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FUTURE OF
DEFENCE SICHERHEIT NEU DENKEN: TECHNOLOGIEN, STRATEGIEN, VERANTWORTUNG
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Ist das noch wahr?
Vom Prototyp zur Serie
Sicherheit unter Wasser
Deepfakes als Waffe: Warum Vertrauen in Informationen zur Sicherheitsfrage wird.
Europas Verteidigung braucht nicht mehr Ideen, sondern die Fähigkeit, sie in Masse zu fertigen.
Wie U-Boot-Technologie und Sensorik kritische Infrastruktur im Meer schützen.
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02 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT DIESER AUSGABE SEPTEMBER 2026 TANJA BICKENBACH, MBE Sicherheit entsteht nicht in Silos. Diese Ausgabe zeigt, wie Technologie, Strategie und Verantwortung zusammenwirken müssen, damit aus Fähigkeiten echte Handlungsfähigkeit wird.
@Mediaplanet_germany
linkedin.com/company/mediaplanet-germany
Please recycle
VERNETZT UND RESILIENT: GESAMTGESELLSCHAFTLICHE SICHERHEIT AUF DEM PRÜFSTAND
I
Text Armin Fleischmann
07 DIE DROHNE FRÜH ERKENNEN Warum Schutz vor Angriffen aus der Luft mit dem Erkennen beginnt.
10-11 EXPERTEN IM INTERVIEW Standardisierung, souveräne Cloud, sichere Kommunikation: Stimmen zur Verteidigungsfähigkeit.
14 DIE RICHTIGEN KÖPFE 100 Milliarden Euro sind da – doch 240.000 MINT-Stellen bleiben unbesetzt.
Tanja Bickenbach, MBE (Head of Key Account Management), Philipp Colaço (Director Business Development), Bob Roemké (Managing Director), Miriam Hähnel (Content and Production Manager), Lea Hartmann (Head of Design), Cover: Shutterstock 2451967537 (mit KI bearbeitet) Mediaplanet-Kontakt: de.redaktion@mediaplanet.com Alle Artikel, die mit “In Zusammenarbeit mit“ gekennzeichnet sind, sind keine neutrale Redaktion der Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
n einer vernetzten Welt mit steigenden Angriffen und Krisen benötigt Deutschland ein handlungsfähiges Sicherheitssystem: ressortübergreifend, digital vernetzt und resilient. Ziel ist es, bis spätestens 2030 die Grenzen im Sicherheitsökosystem einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung aufzubrechen, denn Sicherheit entsteht nicht in Silos. Deutschland hat die Fähigkeiten — was fehlt, ist ihre Verkettung. Wie ein integriertes Gesamtbild von Sicherheit für die Zeit vor, während und nach Krisen aussehen kann, entwickelt die AFCEA-Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“. Aus 50 Interviews mit Experten unter anderem mit Betreibern kritischer Infrastruktur, Verteidigung oder Katastrophenschutz zeigt sich ein Deutschland mit Lösungen und Potenzialen. Zusammen mit dem Vergleich mit den Niederlanden, Estland, Finnland und der Ukraine sowie einer Online-Befragung entwickelt die Untersuchung 30 Vorschläge für mehr Handlungsfähigkeit. Foto: Bundeswehr
IN DIESER AUSGABE
Für die gesamtstaatliche Verteidigung ist vernetztes Denken und sicheres Handeln unerlässlich. Das kann keine Organisation allein, sondern benötigt viele staatliche und gesellschaftliche Akteure. Es ist gleichzeitig nicht damit getan, nur darüber zu denken, sondern eben auch zu handeln. Gesamtstaatlich verteidigungsfähig zu werden, ist viel Arbeit, für die wir nur wenig Zeit haben. Die Frage, wie Sicherheit heute organisiert ist, hängt stark davon ab, welche technologischen Elemente, Wirkzusammenhänge und Ordnungsprinzipien erforderlich sind, um Sicherheit, Resilienz und Handlungsfähigkeit gesamtstaatlich künftig wirksam mit welchen Technologien und Lösungen zu ermöglichen. Wirksame gesamtstaatliche Sicherheit setzt nicht nur institutionelle Leistungsfähigkeit voraus, sondern auch auf gesellschaftliche Akzeptanz, Vertrauen, Mitwirkung und vorbereitetes Verhalten der Bevölkerung, ohne die staatliche Maßnahmen ihre Wirkung nicht entfalten können. Bei gesamtstaatlicher Verteidigung müssen wir immer mit Fähigkeiten und Technologien das Zusammenwirken staat-
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der INNOSYSTEC GmbH entstanden.
DIGITALE SOUVERÄNITÄT – GEOPOLITISCHE UMBRÜCHE ERHÖHEN DEN HANDLUNGSDRUCK
Für Organisationen mit Sicherheitsauftrag und Militär bedeutet das, Informationsüberlegenheit und Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, proprietären Schnittstellen oder unkontrollierbaren Clouddiensten können zu Gefährdungslagen führen. Daten, Analyseprozesse und zentrale technologische Komponenten müssen auch in Krisenzeiten verfügbar und kontrollierbar bleiben. SCOPE verbindet Daten, Systeme und Analyseprozesse SCOPE unterstützt Sicherheitsorganisationen und Militär dabei, aus heterogenen Informationsbeständen belastbare Lagebilder zu entwickeln. Der Analytics und Knowledge Hub führt Daten aus unterschiedlichen Quellen in einer Analyseumgebung zusammen. Informationen lassen sich strukturiert erfassen, fusionieren und analysieren.
: Foto
Text Stefan Günzel
INNOSYSTEC
Technologische Abhängigkeiten können zu Sicherheitsrisiken werden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Spannungen zwischen den USA und China, Konflikte im Nahen Osten sowie Angriffe auf kritische Infrastrukturen zeigen: Lieferketten, Kommunikationswege und digitale Dienste stehen im Fokus geopolitischer Auseinandersetzungen. Digitale Souveränität wird damit zur strategischen Notwendigkeit. Über die offene API lassen sich bestehende Sensoren und Datenquellen sowie neue Technologien integrieren.
„DATEN, ANALYSEPROZESSE UND ZENTRALE TECHNOLOGISCHE KOMPONENTEN MÜSSEN AUCH IN KRISENZEITEN VERFÜGBAR UND KONTROLLIERBAR BLEIBEN.“ Stefan Günzel CEO INNOSYSTEC GmbH Dank seiner Modularität passt sich SCOPE unterschiedlichen Anforderungen und Aufträgen an, ohne die Systemarchitektur neu aufzubauen. Das ist zukunftssicher und ressourcenschonend.
licher, ziviler, militärischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure koordinieren und resilient sicherstellen. Fähigkeiten und Technologien sind essenzieller Teil von Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft des Staates vor, während und nach Krisen und Konflikten. Ein solches Zusammenspiel – nennen wir es gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem – ermöglicht frühere Lageerkennung, bessere und schnellere Entscheidungen sowie wirksameres Handeln über Organisations-, Ressort- und Ebenengrenzen hinweg, weil Fähigkeiten, Rollen und Technologien systemisch gekoppelt statt einzeln optimiert werden. In der Umsetzung moderner Verteidigungsfähigkeit benötigt es mehr Kooperation statt Bürokratie. Digitale Resilienz ist längst Teil der Abschreckungs- und Verteidigungslogik.
„FÜR DIE GESAMTSTAATLICHE VERTEIDIGUNG IST VERNETZTES DENKEN UND SICHERES HANDELN UNERLÄSSLICH.“ Armin Fleischmann Vorsitzender AFCEA Bonn e. V. Der Bonner IT-Dialog am 7. und 8. Oktober 2026 im Maritim Bonn bringt unter der Schirmherrschaft von Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, alle Player zusammen, die im gesamtstaatlichen Sicherheitsökosystem in Verantwortung stehen: Hier vernetzen sich Streitkräfte, Politik und Verwaltung, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie der Zivilschutz, Betreiber Kritischer Infrastrukturen, Industrie und Technologieunternehmen sowie die Zivilgesellschaft. Denn Sicherheit entsteht nicht im Silo.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.afcea.de/bonner-it-dialog
KI-Module: Sprache als strukturierte Informationsquelle Die integrierten Module Speech-to-Text und Speaker Identification erweitern SCOPE um Funktionen zur Analyse großer Audiobestände. Speech-to-Text transkribiert gesprochene Inhalte automatisch und übersetzt sie in bis zu 60 Zielsprachen. Relevante Passagen lassen sich schneller durchsuchen und für die Datenfusion nutzen. Speaker Identification analysiert Sprachmuster und individuelle Sprechweisen und unterstützt so die Identifizierung relevanter Personen oder Gruppen. Der Human-in-the-Loop-Ansatz stellt sicher, dass KI-gestützte Prozesse Daten strukturieren und die Priorisierung unterstützen. Bewertung und Entscheidungsfindung bleiben stets beim Analysten. So verbindet SCOPE maschinelle Effizienz mit menschlicher Kontrolle und Revisionssicherheit. SCOPE ist der Analytics und Knowledge Hub für Datenfusion, Analyse und Auswertung „Made in Germany“ und trägt zum Erhalt digitaler Souveränität im volatilen Sicherheitsumfeld bei.
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WHAT WE DO MATTERS MATTERS. BECAUSE DEFENCE MATTERS.
04 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Akkodis Germany GmbH entstanden.
STRATEGIE-AUSBLICK
DIE KUNST DER ÜBERSETZUNG IM EINSATZ Mission Ready XR Maintenance: Die Extended-Reality-(XR)-Anwendung unterstützt Wartungs- und Instandhaltungsprozesse mit digitalen Arbeitsanweisungen, Simulationen und Remote Support direkt am System. ©Akkodis
EINSATZBEREITSCHAFT BEGINNT LANGE VOR DER MISSION Steigende Systemkomplexität, kürzere Entwicklungszyklen und neue Anforderungen an technologische Souveränität verändern die Verteidigungsindustrie. Wie Engineering diesen Wandel unterstützt und welche Rolle Akkodis dabei spielt, erläutert Giles Guidicelli, CEO Akkodis Germany, im Interview. Text Maximilian Schlüter
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err Guidicelli, geopolitische Veränderungen, neue Bedrohungsszenarien und ein rasanter technologischer Fortschritt verändern derzeit die Anforderungen an moderne Streitkräfte. Wie verändern sich dadurch aus Ihrer Sicht die Anforderungen an einen Entwicklungsdienstleister in der Verteidigungsindustrie? Wir erleben einen grundlegenden Wandel. Verteidigungssysteme waren schon immer auf lange Lebenszyklen ausgelegt. Neu ist die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien, Bedrohungslagen und Einsatzszenarien verändern. Engineering muss deshalb schneller auf neue Anforderungen reagieren, den Endanwender konsequent im Blick behalten und Souveränität sowie Resilienz über den gesamten Einsatzzeitraum mitdenken. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie.
KI, Daten und Cloud-Technologien werden für moderne Verteidigungssysteme immer wichtiger. Wo entsteht konkreter Mehrwert und welche Bedeutung hat dabei technologische Souveränität? KI entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Menschen unterstützt, bessere Entscheidungen zu treffen. Unsere KI-Lösungen analysieren beispielsweise Sensordaten, erkennen Auffälligkeiten und liefern Entscheidungsgrundlagen in Echtzeit. Gleichzeitig werden souveräne Daten- und Cloud-Strukturen zum strategischen Faktor: Wichtig ist, sensible Daten zu schützen, technologische Abhängigkeiten beherrschbar zu machen und auch in kritischen Szenarien handlungsfähig zu bleiben. Viele Verteidigungssysteme bleiben über Jahrzehnte im Einsatz, während sich Technologien und Anforderungen immer schneller verändern. Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Betrieb und in der Instandhaltung? Einsatzbereitschaft entscheidet sich lange vor einer Mission. Die Digitalisierung von Wartung und Instandhaltung ist ein
Je stärker Systeme miteinander vernetzt sind, desto wichtiger werden sichere Kommunikation und ein zuverlässiger Informationsaustausch. Welche Fähigkeiten werden hier künftig entscheidend sein? Je stärker Plattformen, Sensoren und Führungssysteme vernetzt sind, desto wichtiger wird ein sicherer, schneller und domänenübergreifender Informationsaustausch. Genau dafür braucht es resiliente Kommunikationsstrukturen – auch unter schwierigen Einsatzbedingungen.
„KI ENTFALTET IHREN ©Akkodis
Auf der ILA Berlin stand Ihr Defense-Auftritt unter dem Leitgedanken „Engineering Intelligence for Mission Ready Forces“. Was verbirgt sich hinter diesem Ansatz und warum trifft er den Kern dieser Entwicklung? Engineering Intelligence bezeichnet die systematische Nutzung von Daten, Modellen, Simulationen, Künstlicher Intelligenz und Expertenwissen zur Unterstützung von Entwicklungs-, Integrations- und Lebenszyklusentscheidungen. Moderne Streitkräfte benötigen heute keine isolierten Technologien, sondern integrierte Lösungen über den gesamten Lebenszyklus – von der Entwicklung über den Betrieb bis zur Instandhaltung. Genau diesen Ansatz haben wir auf der ILA anhand konkreter Anwendungsbeispiele vorgestellt: von KI-gestützten Analysen über Predictive Maintenance und XR-gestützte Wartung bis hin zu resilienten Kommunikationslösungen. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Technologie, sondern ihr Zusammenspiel. Erst dadurch entstehen Systeme, die langfristig leistungsfähig und anpassungsfähig bleiben.
wesentlicher Hebel, um die Einsatzbereitschaft komplexer Systeme langfristig sicherzustellen. Angesichts steigender Systemkomplexität, längerer Nutzungsdauer und hoher Verfügbarkeitsanforderungen reicht ein reaktiver Instandhaltungsansatz heute vielfach nicht mehr aus. Predictive Maintenance ist dabei ein etablierter Baustein. Ergänzend unterstützen unsere Mission Ready XR Maintenance-Anwendungen Techniker mit digitalen Arbeitsanweisungen, Simulationen und Remote Support direkt am System. Das reduziert Ausfallzeiten, beschleunigt Wartungsprozesse, senkt Betriebskosten und trägt gleichzeitig dazu bei, wertvolles Expertenwissen langfristig zu sichern.
GRÖSSTEN NUTZEN DORT, WO SIE MENSCHEN UNTERSTÜTZT, BESSERE ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN.“
Giles Guidicelli CEO Akkodis Germany Mit unserem Tactical Communication Node zeigen wir, wie solche Strukturen funktionieren können. Unser Load Master Control ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wir vernetzte Einsatzszenarien unterstützen – hier mit Blick auf logistische Abläufe. Denn am Ende ist Vernetzung kein Selbstzweck. Sie muss helfen, schneller zu entscheiden und Abläufe besser zu steuern. Mit Ihrer neuen Rolle als CEO von Akkodis Germany übernehmen Sie Verantwortung in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Welche Vision verfolgen Sie für Akkodis im Aerospace & Defense-Umfeld und welchen Beitrag möchten Sie für die Zukunft moderner Streitkräfte leisten? Die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie verändert sich grundlegend: Innovationszyklen werden kürzer, Systeme komplexer und die Anforderungen an Einsatzbereitschaft, Resilienz und technologische Souveränität steigen. Meine Vision ist, Akkodis als starken Engineering- und Digitalisierungspartner in diesem Umfeld weiter zu positionieren. Wir bringen Kompetenzen aus unterschiedlichen Industrien zusammen, übertragen neue Technologien in die Praxis und entwickeln mit unseren Kunden Lösungen, die im Einsatz funktionieren und langfristig tragfähig sind. Am Ende geht es darum, technologische Innovation mit operativer Wirksamkeit zu verbinden und damit moderne Streitkräfte bestmöglich auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten.
In der Diskussion über moderne Verteidigungsfähigkeit klingt vieles nach Zukunft: KI, autonome Systeme, Cloud-Technologien, digitale Wartung, vernetzte Plattformen. All das ist wichtig. Entscheidend ist jedoch eine andere Frage: Wie schnell wird aus technologischer Möglichkeit verlässliche Einsatzfähigkeit? Denn Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht im Moment der Innovation. Sie entsteht erst, wenn aus einer Idee eine belastbare Fähigkeit wird: integrierbar in bestehende Systeme, verständlich für die Menschen, die damit arbeiten, wartbar über Jahre hinweg und robust genug für Bedingungen, die selten ideal sind. Der Weg dorthin ist kein rein technischer Prozess. Er ist vor allem Übersetzungsarbeit. Die Herausforderung dabei: Verteidigungssysteme sind auf Lebenszyklen von Jahrzehnten ausgelegt, während sich Technologien, Bedrohungslagen und Anforderungen heute in immer kürzeren Abständen verändern. Diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten miteinander zu verbinden, wird zu einer zentralen Aufgabe moderner Verteidigungsfähigkeit. Genau hier entsteht der Engpass: zwischen Forschung und Anwendung, Plattform und Software, Entwicklung und Betrieb. Zwischen dem, was in einer Demonstration überzeugt, und dem, was im Einsatz zuverlässig funktioniert. Wer diese Übergänge nicht beherrscht, kann die beste Technologie besitzen und bleibt trotzdem zu langsam. Damit verändert sich auch der Blick auf Engineering. Es ist nicht nur Entwicklung, Integration oder technische Umsetzung. Engineering wird zur Disziplin, die Reibungsverluste reduziert: zwischen Systemen, Organisationen, Prozessen und Einsatzrealität. Dazu gehört auch, Souveränität und Resilienz von Beginn an mitzudenken. Denn moderne Technologien basieren vielfach auf globalen Lieferketten sowie Cloud- und Dateninfrastrukturen. Wichtig ist, Abhängigkeiten beherrschbar zu machen und die eigene Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern. An dieser Schnittstelle kann Akkodis einen relevanten Beitrag leisten: als Engineering-Partner, der Erfahrung aus Aerospace, Automotive, Industrie und Digitalisierung in sicherheitskritische Anwendungen überträgt. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Technologie, sondern ihre Nutzbarkeit im Verteidigungsumfeld – mit Blick auf Zuverlässigkeit, Skalierung und Lebenszyklusfähigkeit. Diese Anforderungen mit immer kürzeren Entwicklungszyklen zu verbinden, ist die eigentliche Übersetzungsleistung und der Schlüssel, um technologischen Fortschritt schnell in verlässliche Einsatzfähigkeit zu überführen.
