EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
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GESUND IM ALTER Gedankenhygiene ist Selbstfürsorge Schauspielerin Marion Mitterhammer im Interview FOTO : R A FA EL A P R Ö L L
Ernährung und Krebs
Rezeptideen von Ernährungsexpertin Claudia Petru Seite 05
Frauenherzen
mit Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Podczeck-Schweighofer Seite 06
Feuchte altersbedingte Makuladegeneration
Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz im Interview Seite 09
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IN DIESER AUSGABE
VORWORT
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Altersbedingter Hörverlust Univ. Prof. Dr. Christoph Arnoldner, MBA im Interview
Liebe Leser:innen, FOTO : J K U
Messe Frühling
Guten Appetit, 50 Plus & Familienglück – 3 Themen unter einem Dach Ried im Innkreis 28.02.2026-01.03.2026 Project Manager: Julia Stempfer, MA, Théodora Rudolph, MA Business Developer: Paul Pirkelbauer, BA Lektorat: Sophie Müller,MA Grafik und Layout: Juraj Príkopa Managing Director: Bob Roemké Fotocredits: wenn nicht anders angegeben bei Shutterstock Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23 · 1010 Wien · ATU, 4759844 · FN 322799f FG Wien Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/ Distribution: STANDARD Verlagsgesellschaftm.b.H. Druck: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 676847785227 E-Mail: hello-austria@mediaplanet.com ET: 19.12.2025
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Univ.Prof.Dr. Erika Zelko, PhD Institut für Allgemeinmedizin JKU Linz
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rävention ist – bewusst oder unbewusst – Teil jeder unserer Lebensphasen. Vom ersten Atemzug bis ins hohe Alter entstehen immer wieder Chancen, unsere Gesundheit aktiv zu stärken und Krankheiten vorzubeugen, lange bevor sie spürbar werden. Während die Früherkennung darauf abzielt, bislang unerkannte Erkrankungen aufzuspüren, umfasst die Vorsorge all jene Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen. Beide Strategien greifen ineinander – und beide gewinnen im Laufe des Lebens an Bedeutung. Auch wenn ein gesundheitsbewusster Lebensstil viel bewirken kann, bleiben biologische Faktoren und das Älterwerden selbst nicht ohne Einfluss. Ab etwa 50 Jahren steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und andere gesundheitliche Herausforderungen spürbar an. Doch der Blick auf Risikofaktoren ist nur ein Teil der Geschichte: Gesundheit ist ebenso von geschlechtsspezifischen Unterschieden geprägt. Frauen und Männer erleben Symptome oft unterschiedlich, sprechen verschieden auf Behandlungen an und haben spezifische Präventionsbedürfnisse. Wer diese Unterschiede versteht, kann individuelle Strategien entwickeln, um lange gesund zu bleiben.
Darum laden wir Sie ein, sich gemeinsam mit uns auf eine inspirierende Reise durch die Welt der Gesundheitsvorsorge zu begeben. In der Kampagne „Gesund im Alter“ widmen wir uns Fragen, die uns alle betreffen: Welche Risiken verändern sich im Laufe des Lebens? Wie unterscheiden sich gesundheitliche Herausforderungen bei Frauen und Männern? Und wie können wir – mit dem richtigen Wissen – aktiv dazu beitragen, Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen oder ihnen wirksam vorzubeugen? Vielleicht können wir nicht das ganze Leben frei von gesundheitlichen Beschwerden verbringen. Doch wir können viel dafür tun, dass wir möglichst viele Jahre in guter Gesundheit erleben. Derzeit verbringen Männer nach rund 63 gesunden Jahren und Frauen nach etwa 65 gesunden Jahren den restlichen Lebensabschnitt häufig in mittelmäßiger oder eingeschränkter Gesundheit. Umso wichtiger ist es, jene Aspekte der Gesundheitskompetenz zu stärken, die uns helfen, aktiv gegenzusteuern. Freuen Sie sich auf spannende Fachbeiträge, die nicht nur informieren, sondern auch dazu motivieren, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen – und dem Leben wertvolle, gesunde Jahre zu schenken.
Endlich Hoffnung.
ÜBER DEIN LEBEN HINAUS Was bleibt von uns, wenn wir einmal gehen? Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit und den Spuren, die wir hinterlassen möchten, beschäftigt viele von uns. Mit einer Testamentsspende kannst du über dein Leben hinaus Großes bewirken: Du kannst Kindern und ihren Familien in den ärmsten Ländern der Welt endlich Hoffnung schenken. So wird dein letzter Wille zu einem bleibenden Vermächtnis, das unsere Welt ein kleines Stück besser macht ... Hol dir noch heute die World Vision Testamentsbroschüre - worldvision.at/testamentsspende
MEDIAPLANET
EXPERTISE
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Harninkontinenz ist kein unausweichliches Schicksal Etwa jede:r zehnte Österreicher:in verliert ungewollt Harn. Inkontinenz ist eine Volkskrankheit – und dennoch ein Tabuthema. Eine Harninkontinenz trifft Frauen häufiger als Männer, nicht nur im Alter. Frauen leiden auch in der Schwangerschaft, nach der Geburt und in den Wechseljahren darunter. Warum eine frühe Diagnose wichtig ist, welche Therapien es gibt und was Betroffene selbst bei Harninkontinenz tun können, erfahren Sie hier.
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OÄ Dr.in Michaela Lechner Präsidentin der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), Fachärztin für Chirurgie, Spezialisierung Koloproktologie (Spezialistin für Darmprobleme)
FOTO : P R I VAT
OA Dr. Michael Rutkowski Vizepräsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), Facharzt für Urologie
Harninkontinenz ist nicht gleich Harninkontinenz Das Alter ist der größte Risikofaktor für Harninkontinenz, denn die Muskeln, die den Harn in der Blase halten, altern ebenso und schwächeln mit der Zeit und auch die Blase verändert sich mit dem Alter. Typische Risikofaktoren sind auch Übergewicht und Schwangerschaft. Wichtig ist es zwischen den beiden unterschiedlichen Hauptursachen einer Harninkontinenz zu unterscheiden: Die bekannteste Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, die zur sogenannten Belastungsinkontinenz führt: Beim Heben alltäglicher Lasten, beim Stiegen steigen, Husten, Lachen oder Niesen geht unkontrolliert Harn ab. Anders ist es bei der Dranginkontinenz (der „überaktiven Blase“), die mit einem starken Harndrang einhergeht und der Harn dann bei plötzlich auftretendem Drang nicht mehr zurückgehalten werden kann.
Harninkontinenz in der Schwangerschaft, nach der Geburt und in den Wechseljahren Bis zu 15 Prozent der Frauen leiden an Harninkontinenz, die genau Zahl ist aber nicht klar, da viele Patientinnen das Thema nicht ansprechen und auch keinen Arzt aufsuchen. Schon in der Schwangerschaft kann es zu ungewolltem Harnverlust kommen, da der Druck auf Beckenboden- und Blasenschließmuskel permanent hoch ist, wobei sich dieses Problem nach der Entbindung oft wieder bessert. Vaginale Geburten, mehrere Kinder und höheres Geburtsgewicht erhöhen das Risiko für eine spätere Belastungsinkontinenz. Hormonelle Veränderungen in den
Unser Ziel als MKÖ ist es, mehr Bewusstsein für das immer noch stark tabuisierte Thema Inkontinenz zu schaffen und Informationen anzubieten, die zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
OÄ Dr.in Michaela Lechner
Wechseljahren führen dann zusätzlich zu Gewebeveränderung und höherem Risiko für eine Belastungsinkontinenz.
Frühe Abklärung, rasche Abhilfe Eine Harninkontinenz ist kein Grund, sich zu schämen. Sie sollte keinesfalls hingenommen werden, denn sie ist gut behandelbar: Je eher sie ärztlich abgeklärt wird, desto wirksamer greifen Therapien. Erste Anlaufstelle kann dabei die Hausärztin oder der Hausarzt sein. Mit einer Harnuntersuchung kann zum Beispiel eine Blasenentzündung als Ursache ausgeschlossen werden. Fachärzt:innen prüfen dann mit weiterführender Diagnostik unter anderem, ob die Funktion der Blase in Ordnung ist und diese sich beim Wasserlassen komplett entleert.
