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marie 36/ Februar 2019

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#36 / Februar 2019

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davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer

Lautstarker Protest

Wie funktioniert Protest im Zeitalter von WhatsApp, Facebook, Twitter und Co? Welche früheren Proteste waren in Vorarl­berg erfolgreich bzw. sind gescheitert? Was treibt Frauen wie Eva Fahlbusch und Mechtild Bawart auf die Straßen? Ein marie-Themenspezial auf den Seiten 16 bis 21.

Bild: Shutterstock


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#36 / Februar 2019

Editorial

Mittendrin in V 4-5 Bild des Monats 6-8 Gibst du einen Cent fürs Klima? Freiwilligen-Initiative unterstützt „grüne” Energie 9 Waste‘s End Mobilität: So vermeidest du Abfall und Emissionen 9 Rechenrätsel 10-13 Luft, Lust und die Freiheit des Körpers Christine Gruber, Artistin und Körpertherapeutin 14 Würziges und Süßes Pfiffige Randig-Rezepte von Daniel Mutschlechner 15 Sudoku

Liebe Leserin, lieber Leser,

Thema 16-17 18-19 20-21

WhatsApp, Facebook, Twitter und Co Politologe Hüseyin Çiçek über moderne Protestformen Frauen, die hinschauen Mechtild Bawart und Eva Fahlbusch im Porträt Das bringt doch nichts – oder doch? Protest und Widerstandsaktionen in Vorarlberg

Mittendrin in V 22 Schachecke 24-27 Café marie Ein Vierer-Gespräch über neue Arbeitswelten 28-29 Kompostierbare Möbel Feldkircher Tischlerei tüftelt an neuen Produkten 30 Lindy Hop Swingtanz feiert Revival im Ländle 31 Denk mit, mach mit Gitte Nenning und ihr sprachliches Unverständnis 31 Impressum 32-33 Zeitpolster statt Sparstrumpf Team startet neues Projekt des Vorsorgens

wir protestieren! Zumindest geben wir dem Thema Protest im Schwerpunkt dieser Ausgabe öffentlich Platz, was schon sehr viel mit Protestieren zu tun hat. Schließlich kommt das Wort „Protest“ vom französischen „protester“, das auf das lateinische „protestari“ zurückgeht, was so viel heißt wie „öffentlich dartun“. So erheben etwa Vindex-Gründerin Eva Fahlbusch und Ex-Bürgermeisterin Mechtild Bawart, zwei Mitstreiterinnen der Vorarlberger Plattform „Uns reicht’s“, Einspruch gegen die Gefährdung von Mitmenschlichkeit und eine fremdenfeindliche Politik der österreichischen Bundesregierung (Seiten 18 und 19). ORF-Redakteur und Autor Markus Barnay gibt einen geschichtlichen Überblick zivilgesellschaftlicher Initiativen, Demonstrationen und Proteste in Vorarlberg und beleuchtet, welchen Erfolg Widerstandsaktionen in der Vergangenheit hatten (Seiten 20/ 21). Der Politologe Hüseyin Çiçek wiederum spricht über moderne Protestformen mittels WhatsApp, Facebook, Twitter und Co (Seiten 16/17). Eine Art stillen Protest machen die kompostierbaren Möbelstücke der Tischlerei Mähr. Das nächste Projekt der beiden Tischler-Brüder Wolfgang und Christoph Mähr mit ihrer Marke „Spurenlos“ ist das Wohlfühlei „Schlüfer“. Es ist zu 100 Prozent abbaubar (Seiten 28/29). Sich wohlzufühlen und überhaupt erst seinen Körper wahrzunehmen, das ist ein wichtiges Anliegen von Akrobatin und Körpertherapeutin Christine Gruber. Auf den Seiten 10 bis 13 lesen Sie das Porträt einer Frau, die sich ihren eigenen Weg gebahnt und schließlich zur Psychosomatischen Sexualtherapie, zur Energiearbeit und zur Selbsterfahrung gefunden hat. Die marie wünscht Ihnen viel Freude bei der Lektüre der Februar-Ausgabe Ihrer Vorarlberger Straßenzeitung! Herzlich, Christina Vaccaro, Redakteurin

Kultur

34-35 Keine Angst vor Mutausbruch Bettina Steindl über das Projekt Kulturhauptstadt 36-39 Veranstaltungskalender 31 Rätsel-Lösungen

marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo

Kontaktieren Sie uns

Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden, dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn. E-Mail: redaktion@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677/61538640. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!

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Bild des Monats

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Holzbaumeister Foto: Frank Andres

Luis Bertolini aus Egg trägt das WälderBaumeister-Gen in sich. Die kunstvoll arrangierten „Holzbiega“ vor dem Haus des 82-Jährigen locken immer wieder interessierte Spaziergänger an. Das Altholz bekommt er von Baustellen geschenkt. Mit seinem kleinen Anhänger holt er das unbehandelte Tannenholz, zerkleinert es und schichtet es zu Holzstapeln. Im Winter wird mit dem Holz der Ofen geheizt. Wie man sieht, ist von den ursprünglich 15 Kubikmetern Holz nicht mehr viel übrig.


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Mittendrin in V

GIBST DU EINEN CENT FÜRS KLIMA? Einen Cent pro Kilowattstunde extra bezahlt, wer sich für erneuerbare Energien stark machen möchte. Mit dem Geld von freiwilligen Förderern entsteht lokales Carsharing und wird in Photovoltaik-Anlagen investiert. 500 Unterstützer zählt die Initiative KlimaCent bereits. Molkeprodukte-Chef Ingo Metzler (54) aus Egg und Junglandwirt Christoph Kaufmann (22) aus Bezau gehören dazu.

Text: Christina Vaccaro; Fotos: Frank Andres, Christina Vaccaro, Shutterstock

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enn man mit der Natur direkt verbunden ist, legt man sein Augenmerk aufs Klima“, sagt Geschäftsführer Ingo Metzler vom Käse-Molke Betrieb Metzler naturhautnah. Auf 30 Hektar Grünland hält der Bregenzerwälder Kühe und Ziegen. Von klimatischen Änderungen ist sein Betrieb direkt betroffen. „Glaubt man Klimaforschern, erwarten uns in Zukunft massive Probleme. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Man schimpft über die Politik oder man überlegt sich, was man selbst konkret bewirken kann. KlimaCent ist ein Instrument dafür“, erklärt der 54-jährige Geschäftsführer seinen Beweggrund, seit zwei Jahren mit seinem Betrieb, der 36 MitarbeiterInnen führt, KlimaCent zu unterstützen. Der Förderbeitrag von Metzler naturhautnah fließt in den Klimafonds der Gemeinde Egg. „Die Leute müssen wissen, dass es keine Fantasterei ist, auf erneuerbare Enerigen umzusteigen, sondern

realistisch, machbar und finanzierbar“, sagt Johann Punzenberger, Geschäftsführer der AEEV und Leiter des KlimaCents (siehe Kasten auf Seite 7). Wichtig dabei ist, eine Kostenwahrheit von Öl, Kohle, Gas, Atomenergie und Kerosin zu schaffen, so der Energie-Experte. Denn solange Versicherungen und Folgekosten des Verbrauchs fossiler Energieträger nicht bezahlt werden müssen und es immer noch Förderbeiträge für sie gibt, werden erneuerbare Energien nie marktfähig werden. Genau das aber möchte KlimaCent ändern.

Bürgerkraftwerke treiben voran

Die Gelder von KlimaCent-Förderern sollen in tatsächliche Investitionen fließen und Projekte zur Umsetzung bringen, welche mit Marktpreisen und staatlichen Förderungen allein nicht zustande gekommen wären. Da wo der „letzte Rahm“ fehlt, wie es Punzenberger ausdrückt, setzt sich KlimaCent ein. Wo erzielt man mit dem Geld am meisten Wirkung – nicht nur in eine Richtung, sondern in möglichst viele? Und wo wird

auch ein ökologisches und politisches Bewusstsein geschaffen? Eine Antwort sind Bürgerkraftwerke. Dabei wird die Finanzierung für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage beispielsweise nicht vom Objektbesitzer übernommen, sondern von privaten Bürgern, die sich für den Zeitraum, der für die Vorfinanzierung erforderlich ist, einbringen. Es handelt sich um Teilbeträge von 500 Euro aufwärts von Bürgerinnen und Bürgern, „die das Geld nicht auf das Sparbuch der Bank legen, sondern lieber ein wirklich ethisches Investment sicherstellen wollen“, so Punzenberger. Über die Stromproduktion der Anlage werden schließlich Jahr für Jahr Erlöse erwirtschaftet, sodass nach 10 bis 15 Jahren die Teilbeträge wieder an die Bürger zurückgegeben werden. Das Ergebnis: Eine ausfinanzierte Photovoltaik-Anlage, die in den Besitz der Gemeinde übergeht, ohne dass sie jemals das Gemeindebudget belastet hat. Und zivilgesellschaftliches Engagement sowie eine Stärkung des ökologischen Bewusstseins. Christoph Kaufmann, 22 Jahre jung,

„Es gibt zwei Möglichkeiten: Man schimpft über die Politik oder man überlegt sich, was man selbst konkret bewirken kann. “ Ingo Metzler, Geschäftsführer von Metzler Käse-Molke GmbH


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„Viele Menschen geben ihre Eigenverantwortung ab. Ich unterstütze KlimaCent, weil zivilgesellschaftliche Initiativen wirklich wichtig sind. “ Christoph Kaufmann, Landwirt

Landwirt, unterstützt mit seinem KlimaCent-Beitrag das Bürgerkraftwerk seiner Heimatgemeinde Bezau. Seine Eltern betreiben einen kleinen Milchviehbetrieb, er selbst hat vergangenen Herbst zusammen mit Jonas Moosbrugger das erste Gewächshaus Bezaus errichtet. Dort möchten die beiden in der kommenden Saison mit der Gemüse- und Jungpflanzenproduktion in Low-Tech Manier und Bioqualität beginnen. Mit Kompost als Wärmequelle. „Viele Menschen geben ihre Eigenverantwortung ab“, bedauert der junge Landwirt Kaufmann. „Ich unterstütze KlimaCent, weil zivilgesellschafte Initiativen wirklich wichtig sind, wenn die Politik nichts tut.“

„Es geht uns alle an!“

Niemand stellt den Klimawandel mehr infrage, zumindest nicht ernsthaft. Zahlreiche Fakten sind inzwischen von tausenden Wissenschaftlern zusammengetragen worden (siehe Infobox Seite 8). Dennoch ist die Unterstützung von KlimaCent kein Selbstläufer. „Leider kommen viel zu wenige zu uns – es ist unsere Aufgabe, zu den Menschen zu kommen und Überzeugungsarbeit zu leisten. Doch wir müssen als Zivilgesellschaft und als Wirtschaft weg von Öl, Gas und Kohle. Es geht uns alle an“, betont Punzenberger. Selbst als eine der reichsten Regionen der Welt ist es auch in Vorarlberg schwierig, Überzeugungsarbeit zu leisten. Zahlreiche Organisationen bitten – mit berechtigten Anliegen – um Spenden und Unterstützung, dazu gibt es noch einiges an Greenwashing, also an Produkten, die sich ökologisch-nachhaltig geben, in Wirklichkeit aber nur eine Marke-

ting-Strategie verfolgen. Beim Ökostrom denken sich etwa viele Bezieher, dass sie damit einen großen Beitrag leisten. Auf dem Strommarkt verkauft unter Umständen aber eine Handelsfirma Ökostrom, die einem Ölhändler gehört, der sich mit dem Ökostrom Marktanteile sichert, daneben aber fleißig mit fossilen Energieträgern handelt. Was also tun? „Beim Strom ist hauptsächlich nicht das Produkt entscheidend, sondern die Beurteilung des Rechtsträgers: Macht dieser noch Gewinne mit alten fossilen Energieträgern oder gibt es einen alternativen Rechtsträger, der sicherstellt, dass sich eine Dynamik hin in Richtung erneuerbare Energie im Markt entwickelt?“, beantwortet Punzenberger die Frage.

Ohne Auto ist keine Selbstkasteiung

Der Geschäftsführer selbst lebt vorbildlich, besitzt zum Beispiel kein Auto, sondern nutzt in Schoppernau Carsharing mit einem Elektroauto. (Übrigens: KlimaCent sucht Leute, die gemeinsam ein Elektroauto betreiben wollen, und unterstützt diese.) Ernährt sich möglichst bewusst, ist aber „kein militanter Vegetarier“. Seine Kleidung trägt er so lange, bis seine Frau darüber schimpft, wie abgetragen sie schon ist. Und: Er fliegt nur ganz, ganz selten. Etwa zum 25. Hochzeitsjubiläum. „Überkontinentalflüge habe ich nicht und werde ich nicht machen, aber alle zehn Jahre einen Flug zu einem besonderen Anlass sehe ich als vertretbar an, wenn ein möglichst nachhaltiger Lebensstil gepflegt wird und auch entsprechende Kompensationszahlungen geleistet werden“, erklärt Punzenberger. Nach >>

KLIMACENT

Der KlimaCent ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) und das Folgeprodukt der Ökostrombörse. Beim KlimaCent werden durch eine freiwillige Abgabe von einem Cent pro Kilowattstunde oder pro Kilogramm verursachtem CO2 Klimaschutzprojekte in Vorarlberg oder mit Leitung aus Vorarlberg unterstützt. Über die Fördervereinbarung entscheidet jeder Förderer selbst, in welches Projekt sein Beitrag fließt: in den Klimafonds einer Gemeinde, in ein Klimaschutz-Projekt der AEEV, in Elektromobilität, Energie für Frieden und CO2-Bindung (Humusaufbau und Moorschutz). Privatpersonen, Vereine, Gemeinden oder Unternehmen können Förderer werden. Generell möchte KlimaCent auf drei Ebenen wirksam werden: auf der wirtschaftlichen Ebene durch das Konsumverhalten, auf der sozialen durch Bewusstseinsbildung und Vorbildfunktion in Familie, Freundeskreis und Arbeitswelt und auf der politischen Ebene durch die Unterstützung der erforderlichen Lobbyarbeit für den Aufbau einer weitgehend CO2-neutralen Wirtschaft. Mehr Infos unter: www.klimacent.at

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Mittendrin in V

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eigenen Worten ist es keine Selbstkasteiung, im Gegenteil sei es der Menschheit möglich, sich so zu organisieren, dass es ein gutes und gerechtes Leben für alle gibt. Am Ende ein Satz zum Preis, weil das Geldbörsel eben doch für alle eine Rolle spielt: „Volkswirtschaftlich ist es viel billiger, endlich in erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu investieren als immer nur Reparatur- und Nachfolgekosten in Kauf zu nehmen“, sagt Punzenberger. Das sehen auch immer mehr Bürgerinnen und Bürger so. Nicht zuletzt gelang es Initiativen wie KlimaCent mit inzwischen rund 500 Förderern, und engagierten Gemeinden mittels Gemeindevertretungsbeschlüssen, die Vorarlberger Landesregierung zur Wahrnehmung ihrer Eigenverantwortung für ihre durch die Landesverwaltung verursachten CO2-Emissionen zu gewinnen. „Der Landtag hat einstimmig beschlosssen, zukünftig einen freiwilligen CO2-Kostenersatz von fünf Cent pro Kilogramm ausgestoßenem CO2 zu bezahlen, um sich als erste klimaneutrale Landesregierung zu positionieren und ein Vorbild zu sein“, freut sich Punzenberger.

9 FAKTEN ZUM KLIMAWANDEL ■ 97 Prozent der Fachleute sind sicher: Der Klimawandel ist auch menschengemacht. Lobbyisten der fossilen Industrie streuen seit Jahrzehnten bewusst Zweifel an der Einigkeit der Wissenschaftler – zu Unrecht. ■ Die globalen CO2-Emissionen steigen nach wie vor. Ja, es wird viel getan – doch immer noch zu wenig. ■ Mehr CO2 in der Atmosphäre führt zu höheren Temperaturen. Die CO2-Konzentration der Atmosphäre liegt heute bei über 405 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) – so hoch wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. ■ Die Erde darf sich nicht mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmen. Darüber hinaus könnten Kippelemente mit unbeherrschbaren Folgen ausgelöst werden. Die Erdtemperatur hat sich seit der Industrialisierung bereits um ein Grad erhöht. ■ Die realen Auswirkungen sind oft gravierender als die Vorhersagen. Die Modelle des Weltklimarates gelten als recht konservativ. ■ Die schnelle Klimaänderung könnte das sechste Massenaussterben mit auslösen. Neben der Zerstörung von Lebensräumen durch den Menschen ist auch der Klimawandel mitverantwortlich. ■ Der Hitzesommer 2018 ist auch auf den Klimawandel zurückzuführen. Von Jänner bis Oktober lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland 2,2 Grad über dem Durchschnitt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 137 Jahren. ■ Auch Elektroautos können eine schlechte CO2-Bilanz haben. Entscheidend sind die Bauweise des Autos und die Art des Stroms, mit dem es betrieben wird.