Engineering Intelligence auf der ILA 2026: Akkodis präsentiert Mission Ready XR Maintenance, den Tactical Communication Node und Predictive Maintenance mit der Software Load Master Control als vernetzte Lösungen für Einsatzbereitschaft, Instandhaltung und sichere Kommunikation. ©Akkodis
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Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info | 05
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der IHSE GmbH entstanden.
INFORMATIONEN SICHER NUTZEN, KOMPLEXITÄT BEHERRSCHEN Mit der Digitalisierung von Streitkräften wächst auch die Zahl der Systeme, Sicherheitsstufen und Informationsquellen, die in Führungsstrukturen zusammenkommen. IHSE-Geschäftsführer Dr. Thomas Niessen erläutert, wie sich der Zugriff darauf organisieren lässt, ohne Sicherheitsgrenzen aufzulösen. Text Miriam Rauh
: IHSE Foto
Gleichzeitig erhöht jedes zusätzliche System die Komplexität und schafft Angriffsflächen. Führungsfähigkeit bedeutet deshalb auch, Informationsflüsse beherrschbar zu machen.
Welche Rolle spielt KVMTechnologie dabei? KVM steht für Keyboard, Video und Mouse. Vereinfacht gesagt schaffen wir einen kontrollierten Fernzugriff auf unterschiedliche Rechnersysteme. Der Anwender kann von einem Arbeitsplatz auf die Quellen zugreifen, für die er autorisiert ist, während die eigentlichen Rechner physisch entfernt und geschützt untergebracht bleiben. Die Systeme werden dabei nicht zu einer gemeinsamen Datenplattform zusammengeführt. Wir ermöglichen Zugriff, ohne die Datenbestände zu vermischen. Was bedeutet das bei verschiedenen Geheimhaltungsstufen? Genau hier kommen Multi-Class-Workflows ins Spiel. Militär, Nachrichtendienste, Polizei oder Katastrophenschutz arbeiten mit unterschiedlichen Datenquellen, Sicherheitsdomänen, Zugriffsregeln und Schutz- bzw. Klassifizierungsanforderungen. Ein Nutzer soll die für seine Aufgabe erforderlichen Informationen einfach
erreichen können, obwohl sie aus mehreren Sicherheitsbereichen stammen. Die Daten bleiben in ihren jeweiligen Systemen und Zugriffskontrollen. Das KVM-System stellt die Verbindung zum jeweiligen System her. Wer für eine Quelle nicht autorisiert ist, erhält auch keinen Zugriff. Wie funktioniert dabei die Rot-/Schwarz-Trennung? Schwarze Informationen sind frei beziehungsweise breiter zugänglich, rote Informationen geschützt oder geheim. Entscheidend ist, dass beide Bereiche technisch isoliert bleiben und keine Daten unkontrolliert zwischen ihnen ausgetauscht werden. Unsere KVM-Matrix regelt, welcher Arbeitsplatz sich mit welcher Rechnerquelle verbinden darf. Ein autorisierter Nutzer, etwa in einem Lage- oder Führungszentrum, soll Zugriff erhalten; im Hintergrund bleiben die physischen Systeme jedoch logisch und auch räumlich getrennt.
„GERADE UNTER
STRESS MUSS TECHNIK EINFACH FUNKTIONIEREN.“ Dr. Thomas Niessen IHSE-Geschäftsführer
Schützt diese Architektur auch vor Cyberangriffen und Insider Threats? KVM ersetzt nicht die Cybersecurity der jeweiligen Datenquelle. Wir verschlüsseln also nicht das gesamte Netzwerk. Ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn entsteht aber dadurch, dass Rechner physisch vom Arbeitsplatz getrennt und Zugriffe kontrolliert werden können. Beispielsweise kann ein USB-Headset zugelassen werden, während das Kopieren von Daten auf einen USBStick unterbunden wird. Damit kann auch der direkte manipulative Zugriff erschwert werden.
Foto: KI-generiert
Herr Dr. Niessen, wo liegen derzeit die größten Herausforderungen für eine sichere Commandand-Control-Infrastruktur? Heute stehen enorme Informationsmengen zur Verfügung. Entscheidend ist, die relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu machen. Das wird umso anspruchsvoller, je mehr unterschiedliche Systeme und Sicherheitsbereiche beteiligt sind. Im Einsatz kann sich niemand lange damit beschäftigen, welches System welche Information liefert oder welche Zugangsberechtigung dafür erforderlich ist.
Welche Bedeutung haben Zertifizierungen für solche Systeme? Sicherheitseigenschaften müssen nachweisbar sein. EAL4+ betrifft in unserem Fall die IT-Sicherheit und beschreibt die Tiefe und Strenge, mit der die vorgesehenen Sicherheitsfunktionen geprüft werden. Dazu gehört bei unserem System, dass Informationen nur den vorgesehenen Weg von einer verifizierten Quelle zu einem verifizierten Arbeitsplatz nehmen. TEMPEST adressiert elektromagnetische Abstrahlung und damit den Schutz vor Ausspähung. IEC 60945 wiederum betrifft die Widerstandsfähigkeit unter schwierigen Umgebungsbedingungen, etwa gegenüber Feuchtigkeit, Vibration oder Temperatur. Zusammengenommen betreffen diese Standards unterschiedliche Dimensionen der Einsatzsicherheit. Was bedeuten Multi-Domain Operations für die Führungsinfrastruktur der Zukunft? Land, Luft, See, Cyber, Space und zivile Informationen fließen zunehmend in Lagebeurteilungen ein. Daraus sollte aber kein alleiniges „Supersystem“ entstehen: Solche Strukturen können neue Angriffsvektoren und große Ausfallrisiken schaffen. Gefragt sind aus meiner Sicht verteilte, modulare und interoperable Systeme, die Sicherheitsgrenzen respektieren und dennoch den notwendigen Informationszugriff ermöglichen. Dazu gehören kontrollierte Zugriffsrechte und Redundanz. Für den Bediener sollte die technische Komplexität im Hintergrund möglichst unsichtbar bleiben. Gerade unter Stress muss Technik einfach funktionieren. Genau dafür entwickeln wir bei IHSE unsere Lösungen.
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06 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Gretchen AI GmbH entstanden.
Warum wird die militärische Verifikation noch wichtiger als bisher? Lagebilder entstehen aus Satelliten- und Drohnenaufnahmen, Sensoren oder Open Source Intelligence OSINT. Es reicht nicht, Informationen zu sammeln. Wir müssen fragen: Sind sie vertrauenswürdig? Ein OSINT-Video kann manipuliert sein – oder authentisch, aber aus einem anderen Konflikt stammen. Deshalb müssen auch Drittanbieter, Quelle und Kontext bewertet werden. Wie zuverlässig erkennt KI Manipulation? Bei vielen Medien funktioniert das sehr gut. Doch es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel: Neue generative Modelle erfordern angepasste Detektoren. Und authentisches Material kann durch
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Was ist die Lösung? Ein Pauschalrezept gibt es nicht; jede Falschinformation aus dem Netz zu entfernen, ist angesichts der Masse an Inhalten schlicht unmöglich. Helfen kann eine Kombination aus schneller Verifikation, Herkunftsnachweisen, Faktenchecks und Medienkompetenz. Der wirksamste Schutz für Wahlen in einer Demokratie besteht in einer Informationsinfrastruktur, in der Bürgerinnen und Bürger verlässliche Quellen erkennen, Behauptungen überprüfen und Manipulationsversuche einordnen können. Das ist kein Nice-to-have, sondern existenziell: Das Vertrauen der Menschen ist ein Grundbestandteil demokratischer Resilienz.
EIGENE TECHNOLOGISCHE FÄHIGKEITEN, INFRASTRUKTUR UND EINE VERIFIKATIONSEBENE FÜR DIE VERTRAUENSWÜRDIGKEIT VON INFORMATIONEN.“
Welche Gefahr besteht für demokratische Gesellschaften? Foto Das sogenannte „Liar’s Dividend“ halte : Dr . -I n g. ich für eines der kritischsten Probleme. Ti m Wenn das Vertrauen in Informationen erodiert, wird das auch sicherheitspolitisch relevant. Denn Bürgerinnen und Bürger entscheiden bei Wahlen darüber, welche außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen gesellschaftlich getragen werden. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation ist deshalb auch eine Frage demokratis cher Re silienz der Wählerinnen und Wähler. Wir müssen Quellen hinterfragen und dürfen Informationen nicht ungeprüft weitergeben. Berlin geht hier voran, und stellt den KI-gestützten Orientierungscheck – „die Gretchenfrage“– direkt in Instagram, X, und Tiktok im Vorfeld der Berliner-Wahlen öffentlich zur Verfügung. chen AI, KI-gestüt zte Gret
Für Demokratien entsteht daraus ein doppeltes Problem: Wählerinnen und Wähler müssen manipulierte Inhalte erkennen können, um informierte Entscheidungen zu treffen. Zugleich müssen demokratische Institutionen gezielter Desinformation entgegenwirken, die das Vertrauen in Medien, Staatsorgane und die Integrität von Wahlen untergräbt.
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einen falschen Kontext zur Desinformation werden. Deepfake-Erkennung allein reicht deshalb nicht. KI ist unverzichtbar, um in der Masse Kontexte zu hinterfragen und Informationsmengen vorzusortieren. Bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen braucht es aber weiterhin menschliche Kontrolle.
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Mehr Vertrauen durch Transparenz Geradezu perfide ist das sogenannte Liar’s Dividend: Je bekannter die Existenz von Deepfakes wird, desto leichter lassen sich selbst authentische Aufnahmen als Fälschung verunglimpfen. Ein Video mit kompromittierender Aussage? Angeblich KI-generiert. Es gilt: Nicht nur Falsches kann wahr erscheinen – Wahres lässt sich als falsch diskreditieren.
Wo liegt die eigentliche Gefahr von Deepfakes? Die wirkliche Bedrohung ist nicht der einzelne Deepfake, sondern die Manipulation von Entscheidungen, die damit erreicht werden soll. Militärisch kann es darum gehen, Lagebilder zu verfälschen und operative Entscheidungen zu beeinflussen; auf gesellschaftlicher Ebene wird Vertrauen massiv untergraben, um Wahlentscheidungen beeinflussen zu können, die wiederum politische Entscheidungen, bspw. über militärische Hilfeleistungen mitentscheiden. Neu ist die Skalierbarkeit durch KI: Sie erzeugt in kürzester Zeit Tausende Inhalte. Das schürt Unsicherheit darüber, welchen Informationen noch zu trauen ist.
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Generative KI senkt die technischen Hürden dafür massiv. Stimmen und Akzente lassen sich täuschend echt imitieren, aus simplen Fotos werden synthetische Videos und vermeintliche Belege für Ereignisse erzeugt, die so nie stattgefunden haben. Schon das Wissen um die Vielzahl manipulierter Inhalte kann Wählerinnen und Wähler verunsichern und Zweifel daran wecken, welchen Informationen überhaupt noch zu trauen ist. Das wiederum kann Wahlentscheidungen beeinflussen.
Deepfakes werden zur hybriden Kriegsführung genutzt – mit Folgen, die weit über das Offensichtliche hinausgehen. Dr. Tim Polzehl, CEO von Gretchen AI, erklärt, warum das Vertrauen in Informationen eine Sicherheitsfrage ist.
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Texte Miriam Rauh
WIE WIR INFORMATIONEN WIEDER TRAUEN KÖNNEN
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Für freie Wahlen braucht es informierte Entscheidungen, doch Falschinformationen, manipulierte Bilder oder KI-generierte Videos verbreiten sich über soziale Netzwerke rasant. So entsteht eine besondere Angriffsfläche: Desinformation kann Kandidaten diskreditieren, Spaltung verschärfen oder Zweifel an der Integrität des Wahlprozesses säen.
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WENN DESINFORMATION DIE DEMOKRATIE UNTER DRUCK SETZT
Was müssen Deutschland und Europa tun? Wir brauchen eigene technologische Fähigkeiten, Infrastruktur und eine Verifikationsebene für die Vertrauenswürdigkeit von Informationen. Das gilt für Streitkräfte und Behörden ebenso wie für Medien, Unternehmen und Bürger. Im KI-Zeitalter wird auch um Vertrauen in Informationen gekämpft! KI ist dabei sowohl ein Mittel der Angreifer, aber zugleich eines unserer wichtigsten Mittel zur Verteidigung. Dieses Verständnis ist noch nicht allerorts angekommen.
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit THEON entstanden.
Wie sich Theon vom Nachtsicht-Spezialisten zu einem europäischen Anbieter umfassender elektro-optischer Lösungen gewandelt hat – und warum das gerade jetzt zählt. Text Katharina Steinl Wenn in diesen Wochen über die Sicherheit europäischer Flughäfen und kritischer Infrastruktur diskutiert wird, rückt eine Technologie in den Vordergrund, die lange eher im Hintergrund arbeitete: die Optronik. Die jüngsten Drohnenvorfälle an deutschen Flughäfen haben vor Augen geführt, wie verwundbar sensible Standorte aus der Luft sind – und wie sehr wirksamer Schutz davon abhängt, Bedrohungen früh zu erkennen. Die Fähigkeit bei Nacht, Nebel oder schlechter Sicht zu sehen, zu erkennen und zu klassifizieren, entscheidet maßgeblich darüber, ob eine Gefahr rechtzeitig bemerkt wird. Kaum ein Unternehmen verkörpert diesen Wandel so deutlich wie Theon. Bekannt geworden ist das Unternehmen als Hersteller von Nachtsichtbrillen – ein Segment, in dem Theon bis heute Marktführer ist. Doch in den vergangenen Jahren hat sich der Anbieter stetig weiterentwickelt: vom Spezialisten für Nachtsicht zu einem europäischen Powerhouse für elektrooptische Systeme. Was als Kernkompetenz in einem klar umrissenen Feld begann, ist heute die Basis eines deutlich breiteren Angebots. Mehr als Nachtsicht Denn das Portfolio reicht mittlerweile weit über das klassische Nachtsichtgerät hinaus. Neben dem marktführenden Angebot im Bereich Nachtsicht umfasst es eine breite Palette moderner elektro-optischer Produkte – darunter Gimbals für Drohnen sowie Überwachungs- und Aufklärungssysteme zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Foto: Theon
VOM NACHTSICHTGERÄT ZUM OPTRONISCHEN SYSTEMHAUS Damit deckt Theon das gesamte Spektrum moderner Optronik ab und bietet ganzheitliche Lösungen aus einer Hand, statt einzelner, mühsam zu integrierender Komponenten. Vom handgeführten Gerät bis zum fest installierten Überwachungssystem stammt alles aus einer durchgängigen und konsistenten Technologiefamilie.
über die Bildverarbeitung bis zum einsatzfähigen System –, kann die Elemente so aufeinander abstimmen, dass sie im Ernstfall zuverlässig zusammenspielen. Für Betreiber und Streitkräfte bedeutet das weniger Schnittstellen, kürzere Beschaffungswege und Systeme, die von Beginn an als Ganzes gedacht sind.
„DIE FÄHIGKEIT BEI NACHT, NEBEL ODER SCHLECHTER SICHT ZU SEHEN, ZU ERKENNEN UND ZU KLASSIFIZIEREN, ENTSCHEIDET MASSGEBLICH DARÜBER, OB EINE GEFAHR RECHTZEITIG BEMERKT WIRD.“
Souveränität aus Europa Ein zweiter Faktor macht die Transformation für Europa relevant: Souveränität. Die Produkte von Theon werden in Europa entwickelt und gefertigt und unterliegen damit keinen Exportbeschränkungen. Für Streitkräfte und Betreiber kritischer Infrastruktur bedeutet das technologische Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit, ohne einseitige Abhängigkeit von Zulieferern außerhalb des Kontinents. In einer Zeit, in der Lieferketten und Exportregeln zu strategischen Fragen geworden sind, ist das ein ebenso entscheidender Faktor wie die reine Leistungsfähigkeit der Technik.
Allumfassender Schutz für Flughäfen Gerade kritische Infrastruktur wie Flughäfen oder Bahnhöfe sind durch die rasante Verbreitung von Drohnen aus der Luft gefährdet und müssen durchgehend überwacht werden. Damit gewinnt der integrierte Ansatz mit 360 Grad Überwachungskameras an Bedeutung. Aufklärung, Überwachung und Detektion greifen ineinander; einzelne Sensoren allein schaffen kein vollständiges Lagebild. Ein Anbieter, der die gesamte Kette beherrscht – vom Sensor
Damit trifft Theon einen Nerv der Zeit. Europa investiert wieder verstärkt in Verteidigung und Resilienz und sucht Partner, die Schlüsseltechnologien im eigenen Wirtschaftsraum halten. Der Weg vom Nachtsichthersteller zum Anbieter umfassender optronischer Lösungen zeigt, wie aus einem spezialisierten Zulieferer ein strategischer Akteur werden kann – einer, der zentrale Fähigkeiten für die Sicherheit des Kontinents im eigenen Wirtschaftsraum bereitstellt. Aus Europa und für Europa. Anzeige
08 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der EuroTrophy GmbH entstanden.
