Gewicht verlieren will, könnte dies am besten durch Intervalltraining erreichen. Zu schnell am Limit
Ungünstig für Herz-Erkrankte sind Sportarten, bei denen das Limit rasch erreicht wird: Squash-Spielen oder Gewichtheben etwa. Auch beim Schwimmen sollten Herz-Patienten aufpassen. Kälte oder rasche Ermüdung könnten zu Problemen führen. „Im Bodensee schwimmen ist in solchen Fällen nicht optimal. Besser ist es, ein Schwimmbad zu wählen oder zumindest eine zweite Person mitzunehmen“, meint der Primararzt. Auch Fußballspielen – je nachdem, wie es betrieben wird
gesundheit
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Um einen Überblick zu bekommen, sind Fitness-Apps ganz hilfreich, meint Primararzt Matthias Frick.
– sei nicht immer optimal. „Das hängt aber immer mit der Art der Erkrankung zusammen und ist individuell zu betrachten. Generell gilt: Ausdauer ist gut. Wenn schnelle, größere Kräfte einfließen, ist dies eher ungünstig.“
Unterm Strich gelte es, Menschen zur Bewegung zu ermutigen, denn dadurch ließen sich unheimlich viele Sekundärfolgen vermeiden. Gleichzeitig warnt Frick davor, sich zu viel zu bewegen: „Beim Sport werden viele
Endorphine ausgeschüttet, die glücklich machen. Die Sportler müssen also aufpassen, dass Bewegung nicht zur Sucht wird. Denn auch das ist wieder ungünstig. Die Dosis macht das Gift – das gilt auch für den Sport.“
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blick aufs alter
Das neue Alt Altert der Mensch in Zukunft anders? Ein Ausblick.
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er zuletzt älteste Mensch der Welt, eine Frau, lebte bis vor ein paar Wochen in einem kleinen Dorf am Lago Maggiore in Norditalien. Emma Morano kam am 29. November 1899 zur Welt. Sie hat in drei Jahrhunderten gelebt, zwei Weltkriege und elf Päpste überdauert. Im April starb die 117-jährige Dame. Am Ende war wohl schlichtweg ihre Zeit gekommen. Mit ihren 117 Jahren war Emma Morano eher eine Ausnahmeerscheinung. Besonders in hiesigen Breitengraden. Denn eigentlich haben Japaner die höchste Lebenserwartung. „Das liegt wohl hauptsächlich an deren Ernährung. In diesem Fall ist das der häufige Verzehr von Fisch und Meeresgetier“, erläutert Dr. Reinhard Bacher, Leiter der Gerontopsychiatrischen Abteilung im Landeskrankenhaus Rankweil. Aber nicht ausschließlich die Ernährung sei ausschlaggebend für derart viele Lebensjahre. Menschen, die im frühen 20. oder sogar – wie im Fall von Emma Morano – im 19. Jahrhundert geboren wurden, haben häufig nicht einmal die Kindheit überlebt. „Mädchen und Buben sind an Keuchhusten, Tuberkulose oder Cholera gestorben. Mittlerweile ist das natürlich nicht mehr der Fall“, sagt Bacher. Ein Mensch, der heute geboren wird, hat nach Angaben des Medizners eine Lebenserwartung von durchschnittlich 81 Jahren. Männer etwas weniger (79), Frauen etwas mehr (83). Mit 120 Jahren – also beinahe das Alter von Emma Morano – sei quasi das Limit erreicht. Und trotzdem steigt die Lebenserwartung alle zehn Jahre um ein weiteres Jahr. Zumindest dann, wenn die Lebensbedingungen so bleiben, wie diese momentan sind. Warum wir immer älter werden? „Weil es uns gut geht. Wir pflegen einen gewissen Lebensstil. Die hygienischen Bedingungen haben sich verbessert. Außerdem können
Menschen mit Bluthochdruck oder Zucker dank Medikamente trotzdem alt werden“, sagt Bacher. Gene ausschlaggebend
Wer letztendlich wie alt wird, hängt bis zu einem gewissen Grad von äußeren Einflüssen wie etwa einer gesunden Art zu leben und der medizinischen Versorgung ab. Der Prozess wird aber auch von solchen Faktoren beeinflusst, die der Mensch selbst nicht steuern kann. Genetische Veranlagungen etwa. „Es gibt Familien, in denen die Mitglieder sehr alt werden. Oder eben jene, die aufgrund bestimmter erblichen Krankheiten früh sterben“, meint Bacher. Darüber hinaus kann sich keiner den eigenen Geburtsort aussuchen. Wer in ein Dritte-Welt-Land oder ärmliche Verhältnisse hinein geboren wird, lebt mit entsprechend schlechter Versorgung – sowohl die Lebensmittel als auch die Medizin betreffend. Und hat daher unter Umständen weniger gute Aussichten auf ein langes Leben. Bleiben noch jene Faktoren, deren Einfluss auf die Gesundheit und damit das Alter noch nicht abschätzbar sind. Etwa sich verändernde Umwelt- und Klimabedingungen. Oder etwa die gesellschaftspolitische Entwicklung. Wie wirkt sich etwa psychischer Dauerstress in einer Leistungsgesellschaft auf den Körper aus? „Aktuell wird mittels Studien untersucht, wie sich Stresshormone auswirken, die über Jahre ins Blut geschleust werden. Ob diese sogar Demenzerkrankungen fördern, das wissen wir heute noch nicht“, sagt der Mediziner. Fest stehe aber, dass Demenzerkrankungen zunehmen würden. Was hauptsächlich an der demografischen Entwicklung liege. Die Baby-Boomer werden älter. Und je mehr betagte Menschen es gibt, desto mehr
Demenzerkrankungen werden auftreten. Momentan sind das bei den 60-Jährigen 0,5 Prozent, bei den 70-Jährigen schon ein bis zwei Prozent und bei den 80-Jährigen vier bis fünf Prozent. Die nächsten 15 bis 20 Jahre werden die Diagnosen noch weiter ansteigen. Wegen der demografischen Entwicklung trifft das allerdings auch auf physische Krankheiten zu. Generell wird die Zahl der zu pflegenden Menschen also stark ansteigen. Prognose zum Pflegebedarf
Seitens des Landes wurde ein Prognosebedarf von Pflegeheimplätzen mit Einbeziehung der Entwicklung der 24-StundenBetreuung in Auftrag gegeben. Demnach ist der Bedarf in Vorarlberg bis ins Jahr 2020 gedeckt. Zwischen 2021 und 2025 wird dann um weitere 125 Pflegeplätze aufgestockt. Obwohl die Menschen immer älter werden, gehen die Experten aber nicht davon aus, dass sich die Pflegezeit generell verlängert. „Wir beziehen uns auf die sogenannte Kompressionsthese. Danach verschiebt sich diese Zeitspanne lediglich nach hinten“, erklärt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Momentan liegt das Durchschnittsalter
blick aufs alter
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Technischer Fortschritt wird unumstritten verstärkt auch in hiesigen Pflegeheimen Einzug halten.
derer, die ins Pflegeheim kommen, bei 81 Jahren. Was sich vermutlich zu einer seltenen Konstellation entwickeln wird, ist die Pflege durch Familienmitglieder. Aber nicht unbedingt, weil diese die Bereitschaft nicht aufbringen wollen. „Es gibt einfach immer weniger Großfamilien. Weniger Geschwister, die eine solche umfangreiche Aufgabe untereinander aufteilen können“, weiß Daniel Siegl, Obmann des Landesverbandes der Heim- und Pflegeleitungen. Was für ihn eher vorstellbar ist, ist die Verbreitung von generationsübergreifenden Wohnprojekten. Oder AltersWohngemeinschaften. Fremde könnten dann quasi die eigene Familie ergänzen oder gar ersetzen. In den Pflegeheimen verstärkt Einzug halten wird laut Siegl aber eine ganz andere Komponente: die Technik. Angefangen bei der digitalen Grundausstattung der Gebäude mit WLAN. Denn in Zukunft wird der Großteil der Bewohner den Laptop mitbringen. Auch wird sich wohl die Telemedizin – Ferndiagnose via Telefon oder Internet – weiter etablieren. Und nicht zuletzt ist es laut Siegl vorstellbar, dass ein Pflegeroboter in Zukunft zum Personalstand gehört – unterstützend jedenfalls.