„Die Leute müssen wissen, dass es keine Fantasterei ist, auf erneuerbare Energien umzusteigen, sondern realistisch, machbar und finanzierbar.“ Johann Punzenberger, Geschäftsführer von KlimaCent

■ Jeder einzelne kann etwas ändern. Bis zu 49 Prozent könnte die Welt bei durch Ernährung verursachte CO2-Emissionen einsparen, wenn alle vegan essen würden. Quelle: ZEIT ONLINE, www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/klimagipfel-in-katowice-klimawandel-fakten-mythen-globale-erwaermungwissenschaft, 3. Dezember 2018


#36 / Februar 2019

WASTE’S END Ein Blog von Kristina Heilinger 9.24 Uhr. Nächster Halt Lustenau. Ich bin auf dem Weg zu meinem Austausch nach Thailand, zu fünf hoffentlich ereignisreichen, abenteuerlichen Monaten. Wirst auch du heute irgendwohin fahren, sei es mit dem Auto, Bus, Zug oder Flugzeug? Fast jede/r von uns kann diese Frage bejahen. Daher möchte ich dieses Mal Anregungen dazu geben, wie wir in Sachen Mobilität Abfall und Emissionen vermeiden können. Einige oft genutzte Verkehrsmittel wie das Auto weisen bekanntlich keine gute Ökobilanz auf. Auch wenn das Auto im Alltag hilft, flexibel etwa den Weg zum Unverpacktladen oder in die Berge zurückzulegen und man mit dem Flieger viel schneller am Urlaubsort ist: Verkehr verursacht insgesamt ganze 27 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes (Stand 2015). Doch was die wenigsten wissen: Auch die Reifen von Autos & Co. sind für ein Drittel des weltweiten Abriebs an Mikroplastik verantwortlich! Das ist wesentlich mehr als etwa durch Kosmetikartikel oder Mikrofasern in Kleidung entsteht. Somit empfehle ich

nicht nur aus Klimaschutzgründen, nach Möglichkeit zu Fuß zu gehen oder aufs Rad, auf den Zug oder zumindest den Bus auszuweichen. Je nachdem, welches Verkehrsmittel wir nutzen, können wir weiteren Abfall einsparen. Ich nehme für längere Zugund Busfahrten meine eigene Jause und Leitungswasser oder Tee von zu Hause mit. Zudem kannst du viele Snacks etwa aus der Bäckerei problemlos ohne Einwegverpackungen erwerben. Bitte den Verkäufer dazu, dir dein Essen auf die Hand bzw. in mitgebrachte Stoffserviette oder in die Jausenbox zu geben. So einfach kannst du gesund und abfallfrei genießen! Bei Nachtzugfahrten und im Flugzeug sind Mahlzeiten oft im Preis inbegriffen. Da diese meist in Einweggeschirr daherkommen, empfehle ich, das Menü nach Mö g l i c h k e it abzubestellen. Ich habe mich dazu vorab erkundigt und ein kurzes Mail an das zuständige Unternehmen geschrieben, in dem ich erkläre, warum ich

auf dieses Essen verzichte. So kann auch Food Waste durch nicht gegessene Menüs vermieden werden. Zum Trinken lässt sich im Flieger ein mitgebrachter Mehrweg-Coffee-to-go Becher verwenden. Das spart Einwegbecher ein und Heißgetränke bleiben länger warm. Bevor du jetzt dein nächstes Ticket kaufst, habe ich noch eine Anregung für dich: Ich kaufe immer elektronische Tickets, die ich in meinem Handy und in meinem Laptop einspeichere. Gerade weil Automaten Tickets nicht auf normalem, sondern auf BPA-haltigem Thermopapier drucken, ist dies gut für die Umwelt und für deine Gesundheit. 13.15. Nächster Halt: Bangkok. Welche neuen Herausforderungen werden mich hier erwarten? Das erfährst du in meiner nächsten Kolumne. /9

Ich liebe es, mit dem Zug zu reisen, weil ich dort sehr gut arbeiten kann. Schade, dass keiner nach Thailand fährt!

Lösen Sie es in 60 Sekunden Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden! Lösung

Für Anfänger

100

-34

÷2

+7

×3

-70

÷5

×8

-68

+24 Lösung

Für Fortgeschrittene

18

+78

1/3

der Summe

×7

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zum Quadrat

+36

÷5 +50% der Summe

×5 Lösung

Für Genies

84

-69

zum Quadrat

-75 +120% der Summe

÷6

-1/5

der Summe

+32

÷4

zum Quadrat Lösung auf Seite 39


Mittendrin in V

Luft, Lust und die Weisheit des Körpers 10 /

Christine Gruber (42) ist eine außergewöhnliche Erscheinung. Man sieht ihrem modischen Stil an, dass sie in der Welt herumgekommen ist. Ein kecker Undercut, Herrensakko und leuchtende Augen, wenn sie über ihre beiden Leidenschaften spricht: ihre Arbeit als Luftartistin und ihre Tätigkeit als Körpertherapeutin. Die marie hat die in Lochau lebende Weltenbummlerin getroffen. Ein Porträt.

Text: Brigitta Soraperra Fotos: Frank Andres, Reinold Amann

G

eboren wurde Christine Gruber 1976 in Innsbruck, aufgewachsen ist sie in Vorarlberg, nachdem ihre Mutter, eine Innsbruckerin, mit ihren drei Kindern und ihrem zweiten Mann ins Ländle übersiedelte, als Gruber fünf Jahre alt war. Christine Gruber beschreibt sich als „wildes Kind“, sie sei leidenschaftlich gerne auf Bäume geklettert und sie war eines der Pionierkinder, die die damals neu gegründete Montessori Schule in Altach besuchten. Ein „wildes“ Vorspielen brachte sie ins Musikgymnasium Feldkirch, wo sie zwar mit Begeisterung, aber nicht allzu fleißigem Üben Klarinette und später Fagottspielen erlernte und die Matura machte. Ein besonderer Tanztheaterabend wurde zu ihrer Initialzündung. Der französische Choreograph Phillippe Decouflé gastierte mit seiner Compagnie im Bregenzer Festspielhaus, Gruber sah die explosive Mischung aus Tanz und Akrobatik und war hin und weg. Sie legte ihre Ersparnisse zusammen und reiste nach Berlin, wo sie die Aufnahmsprüfung an der Schule für Darstellende Kunst „Die Etage“ absolvierte, einer Schule für professionelle


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„Wie kann ich als Frau beides sein, also Mutter sein und trotzdem meine eigene sexuelle Persönlichkeit wieder neu finden." Bühnenartistik. Sie hatte keinerlei Vorkenntnisse außer „ein bisschen Ballett“ und eine Kindheit auf Bäumen – und wurde aufgenommen.

Auf den Straßen der Welt

„Nach der Prüfung hatte ich sicher drei Tage lang Muskelkater“, meint Christine Gruber lachend im Gespräch, aber die folgenden Jahre sollten nicht besser werden. Der Unterricht war intensiv, drei Jahre lang, mindestens acht Stunden am Tag, die meisten Lehrpersonen kamen aus dem ehemaligen Osten. Sie lernte Bewegung, Ballett, Pantomime, Schauspiel, Akrobatik, Jonglage und einiges mehr. Schon während des Studiums spezialisierte sie sich auf das Trapez und erarbeitete gemeinsam mit einer Studienkollegin ein Programm, das sie öffentlich zeigten und mit dem sie sich einen Teil ihres Studiums finanzieren konnten. Unterstützung aus dem Elternhaus bekam Gruber keine. „Ich habe nie danach gefragt“, meint sie rückblickend, „mir war wichtig, dass ich unabhängig bin.“ Die junge Studentin genoss ihre Freiheit, auch im experimentierfreudigen Berlin. Es gab dort das „Chamäleon“, damals noch ein freidenkendes Hippie-Varieté, in dem sich Nachwuchskünstlerinnen und -künstler ausprobieren konnten. Das Trapez-Duo „Anders­ zwo“ bekam schnell ein Engagement für eine längere Show und machte von Berlin aus erste internationale Schritte. Acht Jahre blieben die beiden Künstlerinnen zusammen, tourten weltweit auf Straßen- und Zirkusfestivals, hatten auch fixe Engagements, teilweise über Monate hinweg sechs Auftritte in der Woche. Nacht acht Jahren war für Christine Gruber Schluss. „Ich bin fast ins Burnout gerutscht, obwohl es wahnsinnig Spaß gemacht hat, aber irgendwann ging dieses Pensum einfach nicht mehr. Wir hatten auch unterschiedliche Vorstellungen und haben uns schließlich getrennt.“

Allein im Ring

Unter ihrem eigenen Namen erarbeitete die Luftakrobatin daraufhin eine Solodarbietung an den Ringen. „Die Ringe waren ungewöhnlich als Requisit, mit Ringen hat sich damals kaum jemand beschäftigt“, erzählt die heute 42-Jährige, „und ich habe eine Art Marlene Dietrich-Charakter dazu entwickelt, das ist erstaunlich gut angekommen.“ Auch mit dieser Nummer feierte Christine Gruber weltweit Erfolge, 2013 wurde sie sogar extra nach Kanada zum renommierten Zirkusfestival in

Montreal eingeflogen, und 2016 erhielt sie im Roncalli Varieté in Düsseldorf ein fixes Engagement für die Frühlingsshow. Die vielgefragte Artistin war zu diesem Zeitpunkt bereits Mutter, sie hatte zwischenzeitig geheiratet, ihre Tochter kam 2010 auf die Welt. „Ich habe Smilla in ihren ersten Jahren ordentlich durchs Backstage geschleppt“, sagt Gruber, „das Zirkusleben war zwar lässig, aber auch erschöpfend und zunehmend belastend für unsere kleine Familie, obwohl mein Mann mich immer unterstützt hat“. Als die Tochter größer wurde, traf die Künstlerin grundlegende Entscheidungen, sie nahm 2014 – zunächst noch parallel zu Engagements in Deutschland – ein Psychologie-Studium über die Fernuniversität Hagen auf, und beschloss 2016 – nach dem Roncalli-Engagement – ganz mit der Artistik aufzuhören.

Zurück zum Wurzelchakra

Dann sei sie als erstes in eine Art Panikstarre gefallen, beschreibt Christine Gruber diesen herausfordernden Lebensmoment. „Ich hatte Angst, wusste nicht, wie es weitergeht, befand mich in der Krise.“ Wieder spielte ihr der Zufall in die Hände. Sie las das Buch „Vagina – eine Geschichte der Weiblichkeit“ von Naomi Wolf und entdeckte darin ein Interview mit Mike Lousada, einem britischen Körper- und Sexualtherapeuten. Lousada vertritt ein holistisches Bild des menschlichen Körpers und der menschlichen Sexualität. Letztere versteht er als grundlegende Lebenskraft und menschliche Energiequelle, unabhängig von einem Sexualpartner, einer Sexualpartnerin oder Sex als Begriff für Geschlechtsverkehr. „Sex ist not a doing, sex is a being“, ist das Credo von ihm und seiner Partnerin Louise Manzanti, mit der gemeinsam er nach wie vor Vorträge und Workshops hält. Nach dieser Lektüre war Gruber elektrisiert. Was sie hier las, entsprach einer eigenen, geheimen Vision, die sie unmittelbar nach der Geburt ihrer Tochter hatte, die ihr aber im Zuge der neuen familiären Herausforderungen in Vergessenheit geriet. „Es ging um Sexualität und die Frage, wie kann ich als Frau beides sein, also Mutter sein und trotzdem meine eigene sexuelle Persönlichkeit wieder neu finden.“ Die Vorgänge in ihrem Körper während der Schwangerschaft, der Geburt und auch danach habe sie als ganz erstaunlich erlebt, „alles hat sich plötzlich anders angefühlt und hat meine Neugierde geweckt“, sagt sie. „Eine Geburt ist für den weiblichen Körper ein elementares Ereignis, das diesen komplett umstrukturiert, körperlich und energetisch. Es wird viel zu wenig darüber gesprochen, >>

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Mittendrin in V

Christine Gruber war eine der wenigen Artistinnen weltweit, die mit Ringen arbeitete, bevor sie 2016 mit der Akrobatik aufhörte und psychosomatische Sexualtherapeutin wurde.

ausgetauscht und zelebriert, auch die schwierigen Erlebnisse betreffend.“ Für Gruber bildete es eine einmalige Chance, dass Mike Lousada und Louise Manzanti genau zu diesem Zeitpunkt einen neuen Ausbildungszyklus in London anboten, sie überlegte nicht zweimal und begann einen neuen Lebensabschnitt.

Das Gedächtnis des Körpers

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PST heißt die Methode, Psychosomatische Sexualtherapie, es geht um das Wechselspiel zwischen Körper und Seele, das sich auch auf das sexuelle Erleben auswirkt, Christine Gruber wurde zertifizierter PST Practicioner. „Die Ausbildung war so intensiv, dass es mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, das körperliche Training zu vermissen“, sagt sie rückblickend, dennoch bildet ihre jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und seinen Grenzen eine zentrale Grundlage für den neuen beruflichen Weg. „Der Körper weiß genau, was er braucht. Wenn man anfängt, ihm zuzuhören, wenn man seinen Empfindungen Raum gibt, hineinspürt, hineinatmet, dann bekommt man Antworten auf wichtige Fragen und spürt sehr genau, was für einen das Richtige ist. Wir haben nicht nur ein kognitives Gedächtnis, wir haben auch ein Körpergedächtnis. Darin sind all unsere Erlebnisse – die guten wie die weniger guten – gespeichert“, erklärt die mittlerweile als Energetikerin arbeitende Lochauerin. „Wichtig ist aber, als erstes die eigenen Grenzen achtsam zu erkunden und zwingend ernst zu nehmen, denn das haben die meisten in unserer leistungsorientierten Gesellschaft leider verlernt.“

Nahrung für Körper und Seele

Unmittelbar nach der Geburt ihrer Tochter fühlte sich die junge Mutter oft alleine mit den neuen Wahrnehmungen und Prozessen in ihrem Körper. Damals hätte sie sich jemanden gewünscht, der sie dabei unterstützte, sich neu zu orientieren und das Erlebte zu integrieren. Heute bietet Christine Gruber genau diese Unterstützung in ihren Kursen und Einzelstunden an. Nach der Ausbildung in London schloss sie eine Massage-Ausbildung in Zürich an. „Lomi Lomi“ ist eine hawaiianische Heilmassage, die mit gezielten Berührungen den ganzen Körper einbezieht. „Es geht dabei um Nahrung für Körper und Seele und es geht um das Lösen von Blockaden – einerseits ganz körperlich und energetisch, aber auch auf der emotionalen Ebene“, erklärt Gruber. „Lomi Lomi heißt Kneten, Kneten, weil man knetet und dann tiefer knetet.“ Zudem beschäftigt sie sich seit kurzem mit Narben und deren Heilung. S.T.R.E.A.M. heißt die Methode, die

sie sich in Amerika aneignete und die auf neuen und uralten Naturheilpraktiken beruht. Geburtsnarben bei Frauen bilden einen Behandlungsschwerpunkt, aber auch jede andere Narbe kann mit der Methode erfolgreich und ganzheitlich behandelt werden.

Rendezvous mit dem Beckenboden

Seit vergangenem Herbst bietet Christine Gruber gemeinsam mit Carolina Fink, einer ausgebildeten Tanzpädagogin und Yogatherapeutin, unter dem Titel „Rendezvous mit dem Beckenboden“ auch einzigartige Workshops in Vorarlberg für Frauen und Männer an. Dabei geht es um Energiearbeit und Selbsterfahrung, einer Reise zu sich selbst, zu den ureigenen Bedürfnissen, die sich nicht selten im Beckenboden konzentrieren. Dort stecke oft „alter Gram“, sagt Christine Gruber, „dem möchten wir Raum geben, aber nicht problemorientiert, sondern mit Respekt und Behutsamkeit und in einem sicheren und geschützten Rahmen“. „Durch gezieltes Atmen, Meditationen und Körperübungen können diese Blockaden aufgelöst werden“, ergänzt Carolina Fink, die mittlerweile zu unserem Gespräch dazu gekommen ist, „dadurch kann sich ein neues Körpergefühl, eine neue Lebendigkeit eröffnen.“ Es gehe um die lustvolle Energie, die uns unser Körper so selbstverständlich und gratis zur Verfügung stellt, eine körpereigene Kraftquelle, die uns helfen kann, die Anforderungen des Alltags mit Optimismus und Leichtigkeit zu meistern. „Am Ende tanzen wir immer“, sagt Fink, „denn das ist, was der Körper ganz selbstverständlich will, wenn wir ihm die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient hat: sich bewegen“, ergänzt Gruber.

Das sexuelle Paradox

Nach all den Informationen und begeisterten Berichten der beiden Frauen bleibe ich nach unserer Begegnung nachdenklich zurück. Es ist schon erstaunlich: Wir unterliegen in unserer westlichen Kultur und vermeintlich so „aufgeklärten“ Gesellschaft einem seltsamen Paradoxon, was den Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität betrifft. Medial werden wir überschüttet mit (perfekten) nackten Körpern und entblößten Sexualorganen, aber wenn es darum geht, über Sexualität zu reden, die eigene Verletzlichkeit zu thematisieren, sich für etwaige Probleme gar Hilfe zu suchen, bleiben wir stumm und verschämt und damit oft sehr einsam. „Gerade die Geschlechtsorgane wissen, was sie brauchen, wenn man mal anfängt, sie zu spüren, und ihnen zuzuhören“ habe ich Christine Gruber im Ohr, und sie sagte auch: „Man wird nicht weniger intelligent,


#36 / Februar 2019

#FEMALE PLEASURE ist einer der wichtigsten Dokumentarfilme unserer Zeit." (NZZ)

★★★★★

«#FEMALE PLEASURE ist einer der wichtigsten Dokumentarfilme unserer Zeit...»

DEBORAH FELDMAN • LEYLA HUSSEIN • ROKUDENASHIKO DORIS WAGNER • VITHIKA YADAV

Denise Bucher, NZZaS

THE ZONTA CLUB LOCARNO PRIZE

★★★★★

FOR EXTRAORDINARY SOCIAL COMMITMENT

«Jede Frau in diesem Film hat etwas mit der anderen und letztlich mit uns allen zu tun.» Annette Scharnberg, SRF

EIN DOKUMENTARFILM VON

wenn man gut mit seinem Körper in Verbindung ist.“ Ich muss schmunzeln. Wie haben wir es geschafft, unserem Gehirn die Vorherrschaft über unser Leben(sgefühl) zu geben? Warum ist dieses Organ im Kopf, das zweifellos erstaunlich ist, aber oft auch einfach nur ein paar Hirngespinste und manchmal leider auch gefährliches Gedankengut hervorbringt, vermeintlich so viel mehr wert als unsere Organe im Unterleib, die den Fortbestand der Menschheit garantieren und uns Lust und Freude schenken? Diese Fragen muss jede und jeder für sich individuell beantworten. Ich persönlich werde mir als nächstes einen Ausflug in die Landeshauptstadt gönnen und auf eine der von Christine Gruber seit kurzem mit Freunden und Freundinnen unter dem Titel „FADE IN“ im Kesselhaus Bregenz organisierten Deep House Partys gehen. Bei diesen Veranstaltungen geht es „nur“ um „wildes Tanzen“, also darum, dem Körper Raum zu geben, ohne darüber nachzudenken, wie er (respektive sie) wirkt und was die anderen wohl über die Tanzenden denken. TERMINE: Workshops: „Rendezvous mit dem Beckenboden“ am 2. Februar für Männer, am 23. Februar für Frauen. Ort: Feldeggstraße 4, 6922 Wolfurt, Infos und Anmeldung: www.christinegruber.com Nächste Deep House Party „the beauty and the beats“ im Kesselhaus Bregenz: 30. März 2019.