MEHR FLEXIBILITÄT FÜR SCHUTZ GEPANZERTER FAHRZEUGE Drohnen verändern das Gefechtsfeld, doch klassische Panzerabwehrwaffen bleiben eine zentrale Bedrohung. Im Interview erläutert Dan Kalfus, Managing Director von EuroTrophy, warum moderner Fahrzeugschutz flexibler werden muss und welche Rolle Versorgungssicherheit, gemeinsame Standards und der Dialog zwischen Industrie und Streitkräften spielen. Text Miriam Rauh
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er Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie stark Drohnen das Gefechtsfeld verändert haben. Gleichzeitig bleiben Panzerabwehrraketen (ATRs) und Panzerabwehrlenkflugkörper (ATGMs) relevant. Was bedeutet dieser Bedrohungsmix für den Schutz gepanzerter Fahrzeuge? Drohnen haben die Art verändert, wie Streitkräfte kämpfen und sich vorbereiten. Eine besondere Herausforderung ist die Kostenrelation; günstige Drohnen mit teuren Systemen abzuwehren, ist auf Dauer kaum wirtschaftlich.
Welche Rolle können aktive Schutzsysteme bei der Drohnenabwehr spielen? Erleben wir einen Wandel weg von der klassischen Panzerung? Aktive Schutzsysteme waren schon vor dem massenhaften Einsatz von Drohnen relevant. Ihr Grundgedanke ist, ein Fahrzeug möglichst rundum zu schützen und eine Bedrohung abzuwehren, bevor sie die Panzerung durchdringt. Drohnen erweitern dieses Spektrum. Gleichzeitig geht es nicht darum, klassische Panzerung einfach zu ersetzen.
„DIE INDUSTRIE
MUSS SYSTEME FLEXIBLER ENTWICKELN, DAMIT SIE SICH AN NEUE BEDROHUNGEN UND VERÄNDERTE TAKTIKEN ANPASSEN LASSEN.“
Entscheidend ist vielmehr, verschiedene Schutzebenen sinnvoll zu kombinieren. Je vielfältiger die Bedrohungen werden, desto wichtiger wird es, Sensoren und Effektoren optimal auf die jeweilige Situation abzustimmen. Der Ukraine-Krieg hat auch die Verwundbarkeit globaler Lieferketten offengelegt. Was bedeutet „Security of Supply“ für die europäische Verteidigung konkret? Im Konflikt zeigt sich, dass Einsatzbereitschaft nicht allein vom Produkt abhängt. Produktion und Liefer-
Dan Kalfus Managing Director von EuroTrophy
Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Nutzern: Wenn mehrere Nationen ähnliche Systeme betreiben, können gemeinsame Ersatzteilbestände, Werkzeuge, Ausbildung oder Servicekonzepte Versorgung und Wartung erheblich vereinfachen.
Wir sollten deshalb früher darüber sprechen, wo gemeinsame Anforderungen und Konfigurationen möglich sind. Dafür braucht es feste Plattformen und Arbeitsgruppen, in denen Industrie und Nutzer gemeinsam technische, logistische und operative Fragen bearbeiten. Standardisierung heißt nicht, dass jeder exakt dasselbe bekommen muss. Aber manchmal ist eine gemeinsame, ausreichend gute Lösung wertvoller als viele jeweils optimierte Einzellösungen. Was wird den Schutz gepanzerter Fahrzeuge künftig grundlegend verändern? Welche Technolo gien oder Bedrohungen werden heute noch unterschätzt? Drohnen werden uns weiter beschäftigen, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass die Entwicklung nur in eine Richtung geht. ophy : EuroTr Foto
Deshalb müssen wir stärker unterscheiden: Was muss tatsächlich bekämpft werden, wie früh muss eine Bedrohung erkannt werden und welcher Abwehrmechanismus ist dafür angemessen? Sensoren zur Erkennung von Bedrohungen und die eigentlichen Abwehrsysteme sollten dabei nicht als starre Einheit gedacht werden. Die Industrie muss Systeme flexibler entwickeln, damit sie sich an neue Bedrohungen und veränderte Taktiken anpassen lassen.
ketten müssen resilient sein, Ersatzteile verfügbar bleiben und Systeme im Feld gewartet werden können. Für Europa bedeutet das aus meiner Sicht, wesentliche Fertigungs- und Supportfähigkeiten dort aufzubauen, wo die Streitkräfte auf sie verlässlich zugreifen können.
Europa muss höhere Verteidigungsausgaben nun in militärische Fähigkeiten umsetzen, die in ausreichender Stückzahl verfügbar sind. Wie lassen sich Skalierung, termingerechte Lieferung und gemeinsame NATO-Standards zusammenbringen? Der wichtigste Punkt ist Dialog – zwischen Industrie und Beschaffern, aber auch zwischen den Nutzerstaaten selbst. Nationale Anforderungen sind verständlich, doch jede zusätzliche Sonderkonfiguration erhöht langfristig Aufwand, Kosten und Risiken in Produktion, Logistik und Wartung.
Sobald Abwehrtechnologien wirksamer werden, kann sich der Schwerpunkt wieder zu anderen Bedrohungen verschieben, etwa größeren Flugkörpern. Niemand hat das heutige Ausmaß des Drohneneinsatzes exakt vorhergesehen – und genauso wenig kennen wir die nächste Entwicklung. Deshalb müssen Schutzsysteme modularer und ihre Schnittstellen möglichst offen sein. Wir sollten Sensoren und Effektoren unterschiedlicher Anbieter integrieren können, wenn diese für eine neue Bedrohung die bessere Lösung bieten. Der entscheidende Faktor wird die Fähigkeit sein, sich kontinuierlich an neue Bedrohungen anzupassen. Anzeige
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Führende Experten der Branche im Interview ...
MASSGESCHNEIDERTE LÖSUNGEN FÜR DIE WEHR- UND SICHERHEITSTECHNIK Text Maximilian Schlüter
DROHNENSCHUTZ AN FLUGHÄFEN Text Katharina Steinl
Herr Eberhard, welche Bedeutung haben Wälzlager in der Wehr- und Sicherheitstechnik? Eine sehr große. In Anwendungen wie Radarsystemen, optischen Erfassungssystemen, Fahrzeugtürmen oder Überwachungseinrichtungen sorgen Wälzlager für präzise Bewegungen und eine zuverlässige Funktion. Da diese Systeme oft unter extremen Bedingungen arbeiten, müssen die eingesetzten Komponenten höchsten Anforderungen an Belastbarkeit, Präzision und Lebensdauer entsprechen.
Franke GmbH
„WIR ENTWICKELN GEMEINSAM MIT UNSEREN KUNDEN MASSGESCHNEIDERTE LAGERLÖSUNGEN FÜR DIE JEWEILIGEN EINSATZBEDINGUNGEN.“ Sascha Eberhard Geschäftsführer der Franke GmbH
Welche Lösungen bietet Franke konkret an? Unser Portfolio reicht von kompakten Präzisionslagern für Überwachungs- und Sensorsysteme bis hin zu hoch belastbaren Lösungen für schwere militärische Fahrzeuge. Viele Projekte erfordern individuelle Anpassungen. Deshalb entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden maßgeschneiderte Lagerlösungen für die jeweiligen Einsatzbedingungen. Neben einer hohen Tragfähigkeit profitieren sie von langen Standzeiten und reduzierten Wartungsintervallen. Das senkt die Betriebskosten und erhöht die Verfügbarkeit der Systeme. Gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen ist das ein wichtiger Faktor. Wie stellen Sie die Qualität sicher? Qualität und Zuverlässigkeit haben für uns oberste Priorität. Jedes Lager durchläuft umfassende Prüfungen und Qualitätskontrollen. So stellen wir sicher, dass unsere Produkte auch unter anspruchsvollsten Einsatzbedingungen zuverlässig funktionieren.
Für weitere Informationen über Franke und ihre Drahtwälzlager für die Wehr- und Sicherheitstechnik besuchen Sie die Website unter: franke-gmbh.de/branchen/sicherheitstechnik Schauen Sie sich unsere Wälzlager und Linearführungen in der Sicherheitstechnik bei YouTube an.
Wie lässt sich eine bessere, lückenlosere Überwachung des Luftraums rund um Flughäfen gewährleisten? Klassische Kameras und Radare stoßen bei kleinen, tieffliegenden Drohnen schnell an ihre Grenzen. Der Schlüssel liegt in einer 360-Grad-Überwachung, die optische und thermische Sensorik kombiniert und rund um die Uhr funktioniert – auch bei Nacht, Nebel oder schlechter Sicht. Wärmebildtechnik erkennt Objekte anhand ihrer thermischen Signatur dort, wo optische Systeme versagen. Werden diese Daten zentral zusammengeführt, entsteht ein durchgängiges Lagebild statt einzelner blinder Flecken – die Grundlage jeder schnellen und richtigen Entscheidung. Welche technischen Möglichkeiten gibt es heute, um solche Bedrohungen früher zu erkennen? Die Technologie hat sich rasant weiterentwickelt. Moderne Systeme nutzen künstliche Intelligenz, um Objekte automatisch zu erkennen, zu klassifizieren und von harmlosen Bewegungen wie Vögeln zu unterscheiden. Dies geschieht in Echtzeit und ohne ständige manuelle Überwachung.
„KEIN
Foto: THE ON
Gleichzeitig ermöglichen sie eine präzise, ruckfreie Bewegung, was beispielsweise für Radar- und Zielerfassungssysteme entscheidend ist. Neben Anwendungen an Land und in der Luft werden unsere Lager auch in der MarineTechnik eingesetzt. Spezielle Beschichtungen schützen zuverlässig vor Feuchtigkeit und salzhaltiger Umgebung. Damit eignen sie sich auch für Einsatzbereiche, in denen herkömmliche Lager schnell an ihre Grenzen stoßen.
Ebenso wichtig ist die enge Vernetzung von Betreibern, Behörden und Sicherheitskräften, damit aus einer Detektion in Sekunden eine Entscheidung wird.
EINZELNER SENSOR DECKT ALLE SZENARIEN AB – ERST DAS ZUSAMMENSPIEL VERSCHIEDENER TECHNOLOGIEN SCHAFFT EIN LÜCKENLOSES LAGEBILD.“
In modernen militärischen Operationen müssen Missionsinformationen zwischen unterschiedlichsten Kommunikationspartnern ausgetauscht werden – vertraulich verfügbar und manipulationsgeschützt. Yaroslaw Medyany, Lead Community of Practice Data-Centric Security (DCS) bei infodas, erklärt wie dies vom Rechenzentrum bis an den „Tactical Edge“, also das Einsatzgebiet, gelingen kann. Text Daniel Schnichels Herr Medyany, wann werden Daten zum taktischen Vorteil? Wenn berechtigte Personen und Systeme zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Daten zugreifen können. Und zwar unabhängig vom geografischen Standort oder Netzwerk. Am „Tactical Edge“ ist das anspruchsvoll. Einsatzkräfte, Sensoren und Plattformen erzeugen Informationen. Andere Kommunikationspartner müssen auf diese Daten zugreifen. Dabei arbeiten sie oft räumlich getrennt und nutzen unterschiedliche IT-Systeme. : infodas Foto
o: Fot
Warum sind gerade Drahtwälzlager für diese Anwendungen interessant? Unser Drahtwälzlager-Konzept unterscheidet sich von klassischen Kugellagern. Die Wälzkörper laufen auf speziell gefertigten Drahtlaufbahnen. Dadurch können wir besonders leichte und gleichzeitig hoch belastbare Lager realisieren. Gerade in der Wehrtechnik, wo Gewicht, Bauraum und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen, bietet das erhebliche Vorteile. Militärische Systeme sind außerdem häufig starken Stößen, Vibrationen und wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Unsere Lager sind darauf ausgelegt, diesen Belastungen dauerhaft standzuhalten.
Die Vorfälle an den Flughäfen Leipzig/Halle und München haben gezeigt, wie verwundbar kritische Infrastruktur aus der Luft ist. Was braucht es, um Flughäfen wirksam vor solchen Drohnenvorfällen zu schützen? Entscheidend ist ein mehrschichtiger Ansatz, der frühzeitige Detektion, präzise Identifikation und eine abgestimmte Reaktion miteinander verbindet. Kein einzelner Sensor deckt alle Szenarien ab – erst das Zusammenspiel verschiedener Technologien schafft ein lückenloses Lagebild.
WIE DER SCHUTZ VON DATEN ZUM TAKTISCHEN VORTEIL WIRD
„BEIM INFORMATIONSAUSTAUSCH ZWISCHEN ORGANISATIONEN UND MISSIONSRELEVANTEN SYSTEMEN BENÖTIGEN WIR MASSNAHMEN, DIE JEDE EINZELNE INFORMATION SCHÜTZEN.“ Yaroslaw Medyany Lead Community of Practice Data-Centric Security (DCS) bei infodas Wie lässt sich eine solche Interoperabilität ermöglichen? Wenn die Information von verschiedenen Kommunikationspartnern gelesen werden soll, müssen alle eine einheitliche „technische Sprache“ sprechen: Datenformate, Netzwerkprotokolle und kryptografische Algorithmen. Herstellerneutrale Standards schaffen dafür die Grundlage. So kann eine Einheit Daten mit dem IT-System des Herstellers A kennzeichnen. Eine andere Einheit, auch die einer anderen Nation, kann diese gekennzeichneten Daten mit ihrem eigenen ITSystem des Herstellers B prüfen und auf sie zugreifen. Kommunikation wird ermöglicht, gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von Plattformen und Anbietern.
Philippe Mennicken Stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Geschäftsentwicklung, THEON International
Welche Maßnahmen helfen dabei, die Kommunikation abzusichern? Beim Informationsaustausch zwischen Organisationen und missionsrelevanten Systemen benötigen wir Maßnahmen, die jede einzelne Information schützen. Sogenannte Data-Centric Security-Maßnahmen (DCS) verschlüsseln Daten, lassen uns sie kennzeichnen und ermöglichen uns Regelwerke aufzustellen, wer auf diese Daten zugreifen darf. Dies ist zusätzlich zum „klassischen“ Schutz der IT-Systeme und -Netzwerke notwendig.
360-Grad-Kameras mit KI detektieren thermische Spuren und melden Auffälligkeiten sofort. So gewinnen Einsatzkräfte wertvolle Sekunden, um zu reagieren, bevor Schaden entsteht. Der nächste Schritt ist die enge Integration solcher Sensoren in ein gemeinsames, automatisiertes Schutzsystem, das Erkennung und Reaktion nahtlos zusammenführt.
Wie lässt sich der DCS-Ansatz praktisch umsetzen? Organisationen brauchen einen Überblick über ihre Datenf lüsse und Kommunikationspartner. Sicherheitsfunktionen müssen von Produkten geliefert werden, die sich zum Beispiel an NATO-Standards halten. Das ermöglicht einen sicheren Datenaustausch und bringt damit entscheidende taktische Vorteile.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.theon.com
Weitere Informationen finden Sie unter: www.infodas.com
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Text Katharina Steinl
Text Andreas Seitz
Herr König, Sie waren früher CISO der BWI, dem ITDienstleister der Bundeswehr, für den Google Cloud heute als strategischer Partner arbeitet. Wie hat sich Ihr Blick auf IT-Sicherheit seitdem verändert? Am deutlichsten wird das an einem Erlebnis von 2009: Ein einzelner Computerwurm legte damals große Teile der Bundeswehr-IT lahm – ein verfügbarer Patch wurde mangels klarer Zuständigkeit nicht ausgerollt. Am Ende blieb nur der manuelle Weg: Desinfektionssoftware auf DVDs brennen und per Express an 1.500 Liegenschaften verschicken. Zentral, papierbasiert, von einzelnen Zuständigkeiten abhängig – so sah Krisenreaktion damals aus. Heute machen automatisierte Cloud-Pipelines mit zentralem Patch-Management solche manuellen Verteilwege überflüssig, und verteilte, hybride Architekturen sorgen zusätzlich für echte Ausfallsicherheit: Fällt ein Standort aus – etwa durch einen Stromausfall –, übernehmen andere. Resilienz entsteht heute durch Verteilung und Redundanz, nicht durch einen einzelnen starken Punkt.
Technologische Überlegenheit muss sich schneller in militärisch relevante Wirkung übersetzen. Das Kriegsgeschehen in der Ukraine zeigt, dass dabei nicht allein technologische Leistungsfähigkeit entscheidet. Ebenso wichtig sind Geschwindigkeit, Verfügbarkeit sowie schnelle Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Standardisierung, Modularität und offene Systemarchitekturen werden damit zu entscheidenden Faktoren moderner Verteidigungsfähigkeit.
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Foto: Lars Huebne
„WAS WIR
BRAUCHEN, IST EIN GEMEINSAMES LAGEBILD, AUF DAS ALLE GLEICHZEITIG SCHAUEN, OHNE SICH NOCH ANRUFEN ZU MÜSSEN.“ Bernd König Managing Director Google Cloud Public Sector Deutschland GmbH
Wo setzt Google Cloud konkret an? Die Bundeswehr hatte eine Fähigkeitslücke benannt: den souveränen Zugriff auf die volle Leistungsfähigkeit von Gemini. Die Antwort ist die Google Distributed Cloud Airgapped – eine eigene Souveränitäts-Lösung, physisch und logisch von Google selbst sowie von der allgemeinen Bedrohungslandschaft getrennt. Trotz dieser Isolierung steht die volle moderne Cloud- und KI-Software uneingeschränkt zur Verfügung: maximale Sicherheit und aktuellste Technologie schließen sich nicht mehr aus. Ähnlich funktioniert das Prinzip hinter Google Cloud Dedicated, das wir gerade mit Thales auch für Deutschland aufbauen.
