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AT - Faszination Körper

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

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Was uns bewegt Was unser Körper leisten kann, fasziniert – besonders dort, wo er an seine Grenzen kommt. Christian Schiester, Anna Veith und Christian Redl im Interview Seite 07

Wie ungesunde Ernährung Entzündungsprozesse auslöst

mit Univ.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in med. univ. Vanessa Stadlbauer-Köllner Seite 06

Prostatakrebs und der Penis als Frühwarnsystem für die Herzgesundheit

Themenspecial:

Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat im Interview

MÄNNERSACHE

Seite 08

Ab Seite 08

FOTO S : V. L . N . R . : M I R JA G EH / R ED B U L L C O N T EN T P O O L , M I R JA G EH P H OTO G R A P H Y, M A RT I N A I G N ER

FASZINATION MENSCHLICHER KÖRPER


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IN DIESER AUSGABE

VORWORT FOTO : BA R BA R A W I R L

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Individualität als Chance

Krebs verändert das Leben – und damit auch die Bedürfnisse der Betroffenen Claudia Schauflinger, Stv. Obfrau der Allianz onkologischer PatientInnenorganisationen, berichtet über die veränderte Lebensrealität von Krebsbetroffenen

FOTO : M A RT I N & K L EI N G M B H

Liebe Leser:innen, FOTO : B I O E T H I K KO M M I S S I O N

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Millimetergenau gegen Tumoren – ganz ohne Operation Dr. Alfred Haidenberger erklärt, wie Cyberknife Tumoren hochpräzise und schonend behandelt

FOTO : O R F H A N S L EI T N ER

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Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien, stellvertretender Vorsitzender der österreichischen Bioethikkommission und Leiter des Symposiums „Impact Lech“

Tempo im Sport, Achtsamkeit im Leben Ernst Hausleitner über Emotionen im Spitzensport, körperliche Grenzen und Achtsamkeit

Project Manager: Anna Cordes, MSc, Natalie Mludek, BA Business Developer: Julia Stempfer, MA Lektorat: Sophie Müller, MA Grafik und Layout: Juraj Príkopa Managing Director: Bob Roemké Fotocredits: wenn nicht anders angegeben bei Shutterstock Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23 · 1010 Wien · ATU, 4759844 · FN 322799f FG Wien Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/ Distribution: STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. Druck: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 676847785227 E-Mail: hello-austria@mediaplanet.com ET: 24.09.2026

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Mediaplanet Austria

es ist jetzt 20 Jahre her, dass ich in meinem Buch „Die Macht der Gene“ die Frage erörtert habe, welche Bedeutung die Gene für den Menschen haben. Damals wie heute gilt: Viele Aspekte, die uns zu dem machen, wer wir sind, lassen sich nicht auf unsere Gene reduzieren. Es ist das Zusammenwirken des individuellen Genoms mit all den Umwelteinflüssen, das die Basis für die Individualität jedes Menschen bildet. Zum einen ist das Erbgut des Menschen, bestehend aus etwa 3×109 Basenpaaren DNA und 22000 Genen, individuell. Zusätzlich interagiert dieses individuelle Genom auch bei jedem Menschen mit verschiedenen Umweltfaktoren. Unterstützt wird dieser Prozess der Individualisierung außerdem durch die Mechanismen der Epigenetik. Diese Mechanismen steuern die Aktivität und Verwendung von Genen – deren Übersetzung in Proteine – nachhaltig, weshalb die Epigenetik gewissermaßen eine Brücke zwischen biologischen und sozialen Effekten darstellt. Die Tatsache, dass Epigenetik von exogenen Faktoren wie Ernährung oder Lebensstil beeinflusst wird, bringt den positiven Effekt, dass der Mensch so manches selbst in der Hand hat. 2012 habe ich mich in meinem Buch „Die Durchschnittsfalle“ damit auseinandergesetzt, dass auch die Entwicklung von Talenten von dieser Wechselwirkung zwischen Genen, Umwelt und epigenetischen Mechanismen gesteuert wird. Begabungen sind das Potenzial eines Menschen, das nur durch Lernen und Üben in beobachtbare Leistungen überführt werden kann. Die individuellen Begabungen jeder und jedes Einzelnen erhalten meiner Ansicht nach auch heute noch zu wenig Aufmerksamkeit, wodurch zu oft Durchschnitt entsteht – der der Feind des Neuen ist. Jeder Mensch hat individuelle Talente und es bedarf eines Bildungssystems, das deren Förderung im Fokus hat.

Vor allem auch in der Medizin stellt die Individualität des Menschen eine große Chance dar

Nicht nur in diesem Zusammenhang, sondern vor allem auch in der Medizin stellt die Individualität des Menschen eine große Chance dar. Genauso wie im Bildungssystem führen auch in der Humanmedizin „One size fits all“Ansätze sehr oft nicht zu den gewünschten Erfolgen. Individualität ist schließlich auch dafür verantwortlich, dass Menschen verschiedene Veranlagungen für das Auftreten von Erkrankungen haben und Krankheitsverläufe individuell verschieden sind. Außerdem kann dieselbe medikamentöse Therapie bei einem Menschen die beabsichtigten Resultate erzielen, bei anderen jedoch sogar überwiegend unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Die Individualität des Menschen besser zu verstehen und sie sich schließlich zunutze zu machen, ist das erklärte Ziel der Präzisionsmedizin. Patient:innendaten, etwa aus klinischen Untersuchungen, bildgebenden Verfahren oder Genomanalysen, zu generieren und mittels künstlicher Intelligenz zu interpretieren, schafft dabei die Voraussetzungen, um individuelle, für jede Patientin und jeden Patienten maßgeschneiderte Therapiekonzepte entwickeln zu können.

Entgeltliche Einschaltung

Die Zukunft hat längst begonnen

Genetik: Ein Werkzeug, das zeigt, was Ihr Körper wirklich braucht

M Doz. DDr. Stefan Wöhrer sieht täglich in seiner Ordination, wie genetische Analysen Menschen helfen, bessere Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Deshalb gründete er Permedio.

rungskonzepte funktionieren nicht für jeden anches klingt nach Science-Fiction, gleich. „Wir haben immer wieder Menschen obwohl es längst Realität ist: Schon bei uns, die seit Jahren versuchen abzunehmen vor Einnahme der ersten Tablette und unterschiedlichste Diäten ausprobiert wissen, wie der eigene Körper dieses Medikahaben“, erzählt Doz. DDr. Stefan Wöhrer von ment verarbeitet. Bereits bei der Geburt erkennen, für welche Erkrankungen ein erhöhtes Permedio. „In der genetischen Analyse sehen genetisches Risiko besteht. Oder die Ernährung wir dann beispielsweise, dass der Patient an die eigene genetische Veranlagung anpassen, statt sich auf allgemeine VORHER NACHHER Empfehlungen zu verlassen. Und das ist längst nicht nur wenigen Privilegierten vorbehalten. Für einige hundert Euro können genetische Analysen heute wertvolle Informationen über den eigenen Körper liefern. Eine Speichelprobe genügt: Testkit bestellen, Probe zu Hause abgeben und zurück ans Labor schicken. Ein österreichischer Anbieter solcher Analysen ist Permedio.

Heute wissen, was morgen zum Risiko werden könnte Auch bei der Vorsorge können unsere Gene wertvolle Hinweise liefern: etwa darauf, ob ein erhöhtes genetisches Risiko für bestimmte Erkrankungen besteht. Wer sein Risiko kennt, kann früher und gezielter vorsorgen, statt erst zu reagieren, wenn Beschwerden auftreten. Das können oft kleinere Maßnahmen mit enormem Effekt für die Gesundheit sein.

Das richtige Medikament für den richtigen Menschen Ein Medikament, das bei vielen Menschen funktioniert, muss nicht automatisch das Beste für Sie sein. Genetische Analysen können Hinweise Genetische Analysen 5 Wochen im Selbsttest: Bessere Werte und 5 kg weniger darauf geben, wie Ihr Körper bestimmte Wirkstoffe verarbeitet und damit ÄrzARTIFICIAL INTELLIGENCE GENERIERTES SYMBOLBILD tinnen und Ärzte bei der Wahl und Dosierung Eiweiß sehr schlecht verträgt. Also eine von Medikamenten unterstützen. Die MöglichEiweißdiät, wie heute oft empfohlen, kann gar Warum die gleiche Diät nicht für jeden keiten moderner Genetik können schon heute nicht funktionieren, weil sie nicht zu seinem funktioniert genutzt werden. Mehr darüber erfahren sie auf Körper passt.“ Low Carb, High Protein oder andere Ernähwww.permedio-genetik.com

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MEDIAPLANET

EXPERTISE

Hautkrebs: Was personalisierte Medizin bringt Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Oberarzt und Leiter des Hauttumorzentrums an der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien, erklärt am Beispiel von Hautkrebs, was personalisierte Medizin ist und welche Vorteile sie bringt. Anhand gewisser Marker finden wir eine Therapie, die auf die jeweils individuellen Eigenschaften der Patient:innen beziehungsweise auf ihre spezifische Erkrankungssituation zugeschnitten wird. Bei Hautkrebs geht es etwa darum, die Eigenschaften von Tumorzellen zu identifizieren und die Therapie darauf abzustimmen. Wir wissen heute, dass Tumoreigenschaften von Patient:in zu Patient:in variieren – kein Tumor gleicht dem anderen. Verglichen mit einer klassischen Krebstherapie wie der Chemo ist die personalisierte Therapie effektiver und verträglicher.