Unkontrollierter Harnverlust – so lässt er sich behandeln Bei einer Belastungsinkontinenz hat sich als erster Behandlungsschritt das Beckenbodentraining bewährt. Physiotherapeut:innen
zeigen Betroffenen, wie sie ihre Beckenbodenmuskulatur gezielt spüren, ansteuern und aktivieren können. Auch Medikamente und Verhaltenstherapien kommen zur Anwendung. Bringen diese konservativen Behandlungsoptionen noch nicht den gewünschten Erfolg, gibt es auch die Möglichkeiten die Harnröhre operativ mittels Bändern oder einer Unterspritzung abzudichten.
TIPP:
Wer vor dem Besuch der urologischen Praxis ein 2 x 24 Stunden Blasentagebuch führt, liefert den Fachärzt:innen einen guten Überblick zur individuellen Blasenentleerung und vereinfacht damit die Diagnose. Zu finden auf:
Harninkontinenz – was Betroffene tun können Inkontinenz heißt, zur falschen Zeit und am falschen Ort Harn zu verlieren. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden der Betroffenen sehr. Mitunter bringen simple Veränderungen des Lebensstils schon Linderung: • Richtiges Trinken: Es gilt, gleichmäßig über den Tag zu trinken – etwa 1,5 bis 2 Liter. Harntreibende Getränke sollten gemieden werden; Kaffee und Schwarztee wirken ab drei Tassen treibend. Auch Alkohol ist ein Harntreiber. • Richtiges Wasserlassen: Es gilt, dem ersten Harndrang nicht sofort nachzugeben, den Gang auf die Toilette jedoch auch nicht zu sehr hinauszuzögern. Das Entleeren der Blase sollte druckfrei ohne zu Pressen erfolgen. Damit sich die Blase völlig entleeren kann, ist auf die richtige Sitzposition zu achten – ein Fußhocker kann hierbei helfen.
Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) kontinenzgesellschaft.at
Entgeltliche Einschaltung
Kleiner Eingriff, große Wirkung: Bulking gegen Harninkontinenz Die Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form der Inkontinenz – etwa 850.000 Österreicherinnen1 leiden daran. Die Dunkelziffer liegt weit darüber. Das sind mindestens 850.000 Frauen, deren Alltag von unkontrolliertem Harnverlust gestört wird. Sie leiden körperlich und mental, viele stillschweigend. Dabei gibt es längst wirksame Behandlungen dagegen. Eine stellen wir hier vor: das Bulking.
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rauen, die an einer Belastungsinkontinenz leiden, verlieren unkontrolliert Harn, wenn der Bauchdruck plötzlich ansteigt und der Beckenboden den Harnröhrenverschluss nicht mehr dichthalten kann. Auf den Alltag einer Frau übertragen heißt das: Sie läuft aus, wenn sie lacht, hustet, niest, sich hinsetzt oder aufsteht, Stiegen steigt, schnell geht, tanzt, alltägliche Lasten wie Kind oder Einkauf hebt, Sex hat oder Sport treibt. Da sich die Blase stetig füllt, ist das Auslaufen also ein andauerndes Problem.
„Ich bin jetzt 44 und verliere seit 15 Jahren immer wieder Urin, auch beim Sex mit meinem Mann. Ich bin weder übergewichtig noch unsportlich. Irgendwie hatte ich mich damit arrangiert und abgefunden, aber jetzt habe ich beschlossen, dass ich mir Hilfe suchen werde.“ Sabine R. aus Neunkirchen3
„Ich bin 30, und bereits nach der Geburt meiner ersten Tochter hatte ich anhaltende Beschwerden. Ich habe immer wieder Harn verloren. Ich bin schlank, mache regelmäßig Sport und ernähre mich gesund. Womöglich inkontinent zu sein, belastet mich sehr, und ich dachte, das trifft nur ältere Frauen.“ Eva S. aus Wien2
Bulking: Belastungsinkontinenz sicher und langanhaltend behandeln
Für viele Frauen ist das Ganze so problematisch, dass sie auf riskante Aktivitäten verzichten, um „Unfällen“ vorzubeugen. Damit schränken sie ihre Teilhabe am sozialen Leben bewusst ein. Viele Betroffene nehmen ihre Inkontinenz still hin, weil sie sich dafür schämen. 1 2, 3 4
Eine solche Hilfe gibt es: 40 Kliniken österreichweit wenden beispielsweise das seit 20 Jahren zugelassene „Bulking“ (Polsterung der Harnröhre) an.
Das Bulking hat sich bestens bewährt, dennoch kennen viele Betroffene die minimalinvasive und schmerzfreie Behandlung (noch) nicht: Sie mildert die Belastungsinkontinenz deutlich – häufig beendet sie diese sogar ganz: Mittels Bulking wird die Harnröhre aufgepolstert. Methodisch geschulte Ärzt:innen injizieren dazu ein spezielles Gel in die Harnröhrenwand, etwa 1 – 2 cm vom Blasenhals entfernt. Das injizierte Gel polstert die Wand an Ort und Stelle auf und verhindert so das Austreten von Urin aus der Blase bei allen alltäglichen Aktivitäten der behandelten Frauen.
„Die Patientinnen unterziehen sich einer 10bis 15-minütigen OP und können am selben oder am nächsten Tag nach Hause gehen.“ Dr.in Tatjana Sindelař, Holistische Wissenschafterin Laut einer Studie mit 388 auf diese Weise behandelten Frauen benötigen 81 Prozent innerhalb der nächsten sieben Jahre keine Folgebehandlung. Zwei von drei dieser Frauen sind kontinent oder bemerken langanhaltende Verbesserungen.4 „Je milder die Inkontinenz, desto bessere Ergebnisse liegen vor. Daher empfehle ich: Schämen Sie sich bitte nicht und kommen Sie ins Handeln.“ Dr.in Zarica Petrovic, Fachärztin für Urologie und Bulking-Expertin
Weitere Informationen und eine Liste der 40 Kliniken, welche „Bulking“ anwenden, finden Sie hier: www.crosstec.eu/bulkamid/
www.kup.at/kup/pdf/283.pdf Der vollständige Name liegt der Redaktion vor. Brosche T. et al. (2021): Seven-year efficacy and safety outcomes of Bulkamid for the treatment of stress urinary incontinence. Neurourology and Urodynamics, 40, 502–508.
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INSPIRATION
Und plötzlich ist alles anders, auch wir: Diagnose Krebs Wenn Krebs ins Leben tritt, verändert sich nicht nur der Körper. Auch Beziehungen, Rollen und Routinen geraten aus dem Takt. Ganz oft wird nicht über die neue Situation gesprochen, obwohl gerade dann neue Nähe wichtig wäre. FOTO : CA R O ST R AS N I K
Martina Hagspiel Patient Advocate, Herausgeberin Kurvenkratzer Magazin, Vorsitzende InfluCancer
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rebs betrifft nie nur eine Person allein. Er macht sich wie ein ungebetener Gast breit – laut, fordernd, präsent – und verändert alles: den Alltag, den Körper, die Partner:innenschaft, die Rolle in der Familie, die eigenen Prioritäten. Und schließlich das ganze System. Plötzlich steht die Welt still und alle versuchen, sie am Laufen zu halten. Angehörige googeln im Geheimen, Partner:innen wirken stark, Freund:innen schicken Herz-Emojis. Oft fehlt, was in guten Zeiten so leicht scheint: das Gespräch. Die Zuwendung. Die Nähe. Das Intime. Es plaudert sich nicht so leicht über Ängste, über Nähe, Schmerzen und Scham. Über das, was sich körperlich verändert – und das, was seelisch auf der Strecke bleibt. Und nicht selten kann man selbst noch gar nicht benennen, worum es eigentlich geht. Eine Krebserkrankung ist nicht einfach, erst recht nicht, wenn man sich im eigenen Körper fremd fühlt, die Libido verschwindet
oder der Spiegel morgens eine Person zeigt, die man kaum erkennt. Es ist hart, wenn die Nerven blank liegen, weil Haare ausfallen, Hitzewallungen durch Therapien auftreten oder die Haut sich plötzlich anfühlt wie die einer anderen Person – ganz zu schweigen von hormonellen Turbulenzen, die manche Frauen früher als erwartet in die Menopause katapultieren. Viele dieser Frauen leiden unter den Folgen der abrupten Hormonumstellung, die von Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, vaginalen Beschwerden und Libidoverlust begleitet ist. Manche erleben diese Belastung stärker als die der Therapie. Auch darüber wird selten gesprochen. Und während Betroffene oft genug damit zu tun haben, sich neu zu sortieren, wartet das Umfeld – still, überfordert, liebevoll hilflos. Reden hilft, nicht nur mit dem eigenen Kreis an Leuten, sondern auch in der Selbsthilfegruppe. Dort findet man statt des kollektiven
Jammerns häufig ozeantiefes Verständnis. Oder man sucht den Weg zu professionellen Begleiter:innen. Eine psychoonkologische Beratung kann neue Brücken bauen, wenn das Schweigen zu groß wird. Sie darf früh beginnen, nicht erst, wenn alles brennt. Krebs rückt das Wesentliche ins Licht. Er kann entzweien oder verbinden – wenn wir bereit sind, neue Formen von Nähe zuzulassen; wenn wir akzeptieren, dass sich Liebe auch verändert und Zärtlichkeit manchmal einfach heißt: „Ich bin da. Auch wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll.“
MARTINA HAGSPIEL
Sie liebt schwarze Pointen, ehrliche Gespräche und gut geplante Vorsorgetermine – am liebsten mit einem duftenden Kaffee danach. Ihre Arbeit gilt der Mündigkeit, Selbstfürsorge und Handlungskompetenz von Patient:innen.
