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AT - Technologies for Smart Factories

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Ein umfassender Ratgeber rund um Österreichs Industrie Lesen Sie die gesamte Kampagne auf zukunftindustrie.info

Technologies for Smart Factories

FOTO : A I T / P E T ER R I G AU D

Vom digitalen Prozess zum lernenden Gesamtsystem

Andreas Kugi (AIT) über die Zukunft der Fabrik Seite 08

KI als Schlüssel der Produktion Sebastian Schlund (Fraunhofer Austria) über die nächste Digitalisierungswelle Seite 06

Humanoide Robotik aus Österreich

Flexibel, mobil und bereit für die Industrie Seite 10


2 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info VORWORT

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VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT DIESER AUSGABE

Liebe Leser:innen!

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Igor Henninger, MSc Project Manager Mediaplanet GmbH

FOTO : Z I N N ER

Nupel Erdogan, BA Project Manager Mediaplanet GmbH

IN DIESER AUSGABE FOTO : C H R I ST I A N M A R I

04 Stephanie Böhm (Women4Cyber): Cybersecurity entscheidet über Produktionsfähigkeit FOTO : S AC H A G I L L EN

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Karin Huber-Heim (Circular Economy Forum Austria): Warum Kreislaufwirtschaft zur Smart Factory gehört Project Manager: Igor Henninger, MSc; Nupel Erdogan, BA Business Developer: Anna Deisenhammer, BA Lektorat: Sophie Müller, MA Grafik und Layout: Juraj Príkopa Managing Director: Bob Roemké Fotocredits: wenn nicht anders angegeben bei Shutterstock Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23 · 1010 Wien · ATU, 4759844 · FN 322799f FG Wien Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/ Distribution: STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. Druck: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 (0) 1 236 34 38 0 E-Mail: hello-austria@mediaplanet.com ET: 22.09.2026

Bleiben Sie in Kontakt:

Mediaplanet Austria @mediaplanet.austria

Roland Sommer Geschäftsführer Plattform Industrie 4.0 Österreich

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ie industrielle Produktion befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Rasche technologische Entwicklungen, dynamische Märkte und Wertschöpfungsketten, kürzere Innovationszyklen, individualisierte Produkte und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Resilienz verändern die Bedingungen, unter denen unsere Industrie erfolgreich sein muss. Eine Antwort liegt in intelligent vernetzten Produktionssystemen, die flexibel auf neue Anforderungen reagieren und kontinuierlich dazulernen. Die Smart Factory ist dabei mehr als eine digitalisierte Produktionshalle. Sie verbindet Menschen, Maschinen, Daten und Prozesse zu einem Gesamtsystem – von Entwicklung und Produktion über Logistik und Qualitätssicherung bis hin zu Service, Recycling und Kreislaufwirtschaft. In Zukunft wird der Kombination von Automatisierung und Robotik mit KI eine Schlüsselrolle zukommen. Sie macht Produktionsprozesse effizienter, ermöglicht mehr Flexibilität bei kleineren Losgrößen und unterstützt Mitarbeiter:innen bei körperlich oder monoton belastenden Tätigkeiten oder durch die Verarbeitung großer Datenmengen. Gleichzeitig werden intelligente Systeme zunehmend in der Lage sein, Prozesse eigenständig wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und unmittelbar umzusetzen. Das gilt auch für die Intralogistik: Automatisierte Materialflüsse,

intelligente Lager- und Transportsysteme sowie mobile Robotik können dazu beitragen, Produktionsabläufe flexibler und resilienter zu gestalten. Entscheidend ist die durchgängige Vernetzung aller Prozessschritte. Neue Technologien eröffnen außerdem Möglichkeiten, die heute noch unterschätzt werden. Die Quantensensorik etwa verspricht hochpräzise Messverfahren für Qualitätskontrolle, Material- und Prozessanalyse und könnte damit neue Anwendungen ermöglichen. Gleichzeitig muss die Smart Factory über Effizienz hinausdenken. Digitalisierung hilft, Materialien gezielter einzusetzen, Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus zu betrachten und Recyclingprozesse besser zu unterstützen. So wird die Verbindung von Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft zu einem wichtigen Baustein für eine nachhaltige industrielle Zukunft. Österreich verfügt über starke Kompetenzen in Maschinenbau, Mechatronik, Automatisierung und Robotik. Unsere Chance liegt darin, diese Stärken mit neuen Technologien und dem Know-how der Menschen zu verbinden. Die Fabrik der Zukunft wird nicht durch eine einzelne Technologie definiert, sondern durch das Zusammenspiel vieler Bausteine zu leistungsfähigen, resilienten und nachhaltigen Wertschöpfungssystemen. Ich wünsche Ihnen spannende Einblicke in die Technologien, die unsere industrielle Zukunft gestalten.


MEDIAPLANET | 3 Entgeltliche Einschaltung FOTO : M ES S ER AU ST R I A G M B H

Messer: On-SiteSauerstoffversorgung vom Industriegasspezialisten Stehen große Bedarfsvolumen und Versorgungssicherheit im Vordergrund, lohnt sich eine Sauerstoffherstellung direkt am eigenen Betriebsstandort. Messer bietet dafür maßgeschneiderte Lösungen.

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ür Österreichs Unternehmen gewinnen Nachhaltigkeit, Effizienz und Versorgungssicherheit stetig an Bedeutung. Industrieller Sauerstoff ist dabei in unterschiedlichen Branchen eine zentrale Ressource für grundlegende und optimierte Produktionsprozesse – von der Metallverarbeitung und Chemie über die Glas-, Papier- und Zementherstellung bis hin zur Abwasseraufbereitung. Geringere Mengen können dabei problemlos über Gasflaschen oder Flüssiggastanks abgedeckt werden. Bei größeren Bedarfsvolumen, insbesondere für Anwendungen mit hohen Verbrauchsspitzen, überwiegen die Vorteile einer an die unternehmensspezifischen Anforderungen angepassten On-Site-Sauerstoffversorgung. Bei der Erzeugung direkt auf dem eigenen Betriebsgelände entfallen logistischer Aufwand sowie Transport- und Lagerkosten externer Lieferungen weitgehend. Neben den anfänglichen Investitionskosten fallen primär Betriebs- und Wartungskosten an. Der Betrieb einer eigenen Anlage erweist sich für Unternehmen lang-

fristig als wirtschaftlicher als kontinuierliche Ausgaben für extern bezogenen Sauerstoff. Damit reduzieren sich nicht nur die laufenden Betriebskosten und der CO2-Fußabdruck der Logistikkette. Zugleich werden die Versorgungssicherheit gestärkt und damit störungs- und unterbrechungsfreie Produktionsprozesse sichergestellt.

