HOPENEWS MCS Magazin 2 - 2015
MCS-AUFTRAG | PAUL VOGT | MCS-INTERN | SCHLUSSWORT
MCS
02/2015
HOPE-NEWS +41 (0)71 279 14 86
MCS, Postfach 103, 9013 St.Gallen
MCS
St.Gallen
Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn (aus Ps. 97).
Die Welt verändert sich ... Liebe Leser Ob wir es lieben oder nicht, unsere Welt verändert sich rasant! Was bestehen bleibt, ist nur eines: Gott, sein Wort und sein Reich, welchem wir als geliebte Söhne und Töchter angehören! Während unserer Israelreise im Frühling durften Jasmin und ich viel Schönes und Tiefes erleben. Daneben hatten wir auch schwere Momente zu verarbeiten. U. a. mussten wir unsere Reise früher abbrechen, da Jasmins Schwester nach langjährigem Krebsleiden früher als erwartet heimgehen durfte. Wir freuen uns auf den bevorstehenden Israeltag und besonders auf unsere Freunde Ariel und Deborah Berkowitz, die uns an diesem Tag dienen werden. Herzliche Einladung an euch alle! (Siehe beigelegter Flyer)
Hoch zum Berg Hermon...
Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.
Als MCS-Gemeinde haben wir uns entschieden, offensiver in unserer Region zu wirken. Aktuell planen wir einen „Marsch des Lebens“ in St.Gallen. Im nächsten „Hope News“ und auf unserer Webseite informieren wir über die Details. Wir danken ganz herzlich für alle lieben und ermutigenden Worte und für jede Unterstützung. Walter und Jasmin Bachmann mit dem MCS-Team
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In den Strassen Jerusalems...
INPUT | LEHRE | EREIGNISSE | ERFAHRUNG | PROPHETISCHES |
Paul Vogt - Flüchtlingspfarrer Brigitte Eggmann (Auszug)
Paul Vogt, Flüchtlingspfarrer in Zürich, setzt sich in den Jahren 1933 bis 1947 für benachteiligte und verfolgte Menschen ein und gibt der kirchlichen Flüchtlingsarbeit im Zeitalter des Nationalsozialismus ein Gesicht. ...
Wer ist Paul Vogt? Geboren am 23. Mai 1900 wächst Paul Vogt in Männedorf am Zürichsee auf. Nach der Gymnasialzeit in der Evangelischen Lehranstalt Schiers im Prättigau beginnt er mit 22 in Basel das Theologiestudium. 1924/25 studiert er zwei Semester in der Universitätsstadt Tübingen, wo er mit der sozialen und geistigen Not des verlorenen Ersten Weltkriegs konfrontiert wird. Hier empört er sich auch über die ersten auftauchenden antisemitischen Plakate. 1927, ein Jahr nach seiner Ordination als evangelischer Pfarrer, heiratet er Sophie Brenner und übernimmt in Ellikon an der Thur seine erste Pfarrstelle. Aus gesundheitlichen Gründen rät ihm dann sein Arzt zu einem Ortswechsel, und Paul Vogt tritt 1929 im Höhenkurort Walzenhausen im Kanton Appenzell Ausserrhoden seine nächste Pfarrstelle an. Er findet keine heile Welt vor. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die heimische Stickereiindustrie und die bittere Situation der vielen jungen Arbeitslosen lassen ihn nicht kalt. Das Elend der Bevölkerung erschüttert ihn. Paul Vogt ist kein Mann, der sich in seiner Studierstube vergräbt und das praktische Anpacken der Not anderen überlässt. 1931 gründet er ein Hilfswerk für die Arbeitslosen im Kanton. Er informiert, sammelt Geld, bittet bei sozialen Institutionen und öffentlichen Stellen um finanzielle Unterstützung – die Resonanz ist gering. Doch Vogt gibt nicht auf. Als begnadeter Schreiber und Autor kann er seine Gedanken zu den Notwendigkeiten der Zeit so ausdrücken, dass seine Botschaft bei den Menschen ankommt. Als Reaktion auf seine Schrift «Aus Menschennot und Gottesverheissung» zugunsten des «Hilfswerkes für die Arbeitslosen im Kanton Appenzell AR und dessen Dienst an den Kindern, sowie älteren arbeitslosen Frauen» schicken Pfarrkollegen, Kirchgemeinden und viele Einzelpersonen Geld, Kleider, Möbel und Nahrungsmittel. Im März 1933 erwirbt Vogt ein «Stickereihemetli», das bereits zwei Monate später als «Evangelisches Sozialheim Son-