SCHAFFT DIE VORAUSSETZUNG, TECHNOLOGISCHE ÜBERLEGENHEIT SCHNELLER VERFÜGBAR ZU MACHEN.“
BDA, TDW to: M Fo
Sie sprechen von einem Sicherheitsökosystem, das eher an Zuständigkeit als an Fähigkeit ausgerichtet ist. Genau das ist unser Problem. Bürokratisches Denken in Zuständigkeiten kostet im Ernstfall wertvolle Minuten, die sich im digitalen Raum zu Tagen Vorsprung für den Angreifer summieren. Was wir brauchen, ist ein gemeinsames Lagebild, auf das alle gleichzeitig schauen, ohne sich noch anrufen zu müssen.
„STANDARDISIERUNG
Andreas Seitz Geschäftsführer von TDW GmbH
Dies gilt für Fähigkeiten, die das Gefechtsfeld von morgen prägen – von Deep Precision Strike und Air Defence über Counter-Mobility bis zu Loitering Munition. Als europäisches Kompetenzzentrum für Gefechtskopfsysteme verfolgt TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH konsequent einen modularen Entwicklungsansatz. Standardisierte Systemfamilien und definierte Schnittstellen ermöglichen es, bewährte Technologien flexibel zu integrieren und neue Anforderungen schneller in einsatzfähige Lösungen zu überführen. „Standardisierung bedeutet für uns nicht Gleichförmigkeit. Sie schafft die Voraussetzung, technologische Überlegenheit schneller verfügbar zu machen. Unser Anspruch ist es, überlegene Wirkung schnell, skalierbar und souverän bereitzustellen“, sagt Andreas Seitz, Geschäftsführer der TDW. Wie das konkret aussieht, zeigt unsere Gefechtskopffamilie Lion Strike für Loitering Munition und StrikeDrohnen. Ihr modularer Ansatz ermöglicht unterschiedliche Wirkkonfigurationen und ist auf industrielle Skalierbarkeit ausgelegt. Die 110-mm-Variante wurde in weniger als sechs Monaten entwickelt. So wird Standardisierung zum Geschwindigkeitsvorteil und schafft zugleich die Voraussetzung, hohe Stückzahlen schnell verfügbar zu machen. Lion Strike folgt damit der Grundidee offener und standardisierter Systemarchitekturen: Wirkung wird nicht für jede Plattform neu entwickelt, sondern über definierte Schnittstellen flexibel integrierbar und skalierbar. So zahlen wir unmittelbar auf die Zielsetzung ein, die auch die Bundeswehr mit ihrem Modular Open Systems Approach verfolgt.
SICHERER MOBILER UMGANG MIT VERTRAULICHEN DOKUMENTEN Immer mehr Akteure erhalten Zugang zu Dokumenten, die als VS-NfD eingestuft sind. Gleichzeitig setzen sich mobile Arbeitsplatzkonzepte durch. Das schafft zusätzliche Angriffsflächen, auf die Behörden und Unternehmen reagieren müssen. Text Maximilian Schlüter Der sichere mobile Umgang mit VS-NfD-eingestuften Dokumenten gewinnt rasch an Bedeutung. Warum? Projekte werden nicht mehr nur im abgeschotteten Büro vorangetrieben, sondern verstärkt auch von unterwegs, im Homeoffice oder bei Partnern. Das gilt nicht zuletzt für die geheimschutzbetreute Industrie. Hier gibt es zudem neue Akteure, die erstmals in Kontakt mit VSNfD-eingestuften Verschlusssachen kommen. Die Möglichkeit, vertrauliche Dokumente jederzeit und überall sicher bearbeiten, speichern und übertragen zu können, ist mittlerweile ein geschäftskritischer Faktor. Wer hier richtig aufgestellt ist, schützt nicht nur Daten, sondern auch Vertrauen, Wettbewerbsfähigkeit und letztlich die eigene Rolle in sicherheitsrelevanten Wertschöpfungsketten. Die Herausforderung dabei: Sicherheitsanforderungen mit operativer Flexibilität zu vereinen. Das erfordert Lösungen, die strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen und sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren. Worauf sollten Entscheider bei der Auswahl einer VS-NfD-konformen mobilen Arbeitsplatzlösung besonders achten? An erster Stelle steht solide, BSI-zugelassene IT-Sicherheitstechnik von einem vertrauenswürdigen Anbieter. Entscheidend ist zudem Usability: Menschen stehen nicht morgens auf, um eine Security-Lösung zu bedienen. Ist diese kompliziert und langsam, suchen sie Mittel und Wege, Vorgaben zu umgehen. Daher hat Nutzerfreundlichkeit eine hohe Priorität. Ein zweiter zentraler Aspekt ist der Betriebsaufwand: Wie gut lässt sich die Lösung zentral verwalten, ist sie kompatibel mit der eigenen IT-Umgebung; wie leicht lässt sie sich integrieren? Ein dritter Punkt ist die Skalierbarkeit: Manche Unternehmen haben fünf- oder sechsstellige Nutzerzahlen. Das muss die Mobile-Work-Lösung bedienen können – und dabei bezahlbar bleiben.
„DIE MÖGLICHKEIT,
Genua GmbH
Interview mit Bernd König, Managing Director Google Cloud Public Sector Deutschland GmbH
STANDARDISIERUNG ALS SCHLÜSSEL FÜR MODERNE VERTEIDIGUNGSFÄHIGKEIT
o: Fot
HANDLUNGSFÄHIG STATT REAKTIV: WIE SOUVERÄNE CLOUD-ARCHITEKTUREN RESILIENZ SCHAFFEN
VERTRAULICHE DOKUMENTE JEDERZEIT UND ÜBERALL SICHER BEARBEITEN, SPEICHERN UND ÜBERTRAGEN ZU KÖNNEN, IST MITTLERWEILE EIN GESCHÄFTSKRITISCHER FAKTOR.“
Matthias Ochs Geschäftsführer der genua GmbH, einem Unternehmen der Bundesdruckerei-Gruppe
Was ist der größte Hebel für 2030? Wirtschaft und nationale Sicherheit stärker zu verzahnen, hat das größte Potenzial. Ich schlage vor, das Cyberabwehrzentrum im BSI mit echtem Mandat, mehr Personal und Mitteln zu einem handlungsfähigen Krisenstab auszubauen. Die Technologie dafür ist heute verfügbar – jetzt kommt es darauf an, sie konsequent einzusetzen.
TDW ist bereit, diesen Weg zu unterstützen. Damit die Industrie Kapazitäten vorausschauend bereitstellen kann, braucht es neben gemeinsamen Standards langfristige Planungssicherheit – etwa durch verlässliche Bedarfsplanungen, Vorhalteverträge oder Abnahmegarantien. Entscheidend ist, dass Bundeswehr, Beschaffung und Industrie gemeinsam handeln. Denn Europas Verteidigungsfähigkeit entscheidet sich daran, technologische Überlegenheit schnell, skalierbar und souverän in Wirkung zu übersetzen.
Wie wird sich das mobile Arbeiten im VS-NfDUmfeld in den nächsten Jahren entwickeln? Mobile First wird sich stärker durchsetzen. Die Privatwirtschaft und Konsumenten haben diese Wende schon vollzogen. Behörden und geheimschutzbetreute Unternehmen werden nachziehen müssen. Flexibles Arbeiten ist gerade für sie geschäftskritisch, um kompetente Mitarbeiter zu gewinnen und effiziente Abläufe zu ermöglichen.
Mehr zu Google Cloud Sovereign Solutions: cloud.google.com/sovereign-cloud
Weitere Informationen finden Sie unter: www.tdw-warhead-systems.com
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12 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der DFNZ GmbH entstanden.
Foto: DFNZ GmbH
Diese Integratorrolle füllen wir aus. Sie bedeutet, ein System von der Konzeption bis zur Einsatzreife zu verantworten, die Schnittstellen zwischen Zulieferern zu beherrschen und für das Ergebnis geradezustehen, statt es im Streitfall weiterzureichen. Sie bedeutet auch, die noch manufakturgeprägte Produktion Schritt für Schritt in eine höher getaktete, quantitativ skalierbare Fertigung zu überführen. Der Maßstab verschiebt sich dann von einzelnen, sorgfältig gebauten Exemplaren hin zu Stückzahlen, die eine glaubwürdige Abschreckung überhaupt erst ermöglichen.
„EUROPA WIRD
SEINE SICHERHEIT NICHT ALLEIN DURCH MEHR FORSCHUNG ODER HÖHERE BUDGETS GEWINNEN.“
DIE VERTEIDIGUNG BRAUCHT DIE TAKTUNG DER FABRIK Text Eric Voss
Foto: IAV GmbH
Ein erheblicher Teil der Wehrtechnik entsteht bis heute in einer Art Manufaktur. Systeme werden in kleinen Losen gebaut, vielfach von Hand angepasst, über Zeiträume, die sich über Jahre erstrecken. In einer Welt, in der sich Bedrohungslagen binnen Wochen verändern, ist das ein strukturelles Problem. Wir haben in Europa kein Innovations-, sondern ein Skalierungsproblem. Der Engpass liegt nicht am Anfang der Wertschöpfung, beim Erfinden, sondern an ihrem Ende, beim industriellen Herstellen in relevanter Stückzahl. Genau an dieser Stelle lohnt der Blick auf eine Branche, die man im Verteidigungskontext selten erwähnt: die Automobilindustrie. Sie hat über Jahrzehnte gelernt, hochkomplexe, sicherheitskritische Systeme nicht nur zu entwickeln, sondern sie millionenfach und in gleichbleibender Qualität zu produzieren. Lieferketten, Qualitätssicherung, Zulassungs- und Prüfprozesse, die Beherrschung von Software im Fahrzeug: All das ist Alltag, nicht Ausnahme. Diese Fähigkeit, Komplexität in Serie zu überführen, ist die eigentliche Kernkompetenz des deutschen Ingenieurwesens. Und sie ist es, die der Verteidigung heute am meisten fehlt. Der Transfer ist dabei kein rhetorisches Bild, sondern konkretes Handwerk. Verfahren, die im Fahrzeugbau seit Langem etabliert sind, lassen sich auf wehrtechnische Systeme übertragen: die elektrische und elektronische Architektur, die ein modernes Auto steuert, wird zum Rückgrat eines unbemannten Fahrzeugs; die Erprobung unter extremen Bedingungen, etwa bei Kälte, Erschütte-
rung oder elektromagnetischer Störung, folgt denselben Prinzipien; und die Logik softwaredefinierter Produkte, die neue Funktionen per Update erhalten, lässt sich auf militärische Plattformen anwenden. Wir erfinden das Rad nicht neu. Wir bringen eine bewährte industrielle Praxis in einen Sektor, der sie dringend benötigt. Daraus ergibt sich eine Rolle, die im gegenwärtigen Gefüge der Verteidigungswirtschaft fehlt: die des Integrators. Auf der einen Seite stehen agile Technologieunternehmen, die schnell sind und neue Ideen liefern, aber selten in großer Zahl produzieren können.
Bei allem Nachdruck auf Tempo und Stückzahl darf ein Maßstab nicht verloren gehen: der Soldat im Einsatz. Verteidigungsfähigkeit beginnt nicht im Konferenzraum, sondern im Feld, dort, wo Menschen sich auf ihre Ausrüstung verlassen müssen. Nicht was auf dem Papier überzeugt, zählt, sondern was unter realen Bedingungen funktioniert. Geschwindigkeit ist deshalb kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass einsatzerprobte Technik rechtzeitig und in ausreichender Menge dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Europa wird seine Sicherheit nicht allein durch mehr Forschung oder höhere Budgets gewinnen. Es wird sie dann gewinnen, wenn es die Verteidigung als das begreift, was sie im Kern auch ist: eine industrielle Aufgabe. Wer die Skalierung beherrscht, verschafft sich den strategischen Vorteil. Die dafür nötige Kompetenz ist in Deutschland vorhanden. Wir müssen sie nur konsequent an die richtige Stelle bringen.
„WER HEUTE
ÜBER EUROPAS VERTEIDIGUNGSFÄHIGKEIT SPRICHT, SPRICHT MEIST ÜBER TECHNOLOGIE: ÜBER DROHNEN, KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, AUTONOME SYSTEME.“ Eric Voss Geschäftsführer der DFNZ GmbH, einer Tochtergesellschaft des Entwicklungsdienstleisters IAV Auf der anderen Seite stehen etablierte Systemhäuser mit tiefem Fachwissen, deren Prozesse jedoch auf kleine Stückzahlen ausgelegt sind. Dazwischen klafft eine Lücke: Wer führt Innovation und industrielle Fertigung so zusammen, dass aus einem Prototyp verlässlich eine Serie wird?
Foto: DFNZ GmbH
W
er heute über Europas Verteidigungsfähigkeit spricht, spricht meist über Technologie: über Drohnen, Künstliche Intelligenz, autonome Systeme. Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Die entscheidende Schwäche unserer Verteidigungsindustrie liegt nicht darin, dass es an guten Ideen fehlte. Sie liegt darin, wie diese Ideen gefertigt werden.
Dass dieser Gedanke ausgerechnet jetzt Gestalt annimmt, ist kein Zufall. Die Automobilindustrie durchläuft den tiefsten Umbruch ihrer Geschichte. Wo viele nur die Krise sehen, sehe ich die größte industrielle Verschiebung seit Jahrzehnten: Kompetenz, Kapazität und Erfahrung, die frei werden und dorthin wandern können, wo Europa sie am dringendsten braucht. Diese Fähigkeiten in die Wehrhaftigkeit des Kontinents zu lenken, ist für mich weniger eine unternehmerische Gelegenheit als eine industrielle Verantwortung.
Weitere Informationen finden Sie unter: dfnz.com/de
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Google Cloud entstanden.
„SOUVERÄNITÄT IST KEIN KOMPROMISS MEHR“ Text Katharina Steinl Wie würde sich das für eine deutsche Behörde in der Praxis auswirken? Stellen wir uns beispielhaft ein Finanzamt vor, das Steuerdaten analysieren will, die unter dem Steuergeheimnis nach §30 der A b g a b e n o rd n u n g s te hen – eine unbefugte Offenlegung wäre hier strafrechtlich relevant. :C Foto
laus Uhlendorf
Frau Janik, Google Cloud bietet inzwischen ein ganzes Portfolio an Souveränitäts-Lösungen an – von der Data Boundary über von Google betriebene Sovereign Controls bis hin zu vollständig lokal betriebenen Umgebungen wie Google Cloud Dedicated. Was verstehen Sie unter „digitaler Souveränität" ganz konkret? Souveränität beginnt für mich nicht bei der Frage, wo ein Server steht, sondern wer im Ernstfall die Kontrolle behält – über Zugriffsrechte, kryptografische Schlüssel und Updates. Deshalb haben wir mit Google Cloud Dedicated ein eigenständiges Universum unserer Cloud-Dienste geschaffen, das ausschließlich von lokalen, unabhängigen Partnern betrieben wird – in Frankreich mit S3NS, in Deutschland künftig mit Thales. Google selbst hat dabei keinen Zugriff auf Kundendaten und kann die Verfügbarkeit der Dienste nicht beeinträchtigen.
Auf einer souveränen Infrastruktur wie Google Cloud Dedicated kann eine solche Behörde trotzdem mit BigQuery ML komplexe Datensätze effizient auswerten, um Bearbeitungszeiten für Bürgerinnen und Bürger spürbar zu verkürzen.
Viele hören bei „Hyperscaler" und „Souveränität" zunächst einen Widerspruch heraus. Wir nennen das intern das Souveränitäts-Paradoxon: die Annahme, man müsse sich zwischen modernster Technologie und regulatorischer Kontrolle entscheiden. Genau diesen Kompromiss wollen wir auflösen. Die Architektur beruht auf mehreren Säulen: dedizierte, physisch getrennte Infrastruktur, offene, vom Partner selbst kompilierte sicherheitskritische Systeme, ein Boundary Proxy für jeden Datenfluss, ausschließlich lokales Personal sowie eine durchgängige Kontrollplattform, über die sich sämtliche Zugriffe und Prozesse jederzeit lückenlos nachvollziehen lassen. Damit bleibt die operative Hoheit vollständig beim lokalen Partner.
Gleichzeitig kann die Behörde ein lokal betriebenes, auf dem offenen Modell Gemma basierendes System nutzen, um Auff älligkeiten automatisch mit internen Rechtsvorschriften abzugleichen. Modelltraining und Auswertung finden vollständig innerhalb der geschützten Umgebung statt, die Daten verlassen zu keinem Zeitpunkt die Plattformgrenze – und genau das ist der Unterschied zwischen einer SouveränitätsAnkündigung und einer Souveränitäts-Architektur, die man tatsächlich prüfen kann.
Sie kommen selbst aus dem Defense-Umfeld. Wie unterscheidet sich Souveränität dort von der zivilen Verwaltung? Im sicherheitsrelevanten Bereich kommt eine zusätzliche Dimension hinzu: Infrastruktur im Bedarfsfall physisch zu verlagern, ohne die Kontrolle zu verlieren – Estland macht uns das vor, mit seiner virtuellen Datenbotschaft in Luxemburg, in der kritische Register auch bei einem Ausfall im eigenen Land weiterlaufen. Übertragen auf Deutschland heißt das aus meiner Sicht: Souveräne Umgebungen sollten so gestaltet sein, dass hochsensible Anwendungen, von Logistikdaten bis zu KI-Modellen, jederzeit unter deutscher beziehungsweise europäischer Aufsicht bleiben – unabhängig davon, von welchem globalen Anbieter die zugrunde liegende Technologie stammt.
