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10 Altersbedingte Augenerkrankungen Anzeichen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten
COVERSTORY
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“Teilhabe gelingt nur, wenn alle Menschen ihre Möglichkeiten entfalten können.“ Die Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin Johanna Recktenwald verfügt nur über zwei Prozent Sehkraft. Im Interview spricht sie über die Wichtigkeit von Inklusion.
AUGEN
BLICK
SARAH BEHA Anlässlich der 25. Woche des Sehens möchten wir mit dieser Kampagne auf Augengesundheit und Vorsorge aufmerksam machen und den Blick auch auf Teilhabe und Inklusion richten.
IN DIESER AUSGABE
04 REGELMÄSSIGE SEH-CHECKS Warum es wichtig ist, die Augen regelmäßig kontrollieren zu lassen.
08 KINDLICHE AUGENERKRANKUNGEN Eine rechtzeitige Früherkennung kann über den Verlauf der Erkrankung entscheiden. Sarah Beha (Project Manager), Natascha Wesiak (Business Development Manager), Bob Roemké (Managing Director), Miriam Hähnel (Content and Production Manager), Lea Hartmann (Head of Design), Cover: Johanna Recktenwald ©Team Deutschland Philipp Reinhard & Max Galys Mediaplanet-Kontakt: de.redaktion@mediaplanet.com Alle Artikel, die mit “In Zusammenarbeit mit“ gekennzeichnet sind, sind keine neutrale Redaktion der Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
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Warum unsere Augen MEHR AUFMERKSAMKEIT verdienen
Ärztin Hilla Lemon über Vorsorge, Warnzeichen und den Alltag am Bildschirm
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Text Hilla Lemon
nsere Augen leisten jeden Tag Erstaunliches, und trotzdem schenken wir ihnen oft erst Aufmerksamkeit, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Viele Augenerkrankungen entwickeln sich über Jahre hinweg unbemerkt. Der Grüne Star, Veränderungen der Netzhaut oder die altersbedingte Makuladegeneration verursachen anfangs oft keine Beschwerden. Wenn erste Symptome auftreten, können bereits bleibende Schäden entstanden sein. Deshalb gilt: Eine gute Sehkraft a bedeutet nicht automatisch gesunde Augen. hW isn ie w sk
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT DIESER AUSGABE SEPTEMBER 2026
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Foto: Sara
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Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen dabei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, oft lange bevor Betroffene selbst Veränderungen bemerken. Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten. Besonders Menschen ab 40 Jahren oder mit Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung profitieren von regelmäßigen Kontrollen. Plötzliche Sehverschlechterungen, Lichtblitze, ein neuer Rußregen oder viele schwarze Punkte im Sichtfeld, Gesichtsfeldausfälle, starke Augenschmerzen oder plötzliche Doppelbilder sollten immer umgehend augenärztlich abgeklärt werden. Dahinter können ernsthafte Erkrankungen wie eine Netzhautablösung, ein Gefäßverschluss oder ein akuter Glaukomanfall stecken. Hier zählt oft jede Stunde, um bleibende Sehschäden zu verhindern. Beim konzentrierten Arbeiten am Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener. Dadurch verdunstet der
Tränenfilm schneller, die Augen werden trocken, gereizt oder brennen. Hilfreich sind regelmäßige Pausen, etwa nach der 20-20-20-Regel, alle 20 Minuten für 20 Sekunden in rund sechs Meter (20 Fuß) Entfernung schauen, dazu häufiger blinzeln und auf angenehme Luftfeuchtigkeit achten. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache abgeklärt werden, da nicht immer nur trockene Augen dahinterstecken.
“Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten.“ Hilla Lemon Ärztin für Augenheilkunde Sehen ist für die meisten Menschen selbstverständlich, bis es plötzlich eingeschränkt ist. Genau deshalb sollten wir unsere Augen genauso ernst nehmen wie unser Herz oder unsere Zähne und ihnen regelmäßig Aufmerksamkeit schenken. Mehr Bewusstsein für Vorsorge & UV-Schutz, den Einfluss von weiteren Erkrankungen, wie Diabetes und Bluthochdruck auf die Augen, sowie die Bedeutung eines gesunden Lebensstils könnte helfen, viele vermeidbare Sehschäden zu verhindern. Das Wichtigste ist: Warten Sie nicht auf Beschwerden. Prävention ist auch in der Augenheilkunde der beste Schutz für gutes Sehen bis ins hohe Alter. Lesen Sie das gesamte Interview online auf: gesunder-koerper.info
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Lesen Sie mehr auf gesunder-koerper.info | 03 Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit ZEISS Vision Care entstanden.
VORSORGEN IN SACHEN AUGENGESUNDHEIT
Damit man später nicht das Nachsehen hat
Gut sehen zu können, bedeutet nicht automatisch, dass die Augen gesund sind. Viele Veränderungen und Erkrankungen an den Augen bleiben lange unbemerkt, weil sie zunächst keine Beschwerden verursachen. Umso wichtiger ist es, die Augen regelmäßig überprüfen zu lassen und die Vorsorge ernst zu nehmen, um das Sehvermögen langfristig zu erhalten. Denn während der jährliche Check-Up beim Hausarzt oder die Zahnkontrolle für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, rückt die Augengesundheit im Vorsorgerhythmus häufig in den Hintergrund. Text Christine Thaler
Wenn sich Veränderungen langsam ankündigen Zu den Augenerkrankungen zählen z. B. Grauer Star, Grüner Star oder die altersbedingte Makuladegeneration. Sie verursachen anfangs kaum spürbare Symptome. Vor allem mit zunehmendem Alter gewinnt die regelmäßige Vorsorge an Bedeutung. Ab 40 Jahren ist es sinnvoll, die Augen regelmäßig beim Augenarzt kontrollieren zu lassen – auch wenn man noch keine Beschwerden hat. Für gesunde Menschen ohne besondere Risiken wird eine Kontrolle etwa alle fünf Jahre empfohlen, ab 60 Jahren alle zwei bis drei Jahre; bei familiärer Vorbelastung oder anderen Risiken kann eine häufigere Untersuchung sinnvoll sein. Aus diesem Grund engagiert sich ZEISS für die Förderung der Augengesundheit.
arzt warten. Genau hier setzt der medizinische Augen-Check-Up im Rahmen des ZEISS EyeCare Networks an: Die Untersuchung findet direkt bei teilnehmenden Augenoptikern statt, also dort, wo viele Menschen ohnehin regelmäßig sind – etwa für den Kauf einer neuen Brille. Selbstverständlich können aber auch Menschen einen Termin für ihren Augen-Check-Up vereinbaren, die keine Sehkorrektion in Form einer Brille oder Kontaktlinsen benötigen. Die Untersuchung findet mit hochmodernen Systemen statt und dauert nur wenige Minuten. Dabei werden die Sehkraft und der Augeninnendruck gemessen sowie Bilder des vorderen Augenbereichs und der Netzhaut erstellt. Hierdurch liegen umfassende Messdaten vor, um im weiteren Schritt eine fundierte Beurteilung des Gesundheitsstatus des Auges vorzunehmen.
