Skip to main content

HusZitig 1-16

Page 1

Gemeinde-News

Fr端hling 2016 / Ausgabe 01

HUSZITIG MCS

Wurzelorientiert Wachsen Wirken Wachen

Jeschua und die Thora

Entscheidung!

Zeit, ein Zeichen zu setzen


Wachsen

Wirken

Jesus liebt es, uns immer mehr für seine

Wenn aber Timotheus kommt, ... denn er

Absichten freizusetzen...

wirkt wie ich am Werk des Herrn (1Kor 16,10)

Freiheit in IHM

6

Thora und Jeschua

“Er hat es aber gefügt, dass ihr in Christus Jesus seid, der unsere Weisheit wurde, dank Gott, unsere Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung” (1Kor 1,30).

2

mcsHUSZITIG

Wider das Vergessen

10

Marsch des Lebens ...

“Horch, ein Rufer: Bahnt den Weg des HERRN in der Wüste, in der Steppe macht die Strasse gerade für unseren Gott” (Jes 40,3)!


Wurzelorientiert

Wachen

Als Gläubige aus den Nationen sind wir

Seid also allezeit wachsam und betet, ...

Miterben, und ... (Eph 3, 6)

(Lk 21,36).

Wurzelorientiert

14

Entscheidung

“Doch sei nicht stolz darauf, dass du eingepfropft wurdest! Vergiss nicht, dass du nur ein Zweig bist und nicht die Wurzel, denn nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich” (Röm 11,18).

Gebet und ...

20

Gebetsanliegen und ...

“Ich bete zu dir, denn ich weiss, dass du mich erhören wirst. Neige dich zu mir herab und höre mein Gebet. Zeige mir auf wunderbare Weise deine Gnade. Du rettest mit deiner Kraft die Menschen, die bei dir Schutz vor den Feinden suchen” (Ps 17,6-7).

3


mcsHuszitig

ADRESSEN MCS-Saal: Schulstrasse 3 9000 St.Gallen Postadresse: MCS, Postfach 103 9013 St.Gallen

Homepage

auf zu den

Bergen: Woher wird mir

Hilfe

OFFICE

kommen?”

GemeindeLeitung

Walter und Jasmin Bachmann mcs@bluewin.ch

Augen

www.mcs-sg.ch/gemeinde mcs@mcs-sg.ch

071 279 14 86

4

“Ich hebe meine

mcsHUSZITIG


Liebe Geschwister Unsere “Huszitig” ist wieder da, und es sind vier W-Wörter die unserer Zitig die Richtung angeben. Keine Sorge es geht nicht um W, wie Walter. Es ist aber gut und wichtig, sich immer wieder an gewisse Werte zu erinnern. Wir wollen diese verinnerlichen, sodass wir auf unserem Weg nicht ins Wanken geraten... Wurzelorientiert, Wachsen, Wirken und Wachen beschreiben ganz gut die Fülle unseres Seins und Tuns, und zudem decken sie sich mit dem Wort Gottes. Zum Schluss noch ein besonderes W-Wort: Wertschätzung! Unser Vater im Himmel schätzt uns so sehr, dass Er es als angemessen ansah, uns Seinen Sohn als Erlöser zu senden. So wollen wir es lernen, uns gegenseitig als sehr wertvoll anzusehen. Während unseren gemeinsamen Zeiten wollen wir uns einander zuwenden und von Herzen willkommen heissen. Auf diese W-Wegweiser achtend, werden wir ein wertvolles, wirkungsvolles Jahr zusammen verbringen. Herzlich Walter Bachmann

5


Jeschua und die Thora Rückblick auf die Botschaften

Natürlich kann man sich fragen, warum wir über Dinge wie Opferungen, Speisevorschriften und über die alten biblischen Kämpfe und Familiendramas nachdenken sollten. Es ist aber kein Geheimnis, dass gerade ein einseitiges, auf das Neue Testament beschränktes Schrift-Verständnis eine wesentliche Grundlage bildete für viele Irrlehren. Es kommt nicht von ungefähr, dass z. B. Bibellehrer wie Chuck Cohen die Bezeichnung «Neu-TestamentTheologie» auch als eine Fehlbezeichnung einstufen.