Ihr Schwerpunkt liegt auf Hautkrebs. Was hat die personalisierte Medizin hier konkret verändert, und welche Erkrankungen profitieren besonders? Zusammen mit der modernen Immuntherapie ist die personalisierte Therapie heute der Grund, warum eine Chemotherapie zur Behandlung klassischer Hauttumoren, darunter schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) oder weißer Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium, nur noch extrem selten angewendet wird und unsere Patient:innen deutlich länger überleben. • Bei der Immuntherapie geht es darum, eine Art Bremse zu lösen: Tumorzellen sind genetisch veränderte körpereigene Zellen – das Immunsystem erkennt sie deshalb nicht immer als Feind und greift sie nicht an. Bestimmte Medikamente, sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, lösen genau diese Bremse und ermöglichen es dem Immunsystem, wieder aktiv gegen den Tumor vorzugehen. • Bei der personalisierten Therapie schauen wir uns die molekularen Eigenschaften des Tumors an. Ein bekanntes Beispiel ist das BRAF-Gen: Ca. 40 Prozent aller

Melanome tragen eine Mutation in diesem Gen, die das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen antreibt. Mit gezielten BRAF-Inhibitoren lässt sich genau dieser Mechanismus blockieren – präzise nach Schlüssel-Schloss-Prinzip, wirksam und mit deutlich weniger Nebenwirkungen als eine Chemotherapie.

Wie läuft eine solche Behandlung für Patient:innen ab – von der Diagnose bis zur individuellen Therapie? Patient:innen bemerken verdächtige Hautveränderungen entweder selbst oder sie werden bei der Vorsorgekontrolle festgestellt. Die betroffenen Areale werden operativ entfernt und untersucht. Bei positivem Befund hängt die weitere Behandlung von der Tumordicke und dem Metastasierungsrisiko ab. Je nach Befund werden zur Sicherheit weiteres umliegendes Gewebe entfernt und die sogenannten Wächterlymphknoten, die in der Abstrombahn des Tumors liegen, untersucht. Finden sich dort Tumorzellen, spricht das für eine bereits begonnene Metastasierung. Dann unterscheiden wir zwischen zwei Therapiesettings: Die adjuvante Therapie wird nach der Operation eingesetzt, um verbliebene Tumorzellen zu bekämpfen und einem Rückfall vorzubeugen. Die neoadjuvante Therapie kommt vor der Operation zum Einsatz – mit dem Ziel, dadurch eine bessere Immunantwort gegen den Tumor zu induzieren und damit nach der Operation die Chance auf einen langfristig rückfallfreien Verlauf zu erhöhen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, wird auf Basis all dieser Befunde – Tumordicke, Metastasierungsrisiko, molekularer Eigenschaften – individuell abgestimmt: Immuntherapie oder BRAF-Inhibitor.

Wohin wird sich die personalisierte Medizin in den nächsten Jahren entwickeln? Die Grundlage ist gut. Eine der spannendsten Entwicklungen sind mRNA-basierte ‚Krebsimpfungen‘ – ähnlich dem Prinzip der Corona-Impfung, aber hochindividualisiert: Aus dem Tumorgewebe der Patient:innen werden spezifische Sequenzen identifiziert, auf deren Basis eine maßgeschneiderte ‚Impfung‘ hergestellt wird, die das Immunsystem gezielt gegen genau diesen Tumor trainiert. Erste Studien laufen bereits; derzeit im adjuvanten Setting, also nach der Operation. Der Ansatz ist aufwändig und teuer, aber zeigt, wohin die Reise geht.

Was fasziniert Sie daran, dass der eigene Körper – seine Gene, sein Immunsystem – zum Ausgangspunkt einer solchen maßgeschneiderten Therapie werden kann? Mich fasziniert, was unser Immunsystem alles kann. Ich erlebe es täglich und bin jedes Mal wieder überrascht, wenn Patient:innen mit weit gestreuten Metastasen in Gehirn, Lunge und Leber so exzellent auf die Immuntherapie ansprechen, dass das Immunsystem bei Patient:innen mit einem hohen Rückfallrisiko die Metastasen von sich aus unschädlich macht. Besser als die beste medikamentöse Therapie ist es aber noch immer, ein Melanom möglichst früh zu erkennen, da es dann meist mit einem kleinen chirurgischen Eingriff geheilt werden kann. In Österreich entdecken wir bereits mehr als die Hälfte der Melanome, wenn sie noch unter einem Millimeter dick sind. Auf negative Weise fasziniert mich, dass wir heute so genau wissen, dass UV-Strahlung die Hauptverursacherin genetischer Veränderungen der Hautzellen und damit von Hautkrebs ist – und wir dennoch nach angeblich gesunder Bräune streben.

FOTO : Z VG

Was bedeutet personalisierte Medizin?

Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller Facharzt für Hautund Geschlechtskrankheiten, Oberarzt, Leiter des Hauttumorzentrums an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien

Weitere Informationen zu Melanom und Hautkrebs finden Sie bei der Österreichischen Krebshilfe unter www.sonneohnereue.at

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Wir forschen für das Leben! Seit über 130 Jahren ist es unsere Mission, das Leben zu schützen, zu verbessern und zu retten. AT-NON-03689, 09/2026

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Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H, THE ICON VIENNA, Wiedner Gürtel 9-13, 1100 Wien, www.msd.at


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EXPERTISE

„Der Bauch ist immer noch ein Tabu-Organ – Schluss damit!“ Das fordert Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg, der die Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin I leitet. Im Interview spricht der Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie über die Fortschritte und Herausforderungen bei der Behandlung chronischer Darmerkrankungen.

FOTO : M U I B U L LO C K

Warum bleiben chronische Darmerkrankungen oft lange unentdeckt? Die gute Nachricht: Der Weg zur Diagnose verkürzt sich. Er wäre längst noch kürzer, kämen Patient:innen eher zu uns. Doch der Darm ist noch immer ein Tabu-Organ – keine:r spricht gerne über Stuhl und Winde, die übel stinken. Das lässt viele Menschen unnötig lange mit Symptomen herumlaufen.

Welche Warnsignale übersehen wir zu oft?

Univ. Prof. Dr. Herbert Tilg Universitätsprofessor an der MedUni Innsbruck, Leiter der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin I

Bei der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa ist das typische Symptom kaum übersehbar: blutiger Durchfall. Ein Morbus Crohn dagegen zeigt sich anfangs unspezifisch mit leichtem Fieber, Schwäche und Unwohlsein, da denkt niemand gleich an eine ernsthafte Magen-Darm-Erkrankung. Es gilt: Blut im Stuhl muss sofort ärztlich abgeklärt werden. Zudem sollte alles, was in der Nacht geschieht, alarmieren, z. B. Bauchschmerzen und häufige Toilettengänge.

Welche ist die größte Herausforderung in der Früherkennung von Magen-Darm-Erkrankungen? Was hat sich in den letzten Jahren diagnostisch verändert? Das größte Problem ist, dass Patient:innen den Gang zu Ärzt:innen scheuen. Einmal bei uns, sind Diagnosen rasch und sicher gestellt – wir haben mit dem Entzündungsmarker Calprotectin eine einfache Methode, um den Stuhl zu untersuchen. Je nach Befund 1 2

folgen Anamnese und gegebenenfalls Bluttest, Ultraschall und Magen-Darm-Spiegelungen. Letztere sind unter leichter Sedierung (Schlafspritze), die österreichweit angeboten wird, gut zu ertragen. 99 Prozent der Patient:innen entscheiden sich dafür.

Gibt es eine Verbindung zwischen chronischen Entzündungen und Krebs? Ja, die gibt es. Die drei Klassiker sind: 1. Das Bakterium Helicobacter pylori lebt im Magen von etwa jedem zweiten Menschen.1 Bei einem Sechstel der Träger:innen führt es zu Entzündungen und schlimmstenfalls zu Magenkrebs. 2. Die sogenannte Fettleber, die sich entzündet, kann vernarben und zu einer Zirrhose führen, die mit einem hohen Risiko für Leberkrebs einhergeht. 3. Eine unbehandelte chronische Colitis ulcerosa kann Dickdarmkrebs verursachen.

Leberkrebs ist einer der tückischsten Tumoren – oft symptomlos, oft spät erkannt. Was sind die häufigsten Ursachen, und wen sollte das besonders alarmieren? Die einstigen Hauptverursacher Hepatitis B und C treten hierzulande immer mehr in den Hintergrund. Heute sind Mehrgewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) die Top-Risikofaktoren für eine Fettleber und damit für Leberkrebs: In Österreich sind knapp 35 % der Ü15-Jährigen mehrgewichtig (BMI ≥ 25 kg/

m²) und etwa 17 % adipös (BMI ≥ 30 kg/m²).2 Vor allem Mehrgewichtige und Diabetiker:innen sollten ihre Leber deshalb regelmäßig checken lassen.

