#85 / September 2023
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EIN HAUCH VON ORIENT
Narjisse Zaher hat sich ihren Traum vom eigenen Geschäft in Feldkirch erfüllt. Aber warum verschlägt es ausgerechnet eine Frau aus Marokko ins Ländle? Die marie hat mit der 46-jährigen Marokkanerin über Reisen, Ankommen und warum Zufriedenheit für sie nicht erstrebenswert ist, gesprochen. Seiten 18 bis 20. Foto: Martin Schachenhofer
Festival 7.– 9.9.23 Feldkirch
Das Festival für Arbeitskultur Widnau 10, Feldkirch
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Handwerk+Form, einer der bedeutendsten Gestaltungswettbewerbe im Handwerk, findet zum 9. Mal statt. 13. 14. 15. Oktober 20. 21. 22. 2023 Andelsbuch, Bregenzerwald Mehr Infos findest Du auf unserer Website unter
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#85 | September 2023
Inhalt
Editorial
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Bild des Monats
Liebe Leserin, lieber Leser!
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Gefängnisdirektorin mit Leidenschaft Cornelia Leitner (48) erzählt über ihre bemerkenswerten Umwege zu ihrem Traumberuf
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Pilz-Eintopf Brauchbares Rezept für den Übergang in den Herbst
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Großes Spiel, großer Wurf Über Hans Platzgumers neues Buch „Großes Spiel“ und dessen ganz besondere Entstehungsgeschichte
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Schweben mit Behinderung Taucher:innen des Handicaptauchclub gehen in Unterwasserwelten auf große Entdeckungsreise
18-20 „Der Laden ist meine kleine Oase“ Von Marokko nach Vorarlberg: Narjisse Zaher (46) spricht über ihre spannende Reise 21
Sudoku
22-24 Komme, was kommen möge Sterbebegleiter, Gefängnisseelsorger und Bibelkenner Pepp Steinmetz (74) im großen Porträt 26
Rätsellösungen
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Zwitscheralarm vogelfreiRAUM in Rankweil: Begegnungsort vereint Café, Kulturstätte und Werkraum
28-31
Mehr Theater für alle! Ein Plädoyer für mehr Theaterprojekte in Schulen
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Rechenrätsel, Schachecke
34-35 „Verlorene Generation?!“ Magdalena Scherer (15) spricht über Dinge, die Jugendliche wirklich bewegen 36-37 Auf den Spuren des Klimajägers „Wetterfrosch“ Andreas Jäger erklärt, warum sein Beruf viel mit Inspiration und Berufung zu tun hat 38-39 Veranstaltungskalender
„Ich hab‘ echt ein schlechtes Gewissen“, sagen wir dann, wenn wir glauben, falsch entschieden zu haben oder zumindest nicht den Erwartungen (sei es den eigenen oder denen von anderen) zu entsprechen. Gewissensbisse plagen uns immer dort, wo unser Verhalten nicht mit unseren Werten übereinstimmt, so definiert die Psychologie das Phänomen „schlechtes Gewissen“. Sich der eigenen Schuldgefühle bewusst zu werden, ihnen auf den Grund zu gehen bzw. sie auf ihre Berechtigung zu überprüfen, kann dabei schon ein erster Schritt zur Beruhigung des inneren, oft Scham besetzten Haders sein. Was früher im Beichtstuhl geschah, übernimmt jetzt öfter das therapeutische Gespräch oder die beste Freundin. Manche Menschen neigen allerdings auch dazu, schon den ersten Anflug eines schlechten Gewissens abzuwehren und stattdessen vorbeugend zur Gegenwehr auszuholen. Angriff als beste Verteidigung. Man kennt es aus der Politik und manchmal auch aus dem Bekanntenkreis. Und dann gibt es noch jene, die sich erst gar keiner Schuld bewusst sind. Umso weniger, wenn sie großen Idealen huldigen, für deren Verteidigung ihnen jedes (noch so radikale) Mittel recht ist. Mit den Dynamiken von Schuld, Reue und Sühne haben wir es in dieser Ausgabe jedenfalls gleich mehrfach zu tun. Fast zufällig hat es sich ergeben, dass wir diesem spannenden Themenfeld aus unterschiedlichsten Perspektiven begegnen dürfen: Da ist die Gefängnisdirektorin, die den Sinn ihrer Arbeit vor allem darin erkennt, möglichst vielen der Insass:innen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen. Da ist der Seelsorger, der bei all den kleinen und großen Sünden nie den Blick für den Menschen hinter den Taten verlieren will. Und dann ist da noch ein Autor, dem eine historische Epoche Japans als Kulisse seines eben veröffentlichten Romans dient, der von Verblendung, Radikalisierung und verspätetem Schuldeingeständnis erzählt. Nicht weniger Tiefgang und Relevanz haben aber auch die weiteren Geschichten, die wir über den Sommer für Sie recherchiert haben. So geht es in dieser Ausgabe zudem ums barrierefreie Tauchen, um die „Generation Lost“, um KlimaEngagement, um die Zukunft des Schultheaters sowie um ein Stück Marokko im Ländle. Wenn uns redaktionell gesehen das schlechte Gewissen plagt, dann also nur deshalb, weil es nicht immer alle Themen, die wir toll finden, ins Heft schaffen. Aber wir bleiben dran und versprechen Ihnen, all dem Raum zu geben, das – frei nach Peter Bieri – tiefes Verständnis für die vielen Möglichkeiten, ein menschliches Leben zu leben, schafft. Ihre Simone Fürnschuß-Hofer, Redakteurin
Die nächste marie erscheint am 29. September. Kontaktieren Sie uns marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden? Dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Graf-Maximilian-Straße 18, 6845 Hohenems. E-Mail: redaktion@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677/615 386 40. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!
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Bild des Monats
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Begegnungsraum statt Parkplatz Foto: Frank Andres
Ein ganz spezielles Bauwerk befindet sich seit Anfang August vor dem Vismut in der Schlachthausstraße in Dornbirn. Jugendliche der Job Ahoi Werkstatt haben mit Unterstützung der Stadt Dornbirn, der Lustenauer Firma Conform Holz-Fenster-Türen-Bau und der Dornbirner Spenglerei Prantl eine sogenannte DOase geschaffen. DOase steht für Dornbirn Oase und ist eine Begegnungszone der besonderen Art. Wo sich normalerweise ein Parkplatz befindet, steht jetzt eine überdachte Holzkonstruktion auf Rollen. Diese kann vielseitig genutzt werden: als Konzertbühne, als Sitzungsraum, als Entspannungszone oder für Nachbarschaftstreffen. „Jede und jeder soll den Raum nutzen können“, betont Projektsleiterin Martina Nachbaur (33).
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Mittendrin in V
GEFÄNGNISDIREKTORIN MIT LEIDENSCHAFT
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Seit über elf Jahren wird die Vorarlberger Justizanstalt in Feldkirch von einer Frau geleitet, was kaum jemand weiß. Die 48-jährige Cornelia Leitner hat ihren Traumberuf über ein paar bemerkenswerte Umwege gefunden. Der marie erzählte sie von ihrem Aufwachsen in Tirol, ihrem Berufsalltag hinter Gittern und warum „ihr Gefängnis“ ein besonderer Ort ist. Text: Brigitta Soraperra Fotos: Cornelia Hefel
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C
ornelia Leitner ist in Lustenau geboren, wurde aber in einem kleinen Dorf im Ötztal groß. Als sie sich 1974 ankündigte, arbeiteten ihre Eltern noch als Postbedienstete im Ländle. Nach Beendigung des befristeten Vertrags zog die junge Familie zurück nach Tirol, ganz in die Nähe des Bauernhofs von Leitners Großeltern. „Ich bin sehr naturverbunden aufgewachsen“, erzählt Cornelia Leitner, die fünf jüngere Geschwister hat, „in unserem 1000-Seelendorf gab es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Hauptschule, diese Stationen hat man durchgemacht.“ Sie sei ein äußerst wissbegieriges Kind gewesen, „die typische Einser-
„Bis auf die Enzyklopädie vom Brockhaus habe ich meiner Erinnerung nach in der Pfarrbibliothek wohl alles gelesen. Ich wollte entweder Arzt oder Richter werden.“ schülerin halt“, meint sie lachend, und „bis auf die Enzyklopädie vom Brockhaus habe ich meiner Erinnerung nach in der Pfarrbibliothek wohl alles gelesen.“ Schon in der Volksschule habe sie sich nur für zwei Themen interessiert: „Medizin und Recht“, und ab der 4. Klasse habe sie gesagt: „Ich werde entweder Arzt oder Richter.“
Ausbildung hart erkämpft
Eine akademische Karriere war für Cornelia Leitner aber nicht vorgesehen. Gegen ihren Willen meldete ihre Mutter sie am Ende der Hauptschule für die Haus- bzw. Landwirtschaftsschule an, denn „für ein Mädchen war in diesen ländlichen Strukturen höhere Bildung nicht wirklich Thema und auf dem Hof wurde Mithilfe gebraucht.“ Erst im letzten Moment gab es mütterlicherseits ein Nachsehen, möglicherweise weil der Hauptschullehrer, der Leitners Lernfreude schon während ihrer Schulzeit förderte, ein Wort für sie einlegte. Auch der Vater habe ihr schon früh viel Selbstvertrauen mitgegeben. „Ihm hat es gefallen, dass ich auch handwerkliches Geschick hatte und in seinen Augen ein patentes Mädchen war“, erzählt Cornelia Leitner schmunzelnd. Sie durfte dann die Oberstufe des musisch-pädagogischen Gymnasiums besuchen und schloss die Schule mit der Matura ab. Als sie bei Berufsinformationstagen erfuhr, wie „aufwendig, langwierig und trocken“ sich das Jus-Studium angeblich gestaltet, habe sie sich auf ihr zweites Interessensgebiet, die
Medizin konzentriert. „Ein Medizin-Studium kam aber nicht in Frage, weil ich unabhängig sein und mein eigenes Geld verdienen wollte.“ So absolvierte sie die Ausbildung zur Zahnarztfachassistentin an der Innsbrucker Uniklinik mit ausgezeichnetem Erfolg und arbeitete insgesamt über neun Jahre in diesem Beruf, „zunächst viele Jahre in Tirol, später dann ein Jahr lang in Liechtenstein, weshalb ich mit Mitte Zwanzig nach Vorarlberg gezogen bin.“
Als Frau unabhängig sein
„Mir war und ist es immer schon sehr wichtig gewesen, als Frau unabhängig zu sein und mein eigenes Geld zu verdienen“, sagt Cornelia Leitner bei unserem Gespräch in der Feldkircher Justizanstalt. Gerade weil sie in einem eher konservativen, provinziellen Umfeld sozialisiert worden sei, habe sie sich gefragt, wie eine „moderne Frau“ ausschaue. „Für mich war das nicht die Bäuerin auf dem Hof, die nebenher Direktvermarktung macht. Ich wollte immer einen Beruf haben, mit dem ich mir einen
„Ich habe mich gefragt, wie eine ‚moderne Frau‘ aussieht und wollte immer schon mein eigenes Geld verdienen.“ gewissen Lebensstandard leisten kann, feste Strukturen und Zeiten habe und unabhängig bin.“
Radikaler Wechsel
Eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens bildete der radikale Berufswechsel von der Zahnmedizin in den Justizwachdienst im Alter von 25 Jahren. Im Familien- und Freundeskreis gab es einige Polizeibeamte, die ihr durchwegs positive Einblicke in den Dienst mit der Uniform vermittelten. Kurzentschlossen bewarb sie sich für die Aufnahmeprüfungen zur Justiz- und zur Polizeiwache des Landes Vorarlberg. „Wo ich zuerst aufgenommen werde, das mache ich“, sagte sie sich, und landete im Gefängnisdienst. „Ich habe von der Justizwache keine Ahnung gehabt, mein Vater hat aber gesagt, bei der Justizwache ist es ziemlich gleich wie bei der Polizei, nur bist du immer im Trockenen und im Warmen, das hat mich überzeugt“, erzählt Cornelia Leitner. Die 15-monatige Ausbildung absolvierte sie zweigeteilt: mehrere Monate in der Justizanstalt in Feldkirch und die restliche Zeit in der Strafvollzugsanstalt in Graz-Kalau, wo es nach wie vor ein Ausbildungszentrum und auch Hochsicherheitsvollzug gibt. >>
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Mittendrin in V
Jus-Studium in Rekordzeit
Während der Ausbildung zur Justizwachebeamtin wurde auch ihre schlummernde Begeisterung für Rechtswissenschaft wieder geweckt. Der ehemalige Leiter der Grazer Justizanstalt Jakomini, Hofrat Faber, unterrichtete damals das Fach Recht. „Ich war fasziniert, wie er Paragrafen erklären konnte und was aus drei Zeilen werden kann, wenn man sich damit beschäftigt.“ Sie sei total fanatisch gewesen, „Lehrgangsbeste, ich hab's nur einmal lesen müssen und mir gleich gemerkt. Alle haben sich gewundert, wie das geht.“ Sie wären eine brillante Juristin, habe der Hofrat zu ihr in einem Reflexionsgespräch gesagt, und: „Überlegen Sie sich das für nach der Dienstprüfung.“ So begann Cornelia Leitner als frischgebackene Justizwachebeamtin neben-
„Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht, die Ausarbeitung des damals neuen Fußfessel-Gesetzes war zum Beispiel eines meiner Projekte, die ich betreuen durfte.“ 8|
beruflich dann doch noch mit dem Jus-Studium, das sie – trotz eines monatlichen Arbeitspensums von mindestens 200 Stunden – bereits nach viereinhalb Jahren abschloss.
Arbeit im Justizministerium
Die zielstrebige und juristisch gebildete Wachebeamtin blieb denn auch nicht lange unentdeckt und wurde gefragt, ob sie im Justizministerium arbeiten möchte. Weil sie wollte, übersiedelte sie kurzerhand nach Wien und wurde im Ministerkabinett als Zuständige für den Bereich Strafvollzug eingesetzt. „Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht, die Ausarbeitung des damals neuen Fußfessel-Gesetzes war zum Beispiel eines meiner Projekte, die ich betreuen durfte“, erzählt Cornelia Leitner, aber nach drei Jahren führten tragische Familienereignisse sie zurück in den Westen. Innerhalb kurzer Zeit verstarben ihre Mutter und eine ihrer Schwestern und sie wollte näher bei der Familie und den jüngeren Geschwistern sein. Leitner wechselte 2011 zunächst auf eine Planstelle in der Vorarlberger Landespolizeidirektion und wurde dort als Unterstützung des damaligen Polizeidirektors eingesetzt. Als im Jahr 2012 die Leitung der Justizanstalt ausgeschrieben wurde, ergriff sie die Chance und bewarb sich. Mit ihrem Alleinstellungsmerkmal, dass sie sowohl ausgebildete Wachebeamtin als auch Juristin war, bekam sie die Stelle.
