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Zeitschrift für Liechtenstein und die Region
Liechtensteins Jahrmärkte – vom Viehmarkt zum Volksfest ab Seite 6
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Johannes Kaiser in dieser Ausgabe mit der 20-jährigen Daria Schlegel aus Mauren. Im Gespräch gibt sie einen Einblick, welche drei wichtigsten Agenden sie in Angriff nehmen würde, sässe sie für einen Tag auf dem Sessel der Regierungschefin (ab Seite 33).
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iebe Leserin, lieber Leser
Die Jahrmärkte in Liechtenstein verbinden bis heute bäuerliche Tradition mit Volksfest und Begegnung. Was früher in erster Linie dem Handel mit Vieh und Waren diente, ist längst zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Wir haben uns mit den Jahrmärkten im Land befasst (ab Seite 6). Unser Mitarbeiter Heribert Beck hat sich mit der Novelle des Fürstlichen Hausgesetzes befasst, die künftig die rechtliche Gleich-
stellung für alle Mitglieder des Fürstenhauses, auch in der Erbfolge, zum Inhalt hat. Neben den neuen Bestimmungen in der Thronfolge sind nun auch eine Reihe weiterer Bestimmungen klarer und moderner gestaltet (ab Seite 17). Ein Gastbeitrag von Johannes Lehmann, Ökonom am Liechtenstein-Institut, befasst sich mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen Liechtenstein Ausbildungen finanziell unterstützt (ab Seite 22). In der Rubrik Jugendzeit unterhält sich der Landtagsabgeordnete
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Der Vaduzer Ökonom lic.oec. Karlheinz Ospelt geht einem sehr interessanten Thema nach: Zinsen, Festhypotheken, Renten und Inflation. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Bewegungen am Kapitalmarkt auf Liechtenstein auswirken (ab Seite 38). «Wir haben sehr viel Freude an dem, was wir tun», sagt der Schellenberger Sohn Florian im Spezialinterview mit Johannes Kaiser. Sie stellen in der Sennerei Mauren seit kurzem Edelbrand und «Tschügger»-Getränke her und haben grossen Erfolg damit (ab Seite 52). Paul Herberstein befasst sich in dieser und in den nächsten «lie:zeit»-Ausgaben mit Tieren, die in Liechtenstein leben. Dieses Mal befasst er sich unter dem Titel «Waldgeist als Langschläfer» mit einem possierlichen Nagetier, dem Siebenschläfer (ab Seite 56).
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Die erste Pfadfinderabteilung Liechtensteins wurde im Oktober 1931 in Schaan gegründet. Ein Auslöser dafür waren die Hilfsdienste von Pfadfindern aus der Schweiz und Österreich nach dem Rheineinbruch im Jahr 1927. Unser Mitarbeiter Günther Meier befasst sich mit der Pfadfinderschaft Liechtensteins (ab Seite 59). Die Rubrik Sport stellt dieses Mal unter anderem zwei verdiente Funktionäre in den Mittelpunkt: den Präsidenten des FC Vaduz, Patrick Burgmeier, und das langjährige USV-Vorstandsmitglied Benno Gerner, der seit mehr als 60 Jahren aktiv und ehrenamtlich für seinen Verein tätig ist (ab Seite 68). Ich wünsche Ihnen, auch im Namen der Redaktion, weiterhin alles Gute, eine schöne Herbstzeit und viel Freude bei der Lektüre der neuen Ausgaben der «lie:zeit».
Herbert Oehri, Redaktionsleiter
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28 Ruggell im:fokus
«Sinnvoll investieren und gleichzeitig ein Polster schaffen»
17 Reform im Licht von Verantwortung für Fürstentum und Fürstenhaus
Novelle des Fürstlichen Hausgesetzes
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Regierungsrat Hubert Büchel
«Humanität und Verbindlichkeit gehören für mich zusammen»
jugend:zeit mit Daria Schlegel
«Junge Menschen stärker einbeziehen» Impressum
Verleger: Medienbuero Oehri & Kaiser AG, Essanestrasse 116, 9492 Eschen, +423 375 9000 · Redaktion: Herbert Oehri (Redaktionsleiter), Johannes Kaiser, Vera Oehri-Kindle, Heribert Beck · Beiträge/InterviewpartnerInnen: Verein zur Förderung des Unterländer Prämienmarkts, Anton Büchel, Regierungsrat Hubert Büchel, Johannes Lehmann, Erich Hasler, Gemeindevorsteher Christian Öhri, Daria Schlegel, Tilmann Schaal, Christina Bühler, Marco Pfiffner, lic. oec. Karlheinz Ospelt, Cedric Domenjoz, Pascal Seger, Jean-Luc Kühnis, Florian Goop, Paul Herberstein, Günther Meier, Chrisi Kindle, Patrick Burgmeier, Patrick Winkler, Benno Gerner, Aydin Demirci, Olcay Gür, Vito Troisio · Grafik/Layout: Carolin Schuller, Stephanie Lampert · Anzeigen: Vera Oehri-Kindle, Daniela Büchel · Fotos: Paul
Trummer, Pamela Bühler, Michael Zanghellini, Tatjana Schnalzger, Tanja Frick, Barbara Hess, Liechtensteinisches Landesarchiv, Jürgen Posch, Adobe, ZVG · Urheberschutz: Die Texte und Bilder dürfen ohne vorherige Genehmigung des Herausgebers/Verlegers nicht kommerziell genutzt, weitergegeben oder veröffentlicht werden. · Meinungsvielfalt: Die lie:zeit gibt Gastautoren Platz, um ihre Meinung zu äussern. Dabei muss der Inhalt mit der Meinung der Redaktion und der Herausgeber nicht übereinstimmen. · Druck: Somedia Partner AG, Haag · Auflage: 22’500 Exemplare · Online: www.lie-zeit.li · Erscheinung: 3. Oktober 2026 · «lie:zeit» nicht erhalten? Rufen Sie uns an: Tel. 375 90 03 (Vera Oehri), Zustellung erfolgt sofort. Nächste Ausgabe: 7. November 2026
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38 wirtschafts:zeit mit lic. oec. Karlheinz Ospelt
Zinsen, Festhypotheken, Renten und Inflation
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52 Die Getränkebotschafter aus Schellenberg
«Wir haben sehr viel Freude an dem, was wir tun»
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Princely Tattoo
«Leidenschaft, Begeisterung und ein grosses Hobby»
Gründung der Liechtensteinischen Pfadfinder
Täglich wenigstens eine gute Tat vollbringen
Aus dem Inhalt
Eröffnung «Kulturbrauerei» Schaan: Früher gab es dort das Quaderer Bier
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Zahltag mit Anton Büchel
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Der FC Vaduz zahlt weiterhin viel Lehrgeld
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Wie Liechtenstein Ausbildungen unterstützt
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FC USV: Es fehlt an der Effizienz in der Box
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Schutzstatus S: Liechtenstein braucht strengere Regeln 24
FC Balzers: Wir wollen jedes Spiel gewinnen
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Wiederverbindung von Schellenberg-Ruggell ab 2027
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FC Ruggell: Aufstieg bringt Verpflichtungen mit sich
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Was die digitale Welt mit Jugendlichen macht
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Rätselspass
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Fotos: Paul Trummer
Titelstory
Liechtensteins Jahrmärkte
Vom Viehmarkt zum Volksfest Vergnügungsbahnen, Marktstände, Viehprämierungen und Partystimmung: Die Jahrmärkte des Landes verbinden bis heute bäuerliche Tradition mit Volksfest und Begegnung. Was einst fast ausschliesslich dem Handel mit Vieh und Waren diente, ist längst zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Text: Heribert Beck
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enn im Herbst in Vaduz und Eschen die Marktstände aufgebaut werden, die Karussells ihre Runden drehen und Kühe und Rinder zur Prämierung geführt werden, gehört das zum vertrauten Jahreslauf. Auch in Steg steht mit dem «Breemimarcht» die landwirtschaftliche Tradition besonders sichtbar im Mittelpunkt. In Schaan und Balzers, den Gemeinden, die ihre Jahrmärkte im Frühling abhalten, hingegen ist dieses Element heute nicht mehr sichtbar – beziehungsweise war es das im Fall von Balzers überhaupt nie. Doch für die anderen Marktgemeinden gilt: Was heute vor allem nach Vergnügen und Tradition aussieht, hatte einst einen handfesten wirtschaftlichen Zweck. Märkte waren wichtige Handelsplätze für Vieh, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Waren des täglichen Bedarfs.
Vaduz: Markttradition seit Jahrhunderten
Vaduz blickt auf die wohl längste Markttradition des Landes zurück.
Märkte sind bereits im Mittelalter belegt. 1592 bestätigte Kaiser Rudolf II. der Gemeinde das Recht zur Abhaltung von Jahr- und Wochenmärkten. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Vieh, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Waren gehandelt. Bauern, Händler und Käufer kamen zusammen. Der Markt war Teil der wirtschaftlichen Versorgung und zugleich ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Im 19. Jahrhundert dann veränderte sich das liechtensteinische Marktwesen mehrfach. Viehmärkte fanden an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Terminen statt, bis sich gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend eine Konzentration durchsetzte. Der heutige Vaduzer Jahrmarkt beispielsweise geht auf das Jahr 1873 zurück. Sein Termin am ersten Oktoberwochenende steht im Zusammenhang mit der Einweihung der Pfarrkirche St. Florin am 5. Oktober 1873 – am Geburtstag von Fürst Johann II., der den Bau grosszügig unterstützt hatte. Lange blieb der Anlass eng mit der Landwirtschaft verbunden. Mit deren Wandel und dem Aufkommen des modernen Detailhandels verlor der Viehhandel seine frühere Bedeutung.
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Titelstory
Der Jahrmarkt entwickelte sich zunehmend zum Volksfest, während die Viehprämierung die Verbindung zur Landwirtschaft bewahrte. Gerade diese Verbindung ist bis heute charakteristisch. In der Aubündt treffen sich Anfang Oktober die Viehzüchterinnen und Viehzüchter des Oberlandes. Fachleute beurteilen die Tiere, und die Wahl der «Miss Oberland» gehört zu den Höhepunkten. Während dort, im südlichen Teil des Gemeindegebiets, Kühe und Rinder im Mittelpunkt stehen, herrscht im Zentrum von Vaduz gleichzeitig buntes Treiben. Markt- und Verpflegungsstände, Vergnügungsbahnen und musikalische Unterhaltung prägen das Bild. Familien, Kinder, Jugendliche sowie ältere Besucherinnen und Besucher kommen zusammen. Der Wandel der Jahrmärkte wird damit in Vaduz besonders deutlich: Wenige Gehminuten voneinander entfernt begegnen sich die moderne Welt des Vergnügungsparks und die traditionelle Welt der Viehzucht.
Eschen: der Markt für das ganze Unterland
Im Unterland entstand ebenfalls früh ein eigener Jahrmarkt. Gemeinhin wird 1927 als Beginn der Eschner Markttradition genannt. Auch sie wurde mit einem Vieh- und Warenmarkt begründet. Der Anlass erfüllte damit zunächst eine ähnliche Funktion wie die Märkte in Vaduz. Landwirte konnten Tiere präsentieren, kaufen und verkaufen, Händler boten ihre Waren an. Für die Bevölkerung war der Markttag zugleich wirtschaftlicher Anlass und gesellschaftliches Ereignis. Mit der Modernisierung verlor der Handel aber auch am Eschner Jahrmarkt an Bedeutung, das Fest- und Unterhaltungselement gewann. Erhalten blieb wiederum die landwirtschaftliche Tradition in Form des Prämienmarktes.
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Heute trägt der Anlass den Namen Unterländer Jahr- und Prämienmarkt. Die Landwirte präsentieren ihre schönsten Kühe, Schafe und Ziegen, die Tiere werden beurteilt und ausgezeichnet. Mit der Wahl der «Miss Unterland» wird die Prämierung auch für ein breites Publikum sichtbar. Rundherum findet der eigentliche Jahrmarkt statt. Marktstände, Verpflegungsmöglichkeiten, Vergnügungsbahnen und Festwirtschaft machen ihn zu einem Volksfest, das weit über die Landwirtschaft hinausgeht.
Schaan: 100 Jahre seit dem ersten Viehmarkt
1926 wurde in Schaan erstmals ein Viehmarkt durchgeführt. Der Start
am Unterländer Jahrmarkt:
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Samstag 11:00 – 23:30 Uhr Sonntag 11:00 – 16:00 Uhr Champagnerhütte draussen vor dem Fago am Jahrmarktsamstag von 11:00 – 23:00 Uhr.
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Titelstory
war erfolgreich. Doch der Durchstart erwies sich als schwierig: 1927 verhinderte der Rheineinbruch Ende September die Durchführung, 1928 fiel der Markt wegen der im Rheintal grassierenden Maul- und Klauenseuche aus. Danach konnte sich die Tradition aber etablieren. Erst die Corona-Pandemie sorgte 2020 und 2021 wieder für Unterbrüche. Im Laufe der Zeit wurde aber auch in Schaan aus dem Viehmarkt ein Jahrmarkt, bei dem das gesellschaftliche und unterhaltende Element immer stärker in den Vordergrund trat. Lange wurde er zwar noch als Kilbi-Markt an einem Montag im November begangen, an dem die Volksschüler einen freien Tag geniessen durften. Doch mit den Jahrzehnten wandelte der Anlass sich auch diesbezüglich. Seit 1958 findet er stets an einem Samstag – später dann auch zusätzlich am Sonntag – statt, und 1973 wurde er in den Frühling verlegt. Im Mai 2026 jährte sich der erste Schaaner Jahrmarkt zum 100. Mal, womit eine Erfolgsgeschichte 2027 in ihr zweites Jahrhundert startet.
Balzers: eine jüngere Tradition
Eine andere Geschichte erzählt der Balzner Jahrmarkt. Der heutige Anlass wurde erst 1991 ins Leben gerufen, knüpfte aber an eine ältere Erinnerung an: den «Trüabbächler Märt», der früher am ersten Mittwoch
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im November stattfand. Rutschbahn, Schiffschaukel, Marroni und Zuckerwatte gehörten für viele Balzner Kinder zum Jahreskalender. Ende der 1980er-Jahre kam dann der Wunsch auf, einen eigenen Jahrmarkt zu veranstalten. Am 8. und 9. Juni 1991 fand schliesslich der erste Balzner Jahrmarkt mit 35 Ständen statt. Bis heute wird er im Mai beziehungsweise Juni durchgeführt. Warenmarkt, Lunapark, Verpflegungsstände und die Beteiligung der Vereine machen ihn zu einem eigentlichen Dorffest. Der Balzner Markt zeigt damit: Tradition muss nicht Jahrhunderte oder zumindest ein Jahrhundert alt sein. Auch eine bewusst neu begründete Veranstaltung kann innerhalb weniger Jahrzehnte zum selbstverständlichen Teil des Jahreslaufs werden.
Steg: der «Breemimarcht»
Noch unmittelbarer ist die Verbindung von Markt und Landwirtschaft beim «Breemimarcht» in Steg. Dieser Prämienmarkt besteht seit 1938 und ist eng mit der Viehzucht im Berggebiet verbunden. An diesem Anlass wird die «Miss Steg» erkoren, während in Vaduz die «Miss Oberland» und in Eschen die «Miss Unterland» prämiert werden. Aus den drei Siegerinnen wird anschliessend die «Miss Liechtenstein» bestimmt. Damit bilden die Prämienmärkte im Herbst gewissermassen einen landwirtschaftlichen Kalender: vom Berggebiet über das Oberland bis ins Unterland.
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Vom Handelsplatz zum Treffpunkt
Wer heute über einen Jahrmarkt schlendert, denkt vermutlich selten daran, dass solche Anlässe einst für die Versorgung der Bevölkerung wichtig waren. Geblieben ist jedoch der Markt als Ort der Begegnung. Früher trafen sich Bauern und Händler, Käufer und Verkäufer. Heute treffen sich Familien, Freunde, Vereine und Bekannte. Kinder freuen sich auf die Bahnen, Erwachsene verbinden den Besuch mit Essen, Trinken und Gesprächen. Der Jahrmarkt ist weniger Einkaufsgelegenheit als gemeinsames Erlebnis. Gerade darin liegt eine grosse Bedeutung der Prämienmärkte. Sie erinnern daran, woher die Jahrmarkttradition kommt. Wenn eine Kuh im Vorführring steht und von Fachleuten beurteilt wird, ist das aber kein blosser Blick zurück, sondern ein Teil der lebendigen Landwirtschaft des Landes, die allem gesellschaftlichen Wandel erfolgreich trotzt. Dem Wandel getrotzt haben auch die Jahrmärkte. Sie sind geblieben – gerade, weil sie sich verändern durften: vom Handel zum Festplatz. Aus dem Viehmarkt ist das Volksfest geworden. Geblieben ist der Treffpunkt, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet.
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Unterländer Prämienmarkt 2026 Traditionsgemäss findet der Unterländer Prämienmarkt jedes Jahr im Oktober in Eschen statt. Seit Generationen gehört dieser Anlass fest zum Brauchtum des Liechtensteiner Unterlands und bildet einen wichtigen Treffpunkt für Landwirte, Tierzüchter und zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus nah und fern. Text: Verein zur Förderung des Unterländer Prämienmarkts
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it dem Feuerwehrdepot Eschen steht erneut ein idealer Veranstaltungsort zur Verfügung. Die bestehende Infrastruktur bietet optimale Voraussetzungen für die Durchführung des traditionsreichen Anlasses und ermöglicht einen reibungslosen Ablauf für Mensch und Tier. Nach einem erfolgreichen Marktjahr 2025 laufen die Vorbereitungen für den diesjährigen Prämienmarkt bereits seit Monaten auf Hochtouren. Zahlreiche Vereinsmitglieder, Helferinnen und Helfer engagieren sich mit viel Einsatz und Leidenschaft, damit am Samstag, 10. Oktober 2026, ein abwechslungsreicher und unvergesslicher Tag stattfinden kann. Um auch dieses Jahr einen geordneten Ablauf gewährleisten zu können, sind viele freiwillige Helfer bereits Tage vor dem Anlass im Einsatz. Sie sorgen für die Organisation des Festplatzes, die Betreuung der Tiere und das Wohl aller Aussteller, Landwirte und Gäste.
Tierprämierungen und Vorführungen
Die Prämierung verschiedenster Tierarten gehört seit jeher zum Herz-
stück des Unterländer Prämienmarkts. Bereits in den frühen Morgenstunden beginnt die Auffuhr der Tiere, die bis etwa 9 Uhr abgeschlossen sein soll. Gleichzeitig öffnet die Festwirtschaft ihre Türen und lädt Besucher zum gemütlichen Verweilen ein. Im Lauf des Tages werden den fachkundigen Experten Kühe, Rinder, Schafe und weitere Tierarten präsentiert und von ihnen bewertet. Die Vorführungen im Ring bieten spannende Einblicke in die Tierzucht und werden von den Juroren fachkundig kommentiert. Besondere Höhepunkte sind traditionell die Wahl der Miss Unterland, der Miss Schöneuter und das anschliessende Duell zwischen den Siegerkühen aus Ober- und Unterland um den begehrten Titel der Miss Glocke.
«Mein Lieblingstier»
Auch die jüngsten Tierfreunde erhalten wieder die Gelegenheit, ihr persönliches Lieblingstier im Ring vorzustellen. Kinder und Jugendliche präsentieren dem Publikum mit grossem Stolz ihre Tiere und tragen damit wesentlich zur familiären Atmosphäre des Prämienmarkts bei.
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Rahmenprogramm für die ganze Familie
Neben den Tierprämierungen erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Die Festwirtschaft sorgt den ganzen Tag für das leibliche Wohl, während die Tombola wiederum mit attraktiven Preisen lockt. Für die jüngsten Gäste steht eine Hüpfburg bereit, die jedes Jahr für viel Begeisterung sorgt. Damit bietet der Unterländer Prämienmarkt Unterhaltung für die ganze Familie.
Wichtige Informationen
Aufgrund der Auffuhr zahlreicher Tiere und landwirtschaftlicher Fahrzeuge kann es insbesondere in den Morgenstunden zu Verkehrsbehinderungen rund um das Marktgelände kommen. Wir bitten die Bevölkerung und die Gäste um Verständnis und danken für die Rücksichtnahme. Die Ziehung der Tombola-Lose findet am Nachmittag statt. Die Gewinnnummern werden nach dem Anlass auf den üblichen OnlineKanälen veröffentlicht.
Dank
Ein Anlass dieser Grösse wäre ohne die Unterstützung vieler Menschen nicht möglich. Ein herzlicher Dank gilt allen Sponsoren, Gönnern und Unterstützern, die den Unterländer Prämienmarkt Jahr für Jahr ermöglichen. Ebenso bedanken die Organisatoren sich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, den Organisatoren der Festwirtschaft, den Vereinsmitgliedern sowie den zahlreichen Landwirten und Tierhaltern, die ihre Tiere präsentieren und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Brauchtums leisten. Die Organisatoren freuen sich darauf, am 10. Oktober 2026 beim Feuerwehrdepot Eschen viele Gäste begrüssen zu dürfen.
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Präsident des Unterländer Prämienmarkts in Eschen
Zahltag mit Anton Büchel Anton Büchel übernahm im Jahre 2025 das Amt des Präsidenten des Unterländer Prämienmarkts und ist mitten in den Vorbereitungen für die diesjährige Auflage, die am Samstag, 10. Oktober 2026, stattfindet. Interview: Vera Oehri-Kindle
Beim Unterländer Prämienmarkt in Eschen am 10. Oktober 2026 führte der amtierende Präsident charmant durch das Programm.
Wie viele Jahre bist du schon Präsident des Unterländer Prämienmarktes?
In welchem Jahr fand der erste Unterländer Prämienmarkt in Eschen statt?
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Wie oft hast du mit einer Kuh schon den Titel Miss Unterland/ Miss Liechtenstein geholt?
Wie viele unterschiedliche Tierrassen kann man dieses Jahr am Prämienmarkt begutachten?
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Wie viele Jahre wurde deine älteste Kuh?
Wie viele Helfer benötigt es ungefähr für diesen Anlass?
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Anton Büchel ist stolz auf die gewonnenen Ehrenglocken.
Präsident Anton Büchel im Gespräch mit einem lokalen Landwirt, der stolz seine Kuh in Eschen präsentiert.
Wie viele Minuten benötigt man un- Wie viele Mitglieder zählt gefähr, um eine «Miss-Kandidatin» der Verein Unterländer für die Vorführung bereit zu machen? Prämienmarkt?
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Wie viele Tierhalter sind dieses Jahr mit ihren Tieren dabei?
Wie viele Experten beurteilen die Tiere?
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4 Weitere Impressionen und Informationen: bremimarkt.li
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Fürst Hans-Adam II., Erbprinz Alois und Prinz Wenzel – in den letzten Generationen war das erstgeborene Kind im Fürstenhaus immer männlich. Mit der nächstgeborenen Generation wird das Geschlecht keine Rolle mehr für die Thronfolge spielen.
Novelle des Fürstlichen Hausgesetzes
Eine Reform im Licht von Verantwortung für Fürstentum und Fürstenhaus Als S.D. Erbprinz Alois am Staatsfeiertag verkündet hat, dass weibliche und männliche Mitglieder des Fürstenhauses künftig rechtlich gleichgestellt sind – auch in der Erbfolge –, war die Resonanz gross. Die Gründe für diesen historischen Schritt und für weitere Anpassungen des Hausgesetzes sind vielfältig. Im Kern geht es dem Fürstenhaus darum, Verantwortung, Kontinuität und Handlungsfähigkeit für die kommenden Generationen zu sichern. Text: Heribert Beck
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n den über 307 Jahren seit der Erhebung der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg zum Fürstentum Liechtenstein am 23. Januar 1719 haben
zwölf Fürsten das Land regiert. Damit dauerte eine Regentschaft im Schnitt mehr als 25 Jahre. Zahlen, die für Kontinuität im Lauf der Zeit stehen und für Stabilität, gerade auch
in unruhigen Phasen der Geschichte, von denen Europa seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts einige erlebt hat. Kontinuität und Stabilität im Wandel der Zeit sind es auch,
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Erbprinz Alois mit Sohn Wenzel auf der Zugbrücke vor dem Schloss. Dass der Thronfolger bzw. die Thronfolgerin in Liechtenstein aufwächst und so bestmöglich auf die zukünftige Aufgabe vorbereitet wird, ist ein wichtiges Anliegen des Hauses.
die das Fürstenhaus bewogen haben, mit der am Staatsfeiertag verkündeten ersten Novelle des 1993 erlassenen Hausgesetzes neue Wege zu gehen. Sie ist am 3. September im Landesgesetzblatt publiziert worden, am 4. September in Kraft getreten und umfasst neben der Einführung der absoluten Primogenitur für künftig geborene Familienmitglieder, welche die Berichterstattung in den Medien dominiert hat, eine Reihe weiterer Anpassungen.