WEIHNACH
Für alle, die mehr über das Leben mit Krebs wissen wollen: www.kurvenkratzer.com
Unter dem Motto „talk about cancer“ setzt sich die Patient:innenorganisation dafür ein, Krebs als Lebensumstand sichtbar zu machen, Tabus zu brechen und die Selbst und Mitwirkung von Patient:innen zu stärken: www.influCancer.com
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Gürtelrose – jede:r Dritte erkrankt Oft unterschätzt und weit verbreitet: Jede:r Dritte erkrankt im Laufe des Lebens an Gürtelrose, einer oft sehr schmerzhaften Nervenentzündung. Erwachsene ab 50 oder mit bestimmten Grunderkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen Gürtelrose-Ausbruch.
Ab 50 steigt das Risiko
Oft monatelange Schmerzen Die durch Gürtelrose verursachten Schmerzen werden von vielen Betroffenen stärker
Auch Grunderkrankte gefährdet Unabhängig vom Alter haben Erwachsene mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheumatoider Arthritis, chronischen Lungen- oder Nierenerkrankungen oder mit einer Immunsuppression ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Grunderkrankungen können außerdem das Risiko für Komplikationen oder schwere Verläufe erhöhen. Bei immungeschwächten Personen besteht zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit für das wiederholte Auftreten einer Gürtelrose.
Podcast „Betrifft Gürtelrose“ TV- und Radiomoderatorin Martina Rupp musste nach einem Gürtelrose-Ausbruch sechs Wochen lang starke Schmerzmittel nehmen. Heute setzt sie sich für Aufklärung und Prävention ein: „Gürtelrose ist eine furchtbare Krankheit, die mich vollkommen überrascht hat. So viele Menschen bekommen sie, und so wenige wissen Genaues darüber.“ Im Podcast „Betrifft Gürtelrose“ vermittelt sie daher im
Typisch für Gürtelrose ist ein Bläschenausschlag, der üblicherweise einseitig auftritt. Gespräch mit Expert:innen und Betroffenen Wissenswertes über die Erkrankung.
Impfen schützt! Die Gürtelrose-Impfung ist für alle Personen ab 60 Jahren und für bestimmte Risikogruppen bereits ab 18 Jahren empfohlen. Lassen Sie sich ärztlich oder in Ihrer Apotheke beraten, ob eine Impfung zum Schutz vor Gürtelrose für Sie empfohlen und kostenlos ist. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.guertelrose-info.at, auf Facebook unter GuertelroseInfoAT sowie auf dem YouTube-Kanal @gurtelrose-info.
Unterstützt von GSK NP-AT-HZU-ADVR-250025, 10/25
Gürtelrose kann in allen Altersgruppen auftreten. Ab 50 Jahren kommt es allerdings häufiger zu einer Virus-Reaktivierung, da die Leistungsfähigkeit des Immunsystems mit fortschreitendem Alter abnimmt. Ein Gürtelrose-Ausbruch beginnt oftmals mit unspezifischen Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, allgemeinem Unwohlsein und manchmal leichtem Fieber. Nach zwei bis drei Tagen treten meist jene Symptome auf, die Gürtelrose diagnostizierbar machen: allen voran der typische einseitige Bläschenausschlag, oft begleitet von Juckreiz oder Kribbeln, sowie brennenden oder stechenden Schmerzen.
eingestuft als die Schmerzen nach einer Operation. Entsprechend negativ wirken sie sich auf Schlaf, Lebensfreude, Stimmung, Arbeitsfähigkeit oder soziale Beziehungen aus. Bleiben die Schmerzen über mindestens drei Monate bestehen, spricht man von einer PostZoster-Neuralgie. Diese Nervenschmerzen in der vormals betroffenen Hautregion können monate-, manchmal sogar jahrelang anhalten.
FOTO : S H U T T ER STO C K
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In einer Podcast-Reihe befragt Martina Rupp andere Betroffene sowie Expert:innen zum Thema Gürtelrose.
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ürtelrose wird vom Varizella Zoster Virus verursacht – jenem Erreger, der bei der Erstinfektion Windpocken hervorruft (auch bekannt als Varizellen, Feuchtblattern oder Schafblattern). Nach dem Abklingen der Varizellen verbleibt das Virus ein Leben lang in den Nervenwurzeln des Rückenmarks sowie der Gehirnnerven. Das heißt: Wer schon einmal Windpocken hatte – und das betrifft mehr als 99 Prozent der Erwachsenen ab 50 Jahren – kann an Gürtelrose erkranken.
MEDIAPLANET
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Entgeltliche Einschaltung
Kraft aus der Küche – Unterstützen Sie Ihre onkologische Therapie mit der passenden Ernährung FOTO : Z VG
Die richtige Ernährung ist während einer onkologischen Therapie weit mehr als nur Begleiterin im Alltag. Sie kann Beschwerden lindern, Kraft spenden und Betroffenen ein Stück Selbstbestimmung zurückgeben. Diätologin Claudia Petru klärt auf und stellt ein entsprechendes Weihnachtsmenü für Personen auf Krebstherapie zum Nachkochen vor. Frau Petru, wie kann Ernährung bei Krebs unterstützen?
Krebsarten hinterfragt werden. Bei Magenschmerzen kann es helfen, stündlich zwei bis drei Bissen Zwieback oder Weißbrot zu essen. Essen ist Freude, Gemeinschaft, Stärkung, Wohlfühlen, Genuss und so viel mehr – mehr als nur Kalorien und Ernährungstheorien mit starren Normen und Regeln. Es ist sehr persönlich.
AT-15918; 12/2025
Claudia Petru Diätologin und Vorsitzende der Frauen- und Brustkrebshilfe Österreichs
Die Ausbildungen zur Diätologin und zur Leiterin der Frauen- und Brustkrebshilfe haben mir gezeigt, dass Ernährung eine einfache und flexible Maßnahme ist, Betroffene selbständig – aktiv – an der Verbesserung ihrer Gesundheitssituation mitwirken zu lassen. Onkologische Therapien bringen oft körperliche Veränderungen wie Appetitlosigkeit,
Übelkeit oder Durchfall mit sich. Werden hier passende Ernährungsänderungen vorgenommen, können Betroffene ihren Körper optimal unterstützen. Nebenwirkungen können gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Oft bewirken einfache Maßnahmen viel. Bei Durchfall oder Blähungen hilft es, auf laktosefreie Milchprodukte oder vegane Alternativen umzusteigen. Soja sollte bei bestimmten
WEIHNACHTSMENÜ
venkratzer.com
Motto „talk ab“ setzt sich die enorganisation Krebs als Leand sichtbar zu abus zu brechen lbst und Mitn Patient:innen : Cancer.com
FOTO : A N D R E A J U N GW I RT H
FOTO S : M O N A LO R EN Z
e mehr über das Krebs wissen
Karotten-Ingwer-HonigSuppe
Bratäpfel Gut geeignet bei
Gut geeignet bei
Appetitlosigkeit • Mundtrockenheit • Verstopfung
Appetitlosigkeit • Blähungen • Mundtrockenheit • Schluckbeschwerden • Übelkeit • Durchfall
415 kcal je Portion • ballaststoffreich
Gebratene Hühnerkeulen auf Polenta und Wurzelgemüse
117 kcal je Portion
Zutaten für 4 Portionen
FOTO : S H U T T ER STO C K
400 g Karotten 1 Zwiebel* 1 EL Ingwer, geschält und fein gerieben 1 Apfel, geschält und fein gerieben 1 EL Rapsöl 750 ml Gemüsesuppe 2 EL Honig Salz und Pfeffer Karottenstreifen und Ingwerwürfel zum Garnieren * Bei Unverträglichkeit die Zwiebel weglassen.
