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CH - Gesund im Alter

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Lesen Sie mehr unter dergesundheitsratgeber.ch

Neugierig bleiben. Ein Leben lang.

Wer geistig in Bewegung bleibt, tut viel für seine Lebensqualität.

Gedächtnisexpertin Petra Oggenfuss zeigt, wie sich Konzentration, Merkfähigkeit und Denkfreude bis ins hohe Alter fördern lassen.

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Frauenherzen im Fokus

Worauf Frauen besonders achten sollten.

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Adipositas neu denken Warum Wille allein oft nicht reicht.

Seite 06

FOTO: IVAN SCHNOZ

Kerstin Boder

Industry Manager Health

«Wie alt wärst du, wenn du nicht wüsstest, wie alt du bist?»

Industry Manager Health: Kerstin Boder

Lektorat: Joseph Lammertz

Grafik und Layout: Juraj Príkopa

Managing Director: Bob Roemké

Bilder: Shutterstock (sofern nicht anders angemerkt)

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum

Distribution: Medienart Annabelle AG

Druck: AVD GOLDACH AG

Kontakt bei Mediaplanet:

Tel.: +43 676 847 785 115

E-Mail: kerstin.boder@mediaplanet.com

ET: 26.06.2026

Bleiben Sie in Kontakt:

Mediaplanet Switzerland @mediaplanet.switzerland

Prof. Dr. Sabina Misoch Professorin für Altersforschung und Leiterin Swiss Center for Care@ Home an der Berner Fachhochschule

Altern als Lebenskunst

Altern bedeutet Veränderung. Wir verändern uns körperlich, es verändern sich unser Lebensalltag, unser soziales Umfeld, unsere Lebenswerte und auch unsere Prioritäten. Daher ist Altern weit mehr als ein biologischer Prozess – es ist eine Lebenskunst, die von Übung, Aufmerksamkeit, Neugier und Mut lebt.

In der Themenbeilage des Lifestylemagazins Annabelle über das Älterwerden zu schreiben, ist besonders reizvoll. Denn in dieser Zeitschrift geht es auch darum, wie wir uns zeigen und welche Geschichten wir über uns erzählen. Diese Fragen sind gerade im Alter persönlich, ästhetisch und politisch zugleich. Wer und was darf und soll sichtbar bleiben? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Was verbinden wir mit der Lebensphase Alter? Und warum verbinden wir Jugend so selbstverständlich mit Aufbruch und Dynamik, während wir Alter oft mit Verlust verwechseln?

Die Forschung zeigt: Gutes Altern und Langlebigkeit hängen von einem Zusammenspiel biologischer, medizinischer, psychologischer und sozialer Faktoren ab. Dabei spielen auch innere Einstellungen wie Optimismus und soziale Beziehungen eine wichtige Rolle, ebenso Selbstwirksamkeit – das Vertrauen, das eigene Leben mitgestalten zu können. Menschen, die sich verbunden fühlen, die Beziehungen pflegen, sich regelmässig bewegen, weiterhin immer wieder Neues lernen, offen und interessiert am Leben bleiben und das Gefühl haben, gebraucht zu werden, berichten häufig von höherem Wohlbefinden und einer besseren Lebensqualität im Alter. Studien zeigen auch günstigere Verläufe hinsichtlich Gesundheit und Langlebigkeit. Entscheidend ist hierbei nicht, dass das Leben krisenfrei ist, sondern ob wir uns auch in solchen Situationen als handelnde Personen erleben und wie wir es schaffen, schwierige Phasen zu meistern. Besonders bedeutsam sind

unsere inneren Altersbilder und damit die Frage: Was erwarte ich vom Alter? Vor allem Abbau und Bedeutungslosigkeit – oder auch Tiefe, Freiheit, Gelassenheit und neue Formen von Schönheit? Solche inneren Bilder sind keine blossen Gedanken, sie beeinflussen unser Selbstbild und dadurch unser eigenes Altern: wie wir uns verhalten, wie wir das Altern erfahren, welche Chancen wir ergreifen und ob wir uns weiter Entwicklung zutrauen. Wer Alter nur als Defizit denkt, lebt enger; wer es als offene Lebensphase begreift, gewinnt Spielraum. Umso problematischer ist, dass in unserer Kultur negative Altersstereotype noch immer vorherrschen. Ältere Menschen werden zu oft über das definiert, was angeblich nicht mehr geht: nicht mehr jung, schnell oder wandelbar. Besonders Frauen erfahren diese Verengung früh. Sichtbare Zeichen des Alterns werden kommentiert, kaschiert oder korrigiert. Dabei erzählen Falten, graue Haare und veränderte Körper nicht von Scheitern, sondern von gelebter Zeit. Sie sind keine Störung der Schönheit, sondern eine ihrer möglichen Formen.

Lebensqualität im Alter entsteht dort, wo Menschen – auch jene, die mit schweren

Krankheiten leben – nicht auf ihre Einschränkungen oder Diagnosen reduziert werden. Sie entsteht durch Teilhabe, Anerkennung, Autonomie und Nähe. Sie entsteht, wenn Alter nicht als Randthema, sondern als selbstverständlicher Teil des Lebens verstanden wird. Und sie entsteht durch Wünsche: nach Stil, Sinnlichkeit, Freundschaft, Bildung, Bewegung, Liebe und Ausdruck. Zentral ist dabei der Lebenssinn, im Japanischen als «Ikigai» bezeichnet. Menschen brauchen Gründe, um morgens aufzustehen: Aufgaben, Beziehungen und Ziele, die Bedeutung stiften. Sinn kann in Fürsorge liegen, in Kreativität, in Engagement, im Weitergeben von Erfahrung oder schlicht in der Bereitschaft, neugierig zu bleiben. Gut zu altern, heisst daher nicht, möglichst lange jung zu wirken. Es heisst, möglichst lange offen, interessiert und lebendig zu bleiben. Diese Ausgabe lädt dazu ein, das Alter neu anzusehen: nicht romantisierend, aber mit mehr Weite. Altern ist kein Gegenentwurf zu Stil, Schönheit und Gegenwart. Es ist ihre Fortsetzung – anders, reicher, eigensinniger. Vielleicht beginnt gutes Altern dort, wo wir aufhören, gegen die Zeit zu kämpfen, und anfangen, diese zu gestalten.

Herzgesundheit bei Frauen

Warum das Herz von Frauen besondere Aufmerksamkeit verdient. Viele Risiken und Warnsignale zeigen sich bei Frauen anders als bei Männern und bleiben deshalb oft lange unbemerkt. Umso wichtiger ist es, die eigene Herzgesundheit bewusst wahrzunehmen und in jeder Lebensphase auf Vorsorge zu setzen. Denn wer Risikofaktoren kennt und Warnsignale ernst nimmt, kann viel für seine langfristige Gesundheit tun.

Herz-KreislaufErkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen in der Schweiz – und dennoch wird dieses Risiko oft unterschätzt.

Viele Frauen wissen nicht, dass sich Symptome und Risikofaktoren bei ihnen deutlich von denen der Männer unterscheiden können. Umso wichtiger ist es, ein Bewusstsein für die eigene Herzgesundheit zu entwickeln.