Rückkehr als Direktorin
So kehrte Cornelia Leitner als Dienststellenleiterin an den Ort zurück, an dem sie bereits über acht Jahre als Justizwachebeamtin tätig gewesen war. „Ich kenne hier sozusagen jede Fliese“, sagt sie über die Feldkircher Gefängnisanstalt, „viele der Bediensteten, mit denen ich hier früher Dienst gemacht habe, sind heute meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen ich überstellt bin.“ Dass es sich um ein hierarchisches Verhältnis handelt, merkt man aber kaum, wenn man mit Cornelia Leitner durch „ihr Gefängnis“ geht. Man ist hier grundsätzlich per Du, und die Chefin spricht mit großer Begeisterung von ihren Führungsaufgaben: „Das Beamtentum ist überhaupt nicht verstaubt und vertrocknet, wie oft angenommen wird, wenn man motivierte Mitarbeiter hat, die das mit Leben erfüllen.“ Sie gibt aber auch offen zu: „Wenn du in einem Gefängnis arbeitest, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder du magst es oder du magst es nicht. Und wenn du es von Anfang an nicht magst und du dich nicht wohlfühlst, wenn die Türe hinter dir ins Schloss fällt, dann wird sich das nicht ändern, weil es eben ein sehr spezielles Arbeitsfeld ist und du während deiner Arbeitszeit auch selber ‚eingesperrt‘ bist.“
Zukunftsperspektiven
Dass sie sich selber nach elf Jahren immer noch an der richtigen Stelle findet, hängt für die zweifache Mutter vor allem auch damit zusammen, dass ihr komplexes Aufgabengebiet die für sie passende Mischung aus juristischen Aufgaben, Arbeit mit und für Menschen sowie täglich neuen Herausforderungen, die sie als kreativer Geist brauche, bietet. Freude bereiten ihr auch die Änderungen und
„Das Beamtentum ist überhaupt nicht verstaubt und vertrocknet, wie oft angenommen wird, wenn man motivierte Mitarbeiter hat, die das mit Leben erfüllen.“ Modernisierungen im Strafvollzug, die sie im Laufe der über zwanzig Jahre, die sie nun dabei ist, mitbekommen hat und die sie in ihrer Funktion teilweise aktiv mitgestalten konnte. Die Feldkircher Justizanstalt bietet den Häftlingen vielfältige Möglichkeiten, sich in verschiedenen Arbeitsprojekten sinnvoll zu betätigen, Ausbildungen abzuschließen oder mit Hilfe von Therapie und Körpererfahrung an sich selbst zu arbeiten. „Für die meisten Leute endet das Nachdenken über den Täter mit dem Gerichtsurteil.
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„Für die meisten Leute endet das Nachdenken über den Täter mit dem Gerichtsurteil. Aber die Verurteilten werden auch wieder entlassen und meine Bediensteten und ich arbeiten täglich daran, dass sie sich wieder einfügen, sich resozialisieren und straffrei leben können.“ INFOBOX Aber die Verurteilten werden auch wieder entlassen und meine Bediensteten und ich arbeiten täglich daran, dass sie sich wieder einfügen, sich resozialisieren und straffrei leben können“, sagt Cornelia Leitner und schließt das Gespräch mit einem Hinweis in eigener Sache: „Im Moment ist sicher die größte Herausforderung, motivierte Berufseinsteiger zu finden, weil das Image des Wachebeamten trotz vieler Bemühungen immer noch nicht so positiv in der Gesellschaft angekommen ist, wie es sich im Arbeitsalltag tatsächlich gestaltet. Bitte schreiben Sie also unbedingt: Wir freuen uns, wenn sich Interessierte bei uns melden!“
Die Justizanstalt Feldkirch ist die einzige Strafvollzugseinrichtung in Vorarlberg und räumlich beim Vorarlberger Landesgericht angesiedelt. Das Gebäude bietet Platz für 121 Personen, wobei durch Fußfessel und Unterbringung in der Psychiatrie die Auslastung aktuell bei 160 Häftlingen liegt. Seit vielen Jahren ist eine Grundsanierung plus Erweiterungsneubau in Planung. In Feldkirch werden Personen zum Straf- und Maßnahmenvollzug mit einer Gesamtlänge von maximal 18 Monaten Freiheitsstrafe sowie Untersuchungshäftlinge angehalten. Höhere Strafmaße werden in anderen Bundesländern vollzogen. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 9-12 Monate. Immer mehr Straffällige treten laut Aussage von Cornelia Leitner im letzten Jahr die Ersatzhaft an, weil sie vom Gericht verhängte Geldstrafen nicht bezahlen können. Gefangene in der Justizanstalt Feldkirch sind zu 98 Prozent männlich (österreichweit sind Gefängnisinsassen zu 95 Prozent Männer). Die Häftlinge üben nach Möglichkeit untertags Arbeiten in der hauseigenen Küche, der Wäscherei, der Tischlerei oder der Hauswerkstätte aus bzw. sind als Heimarbeiter für externe Unternehmen tätig. Jugendliche und junge Erwachsene absolvieren Kurse oder nehmen am (vollzugsinternen) Schulabschluss teil. Momentan verfügt die JA Feldkirch über rund 80 Mitarbeiter:innen, den Großteil davon bildet der Bereich Justizwache. Daneben sind aber auch Fachpersonen aus der Sozialarbeit, Pflege, Psychologie, Physiotherapie, Seelsorge, diversen Handwerksbereichen, Pädagogik sowie Köch:innen und zivile Bedienstete in den Kanzleien beschäftigt.
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„Wir KINDER VORarlbergs!“-Talk 22. September im Freudenhaus Lustenau Eintritt frei!
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Das Klima – unser aller Kaffee Josinta Kabugho, Geschäftsführerin der Kooperative BOCU
Weil am 1. Oktober „Tag des Kaffees“ ist und weil Klima und Kaffee eng zusammenhängen, nimmt das Weltladenteam Dornbirn die Themen „klimagerechte Zukunft" und „fairer Handel" in den Fokus. Am 4. Oktober wird Josinta Kabugho, Geschäftsführerin der Kooperative BOCU aus Uganda, davon erzählen, welche Hilfe und Wege es braucht, damit afrikanische Kaffeeproduzent:innen angesichts steigender Temperaturen und extremer Wetterereignisse eine Zukunft haben. Vortrag „Coffee for Future für eine klimagerechte Zukunft“ Referentin: Josinta Kabugho, Geschäftsführerin der Kooperative BOCU Mi 4. Okt., 20.00 Uhr – Festsaal Bundesgymnasium Dornbirn Mehr Infos: www.eza.cc/coffee-for-future
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Vorarlberg war immer schon kein einfaches Pflaster für die freie Kunst- und Kulturszene und besonders bildende Künstler:innen tun sich hierzulande schwer, ein Einkommen mit ihrer künstlerischen Arbeit zu finden. Dies wurde im Frühsommer auch erstmals schwarz auf weiß anhand einer vom Land Vorarlberg in Auftrag gegebenen Studie mit erschreckenden Zahlen belegt, die verdeutlichen, dass mehr als die Hälfte der freien Kunstschaffenden – obwohl akademisch geschult und professionell ausgebildet – unter der Armutsgrenze leben. Umso wichtiger sind starke Interessensverbände. In Vorarlberg gibt es sogar zwei davon, deren erklärtes Ziel es ist, der zeitgenössischen Kunst in Vorarlberg Sichtbarkeit, Ausstellungsmöglichkeiten, internationale Vernetzung und praktische Unterstützung zu bieten. Der jüngere der beiden, „Kunst Vorarlberg“, feiert ab Ende September mit einem reichhaltigen Jubiläumsprogramm nun sein 20-jähriges Bestehen. Anfang der 2000er Jahre von 17 engagierten Künstler:innen gegründet, zählt der Verein heute 65 Mitglieder. Besonders reizvoll gestaltet sich deshalb auch die Jubiläumsausstellung in der Feldkircher Villa Claudia, bei der sich erstmals sämtliche Mitglieder gemeinsam präsentieren werden.
© Boehringer Friedrich
20 Jahre im Interesse der Kunst Vorarlbergs
Seit 2004 stellt die Stadt Feldkirch „Kunst Vorarlberg“ Räumlichkeiten in der Villa Claudia für Ausstellungen zur Verfügung.
Programmhighlights: Vernissage 20 Jahre „Kunst Vorarlberg“ – Jubiläumsausstellung Donnerstag 21.09., 19 Uhr (Dauer der Ausstellung 22.09. - 29.10.23) Lesung und Führung mit Karlheinz Pichler, Schriftsteller, Kulturkritiker Sonntag, 1.10., 10 Uhr Lesung: Christian Futscher, Schriftsteller Sonntag, 8.10., 10 Uhr Familienmatinée Sonntag, 15.10., 10 Uhr Diskussion: „Kunst im öffentlichen Raum“ mit Kulturstadträtin Natascha Soursos, Oliver Bischof, Hanno Metzler und Albrecht Zauner Sonntag, 22.10., 10 Uhr Finissage mit Musik „Die zitternden Lippen“ Sonntag, 29.10., 15 bis 18 Uhr Sämtliche Veranstaltungen finden in der Villa Claudia in Feldkirch statt. www.kunstvorarlberg.at
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Von Daniel Mutschlechner, probelokal.com
Pilz-Eintopf Ein sehr brauchbares Gericht für den Übergang in den Herbst
Zutaten:
• 500 g Pilze (z.B. Champignons, Shiitake, Steinpilze, Pfifferlinge) • je 150 g Karotten, Sellerie und Zwiebel • 300 g Kartoffeln • 1 Knoblauchzehe • Gewürze (5 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt, 1 Rosmarinzweig, ½ TL Majoran und Kümmel, 1 EL Paprikapulver, Salz und Pfeffer) • 1 EL Tomatenmark • 150 ML Wermut oder Weißwein • 800 ML klare Suppe (Gemüse, Huhn oder Rind, möglichst kräftig und selbstgemacht) • 1 EL Butter und 2 EL Öl • 100 ML Rahm
Manche Gerichte mag ich so gerne, dass ich mich am liebsten zu ihnen in den Topf setzen möchte. Dieser Eintopf mit Pilzen und frischem Gemüse gehört dazu. Er markiert den Übergang vom Sommer zum Herbst. Und schmeckt so umami, dass ich nur an den Geruch denken muss, damit das Wasser im Mund zusammenläuft. Entscheidend fürs Gelingen ist eine kräftige Suppe zum Aufgießen. Aber auch das beherzte Würzen, und natürlich gutes Brot gehören dazu. Fleisch braucht dieser Eintopf nicht. Nicht etwa, weil es „von denen da oben“ verordnet wäre oder ich hier ein Exempel in politischer Korrektheit statuieren möchte. Sondern einfach deshalb, weil es dafür keines braucht. Übrigens bräuchte es vieles nicht, wenn es nach mir ginge: Die Diskussionen des grassierenden Kulturkampfes, ob es nun um Normalität, korrekte Sprache, Bargeld oder Schnitzel geht, die hätte der zurückliegende Sommer nicht gebraucht. Genauso wenig wie aufgeregte Populisten und Fake News. Von mir aus bräuchte es auch keine Laubbläser, Zahnschmerzen und vermutlich auch keinen FC Bayern. Aber feines Essen und gute Musik – das brauche ich natürlich immer.
Zubereitung: Pilze putzen, große Exemplare in Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Karotten und Sellerie in ca. 0,5 cm, Kartoffeln in ca. 1 cm große Stücke schneiden. In einem großen Topf die Pilze in 2 EL Öl scharf anbraten, bis sie leicht bräunen, salzen, pfeffern, herausnehmen und in einer Schüssel zwischenparken. Butter zerlassen, sämtliches Gemüse darin eine Minute lang anbraten, Tomatenmark und Gewürze hineinrühren, mit Wermut oder Weißwein ablöschen und etwas einkochen. Mit Suppe aufgießen und eine halbe Stunde köcheln. Pilze wieder dazugeben, mit Rahm verfeinern, salzen, pfeffern und mit Ihrem Lieblingsbrot servieren.
Musiktipp: Für die musikalische Einstimmung in den Herbst sorgt heuer Stereophonics-Sänger Kelly Jones. Gemeinsam mit Patty Lynn und Dwight Baker hat der Waliser das Bandprojekt „Far From Saints“ gegründet, um sich einer Mischung aus Americana, Rock, Folk und Country zu widmen. Weitere Rezeptgeschichten und Musiktipps finden Sie auf www.probelokal.com
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GROSSES SPIEL,
Carl Tokujiro Mirwald
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... ... geboren 1968 in Tokio und dort aufgewachsen. Lebt heute in München, wo er als Schulleiter einer Montessori-Fachoberschule arbeitet. Seit 1998 betreibt er musikalische Projekte mit Hans Platzgumer, die unter anderem Texte aus der Taishô-Epoche vertonen. Parallel zu Hans Platzgumers Buch ist ein Album mit zehn Songs entstanden.
Hans Platzgumer
GROSSER WURF
... ... geboren 1969 in Innsbruck, lebt heute in Lochau. Nach dutzenden Alben auf internationalen Labels und weltweiten Auftritten verlagerte er seit den 00er Jahren den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens hin zur literarischen Arbeit als Romancier und Essayist. Seit seinem Debütroman 2005 sind zehn Bücher und etliche Artikel erschienen. In den 90ern wurde Hans Platzgumer für einen Grammy nominiert, 2016 für den deutschen Buchpreis.
Es geht um Freiheit, Schuld und Liebe. Hans Platzgumer, 54, grammy-nominierter Musiker, Schriftsteller und Essayist, hat mit „Großes Spiel“ ein Buch geschrieben, dessen Entstehungsgeschichte viel über ihn persönlich erzählt. Und dessen historischer und gleichsam zeitloser Stoff als brisante Metapher für gegenwärtige Dynamiken gelesen werden kann. Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Peter-Andreas Hassiepen
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so Hans, das im Buch am häufigsten vorkomme. „Aber nicht Freiheit in einem neoliberalen Sinne“, setzt er nach. Nun denn, soviel hatte ich inzwischen verstanden, gleichzeitig poppen viele weitere Fragezeichen in meinem Kopf auf. Fürs Erste spulen wir zu den Anfängen zurück ...
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Der Ideengeber
Zur Besprechung seines aktuellen Werkes würde er gerne seinen Freund Carl mitbringen, schlägt mir Hans außerdem vor. Carl, der in Tokio aufgewachsen ist, habe maßgeblich zur Entstehung des Buches beigetragen. „Echt? Ein Japaner, der Carl heißt?“, fragt mich mein Sohn ungläubig, als ich ihm von meinem bevor-
» Tatsächlich haben wir wenig später eine Band namens „Shinto“ gegründet. Mehrfach sind wir gemeinsam durch Japan und Europagetourt, eine echte Freundschaft hat ihren Anfang genommen.