Das Wort Gesetz (in der Bibel) ist eine Fehlbezeichnung An unserem letztjährigen Israeltag sprach Ariel Berkowitz zum Thema «Jeschua und die Thora». In seinen Ausführungen ging es darum, dass wir das Wort «Thora» seiner Bedeutung gemäss verstehen lernen, und wenn wir es nur mit dem Wort «Gesetz» übersetzen, es einer Fehlbezeichnung gleichkommt. Wir Christen verbinden die Thora mit dem Alten Testament und in einem zweiten Schritt mit den fünf Büchern Mose. Doch ehrlicherweise müssten wir zugeben, dass wir es eher als etwas Minderwertiges gegenüber dem Neuen Testament sehen. Vielleicht mit Ausnahme der 10 Gebote!

6

mcsHUSZITIG

Jedenfalls sind die uns bekannten antisemitischen Lehren u. a. auch auf eine eigenwillige - nicht vom Heiligen Geist inspirierte - Auslegung der Schrift zurückzuführen. Als Beispiel sei hier nur die Gottesmord-Lüge genannt, welche quer durch die Kirchengeschichte hindurch unsägliches Leid für die Juden bedeutete, und die Kirche hat dadurch ein kaum wiedergutzumachendes Unrecht auf sich geladen. Persönlich habe ich schon aufgrund meiner Vergangenheit mit dem Wort «Gesetz» Mühe. Weil es irgendwie impliziert, dass ich etwas Unrechtes getan habe und


Ihn IHM!

ich mich darum vor dem Gesetz in acht nehmen muss. Was als ehemaliger Drogendealer ja auch zutraf… Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verfolgt im Wesentlichen nur ein Ziel. Er will, dass wir alle seinen Weg zur Rettung und Heilung erkennen und verstehen lernen und dass wir diesen auch annehmen können (2Pet 3,9). Nach den Absichten Gottes darf ich ihn und sein Wort lieben und tun – ich muss aber nicht! Es ist unmöglich, dass wir das Alte Testament als etwas nicht mehr so Relevantes abtun. Ganz im Gegenteil: Von der ersten Seite im Buch Mose bis zur Offenbarung am Ende der Bibel wird uns der volle Heilsplan Gottes aufgezeigt. Es darf nicht sein, dass wir das Wort Gottes auf Regeln und Bestimmungen – im Sinne von `DU MUSST` – reduzieren.

“Es darf nicht sein, dass wir das Wort Gottes auf Regeln und Bestimmungen – im Sinne von `DU MUSST` – reduzieren!” Persönlich verstehe ich die Ängste derer nicht, die den Warnfinger erheben und folgende Begründungen anbringen: “Wir sind nicht mehr unter dem Gesetz! Wir müssen dies oder das (aus dem Gesetz) nicht mehr tun! Hinter den Neuen Bund gehen wir nicht zurück!“ etc. Hinter solchen Gedanken spürt man keine echte Freiheit in Jesus und die Beziehung zu ihm kann so auch nicht wirklich stimmen. Paulus sagte zu den Römern: «Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Frieden und Freude im heiligen Geist» (Röm 14,17). Mit anderen Worten: Jesus nachzufolgen hat etwas mit Frieden und Freude zu

tun. Jede tiefe und echte Begegnung mit dem Wort Gottes hat etwas Heilendes, Fröhliches und Klärendes als Folge. Es sollte in uns ein freudiges Halleluja auslösen, denn es ist Gottes Wort, das nicht wirkungslos zurückkommt (Jes 55,11; Heb 4,12). Das Wort Gottes spricht für sich selbst klar genug. Aber nur der, der Gottes Schrift verwirft, muss sich vor dem Kommenden fürchten. Doch dem, der sie hört und tut, ist sie Fundament für sein ewiges Heil. «Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und voller Vertrauen angenommen hast. Du weisst ja, von wem du es gelernt hast und dass du von frühester Jugend

7


Die Thora ist Gebot, Weisung, Belehrung! Aus dem hebräischen “jarah” = unterweisen. Es ist der erste Teil des Tanach, der hebräischen Bibel und bekannt als die fünf Bücher Mose. an die heiligen Schriften kennst, die dir Einsicht zu geben vermögen in das, was dir Heil verschafft, durch den Glauben an Christus Jesus. Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit. So wird der Mensch Gottes vollkommen sein, befähigt zu jedem guten Werk» (2Tim 3,14-17). Als diese Worte geschrieben wurden gab es das Neue Testament in der heutigen Form noch nicht.

