STADT FELDKIRCH
Amt der Stadt Feldkirch
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Presseaussendung mit der Bitte um Veröffentlichung/ Berichterstattung
14. Oktober 2008
Umweltfreundliche Energieerzeugung am Illspitz: Stadtwerke reichen Projekt ein Strom für Feldkirch und ökologische Verbesserungen an der Unteren Ill
Mit einstimmigem Beschluss der Stadtvertretung wurden die Stadtwerke Feldkirch am 1. Juli 2008 beauftragt, ihre Pläne für ein Kraftwerk am Illspitz so weit zu konkretisieren, dass sie für das wasserrechtliche Genmehmigunsgverfahren eingereicht werden können. Diese Pläne liegen nun vor. Mit dem Kraftwerk Illspitz könnten jährlich 25,5 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt werden, was fast einer Verdoppelung der Eigenerzeugung bzw. dem Bedarf von ca. 6.300 Haushalten entspricht. „Die Stadt Feldkirch bekennt sich zur umweltfreundlichen Nutzung der erneuerbaren Energie aus Wasserkraft“, betont Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold. Das neue Kraftwerk könnte – zusätzlich zur bisherigen Erzeugung von rund 30 Millionen kWh in den Kraftwerken Hochwuhr und Mühletor – noch einmal 25,5 Mio. kWh umweltfreundlichen Strom liefern. „Diese Chance wollen wir im Interesse der Feldkircher Bevölkerung nutzen“, so Bgm. Berchtold. Die Feldkircher Stadtvertretung soll heute Abend die Stadtwerke beauftragen, um die für die Errichtung und den Betrieb eines Kleinwasserkraftwerkes am Illspitz erforderlichen Genehmigungen anzusuchen. Mit dem Beschluss der Stadtvertretung werden die Stadtwerke Feldkirch ermächtigt, ihr Projekt für ein Kleinwasserkraftwerk am Illspitz einzureichen. Die Anlage würde pro Jahr rund 18.000 Tonnen CO2 einsparen, die bis dato bei der teilweisen Erzeugung des Importstroms in kalorischen Kraftwerken entstehen. Das Kraftwerk wird nach den Plänen der Stadtwerke Feldkirch im Bereich der alten Mündung der Ill in den Rhein situiert. Maximal 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen dann von der Ill über zwei Kaplan-Turbinen direkt in den Rhein. Die Stauhöhe des Wassers vor dem Kraftwerk liegt – je nach Wasserführung – bei einem bis maximal drei Metern. Der für die Fassung des Wassers erforderliche Stau bleibt innerhalb der inneren Dämme und ist damit so gering wie möglich gehalten. Die Vorländer beidseitig der Ill werden bei normaler Wasserführung nicht überflutet. Die Kosten schätzen die Stadtwerke grob auf etwa 24,5 Millionen Euro. Umfangreiche Begleitmaßnahmen Parallel zum Bau des Kraftwerks sind umfassende ökologische Begleitmaßnahmen vorgesehen. Sie bringen Verbesserungen für die Umwelt in dem Gebiet:
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• Das bestehende Nebengerinne rechts der Ill wird um einen Kilometer flussaufwärts durch die Au verlängert. Der zirka 1,7 Kilometer lange, mäandrierende Seitenarm schafft neue Lebensräume in einem Augebiet, dass durch die harte Verbauung der Ill viel von seiner Funktion eingebüßt hat. In diesem Bereich wird zudem der Einfluss des Schwalls minimiert. • Links der Ill werden zirka 3 Kilometer flussaufwärts im Staubereich des Matschelser Bergles gezielt bis zu 300 Liter Wasser pro Sekunde versickert. Dadurch kann das Grundwasser, das durch die Eintiefung der Rheinsohle in den vergangenen Jahrzehnten laufend gesunken war, wieder kontrolliert angehoben werden. Die Gießenbäche in diesem ökologisch besonders wertvollen Natura-2000-Gebiet führen dann wieder ganzjährig Wasser und bilden attraktive Laichzonen. • Beim Krafthaus und der Wehranlage werden Einrichtungen für den Auf- und Abstieg der Fische geschaffen. Vorteile überwiegen klar „Natürlich stellt jedes Wasserkraftwerk einen Eingriff in den Lebensraum Fluss dar. Der Rückstau des Wassers und der bauliche Eingriff am Illspitz sind sicher Nachteile des Projekts“, schildert der Verwaltungsratsvorsitzende der Stadtwerke Feldkirch, Stadtrat Rainer Keckeis. Dem stehen aber eine Reihe von Vorteilen gegenüber: Verbesserung des Lebensraums für Tiere und Pflanzen, Anhebung des Grundwassers, Strom für 6.300 Haushalte und damit Einsparung von 18.000 Tonnen CO2 pro Jahr, Erhalt regionaler Arbeitsplätze und vieles mehr. „Insgesamt, davon sind wir völlig überzeugt, bietet dieses Projekt mehr Vorteile als Nachteile. Es ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Das ist auch Voraussetzung für eine Bewilligung des Projekts“, betont Keckeis. Nach der Wasserrahmen-Richtlinie der EU besteht ein so genanntes „Verschlechterungsverbot“. Ein Projekt kann also nur genehmigt werden, wenn es insgesamt keine Verschlechterungen bringt. Offene Information Nach dem Beschluss der Feldkircher Stadtvertretung werden die Stadtwerke Feldkirch in den kommenden Wochen ihr Projekt bei der Vorarlberger Landesregierung einreichen. Parallel dazu soll das Kraftwerksprojekt auch der Bevölkerung vorgestellt werden. Die Stadtwerke Feldkirch laden dazu am 23.10.2008 um 18:00 ins Montforthaus ein. „Beim anschließenden Wasserrechtlichen Verfahren werden die Auswirkungen des Projekts intensiv geprüft und allfällige ergänzende Gutachten eingeholt. Dieses Verfahren wird etwa ein Jahr dauern“, so Stadtwerke Geschäftsführer Dr. Manfred Trefalt zur weiteren Vorgangsweise. Die Wasserrechtsbehörde wird dann üblicherweise verschiedene Auflagen für den Bau des Kraftwerks vorschreiben. Erst nach Vorliegen dieser Auflagen kann dann die Detailplanung des Projekts erfolgen, mit der dann schließlich die Baugenehmigung beantragt wird. Mit einem Baubeginn kann frühestens in zwei bis drei Jahren gerechnet werden.