Sei es zur Unterhaltung der Pflegeheimbewohner oder um einen Menschen aus dem Bett zu hieven. „Die menschliche Komponente wird eine Maschine jedoch niemals ersetzen können. Der technische Fortschritt auf diesem Segment ist also immer auch eine ethische Frage: Wo wollen wir uns als Gesellschaft hin entwickeln“, gibt Siegl zu bedenken. Wer soll das zahlen?
Alles also eine Frage der Ethik. Und der Finanzierung. Denn wer wird die Pflege in Zukunft finanzieren, wenn es immer mehr ältere und weniger jüngere Menschen gibt? Gerade in einer Leistungsgesellschaft könnten sogar Gedanken aufkommen wie: Alte Menschen kosten nur Geld. Holland etwa weist Tendenzen in diese Richtung auf. Die niederländische Regierung will beispielsweise aktive Sterbehilfe auch für lebensmüde alte Menschen ermöglichen. Laut Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker gibt es zwei Möglichkeiten, die Finanzierung der Pflege in Zukunft zu sichern: „Entweder aus Steuereinnahmen – wie bisher – oder sozialabgabenorientiert. Das heißt über eine Pflegeversicherung.“ Das Risiko einer Pflegebedürftigkeit sei
nämlich ähnlich hoch, wie krank oder arbeitslos zu werden. Nachteil bei dieser Variante sei jedoch, dass die Finanzierung über die Erhöhung von Lohnnebenkosten erfolgen und damit teurer werden würde. Wiesflecker persönlich würde daher eine mittelfristige Finanzierung über zweckgebundene Vermögenssteuern bevorzugen. Deutschland etwa versucht es mit einer Pflegeversicherung. Über deren Wirkung ist jedoch noch wenig bekannt. „Aus meiner Sicht ist die Pflegevorsorge eine Aufgabe des Staates über ein Umlageverfahren. Natürlich können sich junge Menschen selbst versichern. Aber das bringt all die bekannten Risiken im Bereich der private Versicherungen mit sich, die aus den Pensionsfonds bekannt sind“, ist Wiesflecker überzeugt. Nicht verkehrt sei jedenfalls die Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein. Zufrieden oder verbittert
Am Ende bleibt noch der Mensch selbst. Ist es in Zukunft überhaupt erstrebenswert, besonders alt zu werden? Dr. Reinhard Bacher sagt: „Ja. Und so lange man gesund ist sowieso“. Ein Stück weit gehe es auch ums Akzeptieren – was gerade für aktive und leistungsorientierte Menschen nicht leicht sein dürfte. „Ich muss nicht noch mit 80 den Piz Buin erklimmen, obwohl mein Körper derartige Anstrengungen nicht mehr verkraftet. Und nur, um allen etwas zu beweisen“, sagt der Mediziner. Der Mensch altert. So oder so. „Die Frage ist nur, ob er dies zufrieden oder verbittert tut“, ergänzt Bacher. Emma Morano war wenige Monate vor ihrem Tod noch verhältnismäßig fit, geistig sehr klar und fröhlich, sagte ihr Leibarzt, Carlo Bava. Als er der alten Dame an ihrem 117. Geburtstag mitgeteilt habe, dass sie nun der älteste Mensch der Welt sei, hätte sie gelacht. Laut und zahnlos.
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Sportliche Kulturstadt Mit ebenso sportlichem Bürgermeister.
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Handball auf höchstem Niveau.
Frauenlauf mit vielen Teilnehmerinnen.
st die Landeshauptstadt nun eine Kultur- oder eine Sportstadt? Für Bürgermeister Markus Linhart ist die Antwort klar: Bregenz ist eine sportliche Kulturstadt. „Es ist erstaunlich, dass es kaum eine Sportart gibt, die nicht ausgeübt werden kann“, sagt er. Abgedeckt würden alle klassischen Breitensportarten – und sogar alpine Disziplinen. Gerade das Skifahren sei ein besonderes Erlebnis. „Wer einmal eine Skitour auf den Pfänder gemacht hat und beim Abfahren den Blick von der Maldona auf die Bregenzer Bucht genossen hat, weiß, wovon ich rede.“ Dieser Blick auf die Stadt und den See wäre nicht der gleiche, sondern – je nach Wetterlage – mal sonnig-frühlingshaft, dann wieder gewittrigstürmisch. Stichwort See: Auch dieser habe so einige Herausforderungen parat. „Da kann jeder ein Lied von singen, der im Jahr 2012 bei extremem Wellengang beim Trans Vorarl berg gestartet ist.“ Linhart war damals als Schwimmer der Staffel an den Start gegangen und hat den Kampf gegen die Wellen gemeistert. Neben Kurz-Einsätzen etwa als Wasserballer beim alljährlichen Bodenseecup in der Mili gilt die Leidenschaft des sportlichen Bürgermeisters vor allem dem Segeln. Nicht zuletzt aufgrund der guten Jugendarbeit zeichnen die Trainer und Funktionäre des Yachtclubs Bregenz für zahlreiche Staats-und Europameisterschaftstitel verantwortlich. „Zum Teil ist das Spitzensegeln im absoluten Hightech-Bereich. Und so wie es aussieht, werden zwei Yachtclubteams bei den nächsten Olympischen Spielen dabei sein.“ Erfolgreichster Verein
Linhart im Einsatz beim Bodenseecup.
Bei den Bregenzer Handballern sei die Saison nicht so optimal verlaufen. „Wenn sich ein erfolgreicher Verein in einer Umbruchs- oder Aufbauphase befindet, werden frühere Erfolge gerne mal überse-
hen“, sagt der Bürgermeister. Und verweist darauf, dass die Bregenzer österreichweit die meisten Meistertitel geholt hätten. Den jüngsten Erfolg der Harder Handballer – sie holten gegen die HC Fivers Margareten den sechsten Meistertitel – sieht Linhart durchaus positiv. „Wettbewerb beflügelt. Der Stellenwert des Handballs in Vorarlberg wäre nicht so hoch, wenn es nicht zwei Spitzenvereine geben würde.“ Nachwuchs im Fokus Etwas länger auf erfolgreiche Zeiten blicken die Kicker von Schwarz-Weiß Bregenz zurück. „Bei den Fußballern – das gilt auch für die Viktoria – steht im Moment vor allem die Jugendarbeit im Vordergrund. Auch die Sportförderung ist auf Jugendund Breitensport ausgerichtet“, erklärt Linhart. Und noch eine zweite Aufgabe kommt insbesondere den Fußballvereinen zu: „Im Moment wird dort sehr viel Integrationsarbeit geleistet.“ Ein Problem gebe es allerdings – es werde immer schwieriger, Ehrenamtliche für die Arbeit in Sportvereinen zu gewinnen. „Was dringend benötigt wird, sind Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das gilt für Sportvereine, aber auch für andere Bereiche – etwa die
bregenz
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Das Schwimm-Event beim Trans Vorarlberg ist etwas Besonderes.