Zubereitung (ca. 20 min. ohne Garzeit) Die Karotten und die Zwiebel schälen und klein schneiden, den Ingwer sowie den Apfel schälen und fein reiben. Das Rapsöl in einem Kochtopf erhitzen, die Karotten und die Zwiebel darin andünsten. Ingwer und Apfel dazugeben, umrühren und mit Gemüsesuppe aufgießen. Mit Honig, Salz und Pfeffer würzen, 15 Minuten leicht köcheln lassen, mit dem Mixstab fein pürieren und abschmecken. Die Suppe in vorgewärmte Schalen gießen und mit Karottenstreifen und Ingwerwürfeln garnieren.
Zutaten für 4 Portionen
Gut geeignet bei
Zubereitung (ca. 25 min. ohne Garzeit)
Appetitlosigkeit • Blähungen • Mundschleimhautentzündung • Schluckbeschwerden • Übelkeit • Durchfall
Die Hühnerkeulen waschen, trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen, Keulen einlegen, rundum anbraten und danach im vorgeheizten Backofen bei 160 °C ca. 20 Minuten fertig braten. Für die Polenta die Gemüsesuppe mit Butter zum Kochen bringen, mit Salz und Muskatnuss würzen. Den Maisgrieß einrieseln lassen und unter ständigem Rühren einige Minuten kochen, dann von der Herdplatte nehmen und zugedeckt warm stellen. Das Wurzelgemüse waschen, schälen und klein schneiden. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, das Gemüse darin bissfest dünsten, würzen und abschmecken, zum Schluss einige abgezupfte Petersilienblätter untermischen. Die Hühnerkeulen aus dem Ofen nehmen und mit der Polenta und dem Wurzelgemüse auf vorgewärmten Tellern anrichten.
598 kcal je Portion • für Diabetiker geeignet • laktosearm • ballaststoffreich
Zutaten für 4 Portionen 8 Hühnerkeulen mit Haut Salz und Pfeffer Rapsöl zum Braten
Polenta (Maisgrieß)
400 ml Gemüsesuppe 1 EL Butter Salz Muskatnuss, fein gerieben 200 g Maisgrieß
Gemüse
400 g Wurzelgemüse (Karotten, Gelbe Rüben, Sellerie) 1 EL Rapsöl Salz und Pfeffer Petersilie zum Garnieren
Claudia Petru: Kochen gegen Krebs – Ernährung bei Brust- oder Prostatakrebs. Leopold Stocker Verlag, ISBN 978-3-7020-1634-0.
4 Äpfel 50 g Preiselbeerkonfitüre 80 g Nüsse, grob gehackt oder fein gerieben 50 g ungeschwefelte Rosinen 50 g Butter oder Pflanzenmargarine Rumaroma Zimt und Kardamom einige Butterflocken
Alternativen für die Fülle
Trockenfrüchte, klein geschnitten Honig Kokosnussraspel Ananasspalten Biskuitreste Aprikosenkonfitüre
Zubereitung (ca. 15 min. ohneGarzeit) Von den gewaschenen Äpfeln das Kerngehäuse ausstechen. Die Preiselbeerkonfitüre, Nüsse, Rosinen, Rumaroma, Zimt und Kardamom zu einem dicken Brei vermischen und in die Äpfel füllen. Die Äpfel in einen Bräter geben, mit Butterflocken belegen und im vorgeheizten Backofen zugedeckt bei 180 °C ca. 15 Minuten garen.
Krebstherapien bringen oft körperliche Veränderungen mit sich – auch beim Essen. Eine Ernährung, die an Erkrankung und Therapie angepasst ist, kann Nebenwirkungen lindern und das Wohlbefinden verbessern. Ich hoffe Sie mit diesen Rezepten zu inspirieren und das Thema „Essen“ in den Fokus zu bringen - denn Essen in der Gemeinschaft macht mehr Freude und wirkt entspannend Claudia Petru SC ANNE HIER
Kraft aus der Küche Genussvolle Rezepte für Krebspatient:innen
Diese Kochbroschüre bietet speziell entwickelte Rezepte, die Krebspatient:innen helfen trotz Therapie genussvoll zu essen. Mit wertvollen Tipps von Diätologin Claudia Petru. Broschüre jetzt runterladen!
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EXPERTISE
Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Podczeck-Schweighofer, Vizepräsidentin des Österreichischen Herzfonds
Frauenherzen
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ie medizinische Forschung widmet sich dem Thema Frauenherzen und den vielfältigen Unterschieden zum männlichen Pendant noch nicht allzu lange. Die Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes mellitus stellen zwar für beide biologische Geschlechter gleichermaßen eine Bedrohung für Herz und Gefäße dar, doch jeder dieser Faktoren ist für das weibliche Herz-KreislaufSystem viel bedrohlicher. So ist es für eine Frau viel gefährlicher, später eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, wenn sie Diabetikerin ist oder einen hohen Blutdruck hat. In dieser Situation ist das Erkennen der Risikofaktoren von entscheidender Bedeutung, denn nur so kann rechtzeitig genau diagnostiziert und vor allem therapiert werden. Die Therapie umfasst neben den bekannten Lebensstilveränderungen – gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, regelmäßige Bewegung, Rauchstopp – sehr häufig die Einleitung einer medikamentösen Therapie, etwa zur Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte sowie erhöhter Laborwerte des Fettstoffwechsels.
Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um bis zu 500%
Spendenkonto: Österr. Herzfonds, AT97 6000 000 0706 0005
Eine weitere Herausforderung des Frauenherzens ist die Herzinsuffizienz: Beschwerden wie Atemnot bei Belastung und manchmal auch in Ruhe, häufig verbunden mit der Bildung von Ödemen wie geschwollenen Füßen und Unterschenkeln. Der zugrundeliegende Mechanismus der Herzinsuffizienz ist bei Frauen meist ein anderer als bei Männern, entsprechend muss auch die Therapie an das weibliche Herz angepasst werden. Bekannt ist ein Zusammenhang mit den weiblichen Sexualhormonen, die lange eine natürlich schützende Wirkung auf das weibliche Gefäßsystem haben. Nach der Menopause, in der sich die Hormone verändern, treten Herz-Kreislauf-Probleme dann umso schwerwiegender auf. Doch auch bei jüngeren Frauen spielen die weiblichen Hormone oft eine Rolle, z. B. bei Brustschmerzen oder Bluthochdruck; letzterer manifestiert sich häufig erstmals während einer Schwangerschaft, verschwindet nach der Geburt jedoch nicht automatisch wieder. Auch darauf ist besonderes Augenmerk zu richten. Stress – oft ein plötzliches emotionales Ereignis – manifestiert sich fast ausschließlich bei Frauen in Form von Herzbeschwerden
Der Österreichische Herzfonds setzt sich als gemeinnützige Organisation seit seiner Gründung 1971 für die Herzgesundheit der Österreicher:innen ein. Unter dem Motto „Schach dem Herztod“ werden Forschungsprojekte finanziert und Gesundheitsinitiativen für die Bevölkerung umgesetzt, wobei die Finanzierung ausschließlich über Privatpersonen und Unternehmen passiert.
und wird als „Broken-Heart-Syndrome“ bezeichnet. Auch hier bedarf es noch weiterer Forschungsanstrengungen. All diese Aspekte sind Frauen viel zu wenig bewusst – bekanntlich sorgen sie sich oft sehr viel mehr um andere als um sich selbst und ihre eigene Gesundheit. Hier muss mehr Bewusstsein in der gesamten Gesellschaft geschaffen werden – damit der Blick auf den eigenen Frauenkörper und dessen etwaige Zerbrechlichkeit geschärft wird! Als Vizepräsidentin des Österreichischen Herzfonds habe ich deshalb die Schirmherrschaft für die gerade in Österreich ins Leben gerufene Initiative „Go Red for Women“ übernommen: https://gored.at/.
