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NR. 11

22. April 2010

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EisHockey

Das Zeugnis für die Südtiroler Teams

TENNIS

Karin Knapp denkt nicht ans Aufhören

FUSSBALL

Der FC Südtirol will auch Spezia knacken

AKTIV

Poste Italiane SpA – Spedizione in Abbonamento Postale – DL 353/2003 (conv. in L..27/02/04 n..46 ) art. 1, comma 1 CNS Bolzano n 8/2009

€ 0,50

Inlineskaten

by

Oberliga:

Der Abstiegskampf spitzt sich zu


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Liebe Sportfreunde,

editorial



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1500 Fans

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WARM UP 4

Bild der Woche

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Telegramm

SPORTS

Operettenpublikum werden wir Südtiroler oft genannt. Leidenschafts- und teilnahmslos, schnell der Kritik verfallen, sollen wir angeblich sein. Und ohnehin nur vor Ort, also im Stadion oder am Pistenrand, wenn wirklich ganz großer Sport geboten wird. Dass dem nicht so ist, haben am vergangenen Samstag die Zuschauer des Handballderbys Brixen gegen Bozen bewiesen. Die Stimmung unter den knapp war grandios. Von der ersten bis zur letzten Minute feuerten hier die Grün-Weißen, dort die Weiß-Roten ihr Team an. Mit einer Intensität – ich weiß nicht, ob die Schlachtenbummler auf den Rängen mehr geschwitzt haben, als die Spieler auf dem Feld. Und trotzdem war alles und fair. Gerade deshalb ziehe ich vor beiden Fanlagern den Hut und hoffe, dass es auch beim entscheidenden Spiel an diesem Samstag ähnlich stimmungsvoll zugehen wird. Möge am Ende das bessere Team das Endspiel erreichen.

friedlich 19

TENNIS Karin Knapp auf dem Weg zurück

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CURLING Curling und Eisstockschießen im Vergleich

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HANDBALL Die Entscheidungen stehen bevor

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FUSSBALL Der Oberliga-Abstiegskampf spitzt sich zu

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Der Ligenrundblick

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FC Südtirol vor Top-Spiel gegen Spezia

ENDSPURT

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EISHOCKEY Serie A1: Nach der Saison ist vor der Saison

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EIN ANRUF BEI

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Aktiv

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Sterzing plant für die erste Liga

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Rätsel

„Am Ende der Straße steht ein Haus am See“ trällert es aus der SportMagazin-Redaktion Ihr Hannes Kröss hannes.kroess@sportmagazin.bz

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Eine Gedenkminute Nicht nur in Südtirol, auch außerhalb unserer Landesgrenzen, wurde bei Sportveranstaltungen in ganz Italien eine Gedenkminute für die Opfer des Zugunglücks im Vinschgau abgehalten. Im Bild die Spieler des FC Südtirol beim Auswärtsspiel in San Giusto Canavese. Foto: Il Canavese Sport


Bild der Woche

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telegramm

Schwazer weiter im Aufwind LEICHTATHLETIK In seinem fünften Saisonwettkampf feierte Alex Schwazer am vergangenen Sonntag seinen fünften Sieg. Der Olympiasieger über 50 km Gehen ließ seiner Konkurrenz auf der 10 km langen Strecke in Villar Dora bei Turin keine Chance. Mit einer Zeit von exakt 40 Minuten verwies er den 20-km-Olympiasieger von Athen Ivano Brugnetti auf den zweiten Platz. Schwazer wird seine Vorbereitung auf den Weltcup Mitte Mai in Mexiko nun im Schnalstal fortsetzen.

Achtungserfolg für

Rudi Brunner

LEICHTATHLETIK Einen überraschenden Sieg feierte der Meraner Rudi Brunner beim Halbmarathon in Wien. Die 21 km spulte er in einer Zeit von 1:09.14 Stunden ab und erarbeitete sich bis zum Zieleinlauf einen Vorsprung von 29 Sekunden auf den zweitplatzierten Karl Aumayer aus Österreich. Mit Gunnar Leitner (8.) und Alex Rabensteiner (15.) konnten sich zwei weitere Südtiroler unter den Top-Läufern im Halbmarathon platzieren.

Eishockey-Leckerbissen in der Eiswelle

EISHOCKEY Obwohl die heimischen Meisterschaften mit dem Titelgewinn von Asiago zu Ende gegangen sind, können sich die Südtiroler Eishockeyfans auf ein weiteres Highlight freuen: Am Samstag, 24. April trifft die italienische Nationalmannschaft in der Bozner Eiswelle auf die russische Auswahl. Im Aufgebot des viermaligen Weltmeisters stehen mit Anton Khudobin (Minnesota Wild), Artem Anisimov (New York Rangers) und Evgeny Artyukhin (Atlanta Trashers) drei NHL-Spieler. Der Puckeinwurf erfolgt um 19.30 Uhr. Sollten die Russen aufgrund des eingeschränkten Flugbetriebes nicht nach Südtirol kommen, trifft Italien auf Frankreich. Am 1. und 2. Mai bestreiten die „Azzurri“ gegen Kasachstan zwei weitere WM-Vorbereitungsspiele in Bozen. 6

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Telegramm

Neumarkt droht der Abstieg

FUSSBALL Beim Landesligisten Neumarkt können allmählich die Planungen für die 1. Amateurliga beginnen. Die Unterlandler konnten lediglich eines der letzten 15 Meisterschaftsspiele für sich entscheiden und verloren am vergangenen Spieltag das Sechs-Punkte-Duell gegen den Tabellen-14. Latzfons Verdings klar mit 3:0. Nur mehr ein Fußballwunder kann den abgeschlagenen Tabellenletzten vor dem Abstieg retten.

28,61 Sekunden benötigte Nachwuchsschwimmerin Arianna Letrari für die 50 m Delfin und stellte somit bei der Hallen-Italienmeisterschaft in Riccione einen neuen Junioren-Landesrekord auf. Die Zeit reichte für den vierten Endrang.

Dorflauf-Saison

hat begonnen

LEICHTATHLETIK Beim Auftakt der VSS-Stadt- und Dorfläufe in Terlan unterstrich Daniel Hofer seinen blendenden Formstatus. Der frischgebackene Duathlon-Italienmeister konnte die Konkurrenz auf der 5,3 km langen Strecke abhängen und erreichte mit einer Zeit von 16,09 Minuten als erster von 350 Teilnehmern das Ziel. Rang zwei ging an Hannes Rungger. Das Frauenrennen über 3,3 km entschied Elisabeth Trenker für sich und verwies Petra Pichler und Barbara Egger auf Platz zwei und drei.

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Minuten wartet der FC Sarntal in der 1. Amateurliga bereits auf einen Torerfolg. Den letzten Treffer erzielte Michael Groß am 28. März beim 2:2-Remis gegen den SC Passeier.

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telegramm

Feier für

Carolina!

EISKUNSTLAUF Ein Wellental waren Carolina Kostners Leistungen in diesem Winter. Nach dem triumphalen Gewinn der Europameisterschaft folgte der tiefe Fall bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Doch charakterstark wie die Grödnerin nun einmal ist, fand sie wieder zu ihrer bewährten Form zurück und zauberte bei der WM in Turin eine faszinierende Darbietung aufs Eis, die ihr Platz sechs bescherte (punktemäßig nur minimal hinter einem Medaillenplatz) und das Publikum zu stehenden Ovationen bewog. Dies alles war für die Gemeindeverwaltung von St. Ulrich Grund genug, Carolina in ihrem Heimatort in schlichter Form, aber umso herzlicher zu empfangen. Bei einem sensationell schmackhaften Essen im „Grones“ gab es allerlei Darbietungen für Carolina, ihren Freund Alex Schwazer und die gesamte Familie Kostner. Ein Wellness-Wochenende in der Toskana für zwei Personen war das passende Geschenk der Gemeindeverwalter an Carolina.

Lukas Mayr gewinnt in Rom Kanu Slalomkanute Lukas Mayr konnte am vergangenen Wochenende in der Nähe von Rom zwei Slalom-Rennen im Kajak-Einer der Männer für sich entscheiden. Auch der Teamkollege des 21-jährigen Meraners, Matthias Weger, setzte sich in der U14-Kategorie im Kajak-Einer durch.