Paul Vogt Flüchtlingspfarrer, 1943 - 1947 neblick, Walzenhausen AR» seinen Betrieb aufnimmt. Das Haus bietet nicht nur verschiedenste Schulungskurse für Arbeitslose, sondern wird zu einem Treffpunkt für soziale, kirchliche und gemeinnützige Institutionen und, soweit der Platz reicht, finden erholungsbedürftige Frauen und Mütter für einen Ferien- oder auch längeren Aufenthalt Aufnahme. Appelle gegen die Judenvernichtung. Gegen Ende der 1930er-Jahre wird der «Sonneblick» auch zum Refugium für viele Pfarrer der Bekennenden Kirche und deren Familien und während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 zum Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge. Öffentlich ergreift Pfarrer Vogt für sie Partei. Zu Tausenden warten sie jenseits der Schweizer Grenze in unbeschreiblicher Todesangst. Denn die Güterwagen rollen durch Europa – in den Osten, wo die Krematorien rauchen. Paul Vogt scheut sich nicht, die Rückweisung der Juden an der Grenze anzuprangern. Er ist überzeugt, dass Gott in besonderen Zeiten den einzelnen Menschen vor besondere Entscheidungen stellt, und zusammen mit «Flüchtlingsmutter» Gertrud Kurz und anderen setzt er alle Hebel in Bewegung, damit die vom Bundesrat geschlossenen Grenzen durchlässiger werden. Letztlich erfolgreich. Am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag 1942 redet er der Schweiz ins Gewissen: «Unser Erlöser Jesus Christus ist dem Fleische nach Jude gewesen (...) Wir sind alle schuldig geworden. Alle ohne Ausnahme. Nicht nur der Bundesrat. Nicht nur die Polizeiorgane. Wir alle. Schuldig durch die Oberflächlichkeit. Schuldig durch Härte. Schuldig durch Lauheit und Feigheit. Schuldig vor Gott. Schuldig an Jesus Christus.» Fortsetzung Seite 6
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MCS VISION & AUFTRAG
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Brücken bauen:
Persönlich:
Seit einigen Jahren wohnen wir sehr nahe am St. Galler-Brückenweg. Von unserem Balkon aus sehen wir zwei Brücken. In der Umgebung stehen mindestens fünf weitere Brücken grosse und kleine, alte und neuere. Alle werden täglich von vielen Menschen benützt und erleichtern unsere Fortbewegung erheblich. Wir sind davon überzeugt, dass Menschen, die sich als „Brückenbauer“ zur Verfügung stellen, mithelfen das Leben vieler einfacher und lebenswerter zu machen (geistlich gesehen). Dies ist möglich, weil unser Vater im Himmel durch das Werk seines Sohnes die bedeutendste und wichtigste Brücke schon vor langer Zeit für uns gebaut hat!
Paulus schreibt an die Philipper: „Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut; und der Gott des Friedens wird mit euch sein (Phil. 4,9).” Wie die Zeichnung oben es bildlich darstellt, verstehen auch wir uns als “Brückenbauer“. Es ist nur der Gnade Gottes zu verdanken, wenn ER uns zum Segen für sein Volk Israel, für unsere Heimat und die Gemeinde Jesu einsetzt. Was wir unverdient bekommen haben, geben wir gerne weiter.
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MCS-Auftrag
Praktisch: Nicht schweigen: Eine Bibelstelle, die uns über all die Jahre begleitet und auch sehr herausfordert, finden wir im Buch Esther: „Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen, du aber und das Haus deines Vaters werden umkommen (Est 4,14).” Wo auch immer wir uns im Alltag bewegen, ist es zwar ein Geschenk, dass wir für Israel einstehen dürfen, aber es ist auch alles andere als einfach. Kürzlich sagte ein Arbeitskollege zu mir, alles was er über Israel wisse sei, dass die Israelis immer Krieg führen und die Palästinenser schrecklich unterdrücken würden. Es herrscht z.T. eine erschreckende Unkenntnis und eine dämonische Verwirrung. Ohne die tägliche Hilfe Gottes und die Unterstützung von Gleichgesinnten wären wir dieser Aufgabe nicht gewachsen.
