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marie 88/ Dezember 2023

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#88 / Dezember 2023

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davon 1,60 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer

Frohe Weihnachten und ein friedliches Fest Illustration: Shutterstock


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#88 | Dezember 2023

Inhalt

Editorial

4-6

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sinnvoll und sozial Mit diesen Weihnachtsgeschenken machen Sie ­anderen Freude und tun zudem Gutes

8-10

Zu Weihnachten wünsche ich mir Ubuntu Autor Hans Platzgumer erklärt, warum uns Afrika in Sachen Gemeinschaftssinn Vorbild ist

10

Sudoku

12-15

„Ich finde das bedrohlich“ Bernd Klisch, Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe, über Willkommensstimmung und den Krieg der Worte

16

Menschenrechte im Fokus Plattform lädt am 10. Dezember zu Infotag

18-19 Die marie packt die Taschen voll Ab 8. Dezember gibt es bei unseren Verkäufer:innen bunte Baumwolltaschen im marie-Design 20-22 „Beten und meditieren reicht nicht“ Philosophin und Theologin Katharina Ceming über Verzicht, Klimaverantwortung und Spiritualität 22

Rätsellösungen

24-25 Ein entspanntes Weihnachtsmenü Drei Gänge, feine Klänge und bloß keine Zwänge 26-27 Schnee, unten im Tal Eine Weihnachtsgeschichte von Florentina Bösch 28

Rückenwind für Erneuerung Frischer Wind in der Bildungsdebatte

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Schachecke, Rechenrätsel

30-31 Unser Kind ist anders Workshopreihe für Eltern mit Kindern mit Beeinträchigung oder chronischer Erkrankung 32-34 Der Krippeler Krippenbaumeister Theo Eksarhos ist aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt 35

Immer wieder freitags Jungpensionist:innen haben früheren Hafnerbetrieb in Treffpunkt für Jung und Alt umgestaltet

36-38 Der unerklärbare Rest Ein vorweihnachtliches Plädoyer für Fairness und Geschlechtergerechtigkeit 40-43 Alle so müde Wie wichtig ausreichend Schlaf für uns ist 43

Repaircafés

44-45 Die Zuversicht kommt aus St. Gallen Mark Riklin leitet Meldestelle für Glücksmomente 46-47 Veranstaltungskalender 47

Impressum

Die nächste marie erscheint am 29. Dezember.

Unbestritten war das eine schöne Zeit, als man selbst noch ans Christkind und den ganzen Zauber glaubte. Die Weihnachtszeit lud sich mit jener magischen Energie auf, die man im Erwachsenenalter immer mal wieder sehnlichst sucht und dabei selten findet. Doch es waren nicht nur die himmlischen Engelsgeschichten, die jenen Kindheitsabschnitt, den die Entwicklungspsychologie die magische Phase nennt, bei mir prägten. Auch das kolportierte Böse zog mich im Kleinkindalter in seinen diabolischen Bann. Damals streunerte ich oft mit meinem nur wenige Monate älteren Cousin durch unvertrautes Terrain – er wohnte in einem anderen Teil unserer Gemeinde, sehr idyllisch, rundherum viel Wiese, Apfelbäume und zaunloses Gartenglück. Doch wo Licht, da auch Schatten. Vor dem musst du dich in Acht nehmen, flüsterte mir der vierjährige Kindermund eines Tages verschwörerisch ins Ohr. Mit ausgestrecktem Arm deutete mein Cousin unheilvoll auf das Haus eines weiter entfernten Nachbarn, Besitzer von zwei schwarzen, langbeinigen Hunden. Er hetzt die Köter auf dich und schießt auf alle, die sein Grundstück betreten. Nicht den Bruchteil einer Sekunde zweifelte ich am Wahrheitsgehalt des Gesagten. Später einmal meinte ich sogar ein Gewehr über seiner rechten Schulter zu erkennen. Und so beschäftigte mich ab sofort und tagesfüllend die Frage, wie groß wohl der Bogen sein müsste, den ich um das Grundstück zu machen hatte, damit ich es auch ja nicht zufällig betreten und er mich augenblicklich totschießen würde. Und ich hoffte inbrünstig, dass er zumindest gute Augen hatte, um zu erkennen, dass ich alle Abstandsregeln befolgte. Ironie des Schicksals: Ich wohne inzwischen selbst in dieser Gegend. Erst vor kurzem erinnerte ich mich wieder an diese kleinkindliche, rabenschwarze Fantasie. Das Haus und den vermeintlichen Bösewicht kann ich allerdings nicht mehr verorten. Die magische Gabe meiner eigenen Kinder habe ich dann trotz besseren Wissens beizeiten unterschätzt. Inzwischen sind sie groß und manchmal ploppen auch bei ihnen Erinnerungen auf. An Engelshaar, das sie im Garten fanden, aber auch an Kümmernisse, über die sie heute lachend den Kopf schütteln. Wir Eltern hatten nicht im Entferntesten geahnt, welch fantastische Reime sie sich in ihren süßen Köpfen auf gewisse Geschehnisse machten. Wie einfach hätte ich sie doch mit einem Wisch davon befreien können. Nein, die Katze ist nicht gestorben, weil du gestern so getobt hast. Und die Kobolde im glucksenden Badewannen-Abfluss können ganz bestimmt nicht rauskommen ;-). Kindliches, magisches Denken, so hell, so dunkel, so geist(er)reich. Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie aus der Adventszeit das schöpfen können, was Ihnen guttut. Vielleicht ist das ein bisschen helle Magie, vielleicht ein rauhnächtlicher Gang in den dunklen Wald. Und sollten Sie sich auf einen Weihnachtsmarkt verirren, dann lassen Sie sich ja nicht die Stimmung verderben, nur weil jemand behauptet, Wham! und Last Christmas haben im Grunde gar nichts mit Weihnachten zu tun. Denn auch wir Großen haben mitunter noch das Zeug dazu, manches einfach zu einem Weihnachtswunder werden zu lassen. Wunder, die wir dringend brauchen. Ihre Simone Fürnschuß-Hofer, Redakteurin

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Mittendrin in V

Sinnvolle und soziale Weihnachtsgeschenke Die marie hat sich auf die Suche nach sinnvollen Weihnachtsgeschenken gemacht, die nicht nur den Beschenkten Freude bereiten, sondern auch direkt sozialen Institutionen in Vorarlberg zugutekommen, damit diese ihre wertvolle Arbeit weiterführen können. Drei dieser Orte stellen wir hier vor. Text und Fotos: Daniel Furxer

Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte, Dornbirn

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Seit zwei Jahren gibt es das Projekt „Bonfire“. Es ist ein niederschwelliges Arbeitsprojekt, speziell für Menschen mit einer Suchterkrankung. Man kann ohne Anmeldung kommen und entweder am Vormittag oder am Nachmittag drei Stunden arbeiten. Jeweils vormittags und nachmittags stehen zehn Arbeitsplätze zur Verfügung. „Wichtig ist uns, dass sie drei Stunden dranbleiben. Durch ihre Arbeit haben sie eine Tagesstruktur, lernen andere Leute kennen und bekommen auch soziale Anerkennung. Wenn wir merken, dass die Leute geschickt sind, vermitteln wir sie intern in andere Arbeitsprojekte weiter“, so Harald Panzenböck, Leiter der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte. Die Arbeit wird mit einem Taschengeld von 13 Euro/Halbtag entlohnt. Bei diesem Re-Use Arbeitsprojekt arbeiten die Miarbeitenden mit alten Planen oder mit Einkaufstaschen und verwandeln diese in Federschachteln oder Umhängtaschen. Seit einem Jahr besteht die Online-Plattform widado.com. Es ist ein Re-Use Marktplatz, an dem sich österreichweit 26 soziale und karitative Institutionen mit ihren rund 30.000 Produkten beteiligen. Erzeugnisse der Bonetti Werkstätten sind hier ebenfalls zu finden. Adresse: Schlachthausgasse 7c, Dornbirn Öffnungszeiten: Mo - Do 8 - 16 Uhr, Fr 8 - 12 Uhr, Sonntag, 3. Dezember, 14 bis 17 Uhr: Weihnachtlicher Hausflohmarkt oder online Produkte kaufen unter: www.widado.com/s/kaplanbonetti

8 - 10 Euro

30 Euro

35 Euro


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2 - 5,50 Euro

Geschirrtuch 15 Euro

Loackerhuus Lebenshilfe, Götzis Das Loackerhuus ist weihnachtlich geschmückt. Ein Weihnachtsbaum begrüßt einen bereits am Eingang, an ihm baumeln Pappmaschee-Kugeln in verschiedenen Farben und Größen. Auch lustige Pappmascheemännchen sind überall aufgehängt. Im Erdgeschoss findet man die Verkaufsfläche und ein Café, in den beiden oberen beiden Stockwerken ist eine Backstube, ein Malatelier und eine Kreativwerkstätte untergebracht. Das Loackerhuus besteht seit 13 Jahren. Rund 20 Menschen mit Beeinträchtigung, vom Schüler bis zum Pensionisten, arbeiten hier. Produziert und verkauft wird unter einem Dach. Drei Personen mit Unterstützungsbedarf kümmern sich um den Cafébetrieb. „Junge Mütter mit Kindern haben das Café als gemütlichen Treffpunkt für sich entdeckt“, so Jürgen Urdl, Leiter des Cafés. Die Auswahl an Geschenken ist groß. Polster, Kissen, Schürzen, Geschirrtücher oder Taschen, alles liebevoll bedruckt. Auch kulinarische Mitbringsel findet man im Loackerhuus: selbstgemachte Marmelade, Chutney oder Ketchup. „Wir produzieren schon ein halbes Jahr vorher. So arbeiten wir vollkommen ohne Druck und sind früh genug mit den Weihnachtsgeschenken fertig. Heuer ist das Material Pappmaschee sehr beliebt. Man sieht es an den liebevoll gestalteten Figuren“, erklärt Jürgen Urdl. Adresse: Hauptstraße 21, Götzis Öffnungszeiten: Mo - Fr 8:30 - 17 Uhr

Tasche 15 Euro

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Figuren individuell 18 - 30 Euro

Tasche 34,90 Euro

Marmelade 4 Euro, Chutney 4,30 Euro, Ketchup 4,90 Euro

Figuren individuell 18 - 30 Euro Polsterüberzug 19,90 oder groß 21,90 Euro


Mittendrin in V Auto, Elefant je 29,50 Euro

Schüssel 12 - 20 Euro

Caritas Sprungbrett Lädele, Bludenz

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„Wir schauen, was die Leute können. Die eine kann gut stricken, der andere arbeitet gern mit Filz. So entstehen unsere Produkte“, erklärt Judith Schneider, Betreuerin im Sprungbrett Lädele. Produziert werden die Weihnachtsgeschenke in der Werkstätte Bludenz. Keramik und Glas wird im Sprungbrett Lädele direkt bemalt. In Gruppen von acht Personen arbeiten hier Menschen mit Beeinträchtigung zusammen. Sprungbrett heißt dieses Projekt, weil versucht wird, den Menschen den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Sybille, eine der Mitarbeiterinnen, sagt: „Mir gefällt der Kundenkontakt, die Leute, die hier einkaufen, kennen einen. Außerdem erhalten wir Feedback zu unseren schönen Erzeugnissen.“ Kunstvoll angemalte Gläser, Teller oder Tassen, Holzspielzeuge, Vogelhäuschen oder auch Weihnachtsbäume aus Stoff: Hier wird man sicher fündig. Nächstes Jahr feiert das Sprungbrett Lädele sein 25-jähriges Jubiläum und ist somit eines der ältesten Geschäfte und Arbeitsprojekte der Caritas – mitten in der Altstadt von Bludenz.

Hund 29,50 Euro

Adresse: Sturnengasse 20, Bludenz Öffnungszeiten: Mo - Fr 8 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr; jeden Sa im Dezember 02.12., 09.12. und 16.12. von 8:30 - 13Uhr Tannen 7 - 11 Euro

Tasse 25 Euro, Teller klein 25 Euro , Teller groß 26 Euro Spielfiguren 4 - 6,50 Euro

Geschenkspapier 5 Euro

Futterhüsle 7 - 11 Euro

Longdrinkglas 9,50 Euro, Glas groß 11 Euro, Wasserkrug 37 Euro

Polster 28 Euro, Tischdecke 32 Euro


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Mittendrin in V

Zu Weihnachten wünsche ich mir Ubuntu

I

Text: Hans Platzgumer, Illustrationen: iStock

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ch bekomme auf die Essays, die ich in dieser Zeitung und anderen veröffentliche, oft eine Flut von Rückmeldungen teils ergriffener, teils erregter, teils erboster Leserinnen und Leser. Meine Aufforderungen zu Konsumverzicht, die Kritik an unserem fossilen Kamikaze-Kapitalismus, eine Hinterfragung des Freiheitsbegriffes, das Ausloten Kultureller Aneignung oder die Ablehnung eurozentrischer Weltsicht, all dies ist nicht jedermanns und jederfraus Sache. Manche bedanken sich zwar, dass ich ihre eigenen Gedanken und Vermutungen in Form gieße, dass ich sie inspiriere oder aufrüttle, andere aber beschimpfen mich als Kommunisten, realitätsfernen Träumer, hoffnungslosen Unwissenden oder Adjutanten im Auftrag der Regierung. Impfgegner, Motorradfahrer oder FPÖ-Wähler lassen mich wissen, dass sie meine Texte schon längst nicht mehr lesen. Zeugen Jehovas oder Scientologisten bieten mir ihre Hilfe an, denn ich habe offensichtlich jegliches Gottvertrauen verloren. In all diesen unterschiedlichen Stimmen wird eine spezielle Abwehrhaltung aber besonders laut: Leser:innen kritisieren, dass ich das Wort „wir“ verwende. Dieses kritische Wir treffe auf sie nicht zu, finden sie. Sie sind der Meinung, persönlich nicht an den Entwicklungen und Verfehlungen der Gesellschaft beteiligt zu sein, und wollen nicht in einen Topf mit anderen geworfen werden. Eine solche Haltung ist durchaus zeitgemäß: Immer mehr Menschen verstehen sich als aus der Menschengemeinschaft ausgekoppelte Individuen. Ja, die Menschheit zerstöre in kurzsichtiger Dummheit und Gier sich selbst und ihren Heimatplaneten, ja, Musk, Zuckerberg, Bezos und wie sie alle heißen, seien Ausbeuter und Sklaventreiber. Viele aber fühlen, persönlich nichts mit dem Schindluder zu tun zu haben. Sie empfinden es als falsch und ungerecht, einem Wir zugerechnet zu werden, das aus Umweltsündern, Heuchlern und Profiteuren besteht, denn sie leben, denken, handeln anders. Dieser Einwand ist verständlich, in vielen Lebensbereichen trifft er auch für mich zu. Ich lebe ebenfalls bewusster, reflektierter, nachhaltiger als die einen oder anderen Unverbesserlichen. Die elitäre Entkoppelung des Ichs vom Wir ist dennoch irrführend. Sie kann niemals vollständig sein. Ich führe höchstens im gewissen Punkten ein anderes Leben als meine Zeitgenoss:innen. Im Großen und Ganzen unterscheide ich mich kaum von ihnen. Ich bin ein wenig anders, wie wir alle ein wenig unterschiedlich sind. Mit Sicherheit aber überwiegen die Parallelen. Wir alle teilen nicht nur gewisse Neigungen und Schwächen, sondern auch Grundbedürfnisse, wie sie etwa in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten sind. Beharre ich auf meiner Selbstauffassung als ein Unikum und blende alles andere aus, so trage ich zu einer der größten aktuellen Gefahren für unsere Gesellschaft bei: Der Auflösung des Gemeinschaftssinns.

Allerorts ist Derartiges zu beobachten. Wir leben nebeneinanderher und fühlen uns mit unbekannten Mitmenschen nicht verbunden. Wir gehen ihnen aus dem Weg, empfinden sie als lästiges Hindernis, als Plage, womöglich sogar als Gefahr. Wir reagieren mit Angst oder übertriebener Scheu auf sie, suchen nicht den Kontakt, sondern achten auf die eigenen Befindlichkeiten. Durch alle Schichten zieht sich dieses Gefühl, der Allgemeinheit nicht mehr anzugehören. Unsichtbare Grenzmauern werden aufgezogen. Das Wir ist ein Teil dieser Grenzziehung geworden. Es existiert nur als Zusammengehörigkeitsempfinden von unterschiedlichen kleineren oder größeren Gruppen, von digitalen oder analogen Parallelgesellschaften, die sich auf einen politischen, religiösen, ethnischen oder hedonistischen Nenner einigen. In größer angelegtes, mehr umfassendes Denken, das mitunter heikle, ambivalente, zwiespältige Positionen miteinbeziehen muss, reicht das Wir, das wir verwenden, selten hinein. Eine Vielzahl von Faktoren trägt dazu bei, warum sich dieses Phänomen seit ein, zwei Jahrzehnten verstärkt. Der sich seit den 2010er-Jahren immer weiter in der Mitte der Gesellschaft verankernde Rechtspopulismus spielt eine große Rolle. Er zwingt jedem und jeder auf, auf der Stelle zu entscheiden, wer Freund oder Feind ist. Zwischen diesen stilisierten Polen „Gut“ und „Böse“ bleibt kein Platz für eine differenzierte Beurteilung. Auch spielen die von personalisierter Werbung, Algorithmen und KI durchsetzten sozialen Medien der Polarisierung zu. Die meisten von uns konsumieren sie unentwegt und haben keine Chance, der Gehirnwäsche zu entgehen. Das Smartphone hat in den anderthalb Jahrzehnten seit seiner Einführung nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unsere Begegnung mit anderen völlig verändert. Es hat Lücken zwischen uns aufgerissen, Kokons um uns errichtet. Ein großer Teil der Menschen, denen ich heute im öffentlichen Raum begegne, teilt diesen Raum zwar physisch mit mir, befindet sich aber in anderen, virtuellen Welten. Der Touchscreen, auf dem wir herumwischen, verdeutlicht unsere Abkapselung. Dazu tun handfeste Krisen das ihre. Sie türmen sich übereinander und sorgen für das Stimmungsgemisch aus Angst und Feindseligkeit. Nach der Finanzkrise 2007 und den seit 2015 offensichtlich geworde-