Selbstbestimmt, engagiert, mutig

BARBARA MILLER

#FEMALE PLEASURE Fünf Kulturen, fünf Frauen, eine Geschichte

MONS VENERIS FILMS GmbH • DAS KOLLEKTIV FÜR AUDIOVISUELLE WERKE GmbH • INDI FILM GmbH PRÄSENTIERT IN KO-PRODUKTION MIT SRF / RTS / RSI • ARTE • TELECLUB MIT UNTERSTÜTZUNG VOM FEDERAL OFFICE OF CULTURE FOC • EURIMAGES • ZURICH FILM FUND • SUISSIMAGE • MFG FILM FUND BADEN-WÜRTTEMBERG KAMERA ANNE MISSELWITZ • GABRIELA BETSCHART • AKIBA JIRO SCHNITT ISABEL MEIER MUSIK PETER SCHERER SOUND DESIGN TOM WEBER TONMISCHUNG ANDREAS MÜHLSCHLEGEL LICHTBESTIMMUNG MARTIN KUHNERT REDAKTION ARTE CLAUDIA BUCHER • BEATRICE MEIER REDAKTION SCHWEIZER RADIO UND FERNSEHEN SRF / RTS / RSI URS AUGSTBURGER • IRÈNE CHALLAND • SILVANA BEZZOLA RIGOLINI NATIONALE KOORDINATION SRG SSR SVEN WÄLTI REDAKTION TELECLUB ANKE BEINING-WELLHAUSEN EXECUTIVE PRODUCERS ELLEN RINGIER • ROSWITHA SCHILD • MELANIE WINIGER KO-PRODUZENT AREK GIELNIK PRODUZENT PHILIP DELAQUIS BUCH UND REGIE BARBARA MILLER

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Die Menschenrechtsaktivistin Ute Bock, die sri-lankisch britische Sängerin und Pop-Ikone M.I.A., die amerikanische Richterin Ruth Bader Ginsburg und die fünf Protagonistinnen von Barbara Millers Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ verbindet der Kampf um weibliche Selbstbestimmung, für Menschenrechte und gegen Unterdrückung. Vier Dokumentarfilme bieten im Rahmen der Filmreihe „Starke Frauen“ am Spielboden Dornbirn Einblick in Leben und Wirken dieser mutigen und engagierten Frauen. Do 14.2. und Mi 20.2. jeweils 19.30 Uhr, (auch im Rio Kino Feldkirch am 12./13./14. Februar) #Female Pleasure 5 Kulturen, 5 Frauen, 1 Geschichte Schweiz/Deutschland 2018, 97 min, engl. O.m.U. Di 19.2., 19.30 Uhr, Matangi / Maya / M.I.A. Großbritannien/Sri Lanka/USA 2018, 97 min, O.m.U. Di 26.2.,19.30 Uhr, RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit USA 2018, 98 min, engl. O.m.U. Do 28.2.,19.30 Uhr, Ute Bock Superstar Österreich 2018, 103 min, O.m.U.

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GEMÜSECURRY Würziges und Süßes vom Randig

Erdig, würzig und süß. Wenn es draußen stürmt und schneit, schlägt die Stunde des Randigs. Daniel Mutschlechners Rezepte freuen nicht nur Vegetarier.

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DAN’S PROBELOKAL – PROBIEREN GEHT ÜBER STUDIEREN Das Probelokal von Daniel Mutschlechner ist ein Online-Gasthaus. Alle paar Wochen gibt es frische Rezeptgeschichten. Und als Beilage musikalische Entdeckungen und kritische Blicke auf unsere Gesellschaft. Sagen Sie also niemals „Food Blog“ zu ihm. Herzlich willkommen! www.probelokal.com MUSIKTIPP: Album „The Story“ von Brandi Carlile aus dem Jahr 2007, Produzent T-Bone Burnett, Label Columbia, www.brandicarlile.com Album „Cover Stories“ mit div. Interpreten aus dem Jahr 2017, Label Legacy,

Zubereitung:

Sellerie, Champignons, gelbe Rüben und eine Süßkartoffel schälen, putzen und würfelig schneiden. Alles in einen Topf geben und zwei Minuten brutzeln lassen. Hinzu kommen Currypulver, eine kräftige Prise Salz und Currypaste. Im Weltladen gibt es exzellente rote und grüne Currypasten aus fairem Handel. Sind die Gewürze untergerührt, kommt noch das Tomatenmark dazu. Mit einem Schuss Wein oder Gin ablöschen. Dann umrüh-

Zutaten für vier Personen:

• Randig-Knolle (ca. 300 g) • Sellerie (ca. 300 g) • Süßkartoffel (ca. 300 g) • 3 gelbe Rüben (ca. 300 g) • 1 Zwiebel • 1 Knoblauchzehe • 1 Stück Ingwer • 1 Esslöffel Kokosöl/geröstetes Sesamöl • 1 gehäufter Esslöffel Currypulver • 1 Esslöffel Currypaste • 1 Esslöffel Tomatenmark • 1 Schuss Gin oder Weißwein • 600 ml Gemüsesuppe • 200 ml Kokosmilch • ein wenig Zitronensaft • Pfeffer und Salz Völlig egal, wenn Gewicht oder die Gemüsesorten variieren! Dazu: Brot oder Reis. ren, den Alkohol verdampfen lassen und das Curry mit der Gemüsesuppe aufgießen. Der Eintopf köchelt nun für 20 Minuten vor sich hin. Ist das Gemüse bissfest gegart, geht’s ins Finale. Dazu kommen nun die Kokosmilch, einige Tropfen Zitronensaft, Pfeffer und Salz. Rühren Sie kräftig durch, lassen Sie das Curry nochmals aufkochen und probieren Sie. Dazu braucht es entweder gutes Brot, CousCous oder eine Portion Reis.

RANDIGCRÈME-BRÛLÉE Zubereitung:

In einem Topf den Rahm, die Vanilleschote und den Randig-Saft erhitzen. Inzwischen heizen Sie den Backofen auf 130 Grad Umluft vor. Dann schlagen Sie mit dem Schneebesen die Eigelbe, das Ei und den Zucker schaumig und sieben langsam die Rahm-Vanille-Randig-Mischung dazu. Sie sollte nicht mehr ganz heiß sein, damit die Eimasse nicht gerinnt. Die rosa Flüssigkeit füllen Sie nun in ofenfeste Förmchen. Die stellen Sie in

ein hohes Blech. Ins Blech gießen Sie nun heißes Wasser, das etwa bis zur Hälfte der Förmchen reichen sollte. In diesem Wasserbad garen die Crèmes nun für rund 45 Minuten im Backrohr, bis sie fest werden. Ist die Zeit um, stellen Sie die Förmchen kühl. Vor dem Servieren bestreuen Sie sie mit Rohrzucker, den Sie mit einem Bunsenbrenner abbrennen. Damit entsteht die herrlich knackende Karamell-Schicht, die der Crème Brûlée ihren Namen gibt. Zum

Karamellisieren noch ein paar Prisen Rohrzucker, ich verziere noch mit ein paar gehackten Pistazien.

Zutaten für vier Personen: • 350 ml Rahm • 150 ml Randig-Saft • 5 Eigelb • 1 Ei • 50 g Zucker • ½ Vanilleschote


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ÖSTERREICHS GRÖSSTE FUNDGRUBE

Ja,

ich werde Mitglied im marie-Freundeskreis. Damit unterstütze ich die Arbeit von marie. Meine Jahresspende beträgt:  60,- Euro (Mindestbeitrag für Schüler/Studenten/Senioren)  100,- Euro 

Der 47. Dornbirner Flohmarkt findet heuer am 9. und 10. Februar in den Messehallen 9, 10 und 11 statt. Öffnungszeiten sind am Samstag von 8 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 12 Uhr. Die 430 ehrenamtlichen HelferInnen im Hintergrund sind für den Erfolg verantwortlich. Stellvertretend für alle 18 Abteilungen des Dornbirner Flohmarktes werden allein in den Fachabteilungen der Textilmode im Schnitt rund 600 Arbeitsstunden notwendig, bis die Ware vorsortiert, gesäubert und klassiert ist. So ist es nicht verwunderlich, wenn alle HelferInnen zusammen insgesamt rund 19.000 Stunden aufbringen, um dem Flohmarkt zum Erfolg zu verhelfen. Der Reinerlös aus dieser Veranstaltung kommt jedes Jahr verschiedenen sozialen Projekten zugute. Die Organisatoren, Pfadfindergruppe Dornbirn und der Lions Club Vorarlberg legen dabei großen Wert auf die Unterstützung von Projekten und Bedürftigen, die keinen Halt im sozialen Netz finden.

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Wir versichern, dass Ihre Angaben nur für interne Zwecke bei marie verwendet werden. Ihre Mitgliedschaft im Freundeskreis ist jederzeit kündbar.

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Thema

WENN DIE VOLKSSEELE KOCHT Wie formiert sich Protest im digitalen Zeitalter? Was treibt Frauen wie Eva Fahlbusch und Mechtild Bawart auf die Straße? Welche Proteste waren in Vorarlberg erfolgreich bzw. sind gescheitert? Die marie hat nachgefragt und Antworten gesucht.

„Politik kann die Augen nicht verschließen“

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Wie funktioniert Protest in Zeiten von WhatsApp, Facebook und Twitter? Wie wahrscheinlich ist es, dass die Forderungen der Sonntagsdemonstranten bei den Politikern auch Gehör finden bzw. erfüllt werden? Die marie bat den Politikwissenschaftler und Religionspolitologen Hüseyin Çiçek (41) um seine Einschätzung. Text und Foto: Frank Andres

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er Protest für eine menschlichere Asylpolitik in Vorarlberg ebbt nicht ab. Im Gegenteil: Er wird stärker, er wird lauter, es gehen immer mehr Menschen auf die Straße. In Hohenems, Rankweil, Dornbirn und Bregenz. Für den Politexperten Hüseyin Çiçek kommt dieser Protest nicht überraschend. Angefangen habe alles mit einem umstrittenen Abschiebeversuch einer iranisch-armenischen Familie aus Sulzberg (die marie berichtete ausführlich in der Jänner-Ausgabe). Eine schwangere Frau, ihr dreijähriges Kind und ihr Mann hätten außer Landes gebracht werden sollen. „Das ist den Menschen in Vorarlberg sauer aufgestoßen. Sie haben sich mit dem Schicksal dieser Familie solidarisiert“, betont Politologe Hüseyin Çiçek, der an der Uni Erlangen und der Uni Liechtenstein lehrt. Der Kontakt zwischen Neuankömmlingen und Alteingessenen schaffe in den Gemeinden zudem viel Nähe und Vertrauen. „Das funktioniert zwar nicht immer perfekt, reicht aber aus, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, erklärt Hüseyin Çiçek.

Protest fast in Echtzeit

Die Formen des Protests haben sich durch die neuen Medien stark gewandelt. Heute können wir nicht nur via Zeitung, Fernsehen oder Radio unseren Unmut äußern, sondern mit jedem internetfähigen Smartphone. Über soziale Medien wie WhatsApp, Facebook oder Twitter. „Dabei kann ich mich mit Menschen austauschen, ohne sie vorher zu kennen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu früheren Protestaktionen“, erläutert Hüseyin Çiçek. Und er ergänzt: Menschen, die in den 70er Jahren gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf demonstrierten, hätten sich zunächst auch nicht persönlich gekannt. Aber durch die Organisation des gemeinsamen Protestes seien sich die Menschen persönlich auf der Straße begegnet. „Mit den neuen Medien muss ich heute nicht mehr vor Ort sein, um gegen eine Sache zu demonstrieren. Ich kann mir auch via Internet rasch Unterstützung aus dem In- und Ausland holen“, erklärt Hüseyin Çiçek. Und noch etwas habe sich im digitalen Zeitalter gewandelt. „Alles passiert heute fast in Echtzeit. Die Formierung eines Protests via Tageszeitung oder Fernsehen brauchte eine wochenlange Vorbereitungszeit.“ Zudem sei die Dynamik eines Protestes im Zeitalter neuer Medien rasanter


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Zur Person Hüseyin Çiçek ist promovierter Politikwissenschaftler und Religionspolitologe. In Erzican (Türkei) geboren, kam er als Siebenjähriger mit seiner Familie nach Vorarlberg. Nach dem Abschluss einer Maurer-Lehre absolvierte er die Studienberechtigungsprüfung und studierte anschließend an der Uni Innbruck, der University of New Orleans und Uni Erlangen. Cicek ist wissenschaftlicher Leiter am Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa. Ebenso lehrt er an der Uni Liechtenstein. / 17

geworden und ergreife die Menschen in einem viel größeren Ausmaß als es zum Beispiel Zeitungen oder Fernsehen jemals könnten.

Symbiose aus Alt und Neu

Und wie modern ist die Form des Protests in Vorarlberg? Für Hüseyin Çiçek sind die Sonntagsdemos eine Symbiose aus Altem und Neuem. Der Protest sei durch die Verwendung von neuen Technologien durchaus modern, aber gleichzeitig gingen Menschen bei klirrender Kälte und Regen auf die Straße. Und wie beurteilt der Experte Hüseyin Çiçek die Erfolgschancen dieser Proteste? „Wenn diese noch länger andauern, kön-

Mut, Courage und Protest Mit ihrem Frühlingsschwerpunkt 2019 widmen sich die Montforter Zwischentöne (4. bis 10. März) in Feldkirch der Notwendigkeit, zu widerstehen. Neue und alte Kämpfe für Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit stehen am 4., 5. und 6. März im neuen Jugendhaus Graf Hugo auf dem Programm. Die Montforter Zwischentöne laden drei Experten – die beiden Historiker Werner Dreier und Werner Bundschuh sowie die Kriegsberichterstatterin und Nahostexpertin Petra Ramsauer – ein, über drei Revolutionen zu erzählen und wie wir heute noch von ihren Auswirkungen

nen die formulierten Forderungen in kommende Wahlgänge, wie die Landtagswahl im September, einfließen.“ Denn die Redner bei den Demos seien in der Gesellschaft höchst angesehen. Das erzeuge Sympathie für die Demo-Organisatoren. Und er schickt eine Botschaft in Richtung Entscheidungsträger. „Davor kann die Politik ihre Augen nicht verschließen.“ Das habe sich deutlich beim Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz in Vorarlberg gezeigt, als ihn Bürger zur Rede gestellt hätten. Für Hüseyin Çiçek ist klar: „Die Atmosphäre ist politisch aufgeladen. Die Bürger akzeptieren nicht, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.“

profitieren. Vorarlberger Musiker aus Punk, Rock und Rap machen dazu revolutionäre Musik. Montag, 4. März, 20 Uhr | Die Französische Revolution. Werner Dreier, Historiker, und die Band „Traurig in Europa“ Dienstag, 5. März, 20 Uhr | Die 68er. Werner Bundschuh, Historiker, und die Mutter aller Vorarlberger Rockbands „The Gamblers“ Mittwoch, 6. März, 20 Uhr | Der arabische Frühling. Petra Ramsauer, Kriegsberichterstatterin, Nahostexpertin, und Rapper „Samt“ Veranstaltungsort: Jugendhaus Graf Hugo (neuer Standort) Eintrittspreis: 12,- Euro pro Abend


Thema

Vindex-Gründerin Eva Fahlbusch und Ex-Bürgermeisterin Mechtild Bawart und auf der Sonntagsdemonstration Ende Jänner in Bregenz. Unter vielen und vielem anderen engagieren sie sich bei der Plattform „Uns reicht’s.“

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FRAUEN, DIE HINSCHAUEN

Weibliche Stimmen gegen Missstände und für mehr Menschlichkeit: Auch Vorarlberg hat seine starken, couragierten Frauen, die hinschauen. Gerade auch dorthin, wo es weh tut. Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Dietmar Stiplovsek

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rotestieren hat nicht nur mit Stimme-Erheben, sondern viel auch mit Hinschauen und Hingabe zu tun: Hinschauen, wo’s weh tut und sich dem hingeben, was das Herz zerreißen würde, wenn man’s nicht täte. „Ich hätte nicht mehr in den Spiegel schauen können“, dieser Satz fällt oft, wenn es um die ursprüngliche Motivation eines Engagements geht. Die Geschichte lehrt uns, was Frauen selbst unter widrigsten Umständen an politischer Einflussnahme gelingen kann. Sie zeigt, dass Widerstand oft mehr ist als nur „gegen etwas“ zu sein. Ihn auf destruktives Gebaren zu reduzieren griffe zu kurz, sind

es doch meist humanistische Ideale, die dem Protest sein Treibstoff sind. Sei es Agathe Fessler (1870–1941), Pionierin der modernen Sozialarbeit, die hoch zu Ross und mit kurzem Haarschnitt durch Bregenz ritt. Sei es die sozial wie politisch engagierte Karoline Redler (18831944), die von den Nazis ermordet wurde. Oder seien es gegenwärtig die „Omas gegen rechts“, die vielen Organisatorinnen und Podiumsrednerinnen bei den Demos oder etwa das höchst engagierte Hohenweiler Frauenteam mit ihren friedlichen Protestaktionen: Immer geht es um Rückgrat, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit. Eine der besagten Hohenweiler Frauen erzählt: „Eine tiefe Verbundenheit hat uns veranlasst, diesen Jugendlichen aus Afghanistan

Knapp 1000 Menschen kamen nach Bregenz. Am 10. Februar gehen die Sonntagsdemos in Bludenz weiter.


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bei uns als Pflegekind aufzunehmen. Erstinstanzlich haben wir leider schon einen Negativbescheid erhalten. Es ist unendlich traurig, wenn die Jugendlichen keine Perspektive bekommen.“ Von der Politik fühlt sie sich verhöhnt: „Da wird einerseits das Ehrenamt hoch gehalten und dann tut man was und im Grunde viel mehr, als man müsste und dann fährt man derart drüber. Dennoch würde ich es wieder tun und das obwohl ich früher gar nicht ehrenamtlich tätig war.“

Tritt in den Hintern

„Die Politik hat sich sehr auf ehrenamtliches Engagement verlassen; es wäre damals im Herbst 2015 alles zusammengebrochen, wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht die Initiative ergriffen hätten. Die aktuellen Vorhaben zur Verschärfung der Asylgesetze, die Spaltung der Gesellschaft durch Verbreiten von Unwahrheiten direkt aus dem Innenministerium und der Versuch der Aushebelung der Menschenrechte ist jetzt ein Tritt in den Hintern und auf die Seele. Denn es geht um Menschen; die kann man doch nicht einfach fallen lassen“, zeigt sich die Wahl-Vorarlbergerin Eva Fahlbusch, 59, tief betroffen. Als Geschäftsführerin des Vereins „Vindex-Schutz und Asyl“ sowie als Mitstreiterin bei „Uns reicht’s“ begleitet sie seit Anbeginn die Demonstrationen in

Vorarlberg. Darüber hinaus macht sie sich seit Jahren für Konventionsflüchtlinge und Asylsuchende stark, berät und begleitet – auch im Rahmen der Einvernahmen beim BfA –, bietet Krisenintervention und Empowerment an und setzt Signale in der Öffentlichkeit. Zum Beispiel mit dem alljährlichen „Umbrella March“, bei dem als ein Signal für Schutz und Menschenwürde der Schirm aufgespannt wird. Apropos Schirm: Dass bei der ersten Demo im neuen Jahr trotz strömenden Regens gleich so viele Menschen am Dornbirner Marktplatz erschienen sind, gebe ihr große Hoffnung und sie glaube schon, dass über diese Protestaktionen Wirkung erzeugt werde: „Der Ton hat sich im positiven Sinne verändert, ich höre jetzt viel eher ein Danke für unser Engagement. Außerdem sind die Redner und Rednerinnen zu prominent, als dass man es sich leisten kann, nicht drauf zu reagieren.“ Eva Fahlbusch ist jedenfalls überzeugt, dass auch die Politik inzwischen darüber nachdenken müsse, warum die Leute auf die Straße gehen. Das zivilgesellschaftliche Engagement habe sich ja ebenso wie die Integration kontinuierlich weiterentwickelt: „Das ist nicht einfach nur ein Hype gewesen, das zieht sich nun seit Jahren durch – mit Beziehungen zwischen Vorarlbergern und geflüchteten Menschen bis hin in den allerpersönlichsten Bereich. Mit Freundschaften und Ehen, die geschlossen werden, und Kindern, die zur Welt kommen. Die Gesellschaft integriert sehr wohl, die Politik will’s verhindern.“ Für Eva Fahlbusch ein Hoffnungsschimmer gegen den Kickl’schen Verschärfungsmechanismus. „Man darf nicht aufhören, dagegen zu halten“, besinnt sich die Systemische Familientherapeutin und Vindex-Gründerin immer wieder darauf, was ihre Arbeit auszeichnet: Unermüdlichkeit, Dialog, Mut.

