Gentherapie als Meilenstein bei der Behandlung von Beta-Thalassämie und Sichelzellkrankheit
EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET
Lesen Sie mehr auf www.gesunder-koerper.info
“Nur,
Influencer Christian "Skatschie" Scarciolla über seinen Alltag mit Morbus Crohn
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT DIESER AUSGABE Juni 2026
SARAH BEHA
“Aufklärung verändert Perspektiven. Mit dieser Kampagne möchten wir dazu beitragen, dass Betroffene gehört und besser verstanden werden.“
10-11
KATHARINA DENOCKE
“Chronische Erkrankungen sind oft unsichtbar. Wir wollen Verständnis schaffen, Aufklärung fördern und uns für ein offenes und informiertes Miteinander einsetzen.“
NOEMI SINKA
“Hinter jeder chronischen Erkrankung stehen Menschen mit Geschichten, Zielen und Lebensfreude. Die Kampagne gibt ihnen Raum und zeigt, was heute möglich ist.“
CHRONISCHE SCHMERZEN
Wie chronische Schmerzen den Alltag der Betroffenen beeinträchtigen und welche Therapiemöglichkeiten es gibt
MESSETIPPS!
GESUNDHEITSTAGE in Kronenburg in der Eifel, 29. – 30. August 2026
CHAMLAND VITAL in der Stadthalle Cham, 18. – 21. September 2026
GESUNDHEITSTAGE ALBSTADT in Albstadt-Taifingen, 24. + 25.. Oktober 2026
Alle Artikel, die mit “In Zusammenarbeit mit“ gekennzeichnet sind, sind keine neutrale Redaktion der Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
Wenn
CHRONISCHE ERKRANKUNGEN gemeinsam besser VERSORGEN
Chronische Erkrankungen stellen Betroffene und Versorgungssysteme vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist eine gut abgestimmte, verständliche und patientenzentrierte Versorgung. Digitale und vernetzte Versorgungsansätze können helfen.
Text Dr. Bettina Zippel-Schultz & Vanessa Strnad
Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland leben mit einer chronischen Erkrankung oder langfristigen Gesundheitsproblemen (RKI 2024). Besonders verbreitet sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs sowie chronische Atemwegs-, Nieren- und MuskelSkelett-Erkrankungen.
Chronische Erkrankungen prägen den Alltag vieler Menschen ein Leben lang. Die körperlichen, sozialen und emotionalen Belastungen sind vielfältig. Daher sind Betroffene auf verständliche Informationen und eine gut abgestimmte medizinische Versorgung angewiesen.
Jedoch hapert es oft genau daran. Neben dem Hausarzt sind meist verschie dene Fachärzte in die Versorgung eingebunden. Termine, Untersuchungen und Behandlungen müssen koordiniert und medizinische Informationen zwischen den Behandelnden ausgetauscht werden. Dieses Zusammenspiel funktioniert nicht immer reibungslos. Für Betroffene entstehen dadurch lange Wege, Wartezeiten und Unsicherheiten bei der Suche nach der passenden Behandlung.
qualifizierte nicht-ärztliche Fachkräfte gewinnen zunehmend an Bedeutung. So unterstützen etwa weitergebildete Medizinische Fachangestellte in kardiologischen Praxen (HI-MFA) oder Schlaganfall-Lotsen Betroffenen bei der Orientierung im Versorgungsalltag.
Die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke arbeitet gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus dem Gesundheitswesen an Lösungen für eine zukunftsorientierte, vernetzte und patientenzentrierte Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Ein Ansatz zur Verbesserung der Versorgung sind digitale Technologien. Telemonitoring ermöglicht die Fernüberwachung des Gesundheitszustands, die frühzeitige Erkennung von Verschlechterungen und dadurch rechtzeitige Anpassungen der Behandlungen. Gesundheitsapps können zudem dabei helfen, Therapien im Alltag besser umzusetzen. Auch speziell
Krankheit den Alltag verändert, darf die Gesellschaft nicht wegsehen
Chronische Erkrankungen und Behinderungen betreffen Millionen Menschen in Deutschland und doch geraten ihre Interessen in Zeiten tiefgreifender Umbrüche im Gesundheits- und Sozialwesen zunehmend unter Druck. Reformen, Sparzwänge und neue Modelle wie die geplante Teilkrankschreibung verändern bereits heute die Realität vieler Betroffener – besonders im Berufsleben.
Wer sorgt dafür, dass ihre Stimmen gehört werden? Wer setzt sich dafür ein, dass Teilhabe, gute Versorgung und faire Arbeitsbedingungen nicht verloren gehen?
Die Antwort heißt: Selbsthilfe.
Die BAG SELBSTHILFE ist die politische Interessenvertretung chronisch kranker und behinderter Menschen in Deutschland. Sie koordiniert die Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen, bringt die Perspektive Betroffener in politische Entscheidungen ein und kämpft dafür, dass soziale Sicherheit und gesundheitliche Teilhabe Zukunft haben.
Selbsthilfe bedeutet weit mehr als Austausch. Selbsthilfe bedeutet, dass Betroffene aktiv
Digitale Anwendungen unterstützen auch Ärztinnen und Ärzte. Die elektronische Patientenakte soll einen besseren Überblick über die Krankengeschichte und Behandlungen geben. Dadurch können Informationen schneller ausgetauscht, Doppeluntersuchungen vermieden und Therapieentscheidungen fundierter getroffen werden.
„Eine gute Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen erfordert gemeinsames und innovatives Handeln.“
Dr. Bettina Zippel-Schultz, Stellvertretende Vorständin Vanessa Strnad, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektmanagerin
Damit digitale Lösungen und neue Unterstützungsangebote, wie Lotsen oder HI-MFA, ihr Potenzial entfalten können, müssen sie sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für die Behandelnden verständlich, alltagstauglich und vertrauenswürdig sein. Sie müssen dauerhaft in die Versorgung integriert, akzeptiert und verlässlich finanziert werden. Erst dann können innovative Versorgungsansätze zu einer spürbaren Verbesserung für chronisch kranke Menschen beitragen.
ihr Leben in die Hand nehmen und sich im Umgang mit der Behinderung oder Erkrankung gegenseitig unterstützen.
Selbsthilfe schafft Orientierung, Beratung und konkrete Unterstützung im Alltag. Sie verbindet Menschen, die ähnliche Herausforderungen erleben. Und sie macht aus individuellen Erfahrungen gesellschaftliche Veränderung.
Wie wichtig das ist, zeigt sich besonders beim Thema Arbeiten mit chronischer Erkrankung. Viele Menschen möchten beruflich aktiv bleiben – brauchen dafür aber flexible und faire Rahmenbedingungen. Projekte wie AMICRO (Arbeiten mit chronischer Erkrankung) zeigen beispielhaft, wie Selbsthilfe, Information und politische Interessenvertretung zusammenwirken können, damit chronisch kranke Menschen nicht zwischen Leistungsdruck und Krankheit aufgerieben werden.
Eine starke Selbsthilfe stärkt die Gesellschaft insgesamt.Denn eine solidarische Zukunft entsteht dort, wo Menschen nicht allein gelassen werden.
Unterstützen Sie die Arbeit der BAG SELBSTHILFE. Für mehr Teilhabe. Für mehr politische Stimme. Für ein Gesundheitswesen, das Menschen nicht vergisst.
Wichtige Infos zum Thema Arbeiten mit chronischer Erkrankung unter www.arbeiten-jaodernein.de
Jetzt informieren und unterstützen –QR-Code scannen.
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CHRONISCHE HAUTERKRANKUNGEN: WENN DIE
HAUT ZUR DAUERHAFTEN BELASTUNG WIRD
Sichtbare Erkrankungen mit oft unsichtbaren Folgen
Chronische Hauterkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und betreffen Menschen aller Altersgruppen. Zu den bekanntesten Erkrankungen zählen Atopische Dermatitis (Neurodermitis), Psoriasis (Schuppenflechte) und das chronische Handekzem. Viele dieser Erkrankungen verlaufen schubweise, sind nicht heilbar und begleiten Betroffene oft über viele Jahre hinweg. Obwohl sie meist nicht lebensbedrohlich sind, beeinflussen sie Lebensqualität, Wohlbefinden und soziale Teilhabe häufig erheblich.