Heel wechselt zu Head Ski Alpin Mit neuem Material wird Werner Heel in die Skisaison 2010-2011 starten. Nach sechs durchaus erfolgreichen Jahren mit der französischen Skifirma Rossignol, wird er künftig mit Head an den Start gehen. Der Vertrag wurde vor kurzem mit dem sportlichen Leiter von Head, Rainer Salzgeber, unterzeichnet. 8

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Telegramm

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Kilometer legten die Basketballerinnen vom BC Bozen mit Bus und Fähre zurück, um zum Play-Off-Rückspiel nach Alghero zu fahren. Wegen des Vulkanausbruchs in Island hatten die Boznerinnen nicht nach Sardinien fliegen können.

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Sieg fehlt Handballerin Sandra Federspieler und Salerno noch zum Einzug ins Finale des MeisterschaftsPlay-Offs. Am vergangenen Samstag gelang vor heimischer Kulisse ein deutlicher Erfolg gegen Vigasio. Beim Rückspiel am kommenden Samstag möchte man den ersten Matchball nutzen und den Finaleinzug feiern.

Ötzi-Alpin-Marathon

voraussichtlich am 2.Mai

Extremsport Nach der wetterbedingten Absage am vergangenen Sonntag wird der Ötzi-Alpin-Marathon voraussichtlich am 2. Mai nachgeholt. „Derzeit müssen noch einige Details mit der Quästur geklärt werden. Dabei geht es vor allem um die Straßensperren zwischen Schnals und Naturns“, sagt OK-Präsident Peter Rainer. „Auch die rund 250 freiwilligen Helfer haben bereits zugesichert, die Veranstaltung in zwei Wochen wieder tatkräftig zu unterstützen“, so der Präsident. Der Ötzi-Alpin-Marathon über 42,2 Kilometer und 3242 Höhenmeter von Naturns bis auf den Schnalstaler Gletscher musste am Sonntag aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Schneefall, Regen, Windböen und tiefe Temperaturen (-7 Grad Celsius) hätten für unvorhergesehene Probleme sorgen können, da die Teilnehmer auf Schönwetter eingestellt waren und deshalb nicht die richtige Ausrüstung mit sich führten.

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Fussball

Der Abstiegskampf spitzt sich zu Fussball In den kommenden drei Oberliga-Partien wird die Fußball-Landkarte für die Saison 2010/11 definiert. Fünf Mannschaften kämpfen noch verbissen um den Klassenerhalt, davon stammen mit Meran, Bozen 96 und St. Pauls drei Teams aus Südtirol.

Text

Alexander Foppa/Hannes Kröss Fotos

27 Spieltage ist die laufende Oberliga-Saison alt. Mit Trient, das derzeit 61 Zähler auf seinem Konto hat, steht der Meister und Aufsteiger in die Serie D so gut wie fest. Denn Verfolger Fersina weist schon einen Rückstand von sechs Punkten auf den Spitzenreiter auf. Spannend verspricht es hingegen am Tabellenende zu werden, denn drei Runden vor Schluss kämpfen fünf Teams um das Oberliga-Ticket in der nächsten Saison – drei von ihnen werden am 9. Mai den Gang in die Landesliga antreten müssen. Und darunter könnten unter Umständen sogar drei Südtiroler Teams sein, nämlich Meran, Bozen 96 und der FC St. Pauls. Derzeit die schlechtesten Karten auf den Klassenerhalt hat Tabellenschlusslicht Meran. Die Passerstädter haben 10

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21 Punkte auf dem Konto, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt fünf Punkte. Bei der 0:2-Heimniederlage gegen Salurn wirkten die Meraner ideen-, saft- und kraftlos, fast so, als hätten sich die Kicker aus der Passerstadt schon mit dem Gang in die siebte Liga abgefunden. Trotzdem hat Trainer Rolando Nicolini sein Team noch nicht aufgegeben. „Die Situation wird immer brenzliger, doch solange wir nicht mathematisch abgestiegen sind, glaube

Rotaliana St. Pauls Bozen 96 Vallagarina Meran

28. Spieltag Alense (H) Brixen (H) Vallagarina (A) Bozen 96 (H) Ahrntal (A)

Dieter Runggaldier

ich an den Klassenerhalt. In den vergangenen Spielen, ausgenommen die 0:6-Klatsche in Trient, hat uns lediglich der Torerfolg gefehlt. Wenn wir im Abschluss konkreter werden können wir die Liga halten“, lauten die Durchhalteparolen des Mannes an der Seitenlinie. Das Restprogramm ist für die Meraner alles andere als einfach, denn mit Ahrntal, Obermais und Alense stehen die Gegner in den verbleibenden drei Partien allesamt in der oberen Ta29. Spieltag Vallagarina (H) Eppan (H) Fersina (H) Rotaliana (A) Obermais (H)

30. Spieltag Fersina (A) Trient (A) Eppan (A) St. Georgen (H) Alense (A)


Fussball

kommende Begegnung gegen Vallagarina an diesem Sonntag. Wir müssen unbedingt an St. Pauls dran bleiben und benötigen deshalb drei Punkte. Leider bin ich kein Magier und kann nichts voraussehen, doch ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden. Zumal unsere Mannschaft in den letzten Spielen Charakterstärke bewiesen hat und jetzt im Saisonfinale noch einmal richtig Fahrt aufgenommen hat“, sagt der Vorstand der Weiß-Roten. Sieben Spiele haben die Bozner zuletzt nicht mehr verloren. Es scheint, als würden die Talferstädter doch noch rechtzeitig aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht zu

sein. Nach dem Spiel gegen den direkten Abstiegskandidaten Vallagarina, bekommt es Bozen eine Woche später zu Hause mit Fersina zu tun, bevor die Weiß-Roten zum Abschluss der Saison nach Eppan müssen.

Eppan als Zünglein an der Waage Die Eppaner, als Tabellenneunter, könnten sich in diesem Abstiegsrennen als das Zünglein an der Waage erweisen. Denn eine Woche vor dem Spiel gegen Bozen trifft der Überetscher Verein im Derby auf die blauDie Fußballklubs aus Bozen und Meran stehen in der Oberliga mit dem Rücken zur Wand

bellenhälfte. Vor allem vom Lokalrivalen Obermais darf sich Meran keine Geschenke erwarten. „Ein Sieg gegen Obermais am vorletzten Spieltag wäre von doppelter Bedeutung, da wir drei Punkte gegen den Abstieg sammeln könnten und mit dem Gewinn des Lokal-Derbys für einen der wenigen Glanzpunkte in dieser Saison sorgen würden“, fährt Nicolini fort.

Murano ist optimistisch Ein Optimist wie er im Buche steht ist auch Bozens Präsident Franco Murano. „Es bleiben noch drei Spiele, um uns aus dieser Situation zu befreien. Eine entscheidende Rolle hat dabei die SportMagazin 11 - 2010.indd

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Fussball

weißen Nachbarn aus St. Pauls. Derzeit liegt St. Pauls mit 26 Punkten und zwei Zählern Vorsprung auf dem rettenden 13. Tabellenplatz. Dementsprechend optimistisch ist Trainer Hugo Pomella, auch wenn er weiß, dass ihn drei harte Endspiele erwarten werden: „Mit Brixen empfangen wir am kommenden Spieltag eine sehr starke Mannschaft, die uns sicherlich keine Geschenke machen wird. Unsere Mannschaft gibt in jedem Spiel 110% und möchte die Tabellenposi-

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Im Abstiegskampf hat derzeit St. Pauls die Nase auf Bozen vorn

tion unbedingt verteidigen. Wir wurden bereits vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt und standen in dieser Spielzeit schon häufig mit dem Rücken zur Wand, doch bisher konnten wir immer den Kopf aus der Schlinge ziehen. Ich hoffe, das wird auch am Ende der Saison so sein“, sagt der Paulsner Fußball-Lehrer. Rotaliana und Vallagarina sind die beiden Trentiner Vereine, die gegen die drei Südtiroler Klubs um den Klassenerhalt kämpfen. Rotaliana spielt ausnahmslos gegen Trentiner Klubs, was sich nicht unbedingt als Nachteil herausstellen muss, während Vallagarina vor allem im direkten Duell mit Bozen 96 gefordert sein wird. Zum Abschluss der Saison gibt es noch ein Heimspiel gegen St. Georgen. Welche drei der fünf Teams schlussendlich den Kopf nicht rechtzeitig aus der Schlinge zie-

hen werden und somit den Gang in die Landesliga antreten müssen – die Fußballfans hierzulande und südlich von Salurn werden es spätestens am 9. Mai wissen.