Maßgeschneiderte Sauerstoffversorgung vor Ort In Abstimmung mit den Kund:innen entwickelt Messer maßgeschneiderte Anlagen. Zentral dabei sind einerseits die notwendige Kapazität der Anlage sowie andererseits der benötigte Reinheitsgrad des Sauerstoffs. Für die On-Site-Erzeugung stehen mehrere etablierte Verfahren mit unterschiedlich hohen Reinheitsgraden zur Verfügung: PSA- und VPSAAnlagen (Druckwechsel- bzw. Vakuum-Druckwechsel-Adsorption) erreichen Reinheitsgrade von rund 90 bis 95 %, wie sie in vielen industriellen Standardprozessen benötigt werden. Elektrolyseure, die Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spalten, erreichen über

99 %. Der anfallende Wasserstoff kann dabei ebenfalls weitergenutzt werden. Die höchsten Reinheitsgrade (über 99,5 %) lassen sich mittels kryogener Luftzerlegung erzielen. Zeitgemäßes Know-how und jahrelange Erfahrung erlauben es den Expert:innen von Messer, die Kapazität und Art der Anlage ideal an die jeweiligen Betriebsanforderungen anzupassen. So lässt sich eine reibungslose Versorgung bei minimalem Energieverbrauch und laufenden Kosten realisieren. Messer übernimmt aber nicht nur die Konfektionierung der Anlage, sondern auch deren Errichtung und Installation auf dem Betriebsgelände. Überwachung und Wartung für einen reibungslosen Betrieb gehören dabei ebenso zum Messer-Service wie eine Ersatzversorgung im Fall eines Anlagenausfalls. Für eine kompetente Beratung und ein individuelles Angebot können sich Interessierte einfach per Anfrageformular oder Rückruf-Service an Messer Austria wenden.

Lesen Sie mehr unter www.messer.at/ kontakt


4 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info INSIGHT AUSTRIA

Cybersecurity entscheidet über Produktionsfähigkeit

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Der Erfolg von Industrie 4.0 hängt davon ab, wie sicher und beherrschbar ihre Vernetzung gestaltet ist. Cloud-Anbindungen, Fernwartung, KI-Anwendungen und Lieferant:innenschnittstellen steigern Effizienz – zugleich entstehen neue Abhängigkeiten, die aktiv gesteuert werden müssen Unternehmenssteuerung. Das NISG 2026 rückt Leitungsorgane, Risikomanagement und Lieferkettensicherheit in den Mittelpunkt. Der Cyber Resilience Act erweitert die Verantwortung auf den Lebenszyklus digitaler Produkte. Wer KI in der Produktion einsetzt, trägt Verantwortung für Daten, Zugriffe und Anbieter:innen. Regulierung setzt den Rahmen. Wirksam wird sie erst durch klare Entscheidungen. Dafür braucht es ein gemeinsames Lagebild von Geschäftsführung, Produktion, IT, OT-Security, Einkauf, HR, Legal und Datenschutz. Kritische Zugänge müssen bekannt, begrenzt und überwacht sein. Netze gehören segmentiert, Fernwartung abgesichert, Identitäten geschützt und Wiederanlaufpläne getestet. Ebenso wichtig ist der Blick von außen: Welche Anlagen und

Schlüsselpersonen sind öffentlich erkennbar? Welche Lieferant:innen erhalten privilegierten Zugang? Welche Informationen könnten Angreifer:innen nutzen, um Vertrauen vorzutäuschen oder Abhängigkeiten auszunutzen? Gezielte OSINT-Analysen zeigen, was Angreifer:innen wissen können. Ihr Wert entsteht erst in der Umsetzung: Relevante Erkenntnisse brauchen Warnschwellen, verantwortliche Empfänger:innen und klare Maßnahmen. Nur, wenn verifizierte Informationen die richtigen Warnmeldungen und Eskalationen auslösen, wird aus Erkenntnis ein Sicherheitsgewinn. Industrie 4.0 wird dort zum Erfolgsmodell, wo Vernetzung strategisch beherrscht ist. Cyberresilienz schützt mehr als Systeme: Sie schützt Entscheidungsfähigkeit, Lieferfähigkeit und Vertrauen.

FOTO : C H R I ST I A N M A R I

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ngriffe auf Industrieunternehmen zielen längst nicht mehr nur auf Daten. Ransomware, kompromittierte Dienstleister:innen oder manipulierte Zugänge können Fertigung und Lieferfähigkeit zum Stillstand bringen. Besonders gefährlich wird es, wenn technische Schwachstellen auf menschliche Täuschung treffen. Öffentlich verfügbare Informationen über Vorstand, Techniker:innen, Anlagen oder Technologien machen Phishing, Deepfakes und Social Engineering glaubwürdig. KI beschleunigt diese Entwicklung – und wird selbst zum Risiko, wenn Produktionsdaten unkontrolliert in Modelle fließen oder Berater:innen zu detailreiche Einblicke erhalten. Für Entscheidungsträger:innen ist die Konsequenz klar: Cybersecurity ist Teil der

Stephanie Böhm Expertin für OSINT, Human Risk & digitale Angriff sflächen, Women4Cyber Austria


MEDIAPLANET | 5 INSIGHT

Producing more with less – Warum Kreislaufwirtschaft zur Smart Factory gehört pro Tonne einen Höchstwert und soll bis 2030 weiter steigen. Technologien wie KI, digitale Produktpässe und Predictive Maintenance machen Materialeinsatz smarter: Sie verbessern die Ressourcenrückgewinnung, schaffen Transparenz über den Lebenszyklus und verlängern die Lebensdauer von Anlagen und Bauteilen. Der Einstieg beginnt bereits bei der Produktentwicklung. 85 Prozent der befragten österreichischen Produktionsbetriebe berücksichtigen laut einer FFG-Studie bereits Kreislaufprinzipien wie Reparierbarkeit, Zerlegbarkeit und Sekundärmaterialien. Auch eine Materialflussanalyse zeigt, wo Abfall zum Rohstoff werden kann.

