33. Vorarlberger Wirtschaftsforum
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Global. Lokal. Digital.
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FREITAG, 11. NOVEMBER 2016
33. Vorarlberger Wirtschaftsforum 3 www.vol.at Mehr Bilder und Videos
Kommentar
Gerold Riedmann
Die digitale Chance
Vertreter aus Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Gesellschaft und Interessenvertretungen erhielten Einblick in neue Technologien und internationale Märkte.
Digitalisierung im Fokus des Wirtschaftsforums Über 500 Besucher folgten den Referenten beim Thema „Global. Lokal. Digital.“.
Mit dem Themenschwerpunkt des heurigen Wirtschaftsforums „Global. Lokal. Digital.“ haben die Veranstalter auch heuer den Puls der Zeit getroffen. Das zeigten die zahlreichen begeisterten Reaktionen der Teilnehmer. Über 500 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Wirtschaftspolitik, Interessenvertretungen und Gesellschaft aus der ganzen Bodenseeregion folgten beeindruckt den Ausführungen der sechs Topreferenten, die das heurige Thema dieser internationalen Wirtschaftstagung aus den verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Und sie applaudierten, als Heidi und Paul Senger-Weiss mit dem von der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer und den Vorarlberger Nachrichten vergebenen „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das Lebenswerk“ geehrt wurden (siehe Seite 9). BREGENZ.
Ein wichtiger Treffpunkt Das Wirtschaftsforum wurde auch bei der 33. Auflage seiner Rolle als wichtiger Treffpunkt gerecht und diente der äußerst bedeutsamen Vernetzung der wirtschaftlichen Kräfte in Vorarlberg. Damit leistet die größte Wirtschaftsveranstaltung des Landes auch einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur Stärkung des Standorts. Den Veranstaltern ist es auch heuer wieder gelungen, mit Themen wie „Künstliche Intelligenz wird alles ändern“, „Corporate World
WKV-Direktor Helmut Steurer: „Internationalisierung wichtig“.
IV-Präsident Ohneberg: „Digitalisierung ist große Chance.“
VN-Chefredakteur Gerold Riedmann schilderte zur Begrüßung die Dringlichkeit und Aktualität der Tagungsschwerpunkte.
meets Start-up – wie beide voneinander profitieren“, „Gratis-Kultur des Internets – sind gute Inhalte noch etwas wert?”, „Iconic Change – die Zukunft des digitalen Autos“, „Chinas ,Neue Normalität‘ – Ausblick und Risiken aus der Sicht des IWF“ und „Russland und die EU – wer gewinnt und wer verliert?“ für spannende Diskussionen in den Pausen und beim abschließenden Weißwurstessen zu sorgen. Gerold Riedmann, VN-Chef-
33. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung
redakteur, zum heurigen Wirtschaftsforum: „Zahlreiche Besucher des Wirtschaftsforums äußerten sich begeistert, dass die Themen Digitalisierung, Kommunikation und große Themen wie die Einschätzung so entscheidender Märkte wie Russland und China besprochen und erläutert wurden, die auch in Zukunft von größter Bedeutung für Vorarlberg sein werden.“ Wirtschaftskammerdirektor Helmut Steurer nahm in seiner Begrüßung auf die
Eine Initiative von
globalen Märkte bezug. Noch unter dem Eindruck einer Wirtschaftsreise in den Iran, betonte er, wie wichtig die Internationalisierung ist. „Bei vielen Gesprächen kam der Wunsch zum Ausdruck, endlich wieder in die internationale Wirtschaft eingebunden zu sein.“ Deshalb sei der zweite Schwerpunkt neben der Digitalisierung der heurigen Tagung auf die wichtigen Märkte China, Russland und EU gelegt. Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, zum Thema des heurigen Wirtschaftsforums: „Viel zu wenig diskutieren wir die Chancen, die die Digitalisierung – unter den richtigen Rahmenbedingungen – zu bieten hat. Ich bin felsenfest von fünf Punkten im Zusammenhang mit der Digitalisierung überzeugt: Digitalisierung schafft neue qualitative Arbeitsplätze, ohne Digitalisierung wird es keine weitere Industrialisierung geben, sie schafft Produktions- und Ressourceneffizienz, aber sie bedarf anderer Kompetenzen als wir sie heute ausbilden. Und auch das war neu: Mit völlig neuer Bühnentechnik überraschte das Wirtschaftsforum seine Besucher: Packende Animationen vom Dornbirner Unternehmen Medienzoo und Vorarlbergs größte schwebende LEDWand von Peter Huber (Peterline) sorgten für einen WowEffekt. 34. Wirtschaftsforum 2017 Inzwischen laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste Wirtschaftsforum an. Es wird am 9. November 2017 stattfinden.
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Politiker sprechen nicht gern darüber, das Thema gilt als abgehoben, als undankbar, als keine Wahlstimmen bringend. Wir alle haben es schon zu oft als Zukunftsthema in Floskeln verpackt gehört. Jedoch erleben wir derzeit tatsächlich die grundlegendste Veränderung seit der Industrialisierung. Die Digitalisierung bringt für jede Branche Überraschungen. Gute und ja, auch schlechte. Jedenfalls Neuigkeiten, die uns den Mut zur Veränderung immer schmackhafter machen. Künstliche Intelligenz, kurz KI, steckt in immer mehr Produkten unseres Alltags. Egal, ob Ihre Heizungssteuerung lernt, wann Sie zuhause sind und wann nicht oder Ihr Versicherer entscheidet, ob er Sie privat versichert oder nicht. Oder ob Ihre Kundenanfrage nicht vom Callcenter, sondern von Bots beantwortet wird. Mathematische Formeln und Programmcodes beeinflussen unser Leben heute schon maßgeblich. Nein, die Digitalisierung ist wahrhaftig kein Thema, das künftig für uns relevant wird. Vorarlberg hat heute schon Unternehmer, die federführend im 3D-Druck sind. Vorarlberg forscht heute schon an zentimetergenauer Positionsbestimmung für selbstfahrende Autos. Und Elektroautos mit Autopilot fahren heute schon dank selbstverbessernden Algorithmen ganz elegant auf der Rheintalautobahn. Die Digitalisierung ist längst für Vorarlberg relevant, für jedes Unternehmen. Es lohnt sich, schon mal voranzugehen, Erfahrungen zu sammeln und einen Diskurs über die fraglos heftigen gesellschaftlichen Auswirkungen zu beginnen. Handeln wir dementsprechend? Diese Frage muss sich jeder von uns gefallen lassen. Denn wir haben eine verführerische Position. Vorarlberg ist jenes Bundesland, das aus Tradition behauptet, überall federführend zu sein – oft ohne zu wissen, wo andere Regionen wirklich stehen. Sorgenvoll stimmt auch, dass Vorarlberg jenes Bundesland ist, das keine Universität sein Eigen nennt. Wer an die Uni will, muss über die Landesgrenze oder über den Arlberg, jedenfalls weg aus Vorarlberg. Und zurück kommt von jenen, die wir in die Ferne schicken, gefühlt weniger als ein Drittel. Der bundespolitische Kontext lässt den Schluss zu, dass neben den nächsten Beliebtheitswerten hauptsächlich ein Neuwahltermin im Herbst 2017 im Fokus des Handelns steht. Ob aber die Republik noch in der Lage dazu ist, Wahlen durchzuführen, bleibt unklar. Unternehmer kennen das: Wer jammert, wer sich nur auf die Politik verlässt, wird am Ende nicht auf dieser Bühne stehen. Wir stehen mitten in großen Veränderungen. Veränderungen einfach geschehen zu lassen, ist nicht unsere Art. Vorarlberger Wirtschaftstreibende zeichnet es aus, Veränderungen aktiv mitzugestalten. Auch das Vorarlberger Wirtschaftsforum wandelt sich, gemeinsam mit Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung setzen wir in diesem Jahr klarer als bisher digitale Impulse. „Global. Lokal. Digital.“ ist die Chance, die sich Vorarlberg bietet. gerold.riedmann@vorarlbergernachrichten.at, Twitter: @geroldriedmann, Tel. 05572/501-320
QR-Codes: Interviews als Video anschauen
SCHWARZACH. Noch mehr Einblick ins Geschehen und zu Erfahrungen und Wissen der Vortragenden des Vorarlberger Wirtschaftsforums gestatten die Mitschnitte, die auf VOL.AT zu sehen sind. Die Interviews mit den Vortragenden des 33. Vorarlberger Wirtschaftsforums im Festpielhaus Bregenz von Jürgen Schmidhuber bis Siegfried Wolf wurden von VOL.AT mitgeschnitten und können mittels QR-Code direkt auf allen gängigen Smartphones verfolgt werden. In der VOL.AT-App unter „Services“ auf „QR-Code“ drücken. Anschließend fotografieren Sie den beim VN-Artikel abgedruckten QR-Code
Den QR-Code einfach scannen.
ab, und schon wird das Video direkt auf dem Smartphone angezeigt. Link zur VOL.AT-iPhone-App: Einfach mit Ihrem iPhone die Webseite qr.vol.at aufrufen, um die Gratis-App zu laden.