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nen Migrationsproblemen bekamen wir es mit einer Pandemie zu tun. Unübersehbar verschärft sich seit Jahren die Klimakatastrophe. Terroranschläge, Wirtschaftsnotstände und eine rasende Teuerung belasten uns, und immer näher um uns herum toben zerstörerische Kriege. Es sind schwierige Zeiten – und unter solchen Umständen sind jeder Mensch und die seinen sich selbst am nächsten. Das Leben auf Erden ist komplex geworden, wir sehnen uns nach Vereinfachung, wir rotten uns unter vermeintlich Gleichen zusammen und schließen andere aus. Eine Stammesclan-artige Aufteilung des Allgemeinraums hat eingesetzt. So zerfällt die Gesellschaft in eine Unmenge von Kleinteilen, in kleine und größere Wirs, die anderen Gruppierungen entgegenstehen. Hier die Radfahrer etwa und dort die Autofahrer. Hier die Österreicher, dort die Türken. Hier die Blauen, dort die Grünen. Die Tiroler, die Wiener. Die Impfgegner und die Geimpften. Die Frauen und die Männer. Die Alten und die Jungen. Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Wir halten an Unterscheidungsmerkmalen fest, derweil sitzen wir im selben Boot. Wir streben nach Einzigartig-, nicht nach Gemeinschaftlichkeit – auch wenn die Schnittmenge mit anderen in jedem Fall größer ist als das, was uns von ihnen unterscheidet. Unterm Strich sind wir alle Menschen und müssen irgendwie miteinander auskommen, auch wenn wir an verschiedene Götter glauben, verschiedene Parteien wählen oder verschiedene Verkehrsmittel benutzen. Wir bilden eine Gesellschaft, sind Teil einer Welt, einer Zeit. Im Grunde haben wir ähnliche Probleme, Wünsche, Sorgen. Wir dürfen uns sowohl als Teil einer erstaunlich fortgeschrittenen, hoch entwickelten Zivilisation fühlen, und sind ebenso Teil erschreckend archaischer Barbarei. Wir komponieren große Sinfonien, erstellen Ikebanas, wir durchdringen die Rätsel der Quantenmechanik, und wir stoßen Bedürftige ins Meer zurück, schauen dabei zu, wie sie ertrinken, oder metzeln Mitmenschen auf bestialische Weise nieder. Auch ich befinde mich irgendwo auf dem Spektrum zwischen solchen Polen. Irgendwo auf dem weiten Feld zwischen Dummheit und Weisheit stehe ich, zwischen Gier und Selbstlosigkeit, zwischen Kreativität und Destruktion, Wohlwollen und Niedertracht, zwischen Liebe und Hass. Ich bin Teil des Gesamtpakets, ich kann mich nicht nur denen zugehörig fühlen, die mir gefallen. Jede andere Wir-Definition als die uneingeschränkte ist oberflächlich, eitel, ist borniert und zu kurz gedacht. Jedes Ich ist ein Teil des großen Wirs, ob es uns gefällt oder nicht. In Afrika hat dieser menschliche Gemeinschaftssinn, den ich beschreibe, einen allgemein bekannten Namen: Ubuntu. Das Wort stammt ursprünglich aus der Bantusprache der Zulu- und Xhosavölker, ist jedoch auf dem gesamten Kontinent südlich der Sahara verbreitet. Verkürzt bedeutet es in etwa „Menschlichkeit“, „Gemeinschaft“ oder „gegenseitiger Res-

pekt“. Laut der Deutung im African Journal of Social Work besitzt zwar jedes Individuum seine Eigenart, ist jedoch gleichermaßen eingebunden in ein größeres und bedeutenderes Geflecht aus Umwelt, Gesellschaft, aus Beziehungen, Gemeinschaft und Spiritualität. Erst diese Einbindung macht unser Menschsein aus. Erst sie macht uns zu dem, was wir sind. Die Philosophie des Ubuntu sieht ein „universelles Band des Teilens, das alle Menschen miteinander verbindet“. Der einzelne Mensch ist nur in einem abgesteckten Rahmen eigenständig. Darüberhinaus ist er Teil einer großen Gemeinschaft. Nur in dieser kann er sich entfalten. „A person is a person through other persons“, so beschreibt es Erzbischof Desmond Tutu, der neben Nelson Mandela dazu beitrug, dass das Prinzip des Ubuntu nicht nur weltweit bekannt wurde, sondern sogar Aufnahme in die Verfassung Südafrikas fand. Selbst der ehemalige US-Präsident Barack Obama sprach sich für Ubuntu aus. Er teile die Überzeugung, sagte er im Gedenken an Mandela, dass wir uns selbst verwirklichen, indem wir uns um die Menschen um uns herum kümmern. Das amerikanische Außenministerium nahm eine „Ubuntu-Diplomatie“ sogar in ihre globale Partnerschafts-Initiative auf. Gemäß Ubuntu werde ich erst zum Menschen, weil ich interagiere, dazugehöre, weil ich teilnehme und teile. Ich kann gar nicht anders. Kein Mensch kommt ohne die anderen aus. Kein Mensch wäre ohne die anderen überhaupt hier. Weder sind wir allein in die Welt gekommen, noch halten wir es alleine in ihr aus oder wollen wir alleine aus ihr hinausgehen. Unser Dasein ist von einem Zusammenleben geprägt, einer Wechselseitigkeit, ohne die wir nicht weiterkommen, ohne die wir uns nicht weiterentwickeln können. Diese Verbundenheit mit der Umgebung gilt es anzuerkennen, diese Interdependenz. Die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen voneinander und von der Umwelt ist der Grundpfeiler unseres Daseins. In Afrika wird solch gemeinschaftliches, kollektives Denken als Gegengewicht zum hemmungslosen Individualismus gesehen, der in der westlichen Konsumgesellschaft propagiert wird und so stark ausgeprägt ist, dass er zu zahllosen zwischenmenschlichen Konflikten führt. Egoismus, Selbstsucht, Geltungsdrang, Abgrenzung von anderen, Neid und Missgunst sind tagtägliche Problemfelder, die uns allen bekannt sind. Alle haben damit zu tun. Wir kennen die Auswirkungen, den Unfrieden, der aus ihnen heraus entsteht. Dem gegenüber steht das Gemeinschaftserleben. Nur es mäßige das Ego, lehrt Professor James Ogude von der Universität Pretoria. Nur die Gemeinschaft erinnere den Menschen daran, dass er nicht in Isolation lebe. Wer von uns will, gerade nach den Lockdown-Erfahrungen der Pandemie, isoliert von seiner Umwelt leben? Wir haben erfahren, wie unglücklich dies auf Dauer macht, wie unbe->>

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Mittendrin in V friedigend es ist, soziale Kontakte nur distanziert, digitalisiert zu führen. Unsere kleine Welt wird ein hohler, trauriger Ort, wenn wir sie mit niemandem teilen. Es macht uns innerlich nicht glücklich, wenn wir persönliche Begierden über alles andere stellen. Dauerhafte Erfüllung und Zufriedenheit entstehen nur im Zusammenspiel mit anderen Menschen. Vereinzelung bedeutet Unglück – sogar für einen sich oft zurückziehenden Menschen wie mich, der gerne Zeit mit sich allein verbringt. Auch ich brauche das Gegengewicht, das Erlebnis des Gemeinsamen. Wir benötigen den Kontakt zu immer wieder Neuem und Überraschendem, sonst erstarren wir. Je öfter wir uns an dieses einfache, universelle Verständnis erinnern, desto besser ist es für uns, für unsere Umgebung, für unsere Umwelt. Je mehr Ubuntu wir vermögen, in unserem Denken zu verankern, desto glücklicher sind wir. Und desto glücklicher, desto umgänglicher. Glücklichere Menschen agieren friedlicher miteinander als verbitterte. Das ist eine logische, allseits bekannte Gleichung. Verwunderlich, wie oft wir sie vergessen. Zu Weihnachten ist eine gute Zeit, sich Ubuntu in Erinnerung zu rufen – gerade in einem Jahr, in dem die Welt es so nötig hat. Ich wünsche mir ein wenig Ubuntu vom Christkind dieses Jahr und nächstes Jahr und alle Jahre daraufhin. Ich wünsche mir die Gabe des Ubuntu, für mich und für uns alle. Ein besseres Geschenk kann ich mir nicht vorstellen.

Sudoku So geht‘s: Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Reihe, in jeder Spalte und in jedem Block (= 3×3-Unterquadrate) die Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommen. Viel Spaß!

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2 Lösung auf Seite 22

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Mittendrin in V ein betrachtet hat es Vorarlberg sehr gut gemacht. Wir hatten nie obdachlose Flüchtlinge, obwohl die Situation anfangs unkontrollierbar gewesen ist. Wir haben aber immer eine Lösung gefunden.

Ich finde das bedrohlich Bernd Klisch (60) ist seit 2015 Leiter der Caritas Flüchtlingshilfe. Die marie hat aus Anlass des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember mit ihm über die verloren gegangene Willkommens-Stimmung, geglückte Integration und den gefährlichen Krieg der Worte gesprochen. 12 |

Interview: Frank Andres, Fotos: Frank Andres, privat

marie: Herr Klisch, Sie kamen mitten in der Flüchtlingskrise 2015 zur Caritas und wurden Leiter der Flüchtlingshilfe. Wie war die Situation damals? Bernd Klisch: Ich möchte vorausschicken, dass ich nie geplant hatte, Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe zu werden. Es war vielmehr so, dass der Caritas-Direktor mich im Jahr 2015 angerufen hat und mich fragte, ob ich den Job machen würde. Ich hatte zwei Tage Zeit, mir das zu überlegen. Die Herausforderung begeisterte mich und ich habe zugesagt. Wenn sich die Zahl der Mitarbeiter und der Klienten innerhalb eines Jahres verdoppelt, 150 neue Unterkünfte aufgebaut werden, dann kann man die damalige Situation nur als chaotisch beschreiben. Die Zeit damals war sehr intensiv. Wir haben praktisch rund um die Uhr gearbeitet. Es hat einige Monate gedauert, bis sich alles eingespielt hat. Es ging vor allem um Krisenmanagement. Hatten Sie auch das Gefühl, so wie damals die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die meinte: „Wir schaffen das“? Ja. Wir hatten sehr viel politische Unterstützung vom Land. Vor allem von Landesrat Erich Schwärzler. Er hatte eine total christliche Überzeugung, im Sinne von „Wir müssen diesen Menschen helfen.“ Im Nachhin-

Wie war die Stimmung innerhalb der Bevölkerung? Auf der einen Seite gab es diese große Solidarität. Wir hatten die Unterstützung von vielen Organisationen und auch privaten Betrieben. Es haben sich viele Menschen gemeldet, die mithelfen wollten. Auf der anderen Seite gab es aber auch extremen Widerstand. Wir sind beschimpft und beleidigt worden. Da flogen Steine durch die Scheiben von Flüchtlingsheimen. Da wurden Reifen von Autos der Caritas aufgeschlitzt. Ich selbst habe Morddrohungen bekommen. So unter dem Motto: „Wenn noch ein weiterer Flüchtling kommt, dann überlebst du das nicht.“ Es gab eine extreme Polarisierung. Es war also nicht alles schön, sondern es gab auch viele, die uns gehasst haben. Und wie würden Sie die Situation heute beschreiben? Heute ist die Situation völlig anders. Die RefugeeWelcome-Bewegung, diese Willkommens-Stimmung von 2015, ist praktisch nicht mehr existent. Es gibt nur noch wenige Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Aber gleichzeitig spüren wir bei Weitem nicht mehr den Widerstand wie damals. Man hat sich irgendwie daran gewöhnt, dass Flüchtlinge ins Land kommen. Viele Menschen haben heute mehr eigene Probleme. Durch die Teuerung können sich viele ihr Leben nicht mehr leisten. Davor gab es noch Corona. Ich habe das Gefühl, dass die Bevölkerung diese Krisen satt hat. Woher kommen denn heute die meisten Flüchtlinge? Natürlich aus der Ukraine. Aber ansonsten sind die Herkunftsländer noch immer dieselben wie 2015 und 2016. Aus Afghanistan, Syrien, Somalia. Der Unterschied ist der Bildungsgrad der Geflüchteten. 2015 kamen sehr viele top ausgebildete Syrer ins Land. Jetzt kommen Syrer nach Österreich, die einen sehr niedrigen Bildungsgrad haben, Viele von ihnen sind Analphabeten. Das ist kein Wunder, denn es gibt dort seit zwölf Jahren keine funktionierende Schulen mehr. Was Krieg mit einem Land macht, ist eine einzige Katastrophe. Es gibt inzwischen Politiker in Österreich, die die Menschenrechte in Frage stellen. Sie müssten adaptiert werden, sagen sie. Wie geht es Ihnen, wenn Sie solche Wortmeldungen hören? Ich finde das bedrohlich. Nicht nur bedrohlich für Menschen, die auf unseren Schutz angewiesen sind, also Flüchtlinge. Wenn man die Menschenrechte in Frage stellt, dann wird gleichzeitig auch das Fundament unserer Gesellschaft, unser Rechtssystem, in Frage gestellt. Menschenrechte sind entweder für alle oder für niemanden gültig. Es gibt keine Menschenrechte, die für die eine Hälfte gelten und für die andere nicht. Ich finde solche Diskussionen höchst gefährlich.


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Nicht nur darum, weil es in diesem Fall um geflüchtete Menschen geht, sondern um die Fundamente unserer Gesellschaft. Muss man also mehr Angst von dieser Art von Politik haben, als vor Flüchtlingen, die zu uns kommen und Schutz suchen? Wo ich selbst sehr sensibel geworden bin und eine echte Gefahr sehe, ist das Wording der Politiker. Wenn so Begriffe wie „Festung Europa“ fallen oder der Eindruck vermittelt wird, Österreich müsse geschützt werden. Oder wenn man von illegaler Migration redet. Da entsteht sofort der Eindruck, dass etwas kriminell sei. Das ist paradox. Menschen, die auf Schutz angewiesen sind, weil sie zum Beispiel in Afghanistan verfolgt werden, können bei uns um Asyl ansuchen. Dazu haben wir uns laut UNO-Menschenrechtskonvention verpflichtet. Aber um Schutz zu bekommen, muss ein Afghane zuerst nach Österreich kommen, um einen Asylantrag zu stellen. Und wie kommt er nach Österreich? Er muss illegal einreisen, damit er zu einem legalen Schutz kommt.

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Manchmal habe ich das Gefühl, dass es innerhalb von Flüchtlingen eine Zweiklassen-Gesellschaft gibt. Stimmt dieser Eindruck? Ja, zum Beispiel bei den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Da bekamen wir plötzlich ganz viele Wohnangebote. Da gab es Anrufe, die uns wirklich weh getan haben. Einer meinte: „Ich habe eine Wohnung und würde diese gerne an Flüchtlinge vermieten. Aber nur an khörige Flüchtlinge. Nur an Ukrainer, nicht an Syrer oder Afghanen. Und N**** nehme ich schon gar nicht.“ Da merkt man an der Wahl der Worte: Es gibt also die guten Flüchtlinge aus der Ukraine und andere, die illegal ins Land gekommen sind. Da werden Syrer plötzlich zu schlechten Flüchtlingen. Dabei gibt es zwischen Ukrainern und Syrern keinen Unterschied. Beide werden von russischen Bomben beschossen. Diese Stimmung ist gefährlich, weil sie gegen jemanden gerichtet ist. Menschen, die anders aussehen, die eine andere Religion oder andere ethnische Zugehörigkeit haben. Wir müssen bei der Wahl der Worte genau aufpassen, dass wir auf der menschlichen Seite bleiben. Sonst wird die Gesellschaft gespalten. Auf der einen Seite werden Arbeitskräfte im Land dringend gesucht, auf der anderen Seite ist der Zugang von Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt sehr eingeschränkt. Ist das nicht widersinnig? Das Verbot, dass während eines Asylverfahrens jemand nicht in der Wirtschaft arbeiten darf, wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Aber es gibt noch immer eine große Hürde im Gesetz. Es wird nämlich im Ersatzkräfte-Verfahren genau geprüft, ob man während eines Asylverfahrens wirklich arbeiten darf. Wir beobachten aber in den letzten Monaten aufgrund des Arbeitskräftemangels in Vorarlberg, dass das AMS bereits während eines Asylverfahrens schon viele Arbeitsbewilligungen erteilt hat. Deshalb haben wir jetzt bereits eine beträchtliche Anzahl von Asylwerbern, die zum Beispiel einen Job bei McDonald's haben. Es ist also so, dass viele arbeiten wollen und ihre Arbeitskraft auch gebraucht wird. Ich bin der Meinung, dass jemand, der drei Monate im Land lebt, auch Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen soll. Das ist eine Win-Win-Situation für die Betriebe und für die Menschen selbst. Es gibt ja nichts Öderes und psychisch Belastenderes, als in einer Unterkunft zu wohnen und zu warten, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist. Menschen brauchen Strukturen, müssen beschäftigt werden. Jede Art von Beschäftigung in einer solchen Situation ist Gold wert. Wie sehr hat Sie das Verbot der Nachbarschaftshilfe für Asylwerber geschmerzt? Deren Abschaffung hat mir sehr weh getan. Bis zum Verbot im Sommer 2016 konnte jeder in der Bevölkerung bei der Caritas anrufen, wenn er jemanden als Helfer im Garten oder beim Schneeräumen gebraucht >>

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Bernd Klisch studierte nach der HTL-Matura Theologie in Innsbruck, den Niederlanden und England. Das Studium schloss er nicht ab, ging stattdessen als Entwicklungshelfer nach Kenia. Nach seiner Rückkehr ins Ländle arbeitete er bei der Lebenshilfe, in der Landesregierung (Abteilung für strategisches und operatives Controlling im Sozialbereich) und als Geschäftsführer beim aks. Seit 2015 ist er Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe.


Mittendrin in V

Bernd Klisch in seiner zweiten Heimat in Kenia ...

Wir müssen bei der Wahl der Worte genau aufpassen, dass wir auf der menschlichen Seite bleiben. Sonst wird die Gesellschaft gespalten. ... und hier mit Frau, Tochter, Sohn und Enkel

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hat. Das war nicht nur eine gute Beschäftigung für Asylwerber, sondern auch die Möglichkeit, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Da haben viele gemerkt, dass Flüchtlinge keine Ungetüme, sondern ganz normale Menschen sind. Die Nachbarschaftshilfe war in Sachen Integration ein absolutes Erfolgsrezept. Welche Bereiche in punkto Migration haben sich zum Positiven verändert? Was uns hoffnungsfroh stimmt, ist die Tatsache, wie schnell Geflüchtete Fortschritte machen. Viele kommen zu uns, verstehen unsere Gesellschaft nicht, sprechen kein Wort Deutsch. Ein paar Monate später kommen sie dann wieder in unser Büro in Feldkirch, haben eine Mietwohnung und einen Job. Statistiken zeigen, dass allein 4000 Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Somalia etc. im Land Beschäftigung gefunden haben. Da stelle ich mir die Frage: Wo wäre die Vorarlberger Wirtschaft heute, wenn es die 4000 geflüchteten Menschen nicht geben würde? Viele von ihnen arbeiten am Fließband, in Leasingbetrieben, auf dem Bau, teilweise auch im Bernd Klisch liebt das Laufen, auch im Winter Gastgewerbe.

Abseits des beruflichen Alttags: Wo finden Sie Erholung? Ich bin Bergläufer. Ich habe dabei immer Glücksgefühle. Ich empfinde das Laufen nicht als anstrengend. Wenn ich an einem Wochenende unterwegs bin, laufe ich 30 bis 40 Kilometer und überwinde dabei 2500 Höhenmeter. Meistens bin ich in den Bergen alleine unterwegs. Das genieße ich. Es ist für meine psychische Balance extrem wichtig. Das Laufen hält mich auch physisch fit. Ich bin davon überzeugt, dass ich beruflich nur deshalb so viel leisten kann, weil ich seit dem 15. Lebensjahr lange Strecken laufe. Es gibt ja diesen Spruch: Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft. Es ist also das Natürlichste auf der Welt. Zum Abschluss erlauben Sie mir bitte noch eine persönliche Frage: Wie haben Sie eigentlich ihre Frau Anjellina kennengelernt? Das war Zufall und Schicksal zugleich. Ich wollte eigentlich nach Indien. Aber der Botschaftsbeamte in London wollte mir kein Visum ausstellen. Dann dachte ich mir: Wenn ich nicht nach Indien kann, dann gehe ich nach Kenia. Dort habe ich dann die Frau meines Lebens kennengelernt. Inzwischen sind wir 34 Jahre verheiratet. Seitdem habe ich ein besonderes Naheverhältnis zu Ostafrika. Ich bin selbst öfters in Kenia. Das ist eine unglaubliche Bereicherung für mein Leben. Ich bin stolz und dankbar, eine ganz andere Kultur kennenlernen zu dürfen. Nicht nur von außen, als Gast oder Tourist, sondern von innen, weil ich Teil einer Familie bin. Sie leben mit ihrer Frau in Vorarlberg. Haben Sie in dieser Zeit selbst auch Rassismus erfahren? Ich hatte am Anfang lange immer das Gefühl, dass die Ausländer bei uns die Türken sind. Meine afrikanische Frau galt eher als Exotin. Erst im Laufe der Jahre haben wir gemerkt, dass es Leute gibt,


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Es gibt keine Menschenrechte, die für die eine Hälfte gelten und für die andere nicht. Ich finde solche Diskussionen höchst gefährlich.

die Vorbehalte bzw. Vorurteile gegenüber mir und meiner Frau haben. Das läuft meistens ganz subtil und versteckt. Zum Beispiel, wenn ich gemeinsam mit meiner Frau in ein Geschäft gehe und der Verkäufer nur mit mir redet. Meine Frau arbeitet in der Behindertenbetreuung der Lebenshilfe. Da ist ihre Herkunft überhaupt kein Thema. Auch nicht in unserem Freundes- und Bekanntenkreis. Rassismus ist ja oft gar nicht böse gemeint. Es entstehen Vorurteile meist aus Unwissenheit. Wir haben uns angewöhnt, in solchen Situationen die Menschen selbst direkt anzusprechen. Damit haben wir meist gute Erfahrungen gemacht. Dialog und Gespräch ist gerade bei diesem Thema das Um und Auf. Am Ende des Tages zählt nur die Begegnung von Menschen.