Die nächste Generation im Blick
«In Zukunft könnte eine Fürstin über Liechtenstein regieren»: So und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen der Liechtensteiner und internationalen deutschsprachigen Medien im Zuge der Ansprache von S.D. Erbprinz Alois am 15. August auf der Schlosswiese, in deren Rahmen der Stellvertreter des Landesfürsten die Novelle verkündet hatte, die das Hausgesetz des Fürstlichen Hauses Liechtenstein modernisiert. «Das Thema Thronfolge wurde innerhalb der Familie zum Teil seit mehreren Jahrzehnten diskutiert. Die Einführung der absoluten Primogenitur mit einer allgemeinen Weitervererbung der Mitgliedschaft an alle Söhne und Töchter des Hauses hätte jedoch zu einem exponentiellen Anwachsen der Mitgliederzahl geführt, mit problematischen langfristigen Folgen für die Entscheidungsfindung
und damit für die Stabilität des Hauses und des Landes», sagt Erbprinz Alois. Daher sei es der fürstlichen Familie wichtig gewesen, ein System zu finden, welches dazu beiträgt, dass das Haus auch in künftigen Generationen weder zu gross noch zu klein wird. «Diese Lösung konnte jetzt gefunden werden.» Zu den Gründen, die schliesslich den Ausschlag für die Novelle gegeben haben, führt der Erbprinz aus: «Da es in unserer Familie in den letzten Generationen immer männliche Erstgeborene gab, war das Thema nicht unbedingt dringlich. Meine Kinder sind inzwischen aber in einem Alter, in dem sie heiraten und die nächste Generation schon bald geboren werden könnte. Daher erschien es sinnvoll, die Änderung jetzt vorzunehmen, damit sie ab der nächsten Generation gelten kann.» Bereits heute gilt mit der Novelle hingegen, dass das Stimmrecht innerhalb der Familie auf alle volljährigen und handlungsfähigen Mitglieder kraft Geburt ausgeweitet ist. Damit haben weibliche und männliche Nachkommen dieselben Mitwirkungsrechte. Abstimmungen können künftig ausserdem elektronisch durchgeführt werden. Damit werden die Verfahren klarer und transparenter. Zugleich erhalten mehr Familienmitglieder ein Mitspracherecht.
Komplexe Materie, breit abgestütztes Ergebnis
Bei der Novelle, die vom Erbprinzen zusammen mit einigen weiteren Familienmitgliedern und zwei Rechtsexperten ausgearbeitet worden ist, handelt es sich um eine juristisch komplexe Materie. Entsprechend viel Zeit haben die Vorbereitungen in Anspruch genommen. Sie dauerten vom Herbst 2025 bis zum Frühling 2026. Danach folgte der Abstimmungsprozess, der am 12. August mit der Auszählung der Stimmen zu Ende gegangen ist. Die Bekanntgabe am Staatsfeiertag sei dabei schon frühzeitig vorgesehen gewesen, um der staatspolitischen Dimension des Themas angemessen Rechnung zu tragen, informiert das Fürstenhaus. Neben den neuen Bestimmungen in der Thronfolge sind auch die Regeln zur Familienmitgliedschaft nun klarer und moderner gestaltet. Neu können die Ehemänner einer Fürstin oder Erbprinzessin ebenfalls Mitglieder des Fürstenhauses werden, sofern die Ehe nach dem Hausgesetz anerkannt ist. Diese hausgesetzliche Anerkennung bleibt eine wichtige Voraussetzung für den Status innerhalb des Fürstenhauses. Die entsprechenden Verfahren wurden durch die Novelle präzisiert und modernisiert. Zunächst wurde die Bestimmung, dass die Öffentlichkeit nach hausgesetzlicher
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Anerkennung der Ehe zu informieren ist, fallen gelassen. Zudem hat die zivile Eheschliessung im Sinne der Privatsphäre der Brautleute nicht mehr unbedingt in der Öffentlichkeit stattzufinden. Möglich sind öffentliche Trauungen aber weiterhin. Des Weiteren berücksichtigt das Hausgesetz nun weibliche Titel wie Fürstin und Erbprinzessin ausdrücklich. Ehemänner einer Fürstin oder Erbprinzessin führen künftig den Titel «Prinz von und zu Liechtenstein, Graf zu Rietberg».
Neue Regelungen für den Familienrat
Weitere Aspekte der Reform sind die Stärkung des Familienrats und der Kompetenzen des regierenden Fürsten – oder künftig einer regierenden Fürstin – in Bezug auf Disziplinarmassnahmen. Beschwerden gegen solche Disziplinarmassnahmen, die von weniger schwerwiegender Natur sind, haben künftig keine aufschiebende Wirkung mehr. Entsprechende Entscheidungen des Fürsten treten somit sofort in Kraft. Damit wird gemäss Fürstenhaus die Verpflichtung der Familienmitglieder gestärkt, die Ehre und das Wohl des Hauses sowie des Fürstentums zu wahren. Die zweite Instanz bei Entscheidungen des Fürsten ist der erwähnte Familienrat. Er wurde mit der Novelle von drei auf fünf Mitglieder erweitert. Dadurch erhält er eine breitere Repräsentanz der Familie sowie eine höhere Stabilität und Handlungsfähigkeit. Neu wählen die Mitglieder des Familienrates ihren Vorsitz ausserdem selbst, während er bisher automatisch beim ranghöchsten Mitglied lag. Neu ist ausserdem, dass Landtag und Regierung künftig nach einer Wahl des Familienrats über deren Ergebnis informiert werden. Ein wesentliches Merkmal des Familienrats ist, dass er auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben soll. Die Reform schafft in diesem Zusammenhang klarere Regeln für aussergewöhnliche Situationen und mögliche Vertretungsfälle. Für besonders wichtige Entscheidungen – konkret die Frage, ob für den Fürsten, seine Ehefrau oder eines der gemeinsamen Kinder ein Vormund oder ein Sachwalter zu bestellen ist – sind nun zwei unabhängige Sachverständigengutachten erforderlich. Dadurch werden Entscheidungen besser abgesichert und nachvollziehbarer.
Eine Familie mit vielen Aufgaben: Der Erbprinz und die Erbprinzessin absolvieren jährlich etwa 200 Termine für das Land Liechtenstein. Prinz Wenzel ist im Hintergrund bereits in verschiedene Aufgaben eingebunden und hat den Erbprinzen auch bei Anlässen im In- und Ausland vertreten – so zuletzt beim Neujahrsempfang sowie beim 80. Geburtstag des schwedischen Königs.
In die Rolle wachsen können
Trotz der weiteren Anpassungen standen bei der Novelle aber die absolute Primogenitur und die Ausweitung der Mitwirkungsrechte in hausgesetzlichen Fragen auf alle weiblichen Nachkommen des Fürstenhauses klar im Vordergrund. Erbprinz Alois fasst die Beweggründe der Familie folgendermassen zusammen: «Wir wollten sicherstellen, dass die Verantwortung für das Fürstentum und das Fürstenhaus künf-
tig bei jener Person liegen kann, die auf diese Rolle am besten vorbereitet ist. In der Praxis sind dies in der Regel die Kinder des regierenden Fürsten oder der regierenden Fürstin, die in Vaduz aufwachsen und schon von frühester Kindheit an mit den besonderen Aufgaben, Traditionen und Gegebenheiten unseres Landes und unseres Hauses vertraut werden. Die Reform ist daher Ausdruck einer langfristigen institutionellen Überlegung.»
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«Humanität und Verbindlichkeit gehören für mich zusammen» Als Innen- und Wirtschaftsminister ist Hubert Büchel derzeit in vielerlei Hinsicht gefordert, und auch der Geschäftsbereich Sport verlangt seine Aufmerksamkeit. Im Interview legt er dar, welche Rahmenbedingungen dafür sorgen sollen, dass Liechtenstein in Zukunft sicher bleibt, ökonomisch gut aufgestellt ist und sportliche Erfolge feiern darf. Text: Heribert Beck
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err Regierungsrat, Sie sind inzwischen seit rund anderthalb Jahren Minister für Inneres, Wirtschaft und Sport. Was hat Sie in dieser Zeit an der politischen Arbeit am meisten überrascht – im positiven wie im negativen Sinn? Regierungsrat Hubert Büchel: Positiv überrascht hat mich vor allem die enorme thematische Breite meiner Aufgabe. Von der Sicherheit über Wirtschaft und Energie bis zum Sport beschäftigen wir uns mit ganz unterschiedlichen Fragen, die unser Land und die Menschen unmittelbar betreffen. Gleichzeitig musste ich lernen, dass gute Lösungen Zeit brauchen. Manche Prozesse in der Verwaltung dauern allerdings länger, als ich mir wünschen würde. Dort, wo es möglich ist, müssen wir schneller werden, ohne die Sorgfalt zu vernachlässigen. Die Sicherheitslage in Europa hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Worin sehen Sie derzeit die grösste Bedrohung für die Sicherheit Liechtensteins? Cyberangriffe auf staatliche Institutionen und kritische Infrastrukturen sowie gezielte Desinformation gehören zu den Bedrohungen, auf die wir uns vorbereiten müssen. Der Cyberangriff auf das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen hat gezeigt, dass auch Liechtenstein Ziel solcher Angriffe ist. Gleichzeitig treffen uns als exportorientierten Kleinstaat die Folgen internationaler Konflikte – über Lieferketten, Energiepreise und Absatzmärkte.
Diese Risiken können auch gleichzeitig auftreten. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Die Regierung hat unter anderem mit einer Sicherheitsstrategie reagiert. Was waren die Beweggründe hinter diesem Schritt und was soll mit der Strategie auf welchem Weg erreicht werden? Die veränderte Sicherheitslage hat uns veranlasst, die Vorbereitung auf Krisen breiter anzugehen. Mit der integrierten Sicherheitsstrategie wollen wir Liechtenstein besser auf bestehende und neue Bedrohungen vorbereiten und im Krisenfall handlungsfähig bleiben. Dafür braucht es klare Verantwortlichkeiten und eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen. Sicherheit ist nicht allein eine Aufgabe der Polizei oder der Rettungsdienste. Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbände und Bevölkerung tragen gemeinsam Verantwortung. Jetzt gilt es, die beschlossenen Massnahmen konsequent umzusetzen. Um noch beim Inneren zu bleiben: Anfang September hat sich der Landtag in erster Lesung mit einer Abänderung des Asylgesetzes beschäftigt und damit mit dem künftigen Aufenthaltsstatus der ukrainischen Schutzsuchenden. Was nehmen Sie aus der Debatte mit für die zweite Lesung? Oder anders gefragt: Was könnte sich am Regierungsvorschlag in Bezug auf die Integrationsleistungen als Voraussetzung für einen ordentlichen Aufenthalt noch ändern und woran möchten Sie festhalten?
Es war eine wertvolle Debatte, in der unterschiedliche Vorstellungen über die Anforderungen an die Integration deutlich wurden. Inzwischen liegt auch eine parlamentarische Initiative vor, welche die Voraussetzungen für die fortgeschrittene Integration verschärfen möchte. Für die zweite Lesung prüfen wir die vorgebrachten Anliegen. Am Grundsatz möchte ich festhalten: Der Übergang in einen ordentlichen Aufenthalt soll an nachweisbare Integrationsleistungen geknüpft sein. Dazu gehören insbesondere die Bereitschaft zur sprachlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration. Humanität und Verbindlichkeit gehören für mich zusammen. Zur Wirtschaft: Liechtensteins Unternehmen profitieren bekanntlich stark von der internationalen Vernetzung des Standorts. Inwiefern ist oder wird die zunehmende geopolitische Unsicherheit für diesen Standort zu einem ernsthaften Risiko? Dieses Risiko ist bereits da. Unsere Unternehmen spüren es durch Preisschocks, Schwierigkeiten bei Lieferketten und eine schwächere Nachfrage in ihren Absatzmärkten. Die internationale Vernetzung bleibt dennoch eine unserer grössten Stärken. Der EWR, der Zollvertrag und weitere internationale Abkommen sichern den Zugang zu wichtigen Märkten. Ein Rückzug wäre für Liechtenstein der falsche Weg. Wir müssen unsere Partnerschaften pflegen und Abhängigkeiten bei Absatz und Beschaffung im Blick behalten. Die Weltwirtschaft können wir nicht verändern. Wie gut wir vorbereitet sind, können wir sehr wohl beeinflussen.
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Was muss Liechtenstein beziehungsweise die Politik tun, damit der Wirtschaftsstandort auch in zehn oder 20 Jahren attraktiv bleibt? Oder reichen die bisherigen Standortvorteile aus? Unsere heutigen Standortvorteile sind stark, aber sie sind kein Selbstläufer. Standortpolitik ist eine Daueraufgabe. Unternehmen brauchen verlässliche Regeln, qualifizierte Fachkräfte, eine leistungsfähige Infrastruktur und möglichst einfache Verfahren. Bei den Fachkräften müssen wir unsere eigenen Potenziale besser nutzen, Ausbildung und Weiterbildung stärken und für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiv bleiben. Ebenso brauchen Unternehmen Raum, um neue Technologien einzusetzen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Unsere kurzen Wege helfen uns, Probleme direkt anzusprechen und schneller Lösungen zu finden. Diesen Vorteil müssen wir konsequent nutzen. Wo konkret muss der Staat Ihres Erachtens mehr investieren und wo sollte er sich stärker zurücknehmen? Ich stehe für eine liberale Wirtschaftspolitik. Der Staat muss in Sicherheit, Bildung und Infrastruktur investieren – also in die Grundlagen, auf die Bevölkerung und Unternehmen angewiesen sind. Dazu gehört auch eine digitale Verwaltung, die Abläufe tatsächlich vereinfacht. Zurücknehmen sollte er sich bei unnötiger Regulierung und bei Entscheidungen, die Unternehmen selbst treffen können. Unternehmertum gehört weitgehend in private Hände. Unsere Aufgabe ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Regeln müssen verständlich, verhältnismässig und in der Praxis umsetzbar sein. Ein anderes Thema, das die Menschen unmittelbar betrifft, ist die Liechtensteiner Medienlandschaft. Sie haben diese kurz nach Ihrem Amtsantritt als «Geröllhalde» bezeichnet. Ein Jahr später sprachen Sie von «zarten Pflänzchen», die langsam heranwachsen. Was ist aus Ihrer Sicht inzwischen tatsächlich gewachsen und wo liegt noch immer Geröll? Mit dem Verlust des «Volksblatts» und von Radio L hat Liechtenstein wichtige redaktionelle Angebote und Medienvielfalt verloren. Inzwischen sind neue Angebote entstanden. Das sind die zarten Pflänzchen, von denen ich
Regierungsrat Hubert Büchel
gesprochen habe. Die Anschubfinanzierung soll ihnen helfen, sich in unserem kleinen Medienmarkt zu etablieren. Ob daraus dauerhaft tragfähige Medienunternehmen werden, muss sich zeigen. Der Staat kann den Einstieg erleichtern und unabhängigen Journalismus fördern. Welche Angebote sich langfristig behaupten, entscheidet am Ende nicht die Politik. Und das ist richtig so. Zum Sport: Der Monitor Leistungssport soll zeigen, wie Liechtenstein im internationalen Vergleich dasteht. Wo besteht bei der Förderung der Athletinnen und Athleten der grösste Nachholbedarf? Liechtenstein ist sportlich grundsätzlich gut aufgestellt. Handlungsbedarf sehe ich besonders beim Übergang vom Nachwuchs- in den Spitzensport. Dann steigen die Anforderungen an Training und Betreuung. Gleichzeitig stehen wichtige Entscheidungen über Ausbildung und Beruf an. Unsere Athletinnen und Athleten brauchen in dieser Phase sportliche Perspektiven und finanzielle Sicherheit. Die Anstellungen beim LOC sind dafür ein wichtiger Schritt. Ebenso müssen wir die Verbände bei der professionellen Betreuung stärken. Mit der beantragten Erhöhung der Sportförderung für die Jahre 2027 bis 2030 wollen wir diesbezüglich weiterkommen. Dabei geht es nicht allein um mehr Mittel, sondern um verlässliche Perspektiven für unsere Athletinnen und Athleten und um Strukturen, die Leistung dauerhaft ermöglichen. Zudem soll in der Neuauflage des Monitors Leistungssport in rund vier Jahren der Fortschritt evaluiert werden.
Wenn Sie heute auf die ersten anderthalb Jahre der laufenden Legislatur blicken: Bei welchem politischen Vorhaben würden Sie sich wünschen oder hätten Sie sich gewünscht, dass es schneller vorangeht? Bei der Sicherheitsstrategie hätte ich mir gewünscht, dass wir sie bereits im ersten Jahr der Legislatur verabschieden können. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Bereichen hat mehr Zeit gebraucht als ursprünglich geplant. Es war aber richtig, sich diese Zeit zu nehmen. Eine gemeinsame Strategie muss von den Beteiligten auch mitgetragen werden. Jetzt kommt es darauf an, die beschlossenen Massnahmen umzusetzen und regelmässig zu prüfen, wo wir stehen. Eine Strategie ist nur dann gut, wenn sie im Ernstfall trägt. Und zum Schluss eine persönliche Frage: Was möchten Sie am Ende der Legislaturperiode erreicht haben, bei dem Sie sagen können: Dafür hat es sich gelohnt, dieses Amt zu übernehmen? Es ist ein Privileg, dieses Amt ausüben und Verantwortung für unser Land übernehmen zu dürfen. Ich gehe diese Aufgabe jeden Tag mit grosser Freude und Respekt an. Am Ende der Legislatur möchte ich sagen können, dass wir unser Land besser auf Krisen vorbereitet und unseren Wirtschaftsstandort gestärkt haben. Besonders wichtig sind mir die Umsetzung der Sicherheitsstrategie und gute Voraussetzungen für Unternehmen, die in Liechtenstein investieren, Arbeitsplätze schaffen und neue Ideen umsetzen. Wir haben noch einiges vor.
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Johannes Lehmann, Ökonom an Liechtenstein-Institut
Stipendien und Darlehen
Wie Liechtenstein Ausbildungen unterstützt Wer in Liechtenstein eine Ausbildung absolviert, erhält unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Unterstützung. Wie haben sich Stipendien und Darlehen in den vergangenen Jahren entwickelt und wie unterscheidet sich die Ausbildungsförderung im Vergleich zur Schweiz? Gastbeitrag: Johannes Lehmann
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usbildungsbeihilfen haben in den vergangenen Monaten in Liechtenstein wiederholt für öffentliche Diskussionen gesorgt. So reichte beispielsweise die Jugendunion eine Petition dazu ein, die vom Landtag ohne Gegenstimme überwiesen wurde. Unter Ausbildungsbeihilfen fallen Stipendien und Darlehen: Stipendien werden ohne Rückzahlungspflicht ausgerichtet, während Darlehen zinsfrei zurückbezahlt werden müssen. Wie hoch die Unterstützung ausfällt, hängt von den finanziellen Verhältnissen ab. Berücksichtigt werden neben der antragstellenden Person auch die finanzielle Situation der Ehepartnerin oder des Ehepartners sowie, bis zum 25. Lebensjahr, jene der Eltern. Die staatliche Unterstützung wird als Kombination aus Stipendium und Darlehen
gewährt. Der Darlehensanteil beträgt dabei mindestens 40 Prozent und steigt bei besseren Einkommens- und Vermögensverhältnissen auf bis zu 60 Prozent. Wie die Balken in der Abbildung zeigen, erreichten die Ausbildungsbeihilfen in Liechtenstein im Jahr 2009 mit 9,2 Millionen Franken ihren Höchststand. Seither sind die Beiträge kontinuierlich gesunken und beliefen sich 2025 noch auf 3,4 Millionen Franken. Diese Abnahme zeigt sich über alle Bildungsstufen hinweg. Einer der Gründe für den Rückgang liegt darin, dass immer weniger Gesuche eingereicht werden. Zusätzlich werden auch weniger der eingereichten Gesuche genehmigt: Während früher rund 20 Prozent der Gesuche abgelehnt wurden, liegt dieser Anteil heute bei rund einem Drittel.
Vergleich mit der Schweiz
Die Linien in der Abbildung zeigen die Entwicklung der Ausbildungsbeihilfen ausgehend vom Jahr 2004. Dabei wird das Jahr 2004 auf 100 gesetzt. Ein Wert von 120 bedeutet beispielsweise, dass die Ausgaben 20 Prozent höher waren als 2004, ein Wert von 80 entsprechend, dass sie 20 Prozent tiefer lagen. Die Linien zeigen damit nicht die absolute Höhe der Beihilfen, sondern deren Entwicklung im Vergleich zum Ausgangsjahr. In der Schweiz sind die Ausgaben seit dem Jahr 2004 leicht gestiegen. Hinter dieser Gesamtentwicklung verbergen sich jedoch deutliche kantonale Unterschiede. So haben sich die Beiträge in den Kantonen Waadt und Genf mehr als verdoppelt. Nur in den Kantonen Bern und Obwalden sind die Beihilfen
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Datenquellen: Rechenschaftsberichte der Regierung, Bundesamt für Statistik Schweiz.
stärker zurückgegangen als in Liechtenstein. Im Nachbarkanton St. Gallen stiegen die Ausgaben zunächst stark an, bevor sie nach 2010 wieder abnahmen. Damit zeigt sich qualitativ eine ähnliche Entwicklung wie in Liechtenstein, wobei der Rückgang im Vergleich zum Jahr 2004 etwas weniger ausgeprägt ist.
zent der gesamten Ausbildungsbeihilfen aus, während dieser Anteil in Liechtenstein bei 36 Prozent lag. Zwar gibt es auch diesbezüglich Unterschiede zwischen den Kantonen, doch selbst im Kanton mit dem höchsten Anteil, dem Kanton Aargau, lag der Anteil mit 20 Prozent klar tiefer als in Liechtenstein.
Der Anteil der Darlehen an den ausbezahlten Ausbildungsbeihilfen liegt in Liechtenstein seit 2004 stets zwischen 30 und 40 Prozent. Da der gewährte Stipendienanteil gemäss gesetzlicher Grundlage maximal 60 Prozent beträgt, deutet dies darauf hin, dass ein Teil der bewilligten Darlehen nicht in Anspruch genommen wird. Insgesamt setzt Liechtenstein im Vergleich mit der Schweiz deutlich stärker auf Darlehen. Im Jahr 2024 machten Darlehen in der Schweiz lediglich 5 Pro-
Ausbildungsbeihilfen vor allem auf Tertiärstufe
Ein weiterer Unterschied zwischen Liechtenstein und der Schweiz zeigt sich bei den Ausbildungsstufen, auf denen die Beihilfen bezogen werden. In Liechtenstein werden die Beihilfen am häufigsten von Studierenden an Hochschulen in Anspruch genommen. Im Jahr 2024 entfielen mehr als 85 Prozent der gesamten Unterstützung auf diese Gruppe. In der Schweiz gingen demgegenüber fast 60
Prozent der Ausbildungsbeihilfen an Personen in Ausbildung auf der Sekundarstufe II. Nach diesen Ausführungen stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die Ausbildungsbeihilfen zurückgegangen sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass weniger Haushalte auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Da die Berechnungsgrundlage seit 2004 nicht angepasst wurde, ist jedoch auch denkbar, dass immer weniger Haushalte anspruchsberechtigt sind, obwohl sie finanziell effektiv nicht besser dastehen als frühere Bezüger. Der am Liechtenstein-Institut erstellte Bildungsbericht Liechtenstein wird diese Frage aufgreifen und Schweizer Daten zur finanziellen Situation von Studierenden aus Liechtenstein auswerten, um diese Datenlücken zu schliessen.