Kultur“, appelliert Linhart an die Bregenzer Bürger. Der Erfolg jedes Vereins ergebe sich durch die Menschen, die sich dort zusammenfinden. Die Zuständigen der Stadt könnten nur die Rahmenbedingungen wie Infrastruktur oder Fördermittel zur Verfügung stellen. Das Augenmerk ist in der Landeshauptstadt vor allem auf den Breitensport gerichtet. Gefördert werden insgesamt rund 80 Sportvereine – von den erfolgreichen Kickboxern angefangen, die den Staatsmeistertitel eroberten, bis hin zu alteingesessenen Vereinen wie den Ruderern oder den traditionsbewussten Mitgliedern der Hauptschützengilde. Großveranstaltungen wie der Frauenlauf, Drei-Länder-Marathon, der Trans Vorarlberg oder Swim and Run stehen jedes Jahr auf dem Programm. „Im Moment gibt es Überlegungen, einen Olympischen Triathlon durchzuführen“, verrät Linhart Wichtige Infrastruktur Auch die Infrastruktur in der Landeshauptstadt richtet sich vor allem an Freizeitsportler. Neben Angeboten wie beispielsweise einem Skater- oder Beachvolleyballplatz stellen die Verantwortlichen der Landeshauptstadt auch ein eigenes,
städtisches Hallenbad. Eine Einrichtung, die es in ähnlicher Größe nur mehr in Dornbirn und Bludenz gibt. „Das Thema Hallenbad ist ein sehr sensibles. Es gibt keine Sportstätte, die in der Erhaltung so kostenintensiv ist, aber auch keine, die eine überregionale Bedeutung in diesem Ausmaß hat“, meint der Bürgermeister. Das Schwimmen wirke gesundheitsfördernd wie keine andere Sportart, Verletzungsgefahr sei keine gegeben und nicht zuletzt könnte die Fähigkeit, das Schwimmen gut zu beherrschen, im Fall der Fälle auch über Leben und Tod entscheiden. Im Moment sei es so, dass die Auslastungsgrenze der Hallenbäder in den drei Städten schon längst überschritten ist. Wie es weitergehen soll und ob die Sportler und Funktionäre der Schwimmvereine, die in keinem der drei Bäder über eine 50-MeterBahn verfügen, diese endlich bekommen, steht noch in den Sternen. „Diesen Wunsch sollten die Entscheidungsträger der Gemeinden im Kontext mit bereits bestehenden Anlagen sehen“, meint Linhart. Sollte das Bregenzer Hallenbad, das nun auch schon etwas in die Jahre gekommen ist, in nächster Zeit saniert werden, wäre es aus seiner Sicht durchaus denkbar, ein gemeindeübergreifendes Projekt zu pla-
nen. „An einer Ausweitung und Regionalisierung wird niemand vorbeikommen. Und da sehe ich dann auch die Zuständigen des Landes in der Pflicht.“ Bewegung in den Schulen Um schon den Jüngsten die Freude an Bewegung zu vermitteln, seien neben den Verantwortlichen in den Vereinen auch die Lehrerinnen und Lehrer der einzelnen Schulen gefragt. Ein besonderes Angebot gebe es für Fußballer, Segler und Ruderer in der Mehrerau. Und welchen Sport übt der Bregenzer Bürgermeister am erfolgreichsten aus? „Ich bin nirgendwo spitze, aber überall dabei“, sagt Linhart und lacht. Zu seinen bevorzugten Disziplinen zählen Radeln, Schwimmen und Segeln. Sport gehört für ihn zu den Dingen, die Welten öffnen. „Es geht darum, sich zu finden, seine Grenzen kennenzulernen. Das ist eine mentale Geschichte.“ Zu seinen schönsten Erlebnissen zählen der Einlauf beim Marathon in Athen und Valencia. „Beim Drei-Länder-Marathon ist sich aus Zeit- und Trainingsgründen bisher nur der Halbmarathon ausgegangen“, sagt er. Seine nächsten Ziele? „Fit bleiben, denn sonst fühle ich mich körperlich auch nicht wohl.“
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berufe der zukunft
BERUFE DER
Roboter als Personal im Hotel und Baumarkt Das Henn-na-Hotel in Nagasaki (Japan) ist das weltweit erste Hotel, in dem die Belegschaft aus Robotern besteht. Man checkt ein bei einem mehrsprachigen Roboter und via Touchscreen. Ein Roboter übernimmt den Gepäcktransport ins Zimmer, das vom Gast über ein Gesichtserkennungsprogramm ohne SchlüsseloderKartegeöffnetund verschlossen werden kann. Neben dem Bett sitzt ein kleiner Robo-Butler auf dem Nacht-
kästchen, der über ein sensibles Spracherkennungsprogramm Befehle zur Steuerung von Licht, zum Weckruf oder zur Wettervorhersage entgegennimmt. Ebenfalls auf Roboter als Personal setzt die amerikanische Baumarktkette Orchard Supply Hardware in einigen Filialen. Die Roboter erkennen über 3DKameras Mitgebrachtes, informieren und beraten via Bildschirm und lotsen den Kunden dann zur richtigen Regalreihe.
Rezeption im Roboterhotel: Den Gast empfängt ein in Uniform gekleideA PA ( 2 ) , G E RY WO L F, YO U T U B E ter Avatar – oder ein freundlicher Dinosaurieer
Schöne,
Der Freund und Helfer vom Freund und Helfer Er heißt „Telemax“ und kommt Polizisten immer dann zu Hilfe, wenn es etwas zu entschärfen gibt: ein mobiler, ferngesteuerter Entschärfungscomputer. Schaut futuristisch aus, ist es aber nicht. Der Roboter ist in Österreich laut Polizei bereits seit zwanzig Jahren im Dienst. Auch Militärs und Entminungsdienste setzen seit Langem auf teilweise selbst lernende Roboter als Verstärkung in heiklen Situationen.
e ue Arbeitswelt
Di-conomy – Synonym für die Verschmelzung digitaler Technologien mit allen Alltagsbereichen – gilt als Wachstumsmarkt. Das Spielzeug von heute als Arbeitsgerät von morgen.
Virtuelle Einsatzübung: Den Notfall in der Brille
„Amsel, Drohne, Fink und Star . . .“ Der Kameramann, Postbote oder Elitesoldat der Zukunft hat Propeller und ist computergesteuert.Drohnensindzur ernsthaften Erweiterung des Mobilitätsangebots gereift. Der Mensch wird zum Bodenpersonal. Für das Steuern
20 | SONNTAG | 1. MAI 2016
braucht es aber keine Hände mehr. Über Computer-GehirnInterfaces können die kleinen Fluggeräte ausschließlich durch Gedankenkraft gelenkt werden. Eine ähnliche Technologie verwenden Amputierte zum Steuern von Prothesen.
Im Einsatzzentrum des steirischen Roten Kreuzes setzt man auf Technologie aus der Unterhaltungsindustrie:Mithilfeeiner Datenbrille können die Mitarbeiter in 3D-Simulationen von Notfällen „eintauchen“ und Übungsaufgaben durchführen. Auch Partnerübungen können mittels parallel verwendeter Datenbrillen simuliert werden.
„Peppper“ zapfft unter andeerem die IBMDateenplattm Watform son an AFP
Super-Zwerg Z g fü für die Altenpflege Er ist 1,20 Meter klein, kann 20 Sprachen und soll in Zukunft in der Altenpflege und als Haushaltshilfe eingesetzt werden: Der Roboter „Pepper“ kann Mimik und Gestik von Menschen analysieren und darauf reagieren.
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architektur der zukunft
Wohnung, aufund zuklappbar Das Wohnen wird in Zukunft flexibler und vernetzter sein, die Urbanität zunehmen.