Schutz in jungen Jahren – steigendes Risiko nach der Menopause In jüngeren Jahren sind Frauen durch weibliche Geschlechtshormone meist besser vor Herzkrankheiten geschützt als Männer. Mit

Auf das Herz hören.

der Menopause verändert sich jedoch die hormonelle Balance: Das Risiko für Herz-KreislaufErkrankungen steigt deutlich an. Gerade in dieser Lebensphase lohnt es sich deshalb, der eigenen Gesundheit besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Risikofaktoren erkennen – und ernst nehmen

Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes oder Übergewicht gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren. Bei Frauen verlaufen diese jedoch häufig anders oder bleiben länger unbemerkt. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen sind daher entscheidend, um frühzeitig reagieren zu können.

Auch Stress spielt eine zentrale Rolle. Die Mehrfachbelastung durch Beruf, Familie und soziale Verpflichtungen kann das Herz stark fordern. Dauerhafter Stress erhöht den Blutdruck, fördert Entzündungsprozesse und

steigert das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag.

Lebensstil als Schlüssel zur Prävention

Ein gesunder Lebensstil ist der wirksamste Schutz für das Herz. Besonders empfehlenswert ist eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Vollkornprodukten und gesunden Fetten wie Oliven- oder Rapsöl. Rotes Fleisch und stark verarbeitete Lebensmittel sollten hingegen nur gelegentlich konsumiert werden. Ebenso wichtig ist regelmässige Bewegung: Sie stärkt das Herz, senkt den Blutdruck und unterstützt ein gesundes Körpergewicht. Bereits moderate Aktivitäten im Alltag können einen spürbaren Unterschied machen.

Symptome richtig deuten Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Frauen oft anders als bei Männern. Neben klassischen

Brustschmerzen können auch unspezifische Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Atemnot auftreten. Gerade diese atypischen Symptome führen häufig dazu, dass die Warnsignale nicht rechtzeitig erkannt werden.

Fazit: Achtsamkeit zahlt sich aus Herzgesundheit wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Nicht alles lässt sich steuern. Umso wichtiger ist es, die eigenen Risikofaktoren zu kennen und im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten aktiv zu bleiben. Wer Risiken kennt, Symptome ernst nimmt und auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann viel für sein Herz tun – und so die eigene Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich verbessern.

Weitere Informationen und praktische Tipps bietet die Schweizerische Herzstiftung unter: swissheart.ch

FRAUENHERZEN SCHLAGEN ANDERS

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Adipositas ist keine Frage des Willens, sondern der Biologie

Dr. Christina Frank leitet das Adipositaszentrum am Spital Nidwalden in Stans. Im Interview erklärt die Ernährungsmedizinerin, was tatsächlich hinter der krankhaften Fettleibigkeit steckt und mit welcher Behandlung sie sich in den Griff bekommen lässt. Ihr ist Aufklärung darüber wichtig, dass Adipositas keine Charakterschwäche ist, sondern eine ernste Erkrankung. Ihre Patientin C. M.*, 59, teilt zugleich ihre aussergewöhnliche Adipositasgeschichte und ihre persönlichen Erfahrungen.

Frau M., Sie sind 1,64 Meter gross und wiegen 62 Kilogramm – von Mehrgewicht keine Spur: Was ist Ihre Adipositasgeschichte?

CM: Ich war schon immer gut beieinander: nie schlank, nie schmal. Meine Grossmutter bekochte uns. Sie war ein Kriegskind und kannte Hunger – in ihrer Küche mussten alle satt werden. Es gab bei uns keine Gemüsestängel, sondern immer Würstchen und Semmeln – vor allem für mich, die erstgeborene Enkelin. Ich hatte als Kind jedoch nie das Gefühl, dass ich dick bin. Ich konnte bei allem mithalten, fühlte mich sogar recht sportlich.

Wie entwickelte sich Ihre Adipositas im Erwachsenenalter?

CM: Ich nahm gleichmässig zu. Doch ich war noch immer fit, trieb immer Sport.

Gab es jemals verletzende Blicke, Kommentare oder ungebetene Ratschläge von anderen?

CM: Ich kann mich an nichts dergleichen erinnern, weder in der

Wir müssen die Krankheit therapieren und auch weg von dem verbreiteten Begriff «Therapieversagen» kommen, den höre ich nirgendwo sonst, nur im Zusammenhang mit Adipositas.

Familie noch in der Schule.

Dr. Frank: Damit ist Frau M. eine absolute Ausnahme. Es ist sehr selten, dass Menschen mit Mehrgewicht diese negativen Erfahrungen nicht machen. Ein Grossteil meiner Patientinnen oder Patienten hat bereits seit frühester Kindheit Erfahrungen mit Rückmeldungen zum Übergewicht gemacht, häufig schon im Elternhaus. Häufig sind Bemerkungen von Mitschüler:innen oder das Ausschliessen bei Sportveranstaltungen, teils auch durch die Lehrer:innen selbst. Abwertende Blicke am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln

werden ebenfalls häufig geschildert.

Viele fühlen sich schuldig, wenn sie Süssigkeiten kaufen, und fürchten leise Bemerkungen wie «Na, das ist ja kein Wunder …».

CM: Vielleicht hat mir mein Pragmatismus geholfen. Ich filtere immer alles raus, was nicht relevant für mich ist.

Dr. Frank: Das wäre dann ein Selbstschutz, um den Sie sicher so manche:r beneidet.

Dr. Frank, in welchem Gesundheitszustand lernten Sie Frau M. kennen?

Dr. Frank: Sie hatte sichtlich Übergewicht (erstgradig adipös), wog 82 Kilogramm. Doch das Beunruhigende waren die Befunde, die man Frau M. nicht ansah: Sie hatte einen Prädiabetes (ein Vorstadium des Typ-2-Diabetes), eine Fettstoffwechselstörung, eine leichte obstruktive Schlafapnoe

Haben Sie in den Wechseljahren deutlich an Gewicht zugenommen? Dies sollte auch im Hinblick auf eine mögliche Adipositas abgeklärt werden.

(OSA), also eine Schlafstörung, die unbehandelt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, sowie rheumatische Gelenkprobleme.

Frau M., waren es diese Symptome, die Sie zu Dr. Frank führten?

CM: Nein, davon hatte ich nichts bemerkt.

Dr. Christina Frank Ernährungsmedizinerin und Leiterin des Adipositaszentrums am Spital Nidwalden, Stans

Dr. Frank: Noch nicht. Früher oder später hätten sich die Beschwerden ganz sicher deutlich gezeigt.

CM: Ich fühlte mich einfach nur zu schwer. Im Bekleidungsgeschäft fand ich kaum noch etwas, das mir gefiel und passte. Meine Versuche, mein Gewicht mit weniger Kalorien auf dem Teller zu senken, waren alle gescheitert. Das Gewicht blieb unverändert. Als ich nur noch kleine Salate zu mir nahm, stellten sich Verdauungsprobleme ein. Ich bekam Durchfall.

Und ist es die «falsche» Ernährung, die zu dem Mehrgewicht führt?