„
inen Ort, wo man hinradeln kann“, wünscht sich Hans Platzgumer, als wir uns für einen Interviewtermin verabreden. Wer seine Essays aus der marie (oder von anderswo) kennt, wird sich darüber nicht wundern. Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel, das fordert er unermüdlich – von sich selbst wie von den anderen. Mindestens so vehement nimmt er soziale Missstände ins Visier, da kann es für einen als Leser:in schon mal unbequem werden. Ebenso ist Platzgumers literarisches Oeuvre nie weniger als dem zutiefst Existenziellen des Menschseins auf der Spur. Auch in seinem aktuell erschienen Buch „Großes Spiel“ hat er sich einem Stoff gewidmet, der von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und zweischneidigem Heldentum erzählt, von Anarchismus und Verrat, radikalen Gesinnungen und später Reue. Acht Jahre hat er am Roman gearbeitet, historische Ereignisse im Japan zu Beginn des vorigen Jahrhunderts dienten als Vorlage und Inspiration. Figuren, vielmehr Charaktere ohne Verfallsdatum. Es geht Hans Platzgumer nicht ums Konservieren. Wenn er in der Vergangenheit gräbt, dann immer und vor allem um daraus zu lernen. Umso gespannter bin ich, was ein japanischer Zeitschnipsel mit unserem Hier und Heute zu tun hat.
stehenden Termin erzähle. Er schreibt sich mit C sage ich, als ob das eine Erklärung wäre. Und weiß selbst nicht wirklich, wieviel Japan in ihm steckt. Ein paar Stunden später bin ich schlauer: Carl Tokujiro Mirwald ist 55 Jahre alt, der Vater ein Bayer, die Mutter Japanerin. Nach dem Abitur zog es ihn fürs Studium aus Japan nach Deutschland. Carl blieb. Inzwischen leitet er eine Montessori-Schule in München. Außerdem liebt er die Musik. Das Gefühl, nicht ganz zugehörig zu sein, sei ihm vertraut, sagt er gleich zu Anfang unseres Gesprächs und ich muss an die Frage meines Sohnes denken. Carl holt aus: Trotz der deutschen Herkunft des Vaters sei er in einer traditionellen, japanischen Familie aufgewachsen, seit jeher mit japanischer Literatur identifiziert. Die Insellage Japans bedinge, dass wenig kulturelle Durchmischung stattfände. Carls Neugierde auf die Welt konnte das freilich nicht einbremsen, im Gegenteil. Gleichzeitig wurzelt die Liebe zu seiner ersten Heimat tief. So sitze ich also zwei Menschen mit außergewöhnlichen Biografien gegenüber. Zwei Freunden. Zwei Männern, die in ihrer gegenseitigen Reflexion immer wieder darum ringen, Geschichte und Gesellschaft nicht in Schwarz-Weiß, sondern vielmehr in ihren Schatten und Schattierungen zu verstehen. Dass sie dabei einem Anarchismus das Wort reden, der den Freiheitsbegriff in seinem humanitärsten Sinne bemüht, macht mich erst stutzig, dann neugierig. Anarchismus hatte ich doch bislang in erster Linie mit Gesetzlosigkeit und Chaos assoziiert. Das Wort Freiheit sei es ja auch,
Das Spiel beginnt
Es sind die späten 90er, Schauplatz München. Hans Platzgumer spielt mit der Kult-Punkband „Die Goldenen Zitronen“ im „Nomiya“, einem angesagten japanischen Lokal, wo Carl, den er noch nicht kennt, arbeitet. Nach Dienstschluss gibt dieser eine kleine GesangsPerformance zum Besten. Hans gefällt, was er hört, und schlägt kurzerhand vor, gemeinsam Musik zu machen. Carl: „Tatsächlich haben wir wenig später eine Band namens „Shinto“ gegründet. Mehrfach sind wir gemeinsam durch Japan und Europa getourt, eine echte Freundschaft hat ihren Anfang genommen.“ Was beide noch nicht wissen können: Damit ist auch der Same für „Großes Spiel“ gelegt. Carl stöbert Originaltexte aus der sogenannten TaishōEpoche (1912-1926, Regierungszeit des liberalen, aber führungsschwachen Kaisers Yoshihitos alias Taishō) auf: Gedichte, Tagebucheintrage, die Hans vertont und ins Repertoire aufnimmt. Mit jeder recherchierten Zeile steigt das Interesse an den realen Hauptakteuren jener Epoche. Im Mittelpunkt der Anarchist Ôsugi und dessen Frau Itô, die für soziale Gerechtigkeit und individuelle Freiheit kämpften, auf der Gegenseite Militär-Hauptmann Amakasu. Carl forscht akribisch, baut sich in seinem Münchner Keller ein ganzes Archiv an Büchern und Dokumenten auf. Irgendwann kann Hans nicht mehr anders, als den Stoff neben der musikalischen Interpretation auch literarisch zu verarbeiten. Trotz dessen Abgründigkeit und Ambivalenz macht er Amakasu zum Ich-Erzähler. Ein Kniff, für den ihm Carl hohen Respekt zollt: „Ich finde das extrem gelungen: Ein Protagonist mit all seinem Zweifel, mit seinem Scheitern, einer, der schlimmste Dinge gemacht hat, mehr und weniger aktiv an Krieg und Morden beteiligt war, so einer als Ich-Erzähler. Ein Mensch, der voller Brüche und Konflikte dargestellt wird – bis hin zu einer Läuterung, wodurch das uns verbindende Menschliche wieder in den Vordergrund rücken darf. Vielleicht >>
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ist das gerade auch deshalb so spannend, weil es dem Leser eine gewisse Toleranz abfordert.“ Hans nickt und zieht nachdenklich eine Parallele zur eigenen Biografie: „Mit meinem Vater hatte ich zeitlebens Konflikte – er der Polizeidirektor, ich der linksautonome Rebell. Irgendwann durfte ich erkennen, dass er bei aller Meinungsverschiedenheit kein schlechter Mensch war und auch keiner, mit dem man nicht reden und diskutieren konnte. Schlussendlich geht es doch um das, was ich auch in meinen Essays einfordere: Man muss jedem zugestehen, dass er sich ändern kann, statt ihn abzustempeln. Jeder Mensch kann sich weiterentwickeln, zumindest, wenn das Umfeld stimmt.“
Carl, Ôsugi und Itô
„Mich hat vor allem die linke Szene Japans nach dem Ersten Weltkrieg interessiert, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie dort angesiedelt war, wo meine Familie mütterlicherseits herkommt“, so Carl Tokujiro Mirwald. Allerdings distanziert er sich sogleich. Diese Bewegung sei teilweise noch radikaler und fanatischer gewesen als die deutsche RAF der 70er Jahre, das könne er nicht gutheißen. „Am friedfertigsten war dabei noch der Anarchismus“, so der Wahl-Münchner und erklärt uns seinen Zugang genauer: „Durch die Auseinandersetzung mit Ôsugi und Itô wurde mir bewusst, dass Anarchismus nicht nur Utopie oder Chaos bedeuten muss, sondern konkret im Kleinen viel zum Guten bewegen kann, dadurch etwas Weltverbesseri-
sches hat. Zumindest solange er frei von Terror, Rassismus und nationalistischer Gesinnung ist und sich in seinem ursprünglichen philosophischen Sinne versteht: sich füreinander verantwortlich zu fühlen und dabei frei zu sein.“ Im historischen Kontext fasziniere ihn dabei vor allem die Figur von Itô: „Bereits mit 28 ist sie gestorben, sieben Kinder von zwei Männern hat sie bekommen, sie war emanzipiert, hat Texte geschrieben und eine Zeitschrift herausgebracht, sie war politisch sehr aktiv und hat – für die damalige Zeit relativ einzigartig – die freie Liebe gelebt.“
Der historische Kontext
„Großes Spiel“ erzählt von den dramatischen Ereignissen jener Zeit, die geprägt ist von einem Machtvakuum, verursacht durch die schwache psychische Verfassung eines liberal denkenden und den Künsten zugeneigten Kaisers. Auf der einen Seite Aufbruchstimmung, das Aufblühen erster demokratischer Bewegungen, avantgardistisches Gedankengut, der Kampf gegen soziale Missstände und gegen das etablierte Machtsystem. Auf der Gegenseite ultranationalistische Kräfte, ein Polizeiapparat, der den Erhalt
Hans und Carl bei einem ihrer Shinto-Auftritte in Tokyo, 2002
» Ich finde das extrem gelungen: Ein Protagonist mit all seinem Zweifel, mit seinem Scheitern, einer, der schlimmste Dinge gemacht hat, mehr und weniger aktiv an Krieg und Morden beteiligt war, so einer als Ich-Erzähler. Vielleicht ist das gerade auch deshalb so spannend, weil es dem Leser eine gewisse Toleranz abfordert.
Kaiser Yoshihito, der von Schwächeanfällen geplagt war und der sich während seiner Regierungszeit lieber seinen Gedichten widmete als den kaiserlichen Pflichten.
der alten Ordnung mit allen Mitteln verteidigt. Hans: „Ein Anti-Terror-Gesetz wurde verabschiedet, das es der Polizei vereinfachte, jede Opposition ins Gefängnis zu stecken und mundtot zu machen. Der Reihe nach v e r s c hw a n d e n Andersdenkende in Kerkern und Todeszellen, dennoch entwickelte sich ein jahrelanger, verbissen geführter Freiheitskampf.“ Und gipfelte schlussendlich in dem, was in seinen Augen die wahre Tragödie ist: Das verheerende Kantô-Erdbeben 1923, eine Naturkatastrophe, die immense Zerstörung und menschliches Leid verursachte und in dessen Chaos die Geheimpolizei die Gelegenheit ergriff, totalitär alles Liberale und Fremde auszuschalten. „Das alles spielte sich vor genau 100 Jahren ab“, setzt der Autor auch eine markante zeitliche Klammer.
Transfer ins Heute
Die Übertragung in die Jetztzeit, das interessiere ihn, so Hans. Vom Abschiedsbrief einer politischen Aktivistin jener
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Parallel zum Buch ist das Album „Taishô Romantica“ entstanden. CD/LP/digital, by Platzgumer/Tokujiro, herausgegeben von Noise Appeal Records
» Die Ungerechtigkeiten sind doch dieselben geblieben.
Zeit, die als Terroristin hingerichtet wurde, habe er sich direkt angesprochen gefühlt: „Meine zwanzigjährige Seele hinterlasse ich denen, die hundert Jahre später nachkommen werden“, schrieb sie. „Die Ungerechtigkeiten sind doch dieselben geblieben“, stellt Hans dem Heute kein gutes Zeugnis aus. Genauso sorge ihn das Radikale, Fanatische. Die Gesellschaft sei zwar insgesamt liberaler geworden, aber das Pendel schlage auch heute immer wieder in die erzkonservative und nationalistische Ecke aus, mahnt der Autor. „Nehmen wir das Gender-Verbot in Niederösterreich. Das zeigt doch, wie Forderungen – und es mag durchaus sein, dass dabei eine Gruppe zu schnell zu viel gewollt hat – in einem Maße niedergeschlagen werden, das völlig übers Ziel hinausschießt. Natürlich polarisiert das. Je weniger Freiheit wir in der Sprache haben, desto weniger Freiheit genießt eine Gesellschaft. Da muss man aufpassen, ganz ohne Hysterie.“ Vieles fange mit kleinen Erlässen an, die einem noch nicht schlimm vorkommen. Und manches würde fälschlicherweise gar als unmöglich wahrgenommen:
„Zum Beispiel ein Trump als Präsident. Und plötzlich sind da gleich mehrere Trumps. Der Mensch gewöhnt sich dabei relativ schnell an neue Realitäten, man denke nur an den russischen Angriffskrieg.“ Und noch eine Allgemeingültigkeit zeige das Buch auf: ohne Liebe kein Überleben der Menschheit, so Hans und das meine er jetzt nicht romantisch. „Bei Amakasu ist schließlich alles in die Brüche gegangen, er hatte eben genau das Grundproblem, in seinem Leben nie Liebe erfahren zu haben.“ Carl ergänzt: „Gerade darum ist er für mich auch eine wirklich gelungene Figur dieses Romans. Natürlich ist Ôsugi der politische Held, keine Frage. Aber Sympathieträger ist am Schluss ein anderer. Der, der sich seine Schuld eingesteht und dabei schmerzlich erkennen muss, dass mancher Fehler bei aller Einsicht unentschuldbar bleibt.“ Schuld, Leid, Tod als tragische Trias des Menschseins.
Gemeinsam auf Tour
Ohne Carl kein „Großes Spiel“, ist sich Hans Platzgumer bewusst. All die Jahre des Schreibprozesses habe ihn sein Freund eng begleitet, habe recherchiert bis ins kleinste Detail, unbezahlbare Übersetzungsarbeit geleistet. Auch darum sei die Freude groß, ab Herbst gemeinsam auf Tour zu sein. Das zeitgleich erscheinende Album „Taishô Romantica“ vollende ein gemeinsames Projekt zweier Freunde. Ein Buch, ein Soundtrack, wie sie jedenfalls authentischer kaum sein könnten. Hat das Zeug zum großen Wurf, denke ich mir beim Nachhausradeln.
Großes Spiel, Hans Platzgumer, Zsolnay 2023 Buchpräsentation, Do, 5. Okt., 19:30 Uhr, Vorarlberger Landestheater, T-Café (Foyer) Hans Platzgumer und Carl Tokujiro Mirwald im Gespräch mit Jürgen Thaler, Eintritt frei!
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In Großes Spiel erzählt Platzgumer anhand einer Epoche der japanischen Historie eine universelle Geschichte – fesselnd und fast unheimlich heutig. Hauptmann Amakasu, strammer Diener der japanischen Geheimpolizei, blickt zurück. Jahrzehntelang hat er im Schatten Kaiser Yoshihitos einen erbitterten Kampf gegen den Aufrührer Sakae Ôsugi und seine Frau Itô ausgetragen. Bis das große Kantô-Erdbeben 1923 nicht nur Tokio zerstört, sondern auch politisch eine Stunde Null einläutet. Hans Platzgumer und der Musiker Carl Tokujiro Mirwald, ohne dessen Inspiration, Recherchen und Übersetzungen sein neuer Roman, so Platzgumer, nicht hätte entstehen können, geben im Rahmen der Veranstaltung Einblick in die Entstehung des Buchs.
Mittendrin in V
SCHWEBEN NICHT TROTZ, SONDERN MIT BEHINDERUNG Im HTCV, dem Handicaptauchclub Vorarlberg, teilen Taucherinnen und Taucher ihre Passion mit solchen, die ein Handicap haben, sei es durch einen Unfall, durch Krankheit oder von Geburt an. Hier sind Barrieren da, um überwunden zu werden, und alle eint die Begeisterung für die Unterwasserwelten – und fürs Schweben.
Text: Miriam Jaeneke, Foto: Handicaptauchclub
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enn Simon taucht, sieht er weder große noch kleine Fische. Denn Simon ist blind. Aber weil es entsprechend ausgebildete Taucherbegleiter und -begleiterinnen gibt, mit denen er unter Wasser geht, und weil das Schweben unter Wasser ein unvergleichliches Gefühl ist, ist er froh, Mitglied beim Handicaptauchclub Vorarlberg zu sein. Einer der Taucher trägt an diesem Abend im Diepoldsauer Strandbad ein T-Shirt, auf dem steht: „Nid hudla.“ Das Sorgfalts- und Rücksichtsprinzip gilt auch fürs Tauchen, wie jede und jeder hier so ziemlich als Erstes erklärt: safety first, Sicherheit geht vor. Wenn man sich krank oder nicht gut fühlt, sollte man gar nicht erst ins Wasser gehen. Denn wer sich selbst gefährdet, gefährdet auch seine Tauchpartner.
„ Ich tauche aus demselben Grund, aus dem wahrscheinlich jede und jeder taucht: Wir lassen unsere Behinderung beziehungsweise unsere Sorgen oberhalb der Wasseroberfläche.“
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Fritz und Thomas beim Schweben
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Eine Behinderung bedeutet auch, dass die Betroffenen im Alltag von Umfeld und Mitmenschen behindert werden.