Was kann die Medizin heute leisten, was noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre – in der Behandlung chronischer Darmentzündungen und daraus entstehender Krebserkrankungen? Ich bin seit 40 Jahren auf dem Gebiet tätig – und habe Quantensprünge miterlebt. Zu meinen Anfangszeiten gab es Cortison und eine Tablette gegen Morbus Crohn. Heute haben wir zig moderne Therapien (Tabletten oder Spritzen unter die Haut), mit denen wir 90 bis 95 % der Betroffenen gut behandeln können. Wir schöpfen aus dem Vollen und erwarten etliche Forschungsergebnisse.

Was fasziniert Sie am menschlichen Verdauungssystem? Im Darm leben rund 100 Trillionen Mikroorganismen, eine Keimwelt, die ein halbes Kilogramm wiegt, in Eintracht miteinander und mit uns. Das ist eine faszinierende Leistung unseres Immunsystems, das diese unvorstellbare Menge an ‚Mitbewohnern‘ ein Leben lang toleriert – während in der Theorie schon sieben Keime reichen, um uns krank zu machen. Ebenso faszinierend ist das Wechselspiel: Die Keimwelt greift auch in den Organismus ein.

www.worldgastroenterology.org/UserFiles/file/guidelines/helicobacter-pylori-english-2021.pdf www.ihs.ac.at/news-and-events/media/press-releases/adipositas-verursacht-bereits-8-aller-todesfaelle-in-oesterreich-tendenz-steigend/

EXPERTISE

Krebs verändert das Leben – und damit auch die Bedürfnisse der Betroffenen Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung oder leben viele Jahre mit ihr. Medizinischer Fortschritt und intensive Forschung machen dies möglich – eine Entwicklung, die Hoffnung schenkt. Gleichzeitig zeigt sie: Gute Krebsversorgung endet nicht mit einer erfolgreichen Behandlung. Sie bedeutet, Menschen in jeder Phase ihrer Erkrankung zu begleiten – medizinisch, psychologisch und sozial.

FOTO : BA R BA R A W I R L

Claudia Schauflinger Stv. Obfrau der Allianz onkologischer PatientInnen Organisationen

A

ls Allianz onkologischer Patient:innenorganisationen vertreten wir Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. In unseren Mitgliedsorganisationen kommen die Erfahrungen von Menschen zusammen, die gerade erst eine Diagnose erhalten haben, eine Therapie durchlaufen, mit den Folgen einer Krebserkrankung leben oder Angehörige begleiten. Diese Perspektiven zeigen uns jeden Tag aufs Neue: Mit jeder Phase der Erkrankung verändern sich auch die Fragen, Sorgen und Bedürfnisse der Betroffenen.

Wenn eine Diagnose alles verändert Für viele Menschen teilt die Diagnose Krebs das Leben in ein Davor und ein Danach. Plötzlich stehen Fragen im Raum, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Was bedeutet das für mich? Wie geht es jetzt weiter? Was kommt auf meine Familie zu? In dieser ersten Phase sind verständliche Informationen, das Vertrauen in medizinische Expertise und psychoonkologische Begleitung von unschätzbarem Wert. Sie geben Orientierung und Halt, wenn vieles ungewiss erscheint.

Den eigenen Körper neu kennenlernen Mit Beginn der Behandlung verschieben sich

die Herausforderungen. Neben der Wirksamkeit der Therapie bestimmen plötzlich Nebenwirkungen, Erschöpfung, der Umgang in der Familie, Beruf oder auch finanzielle Sorgen den Alltag. Ein Körper, der über Jahre funktioniert hat, fühlt sich fremd und verletzlich an. Das Vertrauen in den eigenen Körper gerät ins Wanken. Lebensqualität wird damit zu einem ebenso wichtigen Ziel wie eine erfolgreiche medizinische Behandlung. Denn Krebs betrifft nie nur den Körper – sondern immer den ganzen Menschen.

Nach der Therapie beginnt ein neuer Weg Nach Abschluss der Therapie erwartet das Umfeld häufig die Rückkehr zur Normalität. Doch für viele Betroffene beginnt gerade dann eine neue, oft unterschätzte Phase. Die medizinischen Kontrollen werden seltener, doch die Fragen bleiben: Wie finde ich zurück in mein Leben, in Alltag und Beruf? Wie gehe ich mit der Angst vor einem Rückfall um? Und wie lerne ich, meinem Körper wieder zu vertrauen?

Mit Krebs leben Nicht jede Krebserkrankung endet mit einer abgeschlossenen Therapie. Viele Menschen leben über Jahre mit einer chronischen oder fortgeschrittenen Erkrankung. Im Mittelpunkt stehen hier sensible Themen wie

Selbstbestimmung, Teilhabe und die Möglichkeit, trotz laufender Behandlung ein erfülltes Leben zu führen.

Gemeinsam statt allein So unterschiedlich Diagnosen und Krankheitsverläufe sind – viele Gedanken, Gefühle und Herausforderungen verbinden Betroffene. Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann Mut machen, Orientierung geben und das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein. Patient:innenorganisationen und Peer Support schaffen Räume, in denen Erfahrungen geteilt werden, Verständnis entsteht und neue Zuversicht wachsen kann. Sie stärken Menschen darin, ihren eigenen Weg zu finden und Vertrauen in die Zukunft zu entwickeln.

Versorgung muss den Menschen begleiten Unsere Vision ist eine Krebsversorgung, die sich mit der Lebensrealität der Patient:innen weiterentwickelt. Ein Gesundheitssystem, das nicht nur medizinisch auf höchstem Niveau behandelt, sondern den Menschen als Ganzes sieht – mit all seinen Fragen, Bedürfnissen und Hoffnungen.

Denn wenn sich das Leben durch Krebs verändert, müssen sich auch die Unterstützung und die Versorgung verändern.

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Gegen die Angst: Ein Test als spezielles Frühwarnsystem 2020 erhielt Tanja Riedl-Bulut (45) die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. 2022 wurde zudem ein Darmkrebs gefunden, der bereits in die Leber gestreut hatte. Heute gibt der Signatera™-Test der krebsfreien Ärztin und Mutter zweier Kinder zusätzliche Sicherheit im Umgang mit der Angst vor einem Rückfall. Sie setzen im Zuge der Krebstherapie auch auf den Signatera™-Test: Wie kam es dazu? Meine Krebsdiagnose 2020 riss mir den Boden unter den Füßen weg. Doch ich fing mich wieder – ich hatte zwei kleine Kinder, mir blieb gar nichts anderes übrig. Die jährlichen Kontrollen waren unauff ällig. Als ich im November 2022 plötzlich Blut im Stuhl bemerkte, hoffte ich noch auf das kleinere Übel: Hämorrhoiden. Nach der Darmspiegelung im Jänner wachte ich im Aufwachraum auf, kein Mensch weit und breit. Ich fühlte mich mehr als allein. Irgendwann drückte mir jemand einen Zettel in die Hand mit ‚Verdacht auf Darmkrebs‘ – und ich brach weinend zusammen. Meine Darmkrebs-OP fand im Februar statt, am vierten Geburtstag meiner Tochter. Vor der OP sprach ich mit dem Chirurgen. Er sagte mir, dass der Krebs mit einer 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit zurückkehren könnte. Es war für mich also nie die Frage ob, sondern wann. Das machte mir große Angst. Ich konnte kaum mehr atmen. Zwei Jahre nach meiner OP bat ich meinen Onkologen, mich in eine Studie aufzunehmen – ich dachte mir: „Lieber mache ich jedes Jahr vorsorglich eine Therapie, als mit dieser Angst zu leben.“ Die ließ mir

ja keinen Raum. Der Arzt informierte mich schließlich über den Test.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Signatera™-Test und werden diese erfüllt? Der Test ermöglicht Früherkennung – und verschafft mir im Fall des Krebsrückfalls hoffentlich Zeit, um rechtzeitig handeln zu können. Ich entschied mich für ihn als mein ‚Frühwarnsystem‘, das sensitiver anschlagen soll, so verspricht es jedenfalls der Anbieter, als herkömmliche bildgebende Verfahren. Das ist in den Momenten eine Erleichterung, wenn die Angst ins Unermessliche wächst. Wobei ich dem Ganzen nicht 100 Prozent vertraue, dafür bin ich als Ärztin zu realistisch. Bislang habe ich zwei Tests machen lassen – beide waren unauff ällig. Doch selbst, wenn irgendwann ein positiver Befund käme, hätte ich zumindest das Gefühl, dass er dank des Tests rechtzeitig ermittelt wurde.