Die verbleibenden drei Oberliga-Runden versprechen Spannung pur Rotaliana hat auf dem Papier ein einfaches Restprogramm, da die Trentiner ausschließlich auf Mannschaften aus der eigenen Provinz treffen. Ebenfalls zwei Heimspiele stehen St. Pauls bevor, das sich von Brixen, Lokalrivale Eppan und Spitzenreiter Trient aber keine Geschenke erwarten kann. Für Bozen 96 und Vallagarina stehen am Sonntag im direkten Duell drei wichtige Zähler auf dem Spiel. Die schlechtesten Karten im Abstiegskampf besitzt Schlusslicht Meran, das in den Spielen gegen Ahrntal, Obermais und Alense förmlich zum Siegen verdammt ist.


Fussball

Der Ligen-Rundblick Fussball Woche für Woche jagen Südtirols Amateurfußballer auf unseren Plätzen dem runden Leder nach. An diesem Wochenende steht die Landesliga im Mittelpunkt, wo Plose den elften Sieg in Folge schaffen will. Mit Neugries haben die Eisacktaler allerdings alles andere als einen leichten Gegner. Text

HANNES KRÖSS 

Foto

Dieter Runggaldier

Die Spiele vom

Zehn Siege feierte Plose in den vergangenen zehn Spielen und ist damit auf der Jagd nach dem Rekord des FC Südtirol, der in der Landesliga 13 Siege en suite schaffte. Am Sonntag muss die Regele-Truppe zum Tabellenachten Neugries, der am vergangenen Wochenende drei Punkte in Laas holte und deshalb im Bozner Pfarrhof ebenfalls mit viel Selbstvertrauen auflaufen wird. Mittlerweile ist der Rückstand von Plose auf Tabellenführer Naturns auf sechs Punkte geschrumpft und noch stehen sieben Spiele aus. Wenn das so weitergeht…

1. Amateurliga, Gruppe A Auf die Siegerstraße zurückkehren möchte Weinstraße Süd nach dem 3:3-Unentschieden gegen Terlan. Am Sonntag treffen die Unterlandler zu Hause auf Frangart – allerdings alles

andere als eine leichte Aufgabe. Drei Punkte fix eingeplant dürfte Verfolger Passeier haben, der beim Schlusslicht Kastelbell Tschars antreten muss. Doch unterschätzen dürfen Robert Kofler & Co. die Truppe aus dem Vinschgau trotzdem nicht, denn auch wenn sie als Absteiger so gut wie feststeht, könnte sie die eine oder andere Mannschaft trotzdem noch ärgern.

Gruppe B In der Gruppe B steht das Kellerderby zwischen Taisten Welsberg und Taufers im Fokus, das an Dramatik kaum zu überbieten sein wird. Für beide Teams steht die Zukunft in der ersten Amateurliga auf dem Spiel. Während sich Taisten mit einem Sieg an das rettende Ufer herantasten könnte, würde Taufers mit einer Niederlage wohl endgültig den Anschluss

Wochenende Oberliga

Fersina – Eppan Vallagarina – Bozen 96 St. Pauls – Brixen Ahrntal – Meran Salurn – Mori Alense – Rotaliana Trient – Rovereto Obermais – St. Georgen

Landesliga Virtus DB – Bozner FC St. Martin – Laas Naturns – Latzfons Verdings Stegen – Natz Neugries – Plose Neumarkt – Schenna Lana – Tramin Milland – Vahrn

1. Amateurliga Gruppe A Weinstraße Süd – Frangart Nals – Gargazon Kaltern – Latsch Bozner Boden – Mals Schluderns – Sarnthein Riffian Kuens – Terlan Kastelbell Tschars – SC Passeier

Gruppe B: Terenten – Albeins Vintl – Freienfeld Rodeneck – Rasen/Antholz Pichl Gsies – Reischach Mühlbach Vals – Ritten Taisten Welsberg – Taufers Bruneck – Teis Villnöß

verlieren und als Absteiger so gut wie feststehen. Taufers könnte mit einem Sieg mit Taisten gleichziehen. Am wenigsten helfen würde beiden Pusterer Mannschaften ein Unentschieden. SportMagazin 11 - 2010.indd

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Alessandro Campo wird nach einer Rotsperre wieder topmotiviert auflaufen

Fussball

Der FCS hat es selbst in der Hand Fussball Es wird zweifellos der bisherige Saisonhöhepunkt: Wenn der FC Südtirol am Sonntag Aufstiegskonkurrent Spezia im Drusus-Stadion empfängt, treffen zwei Fußballwelten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch stehen beide Vereine kurz vor dem Erreichen des gemeinsamen Ziels: Der Aufstieg in die 1. Division. Text

Alexander Foppa

Fotos

Konträrer könnten die Vereinsphilosophien kaum sein: Auf der einen Seite der FC Südtirol, dessen Geschichte lediglich 15 Jahre zurück reicht. Ein Klub, den seit jeher pünktliche Gehaltszahlungen, ein ruhiges Vereinsumfeld und sorgfältige Jugendarbeit auszeichnen. Die sportlichen Erfolge blieben in den vergangenen Jahren allerdings aus. Auf der anderen Seite steht dem FCS am Sonntag mit Spezia ein über hundert Jahre alter Verein gegenüber, den genau diese Erfolge in den Ruin getrieben haben. Angestachelt durch die hohen Erwartungen der Anhängerschaft und die persönlichen Interessen des Präsidiums wurde viel Geld in eine Mannschaft investiert, die nach dem Aufstieg in die Serie B eine Größe im italienischen Fußball werden sollte. Was folgte war ein Insolvenzantrag und der Absturz in die Serie D. Seitdem Spezia im Sommer 2009 per „ripescaggio“ in die 2. Division gehievt wurde, wird wieder eifrig an der Rückkehr zu alten, glorreichen Zeiten gearbeitet.

Grundverschiedene Vereinsphilosophien Für Dietmar Pfeifer, Geschäftsführer des FC Südtirol, ist ein Vergleich der beiden Vereinsstrukturen nicht möglich: „Wir sprechen hier von zwei total verschiedenen Klubs. Spezia erzielt enorm hohe Zuschauereinnahmen 14

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Max Pattis

und wird vom Präsidenten finanziell tatkräftig unterstützt. Der FC Südtirol hingegen ähnelt einer Unternehmensstruktur, dessen Ziel jenes der Wirtschaftlichkeit ist. Zudem zählen wir in der Lega Pro zu jenen Vereinen mit der größten Sponsorenanzahl.“ Während der FC Südtirol den Aufstieg als langfristiges Ziel erklärt hat und versucht die sportlichen Erwartungen zu bremsen, legt man bei Spezia die Fakten auf den Tisch: Alles andere als der Sprung in die 1. Division wäre eine große Enttäuschung. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen unter den Fans in der ligurischen Hafenstadt. Nach dem überraschenden Verlust der Tabellenspitze gaben diese ihren Unmut den Spielern unmissverständlich zu verstehen. FC Südtirol-Trainer Alfredo Sebastiani sieht die hohe Erwartungshaltung bei Spezia als Chance für die Weiß-Roten: „Der Druck liegt bei Spezia, denn wir haben eine bessere Ausgangslage und können befreit ins Spiel gehen.“

FC Südtirol kann sich Play-Off-Platz sichern Mit einem Heimsieg gegen Spezia kann der FC Südtirol nicht mehr von den ersten fünf Plätzen verdrängt werden und hätte somit bereits die Teil-