Besonders das chronische Handekzem zeigt, wie stark Hauterkrankungen den Alltag einschränken können. Typische Symptome sind trockene, gerötete, schuppige oder rissige Hautstellen an den Händen, oft begleitet von Juckreiz oder Schmerzen. Da die Hände im Berufs- und Privatleben ständig beansprucht werden, können selbst alltägliche Tätigkeiten wie Händewaschen, Kochen oder Arbeiten zur Belastung werden. Besonders betroffen sind Menschen in Berufen mit hoher Hautbeanspruchung, etwa im Gesundheitswesen, Handwerk oder Friseurberuf. Hinzu kommt die hohe Sichtbarkeit der Erkrankung: Veränderungen an den Händen lassen sich kaum verbergen und können zu Unsicherheit, Schamgefühlen oder sozialem Rückzug führen.
Auch die atopische Dermatitis zählt zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Charakteristisch sind trockene, entzündete Hautstellen und starker Juckreiz. Die Erkrankung tritt häufig bereits im Kindesalter auf und kann Schlaf, Konzentration und psychisches Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Viele Betroffene erleben die Erkrankung als dauerhafte Belastung im Alltag.
Ebenso weit verbreitet ist die Psoriasis. Typisch sind gerötete und schuppende Hautstellen, die häufig an Ellenbogen, Knien oder der Kopfhaut auftreten. Heute gilt die Psoriasis als systemische Entzündungserkrankung, die nicht nur die Haut, sondern auch andere Bereiche des Körpers betreffen kann. Studien zeigen zudem, dass Betroffene häufiger unter Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Adipositas leiden.
“Chronische Hauterkrankungen haben häufig erhebliche Auswirkungen auf Lebensqualität, Psyche und soziale Teilhabe.“
Die Ursachen chronischer Hauterkrankungen sind komplex und reichen von genetischen Faktoren über Immunreaktionen bis hin zu Umweltreizen, Stress oder Allergenen.
Im Zusammenhang mit chronischen Hauterkrankungen sind frühzeitige Diagnose, konsequente Hautpflege und individuelle Therapiekonzepte wichtig, um die Beschwerden der Betroffenen bestmöglich zu lindern. In den vergangenen Jahren haben moderne Therapieansätze die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert.
Neben speziellen Hautpflegeprodukten kommen kortisonhaltige Cremes, Lichttherapien oder moderne entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, wie stark chronische Hauterkrankungen den Alltag beeinflussen können – und wie wichtig Aufklärung, Prävention und ein offener Umgang mit den Erkrankungen sind.
Tippen, zeigen, greifen, berühren: Unsere Hände sind ständig im Einsatz und dass sie gepflegt aussehen, ist vielen Menschen wichtig. Doch was, wenn die Haut trotz Pflege trocken, rissig und gerötet ist? Dann könnte ein Handekzem vorliegen: Jedes Jahr sind neun Prozent der Erwachsenen von dieser Hauterkrankung betroffen. Ein Alltag, der die Hände durch Feuchtigkeit, Allergene oder Reizstoffe stark fordert, erhöht das Risiko. Besonders belastend ist die langwierige Form des Handekzems, das Chronische Handekzem (CHE). Es kann bei ärztlicher Diagnose mit innovativen und kortisonfreien Therapieoptionen behandelt werden.
Auslöser für ein Handekzem gibt es viele: Häufiges Händewaschen und der Kontakt mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln belasten die Hautschutzbarriere – und eine geschwächte Barriere begünstigt die Entstehung eines Ekzems. Auch Allergien oder Neurodermitis können eine Rolle spielen.
Typisch sind juckende, schuppende, schmerzende oder rissige Haut sowie Bläschen an Händen und Handgelenken. Beim Chronischen Handekzem (CHE) halten die Beschwerden länger als drei Monate an oder treten mindestens zweimal im Jahr auf.
Die Hautveränderungen sind oft belastend, weil sie sichtbar sind und schon eine geringe Ausprägung schmerzhaft sein kann. Viele Betroffene schämen sich, verstecken ihre Hände oder vermeiden Berührungen.
Ein Check beim Hautarzt bringt Klarheit: Dort kann der aktuelle Schweregrad festgestellt und bei Bedarf eine langfristige, innovative und kortisonfreie Therapie eingeleitet werden – auch dann, wenn die Beschwerden schon länger bestehen.
Neue Info- und Serviceseite mit Online-Check:
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Text Christine Thaler
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2026
Reformen im Realitätscheck
Der Hauptstadtkongress bringt die zentralen Akteure des Gesundheitssystems zusammen und bietet eine wichtige Plattform, um Reformvorhaben der Bund-LänderArbeitsgruppe Pflege und der GKVFinanzkommission praxisnah zu diskutieren. Erwartet werden rund 5.000 Teilnehmer:innen aus Politik, Gesundheitswirtschaft, Medizin, Pflege, Wissenschaft sowie von Kostenträgern und Versicherungen.
Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Krankenhausreform, die nachhaltige Finanzierung und Krisenresilienz des Systems sowie Themen wie Digitalisierung, KI und neue Perspektiven für die Pflege.
Der Hauptstadtkongress 2026 versteht sich dabei als Dialogforum, Standortbestimmung und Impulsgeber zugleich – für alle, die die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv mitgestalten.
Datum: 23. bis 25. Juni 2026
Ort: hub27 der Messe Berlin
Weitere Informationen hier: hauptstadtkongress.de
ATEMWEGSERKRANKUNGEN UND ALLERGIEN:
WENN ATMEN UND ALLTAG ZUR BELASTUNG WERDEN
Chronische Beschwerden mit vielfältigen Auslösern
Text Christine Thaler
Chronische Atemwegserkrankungen und Allergien zählen weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und betreffen Menschen aller Altersgruppen. Erkrankungen wie Asthma bronchiale, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder allergische Atemwegserkrankungen beeinflussen Atmung, Belastbarkeit und Lebensqualität der Betroffenen oft dauerhaft. Viele Erkrankungen verlaufen chronisch und erfordern eine langfristige medizinische Betreuung sowie Anpassungen im Alltag.
Besonders Allergien spielen bei Atemwegserkrankungen eine wichtige Rolle. Zu den häufigsten Formen zählen Heuschnupfen, Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien. Typische Beschwerden reichen von gereizten Schleimhäuten und Husten bis hin zu Atemnot oder chronischen Entzündungen der Atemwege. Allergische Reaktionen können Asthma begünstigen oder bestehende Atemwegserkrankungen zusätzlich verstärken. Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, Feinstaub oder Pollenbelastung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.
“Allergische Reaktionen können Asthma begünstigen oder bestehende Atemwegserkrankungen zusätzlich verstärken.“
Auch Nahrungsmittelintoleranzen und Nahrungsmittelallergien betreffen immer mehr Menschen und gelten häufig als chronische Begleiter im Alltag. Besonders verbreitet sind Laktoseintoleranz oder Histaminintoleranz. Anders als bei klassischen Allergien reagiert hier meist nicht das Immunsystem, sondern der Körper kann bestimmte Inhaltsstoffe nicht ausreichend verarbeiten. Die Beschwerden reichen von Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen bis hin zu allgemeinem Unwohlsein und können die Lebensqualität erheblich beeinflussen.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, mögliche Auslöser dauerhaft zu vermeiden. Ob Pollen, Tierhaare, bestimmte Lebensmittel oder Umweltreize – viele Betroffene müssen ihren Alltag bewusst anpassen und lernen, mit chronischen Beschwerden umzugehen. Gleichzeitig werden Allergien und Intoleranzen gesellschaftlich häufig unterschätzt, obwohl sie den Alltag vieler Menschen erheblich beeinflussen können.
Moderne Diagnostik und neue Therapieansätze ermöglichen heute jedoch eine gezieltere Behandlung chronischer Atemwegs- und Allergieerkrankungen. Neben medikamentösen Therapien gewinnen Prävention, individuelle Beratung und ein bewusster Umgang mit Auslösern zunehmend an Bedeutung. So lässt sich die Lebensqualität vieler Betroffener langfristig deutlich verbessern.