Wie veränderten Ihre Krebsdiagnosen Ihren Alltag und wie helfen die Testergebnisse Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung? Mit der Diagnose Darmkrebs mit Metastasen in der Leber entschied ich mich von jetzt auf

gleich, dass ich erst einmal nicht mehr Ärztin, sondern nur noch Patientin sein würde. Ich hörte auf, zu arbeiten. Ich wusste, was mich erwartet – und wurde von der Realität dennoch hart überrascht. Einer der schlimmsten Momente war der, als man mir den Portkatheter für die Chemo implantierte – bis dahin war ich halbewegs gefasst, doch als der Zugang gelegt wurde, gab es kein Halten mehr. Ich weinte und weinte. Der Test ist Teil meines persönlichen Sicherheitsnetzes. Ich habe den Test bisher zweimal gemacht – das erste Mal im März 2025 und dann wieder im Januar 2026. Zukünftig möchte ich den Test einmal jährlich durchführen lassen. Zusätzlich stellte ich mein Leben um: gesunde Ernährung, Sport, Gewicht runter. Ich begann nach einem Jahr wieder, zu arbeiten: als Schulärztin und in einem orthopädischen Rehazentrum. Die Arbeit gibt mir viel Kraft. Ich schaue zuversichtlich nach vorn: Im September werde ich meine eigene Ordination eröffnen, ganz klein. Dort werde ich insbesondere Vorsorge anbieten, denn mit meiner Krebsgeschichte schaue ich noch einmal ganz anders hin.

FOTO : FOTO ST U D I O G Ä N S ER N D O R F

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MEDIAPLANET

Tanja Riedl-Bulut

So funktioniert ein Signatera™-Test Was wird mit einem informierten ctDNA-Test überprüft? Im Rahmen der Krebsnachsorge lässt sich mit dem Test ein Wiederauftreten der Erkrankung untersuchen: • Beim Ersttest wird eine Tumorprobe und eine Blutprobe eingesandt. Es wird überprüft, ob Tumor DNA im Blut gefunden werden kann (minimale Resterkrankung MRD) • Bei Folgetests muss nur noch eine Blutprobe abgenommen werden, um festzustellen, ob der Tumor wiedergekommen ist (Rezidiv)

Wie funktioniert der Test?

Jeder Krebs hat seine eigene spezifische DNA, die sogenannte Tumor-DNA (ctDNA). Diese muss einmal ermittelt werden. Anschließend reicht eine Blutprobe, denn wie eine Visitenkarte setzen Krebszellen ihre ctDNA in den Blutkreislauf frei. Da diese eine Halbwertzeit von weniger als einer Stunde hat, lässt sie sich als Echtzeit-Biomarker nutzen.

Bei welchen Krebstypen liefert der Test aussagekräftige Ergebnisse?

Der Test hilft demnach, die Frage zu beantworten, ob ein Krebs wirklich weg ist. Denn er erkennt äußerst zuverlässig zirkulierende Tumorzellen im Blut, lange bevor Tumore sich so groß entwickeln, dass sie mit bildgebenden Verfahren wie Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT), Mammografie oder Positronen-Emissions-Tomografie (PET) erkannt werden können. Bei metastasierendem Krebs können veränderte ctDNA-Werte zeigen, wie gut die Behandlung anschlägt.

Wie sind die Testergebnisse zu interpretieren?

Die Ergebnisse des Tests zeigen entweder das Vorhandensein (+) oder das Fehlen (-) von Tumor-DNA im Blut an. Dabei bedeutet ein: Das Risiko für einen Tumorrückfall ist hoch. Das Risiko für einen Tumorrückfall ist wahrscheinlich gering.

Der Signatera™-Test eignet sich für die Überwachung von Darmkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs und Blasenkrebs.

Wann ist der richtige Testzeitpunkt und wie läuft die Testung ab?

1. In der Regel fällt die Entscheidung für den Test vor der Entfernung eines Tumors. So kann während der OP eine Tumorprobe entnommen werden. Ist ausreichend Tumormaterial eingelagert worden, kann die Probe auch postoperativ bereitgestellt werden. So oder so, die Probe wird zusammen mit einer Blutprobe schnell und sicher in das Signatera™-Labor in die USA versendet. 2. Dort wird ein individueller Test erstellt (Dauer: etwa drei bis vier Wochen), der den Tumor präzise identifiziert. 3. Nach der Operation lässt sich der jeweilige Status jederzeit mit einer Blutprobe ermitteln (Dauer bis zum Ergebnis: etwa zehn Tage).

Wie begleitet der Signatera™-Test die Behandlung langfristig?

Die Testintervalle werden je nach Tumorart und Stadium individuell angepasst. Je schwerer die Erkrankung, desto enger werden die Testintervalle gewählt. Sollte ein Folgetest ein positives Ergebnis liefern, kann frühzeitig reagiert werden und eine Behandlung stattfinden.

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EXPERTISE

Wie ungesunde Ernährung Entzündungen auslöst und krank macht Univ.-Prof.in M.D. Vanessa Stadlbauer-Köllner, Expertin für Translationale Mikrobiomforschung und Hepatologie an der MedUni Graz und Vizepräsidentin des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin, erklärt, wie Ernährung Entzündungsprozesse im Körper beeinflusst. FOTO : C H R I ST I A N J U N GW I RT H

Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Vanessa Stadlbauer-Köllner Expertin für Translationale Mikrobiomforschung und Hepatologie an der MedUni Graz und Vizepräsidentin des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE)

Entzündungen – viele denken dabei an eine Wunde. Welche Entzündungen meinen Sie, wenn Sie sagen, dass unsere Ernährung diese fördert oder hemmt? Eine Entzündung (Inflammation) ist eine natürliche Schutzreaktion unseres Immunsystems. Sie wird ausgelöst, weil dem Körper Schaden droht. Während akute Entzündungen offensichtlich sind, zum Beispiel bei Wunden, Halsweh oder Fieber, finden schleichende Entzündungen auf einem molekularen Level statt, die wir weder sehen noch spüren. Unsere Nahrung kann solche unsichtbaren Entzündungen fördern oder hemmen.

Welche Ernährung fördert nachweislich Entzündungen – und was passiert dabei im Körper? Ultra-verarbeitete Lebensmittel fördern Entzündungen: Sie stecken häufig voller Zucker, Salz und/oder Fett. Nach einer fettreichen Mahlzeit beispielsweise werden Abwehrzellen (Immunzellen) aktiviert, die entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen. Das ist durchaus sinnvoll, denn die erhöhte Fettmenge im Blut ist eine Bedrohung für den Körper. Kommt jedoch immer wieder fettreiches Essen ins System, wird diese Abwehrreaktion zum Dauerzustand – und das ist ein Problem: Denn eine andauernd auf niedrigem Niveau ablaufende Entzündung verursacht früher oder später ernste Erkrankungen.

Warum bekommen wir das kaum zu spüren? Die Entzündungsprozesse verlaufen schleichend, oft über Jahre unbemerkt: im Inneren von Gefäßen, im Fettgewebe oder in der Darmschleimhaut. Betroffene merken eher die Folgen als die Ursache – Müdigkeit, Unwohlsein oder langfristig Stoffwechselerkrankungen (Adipositas, Diabetes). Schlimmstenfalls erschöpft das Immunsystem („Burnout“) und ist nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend vor jeglichen Gefahren zu schützen.

Das Mikrobiom gilt als Schlüssel zur Darmgesundheit. Was braucht es, um dieses empfindliche Ökosystem zu unterstützen? Was bringt es am schnellsten aus dem Gleichgewicht? Das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen, die vor allem im Dickdarm leben und Verdauung, Immunsystem und sogar die Stimmung mitsteuern, braucht vor allem Vielfalt: viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel – Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse –, die Ballaststoffe liefern. Aus dem Gleichgewicht bringen es am schnellsten Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika, ultra-verarbeitete Kost, chronische Erkrankungen und Stress und regelmäßiger Alkoholkonsum.

Was können wir konkret ab sofort anders machen? Welche Maßnahmen haben den größten Effekt auf eine gesunde Darmflora? 1. Vielfältige Kost essen – zum Beispiel gemäß der Planetary Health Diet, einem wissenschaftlich fundierten Speiseplan, um die gesamte Weltbevölkerung gesund, ökologisch und sozial vertretbar zu ernähren.* 2. Hochverarbeitete Lebensmittel so selten wie möglich verzehren. 3. Auf Alkohol verzichten – er ist in jeder Menge Gift für den Körper.

Verraten Sie uns, was Sie daran fasziniert, dass wir unseren Körper mit dem, was wir essen, so fundamental beeinflussen können? Im Zentrum meiner Forschungsarbeit steht die Leber. Mich fasziniert an ihr, mit welcher Komplexität sie mit dem ganzen Körper kommuniziert. Als erster ‚Filter‘ nach dem Darm ist die Leber zuerst betroffen, wenn das Mikrobiom aus dem gesunden Gleichgewicht gerät. Zugleich kann sie die Zusammensetzung des Mikrobioms mitsteuern.

