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Unsere Wirtschaft. Unsere Zukunft.

Top-Arbeitsplätze

IT- und Technikkompetenzen Berufe mit und fĂźr Menschen


Samstag/Sonntag, 11./12. märz 2017

2 Top-Arbeitsplätze

Besonders Techniker sind in den Vorarlberger Betrieben (im Bild: Fa. Sola) gefragt, wie eine Umfrage auf der Jobmesse zeigte.

Foto: VN/Hofmeister

Diese Jobs sind schon jetzt gefragt Analyse der Jobprofile bei der Jobmesse 2017 unterstreicht Engpass am Wirtschaftsstandort eindeutig.

Dornbirn. Der Fachkräftemangel ist wieder in aller Munde. Eine aktuelle Auswertung der vergangenen gemeinsamen Jobmesse von Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV), Fachhochschule Vorarlberg (FHV) und VN unterstreicht laut Mathias Burtscher, Geschäftsführer der IV-Vorarlberg, den akuten Handlungsbedarf: „Technische Fertigkeiten und IT-Kompetenzen sind extrem gefragt in Vorarlberg.“ Allein die 90 Unternehmen und Organisationen, die an der Jobmesse im Jänner teilnahmen, planen laut eigenen Angaben für das Jahr 2017 über 1000 Einstellungen, insbesondere in den Bereichen Technik und IT. Das geht aus einer Analyse der Jobprofile und aus den Gesprächen mit den Personalverantwortlichen vor Ort hervor. Auf alle

Betriebe in Vorarlberg gerechnet, geht Burtscher von einer vielfachen Zahl gerade im technischen Bereich aus. Gefragt nach den Einsatzbereichen, in denen neue Mitarbeiter gesucht werden, fielen bei der Jobmesse rund 26 Prozent aller Nennungen der ausstellenden Unternehmen in klassisch technische Bereiche wie Fertigung, Montage, CNC, Engineering, Mechatronik, Konstrukteur, Elektronik, Elektrotechnik

Gesuchte Mitarbeiter Zahlen, Daten, Fakten zur Jobmesse der FH und IV (durchgeführt am 20. Jänner 2017) » Insgesamt 90 ausstellende Unternehmen und Organisationen » 57 % der ausstellenden Unternehmen kamen aus der Industrie, 17 % aus IT/Consulting., weitere 26 % u.a. Soziales, Banken, Handel, Logistik, öffentliche Institutionen » 84 % aus Vorarlberg, 8 % aus der Schweiz, 8 % aus Restösterreich, Deutschland und Liechtenstein » Alleine von den 90 Unternehmen und Organisationen sind hochgerechnet 1.000-1.200 Einstellungen für das Jahr 2017 geplant

oder Robotik. Mit 17 Prozent der Nennungen ebenfalls sehr gefragt sind Mitarbeiter mit IT-Hintergrund. Nachgefragt sind hier vor allem Mitarbeiter mit Erfahrung und Praxis im Bereich Programmierung, Big Data, SAP und Datenbanken. Insbesondere der Wunsch nach IT-Kräften geht dabei quer durch alle Branchen des gesellschaftlichen Lebens. Kaufmännische Berufe An dritter Stelle der meistgenannten Einsatzbereiche, in denen neue Mitarbeiter gesucht werden, sind kaufmännische Berufe wie etwa Controller, Steuerberater oder Buchhalter. 13 Prozent der Nennungen fielen in diesen Bereich. An vierter Stelle geben die Unternehmen an, Mitarbeiter aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktmanagement und –entwicklung zu suchen (zwölf Prozent). Auch Mitarbeiter in den Bereichen Projektmanagement, Prozessmanagement, Business Development sind mit zehn Prozent sehr

Viele Betriebe fischen im selben Teich, was die gewünschten technischen Kompetenzen angeht. Mathias Burtscher, IV

gefragt. Es folgen Nennungen im Bereich Vertrieb/Verkauf (acht Prozent), Logistik (vier Prozent), Marketing/ Kommunikation/Grafik (drei Prozent) und Einkauf (zwei Prozent). Weitere fünf Prozent der Nennungen fielen in Bereiche wie Energie, Rechtswissenschaften, Verwaltung und Soziales. „Die Summe der Mitarbeiter, die in den Bereichen Technik, IT und Forschung gesucht werden, macht55 Prozent aller Nennungen aus. Seit Jahren sprechen wir davon, dass wir die Schwerpunkte unseres Bildungssystems zunehmend auf die MINTFähigkeiten - also Mathema-

tik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – legen müssen, diese Zahlen zeigen weshalb. Das ist augenscheinlich die Folge der rasanten technischen Entwicklungen und Digitalisierung“, so Burtscher bei der Analyse der nackten Zahlen. Die Ausbildung in diesen Bereichen wird laut Burtscher aus Sicht der Arbeitnehmer noch interessanter und lukrativer werden: „Die Wirtschaft braucht deutlich mehr junge Leute in diesen Fachrichtungen, von der Lehre über die berufsbildenden höheren Schulen bis zu den Hochschulen braucht es mehr Techniker und ITFachkräfte“, so Burtscher. Dass dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften nur mit einem Bündel von Maßnahmen und einer gezielten Vorwärtsstrategie entgegnet werden kann, hat die IV zu Beginn des Jahres aufgezeigt. „In ,Vorarlbergs urbanem Weg‘ zeigen wir konkrete Lösungsaufsätze auf, wie wir diesen Engpass für die Wirtschaft und die Bevölkerung im Sinne Vorarlbergs und der

hier lebenden Bevölkerung umdrehen können. Beginnend mit der Sensibilisierung der MINT-Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen, geht es vor allem um die Aufwertung der Lehre, die Aufwertung der angesprochenen Fähigkeiten in den höheren Schulen und in der Fachhochschule und mehr Vernetzung mit den Top-Universitäten in der Region“, so Burtscher. Am Ende des Tages werde es aber auch eine noch viel gezieltere Zuwanderungsstrategie brauchen: „Viele Vorarlberger Betriebe fischen im selben Teich, was die gewünschten technischen Kompetenzen der Mitarbeiter angeht. Wenn wir den Standort wettbewerbsfähig halten möchten, müssen wir noch viel mehr über den Vorarlberger Tellerrand schauen und im Ausland rekrutieren und auswärtig studierende oder arbeitende Vorarlberger zurückholen. Und dazu braucht es eine starke Marke Vorarlberg, die das Arbeiten und Leben in Vorarlberg noch schmackhafter macht.“

Frauen sind in der Technik begehrt Die Rufe nach mehr Frauen in technischen Berufen gibt es schon lange.