8

mcsHUSZITIG

Paulus bezog sich bei diesen Versen hauptsächlich auf den Tenach (AT), indem er meinte: Jede von Gott eingegebene Schrift ist nützlich… (V.16). Die Jünger und die Urgemeinde hatten nicht so wie wir heute - ein Neues Testament zur Hand. In ihren Versammlungen wurde hauptsächlich das Alte Testament als Basis für die Botschaften verwendet. Ich denke, dass die Gläubigen damals auf dieser Grundlage auch mehr über den Messias erfahren konnten und im Glauben vorwärts kamen…

Auf die vorhandenen Schwierigkeiten der damaligen Zeit nahm Ariel Berkowitz in seinen Ausführungen ausführlich Bezug. Es fanden ohne Zweifel Auseinandersetzungen zwischen Jesus und der damaligen religiösen Elite statt. Doch diese Streitpunkte dürfen wir nie so verstehen, als hätte sich Jesus gegen sein eigenes Wort gestellt. Es war vielmehr ein ständiges Kämpfen gegen auf menschliche Anstrengungen beruhende Interpretationen von Gottes Wort.


Bibelstellen auszulegen und zu interpretieren war übliche Praxis im orthodoxen Judentum. Verschiedene Gruppierungen (Pharisäer, Sadduzäer, Essener und ihre Rabbis) legten fest, wie die Menschen das Wort Gottes zu verstehen und umzusetzen hatten. Zum Beispiel waren Gelehrte aus dem Norden Israels oft nicht gleicher Meinung wie die geistliche Elite aus Jerusalem. Dass es da zu Differenzen kommen musste, liegt in der Natur unseres Menschseins und das ist bis heute auch unter Christen nicht anders.

Thora! Im hebräischen Grundtext wird anstelle Gesetz «Thora» verwendet, was sich aus dem hebräischen «jerah» (lehren) ableiten lässt. Die Thora ist also dazu da, um Gottes Volk zu lehren. Es dient uns zur Belehrung, Zurechtweisung, Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit (aus 2.Tim). Und damit ist das «Alte Testament» gemeint! Es ist tragisch, wenn wir wegen unachtsamer Wortwahl die wahre Bedeutung der jeweiligen Bibelverse nicht mehr erkennen können. Vielleicht hilft es, wenn wir in der Bibel das Wort «Gesetz» durch das Wort «Thora» ersetzen, denn Thora ist Lehre und Unterweisung! Quellen: Von der Gottesmordlüge zum Völkermord, F. Gleiss, S. 14 Aufnahmen: Seine Ausführungen kann man auf der MCS Homepage anhören.

Doch zurück zur Thora. Man könnte durchaus sagen, die ganze Bibel ist

Ganz herzlichen Dank für euer Kommen!

9


Wider das Vergessen

Holocaustgedenktag 2016

“Wir erinnern uns und setzen ein Zeichen gegen den modernen Antisemitismus”

Was ist der Marsch des Lebens für Israel? Der Marsch des Lebens ist eine Initiative von Jobst und Charlotte Bittner und den TOS Diensten aus Tübingen in Deutschland. Gemeinsam mit Nachkom-

Erinnern

men deutscher Wehrmachts-, Polizeiund SS-Mitgliedern veranstalten sie

Aufarbeitung der Vergangenheit, Holocaustüberlebenden und anderen Zeitzeugen eine Stimme geben.

Gedenk- und Versöhnungsmärsche an

Versöhnung

und über 300 Städten stattgefun-

Orten des Holocaust in ganz Europa. Seit dem Beginn der Bewegung im Jahr 2007 haben Märsche in 14 Nationen den, in Zusammenarbeit mit Christen

Heilung und Wiederherstellung zwischen den Nachkommen der Täter-und Opfergeneration.

der unterschiedlichsten Kirchen und

Ein Zeichen

wurde der Marsch des Lebens von der

setzen

für Israel, für unsere jüdischen Mitbürger und gegen den Antisemitismus unserer Zeit.

Denominationen sowie vieler jüdischer Gemeinschaften. Im Jahr 2011 und 2015 israelischen Knesset für sein besonderes Engagement für Holocaustüberlebende ausgezeichnet. Mehr siehe HopeNews 1/16 oder www.marschdeslebens.org In der Schweiz wird der Zusatz - für Israel verwendet, um eine Verwechslung mit dem “Marsch vom Läbe” zu vermeiden!