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4 33. Vorarlberger Wirtschaftsforum Statements der Veranstalter
Wettbewerbsfähigkeit auch weiterhin stärken
Vorarlbergs Wirtschaft präsentiert sich leistungsfähig und robust. Das ist der Verdienst von innovativen Unternehmen, hoch motivierten Mitarbeitenden und guten Rahmenbedingungen. Aus Landessicht geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken: durch Investitionen in die Beschäftigung, durch Bürokratieabbau, durch Investitionen in Infrastruktur sowie in Bildung und Forschung. Sich den Herausforderungen und Entwicklungen bewusst zu sein, ist entscheidend, um global erfolgreich bleiben zu können. Jahr für Jahr wichtige Impulse kommen diesbezüglich vom Vorarlberger Wirtschaftsforum. Auch heuer sind wieder namhafte und anerkannte Fachleute eingeladen. Für die bewährte Initiative danke ich allen beteiligten Partnern ganz herzlich. Markus Wallner, Landeshauptmann
Treiber von Innovationen und Geschäftsmodellen
Das 33. Wirtschaftsforum stellt jene Themen in den Mittelpunkt, die für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft weitreichende Folgen haben werden. Zum einen die Herausforderung der Zukunft schlechthin: die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf lokale Strukturen. Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber von Innovationen, der Arbeits- und Geschäftsmodelle und betriebliche Prozesse ebenso beeinflusst wie das Verhalten von Nutzern. Daraus folgende Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur bringen neue Qualifikationsanforderungen mit sich. Zum anderen rücken Brennpunkte wie China, Russland , aber auch die EU an sich in den Fokus. Ich bin mir sicher, dass die dortigen Entwicklungen maßgeblichen Einfluss auf uns ausüben, politisch wie wirtschaftlich. Helmut Steurer, Direktor der WKV
Die Digitalisierung in Vorarlberg aktiv gestalten
„Global-Lokal-Digital“ war das Motto des heurigen Wirtschaftsforums. Wer positiv und mutig auf diese drei natürlichen Veränderungen in der Geschäfts- und Arbeitswelt zugeht, wird am Ende gewinnen. Und je mehr sich trauen, umso besser für Vorarlberg insgesamt. Speziell vor der Digitalisierung sollten wir uns nicht fürchten, sondern sie aktiv gestalten. Denn die Digitalisierung wird neue qualitative Arbeitsplätze schaffen. Die Digitalisierung schafft mehr Effizienz nicht nur in den Betrieben, sondern auch bei den Ressourcen. Wir können die Digitalisierung aber nur gestalten, wenn wir erkennen, dass wir andere Kompetenzen wie vor 20 Jahren ausbilden müssen, dass wir andere Arbeitsmodelle zulassen müssen und dass wir eine leistungsfähigere Infrastruktur schaffen müssen. Martin Ohneberg, Präsident IV
Neue Berufe, neue Märkte, neue Geschäftsmodelle
Die Digitalisierung der Welt hat Fahrt aufgenommen – und sie schreitet schneller voran, als vielen bewusst und lieb ist. Aus diesem globalen Rennen können sich lokale Märkte und die Unternehmen in der Region nicht herausnehmen. In Vorarlberg besteht noch Aufholbedarf, wie Untersuchungen zeigen. Auch wenn die Wirtschaft im Land derzeit floriert, könnte sich der Wind schnell drehen, wie die Schilderungen der Referenten beim heurigen Vorarlberger Wirtschaftsforum aufgezeigt haben. Die Digitalisierung bietet für unsere Wirtschaft und damit für das Land große Chancen, die es rasch zu ergreifen gilt. Es wird neue Berufe geben, neue Geschäftsmodelle und neue Märkte. Jetzt sind Unternehmertugenden gefragt: Mut und Willen zum Gestalten. Andreas Scalet, Ressortleiter Markt
Das Wirtschaftsforum zeigte sich in digitalerem Antlitz mit Vorarlbergs größter LED-Wand.
Forum als Treffpunkt für Vorarlbergs Wirtschaft
Prominente Referenten und Kontakte pflegen: VN-Wirtschaftsforum lockte 500 Interessierte ins Festspielhaus.
Für viele Spitzenvertreter aus der Vorarlberger Wirtschaft und oberste Repräsentanten der Landespolitik stellt das Forum in der Landeshauptstadt Bregenz längst ein Fixtermin dar. Auch bei ihrer 33. Auflage entpuppte sich die Veranstaltung in der Werkstattbühne des Festpielhauses als regelrechter Publikumsrenner. VN-Chefredakteur Gerold Riedmann, der gemeinsam mit Angelika Böhler das FoBREGENZ.
rum moderierte, konnte zahlreiche Gäste willkommen heißen, darunter LH Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, LT-Vizepräsidentin Gabriele Nußbaumer sowie WK-Direktor Helmut Steurer und Dornbirns Stadtchefin Andrea Kaufmann mit Wolfgang.
Direktoren und Vorstände Die Referate und den Small Talk unter Vertretern von Wirtschaft und Politik hatten sich darüber hinaus auch Bankvorstände wie Wilfried Hopfner (Raiffeisen Landesbank), Gerhard Hamel und Helmut Winkler (Volksbank), Johannes Hefel und Michel Haller (Hypobank), Werner
Böhler (Sparkasse Dornbirn) sowie Christian Ertl mit Christian Födinger (Sparkasse Bludenz) und Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch) nicht entgehen lassen. Weiters unter den zahlreichen Interessierten in der Werkstattbühne: Meisterbäcker Bernhard Ölz, Vorstandsdirektor Christof Germann (Illwerke), Spitaldirektor Gerald Fleisch, Spitzenvertreter der Seilbahnwirtschaft wie Markus Comploj und Peter Marko (Silvretta Montafon), die Vorstände Bernhard Ölz mit Egon Hajek (Prisma), WKV-Vizepräsident Hermann Metzler (ZM 3), Spitzenverteter von Spar und Interspar wie Guntram Drexel und Andreas Mark,
Präsident Hubert Hämmerle und Direktor Rainer Keckeis als Repräsentanten der Vorarlberger Arbeiterkammer, IV-Präsident Martin Ohneberg, Autohausbetreiber Christoph Gerster, Renato Schneider, Festspiele-Vizepräsident Willi Muzyczyn, die Rondo-Vorstände Dieter Gruber und Hubert Marte, Werber wie Lukas Konzett, Simon Ender, Sergej Kreibich oder Marco Spitzar, Christoph Thoma, Personalberater Wolfgang Mayer, Versicherer Thomas Hackspiel, Geschäftsführer Markus Raith und Barbara Bechter (Russmedia), Marketinglady Sabine Tichy-Treimel und die Abgeordneten Sabine Scheffknecht und Martina Pointner.
Der Blick nach vorne – sowohl global wie lokal
Die Themen des diesjährigen Vorarlberger Wirtschaftsforums könnten aktueller nicht sein. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir als regional verwurzelte Bankengruppe mit einem „achtsamen“ Blick nach vorne gehen, sowohl lokal als auch global. Wir behalten die digitalen Veränderungen der aktuellen Zeit im Auge und fördern mit unserer nachhaltigen Investitionsphilosophie aktiv den respektvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Mitglieder und Kunden sowie unserer Umwelt. Das Vorarlberger Wirtschaftsforum bietet den Unternehmern in der Region eine ideale Plattform für einen nachhaltigen Weg in die Zukunft. Die Volksbank Vorarlberg unterstützt dieses im Ländle einzigartige Event daher immer wieder gerne. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg
Ernst Le Duigou (l.) mit Spitalsdirektor Gerald Fleisch sowie Vorstandsdirektor Christof Germann.