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Frauenherzen sind bisweilen für Mediziner:innen eine Herausforderung. Die von Männern oft sehr eindrucksvoll beschriebenen Symptome, etwa im akuten Herzinfarkt, treten beim weiblichen Körper nicht auf. Frauen leiden dann unter unspezifischen Symptomen wie Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch. Frauen neigen außerdem dazu, ihre Symptome weniger ernst zu nehmen – viele kommen erst spät zu einer genauen Diagnostik, manche zu spät.
Lesen Sie mehr unter www.herzfonds.at
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MEDIAPLANET
Gedankenhygiene ist Selbstfürsorge Wie sie das Älterwerden in ihrem Beruf und privat meistert, welche Rolle Gesundheit dabei spielt und wie sie Körper und Geist fit hält, berichtet die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin Marion Mitterhammer. Sie hatten im August Ihren 60. Geburtstag – wie jung/alt fühlen Sie sich wirklich? Ich kategorisiere ‚jung‘ und ‚alt‘ nicht. Ich lebe. Ich fühle mich mittendrin im Leben. Ich bin noch längst nicht angekommen – ich sehe mich tatsächlich immer noch auf dem Weg. Ich bin immer noch am Wachsen, getrieben von meiner unbändigen Neugierde aufs Leben.
Was bedeutet es dann für Sie, älter zu werden, und welche Rolle spielt Gesundheit dabei? Mich hat das Älterwerden immer schon fasziniert. Und ich hatte Glück: Ich traf sehr früh auf Menschen, insbesondere Frauen, denen ich beim Älterwerden zusehen konnte. Somit hatte ich Vorbilder, von denen ich mir abschauen konnte, wie sie das Älterwerden bewältigen. Das waren und sind Menschen, die ich mag, weil sie mit Witz und Esprit sowie einer nicht enden wollenden Lebensfreude altern. Sie hören nicht auf, zu lernen. Sie leben ihr Leben in vollen Zügen – egal, welchen Geburtstag sie gerade feiern. Ich empfinde den Alterungsprozess als ganz natürlich und denke auch nicht groß darüber nach. Was nicht heißt, dass das Leben mit 60 keine Herausforderung ist – mit Ausschlägen nach oben und nach unten. Gesundheit ist das große Thema beim Älterwerden: Es ist alles nichts wert, wenn man physisch und/oder psychisch nicht gesund ist. Dann fehlt es an der Kraft fürs Leben. Mir ist bewusst, dass ich, abgesehen von meiner Autoimmunerkrankung Alopecia areata, kreisrunder Haarausfall, die mich seit Jahrzehnten begleitet, gesund bin. Die schwere Krankheit meines Mannes (Hans-Günther Bücking, Anm. d. Red.) und sein Tod im April dieses Jahres haben mir das noch einmal deutlich vor Augen geführt: Mir tut nichts weh – und dafür bin ich dankbar.
Haben Sie eine Gewohnheit, die für Ihre Gesundheit unverzichtbar ist? Ich tue viel dafür, dass mein Leben im Gleichgewicht verläuft: Um die Balance zu halten, gönne ich mir nach einer Party Ruhe. Und nach einer intensiven Begegnung mit Menschen genieße ich die Stille der Einsamkeit. Ich trinke nicht. Ich rauche nicht. Und dennoch bin ich nicht langweilig – ich kann ganz ordentlich feiern! Aber ich passe gut auf mich auf.
Welche alltäglichen Entscheidungen stärken Sie – körperlich wie mental? Wichtig ist mir meine Gedankenhygiene: Ich achte sehr bewusst darauf, mit welchen Gedanken ich einschlafe. Diese Selbstfürsorge
braucht Disziplin, verhilft mir jedoch zu gutem Schlaf und einer gewissen Klarheit und Aufgeräumtheit im Denken und Leben. Ich lese zudem jeden Tag wenigstens eine Dreiviertelstunde – damit habe ich schon als sehr junge Frau begonnen. Und dank meiner beiden Hunde, zwei quicklebendige Jack Russell, bin ich jeden Tag in Bewegung.
Frauen ab 50 zeigen oft mehr Mut, Weisheit und Gelassenheit – welche Erkenntnis hat Ihnen das sechste Lebensjahrzehnt gebracht? Ich weiß sehr wohl um die Endlichkeit des Seins. Und ich weiß, dass ich verantwortlich dafür bin, wer mich verletzen darf – und wer nicht. Ich bin diejenige, die klare Kante zeigen muss – das tut keine:r für mich. Mein Beruf ist ein brutales Metier: Das Älterwerden ist in meiner Branche nicht lustig, schon gar nicht für Schauspielerinnen. Aber das lasse ich nicht mehr an mich heran. Wenn Rollen für mich vorhanden sind, sind sie oft auch sehr spannend. Doch ich warte nicht mehr nur auf passende Angebote, sondern traue mich längst, selbst zu produzieren und Dinge vorzuschlagen. Ich möchte mich immer im Spiegel anschauen können. Ich lasse mich nicht verbiegen.
Dinge – das bin ebenso ich. Doch im Großen und Ganzen nehme ich das Leben, wie‘s kommt, mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich weiß, was ich schon hinter mir habe – das lässt mich in stressigen Situationen ruhig bleiben und macht mich zufrieden.
Das Älterwerden hat auch mit Loslassen zu tun – Menschen, Aufgaben, Ideen. Wie managen Sie das? Und wie rufen Sie zugleich Neues in Ihr Leben? Der Tod relativiert alles. Doch ich lebe jetzt, ich bin jetzt gesund. Ich habe ein Dach über dem Kopf, Menschen und Tiere, die ich liebe. Das ist ein schönes Leben. Natürlich bin ich wahnsinnig traurig – doch ich habe meinem Mann und mir versprochen: Ich gebe nicht auf. Ich bin so stark, weil ich diesen Verlust erlitten habe. Es gibt so viele Ideen, die ich habe … Pläne. Darauf fokussiere ich mich. Ich setze mir Etappenziele, von denen ich niemandem erzähle. Und dann realisiere ich sie Schritt für Schritt. Langeweile? Nicht bei mir! Freundschaft ist mir ein Lebenselixier. Ich bin immer diejenige, die zuerst beobachtet und analysiert – und ich habe Menschen, die ähnlich funktionieren. Mit ihnen kann ich teilen, was mich bewegt, beruflich wie privat. Als von Haus aus Alleingängerin schätze ich soziales Miteinander inzwischen sehr. Außerdem habe ich mir meine Erwartungshaltung abgewöhnt. Das war ein Akt der Befreiung. Ich erwarte nichts mehr – und freue mich über alles, was eintrifft. Ich freue mich beispielweise, dass ich mit einer Hotelpatronin in Bad Radkersburg ein Projekt entwickeln darf, das Gesundheit und Kultur vereint: Wir schaffen Raum für körperliche und geistige Gesundheit, für zwischenmenschliche Begegnungen.
Für Schauspielerinnen ist das Älterwerden nicht lustig – doch ich lasse die Brutalität meines Metiers nicht an mich heran. Viele Frauen Ü50 erleben eine Zeit, in der sie ihre Bedürfnisse und Gesundheit wieder stärker in den Vordergrund rücken. Geht es Ihnen auch so? Wie haben Sie das gelernt? Ich bin keine, die allen ihre Meinung aufbindet – ich halte mich eher zurück. Beruf und Privates trenne ich bewusst: Als Schauspielerin weiß ich, wer ich bin und was ich kann. Ich betrachte mich ziemlich realistisch. Ich habe meinen Frieden mit mir gemacht, bin nicht mehr so streng mit mir wie früher. Oft retten mich mein Humor und meine Selbstironie – ich nehme mich nicht mehr so wahnsinnig ernst. Ich verspüre keinen Drang, Everybody‘s Darling zu sein. Und ich muss auch nicht alles mit der Welt teilen. Als Privatperson habe ich eine klare Meinung zu den großen Fragen unserer Zeit. Aber auch die binde ich nicht jeder:m auf den Bauch. Manchmal tue ich deshalb unüberlegte
Welchen Rat geben Sie Frauen, auch jungen, im 21. Jahrhundert mit auf den Weg? Ungefragt gebe ich keine Ratschläge! Sollte ich doch gefragt werden, dann rate ich: • Sucht euch Vorbilder, Frauen, und beschäftigt euch mit ihnen! Hört ihnen zu oder lest ihre Geschichte! • Lasst euch, verdammt noch mal, nichts gefallen! • Übt euch in Solidarität mit Frauen! • Vertraut euch und lasst euch nicht unterkriegen – ihr seid nicht allein! • Sprecht Dinge, die euch bewegen, laut aus und steht für euch ein! • Vergesst Autoritäten – wir sind alle Menschen!