Karrierechancen für junge Ärzte Jungen Ärzten stehen in Vorarlberg alle Türen offen. Das Land wirbt in ganz Österreich um diese Zielgruppe, die in unserem Bundesland die gesundheitliche Versorgung sicherstellen soll. Ob am Krankenhaus (Bild: Turnusärzte in Dornbirn) oder mit eigener Praxis - der Bedarf an Medizinern wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Foto: Lisa Mathis

Schwarzach. Noch immer verhallen die Rufe allerdings bei vielen Mädchen ungehört. Fast die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge werden weiterhin in den Lehrberufen Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin ausgebildet. Eine, die sich anders entschieden hat, ist Nadine Matus. Die 19-jährige Wolfurterin hat sich für eine Lehre zur Kunststofftechnikerin entschieden. Ihre Lehrstelle hat sie bei 1zu1 Prototypen in Dornbirn gefunden. „Beim Schnuppern habe ich mich hier vom ersten Moment an wohlgefühlt“, erinnert sie sich. Mittlerweile ist Nadine Matus im dritten Lehr-

jahr, hat die handwerklichen Grundtechniken intus und auch die Rotation durch alle Abteilungen hinter sich. Im vierten Lehrjahr erfolgt jetzt noch die Spezialisierung. Das

Arbeiten in der Männerdomäne sieht sie unproblematisch: „Ich arbeite gerne mit Männern zusammen.“ Ausbildner Daniel Schäffler mag gemischte Teams: „Mädchen

Technische Berufe interessieren auch viele junge Frauen, wie auf der Jobmesse feststellbar war. Foto: VN/Hofmeister

bringen neue Zugänge ein und sind eine Bereicherung für die Truppe.“ Die Wirtschaft unternimmt insgesamt große Anstrengungen, um Mädchen für die Technik zu begeistern. Und es gelingt auch, jene Mädchen zu begeistern, die sich für einen technischen Beruf entschieden haben. Für Mädchen gibt es ein riesiges Chancenpotenzial in technischen Ausbildungen aller Fachrichtungen. Die Zahl junger Frauen, die traditionelle Männerdomänen erobern, wächst langsam, aber stetig. Gründe für eine allmähliche Trendwende liegen auch in der wachsenden Attraktivität dieser Arbeitsbereiche durch den Einsatz modernster Technologien sowie auch in den guten Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten.


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Wenn der Lehrberuf der schönste der Welt ist Mit jungen Menschen arbeiten, selber jung bleiben – begeisterte Pädagogen erzählen. Schwarzach. Wenn man mit der Lustenauer Volksschullehrerin Fabienne Hagen (31) über ihren Beruf redet, dann kann die junge Frau gar nicht mehr mit dem Schwärmen aufhören. „Schon als ich selber in die Volksschule ging, schrieb ich meiner Freundin ins Freundinnenbuch, dass ich Lehrerin werden möchte“, erzählt die Pädagogin. Und auch später gab es für sie nie einen Zweifel: Fabienne wollte Volksschullehrerin werden. Sie wurde es. Und sie hat es nie bereut. „Lehrerin sein ist so vieles. Ich unterrichte in einer Integrationsklasse. Da lehrt man Kinder in gewisser Weise gleich doppelt. Ab und zu bin ich auch ein Mutterersatz.“ Hagen erzählt über das In-den-Arm-nehmen von Kindern, darüber, wie sie die Kinder auch lehren muss, Danke und Bitte zu sagen. „Das, was für uns in unserer Kindheit selbstverständlich war.“ Ihre Belohnung für all die Anstrengungen: „Die Dankbarkeit der Kinder.“ Fabienne Hagen unterrichtet bereits das neunte Jahr. Und sie geht immer noch so gerne in die

Schule wie am ersten Tag ihres Lehrer-Daseins. Tolles erstes Jahr Seine ersten Sporen als Lehrer in einer Neuen Mittelschule verdient sich Thomas Warger (26). Der Feldkircher unterrichtet an der ÖkoMittelschule Mäder die Fächer Mathematik und Musik und zusätzlich auch noch Musik, Sport und Geografie. Der frühere Studentenvertreter an der Pädagogischen Hochschule sieht sich in den ersten Monaten seiner Pädagogentätigkeit bestätigt: „Ich habe genau das Richtige studiert und übe jetzt auch den genau richtigen Beruf aus“, sagt Warger im Brustton der Überzeugung. Was für ihn die Faszination des

Schon als Volksschülerin wollte ich Lehrerin werden. Fabienne Hagen

Lehrberufs ausmacht: „Es ist dieser große Spaß und die Freude, Kindern und Jugendlichen etwas beibringen zu können.“ Warger genießt es, an den Entwicklungen und Fortschritten seiner Schüler mitzuwirken und diese dann selber registrieren zu dürfen. „Das gibt dir einfach ein gutes Gefühl. Du weißt, dass du etwas tust, was Sinn macht“, beschreibt der Junglehrer seine Eindrücke. Über-

Neue Lehrerausbildung und viele neue Chancen Feldkirch. Nicht müde wird der Rektor der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, Gernot Brauchle (51), auf die seiner Meinung nach hervorragenden Zukunftschancen für künftige Pädagogen hinzuweisen. „Mit der Lehrerausbildung neu bieten sich völlig neue Möglichkeiten. Man wird nach Abschluss der

Ausbildung nicht nur in Österreich beste Job-Angebote vorfinden, sondern durch das standardisierte wissenschaftliche Format des Studiums auch im Ausland.“ Seit dem laufenden Schuljahr gibt es die Lehrerbildung neu auch erstmals für den Sekundarbereich - für Mittelschulen und höhere Schulen.