„FÜR MICH BEGINNT SOUVERÄNITÄT NICHT BEI DER FRAGE, WO EIN SERVER STEHT, SONDERN BEI DER FRAGE, WER IM ERNSTFALL DIE KONTROLLE BEHÄLT.“ Marianne Janik Vice President EMEA North, Google Cloud Ihr Fazit für die Sicherheitsarchitektur 2030? Technologie ist heute für alle gleichermaßen verfügbar. Der eigentliche Unterschied entsteht dort, wo Organisationen die technischen Werkzeuge an die Hand bekommen, um Verantwortung selbst zu übernehmen und Souveränität aktiv zu gestalten, statt sie nur in der Theorie zu diskutieren. Genau dafür bauen wir mit unseren Partnern die nötige Infrastruktur in Deutschland.
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14 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der SThree GmbH entstanden.
DIE RICHTIGEN KÖPFE FÜR DIE ZEITENWENDE Text Katharina Steinl
W
Worin liegt der Vorteil eines spezialisierten MINT-Ansatzes gegenüber generalistischem Recruiting – gerade im Verteidigungsumfeld? Spezialisierung heißt vor allem, die richtige Frage zu stellen. Generalistisches Recruiting gleicht Lebensläufe mit einer Ausschreibung ab. Ein spezialisierter Ansatz klärt zuerst, welche Fähigkeit das Projekt tatsächlich braucht, und sucht dann dort, wo diese Fähigkeit sonst noch entsteht. Eine Entwicklerin für sicherheitskritische Steuergeräte aus der Automobilindustrie erfüllt fachlich oft mehr Anforderungen einer Avionikrolle als jemand mit der passenden Berufsbezeichnung aus einer fachfremden Domäne. Dazu kommt die Gesprächsebene: Hochqualifizierte MINT-Fachkräfte antworten auf Ansprachen, in denen jemand ihre Arbeit fachlich einordnen kann. Und im Verteidigungsumfeld zählt Diskretion, weil viele Suchen weder öffentlich ausgeschrieben noch öffentlich beschrieben werden können.
Wo ist der Fachkräftemangel in Engineering, IT/Cyber und Life Sciences am gravierendsten – und welche Profile sind am schwersten zu besetzen? Am härtesten trifft es Engineering und Cyber. Im Engineering fehlen Systemingenieurinnen und -ingenieure für Echtzeit- und Embedded-Anwendungen, Fachleute für Hardware-Software-Integration sowie für Test, Qualifikation und Zulassung nach militärischen Standards. In IT und Cyber sind Sicherheitsarchitektur, Detection Engineering, Kryptografie und KI-gestützte Auswertung die knappsten Kompetenzen. Life Sciences spielt im Verteidigungsumfeld eine kleinere, dafür sehr spezifische Rolle, etwa bei CBRN-Detektion, Biosicherheit und sanitätsdienstlicher Versorgung; dort ist der Kandidatenkreis von vornherein eng. Am schwersten zu besetzen sind Rollen, bei denen zwei Filter gleichzeitig greifen: hohe technische Tiefe und Sicherheitsüberprüfbarkeit. Wer beides mitbringt, ist in aller Regel bereits gebunden und wird laufend angesprochen.
„UNSERE AUFGABE
IST ES, KANDIDATEN SO VORZUBEREITEN, DASS DARAUS KEIN ZEITVERLUST ENTSTEHT.“
Sassan Parvin Director Public Sector & Defense, SThree. Er verantwortet den Bereich seit über 14 Jahren in der MINT-Personalberatung und war zuvor Offizier der Luftwaffe. Wie hilft Ihr globales Netzwerk, auch international die richtigen Fachkräfte compliant zu gewinnen? Wir bieten Beschäftigungsmodelle in rund 145 Ländern an, von Independent Contractor über Agent of Record bis Employer of Record, jeweils mit lokalen Verträgen, Abrechnung und arbeitsrechtlicher Prüfung. Im Verteidigungskontext ist der internationale Hebel allerdings begrenzt, und das sage ich Kunden früh. Rollen mit Zugang zu Verschlusssachen sind faktisch auf einen engen Personenkreis beschränkt; Exportkontrolle und nationale Geheimschutzregeln setzen harte Grenzen, die kein Beschäftigungsmodell aufhebt. Wirksam wird das internationale Netzwerk in den nicht eingestuften Schichten eines Programms, etwa in Softwareentwicklung, Datenplattformen, Industrialisierung und Produktionstechnik, sowie bei ausländischen Standorten und Kooperationsprogrammen. Dort verschafft es Zugriff auf Profile, die im deutschen Markt schlicht nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind.
Foto: Getty Images
elche Entwicklungen im Verteidigungssektor verändern den Bedarf an MINT-Fachkräften aktuell am stärksten? Am stärksten wirkt die Geschwindigkeit. Neben den großen Plattformen mit langen Entwicklungszyklen entstehen Systeme, die innerhalb von Monaten erprobt und nachgeschärft werden: Drohnen, autonome Systeme, softwaredefinierte Fähigkeiten. Damit verschiebt sich der Bedarf von klassischen Konstruktionsprofilen hin zu Embedded Software, Systemintegration, Datenarchitektur und Cybersicherheit. Das Geld für diese Vorhaben ist da. Die Bundeswehr hat ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro erhalten, und seit der Anpassung der Schuldenbremse lassen sich Verteidigungsausgaben oberhalb von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts über Kredite finanzieren. Der Engpass sitzt beim Personal: In Deutschland sind über 240.000 MINT-Stellen unbesetzt, und die Verteidigungsindustrie wirbt um dieselben Köpfe wie Automotive, Halbleiterindustrie und Cloud-Anbieter.
Th Foto: S ree
Die Verteidigungsbranche wächst rasant – doch Geld allein baut keine Systeme. Mit dem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro stehen die Mittel bereit, während über 240.000 MINT-Stellen in Deutschland unbesetzt bleiben. Der Engpass liegt nicht im Budget, sondern beim Personal: Systemingenieure, Embedded-Entwickler und Cyber-Spezialisten, um die zugleich Automotive, Halbleiter und Cloud-Anbieter werben. Wie finden Unternehmen die richtigen Fachkräfte – und bringen sie durch die Sicherheitsprüfung, ohne Zeit zu verlieren? Sassan Parvin, Director Public Sector und Defense bei SThree, erklärt, warum spezialisiertes Recruiting hier anders funktioniert.
Welche Rolle spielen flexible Modelle wie Contracting oder projektbasierte Teams, um schnell und bedarfsgerecht zu skalieren? Flexible Modelle wirken dort, wo Bedarf in Wellen kommt: Zertifizierungsphasen, Testkampagnen, Serienanlauf, Systemmigrationen. Über unsere globalen Beschäftigungslösungen lassen sich Independent-Contractor-Setups meist innerhalb weniger Werktage aufsetzen, komplexere Konstellationen in ein bis zwei Wochen. Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Antwort. Der Tempovorteil greift nur, solange keine neue Sicherheitsüberprüfung nötig ist; bringt eine Kandidatin bereits eine gültige Ermächtigung mit, ist der Zeitgewinn erheblich. Und Contracting deckt Spitzen und Spezialwissen ab. Dauerhafte Kernkompetenz gehört in die Festanstellung, und Unternehmen fahren gut damit, diese Grenze bewusst zu ziehen, statt sie sich vom Budgetjahr diktieren zu lassen.
Wie unterstützen Sie Unternehmen konkret entlang des gesamten Prozesses – von der Suche über Compliance bis zum Contractor-Management? Am Anfang steht die Bedarfsklärung. Welche Kompetenz braucht das Projekt wirklich, welche Anforderungen sind übertragbar, welche sind gesetzt? Daraus entsteht ein Rollenprofil, das den Suchraum öffnet, statt ihn vorab zu verengen. In der Suche prüfen wir neben der fachlichen Eignung die praktischen Voraussetzungen, also Staatsangehörigkeit, Wohnsitzhistorie und die Frage, ob eine Sicherheitsüberprüfung realistisch ist. Die Überprüfung selbst führen wir nicht durch, sie läuft über den Sicherheitsbevollmächtigten des Unternehmens und die zuständige Behörde; unsere Aufgabe ist es, Kandidaten so vorzubereiten, dass daraus kein Zeitverlust entsteht. Nach der Vermittlung übernehmen wir bei ContractingModellen das laufende Management: Verträge, Abrechnung, Verlängerungen, Nachbesetzung und die saubere Abgrenzung zwischen Arbeitnehmerüberlassung, Dienstund Werkvertrag.
Wie sollten sich Unternehmen personalstrategisch aufstellen, um langfristig handlungsfähig zu bleiben – und wie begleitet SThree sie dabei? Der wichtigste Hebel ist Vorlauf. Wer Personalbedarf erst mit dem Auftrag denkt, verliert genau die Zeit, die eine Sicherheitsüberprüfung ohnehin kostet. Dazu gehört eine kompetenzbasierte Rollenarchitektur: Ausschreibungen, die ein über Jahre gewachsenes Idealprofil beschreiben und zehn zwingende Voraussetzungen auflisten, verkleinern den Bewerberpool, bevor die Suche überhaupt beginnt. Wirksam sind eigene Pipelines, etwa Kooperationen mit Hochschulen, duale Programme und die gezielte Ansprache von Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten am Ende ihrer Dienstzeit, die technisches Können und ein Gespür für sicherheitskritische Strukturen mitbringen. Auch der Standort zählt, die Hubs der Branche liegen in Hamburg, Bremen, Kiel, Düsseldorf und München. SThree bringt an dieser Stelle vor allem Marktdaten ein: wie groß der Pool tatsächlich ist, was ein Profil kostet, wie lange eine Besetzung realistisch dauert. Am nützlichsten ist diese Einschätzung, bevor eine Stelle veröffentlicht wird.
Für weitere Informationen QR-Code scannen, oder besuchen Sie unsere Webseite unter: www.sthree.com/de
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Gabler Group AG entstanden.
Fotos: Gabler Group AG
Technologie für Defence und darüber hinaus Die Technologien der Gabler Group kommen dabei nicht nur im Verteidigungsbereich zum Einsatz, sondern auch in Offshore-Energie, Oil & Gas und der Meereswissenschaft – von der Datenerfassung im Meer bei Develogic über maritime Geodaten bei north.io bis zur Energieversorgung und dem Monitoring von Unterwasseranwendungen bei SubCtech.
VOLLE FAHRT IN DIE ZUKUNFT DER UNTERWASSERTECHNOLOGIE
Seit mehr als sechs Jahrzehnten entwickelt die Gabler Group Technologien für anspruchsvollste Einsätze unter und auf dem Meer. Heute verbindet das Lübecker Unternehmen U-Boot-Technologie mit Unterwasserkommunikation, Datenanalyse und Energieversorgung – und schafft damit Lösungen für die nächste Generation maritimer Sicherheit. Text Maximilian Schlüter Als der Schiffbauingenieur und U-Boot-Konstrukteur Ulrich Gabler 1962 in Lübeck sein Unternehmen gründete, konzentrierte sich das Geschäft zunächst auf Mastsysteme und Komponenten für U-Boote. Heute ist daraus eine international tätige Technologiegruppe geworden: Mehr als 25 Marinen weltweit setzen auf Gabler-Technologie, über 185 U-Boote sind bereits mit den Ausfahrgerätesystemen des Unternehmens ausgestattet. Doch die Unterwasserwelt verändert sich: Neben klassischen Plattformen gewinnen die Vernetzung unter Wasser, die dauerhaft verfügbare Sensorik, einschließlich der erforderlichen Energieversorgung, die Verarbeitung und Aufbereitung der gewonnenen Daten sowie autonome Systeme zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel, in dem all diese Aspekte zusammenkommen, ist das torpedorohrgestützte unbemannte Oberflächenfahrzeug. Es startet aus dem Torpedorohr eines U-Boots und übernimmt anschließend eigenständig Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben – auch in schwer zugänglichen Seegebieten. Damit verbindet es jahrzehntelange U-Boot-Expertise mit den Möglichkeiten moderner unbemannter Systeme. Vier Unternehmen, ein technologisches Ökosystem Unterwassertechnologie besteht heute selten aus einzelnen Komponenten, sondern aus dem Zusammenspiel verschiedener Systeme. Deshalb bündelt die Gabler Group vier spezialisierte Unternehmen: GABLER entwickelt seit mehr als 60 Jahren Mastsysteme, Bordkomponenten und Unterwasserkommunikationssysteme für U-Boote.
Develogic ist auf Datenerfassung, Telemetrie und Überwachung im maritimen Umfeld spezialisiert, north.io, an der die Gabler Group eine Minderheitsbeteiligung hält, verarbeitet und analysiert große Mengen maritimer Geodaten, und SubCtech ergänzt die Gruppe um Unterwasserbatterien und Energiespeichersysteme.
„WIR VERBINDEN UNTERSCHIEDLICHE TECHNOLOGIEN ZU GANZHEITLICHEN SYSTEMLÖSUNGEN FÜR MODERNE UNTERWASSEROPERATIONEN.“ David Schirm (Vorstandsvorsitzender / CEO) und Ole Johannsen (CSO) Gemeinsam decken die vier Unternehmen die gesamte technologische Kette ab: Daten werden unter Wasser erfasst, übertragen und analysiert, autonome Systeme zuverlässig mit Energie versorgt – und aus einzelnen Informationen entsteht ein belastbares Lagebild. Gerade für die Verteidigung ist das relevant, denn maritime Sicherheit hängt zunehmend davon ab, was unter der Wasseroberfläche passiert und wie schnell verlässliche Informationen darüber vorliegen.
Diese zivilen Anwendungen sind zugleich ein wichtiger Technologietreiber, denn Offshore-Anlagen, wissenschaftliche Messsysteme und Unterwasserinfrastruktur stellen ähnliche Anforderungen wie militärische Systeme: zuverlässige Funktion unter extremen Bedingungen, große Datenmengen und langer autonomer Betrieb. So entstehen Technologien, die sich auch für neue Anforderungen im Defence-Bereich adaptieren lassen – die Verbindung von ziviler und militärischer Expertise ist fester Bestandteil der Innovationsstrategie der Gruppe. Schneller auf neue Anforderungen reagieren Wie wichtig der Unterwasserraum für den Schutz kritischer Infrastruktur ist, zeigt sich an Energie- und Datenkabeln, Pipelines und Offshore-Anlagen: essenziell für moderne Volkswirtschaften, zugleich schwer zu überwachen. Für Marinen und Sicherheitsbehörden steigt damit der Bedarf an leistungsfähiger Sensorik, Kommunikation und Unterwasseraufklärung – ein Bedarf, für den die Gabler Group ihren Börsengang im März 2026 als wichtigen Enabler nutzt: Investitionen in Forschung, Produktionskapazitäten und den internationalen Ausbau lassen sich seither gezielter vorantreiben. „Wir sehen uns in der Verantwortung, auf neue Anforderungen an maritime Sicherheit schnell und mit technologisch überzeugenden Lösungen zu reagieren“, sagt CEO David Schirm. „Unsere Aufgabe ist es, unsere langjährige Erfahrung mit neuen Technologien zu verbinden und daraus Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln.“ Der Börsengang steht damit nicht am Ende einer Entwicklung, sondern am Beginn einer neuen Phase, in der die Gabler Group ihre mehr als sechzigjährige Erfahrung nutzt, um den maritimen Raum sicherer, transparenter und technologisch beherrschbarer zu machen. Denn die Zukunft der Verteidigung entscheidet sich nicht nur an Land und in der Luft. Ein wesentlicher Teil liegt unter der Oberfläche.
Weitere Informationen finden Sie unter: gablergroup.com/de
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Rethinking marine operations. Enabling critical subsea missions.
16 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der HOLOGATE GmbH entstanden.
AUSBILDUNG FÜR DEN ERNSTFALL Virtual Reality und KI halten Einzug in die militärische Ausbildung. Robert Fankhänel, ehemaliger Bundeswehroffizier und Mitgründer und COO von Hologate, spricht über Potenziale und Herausforderungen. Herr Fankhänel, wo stößt die klassische militärische Ausbildung an Grenzen? Viele Grundlagenübungen sind enorm aufwendig. Für ein Checkpoint-Training etwa braucht man Fahrzeuge, Material, Gelände und Personal. In VR kann ich solche Situationen ressourcenschonend vorbereiten und auch Explosionen oder andere Gefahren darstellen. Das ersetzt nicht den Truppenübungsplatz, aber die Soldaten kommen besser vorbereitet ins Realtraining.
Text Miriam Rauh
o Fot
Im März 2026 begann die Einführung des VR-Handlungstrainers bei Spezialkräften und spezialisierten Kräften der Bundeswehr. Die neue digitale Plattform von HOLOGATE führt die militärische Ausbildung in die nächste Generation.
s: HOLOGATE
BUNDESWEHR FÜHRT VIRTUELLE REALITÄT IN AUSBILDUNG EIN
Neue Bedrohungslagen, unbemannte Systeme, künstliche Intelligenz und immer komplexere Einsatzszenarien verändern die Anforderungen an die militärische Ausbildung grundlegend. Der Mensch und seine militärischen Fähigkeiten stehen jedoch nach wie vor im Zentrum des Gefechts. Neue Technologien und Verfahren müssen schnell aufgegriffen und verinnerlicht werden, um Soldatinnen und Soldaten auf verschiedene Einsatzszenarien vorzubereiten.
Anwendungsszenarien zu entwickeln und so letztendlich ihre Einsatzbereitschaft auf ein noch höheres Niveau zu heben. ‚Train as you fight‘ – diesem Grundsatz kommen wir mit dem virtuellen Handlungstrainer einen entscheidenden Schritt näher,“ so Generalleutnant a. D. Joachim von Sandrart, ehemaliger Kommandeur des Multinationalen Korps Nordost zur Einführung des virtuellen Handlungstrainers bei Spezialkräften und spezialisierten Kräften.