Alexander Abbrederis (l.) und Günther Rupp (Bank Austria) sowie Vorstand Dieter Gruber (Rondo).
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Rechtsanwalt Wilhelm Klagian (l.) und Markus Comploj.
Im Gespräch: Hermann Metzler (l.) und Martin Ohneberg.
Nicole Schedler (l.) und Gerda Radauer. LT-Abgeordnete Martina Pointner und Bernhard Ölz (Prisma).
Optikermeister Peter Scharax mit Sohn Alexander.
Carolin Frei und Werber Lukas Konzett.
Unterhielten sich prächtig: Vorstand Hubert Marte (Rondo) mit Ulrike (l.), Karin und Birgit Hefel sowie Peter Schott (Head).
Georg Burtscher (Russmedia Digital) und Burkhard Berchtel.
Landeshauptmann Markus Wallner (l.), Ehrenpreisträgerin Heidi Senger-Weiss, Landestatthalter Karlheinz Rüdisser und Ehrenpreisträger Paul Senger-Weiss.
LebenshilfeChefin Michaela Wagner (l.) und Vorstand Petra Kreuzer (F.M. Hämmerle Holding)
Spar-Aufsichtsrat Guntram Drexel (l.) sowie Günter Wohlgenannt (Das Buch) und VN-CR sowie Russmedia-Geschäftsführer Gerold Riedmann. Dornbirns Stadtchefin Andrea Kaufmann mit Wolfgang (l.) sowie BürgermeisterKollege Dieter Egger aus Hohenems.
Moderatorin Angelika Böhler (l.) und Ulrike Delacher.
Helmut Winkler (l.) und Gerhard Hamel (Volksbank).
Silvretta-Montafon-Chef Peter Marko (l.) und Festspiele-Pressesprecher Axel Renner.
Unternehmensberaterin Marianne Grobner mit RussmediaGeschäftsführer Markus Raith.
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Begeisterte die Gäste zum Ausklang des 33. Wirtschaftsforums im Bregenzer Festspielhaus: das traditionelle Weißwurstessen im Foyer des Festspielhauses.
Forumsausklang mit Weißwürsten Traditionen sollen gepflegt werden: Weißwürste und Small Talk zum Forumsausklang.
Landesdirektor Jürgen Gmeiner (l.) mit Vorgänger Engelbert Wiedl.
BREGENZ. Sie gelten als Klassiker und sorgten auch beim 33. Wirtschaftsforum für einen willkommenen Ausklang. Die Rede ist von Weiß-
Raiba-Vorstand Wilfried Hopfner (l.) mit Altbürgermeister Wolfgang Rümmele und Hans-Peter Lorenz (Vogewosi).
würsten, die zum Abschluss der Veranstaltung im Foyer des Festspielhauses auf die Gäste warteten. Neben Christoph Jenny und Marco Tittler (WKV) sowie Nicholas Zumtobel ließen sich auch Dieter Bitschnau, Bernhard Bereuter (AMS), Georg Geutze sowie Werner Scheffknecht und Walter Deuring die Gaumenfreu-
de schmecken. Ebenso unter den Gästen: Reiseprofi Klaus Herburger, Landesdirektor Jürgen Gmeiner (Donau Versicherung), Johann Schallert, Pressesprecherin Ulrike Delacher (Landesspitäler), WBVizedirektor Jürgen Kessler, Irmi Marie Ritter-Sachs sowie Gerlinde Manz-Christ und Kurt Kennerknecht.
LT-Abgeordnete Monika Vonier und LT-Vizepräsidentin Gabriele Nußbaumer und Rechnungshofdirektorin Brigitte Eggler-Bargehr (v. l.).
BMW Unterberger: Markus Spiegel (l.), Ewald Lukesch und Michael Ebner, BMW Austria-Chef.
Marketingmann Markus Hämmerle (l.) mit VLV-Vorständen Robert Sturn und Klaus Himmelreich sowie Mathias Bösch.
Irmie Marie Ritter-Sachs (l.) mit Diplomatin Gerlinde Manz-Christ.
AK-Präsident Hubert Hämmerle (l.), ORF-Redakteurin Marion FlatzMäser, AK-Direktor Rainer Keckeis sowie Georg Comploj (Getzner).
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VN-Wirtschaftsredakteure Hanna Reiner und Andreas Scalet.
Impressum Vom Forum berichten: Tanja Güfel, Tony Walser, Hanna Reiner, Michael Prock, Michael Gasser, Geraldine Reiner, Klaus Hämmerle, Dominik Heinzle, Andreas Scalet, Lisa Mersin, Chiara Corona (Text), Bernd Hofmeister, Dietmar Stiplovsek, (Foto), Daniel Schutti (Technik)
Servicelady Brigitte Moosbrugger (EvenTZ Catering). Bernd Spratler (l.) u. UniqaDirektor Markus Stadelmann.
Egon und Monika Haag (Bäckerei Mangold).
People’s-Team: Jutta Rinderer (l.), Marc Frick und Francesca Trenti.
» Volksbank Vorarlberg » Prisma Unternehmensgruppe » People’s Viennaline » Österreichische Post » Donau Versicherung » BMW Unterberger » Jacobs » Mohrenbräu » Vöslauer » Weingut Schloss Fels - Spar » Rauch Fruchtsäfte » Bäckerei Mangold
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FREITAG, 11. NOVEMBER 2016
33. Vorarlberger Wirtschaftsforum 9
Gratulation zum Lebenswerk (v. l.) IV-Präsident Martin Ohneberg, WKV-Direktor Helmut Steurer, Heidi und Paul Senger-Weiss, VN-Herausgeber Eugen A. Russ und Heinz Senger-Weiss.
Preis für das Lebenswerk – auf der Straße zum wirtschaftlichen Erfolg Heidi und Paul SengerWeiss wurden beim Wirtschaftsforum für ihre Leistungen geehrt.
BREGENZ. Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war gestern Bühne für eine besondere Auszeichnung. Die I n d u s t r i e l l e nv e r e i n i g u n g Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an die Gesellschafter, Aufsichtsräte und langjährigen Geschäftsführer des Lauteracher Logistikunternehmens Gebrüder Weiss, Heidi und Paul-Senger-Weiss, überreicht.
Engagement, Fleiß und Gespür VN-Herausgeber Eugen A. Russ erläuterte in seiner Laudatio auf das UnternehmerEhepaar die Intention des vor drei Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schaffensphase ein solch traditionelles Unternehmen wie es Gebrüder Weiss ist nicht nur zu erhalten, sondern entscheidend weiterzuentwickeln. Mit Mut, Engagement, Fleiß und Gespür für Kunden und Mitarbeiter können Unternehmen wachsen, die Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Solche Ausnahmepersönlichkeiten machen Mut, sie sind interessant und man kann von ihnen lernen.“ Bei den Kriterien wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht
genommen. Die Wahl fiel heuer auf die langjährigen Geschäftsführer der Firma Gebrüder Weiss, Heidi und Paul-Senger-Weiss. Ihr Lebenswerk ist imposant, „ihr unternehmerisches Geschick und Gespür für Veränderungen und die damit verbundene Umsetzungskraft schufen die Grundlage für einen Logistikkonzern, der heute weltweit über 6000 Mitarbeiter beschäftigt“, zählte Russ nur einige Eckdaten aus dem Leben des Ehepaars auf, bevor es hieß „Film ab“. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zu diesem Anlass ein filmisches Porträt der Geehrten produziert, in dem die Logistikspezialisten, ihre Familie und Mitarbeiter zu Wort kommen und die Porträtierten in historischen Aufnahmen zu sehen sind. Große Herausforderungen Von den über 500 Gästen des Vorarlberger Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung von Heidi und Paul Senger-Weiss heftig beklatscht. Im Interview mit Moderatorin Angelika Böhler erzählten die Preisträger über ihre Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente in ihrem Berufsleben, über Rückschläge und Erfolge, die das Unternehmen aber immer weiterbrachten. Heidi Senger-Weiss ist 1965 ins Unternehmen eingetreten, ab 1968 führte sie mit ihrem Mann Paul Senger-Weiss die Geschäfte. Und stand wie schon die Väter und Vorväter vor großen Herausforderungen. Gebrüder Weiss ist das älteste Unternehmen des Landes. Bereits 1474 betrieb die Familie Vis (Weiss) im Auftrag den Lindauer Boten in Fußach. 1823 führten die Gebrüder Josef, Leonhard
VN-Herausgeber Eugen A. Russ hielt die Laudatio auf das Unternehmer-Ehepaar Senger-Weiss.