Kreislaufwirtschaft ist längst wirtschaftlich relevant: Österreichische Produktionsunternehmen erzielen laut pwc durchschnittlich 15,6 Prozent ihres Umsatzes mit kreislaufwirtschaftlichen Aktivitäten. Die hohe Recyclingquote bietet zudem die Chance, Österreich als Hub für Sekundärrohstoffe zu positionieren. Die Fabrik der Zukunft denkt nicht nur in Fertigungsabläufen, sondern auch in Materialkreisläufen. Automatisierung und Ressourcenschonung sind zwei Seiten derselben Innovation. Wer heute smart in beides investiert, produziert morgen mehr – mit weniger.

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enn wir an die „Fabrik der Zukunft“ denken, sehen wir Roboter, künstliche Intelligenz und vernetzte Sensorik. Doch echte Smartness zeigt sich auch darin, wie klug Unternehmen mit Rohstoffen und Materialien umgehen. Kreislaufwirtschaft ist kein Nachhaltigkeits-Add-on, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Rohstoff- und Materialkosten machen typischerweise bis zur Hälfte der Produktionskosten aus. Wer Materialeinsatz reduziert, senkt Kosten und wird unabhängiger von volatilen Märkten und geopolitischen Abhängigkeiten. Österreichs Ressourcenproduktivität erreichte 2024 mit 2.626 Euro

Karin Huber-Heim Präsidentin Circular Economy Forum Austria und Stiftungsprofessorin für Kreislaufwirtschaft & transformative Geschäftsmodelle, Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft des BFI Wien

Entgeltliche Einschaltung

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Warum 2 bar die Industrie verändern Weniger Energieverbrauch, mehr Transparenz: Druckluft und Wireless-Technologien werden zum Schlüssel nachhaltiger Produktion – und eröffnen dem Maschinenbau neue Chancen.

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teigende Energiekosten, Klimaziele und wachsender Wettbewerbsdruck machen Energieeffizienz zur strategischen Aufgabe. Für Maschinenbauer:innen wird sie zum Differenzierungsmerkmal. Wer energieeffiziente Lösungen bereits in der Maschine verankert, schafft Mehrwert für Kund:innen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Ein oft unterschätzter Hebel ist die Druckluft. Rund 10 % des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf ihre Erzeugung. Das 4BAR Factory Konzept von SMC

setzt hier an: Die Reduktion des Systemdrucks in der Planung um 2 bar kann den Energieverbrauch um bis zu 16 % senken. „Die effizienteste Kilowattstunde ist jene, die nicht verbraucht wird“, so Claudia Hödl, National Sales Director bei SMC Austria. Für Maschinenbauer:innen bedeutet das: Energieeffizienz wird zum Bestandteil des Maschinenkonzepts. Weniger Druckluftverbrauch senkt Betriebskosten und CO2Emissionen in der Anwendung und kann Maschinen als energieeffiziente Lösung im Markt positionieren.

Parallel schafft Sensorik in Kombination mit Wireless-Technologien mehr Transparenz. Sie liefert Daten zu Energieverbrauch, Anlagenzuständen und Prozessen nahezu in Echtzeit. So lassen sich Optimierungspotenziale erkennen und Wartung gezielter planen. Druckluftoptimierung und Digitalisierung greifen ineinander. Für Betreiber:innen bedeutet das weniger Ressourcenverbrauch und mehr Transparenz. Für Maschinenbauer:innen entsteht ein Wettbewerbsvorteil: energieeffiziente, datenbasierte Maschinen mit messbarem Mehrwert.

Lesen Sie mehr unter www.smc.at


6 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info INSIGHT

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Die Zukunft der Smart Factory ist ein lernendes industrielles Wertschöpfungssystem Europas industrielle Stärke basiert auf hochentwickelten Produktionssystemen. Viele dieser Systeme wurden über Jahrzehnte erweitert, modernisiert und digitalisiert. Das Ergebnis sind hochkomplexe Anlagen mit enormer Leistungsfähigkeit, die sich jedoch nur mit erheblichem Aufwand an neue Marktanforderungen, Produkte oder Technologien anpassen lassen. Element der industriellen Wertschöpfung. Auch hier liegt ihr Mehrwert nicht in einzelnen Modellen, sondern in der intelligenten Orchestrierung unterschiedlichster Wissensquellen – von Sensorik und Prozessdaten über physikalische Modelle bis hin zum Domänen- und Erfahrungswissen von Expert:innen. Robotik, Automatisierung und Aktorik setzen diese Entscheidungen unmittelbar um und schließen den Wahrnehmungs-, Entscheidungsund Handlungskreislauf. Der größte Hebel liegt künftig nicht mehr allein in der Produktion, sondern in der kontinuierlichen Optimierung des gesamten Produktlebenszyklus. KI wird Entwicklung, Simulation, Optimierung und Planung unterstützen, während Erkenntnisse aus Produktion und Betrieb kontinuierlich in neue Produktgenerationen zurückfließen. So entsteht ein geschlossener

Lernkreislauf über den gesamten Lebenszyklus. Agentische KI wird diesen zunehmend orchestrieren und wiederkehrende Engineering- und Planungsaufgaben übernehmen. Der Mensch bleibt dabei zentral: Er definiert Ziele, übernimmt Verantwortung und verbindet Erfahrung, Kreativität und Urteilsvermögen mit den Möglichkeiten der KI. Die Smart Factory der Zukunft ist ein lernendes industrielles Wertschöpfungssystem. Europas Chance liegt darin, seine Stärken in Engineering, Maschinenbau, Mechatronik, Automatisierung und Robotik mit KI zu verbinden. Der Wettbewerb der Zukunft entscheidet sich nicht an einzelnen KI-Modellen, sondern an der Fähigkeit, Technologien, Domänenwissen und Menschen zu leistungsfähigen Gesamtsystemen zu verbinden.