* www.wien.gv.at/spezial/klimatour/ernahrung/ in-zukunft-besser/

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Heilwasser, Wald und Achtsamkeit: Die Kraft des Gasteinertals Das Gasteinertal gilt seit jeher als Ort der Kraft und Regeneration. Im Interview spricht Bibiana Weiermayer-Schmid über die Gesundheitsangebote der Region. FOTO : Z VG

Bibiana WeiermayerSchmid

Frau Weiermayer-Schmid, das Gasteinertal ist für seine Gesundheits- und Regenerationsangebote bekannt. Was macht die Region attraktiv für Menschen, die ihrem Körper etwas Gutes tun möchten? Was das Gasteinertal einzigartig macht, ist die Kombination aus hochalpinem Klima, atemberaubender Natur und unserem radonhaltigen Thermalwasser. Zusätzlich haben wir den Heilstollen: Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und der natürliche Radongehalt erzeugen dort ein einmaliges Heilklima.

Bewegung und Achtsamkeit spielen eine immer größere Rolle für die Gesundheit. Welche Möglichkeiten bietet das Gasteinertal, um beides miteinander zu verbinden? Wir bieten Besucher:innen ein sehr großes Angebot. Seit zwölf Jahren gibt es z. B. den

Yogafrühling und Yogaherbst in Gastein mit einem individuell abgestimmten Programm. Über zehn Tage sind etwa 40 Yoga-Lehrer:innen bei uns im Gasteinertal, sodass Besucher:innen verschiedene Yogastile und Meditationen ausprobieren können. Achtsamkeit spielt hier eine große Rolle – zudem ist die Ausrichtung der Yoga-Sessions stark gesundheitsorientiert. Außerdem hat das Thema Wald einen hohen Stellenwert. Wir haben in verschiedene Studien investiert, die die positive Wirkung des Waldes auf die Gesundheit und das Wohlbefinden belegen. Waldbaden und Bewegung im Wald sind also nicht nur subjektiv eine tolle Erfahrung, sondern haben durch die dortigen ätherischen Öle auch eine wissenschaftlich belegte entspannende Wirkung auf das parasympathische System.

Welche Rolle spielt das Thema Pro-Aging im Gasteinertal – und wie kann die Region Menschen dabei unterstützen, gesund und vital älter zu werden? Auch hier hat unser Heilwasser einen hohen Stellenwert, da es zellerneuernd und entzündungshemmend wirkt. Denn was viele Menschen unterschätzen, ist die Tatsache, dass Entzündungen die Ursache für viele schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Zudem können Besucher:innen im Gasteinertal im kalten oder Eiswasser baden: sowohl in der Natur in Bergbächen und -seen als auch in einigen Hotels in speziellen Eisbädern. Auch das kann entzündungshemmend und immunstabilisierend wirken.

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COVERSTORY

Was uns bewegt Drei Extremsportler:innen, drei Perspektiven auf den menschlichen Körper: Anna Veith, Christian Schiester und Christian Redl erzählen, wie sie ihre Grenzen ausloten, welche Rolle mentale Stärke spielt und warum Höchstleistung immer mit Respekt vor dem eigenen Körper beginnt. Was fasziniert Sie an dem, was Ihr Körper kann – und was fordert er von Ihnen dafür? Mich fasziniert, wie anpassungsfähig unser Körper ist und was wir aus uns herausholen können, wenn wir konsequent trainieren. Im alpinen Skisport braucht es Kraft, Geschicklichkeit, mentalen Fokus und ein positives Mindset. Wenn alles zusammenspielt, ist es unglaublich, wozu wir fähig sind. Gleichzeitig ist der Körper verletzbar und filigran. Früher sah ich ihn als etwas, das funktionieren muss. Heute sehe ich ihn als Partner: Ich kann viel von ihm verlangen, muss ihm aber auch Schlaf, Regeneration und mentale Ruhe geben.

Was braucht es, um den Körper an seine Grenzen zu bringen – und wann haben Sie diese am deutlichsten gespürt? Es braucht jahrelanges Training, mentale Stärke und die Bereitschaft weiterzumachen, wenn es unangenehm wird. Im Spitzensport verschiebt man seine Grenzen. Am deutlichsten spürte ich meine Grenzen nach meinen Verletzungen. Da ließ sich mein Körper nicht durch Willenskraft kontrollieren. Ich musste akzeptieren, dass Heilung ihre eigene

Geschwindigkeit hat. Diese Zeit zeigte mir: Stärke bedeutet nicht nur weiterzukämpfen, sondern auch, geduldig zu sein, Hilfe anzunehmen und einen Schritt zurückzugehen.

Was hat Ihr Sport Sie über Ihren Körper gelehrt, das Sie sonst nie gelernt hätten? Mein Sport hat mir gezeigt, dass der Körper ein ehrliches Feedbacksystem ist. Müdigkeit, Schmerzen oder innere Unruhe lassen sich eine Zeit lang übergehen – irgendwann wird er deutlicher. Ich habe gelernt, dass Belastung und Regeneration zusammengehören. Entwicklung entsteht nicht nur im Training; der Körper wird in der Erholung stärker. Unser Leben bewegt sich zwischen Anspannung und Entspannung, Erfolg und Enttäuschung, Kontrolle und Loslassen. Es geht nicht darum, dieses Pendel anzuhalten, sondern die eigene Mitte nicht zu verlieren. Körpergefühl heißt für mich auch, rechtzeitig zu erkennen, wann es genug ist und was ich brauche, um wieder bei mir anzukommen.

FOTO : Z VG

ANNA VEITH CHRISTIAN SCHIESTER Was fasziniert Sie an dem, was Ihr Körper kann – und was fordert er von Ihnen dafür? Mich fasziniert allgemein, wozu unser menschlicher Körper fähig ist. Zum Vergleich: Die Hummel kann nur deshalb fliegen, weil sie nicht weiß, dass sie physikalisch gesehen nicht fliegen dürfte, weil sie in der Proportion zwischen Flügelgröße und Körpergewicht viel zu schwer ist. Ähnlich verhält es sich mit dem „normalen“ Menschen. Er weiß gar nicht, wie unfassbar groß seine Möglichkeiten sind und bleibt oftmals deshalb auf dem Sofa sitzen. Ich habe vor vielen Jahren beschlossen, dieses Sofa zu verlassen und mein Leben bzw. meinen Körper an die Grenzen zu führen. Er fordert dafür regelmäßiges Training, präzise eingesetzte Regeneration und gut gewählte Nahrung.

Was braucht es, um den Körper an seine Grenzen zu bringen, und wann haben Sie diese am deutlichsten gespürt? Es braucht eisernen Willen, eine gute Portion Egoismus, Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit – und vielleicht eine gesunde Ration Wahnsinn. Mein alter Trainer hat vor vielen Jahren zu mir gesagt: ‚Es passt schon, was und wie du es machst. Denn nur die Verrückten konnten etwas bewegen auf dieser Welt!‘ Diese Aussage fällt mir immer wieder ein, wenn ich in den harten und oft

Was hat Ihr Sport Sie über Ihren Körper gelehrt, das Sie sonst nie gelernt hätten? Schmerz ist nicht nur unangenehm, sondern eine überwindbare Hürde, die notwendig ist, um überhaupt in körperliche und auch geistige Ebenen vorzudringen, die man sich niemals vorstellen hätte können. Das Leben ist viel zu kurz, um ‚normal‘ zu sein. Es ist wie das Salz in der Suppe, Abenteuer zu erleben, die nicht nur körperlich, sondern auch geistig fordern. Und eines war und ist mir besonders wichtig: sich niemals auf den verdienten Lorbeeren auszuruhen, sondern sich ständig zu überdenken und womöglich täglich neu zu erfinden. Das Leben ist auch zu kurz für irgendwann. Deshalb mein Appell: Gehen wir die Dinge heute und nicht erst morgen an, denn morgen kann es schon zu spät sein.

CHRISTIAN REDL

Als 13-facher Freitauch-Weltrekordhalter fasziniert mich bis heute, wozu der menschliche Körper fähig ist. In über 25 Jahren habe ich immer wieder erlebt, dass die meisten Grenzen nicht physischer Natur sind, sondern im Kopf entstehen. Wir unterschätzen unser Potenzial oft selbst. Wer lernt, Ängste zu kontrollieren, Vertrauen aufzubauen und mental ruhig zu bleiben, kann Leistungen erreichen, die zunächst unmöglich erscheinen. Dafür braucht es Disziplin, Geduld und die Bereitschaft, den eigenen Gedanken nicht immer zu glauben.

Was braucht es, um den Körper an seine Grenzen zu bringen, und wann haben Sie diese am deutlichsten gespürt? Ich habe meine körperlichen Grenzen viermal sehr deutlich gespürt: Bei Weltrekordversuchen und Wettkämpfen bin ich bewusstlos geworden. In diesen Momenten hatte ich die physiologische Grenze meines Körpers überschritten. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper zu verstehen und seine Signale ernst zu nehmen. Höchstleistungen entstehen nicht dadurch, Grenzen zu ignorieren, sondern sie zu kennen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.

Was hat Ihr Sport Sie über Ihren Körper gelehrt, das Sie sonst nie gelernt hätten? Meine größte Erkenntnis ist die Kraft der Atmung. Sie verbindet Körper und Geist wie kaum etwas anderes. Mit der richtigen Atmung kann ich meinen Puls senken, Stress reduzieren und selbst in Extremsituationen einen klaren Kopf bewahren. Dieses Wissen begleitet mich längst nicht mehr nur unter Wasser. Es hilft mir jeden Tag – beruflich und privat. Für mich ist die Atmung der einfachste und zugleich wirkungsvollste Schlüssel zu mehr Gesundheit, Gelassenheit und Leistungsfähigkeit.