Jeder von uns wäre als Geschäftsführer alleine nicht so gut gewesen, wie wir beide es als Team sind. HEIDI SENGER-WEISS
und Johann Alois Karl Weiss die Geschäfte in einem neuen Unternehmen. Und in der Geschichte von Weiss gab es zahlreiche Neuanfänge, die durch die Wirren der Ge-
schichte bedingt waren. Immer wieder musste neu aufgebaut werden – etwa nach den beiden Weltkriegen. Als das Ehepaar Senger-Weiss die Geschäfte übernahm, zählte die Firma 1000 Mitarbeiter in Österreich und einer Niederlassung in Hamburg. Im Haus hatte Heidi Senger-Weiss von Anfang an viel Unterstützung, in der Branche musste man sich daran gewöhnen, dass eine Frau in die Führungsetage eines Spediteurs einzog. Doch auch die Kunden bemerkten
schnell die Kompetenz der Weiss-Chefin. „Wir haben in einer guten Phase begonnen“, erzählen die beiden im Gespräch mit den VN, die ab Anfang der 70er-Jahre die Internationalisierung des Unternehmens vorantrieben. „Die Ölkrise ließ das Geschäft auf ein Zehntel einbrechen, die Energiekosten stiegen um 70 Prozent“, so Paul SengerWeiss. Man reagierte mit neuen Transportmitteln und Angeboten. In der Firma wurden in den folgenden Jahren die geeigneten Strukturen für
den weiteren Aufbau geschaffen. Dank kurzer Entscheidungswege und intensiven Gesprächen des Ehepaares war die Vorarlberger Spedition („Vorarlberg ist nach wie vor unser Heimatmarkt“) auch bei den ersten Firmen, die nach der Öffnung der Ostblockländer zuerst vor Ort waren. Schon 1988 entschieden Heidi und Paul SengerWeiss, ins Paketgeschäft einzusteigen. Die nächste Herausforderung: Mit dem Eintritt in die EU fielen die Verzollungen weg. „Da war mit einem Schlag die Hälfte des Umsatzes weg und ein Drittel der Wertschöpfung“, schildert Heidi Senger-Weiss diese Phase. Durch massive Reorganisation aller Abläufe und intensivem Einsatz aller Beteiligten ging die Firma, die inzwischen auch zum Logistiker geworden ist, gestärkt aus dieser Krise hervor. „Wichtig waren uns immer die Mitarbeiter und das Management“, sagt Frau Senger-Weiss. „Sie arbeiten tagtäglich serviceorientiert und mit viel Herzblut für das Unternehmen. Kein Lippenbekenntnis: Das Unternehmen wurde nämlich schon als bester Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet.
Zur Person Dkfm. Heidegunde Senger-Weiss Geboren: in Wien, 20. Mai 1941 Familie: verheiratet seit 1969 mit Paul Senger-Weiss, 2 Söhne, 1 Tochter, 9 Enkelkinder Ausbildung: Volksschule und Realgymnasium in Bregenz, Studium an der Hochschule für Welthandel, Wien, zwei Jahre Speditionspraktikum im Ausland Karriere: 1965 Eintritt bei Gebrüder Weiss, 1968 Gesamtverantwortung, ab 1969 Geschäftsleitung gemeinsam mit Paul Senger-Weiss 1997 Erweiterung der Geschäftsleitung auf vier Personen, bis Ende 2004 Vorstandsvorsitzende, 2005 Wechsel in den Aufsichtsrat, 2009–2015 Aufsichtsratsvorsitzende. Zusätzliche Engagements: ab 1968 Vizepräsidentin, später Präsidentin des Zentralverbandes Spedition und Logistik bis 2007, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Vorarlberg in den Jahren 1990 bis 2005
Paul Senger-Weiss Geboren: in Wien, 20. Juni 1941 Ausbildung: Technische Hochschule/Universität, Wien – Betriebswissenschaften Dipl. Ing. 1965, Lehigh University, Bethlehem, Pennsylvania, USA – Industrial Engineering and Management Science: Master of Science 1967 Karriere: Finanzberater und Assistent zu Wirtschaftsprüfer in Wien (1966 und 1968), Assistent eines Vorstandsmitgliedes der Pacific Intermountain Express, Oakland, California, USA (1967), seit 1968/69: Gebrüder Weiss Organisation (GW) Mitglied der Geschäftsleitung, seit 1981 Geschäftsführer der Holdinggesellschaft, seit 2002 bis 2004: Geschäftsführer der GmbH und Vorstand der Holding, seit 2005 Mitglied des Aufsichtsrates Zusätzliche Engagements: Vorsitzender Verkehrspolitischer Ausschuss, Verkehrsforum, KV-Verhandler (alle WKÖ), Vorsitzender des Seehafen Kontaktkomitees, Aufsichtsrat, z. B. bei Austrian Airlines, BTV, Identec Solutions
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10 33. Vorarlberger Wirtschaftsforum VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Wir sind auch beruflich mit den technischen Neuerungen konfrontiert. Die Entwicklungen bei der künstlichen Intelligenz sind dennoch beängstigend. Mir hat deshalb auch ein wenig gefehlt, wo der Mensch bei den ganzen Überlegungen bleiben wird. Herbert Mittelberger, Dorfelektriker Mittelberger Mich hat das Thema sehr interessiert, vor allem die bildliche Darstellung der Entwicklungen. Auf der einen Seite ist die Vorstellung eine große Herausforderung, bei der genaueren Betrachtung kann man aber auch die enormen Chancen sehen, die das Thema Künstliche Intelligenz bietet. Marc Albin Alge, Alge electronic Das Vortragsthema Künstliche Intelligenz hat mich stark an Terminator II erinnert. Vom technischen Aspekt ist das Thema zwar schwer nachvollziehbar, aber es sind eindrückliche Entwicklungen im Gang, die Jürgen Schmidhuber gut beschrieben hat. Lukas Bösch, Costrade Beauty Consulting
„Es wird sich alles ändern“ Wie künstliche Intelligenz das Leben verändert und was Forscher und Künstler gemeinsam haben.
Jürgen Schmidhuber rüttelte gleich zu Beginn des Vorarlberger Wirtschaftsforums alle auf, die glaubten, dass künstliche Intelligenz Zukunftsmusik ist. Schmidhuber ist nicht irgendein Wissenschafter, er ist weltweit einer der bekanntesten und wichtigsten Forscher und Vordenker im Bereich künstlicher Intelligenz. BREGENZ.
Neuronale Netze „Die Entwicklung wahrer künstlicher Intelligenz ist das letzte Bedeutsame, was wir als Menschen noch leisten können“, stellte er klar. Der 53-Jährige leitet seit elf Jahren das Schweizer Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz, kurz IDSIA, in Lugano. Schmidhuber beschäftigt sich nicht nur mit neuronalen Netzen und Robotik, sondern auch mit Kunst und der formalen Theorie der Kreativität. Zahlreiche Firmen, unter ande-
rem die IT-Giganten Google, Apple, Microsoft und IBM, nutzen bereits heute die von ihm und seinem Institut entwickelte Spracherkennung. Eine Spracherkennung, die lernt und immer besser wird. Genauso wie die Schrifterkennung, die auch chinesische Handschriften mit ihren 4000 Zeichen lesen kann. Genauer als der Mensch Auch in der Medizin wird die Diagnose dank künstlicher neuronaler Netzwerke immer exakter. „Bereits jetzt nutzt jeder, der ein Handy hat, künstliche Intelligenz“, sagt Schmidhuber. Aber auch wer auf Facebook Fotos postet, hat mit künstlicher Intelligenz zu tun. „Die klärt ab, ob das Foto veröffentlicht werden kann.“ Firmen, auch kleine, profitieren jetzt schon
Die Maschinen haben kein Interesse an Menschen, weil wir ihnen nichts zu bieten haben. JÜRGEN SCHMIDHUBER
Jürgen Schmidhuber: „Schon heute nutzen alle Handy-Besitzer künstliche Intelligenz.“
von selbstlernenden Systemen z. B. bei der Fehlererkennung in Materialien. „Die Maschinen machen das weitaus genauer als der Mensch und lernen dazu“ – schneller geht es auch. Neue Berufe Die fortschreitende Entwicklung der künstlichen Intelligenz hat natürlich Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Schmidhuber dazu: „Der von harter Arbeit befreite Homo Ludens wird wie stets neue Wege finden, mit anderen Menschen professionell zu interagieren. Schon heute üben die meisten Leute Luxusberufe aus, die anders als der Ackerbau nicht überlebensnotwendig sind.“ Er
verweist aber auch auf Länder mit vielen Robotern, wie Japan, Südkorea, Deutschland und die Schweiz. „Die haben erstaunlich niedrige Arbeitslosenquoten.“ Es sei zwar leicht vorherzusagen, welche Jobs verloren gehen, aber schwer zu prognostizieren, welche neuen entstehen. Der Wissenschafter kann auch anhand von Zeitreihen belegen, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz viel schneller vorankommt, als gemeinhin angenommen wird. Dass sie allerdings einst die Macht über die Menschen gewinnt, daran glaubt er nicht. Das sei eine Fantasie von Filmregisseuren. „Die Maschinen haben kein Interesse an den Menschen. Es
sind immer nur Menschen, die sich mit Menschen beschäftigen.“ In der wissenschaftlichen Arbeit und in der Kunst findet Schmidhuber dasselbe Prinzip. „Beide treibt die Kreativität an“, sagt er. Wenn ein Musiker einen neuen Akkord findet, dann verfolgt er den Einfall weiter. Genauso sei es beim Wissenschafter, der eine neue Erkenntnis gewonnen hat.