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Sorgen oben lassen
„Soll ich jetzt überhaupt tauchen? Vom Schwitzen bin ich eh schon nass!“, wirft Simon als Witz in die Runde. Auch Sabine macht sich fertig fürs Tauchen. Sandra und Gundi helfen, wo nötig. Sabine leidet an Spastik und Diparese seit der Geburt. Warum sie taucht? „Weil es mir Spaß macht, weil ich etwas mache, das sich viele Gesunde nicht trauen und weil mir die Gemeinschaft gefällt“, zählt sie zufrieden auf. Markus ergänzt: „Ich tauche aus demselben Grund, aus dem wahrscheinlich jede und jeder taucht: Wir lassen unsere Behinderung beziehungsweise unsere Sorgen oberhalb der Wasseroberfläche.“ Markus ist durch einen Unfall vom Hals ab gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Alle, die an diesem Abend ins Wasser wollen, ziehen sich um: Füßlinge, Geräteflossen, Tauchanzug, Handschuhe, Haube, Presslufttauchgerät, Regler, Jacket, Maske, Blei, Tauchcomputer. Die Daten, die dieser ausliest, werden anschließend sorgfältig ins Logbuch eingetragen, händisch oder in eine Handyapp. „Tauche nie allein“, gilt für jeden und jede, ob mit oder ohne Handicap. Handicaptauchen ist ein angepasstes Tauchen. Jeder Taucher benötigt einen erfahrenen Sporttaucher, der ihn begleitet. Manchmal braucht es zwei Begleiter, damit im Notfall alle sicher auftauchen können. An diesem Tag sind acht Taucherinnen und Taucher ins Diepoldsauer Strandbad gekommen. „Wir haben einige Clubmitglieder in der Schweiz, in Liechtenstein und Deutschland. Sie unterstützen uns bei Events wie An- und Abtauchen, bei den Tauchtagen in Paspels oder am Alten Rhein, beim Urlaubstauchen im Tessin, in Kroatien oder Ägypten. Außerdem sind sie immer beim Vereinshock im Clubheim in Hörbranz mit dabei“, zählt Gundi auf. Vor zwölf Jahren hat sie zusammen mit Sandra und Thomas, Julia, Thomas und Hubert den Verein gegründet. Seitdem arbeiten sie an der ehrgeizigen Vision, ein bodenseeumspannendes Netzwerk von Handicaptauch-Begeisterten aufzubauen. Allerdings bedarf es noch einiger Aufklärungsarbeit. So machen sie in Rehaeinrichtungen und Krankenhausabteilungen auf den Verein aufmerksam. Denn nicht jeder weiß, was trotz Einschränkung möglich ist.
Tauchen mit Diabetes
Julia beispielsweise wollte schon als kleines Kind tauchen. Dann bekam sie Diabetes, und erst in der Reha erfuhr sie von Thomas, dass Tauchen trotzdem möglich ist. „Also bin ich dem Verein beigetreten, und außerdem sind Thomas und ich heute ein Paar“, erzählt sie gut gelaunt. Das Schwierigste, sagen die Taucher, ist das Austarieren: im Wasser gerade und ruhig schweben, ohne zu sinken oder zu steigen. Dabei hilft das wöchentliche Training, von Oktober bis Ende April im Hallenbad, und mit Anfang Mai, dem Antauchen, draußen. Wichtig ist außerdem, dass alle die internationale Kommunikation unter Wasser mittels Zeichensprache
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beherrschen, um etwa signalisieren zu können: „Irgendwas ist nicht in Ordnung“, „Mir ist kalt“ oder „Gib mir sofort Luft“. Markus und Günter gehen heute nicht ins Wasser, sie sitzen mit Krücken und im Rollstuhl am Rand und genießen den lauen Abend und die gute Gesellschaft. „Wir machen nicht nur Sport zusammen, uns geht’s auch ums Miteinander. Ob jemand Professor oder Hilfsarbeiter ist, macht im Wasser keinen Unterschied. Wir tauschen uns übers Equipment aus oder darüber, wo man schon tauchen war“, sagen sie. „Bei meinem ersten Tauchgang im Roten Meer ist ein Nemo-Fisch immer meiner Hand nachgeschwommen. Das war ein berührender Moment“, erzählt Markus. „Einmal waren wir in einer Bucht auf den Malediven mit bestimmt 80 Ammenhaien. Die werden dreieinhalb Meter lang, sind aber sehr friedlich. Einer hat sogar auf meiner Flosse geschlafen“, erinnert sich Julia, die sich dazugesellt hat. Ihre Begeisterung ist nach wie vor mit Händen zu greifen. „Für uns sind Fische Freunde, kein Futter“, bringt es ihr Partner Thomas auf den Punkt.
Was zählt, ist die Gemeinschaft
Der Tauchverein ist eine spezielle Gemeinschaft. Dass jede und jeder nach dem anderen schaut, fällt auf. Ohne gegenseitige Hilfe, ob unter Wasser oder an Land, gäbe es den Verein nicht. Unterstützung erfährt der Verein auch vom Fischereiverein Feldkirch – die HTCV-Mitglieder dürfen fünfmal in der Saison in deren Gewässer in Paspels tauchen – sowie von Pächter Christoph Meyer vom Diepoldsauer Freibad, wo meistens dienstags nach der Sperrstunde das wöchentliche Tauchtraining stattfindet. Auch das Miteinander mit Sporttauchern bereichert die Gemeinschaft im Verein. Da ist zum Beispiel Anna. Die 33-Jährige ist Allgemein- und Tauchmedizinerin. Sie hat in der Dominikanischen Republik ihre Tauchlehrerausbildung gemacht, erfuhr vom HTCV und den Handicaptauchern und hängte die Ausbildung zur Handicaptauchlehrerin an. „Wir sind mit dunkel verklebten Masken über den Augen getaucht, um eine Idee davon zu bekommen, wie sich blind Tauchen anfühlt. Oder man hat uns die Beine zusammengebunden, wir fuhren im Rollstuhl ans Wasser und tauchten ab, so, als hätten wir eine Querschnittslähmung. Das ist wichtig, weil man normalerweise immer von sich und seinen Sinneswahrnehmungen ausgeht. Eine Behinderung bedeutet aber auch, dass die Betroffenen im Alltag von Umfeld und Mitmenschen behindert werden.“ Gundi ergänzt: „Durch den Verein kann man die Erfahrung machen, dass trotz Handicap Tauchen möglich ist.“ Jede und jeder ist willkommen, um mit oder ohne Handicap tauchen zu lernen oder den Kurs zum Handicaptauchbegleiter oder zur Handicaptauchbegleiterin zu machen. Anmeldung unter www.handicaptauchen.at
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Mittendrin in V
„DER LADEN IST MEINE KLEINE OASE“
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Narjisse Zaher hat sich vor eineinhalb Jahren ihren Traum vom eigenen Geschäft am Goaßzipfel in der Feldkircher Innenstadt erfüllt. Aber warum verschlägt es ausgerechnet eine Frau aus Marokko ins Ländle? Die marie hat die 46-jährige Marokkanerin zum Interview in ihrer kleinen Oase getroffen und mit ihr über Reisen, das Ankommen, was Schicksal mit all dem zu tun hat und warum Zufriedenheit für sie nicht erstrebenswert ist, gesprochen. Interview: Frank Andres Fotos: Martin Schachenhofer
Das Spezialitäten-Geschäft für Produkte aus Marokko verdankt seinen Namen einem Zufall. Der jüngere Bruder konnte früher den Vornamen seiner Schwester Narjisse nicht richtig aussprechen. Er sagte immer: „Nani“. Und so kam das Geschäft zu seinem Namen.
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ICH MAG ES, WENN JEMAND OHNE
LÄCHELN IN MEIN GESCHÄFT KOMMT UND ES MIT EINEM LÄCHELN WIEDER VERLÄSST.
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Frau Zaher, wo sind Sie aufgewachsen? Ich bin geboren und aufgewachsen in Casablanca in Marokko. Ich habe drei jüngere Brüder, zwei Halbschwestern und einen kleinen Halbbruder. Meine Familie ist ein echter Mischmasch. Welche schulische Laufbahn haben Sie eingeschlagen? Ich habe nach der Matura an der Universität in Rabbat Psychologie studiert. Das war aber eher etwas für mich selbst. Ich wollte mich und andere besser verstehen können. Ich wollte wissen, warum die Menschen so sind, wie sie sind. Warum sind Menschen zum Beispiel böse. Damals war ich 17 Jahre alt. Ich habe zusätzlich auch meine Religion, den Islam studiert. Das dauerte insgesamt zwei Jahre. Danach besuchte ich eine Privatschule für Hotelmanagement und lernte Köchin. Dann war mein Plan, ein Restaurant in Casablanca zu eröffnen. Aber daraus wurde nichts. Denn mein Vater hat mich in seiner SchuhproduktionsFirma gebraucht. Die Familie kommt bei uns immer zuerst. Wie ging es beruflich für Sie weiter? Ich war dann beruflich viel auf Messen in Europa unterwegs, um dort Waren zu kaufen bzw. zu verkaufen. Die Reisen führten mich nach Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Deutschland. Ich bin in dieser Zeit viel herumgekommen. Das habe ich über 15 Jahre lang gemacht. Und wie sind Sie dann schließlich in Vorarlberg gelandet? Vorarlberg kenne ich seit 22 Jahren. Meine Tante Khadija wohnt seit über 30 Jahren hier. Immer wenn ich in ihrer Nähe war, habe ich sie für zwei, drei Tage besucht. Sie arbeitet als Köchin im Gasthaus Krönele in Lustenau. Ich war ansonsten nur in großen Städten unterwegs. Vorarlberg war für mich Provinz. In der Stadt herrschte immer Chaos und in Vorarlberg war es im Verhältnis dazu sehr ruhig. Das habe ich
geliebt. Als mir das Geschäft in Marokko zu stressig wurde, habe ich mir eine kleine Auszeit genommen. Ich wollte darüber nachdenken, wie es mit mir weitergehen sollte. Und bei einem Besuch meiner Tante in Marokko im Jahr 2017 meinte sie plötzlich: „Wenn du möchtest, kannst du bei mir in Vorarlberg wohnen. Komm zu mir und nimm dir einfach Zeit.“ Ich habe ihr Angebot angenommen. Und Sie sind geblieben? Ja, aus ein paar Wochen sind inzwischen ein paar Jahre geworden. Das ist Schicksal oder Mektoub, wie es bei uns in Marokko heißt. Ich glaube daran. Dann kam die Liebe, ich habe einen Vorarlberger kennengelernt und geheiratet. Ganz klassisch. Inzwischen bin ich zwar geschieden, aber trotzdem in Vorarlberg geblieben. Und haben Ihr eigenes Geschäft, Nanis Shop, eröffnet? Ja, ein eigenes Geschäft zu haben, war immer mein Traum. Den hatte ich schon vor 13 Jahren. Ich wollte einfache, schöne Dinge aus meiner Heimat nach Vorarlberg bringen. Ich mag es, wenn jemand ohne Lächeln in mein Geschäft kommt und es mit einem Lächeln wieder verlässt. Ich mag den Kontakt mit anderen Menschen, liebe es Geschichten über meine Heimat zu erzählen. Angefangen habe ich letztes Jahr im Februar. Mit ein bisschen Feinkost, Naturkosmetik und handgemachten Produkten. Am Anfang war die Auswahl noch sehr bescheiden. Aber mit der Zeit sind immer mehr Leute zu mir ins Geschäft gekommen und haben nach Produkten gefragt, die sie bei ihrem Marokko-Urlaub gesehen haben. Das finde ich schön. Da gibt es sicher auch manchmal spannende Begegnungen mit anderen Menschen? Das stimmt. Einmal kam ein Mann in den Laden. Er war zuvor schon mehrmals mit seiner Frau in Marokko und fragte >>
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Mittendrin in V mich, ob ich Babouches (Anm. der Redaktion: So heißen die Leder-Slipper aus dem Orient) hätte. Ich haben sie ihm besorgt und seitdem führe ich diese in meinem Sortiment. Die verkaufen sich richtig gut. Bei mir kann man auch Dinge bestellen und ich versuche sie zu besorgen. Es kommen auch Leute, die einfach nur ein paar Urlaubstipps von mir brauchen. Man sitzt zusammen, quatscht ein bisschen und trinkt ein Gläschen Tee. Mein Geschäft ist nicht einfach nur ein Verkaufsraum. Es ist das Baby, das ich nicht habe. Der Laden ist meine kleine Oase. Was reizt Sie am vergleichsweise kleinen Vorarlberg? Ich schätze das Leben hier. Wenn ich etwas Chaos bzw. Großstadt-Feeling brauche, dann kann ich mit dem Zug oder dem Bus nach Mailand, München, Wien oder Zürich fahren. Und nach ein paar Tagen in der Stadt komme ich gerne wieder zurück und genieße die Ruhe. Apropos Schicksal: War es auch Schicksal, dass Sie keine Kinder, keine eigene Familie haben? Ja, davon bin ich zutiefst überzeugt. Wenn ich mir etwas sehnlichst wünsche und mein Herzenswunsch aber trotzdem nicht in Erfüllung geht, dann gibt es dafür mehr als nur einen Grund. Und das gilt es zu akzeptieren. Sie haben jahrelang im Büro einer großen Firma gearbeitet. Wie ist es, seine eigene Chefin zu sein? Das bedeutet viel Stress. Vor allem am Anfang. Es bedeutet auch wenig Geld, aber ein verdammt gutes Gefühl. Ich brauche die Freiheit. Menschen ändern sich nicht, aber deren Prioritäten. Ich bin in einem Alter, wo ich mich frage, was wirklich wichtig ist. Und das Wichtigste ist, dass es mir gut geht, dass ich das tun kann, was ich liebe und Spaß dabei habe. Und das ist momentan 20 |
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MEIN GESCHÄFT IST NICHT EINFACH NUR EIN VERKAUFSRAUM.
ES IST DAS BABY, DAS ICH NICHT HABE. DER LADEN IST MEINE KLEINE OASE. mein Leben. Änderungen können immer passieren. Ich schließe nichts aus. Ich schlage niemals eine Tür komplett zu und sage nein. Ich bin dankbar. Für alles, für das Gute wie das Schlechte. Zufrieden bin aber nicht. Ich denke, man kann noch viel aus seinem Leben machen. Alles ist möglich. Ich glaube an das Schicksal, aber auch an den Kontakt mit anderen Menschen, die einem neue Wege ebnen. Sie sind ein weltoffener, kommunikativer Mensch und wahrscheinlich auch so aufgewachsen. Die Vorarlberger gelten gemeinhin eher als verschlossen. Wie gehen Sie damit um? Männer glauben immer, dass ich mit ihnen flirte. Sie wissen nicht richtig, was ich von ihnen will. Aber im Ernst: Es gibt in Vorarlberg immer mehr Menschen aus anderen Kulturkreisen und das macht auch Vorarlberger weltoffener. In Marokko wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Die Menschen sind großzügig, vor allem die, die selbst kaum etwas besitzen. Haben Sie keine Sehnsucht nach ihrem Heimatland Marokko? Nicht unbedingt nach Marokko, aber ich sehne mich nach dem Meer. Da bin ich aufgewachsen. Das ist ein Gefühl, das nicht einfach verschwindet. Und ich wünsche mir etwas mehr Wärme. Dass ich nach Vorarlberg komme, war nicht geplant. Das war Schicksal. Immer wenn ich nach Marokko zu meiner Familie komme, vermisse ich nach kurzer Zeit mein Zuhause in Vorarlberg. Und seit ich das Geschäft habe, ist dieses Gefühl noch intensiver. Adresse: Nanis Shop, Neustadt 40, Feldkirch
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Sudoku
Bildungshaus Batschuns Ort der Begegnung
So geht‘s: Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Reihe, in jeder Spalte und in jedem Block (= 3×3-Unterquadrate) die Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommen. Viel Spaß!