Dr. Frank: Nicht automatisch. Adipositas ist eine Erkrankung, die sich infolge einer Fehlfunktion von Nervengeflechten im Hypothalamus entwickelt – das ist die zentrale Schaltstelle zwischen Nerven und Hormonen im Gehirn. An ihrer Entstehung sind mehrere Faktoren beteiligt, darunter Hormone, Alter, Gene.

Ein Grossteil meiner Patientinnen oder Patienten hat bereits seit frühester
Kindheit Erfahrungen mit Rückmeldungen zum Übergewicht gemacht, häufig schon im Elternhaus.

Dr. Frank: Mit zu wenig Kalorien kann man auch nicht abnehmen – das ständige Versuchen und Scheitern bringt viele meiner Patient:innen zu mir. Verzweifelt berichten sie, dass sie sich «falsch ernähren». Wobei Rohkost, wie Frau M. sie zu sich nahm, an sich nicht falsch ist.

5 MEDIZINISCHE EINORDNUNGEN

VON DR. FRANK:

1. Adipositas ist eine ernst zu nehmende komplexe Krankheit.

2. Willensschwäche oder mangelnde Motivation haben mit ihrer Entstehung nichts zu tun.

3. Eine möglichst frühzeitige Therapie bei Spezialist:innen ist ratsam. Diese werden auch nach Begleiterkrankungen suchen, die behandelt werden müssen. Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Expert:innen bieten unter anderem Organisationen wie die Allianz Adipositas Schweiz.

4. Der Einsatz medikamentöser Therapien zur Gewichtsreduktion sollte stets medizinisch begründet und kritisch geprüft werden.

5. Adipositas erfordert häufig eine längerfristige medizinische Betreuung.

Letztere nehmen recht grossen Einfluss: Wir gehen davon aus, dass bei einem Elternteil mit Adipositas eine Gefahr von 50 Prozent besteht, dass auch das Kind adipös wird. Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko fürs Kind sogar bei 75 Prozent. Wichtig zu verstehen ist, dass man sich nicht einfach so adipös «frisst». Das individuelle Gewichtsgedächtnis des Körpers bringt diesen dazu, dass er immer wieder zu seinem typischen Gewicht tendiert. Die Erkrankung ist demnach kein Ergebnis von Disziplinlosigkeit oder Nichtwollen, sondern vielmehr von Nichtkönnen.

Frau M., wie reagierten Sie auf die Diagnose Adipositas und Ihre «Nebendiagnosen»?

CM: Mich hatte zuvor noch keine Ärztin und kein Arzt auf mein Gewicht angesprochen. Die Diagnosen von Dr. Frank öffneten mir die Augen, ich musste mir eingestehen, dass ich mir lange etwas vorgemacht hatte. Zugleich war ich froh, dass ich noch «rechtzeitig» gekommen war.

Dr. Frank: Viele Patient:innen hindert die Scham daran, früh zu uns Fachmediziner:innen zu kommen. Von vielen weiss ich zudem, dass sie bei dem Versuch, ärztlichen Rat und Hilfe einzuholen, von Personen mit medizinischem Hintergrund nicht ernst genommen werden. Sie bekamen beispielsweise zu hören, dass sie sich «nur mehr bewegen» und «erst mal abnehmen» sollten. Hier braucht es ganz klar mehr Aufklärung: Es sind nicht die von Adipositas Betroffenen, die ihre «Hausaufgaben» machen müssen, sondern wir als Mediziner:innen. Wir müssen die Krankheit therapieren und auch weg von dem verbreiteten Begriff «Therapieversagen» kommen, den höre ich nirgendwo sonst, nur im Zusammenhang mit Adipositas. Heute stehen verschiedene evidenzbasierte Therapieansätze zur Verfügung, die individuell eingesetzt werden können.

Frau M., Sie wirken heute sehr bewusst im Umgang mit Ihrer Gesundheit und scheinen einen guten Weg für sich gefunden zu haben – was hat sich für Sie im Alltag verändert?

CM: Ich werde weiterhin medizinisch begleitet, achte im Alltag auf verschiedene Dinge und bleibe körperlich aktiv: Aquafit und Biken in den Bergen. Ich besuche auch immer noch eine Ernährungsberatung.

Dr. Frank: Das zeigt, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz bei der Behandlung von Adipositas ist. Je nach individueller Situation können verschiedene Methoden Teil des Behandlungskonzepts sein, darunter medikamentöse Behandlung, operative Verfahren und Verhaltenstherapie.

* D er vollständige Name liegt der Redaktion vor.

Hier geht’s zur Anlaufstelle für Betroffene: Allianz Adipositas Schweiz allianzadipositas schweiz.ch

«Das merk ich mir!» In Bewegung bleiben

–

geistig wie körperlich

Kleine Übungen mit grosser Wirkung – für Konzentration, Merkfähigkeit und Lebensfreude

Die Lebenserwartung ist gestiegen – die Chance ist gross, dass wir ein hohes Alter erreichen. Umso schöner, wenn wir dabei geistig und körperlich gesund bleiben. Natürlich werden wir mit den Jahren etwas langsamer, vielleicht vergesslicher. Doch das bedeutet nicht, dass wir nichts dagegen tun können – im Gegenteil! Wer einfache Tipps kennt, kann sein Gehirn mit kleinen Übungen täglich wachhalten. Und das Beste: Es darf leicht gehen, Freude machen und unser Leben bereichern.

BEWEGUNG UND DENKEN: SO BLEIBT DAS HIRN IN SCHWUNG

Beispiel: ABC in Bewegung Bewegen Sie sich – beim Spazieren oder Treppensteigen – und nennen Sie dabei Früchte in alphabetischer Reihenfolge: Ananas, Banane, Clementine, Dattel … Das fordert Balance, Atem und Denken gleichzeitig – wunderbar für Körper und Kopf!

KONZENTRATION DIREKT TRAINIEREN

Übung 1: Heft umdrehen!

Drehen Sie dieses Heft um und versuchen Sie, diesen Artikel auf dem Kopf zu lesen. Diese einfache Übung fordert Ihr Gehirn auf neue Weise und verbessert Ihre Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit.

Übung 2: Zahlenjagd!

Zählen Sie alle Zahlen, die in diesem Artikel vorkommen – oder versuchen Sie, sie miteinander zu multiplizieren. So aktivieren Sie Ihr logisches Denken.

Bewegungsübung: «Ich bin top fit»

Die Wörter werden mit Bewegungen kombiniert:

• Ich = beide Hände auf die Oberschenkel

• bin = beide Hände in die Taille

• top = Arme über Kreuz zu den Schultern

• fit = Arme hochstrecken

Jetzt variieren Sie den Satz:

• Bin ich top fit?

• Top fit bin ich.

• Fit bin ich top.

Jede Satzänderung verlangt neue Kombinationen – das trainiert Konzentration, Koordination und Merkfähigkeit.

Koordinationsübung: Zeigefinger und Daumen

• Rechte Hand: Zeigefinger ausstrecken

• Linke Hand: Daumen ausstrecken

• Dann tauschen!

Wiederholen Sie diesen Wechsel langsam und steigern Sie das Tempo – lachen erlaubt!