Der Virtuelle Handlungstrainer wurde gemeinsam mit der Bundeswehr entwickelt. Im Auftrag des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und in enger Zusammenarbeit mit der Wehrtechnischen Dienststelle 91 entstand eine digitale Ausbildungsplattform. Dabei wurde die Plattform kontinuierlich an die Anforderungen moderner militärischer Ausbildung angepasst und beginnend ab März 2026 für die Bundeswehr beschafft.
Immersive Trainings an jedem Ort Die Plattform ermöglicht VR-Ausbildungsumgebungen für alle militärischen Bereiche der Bundeswehr, darunter Heer, Marine, Luftwaffe, Unterstützungskräfte (Feldjäger), Spezialkräfte und spezialisierte Kräfte. Das System ist dabei hoch mobil: In Rollcases verpackt, lässt es sich aufwandsarm an jeden beliebigen Ort verlegen und in kurzer Zeit aufbauen. Das bedeutet, Sporthallen, Fahrzeughallen und andere Räume können als immersive Trainingszentren genutzt werden. Mehrere Nutzer bewegen sich dabei frei in derselben virtuellen Umgebung und interagieren miteinander.
Einsatzrelevant und maximal real Die digitale Plattform verbindet erstmals immersive Trainingsszenarien, Simulation und die realitätsnahe Einbindung einsatzrelevanter Ausrüstung in einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur. Soldatinnen und Soldaten trainieren mit denselben Einsatzmitteln, die sie auch im realen Einsatz verwenden. Das Spektrum reicht vom neuen Sturmgewehr G95 über Einsatzmittel der Feldjäger wie Schlagstock, Taschenlampe, DEIG, Reizstoffsprühgerät und Handfesseln bis hin zu medizinischer Ausrüstung, Handgranaten und Knicklichtern. Jede Übung lässt sich vollständig digital auswerten. Bewegungen, Kommunikation, Entscheidungen und taktische Abläufe werden objektiv erfasst und analysiert. Dadurch werden Ausbildungsergebnisse messbar. Verfahren können validiert und taktische Konzepte gezielt weiterentwickelt werden. „Die militärische Ausbildung und Beübung unserer Soldatinnen und Soldaten in der virtuellen Realität ist ein Meilenstein. Was HOLOGATE im Auftrag des BAAINBw entwickelt hat, trifft den akuten Bedarf an einer modernen, flexiblen, bedarfsgerechten und gefechtsrealen Ausbildungs- und Übungslandschaft, und das vollständig im digitalen Raum. Mit den ersten Systemen für Spezialkräfte und spezialisierte Kräfte erhalten diese nun die Möglichkeit, eigene
Neue Ausbildungsplattform hat großes Potenzial „Der Virtuelle Handlungstrainer führt die Ausbildung der Bundeswehr in die nächste Generation. Das Trainieren in der virtuellen Realität hält für Trainer und Schützen fast unbegrenzte digitale Möglichkeiten bereit. Dabei geht es nicht nur um die Schießausbildung. Verhalten, Gruppendynamik, Agieren unter Stress – bereits heute setzen Polizeikräfte in Deutschland und der Schweiz auf unsere Systeme. Wir freuen uns, jetzt mit der Bundeswehr die nächsten Schritte zu gehen – mit großem Potenzial für mehr!“, so Leif Petersen, Gründer und CEO von HOLOGATE. Robert Fankhänel, COO und Co-Founder von HOLOGATE, ergänzt: „Der Vertrag mit der Bundeswehr und die Auslieferung der ersten Systeme sind ein wichtiger Schritt für das Unternehmen. Weitere sollen folgen: Schon heute kann unser System Drohnen jeglicher Größe und Bauart virtuell realistisch in den Szenarien darstellen. Diesen Bereich wollen wir gezielt für die Ausbildung von Drohnenpiloten, aber auch das Verhalten von Soldaten unter Drohnenbedrohung ausbauen. Hier sind uns im digitalen Raum keine Grenzen gesetzt.“
Sie haben XR-Training gemeinsam mit der Bundeswehr über mehrere Jahre erprobt. Wo liegt der konkrete Mehrwert? Entscheidend war, Evidenz zu schaffen. Das Feedback der Soldaten floss direkt in die Entwicklung ein. Ein großer Vorteil ist die Auswertung: In den Aufzeichnungen lässt sich nachvollziehen, wohin jemand geschaut, wann er geschossen und wie er reagiert hat. Das schafft eine präzisere Grundlage für die Nachbesprechung. Durch KI werden Szenarien dynamischer: Virtuelle Personen können mit den Trainierenden sprechen und auf ihr Verhalten reagieren. Der Ausbilder behält jedoch die Kontrolle darüber, wann eine Situation eskaliert oder deeskaliert. Die Entscheidungshoheit bleibt beim Menschen.
„DAS FEEDBACK DER SOLDATEN FLOSS DIREKT IN DIE ENTWICKLUNG EIN.“ Im Ernstfall müssen Soldaten unter Stress entscheiden. Wie realistisch lässt sich das simulieren? Wir können über Sensoren erkennen, wie sich das Stressniveau während einer Übung entwickelt, und Stressoren gezielt verändern – etwa Lärm oder zusätzliche virtuelle Akteure. Der Umgang mit Stress lässt sich so trainieren. Bundeswehr und NATO-Partner müssen mehr Menschen schneller ausbilden. Welchen Beitrag kann XR dabei leisten? Nehmen Sie Drohnen: Fähigkeiten, die schnell in der Breite benötigt werden, lassen sich virtuell trainieren. Ein Ausbilder kann mehrere Personen gleichzeitig und standortübergreifend trainieren. Das kann helfen, knappe Ausbildungskapazitäten besser einzusetzen. Was muss auch künftig real trainiert werden? Das Realtraining werden wir nicht ersetzen. Wenn neben Ihnen ein Panzer feuert, ist das ein anderes Stressniveau als in VR. Und auch Menschenführung und soziale Fähigkeiten lassen sich nicht einfach virtualisieren. Technologie kann Handlungsabläufe vorbereiten und festigen. Die entscheidende Verantwortung aber bleibt beim Menschen.
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Diese Artikel sind in Zusammenarbeit mit der Panasonic Connect Europe GmbH entstanden.
Fotos: Panasonic Connect Europe GmbH
ROBUSTE IT SICHERT MILITÄRISCHE HANDLUNGSFÄHIGKEIT Moderne Streitkräfte sind auf Daten angewiesen, die sich sicher in Entscheidungen übersetzen lassen. Im Interview erläutert Patrick Muff, Manager für Verteidigung bei Panasonic Toughbook, was das für die IT im Gefechtsfeld bedeutet. Texte Miriam Rauh Herr Muff, welche Bedeutung haben Daten heute für die Verteidigung? Satelliten, Drohnen, Fahrzeuge und Radarsysteme erzeugen Daten. Entscheidend ist, aus ihnen relevante Inhalte zu filtern, zusammenzuführen und schnell weiterzuleiten. Soldaten brauchen nicht nur Feuerkraft – sie brauchen Zugriff auf die richtigen Informationen zur richtigen Zeit. Warum gewinnt EdgeComputing an Bedeutung? Im Einsatz können Verbindungen unterbrochen oder gezielt gestört werden. Deshalb müssen Daten dort verarbeitet werden, wo sie entstehen: direkt im Fahrzeug oder beim Drohnenoperator. Das beschleunigt die Auswertung und verringert die Abhängigkeit von Rechenzentren. Die Endgeräte müssen zuverlässig und energieeffizient sein, ausreichend Rechenleistung bieten und sichere Kommunikation ermöglichen. Im digitalen Gefechtsfeld ist die Frage nicht mehr nur, wo die Daten gespeichert werden. Entscheidend ist, wo die Daten in militärische Entscheidungen übersetzt werden können. Wie lässt sich die Kontrolle über Daten sichern? Daten bringen nur dann einen Vorteil, wenn Transport, Auswahl, Verarbeitung und Speicherung geschützt sind. Daher müssen Streitkräfte die Datenhoheit behalten, mit im eigenen Land gehosteten Cloudlösungen und kontrollierbaren Kom-
munikationswegen. Auch Hardware muss vom Werk bis zum Einsatz auf Manipulationen überprüfbar sein. Welche Eigenschaften braucht mobile Hardware im Gefechtsfeld? Die Geräte müssen robust sein; das bedeutet, sie müssen im Einsatz Stürzen, Staub, Wasser und extremen Temperaturen widerstehen können, aber auch bei gestörten Netzen, elektromagnetischen Einflüssen, Cyberbedrohungen oder Stromproblemen funktionieren.
„SOLDATEN
BRAUCHEN NICHT NUR FEUERKRAFT – SIE BRAUCHEN ZUGRIFF AUF DIE RICHTIGEN INFORMATIONEN ZUR RICHTIGEN ZEIT.“ Zudem braucht es anpassbare Technik, etwa austauschbare Speicher, Schnittstellen und Kommunikationsmodule, die den Lebenszyklus verlängern können. Ebenso wichtig sind planbare Lieferketten, Ersatzteile, Wartung und Support. Zertifizierte Tablets und Notebooks aus dem Rugged Segment lassen sich zudem durch austauschbare Komponenten an die speziellen Anforderungen im Verteidigungsumfeld anpassen. Panasonic-Toughbook-Geräte sind ein Beispiel für diesen Ansatz.
MOBILE TECHNIK FÜR ANSPRUCHSVOLLE MISSIONEN
Militärische IT muss sich in bestehende Systeme einfügen, mobil und anpassbar sein. Panasonic Toughbook setzt dafür auf robuste Bauweise, austauschbare Komponenten und konfigurierbare Sicherheit. Im digitalen Gefechtsfeld bedeutet Robustheit mehr als Schutz vor Stürzen, Spritzwasser und Staub. Toughbook-Tablets und -Notebooks sind auch für extreme Temperaturen von minus 29 bis 63 Grad ausgelegt und erfüllen den Militärstandard MIL-STD-810H. Erweiterungsbereiche erlauben es, Speicher, Schnittstellen und Kommunikationsmodule an jeden Auftrag anzupassen. Für das Toughbook 40 Tactical beispielsweise ist ein Modul von roda computer mit bis zu drei militärischen Rundsteckern erhältlich. Es ermöglicht die Integration in Ketten- und Radfahrzeuge. Verschlüsselte SSDs ergänzen die Konfigurationen. Energie ohne Unterbrechung In mobilen Gefechtsständen oder bei längeren Wartungseinsätzen ist Strom nicht immer verfügbar. Wechselbare Akkus und Hot-Swap-Konzepte ermöglichen den Akkutausch, ohne die Arbeit am Gerät zu pausieren. Je nach Modell stehen größere Akkus oder Zweitakkus zur Verfügung, mit Laufzeiten von bis zu 24 Stunden. Sicherheit ab Werk Toughbook Guard prüft die Hardware vor dem Systemstart anhand eines genehmigten Profils, sodass Veränderungen erkannt und nicht autorisierte Komponenten blockiert werden. Die Konfiguration lässt sich vom Werk bis zum Einsatz kontrollieren. Entnehmbare Quick-Release-SSDs erlauben es, sensible Daten getrennt vom Gerät aufzubewahren. Für die Toughbook-Modelle 40 und 56 ist optional eine ViasatDARC-SSD mit AES-256-Hardwareverschlüsselung, Anti-Clone-Funktion und ZweiFaktor-Authentifizierung beim Systemstart erhältlich. Über Toughbook Secure können Geräte zudem ohne WLAN, Bluetooth, Kamera oder Mikrofon bereitgestellt werden. Fest integriert, flexibel einsetzbar Getestete Halterungen und Docks machen das Toughbook im Fahrzeug zur Arbeitsstation. Bei Bedarf lässt sich das Gerät entnehmen und an anderer Stelle weiterverwenden, etwa für Wartung, Einsatzsteuerung oder Dokumentation. Fahrzeughalterungen und militärische Anschlüsse ermöglichen die Integration in unterschiedliche Fahrzeugtypen. So wird robuste IT zur Grundlage verlässlicher digitaler Handlungsfähigkeit im Einsatz.
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Fotos: Lockheed Martin
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Lockheed Martin entstanden.
WARUM DIE ZUKUNFT DER VERTEIDIGUNG IN STARKEN TRANSATLANTISCHEN INDUSTRIEPARTNERSCHAFTEN LIEGT
„Gemeinsam für heute und für die Zukunft zu bauen, wird es den europäischen und NATO-Verbündeten ermöglichen, effektiv und mit gemeinsamem Ziel zusammenzuarbeiten“, sagt Dr. Göge.
Im neuen Sicherheitsumfeld muss sich das transatlantische Verteidigungsökosystem weiter zu langfristigen Partnerschaften zwischen dem US-Verteidigungssektor und den europäischen Verbündeten entwickeln. Text Tony Greenway
S
eit 2022 hat sich die Beziehung zwischen der USVerteidigungsindustrie und ihren europäischen Verbündeten erheblich weiterentwickelt.
Die Bedrohungswahrnehmung Europas hat sich seit der russischen Invasion der Ukraine radikal verändert und einen Bewusstseinswandel hin zu Abschreckung, Resilienz, Einsatzbereitschaft und industrieller Kapazität beschleunigt. Die NATOVerbündeten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben, füllen ihre Bestände wieder auf und legen größeren Wert darauf, dass kritische Fähigkeiten in großem Maßstab produziert, aufrechterhalten und modernisiert werden können. „Europäische Regierungen erwarten zunehmend industrielle Beteiligung, souveräne Fähigkeiten, lokale Fertigung, Instandhaltungskapazität und technologische Zusammenarbeit als integrale Bestandteile jeder langfristigen Verteidigungsbeziehung“, erklärt Dr. Dennis Göge, Chief Executive und Vice President Europa beim US-amerikanischen Verteidigungsund Luftfahrtkonzern Lockheed Martin. „Lockheed Martin wurde als eines der ersten Unternehmen der Erwartung gerecht, dass Firmen aus der Verteidigungsindustrie in den Märkten präsent sein sollten, in denen sie verkaufen – sei es durch Partnerschaften mit heimischen Unternehmen, wie wir es in Ländern wie Deutschland, Italien, Norwegen oder Finnland tun, oder durch den Betrieb eigener Fertigungsstätten, wie etwa in Großbritannien und in Polen, wo wir in Anlagen investieren und europäische Jobs schaffen.“
Ausbau der Partnerschaften mit der europäischen Industrie Dr. Göge weist darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin in strategische Partnerschaften mit der europäischen Industrie investieren wird, weil es überzeugt ist, dass diese Fähigkeiten für die langfristige Einsatzbereitschaft und Resilienz der NATO unverzichtbar sind.
„DIE BEDROHUNGSWAHRNEHMUNG EUROPAS HAT SICH SEIT DER RUSSISCHEN INVASION DER UKRAINE RADIKAL VERÄNDERT UND EINEN BEWUSSTSEINSWANDEL HIN ZU ABSCHRECKUNG, RESILIENZ, EINSATZBEREITSCHAFT UND INDUSTRIELLER KAPAZITÄT BESCHLEUNIGT.“ Dr. Dennis Göge Chief Executive and Vice President, Europe, Lockheed Martin
Er betont, dass der Erfolg zunehmend von Faktoren wie gemeinsamer Entwicklung, technologischer Zusammenarbeit und Interoperabilität abhängen wird.
„Deshalb ist das F-35-Programm so erfolgreich. Dies ist derzeit das fortschrittlichste und am besten vernetzte Kampfflugzeug der Welt und bildet den Grundpfeiler der Luftüberlegenheit und Interoperabilität innerhalb der NATO. Es bietet nicht nur mehreren Verbündeten eine hochleistungsfähige Plattform, sondern bindet auch die Industrien vieler dieser Nationen in die Herstellung dieser Plattform ein – oft auf Komponenten- und Subsystemebene entlang der Lieferkette, wo kritische Technologien, ingenieurtechnisches Fachwissen und Innovation entwickelt werden. Dort wird industrielle Kapazität aufgebaut, und dort werden langfristige Fähigkeit und Resilienz in einzelnen Nationen und über Allianzen hinweg gesichert.“
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Wie sich die Lücke zwischen Innovation und operativer Fähigkeit schließen lässt Fortschrittliche Technologie steht im Zentrum der Verteidigungsinnovation. Doch der Erfolg erfordert auch abgestimmte Finanzierung, agile Beschaffung und industrielle Kapazität, um Lösungen schnell zu skalieren.
„I
nnovation mit Tempo“ ist inzwischen eine Formulierung, die in nahezu jedem Strategie-Dokument innerhalb der NATO auftaucht. Aus Sicht der Industrie geht es dabei jedoch nicht einfach darum, sich schneller durch bestehende Prozesse zu bewegen. Es erfordert, die Voraussetzungen zu schaffen, die eine rasche Anpassung ermöglichen, bevor eine formale Anforderung ausgegeben wird.