Fussball

Auf ihre Tore kommt es an: Tonino Sorrentino (links) und Matta Marchi

Die Vereine im direkten Vergleich SPEZIA

FC SÜDTIROL

Gründungsjahr: 1906 Erfolge: Gewinn der nationalen Fußballmeisterschaft 1944. Aufgrund der Umstände im zweiten Weltkrieg wurde dieser Erfolg erst 2001 offiziell als Ehrentitel anerkannt. Aufstieg in die Serie B im Jahr 2006. In jener Saison folgten historische Auswärtssiege bei Juventus Turin und dem FC Genoa. Heimstätte: Alberto-Picco-Stadion in La Spezia mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern Zuschauerdurchschnitt: 2.270 Abonnements: 1.300 Zuschauereinnahmen diese Saison: 355.000 € (Abo+Tageskarten) Anzahl der Sponsoren: 40 Sponsoreneinnahmen: 223.000 € Jahresbudget: geschätzte 2.000.000 €

nahme an den Play Offs sicher. „Es liegt nun in unserer Hand, das Erreichen der Aufstiegsrunde frühzeitig zu sichern. Gegen Spezia erwartet uns allerdings ein hartes Stück Arbeit“, so Abwehrspieler Hannes Kiem, der gemeinsam mit Pietro Cascone versuchen wird, die Spezia-Angreifer in den Griff zu kommen. Zu Gute kommt ihnen dabei, dass mit Nunzio Lazzaro der führende der Torschützenliste wegen einer Rückenverletzung ausfallen wird. Der 29-jährige Angreifer hat im Hinspiel

Gründungsjahr: 1995 Erfolge: Meister in der Serie D und erstmaliger Aufstieg in die Serie C2 im Jahr 2000. Zwischen 2002 und 2004 erreichte der FC Südtirol drei Mal in Serie die Play Offs und scheiterte jeweils hauchdünn am Aufstieg in die Serie C1. Heimstätte: Drusus-Stadion in Bozen mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Zuschauern Zuschauerdurchschnitt: 760 Abonnements: 400 Zuschauereinnahmen diese Saison: 80.000 € (Abo+Tageskarten) Anzahl der Sponsoren: 140 Sponsoreneinnahmen: 1.350.000 € Jahresbudget: 2.200.000 €

den 1:0-Siegtreffer für die Schwarz- das aggressive Konterspiel von Trainer Weißen erzielt. Spezia-Trainer Ful- D’Adderio perfekt umsetzen können. vio D´Adderio bemängelt zudem das Der ehemalige Serie-B-Klub hat am Fehlen von Kapitän und Abwehrchef vergangenen Spieltag vor heimischem Emiliano Milone: „Es ist einfach ein Publikum gegen Crociati Noceto mit verhexter Moment. Aufgrund der zahl- 1:0 gewonnen und gleichzeitig eine reichen Ausfälle sind mir die Hände Negativ-Serie von drei sieglosen Spiegebunden. Ich bleibe aber optimis- len beendet. Mit dem selben Endertisch und rechne mit einer starken Vor- gebnis hat der FC Südtirol am Sonntag stellung meiner Spieler.“ Mit Matteo Canavese bezwungen und sich somit Beretta und dem talentierten Alessan- vor dem Spiel gegen Spezia selbst in dro Cesarini verfügt Spezia aber über die Favoritenrolle gedrängt – ob es den weitere pfeilschnelle Angreifer, die Beteiligten recht ist oder nicht. SportMagazin 11 - 2010.indd

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Eishockey

Nach der Saison ist vor der Saison Eishockey Die Eishockeysaison der Serie A1 ist vergangenen Donnerstag mit dem verdienten Sieg vom HC Asiago zu Ende gegangen. Eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen für die drei Südtroler Klubs Ritten Sport, HC Pustertal und HC Bozen. Das Südtiroler SportMagazin zieht Bilanz und wirft gleichzeitig den Blick nach vorne. Denn wie heißt es so schön: Nach der Saison ist vor der Saison. Text

Ritten Sport: Note 9 Nur Asiago machte den „Rittner Tudin wird auch im nächsten Jahr ein Buam“ auf dem Weg zur perfekten „Rittner Bua“ bleiben und die EinheiSaison einen Strich durch die Rech- mischen gehören mit zum Besten der nung. Trotzdem kann die Mannschaft Liga. Im Angriff brauchen die Rittner von Präsident Thomas Rottensteiner nicht viel zu ändern, in der Defennach dem Gewinn des Supercups und sive wird sich der Pokalsieger mit des Pokalsiegs eine tolle Saison feiern. dem einen oder anderen eisläuferisch Über den vermeintlichen und wohl mi- starken Spieler verstärken müssen. tentscheidenden Fehler, das Finale in Jan Horacek unterliefen in den entder Eiswelle von Bozen auszutragen, scheidenden Phasen der Saison eklakann gestritten werden. Aber danach tante Fehler. Torhüter Frederic Cloutier ist man immer gescheiter und die Ver- hat heuer gezeigt, dass er auch in den antwortlichen werden sicher ihre fi- entscheidenden Momenten auf der nanziellen und sportlichen Lehren für Höhe ist. Das Problemkind beim Vizedie Zukunft daraus gezogen haben. meister ist dagegen Trainer Ron Ivany. Zudem haderten die Rittner im Finale Mit seinem teilweise unmöglichen Verauch mit dem Schicksal, Verletzungen halten gegen die Schiedsrichter, verunwichtiger Leistungsträger schwächten sicherte er die ganze Mannschaft und sie beachtlich. Jedenfalls ist mit den schadete dem ganzen Umfeld. Hier Rittnern auch nächste Saison stark zu muss die Chefetage des Verein unberechnen: Der Hauptsponsor Renault dingt eine Lösung finden. Mit Adolf Trucks hat den Vertrag verlängert, Dan Insam scheint ein Nachfolger schon 16

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Anton Höller

Fotos

Max Pattis

gefunden zu sein – zumindest wird er von Insidern heiß gehandelt.

HC Pustertal: Note 7-8 Die „Wölfe“ waren über lange Zeit die Übermannschaft und hatten ebenso wie die Rittner Pech mit Verletzungen in der heißen Phase des Play Offs. Trotzdem ist die Saison der Pusterer po-


Adolf Insam (links) wird als Serie-A-Trainer heiß gehandelt. Er könnte auf dem Ritten auf Ron Ivany (rechts) folgen.

Eishockey

„Das kann sich in den Köpfen festbrennen“

sitiv zu bewerten, die besten Fans der Liga sahen tolle und begeisternde Spiel ihres Teams. Jedes Heimspiel war ein Eishockeyfest und Spieler wie Rob Sirianni und Rem Murray ließen das Herz eines jeden Eishockeyfans höher schlagen. Das Highlight war der Sieg des HCP im Pokalhalbfinale gegen Bozen. Die Pusterer verwandeltem die Eiswelle in einen Hexenkessel. Die Vorbereitungen auf die neue Saison laufen bereits. Trainer Stefan Mair steht bei den Fans in der Kritik, die Vereinsführung will den eishockeyverrückten Coach aber unbedingt halten. Trainernamen wie jener von Paul Adey oder Adolf Insam machen in der östlichen Hälfte des Landes die Runde. Die wichtigste Personalie bei Fans und Klubführung ist aber die von „Eishockeygott“ Rem Murray. Den ehemaligen NHL-Haudegen zieht es aus familiären Gründen wieder nach Innsbruck. Der Verein wird aber alles versuchen, um den Spieler zum Bleiben zu bewegen. Die Fans wollen für Murray sogar ein Spendenkonto aufmachen, um ihn in Bruneck halten zu können. Die Karriere beenden werden wohl Jan Vodrazka und Mark Tuomainen. Nicht zu halten wird hingegen Matt Kelly sein, der Kanadier hat einige hochkarätige Angebote vorliegen. Der Vertrag von Goalie Jeff Jakaitis wird hingegen verlängert werden.