FOTO : M A RT I N A I G N ER

Was fasziniert Sie an dem, was Ihr Körper kann – und was fordert er von Ihnen dafür?

schmerzhaften Momenten meiner Abenteuer alles infrage stelle. Am deutlichsten gespürt habe ich die körperlichen Grenzen bei meinen Läufen durch die Antarktis, durch den Dschungel Brasiliens, durch die Wüsten Sahara – Gobi – Atacama oder auch über den Himalaya. Und auch aktuell spüre ich sie, wenn ich mit meiner ‚EL TORO‘ in die hohen Gewittertürme mitten am Ozean hineinsegle und nicht weiß, ob und wie ich da jemals wieder rauskommen kann.

FOTO : J Ü R G EN S K A RWA N / R ED B U L L C O N T EN T P O O L

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EXPERTISE

Früherkennung mit System: Neues Screening für Prostatakrebs – Univ.Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat klärt auf Bisher hing die Prostatakrebs-Früherkennung oft von Eigeninitiative ab. Mit einem neuen österreichweiten Screening-Programm soll sich das ändern: Männer zwischen 50 und 70 Jahren werden in Österreich künftig aktiv zur Vorsorge eingeladen – unkompliziert per Bluttest und nach klar definierten medizinischen Kriterien.

P

rostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Österreich – und die Fallzahlen werden europaweit in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um mehr als 40 Prozent steigen. Umso wichtiger ist ein strukturiertes Früherkennungsangebot. Frauen kennen es seit Jahrzehnten: Ab einem bestimmten Alter erhalten sie die Einladung zur Mammografie. Für Männer gab es ein vergleichbares Angebot bisher nicht – wer seinen PSA-Wert bestimmen lassen wollte, musste selbst aktiv werden. Das ändert sich jetzt. Die österreichischen Fachgesellschaften haben gemeinsam mit mehr als 20 Partnerorganisationen – von Sozialversicherungsträgern bis zu Patientenvertretungen – ein nationales Früherkennungsprogramm entwickelt: Alle Männer zwischen 50 und 70 Jahren werden künftig aktiv zur ProstatakrebsVorsorge eingeladen.

Und gleich vorweg, weil es viele Männer jahrzehntelang abgehalten hat: Eine rektale Tastuntersuchung ist dafür nicht nötig. Die Vorsorge ist ein einfacher Bluttest, der bei Hausärzt:innen, Labor oder Urolog:innen durchgeführt werden kann. Der PSA-Wert bestimmt dann das weitere Vorgehen: Bei niedrigen Werten genügt die nächste Kontrolle in zwei bis fünf Jahren. Nur bei erhöhten Werten folgen eine Bestätigungsmessung, die Vorstellung bei Urolog:innen und – wenn nötig – eine MRT. Eine Gewebeprobe wird erst gemacht, wenn die MRT einen verdächtigen Befund zeigt. Ein erhöhter Wert bedeutet also keineswegs automatisch Krebs. Und selbst harmlose Karzinome werden nicht vorschnell behandelt, sondern engmaschig überwacht. Behandelt wird nur, was behandelt werden muss.

Die Wissenschaft dahinter ist eindeutig: Organisiertes Screening findet mehr relevante Karzinome rechtzeitig, reduziert gleichzeitig unnötige Tests und Überdiagnosen um rund ein Viertel – und kann langfristig sogar Kosten im Gesundheitssystem reduzieren. Vor allem aber ist es gerechter: Künftig wird jeder Mann eingeladen, unabhängig von Bildung, Einkommen oder Wohnort. Früherkennung wird vom Privileg zur Selbstverständlichkeit. Die öffentliche Umsetzung ist für 2027 geplant. Österreich schließt damit zu jenen europäischen Ländern auf, in denen organisiertes Screening bereits erfolgreich läuft – und setzt damit die Empfehlung der Europäischen Union konsequent um.

Der Penis als Frühwarnsystem für die Herzgesundheit FOTO : F EL I C I TAS

Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat Vorstand der Universitätsklinik für Urologie und Leiter des Comprehensive Cancer Center der Medizinischen Universität Wien / AKH Wien

Erektionsstörungen können ein frühes Warnsignal für Herz-KreislaufErkrankungen sein. Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie und des Comprehensive Cancer Centers an der MedUni/AKH Wien sowie Präsident der Zentraleuropäischen Gesellschaft für Urologie, erklärt, welche Signale Männer ernst nehmen sollten. Prof. Shariat, wie steht es um die Männergesundheit in Österreich? Männer in Österreich leben kürzer als Frauen und verbringen weniger Jahre in guter Gesundheit. Das hängt mit Lebensstil und ihrem Umgang mit Gesundheit zusammen: Männer suchen oft erst medizinische Hilfe, wenn etwas weh tut. Unterschätzt wird die Libido, sie hängt von vielen Faktoren ab: Beziehungen, Psyche, Schlaf, Stress und Medikamenten. Anhaltende sexuelle Unlust kann auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Noch aussagekräftiger kann die Erektion sein. Eine neu auftretende Erektionsstörung kann ein frühes Warnsignal für eine Gefäßerkrankung (Herzinfarkt oder Schlaganfall) sein. Studien zeigen, dass Erektionsstörungen einem kardiovaskulären Ereignis um mehrere Jahre vorausgehen können.¹

Warum zeigt sich eine Gefäßerkrankung hier so früh? Die Erektion ist ein empfindlicher Test für die Gesundheit unserer Blutgefäße. Die Arterien im Penis sind kleiner als die Herzkranzgefäße. Deshalb können sich Veränderungen des

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Gefäßsystems dort früher bemerkbar machen. Das ist eine große Chance für die Prävention.

Was sollte ein Mann bei Erektionsproblemen tun? Stress, Müdigkeit und Alkohol können die Erektion vorübergehend beeinträchtigen. Treten Probleme jedoch über mehrere Wochen auf, sollten Blutdruck, -zucker und -fette kontrolliert werden. Je nach Beschwerden ist ein Hormonstatus inkl. Testosteron sinnvoll. Erektionsstörungen sind sehr häufig und meistens gut behandelbar.² Testosteron ist ein wichtiger Baustein, aber nicht isoliert betrachtet. Bei deutlicher Lustlosigkeit, Erektionsproblemen, Erschöpfung oder Verlust von Muskelkraft ist eine Bestimmung sinnvoll. Von einem klinisch relevanten Testosteronmangel sprechen wir erst bei entsprechenden Beschwerden und wiederholt niedrigen Werten.³

Was können Männer für ihre Gesundheit tun?

kein Rauchen – letzteres schädigt die Gefäße direkt. Auch übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt Gefäße, Hormone und Sexualfunktion. Studien zeigen, dass Gewichtsabnahme und mehr Bewegung bei übergewichtigen Männern mit Erektionsstörungen die Erektionsfähigkeit deutlich verbessern können.4 Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich abklären lassen.

Die männliche Fruchtbarkeit ist rückläufig. Warum? Internationale Analysen zeigen einen deutlichen Rückgang der Spermienkonzentration über mehrere Jahrzehnte.5 Übergewicht, Rauchen und Hitzeexposition sowie Umweltfaktoren wie hormonell wirksame Substanzen und Mikroplastik spielen eine Rolle. Wir untersuchen diese Zusammenhänge wissenschaftlich; Mikroplastik wurde bereits in menschlichen Hodenproben nachgewiesen, ein ursächlicher Zusammenhang mit eingeschränkter Fruchtbarkeit ist allerdings noch nicht bewiesen.6

Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Stressreduktion,

Statistik Austria. Demographische Indikatoren und Sterbetafeln: Lebenserwartung bei der Geburt (Sterblichkeitsverhältnisse 2025: Männer 80,15 Jahre, Frauen 84,60 Jahre). Wien; 2026. https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/demographische-indikatoren-und-tafeln/sterbetafeln Statistik Austria. Lebenserwartung in Gesundheit (Neugeborene: Männer 63,1 Jahre, Frauen 64,7 Jahre in guter Gesundheit). Wien. https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gesundheit/gesundheitszustand/lebenserwartung-in-gesundheit Wu FC, Tajar A, Beynon JM, et al. Identification of late-onset hypogonadism in middle-aged and elderly men. N Engl J Med 2010;363(2):123–35. PMID: 20554979. https://doi.org/10.1056/NEJMoa0911101 Montorsi P, Ravagnani PM, Galli S, et al. Association between erectile dysfunction and coronary artery disease. Role of coronary clinical presentation and extent of coronary vessels involvement: the COBRA trial. Eur Heart J 2006;27(22):2632–9. PMID: 16854949. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehl142 Vlachopoulos CV, Terentes-Printzios DG, Ioakeimidis NK, Aznaouridis KA, Stefanadis CI. Prediction of cardiovascular events and all-cause mortality with erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2013;6(1):99–109. PMID: 23300267. https://doi.org/10.1161/CIRCOUTCOMES.112.966903 Inman BA, St Sauver JL, Jacobson DJ, et al. A population-based, longitudinal study of erectile dysfunction and future coronary artery disease. Mayo Clin Proc 2009;84(2):108–13. PMID: 19181643. https://doi.org/10.4065/84.2.108