Unsere Heimat – unsere Jungen FORUM BATSCHUNS
Moderation: Dr. Johannes Schmidle Mi 4. Okt. 19.30 h | Eintritt ist frei —
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Basiswissen für die Pflege daheim
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Beate Weber, DGKP in, Pflegeexpertin, Feldkirch Do 5. Okt. 13.30 – 17.00 h —
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Atem – Bewegung – Stimme | Tagesseminar
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Dr.in Lisa Malin, Atemtherapeutin, Feldkirch | Wien Sa 7. Okt. 9.00 – 17.00 h —
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Infos, Ort und Anmeldung: bildungshaus@bhba.at +43(0)5522 44290-0 | www.bildungshaus-batschuns.at
Ein guter Start ins Leben 2024 Achtsamkeit im Leben und der Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern
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Lösung auf Seite 26
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Mittendrin in V P. Pepp Steinmetz SVD (Steyler Missionar), 74, ist ein kritischer Geist, gefragter Gesprächspartner und als Seelsorger geht er unkonventionelle Wege. Einer inneren Spur folgend, immer dorthin, „wo das echte Leben stattfindet“. Krisen miteingeschlossen. Er suche seine Aufgaben nicht, er wolle sich vielmehr von ihnen finden lassen. Um dann das zu tun, was anstehe. Sei es als Sterbebegleiter, Gefängnisseelsorger, Bibelkenner und auch dort, wo die Kirche selbst den Menschen Wunden zugefügt hat.
KOMME, WAS KOMMEN MÖGE
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Text: Simone Fürnschuß-Hofer, Fotos: Aurelia Bösch
„Seelsorge ist nicht 22 |
als ein Trost zu verstehen, sondern als Ermutigung, dem Leben zu trauen, dass einem die Kraft zur Verfügung steht für das, was es einem zumutet.“
epp Steinmetz wählt seine Worte mit Bedacht. Sein Vermögen, sich auf das Gegenüber einzulassen, wird selbst bei einem Gespräch spürbar, das von keinem seel sorgerischen Anliegen getragen ist. Wobei, wer weiß ... Es geht Steinmetz immer um den Menschen, nicht um seine Rolle, nicht um seine Mission. Konkret um den Menschen, der ihm gerade gegenübersitzt. Seelsorge sei zu 80 Prozent Zuhören und wahrhaftige Präsenz der Schlüssel – genährt von der Haltung, dass „die Bibel mit dem Leben zu tun haben möchte“. Das ist spannend, fast schon mutig, möchte man sagen, in einer Zeit, in der den meisten Zeitgenossen so manches heiliger ist als die Bibel. Konsum, Selbstoptimierung, der eigene Vorteil. In einer Zeit, in der die Anzahl der Kirchenaustritte der Institution Kirche wahrlich kein gutes Zeugnis ausstellt. Auch Pepp Steinmetz kennt den Zweifel. Vielleicht gerade deswegen bläst er in seinen Bibelrunden den moralischen Staub aus den Evangelien. Um jene christlichen Werte wieder sichtbar zu machen, die „dem Menschen wohltun und Kompass sein können“.
In Beziehung sein
Vor rund acht Jahren erst ist Pepp Steinmetz in Arbogast gelandet. Jeder Tag gestalte sich hier anders, es dürfe kommen, was kommen möge: sei es die persönliche Begleitung von Menschen, das Bibellesen in der Gruppe, Bibel-Wanderungen, Mitarbeitergespräche. Dabei bewegt ihn immer die Frage, wie man eine personale Form von Christsein leben kann. „Wie der Glaube in Ich-Du-Beziehungen zum Tragen kommt, das ist für mich die treibende Kraft in all meinem Tun.“ Und nach einer kurzen Pause fügt er nachdenklich hinzu: „Vielleicht gibt es die Art von Seelsorge, wie ich sie mache, gar nicht so oft.“ Dazu passt auch
die Passage, die er aus seiner Zeit erzählt, als er Theologen ausbildete. Stets gab er ihnen bei der Priesterweihe eines mit auf den Weg: „Ihr seid jetzt Lehrlinge. Das ist wichtig zu wissen, damit ihr nicht Antworten gebt auf Fragen, die niemand hat.“
Berufung trotz Zweifel
Aufgewachsen in einem Gebirgsdorf im Pinzgau und als junger Erwachsener den Geist der 68er einatmend, schwor sich Pepp Steinmetz, „etwas zu leben, wo ich mein Leben einsetzen kann“. Er entschied sich für den geistlichen Weg, die Ausbildungszeit sei eine einzige Krisensituation gewesen, ständig habe die Frage bei ihm angeklopft, ob das schon der richtige Beruf für ihn sei. Pfarrer habe er nie werden wollen, dennoch Menschen spirituell begleiten. Inzwischen kann der 74-Jährige aus einem Erfahrungsschatz schöpfen, der nicht nur an Kompetenzen reich ist, sondern auch an persönlicher Innenschau. Nein, er ist wahrlich kein bloßer Theoretiker, dazu hat ihn das eigene Leben zu oft mit Unsicherheiten und Grenzerfahrungen konfrontiert. „Als Präfekt für junge Theologen hatte ich einen Zusammenbruch, weil ich plötzlich nicht mehr wusste, wohin ich sie eigentlich begleiten soll. Bis heute passiert es mir immer wieder, dass ich unerklärlich erhöhte Temperatur bekomme, wenn etwas nicht stimmt. Es scheint, ich kann mich selbst nicht leicht übergehen“, weiß Steinmetz um diesen inneren Regulator. Es habe Momente gegeben, die ihn an dem, wie Kirche in Europa gelebt wird, fast verzweifeln ließen. Umso wichtiger seine Unterscheidungsfähigkeit „zwischen dem, was zunächst aussichtslos, aber eben nicht hoffnungslos ist.“ Öfters habe er schon erlebt, durch etwas durchtauchen zu müssen und dabei dieses Müssen in ein Dürfen zu verwandeln. „Das macht mich ja gerade >>
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„Wie man die Scheiße zum Dünger macht, Entschuldigung, das ist doch die Frage.“
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„Wir sind zu wehleidig, als hätte man uns beigebracht, es gebe den Schmerz nicht. Das ist ein großer Unsinn. Nochmals: Alles braucht seine Durchgänge, Schule, Pubertät, stressige Arbeitsprozesse. Man muss es durchleben, nicht im Sinne der Angepasstheit, sondern im Sinne von einem Ja zur Krise.“
Mittendrin in V „Wenn man sich auf ihre Vorgeschichten einlässt, kommt man drauf, dass man auch selbst unter bestimmten Umständen zu fast allem fähig wäre“
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aus, ich muss alles gebären, auch jede Predigt. Jedes Wachstum braucht seine Durchgänge, so Steinmetz. Und Brachzeiten, in denen nichts blühen kann, nichts blühen muss. „Wir sind zu wehleidig, als hätte man uns beigebracht, es gebe den Schmerz nicht. Das ist ein großer Unsinn. Nochmals: Alles braucht seine Durchgänge, Schule, Pubertät, stressige Arbeitsprozesse. Man muss es durchleben, nicht im Sinne der Angepasstheit, sondern im Sinne von einem Ja zur Krise.“ Ja, setzt Steinmetz nach, wer ins Wachstum einwillige, willige in die Krise ein. Sie gehöre genauso dazu wie die Ernte. „Wie man die Scheiße zum Dünger macht, Entschuldigung, das ist doch die Frage.“ Vom positiven Denken halte er nichts. Und bar jedes fatalistischen Untertons sagt er: „Ich bin dafür, die Wirklichkeit so anzuschauen, wie sie ist. Wer sagt denn, dass es leicht sein muss?!“ Seelsorge sei nicht als ein Trost zu verstehen, sondern als Ermutigung, dem Leben zu trauen, dass einem die Kraft zur Verfügung steht für das, was es einem zumutet. Er halte sich an Frankl: Nicht zu schauen, was wir vom Leben wollen, sondern, was das Leben von uns will. „Als Seelsorger übe ich mich in der Haltung: Es gibt ein Morgen. Ich kann dir keine Schritte abnehmen, gehen muss du selbst, aber ich bin bei dir. Als Seelsorger gehe ich von der Realität aus, dass wir eine Seele haben, die nicht immer logischem Denken entspricht. Die Seele ist dem Und verpflichtet, nicht dem Entweder-Oder.“
Seelsorge an den Rändern
Natürlich kann so nur reden, wer vom Leben eine Ahnung hat. Nachdem der junge Pepp Steinmetz auf Tabakplantagen in Kanada unter sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen malochte und in einer Londoner Sterbeklinik Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten durfte, fühlte er sich in den 90ern dazu berufen, den Seelsorge-Dienst für Homosexuelle in Innsbruck aufzubauen: „Als mir bewusst wurde, wie sehr die Kirche daneben steht und wie schwer die Verletzungen sind, die sie homosexuellen Menschen zufügt, war mir klar, dass es viel zu tun gibt“. Einem damaligen Novum schreibt er bis heute große Zukunftsperspektive zu: „Als Seelsorger empfing ich die Menschen nicht in einer Einrichtung, sondern lud Gruppen zu mir in die Wohnung ein, um miteinander die Bibel zu lesen und Eucharistie zu feiern. Ich wollte immer in das echte Leben eingebettet sein.“ Seelsorgliche Angebote, die so tun, als ob es die säkularisierte Welt nicht gäbe, findet Steinmetz aus der Zeit gefallen. Sein späterer Dienst in der Gefängnisseelsorge hat zudem ein tiefes Verständnis für Menschen hinterlassen, die mit großer Schuld leben müssen. „Wenn man sich auf ihre Vorgeschichten einlässt, kommt man drauf, dass man auch selbst unter bestimmten Umständen zu fast allem fähig wäre“, so Steinmetz. Entscheidend sei, delinquenten Men-
Wir brauchen eine Fehlerkultur, die uns einerseits erlaubt, Fehler zu machen, andererseits dazu ermutigt, dazu zu stehen und allenfalls Schuld einzubekennen. Im Übrigen sollte am Ende viel weniger interessieren, wer den Fehler gemacht hat, als wie man ihn löst.“ schen ein Gefühl des Angenommen-Seins geben zu können und ihnen das Menschliche nicht abzuerkennen. Er holt aus: „Unsere Energie geht ja meist in großen Teilen fürs Ghörigsein drauf. Im Gegensatz zu nicht kriminellen Menschen verwenden Gefängnisinsassen oft keine Energie mehr dafür auf, ihr Gesicht zu wahren. Der Großteil dieser Menschen ist schwer gezeichnet und es ist wichtig, ihre Schuld nicht zu bagatellisieren und – eben – dieses „Und“ zu leben: dass er Mörder ist UND geliebtes Kind Gottes. Nicht trotzdem. Dieses „Und“ ist es, das ein letztes Etwas bewahrt, das dich nicht verrohen lässt.“
Unter die Haut
„Es san so viele Sachen“, seufzt Steinmetz angesichts der Abschlussfrage, was ihm aktuell unter die Haut gehe. Wider Erwarten bemüht er erst gar nicht die allgegenwärtigen Krisenherde, sagt stattdessen: „Mich beelendet, dass die natürliche Begabung der Kinder zu Transzendenz nicht gefördert wird. Wir könnten da so viel lernen von ihnen. Manches im Leben konnten mir Kinder besser erklären als jeder Theologe. Mich beelendet außerdem, wie oft vom kleinen Ich aus die ganze Welt beurteilt wird und in Folge Gegensätze nur noch in Feindseligkeit gelebt werden. Und es beelendet mich die reflexhafte Verneinung von Fehlern und Schuld. Wir brauchen eine Fehlerkultur, die uns einerseits erlaubt, Fehler zu machen, andererseits dazu ermutigt, dazu zu stehen und allenfalls Schuld einzubekennen. Im Übrigen sollte am Ende viel weniger interessieren, wer den Fehler gemacht hat, als wie man ihn löst.“ Wer mehr und ganz persönlich von Pepp Steinmetz hören möchte, ist herzlichst zur Teilnahme an der Reihe „Bibelleben“ eingeladen, aktuelle Termine siehe arbogast.at/Programm.
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Einfach nachhaltiger, auch fürs Klima
Wir bei Haberkorn sind überzeugt, dass eine Wirtschaft, die nur auf Gewinn- und BIP-Wachstum ausgerichtet ist, langfristig nicht erfolgreich sein kann. Nachhaltiges Handeln ist für uns zugleich gesellschaftliche Verpflichtung und langfristige Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen konnten wir zum Beispiel unsere CO2-Bilanz um über 30 % verbessern. Den Rest kompensieren wir und arbeiten dadurch 100 % CO2-neutral. haberkorn.com Bezahlte Anzeige
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Schachecke 1 1...Th2+ Nur dieser Zug führt zum sofortigen Matt. Weiß gab bereits auf, weil er sich das Matt nach 2.Kg1 Sf3# nicht mehr zeigen lassen wollte. 2 1...Txe4! [Auch nach 1...Sxe4!? 2.g4 Da5 3.Lb4 Sxc3! (der einzige Gewinnzug) 4.Dxe8+ Txe8 5.Lxa5 Sxd1 steht Schwarz klar auf Gewinn.] 2.Dc2 [Natürlich scheitert 2.fxe4? an 2...Dxe2+.] 2...Te6 3.g4?! Ermöglicht das folgende Figurenopfer. Allerdings war die weiße Stellung ohnehin hoffnungslos. 3...Sxg4! Nach diesem naheliegenden Opfer gab sich Weiß geschlagen. Die möglichen Fortsetzungen nach 4.fxg4 Dxg4+ sind allesamt aussichtslos für Weiß: a) 5.Sg3 Tae8 mit der Drohung 6...Te2+ b) 5.Kh1 Te2! mit Damengewinn oder Matt c) 5.Kf2 Tf6+ 6.Ke1 Te8+ und der weiße König zappelt im Mattnetz. 3 1...Lxg3! [Auch der Figureneinschlag 1...Txe3!? gewinnt, da nach 2.fxe3? der starke Zug 2...De5! zum baldigen Matt führt.] 2.Lf3 [Auf 2.fxg3 ist 2...Txe3! der einzige Gewinnzug und nach 3.Dd4 Txg3+ (3...Dg5 geht natürlich auch) 4.Kh2 Dg5 hat Weiß keine vernünftigen Züge.] 2...Lb8 Die Drohungen 3....Dg6+, 3...De5 und 3...Te5 kann Weiß nicht gleichzeitig parieren. 3.Lg2 Dg6 4.Df3 Lg4! Dieser Damengewinn brachte die sofortige Partieentscheidung. Rechenrätsel Für Anfänger = 48 Für Fortgeschrittene = 117 Für Genies = 361 Sudoku
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#85 | September 2023
Begegnungsorte | Folge 4
Zwitscheralarm: Bunte Vögel aufgepasst! Unsere Begegnungsorte-Serie führt uns diesmal an einen Ort, wo guten Ideen Flügel wachsen. Wo sich an Themen und Menschen vermischt, was sich nur mischen kann – lokal, regional, international. Der vogelfreiRAUM in Rankweil: Café, Kulturstätte und Werkraum in einem.