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INSPIRATION
Was bedeutet Lebensqualität im Alter? Im Alter gut leben zu können – das wünschen sich alle Menschen. Doch was genau verstehen wir unter „Lebensqualität“? Wird dieser Begriff von allen gleich definiert? Während Erwartungen und Bedürfnisse von Person zu Person variieren, scheinen zwei Aspekte für die meisten Menschen besonders wichtig: Gesundheit und möglichst lange Selbständigkeit.
Text Redaktion
Gesundheit als Fundament
Selbständigkeit erhalten
Wie gut es uns im Alter geht, hängt einerseits von unserer körperlichen Grundkonstitution ab, wobei ein Teil davon genetisch bedingt ist. Andererseits spielt unser Lebensstil über viele Jahre hinweg eine bedeutende Rolle. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und soziale Teilhabe tragen wesentlich dazu bei, körperlich und geistig fit zu bleiben. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch meist der Bedarf an medizinischer Unterstützung. Daher braucht es ein zuverlässiges Gesundheits- und Pflegesystem, das auf ältere Menschen eingestellt ist und genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung stellt. In vielen Ländern wird aktuell darüber diskutiert, wie die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessert und die Versorgung langfristig abgesichert werden können. Positive Beispiele zeigen, dass innovative Modelle in der Personalgewinnung und flexiblere Arbeitsstrukturen tatsächlich Wirkung zeigen.
Für die meisten älteren Menschen bedeutet Lebensqualität, so lange wie möglich eigenständig in ihrem Zuhause leben zu können. Damit das gelingt, braucht es je nach Lebenssituation unterschiedliche Formen von Unterstützung: barrierefreie Wohnmöglichkeiten, betreute Wohnformen oder mobile Betreuungsdienste, die im Alltag entlasten.
Einsamkeit entgegenzuwirken.
Betreuung im Alltag „Betreuung“ umfasst jene Hilfestellungen, die zwar nicht medizinischer Natur sind, aber entscheidend dazu beitragen, dass ältere Menschen weiterhin selbstbestimmt leben können. Dazu zählen Begleitung bei Erledigungen, Unterstützung im Haushalt, soziale Aktivitäten oder gemeinsame Ausflüge. Diese Form der Hilfe verhindert oft, dass Menschen unnötig früh in stationäre Einrichtungen übersiedeln müssen, und stärkt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Betreuung ist darüber hinaus ein wirksames Mittel, um der
Der Einsamkeit vorbeugen Einsamkeit ist keine Krankheit, kann jedoch gesundheitliche Risiken erhöhen, etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder kognitive Beeinträchtigungen. Gleichzeitig entsteht Einsamkeit häufig durch körperliche Einschränkungen oder chronische Erkrankungen, die soziale Kontakte erschweren. Umso wichtiger sind leicht zugängliche Angebote wie Treffpunkte, Beratungsstellen oder aufsuchende Sozialarbeit. Gesellschaft, Politik und das persönliche Umfeld tragen gleichermaßen die Verantwortung, Anzeichen von Isolation wahrzunehmen und ihnen gegenzusteuern.
Fazit Lebensqualität im Alter ist kein Automatismus, doch sie ist möglich – durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise, ein starkes soziales Netz und passende Unterstützungsstrukturen.
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MEDIAPLANET
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EXPERTISE
Feuchte altersbedingte Makuladegeneration (nAMD) – Wenn plötzlich alles unscharf wird Der Augenarzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz, Vorstand der Klinik für Augenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum und Augenarzt im neuen Augenzentrum Neusicht in Linz, erklärt, wie sich eine neovaskuläre (feuchte) altersbedingte Makuladegeneration (nAMD) entwickelt und chronifiziert, mit welchen Symptomen sie sich zeigt, wie sie diagnostiziert und therapiert wird – und wovon der Therapieerfolg abhängt. Welche frühen Warnzeichen sollte man ernst nehmen, damit die Erkrankung möglichst schnell erkannt wird?
Was ist die IVOM-Behandlung und was sollten Patient:innen über Injektionen, Häufigkeit und Ablauf wissen?
Die Netzhaut (Retina) ist eine Gewebeschicht im hinteren Teil des Auges. Sie wandelt Licht in elektrische Signale um und leitet diese ans Gehirn weiter, damit wir sehen können. Die Netzhaut besteht aus lichtempfindlichen Zellen, den Fotorezeptoren. Die Netzhautmitte, auch Makula oder Gelber Fleck genannt, ist sehr dicht mit solchen ‚Sehzellen‘ besetzt und gilt deshalb auch als Punkt des schärfsten Sehens (Fovea centralis). Sie ist dafür verantwortlich, dass wir lesen, Gesichter und Feinheiten erkennen sowie Farben unterscheiden können. Im Zuge des natürlichen Alterns wird auch die Netzhaut älter – sie degeneriert. Die Netzhautschichten werden während der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) dünner, der Stoffwechsel, insbesondere die Sauerstoffversorgung, wird schwächer. Infolgedessen kommt es zu Ablagerungen von Fetten und Eiweißen, den sogenannten Drusen. Davon merkt man nichts. Erst, wenn sich als Reaktion auf die Unterversorgung mit Sauerstoff neue Blutgefäße bilden, die teils auch in die Makula sprießen, kommt es dort zu Schwellungen und mitunter Einblutungen. Bei dieser sogenannten feuchten Form der AMD (neovaskuläre AMD, nAMD) verschlechtert sich innerhalb weniger Tage das Sehen spürbar – gerade Linien erscheinen plötzlich verzerrt, Gesichter unscharf, Buchstaben verschwimmen. Schreitet die Erkrankung unbehandelt voran, sterben die Sehzellen der Makula ab. Die Betroffenen verlieren damit ihre zentrale Sehschärfe vollständig – sie sehen dann nur noch einen schwarzen Fleck im Sichtfeld.
Eine AMD schleicht sich unbemerkt ein – Betroffene selbst können frühe Anzeichen kaum erkennen. Sie bemerken zuerst meist die bereits beschriebenen Verschlechterungen des Sehens. Aber: Wir Augenärzt:innen können dank moderner Geräte die Ablagerungen unter der Netzhaut und die Neubildung von Blutgefäßen schon frühzeitig ausmachen: Deshalb ist es mehr als ratsam, sich ab 45 Jahren regelmäßig, am besten einmal im Jahr, in einer augenärztlichen Praxis vorzustellen und die Netzhaut untersuchen zu lassen.
Mit der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) injizieren wir bei einer nAMD das passende Medikament direkt ins Auge. Das hat den Vorteil, dass der Wirkstoff vor Ort seine Wirkung entfalten kann. Die Spritze in den Augapfel wirkt schnell und die Schwellungen gehen rasch zurück, sodass sich die Sicht der Patient:innen entsprechend wieder verbessert. Für die Injektion selbst betäuben wir das Auge vorab mit Tropfen, sodass die Patient:innen keinen Schmerz spüren. Das wiederholte Injizieren hinterlässt auch keine Narben. Je nach individuellem Krankheitsbild sind die Intervalle, in denen gespritzt werden muss, unterschiedlich lang – vier Wochen bis zu vier Monate.
Entwickelt sich jede altersbedingte Makuladegeneration zu einer nAMD? Nein. Von den Patient:innen, die eine späte Form der AMD entwickeln, leidet der Großteil an der sogenannten trockenen AMD. Diese führt langsam, über Monate und Jahre, zum Verlust der Sehkraft. Nur 10 bis 15 Prozent der AMD-Patient:innen haben die aggressivere nAMD.