Moderne Vorsorge, die einfach zugänglich ist Ein Grund, warum die Augenvorsorge oft hintenansteht: Häufig muss man lange auf einen Vorsorgetermin bei der Augenärztin oder dem Augen-
Augenoptik und Augenheilkunde Hand in Hand Die im Rahmen des Augen-Check-Ups erhobenen Daten werden anschließend von zugelassenen
Augenärztinnen und Augenärzten aus dem Augenarztnetzwerk von Ocumeda ausgewertet. Ocumeda ist ein führender Anbieter digitaler Augenvorsorge, der Augenoptiker und Augenärzte über eine Plattform verbindet, um den Zugang zu medizinischen Augen-Check-Ups zu erleichtern. Verständliche Ergebnisse ohne lange Wartezeiten Nach der Untersuchung muss niemand lange auf Antworten warten: Innerhalb weniger Tage erhält man den Befundbericht, der so aufbereitet ist, dass er auch ohne medizinisches Fachwissen nachvollziehbar ist. Das schafft Klarheit – sei es die Bestätigung, dass alles in Ordnung ist, oder der Hinweis, dass eine weitere fachärztliche Abklärung sinnvoll wäre. Gerade dieses schnelle, verständliche Feedback macht den Augen-Check-Up zu einer zeitgemäßen Vorsorgemöglichkeit, um das eigene Sehvermögen möglichst lange zu erhalten oder schnell gegensteuern zu können, wenn Auffälligkeiten festgestellt werden.
Wer mehr über seine Augengesundheit erfahren möchte, kann sich bei einem teilnehmenden Partner des ZEISS EyeCare Networks über den medizinischen Augen-Check-Up informieren.
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Vereinbare deinen Augenvorsorgetermin für den medizinischen Augen-Check-Up im ZEISS EyeCare Network. zeiss.de/augengesundheit Der medizinische Augen-Check-Up dient der Augenvorsorge. Er ersetzt nicht eine vollumfängliche Untersuchung inklusive Diagnosestellung und Behandlung beim lokalen Augenarzt und ist nicht geeignet für Personen mit akuten Symptomen.
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Foto: Unsplash, Getty Images
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Hier werden u. a. das Sehen in Nähe und Ferne, das Zusammenspiel der Augen und der Korrektionsbedarf geprüft. Steckt eine Fehlsichtigkeit dahinter, werden die Werte für Brille oder Kontaktlinsen bestimmt.
“Verschwimmt allmählich der Alltag, kann ein Sehtest klären, was sich verändert hat – damit Speisekarte, Monitor, Nachbarn und Verkehrszeichen wieder gut erkannt werden.“
WARUM IST DIE SCHRIFT SO KLEIN?
Wie sich das Sehen verändert – und wann ein Seh-Check sinnvoll ist Text Kerstin Kruschinski
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“Gewissheit über die vorhandene Sehleistung bringt ein Seh-Check im AugenoptikBetrieb.“
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Ab Mitte 40 steckt hinter Problemen beim Lesen häufig Alterssichtigkeit. Die Augenlinse
Anders sieht es aus, wenn Beschwerden plötzlich auftreten: Bei Sehverlust, Schmerzen, Lichtblitzen, Schatten im Gesichtsfeld oder vielen neuen schwarzen Punkten darf keine Zeit verloren werden. Solche Beschwerden müssen umgehend augenärztlich abgeklärt werden. Verschwimmt dagegen allmählich der Alltag, kann ein Sehtest klären, was sich verändert hat – damit Speisekarte, Monitor, Nachbarn und Verkehrszeichen wieder gut erkannt werden.
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Solche Veränderungen können in jedem Alter auftreten. Oft entwickeln sie sich so schleichend, dass sie kaum bemerkt werden. Das Gehirn gewöhnt sich an das weniger klare Bild. Mehr Licht, größere Buchstaben oder ein anderer Abstand helfen eine Weile. Auch eine veränderte Haltung kann unbewusst ausgleichen, jedoch reagieren Nacken und Schultern oft mit Verspannungen.
verliert an Elastizität und kann nicht mehr so mühelos von der Ferne auf die Nähe umschalten. Werden Gegenstände in der Ferne undeutlicher, können etwa Kurzsichtigkeit, eine Hornhautverkrümmung oder eine beginnende Linsentrübung dahinterstecken.
Ergänzend können Screenings, etwa mit Aufnahmen des Augenhintergrunds, Hinweise auf Veränderungen geben. Je nach Verfahren markiert eine KI Bilder, die anschließend genauer geprüft werden sollten. Eine Diagnose liefert das Screening nicht; auch ein unauffälliges Ergebnis bietet keine absolute Sicherheit. Wichtig sind deshalb eine fachkundige Bewertung und ein klarer Weg zur weiteren Abklärung.
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in bekanntes Gesicht auf der anderen Straßenseite lässt sich erst erkennen, wenn es näherkommt. Straßenschilder tauchen später aus der Unschärfe auf. Beim Lesen wird das Smartphone weiter weggehalten, am Bildschirm fällt das Sehen zunehmend schwer.
Wenn eine Augenerkrankung die Ursache ist, sollte diese augenärztlich abgeklärt werden. Auch ohne Beschwerden sind regelmäßige Kontrollen wichtig: zwischen 40 und 60 etwa alle zwei Jahre, ab 60 jährlich.
Kerstin Kruschinski Stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Kommunikation beim Kuratorium Gutes Sehen e. V.