Kämpferin mit Herz

Eine, die bereits in ihrer Funktion als Weiler Bürgermeisterin bekannt dafür war, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen und nichts über eine ordentliche Portion Zivilcourage gehen lässt, ist Mechtild Bawart, 63: „Weibliche Stärke vertragen nicht alle. Manchen war ich zu dynamisch. Ich bin eine Kämpferin und mit meiner impulsiven Art habe

ich auch den einen oder anderen vor den Kopf gestoßen“, reflektiert sie ihre Bürgermeisterzeit und lässt eine Energie und Leidenschaft erahnen, die wohl so manchen überfordert hat. Sie ist sich bewusst, dass es kitschig klingen mag, aber schlussendlich sei es „die Menschenliebe, eingebettet im christlichen Wertekanon“, die über allem stehe und ihr Kompass und Richtschnur sei. Mechtild Bawart ist eine, die sich berühren lässt. Deshalb kümmert sie sich auch seit Jahren um syrische Flüchtlingsfamilien, war Initiatorin der Sonntagsdemonstration in Rankweil Ende November 2018 und wird nicht müde, Bürgermeister­ Innen, Landtagsabgeordnete und die Landesregierung mit den Forderungen der Protestbewegung zu konfrontieren. „Wehret den Anfängen!“ mahnt sie und fragt sich, inwieweit der Wertewandel innerhalb der Regierung den Rechtsstaat schleichend unterläuft und unsere Menschenrechte gefährdet. Ihre Wut und Empörung über unmenschliche Abschiebevorgänge setze den Mut frei, öffentlich die Stimme zu erheben. Schließlich stünde der soziale Frieden auf dem Spiel. Wegschauen sei feige und außerdem noch nie eine Lösung gewesen. Ihre Analyse deckt sich mit jener von Eva Fahlbusch: „Die aktuellen Demonstrationen sind nicht parteipolitisch motiviert, das ist die Zivilgesellschaft, die hier aktiv ist. Allerdings fragt man sich schon, inwieweit es politisches Kalkül ist, dass sich der Vorarlberger Landtag nicht öffentlich hinter die Bevölkerung stellt“. Außerdem fühle sich gerade jeder, der sein Herz geöffnet und geholfen habe, Flüchtlinge zu integrieren, von der Politik veräppelt. „Über Kollektivopfer wird nun die Statistik bedient. Durch die Abschiebungen wird Zahlenmaterial auf dem Rücken der Menschen produziert“, so die Ex-Bürgermeisterin. Ebenso sei sie entsetzt darüber, dass Afghanistan noch immer nicht als „nicht sicher“ eingestuft würde. Doch mag die Ohnmacht noch so groß sein, auf die Straße zu gehen und himmelschreienden Ungerechtigkeiten Stimme und Stimmung entgegenzusetzen, gibt immerhin die Freiheit, Solidarität zu bekunden. Bürgerinnenprotest als Korrektiv für gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen: mutig, menschlich – und jedenfalls nicht zu unterschätzen.

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Thema

Das bringt doch nichts – oder doch? Haben zivilgesellschaftliche Initiativen, Demonstrationen und Proteste einen Effekt, der über die Beruhigung des eigenen Gewissens hinausgeht? Ein Blick in die Geschichte Vorarlbergs zeigt, dass es immer wieder Protestund Widerstandsaktionen gab, die Erfolg hatten. Aber es gab natürlich auch viele Niederlagen.

Text: Markus Barnay, Fotos: Stadtarchiv Bregenz, Fotoarchiv der Zeitschrift Kultur, Stadtarchiv Dornbirn

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s ist schwer vorherzusagen, wann eine Bürgerinitiative Erfolg hat und ihre Ziele durchsetzt – jedenfalls, wenn man die Geschichte des zivilgesellschaftlichen Engagements in Vorarlberg zum Maßstab nimmt. Diese Geschichte begann genau genommen schon unmittelbar nach der Ausrufung des selbstständigen Landes Vorarlberg im November 1918: Damals begann der Lustenauer Lehrer Ferdinand Riedmann gemeinsam mit ein paar Mitstreitern, die Werbetrommel für einen Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz zu rühren. Riedmann zog von Gemeinde zu Gemeinde, hielt Versammlungen ab und erreichte schließlich, dass die Landesregierung eine Volksabstimmung über die Anschlussfrage durchführen ließ. Im Mai 1919, also vor fast genau 100 Jahren, stimmten dann 80 Prozent der Stimmberechtigten für die Aufnahme von Verhandlungen über einen Anschluss an die Eidgenossenschaft. In diesem Fall waren die Gegner dieses Anschlusses aber viel mächtiger: Die Alliierten, die als Sieger aus dem Ersten Weltkrieg hervorgegangen waren, diktierten Österreich bei den Verhandlungen von Saint-Germain einen Friedensvertrag, der zwar vorsah, dass Südtirol zu Italien und ein Teil der Steiermark zum späteren Jugoslawien kam, Vorarlberg war aber schlicht kein Thema. Kundgebungen, Volksversammlungen, Demonstrationen und Aufmärsche waren in den Jahren zwischen 1918 und 1934 an der Tagesordnung, nur handelte es sich selten um parteiunabhängige Veranstaltungen, die von gewöhnlichen Bürgern initiiert wurden, sondern fast immer um Aktionen von Parteien, deren Vorfeldorganisationen oder von Interessensverbänden von Arbeitern oder Bauern. In den Jahren der christlichsozialen und der nationalsozialistischen Diktaturen (19341938 bzw. 1938-1945) wurden Bürgerproteste dann im Keim erstickt, und auch in der Zeit der Besatzung durch französische Truppen waren Demonstrationen eher selten.

Ein Schiffsname als Anlass für die größte Demonstration

Das änderte sich 1964: Die Kundgebungen gegen die Benennung eines neuen Passagierschiffes der Bodenseeflotte auf den Namen „Karl Renner“ 1964 in Fußach und 1965 in Bregenz

waren mit 20.000 bis 30.000 TeilnehmerInnen die größten Demonstrationen, die jemals in Vorarlberg stattfanden. Die treibende Kraft waren die „Vorarlberger Nachrichten“, die in einer wochenlangen Kampagne für den Schiffsnamen „Vorarlberg“ agitiert und schließlich auch zur Demonstration aufgerufen hatten. Das Beispiel „Fußach“ zeigt, dass erfolgreiche Bürgerproteste keineswegs mit einem Anliegen zu tun haben müssen, bei dem die Protestierenden persönlich betroffen sind – schließlich hätte sich im Leben der Demonstranten nicht das geringste geändert, wenn das Schiff als „Karl Renner“ statt als „Vorarlberg“ über den Bodensee gefahren wäre. Im Gegensatz dazu ging es bei den Protesten gegen ein geplantes Heizkraftwerk und später gegen ein Atomkraftwerk im Schweizer Rheintal bei Rüthi sehr

Über 20.000 Teilnehmerin-

wohl um Befürchtungen, die das Leben nen kamen wegen einer der Menschen betroffen hätten: EmissiSchiffstaufe nach Fußach. onen, mögliche Unfälle, Beeinträchtigungen der Lebensqualität und der Gesundheit der Anrainer. Aber auch in diesem Fall waren die VN die wichtigste Plattform für die Verbreitung der Anliegen der Bürgerinitiative.


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Im Juli 1971 trugen hundert Trauergäste das von der Landesregierung verbotene, zweite „Flint"-Festival zu Grabe.

Erfolgreicher Protest auch ohne VN?

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Waren Bürgerproteste in Vorarlberg nach 1945 immer nur dann erfolgreich, wenn sie von den VN massiv unterstützt wurden? Das darf zumindest in einem Fall bezweifelt werden: Als sich 1981 im Lauteracher Ried 3000 Anrainer, Naturschützer und sonstige besorgte Bürger versammelten, um gegen die geplante Autobahnverbindung in die Schweiz zu protestieren, standen die VN den Demonstranten jedenfalls nicht mit einer regelrechten Kampagne zur Seite. Dass die seit den 1960er Jahren diskutierte S 18 – oder wie auch immer das Projekt einer Verbindungsstraße von der A 14 zur Schweizer Grenze heute heißt – noch immer nicht gebaut ist, lag freilich nicht nur an den Bürgerprotesten aus Vorarlberg, sondern auch am Widerstand der Schweizer Grundbesitzer und nicht zuletzt an den Umweltgesetzen der Europäischen Union, die nicht so einfach zu umgehen waren, wie sich das manche Politiker gewünscht hätten. Und das Beispiel „Pro Vorarlberg“ zeigt, dass auch eine massive VN-Kampagne keine Garantie für einen Erfolg ist: Die vom VN-Chefredakteur Franz Ortner und dem früheren Landesamtsdirektor Elmar Grabherr angeführte Bürgerinitiative erreichte zwar, dass eine Volksabstimmung über die „Stärkung der Stellung des Landes (der Länder)“ durchgeführt wurde, erreicht hat sie dennoch so gut wie nichts. Von den VN zwar begleitet, aber im wesentlichen von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus ganz unterschiedlichen Lagern, Alters- und Berufsgruppen getragen war eine Kampagne, mit deren Erfolg eigentlich gar niemand gerechnet hatte: Am 5. November 1978 lehnte eine knappe Mehrheit der Österreicher die Inbetriebnahme des bereits fertiggestellten Atomkraftwerks Zwentendorf in Niederösterreich ab, und obwohl nur vier Prozent der Wahlberechtigten in Vorarlberg leben, fielen in diesem Fall die 84 Prozent „Nein“-Stimmen aus Vor-

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Jugendliche gingen in Vorarlberg auf die Straße, um für Freiräume in Form von Jugendhäusern zu demonstrieren.

arlberg durchaus ins Gewicht. Und die waren Gruppen wie „Ärzte gegen Atomkraft“, „Lehrer gegen Atomkraft“ oder „Mütter gegen Atomkraft“ zu verdanken, die in ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld, aber auch gemeinsam auf großen Kundgebungen für ein Nein zur Atomkraft warben.

Kommt Zeit, kommt Erfolg?

Und selbst Bürgerproteste, die zunächst erfolglos bleiben, können mitunter längerfristig etwas bewegen: Als im Juli 1971 mehrere hundert Trauergäste das von der Landesregierung unter einem fadenscheinigen Vorwand verbotene zweite „Flint“-Festival zu Grabe trugen, war das nicht das Ende jugendlichen Protests gegen Einschränkungen der kulturellen Freiheit, sondern eher eine Art Initialzündung: Etliche Aktivisten von damals blieben weiter aktiv und erkämpften sich in den folgenden Jahren Freiräume in Form von Jugendhäusern, Kulturfestivals und Kulturzentren wie dem Spielboden Dornbirn. Dieser Text ist die Kurzfassung eines Vortrages, den Markus Barnay am Spielboden Dornbirn gehalten hat. Markus Barnay ist Redakteur des ORF Vorarlberg, Gestalter von TV-Dokumentationen und Autor zahlreicher Publikationen, die sich mit Aspekten der Vorarlberger Geschichte beschäftigen.


Mittendrin in V

Sunnahof sucht Zivildiener für März und April Für den nächsten Turnus ab März und April hat der Sunnahof in Göfis noch Zivildienststellen anzubieten. „Ja zum Zivi“ bedeutet wertvolle Erfahrungen zu machen und seine soziale Kompetenz zu stärken.

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Der Bio-Bauernhof der Lebenshilfe Vorarlberg ist beispielhaft für eine nachhaltige und zukunftsweisende Arbeit mit und von Menschen mit Behinderungen. „Um den von uns begleiteten Personen eine größtmögliche Lebensqualität bieten zu können, sind wir auf die Unterstützung von Zivildienern angewiesen. Ab März hätten wir noch eine Zivi-Stelle in der Gastronomie und ab April eine in der Landwirtschaft zu vergeben. Wir

freuen uns über Kurzentschlossene, die sich bei uns melden und die Chance für sich nutzen“, erklärt Geschäftsführerin Michaela Wagner-Braito.

Gleich anmelden

Beginn des aktuellen Turnus ist am 1. März. Die weiteren Turnusse starten im April, Juli, Oktober und Dezember. Generell gilt: Je früher die Bewerbung erfolgt, desto besser können die Wünsche

der angehenden Zivildiener berücksichtigt werden. Anmeldungen bitte direkt an Michaela Wagner-Braito unter Tel.: 05523 506 oder per E-Mail an sunnahof@lhv.or.at Das Sunnahof-Team begleitet derzeit 98 Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Arbeiten und Wohnen. Mehr auf www.sunnahof.or.at

S C HAC H - E C K E GM Andrei Volokitin (Jenbach) GM Sasa Martinovic (Hohenems) 1. Bundesliga in St. Veit an der Glan 2019 1

Wie gewinnt Weiß am Zug Material?

FM Dmitrij Anistratov (Götzis) FM Manuel Weissenbeck (Pressbaum) 1. Bundesliga in St. Veit an der Glan 2019

GM Matthias Blübaum (Jenbach) IM Mark Kvetny (Götzis) 1. Bundelsiga in St. Veit an der Glan 2019

2 Wie gewinnt Weiß am Zug durch eine Figurenablenkung?

3 Wie kann Weiß am Zug entscheidendes Material gewinnen?

Lösung auf Seite 39


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widerstehen

Ăœber Mut, Courage und Protest 8. Februar bis 10. März 2019 Eine Veranstaltungsreihe des Montforthaus Feldkirch montforter-zwischentoene.at

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Mittendrin in V

Leben, um zu arbeiten? Oder besser umgekehrt? CAFÉ 24 /

Für diese Ausgabe im marie-Themencafé zu Gast: ■ Michael Lederer, 35, aus Höchst, interimistischer Leiter des Büros für Zukunftsfragen und in Bewerbungsgesprächen für die fixe Leitung ebendieses, derzeit in Väterkarenz. ■ Monika Wohlmuth-Schweitzer, 44, aus Lauterach, Geschäftsführerin „Tag eins, Büro für Wandel“, Kernjahr-Projektleiterin, Pädagogin, Coach, Personalentwicklerin. ■ Christoph Winder, 43, aus Dornbirn, Personal- manager und Vorstandsmitglied bei Haberkorn, seit 2008 als „great place to work“ ausgezeichnetes Unternehmen mit 334 MitarbeiterInnen am Standort Vorarlberg. ■ Lisa Schmidinger, 19, aus Dornbirn, aktuell in der „Entdeckungsphase“ als Kernjahr- Teilnehmerin, Traumberuf: Tätowiererin.

Wie definieren wir Arbeit? Wollen wir uns mehr der Karriere oder unserer Work-Life-Balance widmen? Wie viel Selbstverwirklichung steckt in den Jobs von heute? Und was sagen eigentlich die Jungen? Moderation und Aufzeichnung: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Christina Vaccaro

Für die einen sind Stress und dichte Arbeitswochen nach wie vor ein Statussymbol, andere setzen auf eine ausgewogene Work-Life-Performance. Arbeitszeitmodelle werden individualisiert, Sabbaticals liegen im Trend und die Väterkarenz hat auch Vorarlberg erreicht, wennschon sie so mancherorts noch mit Argusaugen betrachtet wird. Lebenslängliche Anstellungen sind jedenfalls passé, die Digitalisierung gefährdet bestehende Arbeitsplätze, gleichzeitig kennen wir viele zukünftige Berufe aber noch gar nicht. Da soll sich noch einer auskennen ... marie: Inwiefern spürt ihr eine Veränderung in Bezug auf Anforderungen und Erwartungen – gerade von Seiten der Jungen, die am Sprung in die Arbeitswelt sind? Monika Wohlmuth-Schweitzer: Wenn man jemanden vor 30 Jahren gefragt hätte, warum er arbeiten geht, hätte er geantwortet: „Zum Geldverdienen, als Mittel zum Zweck“. Das ist, glaube ich, heute auch noch so, aber es kommen Erwartungen dazu. Ich habe mich gerade auf der Lehrlingsmesse umgehört, die Jugendliche meinten: „Wir wollen Geld verdienen, wir wollen nette Kollegen und gute Chefs. Und wir wollen Spaß haben.“ Christoph Winder: Das Schwierige an Entwicklungen ist ja, dass sie in ihrem Prozess nicht unmittelbar wahrnehmbar sind, sondern meistens erst retrospektiv als solche identifiziert werden. Heute redet niemand mehr von einer Lebensstellung, das ist das eine. Und das Zweite, das damit verbun-


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den ist: Man definiert sich immer weniger über die berufliche Tätigkeit. Die Gestaltung der Freizeit hat da speziell für Jüngere an Stellenwert gewonnen. Und trotzdem tue ich mir schwer, mit plakativen Generationsbegriffen wie Generation Y (Anm.: Englisch für Why – Warum?) zu operieren. Wenn wir einen Blick auf die Maslowsche Bedürfnispyramide werfen, dann folgt dem Bedürfnis nach Sicherheit, sozialer Teilhabe und Wertschätzung der Wunsch nach Selbstverwirklichung und diese assoziiere ich mit Sinn und persönlicher Wertehaltung. Ab dem Zeitpunkt wird es sehr individuell und eben nicht pauschalierbar. Die Grundbedürfnisse sind meist abgedeckt, deshalb ist es wichtig, der eigenen Tätigkeit Sinn zu geben. Das fordert uns als Arbeitgeber, schafft aber Bindung und Identifikation. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Früher gab es ein Arbeitszeitmodell, ein Lohnschema, in das man dich reingetan hat. Jetzt habe ich manchmal das Gefühl, das Pendel schlägt ein bisschen ins andere Extrem aus, in Richtung „Erfüll’ mir meine individuellen Wünsche“. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wie weit sie mitgehen können, damit es noch für alle gut ist. Wie siehst du das, Lisa? Lisa Schmidinger: Uns setzt man beim BIFO eine Liste vor – unter dem Motto, sucht euch was aus und macht das. Die einen werden dann Kunststofftechniker oder Frisörin und sind auch durchaus leidenschaftlich dabei. Aber so wirklich zu sagen, das ist zu 100 Prozent, was ich das Leben lang machen will, das ist es nie. Man macht halt, was es grad gibt. Wenn es keine Stelle als Grafiker gibt, dann sagen sie dir, dann werde halt Florist, das ist auch ein kreativer Beruf. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Aber wie viele Berufsbilder sind denn überhaupt noch greifbar? Selbst meine Kinder haben, als sie klein waren, gesagt, „die Mama schreibt gelbe Zettel und redet den ganzen Tag“, wenn sie erklären sollten, was ich mache. Firmen werden immer größer, Tischler und viele andere Berufe erlebst du gar nicht mehr unmittelbar. Wie soll ich denn dann wissen, was mich interessieren würde, wenn mich nicht der Zufall dahinführt? Woran hast du, Michael, dich bei deiner Berufswahl orientiert? Michael Lederer: Ich habe Michael Lederer verbucht seine Väterkarenz als spannende Erfahrung. Dieses Arbeits- bzw. Lebensmodell sorge durchaus noch für Irritationen. Gerade wenn man eine Leiterposition innehat.