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leichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen industrieller Wertschöpfung grundlegend: Volatile Märkte, kürzere Innovationszyklen, individualisierte Produkte sowie steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Resilienz und Cybersecurity erhöhen die Dynamik industrieller Systeme. Die Antwort darauf liegt jedoch nicht darin, bestehende Prozesse weiter zu digitalisieren oder punktuell KI einzusetzen. Der Paradigmenwechsel bedeutet, industrielle Wertschöpfung als lernendes Gesamtsystem zu verstehen. Von Design und Engineering über Planung, Logistik und Produktion bis hin zu Qualität, Service und Recycling entstehen durchgängige Wertschöpfungssysteme, in denen Daten, Modelle und Entscheidungen nahtlos verknüpft sind. KI wird zum verbindenden

Andreas Kugi Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology & Universitätsprofessor für Komplexe Dynamische Systeme an der TU Wien


Entgeltliche Einschaltung

Mit Haberkorn-Know-how zur effektiven MRO-Governance Maintenance, Repair and Operation (MRO): Warum transparente Datenbestände für Unternehmen wichtiger sind als prallgefüllte Lager, erklärt Thomas Lutz, Leiter E-Business & Logistik-Lösungen bei Haberkorn.

FOTO : H A B ER KO R N G M B H

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MEDIAPLANET | 7

Thomas Lutz Leiter E-Business & Logistik-Lösungen, Haberkorn

Herr Lutz, was ist das Feuerwehr-Prinzip? Im Bereich der Instandhaltung bedeutet das beispielsweise, erst dann tätig zu werden, wenn es schon brennt – also reaktiv und nicht geplant. Das ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Pannendienst und regulären Serviceintervallen beim Auto. Wenn man Instandhaltung vorwiegend reaktiv betreibt, führt das häufig zu hohen Folgekosten. Fehler wiederholen sich, weil sie nicht richtig dokumentiert und analysiert werden; Mitarbeiter:innen müssen Nachtschichten schieben und Lagerhaltung wird intransparent und überbordend, weil Unternehmen beginnen, ‚Angstbestände‘ anzulegen.

Was sind die zentralen Herausforderungen im Beschaffungsprozess? Häufig wird im Beschaffungsprozess nicht zwischen Cent- und teuren Artikeln unterschieden. Damit ist der Aufwand bei der Verwaltung von Produkten oftmals größer als ihr Wert. Ähnlich verhält es sich mit einer unkontrolliert wachsenden Lieferant:innenbasis: Verwaltungs- und Pflegekosten übersteigen dann den tatsächlichen Bestellwert. Insbesondere Unternehmen, die auf einen stark problemgetriebenen Zugang bei MRO setzen, fällt Datenpflege

meist sehr schwer: ungenaue Artikel-Stammdaten und Bestellungen, die unklar bleiben oder nicht im ERP-System erfasst werden. Aufgrund fehlender Transparenz werden Artikel nachbestellt, die vorhanden sind, deren Verbleib aber unklar ist – etwa, weil sie in inoffiziellen ‚Schwarz‘- und Dezentrallagern liegen, die eingerichtet wurden, um die Mängel des Beschaffungsprozesses zu kompensieren. Das alles führt zu unnötig großen und ineffizienten Lagern und letztlich hohen Kosten.

Wie können Unternehmen ihre Beschaffung optimieren? MRO-Governance schafft klare Spielregeln für die Beschaffung von Betriebsstoffen und Ersatzteilen. Mit unserem Know-how unterstützen wir Unternehmen dabei, eine solche Governance zu entwickeln. Dazu nehmen wir gemeinsam mit Kund:innen eine Standortbestimmung vor: Welche Bereiche funktionieren gut und in welchen gibt es Probleme? In Workshops mit den Verantwortlichen kristallisieren sich meist rasch konkrete Problemstellungen heraus, die wir vor Ort und anhand von Betriebsdaten genau analysieren. Darauf aufbauend entwickeln wir Konzepte, die wir in Kund:innenprojekten umsetzen. Laufende Messungen und Reportings zeigen, in welchem Umfang die vereinbarten Ziele

bereits realisiert werden konnten. Die tatsächliche Umsetzung der Projekte kann Werkzeuge zur systematischen Warenausgabe – z. B. Ausgabeautomaten, Magazin-Systeme, Scanner und Kanban-Lösungen – sowie digitale Beschaffungstools wie Guided Buying und automatisierte WebshopPrüfungen zur Vermeidung von Doppelbestellungen beinhalten. Ausgaben und Bestellungen können so automatisiert in bestehende ERP-Systeme integriert werden. Für Betriebe ohne tiefe Systemintegration ist aber natürlich auch der Einstieg über schlanke WebshopLösungen möglich.

Wie profitieren Kund:innen vom Haberkorn-Know-how? Instand- oder Lagerhaltung sind bei unseren Kund:innen nicht der Unternehmenszweck. Dank unserer Expertise können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und schlank bleiben. Haberkorn übernimmt auf Wunsch die Bevorratung, die Servicierung der Ausgabe vor Ort, begleitet die Umsetzung samt Change-Prozess und passt die Lösung laufend an – die Kund:innen profitieren von transparenten Datenbeständen und robusteren sowie effizienteren Lieferketten und realisieren damit konkrete und nachweisliche Savings.


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KI und Digitalisierung als strategische Erfolgsfaktoren im Facility Management Vernetzte Anlagen, digitale Plattformen und KI verändern, wie Produktionsstandorte geplant, betrieben und weiterentwickelt werden. FOTO : ST R A BAG P FS

Doris Bele Vorstandsvorsitzende Facility Management Austria (FMA) und Bereichsleitung Integriertes Facility Management bei STRABAG PFS

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n Smart Factories gewinnt auch das Facility Management an strategischer Bedeutung. Moderne Produktionsstandorte umfassen mehr als Fertigungsanlagen: Gebäude, technische Infrastruktur, Energieversorgung, Logistik und Produktionsprozesse sind eng miteinander verknüpft. Ihre Leistungsfähigkeit beeinflusst Produktivität, Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Digitale Systeme erfassen und analysieren große Datenmengen. Sensoren liefern Informationen über Energieverbrauch, Anlagenauslastung oder technische Zustände in Echtzeit. KI erkennt Muster, unterstützt fundierte Entscheidungen und ermöglicht vorausschauende Wartung. Störungen können frühzeitig erkannt, Ressourcen