dies seien es auch die vielen menschlichen Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen, die ihm Freude bereiten. „Egal ob das Projekttage oder einfach nur die Schulpausen sind. Der Kontakt mit den Kindern außerhalb des Klassenzimmers ist sehr bereichernd.“ Er habe in den ersten Monaten seiner Lehrtätigkeit eine enorme Vielfalt erlebt. „Das ist etwas, was diesen Beruf besonders spannend macht.“ Begeisterung erhalten Während Warger ganz am Anfang seiner Lehrerkarriere steht, befindet sich Lothar Köb (60) in der letzten Phase seines pädagogischen Wirkens. Der Hörbranzer unterrichtet bereits seit 35 Jahren an der Privatschule Marienberg. Und wenn er diese 35 Jahre Revue passieren lässt, „dann denke ich mir gelegentlich, dass ich ja nur noch bis 65 unterrichten sollte. Etwas, das mich fast betrüblich stimmt. Denn ich unterrichte so gerne, dass ich mir gar nicht vorstellen will, das einmal nicht mehr zu tun“, sagt Köb. Am Anfang stand beim zweifachen Vater und einfachen Großvater das Interesse an seinen Fächern Deutsch und Geschichte. Doch dann kam die Liebe zum Unterrich-

Begeisterung ist einer der wichtigsten Faktoren für erfolgreiches Lehren und Lernen. Foto: VN

ten dazu. „Ich tausche mich immer noch sehr gerne mit jungen Leuten aus. Ich finde

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auch manche Entwicklungen im Bildungssystem, wie die Zentralmatura, gut.“

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4 Top-Arbeitsplätze

Auf der Pflegestufe ganz nach oben Die verschiedenen Ausbildungen eröffnen ein breites Feld an Einsatzmöglichkeiten.

Feldkirch. (VN-mm) „Wir liefern. Das ist eine Stärke unserer Schule“, sagt Direktor Guntram Rederer mit dem Selbstverständnis, das Erfolg begründet. Seit bald 50 Jahren sorgt die Gesundheitsund Krankenpflegeschule (GuKPS) in Feldkirch für personellen Nachschub, den Spitäler, Pflegeheime und die Hauskrankenpflege immer dringender benötigen. Deshalb möchte Rederer dieses „Running System“ wie er es nennt, auch für die Zukunft erhalten. Aber speziell im gehobenen Fachdienst sind die Weichen nach der Reform der Pflegeausbildung noch längst nicht gestellt. Andere Bundesländer haben bereits neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Pflegeschulen auf die Beine gestellt. Etwas, das sich Guntram Rederer für Vorarlberg ebenfalls wünschen würde. Doch noch ist alles offen und die dreijährige Diplomausbildung bis 2024 in der derzeitigen Form gesichert.

Tragende Säule Neu sind die Pflegeassistenz­ ausbildung (ein Jahr) sowie die Pflegefachassistenzausbildung (zwei Jahre). Der im April startende erste Lehrgang ist mit 30 bzw. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voll. Beide Ausbildungsbereiche erfordern keine Matura. Die Pflegefachassistenz darf zwar viel, jedoch immer nur unter Aufsicht des gehobenen Fachdienstes. Für diese Ausbildung haben sich 50 Personen angemeldet. In ihr sieht Guntram Rederer die

tragende Säule für das Gesundheitswesen im Land. Deshalb will er sie beibehalten, so lange es geht. Denn: „Alle Landeskrankenhäuser, das Stadtspital Dornbirn, über 60 Pflegeheime und 61 Hauskrankenpflegevereine brauchen den gehobenen Fachdienst.“ Derzeit werden an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Feldkirch 320 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Anteil der Männer liegt zwischen zehn und 15 Prozent mit leichter Tendenz nach oben. Sonderausbildungen Neben der klassischen Pflege deckt die GuKPS auch das Angebot an Sonderausbildungen ab. So besteht etwa die Möglichkeit der Spezialisierung für den Intensiv- und OP-Bereich. Dabei arbeitet Feldkirch mit der Fachhochschule „Gesundheit Innsbruck“ eng zusammen. „Bei uns erhalten die Teilnehmer die praktische Ausbildung, anschließend erwerben sie noch den Baustein ‚Akademischer Pflegeexperte‘, der ihnen die Tür zu einer nächsthöheren Ausbildung öffnet“, erklärt Rederer. Für ihn ist diese Kooperation ein gelungenes Beispiel, wie sich Akademisierung und Praxis auf guter Basis vereinbaren lassen. Berufsumsteiger Auch Gips- und OperationsAssistenten werden an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Feldkirch für ihren Job fit gemacht. Derzeit nehmen 25 Personen an diesem Lehrgang teil. Weitere Kooperationen pflegt die GuKPS mit dem Berufsförderungsinstitut der Arbeiterkammer, der Aqua Mühle sowie der UMIT in Hall, wo

Superkräfte für den OP: Auch sie erhalten ihren Schliff in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule.

Interessierte ein Studium der Pflegewissenschaften absolvieren können. Als wichtig

hat sich außerdem die Einführung einer Stiftung bei der Pflegegesellschaft connexia

erwiesen. Über diese Stiftung können vermehrt vor allem ältere Berufsumsteiger mit

Erfahrung für die Pflegetätigkeit gewonnen werden. „Sie sind unser Potenzial für die Langzeitpflege“, sagt Guntram Rederer.

Ich war vorher in unterschiedlichsten Berufen unterwegs. Irgendwie war ich immer auf der Suche nach Abwechslung. In der Pflege habe ich genau diese gefunden. Auch die Nähe zu den Patienten auf der Krankenstation empfinde ich als etwas Besonderes. Für mich hat das Suchen jedenfalls ein Ende, bald habe ich das Diplom geschafft. Florian Marte (38)

Großteil bleibt im Land Der Zulauf ist in allen Pflegebereichen enorm. Auch, weil sich die Rahmenbedingungen in der Zwischenzeit deutlich verbessert haben „Das Land hat sich diesbezüglich wirklich sehr angestrengt“, lobt Guntram Rederer die Bemühungen der öffentlichen Hand. Ebenfalls als sehr positiv für Vorarlberg zu werten: Ein Großteil der Absolventen bleibt den hiesigen Gesundheitseinrichtungen erhalten.

Umfrage. Was gefällt Dir am Pflegeberuf? Ich wollte beruflich immer etwas mit Menschen tun. Ein Ferialjob im Krankenhaus hat dann Klarheit geschaffen. Nach Abschluss der Diplomausbildung möchte ich in die Akutpflege, um das Gelernte gleich anwenden zu können. Später könnte ich mir schon vorstellen, in ein Seniorenheim oder in die Hauskrankenpflege zu gehen. Annemarie Zottele (20)

Ich habe mir nach der Matura verschiedene Bereiche angesehen. Dabei stellte ich fest, dass die Pflege enorm viele Arbeitsmöglichkeiten bietet. Die Praktika, die wir absolvieren, sind äußerst interessant. Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind gut. Ich möchte nach dem Diplom in der Akutpflege anfangen, um Erfahrungen zu sammeln. Julia Summer (22)

Fotos: khbg, mohr

FHV: Studieren, wo die Jobs sind In Wirtschaft, Technik, Gestaltung und Sozialem werden Bachelorund Master-Studiengänge angeboten.

schaubare Dimensionen und state-of-the-art Technologie. Mit der Mensa und dem Café Schräg ist auch für den kulinarischen Genuss am Campus bestens gesorgt.