Info
Wie oft sollten die Augen zum Check? QR-Code scannen und sehen, was in welchem Alter sinnvoll ist und wer die richtige Anlaufstelle ist! sehen.de/sehtests/sehtest-fuer-erwachsene
Gewissheit über die vorhandene Sehleistung bringt ein Seh-Check im Augenoptik-Betrieb.
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STILBERATUNG:
Der richtige Look für Ihre Augen Brille ist längst mehr als eine Sehhilfe: Sie unterstreicht Persönlichkeit, Stil und Gesicht. Doch welche Fassung passt wirklich zu Ihnen? Mit ein paar einfachen Stilregeln wird die Wahl leichter – und Ihr neuer Look zum echten Hingucker. Text Katharina Lassmann
Farbe: Ton in Ton oder Kontrast? Die Fassungsfarbe sollte nicht nur zum Gesicht, sondern auch zu Ihrem persönlichen Stil passen. Warme Hauttöne harmonieren häufig mit Gold, Braun, Beige oder warmen Rottönen. Zu kühlen Hauttönen passen Silber, Grau, Blau und klare, kühle Farben.
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Augenfarbe betonen Eine Brille kann die Augenfarbe regelrecht zum Leuchten bringen. Komplementäre Farbtöne erzeugen einen spannenden Kontrast, ähnliche Nuancen wirken zurückhaltend und elegant. Auch transparente oder halbtransparente Fassungen sind eine stilvolle Möglichkeit, den Blick in den Mittelpunkt zu rücken.
“Die Gesichtsform kann eine gute Orientierung bei der Wahl der Brille sein – sie ist aber keine feste Regel.“ •
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Eckiges Gesicht Ein eckiges Gesicht zeichnet sich durch eine markante Kieferpartie und eine eher gerade Stirn- und Wangenlinie aus. Runde oder ovale Brillen sorgen für einen weichen Kontrast und lassen die Gesichtszüge harmonischer wirken. Besonders geeignet: runde, ovale oder weich geschwungene Fassungen.
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Welche Brille passt zu welcher Gesichtsform? Die richtige Brille ist mehr als nur eine Sehhilfe – sie kann das Gesicht betonen, ausgleichen und den persönlichen Stil unterstreichen. Doch welche Brillenform passt eigentlich zu welcher Gesichtsform?
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Ovales Gesicht Das ovale Gesicht gilt als besonders ausgewogen. Deshalb passen viele verschiedene Brillenformen dazu. Von klassisch rechteckig bis rund oder auffällig. Besonders geeignet: nahezu alle Formen.
Herzförmiges Gesicht Bei einer herzförmigen Gesichtsform ist die Stirn meist etwas breiter, während das Kinn schmaler zuläuft. Brillen mit einer eher zarten oder unten betonten Form können dabei helfen, die Proportionen auszugleichen. Besonders geeignet: dünne Fassungen, runde Formen oder Modelle, die unten etwas breiter wirken.
“Ein passendes Gestell findet man meist, wenn man nach Farbe, Größe, dem Look und Charakter schaut. Letztendlich ist die perfekte Brille die, in der man sich selbstbewusst und wohlfühlt.“
Fotos: Unsplash // Illustrationen: Shutterstock, 2654101613
Die richtige Größe zählt Die Fassung sollte weder drücken noch vom Gesicht „abstehen“. Achten Sie darauf, dass die Augen möglichst zentral in den Gläsern sitzen und die Brille angenehm auf Nase und Ohren liegt. Besonders wichtig: Die Augenbrauen sollten idealerweise nicht komplett von der Fassung verdeckt werden.
Rundes Gesicht Bei einem runden Gesicht sind die Wangen oft etwas breiter und die Gesichtskonturen eher weich. Eckige oder rechteckige Brillen können hier einen schönen Kontrast schaffen und das Gesicht optisch etwas länger und definierter wirken lassen. Besonders geeignet: eckige, rechteckige oder leicht kantige Fassungen.
Längliches Gesicht Ein längliches Gesicht ist länger als breit und hat häufig eine eher gerade Gesichtsform. Brillen mit einer größeren Höhe können das Gesicht optisch etwas kürzer erscheinen lassen. Besonders geeignet: größere, hohe Fassungen, runde oder markante Modelle.
Stil-tipp
Eine Brille kann die Persönlichkeit zeigen! Klassisch, minimalistisch, farbenfroh oder extravagant – entscheidend ist, dass Sie sich mit Ihrer Fassung wohlfühlen. Denn die beste Brille ist nicht nur die, die gut sitzt, sondern auch die, die zu Ihnen passt.
Fotos: Team Deutschland - Philipp Reinhard & Max Galys
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Coverstory
“BARRIEREN ENTSTEHEN oft nicht durch die Behinderung, sondern DURCH FEHLENDE STRUKTUREN“ Die Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin Johanna Recktenwald verfügt aufgrund einer Zapfen-Stäbchen-Dystrophie nur noch über rund zwei Prozent Sehkraft. Statt sich von der fortschreitenden Netzhauterkrankung ausbremsen zu lassen, fand die 25-Jährige im Para-Langlauf und Para-Biathlon ihre Leidenschaft. Im Interview spricht die Bachelorabsolventin der Gesundheitspädagogik über ihren Alltag mit Sehbehinderung, die besondere Zusammenarbeit mit ihrem Guide und darüber, warum Inklusion weit mehr bedeutet als barrierefreie Gebäude. Text Christine Thaler
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u hast eine Zapfen-Stäbchen-Dystrophie. Wie sieht man mit dieser Erkrankung und wie hat sich deine Sehkraft im Laufe der Zeit verändert? Wie wurde die Erkrankung bei dir diagnostiziert? Als Kind habe ich zunächst normal gesehen. Erst mit der Einschulung bekam ich eine Brille, die mir allerdings kaum geholfen hat. Mit der Zeit verschlechterte sich meine Sehkraft weiter, bis schließlich eine Zapfen-StäbchenDystrophie diagnostiziert wurde – eine erblich bedingte Netzhauterkrankung, bei der die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut nach und nach absterben. Heute sehe ich noch etwa zwei Prozent. Alles wirkt stark verschwommen, ich bin auf gute Lichtverhältnisse und starke Kontraste angewiesen. Im Dunkeln bin ich nahezu blind. Bei Tageslicht erkenne ich Umrisse und Farben, aber keine Gesichter oder Details.
aufmerksam und nahm an „Jugend trainiert für Paralympics“ teil. Dort entstand auch der Kontakt zum Deutschen Behindertensportverband. Heute ist Sport der Mittelpunkt meines Lebens. Als mein Sehvermögen immer schlechter wurde, hat mir der Sport eine neue Perspektive gegeben. Ich hatte wieder Ziele, Herausforderungen und etwas gefunden, worin ich gut sein konnte.