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Mittendrin in V

Menschenrechte im Fokus Am Sonntag, den 10. Dezember feiern wir den internationalen Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Im Vereinshaus Rankweil gibt es dazu jede Menge Infos und einen Vortrag der Menschenrechtsexpertin Marianne Schulze.

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ie Vorarlberger Plattform für Menschenrechte organisiert auch heuer wieder anlässlich des Tags der Menschenrechte eine öffentliche Veranstaltung, um auf die Aktualität und die Brennpunkte in der Umsetzung der Menschenrechte hinzuweisen. Und nicht zuletzt den Fokus auch darauf zu richten, wie es um die Wahrung der Menschenrechte in Vorarlberg bestellt ist. Insbesondere der „Markt“ mit Infoständen möchte die Vielfalt des Vorarlberger Engagements und der Menschen dahinter sichtbar machen. Es referiert außerdem die internationale Menschenrechtsexpertin Dr.in Marianne Schulze zum Titel: „Menschenrechtserklärung – 75 Jahre & aktueller denn je“. Im Anschluss erwartet das Publikum eine Podiumsdiskussion.

(K)ein Platz für Menschenrechte?

Darüber hinaus überprüft eine Arbeitsgruppe der Plattform für Menschenrechte gerade eine weitere Projektidee auf ihre Realisierung: So wie es weltweit in vielen Städten einen öffentlichen „Platz der Menschenrechte“ gibt, möchten Peter Mennel und Konrad Steurer unterschiedliche Begegnungs- und Resonanzräume dieser Art auch in Vorarlberg initiieren. „Das kann ein großer Platz, ein Garten oder auch nur eine Bank sein. Idealerweise ausgehend von der Landeshauptstadt mit dem Ziel, in möglichst vielen Gemeinden solche Plätze zu realisieren“, so die Initiatoren. Orte der Sensibilisierung, zum Innehalten, zum Verweilen und Miteinanderreden sollen es werden – zwanglos und offen für alle. Die marie berichtet, wenn es so weit ist!

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Reden von Mann zu Mann Meine Erfahrung mit der Männerberatung

„Letzten Winter hat mich das Leben hart getroffen. Meine Frau wollte sich trennen. Für mich kam die Botschaft völlig überraschend. Jetzt hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Haushalt trennen? Kinderbetreuung teilen? Ich liebe meine Kinder, möchte sie beim Heranwachsen begleiten! Wie soll das gehen? Und die entstehenden Kosten! Bisher hatte ich alles mit mir selbst ausgemacht. Jetzt aber brauchte ich für all die FraBezahlte Anzeige

gen jemanden zum Reden. Im ersten Termin mit dem Männerberater konnte ich in Ruhe meine Geschichte erzählen. Ich traf sofort auf vollstes Verständnis und musste sogar weinen. War aber gar nicht so peinlich. Wir begannen dann zu ordnen: Wie werde ich meiner Exfrau und den Kindern begegnen? Was werde ich tun, damit ich in meiner Kraft bleibe? Wer unterstützt mich dabei? Nach drei Terminen fühlte ich mich soweit wieder gesattelt, dass ich selber weitermachen wollte. Ich hatte endlich wieder das Gefühl, dass es mir gut geht!“ (Lukas, 41, Vater, geschieden)

So, 10. Dezember, Vereinshaus Rankweil, Markt ab 16 Uhr, Eröffnung des Programms um 18 Uhr durch den Spielbodenchor Dornbirn, anschließend Vortrag und Podiumsdiskussion. Die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte ist ein loser Zusammenschluss von Vorarlberger Organisationen, die sich seit zehn Jahren auf verschiedenste Arten für Menschenrechte einsetzen – für Asyl, für Menschen mit Behinderung, für fairen Handel und eine gerechte Wirtschaft, für Frieden und Abrüstung, für Kinderrechte, gegen Folter, gegen Hunger, gegen Ausbeutung und Ausgrenzung. Ebenfalls auf der Agenda der Plattform: Dialoggespräche zum Thema Klimaaktivismus und das Human-Vision-Festival in Kooperation mit dem Spielboden Dornbirn. Weitere Infos: www.menschen-rechte-leben.at

Mag. Christian Hofer EFZ-Männerberatung Montag 17-19 Uhr in Feldkirch Donnerstag 17-19 Uhr in Dornbirn oder nach Terminvereinbarung: +43 5522 74139 / maennerberatung@efz.at


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#deineStimme macht uns alle stärker Die AK ist #deineStimme für soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt in Österreich. ak-vorarlberg.at

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Mittendrin in V

Die packt die Taschen voll Diesmal in eigener Sache: Bunte marie-Baumwolltaschen mit wahlweise zwei Sprüchen und einem Augenzwinkern werden ab 8. Dezember auf Vorarlbergs Straßen um 6 Euro (3 Euro davon gehen an die Verkäufer:innen) zum Verkauf angeboten.

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it unserem aktuellen Taschenprojekt möchten wir den marie-Kolporteur:innen vor Weihnachten ein kleines Zusatzeinkommen ermöglichen und unserer Straßenzeitung gleichzeitig noch mehr Sichtbarkeit verleihen. Alle, die eine marie-Tasche erwerben, dürfen sich außerdem über eine überraschende Füllung nach dem Zufallsprinzip freuen. Solange der Vorrat reicht.

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Danke allen Unterstützer:innen Nach der „Buchmarie“ (2019) und dem „Kunstkartenset“ (2022) ist die Taschenedition das dritte Sonderprojekt, das wir zur Umsetzung bringen. Einmal mehr konnte dies nur dank der Unterstützung Vorarlberger Unternehmen bzw. Organisationen realisiert werden. Es ist mehr als eine Floskel, wenn wir zum Ausdruck bringen, wie dankbar wir dafür sind: Ohne euch wäre es nicht möglich, kreative, Wert und Nutzen stiftende Ideen auch abseits der Redaktionsarbeit zu verwirklichen. DANKE an die Firmen Alma, Haberkorn und illwerke vkw sowie das Ehe- und Familienzentrum Feldkirch!

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Die Baumwolltaschen (OEKO-TEX Standard), ausgestattet mit praktisch langen Trageschlaufen, sind in den Farben Rot, Schwarz, Grün und Petrol und den Aufdruckmotiven „Her mit der marie“ und „Zum Glück gibt’s die marie“ erhältlich. Aufgelegt werden 2000 Stück, der Verkaufspreis liegt bei 6 Euro, die Hälfte davon geht wie immer an die Verkäuferin/den Verkäufer. Danke an alle Käuferinnen und Käufer für Ihre Unterstützung.


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Nachhaltiges Handeln ist ein wesentlicher Teil unserer Unternehmensphilosophie als technischer Händler. Das Taschenprojekt der marie halten wir für eine tolle Initiative, denn sie erzeugt Mehrwert für Verkäufer:innen und Kund:innen. Andrea Sutterlüty, Nachhaltigkeitsbeauftragte, Haberkorn GmbH

Weil viele „Kleine“ etwas Großes schaffen. Das ist nicht nur ein großer Teil der Alma-Philosophie, sondern beschreibt auch unsere Motivation, die marie zu unterstützen. Nur gemeinsam können wir an einem besseren Morgen arbeiten. Das beginnt einerseits im täglichen Tun, andererseits in der gemeinsamen Verantwortung, welche wir allesamt der Natur, dem Lebensmittel, dem Tier und zuallererst den Menschen gegenüber ­em­pfinden sollten.“ Christof Abbrederis, Bereichsleiter, Alma GmbH

marie ist eine Zeitung, die Wunden der Menschen in unserer Gesellschaft thematisiert. Als EFZ sind wir dafür da, zumindest ansatzweise bei diesen Wunden eine Linderung anzubieten. Deswegen ist die Verbindung marie – EFZ für uns eine wertvolle Partnerschaft.“ Bohuslav Bereta, Geschäftsführung, EFZ Feldkirch

Mit kreativen Kunstprojekten und interessanten Geschichten fördert die Straßenzeitung marie das Miteinander von Menschen. Gerade in der aktuellen Zeit ist dies wichtiger denn je. Als Teil der Gesellschaft haben wir als illwerke vkw die schöne Aufgabe, gemeinnützige Projekte im Land zu unterstützen – und dieser kommen wir gerne nach. Wir wünschen dem Team der marie weiterhin viel Erfolg. Andreas Neuhauser, Leitung Kommunikation, illwerke vkw AG | 19

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Mittendrin in V

„Beten und meditieren reicht nicht“

Mit ihrem kulturgeschichtlichen Blick auf Gesellschaft und Welt möchte die deutsche Philosophin und Theologin Katharina Ceming (53) so manches wieder ins richtige Verhältnis setzen. Unter anderem die Verantwortlichkeiten im Kontext Klimakrise. Außerdem ermutigt sie zu einer modernen Spiritualität, die sich mit den eigenen Schattenteilen auseinandersetzt und emotionale Reifung im Fokus hat. Im Vorfeld ihres Vorarlberg-Besuchs erzählt sie uns, warum die wenigsten Menschen das Verzichten sexy finden, was ein Mineralölkonzern mit dem ökologischen Fußabdruck zu tun hat und wieso man auf dem Meditationskissen nicht automatisch ein besserer Mensch wird. Interview: Simone Fürnschuß-Hofer; Foto: Sabine Jacobs

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Ich finde es bedenkenswert, dass es eine Verantwortungsverschiebung von den Produzenten hin zu den Konsumenten gegeben hat. Angesichts dessen, was wir an CO2-Einsparungen brauchen, ist der Beitrag, den der einzelne leisten kann, eher klein.

marie: In Ihrem Vortrag in Vorarlberg werden Sie in Frage stellen, ob weniger wirklich mehr ist. Wieso fällt uns der Verzicht eigentlich so schwer – selbst dort, wo er angesichts der Klimakrise augenscheinlich notwendig wäre? Katharina Ceming: Darauf gibt es eine ganz banale Antwort: Auf biologischer Ebene werden beim Verzichtenmüssen oder beim Gedanken daran neuronale Zentren aktiviert wie die Amygdala, die unter anderem unser Angstzentrum ist. Etwas wegzugeben wird im Körper negativ konnotiert, hingegen macht das Bekommen – Shopping, wenn man so will – kurzfristig glücklich. Zweiter entscheidender Punkt: Kulturgeschichtlich ist es so, dass fürs Überleben der Menschheit das Mehrhaben die deutlich bessere Strategie als das Wenighaben war. Die Zeit, seit der wir in Überfluss leben, zumindest eine Mehrheit hier im Westen, diese Phase der Industrialisierung, Überproduktion und Technologisierung ist kulturgeschichtlich betrachtet eine sehr kurze, während unser kulturelles Unbewusstes auf körperlicher Ebene lange geprägt wurde vom Wissen, dass Mangel gefährlich sein kann und wir umso besser über die Krisenzeiten kommen, je besser wir Vorratshaltung betreiben. So ein Reduktions- oder Verzichtsparadigma muss man also als ein Privileg einiger weniger betrachten? Sagen wir so: Global gesehen lebt der allergrößte Teil der Menschen nicht in einer Überfluss-, sondern immer noch in einer Mangelsituation. Wer in der Lehmhütte sitzt, will den Mehrwert eines Strom- und Wasseranschlusses haben. Menschen wollen ganz klar „haben“, wollen ihre Lebenssituation verbessern. Global gesehen haben wir also sehr unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema, das ist ja auch Teil der Klimadiskussion, denn viele Länder versuchen in erster Linie ihrer wachsenden Bevölkerung etwas anzubieten, das ihre Lebenssituation verbessert. Dagegen sind wir in den westlichen Staaten einfach eine starke Minderheit. Dazu kommt, dass sich in bestimmten, sagen wir mal reflektierten, gebildeten Milieus auch deshalb die Paradigmen geändert haben, weil dort eine gewisse Sättigung des Materiellen erreicht ist und man spürt, dass immer mehr vom immer Gleichen nicht automatisch zu einem Mehr an Zufriedenheit und Glück führt. Was es bei anderen Gesellschaften, beispielsweise in Indien oder Asien, die wenig haben, eben schon tut. Wenn du vom Fahrrad auf den Mopedroller umsteigen kannst, ist das ein Aufstieg, da macht dieser Mehrwert tatsächlich zufriedener. Aber wie gesagt, ein Mehr an Materiellem steigert ab einem gewissen Punkt die Lebenszufriedenheit nicht mehr.


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DDr. Katharina Ceming, Augsburg, ist promovierte Theologin und Philosophin und freiberuflich als Vortragende, Seminarleiterin und Buchautorin aktiv. Als Philosophin geht sie in ihren Veranstaltungen und Büchern besonders der Frage nach, was ein gutes Leben ausmacht und wie es zu erlangen ist. www.quelle-des-guten-lebens.de

Und da verfängt dann das geflügelte „Weniger ist mehr“? Zumindest in einem kleinen Milieu, das manchmal auch zu einer retroromantischen Verklärung des Weniger neigt. Um es mal etwas boshaft zu sagen: Um zu dieser Überzeugung zu gelangen, muss ich verdammt viel haben, damit ich entspannt etwas loslassen kann. Für den, der gegen Ende jedes Monats regelmäßig pleite ist, fühlt sich das „Weniger“ alles anders als sexy an. Da haben wir eine Diskrepanz zwischen den Milieus. Es geht Ihnen also gar nicht um neue Haltungen dem Verzicht gegenüber, sondern viel eher um ein kritisches Hinterfragen des Verzichtsparadigmas? Ja, denn für mich ist der viel spannendere Aspekt, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass der Klimawandel, der ein gesellschaftlich strukturelles Problem ist, so individualisiert werden konnte. Ich finde es bedenkenswert, dass es hier eine Verantwortungsverschiebung von den Produzenten hin zu den Konsumenten gegeben hat. Angesichts dessen, was wir an CO2-Einsparungen brauchen, ist der Beitrag, den der einzelne leisten kann, eher klein. Es geht ja darum, so schnell wie möglich aus den fossilen Energien auszusteigen. Den Ländern des globalen Südens müssen wir dabei unter die Arme greifen. Hier steht der Westen in der Verantwortung, die ökonomisch schwächeren Länder mit allen Technologien, die für eine Neuausrichtung notwendig sind, zu unterstützen. Generell finde ich den apokalyptischen Duktus vieler Klimaaktivisten nicht sehr hilfreich, da er eher ein Gefühl von Panik erzeugt und weniger die Kreativität aktiviert, die wir brauchen, um an den

richtigen Stellschrauben zu drehen und alternative Energieträger an den Start zu bringen. Macht es denn aus Ihrer Sicht wenig Sinn, auf die Flugreise oder das Auto zu verzichten? Doch, schon. Individuelles Verhalten hat natürlich immer auch Einfluss auf die Gesellschaft, die Vorbildwirkung ist nicht zu unterschätzen. Wenn einer anfängt, Solarpanels aufs Dach zu montieren, machen das in seiner Straße oft ganz viele nach. Das ist super und diesen Effekt will ich nicht kleinreden. Aber zu glauben, über das Individuelle ließe sich das Globale wuppen, ist illusorisch. Es war ja ein genialer Werbe-Coup von BP Anfang der Nullerjahre, als diese den „persönlichen CO2- Fußabdruck“ – eine Berechnungsmethode, die ein Wissenschaftler in den 90ern entwickelt hatte – mit einer Werbekampagne populär machte. Ein reines Ablenkungsmanöver, das die Schuld der Erderwärmung aufs Individuum verlagerte, statt als Unternehmen Verantwortung zu übernehmen. BP investiert bis heute nur einen verschwindend kleinen Bruchteil seines Gewinns in erneuerbare Energien. Sie machen also weiterhin Riesengewinne als Mineralölkonzern. Wo würden Sie ganz konkret ansetzen? CO2 muss einfach kosten, je mehr man raushaut, umso mehr bezahlt man. Das führt schnell dazu, dass reduziert und nach Alternativen gesucht wird. Es ist fünf nach zwölf, das ist unbestritten, aber es ändert sich auch gerade einiges in die richtige Richtung. Es lässt sich ja auch gutes Geld verdienen auf dem alternativen Energiemarkt. Wir müssen unbedingt und noch viel mehr das Ökonomische zusammen mit dem Ökologischen denken.

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Mittendrin in V Ich muss jetzt leider einen abrupten Themenwechsel vornehmen, um mit Ihnen noch ein bisschen über Ihre Seminartätigkeit zu sprechen. Unter anderem führen Sie Interessierte in die „Integrale Spiritualität“ ein. Ein Gegenangebot zu Religion? Nein, die Integrale Spiritualität ist kein Gegenangebot zur Religion, sondern ihr geht es darum, den Menschen beim Wachstum all seiner Potenziale und Fähigkeiten zu unterstützen. Man könnte sagen, es handelt sich hier um ein System, das darauf hinweist, welche Dimensionen wir mit in den Blick nehmen sollten, wenn wir einen spirituellen Weg gehen. Es reicht eben nicht, nur zu beten und zu meditieren, sondern es geht darum, ein reifer Mensch zu werden: emotional zu reifen, im Umgang mit anderen wertschätzend zu sein, Kompetenzen zu entwickeln, um mit den Herausforderungen des modernen Lebens zurecht zu kommen, aber auch sich mit seinen eigenen Schattenseiten auseinander zu setzen. Das allein lernen wir nicht durch Meditation oder Kontemplation. Dazu kommt, dass viele spirituelle Systeme in Welt- und Menschenbilder eingebunden sind, die nicht immer mit modernen Vorstellungen kompatibel sind. In der Integralen Spiritualität geht es unter anderem auch darum, zu erkennen, welche dieser Bilder für ein geistiges Wachstum eher hinderlich sind. Die dürfen wir dann auch gerne zur Seite legen.