gezielt eingesetzt sowie Kosten und Energieverbrauch reduziert werden. Durch die intelligente Vernetzung von Daten werden Informationen aus Produktion, Gebäudeautomation, Energiesystemen und Instandhaltung zusammengeführt, wodurch ein ganzheitlicher Blick auf den Standort entsteht, der nachhaltige Verbesserungen ermöglicht. Der Erfolg digitaler Lösungen hängt dabei wesentlich von Qualität und Verfügbarkeit der Daten ab. Der größte Mehrwert entsteht dort, wo unterschiedliche Kompetenzen, Prozesse und Systeme auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenwirken – auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Intelligente Gebäude- und Energiemanagementsysteme helfen, Verbräuche

transparent zu machen, Emissionen zu reduzieren und Ressourcen effizient einzusetzen. Trotz aller technologischen Entwicklungen bleibt aber eines unverändert: Der Erfolg von Smart Factories basiert auf dem Zusammenspiel von Mensch, Daten und Innovation. FMA | IFMA fördert den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis, um Wissen zu vernetzen und Innovationen sichtbar zu machen. Am FM-Day 2026 am 23. September im Park Hyatt Wien zeigen Expert:innen anhand von Praxisbeispielen, wie KI und digitale Technologien die FM-Branche verändern und welches Potenzial sie für Effizienz, Nachhaltigkeit und Servicequalität bieten.


MEDIAPLANET | 9 Entgeltliche Einschaltung

Industrielle Abwärme für beheizte Wohnungen Fernwärme ist klimafreundlich, erneuerbar und eine der sichersten Heizmöglichkeiten. Das gilt für Versorgung und Anwendung gleichermaßen. Und auch die ausreichende Versorgung mit Brennstoffen ist gesichert.

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n Österreich wurde 2024 Fernwärme zu 66 % aus Erneuerbaren und Abwärme aus der Müllverbrennung erzeugt. Dabei ist die industrielle Abwärme ein weiterer zentraler Baustein auf dem Weg zu einer effizienten, ressourcenschonenden und klimafreundlichen Energieversorgung. Viele gewerbliche und Industrieunternehmen wie die Zement-, Papier- oder Glasindustrie verwenden die aus ihren Produktionsprozessen gewonnene Abwärme im eigenen Betrieb, beliefern jedoch

auch immer mehr Energieversorger:innen mit der überschüssigen Abwärme, die ansonsten an die Umgebung abgegeben werden würde. Energieanbieter:innen wie Kelag Energie & Wärme, EVN AG, Linz AG oder Wien Energie speisen die industrielle Abwärme in ihre Nah- und Fernwärmenetze ein. Auf diese Weise wird die aus industriellen Prozessen gewonnene Wärmeenergie genutzt, um Wohnhäuser zu beheizen oder Wasser für die Warmwassernutzung aufzubereiten.

Trotzdem verpuffen in Österreich noch immer große Abwärmepotenziale, die nutzbar gemacht werden können: Durch die enge Zusammenarbeit der produzierenden Unternehmen und der Fernwärmeversorger:innen können in Zukunft noch mehr Städte und Kommunen profitieren. Städtische und regionale Fernwärmenetze können durch die verstärkte Nutzung der Abwärme einen spürbaren Beitrag zur Energiewende leisten, weil sie bereits vorhandene Energiemengen nützen.

Lesen Sie mehr unter fernwaerme.at


10 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info INSIGHT

Wenn die Fabrik lernt: Warum wir KI jetzt in unseren Hallen brauchen Österreichs Produktionsstandorte stehen unter Druck: sinkende Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftemangel, schrumpfende Losgrößen. Gerade jetzt entscheidet sich, wer die nächste Digitalisierungswelle – KI in der Fabrikhalle – nutzt. Ein Gastbeitrag von Univ.-Prof. Dr. Ing Sebastian Schlund.

KI ist die nächste Stufe der Vernetzung Nach Sensorik, MES und Cloud folgt die intelligente Auswertung: KI verknüpft Maschinen-, Prozessund Marktdaten zu nutzbarem Wissen. Laut „Made in Austria“Panel setzen bereits 48,9 % der heimischen Produktionsbetriebe Machine-Learning-Verfahren ein, das ist ein Plus von 6,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Reife Lösungen, die schon heute wirken Drei Beispiele von Fraunhofer Austria zeigen den Nutzen: In Qualitätskontrolle und Instandhaltung

erkennt KI Anomalien in Sensordaten, bevor Anlagen stillstehen. In der Produktionsplanung verknüpft KI Aufträge mit Energieverfügbarkeit und senkt so Kosten und Emissionen. Bei einem großen Halbleiterhersteller hilft ein KI-System der Instandhaltung der Ionenimplantationsanlagen direkt am Arbeitsplatz: Es bündelt Erfahrungswissen und schlägt bei Störungen sofort passende Lösungen vor.

Wer zögert, verliert Produktivität Der Handlungsdruck ist real: 62,4 % der heimischen Produktionsbetriebe erwarten in produktionsnahen Bereichen sinkende Beschäftigtenzahlen. Wer noch nicht begonnen hat, KI einzusetzen, sollte jetzt starten und dafür die eigene Datenwelt aufräumen. Das kostet Zeit, Aufwand und Nerven, ist aber Voraussetzung für jeden Algorithmus.

Der nächste Schritt heißt Embodied AI Noch Zukunftsmusik, aber mit enormem Tempo: Laut eines Positionspapiers der „Wissenschaftlichen Gesellschaft für Montage, Handhabung und Industrierobotik” ist Embodied AI die nächste Evolutionsstufe nach analytischer, generativer und agentischer KI – Systeme, die über Sensoren wahrnehmen und über Aktoren handeln. Dies erklärt auch den aktuellen Hype um autonome Mobilroboter und Humanoide, die Logistik und Montage flexibilisieren könnten. Laut RoboticsRoadmap 2025 – 2035 wächst der globale Robotikmarkt bis 2033 auf 179 Milliarden US-Dollar, der Markt für Humanoide bis 2030 auf 6,5 Milliarden US-Dollar. Zahlen, die belegen: Für neue Wertschöpfung am Standort Österreich und für Beschäftigte, die mit wachsender Komplexität, kleineren Losgrößen und kürzeren Lieferzeiten zurechtkommen müssen, führt an KI in der Fabrikhalle kein Weg vorbei.

FOTO : F EL I X B R AU N E / F R B M ED I A

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ines ist klar: Die produzierende Industrie bleibt der Kern unseres Wohlstands. Trotz Rezession und internationalem Kostendruck bleibt sie das Rückgrat der heimischen Wertschöpfung. Nationale wie europäische Industriestrategien halten daran fest. Wer den Standort stärken will, muss die eigenen Werkzeuge modernisieren.