WARUM CHRONISCHE KRANKHEITEN VIEL ganzheitlicher betrachtet WERDEN MÜSSEN
Vanessa Blumhagen (@vanessa.blumhagen) setzt sich seit Jahren für mehr Aufklärung über Hashimoto und hormonelle Gesundheit ein. Im Interview spricht die Journalistin und Autorin über Fehldiagnosen, Ernährung und die Folgen chronischer Erschöpfung.
Sie sagen oft, dass Hashimoto den ganzen Körper betrifft. Gab es einen Moment, in dem Ihnen klar wurde, dass viele Ängste oder Stimmungsschwankungen körperliche Ursachen hatten – und nicht einfach „Sie selbst“ waren?
Ja, das war mir relativ schnell klar, weil ich eigentlich überhaupt kein ängstlicher Mensch bin. Während meiner jahrelangen Suche nach einer Diagnose wurden mir immer wieder Antidepressiva verschrieben. Ich habe aber gespürt: Mit meinem Körper stimmt etwas nicht – und deshalb leidet auch meine Psyche. Heute wissen wir, wie eng Hormone, Darm und Gehirn zusammenarbeiten. Gerade hormonelle Veränderungen können enorme Auswirkungen auf Stimmung, Stressresistenz und Antrieb haben.
Viele Betroffene funktionieren jahrelang weiter, obwohl ihr Körper längst Alarm schlägt. Glauben Sie, dass gerade Frauen gelernt haben, chronische Erschöpfung zu normalisieren – und wie gefährlich ist das bei Hashimoto? Frauen lernen oft früh, ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Viele erklären sich ihre Erschöpfung mit Stress oder Schlafmangel – statt ernst zu nehmen, dass der Körper längst Warnsignale sendet. Gerade bei Hashimoto führt das häufig dazu, dass Beschwerden heruntergespielt werden. Hinzu kommt, dass viele Frauen von Ärzten nicht ernst genommen werden. Aussagen wie „Das ist nur Stress“ sorgen dafür, dass Betroffene irgendwann selbst anfangen, an ihrer Wahrnehmung zu zweifeln.
Oft geht es bei Hashimoto nur um Laborwerte. Warum wird Ihrer Meinung nach viel zu selten über Themen
wie Ernährung oder Supplements gesprochen?
Viele Patientinnen bekommen nach der Diagnose lediglich ein Rezept für Schilddrüsenhormone – ohne umfassende Aufklärung. Dabei spielen Ernährung, Mikronährstoffe und eine genaue Diagnostik bei Hashimoto eine wichtige Rolle. Themen wie Gluten, Milchprodukte oder Nährstoffmängel werden häufig unterschätzt. Gerade Eisen, Selen, Vitamin D3 oder Zink sind essenziell für die Schilddrüse und den gesamten Körper.
“Hashimoto ist eine unsichtbare Erkrankung – und trotzdem verändert sie das Leben vieler Betroffener massiv.“
Vanessa Blumhagen
Journalistin, Autorin und Hashimoto-Expertin
Sie haben Ihre Ärzteodyssee einmal als sehr einsam beschrieben. Was macht eine chronische Erkrankung langfristig mit dem Vertrauen in den eigenen Körper?
Eine jahrelange Suche nach Antworten kann das Vertrauen in den eigenen Körper massiv erschüttern. Wenn man immer wieder hört: „Da ist nichts“, obwohl man spürt, dass etwas nicht stimmt, verliert man irgendwann auch Sicherheit im Leben. Besonders schlimm ist es rückblickend festzustellen, dass Hinweise längst sichtbar waren – nur niemand sie richtig eingeordnet hat.
Was muss sich Ihrer Meinung nach in unserem Gesundheitssystem ändern?
Wir erleben immer mehr chronische Erkrankungen –
doch häufig werden nur Symptome statt Ursachen behandelt. Statt Ernährung, Stress oder Mikronährstoffmängel genauer anzuschauen, wird oft einfach ein Medikament verschrieben. Gerade bei Erkrankungen wie Hashimoto müsste viel stärker ganzheitlich gearbeitet werden. Viele Beschwerden hängen zusammen und ziehen weitere Probleme nach sich.
Viele Menschen mit Hashimoto oder anderen unsichtbaren Krankheiten fühlen sich „nicht krank genug“ für Verständnis, aber gleichzeitig zu erschöpft für einen normalen Alltag. Was würden Sie jemanden, der gerade erst die Diagnose einer Chronischen Erkrankung erhalten hat, raten?
Hashimoto ist eine unsichtbare Erkrankung – und trotzdem verändert sie das Leben vieler Betroffener massiv. Gerade in einer leistungsorientierten Gesellschaft fällt es schwer, sich einzugestehen, dass man nicht mehr so funktioniert wie früher. Mein wichtigster Rat wäre: Die Erkrankung ernst nehmen und sich informieren. Entscheidend ist, die Diagnose nicht als Endpunkt zu sehen, sondern als Ausgangspunkt, etwas zu verändern.
Text Katharina Lassmann
ERSTE SPUR. RICHTIGE SPUR.
Molekulare Allergiediagnostik liefert auf Anhieb ein vollständiges Bild – und entlastet ärztliche Praxen, Labore und das Gesundheitssystem gleichermaßen.
Das Allergenspektrum hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv erweitert –neue Pollenarten, Ernährungsgewohnheiten, versteckte Kreuzreaktionen. Für Ärzt:innen bedeutet das mehr Variablen, Unsicherheit und oft mehr Aufwand.
Das Wiener Unternehmen MADx hat sich auf molekulare Allergiediagnostik spezialisiert und setzt hier an: mit einem Test, einer Blutabnahme und dem vollständigen Bild aller Typ-1-allergischen Reaktionsbereitschaften der Patient:innen.
Traditionelle Allergiediagnostik basiert auf dem Erinnerungsvermögen von Patient:innen. Lässt die Anamnese Lücken, können Hauttests oder spezifische Antikörperbestimmungen möglicherweise nicht den entscheidenden Auslöser finden. Bei negativen Ergebnissen geht das Testen von vorne los.
Revolutionär hingegen: ALEX³ von MADx analysiert in nur einem Durchgang 300 Allergieauslöser (IgE) aus 85 Allergenfamilien, darunter 107 Allergene, die exklusiv in diesem Test verfügbar sind.
Ko- oder Kreuzsensibilisierung
Wer auf Birken- und Gräserpollen reagiert, könnte gegen beide sensibilisiert sein. Oder die Reaktion auf Gräser ist eine Kreuzreaktion, was eine Immuntherapie (AIT) überflüssig/kontraproduktiv macht.
Molekulare Allergiediagnostik macht genau diese Unterscheidung möglich: Sie zeigt, welche spezifischen Eiweißmoleküle im Körper eine Immunreaktion auslösen, und erlaubt so eine präzise Therapieentscheidung. Für die AIT ist das bedeutend, denn ist sie überflüssig, könnte sie neue allergische Reaktionen auslösen.
Auch die Risikoeinschätzung profitiert: Manche Eiweißmoleküle lösen nur leichte Beschwerden aus, andere schwere Reaktionen. Diese Information aus einer einzigen Blutprobe erlaubt es Ärzt:innen, gefährdete Patient:innen frühzeitig zu erkennen und Einschränkungen bei anderen zu vermeiden.
Weniger Aufwand
Bei ALEX³ entfallen Folgetermine für Blutabnahmen bei negativen Zwischenergebnissen. Patient:innen müssen vor dem Test keine Allergiemittel absetzen. Die benötigte Blutmenge ist mit 100–200 Mikrolitern sehr gering. Tätowierungen spielen bei einer Blutabnahme keine Rolle. Für Labore bietet MADx vollständig automatisierte Verarbeitungssysteme (MAX) an.