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Schutzstatus S: Liechtenstein braucht strengere Regeln Mit einer Gesetzesinitiative möchte die DpL das derzeit bestehende Regelungsgefälle zur Schweiz eliminieren und den steten Zustrom neuer Ukraine-Flüchtlinge dämpfen. Text: Erich Hasler
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egelungsgefälle sorgt für konstanten Zustrom von Schutzsuchenden
Während in der Schweiz und auch in Österreich die Zahlen der Anträge für den Schutzstatus S respektive den Schutz für Vertriebene aus der Ukraine seit Ende 2022 nur leicht ansteigen oder sogar zurückgehen, steigen sie in Liechtenstein viel steiler an. Per Ende August 2026 beherbergte das Land pro Kopf der Bevölkerung knapp dreimal so viele Schutzsuchende aus der Ukraine wie die Schweiz. Im Vergleich zu Österreich ist es immer noch ein Faktor 2,3. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das bestehende Regelungsgefälle zusätzliche Anreize für eine Weiterwanderung nach Liechtenstein schafft.
Ziele der Initiative
Mit der Gesetzesinitiative verfolgen die Initianten das Ziel, dass Liechtenstein für Schutzsuchende an Attraktivität verliert und nicht zum Ausweichziel für jene wird, die in anderen Ländern nicht mehr automatisch den Schutzstatus S erhalten.
Noch strenger ist das EWR-Land Norwegen: Es untersagt Personen mit kollektivem Schutz grundsätzlich Reisen in die Ukraine. Ausnahmen sind nur bei nachgewiesenem, legitimem Grund möglich. Wer ohne legitimen Grund in die Ukraine reist, muss mit dem Widerruf des Aufenthaltstitels rechnen. Auch hat Norwegen seit dem 13. Januar 2025 insgesamt 14 Oblaste als «sichere Regionen» definiert.
Einschränkung von Ukraine-Reisen
Ein weiteres Problem sind die Heimatreisen. Längere oder wiederholte Aufenthalte in der Ukraine werfen die Frage auf, ob die Voraussetzungen für einen vorübergehenden Schutzstatus weiterhin in gleichem Umfang bestehen. Bei Teilen der Bevölkerung besteht Unverständnis darüber, warum Menschen, die Schutz vor Krieg und Not suchen, regelmässig und teilweise wochenlang in ihre Heimat zurückreisen können. Die Initiative setzt deshalb eine klare Grenze: maximal 15 Tage Abwesenheit pro Jahr. Wer länger als 15 Tage in die Ukraine reist, soll den Schutzstatus verlieren, ausser es bestehen triftige Gründe für die Reise, wie z. B. Todesfall oder schwere Krankheit in der Kernfamilie.
Schweiz und Norwegen haben restriktivere Regeln
In der Schweiz dürfen Personen mit Schutzstatus S grundsätzlich höchstens 15 Tage pro Halbjahr in die Ukraine reisen. Ausserdem hat sie mehrere Regionen der Ukraine als sichere Regionen erklärt. Personen, deren letzter Wohnsitz in einer als grundsätzlich zumutbar eingestuften Region liegt, erhalten bei einem neuen Gesuch nicht mehr automatisch den Schutzstatus S.
mutbar für eine Rückkehr eingestuft wird, soll künftig nicht mehr automatisch den Schutzstatus S erhalten. Was die Schweiz und Norwegen bereits praktizieren, sollte deshalb auch für Liechtenstein rechtlich und administrativ umsetzbar sein.
Ukraine hat ein Interesse an der Rückkehr ihrer Bürger DpL-Landtagsabgeordnete übergeben dem Landtagssekretariat die Initiative.
Einführung von sicheren Regionen
Ein zentraler Punkt der Initiative ist die Einführung von sogenannten «sicheren Regionen» analog zur Schweiz oder Norwegen. Wer aus einer Region anreist, die aufgrund der aktuellen Sicherheitslage als grundsätzlich zu-
Die Ukraine hat ein erhebliches Interesse an der Rückkehr ihrer derzeit im Ausland lebenden Bürger. Hinter diesem Anliegen stehen unter anderem die langfristigen demografischen Herausforderungen des Landes sowie der Erhalt von Humankapital und Arbeitskräften für den Wiederaufbau und die weitere Entwicklung der Ukraine. Liechtenstein ist und bleibt ein hilfsbereites Land. Trotzdem darf die Hilfsbereitschaft nicht überstrapaziert werden.
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Einsatz für Linie 32 hat sich gelohnt
Wiederverbindung von Schellenberg-Ruggell ab 2027 Die Linie 32 mit der ÖV-Verbindung Schellenberg-Ruggell wird mit dem Fahrplanwechsel der LIEmobil ab Mitte Dezember 2026 wieder eingeführt. So wird die ÖV-Erschliessung der beiden Gemeinden, die über 40 Jahre ununterbrochen intakt war, nach intensivem Insistieren nach einem Jahr Auszeit ab 2027 dankenswerterweise wieder reaktiviert. Der Einsatz für die Einwohnerinnen und Einwohner von Schellenberg hat sich gelohnt. Text: Johannes Kaiser
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ie Kommunikation der Wiedereinführung der Linie 32 mit der direkten Verbindung von Schellenberg und Ruggell auf der Grundlage der Leistungsvereinbarung 2027 der Regierung mit der LIEmobil war Thema von zwei Kleinen Anfragen im September-Landtag. Dass sich der Einsatz für die Einwohnerschaft von Schellenberg gelohnt hat und es ein berechtigtes Anliegen von Jung und Alt aus Schellenberg und Ruggell ist und war, die Linie 32 wieder als direkte Verbindung möglichst bald wieder zu revitalisieren, zeigte die Beantwortung
durch die Regierung. Verkehrsminister Daniel Oehry ging dabei in seiner Kernaussage auf die Forderung und das Hauptargument von uns Schellenbergerinnen und Schellenbergern ein, dass nämlich die Verbindung von zwei Gemeinden zum Grundversorgungsauftrag der LIEmobil gehört. Die LIEmobil erhält für die Erfüllung dieses ÖV-Service-Public-Auftrages schliesslich einen Staatsbeitrag von 18,5 Millionen Franken. Zitat von Verkehrsminister Oehry in der Antwort auf die Kleinen Anfragen der Abgeordneten Thomas Rehak und Dagmar
Bühler-Nigsch: «… es besteht die Tatsache, dass diese Linie zwei Gemeinden verbindet, was im Auftrag der LIEmobil tatsächlich enthalten ist.» Der Regierung und der LIEmobil danke ich – und darf dies sicherlich auch im Namen der Einwohnerinnen und Einwohner von Schellenberg tun – dass die wichtige ÖV-Anbindung Schellenberg-Ruggell für Schülerinnen und Schüler, Jugendliche, Sportlerinnen und Sportler, Familien, für die ältere Generation, für die Berufstätigen auf dem Weg zu ihrer täglichen Arbeit und Freizeitkunden ab 2027 wieder intakt ist.
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Frage an … Der Tarifstreit zwischen dem Physiotherapeuten-Verband (PVFL) und dem Krankenkassenverband wird wahrscheinlich ein Fall für das Gericht. Der PVFL fordert eine Anhebung des Taxpunktwertes von 0,98 auf 1,29 Franken und begründet dies mit einem realen Einkommensverlust von über 24 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Gerade mit Blick auf die langfristige Sicherstellung der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung in Liechtenstein sei nach einem Jahrzehnt eine Taxpunktwert-Anpassung vonnöten, damit die Physiotherapeuten einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb führen können. Zudem entlasteten die Physiotherapien indirekt die Kosten des Gesundheitswesens. Die Regierung hat den Taxpunktwert nun per Verordnung rückwirkend ab Januar 2026 um 3 Rappen auf 1,01 Franken angehoben.
Frage Wie beurteilen Sie die Taxpunktwert-Erhöhung beim Physiotherapie-Tarif der Regierung um 3 Rappen von 0,98 auf 1,01 Franken statt auf die geforderten 1,29 Franken?
Mario Wohlwend
Daniel Salzgeber
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität vieler Menschen. Wer nach einer Operation wieder mobil werden muss oder aufgrund von Beschwerden Unterstützung benötigt, weiss ihre Arbeit zu schätzen. Auch künftig brauchen wir eine starke physiotherapeutische Versorgung in Liechtenstein.
Die Erhöhung um drei Rappen ist eine kleine Anpassung. Der PVFL weist darauf hin, dass die Physiotherapiepraxen in den vergangenen Jahren real deutlich an Ertrag verloren haben. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten und der Bedarf an physiotherapeutischen Leistungen. Diese Entwicklung müssen wir ernst nehmen.
Ich kann die Enttäuschung über die Erhöhung um 3 Rappen nachvollziehen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass nach vielen Jahren erstmals eine Tarifanpassung erfolgt ist. Diese wird zwar von vielen als unzureichend empfunden, zeigt aber, dass der Handlungsbedarf erkannt wurde. Zunächst waren die Tarifpartner gefordert, eine gemeinsame Lösung zu finden. Da dies nicht gelungen ist, musste die Regierung entscheiden und dabei die berechtigten Anliegen der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten gegenüber den Interessen der Versicherten abwägen. Neben einer fairen Vergütung sind auch die Auswirkungen auf die Krankenkassenprämien zu berücksichtigen. Für mich ist entscheidend, wie wir langfristig eine qualitativ hochwertige physiotherapeutische Versorgung sicherstellen können. Dazu gehören attraktive Rahmenbedingungen ebenso wie ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gesundheitskosten. Ob der festgesetzte Tarif rechtlich Bestand haben wird, ist derzeit offen. Umso wichtiger ist es, dass die Tarifpartner den Dialog fortsetzen und gemeinsam eine tragfähige Lösung erarbeiten, die den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten gerecht wird, die Versorgung langfristig sichert und die Versicherten nicht übermässig belastet.
Interessant ist auch ein Entscheid des damaligen Schiedsgerichts aus dem Jahr 2006. Dieses setzte den Taxpunktwert damals auf 1,29 Franken fest und berücksichtigte, dass neben den Praxiskosten auch ein angemessener Unternehmerlohn gedeckt sein muss. Der Entscheid lässt sich nicht eins zu eins auf heute übertragen. Spannend ist aber, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit schon damals zentral war und der Taxpunktwert mit 1,29 Franken deutlich höher angesetzt wurde als die heute geltenden 1,01 Franken. Die Regierung kommt aktuell zum Schluss, dass 1,01 Franken betriebswirtschaftlich gerechtfertigt sind. Trotzdem dürfen wir nicht erst reagieren, wenn Praxen schliessen, Fachkräfte fehlen oder die Wartezeiten steigen. Versorgungssicherheit bedeutet, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Physiotherapie ist ein wichtiger Teil der ambulanten Versorgung und kann helfen, teurere stationäre Behandlungen zu vermeiden. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen so ausgestaltet sein, dass ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb langfristig möglich bleibt. Die lancierte Popularbeschwerde zeigt zusätzlich, dass die Differenzen noch nicht ausgeräumt sind.
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Benjamin Risch
Thomas Rehak
Peggy Meuli
Was ist uns Physiotherapie wert? Diese Frage stellt sich, wenn der Taxpunktwert rückwirkend per Januar 2026 von 0,98 auf 1,01 Franken erhöht wird. 3 Rappen mehr mögen auf den ersten Blick nach einer Anpassung klingen – immerhin entspricht dies einer Erhöhung von rund drei Prozent. Angesichts eines realen Einkommensverlusts von 24,2 Prozent in zehn Jahren empfinde ich diese Erhöhung jedoch als Beleidigung. So ist der Bruttoertrag einer 30-minütigen Behandlung gemäss Physiotherapeutenverband Liechtenstein zwischen 2015 und 2025 von 57,60 auf 47,04 Franken gesunken.
Der Gerichtsweg soll, wann immer möglich, vermieden werden. In diesem Fall ist es zu spät: Die Verhandlungen sind gescheitert, was ich bedaure. Die Erhöhung des Taxpunktwerts von 0,98 auf 1,01 Franken ist für die Branche ein Tropfen auf den heissen Stein. Drei Rappen bei einem realen Einkommensverlust von 24 Prozent seit Jahren und einer Forderung von 1,29 Franken – da klafft eine Lücke, die man nicht schönreden kann.
Die Erhöhung um 3 Rappen überzeugt uns auf Grundlage der bisher veröffentlichten Informationen nicht. Seit 2014 wurde der Taxpunktwert für Physiotherapie von 1,26 auf zuletzt 0,98 Franken gesenkt. Laut Amt für Statistik spielte dabei die Angleichung an Schweizer Tarife eine wesentliche Rolle. Gleichzeitig geht selbst die Regierung bei ihrer Berechnung von höheren Betriebskosten für Physiotherapiepraxen in Liechtenstein aus.
Gleichzeitig darf man die Kosten und Prämien nicht ausblenden. Der LKV warnt vor rund zwei Millionen Franken Mehrkosten pro Jahr, die über die Prämien bei den Versicherten landen. Versorgungssicherheit und Prämienlast gehören zusammen. Wer nur die eine Seite sieht, macht Politik auf Kosten der anderen.
Ob 1,01 Franken oder die vom Verband geforderten 1,29 Franken wirtschaftlich angemessen sind, können wir ohne vollständige Offenlegung der jeweiligen Berechnungen nicht seriös beurteilen. Diese Grundlagen sollten transparent gegenübergestellt werden.
Dabei macht die ambulante Physiotherapie nur rund 3 Prozent der Gesundheitskosten aus und kann gleichzeitig dazu beitragen, Spitalaufenthalte zu verkürzen und stationäre Strukturen zu entlasten. Wer Leistungen vom stationären in den ambulanten Bereich verlagert, muss bereit sein, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Kosten verschwinden nicht – und die Versorgung verbessert sich nicht von selbst. Im Gegenteil: Werden ambulante Leistungen nicht kostendeckend vergütet, drohen Engpässe genau dort, wo die Versorgung eigentlich gestärkt werden soll. Die entscheidende Frage ist deshalb: Wollen wir in Liechtenstein auch in Zukunft eine gut erreichbare Physiotherapie für alle, die sie benötigen? Eine Tariferhöhung um 3 Rappen reicht nicht aus, um den über Jahre entstandenen Einkommensverlust auszugleichen. Die Folgen werden spätestens dann spürbar, wenn man selbst einen Therapieplatz benötigt und feststellt, dass keiner verfügbar ist.
Tarifpartnerschaft umfasst Verantwortung der Partner. Die Regierung darf nicht dauerhaft Ersatzschiedsrichter sein. Die Befristung bis Ende 2026 und der Blick auf die Schweizer Tarifstruktur sind nachvollziehbar, aber sie ersetzen keine echte Einigung. Was es braucht, ist eine nachvollziehbare betriebswirtschaftliche Grundlage für einen tragfähigen Taxpunktwert und zugleich Schutz der Versicherten vor unnötigen Prämienanstiegen. 3 Rappen schaffen weder das eine noch das andere.
Für uns geht es aber um mehr als den Taxpunktwert. Eine gute Gesundheitsversorgung braucht hervorragend ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Aus der Praxis erreichen uns Hinweise, dass wichtige therapeutische Kompetenzen heute teilweise erst über zusätzliche Aus- und Weiterbildungen erworben werden. Das sollten wir ernst nehmen und die Entwicklung der Ausbildungsinhalte und praktischen Kompetenzen überprüfen. Wenn Ausbildung und Berufsausübung zunehmend unattraktiv werden, gefährden wir langfristig auch Qualität und Nachwuchs. Liechtenstein sollte deshalb nicht lediglich Schweizer Tarifentwicklungen nachvollziehen, sondern prüfen, welche Vergütung, Ausbildungsstandards und Versorgungsstrukturen für unser Land tatsächlich sinnvoll sind.
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«Sinnvoll investieren und gleichzeitig ein Polster schaffen» Der Ruggeller Vorsteher Christian Öhri tritt im März zum zweiten Mal zur Wahl an. Im Interview blickt er zurück auf seine erste Amtszeit und zeigt auf, was er in einer zweiten gerne bewegen würde. Zusammengefasst lautet sein Ziel, dass Ruggell sich weiterentwickelt und sich als Gemeinde dennoch treu bleibt. Interview: Heribert Beck
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err Gemeindevorsteher, Sie sind kürzlich von der FBPOrtsgruppe offiziell als Vorsteherkandidat für die Wahlen vom März 2027 nominiert worden und möchten Ruggell damit weitere vier Jahre führen. Was ist Ihre wichtigste Motivation, nochmals anzutreten – und was möchten Sie in einer zweiten Amtszeit anders machen als in der ersten? Gemeindevorsteher Christian Öhri: Die Aufgabe als Gemeindevorsteher macht mir sehr viel Freude. Besonders motivieren mich die Begegnungen und Gespräche mit den Einwohnerinnen und Einwohner von Ruggell sowie die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Gemeinderat und unserer
Verwaltung etwas zu bewegen. Wir konnten in den vergangenen Jahren vieles umsetzen und noch mehr auf den Weg bringen. Diese Arbeit möchte ich sehr gerne weitere vier Jahre fortsetzen. Gleichzeitig habe ich in meiner ersten Amtszeit viel gelernt: gut zuhören, unterschiedliche Interessen abwägen – und dann auch entscheiden und Verantwortung übernehmen. Man kann nicht immer allen Erwartungen gerecht werden. In einer zweiten Amtszeit möchte ich noch klarer Prioritäten setzen und mich auf die Themen konzentrieren, die Ruggell langfristig weiterbringen. Und persönlich gehört für mich auch dazu, neben dem Amt genügend Zeit für meine Familie und für mich selbst zu haben.
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Blick auf das Zentrum von Ruggell.
Wenn Sie auf die vergangenen dreieinhalb Jahre zurückblicken: Was ist bereits gelungen und bei welchem Thema würden Sie heute sagen, dass Sie noch nicht dort sind, wo Sie sein wollten? Wir konnten in vielen Bereichen einiges bewegen: Das Generationenhaus ist im Bau, beim Schulzentrum Ruggell geht es vorwärts, wir haben stark in den Hochwasserschutz sowie in unsere Sport- und Freizeitinfrastruktur investiert und das Angebot im öffentlichen Verkehr deutlich verbessert. Gleichzeitig konnten wir die finanzielle Situation der Gemeinde trotz hoher Investitionen stärken und den Gemeindesteuerzuschlag von 180 auf 150 Prozent senken. Auch soziale Angebote konnten wir ausbauen sowie unsere moderne und dienstleistungsorientierte Verwaltung mit dem Umbau des Empfangsraums im Rathaus weiterentwickeln. Wo wir unerwartet vor einer grösseren Herausforderung stehen, ist bei der Fuss- und Radverkehrsbrücke Sennwald–Ruggell. Die 5. Generation des Agglomerationsprogramms Werdenberg–Liechtenstein erhält keine Bundesförderung, weil im Gesamtprogramm gewisse Grundanforderungen nicht erfüllt wurden. Damit fehlt uns ein wichtiger Finanzierungsbeitrag. Wir arbeiten deshalb intensiv an einer anderen Lösung. Gleichzeitig müssen wir noch deutlicher aufzeigen, warum diese Brücke so wichtig ist – insbesondere für die Sicherheit des Fussund Radverkehrs zwischen Ruggell und Sennwald. Mit dem Kauf des ehemaligen Café-Öhri-Areals hat die Gemeinde eine strategisch wichtige Liegenschaft im Dorfkern erworben. Was soll dort langfristig entstehen – und wie stark wollen Sie die Entwicklung des Dorfzentrums abseits von diesem Projekt noch steuern?
Mit diesem Grundstück hat die Gemeinde eine grosse Chance erhalten. Zusammen mit den bereits vorhandenen gemeindeeigenen Flächen können wir einen zusammenhängenden Bereich mitten im Dorf entwickeln. Ich wünsche mir einen lebendigen Dorfkern, in dem man sich gerne aufhält und begegnet und in dem verschiedene Nutzungen Platz finden. Die Gemeinde soll diese Entwicklung aktiv mitgestalten, aber nicht alles selbst bestimmen. Ein Dorfzentrum lebt auch von privaten Initiativen, vom Gewerbe, von Gastronomie – und vor allem von den Menschen, die es nutzen. Ruggell hat finanziell ein überaus gutes Jahr 2025 hinter sich und konnte nicht zuletzt deshalb den Gemeindesteuerzuschlag schneller als geplant senken – Sie haben das Thema bereits angeschnitten. Wie viel finanziellen Spielraum hat die Gemeinde künftig mit einem Zuschlag von 150 Prozent? Und wofür sollen die Mittel genutzt werden? Das Jahr 2025 war finanziell sehr erfreulich. Gleichzeitig wissen wir, dass insbesondere die Erträge aus der Wirtschaft von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Die Senkung des Gemeindesteuerzuschlags auf 150 Prozent ist gut vertretbar. Ruggell verfügt weiterhin über eine solide finanzielle Basis und kann die anstehenden Investitionen bewältigen – etwa in den Bereichen Bildung, Betreuung, Hochwasserschutz, Verkehr und Infrastruktur. Mein Ziel ist dabei nicht, möglichst viel Geld auszugeben, sondern sinnvoll zu investieren und gleichzeitig auch ein gutes Polster für schlechtere Zeiten zu schaffen. Ihre Gemeinde beschäftigt sich inzwischen intensiv mit Parkraumbewirtschaftung und dem Problem von Dauerparkern. Was ist konkret geplant, wann tritt die anvisierte Regelung in Kraft
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Das Sekundarschulzentrum in Ruggell entwickelt sich.
Wenn ich höre, mit welchen Herausforderungen Gemeinden in anderen europäischen Ländern teilweise konfrontiert sind, wird mir immer wieder bewusst, wie gut wir es in Liechtenstein haben. Das bedeutet nicht, dass bei uns alles perfekt ist oder dass wir Probleme nicht ernst nehmen sollten. Aber ich wünsche mir, dass wir das, was wir haben, wieder etwas mehr schätzen und gemeinsam Sorge dazu tragen. Christian Öhri Gemeindevorsteher von Ruggell
und wo ziehen Sie die Grenze zwischen einer sinnvollen Verkehrslenkung und zusätzlichen Einschränkungen für die Bevölkerung? Unser Ausgangspunkt ist einfach: Öffentliche Parkplätze sollen jenen zur Verfügung stehen, für die sie vorgesehen sind. Wenn sie dauerhaft als kostenlose Abstellflächen oder Pendlerparkplätze genutzt werden, funktioniert das irgendwann nicht mehr. Deshalb führen wir eine Parkraumbewirtschaftung mit der blauen Parkscheibe und einer maximalen Parkdauer von drei Stunden ein. Sie gilt voraussichtlich von Montag bis Freitag, jeweils von 7 bis 17 Uhr. Veranstaltungen am Abend und am Wochenende sind somit nicht betroffen. Damit schaffen wir aus meiner Sicht eine einfache und verhältnismässige Lösung, ohne die Bevölkerung unnötig einzuschränken. Im Herbst werden die notwendigen Vorbereitungen vorgenommen und die Signalisationen vorbereitet. Start ist am 1. Januar 2027 – ab dann wird die Regelung auch kontrolliert. Beim öffentlichen Verkehr gab es in den vergangenen Monaten heftige Diskussionen um die Verbindung Ruggell–Schellenberg. Nun wird diese Linie wieder aufgenommen. Haben Sie noch weitere Wünsche an Regierung und LIEmobil? Wird Ruggell eventuell sogar selbst tätig, wie es die Oberländer Gemeinden mit ihren Ortsbussen vormachen? Ich freue mich, dass die Verbindung Ruggell–Schellenberg wieder aufgenommen wird, und hoffe natürlich, dass sie nun auch rege genutzt wird. Insgesamt hat sich unser ÖV-Angebot erfreulich entwickelt: im 15-Minuten-Takt Richtung Oberland, stündlich zum Bahnhof Salez und neu halbstündlich direkt nach Feldkirch. Der Stadtbus Feldkirch übernimmt für uns teilweise die Funktion eines Ortsbusses, indem er
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Die Gemeinde ist vom ÖV gut erschlossen.