Du bist eine sehr erfolgreiche paralympische Sportlerin. Wie bist du zu diesem Sport gekommen und welche Rolle spielt er heute für dich und im Umgang mit deiner Seheinschränkung? Zum Parasport bin ich eher zufällig gekommen. Über ein Schulprojekt wurde ich auf Skilanglauf
Der Sport bestimmt meinen Alltag. Vor allem aber hat er meinen Blick auf meine Sehbehinderung verändert. Durch den Parasport habe ich erlebt, dass Einschränkungen nicht bedeuten, auf große Ziele verzichten zu müssen. Während ich im Alltag oft gehört habe: „Das geht nicht“, habe ich im Sport genau das Gegenteil erfahren.
“Zum Parasport bin ich eher zufällig gekommen. Über ein Schulprojekt wurde ich auf Skilanglauf aufmerksam und nahm an 'Jugend trainiert für Paralympics' teil.“
Wie funktioniert das Zusammenspiel mit deinem Guide im Para-Biathlon und ParaLanglauf? Wir verbringen fast jedes Training gemeinsam und bilden im Wettkampf ein eingespieltes Team. Ohne meinen Guide könnte ich den Sport nicht ausüben. Ich starte gemeinsam mit meiner Guide Emily Weiß. Sie läuft vor mir und gibt mir akustische Signale, kündigt Kurven und Technikwechsel an und führt mich sicher über die Strecke. Beim Biathlon begleitet sie mich bis zum Schießstand. Geschossen wird anschließend ausschließlich nach Gehör: Über Kopfhörer zeigt mir ein Signalton an, wann ich die Zielmitte erreicht habe. Wie gestaltest du deinen Alltag mit eingeschränkter Sehkraft und welche Hilfsmittel oder Technologien sind für dich besonders wichtig? Mein wichtigstes Hilfsmittel ist mein Smartphone. Ich kann Texte vorlesen lassen, Dokumente oder Speisekarten fotografieren und Künstliche Intelligenz nutzen, um mir Inhalte erklären oder beschreiben zu lassen. Außerdem helfen mir Vergrößerungs- und Vorlesefunktionen am Smartphone und Laptop – im Studium, beim Einkaufen und im Alltag.
wie sieht man eigentlich mit ...
gesunden Augen
Makula-Degeneration
Glaukom (Grüner Star)
Diabetischer Netzhauterkrankung
Katarakt (Grauer Star)
Retinitis Pigmentosa
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Wichtig ist außerdem, Menschen mit Behinderung stärker einzubeziehen, wenn barrierefreie Lösungen entwickelt werden. Denn sie wissen selbst am besten, welche Unterstützung notwendig ist. Inklusion bedeutet für mich, die gleichen Chancen zu haben wie alle anderen. Schon in der Schule musste ich dafür kämpfen. Im Saarland war ich damals die erste Schülerin mit einer starken Sehbehinderung, die ihr Abitur an einer Regelschule gemacht hat. Viele Hürden entstanden weniger durch meine Sehbehinderung als durch fehlende Strukturen. Heute engagiere ich mich im Inklusionsausschuss meiner Hochschule, damit Studierende mit Behinderung die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
Was möchtest du den Leserinnen und Lesern unserer Kampagne mit auf den Weg geben – insbesondere auch Menschen, die selbst gerade die Diagnose einer Sehbeeinträchtigung erhalten haben? Menschen ohne Behinderung möchte ich mitgeben, offen zu sein und Barrierefreiheit selbstverständlich mitzudenken. Teilhabe gelingt nur, wenn alle Menschen ihre Möglichkeiten entfalten können. Wer gerade eine Sehbeeinträchtigung diagnostiziert bekommen hat, sollte nicht nur darauf schauen, was nicht mehr möglich ist, sondern auch auf neue Wege und Chancen. Für mich war das der Sport.
“Inklusion bedeutet für mich, die gleichen Chancen zu haben wie alle anderen.“ Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man Ziele im Leben hat und dass man diese nicht aus den Augen verliert – egal, wie viel man sieht.
Lesen Sie das gesamte Interview online auf: gesunder-koerper.info
Info Schauen Sie für weitere Einblicke bei Johannas Social Media Kanälen vorbei! Instagram @johanni.rxc und LinkedIn Johanna Recktenwald
Fotos: Deutsches Blindenhilfswerk e. V.
Wo siehst du in Deutschland noch Nachholbedarf, wenn es um Barrierefreiheit geht? Was bedeutet Inklusion für dich konkret? Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen im Rollstuhl. Auch Menschen mit Seh-, Hör- oder kognitiven Beeinträchtigungen müssen stärker mitgedacht werden. Besonders bei digitalen Angeboten gibt es noch viele Herausforderungen.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blindenhilfswerk e. V. entstanden.
HELFEN MIT WEITBLICK Text Christina Zetlmeisl
Ihre Spende schenkt Perspektiven – in Ruanda und weltweit Sehen zu können, bedeutet lernen, arbeiten, selbstständig leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Doch für viele Menschen ist gutes Sehen keine Selbstverständlichkeit. Das Deutsche Blindenhilfswerk (DBHW) setzt sich dafür ein, Blindheit zu verhindern, blinde und sehbehinderte Menschen zu fördern und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu stärken – in Deutschland und weltweit. Dabei setzen wir auf nachhaltige Hilfe: Wir fördern Projekte, die Menschen langfristig stärken, Fachwissen vor Ort aufbauen und die medizinische, schulische und berufliche Versorgung verbessern. Das DBHW ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.
damit Menschen vor Ort langfristig selbst helfen können. Am RCEH werden jedes Jahr sieben bis acht angehende Augenärztinnen und Augenärzte ausgebildet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Phakochirurgie – einem modernen und weltweit verbreiteten Verfahren zur Operation des Grauen Stars. Damit die angehenden Augenärztinnen und Augenärzte möglichst sicher trainieren können, unterstützt das DBHW das RCEH mit einem Eyesi®-Simulator. An diesem hochmodernen Trainingssystem lassen sich anspruchsvolle chirurgische Abläufe realitätsnah üben – ohne Risiko für Patientinnen und Patienten.