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Und was bedeutet das nun ganz konkret für ihre Seminare? Keine Meditationsübungen? Natürlich geht es immer auch um die spirituelle Einübung. Da haben die alten Traditionen ja Großartiges geleistet, sei es die Achtsamkeit im Buddhismus oder die christliche Kontemplation. Die Integrale Spiritualität greift das Wertvolle aus diesen alten Traditionen auf. Aber ihr Anliegen ist es, alle Dimensionen des Menschseins in den Blick zu

bekommen, um nicht ein Hochleistungssportler auf dem Sitzkissen zu werden und gleichzeitig an den Herausforderungen des Lebens zu scheitern. Es ist einfach ein spirituelles Missverständnis zu glauben, dass wir unsere Schattenanteile durch die Meditation oder Kontemplation in den Griff bekommen könnten. Diese Schattenanteile können uns aber massiv behindern. Was ist es, das uns blockiert, wenn wir nicht weiterkommen? Häufig sind es unsere Selbstbilder, unsere Muster, Biografisches. Wir übernehmen oft ganz unbewusst Muster unsere Herkunftsfamilie und an denen arbeiten wir uns meistens ziemlich lange ab. Aus diesem Grund ist bei der Integralen Spiritualität auch so viel Psychologie mit dem Spiel. Im Seminar in Arbogast geht es unter anderem darum, überhaupt einmal ein Verständnis dafür zu bekommen, wo wir etwas genauer hinblicken müssen, um unsere innere Reifung nicht zu blockieren. Vielen Dank für das Gespräch!

TIPP

Katharina Ceming zu Gast im Bildungshaus St. Arbogast: Fr 1.12., feierabend-Vortrag „Weniger ist mehr. Wirklich?“ Sa 2.12. und So 3.12., Integrale Spiritualität, Seminar

Weitere spirituelle Angebote für eine Weihnachts-Auszeit in Arbogast: • Rorate mit P. Pepp Steinmetz, Mi 6.12., 6.30 Uhr • Adventvoll, Arbogast – Festgottesdienst mit Kinderkirche und offenem Adventprogramm, Fr 8.12., ab 11.30 Uhr • Weg der Stille – Zazen und christliche Mystik mit Anna Gamma, So 17.12., 18.30 Uhr bis Mi 20.12., 17 Uhr • Mette Heiligabend mit P. Pepp Steinmetz, So 24.12., 22.30 Uhr

Aktuelle Bücher von Katharina Ceming, Vier-Türme-Verlag: GRENZWERTIG: Was in Debatten über Rassismus, Identitätspolitik und kulturelle Aneignung schiefläuft, 2023 SINN ERFÜLLT, 2022 LASS MAL! Mit Meister Eckhart ins Hier und Jetzt, 2018

LÖSUNGEN

Schachecke 1 1...Lf4! Weiß gab bereits auf, da er Qualitätsverlust (Turm gegen Leichtfigur) nicht vermeiden kann. Eine mögliche Variante ist 2.Tc3 (auch andere Turmzüge verlieren die Qualität) 2...Le3+! 3.Kf1 Sg3+ 4.Ke1 Lxd4+ und dieses Abzugsschach sichert den Qualitätsgewinn. 2 1.Te8+! [Die zweite Gewinnmöglichkeit ist 1.Dd5+! Kh8 (1…Sxd5 2.Te8#) 2.Da8+ mit baldigem Matt (die Schachromantiker bevorzugen natürlich 2.Sf7+ Kg8 3.Sh6+ Kh8 4.Dg8+ Sxg8 5.Sf7# mit ersticktem Matt).] 1...Sxe8 2.Dd5+! Kh8 [2...Kf8 3.Df7# wird noch schneller matt.] 3.Sf7+ Schwarz gab sich geschlagen und ließ sich das Matt 3...Kg8 4.Sh6+ Kh8 5.Dg8# nicht mehr zeigen. 3 1.Dc6! [Mit diesem präzisen Damenzug hätte der Außenseiter gegen den für Lustenau spielenden Großmeister einen schönen Sieg einfahren können. Die Dame deckt das wichtige Feld g2 und "nebenbei" wird die Mattdrohung 2.Th6+ Lxh6 3.Dxh6# aufgestellt. In der Partie geschah: 1.Td8+? Kh7 2.Dc6? (2.Dd5! hätte das Gleichgewicht gehalten) 2...Txh2! 3.De4+ f5 und Weiß gab auf.] 1...Kh7 [Es gibt für Schwarz keine Rettung. Auch nach 1...Tg2+ 2.Dxg2 Dxg2+ 3.Kxg2 ist das materielle Kräfteverhältnis völlig hoffnungslos.] 2.De4+ f5 3.Sxf5 Tg2+ 4.Dxg2 Dxg2+ 5.Kxg2 Lxf5 6.Te7!? Weiß wird weiteres Material gewinnen und steht klar auf Gewinn.

Rechenrätsel Für Anfänger = 57 Für Fortgeschrittene = 13 Für Genies = 14 Sudoku 1

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ifs Regionale Sozialberatung Sie haben Probleme, Fragen, suchen Orientierung und wünschen sich ein klärendes Gespräch? Die regionalen Sozialberatungsstellen des ifs sind zentrale Anlaufstellen für alle Menschen in Vorarlberg, die psychosoziale Probleme oder Fragen zur Existenzsicherung haben. Wir widmen uns Ihren konkreten, aber auch den noch unklaren Anliegen, bieten Unterstützung bei der Klärung sowie Beratung. Wir helfen Ihnen in Krisensituationen.

ifs Sozialberatungsstellen Öffnungszeiten Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch Mo – Fr 8 – 12 | Mo, Di, Mi, Do 13 – 17 Uhr Freitagnachmittag nach Vereinbarung

Vorarlberger Tag der Menschenrechte

Bludenz Innovationszentrum Klarenbrunnstr. 12 Tel. 05 1755-560

10. Dezember 2023 Vereinshaus Rankweil

Bregenz St.-Anna-Straße 2 Tel. 05 1755-510

16:00 Infostände - Austausch - Kaffee & Kuchen 18:00 Eröffnung - Spielbodenchor Marianne Schulze: „Menschenrechtserklärung – 75 Jahre & aktueller denn je“ Podiumsgespräch

Bregenzerwald Mo – Fr 9 – 11 Uhr Impulszentrum | Egg Gerbe 1135 Tel. 05 1755-520

Feldkirch Bärahus Widnau 2 Tel. 05 1755-550 Hohenems Mo – Fr 8 – 12 Uhr F.-M.-Felder-Str. 6 Tel. 05 1755-540

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Ein entspanntes Weihnachtsmenü Drei Gänge, feine Klänge und bloß keine Zwänge

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um Auftakt kommt eine rustikale Suppe aus Kartoffeln und Champignons auf den Tisch, die im winterlichen Alltag auch als Hauptmahlzeit taugt. Danach gibt es ein Wohlfühl-Gericht mit Spätzle, Blaukraut und mürbem Beinfleisch vom Rind, das ich am Vortag stundenlang in Bier geschmort habe. Dass das verwendete Bier längst abgelaufen war, konnte das Geschmackserlebnis nicht schmälern. Im Gegenteil, vielleicht schmeckte es deswegen noch besser!? Und zum Dessert rühre ich mir eine Crème aus winterlichen Gewürzen und weißer Schokolade. Dazu brate ich Apfelwürfel, die ich zur Krönung flambiert habe. Da bin ich froh, ein Mitglied der Jugend-Feuerwehr in der Familie zu haben. Florian wacht gekonnt über meine kulinarischen Zünseleien.

Zutaten: 24 |

Kartoffel-Champignon-Suppe: • 600g mehligkochende Kartoffeln • 250g Champignons • 100g Zwiebeln • evtl. 1 Schuss Weißwein • 1l klare Suppe • 1/2 Zitrone • 150ml Rahm • 1 EL Butter • getr. Majoran und ganzer Kümmel • 1 Lorbeerblatt • Salz, Pfeffer

Zubereitung: Kartoffel-Champignon-Suppe: Zwiebel schälen und würfeln, in Butter bei mittlerer Temperatur anbraten. Pilze bis auf 3 Exemplare grob würfeln, Kartoffeln bis auf 1 Exemplar schälen und würfeln. Das zurückgehaltene Gemüse wird später zur Einlage, das schon gewürfelte kommt nun zu den angerösteten Zwiebeln. Durchrühren, mit Salz, Lorbeerblatt und je einer kräftigen Prise Majoran und Kümmel würzen. Mit Schuss Wein ablöschen, mit Suppe aufgießen, aufkochen und 20 Minuten leise köcheln lassen. Lorbeerblatt entfernen, Rahm dazugeben und fein pürieren. Zurückbehaltene Kartoffel schälen und gleichmäßig würfeln, in die Suppe geben und noch 10 Minuten köcheln, bis die Würfel weich sind. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken, zurückbehaltene Pilze in etwas Butter anbraten und auch als Einlage in die Suppe geben.

Musiktipp: Endlich ist es wieder so weit: Der schwedische Jazzposaunist Nils Landgren hat mit seinen Freunden wieder einmal ein weihnachtliches Album aufgenommen. „Christmas With My Friends VIII“ vereint bekannte und neue Advents- und Weihnachtslieder und krönt damit das Festessen. Weitere Rezeptgeschichten und Musiktipps finden Sie auf www.probelokal.com


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Zutaten: Rindsragout in Bockbier: • 700g Rindfleisch (Wade) • 100g Schinkenspeck • 300g Zwiebeln • 2 Knoblauchzehen • 3 Karotten • 1 EL Zucker • 0,33l kräftiges Bier • 500ml klare Suppe • 1 EL Tomatenmark • Thymian • Lorbeerblatt • Wacholderbeeren • Koriander • Pfeffer, Salz • Spritzer Zitronensaft • kl. Würfel Butter

Von Daniel Mutschlechner, probelokal.com

Dezember-Mousse und Zimtäpfel: • 350g Rahm • 200g weiße Schokolade • ½ TL Lebkuchengewürz • 1 Zimtstange • 1 Apfel • je ½ TL Butter und Zucker • Prise Zimt • evtl. 1 Schuss Apfelbrand

Zubereitung: Rindsragout in Bockbier: Fleisch in 4-5 cm große Würfel und Karotten in 4 cm lange Stücke schneiden, Speck, Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Im Schmortopf das Öl erhitzen, zuerst Speck unter Rühren anbraten und wieder herausheben. Fleisch in drei Etappen in den Topf geben, jede Portion rundum scharf anbraten und herausheben. Karotten sowie die fein gehackten Zwiebeln mit Knoblauch in den Topf geben und anbraten. Mit Zucker bestreuen, Gewürze und Tomatenmark dazugeben, mit etwas Mehl stauben, durchrühren und zuerst mit einem kleinen Schuss Bier ablöschen. Umrühren, Fleisch, Speck, restliches Bier sowie Suppe dazugeben. Deckel auflegen und im Backofen bei 150° Umluft für zwei, besser drei Stunden schmoren lassen. Fleisch und Karotten aus dem Topf fischen, die Sauce auf dem Herd sprudelnd einkochen lassen, zurückschalten und Fleisch und Karotten wieder einlegen. Nicht mehr aufkochen, nur aufwärmen und servieren. Gerne erst am nächsten Tag. Dazu gibt es Spätzle und Blaukraut – die Rezepte dazu finden Sie bei Bedarf auf probelokal.com. Dezember-Mousse und Zimtäpfel: Schokolade hacken und in eine Schüssel geben. 150ml des Rahms mit Gewürzen aufkochen, bei geringer Temperatur 10 Minuten ziehen lassen und warmen Gewürzrahm über die weiße Schokolade sieben. Gut durchrühren und abkühlen lassen. Restlichen Rahm steif schlagen und unter die Schokolademischung ziehen. In Gläser abfüllen und kaltstellen. Apfel schälen, Gehäuse entfernen und würfeln, Butter in einer kleinen Pfanne zergehen und leicht braun lassen, Apfelwürfel einlegen, mit Zucker bestreuen und kurz zergehen lassen, mit Zimt würzen und auf Wunsch mit einem Schuss Calvados verfeinern – oder sogar flambieren. Äpfel abkühlen lassen und auf der Mousse anrichten, durchaus erst am nächsten Tag!

Einen Haken hat es, wenn man von der marie eingeladen wird, das Weihnachtsmenü für die Dezember-Ausgabe zu schreiben: Man muss es schon Mitte November abgeben, um den Redaktionsschluss nicht zu verpassen. Deshalb bemühte ich mich um frühzeitig aufkommende Weihnachtsstimmung. Schließlich wollen die nachfolgenden Rezepte in der gebotenen Andächtigkeit verfasst werden, damit sie glaubwürdig bei Ihnen ankommen. Doch wie sollte diesen November glänzende Stimmung aufkommen? Allein schon wegen des angespannten Weltgeschehens und vieler hartnäckiger Regentage konnte das nicht funktionieren. Zudem stören mich die seit Wochen gestapelten Weihnachtskekse im Handel eher, als dass sie Vorfreude vermitteln. Und auch die viel zu früh startenden Christkindlmärkte tragen nicht zur Einstimmung bei. Im Gegenteil, mit ihrer fröhlich getarnten Aggressivität entpuppen sie sich eher als Orte der Seelenlosigkeit. Ich kann übrigens kaum erwarten, bis wir das Warten wieder lernen … Auf Anordnung kam also keine besondere Feiertagsstimmung auf. Vermutlich werden Glanz und Gloria ohnedies überbewertet. Es muss auch zum Fest nicht alles perfekt sein. Überhöhte Erwartungen sind ein Garant für Enttäuschung. Ich bin mir sicher, dass auch in Bethlehem nicht alles eitel Wonne war. Damals wie heute. Halbwegs okaye Weihnachten, das wär’s heuer schon. Gutes Essen und Musik können dazu einen Beitrag leisten. Vier Kriterien soll das Menü erfüllen: 1. Entspannt muss alles ablaufen. Deshalb wird das gesamte Menü schon am Vortag zubereitet (toller Nebeneffekt: Es wird über Nacht noch besser!). 2. Leistbar soll es sein, auch wenn die Produkte gute Qualität haben. 3. Hervorragend schmecken muss es – schließlich wird das Leben gefeiert! Und 4. – ja keine großen Experimente! Feiertage haben etwas Konservatives.

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Schnee, unten im Tal

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Text: Florentina Bösch, Foto: Michal Jarmoluk auf Pixabay

ann immer ich irgendwo „drinnen“ bin, sei es nun zuhause oder in einem Bus, und ich in Gedanken abschweife, zieht es meinen Blick zum nächsten Fenster, um nach draußen zu schauen. Vor allem im Winter, wenn es kalt ist, verbringen wir viel Zeit im Inneren. Am meisten genieße ich es in dieser Jahreszeit, es mir mit einer Tasse Tee, einer Kuscheldecke und einem guten Buch gemütlich zu machen und dabei zu hoffen, dass es draußen langsam zu schneien beginnt, denn Schnee ist eines dieser entzückenden Dinge, derer ich nie überdrüssig werde, egal wie oft ich sie zu sehen bekomme. Wie etwa mit Waldtieren oder Blumen ist es für mich jedes Mal so schön, als würde ich Schnee zum ersten Mal sehen. Am meisten liebe ich es, wenn die Schneeflocken so dicht herabfallen, dass alles weiß erscheint, und wenn sich die einzelnen Sterne in meinen Haaren verfangen und für einige Augenblicke ihre zarten, einzigartigen Strukturen erfassen lassen. In meiner Kindheit lag im Ländle im Dezember immer verlässlich viel Schnee. Wir hatten stets genug, um von einem kleinen, kaum der Rede werten, aber aus Kinderaugen groß genug erscheinenden Hügel mit der Rodel hinunterzurutschen. Es gab reichlich, um Schneeengel und Schneemänner zu kreieren und Schneeballschlachten zu machen. Dazu trugen wir jedes Jahr Skianzüge, Winterstiefel, dicke Handschuhe und Wollhauben, als müssten wir uns gegen den ärgsten Sturm behaupten. Es war immer kalt genug, um auf unserem Teich Schlittschuh zu fahren oder mit Scheinwerfern Eishockey zu spielen – ein wahrer Kindheitstraum! Wir konnten uns darauf verlassen, dass wir um Weihnachten herum aufstehen würden und kaum unseren Augen trauen konnten, dass draußen alles weiß bedeckt war. Tage- und wochenlang blieb der Schnee liegen und musste täglich aufs Neue aus der Einfahrt geschaufelt werden. Mindestens einmal um die Weihnachtszeit herum, wenn es in der Küche nach frisch gebackenen Keksen oder im Wohnzimmer nach frischen Tannennadeln duftete, rief jemand aus heiterem Himmel aufgeregt: „Rennen wir eine Runde rund ums Haus?“ Schon wurden die farbigen Handtücher ausgepackt, um damit später die nassen und schmutzigen Füße abzutrocknen – die einzige Voraussetzung, um nach dieser wilden Aktion das Haus mit Mamas Erlaubnis wieder betreten zu dürfen. Zack, da waren wir schon draußen und flitzten durch den Garten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auf Papas Mist gewachsen ist, barfuß durch den Schnee zu rennen, bis wir unsere Füße nicht mehr spüren konnten. Es machte furchtbar viel Spaß, ging aber mit viel Stöhnen und Gekreische einher, während alle vier oder fünf von uns versuchten, die Runde zu gewinnen, indem wir es am längsten von allen aushielten. Am Ende war es natürlich schlichtweg egal, wer gewann, denn der Akt an sich war so erfrischend und befreiend, dass wir in diesen Momenten alle glücklich waren und lachten. Schwer atmend, herumalbernd und mit roten Gesichtern lagen wir dann nebeneinander auf dem roten Spannteppich vor dem Badezimmer und streckten die vor Kälte brennenden Füße zum Heizkörper, um uns wieder aufzuwärmen. Wir ahnten gar nicht, welch Glück auf Erden wir in diesem Luxus hatten. Viel mehr als Schnee hatte es dazu nicht gebraucht – wichtig war vor allem das Beisammensein. Wer es noch nie ausprobiert hat, sollte es wenigstens einmal versuchen: Es ist absolut heilsam, und ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen! Rituale und Traditionen dieser Art können ein Leben lang weitergeführt werden, aber meist entstehen sie bereits früh in der Kindheit und enden fast immer mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Oftmals schätzen wir diese Erfahrungen viel zu wenig. Dann wachen wir eines Tages verwirrt auf und fragen uns, wann wir das letzte Mal barfuß durch den Schnee gerannt sind oder wann und warum wir je damit aufgehört haben. Im Winter Schnee zu haben, war für mich als Kind immer eine Selbstverständlichkeit, aber heute ist das eher umgekehrt der Fall. Ein „weißes Weihnachten“ habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt. Vergeblich singen wir nun an den Adventsonntagen und am Heiligabend „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?“ und blicken hoffnungsvoll durch das Fenster hinaus ins Grüne. Die Antwort bleibt aus. Ich vermisse den Schnee hier, unten im Tal, in diesem einstigen Reichtum und in seiner einstigen Beständigkeit. Wenn ich heute aus dem Fenster schaue, wage ich kaum zu hoffen, dass es


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überhaupt schneit, geschweige denn für mehr als eine halbe Stunde am Stück. Ich wünschte, wir könnten ihn uns zurückholen. Ich wünsche mir, es würden wirklich alle an einem Strang ziehen, um es zumindest zu versuchen. Nicht nur wir Menschen bekommen die Folgen unserer Taten zu spüren, aber die Verantwortung liegt klar bei uns Menschen, ob wir nun direkt etwas zu verschulden haben oder nicht, denn wir alle hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck, solange wir existieren. Ich weiß, dass ich mehr tun kann, dass wir alle mehr tun können und müssen, um unseren Schnee zu bewahren. Nicht nur im Sommer bekommen wir die zunehmende Erderwärmung zu spüren. Auch der Frühling, der Herbst und der Winter haben sich stark verändert. Ich habe es immer geliebt, in einem Land zu leben, in dem die vier Jahreszeiten sich so deutlich voneinander unterschieden und deren Vorherrschaft zeitlich immer klar abgegrenzt war. Jede Jahreszeit hatte ihre drei Monate, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen und alles zu geben, was sie zu bieten hat. Jetzt fließen sie ineinander über oder greifen vor. Und ich frage mich, wie lange wird es wohl noch dauern, bis sich die Jahreszeiten um ein ganzes Quartal verschoben haben? Wann wird der Sommer Winter und der Winter Sommer sein? Wann wird hier unten im Tal oder überhaupt die letzte Schneeflocke gefallen sein? Wenn es das nächste Mal schneit, haltet inne und schaut den Schneeflocken bei ihrem Tanz durch die Luft so aufmerksam und verträumt zu, als wäre dies die letzte Gelegenheit, die ihr dazu habt. Denkt daran, diesen Moment zu genießen und zu schätzen und ihn nicht als selbstverständlich hinzunehmen oder gar zu verpassen. Und wenn uns die fantastische Freude zuteilwird, dass der Schnee lange und dicht genug fällt, um liegen zu bleiben, dann hört ihr es vielleicht irgendwo rufen: „Rennen wir eine Runde rund ums Haus?“ Und diese Fußabdrücke, die wir in der Welt hinterlassen, schenken uns nach der gespürten Kälte das Glück der Wärme, das ein Leben lang anhält.