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as Haus der Zukunft: Ein selbstdenkendes Raumschiff, das jederzeit abheben und seinen Standort wechseln kann? Hubert Rhomberg, Baumeister und Geschäftsführer der in Bregenz ansässigen Rhomberg Gruppe, bleibt da eher am Boden jener Tatsachen, die sich bereits abzeichnen. Eine der Herausforderungen der Zukunft wird die Verfügbarkeit von Boden sein. Allerdings lässt sich diese Herausforderung laut Rhomberg leicht bewältigen – durch Verdichtung. Das muss nicht immer automatisch Hochhäuser bedeuten, aber eben auch nicht das klassische einstöckige Einfamilienhaus. Der öffentliche Raum wird an Qualität gewinnen, sagt der Baumeister, weil kaum mehr Parkplätze gebraucht werden: Die selbstfahrenden Autos werden die Arbeitnehmer zur Arbeit bringen und von Haustür zu Haustür fahren, um sie abzuholen und zu chauffieren. Es wird keine Staus mehr geben, Fußgänger und Kinder werden die Straße als Lebensraum stärker zurückgewinnen. Im Augenblick werden bis zu 30 Prozent des Monatseinkommens in ein Fahrzeug investiert, das 23 Stunden des Tages rumsteht. Das mache wenig Sinn. In Zukunft könnten dank der selbstfahrenden Autos viele Parkplätze wegfallen,
asphaltierte Flächen für eine Bebauung oder eine anderweitige Nutzung zurückgewonnen werden. Für die Zukunft fordert Rhomberg mehr denn je ganzheitlich denkende Politiker, die unter anderem der Frage nachgehen, wie sich die zukünftigen Trends auf die Umwelt, aber auch auf die öffentlichen Räume auswirken. „Wir sehen uns in der Verantwortung, die Frage zu stellen: Wo sind wir in 20 Jahren in dieser Welt?“, sagt Rhomberg – um die Frage im nächsten Atemzug selbst zu beantworten. Ein Trend werde sicherlich die Aufwertung bestehender Immobilien sein, zum Beispiel in den Innenstädten. „Dann wird so ein Bau“, er zeigt auf ein großflächiges niedriges Gebäude mit Flachdach, „im Zentrum nicht mehr genehmigt werden; es nimmt viel Fläche weg für das, was es darstellt“. Zum einen würden in Zukunft die Flächen von Städten und Gemeinden so gewidmet werden müssen, dass sie sinnvoll genutzt werden. Denn im Augenblick sei zum anderen ein Drittel der als Bauland ausgeschriebenen Böden unbebaut. Dieses ungenutzte Bauland müsse mobilisiert werden. Und drittens müssten einerseits die Siedlungsränder gehalten werden, andererseits müssten innerorts Lücken gefüllt werden.
Beim Bauen geht die Entwicklung aus Kostengründen wieder hin zu kleineren Wohnungen – 1960 lag der Platzbedarf pro Person noch bei 22 Quadratmetern, inzwischen beträgt er 45 bis 50 Quadratmeter pro Person. Große Wohnungen sind jedoch kaum mehr leistbar. Kleinere Wohnungen
Ein Trend zur Einfachheit: Das Haus der Zukunft wird eine mehrere Generationen überdauernde Hülle sein.
Wohnanlage in der St. Gebhardstraße in Bregenz, in der ein Stellplatz von Caruso Carsharing integriert ist.
architektur der zukunft
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Baumeister Hubert Rhomberg.
Die Architekten Bernhard und Stefan Marte (v.l.).
werden dafür wesentlich variabler nutzbar sein. Nach japanischem Vorbild etwa wird das Bett ein- und ausklappbar sein, wird sich die Küche ein- und ausschieben lassen. Das Leben wird sich wieder stärker draußen abspielen. Entsprechend wird es in Wohnanlagen mehr Gemeinschaftsräume geben, beispielsweise für Fitness oder zum Grillen. Keine schnellen Pferde
Hubert Rhomberg geht der Zukunft mit der Einstellung entgegen: „Alles, was gedacht werden kann, kann auch gemacht werden.“ Er zitiert den Autobauer Henry Ford mit einem Satz, der auch ein Jahrhundert später gut auf den Punkt bringt, was Menschen sich von der Zukunft wünschen: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde.” Tatsächlich wird es aber auch Entwicklungen geben, die kaum durch ein ander-
weitiges Wunschkonzert zu stoppen sein werden. So nennt Rhomberg die heutigen Zahlen, die seiner Meinung nach zu einem klaren Ergebnis führen werden: Das Rheintal hat heute ungefähr 260.000 Einwohner, der Walgau rund 50.000. Dieser Ballungsraum wird in naher Zukunft „VorarlbergStadt“ darstellen – ob man in Lauterach oder Wolfurt wohnt, wird gleichgültig sein, da beide zusammen einen städtischen Raum bilden. Dann gibt es noch „Vorarlberg-Land“, ein sehr viel weniger dicht besiedeltes Gebiet. „Die Urbanität nimmt zu, das Bedürfnis, fußläufig alles Wichtige zu erreichen. Die Menschen, die aus Städten hierherziehen, sowie die junge Generation wollen in einem urbanen Raum leben“, lautet Rhombergs Einschätzung. Die vorherrschende Bauweise wird laut dem Baumeister der Holzhybridbau sein. Aktuell stammen rund 80 Prozent dieser Wohnanlagen in Vorarlberg von Rhomberg.
Laut Stefan Marte von Marte.Marte Architekten sowie der Architektin und Baukulturvermittlerin Marina Hämmerle geht der Trend zurück zur Einfachheit: „Das Haus der Zukunft wird kein ,HightechSmart-Building’ sein, sondern eine mehrere Generationen überdauernde Hülle, die im Inneren verschiedenste Nutzungen erlaubt. Hochwertige Materialien, atmosphärische Raumkompositionen und einfachste Technik schaffen einen Rückzugsort, an dem man sich dem schnelllebigen, medial überfluteten Alltag entziehen kann.“ Ein weiteres Stichwort der Zukunft wird die Vernetzung innerhalb des Hauses und mit seinen Bewohnern sein. So lässt sich das Haus von unterwegs bequem steuern. Wird es von außen abgeschlossen, schalten sich automatisch der Herd und die Lichter aus, die Alarmanlage ein. Das Haus der Zukunft wird also das Mitdenken im Alltag ein Stück weit für uns übernehmen.
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körper & geist
Hannah Rinnhofer unterrichtet Moksha inspired Yoga.
Die Wärme bringt mehrere Vorteile mit sich und hilft beim Entgiften.
Erstes Hot-YogaStudio im Land Stärkung und Entspannung bei 36 Grad.
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ich für sich selbst Zeit nehmen, ist in einem hektischen Alltag nicht leicht, dafür aber umso wichtiger. Gedanken loslassen, sich aufs Hier und Jetzt konzentrieren – das klingt einfacher, als es ist. Mit etwas Übung kann es jedoch gelingen. Das weiß auch Hannah Rinnhofer – sie hat in Dornbirn das erste Hot-Yoga-Studio Vorarlbergs eröffnet, nachdem sie selbst die positiven Auswirkungen dieser körperlichen Betätigung erfahren hat. „Yoga lernte ich während einer sehr stressigen Phase meines Lebens kennen. Ich arbeitete zu viel, schlief zu wenig, aß eher ungesund.“ Die junge Frau litt an Migräneanfällen, Rückenschmerzen und Erschöpfungszuständen. Auf Empfehlung probierte sie Hot Yoga aus und ist seitdem vom ganzheitlichen Konzept überzeugt. Mittlerweile hat die Dornbirnerin einen Berufswechsel vollzogen und unterrichtet seit 2016 Moksha inspired Yoga in ihrem Studio in der Kehlerstraße. Das Besondere daran ist, dass die Übungen bei
einer Raumtemperatur von 36 Grad durchgeführt werden. Die Wärme bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: „Die Muskulatur ist schneller warm, so fällt das Dehnen leichter, Verspannungen werden gelöst und die Ausdauer verbessert,“ fasst die Expertin die Vorteile zusammen. Das Fokussieren auf die Atmung fördert zudem Konzentration und Selbstwahrnehmung. Darüber hinaus wird durch das Schwitzen die Entgiftung gefördert. „Bei regelmäßiger Praxis stellen sich schnell erste Erfolge ein“, berichtet Rinnhofer. Die Muskulatur wird gestärkt, der Körper straffer und fitter. Mitunter kann sich durch Yoga sogar der Blickwinkel aufs eigene Leben ändern. „Besonders freut es mich, wenn Kursteilnehmer von den positiven Auswirkungen berichten. Viele werden durch regelmäßige Yoga-Praxis ruhiger und gelassener. Andere erzählen, dass sie aufmerksamer geworden sind, mehr auf sich und ihre Gesundheit achten sowie jahrelange Beschwerden losgeworden sind“, erzählt
Rinnhofer. Für jene, die schon beim Gedanken an körperliche Betätigung bei 36 Grad ins Schwitzen geraten, werden Einheiten wie Cool Basic und Relax Yoga bei gewöhnlichen Raumtemperaturen geboten. Diese Stunden sind gerade für Einsteiger gut geeignet. „Alle Einheiten werden genau angeleitet und Hilfestellung geboten, falls diese benötigt wird. Prinzipiell ist Yoga für jeden geeignet, es gibt kein zu alt oder zu unflexibel“, erklärt Rinnhofer. Von Juli bis August bietet sie zudem Yoga im Freien an – konkret jeweils am Dienstag und Donnerstag von 19 bis 20 Uhr bei schönem Wetter im Dornbirner Stadtgarten vor der inatura. Die Stunde kostet acht Euro, die Hälfte davon geht an die Kindernothilfe Österreich. „Auf diese Weise kann man sich selbst und anderen Gutes tun.“
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38 ernährung
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Astronauten-Nahrung als Zukunftsvision.