Gesunde Augen für alle in Ruanda: Ausbildung, die bleibt und Leben verändert In Ruanda leben rund 14 Millionen Menschen – doch ihnen stehen nur etwa 24 Augenärztinnen und Augenärzte gegenüber. Der Mangel an medizinischen Fachkräften führt zu einer erheblichen Unterversorgung. Dabei könnten viele Fälle von vermeidbarer Blindheit, etwa durch den Grauen Star, mit einer Operation behandelt werden. Hier setzt die Zusammenarbeit des Rwanda Charity Eye Hospital (RCEH) mit dem Deutschen Blindenhilfswerk an: Wir investieren in Ausbildung,
Das Ziel: Das RCEH soll zu einem PhakoTrainingszentrum für Ostafrika ausgebaut werden. So kann das erworbene Wissen weit über Ruanda hinaus weitergegeben werden. Welche Wirkung dieses Training hat, beschreibt Dr. Madeleine Dusingize, die erste ruandische Residentin, die das Trainingsprogramm am Eyesi® erfolgreich abgeschlossen hat: „Eyesi® hat mein Selbstvertrauen im Operationssaal wirklich gestärkt. Es hat meine Hand-Augen-Koordination, meine Präzision und mein Verständnis für die chirurgischen Abläufe verbessert.“
Heute fühlt sie sich bei Operationen sicherer und hat mehr Kontrolle über die einzelnen Schritte. Und sie denkt bereits an die nächste Generation. „Ich glaube, genau das wird anderen Auszubildenden helfen, die ganz von vorne anfangen – insbesondere in unserem Land, wo es nicht besonders viele Phako-Ausbilder gibt.“ Genau darum geht es: Wissen weitergeben, Fähigkeiten aufbauen und Menschen befähigen, anderen Menschen zu helfen. HELFEN SIE MIT, DAMIT GUTES SEHEN EINE ZUKUNFT HAT. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Ausbildung von Fachkräften, die augenmedizinische Versorgung vor Ort verbessern und ihr Wissen weitergeben. Jede Unterstützung trägt dazu bei, vermeidbare Blindheit zu verhindern, Chancen zu schaffen und Menschen ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen. Helfen Sie mit – mit Weitblick. Deutsches Blindenhilfswerk (DBHW) Für gesunde Augen. Für Bildung. Für Teilhabe. Für eine Zukunft mit Perspektive. Unser Spendenkonto IBAN: DE94 3702 0500 0007 2133 00 BIC: BFSWDE33XXX (Sozial Bank) Weitere Informationen zu uns und unserer Arbeit finden Sie unter: www.blindenhilfswerk.de
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Text Elke van Alen, Orthoptistin und Mitglied im Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V. (BOD)
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: orthoptik.de
Foto: Priv at
Warnzeichen sind Zusammenkneifen der Augen, sehr nahes Herangehen an Bildschirm oder Buch, Schwierigkeiten beim Erkennen der Tafel und Kopfschmerzen. Präventiv sinnvoll sind tägliche Zeit im Freien, gute Beleuchtung, ausreichend Abstand und regelmäßige Blickpausen. Tritt aber eine Myopie ein, oft zwischen dem 10. bis 12. Lebensjahr, dann sollte eine augenärztlichorthoptische Untersuchung erfolgen, um ein Fortschreiten in der Wachstumsphase zu begrenzen.
Text Miriam Hähnel
Wie hast du als Kind die Diagnose Morbus Stargardt erlebt, und wie hat sich dein Sehen seitdem verändert? Meine Sicht verschlechterte sich bereits kurz nach der Einschulung. Als ich neun war, zogen wir nach Russland, ich sah immer eingeschränkter. In einer Klinik in Moskau wurde die Diagnose Morbus Stargardt gestellt. Vor der Pubertät wurde es richtig schwierig für mich. Ich wurde aufgrund meiner Sehbehinderung vom Unterricht ausgeschlossen und zu Hause beschult. Das klappte überhaupt nicht, also wurde ich auf ein Internat geschickt, in dem auch schwer erziehbare Kinder untergebracht waren: ein Sammelbecken für alle, die nicht ins System passten. Dabei war ich in keinster Weise schwer erziehbar, sondern eben sehbehindert! Die Botschaft, die sich in meine Seele fraß, lautete: Du bist anders, mit dir stimmt etwas nicht. Nach drei Jahren konnten wir nach Deutschland ausreisen, meine Sehkraft hatte weiter rapide nachgelassen. Zudem war alles neu: Kultur, Sprache, Schule, Umgebung. Ich zog mich komplett zurück. Dann kam der Wechsel aufs Internat in Nürnberg: Glück im Unglück, denn es war spezialisiert auf Kinder mit Sehbehinderung. Nach einem Jahr hatte ich mich eingelebt, woran der dortige Freizeitleiter Michi einen großen Anteil hatte: Er hat mich auch zum Schwimmsport gebracht. Du bist erfolgreiche Para-Schwimmerin. Welche Rolle hat der Sport für dich im Umgang mit deiner Erkrankung gespielt? Der Sport hat mein Leben um 180 Grad gedreht. Er hat mir nicht nur Teilhabe ermöglicht, sondern mir auch die Chance gegeben,
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Eine normale Brille oder Kontaktlinse sorgt für scharfes Sehen, bremst das Augenwachstum jedoch nicht automatisch. Zur Verlangsamung einer fortschreitenden Myopie stehen mittlerweile spezielle Brillengläser, weiche Kontaktlinsen, Orthokeratologie-Nachtlinsen und niedrig dosierte Atropin-Augentropfen zur Verfügung. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von Alter, Stärke, Verlauf, Alltag und Mitarbeit des Kindes ab. Regelmäßige Kontrollen von Sehschärfe, Brillenstärken und auch der Augenlänge helfen, den Erfolg der Therapie zu beurteilen.
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Bei einer Myopie (Kurzsichtigkeit) werden entfernte Dinge unscharf gesehen, weil das Auge meist zu stark in die Länge wächst. Neben der erblichen Veranlagung – besonders bei kurzsichtigen Eltern – beeinflusst auch der Alltag die Entwicklung. Viel Naharbeit, lange Phasen an Smartphone, Tablet oder Büchern sowie zu wenig Aufenthalt im Freien erhöhen das Risiko. Entscheidend ist nicht allein der Bildschirm, sondern die Kombination aus kurzer Arbeitsdistanz, wenigen Pausen und Lichtmangel.