Ein Teil der Studiengänge an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) in Dornbirn kann auch berufsbegleitend absolviert werden, einer in dualer Form. Damit ist die FH Vorarlberg eine vergleichsweise kleine Hochschule. Das ermöglicht eine Kultur der offenen Türen und kurzen Wege. Eine weitere Besonderheit der FH Vorarlberg ist der hervorragende Betreuungsschlüssel von eins zu zwölf (Hochschullehrer: Studierende). Das garantiert den jungen Menschen während des gesamten Studiums eine individuelle und persönliche Betreuung. In kleinen Gruppen wird Wissen effizient und praxisnah vermittelt. Der moderne Campus bietet den Studierenden dafür optimale Studienbedingungen und erfüllt alle Ansprüche einer modernen Hochschule: multifunktionale Hörsäle, Seminarräume, hochwertige technische Labors, Multimedia-Räume, Mensa, Café etc. Das Ambiente im Campus an der Dornbirner Ache besticht durch moderne Architektur, helle und kommunikative Begegnungsräume, über-

Forschen an der FH Vorarlberg Die FH Vorarlberg ist eine der forschungsstärksten Fachhochschulen Österreichs. Der Großteil der Forschungs- und Entwicklungsprojekte wird in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Organisationen durchgeführt, die international tätig sind. Die enge Verknüpfung von Forschung und Studium bringt die Studierenden schon früh mit aktuellen

Dornbirn.

Der Talente-Check wird von vielen jungen Menschen in Anspruch genommen und ermöglicht die richtige Berufswahl. Foto: BIFO

Talente-Check im BIFO hilft zum richtigen Job Schwarzach. Die richtige Wahl zu treffen, ist für junge Menschen nicht immer ganz einfach. Nach der Pflichtschule können sie sich für eine weiterführende Schule oder für einen der 170 Lehrberufe in Vorarlberg entscheiden. Doch nur wenn Jugendliche ein Gefühl für die eigenen Stärken, Interessen und Fähigkeiten entwickeln und zudem das Angebot kennen, können sie auch die richtige Entscheidung für sich treffen. Schulen, Unternehmen und das BIFO unterstützen sie auf diesem Weg. Wichtig ist es außerdem, Schnuppertage, Informationsveranstaltungen oder

Tage der offenen Tür in Unternehmen und Schulen zu besuchen. Dort wird den Jugendlichen ein Eindruck vermittelt, was sie erwartet. Es zeigt sich immer wieder, dass diese ganz praktischen Einblicke in den Arbeitsalltag, in die wichtigsten Aufgaben und Tätigkeiten, den Blick öffnen und für die Jugendlichen sehr hilfreich sind. Einblick in die Praxis Mit dem Talente-Check erhalten die Jugendlichen einen Einblick in ihre Stärken, Fähigkeiten und Interessen. Das erleichtert ihnen die Suche nach der passenden weiteren Ausbildung.

Forschungsfragen in Berührung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende forschen an der FH Vorarlberg in den Bereichen Prozess- und ProduktEngineering, Mikrotechnik, Nutzerzentrierte Technologien, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und Energie. Sowohl Studium als auch Forschung sind international ausgerichtet und ermöglichen Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wertvolle Auslandserfahrungen. 1500 Gaststudenten Auch die Internationalisierung wird an der FH Vorarl-

berg großgeschrieben und das nicht erst seit heute. Bereits im Jahr 1998 öffnete sich die Hochschule für Studierende anderer Universitäten und Fachhochschulen. Im ersten Jahr kamen zwölf Gaststudierende für ein Semester nach Dornbirn. Mittlerweilen kann die FH Vorarlberg jedes Jahr rund 120 Studierende aus der ganzen Welt begrüßen. Im vergangenen Sommersemester machten 50 Gäste aus insgesamt 18 Ländern an der FH Vorarlberg ihr Auslandssemester. Insgesamt haben bereits 1500 Gaststudenten in Dornbirn gelernt, gelebt und so auch Vorarlberg kennengelernt.

Am Tag der offenen Tür zeigen die Studierenden der Fachhochschule, wie spannend Lernen sein kann und wie zukunftsorientiert das Angebot ist. Foto: FH


Weder wettbewerbsfähig noch alltagstauglich: Das österreichische Arbeitsrecht behindert mit seinem engen Zeitkorsett Unternehmer und Mitarbeiter gleichermaßen! Wir fordern daher: Mehr Flexibilität und mehr Freiheit bei der Gestaltung von Arbeitszeiten!

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6 Top-Arbeitsplätze

Zukunft im Gewerbe und Handwerk Karriere im Gewerbe und Handwerk ist mehr denn je eine Option für junge Menschen.

Feldkirch. Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk ist mit aktuell 3222 Lehrlingen der größte Lehrlingsausbildner im Land. Nach Abschluss der Lehre öffnen sich den jungen Menschen tolle, zukunftsträchtige berufliche Möglichkeiten. Im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk werden mit Abstand die meisten Lehrlinge ausgebildet. Auf die 3222 Lehrlinge folgen an zweiter Stelle 1494 Lehrlinge in der Industrie und auf Platz drei 859 im Handel. Nicht weniger als 1061 Betriebe im Gewerbe und Handwerk bilden Lehrlinge aus, gefolgt vom Handel mit 302 Betrieben. Das Gewerbe und Handwerk in Vorarlberg ist kleinund mittelbetrieblich strukturiert. Die Lehrlinge haben dadurch die Chance, umfassend und eingebettet in die Unternehmerfamilie ausgebildet zu werden.

Das Gewerbe und Handwerk in Vorarlberg bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich beruflich zu verwirklichen.

Dem jungen Facharbeiter eröffnen sich zahlreiche weiterführende Bildungsmöglichkeiten.