Klaus Tschütscher, UNICEF-Vizepräsident für die Schweiz und Liechtenstein, und Christian Öhri mit dem Zertifikat «Kinderfreundliche Gemeinde».
das Unterdorf erschliesst und bis zum Industriering fährt. Daran beteiligt sich die Gemeinde mit jährlich 117'000 Franken. Mit diesem Angebot sind wir heute sehr gut aufgestellt. Die Erweiterung der Deponie Limsenegg ist ein grosses Infrastrukturvorhaben. Wie ist der aktuelle Stand, wie wichtig ist die Deponie für die Entwicklung Ruggells – und wie erklären Sie den Einwohnerinnen und Einwohnern die damit verbundenen Eingriffe? Die Erweiterung der Deponie Limsenegg ist ein langfristiges Infrastrukturprojekt mit einem Zeithorizont bis ins Jahr 2140. Die einzelnen Etappen werden sorgfältig geplant und durchlaufen die entsprechenden Bewilligungsverfahren. Eine funktionierende Deponie ist für unsere Gemeinde und letztlich für das gesamte Unterland eine wichtige Infrastruktur. Wer baut oder saniert, muss Aushub und altes Material irgendwo fachgerecht ablagern können. Natürlich sind damit auch Eingriffe verbunden. Gerade deshalb ist es wichtig, diese sorgfältig zu planen, die Auswirkungen möglichst gering zu halten und transparent darüber zu informieren.
werden und mitwirken können. Dazu gehören gute Bildungs- und Betreuungsangebote, sichere Schulwege sowie genügend Möglichkeiten für Spiel, Bewegung und Begegnung. UNICEF gibt uns dabei seit 2018 einen wertvollen Rahmen und ermöglicht einen guten Austausch mit anderen Gemeinden sowie Weiterbildungen. Diese Zusammenarbeit hilft uns, uns laufend weiterzuentwickeln und Kinder und Jugendliche aktiv einzubeziehen. Sie vertreten Liechtenstein im Auftrag der Vorsteherkonferenz im Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats. Verändert dieser internationale Austausch manchmal auch Ihren Blick auf Liechtenstein und Ruggell?
Wir bauen tief und hoch
Ruggell wurde kürzlich zum dritten Mal als «Kinderfreundliche Gemeinde» zertifiziert. Was bedeutet Kinderfreundlichkeit heute konkret – und wo sehen Sie trotz vieler Angebote noch Handlungsbedarf? Die erneute Auszeichnung freut mich sehr. Kinderfreundlichkeit bedeutet für mich aber nicht in erster Linie ein Label. Entscheidend ist, dass Kinder, Jugendliche und Familien gerne in Ruggell leben und dass die Jüngsten bei Themen, die ihre Lebenswelt betreffen, auch gehört
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Auf jeden Fall. Ich fahre gerne nach Strassburg und danach umso lieber wieder nach Hause. Wir sind Teil Europas und bringen uns dort aktiv ein. Gleichzeitig bekommt man einen anderen Blick auf die eigene Gemeinde und unser Land. Wenn ich höre, mit welchen Herausforderungen Gemeinden in anderen europäischen Ländern teilweise konfrontiert sind, wird mir immer wieder bewusst, wie gut wir es in Liechtenstein haben. Das bedeutet nicht, dass bei uns alles perfekt ist oder dass wir Probleme nicht ernst nehmen sollten. Aber manchmal würde uns etwas mehr Perspektive guttun. Vieles, was für uns selbstverständlich geworden ist, ist es anderswo überhaupt nicht. Ich wünsche mir deshalb, dass wir das, was wir hier haben, wieder etwas mehr schätzen und gemeinsam Sorge dazu tragen. Ein gutes Gemeinwesen funktioniert für mich dann am besten, wenn nicht nur die eigenen Interessen zählen, sondern umso mehr das Miteinander. Welches Resümee möchten Sie – im Falle Ihrer Wiederwahl – in einem Interview in vier Jahren in Bezug auf Ihre zweite Amtszeit ziehen? Ich würde gerne zurückblicken und sagen können: Ruggell hat sich sehr gut weiterentwickelt und ist trotzdem Ruggell geblieben. Dass wir wichtige Projekte erfolgreich abgeschlossen, neue Ideen umgesetzt
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und gleichzeitig das bewahrt haben, was unser Dorf ausmacht. Am wichtigsten wäre mir aber, dass die Menschen weiterhin gerne in der Gemeinde leben, sich wohlfühlen und sagen können: Ruggell ist ein guter Ort zum Leben – für Jung bis Alt. Wenn uns das gelingt, ist das für mich das schönste Resümee.
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UNTERHALTSREINIGUNG
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«Junge Menschen stärker einbeziehen und so Interesse wecken» Daria Schlegel aus Mauren ist 20 Jahre jung und hat nach ihrem ausgezeichneten Lehrabschluss als Kauffrau FZ die Berufsmittelschule mit ebenso grossem Erfolg abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie mit viel Engagement und Freude im Kundenzentrum der LIEmobil. Sie interessiert sich sehr für gesellschaftliche Themen, welche die Jugend im Besonderen tangieren. Im Gespräch gibt sie einen Einblick, welche drei wichtigsten Agenden sie in Angriff nehmen würde, sässe sie für einen Tag auf dem Sessel der Regierungschefin. Interview: Johannes Kaiser
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Fotos: Pamela Bühler
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Johannes Kaiser im Gespräch mit Daria Schlegel (20) aus Mauren.
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aria, du hast deine Lehre als Kauffrau FZ und anschliessend die Berufsmittelschule mit grossem Erfolg abgeschlossen. Was machst du heute? Daria Schlegel: Nach meinem BMS-Abschluss habe ich mich dazu entschieden, zunächst Berufserfahrung zu sammeln. Deshalb bin ich heute berufstätig. Für mich war es wichtig, nach der intensiven Schulzeit wieder in die Arbeitswelt einzusteigen, neue Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich sowie beruflich weiterzuentwickeln. War die Berufsmittelschule eine besondere Herausforderung? Die Berufsmittelschule war auf jeden Fall ein intensives Jahr. Ich habe die BMS in Vollzeit absolviert. Dadurch waren grosse Disziplin und Eigenverantwortung gefragt, da innerhalb eines Jahres sehr viel Stoff vermittelt wurde. Natürlich gab es anspruchsvolle Phasen, aber rückblickend war es eine sehr
wertvolle Erfahrung. Ich habe fachlich viel dazugelernt. Wo arbeitest du derzeit und was sind deine weiteren beruflichen sowie persönlichen Ziele? Ich arbeite bei LIEmobil. Angefangen habe ich im Kundencenter beziehungsweise am Empfang und konnte seither weitere Aufgaben übernehmen und Erfahrungen sammeln. Beruflich möchte ich mich laufend weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln und mich zu einem späteren Zeitpunkt auch weiterbilden. Momentan geht es mir aber vor allem um Berufserfahrung und darum, herauszufinden, in welche Richtung ich mich langfristig entwickeln möchte. Wie beurteilst du das Schul- und Ausbildungssystem? Wird man gut auf das Leben und auf die Berufswelt vorbereitet? Grundsätzlich finde ich, dass man gut auf die Berufswelt vorbereitet wird. Besonders
die Lehre finde ich sehr wertvoll, weil man bereits früh praktische Erfahrungen sammelt und gleichzeitig die schulischen Grundlagen vermittelt bekommt. Man lernt, Verantwortung zu übernehmen, selbständig zu arbeiten und mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Natürlich gibt es gewisse Dinge, die man erst mit der Zeit und durch eigene Erfahrungen lernt. Insgesamt finde ich aber, dass unser Ausbildungssystem viele Möglichkeiten bietet und eine gute Grundlage für den weiteren Berufsweg schafft. Welche gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen beziehungsweise bewegen dich besonders? Seit Längerem beschäftigt mich die Diskussion rund um die Fristenlösung, weil das in den vergangenen Monaten gerade in Liechtenstein ein sehr aktuelles Thema war. Ich finde es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Meinungen dazu sind und wie solche gesellschaftlichen Fragen diskutiert werden. Für mich ist es wichtig, dass Frauen
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selbst für sich entscheiden können und ihre persönlichen Rechte bei diesem hochethischen Thema nicht per Strafrechtgesetz beschnitten werden. Auch habe ich mir sehr gewünscht, dass das Volk über die Fristenlösung abstimmen kann, da die Unterschriftensammlung für diese Volksinitiative an die 5000 Unterschriften zählte. Auch das Thema Zuwanderung interessiert mich. Gerade weil Liechtenstein ein sehr kleines Land ist, finde ich die Frage interessant, wie sich Zuwanderung langfristig auf das Land, die Gesellschaft und beispielsweise auch den Wohnungs- und Arbeitsmarkt auswirkt. Wird die Meinung der jungen Menschen von der Politik ausreichend gehört? Mit anderen Worten: Wie steht es mit Partizipation an der Entscheidungsfindung bezüglich diverser Themen, welche die Jugend betreffen? Ich glaube, dass junge Menschen heute mehr Möglichkeiten haben, ihre Meinung einzu-
bringen, zum Beispiel über Abstimmungen oder soziale Medien. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass ihre Anliegen noch stärker berücksichtigt werden könnten. Ich glaube, dass dadurch das Interesse für politische Themen bei jungen Menschen noch gesteigert werden könnte. Ich denke auch, dass das Interesse an Politik bei vielen jungen Menschen noch ausbaufähig ist. Vielleicht würde sich das ändern, wenn politische Themen noch verständlicher und näher an ihrem Alltag vermittelt würden und junge Menschen stärker das Gefühl hätten, mit ihrer Meinung tatsächlich etwas bewirken zu können. Wenn du eine Woche auf dem Sessel der Regierungschefin sässest, welche drei Dekrete würdest du lancieren? Das finde ich gar nicht so einfach zu beantworten. Mir wäre wichtig, dass junge Menschen stärker in Entscheidungen einbezogen werden und ihre Meinung mehr Gehör findet. Ausserdem würde ich mich dafür einsetzen, dass die Krankenkassen-
kosten nicht immer mehr zur Belastung werden. Gerade für Familien und Menschen mit weniger Einkommen sollte es Möglichkeiten geben, sie finanziell zu entlasten. Als dritten Punkt wäre mir wichtig, dass bei der zukünftigen Entwicklung Liechtensteins auch unsere Landschaft und Natur genügend berücksichtigt und bewahrt werden. Was machst du in deiner Freizeit? In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie. Ausserdem gehe ich sehr gerne ins Geräteturnen beim TV Eschen-Mauren und im Winter zum Skifahren. Diese Hobbys machen mir sehr viel Spass und geben mir einen guten Ausgleich neben der Arbeit. Eine besondere Vorfreude habe ich auf die World Gymnaestrada 2027 im Sommer 2027 in Lissabon. Danke, Daria, für dieses sehr interessante und sympathische Gespräch.
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«Es ist nicht nur ein Jobwechsel – es ist ein neues Leben» Die ehemaligen Skirennfahrer Christina Bühler und Marco Pfiffner sprechen über den Abschied vom Spitzensport – und weshalb Eigenschaften aus dem Sport auch ausserhalb der Piste tragen. Text: Tilmann Schaal
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er Rücktritt vom Spitzensport ist ein grosser Einschnitt. Wie habt ihr diesen Moment erlebt?
Christina Bühler: Für mich war der Rücktritt lange nicht absehbar. Ich hatte grosse Ziele und Träume. Nach einer weiteren Verletzung musste ich den Gedanken aber akzeptieren. Ich sprach intensiv mit meinem Umfeld, brauchte Zeit. Aber war der Entscheid erst einmal ausgesprochen, wurde es leichter. Heute kann ich dahinterstehen, auch wenn ich den Skisport vermisse. Marco Pfiffner: Bei mir war es ein schleichender Prozess. Ende der vergangenen Saison merkte ich, dass die bedingungslose Entschlossenheit
fehlte, Risiko zu nehmen und alles auf eine Karte zu setzen. Als SpeedFahrer ist das aber entscheidend. Damit war klar: So, wie ich eigentlich arbeiten und fahren möchte, fühlt es sich nicht mehr an. Was verändert sich, wenn der strukturierte Alltag des Spitzensports plötzlich wegfällt? Christina Bühler: Als Athletin war praktisch alles auf Training, Wettkampf, Ernährung und Erholung ausgerichtet. Nach einem Rücktritt muss man sich anders organisieren und Prioritäten neu setzen. Die Umstellung fiel mir leichter, da ich vorher verletzt und in der Abschlussphase meines Bachelorstudiums war.
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Christina Bühler: Rückschläge und Verletzungen haben mich gelehrt, auf neue Ausgangslagen zu reagieren. Jede Rückkehr nach einer Verletzung ist anders und erfordert enorm viel Arbeit. Das sieht man von aussen kaum. Heute weiss ich: Man kann nicht alles planen, aber man kann immer wieder schauen, was unter den aktuellen Bedingungen möglich ist, und den eigenen Weg weitergehen. Was schätzt ihr an eurem neuen Alltag? Marco Pfiffner: Ich war immer gerne unterwegs, aber jetzt geniesse ich es sehr, mehr zu Hause zu sein. Ich freue mich ausserdem auf neue Herausforderungen und darauf, neue Menschen kennenzulernen. Die Skiszene ist klein. Nun gilt es, die grosse Welt ausserhalb davon zu entdecken. Christina Bühler: Ich schätze die grössere Ruhe und Planbarkeit. Im Skisport kann sich wegen Wetter oder Schneeverhältnissen jede Woche alles ändern. Heute ist vieles besser absehbar. Gleichzeitig bin ich noch frisch in diesem neuen Alltag und finde es spannend, dass nun mehr Freiheit da ist. Wer oder was gibt euch in dieser neuen Lebensphase Halt? Marco Pfiffner: Ich habe mir bewusst etwas Zeit gelassen, weil ich wusste, dass auch neue Aufgaben Energie brauchen. Ich trainiere weiterhin, aber für die Gesundheit. Früher war sehr klar, worauf alles ausgerichtet ist. Jetzt muss ich mir neue Ziele setzen. Was hat euch im Übergang besonders herausgefordert? Christina Bühler: Jetzt ist es schwieriger, den Fokus auf nur eine Sache zu legen. Man verliert sich schnell in unterschiedlichen Aufgaben und hat am Abend manchmal das Gefühl, nicht genug erreicht zu haben. Die Arbeitswelt, besonders das Arbeiten in Teams, fühlt sich nochmals ganz anders an als im Sport. Zwar war ich durch mein Fernstudium an Eigenverantwortung gewöhnt, musste mich aber dennoch auf viele neue Situationen einlassen. Marco Pfiffner: Ich musste mich an fixe Abläufe gewöhnen, etwa daran, Ferien Monate im Voraus einzuplanen. Als Sportler ist man viel spontaner und flexibler. Auch die Dauer mancher Aufgaben habe ich unterschätzt: Ein gutes E-Mail ist nicht einfach in zwei Minuten geschrieben. Im Sport weiss man ziemlich genau, wie lange ein Training dauert und wie viel Erholung es braucht. Für die Arbeitswelt muss man dieses Gefühl erst entwickeln. Welche Erfahrungen aus dem Spitzensport helfen euch heute? Marco Pfiffner: Die Hartnäckigkeit sicher. Als Sportler ist man gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen, Ziele zu setzen und Schritt für Schritt darauf hinzuarbeiten. Damit kann man im Berufsleben andere mitziehen. Gleichzeitig muss man lernen, dass nicht alle Menschen gleich arbeiten und es auch Anpassungsfähigkeit braucht.
Christina Bühler: Mein Umfeld: Familie, Eltern und einzelne Vertrauenspersonen – bisher waren es auch Trainer, Physios und Ärztinnen oder Ärzte. Es braucht nicht viele Menschen, aber eine stabile Vertrauensbasis. Den Austausch und dieses Netzwerk nehme ich in jeden Lebensbereich mit. Marco Pfiffner: Meine Familie und meine Frau geben mir halt – und auch ehemalige Sportler, die diesen Übergang schon gemeistert haben. Sie geben mir Ratschläge, was ihnen in dieser Situation geholfen hat. Welchen Rat gebt ihr Menschen, die vor einem grossen Wandel stehen? Marco Pfiffner: Mutig sein. Wer einen Traum oder eine Idee hat, sollte es versuchen. Man hat meistens weniger zu verlieren, als man denkt. Und es gibt Menschen, die einen unterstützen. All das hat mir gezeigt: Dieser Schritt ist nicht bloss ein Jobwechsel, sondern ein neues Leben. Christina Bühler: Man sollte offen für Neues sein, dynamisch bleiben und mit Zuversicht weitergehen. Nicht alles muss von Anfang an komplett feststehen. Wichtig ist, sich auf die eigenen Möglichkeiten einzulassen, Verantwortung zu übernehmen und Schritt für Schritt herauszufinden, was passt.
Förderin des Skisports
Die LGT und den liechtensteinischen Skisport verbindet eine lange Erfolgsgeschichte. Seit vielen Jahren unterstützt die LGT den Liechtensteinischen Skiverband (LSV) und war für zahlreiche Athletinnen und Athleten Sponsoringpartnerin. Besonders am Herzen liegt ihr die Förderung junger Talente. Über eine Partnerschaft mit dem Skigebiet Malbun engagiert sich die LGT darüber hinaus für den Breitensport.
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Zinsen, Festhypotheken, Renten und Inflation Die Zinsen für langfristige Festhypotheken ziehen wieder an. Inflation ist eine wichtige Ursache für höhere Zinsen und damit auch für Festhypotheken. Sie sind unter anderem ein Ausgleich für den aktuellen Verzicht auf Konsum und für die Geldentwertung. Bei langen Laufzeiten kommen weitere Faktoren dazu, insbesondere Inflationserwartungen, erwarteter Leitzins und Kapitalmarktrenditen. Text: lic. oec. Karlheinz Ospelt
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eute liegen die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken in der Schweiz zwischen rund 1,5 Prozent bei Pensionskassen und etwa 2,2 Prozent bei Kantonalbanken. In Liechtenstein verlangt die LLB aktuell rund 2,1 Prozent für zehnjährige Festhypotheken. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren sind es etwa 1,75 Prozent, bei zwei Jahren rund 1,55 Prozent. Differenzen ergeben sich unter anderem aus der schwierigen Prognose der relevanten wirtschaftlichen Daten für die Zukunft und spiegeln diese Unsicher-
heit im Preis wider. Die Zinsspanne der verschiedenen Liechtensteiner Banken für fünfjährige Hypotheken reicht von rund 1,7 Prozent bis über 2 Prozent. Ein Vergleich lohnt sich deshalb. Hypothekarzinsen haben in der Vergangenheit stark geschwankt. Während sie Anfang der 1990er-Jahre kurzfristig bei über 9 Prozent lagen, sanken sie bis zum Jahr 2000 auf rund 4 Prozent. Um das Jahr 2020 erreichten sie schliesslich historisch tiefe Werte von etwa 1 Prozent.
Festhypotheken und Renten
Bei langfristigen Bankgeschäften ist die Inflation auch für den Wertverlauf entscheidend. Je höher die Inflation, desto geringer wird der reale Wert. Bei Schulden heisst dies, dass deren realer Wert laufend abnimmt, wohingegen Guthaben, Renten etc. an Wert verlieren, sofern diese nicht angepasst werden. Vor allem bei Renten aus Pensionskassenguthaben ist dies ein entscheidender Faktor, da sie im Gegensatz zu AHV-Renten im Laufe
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der Zeit kaum angepasst werden. Unter Annahme einer Inflation von 2 Prozent pro Jahr hat eine Rente im Betrag von anfangs 1'000 Franken nach zehn Jahren noch einen realen Gegenwert von 820 Franken, nach 20 Jahren sind es nur noch 673 Franken an Kaufkraft.
Inflation – Ein Vergleich zwischen der Schweiz und Deutschland, der grössten Volkswirtschaft Europas
Betrachtet man den Zeitraum von der Jahrtausendwende bis heute, lag die durchschnittliche Inflation in der Schweiz lediglich bei rund 0,6 Prozent. Dieser Durchschnittswert ist allerdings relativ: Während die Teuerung von 2000 bis 2008 bei rund 1 bis 2 Prozent verharrte, lag sie zwischen 2008 und 2020 teilweise im Minus oder nahe bei 0 Prozent. Die Corona-Pandemie und der UkraineKrieg führten zwischen 2021 und 2023 zu Inflationsraten auf Monatsbasis von über 3 Prozent. Aktuell beträgt sie für den Monat August rund 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In Liechtenstein werden dabei die Schweizer Werte zugrunde gelegt. Die Teuerung des Schweizer Frankens beläuft sich in den knapp 27 Jahren vom 1. Januar 2000 bis Juni 2026 auf etwas über 17 Prozent. Vergleicht man diese Entwicklung mit Deutschland seit dem Jahr 2000, zeigt sich dort eine durchschnittliche Teuerung von jährlich rund 2 Prozent bzw. von über 65 Prozent bis Mitte 2026. Der absolute Höchstwert wurde zwischen 2021 und 2023 mit einer Teuerung von rund 9 Prozent auf Monatsbasis zum Vorjahr erreicht. In der Schweiz lag der entsprechende Höchstwert in dieser Zeit bei 3,5 Prozent.
Wechselkurse
Investiert man in Fremdwährungen, so ist die Differenz der Inflation ebenfalls eine wichtige Grösse. Wenn Hypotheken in Deutschland z. B. wegen niedriger Zinsen in Schweizer Franken aufgenommen wurden, der Lebensmittelpunkt jedoch in Deutschland war, so darf nicht nur der niedrigere Zinsbetrag, sondern muss auch die Währungsentwicklung beachtet werden. Tendenziell zu den oben erwähnten unterschiedlichen Teuerungsraten verlor der Euro
gegenüber dem Schweizer Franken seit der Jahrtausendwende – damals lag der Kurs bei rund 1,60 Franken pro Euro – über 40 Prozent an Wert. Er liegt aktuell bei rund 0,945 Franken pro Euro. Die Kaufkraft von 1'000 Franken bzw. Euro zu Beginn des Jahres 2'000 entspricht heute nur rund 850 Franken bzw. lediglich 590 Euro. Um heute den gleichen Warenkorb kaufen zu können, müssten etwa 1170 Franken bzw. 1690 Euro bezahlt werden. Die kumulierte Preissteigerung war in Deutschland seit der Jahrtausendwende fast viermal so hoch wie in der Schweiz. Für Liechtenstein bedeutet dies, dass Waren aus Deutschland grundsätzlich günstiger importiert werden können. Im Gegenzug ist der Export von Waren nach Deutschland schwieriger geworden, weil diese für deutsche Käufer deutlich teurer geworden sind. Die Exportwirtschaft hat somit in den vergangenen Jahren eine herausragende Leistung erbracht, um unter diesen Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben.
Tragbarkeitsvorgaben erschweren den Kauf von Wohneigentum
Eine Zinskalkulation mit aktuellen zehnjährigen Hypotheken zu Zinssätzen von rund 1,75 bis etwas über 2 Prozent wäre für viele Interessenten grundsätzlich tragbar, sofern das notwendige Eigenkapital von rund 20 Prozent vorhanden ist. Geht man beispielsweise bei einem Wohnungspreis von einer Million und einem Eigenkapital von 200'000 Franken aus, so lägen die Hypothekarzinsen bei einem angenommenen durchschnittlichen Zinssatz von 2,5 Prozent für die erste und zweite Hypothek im Betrag von 800'000 Franken bei rund 20'000 Franken. Banken müssen gemäss einer allgemeinen Faustregel aus Sicherheitsgründen bei der Vergabe von Hypothekarkrediten jedoch mit einem wesentlich höheren Zinssatz für die Tragbarkeit rechnen, der bei 4,5 Prozent liegt, egal wie hoch der Marktzins ist. Daraus ergibt sich in unserem Beispiel allein für die Zinsenlast bei 4,5 Prozent auf 800'000 Franken ein Betrag von 36'000 Franken. Dazu kommt die Abschreibung der zweiten Hypothek – in diesem Beispiel von 134'000 Franken innert 15 Jahren – in Höhe von fast 8'900 Franken
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sowie Nebenkosten von 0,8 Prozent von einer Million Franken, also 8'000 Franken. Jährlich wird also mit Kosten von 52'900 Franken kalkuliert. Banken müssen zudem berücksichtigen, dass lediglich etwa ein Drittel des Einkommens für die Immobilienkosten aufgewendet werden soll. Das Haushaltseinkommen muss somit fast 160'000 Franken betragen, um die Tragbarkeitsvorgaben für den Kauf einer Immobilie im Wert von einer Million Franken zu erfüllen. Da immer mehr Menschen in Liechtenstein wohnen, ist Wohnraum knapp und wird bei ähnlicher Entwicklung teuer bleiben. Die Bevölkerung wächst trotz niedriger Geburtenrate durch die hohen Zuzugsraten kontinuierlich weiter.