10

mcsHUSZITIG


Herzlich willkommen Marsch des Lebens für Israel

in St. Gallen, 4. Mai 2016 16.45 Uhr Besammlung/Start: Kreuzbleiche Bogenstrasse 10, 9001 St. Gallen

Flyer kommt anfangs April (siehe: www.mcs-sg.ch)

Eine wahre Begebenheit 13-jährig war die kleine Italienerin Lilianne, als sie mit ihrem Vater zusammen an der Schweizer-Grenze stand. Beide flehten um Einlass, doch ihnen wurde gesagt, dass es in Italien keine Judenverfolgung gäbe und dass die Schweiz für Beide sowieso keinen Platz habe. Daraufhin meinte der Vater: nehmt doch wenigstens mein Kind! Doch die Tochter wollte nicht ohne ihren Vater gehen… Sie mussten zurück und wurden später in ein Lager (KZ) deportiert. Dort kam der Moment, an dem die Tochter die Hand ihres Vaters loslassen musste. In ihrem Zeugnis schreibt sie, dies sei der schlimmste Moment in ihrem Leben gewesen! Und: “Wir waren nichts und niemand, es war eine Mauer der Gleichgültigkeit um uns herum. “ 11


Gruppenbild mit den Organisatoren eines Marsch des Lebens

Jährliche Märsche des Lebens am “Jom Haschoa” Zur

Marsch

gen wichtiger denn je sei,

ropa und weltweit Märsche

des Lebens Konferenz in

dass Christen gemeinsam

des

Tübingen kamen 400 Teil-

mit ihren jüdischen Freun-

werden.

nehmer, unter ihnen Orga-

den auf der Straße öffentlich

Dr. Andre Gasiorowski (Is-

nisatoren von Märschen aus

ein Zeichen für Israel und

rael), Vorsitzender des Holo-

ganz

ersten

Deutschland,

Österreich,

Ungarn,

Frankreich,

Polen,

Weißrussland,

der

“Marsch des Lebens ein starkes Zeugnis gegen den modernen Antisemitismus”

Schweiz und Nordirland.

Lebens

durchgeführt

caustüberlebendenHilfswerks

Helping

Hands Coalition, betonte die Bedeutung der persönlichen Auf-

gegen jede Form von Ju-

arbeitung der Familienge-

Initiator

denhass setzen. Er rief dazu

schichte, die die Märsche

der Marsch des Lebens Be-

auf, dass jährlich an Jom

des Lebens auszeichnet. An

wegung betonte, dass es in

haSchoa (dem jüdischen Ho-

die deutschen Nachkommen

einer Zeit gesellschaftlicher

locaustgedenktag) überall in

der Täter gerichtet sagte er:

und politischer Umwälzun-

Städten in Deutschland, Eu-

„Wenn ich die Geschichten

Jobst

12

Bittner,

mcsHUSZITIG


von Holocaustüberlebenden

getragen. Der Marsch des

Neben dem renommier-

im Internet veröffentliche,

Lebens entstand als sym-

ten Holocaustforscher Prof.

werden diese häufig von An-

bolische Umkehrung die-

Gideon Greif (Israel), der zu

tisemiten kommentiert, die

ser

Todesmärsche, indem

den Sprechern der Konfe-

behaupten, dass alles erlo-

die Nachkommen der Täter

renz gehörte, waren weitere jüdische Gäste aus Deutschland, Israel und den USA angereist. „Wir sind aus verschiedenen

Hintergründen

zusammen“, sagte Andras Patkai von der “Israel Allies Foundation”, „aber wir sind verbunden in einem Punkt:

Jobst Bittner mit Holocaustüberlebendem Jehuda Berkowitzes Marsch des Lebens

Zion. Und wir schämen uns nicht, das so zu sagen.“ Die Konferenz war begleitet von viel Gemeinschaft, gutem

gen sei. Wenn ihr von dem

für die Schuld ihrer Familien

Essen, Tanz und Kreativität,

erzählt, was eure eigenen

um Vergebung bitten und

darunter das Musical „Nie

Großväter getan haben, blei-

gemeinsam mit den Über-

wieder schweigen“ zum The-

ben solche Kommentare aus.

lebenden und ihren Nach-

ma der Konferenz.

Man kann nichts dagegen

kommen Wege des Todes in

Quelle:

sagen.“

Wege des Lebens verwan-

www.marschdeslebens.org

Als Ehrengast sprach an

deln.

zwei Abenden der Holocaustüberlebende

Jehuda

Berkowitz (Israel). Er wurde als Teenager aus dem damaligen Ungarn nach Auschwitz deportiert und hatte seinen sterbenden Vater auf dem Todesmarsch von Auschwitz auf seiner Schulter 13