ulvernahrung zum Anrühren? Pasta aus Algen? Oder gar Insekten als Fleischersatz auf dem Burger? Spekulieren lässt sich viel, wenn es darum geht, wie sich die Menschen in hiesigen Breitengraden 2050 ernähren werden. Dabei scheint nur eines festzustehen: Es bleibt alles anders. Und das Jahr 2050 ist gar nicht so weit weg. Zum Leben braucht der menschliche Organismus Flüssigkeit und Energie. Um gesund zu leben, muss der Homo sapiens zusätzlich Proteine und Wirkstoffe wie Vitamine zu sich nehmen. An der Energiezufuhr wird es wohl auch in Zukunft nicht scheitern. Die meisten Nahrungsmittel haben mehr Kohlehydrate und Fette, als der Mensch tatsächlich benötigt. Allerdings ist die Vitamin- und Proteinaufnahme heute schon beim Großteil der Bevölkerung zu gering. „Viele helfen mit künstlichen Ergänzungsstoffen in Pillenform nach, anstatt täglich zu Gemüse, Eiern oder Hülsenfrüchten zu greifen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Eva Wildauer. Mittel zum Leben
Insekten haben ein Problem: die Optik.
Algen werden schon heute verarbeitet.
Schon heute arbeiten Wissenschaftler daran, Gene derart aufzuspalten, um daraus den optimalen individuellen Ernährungsplan abzuleiten. Geht die Gleichung auf, so könnte jeder Mensch jene Lebensmittel zu sich nehmen, die speziellen Krankheiten vorbeugen. Die Frage ist nur, ob das tatsächlich die Lösung ist. Wildauer ist davon nicht überzeugt. „Ich glaube nicht an eine Heilung durch Ernährung. Es gibt zwar klare Zusammenhänge zwischen Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie dem Risiko für die Entstehung von Krankheiten. Dennoch sind zusätzliche Einflussfaktoren zu beachten“, ist die Expertin überzeugt. Eigentlich sei es das gleiche „Spiel“ wie mit einem Ernährungsplan. Im Endeffekt ist es eine Frage der Disziplin, wer sich daran hält und wer nicht. Die Erwartungshaltungen dürften
Eva Wildauer und Dennis Brunner wagen Prognosen über Ernährung im Jahr 2050.
in Sachen genabgestimmter Ernährung also zu hoch sein. Licht ins Dunkel
Das Bewusstsein in Bezug auf gesunde Ernährung ist nach Meinung der Expertin in den vergangenen Jahren dennoch größer geworden. Problematisch sei mittlerweile eher, dass die Menschen zu viele – oft auch falsche – Informationen einholen würden. Sodass sie eher verwirrt und gleichzeitig übersättigt seien. „Bei Vorträgen kläre ich in erster Linie auf. Bringe Licht ins Dunkel“, sagt Wildauer. Sie vermutet, dass sich die Gesellschaft weiter spalten wird. Auf
ernährung
angestiegen ist, sind die Pole weitestgehend abgeschmolzen. Der Wasserspiegel steigt an, wodurch weit weniger landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung stehen wird. Mais, Reis und Weizen werden sich nicht mehr in dem Maße wie heute anbauen lassen. Wissenschaftler rechnen mit 17 Prozent weniger Ertrag. Die Meere werden weitestgehend leergefischt sein, der Regenwald abgeholzt. Ein Teil der Amphibien sowie der Säugetiere und Vögel werden ausgestorben sein. Bienen bereiten Experten schon heute Sorgen. Sollten sich die Völker nicht erholen, dann wird der Ertrag bei Gemüse- und Früchteernten rapide sinken. Derartige Lebensmittel würden zu teurem Gut. Wasserknappheit wird ebenfalls die Ernährungsindustriellen beschäftigen. Schließlich wird H2O für Anbau und Tierhaltung benötigt. Traditionelle Anbauweisen werden wohl nicht mehr möglich dein. Gleichzeitig steigt die Population. Menschen werden nicht mehr nur wegen Kriegen flüchten, sondern weil sie hungern. Nachhaltigkeit
der einen Seite jene, die seit jeher Interesse an gesunden Lebensmitteln hatten. Und auf der anderen Seite Menschen, denen es gleichgültig ist, wo das Fleisch auf dem Teller herkommt und was sie damit sich selbst und der Umwelt antun. „Letztere werden wir wohl nie erreichen“, stellt die Fachfrau fest. Düstere Aussichten
Wird es aber kein grundlegendes Umdenken geben, sind die Aussichten in Sachen Ernährung eher düster. Falls 2050 – wie von Experten befürchtet – die Durchschnittstemperatur um zwei Grad Celsius
Das Thema Nachhaltigkeit sollte also eigentlich immer mehr in den Fokus des menschlichen Bewusstseins rücken. Gerade auch, wenn es um die Verarbeitung geht. Dennis Brunner ist Küchenchef im Hotel Waldhaus im Schweizer Sils-Maria nahe St. Moritz. Der 33-Jährige verfolgt seit jeher genau diese Philosophie: saisonale und regionale Lebensmittel verwenden. Beeren, Gemüse, Pilze, aber auch Früchte von der Lärche oder Zirbelkiefer werden in Brunners Küche verwendet sowie zu Vorräten verarbeitet. Ganz traditionell, so wie früher. Fleisch bezieht der Koch von Landwirten aus der Region. Außerdem arbeitet er nach dem Prinzip „Leaf to Root“ (Vom Blatt bis zur Wurzel, Anm.). „Es kann mehr von einer Pflanze verwendet werden, als es in den meisten Haushalten gehandhabt wird. Bei Radieschen eignen sich etwa die Blätter für ein Pesto“, weiß der Chef de Cuisine. Wurzeln und Blattwerk von Pflanzen würden meist entsorgt, obwohl diese meist mehr Inhaltsstoffe als das Gemüse selbst hätten. Brunner berichtet, dass Spitzengastronomen generell versuchen würden, auf den „Nachhaltigkeits-Zug“ aufzuspringen, um beim Kunden das Bewusstsein
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für heimische Lebensmittel zu schärfen. Natürlich sei das ebenso eine Preisfrage und damit gleichzeitig eine Hürde. „Im Hotel sind die Gäste bereit, für Qualität mehr zu zahlen. Sie haben Spaß daran, Details über Herkunft und Zubereitung der jeweiligen Speisen zu erfahren“, erzählt der Fachmann und nennt in diesem Zusammenhang einen interessanten Aspekt: „Der Mensch verträgt in erster Linie die Nahrung, welche im nahen Umfeld angebaut oder eben aufgezogen wurde, viel besser. Es treten da weniger Unverträglichkeiten auf.“ Auch könne so jeder genmanipulierten Lebensmitteln aus Übersee aus dem Weg gehen. Der Küchenchef verwendet bereits heute „neue“ Lebensmittel wie etwa Algen. „Aus Cornwall. Das Seegras eignet sich zum Würzen und ist außerdem sehr gesund“, sagt er. Dem Einsatz von Insekten steht er jedoch skeptisch gegenüber. Dabei gab es in der Schweiz jüngst Neuerungen im Lebensmittelgesetz. Es wurde vereinfacht, um gewisse Nahrungsmittel auf dem Markt zu bringen. Unter anderem Insekten. Ob die unansehnlichen Tierchen in Europa je im Supermarktregal oder auf Speisekarten stehen werden – das ist fraglich. Der „Ekelfaktor“ wird wohl bei vielen Konsumenten zu groß sein. Eine Alternative wäre, Insekten zu Mehl zu verarbeiten. Das optische Problem wäre damit gelöst. Dennoch müssten die Inhaltsstoffe auf der Packung deklariert werden. Es darf also bezweifelt werden, dass Kunden tatsächlich zu Heuschrecken- oder Madenmehl greifen würden. Dabei sind die Tierchen als Proteinquelle ein ernährungstechnisches Highlight. Auch bei der Aufzucht ist der Kosten-Nutzen-Faktor laut Brunner stimmig. Superfood
Letztendlich übt jedes Lebensmittel diverse Funktionen im Körper aus. Das ultimative Nahrungsmittel, welches alle notwendigen Stoffe enthält und abgibt, existiert nicht. Zumindest noch nicht. Dabei wäre die Entwicklung eines Pülverchens, welches dem Körper alles Lebensnotwendige zuführt, sicher eine hervorragende Idee. Vor allem, wenn dieses „Superfood“ für alle Menschen weltweit zugänglich wäre. Auch wenn eines dabei zweifellos auf der Strecke bliebe: der Genuss. Schade eigentlich.