„Wir sind überzeugt, dass molekulare Allergiediagnostik das Potenzial hat, das Leben von Millionen Allergiepatient:innen spürbar zu verbessern –und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu entlasten. Wir laden Ärzt:innen ein, offen zu sein für diesen Schritt: Die Technologie ist bereit.“ Christian Harwanegg, CEO, MADx.
Von Wien in die ganze Welt MADx wurde 2016 in Wien gegründet und ist international etabliert. ALEX³ ist zertifiziert, validiert und erfüllt wissenschaftliche wie behördliche Standards. In Deutschland ist der Test bei ausgewählten niedergelassenen Ärzt:innen diverser Fachgruppen wie z. B. Dermatologie, HNO, Pädiatrie, Pulmologie, Pneumologie und Allergologie, in Laboren sowie an Universitätskliniken erhältlich.
Mit Humor erreicht Christian „Skatschie“ Scarciolla (@skatschie.moviezzz) täglich tausende Menschen auf Social Media. Gleichzeitig spricht er offen über Morbus Crohn, Therapien und die Herausforderungen einer „unsichtbaren“ Erkrankung.
Text Charlie Schröder
Dein Content besteht meistens aus guter Laune und witzigen Sketchen – warum hast du dich entschieden, auch deine Krankheit öffentlich zu thematisieren?
Am Anfang wollte ich eigentlich gar nicht über Morbus Crohn sprechen. Ich hatte die Diagnose schon lange vor Social Media und dachte: Ich mache Comedy, da passt Krankheit nicht rein. Während meiner ersten SocialMedia-Zeit hatte ich dann aber einen heftigen Schub und lag zwei Wochen im Kranken haus. Die Community hat gefragt, was los ist, und ich habe zum ersten Mal offen darüber gesprochen. Die Reaktionen haben mich überrascht.
Viele Menschen haben geschrieben: „Ich habe das auch“ oder wollten sich austauschen. Plötzlich ging es nicht mehr nur um mich, sondern darum, anderen zu helfen. Da habe ich gemerkt, wie wichtig Sichtbarkeit ist – gerade bei einer Krankheit, über die viele aus Scham nicht reden. Heute gehört das Thema für mich selbstverständlich dazu. Comedy ist schließlich nicht immer nur lustig, sondern auch ein Stück echtes Leben.
Viele Betroffene von chronischen Erkrankungen kämpfen lange bis zur richtigen Diagnose. Wie war dein persönlicher Weg bis zur Diagnose Morbus Crohn?
Bei mir ging die Diagnose tatsächlich vergleichsweise schnell. Ich hatte typische Symptome wie Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfall. Mein Arzt hat direkt reagiert und relativ früh eine Magen- und Darmspiegelung vorgeschlagen. Dadurch wurde Morbus Crohn direkt erkannt. Im Nachhinein glaube ich, dass ich Glück hatte, an einen Arzt zu geraten, der die Symptome ernst genommen hat. Viele Betroffene erleben leider einen deutlich längeren Weg bis zur Diagnose.
Wie gelingt es dir, die Krankheit in Schach zu halten? Verzichtest du auf bestimmte Lebensmittel? Früher musste ich bei der Ernährung deutlich stärker
aufpassen. Inzwischen vertrage ich wieder vieles ganz gut, auch wenn ich bestimmte Lebensmittel wie Radieschen lieber meide. Morbus Crohn ist eine Krankheit, die in Phasen kommt, deswegen kann man es auch kaum pauschalisieren. Ich versuche, mich nicht komplett von der Krankheit bestimmen zu lassen. Wenn ich Lust auf Pizza oder einen Abend mit Freunden habe, dann mache ich das auch – selbst, wenn ich weiß, dass der nächste Tag vielleicht anstrengender wird.
“Plötzlich ging es nicht mehr nur um mich, sondern darum, anderen zu helfen. Da habe ich gemerkt, wie wichtig Sichtbarkeit ist.“
Christian „Skatschie“ Scarciolla Content Creator
Therapiemäßig habe ich schon einiges ausprobiert: Cortison, verschiedene Medikamente und mittlerweile eine Biologika-Therapie.
Nach einer Operation, bei der mir ein Stück Darm entfernt wurde, habe ich gemerkt, wie wichtig eine stabile Behandlung für mich ist. Natürlich sind solche Therapien ein großer Eingriff, aber aktuell komme ich damit gut zurecht.
Du hast seit deiner Diagnose schon einige Therapien ausprobiert und nichts hat so richtig dauerhaft für dich funktioniert. Was hilft dir dabei, dich nicht von Morbus Crohn einschränken zu lassen und optimistisch zu bleiben?
Für mich spielt die mentale Einstellung eine riesige Rolle. Stress wirkt sich extrem auf den Darm aus, deshalb versuche ich, offen mit der Krankheit umzugehen und nicht alles in mich hineinzufressen.
“Am Anfang wollte ich eigentlich gar nicht über Morbus Crohn sprechen. Ich hatte die Diagnose schon lange vor Social Media und dachte: Ich mache Comedy, da passt Krankheit nicht rein.“
Gerade das Reden mit Freunden oder Familie hilft enorm. Natürlich gibt es auch schlechte Tage, an denen man frustriert oder traurig ist. Aber ich habe gelernt, dass Offenheit vieles leichter macht. Wenn Menschen im Umfeld wissen, was los ist, entsteht Verständnis – und dieser Druck, immer funktionieren zu müssen, wird kleiner.
Gibt es bestimmte Routinen, Tipps oder Hilfsmittel, die dir im Alltag besonders helfen und die du anderen Betroffenen mitgeben würdest?
Der wichtigste Punkt ist für mich tatsächlich der Austausch mit anderen Menschen. Sich nicht zu verstecken, sondern offen zu sagen: „Mir geht es gerade nicht gut“ hilft enorm. Ansonsten ist Morbus Crohn sehr individuell. Was der eine verträgt, kann beim nächsten sofort Beschwerden auslösen. Deshalb muss man Schritt für Schritt herausfinden, was dem eigenen Körper guttut. Geduld und ein gutes Körpergefühl sind dabei wahrscheinlich wichtiger als allgemeine Regeln. Morbus Crohn ist für Außenstehende oft eine „unsichtbare“ Erkrankung. Was sollen deiner Meinung nach mehr Menschen über die Krankheit und die Auswirkungen auf Betroffene verstehen? Viele sagen bei Morbus Crohn schnell: „Das ist doch nur Bauchweh.“ Aber genau das ist das Problem. Die Krankheit ist unsichtbar, trotzdem können die Schmerzen und Krämpfe extrem belastend sein. Ich würde mir wünschen, dass Menschen sensibler damit umgehen und Beschwerden nicht sofort herunterspielen. Nur weil man eine Krankheit nicht sieht, heißt das nicht, dass sie harmlos ist. Oft hilft schon etwas mehr Verständnis und Feingefühl im Alltag enorm.
Weitere Einblicke finden Sie auf Instagram @skatschie.moviezzz
“So eine Diagnose verändert das komplette Leben“
Die Diagnose Alport-Syndrom stellte das Leben von Jan Münch (@thelifeof_jpm) komplett auf den Kopf. Im Interview berichtet er ehrlich über Ängste, schwere Momente und die Herausforderung, den eigenen Körper neu kennenzulernen.
Was waren die ersten Symptome oder Warnzeichen, die du vor deiner Diagnose wahrgenommen hast?
Wann hast du gemerkt, dass gesundheitlich wirklich etwas nicht stimmt und wie war der Moment der Diagnose?
Ich hatte fast gar keine Symptome, lediglich eine Erkältung, die ungewöhnlich lange nicht weggegangen ist, das war 2017. Deshalb bin ich zum Arzt gegangen, um einfach mal meine Blutwerte checken zu lassen. Bei der Untersuchung ist plötzlich Eiweiß im Urin entdeckt worden und auffällige Blutwerte, die auf Probleme mit den Nieren hingedeutet haben, sowie ein unnatürlich hoher Blutdruck für jemanden in meinem Alter. Danach wurde ich zu einem Nephrologen überwiesen. Zu dem Zeitpunkt war nur klar: Irgendetwas stimmt mit meinen Nieren nicht. Die genaue Diagnose kam aber erst Jahre später.