FOKUS wurzelorientiert

14

mcsHUSZITIG


Ruth-less und/oder Ruth-like

Fokus

Mit oder ohne - man muss sich entscheiden RUTHS ENTSCHEIDUNG Ruths Geschichte ist weit mehr als nur eine „Love-Story“ zwischen einer jungen Moabiterin (Ruth) und einem schon in die Jahre gekommenen israelitischen Mann (Boas). Wilson erwähnt in seinem Buch sehr viele Details, die wie bei einem Bild aus Puzzleteilchen Stück für Stück mehr Klarheit über die Rolle Israels, die der Gemeinde und natürlich auch die der Nationen ergeben. Ein Puzzle besteht aus vielen Einzelteilen und alle zusammen ergeben das gewünschte Bild. Wenn aber Teile fehlen, wird es nie ein vollkommenes Bild abgeben. Um ein Verständnis für die Rolle der Gemeinde und Israel/Nationen in Gottes Plan zu bekommen, kann uns die Ruth-Geschichte helfen. Die Geschichte - war dieser Umzug wirklich richtig? Wegen einer Hungersnot verliess eine israelische Familie Bethlehem und zog nach Moab. Bald darauf starb das Oberhaupt der Familie (Elimelech) und auch die zwei Söhne, die mit moabitischen Frauen verheiratet waren. Ihr Wegzug endete in einem Desaster, denn Naomi (Elimelechs Frau) und ihre beiden Schwiegertöchter blieben mittellos zurück. Es ist erstaunlich, dass sich ein israelischer Mann (Elimelech) wegen einer Hungersnot dazu verleiten liess, sein Heimatort Bethlehem (Haus des Brotes) zu verlassen. Die Geschichte fand zur Zeit der Richter statt. Es war also nicht so lange her, seit die Israeliten unter der Leitung Josuas das Verheissene Land erreichten. Sollten sie das Land wirklich schon wie-

der verlassen? Zumindest heisst es im Psalm 33: „Er bewahrt sie vor dem Tod und erhält sie in der Hungersnot am Leben“ (V. 19). Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich die Familie ausgerechnet in Moab niederliess. Lesen wir: „An jenem Tag wurde vor den Ohren des Volks aus dem Buch des Moses vorgelesen, und es fand sich darin geschrieben: Niemals darf ein Ammoniter oder Moabiter in die Versammlung Gottes kommen, denn sie sind den Israeliten nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen, sondern haben Bileam gegen sie gedungen, damit er sie verfluche“ (Neh 13, 1-2: siehe auch 5Mo 23,4-7). Zwei Frauen mussten eine Entscheidung treffen… Dass eine Frau aus Moab (einer Na15


tion, die Israel feindlich gesinnt ist) sich entschied mit Naomi, der Israelitin, zu gehen, ist schon speziell. Ruth konnte keine besondere Zuneigung in Israel erwarten und es war mehr als fraglich, ob sie ihr Glück dort finden würde. Naomi zumindest (ihre Schwiegermutter) riet ihr ernstlich davon ab. „… Nicht doch meine Töchter! Denn das bittere Leid, das mir geschah, ist zu schwer für euch, …“ (Ruth 1,13). Orpas Überlegungen gingen wohl in eine ähnliche Richtung, als sie ihre Schwiegermutter Naomi küsste und ging (V.14). Orpa hatte ihre Entscheidung getroffen! Die Bibel sagt leider nichts über ihren weiteren Weg aus und über die Folgen ihrer Entscheidung. Ein bekannter Bibellehrer meinte, dass alle wichtigen Namen und Ereignisse in der Bibel aufgeschrieben wurden. Vielleicht war Orpas weiteres Leben einfach nicht mehr erwähnenswert… Trotz einer ungewissen Zukunft mit einer bitter gewordenen alten Frau machte Ruth eine erstaunliche Aussage: „Dränge mich nicht, dich zu verlassen und zurückzugehen, von dir weg. Denn wohin du gehst, dahin werde auch ich gehen, und wo du übernachtest, da werde auch ich übernachten; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da werde auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. Der HERR soll mir antun, was immer er will! Nur der Tod soll