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talenteschmiede mehrerau
Auf den Spuren ihrer Vorbilder Die Talenteschmiede in der Mehrerau.
I
Fast 100 Sport-Schüler
Mehrerau-Direktor Christian Kusche.
Rund 100 Schüler und seit diesem Schuljahr auch Schülerinnen besuchen derzeit den Sportzweig. Genau sind es 99 der insgesamt 231 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums: 67 Fußballer, darunter 5 Mädchen, 23 Handballer und 9 Segler, darunter ein Mädchen. Auch in den vergangenen Jahren lag die Zahl immer relativ stabil zwischen 90 und 100, wie der Direktor berichtet. Die Sport-Schüler haben jeden Dienstag und Donnerstagvormittag zusätzliche Trainingseinheiten und bekommen auch sonst viel Unterstützung auf ihrem Weg zu einer Profikarriere. Während österreichweit die strukturierte Talenteförderung zu Beginn erst mit zwölf Jahren begann, wurde in der Mehrerau schon 2004 mit den Zehnjährigen begonnen, erzählt Kusche. „Wir haben das damals LAZ (Landesverbandsausbildungszentrum, Anm.)-Vorstufe genannt“. Drei Jahre später wurden Namen und Konzept österreichweit übernommen. Um den Schwerpunktzweig besuchen zu können, müssen Interessierte eine SportAufnahmeprüfung machen. Die Sportart gut und gern zu betreiben, ist Voraussetzung, reicht aber nicht, betont der Direktor. „Es geht bei uns explizit um Talenteförderung.“ Neben Training und Schule kämen auch noch zusätzliche Belastungen wie Auslandsfahrten etwa zu Fußballspielen oder Regatten dazu, die von den Schülern einiges abverlangen, schildert Kusche den Alltag der Nachwuchssportler. Die Schule bemüht sich indes, den optimalen Rahmen für eine zukünftige Profikarriere zu bieten. Sportlich erfolgt das seit Beginn auch mit den Kooperationspartnern, dem Vorarlberger FußballVerband, Handball Bregenz sowie dem Vorarlberger Landes-Segel-Verband bzw. dem Yachtclub Bregenz. Hier gebe es eine
m Jahr 1854 wurde das Collegium Bernardi in der Bregenzer Mehrerau als Lateinschule gegründet. Latein wird 163 Jahre später immer noch unterrichtet, vieles hat sich allerdings geändert. Heute ist das in der Nähe des Bodenseeufers gelegene Privatgymnasium auch als SportTalenteschmiede bekannt, die sich in drei Bereichen um den diesbezüglichen Nachwuchs im Land kümmert. Vor 14 Jahren wurde österreichweit die Talenteförderung im Fußball auf neue Beine gestellt, erzählt Christian Kusche von den Anfängen. Er hat seit 2010 die Leitung der Schule inne und war schon vorher als Schüler und dann als Lehrer dort. Auf der Suche nach einem Vorarlberger Standort für ein Nachwuchszentrum bzw. eine Akademie wurden die Verantwortlichen damals in der Mehrerau fündig. 2003 wurde dann mit einer im wahrsten Sinn des Wortes Handvoll begonnen: Fünf junge Fußballer waren es, die im September vor 14 Jahren im neuen Sportzweig des Gymnasiums starteten. „Das Interesse war von Anfang an groß“, erinnert sich der heutige Direktor. Schon im Jahr danach kamen mit Handball, Segeln und Rudern drei weitere Sportarten dazu und während das Rudern nach einigen Jahren wieder
wegfiel, ging es in den drei verbliebenen Bereichen stetig voran.
enge Zusammenarbeit und Abstimmung, informiert Kusche. Und er fügt mit einem Grinsen hinzu: „So eng, dass die Schüler manchmal erstaunt sind.“ Seit zwei Jahren kooperiert das Privatgymnasium auch mit dem SCR Altach, um damit Nachwuchstalenten den Schritt in den Profifußball zu ermöglichen. So ist etwa der 18-jährige Mehrerau-Schüler Valentino Müller, der vor Kurzem erfolgreich die Matura bestanden hat, seit zwei Jahren beim Bundesligisten unter Vertrag (siehe auch rechts). „Er hat sich bewusst für den Vorarlberger Weg entschieden“, sagt der Direktor. Die jungen Handballer können hingegen regelmäßig mit der 1. Mannschaft von Bregenz Handball trainieren. Erfolgreiche Absolventen Und es sind in der Tat einige MehrerauSchüler, die ihren sportlichen Weg gemacht haben: die Handballer Lukas Frühstück, Marian Klopcic, Nico Schnabl und Ante Segovic gehören etwa dazu, die Fußballer Benedikt Zech, Marco Stark und Georg Margreiter oder die Segler David Bargehr und Benjamin Bildstein. Einige Schüler stellen im Laufe der Jahre allerdings auch fest, dass eine Profi-Sport-
talenteschmiede mehrerau
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Schüler-Stimmen „Ich war jetzt vier Jahre lang in der Mehrerau im Internat. Hier gibt es super Trainingsmöglichkeiten und extrem kurze Wege. Das ist optimal. Das zusätzliche Vormittagstraining ist zudem sehr hilfreich. In der siebten Klasse bin ich zu Altach gegangen und habe dann auch die Möglichkeit bekommen, mit den Profis zu trainieren. Da hat man mich von Seiten der Schule sehr unterstützt bzw. mir dafür freigegeben. Ohne diese Unterstützung wäre es vermutlich schwerer und auch stressiger gewesen, einen Vertrag bei einem Profiverein zu bekommen.“ Valentino Müller (18), aus Ludesch, Fußball
karriere doch nicht das Richtige ist. „Aber es sind nur Einzelne“, informiert Kusche. Denen werde dann angeboten, die Schule fertig zu machen. „Da bemühen wir uns um individuelle Lösungen.“ Eines der derzeitigen Ziele sei es, den Frauenfußball Schritt für Schritt aufzubauen, erläutert der Direktor. Hat man doch mit der 15-jährigen Anna Bereuter (siehe auch rechts) ein Ausnahmetalent an der Schule. „Sie ist die erste Klassensprecherin seit 1854“, sagt Kusche mit einem Grinsen. Und sie war das erste Mädchen, das österreichweit in einer Akademie-Mannschaft zum Einsatz kam. Im nationalen U17-Kader ist die 15-Jährige auch. Als absoluten Vorteil in Hinblick auf die Talenteförderung bezeichnet Kusche die „kurzen Wege“. Ein Umstand, der auch von ÖFB-Teamchef Marcel Koller bei seinem Besuch vor einigen Jahren hervorgehoben worden sei. „Ihm hat das sehr imponiert“, erinnert sich der Direktor, „diese kurzen Wege bringen einfach eine unglaubliche Zeitersparnis für alle Beteiligten.“ Harte Arbeit Zu Beginn kommen die Kleinen noch mit den Trikots ihrer Vorbilder, mit den Jahren
pendelt sich das ein. „Idole sind aber ganz wichtig“, sagt Kusche und die Schüler würden mit der Zeit durchaus erkennen, dass harte Arbeit notwendig sei: sportlich und schulisch. Da sei auch die Schule gefordert, eine realistische Sichtweise zu übermitteln – ohne dass die Kinder und Jugendlichen ihren Traum verlieren. Wesentlich sei dabei auch das Umfeld – Eltern, die einerseits viel „investieren“ aber auch auf eine „Erdung“ achten. Und spätes tens, wenn es dann etwa bei den Fußballern um Verträge gehe, sei es wichtig, den Eltern den „Vorarlberger Weg“ aufzuzeigen, sagt der Direktor. „Letztendlich liegt die Entscheidung ja bei ihnen.“ Gefordert sind die Eltern auch finanziell, da es sich ja um ein Privatgymnasium handelt. Ein Drittel der Kosten tragen bei den Nachwuchssportlern Land und der jeweilige Sportverband – bei rund 500 Euro monatlich bei Tagesbetreuung. Bei Sporttalenten, deren Eltern das nicht finanzieren können, bemühe man sich um eine Lösung bzw. zusätzliche Förderung, sagt der Direktor. Ihm geht es auch in Zukunft darum, in Zusammenarbeit mit Land und Sportverbänden das Bestehende weiterzuentwickeln – und die beste Grundlage für zukünftige Profi sportler zu bieten.