MERKEN MIT BILDERN – DIE KRAFT

DER FANTASIE NUTZEN

Unser Gehirn liebt Bilder. Je lebendiger eine Vorstellung, desto besser bleibt sie haften. Das gilt besonders für abstrakte Informationen wie Codes oder Namen.

Beispiel: Code 051107

• 05 = Ihre Hand mit 5 Fingern

• 11 = eine Fussballmannschaft

• 07 = die 7 Zwerge

Stellen Sie sich vor, wie Sie mit der Hand einen Fussball zu den Zwergen werfen –fertig ist die Gedächtnisgeschichte!

Namen merken? Mit Bildern geht’s besser!

• Sonja = Sonne

• Barbara = Rhabarber

• Markus = Meer und Kuss

• Michael = Michael Jackson

• Maja = Biene Maja

Solche Verknüpfungen bleiben langfristig.

Petra Oggenfuss

Gedächtnistrainerin, Dozentin und Speakerin. Sie kombiniert Merktechniken mit Bewegung, Natur und viel Lebensfreude. www.hirnplus.ch

WAS DEM GEHIRN SONST NOCH

GUTTUT: TASSE

LOCI-METHODE FÜR DEN ALLTAG

Die Körperroute ist eine bewährte Merktechnik, bei der Sie Informationen bildlich mit Körperstellen verknüpfen – ideal zum Merken von Einkäufen. Je absurder und bildhafter die Vorstellung, desto besser bleibt sie hängen:

• Füsse = Milch (Sie stehen in einer kalten Milchpfütze – barfuss!)

• Knie = Brot (Sie schneiden das Brot übers Knie –autsch!)

• Oberschenkel = Butter (Die Butter ist in der Hosentasche geschmolzen – klebrig!)

• Gesäss = Abfallsäcke (Die Rolle klemmt zwischen den Pobacken – ein Balanceakt!)

• Bauch = Eier (Ein Spiegelei brät direkt auf Ihrem Bauch – es zischt!)

Weitere Körperstellen wie Brust, Schultern, Hals, Gesicht und Haare bieten Platz für zusätzliche Dinge und machen das Merken spielerisch leicht.

Gesundes Denken braucht mehr als Übungen. Deshalb mein Merkwort: TASSE

• T wie Training (geistig und körperlich)

• A wie Achtsamkeit (Pausen, Entspannung)

• S wie Schlaf (genügend und erholsam)

• S wie Soziale Kontakte (Austausch, Nähe)

• E wie Ernährung (bunt, frisch, wasserreich)

Regelmässigkeit ist der Schlüssel Wie beim körperlichen Training erzielt man auch beim Gedächtnistraining die besten Erfolge durch Regelmässigkeit. Schon wenige Minuten täglich können einen grossen Unterschied machen. Und das Schöne ist: Sie können jederzeit und überall trainieren – beim Warten auf den Bus, beim Kochen oder beim Zeitunglesen.

Gedächtnisprobleme?

Das können Anzeichen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sein.

Tebofortin ®

FAZIT: DAS LEBEN BUNT GESTALTEN

Gedächtnistraining ist keine Pflicht – sondern eine Einladung, das Leben mit Freude, Neugier und Farbe zu füllen. Wer offen bleibt, sich bewegt und täglich Neues wagt, stärkt sein Gehirn nachhaltig. Und ist es nicht eine schöne Vorstellung, das eigene Leben wie eine Galerie bunter Bilder zu gestalten? Probieren Sie es aus – und geniessen Sie täglich Ihre TASSE fürs Gehirn!

Verbessert die Durchblutung. Bei Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel.

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Demenz verstehen ist «Chopfsach»

Demenz ist vielen ein Begriff, doch die Facetten der Erkrankung sind oft wenig bekannt. Dabei betrifft sie immer mehr Menschen. Der Podcast «Chopfsach» will das ändern: Seit 2024 sprechen Expertin Judith Kronbach und ihre Co-Hosts in bislang über 40 Folgen mit Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen über den Alltag mit Demenz – einfühlsam, informiert und nah am Leben. Ein Blick in ausgewählte Episoden zeigt, wie vielfältig «Chopfsach» das Thema Demenz beleuchtet:

Folge 1: Alzheimer oder Demenz?

Alzheimer oder Demenz – was ist überhaupt der Unterschied? Viele kennen beide Begriffe, aber nur wenige wissen, was dahintersteckt. Im Dialog mit der ehemaligen Zürcher Stadtärztin Gabriela Bieri widmet sich diese Folge der Frage, wie die Alzheimer-Demenz zu ihrem Namen kam, wie sie sich zeigt und warum sie so viele Menschen betrifft – nicht nur die Erkrankten selbst.

Hier geht’s zur Folge:

Folge 26: Verborgene Verbindungen: Wie Angst, Depression und Demenz unser Denken beeinflussen Angst und Depression beeinflussen unser Denken und Fühlen – doch wie hängen sie mit Demenz zusammen? Diese Folge beleuchtet das komplexe Zusammenspiel dieser drei Zustände und zeigt, wie sie sich gegenseitig verstärken können. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Diagnose und der richtige Umgang mit diesen Erkrankungen sind, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und gezielt zu unterstützen.

Hier geht’s zur Folge

Die Hosts von «Chopfsach»:

«Chopfsach» ist eine Produktion der Podcastschmiede und wird getragen von der Stiftung Plattform Mäander, Alzheimer Schweiz, Lundbeck und der Paulie und Fridolin Düblin Stiftung.

Judith Kronbach ist Expertin für Demenz. Sie arbeitet beratend bei der Gerontologischen Beratungsstelle SiL der Stadt Zürich und unterrichtet an verschiedenen Schulen. Im Gespräch mit Fachpersonen und Betroffenen beleuchtet sie das Leben mit Demenz aus verschiedenen Blickwinkeln.

Verena Bosshard ist Schauspielerin und Theaterschaffende beim Hirntheater. In den Folgen 1 bis 19 gibt sie Betroffenen und Angehörigen eine Stimme. Durch einfühlsame szenische Lesungen macht sie die alltäglichen Herausforderungen der Erkrankung greifbar.

Folge 7: BPSD – herausforderndes Verhalten Menschen mit Demenz können sich aggressiv verhalten oder von Dingen überzeugt sein, die nicht der Realität entsprechen. Wie kann es gelingen, Aggressionen zu entschärfen und ihre Ursachen besser zu verstehen? Prof. Dr. med. Egemen Savaskan, Direktor Alterspsychiatrie und Psychotherapie an der PUK Zürich, erklärt herausforderndes Verhalten bei Demenz (BPSD) und beschreibt, wie Angehörige und Pflegende einfühlsamer auf die Bedürfnisse Erkrankter eingehen können.

Hier geht’s zur Folge:

Alex Blunschi, früher Leiter von SRF 3, arbeitet heute als selbstständiger Storyteller und Moderator – seit Folge 20 nun auch für «Chopfsach». Als Sohn von Eltern mit Demenz bringt er die Perspektive und Fragen der Angehörigen in Interviews mit Fachpersonen und Betroffenen ein.

NEUE FOLGE «Frauen und Demenz» erscheint am 27. Juli. Jetzt schon vorab anhören:

Leiter des Hautkrebszentrums Kantonsspital Aarau, Praxis zur Pyramide und Universität/ Universitätsspital Zürich

«Früherkennung

von CTCL ist

Text Doreen Brumme

entscheidend!»