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Text: Simone Fürnschuß-Hofer, Fotos: Maryna Liapina, privat (Teambild)
urch goldenes Lametta tritt man ein in diesen Raum der Fantasie und Improvisation. In seinem Herzen als Café konzipiert, verwandelt sich der vogelfreiRAUM regelmäßig in eine Konzertstätte, in einen Dancefloor, ein Theater, einen Flohmarkt, eine Strickerei, eine Erzählstube, einen Zirkus, ein Kunstatelier, einen Lernort, eine Galerie, ein Kino ... Fortsetzung am laufenden Band. 2019 wurde die Chance am Schopf gepackt, als die Gemeinde das seit mehreren Jahren leerstehende Schuhhaus Vogelsberger mitten im Zentrum von Rankweil aufkaufte. Marie Stempfel, 45, inzwischen vogelfreiRAUM-Obfrau, bat kurzerhand um einen Termin im Rathaus und konnte, siehe da, mit der im Freundeskreis geborenen Idee überzeugen: „Uns schwebte vor, einen Platz zu schaffen, wo wir uns mit Lust und Freude treffen und dazu Kulturelles genießen können. Ein offener, bunter Ort sollte es werden, eine Spielwiese für Projekte aller Art. Mit einem niederschwelligen, einfachen Zugang, für Einheimische gleichermaßen wie für Zugereiste, für jung und alt, egal, ob in Rankweil oder anderswo zu Hause.“ Nun, das ist gelungen. Mehrere Monate wurden die Räumlichkeiten mit minimalem Budget und maximalem Einsatz adaptiert. Aus unterschiedlichen Ecken haben sich Menschen zusammengefunden, um mit ihren Netzwerken, Kompetenzen und Ressourcen ins vogelfreie Abenteuer miteinzusteigen. „Freilich ist bis heute alles ehrenamtlich“, so Vorstandsmitglied Nadine Gadient, 47, „unser Lohn ist die Stimmung und die freundschaftliche Verbundenheit. Mit der Zeit lernt man ja auch, mit den eigenen Kräften schonender umzugehen.“ Das aktuelle Arbeitsmodell funktioniere gut. Nadine: „Es werden nur Events umgesetzt, für die mindestens eine von uns brennt. Sie ist dann die Hauptverantwortliche und kümmert sich um die Helfer:innen. So tut keine von uns etwas, was ihr nicht selbst Spaß macht.“ An jedem ersten Samstag im Monat öffnet das vogelfreie Café von 15 bis 18 Uhr seine Pforten. Aufgetischt werden dann syrische, afghanische, somalische, ukrainische oder auch regionale Spezialitäten, je nachdem, wer den Dienst übernimmt. Ziel ist es, für den Verantwortungsbereich Café weitere Mitschaffende zu gewinnen, um die Öffnungszeiten auszudehnen. „Bitte einfach melden“, so der Appell. Stolz sind die Akteurinnen auch auf das, was aus der Zusammenarbeit mit der Flüchtlingskoordinatorin Margot Pires und dem ehemals selbst aus Syrien geflüchteten Deutschtrainer Ghays Kolaghasy entstanden ist: Viermal die Woche wird im vogelfreiRAUM nämlich intensiv Deutsch gezwitschert. Alle Details und Programmpunkte für Herbst: www.vogelfreiraum.at, @vogelfreiraum.rankweil
Das vogelfreiRaumTeam mit Nadine Gadient, Marie Stempfel, Julia Knowle, Carmen Drexler, Sandra Noyalet (es fehlt: Carmen Brandstetter) und vielen Helfer:innen macht vor, wie erfolgreiche Leerstandsnutzung funktioniert.
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vogelfreiRAUM – Kultur Café Verein für Begegnung und kulturelle Vielfalt Die nächsten Highlights: 08.09., 20 Uhr: Konzert „Saltbrennt“ 23.09., 18 Uhr: grillen, chillen, tanzen 21.09. und 28.09., 19 bis 21.30 Uhr: Schauspiel-Schnupperkurs „Mach doch mal Theater“ Monatliches Fixprogramm ab Oktober: Café für alle, Redewerkstatt, Malworkshop, Kinderyoga Die Preise für Eintritte und Getränke sind so gewählt, dass sie möglichst leistbar sind. Tee und Wasser stehen gratis zur Verfügung, Kulturpass wird akzeptiert!
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Mehr Theater für alle!
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Theater in der Schule hat eine enorme Auswirkung auf Kinder und Jugendliche – manchmal ist ein einziges Theaterprojekt entscheidend für den weiteren Lebensweg. Dass es immer wieder Theaterprojekte in Schulen gibt, ist den vielen engagierten Lehrer*innen geschuldet, die sie ermöglichen – und den Schultheatercoaches, die diese dabei unterstützen.
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Text: Daniela Egger
Die Kinder lernen beim Theaterspielen sowohl kognitive, aber auch vor allem soziale Kompetenzen, und das mit extrem viel Freude und Erfolgserlebnissen.
eit 2015 arbeitet Schauspieler und Regisseur Michael Schiemer neben anderem auch als Schultheatercoach für die Vorarlberger Pflichtschulen. Dafür stehen insgesamt wöchentlich elf Stunden zur Verfügung, die er sich seit 2022 mit Sandra Schäfer teilt. Für die AHS hatte der Pädagoge Markus Riedmann bisher neun Theaterstunden zur Verfügung, ab Herbst 2023 bleiben nur noch drei davon. Durch den aktuellen Mangel an Pädagog*innen wurde den Theatercoaches angedroht, Klassen oder zumindest Unterrichtsstunden übernehmen zu müssen und dafür die Theaterstunden aufzugeben – aber sowohl Sandra Schäfer als auch Michael Schiemer sind nicht mehr bereit, im „normalen“ System zu unterrichten und sehen ihre Berufung darin, mit Hilfe der Theaterarbeit das Beste aus Kindern und Jugendlichen hervorzuholen. Michael Schiemer gibt im Interview Einblick in seine langjährige Erfahrung mit dieser Arbeit.
marie: Was genau ist die Aufgabe eines Theatercoachs? Michael Schiemer: Unsere Aufgabe ist eigentlich die Beratung der Lehrer*innen, damit diese mit ihren Klassen Theater machen können. Wir begleiten und coachen sie in dem Prozess. Theoretisch wäre das so, wenn es die Rahmenbedingungen dafür gäbe – dafür fehlt aber eine Grundausbildung, die meiner Meinung nach in der Pädagogischen Hochschule verankert sein müsste. Es gibt immer engagierte Lehrer*innen, die sich selbst fortbilden oder sogar selbst irgendwo Theater spielen und deshalb Ahnung haben. Aber die über 90 Prozent der Lehrer*innen, die zwar wissen, dass Theater enorm wichtig ist für den Zusammenhalt einer Klasse, aber die Arbeit nicht selbst umsetzen können, die brauchen natürlich mehr als nur Beratung. Das bedeutet dann, dass wir ganze Stücke mit den Klassen erarbeiten. Du sagst, Theaterspielen ist für die Kinder auf vielen Ebenen wichtig. Auf jeden Fall – die Kinder lernen sowohl kognitive, aber auch vor allem soziale Kompetenzen, und das mit extrem viel Freude und Erfolgserlebnissen. Wir wissen, dass dies die optimalen Bedingungen sind, um Lerninhalte zu verankern – jenseits von Benotung und Bewertung lernt das Gehirn am einfachsten. Deshalb ist das Thema Dramapädagogik auch noch lange nicht ausgeschöpft. Wir bauen in der Primarstufe oft Themen in die Stücke ein, die im Unterricht vorkommen, beispielsweise planen die Kinder auch die Bühne selbst und so lernen sie spielerisch Maßeinheiten zu berechnen – nur als Beispiel. Sie lernen Geschichte oder Literatur kennen und müssen teilweise komplexe Texte auswendig lernen – und weil alle auf die Premiere hinarbeiten, entwickelt sich ein ganz neues Miteinander. Wenn im Stück eine Rolle ausfällt, hängt die gesamte Aufführung – das gilt auch für kleine Rollen. So lernen sie, dass wirklich jeder einzelne wichtig ist für das gemeinsame Ziel. Jedes Kind kann im Rahmen seiner Fähigkeiten über sich hinauswachsen. Solche Erlebnisse können eine ganze Kindheit verändern.
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#85 | September 2023
Michael Schiemer ist Schauspieler, Regisseur und neben anderem auch Schultheatercoach.
Ihr seid zu zweit für alle Pflichtschulen in Vorarlberg zuständig – reicht das denn? Auf keinen Fall reicht das, wir haben nie genügend Stunden, um die Anfragen zu bewältigen. Zu den sechs Stunden, für die ich in der Woche bezahlt werde, kommen im Durchschnitt nochmal zehn Stunden wöchentlich, die ich unbezahlt mit den Kindern und Jugendlichen arbeite, einfach weil wir nicht fertig sind. Ich kann ja nicht einfach eine Schulklasse mit einem halb geprobten Stück alleine lassen – das geht im Theater einfach nicht. Und weil wir jedes Jahr um die wenigen Stunden auch noch kämpfen müssen, ist das alles schon sehr frustrierend. Ich kann verstehen, dass jetzt überall händeringend Lehrkräfte gesucht werden – aber als solche stehe ich nicht zur Verfügung. Dann arbeite ich lieber vermehrt freiberuflich mit Jugendlichen – weil es einfach so wichtig ist, dass möglichst viele von ihnen das erleben können.
Es ist so sehr spürbar, wie tief unsere Jugendlichen in eine Kontaktlosigkeit geschlittert sind und wie groß das Bedürfnis ist, diese zu durchbrechen.
Du meinst zum Beispiel den Jugendclub des Landestheaters? Ja, oder auch der interkulturelle Verein Motif und die Schulen, die mich auch sonst engagieren, auch wenn keine der Schultheatercoach-Stunden mehr übrig sind. Es ist so sehr spürbar, wie tief unsere Jugendlichen in eine Kontaktlosigkeit geschlittert sind und wie groß das Bedürfnis ist, diese zu durchbrechen. Das ist sicher auch eine Folge der Pandemie, aber viel mehr ist es eine Folge dieser ungehemmten Digitalisierung. Am Ende des letzten Schuljahres habe ich mit einer siebten Klasse an einem Forumtheaterstück gearbeitet. Das bedeutet, wir erforschen zuerst die Themen, die sie berühren und die ihnen wichtig sind und kreieren Szenen, die diese deutlich machen. Während der Aufführung sollen die Zuschauer*innen eingreifen und die Szene verändern, nachdem sie sie einmal gesehen haben. Das ist eine sehr lebendige Theaterform, die auch wirklich herausfordernd ist für die Spielerinnen und Spieler – sie müssen extrem schnell reagieren, wenn jemand aus dem Publikum eine Rolle übernimmt und die Szene verändert. Zu Beginn bin ich fast verzweifelt, weil die gesamte Klasse mich zwei Tage lang angeschwiegen hat, bis sie endlich mutig genug waren, sich zu zeigen. Am Ende waren sie alle fassungslos und begeistert, zu sehen was alles möglich ist und wie sehr sich der Zusammenhalt verändert hat. Ich habe selten so deutlich gespürt, wie sehr diese Jugendlichen verloren gehen, weil wir ihnen als Gesellschaft nichts mehr anzubieten haben. >>
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Das bedeutet, du arbeitest nicht nur mit den Freiwilligen in der Klasse, die Lust haben auf Theater? Nein, nicht an den Schulen – im Jugendclub ist das natürlich anders. Mir geht es nicht darum, Talente zu entdecken in den Klassen, sondern dass wirklich jeder und jede über sich hinauswachsen kann. Dass es dabei auch talentierte Jugendliche gibt, die für sich etwas ganz Neues entdecken, ist schön, aber wichtig ist, was in der Gruppe passiert und wie sehr sie alle erleben, dass jeder einzelne etwas Besonderes kann und ist. Forumtheater ist sehr intensiv, es ist ein perfektes Format, um die vorhandenen Probleme sichtbar zu machen und um die Spieler*innen ihre eigenen Lösungen finden zu lassen. Es ist sehr berührend, weil auch die Zuschauspieler*innen, also das Publikum, ein Teil des Prozesses ist. So gewinnt das Theater eine größere Wirkkraft – auch wenn die anderen Klassen an der Schule das Stück anschauen, sind sie sofort involviert. So kann man die Atmosphäre in der Schule miteinander wirklich verändern – vielleicht braucht es diese Arbeit mit mehreren Klassen, aber ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass danach mehr Gemeinsamkeit entstanden ist.
Forumtheater ist sehr intensiv, es ist ein perfektes Format, um die vorhandenen Probleme sichtbar zu machen und um die Spieler*innen ihre eigenen Lösungen finden zu lassen. Es ist sehr berührend, weil auch das Publikum ein Teil des Prozesses ist.
Das alles klingt auch anstrengend, mit nicht bezahlten Stunden. Das Anstrengendste ist die ständige Ungewissheit, wie es weitergeht und ob. Es wiederholt sich jedes Jahr, zuerst war es die Pandemie, die sich für unseren Arbeitsbereich über Jahre hingezogen hat – es war nie klar, ob wir überhaupt an die Schulen dürfen und wenn ja, wie. Theaterspielen mit Masken im Gesicht ist extrem schwierig, von erfüllend ganz zu schweigen. Jetzt wird uns immer wieder vermittelt, dass die Stunden eigentlich gestrichen werden, aber vielleicht noch nicht in diesem Jahr, sondern erst im nächsten. Man weiß nichts Genaues. Es ist jetzt Mitte August und wir haben immer noch keine verbindliche Zusage für den Schulbeginn in drei Wochen – nur die mündlichen Versprechungen, dass es schon weitergehen wird. Nächstes Jahr aber eher nicht mehr, das steht andauernd im Raum. So können wir keine Projekte planen und haben immer das Gefühl, jederzeit vor dem Aus zu stehen. Was wäre aus deiner Sicht der richtige Weg, den die Bildungsdirektion einschlagen könnte? Der richtige Weg wäre, wenn die Ausbildung zum Schultheater in der PH* implementiert wird, sodass alle Lehrkräfte, die in den Schulbetrieb einsteigen, das Wissen haben, wie und warum Theater gemacht wird. Noch besser ist es, wenn Profis an die Schulen gehen könnten, weil externe Gäste durch ihre Neutralität schneller an die brennenden Themen kommen, die bearbeitet werden müssen. Die Kulturabteilung fördert mit dem Projekt DoubleCheck viele wichtige Projekte, aber es fehlt auch einfach am Verständnis, was schulintern alles möglich wäre – jenseits von konventionellen Unterrichtsmethoden. Wenn die Lehrer*innen das Schuljahr mit Theater starten würden, dann wäre die Wissensvermittlung auf jeden Fall viel einfacher und das soziale Gefüge etabliert sich – diese Zeit zu investieren lohnt sich auf jeden Fall. Das wissen auch die meisten Verantwortlichen, zahlreiche Studien belegen es. Es gab einige Gespräche über die Zukunft der Bundesschultheatercoaches – ich habe mich zu all diesen Treffen hineinreklamiert und wurde immer dezidiert ausgeladen. Die Stunden werden immer weiter gekürzt, am Ende bleibt kaum etwas übrig. Dafür investieren wir österreichweit Millionen in die Digitalisierung. Das ist absurd, weil heute ein durchschnittlicher 15-Jähriger am Tag über
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neun Stunden Bildschirmzeit hat – wir sollten also eher den Umgang mit dem Medienkonsum unterrichten, anstatt bereits für die Volksschule Laptops anzuschaffen. Die kosten ab diesem Zeitpunkt dauerhaft enorm viel Geld, die brauchen Updates, gehen kaputt und müssen gewartet und ersetzt werden. Nichts davon hilft dem sozialen Gefüge, im Gegenteil, die Kinder gehen dabei kaputt. Theaterstunden kosten einen Bruchteil davon und helfen, den Kindern und Jugendlichen, miteinander zu wachsen, mit Spaß und Verbundenheit. Das macht mich wirklich sauer.