Eine Möglichkeit, mit der Lockheed Martin sicherstellt, dass seine stark nachgefragten Fähigkeiten schneller und in größerer Menge gefertigt werden können, sind Projekte zur Koproduktion mit seinen Industriepartnern. So plant Lockheed Martin derzeit beispielsweise gemeinsam mit dem Technologiekonzern Rheinmetall die Schaffung eines Joint Ventures in Deutschland für die Fertigung von ATACMS-Flugkörpern. „Kooperationen werden der Schlüssel sein, um das Fertigungstempo zu erhöhen und damit starke Bestände sowie Versorgungssicherheit in ganz Europa zu gewährleisten“, erklärt Göge. „Ein hervorragendes Beispiel ist die F-35. 25 Prozent der Wertschöpfung des F-35-Programms wird in Europa generiert. Unter
anderem arbeiten wir mit Rheinmetall in Deutschland, Patria in Finnland und BAE Systems im Vereinigten Königreich zusammen, um wesentliche Bestandteile jeder weltweit verkauften F-35 herzustellen. Mit Leonardo betreiben wir zudem eine F-35-Endmontage- und Kontrollanlage (FACO) in Cameri, Italien.“ Den Weg vom Konzept zum Einsatz verkürzen Digital Engineering ist ein weiteres zentrales Element rascher Anpassung. Tatsächlich hat das Unternehmen immer wieder gezeigt, dass digitale Entwicklung es Konstruktions-, Fertigungsund Instandhaltungsteams ermöglicht, aus einer gemeinsamen Datenumgebung heraus zu arbeiten – wodurch Nacharbeit reduziert, Tests beschleunigt und der Weg vom Konzept zum Einsatz verkürzt werden. Sein strategischer Investmentarm, Lockheed Martin Ventures, arbeitet mit mehr als 120 Unternehmen weltweit zusammen, um aufkommende Technologien zu entwickeln, die die nächste Generation von Verteidigungs- und Luftfahrtfähigkeiten prägen werden. Seit Sommer 2026 wird mit der Schaffung von LM Ventures Europe auch der besonderen Dynamik in der Region Rechnung getragen.
Die industrielle Basis stärken – und damit die Einsatzbereitschaft der Verbündeten Das widerstandsfähigste Lieferkettenmodell für die Verteidigung ist ein belastbares diversifiziertes und interoperables Industrienetzwerk, das globale Skalierung mit souveräner nationaler Fähigkeit verbindet.
I
m heutigen Verteidigungssektor ist die Sicherheit der Lieferkette ein Kernelement der nationalen Sicherheit. Für Göge besteht der beste Weg zur Optimierung der Resilienz von Lieferketten in einem belastbaren diversifizierten und interoperablen Industrienetzwerk – einem, das globale Skalierung mit souveräner nationaler Fähigkeit verbindet.
Autonomie und Interdependenz schließen sich nicht gegenseitig aus In jüngster Zeit haben Regierungen jedoch – getragen von der politischen Dynamik hinter der europäischen strategischen Autonomie – verstärkt heimische Lieferketten aufgebaut.
Um sicherzustellen, dass kommerziell abgeleitete Fähigkeiten rasch in Verteidigungsprogramme integriert werden können, ist das Unternehmen auch führend bei der Entwicklung und Einführung von Cloud-Computing, 5G, Autonomie, Datenanalyse – und KI. Tatsächlich arbeitet das Unternehmen seit Jahrzehnten mit KI, um seine Systeme intelligenter, sicherer und stärker vernetzt zu machen.
„KOOPERATIONEN WERDEN DER SCHLÜSSEL SEIN, UM DAS FERTIGUNGSTEMPO ZU ERHÖHEN UND DAMIT STARKE BESTÄNDE SOWIE VERSORGUNGSSICHERHEIT IN GANZ EUROPA ZU GEWÄHRLEISTEN.“ „Letztlich geht es bei Innovation mit Tempo weniger darum, einzelne Programme zu beschleunigen, als vielmehr darum, ein Verteidigungsökosystem zu schaffen, das sich kontinuierlich weiterentwickeln kann“, sagt Dr. Göge. „Erfolgreich werden jene Organisationen sein, die früh investieren, kontinuierlich experimentieren und beim Problem des Kunden mit Lösungen ankommen, die sich bereits in Entwicklung befinden – anstatt auf ein Dokument mit Anforderungen zu warten.“
„Die eigentliche Herausforderung besteht nicht in Autonomie versus Interdependenz, sondern darin, sicherzustellen, dass Europas wachsende verteidigungsindustrielle Kapazität die Einsatzbereitschaft der Verbündeten stärkt“, merkt er an. „Wenn europäische Investitionen mehr Fertigungskapazität, stärkere Lieferketten, schnellere Instandhaltung und größere operative Resilienz hervorbringen – bei gleichzeitiger Wahrung gemeinsamer Standards und Interoperabilität –, dann stärkt dies sowohl die europäische Souveränität als auch die kollektive Abschreckung der NATO. Spannungen entstehen nur dann, wenn Industriepolitiken zu Fragmentierung, Doppelstrukturen oder Barrieren führen, die die Fähigkeit verbündeter Streitkräfte und Industrien zur Zusammenarbeit verringern.“
„Eine global vernetzte Lieferkette bietet Skalierung, Innovation und Aufwuchskapazität, während die lokale industrielle Beteiligung die Einsatzbereitschaft stärkt, nationale Volkswirtschaften unterstützt und Regierungen die Gewissheit gibt, dass kritische Fähigkeiten aufrechterhalten werden können, wenn sie am dringendsten benötigt werden“, sagt er. Lockheed-Martin-Chairman und CEO Jim Taiclet hat wiederholt argumentiert, dass der Vorteil der NATO daraus entsteht, dass die Verbündeten in der Lage sind, „als ein Kampfverband zu agieren“ – ermöglicht durch gemeinsame Standards, geteilte industrielle Kapazität über Nordamerika und Europa hinweg – sowie durch interoperable Systeme. Die Interoperabilität militärischer Plattformen ist gegenwärtig sicherlich ein wichtiges Thema, da diese den Austausch von Informationen und Daten zwischen den Verbündeten erleichtern. Ein Beispiel ist die F-35, die in der Lage ist, Daten aus Systemen wie der militärischen Satellitenkommunikation rasch zu sichten und zu teilen – an Kräfte zu Land und zu See, die kompatible interoperable Plattformen wie Aegis-fähige Fregatten oder Effektoren wie THAAD- und PAC-3-Flugkörpersysteme betreiben.
Doch Autonomie bedeutet nicht, die transatlantische Interdependenz über Bord zu werfen, sagt Dr. Göge. Im Gegenteil: Die Allianz wird gestärkt, wenn stärkere europäische Investitionen in Verteidigungsproduktion, Instandhaltung und Innovation mit einem breiteren transatlantischen Ökosystem verbunden werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: lockheedmartin.com
20 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Hypria entstanden.
hypria.one
WENN NETZE AUSFALLEN, MUSS KOMMUNIKATION WEITERGEHEN Foto: Getty Images
Krisenstäbe, Behörden und Einsatzkräfte brauchen Kommunikation genau dann, wenn die gewohnten Wege nicht mehr zuverlässig zur Verfügung stehen. Das gilt im Bevölkerungsschutz ebenso wie in der Zivilen Verteidigung und der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Hypria denkt Notfallkommunikation deshalb als Gesamtsystem – von terrestrischen und satellitengestützten Netzen über lokale Infrastruktur und Energieversorgung bis zu klaren Betriebsabläufen. Mit dem Projekt APOLLON entsteht darauf eine KI-gestützte Ebene, die aus reiner Information einen Dialog zwischen Bevölkerung und Behörden macht. Text Robert Peter
Notfallkommunikation ist mehr als eine Ersatzleitung Ein Stromausfall, eine beschädigte Kabeltrasse, ein überlastetes Mobilfunknetz oder der Ausfall eines Providers: Aus einer angespannten Lage wird binnen kurzer Zeit ein Kommunikationsproblem. Für Führungsstellen, Krisenstäbe, technische Außenstellen und mobile Einsatzorte geht es dann nicht um Komfort, sondern um Lagebilder, Karten, sichere Zugänge, Dokumentenaustausch und priorisierte Dienste – die Grundlage jeder koordinierten Reaktion.
Abhängigkeit von lokal betroffenen Kabel- oder Mobilfunknetzen; Amazon Leo erweitert das Spektrum um eine weitere leistungsfähige LEO-Plattform. Hypria verfolgt dabei einen technologieoffenen Multi-LEOAnsatz: Nicht die Marke eines einzelnen Weges steht im Mittelpunkt, sondern sein sinnvoller Einsatz in einer belastbaren Gesamtarchitektur. Satellitenkommunikation ist eine wichtige Rückfallebene – aber kein isoliertes Notfallkonzept.
APOLLON: Wenn aus Verbindung Verständigung wird Eine verfügbare Verbindung ist die Voraussetzung für Kommunikation – sie beantwortet aber noch keine Frage. In einer Gefahrenlage wollen Menschen wissen: Was bedeutet die Situation für meinen Standort? Wie soll ich mich verhalten? Wo finde ich Unterstützung? Mit APOLLON entwickelt Hypria ein hochverfügbares, KI-gestütztes und bidirektionales Informations- und Kommunikationsökosystem für Bevölkerung und Behörden.
„NOTFALLKOMMUNIKATION IST KEIN EINZELNER ANSCHLUSS. SIE IST EINE VORBEREITETE, GETESTETE UND BEHERRSCHBARE GESAMTLÖSUNG.“
Foto: Shutterstock, 2688927121
APOLLON ist keine weitere reine Warn-App. Bürgerinnen und Bürger sollen Informationen erhalten, unmittelbar Fragen stellen, Rückmeldungen geben und Unterstützungsbedarf mitteilen können – verständlich, sicher und unkompliziert vor Ort. Verantwortliche Stellen können relevante Informationen bereitstellen, Rückmeldungen strukturiert aufnehmen und auch in dynamischen Lagen den Überblick behalten. Die künstliche Intelligenz macht Informationen verständlicher zugänglich, ersetzt aber weder behördliche Zuständigkeiten noch menschliche Entscheidungen. So verbindet APOLLON zwei Ebenen, die in Krisen zusammengehören: die belastbare technische Verbindung und die verständliche Kommunikation über sie. Die erste Vorstellung ist für Anfang Oktober 2026 vorgesehen.
Genau hier setzt Hypria an und versteht Notfallkommunikation als Zusammenspiel technischer, organisatorischer und betrieblicher Maßnahmen. Festnetz, Mobilfunk und Satellit stellen unterschiedliche Übertragungswege bereit. Belastbar wird eine Lösung aber erst, wenn auch die lokale Verteilung über WLAN und LAN, sichere Netzwerkübergänge, geeignete Endgeräte, ausreichende Energie und klare Zuständigkeiten mitgedacht werden. Entscheidend ist nicht allein, ob eine zweite Verbindung existiert, sondern ob ein Gesamtsystem den Ausfall erkennt, wichtige Dienste priorisiert, kontrolliert umschaltet und auch unter Zeitdruck sicher bedient werden kann. Dokumentation, Einweisung und realistische Funktionstests machen aus vorhandener Technik erst eine praktisch nutzbare Rückfallebene. Konzipiert werden solche Lösungen für stationäre Führungs- und Verwaltungsstandorte ebenso wie für transportable Einsatzstellen, temporäre Lagezentren, Ausweichstandorte und fahrzeugnahe Anwendungen. Das volle Potenzial von Starlink und Amazon Leo Für die LEO-Satellitenkommunikation arbeitet Hypria eng mit wirelessmaxx zusammen – autorisierter Starlink-Business-Partner und offizieller Amazon-LeoPartner für Deutschland. Das Unternehmen hat bereits zahlreiche Behörden und öffentliche Einrichtungen beliefert und umfassend betreut: von Beratung und Auswahl über Beschaffung, Integration und Inbetriebnahme bis zur Unterstützung im laufenden Betrieb. Gemeinsam erschließen beide Partner das volle Potenzial dieser Netze für die professionelle Notfallkommunikation. Starlink Business bietet einen zusätzlichen breitbandigen Übertragungsweg und reduziert die
Auch sie braucht Strom, geeignete Standorte, funktionsfähige Endgeräte und eingewiesenes Personal. Erst Router- und Firewall-Integration, lokales WLAN und LAN, Priorisierung und ein vorbereitetes Betriebskonzept formen daraus eine einsatzfähige Kommunikationslösung. Kommunikation als Voraussetzung für ZMZ und Zivile Verteidigung Besondere Bedeutung gewinnt diese Fähigkeit dort, wo zivile und militärische Akteure koordiniert zusammenarbeiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beschreibt die Zivil-Militärische Zusammenarbeit als das Zusammenwirken ziviler Organisationen mit den Streitkräften – etwa in der Landes- und Bündnisverteidigung, der Gefahrenabwehr und bei Hilfeleistungen im Katastrophenfall. Die Zivile Verteidigung wiederum bildet den nichtmilitärischen Teil der Gesamtverteidigung: Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, Zivilschutz, Versorgung der Bevölkerung und Unterstützung der Streitkräfte. Belastbare Kommunikation ist in all diesen Bereichen eine Querschnittsvoraussetzung. Führungsstellen müssen erreichbar bleiben, Lageinformationen zwischen Organisationen ausgetauscht und temporäre Standorte sicher eingebunden werden. Hyprias Ansatz schafft dafür eine anpassbare Grundlage – für zivile Krisenstäbe, Einsatzorganisationen, öffentliche Einrichtungen, Betreiber kritischer Infrastruktur und Verbindungsstellen der ZMZ. Die Lösung ersetzt dabei weder hoheitliche Führung noch militärische Systeme, sondern unterstützt die technische Erreichbarkeit, auf der koordinierte Entscheidungen aufbauen.
Hypria & wirelessmaxx – LEO-Kompetenz aus einer Hand •
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Technologieansatz: Technologieoffener Multi-LEO-/ Multi-WAN-Ansatz: Festnetz, 5G, Starlink, Amazon Leo in einer Gesamtarchitektur Gesamtintegration: LEO-Konnektivität kombiniert mit lokaler Netztechnik, Sicherheit, Energieversorgung, Dokumentation und Tests In Entwicklung: APOLLON – KI-gestütztes, bidirektionales Informations- und Kommunikationsökosystem; erste Vorstellung Anfang Oktober 2026
Hypria entwickelt Notfallkommunikation vom Übertragungsweg bis zur verständlichen Information – technologieoffen, vorbereitet und für reale Einsatzlagen konzipiert. Erste Vorstellung von APOLLON: Anfang Oktober 2026. Weitere Informationen finden Sie unter: hypria.one/starlink-notfallkommunikation
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Diese Artikel sind in Zusammenarbeit mit der ND SatCom GmbH entstanden.
Fotos: ND SATCOM
Satellitenkommunikation schafft eine zusätzliche, unabhängige Ebene – und ermöglicht Verbindungen auch dort, wo terrestrische Infrastruktur nicht vorhanden, zerstört oder gestört ist. Dabei wird es künftig nicht allein um GEO oder LEO gehen. Unterschiedliche militärische und kommerzielle Konstellationen müssen so miteinander verknüpft werden, dass ihre jeweiligen Stärken zum Tragen kommen. Auch NATO und EU entwickeln ihre Kommunikationsarchitekturen zunehmend in Richtung resilienter, vernetzter Multi-Orbit-Ansätze. Vom Sensor zur Wirkung Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht allein durch neue Plattformen und Waffensysteme. Sie setzt voraus, dass diese Systeme auch unter schwierigsten Bedingungen miteinander kommunizieren und der Informationsstrang von der Aufklärung bis zur Wirkung im Verbund – Sensor to Effector – zuverlässig funktioniert. Genau hier entscheidet sich, ob Investitionen in Technik im Einsatz tatsächlich wirksam werden.
OHNE RESILIENTE KOMMUNIKATION KEINE VERTEIDIGUNGSFÄHIGKEIT Die Zukunft der Verteidigung ist digital und vernetzt. Wer militärische Handlungsfähigkeit sichern will, muss nicht nur in Plattformen und Satelliten investieren – sondern in die Fähigkeit, jederzeit sicher, resilient und souverän zu kommunizieren. Text Maximilian Schlüter
M
oderne Streitkräfte operieren zunehmend vernetzt. Informationen und Daten müssen zwischen Führungsstellen, Sensoren und Effektoren über alle Dimensionen – Land, Luft und See – zuverlässig ausgetauscht werden. Kommunikation ist damit nicht länger ein unterstützender Faktor, sondern eine Grundvoraussetzung militärischer Handlungsund Führungsfähigkeit. Mit der veränderten Sicherheitslage in Europa und dem steigenden Tempo moderner Operationen wächst diese Abhängigkeit weiter – und mit ihr die Verwundbarkeit, wenn Verbindungen ausfallen. Wenn das Netz selbst zum Ziel wird Gleichzeitig werden Kommunikationsnetze heute selbst zum militärischen Ziel. Jamming, Cyberangriffe oder physische Angriffe auf die Infrastruktur können einzelne Kommunikationswege ausfallen lassen und damit die operative Handlungsfähigkeit unmittelbar beeinträchtigen. Resilienz bedeutet daher weit mehr als zusätzliche
Bandbreite: Kommunikationsarchitekturen müssen bei Störungen, Ausfällen und physischen Angriffen ebenso funktionsfähig bleiben wie bei hohen Mobilitätsanforderungen – und dabei jederzeit auf alternative Übertragungswege ausweichen können. Entscheidend ist nicht, ob eine einzelne Verbindung angegriffen wird, sondern ob das Gesamtsystem den Ausfall auff ängt, ohne die Führungsfähigkeit zu verlieren.
„IN DER VERTEIDIGUNG WERDEN ZUVERLÄSSIGKEIT, SICHERHEITSFUNKTIONEN UND NICHT-ORTBARKEIT PRAKTISCH JEDEN TAG WICHTIGER.“ Alexander Müller-Gastell CEO bei ND SatCom Souveränität entsteht nicht durch Kapazität allein Wer über europäische oder deutsche Souveränität im Weltraum spricht, denkt heute zuerst an Satelliten und Konstellationen. Doch der Zugriff auf Kapazitäten allein schafft noch keine souveräne Kommunikationsfähigkeit.