Ausbilder als Mentor Der direkte Kontakt zum Meister beziehungsweise zum Firmenchef ist ein besonderer Vorzug einer Lehre im Gewerbe und Handwerk. Der Ausbildner nimmt eine Mentorenrolle ein, die bis zu einer Art Ersatzvaterschaft gehen kann. Die Betreuung erfolgt auf einer persönlichen Ebene und individuel-

Bernhard Feigl, SO

len Schiene und wird nicht irgendwohin delegiert. Spezielle Leistungen der jungen Menschen genießen eine außerordentlich hohe Wertschätzung, mögliche Schwä-

chen gleicht man gemeinsam aus. Nicht zuletzt aufgrund der aktuell sehr guten Konjunkturlage im Gewerbe und Handwerk besteht eine große Nachfrage nach Fachkräften. Die Lehre in der Branche erweist sich auch deshalb als besonders zukunftsträchtig. „Die Ausbildung ist mit dem erfolgreichen Absolvieren der Lehrabschlussprüfung freilich noch lange nicht abgeschlossen, wenn der junge Mensch Interesse hat, sich weiterzuentwickeln“, betont

Bernhard Feigl, Spartenobmann Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Dem jungen Facharbeiter eröffnen sich weitere Möglichkeiten. So besteht beispielsweise die Chance zur „Lehre mit Matura“. Im Anschluss an die Matura kann überdies ein Studium in Angriff genommen werden. Dieser Bildungsweg setzt eine Portion Engagement für die eigene persönliche Zukunft voraus. Wer sich der Herausforderung stellt, dem stehen

Fotos: WKV, Meznar

ganz viele berufliche Türen offen. „Beruf mit Zukunft“ ist gerade vor diesem Hintergrund alles andere als eine leere, nichtssagende Phrase. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, dass der junge Facharbeiter die Meisterprüfung bzw. die Befähigungsprüfung anstrebt und über diese Schiene seine Ausbildung erfolgreich fortsetzt. Der Gang in die Selbstständigkeit kann am Ende dieser Kette stehen. Schließlich spricht ein ganz banales, aber dennoch nicht

zu unterschätzendes Argument für eine Lehre im Gewerbe und Handwerk, statt des Besuchs einer weiterbilden Schule. Die Lehrlinge verdienen im Rahmen der Ausbildung bereits ihr eigenes Geld und können sich damit zahlreiche Annehmlichkeiten leisten. Die Kombination von erstklassiger Ausbildung und ausgezeichneter Berufsmöglichkeiten macht eine Lehre im Gewerbe und Handwerk zu einer Investition in eine erfolgreiche Zukunft.

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7 Kompetenz und Beratung

Sich beruflich verändern, das wollen viele. Doch wirklich noch einmal neu durchzustarten, erfordert Mut und das Wissen über die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Ein ganz einfacher Weg, sich über die eigenen Fähigkeiten und Talente klarer zu werden, ist ein kompetentes neutrales Gegenüber, das gezielt Fragen stellt. Das BIFO bietet bei der Bildungs- und Berufsberatung kompetente Unterstützung an. Ein neues Angebot ist die „Kompetenz+Beratung“, die zusammen mit dem WIFI angeboten wird. In zwei Workshops erstellen die Teilnehmer ihr Kompetenzprofil und legen den Aktionsplan fest.

Dornbirn.

Umfassende Ausbildung

Schwarzach. Der Arbeitsmarkt unterliegt einem ständigen Wandel. Fortschritt und Weiterentwicklungen haben einen großen Einfluss auf die Arbeitswelt. Nicht nur der Vorarlberger Arbeitsmarkt verändert sich. Durch die internationale wirtschaftliche Vernetzung kann es zu weltweiten Veränderungen und Entwicklungen kommen. Nicht jeder neue Beruf, der entsteht, muss in den nächsten Jahren gefragt sein, genauso wie nicht zwangsläufig ein Beruf, den es schon länger gibt, keine Zukunftsperspektiven haben muss. Die beste Basis ist jedoch eine umfassende Ausbildung.

Ein Upgrade in die neue digitale Welt Ab Sommer gibt es den Ausbildungsschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ im österreichischen Handel. Die Wirtschaftskammer will die Lehre im Handel an den digitalen Wandel anpassen. Ab Sommer gibt es den Schwerpunkt „Digitaler Verkauf“, und ab 2018 sollen Betriebe den neuen Lehrberuf Onlinehändler anbieten können. Der E-Commerce-Kaufmann könnte im Lehrberufspaket 2018 enthalten sein, sagte Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der WKÖBundessparte Handel. Eine Anpassung der Lehre im Handel an den digitalen Wandel ist ob der Verschiebung der Prioritäten im Handel höchst notwendig, denn der digitale Verkauf nimmt ständig zu. Für den Lehrberuf Onlinehändler gibt es auch großes Interesse, wie die Wirtschaftskammer Österreich berichtet, die spätestens im nächsten Jahr die ersten Jugendlichen in diesem neuen Beruf ausbilden will.

Wien, Schwarzach.

Digitale Transformation Für den neuen Lehrberuf braucht es noch grünes Licht der Sozialpartner und des Wirtschaftsministeriums, die Wirtschaftskammer rechnet

aber mit keinem Widerstand. „Wir wollen die österreichischen Händler ermutigen, die digitale Transformation anzugehen und nicht nur auf Veränderungen zu reagieren“, meinte Thalbauer. Die österreichischen Händler kämpfen im Onlinehandel seit Jahren mit ausländischer Mitbewerbern wie Amazon, Zalando & Co. Während alle heimischen Onlineshops im Jahr 2016 einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro erzielten, lag der Umsatz von Amazon in Österreich bei mehr als einer halben Milliarde Euro. Social-Media-Kompetenz Zu den bisher angebotenen 15 Fachschwerpunkten in der Einzelhandelslehre (u. a. Lebensmittel, Mode, Elektronik, Kfz) können Lehrlinge und Lehrbetriebe ab dem Ausbildungsjahr 2017/18 zusätzlich den Schwerpunkt „Digitaler Verkauf“ wählen. Der Schwerpunkt wird für fünf Jahre als Pilotprojekt eingerichtet und dann soll