Sebastian Schlund Leiter Industrial Engineering & Mensch-Maschine-Interaktion, TU Wien & Geschäftsführer Fraunhofer Austria


MEDIAPLANET | 11 Entgeltliche Einschaltung

FOTO : I O N O R O B OT I C S

IONO Robotics: Humanoide Roboter made in Austria Was hat Workmate hochspezialisierten Industrierobotern voraus? Warum ist es sinnvoll, in Österreich zu entwickeln, anstatt Roboter aus den USA oder Fernost zu importieren? Das und mehr erklärt Ümit Bas, Gründer und CEO von IONO Robotics, im Interview. FOTO : I O N O R O B OT I C S

Ümit Bas Gründer und CEO IONO

Wie entstand die Idee, humanoide Roboter zu bauen? Ich kenne viele Produktionsbetriebe in Österreich und habe dadurch einen guten Einblick in die Herausforderungen der Industrie bekommen. Der Fachkräftemangel ist dabei ein zentrales Thema. Die Industrie setzt darum überwiegend auf hochspezialisierte Robotik. Diese kann aber nur spezifische Aufgaben übernehmen. Es gibt keine Maschine, die morgens eine Anlage befüllen und am Abend Reinigungsarbeiten übernehmen kann. Um in einer für Menschen gemachten Umgebung flexible unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, muss ein Roboter menschenähnliche Eigenschaften mitbringen.

Was zeichnet Workmate aus? Seine Größe, Mobilität und Nutzlast sind menschenähnlich – er kann Lasten bis zu 30 Kilogramm bewegen. Die Fortbewegungsart ist hybrid und wird an den jeweiligen Einsatzort angepasst: Bei RoBoard handelt es sich um unsere mobile Plattform auf Rädern für ebene Flächen – mit Beinen ist sie auch für unebenes Terrain geeignet. Der Schutzanzug ist dabei kein Gimmick, sondern bewahrt den Workmate vor Beschädigungen in rauen Industrieumgebungen und erweitert durch integrierte

Sensorik seine Wahrnehmung der Umgebung. Am Kopf können je nach Use-Case zusätzliche Sensoren und Werkzeuge befestigt werden. Einzigartig ist die aus dem Kopf startbare Drohne zur Fehleranalyse oder Suche von Objekten. Das ist wesentlich schneller und effizienter, als den Roboter laufen zu lassen.

Welche Rolle spielen Datensicherheit und Datensouveränität? Das ist ein wesentlicher Schwerpunkt für uns. Workmate und die Softwareplattform IonoSphere sind von Anfang an auf den Einsatz in europäischen Industrieunternehmen und deren Anforderungen an den Umgang mit sensiblen Produktionsdaten ausgelegt. Die Plattform beinhaltet grundlegende Basisfähigkeiten, die durch Simulation und Training zu konkreten Einsatzszenarien entwickelt werden. Entwicklung und Hosting von IonoSphere finden exklusiv innerhalb Europas statt. Auf Wunsch kann unsere Plattform auch inhouse betrieben werden. Damit behalten unsere Kund:innen die volle Kontrolle über ihre Daten.

Gibt es bereits konkrete Use Cases? Mit unserem Fokus auf Transparenz und Datensicherheit konnten wir bereits mehrere Partner in der

Industrie gewinnen – darunter etwa die SAG Group. Dort übernimmt der Roboter Aufgaben in der Produktion – etwa Werkstücke aus einer unsortierten Box zu entnehmen, in eine Anlage einzulegen und sie nach der Bearbeitung sortiert für die nächsten Prozessschritte bereitzustellen. Die hohe Flexibilität von Workmate erlaubt auch völlig andere Aufgabenstellungen, wie etwa die Qualitätskontrolle bei Getränkehersteller:innen: Dort überprüft er, ob alle Verpackungen den Produktionsablauf unbeschadet durchlaufen haben. Derzeit laufen auch schon weitere Pilotprojekte, die wir demnächst vorstellen werden.

Wie erreichen Sie interessierte Unternehmen am besten? Auf unserer Website können Interessent:innen einfach ihren Anwendungsfall beschreiben und ein Pilotprojekt anfragen. Wir schauen dann gemeinsam, ob ein konkreter Use Case umgesetzt werden kann. All jene, die noch etwas Inspiration brauchen, lade ich herzlich ein, in unserem neuen Humanoid Center in Linz vorbeizukommen. Auf 1.400 m² entsteht dort gemeinsam mit unseren Partnern ein Kompetenzzentrum, in dem wir echte Industrie-UseCases erlebbar machen.

Lesen Sie mehr unter www.iono.tech


12 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info INSPIRATION

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Wer morgen Innovationen will, muss heute Talente fördern FOTO : I A N EH M

Marion Mitsch Geschäftsführerin FEEI Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie

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ie großen Herausforderungen unserer Zeit brauchen innovative Lösungen. Entwickelt werden sie von Menschen mit technischem Know-how, Kreativität und Problemlösungskompetenz. Deshalb ist es von großer Bedeutung, junge Menschen frühzeitig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) setzt sich seit Jahren aktiv für die Förderung des technischen Nachwuchses und die Stärkung der MINT-Bildung in Österreich ein. Wie groß der Bedarf ist, zeigt eine 2025 veröffentlichte Studie von FEEI, Industriellenvereinigung, OVE und dem Fachverband Metalltechnische Industrie. Bereits heute fehlen österreichweit rund 10.000 HTL-Absolvent:innen. Bis 2030 könnte diese Zahl auf 16.000 anwachsen. Besonders gefragt sind Fachkräfte in Elektronik,

Elektrotechnik und IT. Um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern, braucht es gezielte Maßnahmen zur Förderung technischer Talente. Wer morgen moderne Technologien will, muss heute Talente fördern. Der FEEI engagiert sich daher gemeinsam mit Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Partnerorganisationen, um das Interesse an MINT-Fächern zu stärken. Mit Initiativen wie #JoinTheFuture und der Unterstützung von IMST-Award oder Young Austrian Engineers Contest (YAEC) werden junge Menschen für Technik begeistert und die vielfältigen Möglichkeiten technischer Bildungs- und Karrierewege aufgezeigt. Die branchenweite Nachwuchskampagne #JoinTheFuture zeigt seit 2023 unter dem Motto „Werde Zukunftserfinder:in mit Elektrotechnik!“, wie spannend technische