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Entgeltliche Einschaltung FOTO : M A RT I N & K L EI N G M B H

Tumorbehandlung mit Cyberknife: hochpräzise, schonend und nahezu nebenwirkungsfrei Dr. Alfred Haidenberger behandelt Tumoren mit dem Cyberknife-System – einer Hochpräzisionsbestrahlung, die er maßgeblich mitentwickelt hat. Wie die Technologie funktioniert, warum sie gerade für Prostatapatienten relevant ist und was sie von herkömmlichen Verfahren unterscheidet, erklärt der Radioonkologe und Radiochirurg aus Salzburg im Interview. FOTO : M A RT I N & K L EI N G M B H

Dr. Alfred Haidenberger Ärztlicher Leiter CyberKnife® Salzburg

Dr. Haidenberger, was genau ist Cyberknife – und was unterscheidet die Technologie von herkömmlicher Chirurgie und Strahlentherapie? Der Name klingt nach Chirurgie, aber es gibt keinen Schnitt und kein Skalpell. Cyberknife arbeitet mit einem hochfokussierten Röntgenstrahl, der so präzise ist wie ein chirurgisches Instrument – nur eben berührungslos und von außen. Wir erreichen dabei eine Genauigkeit von 0,1 bis 0,4 Millimetern. Das ist präziser als jede menschliche Hand. Weil wir gesundes Gewebe damit deutlich besser schonen, können wir pro Sitzung eine höhere Strahlendosis verabreichen. Für Prostatapatienten heißt das: Statt sechs bis acht Wochen täglicher Bestrahlung sind nur drei bis fünf Sitzungen nötig.

Wie funktioniert die Behandlung technisch? Unser System – das Cyberknife S7 – ist bildund robotergesteuert. Über dem Behandlungstisch sitzt ein hochauflösender Detektor, der permanent auf das Zielgebiet fokussiert ist. Bewegt sich der Patient auch nur minimal, erfasst das System die Bewegung sofort und justiert den Bestrahlungsroboter in Bruchteilen von Sekunden nach. Dieses KI-gesteuerte Zusammenspiel aus Bildgebung, Roboter und Bestrahlungseinheit ergibt eine Präzision, die einzigartig ist. Wir arbeiten mit dem derzeit modernsten und neuesten System, welches weltweit nur zweimal existiert: bei uns in Salzburg und einmal in Japan.

Behandlungstisch – und kann danach direkt nach Hause gehen. Keine Vollnarkose, kein Krankenhausaufenthalt. Bei der herkömmlichen Behandlung sieht das anders aus: OP mit Vollnarkose, mindestens ein Tag Intensivstation, etwa eine Woche Krankenhaus. Danach oft sechs bis acht Wochen konventionelle Bestrahlung – und häufig eine antihormonelle Therapie, die den Hormonhaushalt massiv beeinträchtigt. Die Sexualität geht praktisch auf null, viele Patienten nehmen deutlich zu, dazu Antriebslosigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit. All das fällt bei der Cyberknife-Behandlung weg. Häufig äußern Patienten nach der ersten Sitzung sogar Zweifel, weil sie überhaupt nichts gespürt haben. Dass sich damit rund 98 Prozent der Tumoren erfolgreich behandeln lassen, ist für viele in dem Moment schwer vorstellbar.

Nach einer Prostata-OP berichten viele Männer von Harninkontinenz und Erektionsproblemen. Wie sieht das nach einer Cyberknife-Behandlung aus? Das onkologische Ergebnis unserer leitliniengerechten Behandlung ist mindestens gleichwertig – aber ohne Harninkontinenz und ohne Erektionsprobleme. Die Lebensqualität bleibt erhalten. Das ist besonders wichtig, weil der typische Prostatapatient heute längst kein alter Mann mehr ist – viele stehen mitten im Berufsleben und haben ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen.

Was bedeutet eine Cyberknife-Behandlung konkret für den Patienten?

Was passiert, wenn nach einer Operation der Tumor wiederkommt?

Die drei bis fünf Sitzungen finden ambulant statt, an aufeinanderfolgenden Tagen, und dauern jeweils etwa 15 Minuten. Der Patient kommt in Alltagskleidung, legt sich auf den

In bis zu 30 Prozent der Fälle ist nach einer radikalen Operation eine zusätzliche Strahlentherapie notwendig – weil ein Tumorrest verblieben ist oder sich ein Rezidiv gebildet hat.

Genau diese Fälle lassen sich mit Cyberknife gezielt behandeln, ohne das bereits vorbehandelte Gewebe zusätzlich zu belasten.

In welchen Bereichen wird Cyberknife noch eingesetzt? Neben Tumoren der Prostata behandeln wir gutartige hirneigene Tumoren und Metastasen im Gehirn, Rückenmarkstumoren sowie Tumoren der Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Knochen und Lymphknoten und wiederkehrende Gebärmutterhalstumoren. Das Spektrum wächst stetig, weil die Studienlage immer weitere Einsatzgebiete bestätigt.

Wie kamen Sie dazu, sich auf Cyberknife zu spezialisieren? Ich war als Oberarzt an der Uniklinik Innsbruck tätig. Die onkologischen Ergebnisse wurden immer besser, aber die Nebenwirkungen blieben. Das wollte ich ändern. In Deutschland habe ich das ursprünglich aus den USA stammende Cyberknife-System dann maßgeblich weiterentwickelt. Es vergeht kein Tag, an dem ich zu meinen Physikern nicht sage, wie beeindruckend die Ergebnisse des S7 sind.

Was würden Sie einem Patienten mit frischer Prostatakrebsdiagnose raten? Lassen Sie sich gründlich aufklären – nicht nur über die OP selbst, sondern auch über die mögliche antihormonelle Therapie und deren Auswirkungen auf Ihren Alltag. Erst dann ist eine wirklich informierte Entscheidung möglich. Wichtig zu wissen: Cyberknife wird von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit nur in Einzelfällen bezuschusst. Privatversicherte können in der Regel mit Zuschüssen rechnen.

Cyberknife Salzburg Europastraße 10 5020 Salzburg Tel.: +43 662 293029 info@cyberknifesalzburg.com

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INSPIRATION

Der Krebs kam, als mein größtes Glück begann Herbert Steinböck (68) erhielt 2003 die Diagnose Prostatakrebs – kurz nachdem er erfahren hatte, dass er Vater wird. Hier spricht der Kabarettist und Schauspieler darüber, wie er sich mit dem Krebs auseinandersetzte und ihn letztlich besiegte. FOTO : M A N F R ED BAU M A N N

Herbert Steinböck Schauspieler und Kabarettist

Was machte die Diagnose damals mit Ihnen? Ich war 45, stand mitten im Leben, ließ mich jedes Jahr durchchecken. Zu meiner Urologin ging ich beschwerdefrei. Doch mein PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) war erhöht. Die Biopsie ergab: Prostatakrebs. Ich war komplett verzweifelt, doch sortierte mich: Ein Prostatakrebs wächst langsam. Ich hatte Zeit, meinen Feind kennenzulernen. Ich las mich ein, besuchte Ärzt:innen mit profundem Wissen. Dass ich jetzt Krebs hatte, wo der wertvollste Mensch unterwegs war, war ein Schock. Doch die bevorstehende Vaterschaft gab mir Kraft: Ich wollte mein Kind kennenlernen, also musste ich gegen den Krebs ankämpfen. Trotzdem bereitete ich bis zur OP mein Testament vor. Dann wurde ich sechs Stunden operiert. Doch ich vertraute der Schulmedizin.

Welche Information hätten Sie sich vor Ihrer OP gewünscht? Mir hätte geholfen, wenn ich das WorstCase-Szenario gekannt hätte: mögliche

Harninkontinenz und Impotenz. Stattdessen erfuhr ich erst beim ersten Gespräch direkt nach der OP – noch benommen von der Narkose –, was Sache ist. Ich wachte mit seitlichem Ausgang (Bauchdeckenkatheter) auf, der gelegt worden war, um den Urin sicher abzuleiten. Keine:r klärte mich auf, dass ich trotzdem normal urinieren hätte können. Also tat ich alles, um meinen Harndrang zu unterdrücken und meinen Urin zurückzuhalten – eine unnötige Quälerei. Ich regte nach meiner OP deshalb einen Katalog mit Fragen und Antworten an, den jeder Prostatakrebspatient bekommen sollte, damit er weiß, was die Diagnose Prostatakrebs bedeutet, samt OP, Kollateralschäden etc.