Warum, das erklärt Prof. Dr. med. Reinhard Dummer, Leiter des Hautkrebszentrums am Kantonsspital Aarau.

Was bedeutet die Diagnose CTCL?

Mit einem primär kutanen T-ZellLymphom (CTCL) hat man eine seltene Hautkrebserkrankung, verursacht von den weissen Blutkörperchen, die in der Haut sitzen und zu Krebszellen entarten. Das häufigste Hautlymphom ist die Mycosis fungoides (MF), ein seltenes das Sézary-Syndrom (SS). Das Leid der davon Betroffenen ist gross, denn ihre Hauterkrankung ist offensichtlich und geht oft mit einem quälenden Juckreiz einher.

Warum ist die frühe Diagnose wichtig, aber schwer?

Beide Hautlymphome verlaufen in Phasen: Die MF zeigt sich zunächst mit Flecken (Patches) wie ein harmloser Ausschlag, ein Ekzem. Daraus entwickeln sich erhabene, schuppende Plaques, ähnlich einer Neurodermitis.

Mit freundlicher Unterstützung von Kyowa Kirin GmbH

Später bilden sich Knoten (Tumoren). Während die MF in der «Dicke» wächst, tut es das SS in der «Fläche». Nach Flecken und Plaques röten und entzünden sich bis zu 80 Prozent der Haut (Erythrodermie). Das Risiko für gefährliche Infektionen ist extrem. Zwischen dem ersten Fleck und der Diagnose vergehen im Schnitt fünf Jahre. Das liegt an der Seltenheit der Erkrankungen und an ihrer anfänglichen Ähnlichkeit mit Ekzemen. Dabei erhöht eine frühe Diagnose und Behandlung die Chancen, das Hautlymphom unter Kontrolle zu bekommen. Umso entscheidender sind das fachärztliche Abklären ekzemartiger Hautveränderungen und ihre engmaschige Beobachtung.

Wie behandeln Sie CTCL?

Je nach Krankheitsstadium (Staging) stehen uns

individualisierbare, kombinierbare Therapien zur Verfügung – von Kortisoncremes und -salben über Licht-, Radio- und Systemtherapien bis hin zur Stammzellentransplantation.

CTCL-Management 2026 versus 2016: Was hat sich verbessert?

Die seit einigen Jahren verfügbaren Antikörpertherapien bekämpfen krebskranke Zellen, ohne das Immunsystem zu schwächen. Sie wirken also besser und sind zudem verträglicher. Das ist ein Segen. Allerdings ist es wie bei allen seltenen Erkrankungen auch bei CTCL oft nicht einfach, die Patient:innen mit den besten Medikamenten zu versorgen. Manche sind hierzulande nicht zugelassen, andere werden nicht von den Kassen bezahlt.

Einsatz für Menschen mit seltenen Erkrankungen

«Meine Hautprobleme begannen 2004», berichtet eine Patientin. Sie litt zu dieser Zeit unter wiederkehrenden Hautausschlägen und Schmerzen. Erst Jahre später wurde bei ihr eine Mycosis fungoides diagnostiziert, eine Krebserkrankung, die in Europa weniger als einen von 110'000 Menschen betrifft.1 «Ich befand mich fast zehn Jahre lang in einer Grauzone», erinnert sie sich. Ihre anfänglichen Symptome wurden zunächst als Ekzem erkannt. Erst ein Zufallsbefund führte zur richtigen Diagnose. Diese Geschichte ist kein Einzelfall: Der Weg bis zum Befund dauert bei diesem Krankheitsbild durchschnittlich zwei

bis sieben Jahre.2 Kyowa Kirin ist ein global tätiges biopharmazeutisches Unternehmen, das die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen verbessern möchte. Es wurde 1949 in Japan gegründet und entwickelt seit dieser Zeit innovative Therapien in den Bereichen Nephrologie, Neurologie, Onkologie und Immunologie. Die Forschung, Entwicklung und Wirkstoffproduktion stützen sich auf Verfahren der Spitzenbiotechnologie aus eigenem Hause. So gilt das Unternehmen als Pionier in der Behandlung des nur selten auftretenden Phosphatdiabetes. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung

seltener Krebserkrankungen wie der Mycosis fungoides und des SézarySyndroms – beides Unterformen des kutanen T-Zell-Lymphoms (CTCL). Kyowa Kirin möchte sämtlichen Menschen, mit denen es sich im Austausch befindet, ein Lächeln schenken – nicht nur durch die Bereitstellung neuer Wirkstoffe, sondern auch durch gelebte Partnerschaften. Das Unternehmen sucht weltweit den Austausch mit Betroffenen und Beteiligten, um gemeinsam bessere Antworten auf Patientenbedürfnisse zu finden, getrieben von dem Ansporn «Making people smile».

Näheres

Prof. Dr. med. Reinhard Dummer

«Wurde das Häufige ausgeschlossen, fragen Sie nach dem Seltenen!»

Warum dieser Grundsatz für eine frühe Diagnose der Lungenfibrose entscheidend ist, begründet der Facharzt für Lunge und Atemwege Prof. Dr. med. Hans-Joachim Kabitz (HJK), Chefarzt Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital Aarau. Die Fachärztin für Rheumatologie Prof. Dr. med. Anna-Maria Hoffmann-Vold (AMVH), Leiterin translationale Forschung an der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals Zürich, klärt ergänzend über rheumatologische Autoimmunerkrankungen auf, die oft mit Lungenfibrose einhergehen.

Was ist eine Lungenfibrose, womit bekommen Betroffene es zu tun?

HJK: Eine Lungenfibrose ist eine seltene chronische Erkrankung, bei der das Lungengewebe nach und nach vernarbt. Das führt dazu, dass es an Dehnbarkeit verliert, was wiederum das Lungenvolumen mindert. Infolgedessen kann die Lunge ihre Aufgabe, insbesondere die Sauerstoffaufnahme, nicht mehr gut erfüllen. Die Erkrankung verläuft meist schleichend, Betroffene spüren keine Lungenschmerzen, da das Organ selbst keine Schmerzrezeptoren hat. Sie bekommen irgendwann zu wenig Luft (Luftnot) unter alltäglicher Belastung wie Treppensteigen und/oder einen trockenen Reizhusten.

AMVH: Auch eine Fatigue kann ein schon recht frühes Symptom sein.

Warum wird die Lungenfibrose häufig zu spät erkannt, und was heisst das für die Prognose?

HJK: Die Seltenheit, ihr schleichender Verlauf und die unspezifischen Leitsymptome sind Gründe, warum die Lungenfibrose gerade im Frühstadium oft nicht erkannt wird. Das verlängert den Weg zu Diagnose und Behandlung und verschlechtert die Prognose, da die Vernarbung unumkehrbar ist. Eine Lungenfibrose ist unbehandelt lebensbedrohlich, selbst behandelt verkürzt sie leider in vielen Fällen die Lebenszeit.