Mit neun Jahren erhielt Elena Semechin die Diagnose Morbus Stargardt. Heute ist sie erfolgreiche Para-Schwimmerin, Mutter und Unternehmerin. zu zeigen, was wirklich in mir steckt. Dazu haben auch die tollen Vorbilder im Para-Sport beigetragen, denn sie zeigten mir, dass nicht meine Behinderung mich definiert, sondern meine Einstellung zum Leben. H mb
FRÜH ERKENNEN, GEZIELT BREMSEN
“NICHT MEINE BEHINDERUNG DEFINIERT MICH, SONDERN MEINE EINSTELLUNG ZUM LEBEN“
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MYOPIE IM KINDESALTER:
Wie gehst du heute als Mutter mit dem Thema Vererbung und Augengesundheit in der Familie um? Ich habe mit Anfang 20 einen Gentest machen lassen. Das Ergebnis lautete, dass mein Kind ein 25-prozentiges Risiko hätte, die Krankheit zu bekommen. Für mich und meinen Partner war aber klar, dass wir das Risiko in Kauf nehmen würden. Denn heute ist es ja auch so, dass man sehr gut mit der Erkrankung leben kann. Das erlebe und beweise ich ja täglich. Welche Rolle spielt Vorsorge in eurem Familienalltag, und was würdest du anderen Eltern in einer ähnlichen Situation mitgeben? Natürlich beobachten wir unser Kind. Derzeit scheint es aber nicht so, als hätte es irgendwelche Seheinschränkungen. Anderen Eltern möchte ich vor allem eins mit auf den Weg geben: Lasst euer Kind so normal wie möglich aufwachsen. Man sollte einem Kind nie das Gefühl geben, dass es einen Makel hat und nicht ins Schema passt. Lesen Sie das gesamte Interview online auf: gesunder-koerper.info
social media! Weitere Informationen finden Sie auf Instagram: @Elena_Krawzow und LinkedIn: Elena Semechin
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem EinDollarBrille e. V. (GoodVision international) entstanden.
DIE BRILLE, die mehr schafft ALS GUTES SEHEN Foto: Antje Christ
Eine Idee aus Erlangen zeigt, wie mit Draht aus Federstahl, einer einfachen Biegemaschine und lokaler Ausbildung neue Chancen entstehen. Text Annika Getto
Wenn Sahil Sethy heute liest, ist etwas selbstverständlich geworden, das lange schwierig war: Er kann die Buchstaben in seinen Büchern erkennen. Schon als Kleinkind verletzte sich der Junge aus dem indischen Bhubaneswar am linken Auge. Wie stark sein Sehvermögen darunter litt, blieb unentdeckt. Sahil gewöhnte sich daran, fast nur mit dem rechten Auge zu sehen. Beim Lesen neigte er den Kopf zur Seite, in der Schule fiel es ihm schwer, mitzuhalten. Dann kam die EinDollarBrille zu einem Sehtest an seine Schule. Zum ersten Mal wurden Sahils Augen untersucht. Die Fachkräfte erkannten: Eine Brille allein würde nicht reichen. Wenige Tage später wurde er in einem Partnerkrankenhaus am Grauen Star operiert. Heute kann Sahil wieder von
der Tafel und aus seinen Büchern lesen. Seine Lehrer erleben ihn entspannter, aufmerksamer und selbstbewusster. Hinter solchen Veränderungen steht die Idee von Martin Aufmuth. Der Erlanger Lehrer entwickelte eine robuste Brille aus Federstahldraht, die ohne Strom auf einer manuellen Biegemaschine hergestellt werden kann. Die Materialkosten: rund ein US-Dollar. Doch die EinDollarBrille ist mehr als ein günstiges Produkt. Sie bildet Menschen vor Ort zu Fachkräften aus, schafft Arbeitsplätze und baut dauerhafte Versorgungsstrukturen auf. Die Brillen werden zu einem erschwinglichen Preis verkauft – Hilfe zur Selbsthilfe statt kurzfristiger Versorgung.
Auch wirtschaftlich ist gutes Sehen relevant: Unkorrigierte Kurz- und Alterssichtigkeit verursachen weltweit Produktivitätsverluste von rund 270 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Seit 2012 wurden von der Organisation mehr als 1,1 Millionen Menschen mit Brillen versorgt, über 2,95 Millionen Sehtests durchgeführt und 572 Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. Wirkung in vier Zahlen • Nur 1 US-Dollar Materialkosten. • 1,1 Mio. Menschen mit Brillen versorgt. • 572 Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. • Weltweit 270 Mrd. US-Dollar Produktivitätsverlust durch Fehlsichtigkeit. Gutes Sehen schafft Chancen. Helfen Sie mit: eindollarbrille.de
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KATARAKT: Wenn die Augenlinse trüb wird Der Graue Star, medizinisch Katarakt, bezeichnet eine zunehmende Trübung der natürlichen Augenlinse. Diese liegt hinter der Pupille und bündelt das einfallende Licht auf der Netzhaut. Wird die Linse trüb, gelangt das Licht nicht mehr ungehindert hindurch – das Sehvermögen nimmt allmählich ab. Die altersbedingte Katarakt ist die mit Abstand häufigste Form. Text Christine Thaler
Auftreten Der Graue Star tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Zwischen 65 und 74 Jahren haben etwa 20 Prozent der Menschen einen Grauen Star; bei den über 74-Jährigen ist es mehr als die Hälfte. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können unter anderem Diabetes, Rauchen, langfristige Kortisonbehandlung, Augenverletzungen und bestimmte Entzündungen die Entstehung begünstigen. Auch UV-Strahlung gilt als Risikofaktor. Symptome Typisch ist eine langsam zunehmende Verschlechterung des Sehens. Betroffene beschreiben häufig einen Schleier oder Nebel vor den Augen. Außerdem können Kontraste und Farben weniger deutlich wahrgenommen werden. Weitere mögliche Anzeichen sind eine erhöhte Blendempfindlichkeit – etwa bei Gegenlicht oder beim Autofahren in der Dunkelheit – sowie eine Verschlechterung des räumlichen Sehens.