16

mcsHUSZITIG

uns trennen. Da sah sie, dass sie fest entschlossen war mit ihr zu gehen und hörte auf, ihr zuzureden. Und die Beiden gingen, bis sie nach Bethlehem kamen“ (Ruth 1, 16-19). Ruth sorgte sich nicht um ihre eigene Zukunft. Sie hatte sich entschieden, den Weg mit ihrer israelischen Schwiegermutter und deren Gott zu gehen. Dabei muss ich unweigerlich an Menschen denken wie Paul Vogt , Paul Ernst Grüninger , Dietrich Bonhoeffer und an viele, viele mehr, die sich in ihrer Zeit unter bedrohlichen Umständen mutig entschieden hatten zu handeln, um andere zu retten. Einst, auch wir … Ruth erinnert mich auch an die Worte von Paulus, als er den Kolossern schrieb: „... einst wart ihr Fremde … (Kol 1,21, siehe auch Eph 2,19). Wie viele Gemeinsamkeiten hatten wir ohne Jesus mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Etwa so viele, wie die Moabiter mit Israel? „… dass ihr damals fern von Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge, nicht einbezogen in die Bundesschlüsse der Verheissung, ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt“ (Eph 2, 12). Wenn ich an meine gottlose Zeit zurückdenke, überfällt mich meistens ein komisches Gefühl der Gottesferne, so als wäre ich unheimlich weit weg von Gott gewesen. Dem war wirklich so! Ich war


tatsächlich ausgeschlossen, doch die gute Nachricht ist: „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst weit weg wart, ganz nahe durch das Blut Christi (Eph 2,13). Was für ein Geschenk! Ruth fand als Fremde ihren Platz in Israel. Erinnern wir uns: Sie konnte nicht wissen, wie die Geschichte für sie ausgehen würde. Die Motivation für ihr Handeln musste einen anderen Ursprung gehabt haben. Vielleicht hörte sie durch ihren Ehemann und ihre Schwiegereltern viel Gutes über Israel und deren Gott. Sie kannte die wunderbaren Geschichten von dem mächtigen Gott, der Abraham als Stammvater erwählt hatte, und zu einem grossen Volk heranwachsen liess, um es über den Weg der Sklaverei bis hin ins „Verheissene Land“ zu führen. Und Orpa? Alle müssen sich entscheiden Kürzlich meinte jemand. „Das mit Israel ist schon eine gute Sache, aber Gott hat uns die Moslems aufs Herz gelegt, darum wollen wir nicht öffentlich zu Israel stehen“. Es gibt Entscheidungen, die uns einen hohen Preis kosten können! Welches ist der richtige Weg? In Zeiten, in denen wir wieder in den Tageszeitungen lesen: „Juden zurück in die Gaskammer “ ist eine schweigende Gemeinde sicher keine Lösung. Das lehrte uns hoffentlich die Vergangenheit! Sacharja 12 weist darauf hin, dass sich eines Tages alle Nationen gegen Jerusalem stellen werden. Diese Entscheidung wird für diese Nationen schwerwiegende Folgen haben (12,3.9). Sich gegen oder für Israel auszusprechen ist nicht eine Frage des persönlichen freiheitlichen Denkens und Empfindens. Es ist eine geistliche Frage. Eine falsche Ent-

scheidung wird das Gericht Gottes nach sich ziehen, wenn wir nicht vorher umkehren. Das sehen wir auch in Joel, Kapitel 4: „Denn sieh, in jenen Tagen und in jener Zeit, da ich das Geschick Judas und Jerusalems wende, versammle ich alle Nationen, und ich werde sie hinabführen in das Tal Jehoschafat, und dort werde ich mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volks und Erbbesitzes Israel, den sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie verteilt, … (V 1-2). Erinnern wir uns? Auf den ersten Blick schien es keine grosse Sache zu sein, die über Moab den Fluch brachte. Sie hielten es nur nicht für nötig, Israel „mit Wasser und Brot“ zu begegnen, als sie durch ihr Land ziehen wollten. Diese Hartherzigkeit Israel gegenüber wurde von Gott bestraft. Es heisst: Gesegnet ist, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht (1Mo. 27,29). Das Wort Gottes warnt uns. Es kann absolut tragisch enden, wenn sich Menschen, Kirchen und/oder Nationen in bösartiger Weise gegen Israel entscheiden. Eine Gemeinschaft, die etwas von Ruths Geschichte aufgenommen hat, lebt ihr Zeugnis in “Sanftmut und Ehrfurcht“ (1Pet 3,1ff), ganz besonders seinen jüdischen

17


Mitbürgern gegenüber. In Sanftmut, weil wir ihre Leidensgeschichte und die tragische Rolle der Kirche kennen, und in Ehrfurcht, weil sie um der Väter willen Geliebte Gottes sind (Röm 11). Es spielt auch keine Rolle wie gut oder schlecht Israel seinen Staat führt. Wir können aber festhalten, dass dieses kleine Land das einzige demokratisch geführte Land in der Region ist, und dass die Wiederbelebung des Staates Israels ein Wunder Gottes ist, so wie es ein grosser Prophet schon vor langer Zeit prophezeite (siehe Jer 31,36-40; 32,3744; 33,10-18). Dieses Wirken Gottes können viele nicht sehen und bedrohen darum Israel existentiell. Und die Schweiz? In den letzten 30 Jahren wurde mein Bild von einer vorbildlichen Schweiz auch zutiefst erschüttert. Den Bericht über das geheime Abkommen, das der Schweizer Bundesrat 1970 mit der PLO abschloss , ist nur ein weiteres Stück der scheinbar immer mehr werdenden und beschämenden Offenlegungen von antisemitischen, verbrecherischen und heuchlerischen Machenschaften in unserem Land. Wir wollen beten, dass die Schweiz