35. internationales
Theaterfestival
für ein junges Publikum 20. Symposion Theater & Bild & Ton
Also mehr Theater an den Schulen, damit unsere Gesellschaft wieder mehr Gemeinsamkeit erfährt? Michael Schiemer (lacht): Absolut. Ich würde auch wirklich gerne mit den Entscheidungsträgern, beispielsweise im Landtag, ein Projekt mit dem Forumtheater machen, nur um zu sehen, was dann geschieht. Da gäbe es noch viel zu erforschen und ich bin sicher, es würde einige verblüffende Einsichten ermöglichen. Aber das ist vermutlich auch utopisch. *Pädagogische Hochschule © Lucia Schäfer
„In einem Bildungssystem, das die letzten Jahre ständig Rückschritte statt Fortschritte macht, wie zum Beispiel Streichung von Teamstunden, Verpflichtung zur Ziffernotenbeurteilung – um nur wenige zu nennen – wird es als Lehrer*in immer schwieriger, sich um die Kernaufgabe des Unterrichts zu kümmern. Dies ist das Abholen der Kinder dort, wo sie sind und sie individuell zu fördern und zu begleiten, während einer hoffentlich glücklichen Zeit in der Schule. Für eine gelingende Inklusion, wo jedes Kind einen festen Platz bekommt, ist dies unabdingbar, leider aber durch gesetzliche Rahmenbedingungen sehr schwierig zu verwirklichen. Viel einfacher gelingt dies in den Theatereinheiten an den Schulen. Wie oft staune ich als Theatercoach gemeinsam mit den Klassenlehr*innen über ungeahnte Höhenflüge der Kinder. Plötzlich zeigen sich bis dahin vielleicht versteckte Talente und Fähigkeiten. Die Kinder zeigen Seiten, die oft im Schulalltag nicht so deutlich sichtbar sind. Jedes Kind kann sich ganz individuell einbringen und sich ohne Druck von außen, ohne Rotstift und Zeigefinger entwickeln und wachsen. Dadurch entstehen viele Glücksmomente und Erfolgserlebnisse im Unterricht – sowohl für die Kinder als auch für die Lehrer*innen. Ich träume davon, dass jede Unterrichtsstunde so verlaufen kann, nicht nur Theater!" Sandra Schäfer, Schultheatercoach
5.–9.9.2023 Feldkirch DIENSTAG, 5. SEPTEMBER 2023 12 bis 17 Uhr, Reichenfeld, Waxwing Theater/Tschechien Loutkoviste ˇ ˇ (Puppenspielplatz) 2+ und Familien 17 Uhr, Pförtnerhaus, Asterions Hus/Dänemark Alice im Wunderland 5+ MITTWOCH, 6. SEPTEMBER 2023 12 bis 17 Uhr, Reichenfeld, Waxwing Theater/Tschechien ˇ ˇ (Puppenspielplatz) 2+ und Familien Loutkoviste 17 Uhr, Pförtnerhaus, Helios Theater/Deutschland Früh Stück 3+ 21 Uhr, Pförtnerhaus, Asterions Hus/Dänemark My Odyssey 12+ und Erwachsene (in englischer Sprache) DONNERSTAG, 7. SEPTEMBER 2023 17 Uhr, Pförtnerhaus, Helios Theater/Deutschland Kreise 2+ FREITAG, 8. SEPTEMBER 2023 17 Uhr, Pförtnerhaus, Teatro Distinto/Italien Solitarium 4+ SAMSTAG, 9. SEPTEMBER 2023 15 Uhr, Theater am Saumarkt, Robotheater/Deutschland Stina und der Tentakelarmverkäufer 5+ Im Anschluss an die Vorstellung sind die Kinder eingeladen, selbst einen Roboter zu bauen. karten@luagalosna.at 0699 134 06 558 www.luagalosna.at
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Lösen Sie es in 60 Sekunden Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts – Kästchen für Kästchen. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden! Lösung
Für Anfänger
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×2
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+17
×3
+15
÷6
+22
÷9
×12 Lösung
Für Fortgeschrittene
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×5
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+75% zum Quadrat -52
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×13
davon 75%
Lösung
Für Genies
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zum Quadrat
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×12
+25 +25%
davon 25%
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zum Quadrat Lösungen auf Seite 26
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Über die Sommerferien gab es wieder etliche interessante Schachturniere und unser Fokus für diese September-Ausgabe fiel auf das 42. St. Veiter Jacques-Lemans-Open. Dieses Traditionsturnier in Kärnten wird seit Mitte der Neunzigerjahre von dem international tätigen österreichischen Uhren- und Schmuckunternehmen Jacques Lemans GmbH mit Hauptsitz St. Veit an der Glan gesponsert. Vom 8. bis 15. Juli 2023 fanden in der Blumenhalle St. Veit, welche durch ihre ausgefallene Bauart kombiniert mit moderner Architektur ziemliche Berühmtheit erlangt hat, drei parallel laufende Wettbewerbe (A- u. B-Turnier sowie ein Jugendopen) statt. Insgesamt waren 267 TeilnehmerInnen (davon sechs aus Vorarlberg) aus 16 Nationen am Start. Nach neun spannenden Runden erreichten im A-Turnier der Ukrainer IM Yevgeniy Roshka und FM Rao Sharan aus Indien jeweils 7,5 Punkte. Über den Turniersieg musste nun Arnulf Ramusch (Maria Saal) Siegfried Härtl (Dornbirn) 42. St. Veiter Jacques-Lemans-Open 2023 1
die Zweitwertung entscheiden und da hatte der jungen Ukrainer knapp die Nase vorn. Dritter und bester Österreicher wurde der Grazer FM Kurt Fahrner mit 7,0 Punkte. Sehr erfreulich aus Vorarlberger Sicht ist der ausgezeichnete 11. Schlussrang des jungen Hohenemsers Benjamin Kienböck mit 6,0 Punkte. Zwei Dornbirner versuchten sich ebenfalls im A-Turnier. Dabei erzielte das Dornbirner Urgestein Siegfried Härtl 4,0 Punkte und der U18-Spieler Andrew Heron 3,5 Punkte. Zu den nachfolgenden Aufgaben geben wir noch folgende Hinweise: Beim ersten Diagramm ist ein nicht allzu schwieriges Matt in zwei zu finden. Beim zweiten und dritten Diagramm ist zu beachten, dass es jeweils zwei gleichwertige Gewinnfortsetzungen gibt. Und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lösen dieser Kombinationen.
Peter Bruhn (Mödling) Benjamin Kienböck (Hohenems) 42. St. Veiter Jacques-Lemans-Open 2023
Wie setzt Schwarz am Zug den gegnerischen König in zwei Zügen matt?
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Anja Beber (Postojna) Benjamin Kienböck (Hohenems) 42. St. Veiter Jacques-Lemans-Open 2023
Wie nützt Schwarz am Zug die ungedeckte Stellung der weißen Dame aus?
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Schwarz am Zug geht energisch gegen den weißen König vor. Wie?
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„Verlorene Generation“?! Magdalena Scherer gewann den Vorarlberger Landesredewettbewerb 2023 in der Sparte „klassische Rede“. In ihrer Rede sprach die 15-jährige Schülerin aus Nenzing über ihre Sicht der „Generation Lost“: Über Themen, die Jugendliche bewegen, über Dinge, die schmerzen und darüber, was sich junge Leute wünschen, damit es besser wird. Text: Magdalena Scherer Foto: M. Muther
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Magdalena beim Landesredewettbewerb: „Es ist wichtig, nicht nur negative Nachrichten zu hören und negative Gespräche zu führen.“ Die 15-Jährige wechselt nach dem Poly Bludenz an die HAK Bludenz.
Meine Damen und Herren, mein Name ist Magdalena Scherer und die folgenden Themen beschreiben meine Sicht auf die ‚Generation Lost‘:
Schule: Wir hören es überall ...
» Es ist auch unsere Welt,
Weltweit gibt es verschiedene Schulsysteme, die verschieden gut laufen. Nicht alles an der Schuunsere Zukunft, unsere Zeit und le ist schlecht, jedoch haben wir ein sehr veraltetes System. Wir lernen Sachen auswendig, wir müssen aktiv werden. „spucken“ es im Test aus, um es dann wieder zu vergessen. Wir lernen über verschiedene Baumarten, aber nicht, was man benötigt, um sich sein Leben selbst zu dieses Thema macht vielen Jugendlichen zu schaffen. finanzieren oder wie wir mit Stress im Alltag umgehen sollten, der Wenn auch nicht wir die Betroffenen sind, werden es durch die Schule verursacht wird. In vielen Familien wird dieser Nodann unsere Kinder sein? Was können wir tun? Welche tendruck auch noch verstärkt. Dinge sind sinnvoll und helfen wirklich?
Therapiemöglichkeiten: Wir hören es überall ...
Immer wieder berichten Jugendliche, keinen Therapieplatz zu bekommen oder viel zu lange warten zu müssen. Selbst auf einen Beratungstermin bei einem Psychologen müsse man teilweise Monate warten, um einen Gesprächstermin zu erhalten.
Klimawandel: Wir hören es überall ...
Wir kennen alle den Begriff „Klimawandel“, aber was bedeutet das für unsere Zukunft? Wie wird die Welt in ein paar Jahren aussehen? Durch das Steigen der Temperatur spielt das Wetter verrückt – auch
Krieg: Wir hören es überall ...
In der Schule; wir sehen Bilder in den Nachrichten oder wenn wir zu Hause mit der Familie am Tisch sitzen. Es betrifft uns alle. Auch in meiner Schule haben wir Flüchtlinge aus der Ukraine, die ihre Heimat verlassen mussten und sich in einem neuen Land, mit einer neuen Sprache und einem ungewohnten Umfeld zurechtfinden müssen.
Internet: Wir hören es überall ...
Die sozialen Medien beeinflussen uns ständig, sowohl negativ als auch positiv. Doch wissen wir wirklich, wie wir mit den sozialen Medien umgehen sollen? Im Internet passiert alles in viel kürzerer Zeit, wir kommen schneller mit sensiblen Themen in Berührung.
#85 | September 2023
Wirtschaft: Wir hören es überall ...
Selbst jene Leute, denen wir unser Land anvertrauen, missbrauchen unser Vertrauen; die ständigen Lügen und die Korruptionen nehmen uns das Vertrauen in die Politik. Oft hören wir, wir sind zu verwöhnt. Uns geht es gut, wir leben in einem reichen Land. Die meisten werden denken, uns wäre die Politik egal, doch belastet es uns mehr, als es scheinen mag.
Pandemie: Wir hören es überall ...
Während der Pandemie wurden wir isoliert, lebten teilweise auf engstem Raum mit unserer Familie zusammen, pausenlos. Die vielen Lockdowns haben uns verunsichert. Wir mussten Masken tragen, um uns sogar vor der eigenen Familie zu schützen. Laut einer Studie der Donau-Universität Krems wiesen 72 Prozent der jugendlichen Mädchen ab 14 Jahre schon vor der Pandemie eine depressive Symptomatik auf, bei den Burschen waren es rund 40 Prozent.
Das Prinzip „Hoffnung“
Trotz allem gibt es Hoffnung. Eine Möglichkeit ist, uns mehr einzubeziehen und uns nach unserer Meinung zu fragen. Das wäre perfekt, denn wir sind es, die die Fehler und den Egoismus der Erwachsenen tragen müssen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wichtig ist, die Jugendlichen nach deren Meinung zu fragen, vor allem bei wichtigen Entscheidungen die Schule betreffend. Es ist wichtig, nicht nur negative Nachrichten zu hören und negative Gespräche zu führen. Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren oder uns verunsichern lassen. Auch in der Schule ist es wichtig, mehr auf unsere Interessen einzugehen und unsere Kreativität zu fördern. Es muss sowohl den Schülern als auch den Lehrern Spaß machen. Im Unterricht sollte mehr Wert auf den Umgang mit sozialen Medien gelegt werden. Es ist ohnehin ein großer Teil unseres alltäglichen Lebens geworden. Die sozialen Medien sind nicht schlecht, nur unser Umgang damit kann gefährlich werden. Algorithmen und ihr Einfluss auf uns sind schwer zu beeinflussen. Inhalte werden für uns gefiltert, ausgesucht und wir werden mit falscher Realität konfrontiert. Außerdem ist es wichtig, das Thema Psychotherapie zu enttabuisieren. Es sollten mehr Psychologen und Therapeuten für junge Leute zur Verfügung stehen. Therapeuten sind wichtig, denn auch seelische Wunden müssen behandelt werden. Trotz der vielen Umstände sind wir ein Teil der Veränderung und müssen auch dazu beitragen, unsere Welt in einen angenehmeren Lebensraum zu verwandeln: für uns, für unsere Kinder und Enkel. Es ist wichtig, auf uns aufmerksam zu machen, aber: Aktivismus darf nicht Extremismus bedeuten. Und doch muss unsere Stimme gehört werden, denn sie ist wichtig. Wir hören es überall . . . Gerade, weil die Erwachsenen oft denken, dass wir nicht zuhören, aber wir verstehen! Denn es ist auch unsere Welt, unsere Zukunft, unsere Zeit und wir müssen aktiv werden.
REPARATURCAFÉS CARLA REPARATURCAFÉ ELEKTRO ALTACH Möslestraße 15, 6844 Altach (carla Einkaufspark Altach) Jeden 2. Freitag im Monat von 13 bis 16.30 Uhr carla@caritas.at, T 05522 200 1520
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Kirchstraße 8, 6822 Satteins (Untergeschoß Pfarrsaal) Jeden ersten Freitag im Monat 8.30 bis 11.30, 19 bis 22 Uhr
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Mittelschule Wolfurt, Schulstraße 2, 6922 Wolfurt Jeden 4. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr info@macherei-wolfurt.at, T 0650 567 25 10
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Auf den Spuren des Klimajägers Als Meteorologe wird man nicht geboren; „Wetterfrosch“ zu werden, ist eine Inspiration, eine Berufung. So erging es auch Andreas Jäger (58). Als Wissenschaftler verfolgt der als „klima-jäger“ populäre Vorarlberger die Linie: „Was ist das Problem? –Wie könnten wir es lösen?“
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Text: Gerhard Thoma, Fotos: ORF, Stadt Hohenems, BMK, Alpenhof
n der Hauptschule Hohenems“, erinnert sich Jäger, „will es der Zufall, dass ich mit Lehrer Fenkart den für mich genialsten Geographielehrer aller Zeiten genießen darf. Unvergesslich für mich, wie er uns beibringt, zu welcher Tageszeit wir mit Rückenwind zum Bodensee radeln können und zu welcher Tageszeit mit Rückenwind wieder zurück. Das ist auch gleichzeitig der Start der Inkubationszeit mit dem Meteorologie-Virus.“ 1965 in Hohenems geboren, avancierte Andreas Jäger zu einem der bekanntesten Wetter-Moderatoren Österreichs, sowohl im Radio bei Ö3 als auch im Fernsehen bei ORF, ATV und Servus TV. Heute betätigt er sich wieder hauptsächlich als Wissenschaftler, hält Vorträge und schreibt in seinem Blog seine Meinung zu brisanten Themen rund um E-Autos, Wind und Wetter. Doch bevor es soweit kam, hatte er noch einige Hürden zu nehmen. „Im Gymnasium Dornbirn-Schoren muss ich feststellen, wie anstrengend Faulheit ist. Ständig mit Bauchweh und völlig unvorbereitet zu Tests und Schularbeiten. Mein damaliges Motto: Ein Skandal, dass Teenager in die Schule müssen!“
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Der Daumen des Professors
Andreas Jäger begann seine Laufbahn als WetterModerator beim ORF. Sein Geographie-Lehrer an der Hauptschule in Hohenems begeisterte ihn für Meteorologie. Meinung und Argumente In seinem Blog unter www.andreasjaeger.at erläutert Andreas Jäger seine Meinung inklusive Lösungsvorschlägen zu E-Autos, Begrünung, den ‚sieben apokalyptischen Reitern‘ des Klimawandels und vielen anderen Themen.