AMVH: Betroffene sind meist Ende 50 und älter, sie schieben die Anzeichen aufs Älterwerden. Selbst wenn sie ärztlichen Rat suchen, ist die seltene Krankheit nicht die erste, an die Hausärzt:innen denken. Zumal die Symptome denen einer «Raucherlunge» (COPD) oder eines Asthmas bronchiale ähneln.

Liesse sich der Verdacht auf eine Lungenfibrose schon von Hausärzt:innen erhärten?

HJK: Wenn beim Abhören der Lunge mit dem Stethoskop das typische «Knisterrasseln» zu hören ist, das wie das Öffnen eines Klettverschlusses klingt, sollten die Patient:innen umgehend zu Lungenfachärzt:innen überwiesen werden.

Welche rheumatologischen Erkrankungen gehen typischerweise mit Lungenfibrose einher?

AMVH: Bei Patient:innen mit seltenen rheumatologischen Autoimmunerkrankungen wie systemischer Sklerose (Sklerodermie), Myositis und Mischkollagenose ist immer auf die genannten Warnsignale zu achten. Denn zwischen 40 und 70 Prozent der von diesen Grunderkrankungen Betroffenen entwickeln im Verlauf

Prof. Dr. med.

Anna-Maria

Hoffmann-Vold

Leiterin translationale Forschung an der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals

Zürich FOTO: ZVG

auch eine Lungenfibrose. Bei der rheumatoiden Arthritis und dem Sjögren-Syndrom sind es zwar «nur» zehn bis 15 Prozent, doch diese beiden Grunderkrankungen kommen insgesamt viel häufiger vor.

Wie gehen Sie vor, um die Diagnose zu stellen?

Prof. Dr. med.

Hans-Joachim

Kabitz

Chefarzt Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital Aarau

HJK: Liegen die Leitsymptome vor, sind zuerst die möglichen Differenzialdiagnosen auszuschliessen, die häufig vorkommen (etwa COPD, Asthma, Herzinsuffizienz etc.) – nach dem Motto: «Häufig ist häufig und selten ist selten.» Dann folgen Lungenfunktionstests und eine spezielle, hochauflösende Computertomografie. Diese liefert Bilder von der Lunge, die bestimmte «Muster» bereits in frühen Stadien erkennen lassen. Alle Befunde und die Patient:innengeschichte werden anschliessend von einem multidisziplinären Expert:innenteam diskutiert. Können wir die Diagnose noch nicht sicher festlegen, folgen weitere Untersuchungen wie Lungenspiegelung mit Lungenspülung und gegebenenfalls Kryo-Lungenbiopsie.

AMVH: Die Praxis zeigt, dass 80 Prozent der Patient:innen zuerst eine rheumatologische Grunderkrankung und 20 Prozent zuerst eine Lungenfibrose haben. Deshalb denken wir bei unseren Patient:innen mit rheumatologischen Diagnosen die Lungenfibrose von Anfang an mit. Wir stehen in stetem Austausch mit der Pneumologie und screenen die Patient:innen gemäss den neuen internationalen Leitlinien aus dem Jahr 2025, deren Entwicklung unter meiner Leitung erfolgte.

Welche Formen der Lungenfibrose gibt es?

HJK: Ein relevanter Teil der Betroffenen leidet an «idiopathischen» Formen einer Lungenfibrose, das bedeutet, die Ursache ist letztlich unklar. Für die anderen

gilt, dass eine Vielzahl weiterer Krankheitsursachen möglich ist. Diesen gilt es auf die Spur zu kommen. Das können neben den rheumatologischen Autoimmunerkrankungen auch giftige Stoffe wie Zigarettenrauch, Stäube und Schimmelsporen, jedoch zum Beispiel auch bestimmte Medikamente sein, denen Betroffene lange Zeit und in hoher Konzentration ausgesetzt waren. Hier gilt es, die pneumotoxischen Substanzen sofort zu eliminieren.

Wie behandeln Sie die Lungenfibrose, und welcher Erfolg ist realistisch?

HJK: Wir haben verschiedene Therapien, um den Krankheitsfortschritt zu bremsen und den Lungenzustand und damit ihre Funktionalität zu stabilisieren, darunter Atem- und Physiotherapien sowie wirksame Therapien. Das gelingt in vielen Fällen. Ganz selten ist ein Verlauf so schwer, dass die Lunge komplett versagt – dann bleibt nur eine Transplantation, um das Leben der/des Betroffenen zu retten.

AMVH: Eine rheumatologische autoimmune Grunderkrankung kann den Fortschritt der Lungenfibrose beschleunigen. Gegen diese Grunderkrankungen haben wir jedoch ein breites Spektrum an wirkungsvollen Therapien – darunter auch

Immunsuppressiva, die den fortschreitenden Schaden an der Lunge bremsen –, deutlich mehr als noch vor fünf Jahren.

Was raten Sie Patient:innen?

HJK:

• Tun Sie alles, um lungengesund zu leben.

• Rauchen Sie nicht.

• Bei Symptomen: Gehen Sie zügig zu Ihren Hausärzt:innen. Wurde das Häufige ausgeschlossen, fragen Sie nach dem Seltenen.

• Lassen Sie sich zu Lungenfachärzt:innen überweisen und achten Sie darauf, dass diese wissenschaftlich vernetzt und up to date sind!

AMVH:

• Halten Sie sich an die Therapie und nehmen Sie Ihre Termine wahr.

• Sprechen Sie mit Ihren Ärzt:innen über Nebenwirkungen.

• Fragen Sie in den Behandlungszentren nach Möglichkeiten, an klinischen Studien teilzunehmen.

• Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus.

• Lassen Sie sich, wenn Sie eine rheumatische Grunderkrankung haben, zu Rheumatologiefachärzt:innen überweisen, die gut vernetzt und auf dem neuesten Stand sind.

WELCHE GRUNDERKRANKUNGEN WERDEN HÄUFIG VON LUNGENFIBROSE BEGLEITET?

1. Myositis

2. Systemische Sklerose (Sklerodermie)

3. Mischkollagenosen (seltene Bindegewebserkrankungen)

4. Sjögren-Syndrom

5. Rheumatoide Arthritis

6. Sarkoidose

7. Exogen allergische Alveolitis (Hypersensitivitätspneumonitis)

8. Medikamenteninduzierte Lungenschädigung

9. Strahleninduzierte Lungenschädigung

10. Chronische kardiale Grunderkrankungen mit pulmonaler Stauung

Fiktive

Eine Herzschwäche kann viele Ursachen haben

Etwa einer von 50 Menschen in der Schweiz leidet an einer Herzschwäche

Die Herzschwäche wird in der Fachsprache als Herzinsuffizienz bezeichnet und beschreibt einen geschwächten Zustand des Herzens: Es ist nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und dem darin enthaltenen Sauerstoff zu versorgen. Die Leistungsfähigkeit lässt nach: Es kommt zum Beispiel zu Atemnot – anfänglich nur bei grösseren Belastungen, später auch bei kleineren Anstrengungen. Der Puls ist beschleunigt, was sich als «Herzklopfen» bemerkbar machen kann. Schwindel und Müdigkeit kommen hinzu. Häufig sorgen Wassereinlagerungen zu angeschwollenen Knöcheln und Füssen. Eine Herzschwäche

entwickelt sich meist schleichend, so dass sie manchmal als Alterserscheinung abgetan wird. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern häufig die Folge eines beeinträchtigten Herz-Kreislauf-Systems, wie z.B. im Falle langjährigen Bluthochdrucks oder eines Herzinfarkts.