Auswirkungen auf den Staatshaushalt
Da viele Staaten weit über ihre Verhältnisse leben und ihre Schuldenberge wachsen, stellen hohe Zinsen auch für die Staatshaushalte ein zunehmendes Problem dar. Die USA haben inzwischen eine Bruttostaatsverschuldung von rund 40'000 Milliarden US-Dollar angehäuft. Diese Schulden müssen verzinst werden. Wenn die amerikanische Zentralbank FED den Zinssatz um lediglich 0,25 Prozent anhebt, bedeutet dies längerfristig eine zusätzliche Zinsbelastung von rund 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Damit hoch verschuldete Staaten Geld am Kapitalmarkt erhalten, müssen sie in der Regel höhere Zinsen zahlen, um das Risiko abzugelten. Allerdings müssen die Schulden immer ins Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes gesetzt werden. In den USA belaufen sich die Staatsschulden auf rund 120 Prozent des BIP, ähnlich wie in Frankreich. In Italien sind es etwa 137 Prozent. Dies ist ein Grund dafür, weshalb einige Staatspräsidenten versuchen, Einfluss auf die jeweilige Notenbank zu nehmen. Notenbanken haben jedoch unter anderem die Aufgabe, die Kaufkraft der Währung zu erhalten. Steigt die Inflation, werden sie deshalb tendenziell den Zinssatz anheben. Für die Schweizerische Nationalbank gilt explizit als Ziel, die Preisstabilität zu erhalten.
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Freude am Bauprozess «von Grund auf» Von den ersten CAD-Übungen bis zum Einblick in echte Bauprojekte: Cedric Domenjoz ist bei indra+scherrer Architektur mitten im Berufsalltag angekommen. Im Interview erzählt er, was ihn am Zeichnerberuf fasziniert und worauf er sich in seiner Lehrzeit besonders freut. Interview: Daniela Büchel
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arum hast du dich für die Ausbildung als Zeichner entschieden?
Cedric Domenjoz: Mich hat die Vielseitigkeit dieses Berufs überzeugt: Man begleitet die Entstehung eines Hauses von Grund auf und kommt dabei mit allen Berufsgruppen rund um die Baustelle in Kontakt. Welche Aufgaben hast du bisher erledigt? Bisher durfte ich unter anderem Pläne drucken und plotten sowie verschiedene Übungen im CAD-Programm durchführen, um mich mit dem Programm vertraut zu machen. Nun starte ich mit kleineren Projekten.
Was findest du an Architektur und Planung besonders spannend? Besonders spannend finde ich, dass man ein Haus von Grund auf plant und den gesamten Prozess bis zum fertigen Ergebnis mitverfolgen kann. Worauf freust du dich in deiner Lehrzeit besonders? Ich freue mich besonders darauf, künftig selbständig arbeiten und komplexere Aufgaben erfüllen zu dürfen. Was ist für dich momentan noch die grösste Herausforderung?
Momentan ist es das CAD-Programm, da es durch die vielen Funktionen und das Modellieren von 3D-Modellen am Anfang noch etwas kompliziert ist. Was würdest du Jugendlichen sagen, die sich ebenfalls für eine Ausbildung als Zeichner oder Zeichnerin interessieren? Dass man auf jeden Fall grosses Interesse am Beruf mitbringen sollte.
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«Leidenschaft, Begeisterung und ein grosses Hobby» Die zehnte Auflage des «Princely Tattoo» Anfang September war gleichzeitig auch die letzte. Initiator und Produzent Pascal Seger und der Künstlerische Leiter Jean-Luc Kühnis blicken zurück auf eine unvergleichliche Zeit. Interview: Johannes Kaiser
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ie ist die Idee für das «Princely Tattoo» auf der Burgruine in Schellenberg geboren worden?
Pascal Seger: Irgendwann im Herbst 2011 spazierte ich durch das wunderschöne Vaduzer Städtle, und ein einzelner Dudelsackspieler spielte. Er war es, der den Gedanken, dass so ein Event mit Schottland und Dudelsack in unserem Land noch fehlt, auslöste. An sich hatte ich nur einen gemütlichen Abend im Sinn. Die Idee eines Tattoos entstand erst im Austausch mit meiner Frau Manuela. Sie hatte zuvor schon einmal das «Royal Edinburgh Military Tattoo» besucht. Die Idee gefiel mir
sehr gut und wuchs innert kurzer Zeit vom kleinen gemütlichen Abend zum eigenen Tattoo – aber auch dann war uns nicht klar, was es für wunderbare, aber auch anstrengende Ausmasse annehmen würde. Was fasziniert dich und euch dermassen an dieser Tattoo-Tradition?
Die Tattoos leben auch von einer gewissen Masse an Musikerinnen und Musikern, und Tänzerinnen und Tänzern. Diese zu «handlen», auf und neben der Showfläche, ist eine Herausforderung und gleichzeitig eine wunderschöne Aufgabe. Wenn dann die Teilnehmenden mit dem Publikum verschmelzen, ist das ein faszinierender Moment.
Jean-Luc Kühnis: Für mich ist es die Faszination, dass verschiedene Puzzle-Teile, verschiedene Kulturen und Stilrichtungen sich individuell vorbereiten, im Vorfeld abstimmen und dann in der «Princely-Woche» ineinander verschmelzen. Auf und neben der Showfläche.
Im September dieses Jahres ging die zehnte und zugleich letzte Grossveranstaltung dieser Art vor der einzigartigen Kulisse der Burgruine Schellenberg über die Bühne. Wie beschreibst du die Entwicklung von der ersten bis zur zehnten Auflage des «Princely Tattoo»?
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Foto: Michael Zanghellini
Foto: Tatjana Schnalzger
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Dankbarkeit und Stolz waren an allen zehn Ausgaben des «The Princely Liechtenstein Tattoo» sehr stark zu spüren.
Das Produktionsteam des «Princely Tattoo»: Christian Marti (Musikalischer Leiter), Pascal Seger (Produzent) und Jean-Luc Kühnis (Künstlerischer Leiter).
Pascal Seger: In diesen zehn Ausgaben über insgesamt 14 Jahre haben wir uns seh stark weiterentwickelt. Am einfachsten sieht man dies an drei Dingen. Erstens an der Entwicklung unserer Infrastruktur. Bei der ersten Ausgabe gab es noch keine Bühne. Die damals «nur» 200 Teilnehmenden präsentierten ihr Können auf der Wiese. Man kann sich vorstellen, wie schnell daraus bei Regen eine Schlammschlacht geworden wäre. Aber auch die Festwirtschaft bestand damals nur aus einem Wurst- und BrotStand sowie zwei Getränkeständen, wenigen Festbänken und einigen Stehtischen. Zweitens zeigt die Entwicklung sich an der Qualität der Teilnehmenden. Wir konnten uns in der Welt der Tattoo- und Marchingbands trotz, oder vielleicht gerade wegen, unserer Kleinheit einen ausgesprochen guten Namen machen. Dadurch erhielten wir immer mehr Anfragen aus Europa und der ganzen Welt und konnten uns die Teilnehmenden oft aussuchen. Mit der steigenden Qualität an Formationen wuchsen aber auch deren Ansprüche. Beispielsweise reichte eine Zivilschutzanlage irgendwann nicht mehr als Unterkunft aus. Drittens zeigt sich die Veränderung an der Zahl der Helferinnen und Helfer: Im ersten Jahr waren wir fünf Freiwillige. Heute sind wir ein Team aus 160 wunderbaren Menschen, die mit Herzblut, Leidenschaft und grossem Engagement über 7'000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit leisten. Trotz all den Weiterentwicklungsschritten, die wir gemacht haben, haben wir aber immer darauf geachtet, unsere Entwicklung sorgfältig zu bedenken und jeden Schritt wohlüberlegt zu gehen. Denn die Kosten hatten wir immer sehr gut im Auge.
Alles, was Rang und Namen auf der internationalen Tattoo-Bühne hat, ist in Liechtenstein aufgetreten. Welche Exklusivitäten hatte das Princely-Tattoo 2026? Jean-Luc Kühnis: Auf der Bühne der Burgruine durften wir tatsächlich in jeder Ausgabe staunen, und jede einzelne Performance hat uns berührt. Von der ersten Auflage bis zur Ausgabe 2026 war uns als Produktionsteam immer wichtig, neben etablierten Top-Acts auch Formationen eine Chance und Plattform zu geben, die so etwas zum ersten Mal erleben. Der spezielle Zauber, den wir dann gemeinsam erschaffen haben, führte dazu, dass die Teilnahme bei uns für viele Formationen zu einem Karriere-Highlight wurde. Dass wir dies ermöglichen konnten, macht mich sehr stolz. Die Profi-Formationen, die sich Auftritte an zahlreichen internationalen Tattoos gewohnt sind, konnten wir durch unsere sehr persönliche Atmosphäre und symphytische Betreuung für uns begeistern. Die grosse Exklusivität und quasi der rote Faden der Show 2026 war die «2Step Dance Company» aus Belgien. Die rund 20 jungen Tänzerinnen und Tänzer haben mit ihrer Lebensfreude, ihrer Energie, Synchronität und Kreativität uns, alle Teilnehmenden und das Publikum mitgerissen, wie dies bei uns noch nie ein Act gemacht hat. Dass dabei Kollaborationen mit der britischen Armee, dem «Army Engagement Ensemble» und unserer burgeigenen «Princely Castle Band» entstanden sind, freut mich ganz besonders. Auch wenn die Tänzerinnen und Tänzer schon rund um die Welt auf grossen Bühnen unterwegs waren: Das Erlebnis, bei uns zu Livemusik zu tanzen war für sie äusserst speziell.
Das Ganze auf die Reihe zu kriegen, bedingt eine riesige Organisation. Wann begann die Vorbereitung, welche Schritte waren die wichtigsten und wie viele Leute zählten zum Staff? Pascal Seger: Die Auswahl der teilnehmenden Formationen war jeweils ein laufender Prozess, der sich oft über die Ausgaben hinaus überschnitten hat. Sehr früh erfolgte auch die Buchung der zahlreichen Räumlichkeiten – angefangen mit der Burgruine selbst über die Räume und Plätze in Schellenberg und Vaduz bis zu grossen Kontingenten an Hotelzimmern im Land. Die Organisation «Princely Tattoo» besteht aus verschiedenen Gruppen. Der Vereinsvorstand hat insbesondere strategische Aufgaben und umfasst sieben Personen. Das Kernteam besteht aus den Leiterinnen und Leitern der insgesamt zwölf Teams. Und in diesen Teams arbeiten dann insgesamt rund 160 Personen mit. Alle ehrenamtlich und voller Herzblut, Leidenschaft und Begeisterung. Zusätzlich dazu gibt es den Verein «Freunde des «Princely Tattoo» mit über 100 Mitgliedern und den ebenfalls selbständig organisierten Verein «Princely Castle Band». In diesem Zug gehören ausserdem die zahlreichen Sponsoren, Partner und Unterstützer erwähnt. Auch sie haben oft Überdurchschnittliches geleistet, um unseren Anlass zu ermöglichen. Gibt es irgendwelche vergleichbare Locations bei anderen Tattoos? Die Bühne auf der Burgruine Schellenberg ist wohl kaum zu toppen?
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Zahlreiche Stände und das eigene Pub «The Cattle Grid» sorgten für kulinarische Vielfalt und Genuss – bei wunderbarem Wetter.
«Princely Tattoo Parade» im Vaduzer Städtle mit 800 Teilnehmenden und rund 6'000 Gästen.
Pascal Seger: Wenn wir den vielen Rückmeldungen unserer über die Jahre sehr zahlreichen Teilnehmenden glauben dürfen, dann gehört die Teilnahme an unserem «Princely Tattoo» bei den allermeisten zu den absoluten Highlights. Die einzigartige Location und Kulisse der Burgruine gehört da gemeinsam mit der von uns verströmten, herzhaften und sehr familiären Atmosphäre zu den Hauptgründen. Das hat zu einem fantastischen Ruf geführt, wodurch wir beispielsweise auch zu Anfragen aus Australien, Kanada und Afrika gekommen sind. Das ist schon sehr speziell, da wir ja eigentlich ein vergleichsweise kleines Tattoo sind.
Zusammenhalt, der da zwischen Künstlerinnen und freiwilligen Helferinnen und Helfern entstand, ist fantastisch. Weiter sind es die vielen Freundschaften, die auf dem Burghügel entstanden sind. Nicht wenige Formationen und Menschen haben heute noch regen Kontakt und pflegen diese Freundschaften. In diesem Sinn ist das «Princely Tattoo» auch ein Netzwerkgefäss über die Musikszene hinaus – das freut mich ganz speziell.
die entstehenden Gesamtkosten nur zu einem kleinen Teil decken. Entsprechend sind wir sehr dankbar, dass wir über all die Jahre auf zahlreiche sehr grosszügige Sponsoren, Partner und Unterstützer zählen durften.
Welches sind deine prägendsten Erinnerungen über all die Jahre?
Pascal Seger: Seit der ersten Ausgabe war mir klar, dass die Finanzierung dieses Anlasses eine grosse Herausforderung ist. Grund dafür ist insbesondere die kaum vorhandene Infrastruktur auf der historischen und denkmalgeschützten Burgruine. Strom, Wasser und Abwasser sind lediglich bei der Pfadi-Holzhütte verfügbar und müssen von dort auf das gesamte Areal verteilt oder durch zusätzliche Lösungen abgedeckt werden. Aufgrund der Besonderheit des Geländes benötigen wir zahlreiche Gerüstbauten, um die Burgruine für unsere 300 Teilnehmenden und insgesamt 2'100 Gäste zugänglich zu machen. Und natürlich müssen wir in gewissem Masse auch «wetterfest» sein. Das löst insgesamt hohe Kosten aus. Dazu kommen 300 Teilnehmende aus ganz Europa, die für knapp eine Woche in Liechtenstein untergebracht, von uns verpflegt und transportiert werden. Und die Realität war von Anfang an, dass die natürlichen Einnahmen, also Ticketing und Abendumsatz,
Jean-Luc Kühnis: Sehr viele. Zum einen ist da der Zusammenhalt im PLT-Team. Wir hatten als Openair-Veranstalter nicht immer Wetterglück. Trotzdem haben wir jede Ausgabe mit rund 300 Künstlerinnen und Künstlern gerockt, auch bei richtig, richtig viel Regen. Und dabei war dem ganzen PLT-Team und den Teilnehmenden immer klar: Das ziehen wir durch. Diese Kraft des gemeinsamen Durchziehens, gegenseitigen Unterstützens und Beflügeln – das war sehr prägend. Wenn ich eine besondere Erinnerung nennen muss, sind es die Rollschuhfahrerinnen aus Estland, das «Precision Team Phoenix», die mit ihren schnellen waghalsigen Choreografien um jeden Preis ihre Show zeigen wollten, aber auf eine trockene Bühne angewiesen waren. Das ganze Team hat jeweils angepackt, geschrubbt, getrocknet, und alle haben mitgefiebert. Der
Warum gibt es keine 11. und 12. «Princely Tattoo»-Saison in Schellenberg und Liechtenstein?
Dennoch war es uns leider nie möglich, eine gewisse Sicherheit über die nächste Ausgabe hinaus zu erhalten, was dazu führte, dass die Sicherung der Finanzierung eine der aufwendigsten Aufgaben des «Princely Tattoo»-Teams war. Und diese Aufgabe geht einher mit einer grossen Verantwortung für den Anlass insgesamt, aber insbesondere auch für die zahlreichen engagierten Partner. Da ich in meinem beruflichen Leben eine Kommunikations- und Eventagentur führe, kam oft das Gefühl auf, dass das «Princely Tattoo» auch eine Einnahmequelle für mich sei. Tatsächlich ist es aber so, dass unser «Princely Tattoo» über all die Jahre auch für mich Leidenschaft, Begeisterung und ein grosses Hobby war, für das ich meine Zeit – sehr oft auch zu Lasten meiner Familie – sehr gerne eingesetzt habe. Ich habe aber über die vergangenen Jahre gespürt, wie die grosse Verantwortung hinsichtlich der Finanzierung und der für deren Sicherung notwendige, sehr grosse Zeitaufwand anfing, mir die Freude an unserem so besonderen Anlass zu nehmen. Nach reiflicher Überlegung und in engem Austausch mit meiner Frau Manuela, dem Vereinsvorstand und unserem Kernteam kamen wir dann Anfang des Jahres zum Schluss, die zehnte auch zur letzten Ausgabe zu machen.
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Brachte das Ehrenamt auf die Bühne: das eigens zusammengestellte «PLT-Musical Ensemble»
Der letzte Ton, der auf der Bühne der Burgruine leise verhallte, stammte von einem einzelnen Dudelsackspieler.
Ich bin stolz und dankbar auf das, was wir gemeinsam als grosses PLT-Team geschaffen haben. Zehn Ausgaben dieses «Princely Tattoo» auf dieser wunderbaren, aber sehr schwer zugänglichen Burgruine zu veranstalten, ist eine grossartige Leistung und absolut keine Selbstverständlichkeit. Auch freut es mich, dass wir diesen Entscheid frühzeitig kommuniziert haben. Damit konnten wir alle, die Teilnehmenden und unsere zahlreichen Gäste, die fantastischen Shows auf der historischen Burgruine Schellenberg nochmals so richtig geniessen.
auf der Burgruine, aber auch an der «Princely Tattoo Parade» in Vaduz, stattgefunden hat, ist für mich das absolute Highlight. Die Gewissheit und die vielen Feedbacks, dass dieses Erlebnis in der «Princely Tattoo»-Bubble im Team wie auch bei den Künstlerinnen und Künstlern aus nah und fern gleichsam geschätzt, ja sogar geliebt wurde, macht mich extrem dankbar und stolz.
Das «Princely Tattoo» ist und war ein wirksamer kultureller Botschafter, der Liechtenstein viel Sympathie, Euphorie und auch viele Gäste ins Land gebracht hat. Pascal Seger: Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass das eigentlich gar keine Frage, sondern eine Feststellung ist. Ich glaube tatsächlich auch, dass uns das wirklich gelungen ist. Mir war persönlich immer wichtig, dass unsere Teilnehmenden nicht nur das «Princely Tattoo» erleben, sondern auch Einblick erhalten in unser wunderbares und besonderes Liechtenstein. Deshalb haben wir von Anfang an Ausflüge organisiert, bei denen sich jeweils jede und jeder Einzelne sein passendes Programm auswählen konnte. Die einen erhielten dadurch Einblick in die Funktionsweise von Demokratie und Monarchie in Liechtenstein, andere genossen eine leichte Wanderung im Malbun oder machten eine geführte Landesrundfahrt. Neben unseren Teilnehmenden konnten wir mit dem «Princely
Tattoo» aber auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem nahen und fernen Ausland nach Liechtenstein locken. Diese verknüpften den Besuch meist auch mit einem Aufenthalt im Land. Was waren die absoluten Highlights? Pascal Seger: 2017 hatten wir drei Tage massiven Dauerregen. Das forderte uns enorm – das Team, alle involvierten Partner und auch die Musikerinnen und Musiker, und Künstlerinnen und Künstler. Vor der ersten Show habe ich mir gedacht: «Wenn ich nicht hier sein müsste, wäre ich, glaube ich, nicht hier». Entsprechend hatte ich die Befürchtung, dass die Tribüne leer bleibt. Als es dann losging und die Tribüne sich Platz für Platz füllte, bis sie komplett voll war, war ich absolut sprachlos. Unseren Teilnehmenden ging es wohl gleich, denn sie dankten es den Zuschauerinnen und Zuschauern mit vollem Einsatz, und das führte trotz allen Herausforderungen zu drei fantastischen Shows. Und am Ende jeden Abends hatten wir alle zwei Dinge gemeinsam: Innerlich fühlten wir eine riesige Begeisterung, und äusserlich waren wir «pflotschnass» bis auf die Unterhosen. Jean-Luc Kühnis: Für mich ist es das Setting auf der Burgruine, das unzählige wunderbare Begegnungen ermöglicht hat. Wir konnten eine eigene Welt mit extrem viel Liebe zum Detail erschaffen, die für viele Helferinnen und Helfer, und Künstlerinnen und Künstler, eine Bubble der Freude, der Offenheit, des Experimentierens, des Erlebens erzeugt hat. Die Entwicklung, die
Eindrückliche Zahlen • Über 7'000 Stunden Ehrenamt durch rund 160 freiwillige HelferInnen • 800 JungmusikantInnen und Musikant Innen, TänzerInnen, VertreterInnen von Brauchtum und Tradition haben an der «Princely Tattoo Parade» 2026 teilgenommen. • In 14 Jahren haben insgesamt 2'820 Teilnehmende aus 16 Nationen an den Shows im Schellenberg teilgenommen. • 8'000 ZuschauerInnen über drei Tage in Schellenberg und Vaduz. • Jährlich hat unsere Küchencrew über 4'500 Mahlzeiten zubereitet. • 70 m lang war der Ausleger unseres Baukrans – unser kräftigster Helfer. • Rund 1'500 Übernachtungen in Liechtenstein allein durch Teilnehmende pro Ausgabe.
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Fotos: Pamela Bühler
Hans-Jörg Goop, Vereinspräsident Liechtensteiner Edelbrand e. V.
Florian Goop, Initiator der neuen Getränkelinien der Marke «Tschügger»
Helmut Schwendinger, Mosterei-Chef
Die Getränkebotschafter aus Schellenberg
«Wir haben sehr viel Freude an dem, was wir tun» Die Edelbrand- und Tschügger-Getränkemarken – made in Schellenberg und neu in Mauren – sind eine Erfolgsstory in der liechtensteinischen Getränkeproduktion. Hans-Jörg Goop ist Vereinspräsident des Liechtensteiner Edelbrand e. V. – sein Sohn Florian Goop ist der Initiator der neuen Getränkelinien unter der Marke Tschügger. Neu ist die Produktionsstätte in der ehemaligen Sennerei in Mauren. Schellenberg und Mauren können sehr stolz auf die Tschügger-Produkte sein, denn sie sind die Standortgemeinden von sehr beliebten Getränke-Produktionslinien. Interview: Johannes Kaiser
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Foto: Paul Trummer
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Mostereigenossenschaft Schellenberg, die letzte Mosterei Liechtensteins, vor der Kulisse des Schellenberger Klosters
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it dem Verein Edelbrand produziert deine Familie die Schellenberger beziehungsweise Unterländer Getränkelinie der «Tschügger» Produkte. Ihr seid nun neu aufgestellt. Florian Goop: Das erste Produkt unter dem Namen Tschügger war ein Bier im Jahr 2016. Seither hat sich vieles weiterentwickelt. Heute liegt unser Fokus auf den Apfelsaftprodukten. Aufgrund der steigenden Bekanntheit unserer Marke und der wachsenden Produktionsmengen haben wir unsere Produktion im Januar 2026 von Schellenberg in die ehemalige Sennerei in Mauren verlegt. Dieser Schritt war für uns ein wichtiger Meilenstein und bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung von Tschügger. Welche Produkte werden vom Verein Edelbrand hergestellt und welche figurieren unter der Marke Tschügger? Unter der Marke Tschügger führen wir heute zwei unterschiedliche Produktgruppen: Die Fruchtlinie «Natur pur & ungesüsst».
Dazu gehören unter anderem die Apfelschorle, die Kräuterschorle, der Eistee und der Süssmost. Allen gemeinsam ist, dass wir auf künstliche Aroma- und Zusatzstoffe verzichten. Die Linie «alkoholisch & traditionell» umfasst unser Bier und die Produkte der Suura-Moscht-Linie. Dazu gehören verschiedene Apfelweinprodukte mit und ohne Alkohol sowie in der Herbst- und Winterzeit auch unser Glühmost. Das Grundprodukt der Apfelsortengetränke wird in der einzig verbliebenen Mosterei in Liechtenstein in Schellenberg hergestellt. Mosterei-Chef ist dein Vater Hans-Jörg. Wie viele Tonnen Äpfel werden beziehungsweise wurden in diesem Jahr in der Mosterei Schellenberg gepresst? Hans-Jörg ist als Torkelmeister Vorsitzender der Genossenschaft. Die genauen Mengen, welche die Genossenschaft in den vergangenen Jahren verarbeitet hat, kann ich leider nicht beziffern. Für die Tschügger-Produkte werden wir in diesem Jahr aber rund 40 Tonnen regionales Obst pressen. Wenn man bedenkt, dass wir 2022
mit lediglich fünf Tonnen gestartet sind, ist das nicht nur für uns, sondern auch für die Genossenschaft ein schöner Erfolg. Es zeigt, dass einheimische Produkte in Liechtenstein auf grosses Interesse stossen und von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt werden. Wie viele Liter Apfelsaft wendet ihr für eure Getränkelinie auf? Je nach Jahr liegt die Ausbeute bei rund 65 bis 70 Prozent der angelieferten Obstmenge. Wie viel Schorle daraus entsteht, hängt auch vom natürlichen Zucker- und Säuregehalt der Äpfel ab. Da wir, wie gesagt, keinerlei Aroma- oder Zusatzstoffe verwenden, bringt jede Ernte ihre eigenen Eigenschaften mit. Der Apfel bestimmt daher mit, wieviel Wasser oder Tee wir für Kräuterschorle, Eistee oder Apfelschorle zusetzen, damit die Produkte ihren natürlichen Charakter behalten. Der Apfelsaft wird anschliessend in eurem neuen Unternehmensstandort in der Sennerei Mauren für verschiedene Getränkeprodukte verwendet? Welche Arbeitsgänge stehen an? Nach dem Pressen in Schellenberg wird der
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Fotos: Pamela Bühler
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Patrick Rupf, Silvio Lampert, Hans Rupf, Hans-Jörg Goop (v. l.)