Entwicklung Eine Katarakt kann sich über Jahre entwickeln und zunächst nur geringfügige Einschränkungen verursachen.
“Eingeschränktes Sehen kann beispielsweise das Lesen, Autofahren oder die Orientierung im Alltag erschweren und damit die Selbstständigkeit und Lebensqualität beeinträchtigen.“ Mit zunehmender Linsentrübung kann das Sehen jedoch deutlich schlechter werden. Unbehandelt kann ein fortgeschrittener Grauer Star bis zur Erblindung führen. Weltweit gehört die Katarakt zu den häufigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen und Blindheit.
Dabei geht es nicht nur um die Sehschärfe: Eingeschränktes Sehen kann beispielsweise das Lesen, Autofahren oder die Orientierung im Alltag erschweren und damit die Selbstständigkeit und Lebensqualität beeinträchtigen. Behandlungsmöglichkeiten Eine leichte Katarakt lässt sich zunächst unter Umständen durch eine Anpassung der Brille ausgleichen. Die einzige wirksame Behandlung, mit der die getrübte Linse dauerhaft entfernt werden kann, ist jedoch eine Operation. Dabei wird die natürliche, getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Welche künstliche Linse infrage kommt und wann operiert wird, wird individuell anhand der Sehbeeinträchtigung, der persönlichen Bedürfnisse und möglicher weiterer Augenerkrankungen entschieden.
veranstaltungstipp! Jubiläum im Oktober: Die 25. Woche des Sehens Die Woche des Sehens findet jährlich vom 8. bis 15. Oktober statt und informiert in zahlreichen Veranstaltungen über Blindheit, Sehbehinderung und Augengesundheit.
Mehr zur Woche des Sehens: www.woche-des-sehens.de
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„PREMIUM“-KATARAKTOPERATION Wenn aus einem Standardeingriff eine ganz persönliche Lösung wird.
Für die Charlottenklinik bedeutet „Premium“ deshalb vor allem: maximale Individualisierung. Sowohl die Operationstechnik als auch die Auswahl und Kombination der Linsen werden auf die individuellen Bedürfnisse und die anatomischen Voraussetzungen des Patienten abgestimmt. Präszision durch Nanolaser- Technologie Über einen minimalen Schnitt von 1,8–2,2 mm wird der Nanolaser ins Auge eingeführt.
Falkertstraße 50 • 70176 Stuttgart Telefon: 0711/6692-0
Die getrübte natürliche Linse wird präzise zerkleinert und gleichzeitig abgesaugt. Das Verfahren arbeitet ohne mechanisch bewegliche Teile im Augeninneren. Dadurch kann die für die Linsenzerkleinerung erforderliche Energie reduziert und das umliegende Gewebe besonders schonend behandelt werden. Dies kann zu einer schnellen Erholung nach dem Eingriff beitragen. Das Liberty-Zweilinsensystem – individuell und reversibel Nach der Entfernung der natürlichen Linse kann das Liberty-Zweilinsensystem eingesetzt werden. Dabei wird eine Basis-Intraokularlinse im Kapselsack positioniert, ergänzt durch eine zweite, sogenannte AddOn-Linse im Ciliarsulcus, dem Bereich hinter der Iris. Beide Linsen werden im Rahmen desselben Eingriffs eingesetzt. Durch die Kombination der beiden Linsen lässt sich die optische Korrektur individuell anpassen. Insbesondere die Alterssichtigkeit (Presbyopie) kann gezielt mitberücksichtigt werden. Dadurch kann sich die Abhängigkeit von einer Brille im
Terminvereinbarung: 0711/6692-100 info@charlottenklinik.de
Alltag spürbar reduzieren. Ein weiterer Vorteil des Zweilinsensystems ist die Reversibilität der AddOn-Linse: Sollte es notwendig sein, kann die zusätzliche Linse zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt werden. Der ambulante Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten. Nach der entsprechenden Nachkontrolle können Sie die Charlottenklinik meist noch am selben Tag wieder verlassen. © Charlottenklinik für Augenheilkunde
Die Operation des Grauen Stars (Katarakt) gehört zu den häufigsten Operationen weltweit. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Premium“ inzwischen häufig und teilweise missverständlich verwendet. Dies gilt vor allem für die Verwendung von Intraokularlinsen (IOL), die für den Patienten einen funktionellen Mehrwert haben. Dieser zusätzliche Nutzen kann jedoch mit optischen Begleiterscheinungen einhergehen, sodass der Begriff „Premium“ nicht uneingeschränkt gerechtfertigt ist. Deshalb ist nicht jede sogenannte „Premiumlinse“ für jeden Patienten gleichermaßen geeignet.
Prof. Dr. med. Gangolf Sauder, Chefarzt der Charlottenklinik für Augenheilkunde
www.charlottenklinik.de
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ALTERSBEDINGTE MAKULA-DEGENERATION (AMD):
EINE NEUE VOLKSKRANKHEIT Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) gehört zu den am weitesten verbreiteten Augenerkrankungen in der westlichen Welt. Betroffen sind vor allem Menschen über 50 Jahre. AMD führt zu schweren Seheinbußen und zur Erblindung im gesetzlichen Sinne. Betroffen ist die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut: die Makula. Unterschieden werden zwei Formen.
PRO
RETINA
Feuchte AMD – gute Behandlungsmöglichkeiten Die feuchte Form der AMD hat einen aggressiveren Verlauf. Dieser kann bei rechtzeitiger Diagnose durch eine Spritzenbehandlung
aufgehalten oder verlangsamt werden. Bei der sogenannten intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) werden Medikamente in den Glaskörper des Auges gespritzt, um den Botenstoff zu hemmen, der das Wachstum krankhafter Blutgefäße fördert. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass die Therapie konsequent durchgeführt wird. Ein neuer Hoffnungsträger für Betroffene mit einer feuchten AMD ist ein reiskorn-kleines Implantat im Auge. Es dient als Wirkstoffdepot für den BotenstoffHemmer und gibt diesen kontinuierlich ab. Das Fortschreiten der feuchten AMD wird so gestoppt. Verbessern kann sich die Sehkraft durch das Implantat nicht. Alle sechs bis neun Monate muss das Depot mit einer Spritze aufgefüllt werden. Eine Zulassung für das Implantat wird für Ende 2026 erwartet. © to: Fo
Trockene AMD – weit verbreitet & riskant Bei der trockenen AMD lagern sich Abfallprodukte, sogenannte Drusen, unter der Netzhaut ab. Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Drusen zu und schränken die Versorgung der Sehzellen in der Makula ein. Die Folge: Die Netzhautzellen sterben ab und es kann zu einer deutlichen Einschränkung der visuellen Wahrnehmung kommen. Die ersten Medikamente, die das Fortschreiten einer trockenen AMD bremsen können, sind seit 2023 in den USA zugelassen. Ob sie in Zukunft auch in Deutschland zugelassen und verfügbar sein werden, ist unklar.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Rayner Surgical GmbH entstanden.