Zur Person Jürgen Schmidhuber Leiter des Instituts für künstliche Intelligenz IDSIA, Lugano Geboren: 17.1.1963 in München Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Zahlreiche Publikationen und Preise.
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UNIQA ist wichtiger Teamplayer der Vorarlberger Wirtschaft Auch in Vorarlberg hat UNIQA mit einem Marktanteil von über 25 Prozent die Nase vorne. Gelebte Kundennähe ist für UNIQA der Schlüssel zum Erfolg. Markus Stadelmann, Landesdirektor UNIQA Vorarlberg: „Das persönliche Gespräch ist unser Erfolgsrezept. Wir punkten mit hoher Qualität bei der Beratung und im Schadensfall. Als 'Nahversorger‘ mit mehr als 40 Standorten in Vorarlberg, können wir schnell und unbürokratisch helfen. Das ist unser Markenzeichen.“ Das UNIQA Beraterteam in Vorarlberg wächst erfolgreich weiter und sucht Verstärkung - „Unsere Kunden werden von unseren Mitarbeitern und Partnern höchst professionell serviciert. Die stetig steigende Anzahl an Kunden verlangt auch zukünftig eine steigende Anzahl unserer Kundenbetreuer und Partner!“ ergänzt Markus Stadelmann hinsichtlich der UNIQA Recruitinig Offensive 2016/17.
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Markus Stadelmann UNIQA Landesdirektor Vorarlberg
Landesdirektion Vorarlberg 6900 Bregenz, Rheinstraße 18 Tel.: +43 5574/406-0 www.uniqa.at
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VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Die Fülle an neuen Ideen und die Dynamik ist faszinierend. Die Änderungen zu den früheren traditionellen Unternehmensgründungen sind enorm. Für mich war es sehr interessant zu hören, das 48 Prozent der Start-ups ihre Chance nützen. Markus Ruppitsch, Hefel Wohnbau AG Das Thema Start-ups ist in der Stadt Dornbirn ein sehr Zentrales. Durch den Vortrag können wir positive Impulse mitnehmen, denn auch in der kommunalen Verwaltung bieten sich im Bereich der Start-ups große Chancen für Neuerungen. Hanno Ledermüllner, Stadtamtsdirektor Dornbirn Es war sehr interessant zu hören, wie junge Unternehmer mit einer neuen Idee zu Kapital kommen können. Das Schicksal der Erfinder war früher ein anderes. Auch wenn es im Vorfeld eine hohe Selektion gibt, war es überraschend, dass es so viele schaffen. Egon Reiner, ESW Reiner Logistik
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Kein Hype, sondern Realität
Marie-Hélène Ametsreiter über die Chancen von Kooperationen mit Start-up-Unternehmen. Uber ist der größte Fahrdienst der Welt, besitzt aber keine Autos. AirBnb managt mehr Übernachtungen als die Hilton-Hotelgruppe, verfügt aber über keine einzige Immobilie. Facebook ist das weltweit am meisten genutzte Medium, erstellt aber keinen Content. Auch der Wiener Riskokapitalgeber Speedinvest investiert ausschließlich in digitale Unternehmen – und das aus gutem Grund, wie Marie-Hélène Ametsreiter auf dem Vorarlberger Wirtschaftsforum erläuterte. BREGENZ.
Viele Vorteile „Wir befinden uns inmitten einer digitalen Revolution, und es ist wahnsinnig viel Wachstumspotenzial in dieser digitalen Welt. Digitale Start-ups bringen natürlich auch eine Reihe von Vorteilen mit sich, einer der wesentlichen Aspekte ist die Skalierbarkeit“, sagt die 46-Jährige. Da digitale Start-ups in der Welt des Internets und damit global zu Hause sind, gäbe es keine regionale Einschränkung hinsichtlich Zielmärkte und Zielpotenzial. Mit den neuen digitalen Technologien sei es außerdem auf einfachem Weg möglich, „ein Produkt zu entwickeln, das man dann sehr schnell in verschiedene Märkte ausrollen
Marie-Hélène Ametsreiter hält für Speedinvest Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups.
Ich muss diesem Pflänzchen die Freiheit geben, sich eigenständig entwickeln zu können. MARIE-HÉLÈNE AMETSREITER
kann, ohne dass dabei einem die Kosten explodieren.“ Lerneffekt Marie-Hélène Ametsreiter wurde mit gerade einmal 34 Jahren Generaldirektorin der Telekom-Austria-Tochter Vipnet in Kroatien und machte die Firma zum Marktführer. Heute hält die Mitt-
vierzigerin für den Wiener Risikokapitalgeber Speedinvest Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde sie durch ihre Teilnahme als Investorin bei der Puls4-Fernsehsendung „2 Minuten – 2 Millionen“. Einiges von Start-ups lernen könnten traditionelle Unternehmen, ist Ametsreiter überzeugt. „Start-ups kommen meistens zu ihrer Geschäftsidee aus einem Problem heraus und das versuchen sie dann mit ihrem Produkt, mit ihrer Dienstleistung zu adressieren. Unternehmen behaupten sehr oft, dass sie kundenorientiert sind, in Wirklichkeit sind
aber alle Prozesse und sehr viele Abläufe um die Mitarbeiter herum gebaut“, führt die Speedinvest-Partnerin aus. Als zweiten wichtigen Aspekt nennt Ametsreiter die agile Entwicklung. Während ein traditionelles Unternehmen immer versuche, das perfekte Produkt zu machen und erst dann rauszugehen, entwickle ein Start-up „mal was ganz winziges, das kann auch in die Leere gehen, nur um eine erste Marktreaktion abzutesten und diese Erkenntnisse wieder in die weitere Produktentwicklung einfließen zu lassen.“ Start-up-Kooperationen, in welcher Form auch immer, seien unbedingt zu empfeh-
len – wobei dabei immer der Grundsatz gelten sollte: je autarker desto erfolgreicher. „Wenn ich kooperiere, dann muss ich diesem jungen Unternehmen, diesem Pflänzchen die Freiheit geben, sich eigenständig entwickeln zu können. Das heißt, was ich nicht machen darf, ist sofort zu beginnen, sie mit strategischen Fragestellungen aus dem Konzern heraus zu konfrontieren. Damit töte ich diesen Start-up-Spirit sofort wieder ab“, erläutert Marie-Hélène Ametsreiter. Erst wenn das Start-up groß genug ist, dürfe man versuchen, diese Kultur, die sich dort entwickelt hat, langsam auch ins traditionelle Unternehmen überzuführen und daraus zu lernen. Wer sich auf den digitalen Sturm nicht vorbereitet, dem könnte es nämlich wie dem einstigen Weltunternehmen Kodak ergehen. Oder wie man im Silicon Valley zu sagen pflegt: „Uber yourself before you get kodak’ed.“
Zur Person Marie-Hélène Ametsreiter ist seit 2014 Partnerin des Wiener Risikokapitalgebers Speedinvest Ausbildung: Wirtschaftsstudium in Wien und Kalifornien Laufbahn: in verschiedenen Marketing- und Managementpositionen bei der Telekom Austria, Generaldirektorin der Telekom-Austria-Tochter Vipnet in Kroatien, Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung bei der OMV Familie: verheiratet mit Hannes Ametsreiter, zwei Töchter
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Zukunft. So schnell kommt die Neue Orte für Kreativität und Innovation. Die wissensbasierte Ökonomie definiert Standorte neu. Spezialisiertes Wissen und Fähigkeiten aus verschiedenen Segmenten der Wertschöpfungskette werden strategisch kombiniert, um Innovation zu ermöglichen und Wettbewerbsvorteile zu wahren. Im Mittelpunkt steht der Mensch und seine Kreativität, vor dem Hintergrund eines schnell vor sich gehenden gesellschaftlichen Wandels. Wertschöpfung findet an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und in wechselnden Teamkonstellationen statt. Damit dies gelingen kann, werden inspirierende und flexible Arbeitsräume benötigt, die räumliche und inhaltliche Plattform für Innovation, Vernetzung und Kreativität sind. Die flexiblen KOMPAKT Büros im Millennium Park, Am Garnmarkt, im Competence Center INNSBRUCK, am STADTWERK in Salzburg, in der SEE.STATT Friedrichshafen sowie am CAMPUS V in Dornbirn, wo das Angebot durch den Coworking Space ergänzt wird, schaffen den Raum, in dem Unternehmen konzentriert an ihren Projekten arbeiten können und gleichzeitig die Möglichkeit für Interaktion und die Umsetzung gemeinsamer Ideen besteht.