Der Schwerpunkt wird für fünf Jahre als Pilotprojekt eingerichtet. Barbara Thaler, Online-Expertin

entschieden werden, ob die Inhalte im Regellehrberuf integriert werden. Auch wenn Jugendliche mit Social Media aufgewachsen seien, müssten sie spezielle Kenntnisse für den Onlinehandel lernen, so Barbara Thaler, Onlinemarketing-Expertin und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol. Für den professionellen Umgang mit Social Media und Kundenbewertungen sowie Newsletter und Produktbeschreibungen benötige man Erfahrung. Interesse am Handel Die Wirtschaftskammer Österreich erhofft sich durch den Onlineschwerpunkt in der Einzelhandelslehre und den E-Commerce-Kaufmann, dass sich wieder mehr Jugendliche für eine Lehre im Handel interessieren. Aufgrund des demografischen Wandels und der Konkurrenz mit anderen Bildungsangeboten ist die Zahl der Lehrlinge in Gesamtösterreich rückläufig. Händler beklagen, nur schwer geeignete Lehrlinge finden zu können, und haben im Rahmen der letzten KV-Verhandlungen die Lehrlingsentschädigung um neun Prozent angehoben, um den Anreiz für eine Lehre im Handel zu erhöhen. Im ersten Lehrjahr bekommen die Lehrlinge heuer 570 Euro,

Der österreichische Handel lanciert die Ausbildung zum Onlinehändler, eine Lehre mit Zukunft. Fotolia

im zweiten Jahr 720 Euro, im dritten 1020 Euro und im vierten Lehrjahr 1070 Euro.

Im Handel gibt es rund 15.000 Lehrlinge, davon 11.000 im Einzelhandel.

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8 Top-Arbeitsplätze

Kommunikation zwischen Mensch und Roboter Direkte Kommunikation – vom Produkt bis zur Firmenkultur bei Servus Intralogistics. Kollaborative Ro­ boter nennen sich die ma­ schinellen Helfer, die Hand in Hand mit Menschen an einem Arbeitsplatz zusam­ menarbeiten. Sie arbeiten nebeneinander her, oder sie arbeiten zusammen Hand in Hand, in jedem Fall aber arbeiten sie stillschweigend miteinander. Bei Servus Int­ ralogistics in Dornbirn hinge­ gen kommunizieren Mensch und Roboter sogar mitein­ ander. „Wir sehen direkt am bewegten Produkt, was wir programmiert haben und wie sich der Transportrobo­ ter verhält“, sagt Christian Hämmerle und ergänzt: „Und genau das ist das Spannende an unserer Tätigkeit hier bei Servus. Wir bekommen di­ rektes Feedback von unseren Transportrobotern.“

Dornbirn.

Keine Nerds im Keller Die Softwareexperten von Servus kommunizieren aber nicht nur mit den Robotern, sondern auch mit den Kun­ den. Das Bild vom Nerd im Keller trifft in modernen

Unternehmen schon lange nicht mehr zu. Die Transport­ roboter sind Teil von maßge­ schneiderten Intralogistik­ anlagen, die Servus in alle Welt liefert. Diese Intralogis­ tikanlagen kommen in un­ terschiedlichsten Branchen zum Einsatz. Die Liste reicht von Google über Miele bis hin zu Illy-Kaffee oder Audi. Aber auch Vorarlberger Unterneh­ men, die weltweit erfolg­ reich sind, wie etwa Zumto­ bel, Schelling, Omicron oder Amann Girrbach, zählen in puncto effiziente Intralogis­ tik auf die blauen Schwarm­ roboter. Für Hämmerle ein weiterer Grund, warum der Job bei Servus Spaß macht. „Es ist hochinteressant, mit sogenannten Global Playern oder Hidden Champions zu­ sammenzuarbeiten.“ Ausbildung an der FHV Hämmerle absolvierte zu­ nächst eine Lehre als Elekt­ roniker, ehe er an der Fach­ hochschule Vorarlberg den Masterstudiengang in Infor­ matik besuchte und anschlie­ ßend zu Servus Intralogistics wechselte. Wie sich her­ ausstellen sollte war es ein hervorragender Weg, den er einschlug. Heute leitet er die

Ein kreatives Umfeld für Techniker: Bei Servus funktioniert die Kommunikation der Nationen und zwischen Mensch und Roboter.

Abteilung, die für das soft­ waretechnische Zusammen­ spiel zwischen der kunden­ seitigen Software und den autonomen Transportrobo­ tern verantwortlich ist. „Die Ausbildung an der FH bildete eine hervorragende Basis für die spätere Praxis“, sagt der gebürtige Dornbirner. Der Softwareanteil von Pro­ dukten gewinnt im Zuge von Industrie 4.0 immer mehr an Bedeutung. Aus „dummen Produkten werden intelli­ gente Produkte“. Bei Servus heißt das, dass die Transport­ roboter mit anderen Sys­ temkomponenten kommu­ nizieren, selbstständig den kürzesten Weg zum Ziel fin­ den, ständig dazulernen und innerhalb eines Prozesses die Entscheidungsgewalt über­ nehmen können. „Und für diesen Teil sind eben unsere Softwareent­ wickler verantwortlich. In diesem Bereich suchen wir laufend nach Verstärkung. Egal ob C#, C++ Programmie­ rer oder Softwaretester“, er­ klärt Christian Beer, Inhaber und Geschäftsführer von Ser­ vus Intralogistics. Er ist über­ zeugt, dass diese Entwick­ lung bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist. „Ganz im Gegenteil“, sagt Beer, „was die Möglichkeiten im Soft­ warebereich betrifft, stehen wir erst am Beginn.“ Viele Nationen sagen Servus Wenngleich Vorarlberg mit dem Informatik-Studiengang an der Fachhochschule und dem Zweig für Elektronik und Technische Informatik an der HTL über eine gute Ausbildung in diesem Bereich verfügt, werden wesentlich mehr Softwaremitarbeiter benötigt, als ausgebildet wer­ den. Die Heron-Gruppe hat deshalb schon vor Jahren als einer der ersten Betriebe ak­ tiv nach Fachkräften in Spa­

Lösungen von Servus sind gefragt. Der Arbeitsplatz hat internationales Flair und Zukunft.