BUCHTIPP Eine künstlerische Reise in das 19. Jahrhundert für Kinder ab 6 Das eben erschienene Bilderbuch „Ich war ein unruhiger Kopf – Aus dem Leben des Franz Michael Felder“ beschreibt auf 64 Seiten die Welt, in der Franz Michael Felder gelebt hat. Ein fesselndes Werk, das Gedanken und Gefühle Felders in poetischer Ich-Perspektive einfängt. Die Geschichte eines jungen Menschen, der sich über gesellschaftliche Grenzen hinwegsetzt und dessen Tun vom Drang nach soziale Veränderung getrieben ist. Eine moderne Heldenreise, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Hineinspüren einlädt. Geschrieben hat das Buch Heinz Janisch, die Zeichnungen stammen von Sophia Weinmann, einer Künstlerin aus dem Bregenzerwald. Herausgegeben vom NordSüd Verlag und gemeinsam präsentiert mit dem FranzMichael-Felder-Verein, www.felderverein.at. Heinz Janisch Sophia Weinmann Ich war ein unruhiger Kopf Aus dem Leben des Franz Michael Felder Durchgehend farbig illustriert € 22,70 / Hardcover ab 6 Jahren ISBN: 978-3-314-10677-4

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Mittendrin in V

Rückenwind für Veränderung Endlich kommt auch in Vorarlberg frischer Wind in die Bildungsdebatte. Nach dem Vorstoß der Wiener SPÖ zur Abschaffung der Matura äußert sich jetzt mit Gernot Brauchle, Rektor der Pädagogischen Hochschule, auch ein wichtiger Vertreter des Bildungssystems in Vorarlberg.

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Text: Daniela Egger, Illustration: iStock, Fotos: Michael Tagger, Martina Natter, privat

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it klaren Worten bestärkt Gernot Brauchle die von zahlreichen Studien belegten Thesen, dass die Ziffernnoten als äußere Motivation eine eher negative Auswirkung haben. Die intrinsische* Motivation eines Kindes, Lernstoff selbstständig zu erarbeiten, ist das, was zu echten Lernerfolgen führt und Kindern hilft, ihre eigenen Talente und Stärken zu entwickeln. Dass jetzt jemand wie Brauchle sich öffentlich dazu äußert, ist für all die engagierten Vorreiter*innen in der pädagogischen Arbeit enorm wichtig – immerhin betont Rektor Brauchle auch, dass die Ausbildung der Lehrkräfte dringend reformiert werden muss und eine echte Reform des Schulsystems nötig ist. Die Vorreiter*innen, die für Notenfreiheit und alternative Unterrichtsmethoden einstehen und diese auch gegen alle Widerstände im Alltag leben, sind im ganzen Land verteilt – eine der Schulen macht allerdings regelmäßig gemeinsam mit den Eltern auf die drängende Frage nach erzwungener Ziffernnoten statt der alternativen Leistungsbeurteilung aufmerksam. So wurden in der Volksschule Kirchdorf in Lustenau mit dem Einverständnis der Eltern die Zeugnisse nach Wien ans Bildungsministerium geschickt, anstatt sie den Kindern zu übergeben. Eine weitere Idee der Eltern und Lehrpersonen war, alle Kinder in al-

„Wir haben immer das Signal bekommen, dass wir mit unseren Aktionen nichts bewirken – und wir sind überzeugt davon, dass wir dranbleiben müssen. Wir machen täglich die Erfahrung, dass es wichtig ist und sich lohnt, für Notenfreiheit einzustehen. Dass sich jetzt Gernot Brauchle so deutlich dazu äußert, gibt uns enormen Rückenwind.“ Birgit Sieber-Mayr, VS-Kirchdorf Lustenau

„Ich stelle mir vor, ich müsste einem Kind für einen Auftritt im Theaterprojekt eine Note geben – das ist undenkbar. Und ich finde es beeindruckend, dass die Absurdität nicht auffällt, wenn man einem Kind eine Note für einen Aufsatz oder für eine andere kreative Arbeit gibt.“ Michael Schiemer, Schultheatercoach

len Fächern mit Gut zu beurteilen. Diese Aktion hätte jedoch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Kündigungen zur Folge gehabt und wurde schlussendlich von den Lehrpersonen nicht umgesetzt. Angedroht wurden die Kündigungen von Seiten der Bildungsdirektion mit deutlicher Schärfe. Im darauffolgenden Jahr reisten einige Lehrer*innen nach Wien, um dem Minister eine Petition gegen die Ziffernnoten persönlich zu übergeben – dieser glänzte allerdings durch Abwesenheit. Mit diesen furchtlosen Lehrerinnen solidarisieren sich sehr viele Pädagog*innen, während die Verordnungen der Bildungspolitik zunehmend schärfer werden. Die Politik bewegt sich rückwärts, was erfahrene Lehrer*innen dazu veranlasst, ihren einst geliebten Job zu kündigen und in ganz andere Arbeitsbereiche zu wechseln. Das System der Bildungspolitik führt in eine Sackgasse und fast alle wissen es. In Vorarlberg meldeten sich spontan einige Vertreter*innen einer modernen Schule mit einem kurzen Statement zur Stellungnahme von Direktor Gernot Brauchle. Sie alle wären für Austausch und Zusammenarbeit bereit, um die Bildungslandschaft in Vorarlberg neu zu denken. * von innen her, aus eigenem Antrieb

„Das Thema Noten und alternative Beurteilung sind uns im Landeselternverband wie auch im Vorarlberger Familienverband schon lange ein Anliegen und wir unterstützen jeden Vorstoß zur Reformierung des Schulsystems. Wir wissen aus Erfahrung, wie die intrinsische Motivation der Kinder viel mehr Kraft entfalten könnte und dass die Ziffernnoten dies verhindern.“ Birgit Walch, Vorarlberger Landeselternverband

„Strukturelle Gewalt passiert auch über Noten. Dass sich Schule grundlegend ändern muss, dafür plädiert der Verein „Gemeinsam Zukunft Lernen Lustenau“ seit Jahren. Gut, dass Herr Brauchle und damit die Seite der Wissenschaft nun öffentlich dazu Stellung nimmt.“ Simone Flatz, Verein Gemeinsam Zukunft Lernen


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Lösen Sie es in 60 Sekunden Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts – Kästchen für Kästchen. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden! Lösung

Für Anfänger

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×5

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×3 Lösung

Für Fortgeschrittene

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zum Quadrat

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÷12 +75%

×4

+32

+17

davon 75%

÷8 Lösung

Für Genies

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+25 +75% ÷21

×19

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÷14 Lösungen auf Seite 22

S C HAC H E C K E In der marie #87 | November 2023 berichteten wir über das Auftaktwochenende bzw. die ersten drei Runden der Spielsaison 2023/24 in der 2. Bundesliga West. Am 11. und 12. November 2023 wurden die beiden nächsten Runden unter optimalen Bedingungen im Best Western Hotel am Walserberg, Ortschaft der Gemeinde Wals-Siezenheim im Bezirk Salzbug-Umgebung, ausgetragen. Für die vier Teams aus Vorarlberg verlief dieses Wochenende ziemlich unerfreulich. So verabschiedeten sich die ersatzgeschwächten Hohenemser durch zwei deutliche Mannschaftsniederlagen aus dem Titelrennen. Auch die Bregenzer verloren beide Wettkämpfe und stecken nach fünf von elf Runden tief im Abstiegskampf. Zumindest konnten Dornbirn und Lustenau ihre Pflichtsiege gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten aus Pradl ein-

Houssni Maras (Pradl) Elia Cafasso (Dornbirn) 2. BL West, Wals-Siezenheim 2023 1

fahren und dadurch ihre Plätze im Mittelfeld sichern. Allerdings waren beide Teams in ihrem zweiten Spiel gegen den Titelfavoriten Absam chancenlos. Wie bereits erwähnt, verlor der Schachklub Hohenems an diesem Wochenende den Anschluss an die Tabellenspitze und aus dem Dreikampf wurde nun ein Duell. Aktuell liegt Royal Salzburg mit dem Punktemaximum einen Zähler vor seinem schärfsten Verfolger Absam. Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Titelaspiranten kommt es dann in der elften und letzten Runde dieser Saison. Für Spannung ist also gesorgt. Und nun laden wir Sie ein, die drei nachstehenden Kombinationen zu lösen und Ihre Fähigkeiten im Schach zu überprüfen. Wir wünschen Ihnen dabei viel Spaß.

Philipp Lins (Hohenems) Juro Ljubic (Schwarzach im Pongau) 2. BL West, Wals-Siezenheim 2023

Wie erreicht Schwarz am Zug entscheidenden Materialvorteil?

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Michael Erlacher (Pradl) GM Marian Petrov (Lustenau) 2. BL West, Wals-Siezenheim 2023

Weiß am Zug hat zwei Möglichkeiten matt zu setzen. Welche?

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Mit welcher Fortsetzung gewinnt Weiß am Zug?

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„ Für einen Platz in der Mitte der Gesellschaft“ Zwischen Ängsten, Gefühlschaos und vielen Fragen: Eltern, deren Kinder die Diagnose einer Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankung erhalten haben, fühlen sich damit oft alleingelassen. Die Workshopreihe „Unser Kind ist anders“ mit Fachreferent:innen, Vernetzungsangeboten zu Vereinen und einem Familientag soll das ändern. Moderiert wird sie von Claudia Kiparra und Peter Pichler. Text und Fotos: Miriam Jaeneke

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marie: In einer gleichbleibenden Gruppe behandeln Sie an fünf Abenden Schwerpunkte rund um das Familienleben mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Woher kam die Idee und warum ist es Ihnen ein Anliegen, diese Treffen anzubieten? Claudia Kiparra: Dieses Angebot gab es bis 2016 unter dem Namen „Elternschule – Unser Kind ist anders“. Auf Wunsch der Vereine des Eltern-Netzwerks, in dem ich mitarbeiten darf, wurden nun neue Referent:innen gesucht, die die Workshopreihe moderieren. Ich konnte mich für diese wertvolle Aufgabe gleich begeistern und habe mich dann auf die Suche nach einem ebenfalls mit der Thematik vertrauten Partner gemacht. Peter musste wie ich nicht lange überlegen. Das Konzept ist überarbeitet, die Reihe startet im Jänner erstmals wieder mithilfe des Kooperationspartners in Elternbildung des Katholischen Bildungswerks. Stattfinden wird das Elternseminar im Bildungshaus St. Arbogast, das mit seiner zentralen Lage im Grünen und den großzügigen Räumlichkeiten ein passendes Umfeld als Ort der Begegnung bietet. Peter Pichler: Ich habe das Seminar vor vielen Jahren mit meiner Frau besucht und es hat uns unheimlich gutgetan. Mit manchen der Teilnehmer:innen stehen wir noch heute in Kontakt – es haben sich tiefe Freundschaften entwickelt. Das Angebot ist damals wie heute einzigartig. Das Elternseminar wiederaufleben zu lassen und Eltern zugänglich zu machen, ist mir daher auch persönlich ein großes Anliegen. Was wollen Sie in diesem geschützten Rahmen ermöglichen? Peter Pichler: Wir sind beide Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung und wissen daher, welches Gefühlschaos eine Diagnosestellung mit sich bringt. Mit dem Thema nicht allein zu sein und der Austausch in der Gruppe waren für mich damals sehr hilfreich. In der Workshopreihe möchten wir gemeinsam mit unterschiedlichsten Fachleu-

Seminarreihe „Unser Kind ist anders" Hier hat alles Platz: Freude, Lebendigkeit und besondere Augenblicke genauso wie Gefühlschaos, Ängste und Fragen. Themenabende, jeweils 20 - 22 Uhr: Start am 17.01.2024 „Das sind WIR“, Kennenlernen und Austausch, weitere Termine: 24.01. („Unser Anderssein“), 03.02. (Familientag mit dem Erzähltheater „Himmelblau“), 28.02. („Unterstützung für uns“), 06.03. („Fördern ohne zu überfordern“), 13.03. („Ich-Du-Wir“) Wo: Bildungshaus St. Arbogast, Götzis, Anmeldung: Anette Loitz, Tel. 0676 832 402 140 E-Mail: anette.loitz@kath-kirche-vorarlberg.at

ten die Eltern stärken und gut vernetzen. „Unser Kind ist anders“ soll den Eltern einen geschützten Rahmen bieten, in dem sie offen über ihre Sorgen, Ängste und Fragen in Diskurs treten und sich gegenseitig unterstützen können. Wir als Moderatoren stehen den Familien dabei mit unseren bereits gesammelten Erfahrungen zur Seite. Claudia Kiparra: Ich denke, dass es unglaublich wichtig ist, den Eltern in erster Linie zuzuhören und sie da abzuholen, wo sie stehen. Ich habe nach der Geburt meines Sohnes bei der Arge Down-Syndrom angedockt. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, an das Gefühl des Aufgehobenseins beim ersten Kontakt mit der kleinen Pauline und ihrer Mama. Das Elternseminar bietet genau diesen Raum zum Andocken. Hilfe zur Selbsthilfe und ein Teil des ElternNetzwerkes zu werden, das war und ist mir persönlich eine große Ressource. Der Workshop wird Raum zum Beispiel dafür bieten, sich über Therapieangebote zu informieren. Es geht darum, gezielt zu fördern, ohne zu überfordern, und dies immer mit Blick auf die individuellen Ressourcen der Familie. Spiel und Spaß bekommen im Seminar am Familiennachmittag ebenso Platz wie Themen, die die Eltern bedrücken. Eine der Schwierigkeiten ist es sicherlich, besonders am Anfang, das System Familie auszubalancieren, so dass alle ihren Platz in der Familie und im Leben finden. Wie kann der Workshop dabei helfen? Peter Pichler: Es geht darum, immer wieder abzuwägen, was sinnvoll für alle ist. Vielleicht gehe ich mit


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In einem sind wir alle gleich, wir alle sind verschieden.

Claudia Kiparra ist Sozialpädagogin, Jugend- und Erziehungsberaterin und selbstständig in eigener Praxis tätig, dem FreiRaum in Vandans (dein-freiraum. net). Zudem arbeitet sie als „Gigagampfa“-Gruppenleiterin im Ehe- und Familienzentrum in Feldkirch. 2011 ist sie Mutter eines Buben geworden, der nach der Geburt die Diagnose Trisomie 21 erhielt, seit der Geburt ihrer Tochter 2018 ist ihre Familie komplett.

Peter Pichler ist akademischer Freizeitpädagoge, aktuell in einem metallverarbeitenden Betrieb tätig und Vater von drei Kindern: Saskia, Anouk und Joshua. Letzterer wurde 2006 mit einem Hydrozephalus und diversen Gehirnfehlbildungen geboren.

meinem Sohn zum Fußballturnier, dann aber wiederum mit meiner Tochter ins Kino. Wer was von wem benötigt, gilt es im gemeinsamen Familienalltag herauszufinden. Besonders mit einem beeinträchtigten Kind kann Eltern das vor nie dagewesene Herausforderungen stellen. Mit unserem Seminarangebot wollen wir deshalb auch gezielt die Väter ansprechen. Wir Papas müssen einfach unseren Teil beitragen. Uns ist es wichtig, zu kommunizieren: „Gemeinsam lässt es sich stemmen.“ Claudia Kiparra: Unser Anliegen ist es, die Familien dabei zu unterstützen, mutig voranzugehen, so dass sie sichtbarer werden und die Kinder ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft haben. Das ist dann möglich, wenn die Eltern für das Machbare offen sind. Ich persönlich möchte kein Label „Kind mit DownSyndrom“. Ich möchte den Kindern viel lieber zusehen, wie sie ihren Weg gehen und stolz sind auf das, was sie erreichen in einer offenen Gesellschaft. Weg vom Perfektionismus hin zur Individualität ... denn was ist schon normal? Ich habe ein Kinderlied von Jan und Henry im Ohr, das ich weitergeben möchte: „In einem sind wir alle gleich, wir alle sind verschieden.“

Früh übt sich, was ein Meister werden will. F. Schiller

In der Dankbarkeit bekommt jede Zeit ihre Chance. Monika Minder

Schwefelbadstr. 6 6845 Hohenems T 0 55 76- 42 710 www.tectum.cc Bezahlte Anzeige

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Der Krippeler Theo Eksarhos ist aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt. Der 57-Jährige widmet sich seit mehr als 25 Jahren, mehrere hundert Stunden pro Jahr, einem einzigen Hobby, dem Krippelen. Die marie hat den ausgebildeten Krippenbaumeister zu Hause besucht und mit ihm über seine große Leidenschaft gesprochen. Text: Frank Andres, Fotos: Petra Rainer

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Theo Eksarhos vor einer seiner orientalischen Krippen.

Kleines Detail am Rande: Theo Eksarhos selbst ist in der Krippe auch verewigt und zwar als Gemüsehändler. Die Figur zeigt ihn als damals Achtjährigen.

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ann war seine erste Begegnung mit einer Krippe, frage ich Theo Eksarhos. Er braucht nicht lange zu überlegen. KleinTheo war damals ungefähr fünf Jahre alt. Seine Mutter sah er monatelang nicht, weil sie zu dieser Zeit in Deutschland arbeitete. Sie brachte bei ihrer ersten Rückkehr in die Heimat eine Weihnachtskrippe mit. „Diese war aus Kunststoff und zeigte eine verschneite Landschaft“, erinnert er sich über 50 Jahre später noch ganz genau. Und warum hat ihn ausgerechnet diese Krippe so fasziniert, will ich wissen „Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich meine Mutter als Kind so sehr vermisst habe. Die Krippe spendete mir Trost.“ Das Krippele-Virus packt Theo Eksarhos, der Ende der 70er Jahre mit seinen Eltern und Geschwistern nach Vorarlberg übersiedelt ist, aber erst im Herbst 1996. Damals besucht er eine Krippenausstellung im damaligen Seezentrum in Hard. Organisiert hatten diese zwei Krippenbauer, Gerhard Moser und Paul Künz. Die beiden Krippeler wollen herausfinden, wie groß das Interesse an einem eigenen Krippenbau-Verein in Hard ist. Über 50 Frauen und Männer tragen sich in eine Liste ein. Darunter auch Theo Eksarhos. Er ist für die Idee, Mitglied in einem Krippenbauverein zu sein, gleich Feuer und Flamme. Dann geht alles sehr rasch. Im Frühjahr 1997 findet die Gründungsversammlung des Vereins statt. Ein Grundstück wird gepachtet, das alte Wohnheim der Firma Hefel Textil in Schwarzach von freiwilligen Helfern abund in Hard wieder aufgebaut. Das nennt man Einsatz.