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FREITAG, 11. NOVEMBER 2016
12 33. Vorarlberger Wirtschaftsforum VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Ich war von Jänner bis Mai in Schanghai. Markus Rodlauer hat Recht, wenn er sagt, dass das Finanzsystem noch Schwächen hat. Ich fand es aber sehr gut, dass er das Potenzial des Landes betont. Ich glaube, dass noch sehr viel Erfolgreiches aus China kommen wird. Ralph Pöttinger, Alpine Value Management Für mich war das Thema sehr spannend, weil es direkt mein berufliches Gebiet betrifft und unsere Branche mit den Entwicklungen in China täglich zu tun hat. Neben dem Vortrag haben sich aber auch in den anschließenden InterviewSituationen interessante Aspekte ergeben. Mathias Witwer, Volksbank Ich war vor zehn Jahren eine längere Zeit in China. Spannend war, wie mit den Folgen des großen Wachstums umgegangen und darauf reagiert wird. Zudem war gut zu hören, dass trotz reduziertem Wachstum China für uns ein wichtiger Markt bleibt. Samuel Feuerstein, Dorf-Installationstechnik
Volksrepublik im Ungleichgewicht China steht zwischen einem großen Wachstumsdrang und dringend notwendigen Reformen.
BREGENZ. Alles, was lange Zeit künstlich am Leben gehalten wird, scheitert irgendwann. In China ist es vor allem der Finanzsektor, der zu großen Problemen für die Volkswirtschaft führen könnte, sagt Markus Rodlauer, der stellvertretende Direktor der Abteilung Asien und Pazifik des Internationalen Währungsfonds. Er gilt weltweit als einer der profundesten Kenner der chinesischen Wirtschaft und sein Ton ist etwas besorgter als in den Jahren zuvor, wenn er über China spricht. Zwar gebe es weiterhin Fortschritt, jedoch ist dieser begleitet von gemischten Gefühlen.
Investitionen in Staatsbetriebe Positiv sei, dass das Land den Leistungsbilanzüberschuss auf zwei Prozent des BIP reduziert habe und der Export nicht mehr die Hauptmaschine der chinesischen Wirtschaft sei, jedoch habe man sich das mit binnenwirtschaftlichen Ungleichgewichten erkauft, sagt Rodlauer. Denn es sei übermäßig viel Geld in die Staatsbetriebe, die
Infrastruktur und den Immobiliensektor investiert worden und China habe sich von dieser Investitionsabhängigkeit nicht mehr loslösen können. Nur um kein langsameres Wachstum akzeptieren zu müssen. Dabei seien die Staatsbetriebe deutlich weniger produktiv, wohingegen der Dienstleistungssektor stark wachsend ist. „Der ineffiziente Staatssektor frisst alle Ressourcen. Diese sollte man besser für produktivere Sektoren freisetzen“, sagt Rodlauer.
Sorgen um Kredite Zudem bereitet ihm das Kreditwachstum große Sorgen. „Die Größe und Komplexität des Finanzsektors nimmt zu. Er wird immer undurchsichtiger. Die Qualität der Kredite sinkt“, begründet er. Insgesamt sei der Bestand an Unternehmenskrediten sehr hoch und es gebe die Sorge, was die Kredite überhaupt finanzieren. „Eine Einheit
Bei der Bewertung von China ist unser Ton aktuell besorgter als noch in den Jahren zuvor. MARKUS RODLAUER
eines Kredites sorgt nur noch für ein Drittel des Wachstums wie noch vor zehn Jahren“, betont Rodlauer. Zudem gebe es im Finanzsektor immer mehr Schattenprodukte, die oft nicht von der Finanzaufsicht überwacht würden. Das könnte gefährlich werden. Und es würde immer mehr Kapital abfließen, weil es für Chinesen mehr Möglichkeiten gebe, ihr Guthaben ins Ausland zu verlagern. Positive Fortschritte gebe es zumindest bei der Währungspolitik. Denn von der historisch starken Bindung an den USDollar habe man sich nun etwas losgelöst. „Wir hoffen auf einen flexiblen Wechselkurs. China braucht eine eigene Geldpolitik“, so Rodlauer. Für heuer erwartet der Währungsfonds ein Wachstum von 6,7 Prozent für China, kommendes Jahr sind 6,5 Prozent prognostiziert. Danach hänge alles von der Reformbereitschaft der chinesischen Regierung ab. Das heiße auch, zunächst ein verlangsamtes Wachstum hinzunehmen. Ansonsten drohe eine Abwärtskorrektur, die im schlimmsten Fall auch in einer Finanzkrise enden könnte. Insgesamt ist er für China „vorsichtig optimistisch“. Aber die Volksrepublik habe zum einen bereits einen Reformplan und zum ande-
Wirtschaftsforum-Referent Markus Rodlauer gilt weltweit als einer der profundesten Kenner der chinesischen Wirtschaft.
ren bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass es einen Weg finden kann. Gefährdet wären dann aber viele Arbeitsplätze. Denn bereits bei der letzten großen Reform der Staatsbetriebe Ende der 90er-Jahre wurden Millionen Beschäftigte freigesetzt.
Unser Leben. Täglich.
Zur Person Markus Rodlauer stellvertretender Direktor Abteilung Asien und Pazifik des Internationalen Währungsfonds Ausbildung: Studien an der Uni Innsbruck, Diplomatischen Akademie Wien, George Washington University
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FREITAG, 11. NOVEMBER 2016
VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Ich bin vom Vortrag wirklich begeistert. Es ist wichtig, dass wir in Europa bei diesem Thema an einem Strang ziehen, damit wir mit den großen Staaten mithalten können. Denn das Thema Internet und Kommunikation wird immer größer und wichtiger. Christine Bale, mobile Buchhaltung Was Günther Oettinger sagt, stimmt auf jeden Fall: Ohne Internet geht es nicht mehr. Roaming muss ohne Grenzen sein. Vor allem regional in grenznahen Gebieten wie bei uns hier am Bodensee sollte es zukünftig keine Roaminggebühren mehr geben. Simona Endres-Unterlechner, Volksbank Vorarlberg Mir hat der Vortrag von EU-Kommissar Günther Oettinger super gefallen. Die Aussagen, die er bei seinem Vortrag getroffen hat, waren wirklich sehr gut. Er hat auf jeden Fall Recht, wenn er sagt, dass ein respektvoller Umgang im Internet gelernt gehört. Martina Kathan, Medienzoo
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Kommunikation ohne Grenzen EU-Kommissar Günther Oettinger will den Ausbau des Mobilfunknetzes forcieren.