18

mcsHUSZITIG

Israel ohne Vorbehalte anerkennt. Wir wollen ein Israel-freundlich gesinntes Land werden! Dazu gehört auch, dass wir Jerusalem als Hauptstadt Israels akzeptieren, und uns von jeglicher Form von Judenhass distanzieren. Entscheidende Entscheidung! Der Weg als „Ruth-Gemeinde“ beginnt mit einer Entscheidung. Sie geht ihren Weg mit Israel ohne Wenn und Aber! Anhand dieser Entscheidung werden Weichen gestellt. Die Wege Orpas und Ruths haben sich hier getrennt. Orpa ging zurück in ihre Heimat. Ruth entschied sich entschlossen und wagte den Schritt ins Unbekannte und folgte Naomi nach Bethlehem. Dort wartete viel Erstaunliches auf sie. Doch alles was für Ruth nun folgen sollte, nahm ihren Anfang mit diesen entscheidenden Worten: „Dränge mich nicht, dich (Naomi) und deinen Gott (der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs) zu verlassen…

Jeder muss sich entscheiden!


Neues aus der MCS Die Lerngruppe St.Gallen Eine Privatschule stellt sich vor Seit Mitte Oktober gehen jeden Morgen ein Haufen kleiner und grosser Kinder in der MCS ein und aus. Mit ihnen auch Pädagogen und Eltern. Aber was machen sie tagein tagaus? Es ist eine Gruppe von Kindern vom Spielgruppenalter bis zur ersten Klasse, die in den Räumlichkeiten der MCS spielen, lernen und forschen. Mehr als alles interessiert sie, wer ihr Schöpfer ist. Er ist nicht nur im Lobpreis am Anfang des Tages das Zentrum. Auch wenn sie sich

mit Mathematik beschäftigen, ist das Wissen um denjenigen, der alles in den Händen hält und von dem alle Weisheit kommt zentral. So verstehen sie sich als eine grosse, neugierige und dankbare Familie, die ein Stück weit die Schule am Ende des Tages nachhause und das zuhause am Morgen mit in die Schule nimmt. Danke liebe MCS, dass ihr eure Türen geöffnet habt, damit dies überhaupt möglich ist. Lerngruppe St. Gallen.

19


Gebetsanliegen

Ich habe Wächter bestellt ! Pray!

Sehr traurig und bedenklich

> Beten wir für den Geist der Unterscheidung, damit wir die Zeitzeichen erkennen dürfen und wir weise Entscheidungen treffen.

musste mitanhören wie in einem

> Beten wir, dass die Macht der Angst und des Misstrauens weder in Israel noch in der Gemeinde Jesu sich weiter ausbreiten darf...

Eine Nachrichtensprecherin noblen Lokal jemand sagte: „Die Juden gehören wieder in die Gaskammer.“ Als sie darauf meinte: „Ich bin Jüdin, wollen sie mich auch umbringen?” Da sagte dieser: “In dem Fall ja.”

Klima der Angst ! Freunde aus Israel schrieben uns: Das Wichtigste zusammengefasst

> Beten wir für Israel, für die Gläubigen und für die vielen Angehörigen, die in diesen Tagen Opfer zu beklagen haben.

Michael Hillel, Netanya Was die aktuelle Lage betrifft nehme ich an, dass du dich auf die Terroranschläge beziehst, welche zurzeit wöchentlich, manchmal sogar täglich stattfinden. … Diese Welle von Angriffen lässt viele Israelis zwischen Angst und Wut schwanken, besonders in der Gegend von

> Beten wir für die Schweiz, dass wir zu einem Land werden, das sich nie wieder

gegen Israel stellt.