Wie wird eine nAMD diagnostiziert? Mit Patient:innen, die mit den geschilderten, plötzlich auftretenden Sehproblemen zu uns kommen, machen wir zunächst einen Sehtest. Zudem haben wir mehrere berührungsfreie Möglichkeiten, um die Netzhaut zu untersuchen: • Bei der optischen Kohärenztomographie (OCT) fertigen wir mittels eines Infrarotlasers ein 3D-Bild der Netzhaut an. • Die digitale Spezialkamera, mit der die sogenannte Fundusuntersuchung erfolgt, liefert Fotos von peripheren Bereichen der Netzhaut. • Und die Fluoreszein-Angiografie stellt die Netzhautgefäße dar, aus denen gegebenenfalls Flüssigkeit austritt. Für manche der Untersuchungen müssen wir die Pupillen der Patient:innen vorab mit Augentropfen erweitern.
Was bedeutet die Diagnose nAMD für Patient:innen – und kann die Erkrankung zu einer vollständigen Erblindung führen? Die nAMD ist eine chronische Erkrankung, die noch nicht heilbar ist. Patient:innen müssen jedoch wissen, dass die richtige Behandlung den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen oder sogar stoppen kann. Viele Patient:innen befürchten, dass sie im weiteren Verlauf vollständig erblinden. Diese Angst ist unbegründet, denn typischerweise können Betroffene am äußeren Rand weiterhin sehen und sich so orientieren.
Wovon hängt der Erfolg der IVOM ab – und warum ist Termintreue so entscheidend? Betroffene müssen verstehen, dass die nAMD chronisch verläuft, diese Erkrankung sie also ihr Leben lang begleiten wird. Die Therapie wirkt sehr gut, vorausgesetzt, die Patient:innen bleiben am Ball – auch wenn das regelmäßige ärztliche Besuche und immer wieder Augenspritzen bedeutet.
Was können Patient:innen tun, um trotz nAMD gut im Alltag zurechtzukommen – und welche Hilfsmittel haben sich bewährt? 1. Essen Sie viel grünes Gemüse, wie Salat und Spinat. Denn in dunkelgrünen Lebensmitteln stecken reichlich Lutein und Zeaxanthin. Diese beiden Antioxidantien können die Makula vor Schäden schützen. Zudem liefert grünes Gemüse wichtige ‚Augen-Vitamine‘ wie C, K und B. 2. Schützen Sie Ihre Augen vor UV-Licht – tragen Sie Sonnenbrillen mit wirksamem UV-Filter. 3. Schreitet die Makuladegeneration voran, gibt es verschiedene Hilfsmittel, die den Alltag mit eingeschränkter Sicht erleichtern, darunter Sehhilfen wie elektronische Lesegeräte, die beim Lesen helfen, und Sprachsteuerungsgeräte sowie Apps, die Text vorlesen. Hinzu kommen praktische Haushaltshelfer wie Tastpunkte an Geräten sowie farbige Behälter.
Feuchte altersbedingte Makuladegeneration behandeln Kostenfreier Online-Kurs für Patient:innen und Angehörige
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FOTO : BA LO N
Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz Vorstand der Klinik für Augenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum Linz
Was passiert bei einer nAMD im Auge – und warum sehen viele Betroffene zuerst verzerrt oder unscharf?
10 Lesen Sie mehr unter dergesundheitsratgeber.info Entgeltliche Einschaltung
Mit Kontaktlinsen klar sehen bis ins hohe Lebensalter Kontaktlinsen sind etwas für Jugendliche und junge Erwachsene? Weit gefehlt! In den augenärztlichen Praxen zeigt sich ein anderes Bild: Der Anteil an Kontaktlinsenträger:innen über 50 bzw. 60 Jahren nimmt stetig zu. Denn entscheidend für diese Option ist nicht das Geburtsdatum, sondern es sind die Gesundheit der Augenoberfläche, die Stabilität des Tränenfilms und die Sehbedürfnisse im Alltag. Darüber hinaus werden junge Kontaktlinsenträger:innen irgendwann älter – möchten ihre Kontaktlinsen jedoch auch dann weitertragen. FOTO : T H O M AS H EI N Z L E
Dr. Thomas Heinzle Vereinigung kontaktlinsenanpassender Augenärzte (VKAA)
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it zunehmendem Alter verändert sich häufig der Tränenfilm. Die Augen werden trockener, das Blinzeln schwächer, die Hornhaut empfindlicher auf Reibung. Gleichzeitig macht sich die altersbedingte Nahsichtschwäche bemerkbar, die früher oder später alle betrifft. Viele glauben, Kontaktlinsen seien jetzt nicht mehr geeignet. Doch moderne Materialien sind heute deutlich benetzbarer und sauerstoffdurchlässiger als frühere Linsen, sodass sie auch bei empfindlicheren Augen sehr gut funktionieren. Besonders stark hat sich die Technologie bei der Korrektur der Nahsicht für Personen ab 45 entwickelt, die durch die nachlassende Elastizität der Linse kontinuierlich schlechter wird. Multifokale Kontaktlinsen ermöglichen das Sehen ohne Brille in Nähe, Ferne und im Zwischenbereich: Das Gehirn filtert die benötigte Information heraus, wodurch ein natürliches Seherlebnis entsteht. Das ist eine große Erleichterung im Alltag beim Lesen,
Einkaufen, Arbeiten am PC oder im Gespräch. Perfektion ist nicht möglich, aber ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit. Die Auswahl der richtigen Kontaktlinse erfolgt individuell. Manche profitieren besonders von gut benetzbaren Tageslinsen, andere von stabilerem Material, das auch bei beginnender Trockenheit zuverlässig sitzt. Wichtig ist eine genaue Untersuchung von Hornhaut, Lidkanten und Tränenfilm. Gerade im höheren Alter kommt es darauf an, Begleiterkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenstörungen oder Rheuma zu berücksichtigen, da sie den Tränenfilm beeinflussen können. Auch Medikamente, die im Alter häufiger eingenommen werden, spielen eine Rolle. Mit der richtigen Anpassung lässt sich dies jedoch gut ausgleichen. Die Sicherheit bleibt ebenso zentral: Im Alter ist die Sensitivität des Auges herabgesetzt, daher empfehlen Augenärzt:innen regelmäßige Kontrollen – ein- bis zweimal jährlich, bei trockenen Augen/Begleiterkrankungen öfter. Veränderungen lassen sich so früh
erkennen und unkompliziert behandeln. Wird die Linse korrekt gepflegt, gehandhabt und bei Beschwerden pausiert, ist das Komplikationsrisiko sehr gering. Viele Menschen, die im Alter auf Kontaktlinsen umsteigen oder nach einer Pause wieder beginnen, berichten vom Gewinn an Freiheit: Beim Sport verrutscht keine Brille mehr, im Restaurant wirkt der Blickkontakt natürlicher und beim Wandern genießen viele die uneingeschränkte Sicht. Ästhetisch gesehen lassen Kontaktlinsen das Gesicht offener wirken und bieten ein selbstbestimmtes Gefühl. Fazit: Dank hochentwickelter Materialien und moderner multifokaler Optiken können Kontaktlinsen auch im Alter zu einer komfortablen und sicheren Sehkorrektur werden. Bei Interesse sollten die Augen augenärztlich untersucht werden; dann wird gemeinsam entschieden, welche Linse am besten zum Lebensstil passt. Mit der richtigen Wahl steht einem klaren, unbeschwerten Sehen nichts im Weg.