BREGENZ. (VN-mip) Günther Oettinger beschreibt Alltagssituationen, um Veränderungen zu erklären. Zum Beispiel beim Mobilfunk: „Fahren Sie einmal durch die Bodenseeregion und achten Sie auf Ihr Display. Die Netze wechseln: 3G, Edge, LTE. Die Netzanbieter wechseln ebenfalls. Und Sie können sich sicher sein, dass sie dazwischen ein paar Minuten gar kein Netz haben.“ Oettinger ist aktueller EU-Kommissar für Digitalwirtschaft und ist fest überzeugt: „Nationale Grenzen sind wichtig für die Kultur, für die Identität, für die Heimat. Aber nicht für die Kommunikation. Wir brauchen eine europäische Strategie.“ Einerseits verspricht er 500 Milliarden Euro für den Netzausbau, „für die GigabitGesellschaft“, wie er sagt. Andererseits müsste sich die Telekommunikationsbranche konsolidieren, heißt: weniger, dafür größere Unternehmen. „Nur die können sich den Netzausbau leisten“, ist sich Oettinger sicher.
TV-Welt ändert sich Die Digitalisierung mache vor niemandem halt. Etwa im Bankenwesen: „Meine Mutter geht noch zweimal in der Woche zur Bank. Ich brauche nur noch den Bankomat.“ Auch die Fernsehlandschaft
Dies gelte für alle Bereiche der Kreativbranche.
Günther Oettinger bei seiner Rede beim Vorarlberger Wirtschaftsforum im Bregenzer Festspielhaus.
Nationale Grenzen sind wichtig für die Kultur und für die Identität. Aber nicht für die Kommunikation. GÜNTHER OETTINGER
verändere sich schnell, wie er anhand einer weiteren Anekdote schildert: „Ich schaue noch regelmäßig ZDF. Mein Sohn nicht mehr. Der stellt sich sein Fernsehmenü einfach zusammen. Netflix-Chef Reed Hastings sagte vor zwei Jahren, dass es in zehn Jahren kein ARD oder ZDF mehr
geben wird.“ Dieser Entwicklung müssten sich die Europäer stellen, fordert Oettinger. Mehr Geld für Euronews Zudem redet der EU-Kommissar einer gemeinsamen Medienöffentlichkeit das Wort: „Es gibt einen einzigen europaweiten Sender. Das ist Euronews, mit einem Budget von lediglich 19 Millionen Euro. Dafür sollten wir mehr Geld in die Hand nehmen. Und warum gehen Zeitungen wie die VN nicht eine Partnerschaft mit, zum Beispiel, einer Zeitung in Polen ein?“ Die Medienhäuser hätten ebenfalls mit der Digitalisie-
rung zu kämpfen. Nächster Schwank aus dem Alltag: „Ich sitze am Flughafen und lese Zeitung. Es heißt ja Newspaper: Nachrichten auf dem Papier. Aber ich bin der Einzige, der das tut. Rund um mich haben die Leute ihre Köpfe gesenkt und schauen auf einen Bildschirm.“ Unternehmen würden sich zwar gut darauf einstellen; der ungleiche Wettbewerb, der mit der Digitalisierung einhergehe, müsse allerdings fairer werden. Konzerne wie Google, Facebook und Youtube sollen Inhalte nicht gratis zur Verfügung stellen, sondern einen Teil ihrer Werbeeinnahmen an die Urheber weiterleiten.
Hoffen auf Pence Am Ende seines Vortrags ging Oettinger auf das tagesaktuelle Geschehen ein. Zu den Wahlen in den USA sagte er:“Die Wahl ist geschlagen. Punkt.“ Jetzt gelte es, abzuwarten. Mit Rudy Giuliani und Vizepräsident Mike Pence würden sehr vernünftige Menschen an Donald Trumps Seite arbeiten: „Ich hoffe, dass Trump nicht der Versuchung erliegt, das zu realisieren, was er im Wahlkampf versprochen hat.“ Oettinger selbst stand in den letzten Tagen in der Kritik, weil er Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnete. Oettinger hat sich bereits entschuldigt, auf VN-Nachfrage sagte er: „Ich will niemanden beleidigen, ich bin ein Liberaler, ich würde nie jemanden verletzen. Es sollte ein Weckruf sein, ein Weckruf zu mehr Investitionsbereitschaft.“
Zur Person Günther Oettinger Geboren: 15. 10. 1953 in Stuttgart Ausbildung: Studium Jura und Volkswirtschaftslehre in Tübingen Laufbahn: ab 1984 Rechtsanwalt, 1988–2005 Geschäftsführer der Wirtschaftsprüfer Oettinger und Partner, 2005 bis 2010 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, 2010 bis 2014 EU-Kommissar für Energie, seit 2014 EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Ab 2017 EU-Kommissar für Finanzplanung und Haushalt
Wenn’s w1rkl1ch█ w1rkl1ch █w1cht1g 1st, █w1cht1g█1st,█ █dann l1eber m1t █dann m1t█ █der Post. █der Post.█ Denn bei der Paketzustellung hat die Post im Vergleich mit allen anderen Paketzustelldiensten laut einer durchgeführten Studie des renommierten IFES-Instituts lauter Einser bekommen. Viele Gründe, um sich immer wieder für die Nummer 1 zu entscheiden: die Österreichische Post.
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14 33. Vorarlberger Wirtschaftsforum VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Vor allem für Unternehmen ist das Dienstleistungskonzept von Thomas Giuliani eine gute Idee. Da hat man während des Autofahrens Zeit für anderes, als dass man die Zeit im Auto mit Fahren vergeudet. Der Vortrag von Giuliani war hervorragend. Hannes Tiefenthaler, Rochini GmbH Thomas Giuliani hat ein höchst innovatives und darüber hinaus ein sehr interessantes Konzept vorgestellt, das mir wirklich gut gefallen hat. Es war insgesamt ein sehr guter Vortrag. Das Ganze ist definitiv ein Ausblick in die Zukunft und wegweisend für uns alle. Oliver Kieninger, Raiffeisen Versicherungsmakler Das Thema des Vortrags von Thomas Giuliani hier beim Wirtschaftsforum war überaus interessant und spannend. Es ist für mich absolut nachvollziehbar, dass in Zukunft ein großes Interesse von vielen Unternehmen für dieses Konzept vorhanden sein wird. Peter Scharax, Scharax Optik
Autos werden zu fahrenden Handys Neuerfindung des Automobils: Bei BMW sind die Weichen auf Zukunft gestellt.
BREGENZ. Bob Lutz ist eine Ikone der globalen Automobilindustrie. Und er ist einer, der für die etablierten Automobilhersteller schwarz sieht. In 20 Jahren könnten sie in der heutigen Form nicht mehr existieren, glaubt der gebürtige Schweizer. „Wir teilen diese Ansicht nicht“, sagt Thomas Giuliani (56), Produktmanager für Zukunftsthemen der BMW Group. Klar sei aber, dass der Wandel die Automobilindustrie gewaltig treffe. Der Umfang der Transformation erreiche eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit. „Die kommenden zehn Jahre werden mehr Veränderung bringen als die letzten 30 bis 50 Jahre“, so der BMW-Manager, der das altbekannte Geschäftsmodell unter Druck sieht. Wenn man es richtig angehe, brauche man aber keine Angst zu haben. Der Premiumhersteller aus München hat die Weichen längst auf Zukunft gestellt. Das trifft auf verschiedenste Ebenen zu. Die Autos werden elektrifiziert und für autonomes Fahren vernetzt, neue Geschäftsfelder beim Carsharing und Ridesharing werden vorbereitet, und es wird an
Digital Services gearbeitet, die in Zukunft den Kunden angeboten werden können. Eine nahtlose Verknüpfung von verschiedenen Geräten macht das Auto zum „Mobile Device“. Das Auto werde Teil des alltäglichen Smart-Living und kommuniziere mit Mobil-Telefonen, PC und Tablets. Es gehe nicht mehr um das reine Vorankommen von A nach B. Autos werden zu fahrenden Handys. Das wollen auch andere nutzen und damit das große Geschäft machen. Mit Google, Apple und Co. bringen sich längst neue Player in Position. E-Mobilität wird Mainstream Mit herkömmlichen Modellen verdienen die Münchner gutes Geld – sehr konstant mit schönen Steigerungsraten. Solide Renditen gehören ebenso zur Gegenwart wie weiterhin große Investitionen in konventionelle Antriebe. Das größte Motorenwerk steht im oberösterreichi-
Der Umfang der Transformation der Autoindustrie erreicht eine nie dagewesen Geschwindigkeit. THOMAS GIULIANI
schen Steyr. 1,2 Millionen Diesel- und Benzinmotoren werden dort gefertigt. Man müsse sich bewusst sein, welch akuter Transformationsprozess erforderlich sei, um die Wertschöpfung in der Region zu erhalten. Denn eines steht fest: BMW setzt stark auf Strom. „Emissionsfreies Fahren wird zu einem absoluten Muss“, führt Thomas Giuliani aus und nennt ambitionierte Zahlen. Bis in acht Jahren sollen 25 bis 30 Prozent der Neufahrzeuge von BMW, Mini und Rolls Royce elektrifiziert auf die Straßen kommen. In wenigen Jahren seien 500 Kilometer Reichweite für jeden machbar. „Die E-Mobilität wird in den kommenden Jahren zum Mainstream.“ Teilen statt besitzen Was heute noch für viele undenkbar ist, könnte bald Trend werden. „Der Kunde bestimmt, wann und wo er auf welche Weise Automobilität nutzen will, ohne das Fahrzeug selbst zu besitzen. Und nach Carsharing kommt Ridesharing. Autos werden bestellt, sie fahren – idealerweise vollautonom – vor und bringen einen an den Bestimmungsort. Und dann fährt das Auto einfach weiter und sucht sich einen Parkplatz. Am autonomen Fahren führt
In der Automobilindustrie bleibt kein Stein auf dem anderen. Thomas Giuliani ist Produktmanager für Zukunftsthemen der BMW Group.