Monika Wohlmuth-Schweitzer träumt von einer To-do-Liste für eine bessere Welt und hat sich als Kind gewünscht, „Schatzsucherin“ zu werden. Heute hilft sie u.a. im Projekt „Kernjahr“ jungen Menschen, ihre Potenziale zu entdecken und erste Schritte in die Berufswelt zu machen.

das Gymnasium absolviert und bin am Markt vorbei produziert worden. Wenn es darum geht, seinen Beruf oder Berufung zu finden, habe ich ein schönes Bild dazu: Da ist diese eine Linie, die darstellt, was die Welt grad braucht und eine weitere Linie symbolisiert, was man gerne einbringen würde. Und den Schnittpunkt dieser zwei Linien zu finden, ist die große Kunst und Herausforderung. Ich kann mich erinnern, Lisa, wir haben in der Schule auch Berufsberatung gehabt. Ich war begeistert von Chemie und überzeugt davon, Pharmazie zu studieren. Über ein Projekt wurde mir dann allerdings klar, ich muss was ganz anderes machen, möchte viel eher erkunden, wie Gesellschaft funktioniert und habe angefangen, Soziologie zu studieren. Da hat auch keiner gesagt, das ist das, was die Gesellschaft braucht. Was war dein Beweggrund beim dritten Kind in die Väterkarenz zu gehen? Und gab es für diese Entscheidung auch Wertschätzung von außen? Michael Lederer: Einerseits wollte ich mir eine Nachdenkpause gönnen, andrerseits qualitative Zeit mit meinen Kindern verbringen. Die Jahre davor ist das oft zu kurz gekommen. Viel zu tun zu haben ist natürlich nach wie wie vor eine Art Statussymbol. Ich werde jetzt, wenn die Vormittage freier werden, weil die Kleinste in der Spielgruppe ist, schon auch schräg angeschaut, wenn ich untertags die Freiheit genieße, mir einen Kaffee zu gönnen oder ein Buch zu lesen. Weil normale Ansprüche und Erwartungshaltungen andere sind. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Hast du das Gefühl, es ist Irritation, im Sinne von „das tut man nicht“ oder ist es eher Neid? Michael Lederer: Vielleicht ist es das Phänomen des Ungewohnten, das Reaktionen in beide Richtungen auslöst: Da Begeisterung und Zuspruch, dort andere Reaktionen durch andere Wertehaltungen. Ich habe auch bei meiner Bewerbung für die Leitung des Büros für Zukunftsfragen jetzt ganz klar gesagt, ich möchte 80 Prozent arbeiten, 100 Prozent kommen nicht in Frage. Das sind vielleicht schon Ansprüche, die sich als Muster oder Wertehaltungen auf Grund gesellschaftlicher Prägungen der sogenannte Generation Y erkennen lassen. Individualisierung und Flexibilisierung führen zum Anspruch, nicht alles in Bezug auf Sinn und Selbstverwirklichung in den Erwerbsarbeitskontext zu stellen. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Und weil wir in einer Zeit leben, in der wir es uns vom Wohlstand her leisten können. Viele

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Mittendrin in V Im Themencafé haben wir uns unter anderem die Frage gestellt: War früher alles besser? In Bezug auf die Berufswahl zumindest wohl ein Stück weit einfacher. Für das Heute gilt: Simpel gestrickte Antworten sind von gestern.

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Diskussionen führen wir ja auch, weil es uns so gut geht. Lisa, wenn du Wunschkonzert spielen könntest ... Lisa Schmidinger: ... würde ich Tätowiererin werden. Mit einem fixen Gehalt. Und es wäre mir wichtig, mit den Leuten auszukommen, etwas zu lernen, etwas für mein Leben mitzukriegen. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Vielleicht müssten wir mehr Elternarbeit leisten. Denn das ist stets die Arbeit der vorangehenden Generation: zu akzeptieren, dass sich Bilder ändern, dass es Berufe gibt, von denen ich ein Bild habe, das zu meinem Leben vielleicht nicht passen würde. Lisa Schmidinger: Wir Jungen sind auch alle etwas planlos, weil wir so viele Möglichkeiten haben. Michael Lederer: Das Problem ist ja übertragbar in alle Lebensbereiche. Geh‘ einen Laptop kaufen – die Wahlmöglichkeiten führen zu Überforderung aus der Fülle heraus. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Das ist das eine Thema und das zweite ist: Wir erwarten heute von den Jugendlichen, dass sie sich selber drum kümmern. Früher ist der Vater beim Musikverein neben dem Kollegen gehockt und hat gefragt, ob er ihm dem Sohn schicken kann. Heute will der Sohn etwas Anderes als sein Vater und steht vor einer Überforderung, vor einer Riesenentscheidung, gerade auch, wenn man ihm davor viel abgenommen hat. Christoph Winder: Der Arbeitsmarkt hat sich völlig gewandelt. Unternehmen sind zunehmend gefordert, sich bei potenziellen Mitarbeitern zu bewerben. Wir haben Slogans diesbezüglich reflektiert und unsere Lehrlinge haben für „Du musst dich nicht gleich Christoph Winder setzt auf Empathie und damit auf das, was uns von Maschinen unterscheidet. Von einfachen Lösungen auf komplexe Themen hält er hingegen nichts.

entscheiden“ plädiert. Bei uns kann ein Lehrling durch alle Bereiche rotieren ... Lisa Schmidinger: Aber man ist durch die Lehrstelle gesichert? Christoph Winder: Ja, genau, man lernt viele Bereiche kennen und spezialisiert sich erst im dritten Lehrjahr. Ich habe mir zugegebenermaßen extrem schwer getan mit dem Slogan, aber er hat gewonnen und die Diskussion heute bestätigt die Wahl. Wenn Arbeitgeber um ihre Mitarbeiter buhlen müssen: Was sind eure Empfehlungen für Unternehmen, Monika? Monika Wohlmuth-Schweitzer: Ich habe im Zuge meiner HTL-Trainings eine Klasse gefragt, wann ein Unternehmen für sie attraktiv ist. Ihre Antwort: „Wenn sie nicht jeden nehmen. Wenn es nicht leicht ist, hineinzukommen.“ Die Begehrlichkeit steigt also, je schwerer es ist, irgendwo reinzukommen. Denn es bedeutet, wenn du es schaffst, bist du echt gut. Lisa, womit könnte dich Christoph locken? Lisa Schmidinger: Mit der Challenge, dass ich auch was leisten muss, dass es Anforderungen gibt, eine Aufgabe, die ich am Ende erfüllt haben muss. Und ich möchte dann selber entscheiden dürfen, ob ich weitermache, ob es mir gefällt. Immerhin ist ja Haberkorn ein „great place to work“ ... Christoph Winder: Ja, das ist ein Wettbewerb unter Arbeitgebern. Die Ergebnisse sind höchst interessant. Zum Beispiel die Generationenauswertung: 92 Prozent der unter 40-Jährigen sagen, dass sie bei uns „einen sehr guten Arbeitsplatz“ haben, für knapp 60 Prozent von ihnen, ist „die Arbeit weit mehr als nur ein Job“. Bei den über 40-Jährigen lag diese Zahl bei über 80 Prozent. Ich leite davon ab, dass, auch wenn der Arbeitsplatz als sehr gut empfunden wird, die Jüngeren offensichtlich Arbeit weniger stark identitätsstiftend wahrnehmen. Es ist tendenziell öfter einfach ein Job. Wenden wir den Blick noch in Richtung Digitalisierung. Fluch oder Segen? Christoph Winder: Natürlich kann ich jede Entwicklung als Bedrohung sehen. Vor Kurzem habe ich den Satz gelesen: Digitalisierung ist keine Grippe, die irgendwann weggeht. Die Frage ist, was sind im Zusammenhang mit der Digitalisierung Kompetenzen für die Zukunft. Natürlich muss man das technisch beherrschen, da werden ein paar Themen stärker auf uns zukommen. Was Maschinen allerdings nicht abbilden können, ist empathisch zu sein. Darin liegt eine große Chance: in der


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Kernkompetenz Empathie. Und die Väterkarenz, Michael, ein Modell, das funktioniert oder einem doch nur Steine in den (Karriere-)Weg legt? Michael Lederer: Ich würde sagen, es ist schon ein gewisses Hindernis. Aber für mich ist die Karenzzeit auch Teil der Selbstverwirklichung im weiteren Sinne und meine Einbußen sind überschaubar. Ich habe allerdings das Thema unlängst mit einem guten Freund diskutiert, der einen klassischen Leistungsjob mit einem Minimum von 60 Stunden in der Woche hat. Für ihn wäre es unvorstellbar. Für mich ist es wiederum unvorstellbar, mich so zu verausgaben. Seit 2010 auf 2018 verzeichnet Vorarlberg allerdings einen Rückgang von 3,8 Prozent in Sachen Väterkarenz. Ich kann mir das nicht erklären, weil Lisa Schmidinger findet: „Wir jungen haben zu viel Auswahl. Man weiß gar nicht mehr, was man will.“ Im Kernjahr darf sie sich selber entdecken, muss raus aus der Komfortzone, rein in den Übungsraum, wo Fehler und Unsicherheiten erlaubt sind.

es eigentlich vom gesellschaftlichen Bild zunehmend attraktiver wird und der ökonomische Aspekt in vielen Fällen nicht mehr schlagend ist. Christoph Winder: So gut wie alle nehmen bei uns den Papamonat in Anspruch. Karenzzeit deutlich weniger. Wir haben Fälle von Väterkarenz durch alle Ebenen, können diese aber am Standort Vorarlberg an einer Hand abzählen. Wer ist wertvoller fürs Unternehmen, Christoph: Ein Mitarbeiter, der 60 Stunden die Woche fürs Unternehmen da ist oder in seine Freizeit investiert? Christoph Winder: Letztlich geht es ums Ergebnis. Wir legen wert aufs Ergebnis und nicht auf Präsenz. Wir schauen gut auf Arbeitszeiten, logischerweise, und tun viel im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung. 60 Stunden sind absolut unüblich. Und noch ein Konzept, das immer wieder diskutiert wird: Das bedingungslose Grundeinkommen. Was für Träumer oder Visionäre? Michael Lederer: Ich finde das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens eine total wichtige Utopie, grad im Diskurs ums derzeitige Wirtschaftssystem. Wenn es um Schlagworte wie das „Ende des Wachstums“ und um mögliche Alternativen geht, dann sehe ich solche Utopien als ein interessantes Gedankenspiel, das ich mit einer gewissen Neugier verfolge. Was würde denn da genau passieren, wenn wir tatsächlich in diese Richtung gehen würden? Wir (Anm.: das Büro für Zukunftsfragen) unterstützen seit vielen Jahren das Freiwilligen-Engagement im Land und ich bin überzeugt davon, dass der Mensch

eine intrinsische (Anm.: innere, aus sich selbst entstehende) Motivation hat, sich in der Gesellschaft und in seinem Umfeld einzubringen. Ich kann auch den Argumenten gegen das Konzept was abgewinnen, bin aber rein intuitiv auf der positiven Seite. Es wäre ein spannendes Experiment, das an den Grundfesten von gesellschaftlich Überzeugungen rüttelt und auch Sozialpolitik ganz anders funktionieren lassen würde. Beißt sich dieses Konzept mit deiner Idee von Leistung, Christoph? Christoph Winder: In der Diskussion, einfache Lösungen auf komplexe Themen zu finden, da ist das bedingungslose Grundeinkommen gefährdet, als solche wahrgenommen zu werden. Ich finde es aber natürlich interessant über die Grenzen des Wachstums zu reden, keine Frage. Da werden wir auch gefordert sein, da wir faktisch wissen, dass wir mehr verbrauchen als uns zusteht. Diese Diskussionen zu führen halte ich für extrem wichtig, aber ich wüsste nicht, wie das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen wäre. Monika Wohlmuth-Schweitzer: Wir haben aktuell eine „Liste“ an Jobs, für die gibt’s Geld. Wie wäre es, diese Liste größer zu machen? Denn wir haben Themen auf dieser Welt, an denen man – eben auch entgeltlich – arbeiten müsste. Ich träume immer davon, dass der Begriff Arbeit größer definiert und die Liste größer wird. Im Sinne von: Hier sind die Themen und das ist mein Potenzial. Davon träume ich. Lass uns eine „Das-Ist-Zu-Tun-Liste“ machen, die der Welt hilft. Abschließend: Was steht auf der Visitenkarte eures Lebens? Lisa Schmidinger: Ich fühl’ mich als Künstlerin und als das, was dieser Begriff alles beinhaltet. Einen Lebensstil, der dich selber zum Ausdruck bringt, wie du lebst und denkst. Christoph Winder: Da fallen mir viele Geschichten ein: Vater, Gestalter, Bergsteiger, Partner ... Michael Lederer: Gastgeber. Das betrifft alle Bereiche, von Partys zuhause bis hin zu großen Prozessen, die wir managen. Und bis zu einem selber: Sich selbst ein guter Gastgeber sein und sich zu fragen, was brauche ich, wo stehe ich? Monika Wohlmuth-Schweitzer: Ich habe mir früher immer gewünscht, dass auf meiner Visitenkarte „Schatzsucherin“ steht. Das bin ich als Mama, das bin ich ganz viel als Monika: Indem ich hinschaue, was da ist, wie wir dorthin graben, welches Werkzeug wir dazu brauchen. Vielen Dank fürs Gespräch! Infos zum Orientierungsangebot „Kernjahr“ - Experimentierraum und Coaching für Jugendliche: www.kernjahr.at

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Mittendrin in V

„Möbel sollten kompostierbar sein” Wolfgang und Christoph Mähr hatten eine Idee: zu 100 Prozent biologisch abbaubare Möbel herstellen. Vergangenes Jahr schafften sie in ihrer Tischlerei Mähr in Feldkirch-Nofels den Hocker „Dreiblatt“, zurzeit tüfteln sie an Wohlfühlei und Babywiege „Schlüfer“. In diesem Monat soll dessen Anfertigung in einer Kleinserie starten. Text: Christina Vaccaro Fotos: Alexander Duelli, Marvin Hopfner

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wird es sowohl mit einer möglichen Wiederverwertung als auch mit der Kompostierbarkeit schwierig bis unmöglich.

Firma namens „Organoid“, die ein Verfahren entwickelt hat, nach dem Pappmachee-Prinzip von der Schale bis zum Carport Gegenstände zu erzeugen – auf Basis eines biologisch abbaubaren Bindemittels. „Das mit Natur-Pur ist dann am Weg entstanden. Wir sagten uns: Wenn wir so eine Möglichkeit haben, verfolgen wir sie weiter. Das Grundgerüst ist perfekt, die ganzen Accessoires müssen es dann aber auch sein“, erklärt Wolfgang Mähr. Deshalb wird das zweite Spurenlos-Produkt „Schlüfer“, ein Wohlfühlei, eine Babywiege und Lesehöhle, mit Filz aus Schafschurwolle ausgekleidet und mit Hanfseilen zur Befestigung ausgestattet. Damit besteht der „Schlüfer“ (vorarlbergerisch für hineinschlüpfen) zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien und ist nach einer langen Nutzungsdauer kompostierbar. Dieser Ansatz wird auch Cradle-to-Cradle genannt (siehe Kasten rechts).

Von der Kante zur Kurve

Hürden und Ziele

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ine Tischlerei, die Möbel entwirft, welche nach ihrem langlebigen Gebrauch keine Überreste hinterlassen? Das klingt nicht nur visionär, es ist es auch. In Österreich fallen jährlich über 62 Millionen Tonnen Abfall an – bei knapp neun Millionen Einwohnern sind das über sieben Tonnen pro Kopf (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus). Darin beinhaltet ist alles Mögliche, Bauabfälle etwa oder Altfahrzeuge. Dennoch: Betrachtet man nur den Haushaltsabfall, so fallen immer noch 488 Kilogramm pro Person und Jahr an. „Ich finde, das ist zu viel“, sagt Wolfgang Mähr, „darum hatten wir die Idee: Möbel sollten kompostierbar sein.“ Der 40-jährige Experte für Möbel- und Innenausbau ist für das Design zuständig, sein Bruder Christoph für die Umsetzung. Während im Bereich Lebensmittel das Schlagwort „Nachhaltigkeit“ längst Einzug gehalten hat und auch beim Thema Kleidung wichtiger wird, boomen Möbelhausriesen mit Billigware noch immer. Spanplatten (ein Gemisch aus gepressten, geleimten Spänen) anstelle von naturbelassenem Massivholz, Plastikverschraubungen, künstliche Beschichtungen – jedes Mal, wenn natürliche mit synthethischen Stoffen vermengt werden,

Inzwischen gibt es bei der Tischlerei die Untermarke „Spurenlos Möbeldesign“. Die ursprüngliche Motivation vor sechs Jahren lag dabei im Wunsch, von eckigen Kastenmöbeln wegzukommen und mehr „organische“ Formen, also kurvige, runde Konturen einzusetzen. Dadurch stießen die beiden Mährs auf eine Tiroler

In diesem Monat soll die Anfertigung der ersten zehn „Schlüfer“ beginnen. Wie bereits bei ihrem ersten Produkt, dem Hocker „Dreiblatt“, griff die Tischlerei auch hier erfolgreich auf Crowdfunding zurück. Finanziert wird das Spurenlos Möbeldesign im Grunde aber über den Möbelbau der Tischlerei. Langfristiges


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Die Tischlerbrüder Christoph und Wolfgang Mähr (großes Bild) stecken hinter dem Wohlfühlei "Schlüfer" (linkes Bild) und dem Hocker "Dreiblatt" (unten).