„Ich gehe hier zur Schule und bin im Internat, weil ich segle und Profi werden möchte. Drei Mal in der Woche habe ich Training und es gefällt mir sehr gut, dass ich so viel segeln kann.“ Maximilian Ganthaler (11), aus Au, Segeln „Die Akademie ist eine gute Möglichkeit für mich, um weiterzukommen. In der dortigen Mannschaft habe ich ja auch schon gespielt. Es gefällt mir hier auch deswegen sehr gut, weil es ein zusätzliches Training am Vormittag gibt. Ich möchte natürlich Profifußballerin werden.“ Anna Bereuter (15), aus Lochau, Fußball „Handball spiele ich seit vier Jahren, in der Mehrerau bin ich seit heuer, weil ich in meiner Sportart gut werden möchte. Mein Bruder war schon hier und ist ein guter Handballer geworden. Ich hoffe, dass mir das auch gelingt. Mein Ziel ist der Profihandball.“ Daniel Polligkeit (15), aus Bregenz, Handball
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bsundrig erfolgreich
EIN BESONDERER SPORTVEREIN Beim 2015 gegründeten Sportverein „Ikades“ trainieren Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam.
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kifahren, Golfen, Fußball – das sind nur drei der insgesamt 23 Sportarten, die die Atlethen des Vereins „Ikades“ regelmäßig trainieren. Das Besondere am Verein ist, dass ein Großteil der dort aktiven Sportler eine Beeinträchtigung hat. Genau auf die
Große Freude bei Skirennfahrerin Jasmin Heim.
se Athleten und deren Förderung haben sich die Verantwortlichen von „Ikades“ spezialisiert. „Die Intention hinter dem Verein ist es, auch Menschen mit beson deren Bedürfnissen die Möglichkeit bie ten aktiv Sport zu betreiben und an Wett kämpfen und Turnieren teilzunehmen“, erklärt Geschäftsführer Heinrich Olsen. Entstanden ist der Verein 2015 durch den Zusammenschluss des Integrativen Sportverein der Caritas und den „Special Friends“. Die Fusion brachte den Sportlern zahlreiche Vorteile wie beispielsweise ein flächendeckendes Angebot in ganz Vorarl berg sowie fixe Trainingstage. Voraussetzungen, um Mitglied im Verein „Ikades“ zu werden, braucht es keine. „Bei uns ist jeder willkommen, der älter als acht Jahre ist und Spaß an der Bewegung und am gemeinsamen Training hat“, informiert Olsen. Die große Altersspanne der Vereins mitglieder – das jüngste ist neun Jahre, das älteste über 50 Jahre – erfordert die Unter teilung in verschiedene Trainingsgruppen. Einige Mannschaften bereiten sich intensiv für die Teilnahme an Wettkämpfen oder Meisterschaften vor, andere hingegen nut zen das Angebot zum Austausch unter einander und Erlernen verschiedenster Bewegungsabläufe. „Zwar streben wir mit unseren Mannschaften schon die Teil nahme an nationalen und internationa len Wettkämpfen an, allerdings soll auch der Spaß während der Trainingseinheiten nicht zu kurz kommen“, betont Olsen. Kooperation mit anderen Vereinen
Auch eine Golfmannschaft hat der Verein „Ikades“.
Durch die Zusammenarbeit mit ortsansäs sigen Sportvereinen wie dem SCR Altach, dem FC Lustenau oder dem Yachtclub Bre genz, ist es den Mitgliedern des integrativen Vereins möglich, sich immer wieder in neu en Sportarten auszuprobieren. „Ziel ist es, die „Ikades“-Sportler in bereits bestehende
Die Mitglieder des „Ikades“Floorballteams.
Sportvereine zu integrieren. Dies ist uns zum Beispiel beim Bogenschützenklub in Bludenz bereits gelungen“, sagt Olsen. Um der stetig wachsenden Anzahl an Mit gliedern auch künftig ein flächendeckendes Training in den verschiedenen Sportarten anbieten zu können, werden auch immer mehr Trainer benötigt. Der Geschäftsführer erklärt: „Wir sind immer auf der Suche nach pädagogisch und sportlich ausgebildeten, motivierten Menschen, die mit unseren Mitgliedern die Trainingseinheiten gestal ten. Bei dieser ehrenamtlichen Arbeit sind Kontinuität und Engagement sehr wichtig.“ Ebenfalls von großer Bedeutung für die erfolgreiche Vereinsarbeit ist, dass bei der Gestaltung und Ausrichtung der Trainings einheiten sowohl die Wünsche der Trainer, als auch der Sportler umgesetzt werden. Stammtische und Schwimmkurse
Dazu, und um den Austausch der Athleten untereinander zu stärken veranstalten die Verantwortlichenvon„Ikades“regelmäßige Stammtische. „Hier können sich die Sport ler untereinander kennen lernen und auch Freundschaften schließen. Zudem werden anstehende Projekte oder Teilnahmen an kommenden Sportevents besprochen.“ In den vergangenen zwei Jahren seit der Gründung des Vereins nahmen die Mit glieder bereits an vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen teil und verbuchten auch einige Erfolge. „Beispiels weise waren unsere Athleten Teil des Team Österreich bei den vergangenen World
bsundrig erfolgreich
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Daten & Fakten Integrativer Sportverein „Ikades“ ◆ gegründet 2015 ◆ Präsident Peter Ritter ◆ etwa 160 Mitglieder ◆ 23 verschiedene Sportarten ◆ Trainingsstätten in Bludenz, Feldkirch, Rankweil, Dornbirn und Bregenz
Winter Games in Graz und haben dort sehr gute Ergebnisse erzielt und einige Medaillen gewonnen“, berichtet der Geschäftsführer. Auf den Wunsch vieler Eltern sind neben den regulären Trainingseinheiten
für Wettkämpfe auch Schwimmkurse für Menschen mit Beeinträchtigung geplant. Weiters möchte Olsen die Inklusion von Kindern und Jugendlichen in bestehende Feriencamps in Sportarten wie Tennis oder
Fußball fördern. „Wir sind noch lange nicht am Ziel. Das Angebot an Sportarten, die bei uns im Verein trainiert werden können, soll auch in den kommenden Jahren wachsen.“
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sport & ausbildung
„Jeder einzelne schlag zählt“ Um Sport und Studium zu kombinieren, zog Olav Zandveld (22) nach Valdosta, Georgia (USA).