EXPERTISE
Wie Sie erkältungsfrei durch den Winter kommen Univ.-Prof. Dr. Christoph Arnoldner, Leiter der Universitätsklinik für Hals-NasenOhrenheilkunde der Medizinischen Universität Wien, erklärt im Interview, mit welchen Maßnahmen Sie einer Erkältung am besten vorbeugen. FOTO : M ED U N I W I EN / F EEL I M AG E
Univ. Prof. Dr. Christoph Arnoldner, MBA Professor für Hals-NasenOhrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Leiter Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Leiter Christian Doppler Labor für Innenohrforschung
Der Winter gilt als klassische Erkältungszeit. Was sind die Hauptgründe dafür, dass Infekte in dieser Jahreszeit zunehmen? Im Winter verbringen wir mehr Zeit drinnen und teilen häufiger die räumlich begrenzte Innenluft mit anderen Menschen. Mehr Menschen im Raum heißt auch: mehr Erreger. Erkältungsviren haben zudem ein leichteres Spiel, da die Heizungsluft unsere Schleimhäute schneller austrocknet, sodass ihre Abwehrkraft schwächelt. Auch der häufige Temperaturwechsel vom Kalten ins Warme und umgekehrt macht uns zu schaffen. In Summe häufen sich deshalb Erkältungserkrankungen im Winter.
Lässt sich einer Ansteckung irgendwie vorbeugen? Kaum. Wir wissen aus den Pandemiejahren, dass eine strenge Händehygiene und das Tragen von geeigneten Masken nicht nur die Verbreitung von Coronaviren, sondern auch von Erkältungsviren stark einschränken können.
Was ist zu tun, wenn die Erkältung im Anmarsch ist? Man sollte den Vitamin-C-Spiegel hoch halten: mit frisch gepresstem Orangensaft oder auch mit Nahrungsergänzungsmitteln. Nasensprays helfen, die Nasenschleimhäute zu befeuchten – und bei fortschreitender Erkältung lassen sie diese auch abschwellen. Wider seines schlechten Rufs hat sich der Wirkstoff Cortison hier als potenter Entzündungshemmer bestens bewährt. Zusätzlich kann man entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Wichtig: Antibiotika haben bei Erkältungen eher weniger Effekt, da sie meist von Viren und nicht von Bakterien verursacht werden. Auch bei Wärme ist Vorsicht angesagt: Heiße Dampfbäder zum Inhalieren schaden schnell den feinen Flimmerhärchen in der Nase; Rotlicht auf das Gesicht weitet die Gefäße, sodass Schwellungen in der Nase eher gefördert als bekämpft werden.
Wann sollten Betroffene ärztlichen Rat hinzuziehen? Wenn sich die Erkältung mehrere Wochen und/oder mehrere Male im Jahr über Wochen hinzieht, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Schließlich können auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Blutarmut hinter hartnäckigen Erkältungen stecken.
Was ist Ihr bester Tipp für die Erkältungszeit? Das Learning aus Coronazeiten ist: akribische Händehygiene.
Warum das Alter keine Ausrede für schlechtes Hören ist „Gegen einen altersbedingten Hörverlust gibt es wirksame Therapien – niemand muss auf den Hörsinn verzichten.“ Das und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten erläutert Univ.Prof. Dr. Christoph Arnoldner, seit Mai 2025 Leiter der Universitätsklinik für Hals-NasenOhrenheilkunde der Medizinischen Universität Wien, im Interview. Wie zeigt sich ein altersbedingter Hörverlust? Betroffene bemerken, insbesondere bei Umgebungslärm, dass Gesprächspartner:innen vermeintlich undeutlich sprechen, im TV nur noch genuschelt wird und die Vögel im Park verstummen. Der Grund: Beim Hörverlust verliert man zuerst die hohen Frequenzen, sodass Konsonanten schwerer zu hören sind. Das ist das erste Warnsignal für einen sich verschlechternden Hörsinn. Welche Auswirkungen kann unbehandelter Hörverlust auf Gesundheit, soziale Teilhabe und kognitive Leistungsfähigkeit haben? Hörverlust wird oft stigmatisiert, er gilt als ein Zeichen von Schwäche und als Behinderung. Das führt dazu, dass sich Betroffene ohne Behandlung des Hörverlusts aus der Gemeinschaft zurückziehen – was Konsequenzen hat: Sie werden einsamer, erleiden eher Depressionen. Wir wissen zudem, dass mit dem Hörsinn auch kognitive Fähigkeiten schwinden, da das Gehirn weniger Reize empfängt. Es baut also ab – und der Alterungsprozess wird damit befeuert. Das ist ein Teufelskreis.
Wann sind Hörgeräte sinnvoll – und wann kommt ein Hörimplantat infrage? Sobald der Hörverlust die alltägliche Kommunikation erschwert, kann ein Hörgerät getestet werden, um das Klangerlebnis zu verbessern. Hörgeräte gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen – reicht die stärkste nicht mehr aus, ist der nächste Schritt ein Hörimplantat.
Viele Betroffene zögern lange, bevor sie zum Hörgerät greifen. Woran liegt das? Neben den schon angesprochenen Stigmata schreckt auch der individuelle Prozess ab, das passende Hörgerät zu finden und es immer wieder an den sich mit der Zeit verändernden Hörverlust zu adaptieren. Doch wer das einmal durchgespielt hat, weiß, dass es sich lohnt: Gutes Hören ist bis ins hohe Alter möglich.
Was ist Ihre wichtigste Empfehlung, um im Alter möglichst lange gut zu hören? 1. Achten Sie in unserer lauten Welt besonders auf Ihren Hörsinn – gönnen Sie ihm auch mal eine ruhige Minute! 2. Kümmern Sie sich um Ihr Gehör, sobald Sie merken, dass Ihr Hörsinn schwächelt! 3. Testen Sie sich durch die Hörgerätewelt – es gibt für Sie ein perfekt passendes Modell!
Besser hören. Besser als jedes Aber. Hörinnovationen seit 1907. neuroth.com
Geminderte Hörstärke? Besser hören ist besser als jedes Aber. „Ich höre doch noch gut genug.“ Besser klar als gerade noch. Ich war überzeugt, dass ich noch zu 100 Prozent hörstark bin. Meine Tochter sah das allerdings anders. Unsere Gespräche wurden anstrengend, die Missverständnisse häuften sich. Eines Tages beschwerten sich sogar die Nachbarn über den lauten Fernseher. Heute können wir beide die Zeit zusammen wieder unbeschwert genießen. Oft lauschen wir bei einer Tasse Kaffee dem Vogelkonzert im Innenhof durchs Küchenfenster und plaudern bis in den Abend hinein. „Hörgeräte sind viel zu teuer.“ Besser bezahlbar als gedacht. „Ganz schön teuer, diese Hörgeräte“, dachte ich mir. Doch bei der unverbindlichen Hörberatung wurden mir die verschiedenen Modelle und ihre individuellen Eigenschaften vorgestellt. Für meine Bedürfnisse gab es sogar mehrere Geräte, die zudem auch voll und ganz meinen Kostenvorstellungen entsprachen. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass in bestimmten Fällen die Möglichkeit einer Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse besteht. Nach unverbindlichem und kostenlosem Probetragen war für mich klar: Das Hörgerät ist sein Geld mehr als wert.
„Hörgeräte sind zu auffällig.“ Besser integriert als isoliert. Ich wollte auf keinen Fall einen Klotz am Ohr. Mein Mann musste mich regelrecht überreden, mir die Geräte doch einmal anzuschauen. Ich war überrascht, wie klein sie heute sind. Meines ist nahezu unsichtbar, so dass eigentlich niemand sieht, dass ich überhaupt eins im Ohr habe. Manchmal vergesse sogar ich selbst, dass ich es trage. Ausserdem sind die Geräte supereinfach in der Anwendung. So lässt sich mein Modell ganz schnell mit meinem Fernseher oder Handy verbinden. Ein kurzes Antippen und schon kann ich den Anruf bequem am Ohr entgegennehmen. Je früher Sie aktiv werden, desto besser für Ihre Hörstärke – denn gutes Hören hilft, Missverständnisse zu vermeiden, soziale Kontakte zu pflegen und aktiv am Leben teilzunehmen. Unsere Hörberatung ist für Sie kostenlos und unverbindlich. Gratis Service-Hotline: 00800 8001 8001 Immer in Ihrer Nähe: Über 140x in Österreich. neuroth.com
So erkennen Sie eine geminderte HÖRSTÄRKE. Erkennen Sie die Anzeichen einer Minderung in Ihrer Hörstärke frühzeitig. Typische Anzeichen:
// Sie müssen häufiger nachfragen: „Was hast du gesagt?“ // Gespräche in Gruppen fallen Ihnen schwer. // Sie stellen Fernseher oder Radio lauter.
// Freunde oder Familie sprechen Ihr Hörverhalten an.
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