HC Bozen: Note 5 Bei den „Füchsen“ wird wohl kein Stein auf dem Anderen bleiben. Das Team von Präsident Dieter Knoll hat kein einziges Saisonziel erreicht. Supercup, Continental Cup, Pokal und Meisterschaft gingen an die Gegner. Die Entlassung von Trainer Jamie Bartmann brachte nicht den erhofften Umschwung, diesmal schaffte Jari Helle die Wende nicht. Vor allem weil die hochbezahlten Ausländer enttäuschten: Kenny Corupe beendete die Saison mit 0 Play-off Toren, Torhüter Pasi Häkkinen war ein Schatten der Vorsaison, Fraiser Clair wirkte zeitweise saft-und kraflos, Juha Riihijärvi trat selten in Erscheinung, Martin Wilde war zuletzt nur mehr Zuschauer und Ray DiLauro war ein steter Unsicherheitsfaktor. Einzig Ryan Jardine konnte die Erwartungen erfüllen, Jonathan Pittis und Trevor Johnson werden wohl nur aufgrund ihrer doppelten Staatsbürgerschaft bestätigt werden. Die Einheimischen stemmten sich hingegen tapfer gegen ihr Schicksal: Stefan Zisser, Christian Walcher, Roland Ramoser und Alexander Egger gaben bis zuletzt alles. Nicht ganz an die Leistung aus den Vorjahren heran kam hingegen Christian Bogatello. Jetzt gilt es schnell die Weichen für die neue Saison zu stellen.

Vier Mal stand Ritten Sport im Finale, vier Mal verließen die Rittner nach dem entscheidenden Spiel mit hängenden Köpfen die Eisfläche. Weil von 15 Spielen nur ein einziges gewonnen wurde, hat es den Anschein, als ob bei den Rittnern im entscheidenden Moment die Nerven versagen. Aus diesem Grund haben wir bei Mentaltrainer Valentin Piffrader nachgefragt, ob sich eine solche Serie im Unterbewusstsein eines Sportlers „festbrennen“ kann. An anderen bekannten Beispielen aus der Sportwelt mangelt es nicht. Das bekannteste ist wohl jenes von Bayer 04 Leverkusen. Der deutsche Bundesligist verzaubert die Fans mit tollem Fußball, liegt in der Tabelle oft an vorderster Front – doch im entscheidenden Moment, dann wenn es um die Wurst geht, versagen die Nerven. Am offensichtlichsten wurde Bayers Nervenschwäche 2002, als die Leverkusener Pokal- und Champions-League-Finale verloren und auch das Rennen um die deutsche Meisterschaft nicht machten. Seitdem wird Leverkusen in der Sportpresse als „Vizekusen“ verspottet. In Anlehnung an Leverkusen titelte die Tageszeitung „Dolomiten“ am Tag nach dem verlorenen vierten Finalspiel in Asiago: „Vize-Buam“ müssen Asiago den Vortritt lassen. Valentin Piffrader ist Mentaltrainer und als solcher gibt er Sportlern Tipps mit auf den Weg, damit sie in den entscheidenden Momenten einen kühlen Kopf und gute Nerven bewahren. Von ihm wollten wir wissen, ob sich eine Serie, wie jene der Rittner im Kopf eines Sportlers festbrennen kann. „Selbstverständlich. Aber nicht nur in den Köpfen der Vereinsmitglieder, wie Spieler oder Vorstand, sondern auch im Umfeld, egal ob es nun die Fans oder die Presse ist. Man erinnert sich an diese Niederlagen, bzw. wird daran erinnert“, sagt Piffrader. „Als Trainer kann man den Spielern im nächsten Jahr dann oft genug weis machen, dass es sich um eine neue Serie handelt – trotzdem hat man das Geschehene im Hinterkopf“, sagt der Mentaltrainer. Wie kann man eine solche Situation dann meistern? „Wichtig ist, dass man das Thema offensiv anspricht. Es zu verschweigen wäre falsch, denn jeder spricht darüber. Man sollte versuchen, positive Aspekte daraus zu gewinnen“, sagt Piffrader, der in solchen Situationen zu einer Zusammenarbeit mit einem Mentalcoach rät. „Ich will nicht sagen, dass es dann das nächste Mal sicher gut geht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man Erfolg hat, steigt. Denn gerade in entscheidenden Spielen kann der letzte Biss, entscheidend sein.“ SportMagazin 11 - 2010.indd

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Eishockey

Die Broncos möchten den Sprung wagen In der Sterzinger Disco-Arena werden kommende Saison vermutlich wieder Kufen-Cracks aus Italiens höchster Eishockeyliga die Schläger kreuzen. Der Vorstand der Broncos Sterzing Weihenstephan hat sich nämlich überraschend für eine Rückkehr in die Serie A1 ausgesprochen.

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ALEXANDER FOPPA OSKAR Brunner

Von 1997 bis ins Jahr 2002 ge- für diesen Qualitätssprung gerüstet. Fans erfolgreiches Eishockey bieten. In hörte Sterzing zum festen In- Wir werden den Kader auffüllen und der A1 wäre dies nur schwer möglich.“ ventar der Serie A1. Ein Finaleinzug, ihnen zusätzlich vier bis fünf gute und Auch der HC Gherdeina, der SV Kalzahlreiche packenden Duelle gegen erfahrene Ausländer zur Seite stellen“, tern und der HC Neumarkt haben das den HC Bozen und internationale Auf- so Stofner, der im selben Atemzug be- Thema Aufstieg ad acta gelegt. Allertritte in der Alpenliga schwelgen den reits ein Ziel für die kommende Saison dings werden sie sich den zahlreichen Anhängern der Broncos noch in bester ausgibt: „Wenn wir an der Serie A1 teil- Eishockeyfans im Land anschließen Erinnerung. Nun könnte die lang er- nehmen, werden wir auf keinem Fall und den Werdegang der Broncos Stersehnte Rückkehr ins Oberhaus Wirk- das Tabellenende zieren. Wir werden zing genau mitverfolgen. lichkeit werden. Als Voraussetzung für versuchen die Großen zu ärgern“. den Aufstieg nennt Sterzings Vize-PräMeran bleibt in der A2 sident Willy Stofner die Beschränkung Martin der Ausländerregelung: „Der Verband Haller Sterzing wird die einzige Mannschaft würde uns mit der Herabsetzung von sieben, anstatt der bisherigen acht sein, die den Gang in die A1 wagen Punkte für ausländische Spieler ent- wird. Neben den finanziellen Hindergegen kommen. Bis auf Asiago und nissen fürchten die Zweitliga-Klubs Pontebba haben bereits alle A1-Vereine im Augenblick einen Mangel an erstihr Einverständnis gegeben. Ich nehme ligareifen einheimischen Spielern. an, dass auch diese beiden Klubs dafür „Die Serie A1 bleibt ein Fernziel. Unstimmen werden. Somit stünde einer sere Spieler brauchen noch zwei bis Rückkehr ins Oberhaus nichts mehr im drei Jahre, um den Sprung schaffen Wege.“ Bei den „Wildpferden“ haben zu können“, erklärt Werner Schwienindes bereits die Kaderplanungen für bacher, Vize-Präsident des HC Meran die kommende Saison begonnen. „Wir Junior. Eppans Vereinsvorsitzender sehen den Zeitpunkt gekommen, den Reinhard Zublasing bevorzugt die anSchritt in die Serie A1 zu wagen. Unser stehende Titelverteidigung in der SeStamm an einheimischen Spielern ist rie A2: „In dieser Liga können wir den 18

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Tennis

„Ans Aufgeben habe ich nie gedacht“ Tennis 2010 hat Karin Knapp noch kein einziges offizielles Tennismatch bestritten. Eine hartnäckige Knieverletzung setzt die 22-jährige Luttacherin seit sieben Monaten außer Gefecht. Derzeit kämpft Knapp um die Rückkehr in den Tenniscircuit. In fünf Wochen soll es soweit sein, wie sie dem SportMagazin verriet. Aber nicht nur… Text

Hannes Kröss Fotos

Südtiroler SportMagazin: Karin, wie geht es dir?

Karin Knapp: Mir geht es gut, danke. Wie verläuft deine Rückkehr in den Tenniszirkus?

Mittlerweile kann ich wieder laufen und ohne Schmerzen Tennis spielen. In der vergangenen Woche habe ich fast „normal“ trainieren können, aber logischerweise habe ich einen enormen Trainingsrückstand. Wann werden wir dich wieder bei einem Turnier im Einsatz sehen?