Saft zunächst nach Mauren gebracht, wo er geklärt und haltbar gemacht wird. Anschliessend geht es zurück ins Lager nach Schellenberg, bevor der Saft im Lauf des Jahres je nach Bedarf wieder zur Weiterverarbeitung nach Mauren transportiert wird. Mit Mosterei, Produktion und Lager an drei verschiedenen Standorten ist das logistisch durchaus anspruchsvoll. Um die vorhandene Infrastruktur optimal zu nutzen, müssen die einzelnen Arbeitsschritte und Transporte sorgfältig geplant und aufeinander abgestimmt werden. Je nach Produkt folgen dann unterschiedliche Verarbeitungsschritte. Bei unseren Getränken gehören dazu beispielsweise die Filtration, die Teeaufbereitung, das Mischen, das Karbonisieren, das Abfüllen und das Etikettieren. Sehr bekannt und beliebt ist die Apfelschorle.
Welche Menge wird davon produziert? Rund 60 Prozent des produzierten Apfelsaftes wurden in den vergangenen Jahren zu Apfelschorle weiterverarbeitet. Sie ist nach wie vor unser bekanntestes Produkt und bildet die Grundlage unseres Sortiments. Daneben gewinnen aber auch die anderen Tschügger-Produkte zunehmend an Bedeutung. Neu zählen auch Tschügger Eistee und Tschügger Kräuterschorle zur Marke Tschügger. Ganz genau. Wie schon bei der Apfelschorle im Jahr 2022 haben wir auch die Einführung von Tschügger Eistee und Tschügger Kräuterschorle bewusst an der LIGHA vorgenommen. Dort konnten viele Menschen die Produkte direkt
degustieren, und wir haben unmittelbar Rückmeldungen erhalten, wie die neuen Getränke ankommen. Für viele war es überraschend, dass sich solche Getränke ganz ohne zusätzlichen Zucker sowie ohne Aroma- und Geschmacksstoffe herstellen lassen. Genau dieser natürliche Ansatz kommt bei vielen sehr gut an. Welches sind die weiteren einheimischen Getränke-Delikatessen, die aus euerer Produktion hervorgehen? Der Herbst ist bei uns traditionell die Zeit des frischen Süssmosts. Er ist aktuell wieder erhältlich und wird in praktischen 3-Liter-Stehbeuteln sowie in 5- und 10-Liter-Bag-in-Box-Gebinden angeboten. Ab Oktober gibt es ausserdem wieder Glühmost und Süssmostpunsch. Beide eignen sich ideal für die kältere Jahreszeit und sind
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Wo kann man all diese Produkte kaufen? Unsere Produkte sind heute bei den meisten Getränkehändlern von Ruggell bis Balzers sowie in verschiedenen Dorfläden, Hofläden und Spezialitätengeschäften erhältlich. Ab dem 8. Oktober sind wir zudem an der OLMA am Liechtensteiner Gemeinschaftsstand in der St. Galler Kantonalbank Halle, Stand KB.060, anzutreffen. Am Samstag, 10. Oktober, sind wir ausserdem am Jahrmarkt in Eschen vor Ort. Und wenn bei uns in der Sennerei in Mauren die Tür offen ist, freuen wir uns natürlich auch dort über Besuch.
0,33 L Alk. 4,8% Vol. Brauereipfandflasche
Hergestellt in Liechtenstein, Liechtensteiner Edelbrand e.V. Schlossweg 17, 9488 Schellenberg
sowohl als Bag-in-Box als auch in der 50-Zentiliter-Flasche erhältlich.
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen kühl und dunkel gelagert, mind. haltbar bis:
Lagerbier kaltfiltriert
Die Gemeinden Schellenberg und neu auch Mauren dürfen sehr stolz auf euch sein, da ihr mit der Tschügger-Produkte-Linie ein grossartiger Unterländer Botschafter in der Getränke- und damit Lebensmittelbranche seid. Wir haben sehr viel Freude an dem, was wir tun, und selbstverständlich freut es uns, wenn auch unsere beiden Standortgemeinden Freude an unserer Entwicklung haben. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Mostereigenossenschaft Schellenberg, den beiden Mostern Helmut und Silvio sowie der Sennereigenossenschaft Mauren. Die Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist für uns von grosser Bedeutung und eine wichtige Grundlage für die Herstellung unserer regionalen Produkte.
Neue Produktionsstätte von Hans-Jörg und Florian Goop in der ehemaligen Sennerei in Mauren
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Waldgeist als Langschläfer Spätestens im Oktober taucht der Siebenschläfer unter. Dann begibt sich das possierliche Nagetier mit den grossen dunklen Knopfaugen in einen bis in den späten Frühling dauernden Winterschlaf. Den grössten Teil des Jahres bekommt man den süssen Bilch also nicht zu Gesicht, da er frostsicher bis zu einem Meter tief unter der Erde vor sich hin schnarcht. Text: Paul Herberstein
L
öcher, die etwa umgefallene Baumriesen durch ihre Wurzelteller in den Waldboden reissen, sind oft willkommene Winterquartiere. Der Nager ist aber auch imstande, sich selbst ein geeignetes Heim zu buddeln.
sind. Zudem sorgen feine, äusserst bewegliche Zehen dafür, dass der Siebenschläfer selbst glatte Buchenstämme mühelos hinunter und wieder hinauf klettern kann. Der buschige Schwanz hilft, das Gleichgewicht zu halten, und wird zum Steuerruder bei weiten Sprüngen.
Besonders gemütlich macht es sich der Siebenschläfer dort aber nicht. Er setzt sich mit dem Hinterteil auf die nackte Erde, rollt sich zur Kugel, hebt die Pfoten vom kalten Boden weg und legt das Näschen auf den Bauch. Am Ende wird noch der buschige Schwanz als Winterdecke über die kälteempfindlichsten Stellen wie Pfoten und Nase gelegt. In dieser Haltung senkt der Siebenschläfer dann seine Körpertemperatur bis fast zum Gefrierpunkt ab und verharrt so bis zur warmen Jahreszeit – ohne unterirdischen Futtervorrat, einzig auf das Fett an den eigenen Rippen angewiesen. Das hungrige Erwachen beginnt meist im Mai.
Der graubraune Bilch hält sich am liebsten zwischen den Ästen in luftiger Höhe auf. Dort findet er seine Leibspeise: die besonders nahrhaften Nüsse der Buche, die Bucheckern. Daneben knacken Siebenschläfer mit ihren scharfen Zähnchen auch Eicheln oder Nüsse. In Mastjahren leben sie daher wie im Paradies. Sind solche Köstlichkeiten allerdings rar, nehmen die Nager auch mit Knospen und Blättern vorlieb. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen zudem Wildobst wie etwa Himbeeren oder Brombeeren. Siebenschläfer machen aber auch vor keinem Garten halt, wenn dort reife Zwetschgen oder Äpfel locken. Gibt es allerdings nur wenige, für den Fettaufbau wichtige Baumfrüchte, zieht sich der kleine Nager mitunter bereits nach zwei bis drei Wochen wieder zum Winterschlaf zurück. Im Extremfall schlummert er also mehr als elf Monate im Jahr.
In den wenigen wachen Wochen des Jahres lassen es die Siebenschläfer aber richtig krachen. Einmal aus den Erdlöchern gekrochen, haben sie neben der Paarung und der Kinderaufzucht vor allem eines im Sinn: das Fressen. Aufgeregt, hell und metallisch schallt es dann vornehmlich durch den stockfinsteren Laubwald, wenn die Siebenschläfer lautstark aus ihren Baumhöhlen klettern und die Nacht zum Tag machen. Die grossen Knopfaugen und die langen Tasthaare im Gesicht lassen erahnen, wie gut die Tiere für das nächtliche Leben ausgestattet
Gefahr droht dem Siebenschläfer vor allem vom Uhu und dem kletterfreudigen Marder. Die tierischen Räuber wissen genau: In den wenigen Wochen, in denen die Siebenschläfer unterwegs sind, bleibt einfach keine Zeit für lange Versteckspiele und Ruhepausen. Schliesslich müssen sich die Tiere möglichst viel Fett für den Winterschlaf anfuttern.
Vor dem Menschen muss sich der hierzulande eher seltene Nager nicht fürchten: Er steht unter Artenschutz. Dennoch gibt es Personen, die nicht gut auf das Tier zu sprechen sind: Hausund Hüttenbesitzer, auf deren Dachböden es sich mehrköpfige Siebenschläfer-Familien im Sommer so richtig gemütlich gemacht haben. Die felligen Untermieter werden genau dann polternd munter, wenn der Hausbesitzer eigentlich schlafen möchte. Zum Trost: Der nächtliche Spuk sollte spätestens ab Herbst wieder zu Ende sein. Dann, wenn die Siebenschläfer wieder für Monate unter der Erde verschwinden oder am Dachboden still zusammengekauert auf den nächsten Sommer warten.
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Psychische Gesundheit: Der Verein SonnenStern:Persönlichkeitsentwicklung aus Eschen bringt am 19. Oktober Fachpersonen und junge Stimmen zusammen. Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Medien Jugendliche prägen und was ihnen im Umgang mit Belastungen hilft.
Das Smartphone gehört für Jugendliche zum Alltag. Freundschaften, Unterhaltung und Information finden heute auch auf dem Bildschirm statt. Gleichzeitig können ständige Erreichbarkeit, sozialer Vergleich oder Cybermobbing belasten. Was bedeutet diese digitale Lebenswelt für die psychische Gesundheit junger Menschen? Dieser Frage widmet sich der Verein SonnenStern:Persönlichkeitsentwicklung aus Eschen am Montag, 19. Oktober 2026, mit einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindesaal Eschen. Fachwissen, Erfahrungen aus der Praxis und die Sicht junger Menschen sollen an diesem Abend zusammenkommen. Der Verein wurde im Januar 2024 in Eschen gegründet und setzt sich für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen ein. Seit Juni 2024 führt er eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depression und organisiert regelmässig Vorträge zur psychischen Gesundheit.
Nicht nur die Bildschirmzeit zählt
Wie stark das Smartphone den Jugendalltag prägt, zeigt die JAMES-Studie 2024 der ZHAW. Sie untersucht die Mediennutzung von 12- bis 19-Jährigen in der Schweiz. Jugendliche nutzen ihr Smartphone nach eigener Einschätzung an einem Wochentag rund drei Stunden, am Wochenende rund vier Stunden. Die Zahlen beziehen sich auf die Schweiz, nicht auf Liechtenstein. Doch die Dauer allein sagt wenig darüber aus, was Jugendliche während dieser Zeit erleben. Digitale Medien können verbinden und Raum für Kreativität schaffen. Sie können aber auch Vergleichsdruck und belastende Erfahrungen verstärken.
Genau dort setzt der Vortrag von Sarah Genner an. Die Medienwissenschaftlerin und Digitalexpertin forschte acht Jahre an der ZHAW zu Mediennutzung und Medienpsychologie und arbeitete an den JAMES-Studien mit. «Medienkonsum lässt sich nicht pauschalisieren. Die Dauer ist nur ein Faktor», sagt Genner. Entscheidend sei auch, welche Inhalte Jugendliche nutzen und aus welchem Grund.
Was braucht es in Liechtenstein?
Psychische Belastungen junger Menschen sind auch in Liechtenstein ein Thema. Eine 2021 durchgeführte Untersuchung von UNICEF Schweiz und Liechtenstein befasste sich mit der psychischen Gesundheit von 14- bis 19-Jährigen in beiden Ländern. Für Ulrike Hoop, Präsidentin, Initiantin und Mitgründerin des Vereins SonnenStern:Persönlichkeitsentwicklung, ist entscheidend, früh über Belastungen zu sprechen. «Psychische Belastungen zeigen sich oft schon im Jugendalter. Je früher wir hinschauen und offen darüber sprechen, desto besser können wir junge Menschen stärken», sagt Hoop. Mit der Veranstaltung will der Verein Wissen vermitteln und Menschen aus Bildung, Gesundheit, Politik und Familien miteinander ins Gespräch bringen. Nach dem Referat wird diskutiert, was Jugendliche konkret brauchen. Auf dem Podium sitzen Helen Konzett, Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein, Matthias Brüstle, Psychologe und Präsident des Berufsverbands der Psychologinnen und Psychologen Liechtensteins, Jonas Grünenfelder, Sänger der Band Fate
Foto: Barbara Hess
Was die digitale Welt mit Jugendlichen macht
Sarah Genner spricht am 19. Oktober in Eschen über digitale Medien und die mentale Gesundheit Jugendlicher.
of Faith, sowie Ulrike Hoop. Die Gesprächsrunde moderiert Andreas Krättli. Mit Fabian Reuteler, Juliana Beck und ihrem Dokumentarfilmprojekt «wohl?habend» fliesst zudem die Perspektive junger Menschen ein. Denn wer über die mentale Gesundheit Jugendlicher spricht, sollte ihnen auch zuhören. Die Frage nach einem gesunden Umgang mit digitalen Medien lässt sich nicht allein mit Bildschirmstunden beantworten. Entscheidend ist, was Jugendliche online erleben, wie sie damit umgehen und wer für sie da ist, wenn Belastungen entstehen.
Mentale Gesundheit bei Jugendlichen im digitalen Zeitalter Montag, 19. Oktober 2026 Gemeindesaal Eschen, St. Martins-Ring 2 Einlass: 18 Uhr | Beginn: 18.30 Uhr Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich Anschliessend Apéro Veranstalter: Verein SonnenStern:Persönlichkeitsentwicklung | www.sonnenstern.li
Zum Nachschauen Podcasthus.li zeichnet die Veranstaltung als Medienpartner auf. Die zentralen Inhalte und Gespräche werden anschliessend als Video-Podcast im Rahmen der Reihe «Fokus Gesundheit» veröffentlicht. Nach der Veranstaltung: www.podcasthus.li
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Historisches
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Vaduzer Pfadfinderinnen im Jahr 1932; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz; B 821/033/001
Gründung der Liechtensteinischen Pfadfinder
Täglich wenigstens eine gute Tat vollbringen Später als in den Nachbarländern kam es in Liechtenstein zur Pfadfinder-Gründung. Die Gründungsfeier der ersten Abteilung fand im Oktober 1931 in Schaan statt. Auslöser dafür waren die Hilfsdienste von Pfadfindern aus der Schweiz und Österreich beim Rheineinbruch im Jahr 1927. Text: Günther Meier
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uf dem Duxplatz in Schaan legten 34 Pfadfinder am 11. Oktober 1931 das Pfadfinderversprechen ab und verpflichteten sich, die
Tugenden der Toleranz, Solidarität und Freundschaft zu leben. Damit war ein wichtiger Grundstein für die Pfadfinderbewegung in Liechtenstein gelegt. Alexander Frick, der
erste Pfadfinder-Führer des Landes, erinnerte sich später an den bewegenden Augenblick, als die Mädchen und Buben zusätzlich das Versprechen abgaben, «treu Gott, dem Fürsten
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Geistige und körperliche Eigenschaften harmonisch entwickeln
Alexander Frick, Leiter der ersten Liechtensteiner Pfadfinderabteilung; Form und Inhalt: Reproduktion einer Aufnahme von Alexander Frick als Korpsführer; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz SgAV 11/3279/002
und dem Vaterland» zu sein, dabei «die linke Hand auf die blau-rote Fahne haltend».
Ausländische Pfadfinder als Helfer bei der Rheinkatastrophe
Ausschlaggebend für die Gründung der Pfadfinder in Liechtenstein war die Hilfe der Pfadfinder aus der Schweiz und Österreich, nach dem Rheineinbruch von 1927 die Verwüstungen zu beseitigen und das überschwemmte Land wieder fruchtbar zu machen. Die Leistung dieser jungen Leute spornte an, auch für die liechtensteinische Jugend eine Pfadfinder-Organisation zu schaffen. Unterstützung erhielt diese Idee von Fürst Franz I. und Fürstin Elsa. Dass es eine Pfadfinder-Bewegung gab, war auch in Liechtenstein nicht verborgen geblieben. Der Engländer Robert Baden-Powell, ein General der britischen Armee, setzte nach seiner militärischen Laufbahn 1907 seine Idee einer Organisation für Jugendliche um, ausgehend von seinem Buch «Scouting for Boys». Nachdem König Eduard VII. das Patronat über die Pfadfinder übernommen hatte, fand die Bewegung bald Nachahmung überall auf der Welt. Als 1920 das erste Jamboree – das weltweite Pfadfindertreffen – in London durchgeführt wurde, nahmen rund 8000 Pfadfinder aus 34 Ländern teil. Knapp zehn Jahre später machten sich bereits 50'000 Pfadfinder aus 72 Staaten auf, um sich mit Gleichgesinnten an einem Jamboree zu treffen.
Fürstenhaus und Regierung sowie eine Handvoll von der Pfadfinder-Bewegung Begeisterte, unter ihnen der spätere Regierungschef Alexander Frick, machten sich 1931 daran, eine Pfadfinder-Gruppe zu gründen. Konkrete Hilfe beim Aufbau leistete ein PfadfinderFührer aus der Schweiz. Alexander Frick, der zum provisorischen Leiter bestellt worden war, umriss in einem Brief an die Eltern die wichtigsten Ziele der Jugendorganisation: «Die Pfadfinderbewegung bezweckt, die moralischen sowie die geistigen und die körperlichen Eigenschaften unserer Knaben harmonisch zu entwickeln.» Ein weiteres Ziel bestehe darin, ein gläubiges, pflichtbewusstes, starkes und mutiges, dem Nächsten hilfreiches und dem Vaterland nützliches Geschlecht heranzubilden. Diese Ziele wurden auch in die Satzungen des Pfadfinderbundes aufgenommen, in denen es im ersten Artikel hiess: «Der liechtensteinische Pfadfinderbund hat den Zweck, das Pfadfinderwesen im Geiste katholischer Weltanschauung und unter Anpassung an die Verhältnisse unseres Landes zu fördern.» Das oberste Gebot für «Pfader», das im Pfadfindergesetz festgehalten wurde, lautete: «Des Pfadfinders Wort ist wahr, auf seine Ehre soll man unerschütterlich bauen können.» Weiter wird dort aufgeführt, dass ein Pfadfinder hilfsbereit, höflich und ritterlich sei, nie schlechte Laune zeige, sich arbeitsfreudig und sparsam zeige – und «täglich wenigstens eine gute Tat» zu vollbringen habe. Abteilungsleiter Alexander Frick gab kurz nach der Gründung der Pfadfinder «Weisungen an die Gruppenführer» heraus und ermahnte sie, sich nicht als «Lehrer» aufzuspielen und lange «Moralpredigten» zu halten, die bei den jungen Menschen verhasst seien.
Nach den Pfadfindern kamen die Pfadfinderinnen
Dem Beispiel der Schaaner folgend, gab es bald auch in anderen Gemeinden Pfadfindergruppen. Im Herbst 1932, ein Jahr nach der Gründung der ersten Pfadfindertruppe, trafen sich die Pfadfinder zur Fahnenweihe in Vaduz. Das «Liechtensteiner Volksblatt» berichtete, zur Fahnenweihe hätten sich 65 Pfadfinder eingefunden, ausserdem nahmen an der Feier Fürst Franz I. und Fürstin Elsa sowie
Regierungschef Josef Hoop und der Vaduzer Bürgermeister teil. Fahnenpatin Fürstin Elsa übergab den Pfadfindern die Fahne unter Trommelwirbel und Applaus mit den Worten: «Ich freue mich diese Fahne euch überreichen zu können und übergebe euch diese Flagge mit den Worten: für Gott, Fürst und Vaterland!» Mit dem lauten Ruf «Allzeit bereit!» hätten die Pfadfinder ihre Hand erhoben und dem Fürstenpaar versichert, immer für das Land und das Herrscherhaus einzutreten. Das Fürstenhaus zeigte sich nach der Fahnenweihe auch finanziell grosszügig: Zur Anschaffung von Uniformen erhielten Pfadfinder einen Beitrag von 500 Franken. Der Funke der Pfadfinder-Bewegung sprang bald auch auf die Mädchen über. Waren bei der Gründung der Schaaner und Vaduzer Pfadfindergruppen nur Buben anwesend, kam es schon im Sommer 1933 auf Wunsch des Fürstenpaares zur Gründung der ersten Pfadfinderinnen-Gruppe. Ein Beitrag im «Volksblatt» spendete grosses Lob für diesen damals mutigen Schritt: Es sei sehr zu begrüssen, auch der weiblichen Jugend «eine geistige und körperliche Weiterbildung in Ergänzung der Schule» anzubieten. Bei ihren Auftritten in der Öffentlichkeit erregten die Pfadfinder in den schmucken Uniformen grosse Aufmerksamkeit. Die Halstücher waren in blau-rot gehalten, in Anlehnung an die Landesfarben. Aber auch, wie es in Pfadfinder-Kreisen hiess: Rot für die Liebe, Blau für die Treue zum Vaterland. «Immer und überall Farbe bekennen, das war die geistige Grundhaltung der liechtensteinischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder», sagte Alexander Frick in einem Rückblick beim Jubiläum «50 Jahre Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Liechtenstein.» Bis zu 600 Pfadfinder hätten an Radrundfahrten durch Liechtenstein teilgenommen und der Bevölkerung mit den blau-roten Wimpeln an der Lenkstange und den blau-roten Halstüchern deutlich gezeigt, wofür sie einstanden.
Pfadfinder im Kampf gegen «Volksdeutsche Jugend»
In den 1930er-Jahren, als es Liechtenstein wirtschaftlich sehr schlecht ging und ein heftiger Parteienstreit tobte, waren solche Bekenntnisse wichtig. Die Propaganda aus Deutschland, «Heim ins Reich», umgarnte
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auch viele in Liechtenstein. Alexander Frick warnte vor dem Verlust der Eigenstaatlichkeit, vor dem Aufgehen des Fürstentums in einem kriegerischen Grossstaat, propagandistisch Drittes Reich genannt. Die von Alexander Frick angesprochenen Bedrohungen hatten auch für die Pfadfinder einen ernsten Hintergrund. Die «Volksdeutsche Bewegung in Liechtenstein», die den Anschluss an das Dritte Reich anstrebte, wollte auch die Jugend dafür begeistern und gründete die «Volksdeutsche Jugend» für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Kennzeichen bei ihren öffentlichen Auftritten waren Lederhosen, ein weisses Hemd und weisse Kniestrümpfe. Die «Volksdeutsche Jugend» wurde stramm wie in Deutschland geschult: mit körperlicher Ertüchtigung durch Sport, mit Kameradschaft, mit Gesang und Feiern. Als Ausbildungslager dienten Hütten hoch über dem Tal, wie auf Gaflei, Matona oder die Paulahütte oberhalb von Schaanwald. Liechtensteins Jugendliche hatten bei einem beabsichtigten Engagement die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Organisationen. Was unterschied die «Volksdeutsche Jugend» von den Pfadfindern? Der Historiker Peter Geiger gibt in seinem Buch «Krisenzeit» eine knappe, aber treffende Antwort: «Der politische Zweck des harmlos scheinenden Tuns, der deutschvölkische, intolerante, antisemitische, antireligiöse, inhumane Schulungsinhalt.» Unter den Mitgliedern der unterschiedlichen Organisationen kam es, wie Alexander Frick in einem Rückblick auf die Gründerzeit schrieb, immer wieder zu Auseinandersetzungen: «In den nächtlichen, schlecht beleuchteten Strassen kam es immer wieder zu schweren Schlägereien, die nicht selten zu Spitalaufenthalten und – auch das muss gesagt sein – zu Gefängnishaft führten.»