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Krippen zeigen Szenen der Geburt Jesu Christi und erinnern uns an die Geschehnisse der Heiligen Nacht aus der Weihnachtsgeschichte. Die Form der Weihnachtskrippe, wie wir sie heute kennen, geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück. Dieser stellte am 24. Dezember des Jahres 1223 in Greccio eine Krippe mit einem lebendigen Ochsen und einem Esel auf und legte Heu hinein. Die Darstellung der Geburtszene Jesu allerdings führt uns bis zu Kaiserin Helena zurück, die bereits im Jahr 335 eine Kirche auf dem angeblichen Geburtsort Jesu in Bethlehem errichten ließ, welche später mit dieser Szene bemalt wurde. Der Name „Krippe“ bezeichnet ein Geflecht. Aus diesem Grund findet das Wort „krippen“ auch als Bezeichnung für die Befestigung von Deichen durch ein Weidengeflecht Verwendung. Für den Krippeler endet die „Saison“ nicht am 6. Jänner, sondern erst zu Mariä Lichtmess am 2. Februar.

„Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich meine Mutter als Kind so sehr vermisst habe. Die Krippe spendete mir Trost.“ Eine ungewöhnliche biblische Darstellung: Josef hält Jesus im Arm.

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Bereits im Herbst 1997 geht es in Hard mit den ersten Krippenbaukursen los. Theo Esksarhos, der seit 27 Jahren als Textilmaschinen-Mechaniker bei der Firma Wolford arbeitet, baut seine erste Krippe im alpenländischen Stil. Er bildet sich weiter, macht die Ausbildung zum Kurshelfer. Doch der begeisterte Krippeler gibt sich damit noch nicht zufrieden. Er will Krippenbaumeister werden. Aber damals gibt es noch keine Schulung in Vorarlberg. Er pilgert deshalb zur Krippenbauschule nach Innsbruck. Lernt in vier jeweils einwöchigen Sommerkursen das richtige Krippenbauen. 2002 schließt er die Ausbildung ab und gibt heute selbst Krippenkurse. Aber was macht die Faszination des Krippenbaus aus? Der ansonsten sehr ruhige und introvertierte Theo Eksarhos antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Krippenbauen ist für mich eine Art Meditation. Zuerst hat man eine Idee, dann fängt man langsam an zu bauen. Man vergisst dann komplett die Welt um einen herum. Ich bin total in die Arbeit vertieft.“ Und diese Arbeit kann dauern. Heuer hat er an zwei großen Krippen gebaut und insgesamt 700 Stunden investiert. Ist das nicht auf Dauer anstrengend und ermüdend, frage ich Theo Eksarhos laienhaft. „Im Gegenteil: Wenn ich mit einer Krippe fertig bin, fühle ich mich erholt und zufrieden. Das ist der ideale Ausgleich zu meinem Alltagsstress. Am liebsten bin ich früh am Morgen im Verreinsheim (Krippi). Am besten bereits um 5 Uhr in der Früh. Um diese Uhrzeit bin ich allein und am kreativsten.“ Besonders schön am Krippenbau sei aber auch, dass man bei diesem Hobby seine eigenen Talente ausleben könne. Das Spektrum der Arbeiten reiche von der richtigen Beleuchtung über das passende Hintergrundbild bis zum Bau von Laternen und Fackeln. „Jeder kann sich dem widmen, was er oder sie am liebsten mag.“

Krippenbauen ist grundsätzlich kein teures Hobby. Denn meist kommen Naturmaterialien wie Holz oder Moos zum Einsatz. Und die kann man gratis in der Natur sammeln. Etwas kostspieliger wird der Krippenbau erst, wenn man wie Theo Eksarhos ganz besondere Figuren zukauft. Dem gebürtigen Südländler haben es da vor allem Terrakotta-Figuren mit echten Gewändern eines spanischen Künstlers angetan. „Bei ihm bestelle ich fast jedes Jahr einen Satz neuer Figuren. Das kann dann bis zu 3000 Euro kosten“, erzählt er. Dafür übe er in anderen Lebensbereichen Verzicht. Theo Eksarhos zeigt mir zum Abschluss unseres Treffens sein Heiligstes. Er führt mich in einen ganz speziellen Kellerraum. Dieser ist völlig dunkel. Wie durch Geisterhand bringt der Krippenbaumeister den Raum zum Leuchten. Und ich stehe da wie ein kleines Kind. Mit einem Strahlen in den Augen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Er zeigt mir seine Krippeler-Welt. Zwölf einzigartige, selbstgemachte Krippen, von alpenländisch bis orientalisch, eine sogar drehbar. Und ich erinnere mich zurück an den Ausgangspunkt unseres Gesprächs. Als der kleine Theo ganz fasziniert vor der Plastikkrippe steht. Und ehrlich gesagt geht es mir in diesem Moment wie dem damals fünfjährigen Jungen. >>


Mittendrin in V

Krippenausstellungen

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Krippenbauverein Innermontafon Krippenweg in St. Gallenkirch von So., 3.12.23 bis Fr., 2.2.24 Krippenverein Satteins Krippenweg im Ortszentrum von Satteins von Fr., 8.12.23 bis So., 7.01.24, jeweils 16 bis 21 Uhr. Eröffnung am Fr., 8.12.23 und Sa., 09.12.23, 16 bis 21 Uhr, Bewirtung im Schäflegarten Krippenverein Altenstadt Volksschule Altenstadt, Schulweg, Fr., 1.12.23 ab 19 Uhr mit Krippensegnung; Sa., 2.12.23 13 bis 20 Uhr; So., 3.12.23 10 bis 17 Uhr Krippenverein Braz Klostertalhalle, Braz, Sa., 2.12.23 14 bis 21 Uhr mit feierlicher Krippensegnung; So., 3.12.23 10 bis 17 Uhr Krippenfreunde Großwalsertal Mittelschule Blons, Fr., 1.12.23 19 bis 22 Uhr; Sa., 2.12.23 14 bis 20 Uhr; So., 3.12.23 10 bis 17 Uhr Krippenverein Koblach-Altach Saal Dorf-Mitte, 6842 Koblach, Sa., 2.12.23 13 bis 19 Uhr; So., 3.12.2023 10 bis 17 Uhr Krippenverein Lustenau Reichshofsaal Lustenau, Fr., 1.12.23 14 bis 21 Uhr, 18.30 Uhr Krippensegnung; Sa., 2.12.23 14 bis 21 Uhr; So., 3.12.23 10 bis 18 Uhr Krippenfreunde Rankweil Vereinshaus – Untere Bahnhofstraße 10, Sa., 2.12.23 10 bis 21 Uhr; So., 3.12.23 10 bis 18 Uhr Krippenverein Dornbirn Kulturhaus Dornbirn, Sa., 9.12.23 10 bis 18 Uhr, 10.00 Uhr Krippensegnung; So., 10.12.23 10 bis 18 Uhr Krippenverein Götzis Junker-Jonas-Schlössle, 6840 Götzis, Junker Jonas Platz 1, Sa., 9.12.23 15 bis 20 Uhr; So., 10.12.23 10 bis 17 Uhr Krippenbauverein Innermontafon Gemeindesaal St. Gallenkirch, Sa., 9.12.23 14 bis 21 Uhr, 14 Uhr Krippensegnung; So., 10.12.23 9 bis 17 Uhr Krippenbauverein Sulzberg Laurenzisaal Sulzberg, Sa., 9.12.23 10 bis 21 Uhr; So., 10.12.23 10 bis 18 Uhr Krippenverein Buch Gemeindesaal Buch, Sa., 16.12.23 14 bis 22 Uhr; So., 17.12.23 10 bis 17 Uhr Krippenbauverein Fellengatter Vorarlberger Museumswelt, Obere Lände 3b, 1. Stock, Frastanz, Sa., 16.12.23 14 bis 20.30 Uhr; So., 17.12.23 9 bis 17 Uhr

Krippenverein Hittisau Ritter von Bergmann-Saal, Hittisau, Sa., 16.12.23 14 bis 22 Uhr; So., 17.12.23 10 bis 16.30 Uhr Krippenbauverein Rheindelta Pfarrsaal Höchst – Kirchplatz, Fr., 15.12.23 19 Uhr Eröffnung mit Krippensegnung; Sa., 16.12.23 14 bis 21 Uhr; So., 17.12.23 9 bis 18 Uhr Krippenbauverein Tisis Pfarrsaal Feldkirch-Tisis, Sa., 16.12.23 14 bis 20 Uhr; So., 17.12.23 10.30 bis 17 Uhr, 11 Uhr Krippensegnung

BUCHTIPP

Theresia Anwander: 19 Krippen aus Vorarlberg: Eine neue Sammlung für das Landesmuseum. Herausgegeben vom vorarlbergmuseum. Mit Fotografien von Petra Rainer, 204 Seiten, 2020 publiziert im Tyrolia Verlag, ISBN: 9783702239107, 24,95 Euro


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Begegnungsorte | Folge 7

Immer wieder freitags ist Hafnertime Unsere Begegnungsort-Serie führt uns ein weiteres Mal zu einer charmanten Leerstandsnutzung: nach Hard, wo sieben Jungpensionist:innen einen ehemaligen Hafnerbetrieb zum Treffpunkt für Jung und Alt umgestaltet haben. Wo früher Öfen gebaut wurden, ist es jetzt der Raum selbst, der viel Wärme erzeugt. Vor allem fürs Herz.

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Text: Simone Fürnschuß-Hofer, Fotos: Adrian Biatel

as Hafnercafé sieht Iris Biatel-Lerbscher, eine der sieben Mitinitiator:innen, auch als politisches Statement, kommunalem Leerstand etwas entgegenzusetzen und über unverbindliche, informelle Treffpunkte eingeschlafene Ortskerne wieder zum Leben zu erwecken. Zum Beispiel so: Seit Frühjahr dieses Jahres wird immer freitags ab 10 Uhr zur „Hafnertime“ in der Harder Hofsteigstraße 24 geladen, eröffnet wird jeweils mit einem genussvollen Frühstücksbuffet. Oft genug fällt da auch für die „Mittagspäusler“ noch was ab, ein breit aufgestelltes Komitee an Kuchenbäckerinnen sorgt für hausgemachte Köstlichkeiten und wer sich ein gepflegtes Glas Wein gönnen möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Apropos Kosten: Kassiert wird nicht, jeder gibt, was er für richtig hält. Die Preise auf der Speisekarte dienen als Orientierung, die Bar ist offen zugänglich, selbst ist der Gast. Wer nur ein Glas Leitungswasser oder gar nichts konsumieren möchte: Auch recht, die Tür steht allen offen. Das gesamte Hafner-Team arbeitet ehrenamtlich: „Wir sind alle in Pension und tun es aus Freude. So eine Arbeit hält gesund und vital. Und dieses Glücksgefühl des Getragenseins in einem wunderbaren Team überträgt sich auch auf unsere Gäste“, so Iris Biatel-Lerbscher. Sie möge die herzliche, familiäre Atmosphäre im Café und gleichzeitig strahle der Ort auch etwas Urbanes aus, sei Rückzugs- und Begegnungsraum in einem: „Mit viel Kaffeehaus-Charme, so wie früher, nicht bieder, sondern weltoffen.“ Angelika Büchele, ebenfalls Leerstands-Aktivistin, pflichtet ihr bei: „Ich glaube, viele kommen gerade deswegen, weil bei uns auch über die Tischgrenzen hinaus miteinander geredet wird. Und für die, die es lieber leiser mögen, werden wir bald noch unser Kaminzimmer aktivieren, dort kann man dann an grauen Tagen am Feuer sitzen.“ Ein weiteres Hafner-Spezifikum ist das „Jammerschwein“, das dem Wehklagen und Maunzen ein Zeitlimit setzt. „Das Jammern ist im Hafner auf zwei bis maximal zehn Minuten eingeschränkt, je nach Größe der Kümmernis greift man zur jeweiligen Sanduhr und darf so lange erzählen, wie der Sand rieselt“, erzählt Iris Biatel-Lerbscher schmunzelnd. „Für jede weitere Minute muss man zwei Euro ins Sparschwein werfen. Wir wollen einfach darauf achten, dass sich niemand im Jammern verliert, es gibt so viel andere wichtige Gesprächsthemen.“ Diese Regel funktioniere super, mancher Besucher zeige bei zu viel Lamento des Gegenübers nur vielsagend auf das Schwein und schon sei die Sache gegessen. Das Hafner möchte nicht zuletzt Gelegenheit bieten, sich niederschwellig künstlerisch auszuprobieren. Davon zeugen wechselnde Ausstellungen und die kleinen, aber feinen Abendveranstaltungen mit Musiker:innen, Autorinnen und allen, die eine Herzenssache mit einem interessierten Publikum teilen möchten. So also geht gelungene Leerstandsnutzung, siehe auch: www. treffpunkt-leerstand.at

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(von links) Vorne: Heidi Woitsche, Sonja Biatel, Iris BiatelLerbscher; hinten: Hermann Woitsche, Angelika Büchele, Manfred Rendl

Im Februar 2023 übernahm der Verein „Treffpunkt Leerstand – Verein zur Belebung von Leerstand durch Zwischennutzung“ die Räumlichkeiten in der Hofsteigstraße 24, ehemals „Hafnerbetrieb Büchele“ in Hard. Café-Öffnungszeiten: jeden Freitag, 10 – 16 Uhr sowie gelegentliche Abendveranstaltungen; Vermietung nur für Vereine und Initiativen, nicht für private Feiern (Platzangebot für 30 Leute)


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DER UNERKLÄRBARE REST Ein vorweihnachtliches Plädoyer für Fairness und Geschlechtergerechtigkeit

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Text: Brigitta Soraperra, Foto: Shutterstock

lle Jahre wieder werden wir medial breitenwirksam mit einem Thema konfrontiert, das uns alle betrifft – die eine mehr, den anderen weniger – und das nichtsdestotrotz schnell wieder unter den Teppich gekehrt wird: die vorhandene Lohnschere zwischen Frauen und Männern. Im Fachjargon heißt diese finanzielle Lücke bei den Einkommen der Geschlechter „Gender Pay Gap“. Um auf diese hartnäckige Ungerechtigkeit in der modernen Arbeitswelt hinzuweisen, wurde eigens ein jährlicher Bewusstseinstag ins Leben gerufen: der Equal Pay Day (zu dt.: gleicher Zahltag). Jedes Jahr zeigt dieser internationale Aktionstag die bestehenden Lohnunterschiede auf, indem er in Tagen ausdrückt, wie hoch das aktuelle Lohngefälle zwischen ganzjährig Vollzeit-beschäftigten Männern und Frauen in den westlichen Industriestaaten ist. In Tagen gemessen betrug diese finanzielle Ungleichheit beispielsweise in Österreich im Jahr 2023 ganze 62 Tage und wurde mit dem 31. Oktober 2023 markiert. Anders gesagt: Bis zu diesem Tag haben Männer hierzulande bereits so viel verdient, wie Frauen noch bis zum Jahresende verdienen müssen, um auf finanziellen Gleichstand zu kommen. 62 Tage arbeiten Frauen in Österreich quasi gratis, weil ihr durchschnittliches Bruttoeinkommen um 16,9 Prozent geringer ist, als dasjenige der Männer. Und weil wir im Westen gerne die Besten sind, sind wir auch in diesem Bereich Spitzenreiter: In Vorarlberg beträgt der Gehaltsunterschied zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt sogar 24,7 Prozent. Deshalb durften wir den Equal Pay Day bereits am 3. Oktober „feiern“.

Offensichtliche Willkür

Jedes Jahr kommen dann in den Medien Expertinnen und Experten zu Wort, die diese Gehaltsunterschiede damit begründen, dass Frauen eher in Branchen arbeiten, die schlechter bezahlt sind, dass sie vermehrt Teilzeit arbeiten, weil ihnen im traditionellen Familienmodell die Kinderbetreuung und Care-Arbeit (Haushalt, Pflegeund Fürsorgearbeit) obliegt, und dass sie aus diesem Grund auch eher biografisch bedingte Arbeitszeitunterbrechungen aufweisen als Männer, was sich wiederum negativ auf ihre Löhne auswirkt. In diesem Zusammenhang wird regelmäßig erwähnt, dass es auch einen „unerklärbaren Lohnunterschied“ gibt. Nur: Was das Unerklärliche ist, bleibt dahingestellt. Einige Wenige nennen die dahinterliegende Tatsache beim Namen: „Willkür“ und ganz offensichtliche „Diskriminierung von Frauen“. Wird dagegen etwas unternommen? Natürlich nicht. Dabei wurde dieses Jahr der Wirtschaftsnobelpreis an die US-Ökonomin Claudia Goldin für ihre Forschungen über Frauen auf dem Arbeitsmarkt verliehen. Man(n) zeigt also, dass man sich der Schräglage bewusst ist. Aber: Die

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Am ersten Schweizer Frauenstreik vom 14. Juni 1991 beteiligen sich Hunderttausende von Frauen landesweit an Streikund Protestaktionen. Motto des Streiks war: „Wenn Frau will, steht alles still“.


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preisgekrönte Harvard-Professorin ist 77 Jahre alt und erforscht bereits seit den 1990er Jahren (!) die geschlechtsspezifischen Unterschiede auf dem globalen Arbeitsmarkt. Außerdem beruft sie sich in ihrer Forschung auf Daten aus den vergangenen 200 (!) Jahren. Die Fakten liegen also nicht erst seit gestern auf dem Tisch, die Lohnunterschiede bewegen sich trotzdem seit Jahrzehnten auf dem annähernd gleichen Niveau – sowohl in Amerika wie in Europa. Einzig die skandinavischen Länder haben es mithilfe gezielter Gesetzesvorgaben in den letzten Jahren geschafft, sich mit nennenswerten Prozentzahlen in Richtung Lohngleichheit zu bewegen. Obwohl nicht einmal Island mit dem weltweit geringsten Gender Pay Gap bisher eine völlige Gleichstellung vorweisen kann, weshalb die isländischen Frauen Anfang November auch in einen nationalen Warnstreik getreten sind.

„Selber schuld“

Schneckentempo im Turbokapitalismus also, wenn es um die Anliegen der Frauen geht? No na, ein System, das Profitmaximierung zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf Ausbeutung aufbaut, ist natürlich nicht daran interessiert, etwas an den Zuständen zu ändern. Weder hierzulande noch in den Billiglohnländern, in die es seine Produktionen auslagert, wenn die Gewinnmargen schwächeln. Dabei blicken wir mit Argwohn auf Länder und Kulturen, in denen Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Bei uns geschieht die Ungleichbehandlung etwas diskreter. Ganz perfide kommt beispielsweise die Taktik daher, die auch im Bereich von sexualisierter Gewalt gerne angewendet wird: „Blaming the victim“, also die Betroffenen für ihre Situation selbst verantwortlich zu machen. Denn anstatt – wie es Fairness und Anstand verlangen würden – die Lohnsysteme zu verändern und die Löhne einfach anzugleichen, weil es keinen Grund gibt, Frauen für die gleiche Arbeit schlechter zu bezahlen, wird den Frauen jedes Jahr gebetsmühlenartig erklärt, sie seien „selber schuld“. Sie würden ja schließlich Berufe wählen, die schlechter bezahlt sind, sie würden ja „lieber“ Teilzeit arbeiten und sie würden einfach schlechter verhandeln und sich in Gehalts- und Mitarbeitergesprächen nicht gut „verkaufen“. Vorgeschlagene Maßnahmen dagegen: Selbstbewusstseinstrainings und Finanzcoachings für die Frauen und – im Bildungsbereich – Anreize schaffen, dass Mädchen und Frauen in die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft-Technik) gehen, weil diese besser bezahlt werden.