SKYWAN 7X – gebaut für den Ernstfall Als Anbieter von Satellitenkommunikationslösungen entwickelt und integriert ND SatCom seit mehr als 30 Jahren Modems, Netzwerk- und Managementlösungen sowie vollständige Kommunikationsnetze für militärische und staatliche Anwendungen. Mit SKYWAN 7X hat das Unternehmen eine Modemplattform entwickelt, die gezielt auf militärische Anforderungen zugeschnitten ist: resiliente Netzwerkarchitekturen, hohe Verfügbarkeit und sichere Kommunikation unter extremen Bedingungen. „Aufgrund der geopolitischen Lage in Europa liegt unser Fokus heute klar auf dem Verteidigungs- und NATO-Geschäft. Mit SKYWAN 7X bringen wir dafür unsere jüngste Entwicklung auf den Markt“, sagt Alexander Müller-Gastell, CEO von ND SatCom. Die Hardware ist nach AECTP-Standards für Schock, Vibration und EMV qualifiziert. Sicherheit ist konsequent mitgedacht: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, eine zertifikatsbasierte Architektur sowie robuste Übertragungsverfahren schützen vor Aufklärung, Manipulation und Störsignalen. Das intelligente Mesh-Konzept MeshIQ überwacht die Übertragungsparameter kontinuierlich und hält das Netz auch dann stabil, wenn einzelne Verbindungen unter Druck geraten. Als Lösung „Made in Germany“ zahlt SKYWAN 7X zugleich auf die technologische Souveränität ein – und damit auf mehr Sicherheit für die Truppe. Weil jedes Signal zählt Die Zukunft der Verteidigung wird zunehmend digital und vernetzt sein. Entscheidend ist am Ende nicht die Zahl der Plattformen, sondern die Gewissheit, jederzeit sicher, resilient und souverän kommunizieren zu können. Denn im Einsatz zählt jedes Signal. Anzeige
22 | Lesen Sie mehr auf zukunftstechnologien.info Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der ACTRANS GmbH entstanden.
DIE SYSTEME DER ZUKUNFT VON IHRER WIRKUNG HER DENKEN Der Krieg in der Ukraine zeigt ein enormes technologisches Tempo – und zugleich, wie schnell sich beide Seiten an den Gegner anpassen. Dr. Mike Körner, Gründer und Managing Partner von ACTRANS, über die Lehren aus der Ukraine, die Entwicklung zukünftiger Defence-Systeme und die Chancen für Neo-Primes, neue Marktteilnehmer und Investoren.
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Texte Maximilian Schlüter
Fotos: Mike
Das gleicht eher einer permanenten Evolution als einzelnen großen Durchbrüchen: Ein Vorteil kann binnen Wochen verloren gehen, keine Seite konnte bislang dauerhafte Überlegenheit erreichen.
Körn er
err Dr. Körner, was lehrt uns der Krieg in der Ukraine über Innovation in der Verteidigung? Wir sehen zunächst ein enormes Tempo – besonders bei unbemannten Systemen, Software und Space, wo Technologien in kurzen Zyklen entwickelt, eingesetzt und angepasst werden. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne technologische Sprung als die ständige Anpassung an den Gegner: Beide Seiten beobachten, adaptieren, stören und entwickeln Gegenmaßnahmen.
Hinzu kommt die Bedeutung von Masse: Wirkung entsteht auch aus Stückzahl, Verfügbarkeit und Nachschub, nicht allein aus dem einzelnen Hightech-System. Ebenso wichtig ist mir aber: Die Ukraine ist keine Blaupause für Deutschland oder die NATO. Wir müssen aus diesem Krieg lernen, ohne ihn kopieren zu wollen – und vor allem die Mechanismen hinter diesem Anpassungswettlauf verstehen, um daraus die richtigen Konsequenzen für unsere eigenen Fähigkeiten zu ziehen. Was bedeutet das für die Entwicklung der DefenceSysteme von morgen? Wir müssen Systeme konsequenter von der militä-
rischen Wirkung her denken und die Fähigkeiten des Gegners von Beginn an berücksichtigen. Am Anfang steht deshalb nicht die Frage, welche Technologie wir entwickeln können, sondern welche Wirkung wir erzielen wollen – und welche Fähigkeiten und Systeme wir dafür brauchen. Entscheidend sind die Bedingungen: In einem Peer-Konflikt trifft unser System auf einen Gegner, der aufklärt, stört, täuscht und bekämpft. Gerade dann muss es seine Wirkung entfalten können. Genau hier setzen wir bei ACTRANS an.
„EINE GUTE TECHNOLOGIE ALLEIN IST NOCH KEINE DEFENCESTRATEGIE.“ Dr. Mike Körner Gründer und Managing Partner von ACTRANS Wir verbinden Erkenntnisse aus aktuellen Konflikten mit Markt- und Wettbewerbskenntnis, dem Verständnis militärischer Anwendungen und technologischem Systemverständnis – über alle Domänen hinweg. So denken wir mit unseren Klienten von der erforderlichen Wirkung über die Fähigkeiten des Gegners bis zu eigenen Fähigkeiten und neuartigen Systemkonzepten. Technologische Innovation ist dabei nie Selbstzweck.
Gleichzeitig drängen Neo-Primes und Unternehmen aus anderen Industrien in den Defence-Markt. Was entscheidet über deren Erfolg? Defence braucht neue Technologien und neue Akteure. Unternehmen aus Software, KI, Space, Automotive und Robotik bringen Fähigkeiten mit, die für künftige militärische Systeme hochrelevant sein können. Aber eine gute Technologie allein ist noch keine Defence-Strategie. Neue Marktteilnehmer müssen verstehen, welchen militärischen Anwendungsfall sie adressieren, wie der Markt funktioniert, gegen wen sie antreten und wo sie sich differenzieren – und ob sie selbst Systemanbieter werden, sich in ein größeres System einfügen oder Partnerschaften eingehen wollen.
„DIE UKRAINE IST KEINE
BLAUPAUSE FÜR DEUTSCHLAND ODER DIE NATO. WIR MÜSSEN AUS DIESEM KRIEG LERNEN, OHNE IHN KOPIEREN ZU WOLLEN.“ Wir bringen Markt, Wettbewerb und militärische Anwendung zusammen und entwickeln daraus eine klare Positionierung und Markteintrittsstrategie. Und Defence verlangt langfristiges Engagement: Wer den Markt nur als kurzfristige Opportunität begreift, wird es schwer haben. Welche Rolle übernimmt ACTRANS in diesem neuen Defence-Ökosystem? Dr. Mike Körner: Unser Schwerpunkt liegt auf Strategie, Innovation und Markteintritt in Aerospace & Defence. Mit etablierten Defence-Unternehmen und Neo-Primes arbeiten wir an künftigen Fähigkeiten, neuen Systemen und den Strategien, aus denen erfolgreiche Produkte und Geschäftsfelder entstehen. Unternehmen aus anderen Industrien begleiten wir beim Eintritt in Defence – vom Markt- und Anwendungsverständnis über die Wettbewerbspositionierung bis zur Markteintrittsstrategie. Investoren unterstützen wir bei Commercial und Technical Due Diligences, wo eine klassische Marktbetrachtung nicht ausreicht: Man muss beurteilen, ob Technologie und Geschäftsmodell vor dem Hintergrund künftiger militärischer Anforderungen wirklich relevant und differenzierend sind. Verbunden werden diese Aufgaben durch unser Team, das strategische Beratung, tiefes Marktwissen und militärisch-technisches Systemverständnis über alle Domänen vereint. So beantworten wir mit unseren Klienten die entscheidende Frage: Welche Fähigkeiten und Systeme werden morgen zählen – und was müssen wir heute tun, um dort eine führende Position einzunehmen?
DER PARTNER FÜR DIE VERTEIDIGUNG VON MORGEN Der Verteidigungsmarkt verändert sich rasant – technologisch, industriell und strategisch. ACTRANS ist eine auf Aerospace & Defence spezialisierte Managementberatung, die genau in diesem Umfeld zu Hause ist. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen drei eng verzahnte Schwerpunkte: Strategie, Innovation und Markteintritt. Gegründet und geführt von Dr. Mike Körner, unterstützt das Unternehmen seine Klienten dabei, die Defence-Systeme von morgen konsequent von ihrer militärischen Wirkung her zu denken – und daraus tragfähige Strategien abzuleiten. Was ACTRANS auszeichnet, ist eine Kombination von Kompetenzen, die selten in einem Team zusammenkommt: strategische Beratung, tiefes Markt- und Wettbewerbsverständnis, Erkenntnisse aus aktuellen Konflikten, Expertise in militärischen Anwendungen sowie technologisches Systemverständnis über alle militärischen Domänen hinweg. Statt einzelne Plattformen isoliert zu betrachten, denkt das Team in Fähigkeiten und im Zusammenspiel von
Systemen – von der erforderlichen Wirkung über die Fähigkeiten eines Peer-Gegners bis zu neuartigen Systemkonzepten. So entstehen Empfehlungen, die zugleich technologisch fundiert, marktnah und militärisch belastbar sind. Zu den Klienten zählen etablierte Defence-Unternehmen ebenso wie Neo-Primes und Unternehmen aus anderen Hightech-Industrien, die neu in den Verteidigungsmarkt eintreten. Sie alle begleitet ACTRANS von der Positionierung über belastbare Systemkonzepte bis zur Markteintrittsstrategie. Hinzu kommen Private-Equity-Gesellschaften und Investoren, die ACTRANS insbesondere bei Commercial und Technical Due Diligences im Aerospace-&-Defence-Umfeld unterstützt. Hidden Champion 2026/27 Für diese Arbeit wurde ACTRANS als Hidden Champion 2026/27 im Bereich Aerospace & Defence ausgezeichnet. Der Hidden Champions Award besteht seit mehr als 20 Jahren und zeichnet spezialisierte Beratungsunternehmen aus; vergeben wird er von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) gemeinsam mit dem Wirtschaftsmagazin Capital.
Hidden Champion 2026/27 Aerospace & Defence: Dr. Mike Körner mit dem ACTRANS-Team.
Für ACTRANS besonders bedeutsam ist dabei weniger die Platzierung als die Grundlage der Auszeichnung: Sie beruht wesentlich auf der Bewertung durch die Kunden der Beratungen – und damit auf gelebter Zusammenarbeit, nicht auf einem reinen Ranking. Für die Klienten ist das ein sichtbares Qualitätsversprechen. Genau darin sieht ACTRANS die Bestätigung des eigenen Anspruchs: als spezialisierter Partner an der Seite jener zu stehen, die die Zukunft der Verteidigung gestalten.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.actrans.de
Advertorial
Robust, autark, unauffällig Warum Natrium-IonenTechnologie im Feld funktioniert
Der jahrelange Krieg der US-Armee gegen leicht bewaffnete Aufständische in Afghanistan und im Irak erwies sich als tödlicher als der gegen Saddam Husseins Panzerarmeen. Eine besonders undankbare Aufgabe: Im Diesel-Truck durch die karge Landschaft zu fahren, um abgelegene Standorte mit Treibstoff zu versorgen. Eine US-Studie errechnete für Afghanistan: Statistisch führte jede 24. Nachschubfahrt zu einem toten oder verwundeten Soldaten. Auch in der Heimat erweist sich Diesel zuweilen als Risiko fürs Militär. Das Lincoln Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) deckt bei regelmäßigen Energy Resilience Readiness Exercises auf US-Basen immer wieder dieselbe Schwachstelle auf: Notstromsysteme, die während längerer Stromausfälle nicht nachversorgt werden können. Paradox dabei: Ausgerechnet die Tankanlagen selbst hängen oft nicht am Notstromkreislauf. Genug Diesel ist da, aber keiner kann ihn abpumpen. Deutschland im Visier Was in den USA inzwischen systematisch geübt wird, geschah in Deutschland ungeplant. Am 12. Februar 2024 fiel am ersten Dienstsitz des Verteidigungsministeriums auf der Bonner Hardthöhe für mehrere Stunden der Strom aus – die Notstromanlage sprang nicht ein. Die genauen Ursachen gab das Ministerium nicht preis. Unabhängig vom Blackout in Bonn, dessen Umstände nicht öffentlich bekannt sind, ist klar, wie sehr sich die Bedrohungslage in Deutschland verschärft hat. Das zeigen Angriffe wie der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026 und zuletzt versuchte Sabotageakte unter anderem auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Als wichtigster finanzieller Unterstützer der Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland erlebt Deutschland zudem eine Vielzahl hybrider Angriffe, deren Ursprung sich häufig nicht sofort und eindeutig belegen lässt. Ein Baukasten mit Batterie Wie in den USA wird auch in Deutschland und ganz Europa über die Sicherung der Energieversorgung diskutiert. Der 2024 erstmals vorgelegte „Operationsplan Deutschland“, das Rahmenwerk der Bundeswehr, denkt zivile und militärische Resilienz systematisch zusammen – kritische Infrastruktur gilt darin als strategische Voraussetzung für Verteidigungsfähigkeit. Für die Bundeswehr, so Verteidigungsminister Boris Pistorius, sei es elementar, dass sie ihre Standorte auch bei Ausfall externer Energiequellen autark und resilient betreiben könne: „Nur so bleibt
unsere Verteidigungsfähigkeit gesichert.“ Zur Absicherung der Stromversorgung empfehlen Experten ein Baukastenmodell: Im Heimatland bleibt das zivile Netz die Basis. Für Feldlager erforscht das EU-geförderte Projekt NOMAD seit 2023 alternative Energiespeicher. In beiden Fällen setzt sich zunehmend derselbe Mix durch: Photovoltaik, Batteriespeicher und bei Bedarf weiterhin Diesel. Im Zentrum der Entwicklung steht eine Zellchemie, die den Sprung aus dem Labor ins Feld geschafft hat: Natrium-Ionen-Batteriespeicher. Zwei Fragen sind zu klären: Warum Batteriespeicher statt Diesel – und warum ausgerechnet Natrium-Ionen? Robust genug für den Ernstfall Dass Diesel seine Tücken hat, liegt auf der Hand: Wer auf Nachschub angewiesen ist, macht seine Versorgungslinie zum Ziel. Je nach Standort können Solaranlagen gekoppelt mit Batteriespeichern das Nachschub-Risiko spürbar mindern oder Dieselkonvois sogar komplett überflüssig machen. Bei der Wahl der Batteriespeicher gibt es mit Natrium-Ionen-Technologie eine resiliente Alternative zu Lithium-Ionen, die jetzt reif für den Markt ist. Wird eine Batterie im Einsatz durch Beschuss oder Splitter beschädigt, kann sie bei Lithium-Zellen in Brand geraten oder explodieren – in Tests schossen beschädigte Zellen auf über 1.000 Grad hoch, Natrium-Ionen-Zellen dagegen nur auf rund 265 Grad. Ein weiterer Vorteil zeigt sich schon vor dem Einsatz: Natrium-Ionen-Zellen lassen sich vollständig entladen, ohne Schaden zu nehmen. Lithium-Zellen dürfen das aus technischen Gründen nie, weshalb beim Transport – etwa im Flugzeug – stets ein Restrisiko bleibt.
PHENOGY entwickelt Batteriespeichersysteme auf Basis von Natrium-Ionen-Technologie – gegründet 2019, mit Hauptsitz in Root bei Luzern (Schweiz) sowie Standorten in Bremen, den USA und Singapur.
Liefert bei Hitze und Schnee Extreme Temperaturen sind für Lithium-Zellen ein Problem: Bei Hitze und Kälte sinkt ihre Leistung spürbar, meist ist aktives Thermomanagement nötig, um sie einsatzfähig zu halten. Natrium-IonenZellen zeigen sich deutlich robuster, im Bereich von minus 20 bis plus 60 Grad, oft genügt Luftkühlung. Das macht sie sowohl für schneebedeckte Feldlager in nordischen NATO-Ländern als auch für Wüsteneinsätze interessant. Dieselgeneratoren haben zwei weitere Nachteile: Sie sind laut, und sie erzeugen Abwärme, die sie per Wärmebildkamera leicht auffindbar macht – Batteriespeicher sind akustisch wie thermisch unauffälliger. Chance auf „Made in Europe“ Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien benötigen Lithium und Kobalt – Rohstoffe, deren Verarbeitung und Lieferketten von wenigen Ländern kontrolliert werden, allen voran China. Die Abhängigkeit von wenigen Lieferanten gilt in Fachkreisen längst als sicherheitsrelevantes Thema und wird offen diskutiert. Natrium dagegen ist weltweit verbreitet und auch in Europa verfügbar. Auch die weltweite Produktion von Lithium-IonenBatterien wird von China dominiert. Europa hat jetzt die Chance, eine neue Batterieindustrie von Anfang an selbst aufzubauen. Unternehmen wie PHENOGY bringen entsprechende Systeme inzwischen in die industrielle Skalierung und schaffen damit eine europäische Alternative zu etablierten BatterieLieferketten. Resilienz als strategische Notwendigkeit Natrium-Ionen-Batteriespeicher sind keine Universallösung für alle Fälle. Doch als robuster Baustein einer Energieversorgung, die weder von Treibstoffkonvois noch von einer einzigen Lieferkette abhängt, gewinnt die Technologie an Relevanz. Ob im Krankenhaus, im Feldlager oder im Operationsplan Deutschland: Wer über resiliente Stromversorgung nachdenkt, kommt an NatriumIonen-Technologie nicht vorbei.
2025 hat PHENOGY in Bremen Europas ersten Natrium-IonenGroßspeicher in Betrieb genommen. 2026 wurde das Unternehmen mit dem The smarter E AWARD ausgezeichnet. Inzwischen geht PHENOGY mit eigenen Batteriespeichern im Container- und Cabinet-Format aktiv in den Markt.
Gemeinsam mit Partnern baut PHENOGY derzeit eine Fertigung in Deutschland und Europa auf, perspektivisch auch in den USA – mit dem Ziel, künftig vollständig regional zu produzieren und unabhängig von Lieferketten aus weit entfernten Weltregionen zu werden. www.phenogy.com
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