Das Verrückte daran war, dass ich mich damals völlig gesund gefühlt habe. Nach einer Nierenbiopsie stand schließlich fest, dass ich das Alport-Syndrom habe. Wirklich real wurde die Krankheit für mich aber erst, als klar war, dass die Dialyse unausweichlich ist. An diesen Moment erinnere ich mich noch genau. Ich war damals eigentlich in den USA und nur über Weihnachten in Deutschland. Plötzlich hieß es: Die Nieren funktionieren nicht mehr ausreichend. Da wurde mir klar, dass mein bisheriges Leben so nicht mehr weitergehen würde. Das war einfach nur überwältigend.
Inwiefern hat sich dein Alltag durch das Alport-Syndrom verändert?
Mein Alltag ist heute vor allem viel un planbarer geworden. Ich weiß oft abends nicht, wie es mir am nächsten Morgen gehen wird. Manche Nächte sind schwer und dann fehlt mir am nächsten Tag komplett die Energie.
“Ich habe gelernt: Das Leben ist deshalb nicht vorbei.“
Du sprichst auch offen über das Thema Schwerbehinderung. Wie hat sich dadurch dein Blick auf Themen wie Selbstständigkeit, gesellschaftliche Wahrnehmung oder Unterstützungsmöglichkeiten verändert?
Das Schwierige ist, dass meine Krankheit unsichtbar ist. Von außen sehen die Menschen einen jungen, gesunden Mann. Niemand merkt sofort, wenn ich an einem schlechten Tag kaum Kraft habe oder mir schwindelig wird. Dadurch fällt es manchmal schwer, Hilfe anzunehmen oder überhaupt zu erklären, warum bestimmte Dinge gerade nicht gehen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wertvoll Unterstützung sein kann. Früher hätte ich nie gedacht, dass ich mich einmal darüber freue, wenn meine Eltern einkaufen oder mir Dinge abnehmen. Heute bin ich dafür unglaublich dankbar.
tavirP
Jan Münch Content Creator :otoF
Dazu kommen viele Einschränkungen im Alltag: Ernährung, Trinkmenge oder bestimmte Aktivitäten –ständig muss ich mitdenken. Selbst bei einem Glas Wasser rechne ich im Kopf mit, wie viel ich schon getrunken habe. Auch solche banalen Dinge wie spontan ins Schwimmbad zu gehen, sind für mich nicht mehr selbstverständlich.
Wenn du anderen jungen Menschen, die gerade die Diagnose einer chronischen (Nieren-)Erkrankung erhalten haben, eine Botschaft mitgeben könntest: Welche wäre das?
Natürlich verändert so eine Diagnose das Leben komplett. Es wird Einschränkungen geben und auch Tage, an denen man einfach wütend oder traurig ist. Das gehört dazu. Aber ich habe gelernt: Das Leben ist deshalb nicht vorbei. Entscheidend ist, die Krankheit nicht alles bestimmen zu lassen. Mir hilft es, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die trotzdem möglich sind – auch wenn sie kleiner geworden sind als früher. Sobald man wieder anfängt zu leben und schöne Momente zuzulassen, rückt die Krankheit ein Stück weit in den Hintergrund.
Das komplette Interview mit Jan lesen Sie auf unserer Kampagnenwebsite unter www.gesunder-koerper.info
Weitere Einblicke gibt es bei instagram @thelifeof_jpm
Zuhause statt Mehrbettzimmer. Mehr Freiheit. Weniger Limits.
Job, Familie und Alltag. Mehr Energie. Weniger Verzicht.
Und wenn’s drauf ankommt: Profis vom KfH sind immer erreichbar.
Kompaktwissen rund um die Dialyse zu Hause: heimdialyse.k .de
Schont Herz und Kreislauf. Oft weniger Tabletten.
Heimdialyse bedeutet mehr als Dialyse zu Hause. Sie steht für mehr Selbstbestimmung, mehr Flexibilität und oft auch für ein Plus an Lebensqualität. Immer mehr Fachleute sind überzeugt: Die Heimdialyse ist ein wichtiger Baustein der nephrologischen Versorgung der Zukunft.
Die Therapie läuft nach meinem Takt. Nicht umgekehrt.
Mehr über das KfH: k .de
Grundsätzlich gibt es zwei Heimdialyseverfahren: die Peritonealdialyse, bei der das körpereigene Bauchfell als natürlicher Filter genutzt wird, die Hämodialyse mit moderner Dialysetechnik im eigenen Zuhause. Beide Verfahren ermöglichen es Patientinnen und Patienten, ihre Behandlung flexibler an den eigenen Alltag anzupassen und dadurch mehr Zeit und Freiräume für Familie, Beruf, Reisen oder Hobbys zu gewinnen.
Die Vorteile der Heimdialyse sind vielfältig: Die Behandlung findet in vertrauter Umgebung statt, die Entgiftung erfolgt häufig schonender und gleichmäßiger und viele Betro ene berichten von mehr Energie und einem stabileren Wohlbefinden. Moderne Nierenersatztherapie bedeutet heute auch: Behandlung dort ermöglichen, wo Leben stattfindet – zu Hause. Deshalb setzt das KfH seit vielen Jahren konsequent auf den Ausbau der Heimdialyse. Als nephrologischer Gesamtversorger begleitet das KfH Menschen mit chronischer Nierenerkrankung – von der Prävention über alle Formen der Dialyse bis hin zur Transplantationsnachsorge.
Folgen Sie uns auf Instagram: heimdialyse.k
Text Christine Thaler
23.– 26. 09.2026
KAP EUROPA Messe Frankfurt am Main
Warum PRÄVENTION DIE BESTE HERZMEDIZIN ist
Dr. med. Nana Bimpong-Buta ist Kardiologe, Internist, Notfallmediziner und SPIEGEL Bestseller- Autor des Buches HAPPY HEART. Als TV-Experte, Keynote Speaker und Lehrbeauftragter der Universität Witten/Herdecke setzt er sich dafür ein, Herzmedizin verständlich, menschlich und präventiv zu vermitteln. Seine Mission: Menschen helfen, ihr Herz besser zu verstehen, bevor es Hilfe braucht.
Text Emma Schäfer
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Warum ist das trotz moderner Medizin noch immer so?
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sollte frühzeitig behandelt werden.
Herzprobleme äußern sich nicht bei allen Menschen gleich. Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die häufig übersehen werden?
Die moderne Medizin kann heute viel leisten – doch oft kommt sie erst zum Einsatz, wenn bereits Schäden entstanden sind. Das eigentliche Problem liegt früher: Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel und Stress bleiben häufig lange unbemerkt. Deshalb braucht es neben guter Medizin vor allem mehr Prävention und Vorsorge.
“90 % der Herztode könnten wir verhindern!“
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negaH
Dr. med. Nana Bimpong-Buta Kardiologe, SPIEGEL-Bestseller-Autor, Keynote Speaker
Welche Warnsignale nehmen Menschen zu oft auf die leichte Schulter?
Viele denken bei Herzproblemen sofort an starke Brustschmerzen. Tatsächlich werden oft Luftnot, ungewohnte Erschöpfung, Herzstolpern, Schwindel oder ein Druckgefühl in der Brust unterschätzt. Wer solche Beschwerden neu oder wiederholt bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Wie hängen Diabetes und Herzerkrankungen zusammen, und warum wird dieser Zusammenhang so häufig unterschätzt?
Diabetes betrifft nicht nur den Blutzucker, sondern schädigt langfristig auch die Blutgefäße. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche deutlich an. Viele Menschen verbinden Diabetes vor allem mit Zuckerwerten –dabei ist er auch eine der wichtigsten stillen Risikofaktoren für
KEIN TAG ist SELBSTVERSTÄNDLICH
Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und tritt besonders bei jungen Erwachsenen vergleichsweise häufig auf. Die Krankheit kann Lymphknoten, Milz und andere Organe betreffen und ist heute in vielen Fällen gut behandelbar. Für Betroffene bedeutet die Diagnose dennoch meist einen tiefen Einschnitt ins Leben. Wir haben mit Laura Schäfer über ihre Diagnose, die Behandlung und darüber gesprochen, was die Erkrankung bis heute in ihr verändert hat.