Verkehrte Arbeitswelt

All diese Maßnahmen sind natürlich wertvoll und haben ihre Berechtigung, ganz besonders auch die seit diesem Jahr verpflichtenden Karenzzeiten für Väter und die

Was gegen Lohnungerechtigkeit hilft: // Einkommenstransparenz schaffen und über Löhne offen reden // Finanzielle Aufwertung systemerhaltender Berufe wie Care-Berufe und „typische“ Frauenberufe // MINT-Förderung bei Mädchen und Frauen und sie für technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder begeistern // Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen // Väterbeteiligung bei der Care-Arbeit fördern und einfordern // Arbeitsmarktdiskriminierung von Fürsorgeleistenden wie z.B. Wiedereinsteigerinnen beenden // Neue Normen und Rollenbilder in der Gesellschaft verankern // Finanzielle Bildung und Gleichstellungsbildung bereits in den Schulen einführen (Quelle: Birgit Happel)

höchstnotwendige Schaffung von ausreichend Kinderbetreuungsplätzen zur Entlastung von Frauen, die aufgrund familiärer Betreuungspflichten nicht mehr als Teilzeit arbeiten können, selbst wenn sie das wollten. Aber niemand kommt auf die Idee, das hinter all der Ungerechtigkeit stehende System als solches in Frage zu stellen. Niemand fragt sich, wieso die sogenannten „Frauenberufe“ schlechter NIEMAND FRAGT SICH, bezahlt sein müssen. Haben wir nicht während PandemieWIESO DIE SOGENANNzeiten sehr wohl erkannt, welche Berufe diejenigen sind, TEN „FRAUENBERUFE“ auf die wir nicht verzichten können, wenn es „hart auf SCHLECHTER BEZAHLT hart“ kommt? Wie kann es SEIN MÜSSEN. HABEN sein, dass wir in einer Arbeitswelt leben, die eine Arbeit an WIR NICHT WÄHREND Maschinen ungleich höher bewertet als die Arbeit mit DER PANDEMIEZEITEN Menschen? Wie kann es sein, dass nur Lohnarbeit als Arbeit SEHR WOHL ERKANNT, gewertet wird und die allem WELCHE BERUFE DIEzugrundeliegende, existenzsichernde Familien- und CareJENIGEN SIND, AUF DIE Arbeit nicht in die globale Wertschöpfungskette aufgeWIR NICHT VERZICHnommen wird, sondern als unbezahlter „Liebesdienst“ TEN KÖNNEN, WENN ganz selbstverständlich hinES „HART AUF HART“ genommen wird. (Genauso übrigens wie die natürlichen KOMMT? Ressourcen unseres Planeten Erde.) Wie sind wir dahin gekommen, dass ein Fondsmanager, der Kapitalanlagen „betreut“, an einem Tag – ja sogar manchmal in einer Stunde – so viel verdient, wie eine Kindergartenpädagogin, die unsere Kinder betreut, in einem ganzen Monat? Wieso ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Löhne in Berufssparten sinken, sobald dort mehr Frauen einsteigen? >>

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Wandel lohnt sich

Es kostet natürlich Mut, Anstrengung und Ausdauer, all diese Maßnahmen in die Realität umzusetzen. Es braucht dazu den politischen Willen genauso wie ein völliges Umdenken in den Unternehmen und den wirtschaftlichen Interessensverbänden. Auch im privaten und ganz persönlichen Bereich kommen wir nicht umhin zu hinterfragen, wie wir Familie und Paarbeziehung leben müssen, um dort mehr Fairness und Gleichstellung zu erreichen. Die Erkenntnis, dass wir alle einen Beitrag zum ungerechten System leisten, schmerzt natürlich und will analysiert und ernst

genommen werden, wenn eine echte Veränderung stattfinden soll. Aber wie sagt die Ökonomin Linda Scott in ihrem großartigen Buch „Das weibliche Kapital“ so treffend: „Es gibt viel zu tun. Es wird nicht leicht, und es wird nicht schnell gehen, aber der Wandel wird die Mühe wert sein“, denn motivieren kann uns „die Aussicht auf eine Weltwirtschaft, die nicht nur inklusiver, sondern auch frei von jener patriarchalen Ausbeutungsstruktur ist, die Frauen und Männer Jahrtausende lang unterdrückt und die Erde zerstört hat.“ Literaturhinweise: Birgit Happel: Auf Kosten der Mütter. Warum finanzielle Selbstbestimmung für Frauen mit Familie so wichtig ist. München, 2023 Ina Praetorius/Uta Maier-Gräwe: Um-Care. Wie Sorgearbeit die Wirtschaft revolutioniert. Eschbach, 2023 Linda Scott: Das weibliche Kapital. München, 2020 Das Theater Kosmos in Bregenz reagiert auf die vorhandene Lohnschere mit einer beispiellosen Aktion: Frauen haben bis zum Jahresende bei allen Veranstaltungen freien Eintritt! www.theaterkosmos.at

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„Wenn Frau will, steht alles still“, so lautete das Motto des ersten großen Frauenstreiks in unserem Nachbarland Schweiz im Jahr 1991, mit dem die Streikenden die Umsetzung des zehn Jahre zuvor (!) in der Schweiz in Kraft getretenen Verfassungsartikels „Gleiche Rechte für Mann und Frau“ forderten. Transparente mit diesem Slogan wurden auch bei den neuerlichen Frauenstreiktagen im Juni 2019 und 2023 in den Schweizer Städten getragen, weil sich in den 28 bzw. 32 Jahren dazwischen wenig bis gar nichts verändert hat. Leider stehen wir unserem Nachbarland diesbezüglich in nichts nach. Dabei gilt auch bei uns, dass Frauen zirka 80 Prozent der unbezahlten Familienarbeit verrichten und ebenso hoch, wenn nicht höher, ist der Prozentsatz der WIE KANN ES weiblichen Arbeitskräfte in den unterbezahlten, aber systemreSEIN, DASS WIR levanten Berufssparten Pflege, IN EINER ARElementarpädagogik, Lebensmittelhandel, Reinigung, etc. BEITSWELT LEBEN, Also auch bei uns würde gelten: „Wenn Frau will, …“ ErschweDIE EINE ARBEIT rend kommt hinzu, dass wir heute sehr genau wissen, welche AN MASCHINEN Maßnahmen tatsächlich und UNGLEICH HÖHER effektiv gegen die systematische Diskriminierung von Frauen BEWERTET ALS auf dem Arbeitsmarkt helfen würden. Finanzexpertin Birgit DIE ARBEIT MIT Happel hat sie im Rahmen eines Vortrags in der Vorarlberger MENSCHEN? Arbeiterkammer Anfang November zusammengefasst. Sie beinhalten unter anderem die völlige Lohntransparenz in den Unternehmen, die finanzielle Aufwertung von systemerhaltenden Berufen, die gesellschaftliche und unternehmerische Förderung von aktiver Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung und in der Familienarbeit sowie – dem zugrundeliegend – das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder und Aufgabenverteilungen. Aber auch frühe finanzielle Bildung bereits in der Grundschule und die Beseitigung der Benachteiligung von Wiedereinsteigerinnen auf dem Arbeitsmarkt tragen laut der deutschen Soziologin wesentlich zur Chancengerechtigkeit bei.

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Es gibt viele gute Gründe, auf Schlaf zu verzichten. Wenn nach zwanzig Stunden Wehen um 03.21 Uhr endlich der erste Schrei des Babys ertönt, zum Beispiel. Wenn die Band doch noch eine Zugabe gibt. Oder wenn es einer dieser magischen Abende ist, an denen man sich schon dreimal von seinen Gastgebern verabschiedet hat, das Weinglas aber plötzlich wieder voll ist und das Gespräch erneut aufflammt. Das alles sind schöne Gründe, zu wenig Schlaf zu bekommen. Text: Rebecca Sandbichler, Foto: iStock

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och in den meisten Fällen sind die Gründe viel banaler. Sie reichen von späten Mails bis zum zombiehaften Serien-Streaming. Oft wissen wir am nächsten Tag gar nicht mehr, warum wir diesmal schon wieder zu kurz und zu schlecht geschlafen haben. Wir wissen nur schon morgens, dass wir den ganzen Tag lang müde, gereizt und antriebslos sein werden. Das „Wir“ ist an dieser Stelle berechtigt, denn verkürzter oder schlechter Schlaf ist weit verbreitet: Bei der jährlichen Online-Studie „Wie schläft Österreich?“ des Salzburger Schlafforschers Manuel Schabus gab seit 2018 etwa ein Drittel der 1600 Befragten an, Probleme mit dem Schlaf zu haben. Noch ernster zu nehmen sind die Ergebnisse des Wiener Schlafforschers Stefan Seidel: Rund acht Prozent der 1004 befragten Frauen und Männer litten an einer krankhaften Schlafstörung, noch einmal so viele zeigten erste chronische Symptome einer solchen. Doch auch jene Menschen, die keine Probleme mit dem Einschlafen haben oder gut durchschlafen können, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit chronisch müde. Denn es ist nicht einfach, im Alltag auf die benötigten sieben bis neun Stunden Schlaf zu kommen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung schläft jede oder jeder zweite Deutsche maximal sechs Stunden. Forschende in den USA ergänzen diese Aussage mit einer Studie, für die sie die Daten von 42.000 Apple-Uhren ausgewertet haben. Da diese den Schlaf ihrer Trägerinnen und Träger aufzeichnen, sind die Messpunkte vergleichsweise genau – wenn sie auch noch nicht einer Peer-Review unterzogen worden sind. Das Ergebnis: Nur 31 Prozent erreichen das empfohlene Minimum von sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Die Folgen der chronischen Müdigkeit sind verheerend für die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen. Dauerhafter Schlafmangel führt zu Übergewicht und begünstigt das metabolische Syndrom* (bis hin zu Diabetes), kann Depressionen verursachen und das Immunsystem schwächen. Alterungsprozesse im Körper schreiten schneller voran und die Leistung des Gehirns nimmt mit jeder Stunde verpasstem Schlaf ab. So sehr, dass eine Nacht ohne Schlaf auf den Körper ähnlich wirkt wie ein Promille Alkohol im Blut. Wenn die Müdigkeit nicht sogar zu vermehrtem Konsum führt: Deutsche Schlafforscher fanden heraus, dass müde Menschen verstärkt zu Alkohol und Zigaretten greifen, um ihren fehlenden Schlummer zu kompensieren. Bedenkt man, wie verbreitet der chronische Mangel quer über die Schichten und Kulturen ist, kann die Antwort nicht sein, die Schuld beim Individuum zu suchen. Auch wenn es hilfreich ist, die Tipps der Schlafexpertinnen und -experten zu beherzigen. Um nicht am eigenen Unvermögen zwangsläufig zu verzweifeln, ist es jedoch genauso wichtig, sich die Gründe der allgemeinen Müdigkeit auf struktureller Ebene anzuschauen. Und Veränderungen zu fordern.


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Wie schon bei anderen Kolla-

teralschäden unserer Zivilisation ist auch die verbreitete Schlaflosigkeit ein Ergebnis unserer Entfremdung von den natürlichen Lebensweisen des Menschen.

Denn wie schon bei anderen Kollateralschäden unserer Zivilisation ist auch die verbreitete Schlaflosigkeit ein Ergebnis unserer Entfremdung von den natürlichen Lebensweisen des Menschen. Während unser Gehirn und unser Biorhythmus sich kaum von denen des Steinzeitmenschen unterscheiden, ist unser moderner Alltag ganz anders organisiert als noch zu Zeiten der Jäger und Sammler oder der frühen Bauerngesellschaften, deren Tage einer natürlichen Abfolge von Hell und Dunkel folgten. Mit der Industrialisierung und der Verbreitung elektrischen Lichts wurde das Tag-Nacht-Gefüge immer mehr verschoben. In den neu entstandenen Fabriken konnte und sollte durchgehend produziert werden. Der Mensch diente als verlängerter Arm der Maschinen – und wurde dadurch zum Humankapital, dessen natürliches Schlafbedürfnis einen wirtschaftlichen Verlust darstellte. Viele der Arbeiterinnen und Arbeiter waren so arm und der Wohnraum so knapp, dass sie als sogenannte Schlafgänger ihre Nachtruhe suchten: Diese mieteten bloß ein Bett für einige Stunden, das Kopfkissen des Vermieters wurde schlicht umgedreht. Das heutige Verständnis von einer adäquaten Schlafumgebung ist weitaus gediegener. Allein die Auswahl an teuren Matratzen in allen erdenklichen Stärken und Härtegraden ist unüber-

sichtlich geworden. Und doch kann der Luxus im Schlafzimmer nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Nachtruhe in Wahrheit nicht mehr dem menschlichen Maßstab folgt – sondern einer inhumanen Produktivitätslogik. Der deutsche Wissenschaftsjournalist Peter Spork fordert in seinem Buch „Wake Up!“, unsere Zeitkultur zu ändern und dem Schlaf wieder mehr Priorität zu geben: „Wir setzen uns ständig über unser Schlafbedürfnis hinweg, halten fast alles für wichtiger als ausgeschlafen zu sein.“ Und zwar nicht nur, indem wir als Einzelne das Zubettgehen nach hinten schieben und noch eine halbe Stunde durch Instagram scrollen. Sondern als ganze Gesellschaft, die Leistung über physische und psychische Gesundheit stellt, Ruhebedürfnis mit Faulheit gleichsetzt und außerdem sämtliche Chronotypen über einen Kamm schert, indem sie den natürlichen Schlafrhythmus von Spätaufstehern zur Abweichung von der Norm erklärt. Erkennt man die wissenschaftliche Datenlage zur Chronobiologie an, kann man es nur als eiskalte Ignoranz der Bildungspolitik empfinden, dass Teenager immer noch stur um acht Uhr morgens in der Klasse sitzen sollen. Während kleinere Kinder oft Frühaufsteher sind und unter dem frühen Schulbeginn vergleichsweise mäßig leiden, haben vor allem Jugendliche einen stark nach hinten

verschobenen Rhythmus und bräuchten morgens sehr viel mehr Schlaf. Für manche wäre gar eine Schlafenszeit von Mitternacht bis zehn Uhr morgens chronobiologisch sinnvoll. „Die Jugendlichen leiden an einem massiven sozialen Jetlag“, schreibt Spork. „Weil ihr Rhythmus kaum zu ändern ist, sollten wir endlich damit beginnen, ihren Alltag umzubauen.“ Die internationale Schlafmedizin empfiehlt deshalb: Unterricht für Jugendliche frühestens ab neun Uhr morgens. Eine amerikanische High School in Middletown, Rhode Island, habe sogar mit nur einer halben Stunde späterem Beginn eine merkliche Verbesserung für ihre Schülerinnen und Schüler erzielt, schreibt Spork. Während vorher nur ein Sechstel der 201 untersuchten Teenager auf mindestens acht Stunden Schlaf gekommen war, gelang das danach mehr als der Hälfte. Damit verbunden sind große gesundheitliche Vorteile. Denn es gibt starke Hinweise darauf, dass auch das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) bei Kindern mit chronischem Schlafmangel zusammenhängt. „Die Daten, die vorliegen, sind eindeutig. Die sind auch international vergleichbar. Um Konsequenzen zu ziehen, wissen wir im Grunde das, was wir wissen müssen“, sagt der deutsche Kinder- und Jugendarzt Alfred Wiater zum Thema. Doch die Gründe gegen >>

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Wir setzen uns ständig über unser

Schlafbedürfnis hinweg, halten fast alles für wichtiger als ausgeschlafen zu sein.

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einen späteren Beginn oder eine morgendliche Gleitzeit an Schulen scheinen jedes biologische Argument auszustechen: Eltern müssen früh zur Arbeit, Busse und Bahnen müssen getaktet werden, und für Schulen ist es unpraktisch bis teuer, eine Gleitzeit zu organisieren. Spork stellt enttäuscht fest: Die möglichst reibungslose Organisation der Erwachsenenwelt ist in unserer Gesellschaft wichtiger als das Wohl der Kinder.“ Doch weder Lehrerinnen und Lehrer noch Eltern sind statistisch gesehen alle Frühaufsteher. Mit der Entscheidung, Kinder zu bekommen, entscheiden sich Menschen momentan also unbewusst auch dafür, sich jahrelang den ungesunden staatlichen Schulzeiten zu unterwerfen und immer zu früh aufstehen zu müssen. Anders als bei den eigenen Büroarbeitszeiten, die mitunter auch Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber sind, haben Eltern in diesem Punkt keine andere Wahl. Wenn sie möglichst gesund und glücklich leben wollen, müssen sie also zusehen, abends schon früh ins Bett zu gehen. Doch der Wunsch, nach einem vollen Tag Arbeit, Haushalt und Kindern noch ein wenig Freizeit zu haben, ist oft stärker. Dummerweise verschiebt sich diese meist in jene Zeit, in der wir uns längst der Dunkelheit hingeben sollten, statt mit elektrischem Licht und dem Leuchten unserer Smartphones die Ausschüttung des wichtigen Schlafhormons Melatonin zu verhindern. Um aus dem Hamsterrad der Müdigkeit wirklich auszusteigen, müssten wir bereits untertags mehr Zeit draußen verbringen können und unsere Freizeit in den hellen Stunden genießen. Es ist darum auch für Menschen ohne Betreuungspflichten fast unabdingbar, an einer zusätzlichen Schraube zu drehen: unseren Arbeitszeiten und der durchschnittlichen Arbeitsdauer. Doch gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind die Widerstände gegen weniger Arbeitsstunden nicht nur in der freien Wirtschaft groß. Die Diskrepanz zeigt sich auch dort, wo das Bewusstsein für die Grenzen des menschlichen Körpers besonders ausgeprägt sein sollte: in der Medizin. Während die Wiener Ärztekammer zuletzt eine 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für Klinikärztinnen und -ärzte forderte, ist die Realität eine diametral andere: Zwar mussten österreichische Krankenhäuser auf Druck der EU bereits überlange Wochenarbeitszeiten und extreme Bereitschaftsdienste einschränken, doch darf die wöchentliche Arbeitszeit einer beispielhaften Chirurgin bis 2028 immer noch die grundsätzlich gel-

Am 29. Oktober wurde die Sommerzeit wieder auf die sogenannte „Normalzeit“ umgestellt. Viele Schlafforscher halten die Sommerzeit für eine drastische Verschärfung des „sozialen Jetlags“ – und fordern deren Abschaffung. Naturgegeben ist die Zeitumstellung nicht, sie wurde in Österreich aus wirtschaftlichen Gründen erstmals zwischen 1916 und 1920 eingeführt, dann wieder von 1940 bis 1948 und schließlich erst 1980 wieder verordnet. In England als „daylight saving time“ bezeichnet, sollte sie zu Kriegszeiten elektrische Energie sparen, indem morgens und abends weniger Licht benötigt wurde. Gegner sagen allerdings, dass diese Einsparungen heute minimal sind – und durch mehr Heizen wettgemacht werden. Für den menschlichen Biorhythmus ist die Zeitumstellung jedoch messbar fatal – und zeigt sich Jahr für Jahr in zusätzlichen Autounfällen und Arztbesuchen.

Licht und Dunkelheit Der Schlaf des Menschen wird stark von den Lichtverhältnissen beeinflusst. Während schon das abendliche Zähneputzen im hellen Schein der Badezimmerlampe ein späteres Einschlafen verursachen kann, brauchen wir vor allem untertags viel Licht: Nur so bauen Menschen tagsüber ausreichende Aktivität auf und entwickeln genügend „Schlafdruck“, um abends müde ins Bett zu fallen. Sowohl eine aktivierende Beleuchtung am Arbeitsplatz als auch kurze Lichtduschen – etwa mit einem Spaziergang im Freien – sind daher wertvoll für die Schlafgesundheit.