„Wie lieblich sind die Boten auf den Bergen, die Füsse des Freudenboten, der Frieden ver-kündet, der gute Botschaft bringt, der das Heil verkündet, der zu Zion sagt: DEIN GOTT HERRSCHT ALS KÖNIG (Jes 52,7, siehe auch Röm 9, 15).” Auch diesen Frühling kamen wir in Israel wieder mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Viele hatten etwas gemeinsam: sie sind auf eine Art frustriert und zum Teil bitter geworden. Entweder weil das Leben ihnen hart zusetzte oder weil sie es satt haben, immer wieder die Anfeindungen, Anklagen und Ablehnung der restlichen Welt ertragen zu müssen. Es scheint als würden uns gerade diese Menschen aufs Herz gelegt! Im Buch „Ruth“ lesen wir, dass Ruth mit ihrer Schwiegermutter Naomi einen Weg ging, als diese noch ziemlich bitter war. Darum wollen auch wir nicht müde werden, unsere jüdischen Freunde zu begleiten. Die Geschichte von Ruth ist bekannt. Sie spielte bei Naomis Wiederherstellung eine entscheidende Rolle. Eine vergleichbare Rolle hat auch die Gemeinde in den Nationen bei der Wiederherstellung Israels. (Siehe Buchempfehlung S. 7)
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MCS
“Bericht”
Paul Vogt, Flüchtlingspfarrer, Fortsetzung von S. 3. Das Flüchtlingspfarramt, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, noch mehr Leben zu retten, ist jedoch eine Aufgabe, die Paul Vogt nicht mehr nur im Nebenamt erledigen kann. Als Vertreter der christlichen Kirchen wehrt er sich ausdrücklich dagegen, nur vom Staat zu fordern und die Arbeit den staatlichen Instanzen zu überlassen. Wie er es selbst Jahre zuvor beim Kauf des Sonneblick vorgemacht hat, mahnt Vogt, dass die Christen der Kirche Jesu auf Erden niemals bei einem billigen «Me sött» stehen bleiben dürfen. Forderungen ohne eigene Leistung sowie Worte ohne innere Verpflichtung und Opferbereitschaft seien nur billiges Geschwätz. 1942 beschliessen der Kirchenbund, die Zürcher Landeskirche und das Schweizerische Hilfswerk für die Bekennende Kirche in Deutschland (SEHBKD), in Zürich Hottingen ein spezielles Flüchtlingspfarramt einzurichten, mit Paul Vogt als verantwortlichem Leiter. Nach längerem Ringen verlässt dieser im Mai 1943 das Pfarramt in Zürich Seebach, in das er 1936 als zweiter Pfarrer berufen wurde, und wird einen Monat später in der Wasserkirche Zürich offiziell als Flüchtlingspfarrer eingesetzt. Unermüdlich kümmern sich in der Folge Paul Vogt und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die materiellen und geistlich/seelsorgerischen Belange der Flüchtlinge: Sie koordinieren bei Privatpersonen und Familien die «Freiplatzaktion», dank der nicht alle Flüchtlinge in Arbeitslager eingewiesen werden; sie organisieren den sogenannten «Flüchtlingsbatzen» und richten vier Freiplatzheime für sogenannte «rituell lebende» jüdische Flüchtlinge ein. ... Als Paul Vogt das Flüchtlingspfarramt übernimmt, erleben seine Kinder Paul-Ruedi (damals 15),