Du warst noch jung, als du die Diagnose Lymphdrüsenkrebs bekommen hast. Was waren deine ersten Symptome?
Mein erstes Symptom war ein stechender und schmerzhafter Juckreiz am ganzen Körper. Der Juckreiz war anfangs nur an bestimmten Körperstellen, wie an den Händen und Füßen und ist mit der Zeit auf den ganzen Körper ausgestrahlt. Durch den Juckreiz hatte ich auch enorme Schlafprobleme, da die ser meist nachts auftrat, als ich keine Ablenkung hatte. Etwa ein halbes Jahr nach dem Auftreten des ersten Symptoms ist ein Lymphknoten an meinem Hals angeschwollen.
Kannst du dich noch erinnern, was deine ersten Gedan ken nach der Diagnose waren? Wie bist du damit umgegangen?
Dein Krebs wurde mit einer Chemotherapie behandelt. Hat das deinen Alltag stark verändert und was hat dir in dieser Zeit Halt gegeben?
Da ich bis dahin noch nie eine „ernste Krankheit“ hatte, hat der Krebs und die Chemotherapie, die zahlreichen Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte mein Leben komplett auf den Kopf gestellt.
Ich war erstmal total überfordert mit der Diagnose, da ich (zum Glück) noch nie einen Krebsfall in meinem engen Umfeld hatte. Ich habe mit einer Chemotherapie immer direkt Haarausfall und schlimme Übelkeit verbunden – dieser Gedanke war enorm schlimm für mich, da ich an Emetophobie (Angst vor Übelkeit und Erbrechen) leide. Als ich die ganzen Infos von meinem Arzt bekommen habe und nach Hause gefahren bin, hatte ich die ganze Zeit nur den Gedanken im Kopf: „Wie soll ich das nur meinen Eltern erzählen?“. Der Gedanke, sie leiden zu sehen, war bisher immer meine schlimmste Angst.
Ja, und das ist enorm wichtig, indes leider oft unterschätzt! Während Männer häufiger über klassische Brustschmerzen berichten, zeigen Frauen oft unspezifischere Symptome wie Luftnot, Übelkeit, Erschöpfung oder Schmerzen im Rücken, Nacken oder Oberbauch. Dadurch werden Herzprobleme bei Frauen leider noch immer häufiger übersehen oder später erkannt, was unweigerlich zu höheren Sterblichkeitsraten bei Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Deshalb sollten gerade bei Frauen diese Beschwerden immer ernst genommen werden.
Was können Menschen konkret tun, um ihr persönliches Risiko zu senken?
Die gute Nachricht ist: laut der Interheart-Studie könnten wir 90 % der Herztode verhindern! Denn Herz-KreislaufErkrankungen sind beeinflussbar. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Nichtrauchen und ein guter Umgang mit Stress können das Risiko deutlich senken. Genauso wichtig sind Vorsorgeuntersuchungen, denn viele Risikofaktoren bleiben lange unbemerkt. Prävention beginnt heute – nicht erst nach dem ersten Herzinfarkt.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.herzensdoc.de Oder besuchen Sie Instagram @herzens__doc Podcasttipp! Hören Sie doch mal rein: „Leben auf Pump“
“Gesundheit und das Leben in vollen Zügen genießen ist für mich heute die Priorität Nummer 1!“
Laura Schäfer Health Coach und Content Creatorin
Ich bin von Berlin zurück in mein Elternhaus gezogen, um in der Zeit die mentale und körperliche Unterstützung meiner Familie zu haben. Diese hat mir während der Zeit auch den größten Halt gegeben, da ich rund um die Uhr mentalen Support und auch körperliche Hilfe hatte, die man während einer Krebserkrankung definitiv in Anspruch nehmen sollte! Allein die kleinsten Dinge wie Einkaufen, Haushalt oder Essen kochen benötigen enorm viel Kraft während einer Therapie.
Meine Krebserkrankung war leider auch genau in der Corona-Pandemie und daher musste ich mich noch mehr schützen.
Ich habe kaum soziale Kontakte gehabt, bis auf ein paar engste Freunde und meine Familie, da das Immunsystem während einer Chemotherapie sehr geschwächt ist.
Seit Dezember 2021 bist du krebsfrei. Was nimmst du aus dieser Zeit mit, das dich bis heute prägt?
Ich lebe mein Leben heute viel bewusster und weiß, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. Ich stehe jeden Morgen glücklich auf, wenn ich mich gut fühle und gesund bin und freue mich auf den Tag. Mir hat der Krebs nochmal gezeigt, dass unsere Probleme im Alltag oft nur Probleme sind, die wir uns selbst machen und die unser Leben unnötig erschweren. Gesundheit und das Leben in vollen Zügen zu genießen, sind für mich heute die Priorität Nummer 1!
Hören Sie mal Lauras Podcast "Soulvibe Talk"
Weitere Informationen finden Sie unter: soulvibecoaching.de & auf Instagram @lauralamode
Text Emma Schäfer
VON DER SYMPTOMKONTROLLE ZUR HEILUNG: Das
Potenzial der
Gentherapie bei Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie
Prof. Dr. Peter Lang vom Universitätsklinikum Tübingen über Sichelzellkrankheit und BetaThalassämie – und warum die Gentherapie für Betroffene ein echter Wendepunkt sein kann.
Die Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie sind seltene genetische Bluterkrankungen. Vor welchen Herausforderungen stehen Betroffene besonders häufig? Weltweit sind diese Erkrankungen keineswegs selten, und durch Zuwanderung werden sie auch in Deutschland häufiger. Bei der Sichelzellkrankheit wird ein veränderter roter Blutfarbstoff gebildet, wodurch sich rote Blutkörperchen verformen und kleine Gefäße verstopfen können. Die Folge sind schwere Schmerzkrisen und Organschäden. Bei der Beta-Thalassämie sind die roten Blutkörperchen instabil und zerfallen schneller. Dadurch entsteht eine schwere Blutarmut, die regelmäßige Bluttransfusionen notwendig macht. Sowohl die Erkrankung selbst als auch die Therapien schränken die Lebensqualität stark ein, zudem liegt die Lebenserwartung oft nur bei etwa 40 bis 50 Jahren.
Welche Behandlungsoptionen stehen Patient:innen heute zur Verfügung und wie hat sich die Versorgung in den vergangenen Jahren im Hinblick auf die Lebensqualität verändert?
Bei der Sichelzellkrankheit kommen vor allem Schmerztherapien, Infektionsprophylaxe, Bluttransfusionen und Medikamente zur Verringerung der Krisen zum Einsatz. Beta-Thalassämie-Patient:innen benötigen regelmäßige Transfusionen, die allerdings zu einer gefährlichen Eisenüberladung führen können. Deshalb ist zusätzlich eine sogenannte Chelat-Therapie notwendig, um überschüssiges Eisen aus dem Körper zu entfernen. Diese Behandlungen lindern Symptome und verlängern das Leben,
heilen die Erkrankungen jedoch nicht. Heilung ermöglichen derzeit nur die allogene Stammzelltransplantation und die Gentherapie. Bei beiden Verfahren wird das blutbildende System ersetzt – entweder durch Stammzellen eines Spenders oder durch genetisch kor rigierte körpereigene Stammzellen.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhalten derzeit Gentherapien. Für welche Patient:innen kommen diese infrage, welches Potenzial sehen Sie darin und wo liegen aktuell noch die Grenzen?
Die Gentherapie gilt als vielversprechend, weil sie mit körpereigenen Stammzellen arbeitet und dadurch Risiken wie Abstoßungsreaktionen vermeidet, die bei einer Stammzelltransplantation auftreten können. Zudem ist die notwendige Chemotherapie meist etwas schonender und die Blutbildung erholt sich schneller. Langfristige Daten müssen zwar weiter beobachtet werden, bisher sind die Ergebnisse jedoch sehr positiv. Die korrigierte Blutbildung scheint stabil zu bleiben, schwerwiegende Komplikationen wie bösartige Erkrankungen wurden bislang nicht beobachtet.