"Wir versuchen hier keine Gewinne zu erzielen, sondern einfach kostendeckend zu arbeiten. Unsere Motivation ist, unsere Philosophie nach außen zu tragen" Ziel ist natürlich, dass sich Spurenlos einmal selbst trägt. „Wir versuchen hier keine Gewinne zu erzielen, sondern einfach kostendeckend zu arbeiten. Meine Motivation ist, unsere Philosophie nach außen zu tragen“, so Mähr dazu. Der Vater von vier Kindern weiß, dass 200 Euro viel Geld sind. Diese sollen gut investiert und in eine regionale Wertschöpfung eingebunden sein. Mähr, der von klein auf mit seinem Bruder viel im Wald unterwegs war und naturbezogen aufgewachsen ist, freut sich heute über jedes „Dreiblatt“-Stück, das er an Menschen übergeben kann, die damit eine echte Freude haben. Zwei Herausforderungen nennt Mähr, mit denen er in seiner Pionierarbeit manchmal zu ringen hat: Dass Spurenlos neben dem Tagesbetrieb der Tischlerei läuft, man also immer wieder

tüftelt, dann aber auch Pausen dazwischen hat. Und dass es schwierig ist, so ein Produkt in Umlauf zu bringen, ohne eben auf Zwischenhändler zurückzugreifen, die zum Herstellungspreis noch eine Gewinnmarge oben drauf setzen. Der Verkauf des „Dreiblattes“ war dennoch erfolgreich, vor allem Physiotherapeuten waren vom Hocker begeistert, da dieser eine aufrechte Sitzunghaltung fördert und durch das bewegliche Sitzen bei Rückenproblemen helfen kann. Zurzeit sind noch alle Kräfte in der Perfektionierung und Anfertigung des „Schlüfer“ gebunden, doch man darf schon gespannt sein, was sich die beiden Brüder als nächstes Projekt vornehmen. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht. Nachgefragt verrät Wolfgang Mähr, dass sobald der „Schlüfer“ läuft, er gerne einen Dreiblatt-Hocker auf Wanderschaft durch Europa schicken würde. Jeder darf ihn eine Zeit lang haben, ausprobieren, Erfahrungen sammeln und – zusammen mit der Spurenlos-Philosophie – weiterschicken.

Cradle to Cradle

„Cradle to Cradle“ (C2C) bedeutet übersetzt „Von der Wiege zur Wiege“ und meint die abfallfreie Herstellung von Produkten in Kreisläufen. Auf gesundheits- und umweltschädliche Materialien wird komplett verzichtet, es entstehen kompostierbare Textilien und Möbel, essbare Verpackungen – oder aber „reine“ Kunststoffe oder Metalle, die sozusagen unendlich oft für denselben Zweck verwendet werden können. Das ist die Vision. Bis zu ihr gibt es Abstufungen – achten Sie deshalb bei Großunternehmen auf das Zertifikat Cradle to Cradle Certified™, um keinem Betrug zu unterliegen. Übrigens: Gegenstück zu Cradle to Cradle ist „Cradle to Grave“ („Von der Wiege zur Bahre“), also unsere heute gängige Wirtschaftsweise, in der der Natur Rohstoffe entnommen werden, die dann auf Mülldeponien landen und damit dauerthaft aus dem natürlichen Kreislauf entzogen werden. Quelle: Cradle to Cradle e.V. (www.c2c-ev. de) und Lexikon der Nachhaltigkeit (www. nachhaltigkeit.info)

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Mittendrin in V

In the mood! Tanzen wie früher

Lindy Hop, ein Swingtanz der 20er und 30er Jahre, feiert in Vorarlberg ein Revival und begeistert eine immer größer werdende Fangemeinde. Am Valentinstag wird in St. Arbogast das Leben, die Liebe und das Tanzen gefeiert – mit einer Lindy Hop-Party.

Text: Christine Mennel, Foto: Nadja Zoller

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wingen wie Fred & Ginger anno 1936: Dafür braucht es keine Zeitreise. In Vorarlberg formiert sich derzeit eine begeisterte Community, die den 20ern und 30er huldigt – zumindest musikalisch. Neue Hepcats, so bezeichnet man die Swingfans, jammen sich zu Musik von Jazzgrößen wie Arthie Shaw, Ella Fitzgerald, Benny Goodman & Co. weg. „Unsere Gemeinschaft wächst, sie ist offen und frei, genauso wie die Musik. Sie beschwingt, macht Stimmung und vermittelt einen gewissen, unbeschwerten Lifestyle“, sagt Nadja Zoller, Initiatorin und Lindy Hop-Coach. Seit etwa sieben Jahren tanzt sie leidenschaftlich und gründete bereits in Lausanne eine Lindy Hop Szene und einen Verein. Als sie nach Vorarlberg kam, fehlte ihr diese Szene. „Wenn es hier nichts gibt, dann mache eben ich

etwas“, meinte sie und organisierte den ersten – und zugleich sehr erfolgreichen – Event letzten Herbst in Dornbirn.

Freies Lernen

Jeden Dienstag findet in Dornbirn von 18 bis 22 Uhr ein offenes und gecoachtes Training im Kulturverein TiK statt. Je nach Bedarf zeigen Tänzer den Interessenten die wichtigsten Schritte. „Das Schöne an diesem Tanzstil ist, dass es Menschen jeden Alters anspricht, dass keine Vorkenntnisse notwendig sind und es auch keinen fixen Partner an der Hand braucht“, erklärt Nadja Zoller. Während dem Tanzen werden die Partner stets gewechselt, auch auf den Partys tanzt jeder mit jedem. So findet ein ständiges Lehren und (Kennen)Lernen untereinander statt. Auch Frauen dürfen die Führung übernehmen. Für die Damen gibt es einen zusätzlichen Anreiz: Der charmante

Kleiderstil der 20er und 30er gehört zum Lindy Hop natürlich dazu.

Liebe und Leben feiern

Die Möglichkeit auf heitere, beschwingte Art, Party zu feiern und dabei neue Menschen kennenzulernen gibt es am Valentinstag, dem 14. Februar in St. Arbogast. Ab 19 Uhr wird der Tag der Liebenden zu einem Fest für Alle, die das Leben, die Liebe und den Tanz feiern. „In the mood“ kommen Paare, Singles, Freundinnen oder Arbeitskollegen – alle, die Neues erleben wollen. Gestartet wird mit einem kurzen Crashkurs, bevor es mit offenem Tanz und Schwung in die Nacht geht. TERMIN: Do. 14. Februar, 19 Uhr Crashkurs, 20 Uhr Liveband „Coniglio Connection". Kosten 20,-/10,- Euro mit der aha Card. Inklusive Willkommensgetränk.

Stichwort Lindy Hop Lindy Hop ist ein Tanzstil aus den 1920ern und 1930ern in den USA, der als Vorläufer der Tänze Jive, Boogie-Woogie und des akrobatischen Rock‘n‘Roll gilt. In den 1920ern entstand der Lindy Hop aus einer Vielzahl von Quellen, basierend auf einer Improvisation diverser Tanzschritte. Der Lindy Hop ist eine Synthese von Charleston, Jazztanz, Fox Trot, Texas Tommy und anderen Tänzen. Er gilt als einer der frühesten Swingtänze, der sehr improvisiert ist, was viel Raum für Interpretation und Kreativität der Tanzpartner lässt.


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DENK MIT, MACH MIT! von Gitte Nenning

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ard ihr schon mal ganz alleine irgendwo, wo euch niemand verstanden hat? Ich fand mich Ende 2018 in so einer Situation wieder. Auch wenn die Zeit der völligen Verständnislosigkeit nur 24 Stunden dauerte, hinterließ diese Erfahrung einen bleibenden Eindruck. Ich habe schon einige Ecken dieser Welt bereist, aber immer in Begleitung. Als ich Ende des Jahres mit dem Leihauto und meinem Hund im Gepäck von Dornbirn nach Calais in Frankreich unterwegs war, um dort die Fähre nach Großbritannien zu nehmen, hat mich die Sprachlosigkeit unvorbereitet getroffen. Ich bin die Sache langsam angegangen und hatte hinter der deutsch-französischen Grenze und vor der Fährüberfahrt je eine Übernachtung gebucht. Zumindest dieser Teil meiner Reise war geplant. Mein Problem war nicht das unpersönliche Quartier in Calais, mit dem Check-in-Automaten, der dauernd in irgendwelche Sprachen gewechselt hat. Auch nicht das Abendessen in einem Fastfood-Restaurant, das gleich nebenan war und ich aus Gründen der Müdigkeit gegen jede Überzeugung besucht habe. Obwohl eine Bestellung in einem Selbstbedienungsrestaurant in Zeiten der

Technik eine Herausforderung sein kann, wenn Bestellnummern an keinem Bildschirm erscheinen, sondern ausgerufen werden. Was mich wirklich gefordert hat, war die Tatsache, dass ich keinen deutsch- oder englischsprachigen Radiosender mehr empfangen habe und mein Leihauto keinen CD-Player hatte und Gitte natürlich keine Musik auf einem USB-Stick oder irgendeine moderne Technik, die auch das Auto verstanden hätte, mitführte. Erst in solchen Situationen merkt man wie wenig Musik in Radiosendern gespielt wird. Es waren nur zwei Nächte und fünf Stunden Autofahrt, die ich in der Kommunikationsbarriere verbracht habe. Aber ich kann euch nicht sagen, wie dankbar ich war, als der Mann im Kontrollhaus der Fährgesellschaft Englisch sprach! Die restlichen Wochen alleine unterwegs ohne jemanden zu kennen, waren kein Problem, solange man sich nur verständigen kann. Diese kleine Erfahrung wollte ich mit euch teilen, weil es mich die Einsamkeit und Hilflosigkeit von Menschen, die ohne Sprachkenntnisse zu uns kommen, erahnen lässt. Denkt auf alle Fälle weiter mit und macht mit!

ERFOLGREICHE FINANZIERUNG Geschafft ist die erste der drei „Beetreihen“, wie das Projekt Essbare Stadt Dornbirn ihre Finanzierungswege nennt. Insgesamt sollen 75.000 Euro erreicht werden, über Crowdfunding wurden nun bereits 18.600 Euro von 120 Unterstützern zusammengetragen. Die restliche Summe soll über Firmen und Stiftungsgelder eingenommen werden. Mit dem Betrag die Kosten für Hoch-, Kräuter- und Wildpflanzenbeete sowie einen Acker, eine Blühwiese, Beerensträucher, ein Gartenpavillon mit Sitzgelegenheit und eine Halbtageskraft für ein Jahr gedeckt. Mit dem Bau der Hochbeete sollen die Dornbirner Jugendwerktstätten im Februar beginnen und der öffentliche Garten im inatura-Stadtpark Ende März bepflanzt werden. Mehr Infos unter: www.essbare-stadt.com

Impressum

Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 2,70 Euro verbleibt den Verkäufern. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt. Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn Telefon: 0677 61538640 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Frank Andres, Christina Vaccaro MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Markus Barnay, Guntram Gärtner, Kristina Heilinger, Simone Fürnschuß-Hofer, Christine Mennel, Gitte Nenning, Brigitta Soraperra, Mirjam Steinbock Zeitungsausgabestellen: Dornbirn Kaplan Bonetti Sozialwerke Kaplan-Bonetti-Straße 1 Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 9 Uhr Bregenz dowas, Sandgrubenweg 4 Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr Bludenz do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Feldkirch Caritas-Café, Wohlwendstraße 1 Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778 6833 Klaus eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Externe Beiräte DSA Markus Hämmerle, DSA Heidi Lorenzi, Cornelia Matt, Mag. Peter Mayerhofer, Dr. Claudio Tedeschi Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage: 17.000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP Alexander Grass Bildbearbeitung Fitz Feingrafik Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580 BIC: RVVGAT2B420 © 2019 marie. Alle Rechte vorbehalten.

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Mittendrin in V

Das Team Dornbirn mit (von links): Teamsprecherin Maria Hämmerle, Andrea Häfele, Zeitpolster-Gründer Gernot Jochum-Müller, Marga Fussenegger (Mitte vorne), Frieda Schöpf und Christa Hase. Mit dem Zeitansparen kann nämlich schon in jungen Jahren begonnen werden.

Zeitpolster statt Sparstrumpf

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Generationenvertrag neu: Heute helfen und morgen die dafür gut geschriebene Zeit einlösen. Das ist die Kernidee von „Zeitpolster“, einer Initiative, die irgendwo zwischen Freiwilligen-Engagement und Hauptamt angesiedelt ist. Dem Zeitpolster-Team Dornbirn hat die marie einen Besuch abgestattet und eine neue Art des Vorsorgens kennengelernt.

Text: Simone Fürnschuß-Hofer, Foto: Frank Andres

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aben Sie schon mal überlegt, einen Batzen Zeit auf die Seite zu legen? Nicht im Sinne einer Zeitsparkasse à la „Momo“ – viel eher geht es hier um Zeit-Geschenke, die sich durchs Geben quasi verdoppeln. Möglich macht dies der österreichweit operierende Verein „Zeitvorsorge“ mit seinem innovativen Projekt „Zeitpolster“. Und das geht so: Wenn beispielsweise Frieda, Helferin beim Team Dornbirn, einer Familie im Haushalt unter die Arme greift oder einem älteren Mitbürger den Einkauf erledigt, dann bekommt sie den dafür geleisteten Stundenaufwand gut geschrieben. Sollte sie irgendwann selber Hilfe brauchen, kann sie diesen 1:1 für sich einlösen. Wer ihre Leistung in Anspruch nimmt (und noch kein Zeitkonto hat) bezahlt die Stunde mit einem Satz von acht Euro. Etwas mehr als die Hälfte des Betrags fließt in Sozialversicherung, Steuern und Administration, der Rest kommt auf ein Notfallkonto – als Sicherheitsdepot, falls Zeiteinheiten für Ausgleichsstunden dazugekauft werden müssen.

Neue Art des Denkens

Hinter Zeitpolster steht der Vorarlberger Organisationsentwickler Gernot Jochum-Müller. Er hat schon so mancher gemeinwohlorientierten Idee durch den Geburtskanal geholfen und bringt als mehrfacher „social entrepreneur“ (Anm.: Unternehmer, der sich für die Lösung sozialer Probleme einsetzt) eine neue Art des Denkens in die Projektierung. Und dass die Idee „Zeitpolster“ funktioniert, das zeigen die Erfahrungen in der benachbarten Schweiz. Denn dort hat er der Stadt St. Gallen eine Zeitpolster-Version auf den Leib geschneidert und in Dauerbetrieb gebracht. Ziel in Österreich ist es, Zeitpolster in allen Bundesländern zu lancieren. Gernot Jochum-Müller dazu: „Die letzten Jahre haben wir dazu genutzt, alles aufzubauen. Von der Datenbank und der ganzen Technik übers Rechtssystem bis hin zu den Schulungsunterlagen. Jetzt sind wir so weit, dass wir in die Breite gehen können.“

In den Startlöchern

In Vorarlberg und Wien haben sich bereits lokale Zeitpolster-Teams gebildet. Die sechs Frauen vom Team Dornbirn


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(siehe Bild), die im Übrigen auch herzlich gerne Männer als Hilfe annehmen lernen Helfer mit aufnehmen, sind hoch motiviert und scharren beDas Konzept schaffe zwischen Empfänger und Geber eine Bereits in den Startlöchern. Es geht ihnen um Sozialengagement, gegnung auf Augenhöhe, so die Zeitpolster-Teammitglieder um Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Bis auf Lisa unisono. Niemand müsse sich als Almosenempfänger vorkomZechner sind sie alle „Jungpensionistinnen“ und freuen sich men. Und für sie selbst berge ihr Engagement durchaus die auf Neuland-Eroberung. Zeitpolster bietet ihnen jenen RahLektion, zu lernen, Hilfe anzunehmen. Gernot Jochum-Müller men, der eine sinnvolle Tätigkeit mit persönlicher Vorsorge bringt darüber hinaus den Aspekt der gesamtgesellschaftlichen verbindet. Teamsprecherin Maria Entwicklung zur Sprache: „WorHämmerle aus Lustenau hat selber über nie geredet wird, ist, dass die erlebt, wie entlastend es sein kann, Frauen-Erwerbsquote auf über 75 wenn bei der Pflege von AngehöriProzent gestiegen ist. Frauen, die gen helfende Hände da sind: „Ich bislang für gesellschaftliche Aufmöchte später nicht meine drei Kingaben, wie wir sie anbieten, Zeit der einbinden müssen, falls ich eininvestiert haben, die gibt es nicht mal auf Hilfe angewiesen sein sollte. mehr. Zudem hat sich das dörfliche Mit meinem Engagement verdiene Netzwerk komplett verändert. Die ich Zeit für später. Egal, wo oder bei öffentliche Hand wird es durch den was man hilft, sind diese Stunden Personalmangel zunehmend schweTheodor Fontane in 20 Jahren immer noch gleich viel rer haben, den hohen Bedarf an wert.“ Christa Hase ergänzt: „Es ist Betreuungsleistung zu decken.“ Als viel die Rede von Pflege, oft ist es aber vor allem oder auch die Konkurrenz zu bestehenden Angeboten – ob haupt- oder ehAnsprache, die fehlt; die Zuwendung, wenn einen die Einsamrenamtlich – wolle man sich nicht verstanden wissen. Bei den keit quält. Auch dafür wollen wir da sein.“ Und wenn die StunAnfragen würde es sowieso ganz oft um zwischenmenschliche den verfallen, weil sie gar nicht benötigt werden? „Dann sind Aspekte oder Hilfe im Alltag gehen, für medizinisches Persowir auch froh“, lachen die Frauen. nal sei man kein Ersatz. Gernot Jochum-Müller: „Wir haben auch jüngere Helferinnen dabei. Und es gibt auch Familien, die eine Leihoma suchen. Da kann also auch über Generationen Kommt Zeit, kommt Polster wieder etwas zusammenwachsen.“ Zeitpolster als ein GeneraZeitpolster ist durchaus eine innovative Antwort auf das Betionenvertrag der anderen Art. Als Währung, deren Wert nicht dürfnis, sich sozial zu engagieren ohne dabei voll und ganz von der Aufgabe vereinnahmt zu werden. Denn jede Helferin, verfällt. Und als ein Ruhekissen für später. jeder Helfer entscheidet selber über den möglichen Zeiteinsatz. Außerdem sind da auch noch die acht Euro, die vor inflationärer Inanspruchnahme schützen. „Ich habe Zeit, bin gesund und will was Österreichweiter Verein; in Vorarlberg wurden bereits in Dornbirn, VorderbregenzerSinnvolles tun, bei dem auch für mich wald, Hard, Bludenz und Montafon lokale Zeitpolster-Teams gegründet. wieder was zurückkommt. Dabei gefällt Angebote sind: Fahrdienste, Begleitung von Freizeitaktivitäten, Erledigungen, mir, dass es eben nicht das klassische administrative Hilfe, Unterstützung im Haushalt, Gartendienste oder Reparaturen, Ehrenamt ist“, fasst Andrea Häfele zuLeihoma-Einsätze, Entlastung von pflegenden Angehörigen u.v.m. sammen, warum sie sich zur Mitarbeit Kosten für die betreute Person: EUR 8,-/Stunde oder Einlösen bereits erworbener bei Zeitpolster entschieden hat. „Man Stunden. Die Angebote von Zeitpolster sind nicht an ein Engagement im Helferteam baut sich ein Netz auf, in das man selber gebunden, es kann diese jede und jeder in Anspruch nehmen. Alle HelferInnen sind fallen kann“, bringt es Maria Hämmerle versichert. Voraussetzungen sind ein Strafregisterauszug sowie Einschulung. auf den Punkt. Ganz abgesehen davon, sagt Christa Hase, habe ihr Leben nach HelferInnen und GründerInnen gesucht: Auskünfte unter www.zeitpolster.com, Familie und Arbeitsleben nochmals eiinfo@zeitpolster.com, 0664 8872 0770 oder Team Dornbirn: 0664 8872 0768, nen neuen Sinn dazubekommen. Es sei team.dornbirn@zeitpolster.com wie ein neuer Aufbruch, sie könne UnInfoveranstaltungen: 5.2., 18.30 Uhr, Rathaus Bludenz; ternehmergeist zeigen und etwas bewir11.3., 19 Uhr, Schauraum Hase&Kramer, Eisengasse 6a, Dornbirn ken.