Mit Höhenfeuern auf Berggipfeln gegen Hakenkreuze
Nach dem Vorbild der Hitlerjugend im Dritten Reich entzündete die «Volksdeutsche Jugend» in Liechtenstein an steilen Abhängen Feuer in Hakenkreuz-Form, die weit sichtbar waren. Die Pfadfinder hielten mit Gipfelfeuern dagegen. Die Rover der Pfadfinder organisierten zum Geburtstag von Fürst FranzJosef II. am 16. August 1938 eine Kette von Höhenfeuern. Wie das «Volksblatt» berichtete, sei das erste Feuer am Eschnerberg gezündet worden und habe damit den Startschuss für die übrigen Feuer auf den Bergspitzen von
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Fürstin Elsa mit Pfadfindergruppe; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz; SgAV 17/001/096/009
den Drei Schwestern bis zum Falknis gegeben: «Man kann sagen, kein Berg war ohne nächtliche Leuchte.» Im folgenden Jahr rief Alexander Frick zu einem Fackelzug auf, dem ein grosser Erfolg beschieden war. Eine Lichterkette bewegte sich über den Fürstensteig und legte den Grundstein für den alljährlichen Fackelzug am Staatsfeiertag. In der Führerzeitung der Pfadfinder wurde der Einsatz der Rover gelobt, die lodernden Höhenfeuer auf den Berggipfeln hätten ausnahmslos gut gefallen: «Wir Rover haben dabei bewiesen, dass wir nicht nur auf der Landstrasse paradieren können, sondern dass wir auch bergtüchtig und vor allem bergbegeistert sind.» Im Jahr 1939 wurde aber nicht nur der Geburtstag des Fürsten mit einem Fackelzug gefeiert. Schon am 29. Mai 1939 hatte die «Fürstenhuldigung» für Fürst Franz Josef II. in Vaduz stattgefunden. Die Pfadfinder
machten am Nachmittag beim Festumzug mit und am Abend beim Fackelumzug, der vom Regierungsgebäude zum Gasthof Löwen führte – und von dort wieder zurück zur Kirche. Nach dem Fackelzug, der um 20.30 Uhr begann, wurde das erste Feuerwerk von Schloss Vaduz gezündet – damit war der Grundstein gelegt für das Feuerspektakel, das heute noch zum festen Bestandteil des Staatsfeiertags gehört. Es sei ein Verdienst der Pfadfinder, sagte Alexander Frick beim Festakt «50 Jahre Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Liechtenstein» im Jahr 1981, dass sie mutig den Aktionen der «Volksdeutschen Jugend» entgegengewirkt hätten, dass Fürstenkronen aufflammten, Fackelzüge über den Fürstensteig stattfanden, dass frohe Heimatlieder in den Strassen der Dörfer erklangen – «damit die Zuversicht auf eine bessere Zukunft nicht verloren gehe».
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Fahnenweihe des Männerchors Schaan beim Bierhüsle, in der Mitte mit Bart: Dirigent und Oberlehrer Quaderer Urheber: Hermann Wachter, Vaduz; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz; B 824/014/001
Eröffnung «Kulturbrauerei» Schaan
Früher gab es dort das Quaderer Bier 1880 wurde in Schaan die Brauerei Quaderer eröffnet. Wo früher Bier gebraut wurde, ist inzwischen eine «Kulturbrauerei» entstanden. Im restaurierten Gebäude sollen künftig Künstlerinnen und Künstler für einige Monate ihr Quartier aufschlagen und sich kreativ dem Kunstschaffen widmen. Ein Rückblick auf die Bierherstellung in früheren Zeiten in der heutigen «Kulturbrauerei». Text: Günther Meier
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it «Anzeige und Empfehlung» kündigte ein Inserat im «Liechtensteiner Volksblatt» eine Neuigkeit in Liechtenstein an. Auf den Sonntag, 1. Februar 1880, lud Rudolf Quaderer die Bevölkerung zur Eröffnung seiner «Bierwirtschaft mit selbsterzeugtem Bier» ein, musikalisch begleitet von einer Musikkapelle und einer Sängergruppe. Wem das Bier schmeckte, der konnte laut Inserat das Getränk auch nach Hause liefern lassen: Er verkaufe das Bier in Zukunft auch «auf die Achse», womit er wohl ankündigte, man könne sich das Getränk nach Hause liefern lassen. Bei dieser Anzeige ging es um die Eröffnung der Bierwirtschaft. Die Geschichte des Biers in Liechtenstein begann aber lange Zeit vorher. Schon im Jahr 1794 erwarb Anton Frommelt die Konzession von der Regierung, Bier zu brauen und in Verkauf zu bringen. Allerdings konnte er sein Vorhaben nicht umsetzen: Nach Abwägungen des Absatzes und des möglichen Verdienstes, heute würde man von einem «Business-Plan» sprechen, verzichtete er auf den Aufbau einer Brauerei. Anton Frommelt liess sich aber von seinem Plan nicht abbringen. Einige Jahre später versuchte er sein Glück erneut, diesmal mit Benedikt Huber, einem Glasermeister. Das Geschäft florierte allerdings nur kurze Zeit, offenbar waren die Liechtensteiner Männer eher dem Most zugetan. Die Idee von einer eigenen Bierbrauerei aber hatten noch andere, wie etwa der Küfer Anton Rheinberger aus Vaduz, der sein Selbstgebrautes von 1821 bis 1830 anbot. Auf den Vaduzer Rheinberger folgte der Schaaner Baptist Quaderer, der 1841 das Recht auf Brauerei zuerst auf zwölf Jahre erhielt und damit den Grundstein für die Dynastie des «QuadererBier» legte.
Bier ist ein uraltes Getränk
Liechtenstein kam relativ spät zum selbstgebrauten Bier. Nach Überlieferungen geht die Geschichte des Bierbrauens auf wahrscheinlich 10'000 Jahre zurück. Menschen entdeckten in der Frühgeschichte die Gärung von Getreide und damit ein Getränk, das bis dahin unbekannt war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde mit Gerste und anderen Getreidesorten experimentiert, bis ein bekömmliches, aber alkoholhaltiges Gebräu hergestellt werden konnte. Voraussetzung dafür war der Anbau von Gerste, was aber nur sesshaften Völkern
Reklameplakat der Bierbrauerei Quaderer in Schaan aus der Zeit um 1900; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz; B 633/003/002
möglich war, nicht aber den Nomaden, die umherzogen. Damit bleibt die Frage offen oder umstritten, ob die Sesshaftigkeit der Menschen den Grundstein für das Bierbrauen legte oder ob das Bier der dafür entscheidende Faktor war, dass die Menschen zu sesshaften Bauern wurden. Historische Hinweise auf Bier, lange vor Christi Geburt, gibt es aus China, von den Völkern im Vorderen Orient und aus Ägypten.
«Bierhüsle» und Brauerei bildeten eine Einheit
Der erste Braumeister der Familie Quaderer,
der das Bierbrauen als Hauptberuf ausübte, war Rudolf Quaderer. Er war es auch, der – wie erwähnt – im Jahr 1880 die Bierwirtschaft eröffnete. Unmittelbar daneben hatte er die Brauerei eingerichtet, in einem Gebäude, das heute noch steht und nach einem Umbau als «Kulturbrauerei» wiedereröffnet wurde: Das Gasthaus, allgemein «Bierhüsle» genannt, und Bierbrauerei bildeten lange Zeit eine Einheit. Wie in der Entstehungsgeschichte Bier gebraut und Eis zur Kühlung hergestellt wurde, hat der frühere Leiter des Landesveterinäramtes und Amtes
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Rohstoffmangel im Ersten Weltkrieg
Besuch im Liechtensteiner Brauhaus, Schaan. Bruno Güntensberger erklärt bei der Eröffnung im Dezember 2007 den Brauprozess; Urheber: Sven Beham, Ruggell; Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz; CDB 159/061
für Lebensmittelkontrolle, Erich Goop, im Buch «Festgabe für Alexander Frick zum 75. Geburtstag» ausführlich beschrieben. Im Kellergeschoss wurde das Bier gelagert, im Parterre befanden sich die Gärbottiche und im ersten Stock war die grosse Sudpfanne untergebracht. Gebraut wurde untergäriges Bier, das über Monate haltbar war und sich deshalb zur Lagerung eignete. Weil diese Art von Bier aber nur bei tiefen Temperaturen hergestellt werden konnte, waren Einrichtungen zur Kühlung notwendig. Ebenso erforderte die Lagerung des Getränks kühle Keller. Beides wurde in der Quaderer-Brauerei mit Eis aus eigenem Weiher bewerkstelligt.
Kühlung des Biers mit Eis aus «Bierwöts Weiher»
Laut der Beschreibung von Erich Goop befand sich einer der Eiskeller unter dem Brauereigebäude, während eine zweite Anlage im Tiefgeschoss des Gasthauses Bierkeller untergebracht war. Eine imposante Anlage, wie Goop beschreibt: «Auf 52 Treppenstufen gelangt man zur tiefsten Punkt, ungefähr 11 Meter unterhalb des Strassenniveaus. Hier befinden sich, übereinander liegend, zwei geräumige Lagerkeller, während der diesen anliegende sogenannte Eiskeller mit ca. 9 Metern die doppelte Höhe der beiden Lagerkeller aufweist. Diese Eiskeller wurden über den Winter durch eine Öffnung in der Decke mit Eisklötzen gefüllt, die sich zu einem mächtigen Eisberg verbanden.» Gewonnen
wurde es in einem Weiher, im Schaaner Dialekt «Bierwörts Weiher» genannt, aus dem bei tiefen Temperaturen das Eis geschnitten und auf Fuhrwerken zur Brauerei transportiert wurde. Das Quaderer-Bier wurde nicht nur in Fässer, sondern auch in Flaschen abgefüllt. Um auch Bier «auf die Achse» verkaufen zu können, ersuchte Rudolf Quaderer bei der Regierung um eine Bewilligung. Eine erste Verkaufsstelle errichtete er bei Anna Röckle im Mühleholz. Diesen Standort hatte er ausgesucht, weil sich in der Nähe die Weberei Rosenthal und die Spoerry-Fabrik befanden. Dortige Arbeiter hätten sicher Lust, so seine kaufmännische Überlegung, einmal ein schmackhaftes Bier zu trinken statt öden Kaffee oder Branntwein. Die Regierung erteilte die Bewilligung für den Verkauf von Flaschenbier, nicht zuletzt um dem schädlichen Branntwein-Genuss etwas entgegenzusetzen. Die Konzession enthielt ausdrücklich das Verbot für den Verkauf anderer alkoholischer Getränke ausser Quaderer-Bier. Der Bierverkauf erfüllte offenbar die Erwartungen von Quaderer, denn schon bald wurde eine zweite Verkaufsstelle im Mühleholz eingerichtet.
Kein Bier mehr, weil die Braugerste fehlte
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) hatte fatale Auswirkungen für die Quaderer-Brauerei. Die Rohstoffe für die Bierherstellung hatte die Brauerei aus Österreich bezogen, doch
Die Quaderer-Bierbrauerei musste – wie bereits erwähnt – im Jahr 1917 den Betrieb einstellen, weil aus Österreich keine Rohstoffe für die Bierherstellung wie Braugerste mehr geliefert wurden. Der Rohstoffmangel betraf auch andere Branchen in der Industrie und im Gewerbe. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in der Industrie noch 747 Personen beschäftigt, der überwiegende Teil in den Webereien und Spinnereien Jenny & Spoerry in Vaduz und Triesen. Im Lauf des Krieges stellte sich Mangel an Baumwolle ein, sodass die Produktion in beiden Fabriken ab 1916 fast vollständig eingestellt werden musste. Grosse Schwierigkeiten hatten auch Gewerbler, die Leder verarbeiteten, wie Schuhmacher und Sattler, weil Felle und Häute nur sehr schwer zu bekommen waren. Ein grosses Problem war darüber hinaus die Beschaffung von Petroleum, das damals vorwiegend für die Beleuchtung von Häusern benötigt wurde. Ebenso schwierig gestaltete sich die Einfuhr von Kohle zu Heizzwecken. Im Verlauf des Krieges wurden Kerzen zu einem gefragten Artikel: Weil Petroleum für Lampen nur noch eingeschränkt zu erhalten war, stellten die Leute auf Kerzenlicht um, was zur Folge hatte, dass auch Kerzen zur Mangelware wurden. Auf der anderen Seite gab es Beschränkungen für Ausfuhren von Industrie- und Gewerbeprodukten, sodass viele Betriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Zur Sicherung der Lebensmittel- und Rohstoffversorgung wählte der Landtag am 14. Dezember 1914, schon kurz nach Kriegsausbruch, eine Landesnotstandskommission. Zwei Jahre später gab es solche Kommissionen auch in den Gemeinden, weil man der Ansicht war, diese seien näher am Volk und seinen Bedürfnissen.
bald nach Kriegsbeginn stockten die Lieferungen für die Braugerste. Ab Anfang 1917 wurden sie ganz eingestellt, wie aus einem Brief der Brauereizentral Graz an die Regierung hervorgeht: Aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Österreich sei es ungewiss, ob weiterhin Gerste und Malz geliefert werden können. Sollte sich die Situation verbessern, würden die Lieferungen wieder aufgenommen. Die Quaderer-Brauerei, die über dieses Schreiben an die Regierung vorab informiert worden war, hatte keine Rohstoffe mehr zur Verfügung. Das Brauen musste eingestellt werden. Liechtenstein wurde nach 1917 für Jahrzehnte zum «Land ohne eigenes Bier».
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Der FC Vaduz zahlt weiterhin viel Lehrgeld Knapp ein Viertel in der Super League-Saison 2026/27 ist absolviert, und der FC Vaduz steht in der Tabelle auf dem 11. und vorletzten Platz. Das sieht auf den ersten Blick ernüchternd aus, entspricht aber nicht dem wahren Leistungsvermögen des Aufsteigers. Die Vaduzer haben etliche Punkte durch Gegentore in den Schlussminuten verschenkt. Das Team von Trainer Marc Schneider könnte also gut und gerne auch auf Rang 6 oder 7 stehen. Fakt ist: Vaduz war in jedem der bisherigen neun Spiele zumindest auf Augenhöhe mit dem jeweiligen Gegner. Text: Chrisi Kindle
Auswärtsspiel gegen den FC Zürich kassierte der FCV im Letzigrund in der Nachspielzeit noch einen – allerdings wunderschönen – Gegentreffer zur nächsten 1:2-Niederlage. Also gleich vier Pleiten nach Last-MinuteGegentoren. Das schmerzt.
Immer wieder späte Gegentore
Natürlich ist es sehr unglücklich, wenn mehrere Spiele auf diese Art und Weise verloren gehen. Allerdings würde man es sich zu einfach machen, nur von Pech zu sprechen. Die Vaduzer liessen in diesen Partien am Ende oft die letzte Konzentration vermissen, begingen vermeidbare Fehler und ermöglichten so den Gegnern die matchentscheidenden Treffer. Das ist der feine Unterschied zwischen Super League und Challenge League. In der obersten Spielklasse werden solche Unachtsamkeiten gnadenlos bestraft. Der FC Vaduz zahlte bislang also doch einiges an Lehrgeld. Trotzdem darf auch festgehalten werden, dass der Aufsteiger spielerisch praktisch mit jedem Gegner mithalten konnte, viel Ballbesitz hatte und den Beweis erbrachte, dass er sich in der Super League nicht verstecken muss. Gegner wie GC oder Lausanne wurden von den Vaduzern dominiert. In diesen Partien konnten sie sich mit klaren Heimsiegen auch belohnen. Gegen Thun hingegen fehlte es etwas am Selbstvertrauen – kein Wunder nach den unglücklichen Pleiten zuvor. Der Meister besiegte den Aufsteiger im Rheinparkstadion mit 2:1.
Der Fluch mit den späten Gegentreffern begann in der zweiten Runde im Rheinparkstadion gegen St. Gallen. Vaduz führte bis zur 72. Minute mit 2:1. Dann traf Joker Owusu noch zweimal, das St. Galler Siegestor fiel in der 87. Minute. Zumindest ein Unentschieden wäre für den FCV möglich und auch nicht unverdient gewesen. Noch schlimmer erging es dem Aufsteiger eine Woche später in Sion. Da lag die Schneider-Elf bis zur 83. Minute mit 2:1 vorne und kassierte in der Schlussphase erneut zwei Gegentore. Das 3:2 für die Walliser fiel in der Nachspielzeit – erneut eine ganz bittere Pille für das Liechtensteiner Team. Damit aber noch nicht genug: Bei der Wochentagsrunde am 2. September in Luzern deutete alles auf ein 1:1-Unentschieden hin, doch es sollte auch dieses Mal nicht für einen FCV-Punkt reichen. In der 91. Minute sah der Linienrichter einen Klärungsversuch von Sawadogo hinter der Linie. TV-Bilder konnten dies nicht eindeutig beweisen, also ein sehr umstrittener Entscheid. Fakt aber: Vaduz reiste erneut mit leeren Händen nach Hause. Und auch beim
Nur Pech oder mangelnde Konzentration?
Nun kommt der FC Basel ins Rheinparkstadion
Weiter geht es für den FC Vaduz am Sonntag, den 11. Oktober, um 16.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen den 21-fachen Schweizer Meister FC Basel. Nach der Entlassung von Stephan Lichtsteiner am 9. September wird Slavisa Jokanovic sein Debüt als neuer BaselTrainer ausgerechnet im Rheinparkstadion geben. Dann warten auf die Vaduzer am 24. und am 31. Oktober die beiden Auswärtsspiele gegen Servette Genf und Grasshoppers Zürich.
Fotos: Michael Zanghellini
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n der momentanen Länderspiel-Pause wird Trainer Schneider die erste Phase der Saison zusammen mit dem Staff und dem Team genau analysieren und die Schlüsse für den weiteren Verlauf ziehen. Als Nächstes steht am Sonntag, den 11. Oktober, das Heimspiel gegen den FC Basel auf dem Programm.
FCV-Spieler Lutfi Dalipi (links)
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Marcel Monsberger erzielte gegen den FC Zürich die zwischenzeitliche FCV-Führung.
und Mitmachen n hö als Dankesc in re ein Ticket fü l pie FCV-Heims erhalten.
Danke für deine Meinung! Der FC Vaduz verbindet Menschen durch Spitzenfussball, Nachwuchsarbeit und Vereinsleben. Um unseren Verein weiterentwickeln und fit für die Zukunft machen zu können, möchten wir wissen, was du denkst. Nimm dir bitte ca. 5 Minuten Zeit und teile deine ehrliche Meinung mit uns. Jede Rückmeldung hilft uns.
Jetzt an der Umfrage teilnehmen: fcvaduz.li/umfrage Die Umfrage wird durch die Universität Liechtenstein durchgeführt. Teilnahmeschluss ist der 25. Oktober 2026.
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«Unsere Mannschaft hätte einige Punkte mehr verdient» Neun Runden sind in der Super League gespielt. Zeit, im Gespräch mit Geschäftsführer Patrick Burgmeier eine erste Zwischenbilanz aus Sicht des Aufsteigers zu ziehen. Interview: Chrisi Kindle
Präsident und Geschäftsführer Patrick Burgmeier
D gewesen?
er FC Vaduz steht nach neun Runden mit 6 Punkten an vorletzter Stelle der Super League. Da wäre sicher mehr möglich
Patrick Burgmeier: Ja, definitiv. Wenn man die bisherigen Leistungen anschaut, hätte die Mannschaft sicherlich einige Punkte mehr verdient. Aber die Tabelle lügt halt am Schluss auch nicht ganz. Der FC Vaduz hat durch einige Gegentreffer kurz vor Schluss mehrere Punkte liegen gelassen. War das nur Pech oder siehst du auch andere Gründe? Unser Team versucht, das Positive aus dem ersten Saisonviertel mitzunehmen und an den Schwachstellen zu arbeiten, tagtäglich. Dabei ist sicher eine der Erkenntnisse, dass wir in beiden Boxen besser werden müssen – defensiv weniger Tore bekommen und offensiv die Chancen konsequenter nutzen. Ich glaube zudem auch, dass die Spieler sich langsam an die Super League adaptieren werden – mehr Zuschauer, grössere Stadien, mehr Druck. Das geht nicht immer von heute auf morgen. Wie beurteilst du die Neuzugänge? Darf man von Verstärkungen sprechen?
Wir sind der Auffassung, dass wir eine gute, spannende Mannschaft mit Qualität haben, und versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln das Bestmögliche herauszuholen. Ohne auf Einzelspieler einzugehen, denke ich, dass wir uns generell auf die neue Saison hin schon verstärken konnten. Vergessen dürfen wir natürlich auch nicht die verletzungsbedingten Ausfälle einiger Spieler, die durchaus auch in der Startformation hätten stehen können. Die Meisterschaft ist noch jung. Was traust du der Mannschaft im Verlauf der Saison noch zu? Wir haben grundsätzlich ein positives Mindset und dürfen auch aufgrund der bisher gezeigten Leistungen positiv nach vorne schauen. Gegen jeden Gegner wäre etwas möglich gewesen – weshalb also nur das Negative sehen! Sportlich traue ich dem Team einiges zu. Doch dafür müssen neben den guten Leistungen natürlich auch die Resultate kommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir diese mit der Art und Weise, wie wir Fussball spielen möchten, auch erzielen werden. In der UEFA Conference League kam das knappe Aus in der dritten Runde gegen Turku. Wie sehr schmerzt das im Nachgang sowohl sportlich als auch finanziell?
Es war sicherlich bitter, gegen Turku auszuscheiden, da wir das Weiterkommen mit guten Leistungen bis zum Schluss völlig offenhalten konnten. Auch hätten wir gerne gegen den FC Copenhagen gespielt, was zu Hause, aber auch vor allem auswärts sicherlich ein Highlight gewesen wäre. Wirtschaftlich schmerzt das knappe Ausscheiden ebenfalls, da es nun einmal finanziell attraktiv ist, eine Runde weiterzukommen, was uns eine Entlastung für unser Budget geschaffen hätte. Wir sind immer noch auf der Suche nach einem weiteren Co-Sponsor. Einen solchen zu finden, ist uns bislang leider noch nicht gelungen. Ein Wort zum Zuschaueraufmarsch: Wie sehr bist du damit bislang zufrieden und mit welchem Schnitt rechnet der FC Vaduz insgesamt? Wir konnten uns gleich zum Auftakt beim Derby gegen St. Gallen über ein ausverkauftes Rheinpark Stadion freuen. Auch gegen die Grasshoppers hatten wir mit knapp 4'500 Zuschauern eine tolle Stimmung in Vaduz. Dass gegen Lausanne oder Thun mit einem etwas weniger grossen Zuschaueraufkommen zu rechnen ist, haben wir gewusst. Aber bisher sind wir sehr zufrieden, da wir die Freude und das Interesse der Leute in der Region am FCV spüren, was uns sehr stolz macht.
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10. Spieltag Samstag, 10. Oktober 2026 18:00 Uhr FC Zürich – FC Thun Berner Oberland 18:00 Uhr Servette FC – FC Sion 18:00 Uhr FC Lugano – FC Luzern Foto: Jürgen Posch
Sonntag, 11. Oktober 2026 14:00 Uhr GC – YB 14:00 Uhr FC St. Gallen – FC Lausanne 16:30 Uhr FC Vaduz – FC Basel
FCV-Captain Nicolas Hasler konnte die 1:2-Niederlage gegen Thun nicht verhindern.
Super League Tabelle Verein
Wie kommt der FC Vaduz bis jetzt mit den organisatorischen Herausforderungen in der Super League zurecht, auch bezüglich Sicherheit? Der Aufstieg bringt organisatorisch einiges an Mehraufwand mit sich, wofür ich unserer Geschäftsstelle, dem Ticketing, dem Catering und auch dem Sicherheitsbereich ein grosses Kompliment ausspreche. Wir ziehen jeweils unsere Lehren aus den Heimspielen und versuchen, die Abläufe fortlaufend zu
optimieren. Bislang hatten wir keine grossen Zwischenfälle im Bereich Sicherheit, was uns positiv stimmt. Gerade auch im Heimspiel gegen die Grasshoppers haben sich viele Zürcher Fans frühzeitig im Vaduzer Städtle aufgehalten und sich friedlich auf das Spiel eingestimmt – inklusive Aufräumen mittels Abfallsäcke vor Ort! Aber uns ist auch bewusst, dass dies eine grosse Herausforderung darstellt und wir auf ein gut eingespieltes Team mit der Polizei und unserem Sicherheitspartner zurückgreifen können.
Spiele Tore Pt.