nien gesucht – und ist damit gut gefahren, wie die Erfah­ rung zeigt. „In Spanien wurde der enorme Bedarf an IT- und Softwarefachkräften sehr früh erkannt und eine her­ vorragende Ausbildung in­ stalliert. Jedoch gibt es in Spanien nicht genügend Arbeitsplätze. Daraus ergab sich eine Win-win-Situation für die spanischen Program­ mierer und uns“, ist Beer froh, in den Spaniern nicht nur gute Fachkräfte, sondern auch langjährige Mitarbeiter gewonnen zu haben. Denn

aufgrund der hohen Lebens­ qualität und der Vielzahl an Möglichkeiten von Freizeit­ aktivitäten hat der Großteil der Spanier seine Zelte lang­ fristig in Vorarlberg aufge­ schlagen. „Unkomplizierter Umgang“ Einer von ihnen ist Jorge Na­ varro Gonzales. Er kam als einer der ersten Spanier vor fünf Jahren aus Madrid nach Dornbirn. Ihn hat vor allem die offene Firmenkultur mit flacher Hierarchie angespro­ chen. „Wir haben kurze Kom­ munikationswege und einen

Fotos: VN/Steurer

einfachen und unkomplizier­ ten Umgang miteinander. Das hat uns Spaniern am Anfang sehr geholfen“, sagt Gonza­ les, der fließend deutsch spricht. Firmenchef Christian Beer ist sich sicher: „Inno­ vative Produkte gepaart mit einer offenen Firmenkul­ tur und einer ansprechen­ den Arbeitsumgebung sind die Grundlage für die Jobs der Zukunft und die Wett­ bewerbsfähigkeit des Wirt­ schaftsstandortes Vorarlberg und seiner Attraktivität für gutausgebildete Fachkräfte.“

Mittelsmann des digitalen Wandels Durch Fortbildung und Studium wurde aus Anlagentechniker IT-Spezialist. Bregenz. Johannes Battlogg ist stets auf der Suche nach Prozessen, die standardisiert, im Anschluss digitalisiert und somit automatisiert wer­ den können. Am Ende des Tages geht es immer darum, den Kunden noch besseren Service zu bieten. Johannes Battlogg ist seit seiner Lehre zum Anlagenelektriker Ende der 1990er-Jahre bei Illwer­ ke VKW beschäftigt. Vor fast zehn Jahren wechselte er in die IT – damals noch als Techniker, der Notebooks reparierte. Durch verschie­ denste berufsbegleitende Fortbildungen und ein Mas­ terstudium im Bereich Ma­ nagement in Information und Business Technologies hat sich der heute 33-Jährige zum IT-Spezialisten entwi­ ckelt und ist hauptsächlich mit Anforderungen aus dem Kundenbeziehungsmanage­

ment beschäftigt. Was dabei genau seine Aufgaben sind, ist gar nicht so leicht zu erklä­ ren, denn Battloggs Jobprofil ist abwechslungsreich und technisch komplex. Er ist unter anderem eine Art Bin­ deglied zwischen den einzel­ nen Fachbereichen und der Als Software-Entwicklung. solches kümmert er sich da­ rum, dass der eine versteht, was der andere braucht, um schließlich dem Endkunden einen noch größeren Mehr­ wert bieten zu können: „Soft­ wareentwickler sprechen eine ganz andere Sprache als

Zukunft in der IT Illwerke VKW wird immer digitaler und es entwickeln sich laufend neue Betätigungsfelder: Vom IT- und Prozessmanagement über Servertechnologien bis hin zur Smart-MeterTechnologie eröffnen sich zahlreiche spannende Einstiegsmöglichkeiten mit viel Weiterentwicklungspotenzial. Aktuelle Stellenangebote sowie weitere Informationen zum Arbeitgeber Illwerke VKW im Internet unter www.illwerkevkw.at

beispielsweise die Kollegen im Kundenservice oder Ver­ trieb. Hier komme dann ich als Übersetzer ins Spiel“, er­ läutert Battlogg. Vielfalt IT Das ist freilich nur eine der vielen Herausforderungen, mit denen der Wolfurter täglich zu tun hat. Daneben gilt es zum Beispiel, Anfor­ derungen, die die einzelnen Fachbereiche an IT-Lösun­ gen haben, aufzunehmen, diese richtig zu dokumen­ tieren und sofern möglich umzusetzen. Laut Johannes Battlogg komme es nämlich nicht selten vor, dass viele dieselben oder ähnliche Pro­ blemstellungen haben, diese allerdings anders erklären. Durch Diskussion der Mög­ lichkeiten sind Lösungen oft auch kurzfristig realisierbar. „Digitalisierung bietet die Chance, gewisse Arbeiten zu automatisieren, und schafft somit Zeit für Aufgaben, die nicht standardisiert werden können“, so der Vater einer

Tochter, der nicht nur im Berufsleben, sondern auch privat auf dem neuesten technologischen Stand ist: So nutzt er in seinem erst vor Kurzem fertiggestellten Haus die Smart-Home-Technologie – von den Jalousien, die sich von selbst dem Sonnenstand anpassen, bis zur automati­ schen Gartenbewässerung, die durch die Wettervorher­ sage, den Feuchtigkeitsge­ halt im Boden und den Ra­ senmähroboter automatisch gesteuert wird. Die „smarte“ Technologie erleichtert Fa­ milie Battlogg somit tägliche Handgriffe. Alles im digitalen Wandel Wenn der IT-Spezialist nicht gerade damit beschäftigt ist, sich um aktuell anstehende Veränderungen im Bereich Kundenbeziehungsmanage­ ment zu kümmern, arbeitet er als Teil einer Arbeitsgrup­ pe unter anderem an der Weiterentwicklung der VKW Online-Services. Schon jetzt können Kunden dort etwa

Nach verschiedensten Fortbildungen und einem Masterstudium kümmert sich Johannes Battlogg um gute Kundenbeziehen. Foto: Hagen

ihre Rechnungen beziehen, Produkte wechseln oder den Zählerstand eingeben. In Zu­ kunft wird noch einiges mehr möglich sein, schließlich ist man sich bei Illwerke VKW darüber im Klaren, dass der digitale Wandel vor nichts und niemandem Halt macht.