NEUE LINSENTECHNOLOGIE BEIM GRAUEN STAR
Beim Grauen Star entscheidet die richtige Linsenwahl über echte Lebensqualität. Warum? Das wissen die Expertinnen Dr. Anna-Katharina Müller und Dr. Laura Lux. Text Christine Thaler
Bei der Kataraktoperation wird eine künstliche Linse eingesetzt. Wie findet man heraus, welche Linse zum Patienten passt? Dr. Anna-Katharina Müller: Im Gespräch mit dem Patienten erfragen wir, was ihm wichtig ist: ist es für den Patienten in Ordnung, weiter eine Brille zu tragen, oder wünscht er ein höheres Maß an Brillenunabhängigkeit? Zudem muss man das Auge genau vermessen, um herauszufinden, was umsetzbar ist. Dr. Laura Lux: Im Patientengespräch informieren wir auch über die Erkrankung. Danach vereinbaren wir einen ausführlichen Termin zur Vorbereitung der Kataraktoperation. Hier geht es um Alltagstätigkeiten, die der Patient noch bewältigen muss, z. B., ob er noch arbeitet und auf eine besonders scharfe Sicht angewiesen ist. Wenn wir dann die Daten der Augenvermessung auswerten, können wir besprechen, welche Optionen der Patient hat. Welche verschiedenen Linsentypen gibt es, und was können sie heute leisten? Dr. Laura Lux: Die klassische Linse ist eine Monofokal-Einstärken-Linse. Mit ihr sieht der
Patient in der Ferne scharf, aber nutzt für den Zwischen- und Nahbereich noch eine Brille. Dann gibt es sogenannte EDoF-Linsen (Extended Depth of Focus). Diese ermöglichen ein kontinuierliches Sehen im Zwischen- und Fernbereich. Im Nahbereich ist aber auch hier noch eine Sehunterstützung nötig.
Heike Ferber, Makula-Beraterin von PRO RETINA ©Klaus Becker
Auswirkungen auf den Alltag Für Betroffene bedeutet AMD oft mehr als den Verlust von Sehschärfe. Lesen, Einkaufen oder das Erkennen von Gesichtern werden schwieriger. Viele Menschen ziehen sich aus Unsicherheit zurück. Hilfsmittel, Sehtraining und eine gute Beratung können helfen, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichs lange zu erhalten. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in den regionalen Selbsthilfegruppen der PRO RETINA, kann dabei unterstützen, Wege zum selbstbestimmten Leben mit der Krankheit zu finden. Lesen Sie das gesamte Interview online auf: gesunder-koerper.info
Info
Mehr Informationen und die Möglichkeit, kostenlose Broschüren zu AMD zu bestellen unter pro-retina.de oder per Mail: info@pro-retina.de.
gehört, die mit refraktiven Optiken arbeiten: Sie wurde erstmals mit Hilfe von KI entwickelt. Neu an dieser Linse ist das Spiraldesign, d. h. die Brennpunkte sind nicht wie bei klassischen refraktiven Multifokallinsen in Ringen angeordnet, sondern spiralförmig. Dadurch hat die Linse keine abrupten Kanten oder Ringe, wodurch sie deutlich weniger störende Nebeneffekte hat und wesentlich alltagstauglicher für viele Patienten ist.
“Im Gespräch mit dem Patienten erfragen wir, was ihm wichtig ist.“ Dr. Anna-Katharina Müller: Diese Linse setzen wir inzwischen sehr gerne und regelmäßig ein, da wir von unseren Patienten durchweg sehr positives Feedback erhalten und sie sich auch intraoperativ durch ihre unkomplizierte und sichere Handhabung auszeichnet.
Als dritte Option gibt es Multifokallinsen, die das Sehen in allen Distanzen ermöglichen. Sie nutzen unterschiedliche, ringförmige Brechungszonen auf der Linsenoberfläche. Es können sich dadurch aber z. B. bei entgegenkommenden Fahrzeugen Lichthöfe und -kreise bilden, die als störend empfunden werden können. Sie arbeiten u. a. mit einer neuen Spiral-IOL (Intraokularlinse). Was ist daran neu und welche Vorteile kann sie für Patienten haben? Dr. Laura Lux: Richtig, das ist die RayOne Galaxy von Rayner, die zu den neueren Linsen
Info
Weitere Informationen zur RayOne Galaxy von Rayner sowie Erfahrungsberichte von Patienten unter: www.galaxyiol.com/de
Foto: Augenzentrum Cottbus
Text Dr. Sandra Jansen, Fachreferentin Diagnose und Forschung PRO RETINA Deutschland e. V.
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Manchmal hilft gegen Sorgen kein Ratgeber – sondern ein Lächeln. Leben Sie mit einer feuchten altersbedingten Makula degeneration (nAMD), einem diabetischen Makulaödem (DMÖ) oder einem Retinalen Venenverschluss (RVV)? Dann kennen Sie wahrscheinlich die Herausforderungen einer regel mäßigen Spritzentherapie. In der neuen MiniSerie „augenblicke – Zwischen Herz & Hörer“ zeigt Marianne (86), die selbst mit nAMD lebt, mit viel Humor und Lebenserfahrung, warum Dranbleiben bei der IVOMTherapie wichtig ist – und dass man mit den Fragen rund um die Erkrankung nicht allein ist. Vier kurze Folgen, viele AhaMomente – und viel leicht auch das ein oder andere Schmunzeln.
Vier Folgen, die sich sehen lassen!
Wer persönliche Unterstützung sucht, findet sie bei „augenblicke – Das Telefon mit Herz“. Kostenfreie Servicenummer
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Fragen zur Netzhauterkrankung? Alle Folgen finden Sie auf: www.MeineAugenblicke.de/TV
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