kein Weg vorbei. Bis in fünf Jahren wird ein BMW ohne Zutun des Fahrers von München nach Hamburg gelangen. Autonom wird allerdings kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Die „Freude am Fahren“ soll bleiben – auf Wunsch zumindest.
Zur Person Thomas Giuliani Produktmanagement der Antriebsstrategien, Connectivity und Digital Services der BMW Group in München Geboren: 1960 Wohnort: München Familienstand: Verheiratet
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FREITAG, 11. NOVEMBER 2016
VN-Umfrage
Welche Eindrücke haben Sie vom Vortrag? Es war auf jeden Fall mit Abstand der beste Vortrag an diesem Tag. Siegfried Wolf kennt sich beim Thema Russland und EU als Insider sowieso besonders gut aus. Ich bin der Meinung, dass man sich mit den Sanktionen gegen Russland ins eigene Fleisch schneidet. Gerold Kaufmann, Volksbank Vorarlberg Der Vortrag hat äußerst viele interessante Aspekte beinhaltet, da Russland ein sehr wichtiges Land ist, das man zur Zeit überaus kritisch begutachtet. Es ist interessant, zu wissen, was man machen könnte, damit sich die Beziehungen wieder bessern. Klaus Himmelreich, Vorarlberger Landesversicherung Siegfrid Wolf ist sowieso ein sehr guter Vortragender, auch heute wieder. Er kennt sich in der Materie über die Beziehungen zwischen Russland und der EU aus, auch, weil er selbst in Russland gelebt hat. Und Siegfried Wolf ist einfach ein echter Macher. Michael Loacker, Loacker Recycling
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„Die Füße immer am Boden“ Russland-Experte und Erfolgsmensch Siegfried Wolf mit Empfehlungen für Europa.
BREGENZ. (VN-hk) Das SteirerSakko trägt Siegfried Wolf (59) nicht nur gerne, es ist auch Teil seiner Identität und seines Erfolges. „Ich komme aus einer steirischen Landwirtsfamilie, wo ich gelernt habe anzupacken. Das ist vielleicht eine Wurzel für den Erfolg“, sagt Wolf über Wolf. Er sei der klassische Fall für eine Nicht-Karriere-Planung. Die Dinge nahmen bei „Siegi“ Wolf einfach ihren Lauf. Der Steirerbua fand als Absolvent der HTL für MaschinenbauBetriebstechnik schnell Gefallen am Autobau. Und weil er was konnte und sich seine Wege irgendwann mit jenen des steirischen Landsmannes Frank Stronach kreuzten, war die Erfolgsspur gelegt. „Die Füße immer am Boden, der Kopf in der Höhe“ gilt für ihn noch heute als Lebensmotto. „Natürlich“, sagt Wolf heute, „war meine Bekanntschaft mit Frank Stronach sehr vorteilhaft. Ich habe viel von ihm gelernt.“ Zum Beispiel, dass man seine Mitarbeiter zu schätzen und sie am Erfolg eines Unternehmens beteiligen sollte. „Frank fand es immer schön, den Erfolg zu teilen.“
Chancen in Russland Siegfried Wolf ist ausgewiesener Russland-Experte. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Russian Maschines,
der Russen zu Putin sei groß, Sanktionen könnten daran nichts ändern. Wolf empfiehlt Europa in einer Zeit der Instabilität, sich mehr auf sich zu besinnen und Selbstbewusstsein an den Tag zu legen. „Europa muss seinen eigenen Weg gehen und darf sich nicht vereinnahmen lassen. Wir müssen mehr für uns denken.“ Aus Sicht des erfolgreichen Managers war US-Präsident Barack Obama zuletzt nicht nur Präsident von Amerika „sondern auch von Europa“. Russland sei jedenfalls sehr interessiert an guten Wirtschaftsbeziehungen zu Europa. „China ist für Russland nicht die einzige Option.“
Siegfried Wolf spricht sich im VN-Interview für gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aus.
Europa muss mehr für sich denken und sollte in der Zukunft seinen eigenen Weg beschreiten. SIEGFRIED WOLF
einem Unternehmen des Mischkonzerns Basic elements, ist er mittendrin in der Wirtschaftswelt des Riesenlandes, das mit Europa derzeit so seine Probleme hat und umgekehrt. „Müsste nicht sein“, meint Wolf und verweist auf die immensen Vorteile, die intakte Wirt-
schaftsbeziehungen zwischen Europa und Russland mit sich bringen. „Vor den Sanktionen betrug das Wirtschaftsvolumen 450 Milliarden Euro, jetzt ist es nur noch die Hälfte. Gerade der Ausgang der US-Wahlen sollte uns zum Nachdenken bringen“, mahnt Siegfried Wolf, der sich als großer Anhänger von Außenminister Sebastian Kurz outete. „Um den beneiden uns in Europa viele“, ist er überzeugt. Loyale Partner Wolf ist überzeugt davon, dass die Wiederaufnahme voller wirtschaftlicher Beziehungen mit Russland auch
die politisch verfahrene Situation entspannen könnte. Als Geschäftspartner findet der Steirer nur Lob für die Russen. „Sie sind verlässlich und loyal. Und wenn man gute Geschäftsbeziehungen aufgebaut hat, dann verzeihen sie auch einmal etwas“, charakterisiert Wolf die Wirtschaftsbosse aus dem Reich Putins. Stichwort Wladimir Putin. Wolf hat den russischen Präsidenten bereits öfters getroffen und beschreibt ihn wie folgt: „Putin setzt sich sehr für sein Land ein, schafft Stabilität und interessiert sich auch für die Menschen in den Fabriken.“ Die Zustimmung
„Vorarlberger“ Wolf Das kleine Vorarlberg, in dem sich Siegfried Wolf oft aufhält, ist in den Augen des Managers eine wirtschaftlich pulsierende Insel mit Vorzeigecharakter. „Deswegen muss alles getan werden, um den vielen mittelständischen Betrieben in Vorarlberg eine gute Zukunft zu gewährleisten.“
Zur Person Siegfried Wolf Geboren: 31. Oktober 1957 Ausbildung: HTL für MaschinenbauBetriebstechnik am TGM in Wien, Meisterprüfung Karriere: Philips, Hirtenberger, seit 1995 in höchsten Managerpositionen bei Magna, seit 2010 Aufsichtsratsvorsitzender von „Russian Machines“
33. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung
Wissenschaft und Forschung Vorarlberg 2020+ Vorarlberg verfügt über eine Reihe leistungsfähiger Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Sie haben großen Anteil daran, dass sich Vorarlberg zu einer Top-Region in Europa entwickelt hat. Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung bildet die neue Wissenschafts- und Forschungsstrategie Vorarlberg 2020+. Sie soll die Wettbewerbsfähigkeit Vorarlbergs auch in Zukunft sichern. Mehr dazu auf www.vorarlberg.at/wissenschaft
Jetzt vormerken! 34. Vorarlberger Wirtschaftsforum
Donnerstag, 9. November 2017 Festspielhaus Bregenz Eine Initiative von
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