Welche Rolle spielen eine frühe Diagnose und die Betreuung in spezialisierten Zentren für den Therapieerfolg?
Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um Komplikationen möglichst früh zu verhindern.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Vertex Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH entstanden.
SCHWERE BLUTKRANKHEITEN Warum Forschung so wichtig ist
Seltene Blutkrankheiten können den gesamten Alltag der Betroffenen bestimmen. Zu diesen schweren Erkrankungen gehören die Sichelzellkrankheit und die transfusionsabhängige Beta-Thalassämie. Beide sind genetisch bedingt, chronisch und gehen oft mit starken Beschwerden sowie einer verkürzten Lebenserwartung einher. Umso wichtiger ist die Forschung an neuen Therapien.
Leben mit Beta-Thalassämie
Die Beta-Thalassämie ist eine erbliche Erkrankung der ro ten Blutzellen. Durch eine genetische Veränderung kann der Körper nicht genügend funktionsfähiges Hämoglobin bilden – jenes Protein, das Sauerstoff transportiert. Die Folge ist eine chronische Blutarmut. Menschen mit der schweren Form der Er krankung, der transfusionsabhängigen Beta-Thalassämie (TDT), benötigen lebenslang regelmäßige Bluttransfusionen. Diese Behandlungen sind belastend und können zusammen mit der eingeschränkten Blutbildung eine schädliche Eisenüberladung im Körper hervorrufen, die Organe wie Herz oder Leber schädigt. Viele Betroffene leiden unter starker Müdigkeit, Kurzatmigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Bereits bei Kindern können Wachstums- und Entwicklungsstörungen auftreten.
Neben den körperlichen Einschränkungen spielt auch die psychische Belastung eine große Rolle.
Schmerzkrisen bei Sichelzellkrankheit Ursache der Sichelzellkrankheit (SCD) ist eine Mutation in einem Gen, das für die Bildung des Hämoglobins verantwortlich ist. Dies führt dazu, dass sich die roten Blutzellen unter bestimmten Umständen verformen: Statt rund und elastisch sind sie sichelförmig. Dadurch können kleine Blutgefäße verstopfen, die Sauerstoffversorgung wird gestört und es kann in der Folge zu starken Schmerzkrisen kommen.
“Schwere Blutkrankheiten können mit starken Beschwerden sowie einer verkürzten Lebenserwartung einher gehen.“
Die Erkrankung kann zahlreiche Organe schädigen und lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Viele Betroffene müssen regelmäßig im Krankenhaus behandelt werden. Ein normaler Alltag oder eine geregelte Arbeit sind oft nicht möglich.
Durch eine rechtzeitige Behandlung können Schmerzkrisen reduziert, Organschäden überwacht und Eisenüberladungen vermieden werden. Gerade im Kindesalter verbessert das die langfristigen Therapiechancen deutlich. Besonders spannend ist die Gentherapie, bei der der Körper ersatzweise wieder fetales Hämoglobin bilden kann, wodurch die Blutbildung wieder funktioniert. Aktuell ist diese Therapie allerdings erst ab zwölf Jahren zugelassen, obwohl grundsätzlich auch eine Behandlung jüngerer Kinder denkbar wäre.
“Ziel ist es, die Belastung für Patient:innen
weiter zu reduzieren und gleichzeitig die Heilungschancen zu verbessern.“
Prof. Dr. med. Peter Lang Kommissarischer med.-wissenschaftlicher Direktor Abt. I Bereichsleiter Stammzelltransplantation Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Wo sehen Sie in Zukunft weitere medizinische Fortschritte für diese beiden Indikationen?
Große Fortschritte wären möglich, wenn Gentherapien künftig auch für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen würden. Dadurch könnte früher behandelt und flexibler entschieden werden, welche Therapie am besten geeignet ist. Darüber hinaus werden neue Medikamente gegen Eisenüberladung sowie schonendere Formen der Chemotherapie erforscht. Ziel ist es, die Belastung für Patient:innen weiter zu reduzieren und gleichzeitig die Heilungschancen zu verbessern.
Neue Optionen durch moderne Forschung
Bisherige Therapien zielen meist auf die Behandlung der Symptome ab, während Gentherapien neue Perspektiven eröffnen, indem sie die Krankheitsursachen angehen. Innovative Therapien zeigen, wie wichtig medizinischer Fortschritt für Menschen mit schweren Erkrankungen ist.
Auf den beiden unteren Webseiten stellt das Unternehmen Vertex Pharmaceuticals umfangreiche Informationen für Betroffene mit SCD bzw. TDT und deren Angehörige bereit. Persönliche Erfahrungsberichte von Betroffenen bieten Einblicke in das Leben mit der Erkrankung sowie hilfreiche Anregungen für den Alltag.
„Find your path“:
Hilfreiche Informationen zur Erkrankung BetaThalassämie
„Realtalk!“
Dein Leben mit der Sichelzellkrankheit
Text Dr. Christian Bruer
Text Hanna Sinnecker
CHRONISCHE SCHMERZEN
IM ALLTAG
In Deutschland leben etwa 6 Millionen Menschen, die aufgrund langanhaltender Schmerzen körperlich und sozial beeinträchtigt sind. Rund 2,2 Millionen davon sind mit auch assoziierten psychischen Beeinträchtigungen (Schmerzkrankheit) sehr stark beeinträchtigt.
Wie denken wir Zukunft?
Matthias Horx, bekanntester Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum verbindet als Analytiker, Visionär und brillanter Erzähler Zukunft, Gegenwart und Geschichte zu einem humanistischen Zukunftsbild. Er beleuchtet die Bedeutung von Zukunftsbildern, die zentralen Wandlungswellen unserer Zeit, technologische und gesellschaftliche Big Shifts, kulturelle Veränderungen im Umgang mit Schmerz sowie Zuversicht in Zeiten globaler Krisen. Wenn Schmerz sich verändert, muss auch die Medizin in Bewegung bleiben – beim Deutschen Schmerzkongress 2026 in Mannheim steht genau das im Mittelpunkt.
Unser Vortrags-Tipp: Zukunft, Schmerz und Zuversicht im Zeitalter der Omnikrisen von Matthias Horx –Der Morgendenker
Datum
Do. 22.10.2026
15:30–17:00 Uhr
Weitere Informationen hier!
deutscherschmerzkongress.de
Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten und belastendsten Gesundheitsproblemen. Von chronischen Schmerzen spricht man in der Regel, wenn Schmerzen über einen Zeitraum von mehreren Monaten anhalten oder immer wiederkehren. Sie sind dann nicht mehr nur ein Warnsignal des Körpers, sondern entwickeln sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild.
Zu den häufigsten chronischen Schmerzen gehören Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Gelenk- und Arthroseschmerzen, Nervenschmerzen sowie Schmerzen im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Rheuma, Krebs, Diabetes oder nach Operationen. Auch chronische Bauch-, Becken- oder Muskelschmerzen können das Leben stark beeinträchtigen. Häufig ist die Ursache nicht auf einen ein zelnen Auslöser zu reduzieren. Vielmehr wirken körperliche, psychische und soziale Faktoren zusammen.
„Chronische
Schmerzen betreffen immer den ganzen Menschen: Körper, Psyche und soziales Umfeld.“
ler Beratung. Ziel ist bestmögliche Schmerzreduktion sowie vor allem mehr Lebensqualität, bessere Funktionsfähigkeit und die Rückgewinnung von Handlungsspielräumen und eine aktivere Teilhabe am Alltag. Chronische Schmerzen müssen ernst genommen werden. Betroffene brauchen Verständnis, verlässliche Versorgung und einen einfachen Zugang zu spezialisierten Behandlungsangeboten.