Ich bin auf einem guten Punkt, das stimmt mich sehr zuversichtlich. Ich denke, dass ich in fünf Wochen, also vielleicht Ende Mai, Anfang Juni wieder bei einem Turnier dabei sein kann. Du hast seit August ein neues Trainer-

PRIVAT

team, das an deiner Seite steht. Wie ist die Zusammenarbeit mit Alessandro Piccari?

Die Zusammenarbeit mit Alessandro ist ausgezeichnet. Er kennt die Situation um mein verletztes Knie sehr gut und kann deshalb das Training perfekt abwägen. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. SportMagazin 11 - 2010.indd

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Tennis

körperliche Beschwerden wieder Tennis spielen kann, danach sieht man weiter.

Du hast in Roberto Dalmieri auch einen neuen Fitness-Trainer…

Ja, auch mit ihm arbeite ich gut zusammen. Vor allem in der Vorbereitungsphase ist das Training mit ihm sehr wichtig. Derzeit absolviere ich zwei Athletikeinheiten und eine Tenniseinheit täglich. Eine Verletzung ist für jeden Spitzensportler eine äußerst unangenehme Situation. Wie wichtig ist da die Unterstützung des Freundes, der Familie?

Die Unterstützung ist ganz, ganz wichtig. Alle, ob das nun meine Trainer, mein Freund, meine Eltern, Brüder oder Freunde waren, sind mir in dieser Zeit sehr nahe gestanden. Sie haben versucht, mich abzulenken und haben mich stets aufgemuntert. Das hat es natürlich erträglicher gemacht. Hast du auch ans Aufhören gedacht?

Du lebst und trainierst derzeit in der Nähe von Rom, in Nanzio. Wie gefällt es dir dort?

Ich fühle mich sehr wohl. Die Trainingsbedingungen sind ideal. Mir fehlt es an nichts, ich bin sehr glücklich hier. Nein, daran habe ich absolut nie gedacht. Es war schon schwierig, als mir die Ärzte gesagt haben, sie müssten einen Teil von meiner Kniescheibe entfernen und da hatte ich dann auch Angst, nie mehr Tennis spielen zu können. Aber aufgeben, das kam für mich nie in Frage.

Wirst du dir in der nächsten Woche auch das Herrenturnier in Rom anschauen?

Dazu spielst du auch viel zu gerne Tennis, oder?

Heimweh hast du also keines?

Ja, ganz genau. Tennis ist mein Leben. Du bist in der Weltrangliste auf Position 524 abgerutscht. Belastet dich das?

Nein, das belastet mich überhaupt nicht. Mir ist wichtig, dass ich ohne

Kann gut sein. Ich muss aber zuerst schauen, wie mein Trainingsprogramm ausschaut. Wenn ich Zeit habe, dann mache ich sicher einen Abstecher zum Turnier. (lacht) Nein, ich habe ja schon in Kaltern, wo ich vorher trainiert habe, alleine gelebt. Ich war Mitte Februar zu Hause und hatte Gelegenheit, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Derzeit höre ich meine Eltern jeden Tag. So bin ich über alles zu Hause informiert.

Radsport

Eva Lechner gewinnt ihr Heimrennen Cross-Country-Weltmeister Nino Schurter und Team-Weltmeisterin Eva Lechner haben die zehnte Auflage des „Marlene Sunshine Race“ gewonnen. Das internationale Mountainbike-Rennen in Nals wurde seinem Ruf als eines der am besten besetzten Cross-Country-Rennen Italiens einmal mehr gerecht. Text

alexander foppa

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guido leonardi

Sie wurde als die Top-Favoritin angepriesen. Als Lokalmatadorin und Titelverteidigerin wurden hohe Erwartungen in sie gesetzt. All dies ließ Eva Lechner scheinbar kalt, denn die 24-jährige Eppanerin fuhr der Konkurrenz bei der zehnten Auflage des „Sunshine Race“ in Nals auf und davon. Selbst ein Sattelbruch und ein Sturz konnten sie nicht stoppen. „Obwohl ich nicht ganz fit war und mir beim Sturz eine leichte Knieverletzung zugezogen habe, bin ich ein sehr gutes Rennen gefahren“, gab eine strahlende Eva Lechner nach ihrer Zielankunft zu Protokoll. Lechners Teamkollegin und ewige Rivalin Nathalie Schneitter belegte den zweiten 20

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Platz. Der dritte Podestrang ging überraschend an Evelyn Staffler aus Nals.

Spektakuläres Männerrennen Der männliche Pendant zu Eva Lechner ist im Augenblick Nino Schurter. Der Graubündner präsentierte sich eine Woche vor dem Weltcup-Auftakt in England in bester Form und lieferte sich mit seinem Landsmann Florian Vogel und Tony Longo aus Feltre ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Schlussendlich profitierte Schurter von zwei Missgeschicken seiner Konkurrenten. Vogel verhedderte sich mit seinem Rad in einem Absperrungsband und Longo viel

aufgrund eines Defekts weit zurück. Stephan Tempier aus Frankreich und der spanische Vorjahressieger Ivan Gutierrez komplettierten das Podium. Der Sarner Mike Felderer zeigte einen erstaunlich starken Lauf und kam als Vierter und somit bester Südtiroler ins Ziel.


Curling

„Ein Unterschied wie Tag und Nacht“ Curling Während vor zehn Tagen im nahen Cortina d’Ampezzo die Weltelite des Curlings die Weltmeisterschaft austrug, schauten Südtirols Eisstockschützen zu. Genauso waren sie zum Zusehen gezwungen, als bei den Olympischen Winterspielen die schweren Steine übers Eis rutschten. Ihre Stöcke blieben unbewegt, Olympia und Eisstockschießen kennen sich (noch) nicht. Wir wollten nachfragen, ob es schon Annäherungen gibt.

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Luis Mahlknecht

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Hans Mulser ist Sportwart bei den Eisstockschützen. Er schielte in der vergangenen Woche ein wenig nach Cortina, wo die italienische Mannschaft, bestehend fast ausschließlich aus Ampezzanern, nach einem guten WM-Start alsbald die Übermacht der Gegner anerkennen musste und Teams wie Kanada und Norwegen das Tempo vorgaben. Könnten nicht morgen auch gute Eisstockschützen aus Südtirol umsatteln und als Curling-Sportler ihr Glück auch bei Olympia suchen? Mulser will nichts ausschließen, besteht aber auf eine Erklärung: „Zwischen Curling und Eisstockschießen gibt es einen Unterschied wie zwischen Tag und Nacht.“ Das erklärt er schon mit der Beschaffenheit des Eises. Für den Curlingsport müsse man das Eis perfekt polieren, bis zu acht Stunden müsse die Fläche bearbeitet werden, damit sie fehlerlos glatt ist. Bei den Eisstockschützen sei hingegen alles viel natürlicher, man habe da auch keine Schwierigkeiten, in einem komplett natürlichen Umfeld eine Bahn zu errichten.

Eisstockschießen ist kraftvoller Curling ist auch vom Bewegungsablauf komplett unterschiedlich. Der Stein werde geschoben, man gebe ihm Drall, durch die Kehrbewegungen kann

Newspower

eine zusätzliche Drehung intensiviert werden. „Wir Eisstockschützen arbeiten kraftvoller, ich vergleiche unseren Sport mit dem Speerwurf, der Stock läuft auch gerade übers Eis.“ Und noch einen wesentlichen Unterschied streicht Mulser heraus: „Beim Curling ist das Ziel fix. Wir hingegen haben die Daube, das ist wie die kleine Kugel beim Boccia-Spiel. Wenn die Daube getroffen wird und sich verschiebt, ist eben auch das Ziel anders, solange sich die Daube in einem Zielfeld befindet, das drei Meter breit und sechs Meter lang ist.“ Zudem wird bei Eisstockschützen auf einem Eishockeyfeld beispielsweise quer gespielt, die Curler spielen längs, ist doch der Abstand von einem Zielkreis zum anderen 40 Meter. Curling wird mit acht Steinen gespielt, Eisstö-

cke gibt es nur deren vier. Beim Curling wird abwechselnd gespielt, beim Eisstocksport ist immer die Mannschaft dran, die am weitesten von der Daube entfernt ist. Allein mit diesen Angaben untermalt Hans Mulser die offensichtlichen Unterschiede zwischen dem Curling und dem Eisstocksport.