Berufe sein können. Besonderes Highlight ist dabei die Join the Future Redstone Challenge, die mehrfach (inter)national ausgezeichnet wurde. Der auf Minecraft basierende Wettbewerb verbindet Spiel, Kreativität und Technikverständnis und eröffnet Jugendlichen einen niederschwelligen Zugang zu MINT-Themen. Dass gezielte Nachwuchsarbeit Wirkung zeigt, belegen auch aktuelle Entwicklungen in der Branche. Die Zahl der Lehrlinge in der Elektro- und Elektronikindustrie stieg von 1.156 im Jahr 2022 auf 1.368 im Jahr 2025, ein Plus von rund 18 Prozent. Um diesen positiven Trend fortzusetzen, braucht es weiterhin gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Politik. Denn die Fachkräfte von morgen sind Voraussetzung dafür, dass Österreich auch künftig ein innovativer und wettbewerbsfähiger Industriestandort bleibt.


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Quantensensorik: Die Zukunft der Messtechnik Für viele Unternehmen wirken Quantentechnologien noch wie Zukunftsmusik. Tatsächlich entwickelt sich die Quantensensorik bereits heute zu einer Schlüsseltechnologie für industrielle Anwendungen. FOTO : WA KO L B I N G ER

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as Forschungszentrum RECENDT – Research Center for NonDestructive Testing GmbH – aus dem UAR Innovation Network baut in diesem Zukunftsfeld gezielt Kompetenzen auf, um hochpräzise Messverfahren in die Praxis zu bringen. Mit dem Projekt QUANTAN unterstützt das Land Oberösterreich diesen Weg mit 0,75 Millionen Euro.

Warum lohnt sich für Industrieunternehmen gerade jetzt ein Blick auf die Quantensensorik? Quantensensorik wird voraussichtlich jene Quantentechnologie sein, die am schnellsten industrielle Anwendungen erreicht. Sie ermöglicht Messungen mit einer Präzision, die klassische Verfahren oft nicht bieten können. Für Unternehmen bedeutet das: bessere Qualitätskontrolle, effizientere Prozesse und neue Möglichkeiten in der Material- und Prozessanalyse.

Welche Rolle spielt RECENDT dabei? RECENDT verfügt über langjährige Erfahrung in photonischen Technologien und der zerstörungsfreien Prüfung. Diese Kompetenzen bilden die Basis für die photonische Quantensensorik. Unser Ziel ist es, quantenbasierte Messverfahren rasch in industrielle Anwendungen zu überführen und bestehende Methoden deutlich zu verbessern.

Mit QUANTAN ist kürzlich ein neues Forschungsprojekt gestartet. Worum geht es? QUANTAN entwickelt neue quantensensorische Verfahren zur chemischen und strukturellen Analyse von Materialien. Im Fokus stehen Quanteninterferometrie und Quantenmagnetometrie. Beide nutzen quantenphysikalische Effekte, um kleinste Veränderungen sichtbar zu

Dr. Peter Burgholzer, Geschäftsführer, und Dr. Ivan Zorin, MSc, Head of Quantum Sensing bei RECENDT machen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für die zerstörungsfreie Materialprüfung, Prozessanalytik und Qualitätskontrolle.

Welche Branchen könnten davon profitieren? Von der Metallverarbeitung und Chemie über Energietechnik und Elektronik bis hin zur Medizintechnik – die Anwendungen reichen von der Analyse von Gasverunreinigungen über die Prüfung von Verbundwerkstoffen bis zur Erkennung kleinster Materialfehler.

RECENDT engagiert sich stark in der internationalen Vernetzung. Welche Maßnahmen setzen Sie hier? Ein wichtiges Instrument ist die gemeinsam mit der JKU Linz organisierte Konferenz Quantum Sensing in Industry and Research Linz (#QSL). Sie hat sich rasch als internationaler Treffpunkt etabliert und fördert Kooperationen sowie den Technologietransfer in die industrielle Anwendung. Die nächste #QSL findet am 20. und 21. April 2027 in Linz statt.

Wie können sich Unternehmen frühzeitig in die Entwicklungen einbringen? Wir suchen aktiv den Austausch mit Unternehmen. Wer Herausforderungen in Messtechnik, Prozessanalytik, Qualitätskontrolle oder Materialanalyse lösen möchte, sollte jetzt mit uns in Kontakt treten. Gerade in dieser frühen Phase können Unternehmen die Entwicklung neuer Technologien mitgestalten und sich einen Wissensvorsprung sichern.

Was raten Sie Unternehmen, die sich konkret mit Quantensensorik beschäftigen möchten? Der beste Zeitpunkt für den Einstieg ist jetzt. Viele Anwendungen sind deutlich näher an der Praxis und wirtschaftlich attraktiver, als häufig angenommen wird. Um Unternehmen den Zugang zu erleichtern, laden wir zu einem Industrie-Workshop am 5. Oktober 2026 im LIT Open Innovation Center der JKU Linz ein. Hier stehen aktuelle Entwicklungen, Anwendungsfelder und Chancen für die Industrie im Fokus.

Let’s connect @ our events: www.recendt.at


14 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info EVENTKALENDER

Entgeltlic

FM-Day

Österreichs führende Konferenz für Facility und Real Estate Management mit Fokus auf zukunftsfitte, nachhaltige und effiziente Gebäudebewirtschaftung. Ort: Park Hyatt, Wien Datum: 23. September 2026 Link: fm-day.at

F&E-Verträge Ort:

Online

Datum: 14. bis 15. Oktober 2026 Link:

s.imh.at/f&e

Lehrgang Zertifizierter Produktionsleiter Ort:

Arcotel Wimberger, Wien

Datum: 23. bis 25. November 2026

Automation Forum Wien

Link:

s.imh.at/produktionsleitung

Branchenevent für Automatisierung, Digitalisierung und Innovation mit Fachvorträgen, Live Demos und Networking für Industrie und Technik. Ort: STAGE 3, Wien Datum: 30. September 2026 Link: automation-forum.at/

Lehrgang KI-Manager:in Ort:

Präsentation des Austrian Cloud Atlas als Grundlage für digitale Souveränität in Österreich Zentrale Plattform für österreichische Rechenzentren, Cloud Angebote und digitale Infrastruktur mit Fokus auf Sichtbarkeit und digitaler Souveränität. Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Wien Datum: 12. Oktober 2026 Link: voesi.or.at/austria-cloudatlas

Circular Carbon Conference

Konferenz zu Defossilisierung, Kreislaufwirtschaft und technologischen Lösungen für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Ort: Palais Niederösterreich, Wien Datum: 15. Oktober 2026 Link: www.circularcarbon conference.at

Summit Industrie 4.0

Branchentreff für Digitalisierung und Industrie 4.0 mit inspirierenden Präsentationen, Ausstellungsbereich und Networking. Ort: WIFI, Salzburg Datum: 10. Dezember 2026 Link: plattformindustrie40.at/blog/ event/summit-industrie-4-010-dezember-2026/

Online

Datum: 21. Oktober bis Link:

11. November 2026 www.forum-akademie.at/ lehrgang-ki-manager-in/

Datenverarbeitung mit Excel und KI Ort:

Online

Datum: 28. Oktober 2026 Link:

www.forum-akademie.at/ datenverarbeitung-mitexcel-und-ki/

Workshop Microsoft Copilot 365 Ort:

Online

Datum: 2. und 3. November 2026 Link:

www.forum-akademie.at/ workshop-microsoftcopilot-365/

ChatGPT für Fortgeschrittene Ort:

Online

Datum: 4. November 2026 Link:

www.forum-akademie.at/ chatgpt-fuerfortgeschrittene/

Text- und Bildgestaltung mit KI Ort:

Online

Datum: 5. November 2026 Link:

www.forum-akademie.at/ text-und-bildgestaltungmit-ki/


MEDIAPLANET | 15 Entgeltliche Einschaltung

Keep on Moving 30 Jahre Eplan Österreich

V

or gut 40 Jahren wurden erste CAE-Softwaretools am Markt der Elektrotechnik noch als „ziemlich exotisch“ angesehen – so auch die aus Deutschland stammende CAE-Software Eplan. Mit der 1996 gegründeten Eplan-Niederlassung in Amstetten schafften es Eplan Geschäftsführer Ing. Martin Berger und sein Team innerhalb von 30 Jahren, das Roll-out der Eplan-Software weit über den österreichischen Raum hinaus zu etablieren. In einem Blitzinterview erinnert sich Berger an die bewegte Entwicklung der österreichischen Eplan-Erfolgsstory.

Von Luzia Haunschmidt, freie Fachredakteurin FOTO S : EP L A N G M B H

Ing. Martin Berger Geschäftsführer EPLAN GmbH

Herr Berger, was war Ihr Antrieb, Eplan in Österreich zu etablieren? Die Mission war es, mittels Eplan einen Schaltplan in einigen Stunden anstatt Tagen erstellen zu können.

Zur Eplan-Gründung in Österreich waren Ihre ersten To-dos … … die Anmietung von Büroräumlichkeiten in Amstetten und die Gewinnung meiner ersten vier Mitarbeiter:innen. Helmut Radinger wurde als etablierter Techniker eingestellt, Alexandra Bruckmüller für den Aufbau der Büroorganisation. Außerdem wurden ein am Markt erfahrener Vertriebsmitarbeiter und ein direkt von der Schule gewonnener Neueinsteiger für technische Belange ins Team aufgenommen.

Wie empfanden Sie Ihre jeweiligen Eplan-Startphasen? Bruckmüller: Faszinierend, spannend, facettenreich! Das Beste daran waren die beinahe täglichen Erfolge. Radinger: Reizvoll und erlebnisreich! Der Eplan-Job war für mich vorbestimmt und ist bis heute meine Passion.

Und Sie, Herr Berger? Enthusiastisch! Wir hatten unsere Vision, die wir mit viel Elan auch heute noch verfolgen.

Wann erreichten Sie den Breakeven? Nach Ablauf des ersten Geschäftsjahrs.

Gründungsteam Eplan Österreich v. l.: Alexandra Bruckmüller, Human Resources, Ing. Martin Berger, Geschäftsführer & Ing. Helmut Radinger, Account Manager Kund:innenanliegen kreativ zu supporten und Märkte über den Tellerrand hinaus im Auge zu behalten. Viel persönlicher Einsatz aller Mitarbeiter:innen ist ebenso bedeutend.

Ihre Vertriebsmethoden sind … … vielfältig, branchenorientiert, über die österreichischen Grenzen hinaus aktiv. Dazu nutzen wir z. B. eine technische Hotline, analoge und digitale Eplan-Schulungsangebote, Usermeetings fürs Networken, Nachwuchsförderung in Schulen, Austausch mit Technologiepartnern, Auftritte auf Messen sowie in digitalen und Print-Medien u. v. m.

Eplan Österreich ist heute vertrieblich wo aktiv? Nebst Österreich sind wir in Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Griechenland, Middle East, Kroatien, Slowenien, Serbien und Südafrika vertreten.

Ihr Erfolgsrezept dazu?

Wirtschaftskrisen stemmen Sie …

Wichtig ist es, Teamgeist zu fördern und zu leben – und mit Freude Ziele umzusetzen,

… kreativ und marktkonform. Die Software Eplan ist branchenunabhängig. Läuft eine Branche mal

nicht gut, generieren wir – oft sogar – Neukund:innen in einer anderen Sparte.

Die Eplan-Software ist … … weit mehr als ein CAE-Tool. Sie ist in ihrem gesamten Lösungsangebot in Unternehmen integriert, hält deren Workflows am Laufen und sorgt für permanente Effizienzsteigerungen.

Künstliche Intelligenz ist ein Thema … … und zwar schon seit etwa sieben Jahren – integriert in verschiedenen Eplan-Produktentwicklungen. Mittlerweile können Eplan-User:innen auch mit dem Eplan-Copilot interagieren.

Wie sehen Ihre Wünsche an die Zukunft aus? Unser Unternehmen soll wie bisher im Sinne unserer Kund:innen und deren Anforderungen weiterentwickelt werden. Dafür sind wir gerüstet und bewegen uns agil und mit viel Elan und Freude im täglichen Geschehen mit.

Herzliche Einladung zum Eplan Usermeeting! Anmelden unter www.eplan.com oder QR-Code scannen


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