„Uns gehört nur die Stunde. Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel.”

Verein „Zeitvorsorge“

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Kultur

KEINE ANGST VOR MUTAUSBRUCH 2024 ist es soweit: Zum dritten Mal stellt Österreich eine Europäische Kulturhauptstadt. Die Rheintalstädte Dornbirn, Hohenems und Feldkirch und die Regio Bregenzerwald bewerben sich um den Titel, den die Griechin Melina Mercouri 1987 ins Leben rief. Ziel ist unter anderem, Reichtum und die Vielfalt des kulturellen Erbes in Europa sichtbar zu machen und für ein besseres Verständnis unter Europas Bürgerinnen und Bürgern zu sorgen.

Text: Mirjam Steinbock, Fotos: Philipp Steurer, Kulturperspektiven 2024

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utausbruch“ lautet das Thema, für das sich das Team des Bewerbungsbüros namens Kulturperspektiven 2024 entschied und dem das „Bidbook“, ein aufwändig gestaltetes Bewerbungsdossier mit vorgegebenen Fragen, folgt. Im Dezember 2018 wurde es eingereicht und Ende Jänner der internationalen Jury in Wien persönlich vorgestellt. Es gibt noch ein Leitmotiv, dem die beteiligten Gemeinden und ihre drei engagierten Projektmitarbeiterinnen überzeugt folgen: „Gemeinsam auf dem Weg“. Ob es Vorarlberg schafft, den Titel für 2024 zu bekommen, entscheidet sich Ende dieses Jahres. Die marie traf sich mit Projektleiterin Bettina Steindl zu einem Gespräch. Vorarlberg als Europäische Kulturhauptstadt 2024 in einem Satz erklärt.... Wir möchten den kulturellen Schatz Vorarlbergs in ganz Europa präsentieren und uns aktiv mit Europa vernetzen. Ist ein Europa im Miteinander überhaupt noch zu fassen? Denn trotz Migration und kultureller Vielfalt werden viele europäische Länder zunehmend nationalistisch. Je offener sich die Welt gestaltet, desto abgrenzender verhalten sich teilweise die Menschen. Deshalb funktionieren politische Parolen so gut, weil den Menschen zu viel Angst gemacht wurde. Das ist aus unserer Sicht der falsche

Weg. Wir müssen es schaffen, dass die Menschen keine Angst vor dem Wandel, keine Angst vor Durchmischung, Wanderung oder Öffnung und keine Angst vor der Zukunft haben. Habt Ihr Euch deshalb für das Bewerbungsthema „Mutausbruch“ entschieden? Ja. Ich bin so gerne hier in Vorarlberg – Feldkirch, Dornbirn, Hohenems, der Bregenzerwald, das sind wunderschöne Orte, nicht umsonst lebt man hier so gerne. Wir hören aber auch oft „Man könnte, man sollte.“ Wenn wir das in ein „Wir tun!“ umwandeln möchten, brauchen wir den Mut dazu. Bei einer Kulturhauptstadt geht es nicht um einen Kulturzirkus, sondern um ein kritisches Hinschauen und Ideen für die Zukunft. Es geht nicht darum, Folklore zu präsentieren, sondern gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen für eine großartige, lebenswerte, spannende Zukunft für dieses Land zu entwickeln – mit und über die Mittel der Kultur. Es braucht wahrscheinlich auch großen Mut zu sagen, was nicht so gut läuft. Das ist der Mutausbruch, den Politiker­ Innen haben müssen und der in Vorarlberg schon gezeigt wurde. Was für eine großartige Leistung, wenn eine Bürgermeisterin und drei Bürgermeister ein Bewerbungsbüro fördern und unterstützen. Und zwar in dem Wissen, dass wir genau dort hinschauen, wo sie vielleicht selbst etwas versäumt haben. Es ist mutig, ein Labor für uns

Bettina Steindl ist die Projektleiterin von Kultur Perspektiven 2024. Die erfahrene Kulturmanagerin war auch in den Kulturhauptstädten Linz09 und RUHR.2010 aktiv.


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Gemeinsam zur Kulturhauptstadt 2024. Theresa Bubik, Bettina Steindl und Lisa-Maria Alge vom Bewerbungsbüro in Dornbirn initiieren schon jetzt Projekte, Netzwerke und Kooperationen.

zu öffnen und zu sagen, dass wir auf die Straße gehen und schauen sollen, was die Menschen von ihnen möchten. Die Wahrheiten, die wir herausfinden, sind ja nicht dieselben, die Politiker gesagt bekommen. Dieses Vorgehen beeindruckt mich, weil ich weiß, dass es nicht üblich ist für Kulturhauptstadt-Büros, dass man so frei arbeiten und auch frei kritisieren darf. Ihr forscht in Eurem Labor nicht alleine, oder? Nein, wir sind nur die Plattform, bei der alles zusammenkommt. Unsere Aufgabe ist es, Kooperation und Vernetzung anzuregen, das haben wir gemacht und es ist hoffentlich ausreichend für das erste Bidbook. Wichtig waren uns das offene Fragen und das Sammeln von Bedürfnissen. Wir erkennen bei Institutionen, Vereinen und der freien Szene oft dieselben Wünsche und Bedürfnisse. Wir schaffen Räume und Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung. Mein Verständnis eines gemeinschaftlichen Kunst- und Kulturbegriffs ist, mit den Mitteln der Kunst Gesellschaft und Zukunft zu gestalten. Viele möchten aber eher erhalten und bewahren. Das Leben ist kein Museum, das konserviert und ausstellt. Ich bin schon oft gefragt worden: „Frau Steindl, was wollen Sie denn mit der Kulturhauptstadt, wir haben schon Alles, wir brauchen das nicht.“ Aber das zu sagen ist doch der Anfang vom Ende und wir damit mit-

ten im Auge des Orkans. Um uns herum tobt die Welt, tobt Europa, toben politische und kulturelle Themen. Die muss ich doch aufgreifen, sonst zerstrudelt es uns irgendwann. Niemand von uns sieht gern die schwierigen Themen seines Lebens, aber sobald man anfängt, sie zu betrachten, begreift man und kann wieder aktiv steuern. Du hast Erfahrung mit der Kulturhauptstadt-Projektleitung durch Linz 09 und RUHR.2010, wo es sogar 53 beteiligte Städte gab. Wie hast Du das erlebt? Nach Linz, wo ich jedes Projekt und die Stadt gut kannte, kam ich ins Ruhrgebiet und musste lernen, dass man nicht alles unter Kontrolle haben kann. Diese vielen Städte, das konnte ich zuerst gar nicht erfassen und es blieb irgendwie utopisch. Aber das Kollektive und Gemeinschaftliche hat so gut funktioniert, das habe ich davor und danach nie wieder erlebt. Die Ruhris, wie sie sich nennen, waren loyal, herzergreifend und intensiv bei der Kulturhauptstadt dabei. Und jetzt sind die Forderungen nach einem 10-Jahres-Fest riesengroß. Kulturhauptstadt scheint ein Lebensprojekt zu sein. Ja, das ist es! Das Thema beschäftigt Städte und Menschen über Jahrzehnte. Man hört immer wieder, dass die Auseinandersetzung mit der Kulturhauptstadt uns fitter werden lässt für zukünftige Herausforderungen. Ein Bootcamp für den Ernstfall also? Das hoffe ich. Herausfordernd ist zum

Beispiel, dass die Kunst sich immer so rechtfertigen und beweisen muss. Ich glaube und hoffe, dass mit einer Kulturhauptstadt der Druck von der Kulturszene genommen wird. Es kann nicht Sinn und Zweck sein, dass sie immer Zahlen, Daten, Fakten liefern muss, um erhalten zu bleiben. Es geht doch nicht darum, dass man sich Kunst gönnt, sie ist ein Muss in unserer Gesellschaft. Wenn das Rheintal zur Europäischen Kulturhauptstadt wird, hältst Du es für möglich, dass die Vorarlberger Kultureinrichtungen und AkteurInnen weiterhin das machen dürfen, was sie ohnehin schon tun? Darum geht es uns sehr und auch denen, die den Kulturhauptstadt-Titel vergeben. Die Jury will von den Politikern und den Verantwortlichen wirklich wissen, ob sie es ernst meinen und sich nicht nur ein Marketing-Emblem umhängen. Sondern vielmehr sagen, dass sie Kunst- und Kulturschaffende emanzipieren und dazu ermächtigen, etwas für ihre Stadt zu tun. Und sie mit Vertrauen und zusätzlichen Geldern für Kunst und Kultur auszustatten. Kunst und Kultur sollten keine Bittsteller sein, sie sind Bestandteil einer Gesellschaft, einer Wirtschaft, einer Politik, einer Welt. Danke für das Gespräch! Mehr Infos zu laufenden Projekten und Hintergründen auf www.kulturperspektiven2024.at

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Veranstaltungskalender

VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at

So., 3. Februar, 9 bis 17 Uhr, Frauenmuseum, Hittisau, Eintritt: 70,- Euro

BRIEFE AN DEIN ICH

„Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann,“ wusste schon Johann Wolfgang Goethe. Sich Zeit gönnen, verweilen mit Papier und Stift und sich vertraut der Schreiblust hingeben können für Interessierte während der Schreibwerkstatt mit Eva Maria Dörn. Werkstattkosten inklusive Führung durch die Ausstellung und Verpflegung. Anmeldung: Eva Maria Dörn, Schreibpädagogin, dipl. Kunsttherapeutin, eva.doern@gmx.at, Tel. 0699 10053230.

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So., 3. und So., 17. Februar, 11:30 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems, Eintritt: 8,-/5,- Euro (inkl. Führung)

Di., 5. Februar 14 Uhr, Heimatmuseum, Schruns, Eintritt: frei

SILBERTALER DORFCAFÉ

Im Montafoner Bergbaumuseum Silbertal wird zum gemütlichen Beisammensein beim Erzählcafé in der Museumsstube mit wechselnden Schwerpunktthemen geladen. Das Thema am 5. Februar ist ein aktuelles: Fasching früher und heute. Alte Fotos, historische Schriften oder andere Lebenserinnerungen können gerne mitgebracht werden. Neumitglieder sind jederzeit willkommen. Zu wechselnden Themen erinnert man sich an das Leben im Montafon von anno dazumal, erzählt von kleinen und großen Ereignissen, von Bräuchen und Traditionen und von der einen oder anderen amüsanten Dorfbegebenheit.

Di., 5. Februar, 15 Uhr, Sozialzentrum, Domino s‘Hus am Kirchplatz, Frastanz, Eintritt: frei

OFFENES SINGEN

„Drückt’s dich wo, sing dich froh“ heißt es im Volksmund: Heiter und beschwingt begrüßen Johann & Kunibert mit fröhlichen Volksliedern und alten Schlagern das neue Jahr und laden zum Mitsingen ein. Liederhefte in Großschrift erleichtern das Mitsingen.

FÜHRUNG

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen: Während man von Globalisierung und internationaler Gemeinschaft spricht, werden überall in der Welt neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche dieser Grenzen sind durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit und Ausschluss. In dieser Ausstellung sind internationale Künstler dazu eingeladen, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten.

Mo., 4. Februar, 19:30 Uhr, Bücherei & Spielothek, Mäder, Eintritt: frei

TREFFPUNKT BÜCHEREI

Bei Kaffee und Kuchen treffen sich Interessierte in geselliger Runde zum kreativen Austausch jeden ersten Montag im Monat in der Bücherei und Spielothek Mäder.

Mi., 6. Februar, 19:30 Uhr, Gasthaus Vorarlberger Hof, Dornbirn, Eintritt: frei

700 JAHRE MÜHLEBACH

Vortrag Dornbirner Geschichtswerkstatt Die älteste Urkunde des Stadtarchivs, ausgestellt am 16. Oktober 1318, beschreibt den Verkauf und die Übergabe eines zu „Mühlebach“ in der Pfarre Dornbirn gelegenen Gutes durch Johann von Sigberg und seine Geschwister an den Ritter Ulrich von Ems. Der Vortrag beleuchtet den Einfluss der Adelsfamilie von Ems für die Dornbirner Geschichte und das historische Umfeld, in der die Urkunde entstanden ist und geht der Frage nach, ob das „Gut zu Mühlebach“ tatsächlich mit dem heutigen Stadtteil von Dornbirn identisch sein kann.

Foto: Ingo Pertramer

Do., 7. Februar, 20:30 Uhr, Kulturwerkstatt Kammgarn, Hard, Eintritt: 23,-/20,- Euro (VVK)

MITTEN INS HIRN

Für ihr neues Album „Mitten ins Hirn“ haben sich Christoph & Lollo sorgfältig in der Welt umgesehen und dabei wenig Grund für gute Laune, aber viel Anlass für Humor gefunden. Sie richten ihren Blick in schallgedämpfte Keller, in leere Kinderzimmer oder in die Twitteraccounts der Rechtschaffenen.

Do., 7. Februar, 19:30 Uhr, Sonnenbergsaal, Nüziders, Eintritt: 20,- Euro

GEWONNEN WIRD IM KOPF

Wodurch zeichnen sich Personen aus, die „mental“ gut drauf sind und darüber hinaus eine überzeugende positive Ausstrahlung haben? Ist das Zufall, Talent, Glück… oder vielleicht Strategie? Clemens Maria Mohr gibt Antworten darauf. Der studierte Mentaltrainer und Sportwissenschaftler hat mehrere Jahre mit der Deutschen Damen-Ski-Nationalmannschaft zusammengearbeitet. Im Vortrag gibt er Einblick in die Möglichkeiten des mentalen Trainings. Experten weisen darauf hin, dass bis zu 70 Prozent des Erfolges „im Kopf “ entschieden wird. Nur 30 Prozent machen die körperliche Fitness, Gesundheit und das soziale Umfeld aus.

Do., 7. Februar, 20 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz, Eintritt: frei

MOSE: FILM MUSIK LP-PRÄSENTATION

Das neue Mose-Album ist ein Soundtrack, der den dazugehörenden Film im Kopf entstehen lässt. Ein melancholisches Roadmovie, das in verborgene Erinnerungsräume führt, in Zimmer, die an heißen Sommernachmittagen mit Vorhängen verdunkelt werden, in abweisende Landschaften, an die Ränder schlafender Städte, in Hallen, riesig und leer. Die Bilder, die Sounds überlagern sich, verschränken sich ineinander. Herkömmliche Song-Strukturen lösen Mose weitgehend auf, ein Hörraum entsteht, in dem sich die Band diszipliniert gehen lässt.


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Fr., 8. Februar 9 bis 11 Uhr, Frauenmuseum, Hittisau, Eintritt: frei

FRAUENCAFÉ

Freundschaften beginnen immer mit einer Begegnung: Die Frauen*cafés sind Orte, die verbinden, Verständnis und Toleranz wecken, Begegnungen ermöglichen, Beziehungen und Freundschaften entstehen lassen bei kleinen, selbstgemachten Köstlichkeiten.

Fr., 8. Februar, 19:30, Landestheater Vorarlberg, Bregenz, Eintritt: 8,- Euro

POETRY SLAM

In Kooperation mit dem Spielboden Dornbirn und Ländle Slam gibt es im Großen Saal einen Poetry Slam – die Deas or Alive Moderation übernimmt Markim Pause.

Fr., 8. Februar, 20:15 Uhr, Remise, Bludenz, Eintritt: 16,- Euro

FOLKSMILCH

Vorhang auf für ein musikalisches Schauspiel der ungemein unterhaltsamen und farbenreichen Art. Das Trio folksmilch (Christian Bakanic – Akkordeon, Perkussion, Klemens Bittmann – Violine, Mandola, Eddie Luis – Kontrabass, Gesang) lädt sein Publikum auf seinem neuen Album „Palermo“ einmal mehr dazu ein, es auf eine unerhört abwechslungsreiche und mitreißende Klangreise durch die vielen Musiken dieser Welt zu begleiten.

Sa., 9. Februar, 20 Uhr, Conrad Sohm, Dornbirn, Eintritt: 24,- Euro

MEUTE EUROPA 2019

Der Bass vibriert, das Konfetti flimmert und die rotblauen Uniformen glitzern im Strobo. Durch die explosive Kombination aus hypnotisch treibendem Techno und expressiver Blasmusik erzeugt die Techno Marching Band MEUTE seit 2016 großen Wirbel in der europäischen Festivalund Clublandschaft. Die elf Hamburger in den ikonischen roten Jacken brechen die Regeln und sprengen Grenzen. Ausschließlich mit akustischen Instrumenten vollführen sie eine Revolution im Techno und definieren gleichzeitig die Idee des Spielmannszugs neu.

Fr., 9. Februar, 15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: 5,-Euro

CLOWNS OHNE GRENZEN

Mit den Clownfrauen Elke, Annette und Isabel Dada, Dodo und Dudu suchen das Meer und treffen Menschen, die ihnen vielleicht helfen können oder am besten mit ihnen mitreisen. Denn zusammen ist alles leichter! Singen, spielen, zaubern, tanzen, lachen – und natürlich Blödsinn machen. Sicher ans Ziel – auch wenn am Weg so einige Hoppalas passieren. Für Kinder ab 5 Jahren und die ganze Familie.