Streitpunkt: Schulbeginn Schon lange fordern Schlafforscherinnen und -forscher aufgrund der Erkenntnisse über die Chronobiologie (innere Uhr) des Menschen einen späteren Schulbeginn – vor allem für Jugendliche. Einige österreichische Schulen testen diesen gerade: Eine Wiener Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik startet mit dem Unterricht erst um 9 Uhr, um auf den Biorhythmus der Jugendlichen Rücksicht zu nehmen. Und auch die reformpädagogische, integrative Lernwerkstatt Brigittenau berichtet, dass die Kinder im Lernblock ab 8.30 Uhr wacher und leistungsfähiger seien. Laut der Plattform „Medizin transparent“ würde es noch bessere Studien über derartige Versuche brauchen, um eine sichere Empfehlung aussprechen zu können. Machen Sie sich selbst ein Bild: www.medizin-transparent.at/spaetererschulbeginn/


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Die Jugendlichen leiden an einem

massiven sozialen Jetlag. Weil ihr Rhythmus kaum zu ändern ist, sollten wir endlich damit beginnen, ihren Alltag umzubauen.

tende durchschnittliche Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden überschreiten. Bis zu 55 Stunden kann sie pro Woche arbeiten, wenn darunter auch Bereitschaftsdienste fallen. Es ist nicht schwer, sich auszurechnen, dass eine Person mit diesem Pensum nur schwer auf genug qualitätsvolle Schlafstunden kommen wird – wenn sie neben der Arbeit noch ein wenig Leben haben will. Wie krass die Bedingungen an manchen internationalen Krankenhäusern sind, zeigte sich, als das Bild einer mexikanischen Ärztin im Internet viral ging: Sie war im Dienst einfach eingeschlafen, jemand war damit nicht einverstanden. Aus Solidarität mit ihr veröffentlichte daraufhin Klinikpersonal aus der ganzen Welt unter dem Hashtag #ichbinaucheingeschlafen Fotos von sich oder den schlafenden Kolleginnen und Kollegen. Menschen mit weißen Kitteln oder Pflegeuniformen lagen in leeren Patientenbetten, unter Tischen, in Warteraumsesseln. Übermannt von der eigenen Erschöpfung. Wie stark sich Schlafentzug auf die ärztliche Fehlerquote auswirkt, ist umstritten. Das Bauchgefühl sagt jedoch, dass man müde Mediziner lieber meidet. Und der Kopf sagt, dass man sein zutiefst menschliches Bedürfnis nach regelmäßigem, ausreichendem und erholsamem Schlaf nicht mehr länger ignorieren sollte. „Das seelisch wie körperlich krank machende Leben gegen den natürlichen Rhythmus muss ein Ende haben“, fordert „Wake Up!“-Autor Spork. Schlaf zu priorisieren, kommt in dieser Gesellschaft fast einer kleinen Revolte gleich. Und auch sonst muss man nicht zum Langweiler werden: Wer die meiste Zeit seines Lebens auf seinen Körper hört, kann ja trotzdem hin und wieder die Nacht zum Tag machen. Es gibt wirklich gute Gründe, auf Schlaf zu verzichten. Entscheidend ist bloß: Will ich oder muss ich? *Das metabolische Syndrom gilt als Wohlstandsphänomen, weil Merkmale wie Übergewicht oder Bluthochdruck oft Folgen einer ungesunden Lebensweise mit fettreicher Nahrung und wenig Bewegung sind. Streng genommen ist es keine eigenständige Krankheit.

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Mittendrin in V

Die Zuversicht kommt aus St. Gallen

Wer Landschaften und Orte mit dem Blick einer Entdeckerin oder eines Entdeckers erkundet, stößt in ihnen auf Freiräume, die zum Spielen und Experimentieren einladen. Die Erkundungsgänge mit Mark Riklin führen über Wiesenwege und Ortsplätze, durch Stadtquartiere und öffentliche Gebäude und lassen auf kleinen und großen Bühnen am Land und in der Stadt Geschichten und Zukunftsgeschichten lebendig werden.

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Text: Andreas Bartl, Fotos: ??????

© Peter Michalik

I

ch freue mich darauf, Mark Riklin zu treffen. Schon lange interessiere ich mich für die Meldestelle für Glücksmomente, die Mark 2003 in St. Gallen ins Leben gerufen hat – eine Idee, die inzwischen auch an anderen Orten verwirklicht ist. Vom Vorarlberger Rheintal fahre ich über Altstätten und den Ruppenpass nach Drei Weieren, einem Naherholungsgebiet oberhalb von St. Gallen. Mark empfängt mich am Parkplatz des Naturschwimmbades Dreilinden. Wir umrunden die im 17. Jahrhundert angelegten Weiher mit dem alten Badehaus, spazieren zum Kapuzinerinnenkloster Notkersegg und erzählen uns von unseren Unternehmungen und Vorhaben. Dem ersten Erkundungsgang folgen weitere, die uns an ausgesuchte Orte in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Außerrhoden führen und uns beim Gehen und Verweilen überraschende Weitblicke und Einsichten vermitteln. Die Natur- und Stadtlandschaften, die wir durchwandern, werden unsere Ideengeberinnen: Wir notieren, was sie uns entdecken lassen in unseren Schreibblöcken; sie halten unsere Erlebnisse in den Umgebungen der Wanderrouten fest.


#88 | Dezember 2023

Mark Riklin, 1965 geboren, ist Vater von zwei Mädchen und lebt mit seiner Familie im Umland von St. Gallen. Er hat Sozialwissenschaften an der Universität Konstanz studiert, ist Lehrbeauftragter an verschiedenen Fachhochschulen, Initiator der Meldestelle für Glücksmomente, Amtsschreiber im Amt für Zuversicht und künstlerischer Leiter der Reihe „Stadt als Bühne“. Freiberuflich ist er in vielen Rollen – unter anderem als Arrangeur, Bühnenarbeiter, Depeschenkurier und Öffentlichkeitshersteller – tätig.

Mark ist Soziologe. Zu seinen vielen Rollen ist 2022 die des Amtsschreibers gekommen und zur Meldestelle für Glücksmomente das Amt für Zuversicht. Die Ausstattung des Amts – ein Tisch, ein Stuhl, ein Schreibstift, eine Papierrolle, eine Leuchtschrift – ist gerade wenig genug, um im Flug einfangen zu können, was sich in schweramtlicher Umgebung nicht erfassen lässt. Bei seinen Reisen durch Schweizer Städte sammelt Mark Erfahrungen von Menschen, die ihnen selbst und anderen Zuversicht schenken. Auf Plätzen und Straßen laden Amtsmitarbeiter*innen zufällig vorbeigehende Menschen ein, zu erzählen, was sie zuversichtlich stimmt. Das wertvolle Gut wird händisch aufgezeichnet und an einem allgemein zugänglichen Ort – etwa vom Balkon eines Rathauses – verlesen und geteilt. Der öffentliche Raum ist für Mark mit kleinen und großen Bühnen ausgestattet, die darauf warten, bespielt zu werden: Hinterhöfe, Durchgänge, alte Mauern und Brunnen – alles kann zum Vordergrund oder Hintergrund spannender Handlungen werden, in denen Menschen unbeabsichtigt Einmaliges entstehen lassen. Mark kümmert sich als Bühnenarbeiter darum, dem ahnungslosen Alltagsgeschehen einen Schauplatz zu bieten und es mit herzlicher Aufmerksamkeit zu beleuchten. Die Zuversicht führt leise Regie und vermittelt dem Bühnenarbeiter hin und wieder im letzten Moment den entscheidenden Hinweis, um das Theater für alle Beteiligten gelingen zu lassen. Marks Vertrauen in das Gelingen des Unmöglichen färbt ab. Auf andere Menschen, auf deren Sichtweisen und Haltungen. Mark lässt dem Leben Luft, anders zu sein, als es eigene und fremde Erwartungen vorschreiben. Konsequenterweise gibt es für ihn vier Möglichkeiten, mit Geschehnissen umzugehen: die erste nimmt Situationen entweder positiv oder negativ wahr, die zweite gewinnt dem Schiefgelaufenen etwas Gutes ab, die dritte sieht ein Ereignis als Erfahrung, ohne sie zu bewerten. Als ich nach der vierten Möglichkeit frage, meint Mark, dass er diese auch noch nicht kenne und überlässt damit dem noch Unbekannten einen Platz in seinen Überlegungen. Das Unbekannte ist das Neuland, das es zu erforschen und entdecken gilt, das Land der Möglichkeitsgeschichten, die darauf warten, verwirklicht zu werden. Nicht umsonst bezeichnet sich Mark als Türöffner zu Möglichkeitsräumen, die wir in unseren

© Carelink

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Vorstellungen und in unserer Umgebung – in der Bilderbuchlandschaft zwischen dem Bodensee im Norden und dem Säntis im Süden – finden. Wir treffen uns in St. Gallen vor der binären Uhr am Bahnhof, spazieren durch die Stadtlounge und gewinnen Einblicke ins Museum of Emptiness, ins Atelier für Sonderaufgaben und ins Kreativquartier Lattich. Wir verweilen auf einer Rundbank unter einem großen Baum auf einer Anhöhe am Stadtrand und staunen über das Panorama, das sich aus unterschiedlichen Ausblicken zusammensetzt. Wir fahren ans Seeufer von Rorschach und genießen den Weitblick, der sich uns im Würth-Museum bietet. Bei den Erkundungsgängen spielen sich die Außenwelt und die Innenwelt die Bälle zu, Beobachtungen werden zu Erklärungen, Erklärungen zu Wahrnehmungen, Wahrnehmungen zu Ideen. So sind es nie alleine zwei Menschen, die sich unterhalten, Projekte besprechen oder Lösungen suchen. Immer sind da auch Landschaften, Dörfer, Häuser und Geschichten, die sich auf zurückhaltende Art am Gespräch beteiligen und für Überraschungen sorgen. Wie dies wahrscheinlich auch bei den Lehrveranstaltungen geschieht, die Mark an öffentlichen Orten wie am St. Galler Bahnhof anbietet und bei denen Passant*innen willkommene Gäste sind. Weil Zuversicht leicht und gewichtig in einem ist, haben die Treffen mit dessen Amtsschreiber den gleichen Charakter. Und so beschließen wir manchen heiteren Umgang im Ernst. Das ist ein Einkehrlokal in Trogen, wo ein freundlicher Wirt guten Kaffee serviert und wir unsere Notizblöcke ausbreiten und mit neuen Erkenntnissen füllen. Andreas Bartl, 60, in Bludenz geboren, lebt mit seiner Frau und Tochter in Lauterach, ist im Sozial- und Bildungsbereich tätig und Dauerpraktikant in der Schule des täglichen Lebens.


Veranstaltungskalender

07.12.

VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at

04.12.

Mo., 19 Uhr, Domino's Hus, Frastanz

EINSTIMMUNG AUF DIE ADVENTZEIT

mit Seelsorger Elmar Simma

—

05.12.

Di., 16.30 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn

GESCHICHTENUNIVERSUM IM ADVENT

Für Kinder ab 5 Jahren

—

05.12.

Di., 19 Uhr, inatura, Dornbirn

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Di., 15 Uhr, vorarlbergmuseum, Bregenz

Impulsvortrag & Podiumsdiskussion

Erzählcafé

WENN SUCHT ZUR GEWALT WIRD!

—

07.12.

Do., 19.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch

BÜCHERSCHATZ 2023

Uwe Kossack, Literatur

—

07.12.

Do., 19.30 Uhr Uhr, Theater Kosmos, Bregenz

BÜCHERTALK

Durchs Bücherjahr 2023 mit Verena Roßbacher, Gerald Futscher & Jürgen Thaler Literatur

—

07.12.

Do., 20 Uhr, vorarlbergmuseum, Bregenz

DEER SHIBA: MUSIC FOR ASTRONAUTS

STÖRUNGEN DES VERDAUUNGSSYSTEMS AUS SICHT DER TCM

Jazz im Museum

—

Do., 22 Uhr, Conrad Sohm, Dornbirn

Vortrag

05.12.

Di., 19.30 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems

NO SAFE HAVEN. WAS IST ANDERS SEIT DEM 7. OKTOBER?

Vortrag von Omri Boehm (New York), anschließend im Gespräch mit Hanno Loewy (Hohenems), in englischer und deutscher Sprache

—

05.12.

Di., 20 Uhr, Spielboden, Dornbirn

—

07.12.

CYBERTRIBE W/DLV

Hard Techno

—

08.12.

Fr., 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard

AJA SOUL

white girl from the mountains Musik

—

09.12.

ALLES NORMAL

Sa., 15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch

—

Werner Rohner liest – Eine Adventsgeschichte in 24 Kapiteln

Ein Salon d'amour Stück von Martin Gruber und aktionstheater ensemble (Uraufführung) Theater

06.12.

Mi., 19 Uhr, Kammgarn, Hard

ISABEL SANDNER

Vernissage Male + Female Ecstasy Die Bregenzer Künstlerin Isabel Sandner präsentiert computergenerierte Werke und tanzt mit ihren Figuren zwischen Western und Ballett.

—

06.12.

Mi., 19.30 Uhr Uhr, Theater Kosmos, Bregenz

TWOFOLD DUO

Gesang, Gitarre. Kurator Jonathan Frick / Verein Tankstelle

—

12.12.

Do., 17 Uhr, Mittelschule Hittisau

GESCHÄFTE, DIE ES FRÜHER EINMAL GAB

—

12.12. 19.12.

Di., & 16 Uhr für Kinder ab 3 Jahren, 16.30 Uhr für Kinder ab 5 Jahren, Stadtbibliothek, Dornbirn

GESCHICHTENUNIVERSUM IM ADVENT

—

14.12.

Do., 20 Uhr, Kammgarn, Hard

MIRA LU KOVACS & CLEMENS WENGER

Sad Songs To Cry To, Musik

—

14.12.

Do., 20.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn

JAZZ&: KID BE KID

Musik

—

15./16./17.12.

Fr., 17 Uhr, Theater Kosmos, Bregenz

DIE UKRAINERIN VON JOSEF WINKLER

Gastspiel, Theater

—

15.12.

Fr., 19.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn

A BOY'S LIFE – KIND NUMMER B2826

Eine Filmvorführung des Spielboden Dornbirn in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems

—

15.12.

MEHR ALS EIN WUNSCH

Fr., 19.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch

—

literatur:vorarlberg präsentiert: Hans Platzgummer, Lisa Spalt und Christian Zillner

09.12.

Sa., 19 Uhr, Theater Kosmos, Bregenz

NEUE TEXTE

—

15.12.

DER KLEINE PRINZ

Fr., 20 Uhr, Conrad Sohm, Dornbirn

—

Musik

Gastspiel, Theater

10.12.

So., 10.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch

ALEX SUTTER BAND

Gospelsongs und Balladen zur Weihnachtszeit

—

MEFJUS FT DAXTA

—

15.12.

Fr., 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard

A SWINGIN‘ X(I)-MAS

Bludenz Big Band Union

—


#88 | Dezember 2023

16.12.

Sa., 10 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn

FAMILIEN-MÄRCHEN-ZEIT IM ADVENT

Märchenerzählerin Gabriele Kanonier taucht ein in eine Welt voller Wunder

—

16.12.

Sa., 15 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems

A PLACE OF OUR OWN

A Place of Our Own. Vier junge Palästinenserinnen in Tel Aviv Öffentliche Führung zur aktuellen Ausstellung

—

16.12.

29.12.

Fr., 14 Uhr, Domino's Hus, Frastanz

KARTENSPIELNACHMITTAG

—

29.12.

Fr., 20.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn

JAZZ&JAZZORCHESTER VORARLBERG FEAT. MARTIN EBERLE & BENNY OMERZELL

Musik

—

30.12.

Sa., 17 Uhr, Spielboden, Dornbirn

YOUNG SOUL REBELS

Sa., 15 Uhr, vorarlbergmuseum, Bregenz

GoWest Bunte Streifen, Musik

Freies Singen im Museum mit Andreas Paragioudakis

Sa., 20 Uhr, Spielboden, Dornbirn

STIMMSINN

—

16.12.

Sa., 15 Uhr, Spielboden, Dornbirn

WEIHNACHTSMANN VERGISS MICH NICHT

Theater Patati Patata, Kinder

—

18.12.

21.12.

Mo., & Do., 19.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch

—

30.12.

PUMA ORCHESTRA & FRIENDS

Presilvesterparty

—

Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.

Das Ländle-Quiz für alle Schlauberger

VERMEER – REISE INS LICHT

24.12.

So., 14 & 15.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn

KASPERLETHEATER

Kinder

—

24.12.

Do., 15 Uhr, Kammgarn, Hard

MORGENSTERN UND MONDENDINGE

Il Segreto di Pulcinella Kinder

—

28.12.

Do., 20 Uhr, Kammgarn, Hard

PHILIPP LINGG UND GEORGE NUSSBAUMER

Musik

—

Dornbirn: Kaplan Bonetti Sozialwerke, Kaplan-Bonetti-Straße 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 7.15 bis 9 Uhr Bregenz: dowas, Sandgrubenweg 4, Montag bis Freitag: 8.30 bis 13 Uhr Feldkirch: Caritas-Café, Wohlwendstraße 1, Montag bis Freitag 8.30 bis 14 Uhr Bludenz: do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b, Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr

Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778, 6833 Klaus eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at

22.12.

Fr., 19.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn

—

Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Graf-Maximilian-Straße 18, 6845 Hohenems, Telefon: 0677 615 386 40 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Frank Andres, Simone Fürnschuß-Hofer Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe: Daniela Egger, Daniel Furxer, Guntram Gärtner, Miriam Jaeneke, Christine Mennel, Daniel Mutschlechner, Brigitta Soraperra, Gerhard Thoma, Hanno Thurnher

Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at

2chéries, Kabarett

Von Vermeer bis Edward Hopper: Vier Filme über Künstler Film

Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 3,20 Euro verbleibt den Verkäufer:innen. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt.

Zeitungsausgabestellen:

„ALLE JAHRE (NED SCHO) WIEDR“

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Impressum

Wie viele Kilometer muss man laufen, um eine Portion Käsknöpfle zu verdauen? Was ist der häufigste Kuhname im Ländle? Wer ist die reichste Person in Vorarlberg? Und von welchem Ort aus kann man die Sterne am besten betrachten? Das neue Spiel für alle Gschiidnasa, die glauben Vorarlberg wie ihre Westentasche zu kennen. 600 ernst und nicht ernst gemeinte Fragen zu Vorarlberg und den Menschen im Ländle. Ideal für Familienfeiern, Polterabende, Stammtisch oder Geburtstagsparty – mit diesem Spiel kommt Schwung in jede Runde. Gschiidnaso, ISBN 978-3-903240-52-0, 21,95 Euro, edition v Die marie verlost fünf Spielesets. Senden Sie eine E-Mail an redaktion@ marie-strassenzeitung.at, Stichwort: Gschiidnaso.

Vorstand Frank Andres, Obmann Christina den Hond-Vaccaro, Obmann-Stellvertreterin, Schriftführerin Oliver Mössinger, Kassier Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage: 13.000 Exemplare, Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP/Bildbearbeitung :TAGWERK Grafik|Design Monika Dür Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal, IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580, BIC: RVVGAT2B420 © 2023 marie. Alle Rechte vorbehalten.

marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo

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