So auch bei der 73-jährigen

Maria:

«Im letzten Winter erhielt ich die Diagnose «Herzschwäche». Meine Beschwerden hatten schleichend begonnen: Immer wieder fiel mir auf, dass mir die alltäglichen Haushaltsarbeiten schwerer fielen als früher. Ich hatte im Laufe der Jahre an Gewicht zugenommen, worauf ich meine immer wieder auftretende Kurzatmigkeit und Gelenkschmerzen zurückführte.

Im vergangenen Jahr resultierten dann aber bereits kleinste Anstrengungen in starker Erschöpfung. Als ich letzten Herbst dann immer wieder starke Flüssigkeitsansammlungen in meinen Beinen feststellte und nachts wiederkehrende Luftnot verspürte, begann ich, mir Sorgen um meine Gesundheit zu machen. Ich vereinbarte einen Termin bei meinem Hausarzt, der nach einer Ultraschalluntersuchung und wiederholter Blutdruckmessung eine Diagnose stellte: Ein bisweilen unerkannter Bluthochdruck hatte zu einer Herzschwäche geführt.»

Häufige Ursache: das «Hochdruckherz»

Marias Fall ist typisch: Einer von 20 Menschen über 70 Jahren leidet unter dem sogenannten

«Hochdruckherz». Frauen sind besonders häufig betroffen. Dabei reagiert der Körper auf den anhaltend hohen Blutdruck, gegen den es arbeiten muss, mit einer Vergrösserung des Herzmuskels. Dadurch wird der Herzmuskel steifer und seine Leistungsfähigkeit nimmt ab. In Kombination mit Diabetes oder Übergewicht sorgt dies besonders bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte für einen rapide voranschreitenden Alterungsprozess des Herzens.

Anpassung des Lebensstils und salzreduzierte Ernährung Um dem entgegenzuwirken, kann eine aktive Anpassung des Lebensstils helfen. Auf den Rat ihres Hausarztes hin hat Maria daher mittlerweile ein moderates Mass an körperlicher Aktivität fest in ihren Alltag integriert. Neben täglichen Spaziergängen kümmert sie sich wieder aktiver um den Garten. Maria schmunzelt: «Da ich auf Rat des Arztes das Essen weniger salzen darf, bringen die frischen Kräuter aus dem eigenen Garten eine willkommene Abwechslung in unsere Gerichte. Mein Mann unterstützt dies enthusiastisch – die mediterrane Note erinnert ihn an unsere Urlaube am Meer und so werden häufig alte Geschichten während des Essens wieder zum Leben erweckt.» Eine salzreduzierte Ernährung in Kombination mit einer gemässigten Trinkmenge, wie sie Maria in Absprache mit ihrem Arzt befolgen muss, hilft, Wassereinlagerungen im Körper zu reduzieren. Dies verhindert nicht nur das Anschwellen der Knöchel und Füsse, sondern entlastet auch das geschwächte Herz.

Weitere mögliche Ursachen Neben häufigen Auslösern, wie Bluthochdruck, können auch andere Erkrankungen zu einer Herzinsuffizienz führen, wie z.B. angeborene Herzfehler, Stoffwechselerkrankungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Herzklappenfehler oder Herzmuskelerkrankungen. Manchmal

kann der Herzschwäche auch eine seltene Erkrankung zugrunde liegen – so etwa im Fall des 68-jährigen Beat. Er wirkt ruhig und gefasst, als er von seiner Krankengeschichte berichtet: «Meine Beschwerden hatten so schleichend begonnen, dass ich von der Diagnose «Herzinsuffizienz» zunächst überrascht war. Erst recht erstaunt war ich dann aber über die Ursache meiner Herzschwäche und über die Erkenntnis, dass diese auch der Grund für viele meiner vorangehenden gesundheitlichen Probleme war. Aber erst mal von vorne: Alles begann vor etwa 8 Jahren. Ich hatte zunehmend Probleme an beiden Händen: Kribbeln, manchmal ein Taubheitsgefühl und Schmerzen. Meine Hausärztin und der zugezogene Neurologe stellten relativ rasch ein Karpaltunnelsyndrom an beiden Händen fest. Als dann Gefühlsstörungen in den Beinen hinzukamen, führte man meine neuerlichen Beschwerden auf eine Verengung des Wirbelkanals zurück. Als ich ein paar Jahre später unter Kurzatmigkeit beim Treppensteigen und Müdigkeit litt, habe ich das zuerst auf mein Alter geschoben. Auch meine Freunde berichteten hin und wieder, dass sie einfach nicht mehr so fit seien wie früher. Erst vergangenes Jahr nahmen dann die Anzeichen eines Herzproblems zu: Während eines Waldspaziergangs beklagte ich mich über Schwindelgefühle, sodass mich meine Frau zu einem Termin bei der Hausärztin drängte. Diese überwies mich dann für weitere Abklärungen an einen Kardiologen, der angesichts meiner Vorgeschichte sofort hellhörig wurde. Mit Erstaunen erfuhr ich, dass all meine doch so unterschiedlichen gesundheitlichen Probleme der letzten Jahre in einem überraschenden Zusammenhang standen.»

Ein überraschender Zusammenhang Beat erhielt nach langer Vorgeschichte die überraschende Diagnose einer TransthyretinAmyloidose (ATTR). Bei dieser

seltenen Erkrankung zerfällt ein im Körper vorhandener Eiweisskomplex, der den Namen «Transthyretin» trägt. Ein Eiweisskomplex ist eine Zusammenlagerung mehrerer Proteine, die so verschiedene Funktionen im Körper erfüllen können. Das Transthyretin zum Beispiel ist für den Transport von Hormonen und Vitaminen durch den Körper zuständig. Die Proteine des auseinandergefallenen Komplexes können sich zu sogenannten Amyloiden ansammeln und an unterschiedlichen Stellen im Körper ablagern, wo sie vielfältige Probleme verursachen können. So waren auch Beats Karpaltunnelsyndrom sowie seine Rückenbeschwerden auf Amyloidablagerungen zurückzuführen. Als sich die Amyloide im Herzmuskel abgelagert hatten, konnte Beats Herz nicht mehr so effizient arbeiten wie zuvor und er entwickelte eine Herzschwäche. «Die Diagnose war für meine Frau und mich natürlich zuerst einmal ein Schock. Mittlerweile bin ich aber sehr froh, dass meine Hausärztin die Zusammenhänge erkannt hat und mich zur detaillierten Abklärung und Behandlung zu einem Kardiologen in einem darauf spezialisierten Zentrum überwiesen hat. Mithilfe von Medikamenten wird das Fortschreiten meiner Erkrankung verlangsamt und die Symptome der Herzschwäche gelindert. Nach einer ausführlichen Beratung im Zentrum wurde mir bewusst, dass eine herzschonende Ernährung und regelmässige Bewegung wichtig sind, damit ich die Zeit mit meinen beiden Enkelkindern möglichst unbeschwert geniessen kann. Gemeinsam mit meiner Hausärztin konnte ich das richtige Mass an körperlicher Betätigung ermitteln. Wenn ich mich mit meinen Enkeln manchmal überanstrenge, merke ich, dass es zu viel war und ich mich zwischendurch ausruhen muss. Wenn ich mich an die Empfehlungen halte, kann ich trotz dieser Erkrankung mein Leben wieder geniessen.»