Eisstockschützen glauben an Sochi Beide Verbände hatten einst versucht, die Aufnahme in die Olympia-Familie zu erreichen. Doch das taten die Verbände im Einzelgang, verbündeten sich nicht – wohl auch aus Angst, eventuelle Gelder teilen zu müssen. Und so blieb der Eisstockverband auf der Strecke, während sich die Curler bei Olympia etablierten – und auch im Fernsehen über gute Einschaltquoten verfügen. „Wir wollen aber unseren schönen Stocksport nicht aufgeben, wir spielen dennoch mit viel Begeisterung und Elan. Und vielleicht – ein Hintertürchen könnte immer noch offen sein“, erklärt Mulser, der allerdings persönlich wesentlich vorsichtiger ist als andere führende Funktionäre im Weltverband, die mit dem Präsidenten Manfred Schäfer aus Deutschland guter Dinge sind, den Stocksport 2014 in Sochi zu sehen. Italienweit spielen 1400 Menschen wettkampfmäßig im Stocksport mit. 1300 davon sind Südtirolerinnen und Südtiroler, der Rest ist in Mailand und Cortina aktiv. Sie alle wünschen sich, dass es künftig eine neue Perspektive für sie gibt. Das Kehren vor dem Stein würden sie lieber anderen überlassen… SportMagazin 11 - 2010.indd

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Handball

Über die volle Distanz Handball Sechzig spannende Minuten trennen die drei Südtiroler Handballmannschaften noch vom Erreichen ihrer Träume. Nachdem das Ausscheiden einer Mannschaft vorprogammiert ist, bleibt nur noch die Frage zu klären ob letzten Endes zwei Teams die Köpfe hängen lassen müssen. Text Fotos

Der SC Meran war voller Hoffnung zum Auswärtsspiel gegen Ambra gereist und wollte die „Best of three“ Serie vorzeitig beenden, musste sich aber dem Gegner und etlichen dubiosen Schiedsrichterentscheidungen geschlagen geben. Um den Klassenerhalt zu sichern, benötigen die Mannen von Trainer Jürgen Prantner am kommenden Samstag einen Sieg vor heimischer Kulisse und zählen dabei auf die Unterstützung zahlreicher Fans. Die Südtiroler Handballfans haben am 24. April allerdings die Qual der Wahl, denn neben dem Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt (SC Meran - Ambra) findet zeitgleich das vierte Aufeinandertreffen in Folge von SSV Bozen und SSV Brixen statt. 22

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Die Talferstädter waren am vergangen- Mannschaft, mit schnellen Kontern geden Samstag nach Brixen gereist und lang es der Truppe des Trainergespanns wollten vorzeitig die Fahrkarte für das Niederwieser/Nössing die sonst so soFinale lösen, allerdings lide Abwehr des SSV Bozen zu knadurchkreuzten die Ei- cken. Als sich gegen Ende der zweiten sacktaler den Plan der Spielhälfte Trainer Nössing vor seinem Weiß-Roten. Torwart Armin Michaeler verneigte, Mit Spannung war war klar, wer an diesem Abend der eindas Rückspiel von deutige Matchwinner war. Brixen gegen BoGeziert von einem wuchernden zen erwartet wor- Play-Off-Bart verriegelte der bärenden, nach einer starke Michaeler das Brixner Tor und unschönen Boxein- bewies ein weiteres Mal dass er zu lage des Bozners den Besten seiner Zunft gehört. Popovic im HinDie 1500 Fans erlebten ein wahres spiel, waren die Handballfeuerwerk der Brixner MannGemüter erhitzt schaft und jubelten frenetisch nach jeund Rachegelüste dem einzelnen der 23 erzielten Treffer. erweckt worden. Den Boznern bleiben nach dieser Jedoch gelang es bitteren Niederlage noch sechzig Miden beiden Teams nuten um zu beweisen, dass die Leissich auf ihr Spiel zu kon- tung am vergangenen Samstag ein zentrieren und nicht auf Ausrutscher war, und um das SaisonStreicheleinheiten der ziel nicht aus den Augen zu verlieren. besonderen Art. Über Die Mannschaft aus Brixen hat nach die gesamten sechzig dem Sieg über Bozen Blut geleckt und Minuten hinweg war möchte diese Saison noch verlängern, der SSV Brixen die um auch im Finale vor einer derartispielbestimmende gen Traumkulisse zu spielen.


Ein Anruf bei...

Ein Anruf bei ...

Aron Zemmer

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Hannes Kröss

Privat

Aron Zemmer ist ein erfolgreicher Südtiroler Junggolfer. Nach einem halbjährigem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten ist Zemmer nach Europa zurückgekehrt, und hat bei dem stark besetzten Viertagesturnier „Leone di San Marco“ in Venedig mit dem zweiten Platz gleich aufgezeigt, dass er zur Golf-Elite Italiens gehört.

Südtiroler SportMagazin: Hallo Aron. Du machst die Ausbildung zum Skilehrer. Hast du Angst, als Golfprofi einmal nicht ausreichend zu verdienen?

Aaron Zemmer: Das weiß ich leider noch nicht. Bis dahin fehlt mir noch ein ganz schönes Stück. Ich werde es auf jeden Fall probieren, aber der Weg dorthin ist lang und hart. Da ich früher auch Skirennen gefahren bin, und ich ja nur ein Liftfahrt von der Seiser Alm entfernt wohne, dachte ich mir, dass es sicher sinnvoll ist und Spaß macht, die Ausbildung zum Skilehrer zu absolvieren. Golf spielt ja bekanntermaßen nicht jedermann. Wie bist du zu diesem Sport gekommen?

Durch meinen Vater, der mit seinen Freunden schon relativ lange spielt. Er hat mich immer zum Golfen am Gardasee mitgenommen. Als ich zehn Jahre alt war, habe ich nur ein bisschen mit dem Schläger herumgeblödelt, aber nach und nach ist die ganze Sache ernster geworden und es haben sich erste Erfolge eingestellt. Leider existiert in Südtirol mittlerweile keine Jugendförderung mehr, wie im Rest von Italien üblich, das macht alles ein wenig kompliziert und chaotisch. Du warst zum Studieren und Golfspielen in Amerika, bist aber nach vier Mo-

naten zurückgekehrt. Wie hat es dir gepasst?

Wie ist die Saison bis jetzt gelaufen? Was sind deine Ziele?

Ich habe ein Stipendium an einer Universität nahe Miami erhalten. Da ich mich beim Studium ziemlich leicht getan habe, hatte ich viel Zeit zum Golfen. Die Plätze und das Sportprogramm waren super, aber, um ehrlich zu sein, bin ich mit den Amerikanern überhaupt nicht zu Recht gekommen. Sie sind offen, reden eine Stunde über Gott und die Welt mit dir und

Sicher war der zweite Platz in Venedig ein Super-Resultat, wobei ich schon viel Glück hatte. Gestern bin ich von Turin zurück gekommen. Dort ist es wieder ganz gut gelaufen. Mit meinen Schlägen bin ich nach wie vor zufrieden, nur das Kurzspiel macht mir schon zu schaffen. Jetzt habe ich einen Monat Pause und dann geht es zum „Città di Milano“, einem renom-

„Die Amerikaner sind offen und reden eine Stunde lang mit dir. Am nächsten Tag kennen sie dich aber nicht einmal mehr. “ Aron Zemmer am nächsten Tag kennen sie dich gar nicht mehr. Dieser Egoismus ist schon krass! Siehst du Unterschiede zwischen dem Golfsport in Amerika und Europa?

mierten Golfturnier in Mailand. Wie es langfristig weiter geht, weiß ich noch nicht genau. Ich möchte weiterhin Studium und Golf verbinden, entweder in Mailand oder in London.