1. FC Lugano
9
27:7
2. Young Boys Bern
9
31:18 25
3. FC Sion
9
23:14 19
4. FC Basel
9
17:17 13
5. FC St. Gallen
9
16:19 13
6. FC Luzern
9
17:18 12
7. FC Zürich
9
14:20 11
8. Servette FC
9
11:13 10
9. FC Thun Berner Oberland
9
15:23 10
10. Grasshopper Club Zürich
9
13:24
11. FC Vaduz
9
18:21 6
12. FC Lausanne Sport
9
7:15
FUSSBALL IST TEAMGEIST. MBPI. In Liechtenstein. Für Liechtenstein.
Landstrasse 105, Postfach 130, 9495 Triesen Telefon + 423 399 75 00, info@mbpi.li, www.mbpi.li
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Fotos: Jürgen Posch
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Jubel nach dem 4:3-Sieg des USV gegen Mendrisio.
Es fehlt an der Effizienz in der Box Derzeit liegt die Erstliga-Mannschaft des FC USV Eschen-Mauen auf einem hinteren Tabellenrang, unbequem nahe an einem Abstiegsplatz. Mit viel Engagement, Einsatz und Training versuchen die USV’ler die derzeitige Situation zu verbessern. Die grosse Baustelle ist die Effizienz beim Toreschiessen. Das muss besser werden, sagt USV-Trainer Patrick Winkler. Interview: Herbert Oehri
P
atrick, fast die Hälfte der Vorrunde ist vorüber. Nach sieben Spielen hat der FC USV sieben Punkte gesammelt. Woran liegt es, dass deine Mannschaft vom hinteren Tabellendrittel nicht wegkommt? Patrick Winkler: Wir haben eine fast komplett neue Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Die brauchen Zeit und Geduld. Gleichzeitig belohnen wir uns für teilweise
gute Leistungen zu wenig mit Toren, die es einfach braucht, um Spiele zu gewinnen. Ich glaube aber auch, dass man die Erwartungen an die aktuelle Realität anpassen sollte.
hart daran, weitere Fortschritte zu erreichen. Wir sind eine Mannschaft, die vor allem über das Kollektiv und die Mentalität zum Erfolg kommen kann.
Hast du im Verlauf der Meisterschaft Fortschritte im Team beobachten können? Wo liegen die besonderen Stärken?
Im Spiel gegen Mendrisio zeigte die Mannschaft, was in ihr steckt. Sie lag zweimal zurück und gewann am Ende mit 4:3 Toren. Was hat das Team in dieser Meisterschaftspartie richtig gemacht?
Natürlich haben wir Fortschritte gemacht. Wir sind als Team gewachsen und arbeiten
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1. Liga - Classic - Gruppe 3 Runde 9 Samstag 3. Oktober 2026 16:00 Uhr FC Thalwil - FC Locarno 16:00 Uhr FC Collina d'Oro FC Wettswil-Bonstetten 16:00 Uhr FC Baden 1897 - AC Taverne 16:00 Uhr FC Gossau - FC Widnau 16:30 Uhr FC Mendrisio - FC Tuggen Sonntag 4. Oktober 2026 16:00 Uhr FC Winterthur U-21 FC St. Gallen U-21 Mittwoch 7. Oktober 2026 19:45 Uhr FC Freienbach USV Eschen/Mauren 20:00 Uhr FC Kosova - FC Dietikon Im Bild (rechts) Giosuè Schulthess (USV) beim 4:3-Sieg des FC USV Eschen/Mauren am 12. September 2026 gegen den FC Mendrisio.
1. LIGA - GRUPPE 3
Foto: Michael Zanghellini
Verein
Patrick Winkler, Cheftrainer FC USV Eschen-Mauren
Sie hat in diesem Spiel nie aufgegeben und wollte unbedingt gewinnen. Und wir haben die Tore geschossen. Wir haben uns auch in anderen Spielen Chancen erarbeitet, aber im Vergleich zum Mendrisio-Spiel die Möglichkeiten nicht genutzt. Viele Fans fragen sich, ob sich der Kader in dieser Zusammensetzung in der schweren Erstliga-Gruppe 3 halten kann oder ob er für die Rückrunde nicht noch verstärkt
werden sollte. Was ist deine Meinung? Wie gesagt: Wir arbeiten hart daran, die Mannschaft voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Das braucht Zeit und Geduld, und das ist uns beim USV bewusst. Wir prüfen aber natürlich immer den Markt und werden schauen, was für uns mit Blick auf die Zukunft Sinn ergibt. Danke fürs Gespräch und vielen Dank.
Spiele Tore Pt.
1. FC Tuggen
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19:8 19
2. FC Baden 1897
8
17:11 16
3. FC St. Gallen 1879 U-21
8
18:15 16
4. FC Thalwil
8
14:7 15
5. AC Taverne
8
21:11 14
6. FC Kosova
8
14:11 13
7. FC Dietikon
8
12:13 11
8. FC Collina d'Oro
8
7:9
11
9. FC Winterthur U-21
7
9:9
9
10. FC Freienbach
8
11:14 8
11. FC Gossau
8
8:16
8
12. USV Eschen/Mauren
7
8:15
7
13. FC Mendrisio
8
10:12 7
14. FC Locarno
8
9:11
6
15. FC Wettswil-Bonstetten
8
9:14
6
16. FC Widnau
8
3:13
5
sport:zeit
10/2026
Foto: Paul Trummer
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Kunstrasenplatz im Sportpark Eschen/Mauren
Ältester Funktionär beim FC USV Eschen/Mauren
Benno Gerner nach über 60 Jahren beim USV immer noch aktiv Wer kennt ihn nicht. Er ist neben der Erstligamannschaft das grösste Aushängeschild, das der FC USV besitzt. Benno hat den Verein über 60 Jahre lang geprägt. Nicht umsonst trägt er zu Recht den Beinamen Urgestein, denn es gibt wohl kaum eine andere Persönlichkeit, die den im Jahre 1963 gegründeten Fussballclub so gut kennt wie er. Der 78-jährige Benno arbeitet noch heute täglich im USV-Büro im Sportpark. Dort hat sich eine vorzügliche Unterhaltung ergeben, und alte Erinnerungen über den Verein, Gott und die Welt wurden ausgetauscht. Interview: Herbert Oehri
B
enno, wann bist du dem FC USV Eschen/ Mauen beigetreten?
Benno Gerner: Sommer 1964. Dein Traum als Junge war es, Goali zu werden. Das hat nicht
geklappt. Dann bist du vom Trainer im Feld aufgestellt worden. Erinnerst du dich noch an diese Zeit? Damals bin ich direkt zu den BJunioren gekommen und wurde auch als Goalie aufgestellt. In den Testspielen ging alles ganz
gut. Aber beim ersten Meisterschaftsspiel mussten wir gegen die superstarken Ruggeller antreten, und ich durfte den Ball 16 Mal aus dem Netz holen. Danach hat mein Trainer gemeint, dass ich einen sehr guten Spannschuss hätte und er hat mich dann im Sturm aufgestellt. Prompt schoss
ich im nächsten Spiel gegen den FC Balzers unser Tor. Allerdings verloren wir auch erneut deutlich – mit 1:6. Nach einer Saison bei den Junioren B kam ich zu den Junioren A. Da habe ich aber nur teilweise gespielt, da meine Ärzte meinten, dass ich etwas auf der Lunge hätte.
sport:zeit
10/2026
73
Wie waren die Anfänge beim FC USV? Wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer. Auf dem Presta-Platz gab es viel zu tun. Wir mussten Rasen mähen, Linien streuen, Mäuse fangen, damit die Dreckhaufen nicht immer mehr wurden, und so weiter in freiwilliger Arbeit selbst erledigen. Ich war erst ein paar Jahre beim Verein, als der ersten Mannschaft bereits der erstmalige Aufstieg in die 3. Liga gelungen ist. Bald einmal wurde auch eine zweite Mannschaft gemeldet. In der Juniorenabteilung hatten wir A-, B- und C-Junioren. Anfang der 1970er-Jahre hatten wir unter der Leitung von Herbert Oehri und Dietmar Hasler eine sehr erfolgreiche Junioren-Abteilung. Unsere Junioren A und B spielten in der Inter-Klasse. Im Jahr 1975 mit der Eröffnung des Sportparks wurden die Inter-Teams aufgelöst und die Spieler in die erste und zweite Mannschaft integriert. Am Ende der Saison 1975/76 konnte die erste Mannschaft in die 2. Liga und die zweite Mannschaft in die 3. Liga aufsteigen. Zudem hat die erste Mannschaft 1976, 1977 und 1978 dreimal in Folge den Liechtensteiner Cup gewonnen.
Benno Gerner ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter im USV-Büro.
Wie die USV-Chronik festhält, wurdest du 1975 in den Vorstand gewählt. Kannst du dich an deine verschiedensten Funktionen noch erinnern? Und welche machten dir am meisten Spass?
Coach der zweiten Mannschaft. Von 1975 bis 1982 war ich Coach der ersten Mannschaft und wurde gleichzeitig als Vertreter der Aktiven in den Vorstand gewählt. 2007 musste ich aus dem Vorstand austreten, da ich als Gemeinderat von Eschen das Amt des Vorsitzenden der SportparkKommission übernahm. Doch 2008 hat mich Horst Zech als Protokollführer ohne Stimmrecht wieder in den Vorstand geholt. Dies liess sich mit dem Amt bei der Gemeinde vereinbaren. Seit der ausserordentlichen GV im November 2025 bin ich wieder ordentliches Vorstandsmitglied. Zudem gehöre ich seit April 2026 wieder dem Staff der ersten Mannschaft an. Seit Februar 2007 und bis heute arbeite ich ausserdem als Freiwilliger im USV-Büro.
Als Funktionär hatte ich diverse Aufgaben. So wurde ich nach meiner Rückkehr aus England ab April 1969 Betreuer der Junioren A. Als Trainer hatten wir damals den österreichischen Nationalspieler Helmut Metzler, und wir wurden im Sommer 1969 auch Junioren-A-Landesmeister. Ab Sommer 1969 war ich bis 1975
Die schönste Zeit war, als wir während der sieben Jahre, in denen ich Coach der ersten Mannschaft war, den Aufstieg in die 2. Liga geschafft haben. Zudem spielten wir in dieser Zeit fünfmal im Cupfinale, das wir, wie gesagt, 1976, 1977 und 1978 gewinnen konnten. Ein besonderes Highlight war natürlich
auch der Cupsieg 2012 mit der anschliessenden Teilnahme in der Europa-Liga mit dem Spiel in Island. Der Verein gehört seit der Saison 2008/09 ununterbrochen der 1. Liga Classic an. Nun haben sich einige Sponsoren zurückgezogen. Hat sich dies auf die Qualität des ErstligaKaders ausgewirkt? Die derzeitige Mannschaft hat bestimmt dieselbe Qualität wie das letztjährige Team. Wo sind die wichtigsten Baustellen im Verein? Wie man hört und liest, stand es um die Wahlzeit des Vorstands im Frühjahr 2026 vor allen Dingen im Finanzbereich nicht zum Besten. Wie steht der Verein heute da? Im Moment liegen wir in allen Bereichen in den Budgetzahlen. Wir bemühen uns, zusätzliche Sponsoren zu finden. Zum Schluss eine Frage mit Blick in die Zukunft: Wo siehst du die 1. Mannschaft des FC USV Eschen/Mauren in fünf
Jahren? Als Vorbild für die Jugend, als Aushängeschild? Und wie siehst du die Entwicklung im Nachwuchsbereich des Clubs? (Rückläufige Mitgliedszahlen?) Ich hoffe, dass wir mit der ersten Mannschaft in den nächsten fünf Jahren weiterhin in der 1. Liga Classic spielen. Die erste Mannschaft ist meines Erachtens immer das Aushängeschild eines Clubs. Mit der Verjüngung des Teams dürfen die Jugendlichen hoffen, dass sie irgendwann auch zur ersten Mannschaft stossen. Daher ist sie bestimmt auch ein Vorbild für die Jugend. Mit der zweiten Mannschaft versuchen wir, baldmöglichst wieder in die 3. Liga aufzusteigen. Im Jugendbereich haben wir alles andere als rückläufige Zahlen. Dort geht es uns vor allem um die Förderung im Breitensport. Aber auch diesbezüglich gehen wir mit der einen oder anderen Mannschaft schon wieder in die Richtung von Promotion-Teams, was sehr erfreulich ist. Vielen Dank, Benno, und noch viel Freude bei deiner Arbeit für die Jugend.
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sport:zeit
10/2026
Freude beim FC Balzers nach dem Sieg gegen Rorschach-Goldach.
Wir wollen jedes Spiel gewinnen Der FC Balzers liegt punktemässig in der 2. Liga Interregional recht gut im Rennen. Wegen der Länderspiele der Liechtensteiner Nationalmannschaft sind bis zum 10. Oktober 2026 keine Meisterschaftspartien angesetzt, sodass in nächster Zeit einige Spiele nachgeholt werden müssen. Wie ist die Stimmung im Team, welchen Einfluss haben die Unterbrüche durch die Länderspiele auf die Mannschaft und wo will der FC Balzers bei Meisterschafts-Halbzeit stehen? Ein Gespräch mit FCB-Trainer Aydin Demirci. Interview: Herbert Oehri
A
ydin, wie bist du mit dem Fortschritt des FC Balzers zufrieden? Seid ihr in der Spur? Aydin Demirci: Die Entwicklung
der Mannschaft ist sehr gut, der Teamspirit grossartig, wir sind absolut auf Kurs. Nicht zu vergessen: Die Aufstiegsaspiranten kommen erst noch. Also haben wir die sogenannten Pflichtsiege eingefahren.
Der FC Balzers trägt sein nächstes Spiel erst am 10. Oktober gegen den FC Stäfa aus. Dazwischen lagen und liegen wegen der Länderspielpause drei Wochen Pause seit der letzten Meisterschaftspartie am
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10/2026
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2. Liga Interregional Gruppe 5, Runde 7 Freitag 2. Oktober 2026 20:00 Uhr SV Schaffhausen-FC Seuzach Samstag 3. Oktober 2026 16:00 Uhr FC Rorschach-Goldach FC Frauenfeld 16:00 Uhr FC Weesen 1KF Dardania St. Gallen 19:00 Uhr FC Schaffhausen 2-FC Linth 04 Foto: Jürgen Posch
Sonntag 4. Oktober 2026 13:30 Uhr FC Altstätten 1-FC Uzwil 15:00 Uhr FC Stäfa - FC Ruggell
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2. LIGA INTERREGIONAL - GRUPPE 5 Verein Aydin Demirci, Trainer FC Balzers
19. September gegen den SV Schaffhausen. Sind solche langen Unterbrüche eher nützlich, zum Beispiel bei Ausfällen von Spielern, oder eher das Gegenteil? Ich bin kein Fan solcher Unterbrüche. Was sie bewirken können, hat sich letzte Saison gezeigt. Wir konnten den Schwung von vor der Pause anschliessend nicht mitnehmen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Spielertrainer Willy Pizzi und dir? Wie läuft das zum Beispiel im Spiel konkret ab? Wir besprechen zu Anfang einer Woche immer alles durch, also Inhalte der Trainings
und die Ziele. Danach sind Francesco und ich die Leiter der Trainings. Am Spieltag stehe ich an der Linie und übernehme das Coaching. Willy möchte sich während des Trainingsund Spielbetriebs voll aufs Trainieren und Spielen konzentrieren. Was ist die nächste Zielvorgabe für die 1. Mannschaft? Wo will der FC Balzers zur Halbzeit der Meisterschaft Ende des Jahres stehen? So weit oben wie möglich. Wir konnten ja bereits Luft von ganz oben schnuppern. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Dann werden wir noch einigen Teams das Leben schwer machen.
Spiele Tore Pt.
1. FC Seefeld ZH 1
6
20:2 16
2. FC Stäfa 1895 1
6
11:9
3. FC Balzers 1
6
16:10 12
4. FC Uzwil
6
11:8
12
5. KF Dardania St. Gallen
6
16:6
11
6. FC Rorschach-Goldach 17 1
6
12:8
10
7. FC Weesen 1
6
10:9
9
8. FC Linth 04
6
9:7
9
9. FC Frauenfeld 1
6
7:14
7
10. FC Schaffhausen 2
6
5:15
6
11. FC Altstätten 1
6
13:27
6
12. FC Ruggell 1
6
7:9
5
13. SV Schaffhausen
6
5:8
4
14. FC Seuzach 1
6
5:15
2
12
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10/2026
Aufstieg bringt Verpflichtungen mit sich Der FC Ruggell ist aus dem Schatten der Anonymität herausgetreten, als er vor vier Monaten in die 2. Liga Interregional aufgestiegen ist. In einem Interview erklärt Cheftrainer Vito Troisio (siehe unten), was der historische Aufstieg ausgelöst hat und dass er neben viel Prestige auch eine Menge Verpflichtungen mit sich bringt. Text: Herbert Oehri
D
as Ziel im ersten Jahr ist es, den Ligaerhalt zu sichern. Nach der bitteren Niederlage gegen den Tabellenführer Seefeld ZH am 26. September ist die Mannschaft zwischenzeitlich auf einen Abstiegsrang abgerutscht.
Sie hat aber auch in diesem Spiel gezeigt, dass sie mit den stärksten Teams mithalten kann. Wichtig ist es, sich an das höhere Tempo zu gewöhnen. Der Kader mit ehemaligen Profis ist stark genug, sich in der Liga zu halten.
Die nächsten drei Spiele: Sonntag, 4. Oktober 2026 FC Stäfa – FC Ruggell Samstag, 10. Oktober 2026 FC Ruggell – FC Schaffhausen II Samstag, 17. Oktober 2026 FC Linth – FC Ruggell
«Spiele gewinnt man zuerst im Kopf, dann auf dem Feld» Nach dem historischen Aufstieg spielt der FC Ruggell erstmals in seiner Vereinsgeschichte in der 2. Liga Interregional. Cheftrainer Vito Troisio spricht über den bisherigen Saisonverlauf, die Unterschiede zur 2. Liga regional, seine Spielphilosophie und darüber, weshalb für ihn der Ligaerhalt zunächst über allem steht. Gleichzeitig soll der Schritt in die höhere Interregionalliga langfristig neue Möglichkeiten für den gesamten Verein und insbesondere für junge Liechtensteiner Spieler eröffnen. Interview: Olcay Gür, Leiter Aktive / Sportchef
Vito, die vergangene Saison endete mit dem historischen Aufstieg in die 2. Liga Interregional. Wenn du heute mit etwas Abstand auf diesen Erfolg und die Entwicklung der Mannschaft zurückblickst: Was hat diesen Aufstieg möglich gemacht und was bedeutet er dir persönlich?
Vito Troisio: Wenn ich heute darauf zurückblicke, haben wir etwas Unglaubliches geschafft. Um aufzusteigen, musst du nicht nur gut sein – du musst besser sein als alle anderen. Und genau das waren wir. Mit Montlingen hatten wir eine sehr starke Konkurrenz und mussten Woche für Woche unsere Punk-
Vito Troisio, Cheftrainer des FC Ruggell
te sammeln, um uns diesen Traum schliesslich zu erfüllen. Dass wir es geschafft haben, erstmals mit dem FC Ruggell in die 2. Liga Interregional aufzusteigen, ist etwas ganz Besonderes. Dieser Erfolg wird für immer in den Geschichtsbüchern des Vereins stehen.
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10/2026
77
Als Trainer bin ich ein Fan der richtigen Mischung. Manchmal muss man durchgreifen, manchmal den Spielern Raum lassen. Teilweise muss ich meine Idee durchsetzen, in anderen Situationen wiederum auf das Teamgefüge hören. Ich habe einen offenen und ehrlichen Umgang mit meinen Spielern. Das ist mir sehr wichtig. Man sieht sich immer zweimal im Leben – und gerade im Amateurfussball braucht es diesen respektvollen und ehrlichen Umgang miteinander. Zum Abschluss der Blick nach vorne: Welche Ziele hast du mit dem FC Ruggell in dieser Saison – und wo möchtest du die Mannschaft beziehungsweise den Verein mittelfristig sportlich sehen? Der langjährige Stürmer Alexander Ospelt im Einsatz gegen Tabellenführer FC Seefeld/Zürich.
Wie fällt dein Zwischenfazit nach den ersten Meisterschaftsspielen aus? Wo hat sich die Mannschaft bereits gut an das höhere Niveau angepasst und in welchen Bereichen siehst du noch Entwicklungspotenzial? Wir haben definitiv das Potenzial, die Liga zu halten. Stand heute fehlen uns zwar ein paar Punkte in der Tabelle, aber davon dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Wir kennen unsere Qualitäten und müssen versuchen, von Spiel zu Spiel das Maximum herauszuholen. Dann ist einiges möglich. An das höhere Tempo gewöhnen wir uns immer besser. Der Unterschied gegenüber der 2. Liga regional liegt für mich aber nicht nur im Tempo, sondern vor allem in der Pflege der Details. Auf diesem Niveau kannst du dir kaum Fehler erlauben – sie werden sehr schnell bestraft. Genau daran müssen wir weiterhin arbeiten und uns als Mannschaft entwickeln. Der Kader hat sich im Sommer verändert und wurde für die neue Herausforderung verstärkt. Welche Spielphilosophie möchtest du mit dieser Mannschaft verfolgen – und was muss einen FC Ruggell unter Vito Troisio auf dem Platz auszeichnen?
Ich möchte meiner Linie treu bleiben und das Spiel kontrollieren. Mir ist bewusst, dass uns dies vor allem zu Beginn in dieser Liga noch nicht in jedem Spiel gelingen wird. Aber genau dorthin will ich mit der Mannschaft kommen. Unabhängig vom Gegner und vom Spielverlauf muss mein Team in jedem Spiel sein Herz auf dem Feld lassen und an sich glauben. Das ist für mich eine Grundvoraussetzung. Spiele gewinnt man zuerst im Kopf und danach auf dem Feld. Du kennst den FC Ruggell seit vielen Jahren. Wie würdest du dich selbst als Trainer beschreiben? Was ist dir im Umgang mit deinen Spielern besonders wichtig und wie hast du dich über die vergangenen Jahre als Trainer entwickelt? Die beste Weiterentwicklung eines Trainers ist die Erfahrung. Aus jeder Erfahrung kann man etwas lernen – egal, ob sie positiv oder negativ ist. Ich habe das Glück, mit einem super Staff und in einem hervorragenden Umfeld arbeiten zu dürfen. Der FC Ruggell ist ein sehr familiärer Verein, und ich fühle mich sehr wohl. Sonst wäre ich wohl auch nicht schon seit 15 Jahren Mitglied.
Das grosse sportliche Ziel für diese Saison ist ganz klar der Ligaerhalt. Persönlich denke ich aber auch, dass der FC Ruggell versuchen sollte, sich langfristig in dieser Liga zu etablieren. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung haben wir uns zudem zum Ziel gesetzt, jungen, talentierten Liechtensteiner Spielern die Möglichkeit zu geben, den Schritt in die 2. Liga Interregional zu machen und sie auf diesem Niveau nachhaltig in unsere erste Mannschaft zu integrieren. Wir möchten ihnen eine echte Perspektive bieten und gleichzeitig von der höheren Spielklasse profitieren lassen, um sie sportlich weiterzuentwickeln. Mir ist bewusst, dass gegenüber der 2. Liga regional etwas von der Regionalität verloren geht. Sportlich macht dieser Schritt den Spielern aber mehr Spass und bietet für ihre Entwicklung sehr viel. Es ergeben dadurch auch immer wieder neue und schöne Geschichten. Ein aktuelles Beispiel ist die Nominierung von Florian Allgäuer für die Nationalmannschaft. Florian ist ein sehr gutes Beispiel für junge Ruggeller, die aus dem Breitenfussball kommen und sich entsprechend entwickeln können. Ich bin der Meinung, dass diese Nominierung ohne unseren Aufstieg in die 2. Liga Interregional in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.
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Postsendungen
13
14
‚Bomber Sauerder Nation‘, kirschen ... Müller
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Vorname des engl. Musikers John
Maikäferlarve
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Form von ‚sein‘ (2. Person) Schönling (franz.)
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6
Revolverheld, ... Holliday
4
Initialen von Sängerin Hagen
zwingen
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
poetisch: England
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Abzählreim, ‚..., mene, muh‘
Lichtquant
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schmale Führungsrinnen
Verlobte von Johannes Brahms span. Enklave in Marokko
Unsinn
2
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‚Hochmut ... vor dem Fall‘
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