Text Doreen Brumme

«Eine Testamentsspende bringt Ihnen maximale Teilhabe an gesellschaftlicher Entwicklung»

Das sagt Prof. Dr. Georg von Schnurbein, Professor für Stiftungsmanagement und Direktor des Center for Philanthropy Studies an der Universität Basel. Im Interview spricht er mit uns über die Gründe, warum Menschen per Testamentsspende über ihren Tod hinaus wirken wollen und warum die Gesellschaft überhaupt Spenden braucht.

Warum entscheiden sich Menschen dazu, über den eigenen Tod hinaus zu geben? Für Testamentsspenden gibt es meist nicht nur einen Grund – wir Wissenschaftler:innen sprechen eher von «Motivbündeln». Typisch ist, dass es den Gebenden einerseits um sich selbst geht und andererseits um andere Themen

wie Menschen, Tiere, Umwelt oder Kunst. Viele wollen mit ihrer Testamentsspende Veränderungen bewirken, die über das eigene Ableben hinaus noch wirken.

Gibt es typische Lebensphasen oder Ereignisse, die Menschen dazu bewegen, ein Vermächtnis, ein Legat, zu verfassen?

Ihr Vermächtnis an die Natur

Ich glaube, dass sich jeder Mensch am Ende des Lebens fragt, ob sie oder er genug getan hat. Hier spielt sicher die Gewissheit eine Rolle, dass das «letzte Hemd keine Taschen hat». Egal, wie viel am Ende übrig ist, nach dem Tod wird man es nicht brauchen. Zum Jahresende wird immer gern gespendet, weil viele

Sie möchten etwas hinterlassen, das bleibt und weiter wirkt? Jetzt vorsorgen – Ihren Nächsten und der Natur zuliebe. Erfahren Sie mehr auf: pronatura.ch/legate-erbschaften

Haben Sie Fragen oder ein Anliegen? Gerne berate ich Sie persönlich. Nathalie Schaufelberger 061 317 92 26

nathalie.schaufelberger@pronatura.ch

Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), Tier des Jahres Pro Natura 2026, © Getty Images
Prof. Dr. Georg von Schnurbein Professor für Stiftungsmanagement und Direktor des Center for Philanthropy Studies an der Universität Basel

auf das vergangene Jahr mit der Frage blicken: Was ist mir Gutes widerfahren – was kann ich zurückgeben? Häufig sind auch schicksalhafte Ereignisse wie eine Krankheitsdiagnose oder der Verlust eines nahestehenden Menschen oder auch Tieres Auslöser oder Treiber für ein Legat.

Wie entwickelt sich das Spendentum in unserer Zeit?

Die höhere Lebenserwartung der Menschen wirkt sich spürbar auf das Spendenverhalten aus. Wenn Eltern vor 100 Jahren nur knapp 60 Jahre alt wurden und an ihre entsprechend jungen Kinder vererbten, damit diese zurechtkommen, sind es heute oft über 80-jährige Eltern, die ihren 50 bis 60 Jahre alten Kindern ein Erbe hinterlassen. Diese haben dann in der Regel ausgesorgt – ein Grund, warum Eltern heute mehr spenden als früher. Diesen Umstand

berücksichtigte man deshalb auch in der jüngsten Erbrechtsreform in der Schweiz: Seit 2023 wurden die Pflichtteile reduziert.

Sie sagten eingangs, dass es den Gebenden auch um sich selbst gehe – inwiefern? Und wie passt das zum Altruismus, der mit dem Spenden oft in Verbindung gebracht wird?

Kein Altruismus ohne Egoismus. Für mich haben Spenden wenig mit klassischem Altruismus zu tun, demnach Gebende mit ihrer Gabe ein Opfer erbringen. Vielmehr sind sie Ausdruck einer Gegenseitigkeit, einer Reziprozität: Entweder helfe ich in der Hoffnung, dass mir im Falle des Falles auch geholfen wird. Oder ich gebe, weil mir schon Hilfe zuteilwurde. Es ist also eher eine Dankbarkeit, die zum Spenden motiviert. Gegen das altruistische Motiv spricht auch, dass heute

eher aus dem Überfluss heraus gespendet wird.

Wie wichtig ist Spenden für die Gesellschaft?

Spenden sind ein immens wichtiges Instrument. Denn damit erwirken Spender:innen direkte Beteiligung an der Entwicklung der Gesellschaft – eine grössere Teilhabe, als sie über Wahlen, bei denen zuletzt nur rund 55 Prozent abgestimmt haben, oder freiwilliges Engagement gelingt. Letzteres üben derzeit 41 Prozent der über 15-Jährigen aus.

Was raten Sie Spendenwilligen: Wie können sie ihr Vermächtnis möglichst spannungsfrei hinterlassen?

• Ich empfehle ein Übergeben schon zu Lebzeiten: Lernen Sie die Organisation kennen, an die Sie spenden wollen. Dann wissen Sie, was mit Ihrer Spende geschieht, und können deren Wirkung noch erleben.

• Sprechen Sie grundsätzlich mit Ihren Erb:innen, erklären Sie ihnen, warum Sie wem was spenden wollen.

• Legen Sie konkret fest, was ins Erbe geht. Nur ein klassisches Beispiel, warum das wichtig ist: Sie vererben Ihr Wohnhaus unter der Bedingung, dort lebenslanges Wohnrecht zu haben. Die Frage ist: Wer kommt währenddessen für die Instandhaltung des Gebäudes auf? Bleibt diese aus, verliert das Haus an Wert – nach Ihrem Tod finden Ihre Erb:innen schlimmstenfalls eine Bruchbude vor, deren Sanierung teuer wird.

• Scheuen Sie sich nicht, fachlichen Rat von Notar:innen und Fachanwält:innen für Erbrecht einzuholen.

EIN KINDERLACHEN –HINTERLASSEN SIE

MIT IHREM TESTAMENT

Ihr Wunsch ist, sich für Not leidende Kinder auf der ganzen Welt einzusetzen und Ihr Engagement über Ihre Lebenszeit hinaus fortzuführen?

Mit einer Testamentsspende – sei es als Legat oder Erbanteil – können Sie eine bleibende Veränderung für Kinder auf der ganzen Welt bewirken. Was Ihnen zu Lebzeiten am Herzen liegt, soll auch in Zukunft leuchten und wird im Lachen der Kinder weiterleben.

Kostenloser Ratgeber savethechildren.ch/legate legate@savethechildren.ch

Worüber machst du dir heute deutlich weniger Gedanken als früher?

Was würdest du deinem jüngeren Ich heute raten?

Generationen im Gespräch Generationen im Gespräch

Wofür möchtest du einmal in Erinnerung bleiben? Welche Regeln sollten öfter hinterfragt werden?

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