In Amerika spielen unglaublich Was sagst du zum Sex-Skandal rund um viele Leute Golf und es gibt viel mehr Tiger Woods? Hast du selbst auch so Plätze. Vom sportlichen her, habe ich viele Liebschaften? (lacht) Nein, nein… leider nicht! festgestellt, dass sich die Amerikaner viel mehr auf das Kurzspiel, also Put- Ansonsten sollten die Medien Tiger ten und Chippen konzentrieren, wäh- endlich in Ruhe lassen. Der Golfsport rend für uns „Europäer“ immer noch sollte von nun an wieder im Vorderder richtige Swing das Maß aller Dinge grund stehen. Komischerweise hat ist. Während meines Aufenthalts habe sein Spiel unter dem ganzen Wirbel ich erst gemerkt, wie sehr ich mein um seine Person nicht gelitten, im GeKurzspiel verbessern muss, um auf ei- genteil, von mir aus ist es noch besser geworden. nem höheren Niveau zu golfen. SportMagazin 11 - 2010.indd

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Aktiv

Es rollert…

Aktiv Das Inlineskaten wurde in den 80er Jahren in den USA entwickelt und ist als Trendsportart in den 90er Jahren nach Europa gekommen. Vor allem in den Sommermonaten erfreut es sich bei Jungen und Junggebliebenen größter Beliebtheit – auch in Südtirol. 24

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Andi Punter

Hannes Thaler


Aktiv Inlineskaten (auch Rollerskaten) ist eine Art der Fortbewegung unter Verwendung des Schlittschuhschritts und eine Sportart (auch Wettkampfsportart, wird bei uns in Südtirol aber nur bei Laufwettbewerben mit geeignetem Parcours angeboten). Dabei werden Inlineskates verwendet, das sind Rollschuhe, bei denen die Rollen in einer Reihe (engl. in line) angeordnet sind, und nicht wie bei klassischen Rollschuhen paarweise nebeneinander. Der Sport wird üblicherweise auf glatten Oberflächen wie Straßen, asphaltierten Wegen oder speziellen Plätzen (Skaterparks) ausgeführt. Die Fortbewegung beim Inlineskaten erfolgt durch den Schlittschuhschritt. Beim wechselseitigen Abdrücken zur Seite entsteht somit auch eine Kraftwirkung

nach vorne. In der Beschleunigungsphase und bei langsamer Geschwindigkeit ist der Scherwinkel, mit dem die Skates angestellt werden, groß. Bei höherer Geschwindigkeit verkleinert sich dieser Winkel. Man kann das Skaten auch mit Stöcken ausführen, es kommt dem Skaten im Skilanglaufen sehr nahe.

Schutzausrüstung ist ein Muss Das gebräuchlichste Bremsverfahren ist die Fersenbremse. Auch in der Pflugstellung oder durch Slalom fah-

ren kann das Tempo vermindert werden. Schließlich gibt es auch Möglichkeiten, die Fahrt durch Querstellen eines Skates abzubremsen. Die üblicherweise empfohlene Schutzausrüstung besteht aus einem fest sitzenden Helm (ein handelsüblicher Radhelm) sowie Knie-, Ellbogen- und Handgelenks-Protektoren.

Inlineskaten ist gelenkschonend Der große Vorteil vom Inlineskaten ist, dass das Körpergewicht über das Rollen transportiert wird. Es ist somit deutlich gelenksschonender als das Laufen. Es ist relativ leicht zu erlernen, auch wenn eine technisch einwandfreie Ausführung

Neben den Rollerblades gehören ein Helm, Knie-, Ellbogen- und Handgelenksschutz zur Standardausrüstung

wiederum guter koordinativer Fähigkeiten bedarf. Die Regelung als Verkehrsteilnehmer ist zumindest in Italien nicht deutlich geregelt. Auf öffentlich rechtlichen Straßen ist das Fahren mit Inlineskates verboten, auf Radwegen wird es von den Behörden toleriert, bei Unfällen kann es aber sein, dass bei Klärung der Schuldfrage der Skater den Kürzeren zieht, so wortwörtlich die Gemeindepolizei einer großen Südtiroler Gemeinde. SportMagazin 11 - 2010.indd

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IMPRESSUM: Redaktion: Verdiplatz 43, I-39100 Bozen Tel. 0471 970512, www.sportmagazin.bz E-Mail für Leserbriefe: info@sportmagazin.bz E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@sportmagazin.bz Verlag:

Herausgeber: Alexander Tabarelli de Fatis Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Hannes Kröss (hk) hannes.kroess@sportmagazin.bz Mitarbeiter der Redaktion: Christian Bassani (cb) Christian Bernhard (chb) Michael Weissenegger (mw) Florian Seebacher (fs) Andreas Punter (ap) Alexander Foppa (af) Anton Höller (ah) Lidia Treibenreif (lt) Said Kadkhoda (sk) Christian Morandell (chm) Luis Mahlknecht (lm) Ralf Pechlaner (rp) Sara Senoner (ss) Ivan Mayr (im) Fotografen: Max Pattis, Matteo Groppo, Christoph Blaas, Reinhold Eheim, Robert Perathoner, Dieter Runggaldier Grafisches Konzept: Martin Kerschbaumer Grafik/Layout: Studio Mediamacs KG Abos: www.sportmagazin.bz/abo Werbeberatung und Verkauf: werbung@sportmagazin.bz Tel. 0471 970512 Druck: Fotolito Varesco Gmbh, Auer Eintragung am Landesgericht Bozen, Nr. 01/2009

Das SportMagazin-Quiz 1. Wo tragen die Handballer von Serie-A1-Halbfinalist SSV Bozen ihre Heimspiele aus?

A) In der Halle am Fischzuchtweg B) In der Gasteiner-Halle C) In der Karl-Wolf-Halle

2. Wie wird die am 24. April in Bozen gastierende russische Eishockeynationalmannschaft im eigenen Land genannt?

A) Nastrovje B) Matrjoschka C) Sbornaja

3. Welcher Eishockeyspieler war der Topskorer der abgelaufenen Serie A-Saison?

A) Dan Tudin B) Rob Sirianni C) Rem Murray

4. Bei welchem ATP-Turnier steht Andreas Seppi in dieser Woche im Einsatz?

A) Barcelona B) Paris C) Madrid

5. Wo fand am 18. April das alljährliche „Marlene Sunshine Race“ statt?

6. Welche Südtiroler Ortschaft bemüht sich um die Ausrichtung des Trainingslagers von Serie A-Klub AS Roma?

A) Kastelruth B) Reischach C) Eppan

7. Welcher FC Südtirol-Profi erzielte am vergangenen Spieltag in der Nachspielzeit das 1:0-Siegtor gegen Canavese?

A) Hannes Fink B) Filippo Bigeschi C) Mattia Marchi

Für jede richtige Antwort gibt es zwei Punkte. Punkte Du bist ein… 14 Sport-Brockhaus 12 Experte 8-10 ganz Guter 4-6 blutiger Anfänger 0-2 Sportmuffel

A) Schnals B) Mals C) Nals

Auflösung: Frage 1: Antwort B. Die Gasteiner-Halle in der Roenstraße ist die Heimstätte des SSV Bozen, während Halbfinalgegner SSV Brixen in der Halle am Fischzuchtweg spielt und Ligakonkurrent SC Meran seine Heimspiele in der Karl-Wolf-Halle austrägt. Frage 2: Antwort C. Die russischen Eishockeynationalspieler bilden die „Sbornaja“. Dies ist im Russischen der umgangsprachliche Begriff für „Auswahl“. Frage 3: Antwort B. Rob Sirianni vom HC Pustertal war mit 81 Skorerpunkten der erfolgreichste Angreifer der soeben zu Ende gegangenen Eishockeymeisterschaft. Frage 4: Antwort A. Der Kalterer Tennisprofi Andreas Seppi bestreitet im Augenblick das Sandplatz-Turnier in Barcelona. Frage 5: Antwort C. Schnals und Mals waren noch nie Austragungsort des Cross Country-Mountainbikerennens. Frage 6: Antwort B. Der Verein von Star-Kicker Franscesco Totti steht in Verhandlungen, seine Saisonvorbereitung zum wiederholten Male in Reischach zu absolvieren. Frage 7: Antwort C. Angreifer Mattia Marchi erzielte am Sonntag seinen zweiten Saisontreffer und sicherte dem FC Südtirol den 1:0-Auswärtssieg.

Schluss mit...

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Sportmagazin 2010-11