Sie brachten Ihren Prostatakrebs auf die Bühne: Therapie oder Botschaft? Meine Krebsgeschichte zeigte mir, dass ich nicht der einzig ‚unwissende‘ Mann zum Thema Prostata war. Wo ist sie, welche Funktion hat sie? Nun trau ich mich, auf Menschen zuzugehen und mögliche Fragen zu beantworten. Vorsorge ist für mich Teil von

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Selbstfürsorge. Als ich dann mein erstes Soloprogramm schrieb, wollte ich unbedingt über meine Erfahrung mit dem Prostatakrebs offen sprechen. Die Reaktionen des Publikums bestätigten mich: Vor allem Frauen stellten Fragen. Kein Wunder, sind sie es oft, die ihre Männer zum Gesundheitscheck schicken.

Was würden Sie einem Mann sagen, der seit Jahren bei keiner Untersuchung war? Ich rate zum regelmäßigen Gesundheitscheck bei Hausärzt:innen samt Blutbild. Lassen Sie auch die PSA-Werte prüfen – wer direkt zur Vorsorge bei Urolog:innen geht, spart sich die 20 Euro. Bei mir wurde 2004 noch der ganze Bauch aufgeschnitten, heute ist der Eingriff meist minimalinvasiv: Prostatakrebs lässt sich gut bekämpfen und überleben und Kollateralschäden sind gut zu managen, da spreche ich aus Erfahrung! Je früher er erkannt wird, desto besser.

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INSPIRATION

Rennstrecke: Ein Platz für große Gefühle? Ernst Hausleitner (58) spricht im Interview über „Männersachen“, die er als Sportjournalist im Spitzensport auf Formel-1- und Skipisten beobachtet. Zudem erzählt er, wie er mit den Herausforderungen des Älterwerdens umgeht. FOTO : O R F H A N S L EI T N ER

Ernst Hausleitner ORF-Sportmoderator und Formel-1-Kommentator

Über den Teamfunk erleben F1-Zuschauer:innen viele Gefühlsausbrüche. Im Interview mit Ihnen treten die Fahrer recht beherrscht auf. Wie nehmen Sie das wahr? Es ist eine Frage der Persönlichkeit, welche Details ein Pilot von sich preisgibt. Funksprüche, die wir auf Sendung hören, werden oft erst von der internationalen Regie abgehört, ausgewählt und dann ausgestrahlt. Das heißt, es liegt auch in deren Händen, wie ein Fahrer dargestellt wird. Nach dem Rennen sind Emotionen oft verflogen und die Aussagen wirken schaumgebremst oder vom Team vorgegeben. Jüngere Fahrer sind oft zurückhaltender, etablierte lehnen sich weiter aus dem Fenster.

Sie interviewen F1-Fahrer seit vielen Jahren: Spricht die jüngere Generation heute offener über Gefühle?

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Das ist im Spitzensport ein schmaler Grat. Lando Norris hat vor zwei Jahren Nervosität und Selbstzweifel zugegeben und über mentalen Druck gesprochen. Für viele war dieses Interview ein Schritt in die richtige Richtung, für andere ein Eingestehen von Schwäche.

Aber ja, es wird offener über mentale, psychische Probleme gesprochen, auch wenn die Entwicklung im Schneckentempo verläuft.

Auch beim Ski-Weltcup geht‘s rasant zu. Die Sportler:innen gehen dabei an körperliche Grenzen. Was braucht es, damit sie sicher ans Ziel kommen? Verglichen mit der F1, deren größte Errungenschaft ein Maximum an Sicherheit ist, verläuft die Diskussion im Skisport oft scheinheilig – möglicherweise, weil die Industrie dahinter kleiner ist und die Mittel zur Entwicklung fehlen. Gefährlich wird es im Skisport dann, wenn die Läufer:innen sich zurücknehmen und nicht zu 100 % von ihrem Können und Material überzeugt sind.

Sie fahren selbst Ski, für den Adrenalinkick oder zum Laden leerer Akkus? Ich regeneriere am besten, wenn ich aktiv bin, Skifahren gehört hier dazu. Bewegungsdrang hatte ich immer schon, mit höherem Alter haben sich die Sportarten geändert. Früher waren es Fußball und Motocross, heute bin ich

leidenschaftlich gerne in den Bergen unterwegs, gehe Skitouren oder fahre Rennrad.

Ertappen Sie sich mitunter dabei, dass Sie Warnsignale Ihres eigenen Körpers ignorieren? Oft war es so, dass in meinen 30 Jahren als Sportjournalist die Arbeit eine willkommene Ablenkung von privatem Stress war. Die Kommentatoren-Kabine ist nach wie vor meine Wohlfühloase. Mühsamer wird aber das Reisen. Früher bin ich kurz nach einer Kreuzband-OP mit Krücken zum Grand Prix von Japan geflogen oder habe wenige Tage nach einer Darm-OP die Sport-Weihnachtssendung moderiert; weil ich unbedingt wollte. Das würde ich heute nicht mehr machen – und mehr auf meine Gesundheit achten.

Viele Männer lassen sich erst untersuchen, wenn es nicht mehr anders geht. Was geben Sie diesen mit? Vorsorge sollte jeder Mann zu seiner normalen Routine machen – wie den TÜV beim Auto.

Entgeltliche Einschaltung

Naturkosmetik schont Haut, Haare, Geldbeutel und Umwelt Friseurmeister Willi Luger ist seit 1996 auch Hersteller von biozertifizierter Hautund Haarpflege, die er unter der Marke CULUMNATURA® an Friseur:innen, Kosmetiker:innen sowie Ärzt:innen vertreibt. Im Interview erklärt er, welche Vorteile ganzheitliche Naturkosmetik gegenüber herkömmlicher Kosmetik bringt. FOTO : R I TA N E W M A N

Willi Luger Firmengründer CULUMNATURA®

Warum lohnt der Blick auf die Inhaltsstoffe herkömmlicher Kosmetik?

Was machen Sie als Hersteller von Naturkosmetik anders?

Was sind Ihre Tipps für Männer, die sich nachhaltiger pflegen wollen?

Die Kosmetikindustrie strebt Gewinnmaximierung an. Das gelingt nur, wenn möglichst günstige Rohstoffe für Produkte verwendet werden, die sich einfach handeln lassen. Die Wirkung der Produkte ist hier – optisch wie haptisch – allerdings nur für einen Moment vorhanden. Sobald das Produkt abgewaschen wird, ist auch die Wirkung verschwunden – und ebenso die Nachhaltigkeit. Glycerin zum Beispiel zählt derzeit zu den meistverwendeten Inhaltsstoffen – sogar in Naturkosmetik. Es wird als Feuchtigkeitsregulator angepriesen, ist aber ein billiger Füllstoff, der u. a. bei der Biodieselproduktion anfällt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (über 70 %) bindet es Wasser aus der Luft. Bei geringer Luftfeuchtigkeit, etwa in beheizten Räumen, entzieht es der Haut sogar Wasser. Die Folge: Hauttrockenheit! Die Industrie verspricht eine Wirkung, die Glycerin nicht nur nicht hält, sondern ins Gegenteil verkehrt. Wer mehr dazu wissen will, hört unseren Podcast ‚Tatort Friseursalon‘*.

Wir verfolgen als Pionier-Unternehmen die Prinzipien der Gemeinwohlökonomie: Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung, Kooperation statt Konkurrenz. Wir setzen konsequent auf hochwertige natürliche Inhaltsstoffe aus Österreich, produzieren im Land und bieten unsere Produkte im praktischen Baukastenprinzip an: So erhält jede:r eine zur eigenen Haut und zum eigenen Haar individuell zugeschnittene Pflege. Die richtige Anwendung setzt eine umfassende Beratung bei geschulten Fachleuten voraus. Selbstverständlich hat das seinen Preis. Mit unseren natürlichen Inhaltsstoffen schonen wir Haut und Haare und pflegen sie auf natürliche Weise. Zugleich belasten wir damit die Umwelt weniger. Ganz wichtig: Wir deklarieren alle Inhaltsstoffe wie vorgeschrieben in Latein und zusätzlich in der Sprache der Märkte, die wir bedienen. Die Verbraucher:innen sollen wissen, was sie von uns bekommen. Wir haben nichts zu verbergen.

1. Wer in Österreich Produkte als Naturkosmetik deklariert, muss auch 95 % natürliche Inhaltsstoffe liefern: Made in Austria und ein hierzulande anerkanntes BIO-Zertifikat stehen für echte Naturkosmetik. 2. Weniger ist mehr: Ein Shampoo für die Haare kann zugleich als Duschgel dienen. Ein Haarwasser als Rasierwasser. Und mit ein paar Tropfen ätherischem Öl erhält eine Basislotion den Duft, den Mann sich wünscht. 3. Beim Umstellen von herkömmlicher auf natürliche Pflege ist Geduld gefragt: Zunächst muss man den eigenen Haut- und Haartyp herausfinden und damit den Pflegebedarf. Nach dem Entfernen der chemischen Produkte brauchen die Naturprodukte Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Die sollte man ihnen geben. CULUMNATURA® Naturfriseur:innen beraten hier ganzheitlich.

Hier finden Sie Ihren CULUMNATURA® NATURfriseur:

Jetzt reinhören: Podcast „Tatort Friseursalon“


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Vertrauen entsteht durch Wissen, Aufklärung, das Gefühl, ernst genommen zu werden – und den Mut, auf die eigene Intuition zu hören.


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