Eine Tatsache, über die sich Battlogg alles andere als un­ glücklich zeigt: „Ich gehe davon aus, dass mein Job in fünf Jahren wieder anders ausschauen wird. Ich hoffe es zumindest, denn so kann auch ich mich kontinuierlich weiterentwickeln.“


SAMSTAG/SONNTAG, 11./12. MÄRZ 2017 VORARLBERGER NACHRICHTEN

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Samstag/Sonntag, 11./12. märz 2017

10 Top-Arbeitsplätze

Akademie für die Mitarbeiter Auch mit Lehre und anderen Ausbildungen kann man studieren, z. B. an der Wirtschaftsuniversität in Wien. Foto: APA

Viele Wege ermöglichen den Zugang an die Uni Der Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien ist vielfältig und für viele offen. SChwarzach. Nicht alle jungen Leute wollen gleich nach der Pflichtschule eine vieroder fünfjährige Schulausbildung machen, um die Matura zu erlangen und danach zu studieren. Vielfach steht zunächst der Wunsch nach praktischer Berufserfahrung und nicht zuletzt nach eigenem Einkommen im Vordergrund. Im Laufe der Lehrausbildung kann das Interesse an Schulbildung und am Matura-Abschluss wieder erwachen. So können Jugendliche schon während der Lehre anfangen, sich auf die Berufsreifeprüfung vorzubereiten und eine Lehre mit Matura absolvieren.

Den Zugang zu Universität oder Fachhochschule kann auch eine Studienberechtigungsprüfung öffnen. Drei bis vier Pflichtfächer und ein bis zwei Wahlfächer werden geprüft. Die Auswahl eines bestimmten Studienfaches ist für die Studienberechtigungsprüfung Voraussetzung. Die Matura kann z. B. an der Abend-HAK in Bregenz erworben werden. Das Mindestalter für diesen Weg ist 17 Jahre, der Schulbesuch ist dabei berufsbegleitend. Für Personen mit Lehrabschluss oder Absolventen von Fachschulen stehen noch weitere Möglichkeiten offen. „Voraussetzung für alle diese alternativen Wege zu Matura und Studium ist ein hohes Maß an Selbstmotivation und Zielstrebigkeit“, macht BIFOBeraterin Melanie Batka aber aufmerksam.

Fördernde Ausbildung ermöglicht beim Lebensmittelhändler Sutterlütty weitere Karriereschritte. EGG. Seit

dem Jahr 1999 bietet die Vorarlberger Lebensmittelhandelskette Sutterlüty allen ihren Teammitgliedern mit der unternehmensinternen Sutterlüty Akademie ein zeitgemäßes Ausbildungskonzept mit einzigartigem Laufbahnmodell. Wer sich bei Sutterlüty beruflich und persönlich erfolgreich weiterentwickeln will, braucht neben Ausdauer auch Motivation, laufend dazuzulernen und sich weiterzubilden. „Viele Ausbildungsmodelle entwickeln wir selbst und können so ganz gezielt kompetente Expertinnen und Experten im Haus ausbilden. Über 200 Schulungstage pro Jahr werden über die Sutterlüty Akademie in Form von Kursen, Fortbildungen und Exkursionen angeboten. Im Akademiekalender finden unsere Teammitglieder laufend die aktuellen Termine für die angebotenen Schulungen“, erläutert Personal-

entwicklerin Eva Wolf und ergänzt begeistert: „Letztes Jahr beteiligten sich 960 Teilnehmende an 79 Schulungen, Seminaren und Events.“ Neben Fachausbildungen (z. B. Käsesommelière, Fleischsommelière) werden auch viele persönlichkeitsbildende Seminare geboten (Seminare und Workshops für Lehrlingsmentoren, Verkaufsschulungen, um nur einige zu nennen). Zudem können sich die Mitarbeiter beim Lebensmittelhändler, der seine Zentrale in Egg hat, in Bereichen der Arbeitssicherheit ausbilden lassen, beispielsweise zur Sicherheitsvertrauensperson oder zum Brandschutzwart. Ausbildungsprogramm Für Lehrlinge gibt es in der unternehmenseigenen Akademie zusätzlich ein an sie angepasstes Ausbildungsprogramm. Der Besuch des Grundseminars ist für ein neues Teammitglied nur die erste Stufe auf einer möglicherweise steil nach oben führenden Sutterlüty Karriereleiter. Der Weg an die Teamspitze ist von (Persönlichkeits-) Fachleuten beglei-

Dietmar Baldauf hat bei Sutterlüty Karriere gemacht und ist nun Marktmanager in Lustenau. Foto: Kerber

tet und führt oft rasch nach oben. Ein erfreuliches Beispiel für die erfolgreiche Ausbildung ist Dietmar Baldauf.

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Energiezukunft gestalten.

Er ist als Lehrling im Jahr 2004 eingestiegen, seit 2011 Marktmanager-Stellvertreter und seit 2016 ambitionierter Marktmanager in Lustenau.


SAMSTAG/SONNTAG, 11./12. MÄRZ 2017 VORARLBERGER NACHRICHTEN

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Starke Menschen für starke Medien – der Erfolgsfaktor Mitarbeiter Die Herausforderungen der Medienbranche ändern sich laufend. Proaktives Agieren bei neuen Trends und Entwicklungen am Markt ist daher eine Erfolgsprämisse von Russmedia. Die Basis dafür sind mehr als 1450 gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die an 28 europäischen Standorten gruppenweit für das Unternehmen tätig sind. Als das progressivste Medienunternehmen Europas bietet Russmedia ein zukunftsbejahendes, modernes Arbeitsumfeld, in dem jeder Mitarbeiter ermutigt wird, selbst Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch zu denken. Leistungsorientierung ist zentraler Bestandteil des täglichen Schaffens. Und die Erwartungen sind hoch: Bei Russmedia wird unternehmerisch gedacht und gearbeitet. Man lernt nie aus, sondern sucht immer nach

Barbara Bechter Leitung Finanzen/ Personal

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an sich ständig ändernde Bedingungen sind wichtige Kernkompetenzen unserer Mitarbeiter.

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neuen Lösungen und Verbesserungen. Effizienz, Fach- und Führungsstärke sind gefragt. Zugleich erhalten Mitarbeiter durch flache Hierarchien schnell Entscheidungskompetenz, selbstständiges Arbeiten

Veronika Böhler Leitung VN-Marketing

Bei Russmedia werden Frauen in Führungspositionen stets gefördert und in ihren Aufgabenbereichen optimal unterstützt.

wird gefördert – und auch gefordert. Führungskräfte werden vorrangig intern nachbesetzt. Dies macht auch Einstiegspositionen als Karrieresprungbrett bei Russmedia ANZEIGE attraktiv.

Im Rahmen des Events Russmedia INSIDE lädt die Geschäftsleitung alle Mitarbeiter quartalsmäßig zum informativen Austausch mit spannenden Einblicken und gemütlicher Afterparty.

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