20

mcsHUSZITIG

Jerusalem; Angst, weil man nie weiss, wann oder wo ein Angriff passiert. Wut, weil es immer und immer wieder passiert. Die meisten der jüngsten Angriffe wurden von Einzelpersonen durchgeführt, scheinbar ohne im Zusam-


Wachen

Israel/Jerusalem menhang zu stehen. Unter

sind so sehr daran gewöhnt angegriffen zu werden, dass wir

der Bevölkerung gibt es

versuchen, das Leben wie gewohnt weiter zu leben. Das ist

daher eine erhöhte Vorsicht,

vielleicht das Schlimmste daran.

jederzeit muss man auf der

Wir Israelis haben uns daran gewöhnt, verfolgt und getötet

Hut sein, fast alle werden

zu werden und gleichzeitig von der Welt dafür selbst ver-

verdächtigt - ein Mann, eine

antwortlich gemacht zu werden. Und obendrauf sollen wir

Frau oder sogar ein Kind. …

uns nicht mal selbst verteidigen, das ist für uns die neue

Ist es da ein Wunder, dass

Normalität …

Israelis besorgt sind?

Chuck Cohen, Jerusalem Die Menschen achten viel mehr auf ihre Umgebung, und einige gehen nicht mehr so viel aus. Aber wir

Auf deinen Mauern, Jerusalem,

“Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher wird mir Hilfe kommen?”

habe ich Wächter eingesetzt, den ganzen Tag und die ganze

Ps 121

Nacht, niemals schweigen sie! 21


Israel & Church

MCS

Warum messianisch? Sind wir nun messianisch oder christlich? Aber vielleicht ist es auch nur ein Problem der Sprache, denn sprachlich bedeutet messianisch dasselbe wie christlich! Nun, dieser Begriff scheint aber für die an Jesus gläubigen Juden reserviert zu sein und somit ist diese Benennung scheinbar für Gläubige aus den Nationen nicht kompatibel. Mit anderen Worten: alle Menschen aus den Nationen, die an Jesus glauben, nennen sich Christen. Juden, die an Jesus glauben, nennen sich messianisch. Somit fragt man sich natürlich, wo sind die Gemeinsamkeiten (Joh 10,16)? Die Kirche handelte und lehrte meistens so, als habe Jesus nichts mit dem Judentum zu tun, und für die Juden hat Jesus nicht viel mit der Kirche zu tun. Wo ist aber da die viel erbetene Einheit? Diese unsägliche Trennung ist mehr das Werk des Antichristen, als von Gott gewollt. Diese Zeit ist aber vorbei und wir können uns diese Trennung auch nicht mehr leisten, wenn wir dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs angehören wollen. Als Gemeinde würdigen wir unser jüdisches Erbe und treten für Israel in den Riss, denn Israel ist die Wurzel, die uns als

22

mcsHUSZITIG

eingepfropfte Zweige trägt (Röm. 11,18). Wir wollen dem jüdischen Volk, dem wir viel zu verdanken haben, in Dankbarkeit und mit Respekt begegnen (1Pet 3,16). Darum gibt es für uns nicht entweder oder - es gibt nur Jeschua! Sorry, wieder ein Sprachproblem — Jesus — diesem Juden und Sohn Gottes, der uns aus unseren Ketten befreite, unsere Sünden vergab und uns ewiges Leben schenkt, dienen wir. Dies ist für uns messianisch, bez. christlich, denn aus beiden Teilen (Juden und Heiden) machte Jesus den neuen Menschen, weil Er die Scheidewand — die Feindschaft im Fleisch — abgebrochen hat, sind wir eins in IHM (Eph 3,16f). Und nicht zuletzt, wir gehen einer Zeit entgegen, in der zusammenkommt was zusammenkommen muss (siehe Zeichnung)...


MCS-Termine Gottesdienst

Sonntagmorgen, 9.30 Uhr

Anschliessend gemeinsames Essen ... Gebets- und Gemeinschaftsabend

Mittwochabend, 19.30 bis 21.00 Uhr Jeder 3. Mittwoch im Monat ist Israelgebet Marsch des Lebens f端r Israel

Mi. 4. Mai 2016, 16.30 Kreuzbleiche-Parkplatz Informationen auch auf www.mcs-sg.ch Begegnungsreise nach Israel

3. bis 16 .Oktober Israelreise mit Jasmin und Walter Bachmann. Auskunft: Walter fragen: 097 771 45 33

Ferien Jasmin und Walter, vom 11. Juni bis 3. Juli 2016 23


Ruth-like = > mögen > anerkennen > schätzen > gern haben > ...

Ruth-less = > rücksichtslos > skrupellos > mitleidslos > rabiat > unbarmherzig > schonungslos > gnadenlos > ...

24

mcsHUSZITIG


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
HusZitig 1-16 by Walter Bachmann - Issuu