Di, 19. Februar, 19:30 Uhr, Bibliothek, Frastanz, Eintritt: 3,- Euro. Für Mitglieder frei.

SPIELEABEND

Wer neue Spiele kennen lernen will und auch alte „Spiele-Klassiker“ toll findet, ist beim Spieleabend in der Bibliothek Frastanz richtig. Anmeldung: unter Tel. 05522/517 69-30, Mail: office@bibliothekfrastanz.at).

Di, 12. und Mi, 13. Februar 15 Uhr, Remise, Bludenz, Eintritt: Kinder 7,- / Erwachsene 10,-Euro. Ermäßigungen für Familienpass-Inhaber.

KINDER.WELTEN – KLUPPE WÄSCHEKIND

Ein Spiel mit Mensch und Figur, Bügelbrett, Wäsche und akustischer Gitarre. „Birgit Bügel bügelt. Auf ihrem Bügelbrett. Sie bügelt über Bügelwäsche und Wäschehügel. Ihr Bügeleisen macht Reisen über Wäscheberge und -Täler, … als sich plötzlich jemand aus dem Wäscheberg gräbt …“. Mit einem kleinen, frechen Wesen gerät die gefaltete Ordnung durcheinander. Eine Geschichte über Schabernack, Spaß und die Freude am Zusammensein mit dem Theater GrundBerg – Figurentheater Mime Musik.

Mi., 13. Februar, 20 Uhr, Filmforum Metro Kino, Bregenz, Eintritt: 8,-Euro

IN MY ROOM

Stell dir vor, du bist der letzte Mensch auf der Welt – was würdest du tun? Du müsstest kein Geld verdienen, könntest hingehen, wohin du willst und hättest plötzlich unendlich viel Zeit. Dem Kameramann Armin passiert genau das im neuen Film von Ulrich Köhler, den das Filmforum im Metrokino Bregenz zeigt.

Mi, 13. Februar, 14 Uhr, Bücherei Göfis, Eintritt: 9,- Euro

KREATIV-CAFÉ

Kreative Werkstücke aus Stoff, Holz, Papier können unter Anleitung von Claudia Hueber gestaltet werden. Ein gemütlicher Nachmittag bei kreativem Werken und Gestalten mit Kaffee und Kuchen in den neuen bugo-Räumen in der bugo Bücherei Göfis. Anmeldung bei Claudia Hueber: claudia_hueber@hotmail.com oder 0680/440 1887.

Foto: Ebru Yildriz

Mi, 20. Februar 20:30 Uhr, Spielboden, Dornbirn, Eintritt: 19,- Euro (AK: 22,Euro)

MARC RIBOT'S CERAMIC DOG

Von Punk über Funk bis Flamenco zu Surf und Rock‘n‘Roll und das alles dann noch auf den Kopf gestellt und verwischt. Und besser als das NY Magazine können wir es auch nicht beschreiben: „Guitarist Marc Ribot’s wildest project doesn‘t mess around. The guitar legend, with bassist Shahzad Ismaily, and drummer Ches Smith, merges funk backbeats with the taut chaos of Sonic Youth and flashes of Woodstock Santana.“ Marc Ribot (voc, git), Shahzad Ismaily (git, b, electronics), Ches Smith (drums)

Di, 19. Februar 20:15 Uhr, Bücherei Hohenems, Eintritt: 7,- Euro

KREISLAUF IM GARTEN MIT PERMAKULTUR

Mit ein wenig Hilfe durch Permakultur kann auch auf 900 Metern Seehöhe vieles wachsen und gedeihen. Durch eine Mulchschicht geschützt oder mit einem Kachelofen (Steine) im Rücken können empfindliche Pflänzchen wie Artischocken und Okra eine gute Ernte für Mensch und Bienen sein. Mit 140 verschiedenen Pflanzenarten leben wir mit und von unserem Garten, unseren Tieren und unseren Pflanzen am Dünserberg. Dieser Vortrag von Armin Rauch gibt Einblick in das Leben eines Biobauern mit Herz und Verstand, der die Natur versteht und sich nach ihr richtet.

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Veranstaltungskalender

Mi, 20. Februar 19 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: Kinder 6,- / Erwachsene 10,- Euro

LEINWANDLOUNGE

„Familie – was ist das eigentlich? Dieser Frage widmet sich Regisseur Hirokazu Kore-Eda in ‚The Shoplifters‘ und zielt damit gleich in mehrfacher Hinsicht mitten aufs und ins Herz. Ein berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe – ganz ohne Zeigefinger oder moralinsaure Predigt wird in der Remise im Rahmen der „LeinwandLounge“ gezeigt. Eine Veranstaltung des Verein allerArt in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Bludenz und dem Land Vorarlberg. Karten und Info: 0664 500 55 36, info@ allerart-bludenz.at, www.allerart-bludenz.at

Do, 21. Februar, 20 Uhr, Montafoner Bergbaumuseum, Silbertal, Eintritt: frei

JASSABEND IM MUSEUM

Jede(r) ist eingeladen, der das Jassen erlernen und / oder pflegen will bei einem gemütlichen Beisammensein in der Museumsstube. Im Bergbaumuseum Silbertal wird das Jassen seit Jahren erfolgreich gepflegt, die Abende erfreuen sich großer Beliebtheit. Es wird allerdings nicht um Geld gespielt, für Getränke ist gegen freiwillige Spenden gesorgt.

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Mellow Mud ist ein ruhiges und trotzdem aufwühlendes Coming-of-Age-Drama über zwei Geschwister, die alles in ihrer Macht stehende tun, um das letzte bisschen Heimat und Familie, das ihnen noch geblieben ist, bewahren zu können.

Do., 21. Februar, 19:30 Uhr, Spielboden, Dornbirn und Mi., 27. Februar, 20.30 Uhr, Kammgarn, Hard, Vorverkauf: 8,- Euro

ALPINALE LÄNDLETOUR

Die beliebtesten sechs von 1245 Einreichungen, die sich im Jahr 2018 beim ALPINALE Kurzfilmfestival dem Wettbewerb um das „Goldene Einhorn” stellten, sind auch 2019 wieder von Februar bis April auf der ALPINALE Ländletour zu sehen. Mit den sechs Publikumsfavoriten tourt der Verein durch verschiedene Orte in Vorarlberg und erstmals sogar in die Schweiz. Im Februar sind in Dornbirn und in Hard zwei Filme zu sehen. „Artem Silendi“ zeigt auf, dass auch Nonnen Sünder wie alle anderen sind. Die Animation „Tweet – Tweet“ beschreibt das Leben als Drahtseilakt. Kartenvorverkauf: ländleTICKET – Raiffeisenbanken und Sparkassen und www.laendleticket.com

Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.

Mi, 27. Februar 20 Uhr, Altes Kino, Rankweil, Eintritt: 15,- Euro

AMACHER MEETS GERBER

Die können zetern wie ein altes Ehepaar. Sie können aber vor allem ganz groß Geschichten erzählen – mit und ohne Musik. Marc Amacher und Philipp „Bluedög“ Gerber sind begnadete Entertainer und gemeinsam unterwegs, um exzellente Musik zu machen und mit eidgenössischem Humor das Publikum zu unterhalten. Aber auch sich selber. Mit Wort und mit Ton – oder beidem zusammen.

Mi., 20. und Fr., 22. Februar, 20 Uhr, Filmforum Metro Kino, Bregenz, Eintritt: 8,- Euro

ES ESMU SEIT MELLOW MUD

Foto: Veranstalter

Foto: Dietmar Stiplovsek

Do., 21. Februar, 19 Uhr, Stadtbücherei, Dornbirn, Eintritt: 5,- Euro

Mi, 27. Februar 19 Uhr, inatura, Dornbirn, Eintritt: 5,- Euro

KOHLRABI, KRABBELTIERE UND KOLLEKTOREN

„WAS UNSERE ERNÄHRUNG MIT DEM KLIMAWANDEL ZU TUN HAT“

Vortrag mit Rochus Schertler Unsere Gärten im Anthropozän Klimawandel, Artenschwund, Ressourcenübernutzung, Digitalisierung und Wachstum der Weltbevölkerung. In diesem Strudel an Veränderungen, mit denen in den nächsten Jahrzehnten bis zu 9,8 Milliarden Menschen konfrontiert werden, gewinnen die Gärten eine neue – große – Bedeutung. Denn ein Garten bietet seinen Bewirtschaftern Möglichkeiten zur Anpassung und Chancen zur Minderung der Auswirkungen des vor uns liegenden globalen Wandels: Gärtnern stiftet Sinn und macht Freude. Info & Anmeldung: stadtbibliothek@dornbirn. at oder T +43 5572 55786.

Di., 26. Februar, 15 bis 17 Uhr, Museumsstube, Gaschurn, Eintritt: frei

ZEMMO KO, ZEMMA SCHWÄTZA

Wir laden „Einheimische“ und „Zweiheimische“, „Zugewanderte“ und alle "Irgendwo dazwischen“ herzlich ein, einander in der gemütlichen Museumsstube zu begegnen und bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen. Für Groß und Klein liegen auch diverse Bücher zum Schmökern bereit.

Vortrag mit Christof Drexel, Buchautor und Klimaexperte Was unsere Ernährung mit dem Klimawandel zu tun hat? Sehr viel – unsere Landwirtschaft ist ein wesentlicher Verursacher von Treibhausgasen, umgekehrt verändern sich durch den Klimawandel auch die Voraussetzungen für Landwirtschaft in vielen Regionen dieser Erde. Unser Referent Christof Drexel hat in seinem Buch „Zwei Grad. Eine Tonne“ genau analysiert, in welchen Lebensbereichen die Emissionen verursacht werden. Neben den bekannten Handlungsfeldern (Energieversorgung, Gebäude, Mobilität, Industrie) stellt er auch die Ernährung in den Blickwinkel des Klimaschutzes – mit durchaus interessanten Erkenntnissen.


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Do., 28. Februar, 20 Uhr, Jüdisches Museum, Hohenems, Eintritt: 8,- Euro

BACK TO THE FATHERLAND

Filmvorführung und Gespräch mit den Regisseurinnen Kat Rohrer und Gil Levanon, Moderation: Hanno Loewy Seit geraumer Zeit lässt sich beobachten, dass junge Israelis vermehrt nach Österreich und Deutschland auswandern und zwar in jene Länder, in denen ihre Vorfahren teils vor den Nazis flüchten konnten, teils ermordet wurden. Für die Familienangehörigen ist dies augenscheinlich befremdlich, während die Auswanderer ihr Weggehen aufgrund der politisch und wirtschaftlich schwierigen Situation in Israel pragmatisch sehen. Eine Regisseurin ist Enkelin eines überzeugten Nazis, während die andere Nachfahrin eines Holo­caust-Überlebenden ist. Mit diesen konträren Backgrounds stellen sich die Regisseurinnen die Frage, wie es möglich ist, sich an das Grauen der Vergangenheit zu erinnern und gleichzeitig in diesen Ländern zu leben.

Do., 28. Februar, 19:30 Uhr, Spielboden, Dornbirn, Eintritt: 7,- Euro (zzgl. VVK-Gebühren) / AK 8,- Euro

NEUE SPIELRÄUME: SYRIEN – DER KRIEG NACH DEM KRIEG UND DIE WIEDERKEHR DER IS

Thomas Schmidinger, der in den letzten Jahren mindestens einmal im Jahr vor Ort geforscht hat, zuletzt im Jänner 2019 in der Region war und mehrere Bücher zum Syrisch-Kurdistan herausgegeben hat, wird am 28. Februar über die aktuellsten Entwicklungen in der Region berichten. Dabei wird er auch auf die Frage der österreichischen IS-Mitglieder in kurdischem Gewahrsam eingehen.

REPARATURCAFE BREGENZ

Geöffnet jeden 1. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr in der Remise der Integra-Fahrradwerksatt, Vorklostergasse 51. Geschickte Handwerker versuchen die defekten Gegenstände gemeinsam mit Ihnen wieder zu richten. Gegen eine kleine Spende gibt es Kuchen und Kaffee. Nächster Termin: 2. Februar Kontakt: Roswitha Steger, T 0650/264 74 46 oder lebensraum@lebensraum-bregenz.at.

REPAIR CAFÉ RHEINDELTA

In den geraden Kalenderwochen jeweils freitags von 14-18 Uhr in Höchst, Doktor-Schneider-Straße 40. Nächste Termine: 8. und 22. Februar. Kontakt: repaircafe.rheindelta@gmx.at

REPAIR CAFÉ THÜRINGEN

Jeden 1. Samstag 8:30 bis 12 Uhr, Werkstraße 32. Nächster Termin: 2. Februar. Kontakt: Norbert Burtscher, T 0664/3410517

REPARATURCAFÉ IM MÖSLEPARK GÖTZIS

Derzeitige Fixtermine in der Tankstelle Bregenz, Deuringstraße 9 MEDITATIONSGRUPPE

jeden Montag um 18.15 Uhr. Neu- und WiedereinsteigerInnen willkommen.

FRAUENCAFÉ

jeden Dienstag von 9.30 bis 11 Uhr zum Kennenlernen, Austauschen, Sprache lernen, gemeinsam Essen.

SPORTNEIGUNGSGRUPPE

jeden Mittwoch ab 19 Uhr in der Turnhalle der HTL Bregenz, Michl-Felder-Str. 9

LITERATUR TANKSTELLE

jeden 1. Dienstag im Monat, 19 bis 21 Uhr

NÄHWERKSTATT

jeden 1. Freitag im Monat, 14 bis 17 Uhr. Nähmaschinen und Know-How vorhanden, Material selbst mitbringen!

HOCHPRIMA KINDER YOGA

Jede und jeder kann mit seinem defekten Elektrogerät kommen (keine Elektronikgeräte wie Handy, Drucker, Computer etc.). Fachleute stehen mit Tipps zur Seite und sorgen für das richtige Werkzeug. Nächste Termine: Freitag, 8. Februar 13 bis 16:30 Uhr. Kontakt: gerhard.schmid@caritas.at

jeden Donnerstag, 15.30 bis 16.30 Uhr, ausgenommen Ferien und Feiertage.

REPARATURCAFÉ FELDKIRCH

jeden 1. Samstag im Monat, 9.30 bis 12 Uhr, Komm vorbei mit Papier, Stift und Freude am Schreiben

Fachleute helfen Ihnen bei der Reparatur von Haushaltskleingeräten, Kleinmöbeln, Spielzeug etc. Freiwillige Spenden. In der Polytechnischen Schule Hirschgraben 8, Hintereingang. Nächste Termine: Samstag, 2. Februar und Samstag, 2. März, 9 bis 12 Uhr. Kontakt: Joachim Breuss, T 0699/19287066

REPARATURCAFÉ BLUDENZ

Das Bludenzer Repair Café gibt dir die Möglichkeit, deine defekten Elektrogeräte unkompliziert reparieren zu lassen. Nächster Termin: 22. Februar von 13 bis 16:30 Uhr. Klarenbrunnstraße 46. Kontakt: christine. erath@caritas.at, T 05522/ 2002600

REPAIRCAFÉ RANKWEIL

„Flicka statt verwörfa“ heißt es jeden 1. Freitag im Monat, von 14 bis 16:30 Uhr in der Werkstätte der Lebenshilfe, Köhlerstraße 14 defekte Elektrokleingeräte werden von ihren Besitzern unter fachkundiger Hilfestellung instand gesetzt. Nächster Termin: 1. Februar.

OFFENE SCHREIBWERKSTATT

LÖSUNGEN

Schachecke 1 1.Sxh7! und Schwarz gab bereits auf, da 1...Kxh7 an 2.Dh4+ Kg7 3.Dxe7 scheitert. 2 1.Tc8+! [In der Partie geschah 1.Tf2? g5 mit unklarer Stellung. Sofortiges 1.Dxh6?? scheitert natürlich an 1... Dxg2# .] 1...Lxc8 [1...Kh7 2.Th8+! Kxh8 3.Dxh6+ Kg8 4.Dg7#] 2.Dxh6! Durch die Ablenkung des schwarzen Läufers gibt es auf g2 keine Mattdrohung mehr. 2...Dxe5+ 3.Kh1 Dxf6 [Weiß drohte 4.Dg7#.] 4.Txf6 und Weiß steht klar auf Gewinn. 3 1.Se6! Da8 [a) 1...Dc8 2.Dd7+! Dxd7 (Auch 2...Kg6 verliert wegen 3.Dg7+ Kh5 4.Sxf8.) 3.Sxf8+ Kg7 4.Sxd7 und Weiß gewinnt leicht. b) 1...Tf7 2.Sxg5+ hxg5 3.Dxf7+ Kh6 4.Dxf5 Dxa3 5.Dxe4 Dieses Damenendspiel ist aufgrund der zwei Mehrbauern für Weiß gewonnen.] 2.Dd7+ Kg6 3.Dg7+ Kh5 4.Dxf8 und Schwarz gab sich geschlagen. Rechenrätsel Für Anfänger = 36, Für Fortgeschrittene = 270, Für Genies = 361 Sudoku 8

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Dipl. Gesundheitsund Krankenpfleger/in Götzis und Koblach (30% - 100%)

DU • bist dazu bereit, unser integratives Pflegemodell mitzutragen und die gewohnte Lebensweise unserer Bewohner zu respektieren und zu unterstützen • hast Mut zu kreativen Lösungen, die unsere Bewohner in ihrer Selbstständigkeit stärken • gehst wertschätzend mit unseren Bewohnern um und zeigst Eigeninitiative bei der individuellen Tagesgestaltung • behältst auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf und triffst fachlich kompetente Entscheidungen • freust dich auf eine Arbeit, bei der kein Tag dem anderen gleicht • kannst es gar nicht erwarten, dein Wissen zu teilen und von deinem Team zu lernen • kommst auch am Wochenende mit viel Freude in die Arbeit • arbeitest bei uns so, wie du dich am wohlsten fühlst - in deiner Kleidung und ohne klinische „Uniform“

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Wir suchen Menschen, die Freude schaffen. Willkommen im Team. Klingt nach dir? Dann bewirb dich jetzt: www.hdg-vorarlberg.at/jobs oder 05523.64050, Sozialdienste Götzis gGmbH, Schulgasse 5, 6840 Götzis Der KV-Mindestgehalt beträgt für eine Vollanstellung 2.536 Euro brutto (Erfahrungsjahre werden angerechnet).

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„Hier habe ich ideale Arbeitsbedingungen gefunden: Ich habe die Zeit, mich dem Tempo der Bewohner anzupassen und kann mit ihnen zusammen den Alltag gestalten.“ Susanne Fink dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin & Literaturfan


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marie 36/ Februar 2019 by marie - Die Vorarlberger Straßenzeitung - Issuu