Bei einem Großteil aller Menschen mit chronischem Schmerz dauert es mehre Jahre, bis sie eine wirksame Schmerzbehandlung erhalten. Die Neuauflage des Ratgebers „Schmerz – eine Herausforderung“ (vgl. Bild) hilft Betroffenen. 60 führende Schmerzexperten teilen in diesem Schmerzratgeber ihr Wissen rund um das Thema Umgang mit dem Schmerz. Betroffene und Angehörige erfahren so alles über die körperlichen, psychischen und sozialen Zusammenhänge von Schmerz aus Sicht der aktuellen Schmerzmedizin und –psychologie. Nur so kann die Schmerzbehandlung motiviert und eigenverantwortlich mitgestaltet werden. Auch ein wertvolles Nachschlagewerk für alle im therapeutischen Team beteiligten Berufsgruppen, die Schmerzpatienten betreuen und patientengerechte Erklärungen suchen. Kämpfen wir gemeinsam gegen den Schmerz!
Thomas Isenberg Geschäftsführer Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.
Für die Betroffenen bedeutet chronischer Schmerz oft einen Alltag im Ausnahmezustand. Schlaf, Bewegung, Konzentration, Arbeit, Familie und soziale Kontakte können erheblich eingeschränkt sein. Viele Menschen planen ihren Tag nach der Schmerzintensität: Was gestern noch möglich war, kann heute unmöglich erscheinen. Hinzu kommen Erschöpfung, Unsicherheit, Angst vor weiterer Verschlechterung und nicht selten das Gefühl, von anderen nicht verstanden zu werden.
Die Auswirkungen chronischer Schmerzen reichen weit über das körperliche Empfinden hinaus. Viele Betroffene können ihren Alltag nur noch eingeschränkt bewältigen. Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Bewegungsangst sind häufige Folgen. Neben Medikamenten können Bewegung, Physiotherapie, psychologische Unterstützung, Entspannungsverfahren, Patientenschulung und multimodale Schmerztherapie helfen.
Chronische Schmerzen betreffen deshalb immer den ganzen Menschen: Körper, Psyche und soziales Umfeld. Umso wichtiger ist eine frühzeitige, kompetente und interdisziplinäre Versorgung. Moderne Schmerzmedizin verbindet medizinische Diagnostik und Therapie mit Bewegung, psychologischer Unterstützung, edukativen Angeboten und sozia-
Thomas Isenberg, Heike Norda, Mart n von Wachter Schmerz – eine
Herausforderung
Ein Ratgeber für Betro ene und Angehörige
Hilfe zur Selbsthilfe für alle Schmerzformen
Alle Texte leicht verständlich und ein Glossar für Fachbegri e
Empfohlen von der Deutschen Schmerzgesellschaft e V und anderen Gesellschaften
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Weitere Informationen finden Sie unter: www.schmerzgesellschaft.de
Sooma tDCS – eine wirksame, nicht-medikamentöse Option bei chronischen Schmerzen
Indikationen: Chronische Schmerzen infolge von Fibromyalgie oder Kniegelenksarthrose Neuropathische Schmerzen bei Multipler Sklerose (MS), Rückenmarksverletzungen (SCI) oder Phantomschmerzen
Die Sooma-Therapie ist eine medikamentenfreie Behandlung, bei der mithilfe transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) die Bereiche des Gehirns stimuliert werden, die schmerzregulierend wirken. Auf diese Weise hilft tDCS dabei, das natürliche Gleichgewicht der Schmerzregulation wiederherzustellen – allein oder ergänzend zu anderen Therapien und Medikamenten.
Die Symptome können sich innerhalb von 3–4 Wochen bessern
Einfach und überall anwendbar
Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen
Weltweit eingesetzte tDCSBehandlung im Gesundheitswesen
„Für mich war das eine lebensverändernde Erfahrung. Vor der Therapie konnte ich kaum schlafen, nach der Therapie ging es wieder problemlos. Ich wünschte, jeder wüßte von dieser Therapie."
Theresa*, 36 Jahre, Fibromyalgie-Patientin
Text Thomas Isenberg
Buchtipp!
DIE GESELLSCHAFT DER
Dauerbelasteten
Schmerzen gehören zum Leben: Sie warnen vor Verletzungen, schützen den Körper und verschwinden in der Regel wieder. Doch für Millionen Menschen ist Schmerz kein vorübergehendes Signal, sondern ein dauerhafter Begleiter. Chronische Schmerzen zählen heute zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland und haben längst Auswirkungen, die weit über die Medizin hinausgehen. Sie beeinflussen Arbeitsleben, gesellschaftliche Teilhabe und die Wirtschaft – und werden dennoch oft unterschätzt.
Chronische Schmerzen gelten als eigenständige Erkrankung, wenn sie länger als drei Monate bestehen oder wiederkehrend auftreten. Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehrere Millionen Menschen mit dauerhaften Beschwerden. Besonders häufig betroffen sind Rücken, Gelenke und der Bewegungsapparat. Die Folgen reichen jedoch weit über körperliche Einschränkungen hinaus.
Die moderne Schmerzforschung beschreibt chronische Schmerzen als Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Das Nervensystem kann Schmerzsignale dauerhaft verstärken, während Stress, Schlafmangel oder psychische Belastungen Beschwerden zusätzlich beeinflussen. Gleichzeitig leben viele Menschen in einer Umfeld, das von Leistungsdruck, ständiger Erreichbarkeit und hohen Erwartungen geprägt ist. Körperliche Warnsignale werden häufig ignoriert, um im Beruf und Privatleben weiterhin zu funktionieren.
Die Folgen zeigen sich nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich. Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Jedes Jahr entstehen dadurch hohe volkswirtschaftliche Kosten – durch Krankheitsausfälle,
Produktivitätsverluste und steigende Gesundheitsausgaben. Fachleute sprechen deshalb zunehmend von einer unterschätzten Volkskrankheit mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion lange wenig Beachtung fand: Schmerzen werden nicht bei allen Menschen gleich wahrgenommen oder behandelt. Studien zeigen, dass Frauen bei chronischen Schmerzerkrankungen häufig später diagnostiziert werden und ihre Beschwerden häufiger als psychisch bedingt eingeordnet werden. Erkrankungen wie Endometriose verdeutlichen, wie lange Betroffene teilweise auf eine Diagnose warten müssen. Expertinnen und Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Gender Pain Gap“ – einer geschlechtsspezifischen Ungleichheit in Wahrnehmung, Forschung und Versorgung von Schmerzen.
Besonders herausfordernd ist zudem die Unsichtbarkeit vieler Schmerzformen. Anders als sichtbare Verletzungen lassen sich chronische Schmerzen von außen oft nicht erkennen. Betroffene berichten deshalb häufig von mangelndem Verständnis im sozialen Umfeld oder am Arbeitsplatz.
Viele versuchen, ihre Beschwerden zu verbergen und den Alltag trotz Schmerzen aufrechtzuerhalten – oftmals mit erheblichen Folgen für Gesundheit und Lebensqualität.
Die gute Nachricht: Das Verständnis chronischer Schmerzen verändert sich aktuell deutlich zunehmend. Moderne Schmerzmedizin betrachtet Schmerzen heute nicht mehr ausschließlich als körperliches Symptom, sondern als komplexe Erkrankung, die ganzheitliche Behandlungsansätze erfordert. Interdisziplinäre Therapiekonzepte, digitale Gesundheitsanwendungen und eine stärkere Individualisierung der Behandlung eröffnen neue Möglichkeiten für Betroffene.
“Das Nervensystem kann Schmerzsignale dauerhaft verstärken, während Stress, Schlafmangel oder psychische Belastungen Beschwerden zusätzlich beeinflussen.“
Zusammenfassend sind chronische Schmerzen längst mehr als ein persönliches Gesundheitsproblem. Sie spiegeln die Herausforderungen einer Gesellschaft wider, in der Belastung oft zum Normalzustand geworden ist. Umso wichtiger ist es, Schmerzen frühzeitig ernst zu nehmen, Versorgungslücken zu schließen und das Bewusstsein für eine Belastung zu stärken, die Millionen Menschen betrifft – oft unsichtbar, aber mit weitreichenden Folgen.
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VON UND MIT
DR. ANTJE KALLWEIT
– Gründerin und CEO von HELP, Fachärztin für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie
Aktuell durch wissenschaftliche Studie begleitet
Text Christine Thaler
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