Nach dem Militärdienst stand ihm die Welt offen. Und wieder spielte der Zufall eine große Rolle. „1984 stolpere ich fast zufällig in die ‚Wetterbesprechung‘ in der Alten Villa am Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck. Ein familiärer Kreis von Studenten und Dozenten debattiert leidenschaftlich über das morgige Wetter. Institutsvorstand Prof. Pichler taucht im Diskussionsrausch versehentlich die Daumenspitze in die heiße Teetasse. Ich bin begeistert! Jetzt bricht das Meteorologie-Virus in mir aus.“ Das Studium beschränkt sich aber nicht nur auf den ‚Elfenbeinturm‘. „In den Semesterferien lerne ich bei der Wildbachverbauung auf 1400 Meter Seehöhe Teamwork: Einer pickelt, ein anderer schaufelt und wieder ein anderer schwitzt an der Schubkarre. Im Schweizer Diepoldsau beim Landschaftsgärtner gerate ich vom Regen in die Traufe – noch mehr Schweiß an Pickel, Schaufel und Schubkarre.“ Schließlich verlegte er seine sommerlichen Aktivitäten in die Meteorologie. An der Umweltschutzanstalt in Bregenz jonglierte er erstmals mit Datenmaterial. Beim Umweltamt in St. Gallen programmierte er ein Schadstoff-
#85 | September 2023
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Klimaschutz heißt nicht, das Klima schützen, sondern die Menschen zu schützen.“
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„Klimakleber“ der „Letzten Generation“ im April beim Grenzübergang Lustenau/Au. Ihre Hauptforderung, die auch mit Greta Thunberg und „Fridays For Future“ im Einklang steht: Politiker in aller Welt müssen die vertraglich vereinbarten Richtlinien für den Klimaschutz unbedingt umsetzen. Schließlich gehe es um das Überleben der Menschheit. Heftige Kritiker in Vorarlberg kommen – wenig überraschend – aus den Reihen der Politik. Sie fordern hohe Geld- und sogar Haftstrafen.
ausbreitungsmodell. „Danach“, so Jäger belustigt, „folgten meine ersten Schreibversuche, immerhin für das Massenblatt ‚Der Rheintaler‘ mit 13 Komma 57 Abonnenten.“ In einer Kolumne schrieb er über Gewitter, Blitz, Ozon und vieles mehr – die Geburtsstunde des legendären ‚Wetterfroschs‘. Als Studienassistent tauchte er dann endgültig in die Welt der Meteorologie ein: „Quasi autistisch forschend scheine ich für die Welt verloren ... doch dann: der damalige ORFWetterchef Carl Michael Belcredi sucht einen Wettermann. Mit meinem ‚letzten Groschen‘ in der Tasche fahre ich nach Wien und bewerbe mich.“ Was folgt, ist ein Stück FernsehWetter-Geschichte. Genauso wichtig sind für Andreas Jäger aber auch andere TV-Produktionen wie ‚Quantensprung‘ mit Physik-Nobelpreisträger Anton Zeilinger oder ‚Scientia potentia est‘ (‚Wissen ist Macht‘) sowie zahlreiche andere wissenschaftliche TV-Dokumentationen und Bücher. Neulich war Andreas Jäger als mittlerweile populärer ‚klima-jäger‘ Gast bei den ‚Science Busters‘, wo zahlreiche österreichische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einem Benefizabend offen Klimaaktivisten, unter anderem ‚Klima-Kleber‘, in ihrem Anliegen unterstützten. Anliegen der Aktivisten und Wissenschaftler: Politiker in aller Welt müssen die vertraglich vereinbarten Richtlinien für den Klimaschutz unbedingt und sofort umsetzen, denn „Klimaschutz heißt nicht, das Klima schützen, sondern die Menschen zu schützen." Klimaschutz sei gleichbedeutend mit dem Schutz aller Menschen vor gefährlichen Klimaänderungen: „Klimaschutz ist Zivilisationsschutz.“ Vortrag von Andreas Jäger Am Dienstag, 12. September, 16.45 Uhr, hält Andreas Jäger im Löwensaal Hohenems einen Vortrag zum Thema „So lösen wir die Klimakrise‘. Der Eintritt ist gratis. Der Vortrag findet auf Einladung des Klimaschutzministeriums, des Landes Vorarlberg und der Stadt Hohenems im Rahmen des 14. Österreichischen Radgipfels statt.
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E-Bus in Vorarlberg. Jäger hält E-Mobile für sinnvoll: Es gibt weniger Abgase. Die Akkus sind zwar (teils noch) strom- und deshalb CO2-intensiv. Aber Forscher bekämen das in Griff. 99 Prozent der Rohstoffe sind wiederverwertbar. Auf EUEbene sei da „viel in Bewegung“.
Service pur im Tourismus: Gratis-Elektrotankstelle beim Hotel Alpenhof in Filzmoos (Salzburg)
Veranstaltungskalender
12.09.
Di., 15 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at
01.09.
Fr., 19.00 Uhr, Wexelstube, Feldkirch
„ … KEIN GRÖSSERES VERGNÜGEN“
Ausstellungseröffnung Skulpturen und Objekte von Regina Fischer 01. - 03.09. Infos: www.wexelstube.at
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01./02./03.09.
Fr., 20.00 Uhr, Kammgarn, Hard
„DIE INSEL IN MIR“ ANARTtheater Hard
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06.
09.09.
Mi., bis Sa., 17 Uhr, Theater am Saumarkt und Pförtnerhaus, Feldkirch
LUOAGA & LOSNA
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35. int. Theaterfestival für ein junges Publikum. Programm: https://www.luagalosna.at
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07./11./14.09.
Do., 9.30 Uhr Frauenmuseum, Hittisau
BLITZBLANK!
Eine Ausstellung über das Putzen als Kulturtechnik, Führung
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09.09.
Sa, 19.00 Uhr, Kulturbühne Ambach, Götzis
„EINE NEUE HALTUNG ZUM MENSCH SEIN" „Kinder sind zu allem fähig", André Stern Vortrag und Diskussion; Tickets: inbeziehungbleiben.com
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09.09.
Sa., 20 Uhr, Kammgarn, Hard
GAS
Konzert
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10.09.
So., 14.30 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems
HOHENEMS. ÜBER DIE GRENZE
Fahrradtour von Hohenems nach Diepoldsau und wieder zurück mit Philipp Rusch; Anm.: office@ jm-hohenems.at, +43 5576 739 89; Treffpunkt: 14.30 Uhr, Jüdisches Museum Hohenems
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ALLES WIRD TEURER
Erzählcafé
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12.09.
Di., 19.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch
MIT SCHEINKLIMASCHUTZ IN DIE KATASTROPHE – ODER KAPIEREN WIR ES DOCH NOCH?
Vortrag von Reinhard Steurer
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13.09.
DIE EICHE – MEIN ZUHAUSE
Bildmächtige Dokumentarfilme über die Natur und das Verhältnis des Menschen zu ihr.
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17.09.
So., 15 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz
HILLER. DAS FOTOGRAFISCHE GEDÄCHTNIS DES BREGENZERWALDS
Führung
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19.09.
Di., 10 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn
SPIELEFEST X STADTBIBLIOTHEK
Mi., 19 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn
Workshop Buttons basteln
Aus einer vorbereiteten Auswahl an Sachbüchern wird gemeinsam entschieden, welches Buch beim nächsten Termin besprochen werden soll.
Di., 19.30 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems
LITERATURKREIS FÜR SACHBÜCHER
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14.09.
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19.09.
ORANGEN AUS JAFFA
Do., ab 8.45 Uhr, Domino's Hus, Frastanz
Lesung mit Nadine Sayegh-Mustafa (Wien), anschließend im Gespräch mit Anika Reichwald (Hohenems)
Bewegungsstunden, Kurs 1, nur für Frauen
Di., bis Stadtbibliothek, Dornbirn
ICH IN MEINEM KÖRPER
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15.09.
Fr., 15 bis 16.30 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems
BLUDENZ. SPURENSUCHE AM RADWEG UND IN DER STADT
Eine Fahrradtour rund um Bludenz mit Stefan Stachniß. Infos und Anmeldung: archiv@bludenz. at, Treffpunkt: Vorplatz Bahnhof Bludenz
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15.09.
Fr., 19 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz
BEI DEN PARTISANEN IN ATHEN. TAGEBUCH EINES DESERTEURS DER WEHRMACHT
Peter Pirker, Ingrid Böhler (Hg.): Rudolf Bilgeri Buchpräsentation
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15.09.
Fr., 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard
JUNIPA GOLD
Support: Kendall Lujan, Musik
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15.09.
Fr., 21 Uhr, Spielboden, Dornbirn
DEEPER LOVE
Dancefloor Dominatrix Crystal & DJ Hades servieren Funky Disco House Grooves
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16.
22.09.
Sa., und Fr., 19.30 Uhr, Spielboden, Dornbirn
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19.09.
07.10.
AUSSTELLUNG – BODY REVOLUTION!
Die Ausstellung body rEVOLution! des Vereins Amazone ist für drei Wochen im Foyer der Stadtbibliothek Dornbirn zu Besuch. Sie besteht aus zwölf Stationen, die sich auf jeweils unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Körperlichkeit befassen.
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20.09.
Mi., 19 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz
ENERGIE LOUNGE I: BAUEN STOPPEN UND BESTAND NUTZEN!?
Vortrag und Gespräch
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20.09.
Mi., 20 Uhr, Spielboden, Dornbirn
DORIS KNECHT LIEST AUS „EINE VOLLSTÄNDIGE LISTE ALLER DINGE, DIE ICH VERGESSEN HABE.“ Lesung
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21.09.
Do., 19 Uhr, inatura, Dornbirn
WISSENSWERTES ÜBER DAS REICH DER PILZE
Vortrag
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#85 | September 2023
22.
24.09.
Fr., bis So., Ab 17.00 Uhr, Steinbruch, Ludesch
TABU.AUF.BRUCH IM STEIN. UM.BRUCH
Festival zur Erforschung menschlicher Tabuzonen Programm unter www.salon13.at
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22.09.
Fr., 19.30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch
LISA SUITNER UND VROVO GEIGER PRÄSENTIEREN: RICHTIG WÜTEND!
Theater
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22.09.
Fr., 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard
CHRIS SLADE
Support: Ape Shifter, Musik
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23.09.
Sa., 10 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn
FAMILIENLESEZEIT – DICHTEN MIT PLANETENSPATZEN
Eine kreative Reise in vergnügliche Sprachwelten für Familien mit Kindern ab 6 Jahren.
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23.09.
Sa., 20 Uhr, Spielboden, Dornbirn
IN SHARED SPACES
Tanzperformance, www.otrosamores.com
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24.09.
So., 15 Uhr, Kammgarn, Hard
KLUPPE WÄSCHEKIND
Theater GundBerg, Kinder
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25.09.
Mo., 19 Uhr, Domino's Hus, Frastanz
CELL-RE-ACTIVE-TRAINING
Gesundheit bedeutet blockadefrei zu sein ... Vortrag
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27.09.
Mi., 18 Uhr, Kammgarn, Hard
SPRACHENHOCK
An unterschiedlichen Tischen werden unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Die Muttersprachler:innen moderieren diese Tische.
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28.09.
Do., 19 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz
BRACHARZ ZU EHREN
Der Künstler Paul Renner erinnert am Geburtstag seines Freundes Kurt Bracharz an den vor drei Jahren verstorbenen Schriftsteller. Lesung
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28.09.
Do., 19 Uhr, Domino's Hus, Frastanz
GRUNDKURS MAKRAMEE
Workshop
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28.09.
Do., 19 Uhr, Spielboden, Dornbirn
NEUE SPIELRÄUME – VORARLBERGER WOHNGESCHICHTE(N)
Teil 2: Vom Erben und Nichterben und dessen Auswirkungen auf das Wohnen in Vorarlberg. Film in Kooperation mit www.raumlink.at und vai Vorarlberger Architektur Institut.
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28.09.
Do., 20 Uhr, Theater Kosmos, Bregenz
MÖWE/RETWEETED – UA
Theaterpremiere
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28.09.
Do., 20 Uhr, Kammgarn, Hard
SEVERIN GROEBNER: ÜBERHALTUNG
Kabarett
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29.09.
Fr., 16 Uhr, Stadtbibliothek, Dornbirn
LITERATURCAFÉ
Spannende Neuigkeiten und gegenseitiger Austausch über das letzte Leseerlebnis.
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29.09.
Fr., 19 Uhr, Vorarlbergmuseum, Bregenz
PAUL RENNER, CHRISTIAN SCHRAMM: TODO ES NADA
Buchpräsentation, Lesung
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29.09.
Impressum Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 3,20 Euro verbleibt den Verkäufer:innen. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt. Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Graf-Maximilian-Straße 18, 6845 Hohenems, Telefon: 0677 615 386 40 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Frank Andres, Simone FürnschußHofer Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe: Aurelia Bösch, Daniela Egger, Cornelia Hefel, Guntram Gärtner, Miriam Jaeneke, Christine Mennel, Daniel Mutschlechner, Martin Schachenhofer, Magdalena Scherer, Brigitta Soraperra, Gerhard Thoma, Zeitungsausgabestellen: Dornbirn: Kaplan Bonetti Sozialwerke, Kaplan-Bonetti-Straße 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 7.15 bis 9 Uhr Bregenz: dowas, Sandgrubenweg 4, Montag bis Freitag: 8.30 bis 13 Uhr Feldkirch: Caritas-Café, Wohlwendstraße 1, Montag bis Freitag 8.30 bis 14 Uhr Bludenz: do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b, Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778, 6833 Klaus eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at
Fr., 19:30, Theater am Saumarkt, Feldkirch
Vorstand Frank Andres, Obmann Christina den Hond-Vaccaro, Obmann-Stellvertreterin, Schriftführerin Oliver Mössinger, Kassier
Konzert. Der Verein Soundblossom und die beiden Initiatoren Andreas Paragioudakis & Robert Bernhard präsentieren eine musikalische Begegnungsreise zwischen Orient und Okzident.
Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage: 13.000 Exemplare, Erscheinungsweise monatlich
DAS SALINGARI KLANGKOLLEKTIV
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29.09.
Fr., 20 Uhr, Conrad Sohm, Dornbirn
JULIAN LE PLAY
Musik
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30.09.
Layout/DTP/Bildbearbeitung :TAGWERK Grafik|Design Monika Dür Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal, IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580, BIC: RVVGAT2B420 © 2023 marie. Alle Rechte vorbehalten.
Sa., 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard
CHRIS JAGGER
Musik
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Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.
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