E
in Besuch auf dem Golfplatz mit seinem Vater vor zehn Jahren entfachte Olav Zandvelds Leidenschaft für den Golfsport. Sportlich war der 22-jährige Vandanser schon in seiner Kindheit, allerdings verbrachte er bis zu diesem Zeitpunkt seine Freizeit hauptsächlich auf dem Tennisplatz oder der Skipiste. „Nach meinem ersten Besuch auf dem Grün, habe ich aber schnell gemerkt, dass Golfen der perfekte Sport für mich ist“, erzählt Zandveld. „Die Konzentration, die auf dem Platz nötig ist, um gute Ergebnisse zu erzielen, fasziniert mich noch heute.“ Anfangs noch als Hobby wurden die Tage, die Zandveld auf den Golfplätzen in ganz Vorarlberg verbrachte, nach und nach immer mehr. Mit 14 Jahren spielte der Montafoner dann sein erstes Turnier. Besonders die immer neuen Herausforderungen sind es, die Zandveld am Golfsport schätzt. „Keine Situation ist gleich. Ich muss vor jedem Abschlag genau überlegen,
Daten & Fakten Am 7. Mai promovierte Olav Zandveld an der Valdosta State University.
Golfen ist für den 22-Jährigen mehr als nur ein Hobby.
Olav Zandveld ◆ geboren am 12. April 1995 ◆ spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Golf ◆ hat 2014 an der BHAK Bludenz maturiert ◆ hat von 2014 bis 2017 an der Valdosta State University in Georgia (USA) studiert und am 7. Mai promoviert ◆ z u seinen größten sportlichen Erfolgen zählen: e rster Platz im Mannschaftsbewerb und dritter Platz als Einzelspieler bei einem Turnier in Puerto Rico ◆P latz 18 im Ranking der NCAA Diviso 2
wo der Ball landen soll“, erklärt er. Auch mit Rückschlägen umgehen zu können sei ein wichtiger Teil des Sports. „Eine perfekte Golfrunde gibt es nicht“, weiß Zandveld. Schon ein misslungener Schlag kann bei einem Turnier über Sieg oder Niederlage entscheiden. „Wichtig ist, nicht den Mut zu verlieren und trotzdem weiterzuspielen.“ Auch das Fokussieren auf den Ball und den richtigen Abschlag und das Tragen der Konsequenzen für das eigene Handeln spielen laut Zandveld im Golfsport eine wichtige Rolle. „Auf dem Platz ist jeder Spieler ganz auf sich alleine gestellt. Anders wie beispielsweise bei einem Tennismatch oder einem Fußballspiel hat der Gegner beim Golfen wenig bis gar keinen Einfluss auf das eigene Ergebnis. Jeder ist für sein Resultat selbst verantwortlich“, betont der 22-Jährige. Studium in den USA
Genau das ist es, was Zandveld am Golfsport so schätzt. Und so war es nach fünf Jahren intensivem Training wenig verwunderlich, dass er nach der Matura an der HAK Bludenz Sport und Ausbildung verbinden wollte. Auf der Suche nach einem geeigneten Studienplatz, merkte Zandveld allerdings recht schnell, dass dies in Europa schwierig werden könnte. „Das Problem war, dass es keine Universität gab, an der es mir möglich gewesen wäre, Sport und Studium in dem Ausmaß wie ich
Auf dem Golfplatz hat Konzentration oberste Priorität.
sport & ausbildung
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Im Team nahm er an einem Golfturnier in Puerto Rico teil.
es mir vorgestellt habe zu kombinieren.“ Deshalb entschied sich Zandveld, wie viele andere europäische Sportler für ein Studium in Amerika. Er bewarb sich für einen Studienplatz in Valdosta, Georgia. Ein Lebenslauf, ein guter Notendurchschnitt, ein Motivationsschreiben und zahlreiche Spezialtests waren nur einige der Anforderungen, die der Montafoner erfüllen musste, um einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Umso glücklicher war Zandveld, als er schließlich eine Zusage für die Valdosta State University erhielt. Nur kurze Zeit später brach er seine Zelte in Vorarlberg ab und zog in die Vereinigten Staaten. Mit Disziplin zum Erfolg
Zweifel am Umzug in die Vereinigten Staaten hatte der 22-Jährige nie. „Diese einmalige Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen.“ Unterstützung erhielt Zandveld von seinen Eltern und seiner Schwes ter Natascha. „Sie standen immer hinter mir, obwohl es ihnen bestimmt nicht leicht gefallen ist mich gehen zu lassen.“ Soziale Netzwerke und zahlreiche Heimatbesuche halfen ihm mit seiner Familie und seinen Freunden den Kontakt zu halten. Heimweh hatte der junge Golfer nie. „Ich habe schnell Anschluss gefunden. Besonders mit den anderen internationalen Studenten habe ich mich sehr gut verstanden“, erzählt Zandveld.
Die sprachlichen und kulturellen Unterschiede der verschiedenen Studenten führten auch immer wieder zu lustigen Situationen. „Es gab einige Momente da haben die internationalen Studenten unsere amerikanischen Kommilitonen nicht genau verstanden. Glücklicherweise gab es dadurch aber nie Probleme, sondern wir lachten alle gemeinsam über die Missverständnisse.“ Mit seinen Studienkollegen verbrachte Zandveld auch seine eher spärliche Freizeit in den USA. „An einem durchschnittlichen Tag habe ich morgens und abends trainiert, einige Vorlesungen besucht und bis Mitternacht gelernt. Das war manchmal stressig. Besonders im vergangenen Semester musste ich, aufgrund der Abschlussprüfungen, öfters auf das Training verzichten.“ Aber Zandvelds Durchhaltevermögen hat sich gelohnt. Am 7. Mai 2017 hat er sein Studium an der Valdosta State University mit einem doppelten Bachelortitel in den Bereichen Business und Finanzen abgeschlossen. Auch auf einige sportliche Erfolge während des Studiums kann Zandveld zurückblicken. Mit der Mannschaft erspielte sich der Montafoner den ersten Platz bei einem Golfturnier in Puerto Rico „Es war der erste Wettbewerb seit sechs Jahren, den die Mannschaft von Valdosta State für sich entscheiden konnte“, berichtet er stolz. Nicht nur in Team-Wettbewerben konnte Zandveld punkten. „In einem amerikawei-
ten Ranking von über 1800 registrierten Golfern, habe ich es auf Platz 18 geschafft“, erzählt er. Aber auch mit Rückschlägen hatte er schon zu kämpfen. Dann hilft ihm nur eines – Ablenkung. „Um den Kopf nach einer Niederlage wieder frei zu bekommen, unternehme ich meistens etwas mit Freunden“, erklärt Zandveld. Zudem versucht der Montafoner anschließend herauszufinden, wo genau seine Schwächen liegen und wie er daran arbeiten kann. Sein sportliches Vorbild und eine Inspiration ist Tiger Woods. „Egal was sich neben dem Sport in seinem Leben abspielt, er hat den Golfsport revolutioniert. Ich finde es sehr schade, dass Woods nicht mehr aktiv spielt“, betont der 22-Jährige. Zukunftspläne
Wie es mit seiner eigenen sportlichen Karriere in Zukunft weitergehen soll, ist sich Zandveld noch nicht ganz sicher. Zunächst möchte er erst einmal reisen. Ein Kanadatrip sowie ein zweiwöchiger Aufenthalt auf Hawaii stehen auf dem Programm. Danach hat für ihn sein berufliches Weiterkommen oberste Priorität. Golfen möchte er in nächster Zeit nur als Hobby, lässt sich aber auch in sportlicher Hinsicht alle Türen offen. Wichtig für ihn ist, dass er das Erlernte aus seinem Studium in der Praxis anwenden und Berufserfahrung sammeln kann. Dafür plant Zandveld eine Rückkehr nach Vorarlberg. „In Amerika zu studieren war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Ich habe unzählige Erfahrungen fürs Leben gemacht, dennoch möchte ich künftig in Vorarlberg, oder zumindest irgendwo in Europa Fuß fassen.“
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