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Annemarie (11) und Hanspeter (8) am Familientisch hautnah mit, wie jüdische Flüchtlinge über ihre entsetzlichen Erlebnisse berichten. Die heute 82 Jahre alte Annemarie Vogt erzählt mir an einem Spätsommertag aus dieser Zeit: «In der Schule», versichert sie mir, «hätte mir niePaul mand geglaubt, wenn ich von den Deportationen, den Vernichtungslagern, den Gaskammern erzählt hätte.» ... Annemarie Vogt erwähnt einen Brief, den ihr Vater von einem Pfarrkollegen aus Polen erhalten hatte: «Paul», heisst es dort, «ich sass kürzlich am Schreibtisch, als ein Mann der Gestapo kam: ‹Sie haben Juden versteckt!›, sagte er zu mir. Ich war wie erstarrt, sagte jedoch: ‹Nur einen Moment bitte, ich muss rasch etwas erledigen, danach kann ich Ihnen eine Antwort geben.› Dann stand ich auf, vielleicht musste ich zur Toilette, ich weiss es nicht mehr, aber als ich mich dem Büchergestell näherte, hinter dessen Rückwand tatsächlich Juden verborgen waren, entdeckte ich davor zwei riesengrosse leuchtende Gestalten – und ich wusste, den Menschen dahinter würde nichts passieren. Zurück beim Gestapomann sagte ich: ‹Sie können alles durchsuchen.› Und ich sage dir, Paul, seine Leute sahen nichts, Gott hat ihnen die Augen verbunden.» ... Nach dem Krieg 1947 wird das Flüchtlingspfarramt aufgelöst. Noch während des Krieges haben Paul Vogt und eine Studiengruppe, die
Vogt mit seiner Frau Sophie ihrerseits zum Teil aus Flüchtlingen bestand, im Sonneblick in Walzenhausen fünfzehn Thesen für eine künftige kirchliche Flüchtlingspolitik ausformuliert. Dabei flossen die Erfahrungen der vorangegangen Kriegs- und Vorkriegsjahre ein: ... Der evangelischen Flüchtlingshilfe komme eine besondere Verantwortung für die jüdischen Flüchtlinge zu, aber auch für alte und kranke Flüchtlinge ... dazu bedinge es lebendige Kirchgemeinden, die evangelische Flüchtlinge sofort, vorurteilslos, vertrauensvoll und bedingungslos aufnehmen und alles tun, um die Eingliederung in das Leben der Gemeinde zu fördern. ... Mit freundlicher Genehmigung: Christliches Zeugnis 2014/4, «Ich und der Fremde», Campus für Christus Schweiz.
MCS NEWS
Israel-Freundestag, 28. 11. 2015, 9.30 bis 16.30 Uhr
Buchempfehlungen: 1. “Flüchtiges Glück”
Die Flüchtlinge im Grenzkanton St.Gallen zur Zeit des Nationalsozialismus Jörg Krummenacher, Limat Verlag Zürich
2. “Die Verfassung des Königreichs” Die 75 Gebote von Jesus Christus
Wolfgang Simson, Simson Media
3. “The Ruth-less Church”
The Role of Christians in Israel’s Redemption as Prophesied in the Book of Ruth M.T.Wilson, Yeshua’s Harvest Ministries
Impressum:
Herausgeber: MCS St.Gallen, Postfach 103, 1913 St.Gallen Leitung: Walter Bachmann und Hanspeter Vogt Redaktion und Gestaltung: Walter Bachmann und MCS-Team Postcheckkonto Schweiz: Post, PC 90-21780-4 BIC CODE: POFICHBEXXX IBAN Nr. CH84 0900 0000 9002 1780 4 Bankverbindung Deutschland: Postbank NL Karlsruhe Konto 606 520 753 Bankleitzahl 660 100 75 BIC: PBNKDEFF IBAN: DE42 6601 0075 0606 5207 53
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Schlusswort: Ein Gedicht von Paul Vogt:
INPUT | LEHRE | EREIGNISSE | ERFAHRUNGEN | PROPHETISCHES | ...
Bitten Lass mich nicht vergeblich leben, lass ein kleines Licht mich sein. Licht von Deinem Licht zu geben in die dunkle Welt hinein. Lass ein Körnlein Salz mich werden mit der Würze deiner Kraft, die auf dieser armen Erde Hoffnung, Heil und Hilfe schafft. Lass mich nie an mich nur denken und den Bruder übersehen. Hilf mir, ganz mich zu verschenken und den Weg des Meisters gehen. Lass mich sterben, um zu leben, Nimm mich fest in Deine Zucht. Schöpfer, wirk in Deinen Reben Deinem Reiche eine Frucht. Paul Vogt
MCS Postfach 9013 St.Gallen
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