#24 / Jänner 2018
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wünscht Dir ein
glückliches neues Jahr!
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GSTIS MITTA
JEDEN 1. MITTWOCH IM MONAT
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es gibt keinen Weg zum Frieden, weil Frieden der Weg ist. » mahatma gandhi «
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Mittendrin in V 4-5 Bild des Monats 6-7 Soziale Brennpunkte Wie soziale Siedlungsarbeit Konflikte entschärft 8-9 Musikerin, Pädagogin, Mutter Das bewegte Leben von Alex Sutter (44) 10-12 marie als Heimat Dr. Sibille Kühnel interviewt vier Heimatvertriebene 14-15 Drogen-Test auf Partys Ein Hilfsmittel, um Schaden zu minimieren 15 Impressum 16-17 Szenenwechsel Robert Robida (56) leitet Kochprojekt im Caritas-Café 18-20 Unkraut ist gut, Glyphosat ist böse Es braucht ein Ja zu echten Alternativen
Kultur 21-23
Wie viel Jugend steckt in den Jugendarbeitern? Die marie sprach mit drei Urgesteinen der Jugendarbeit
Gsi 24-25
Böse Buben, schlimme Mädchen Empfindliche Lektionen für lasterhafte Genossen
International 26-28
Lkw-Fahrerinnen in Pakistan Truckerinnen durchbrechen kulturelle Barrieren 29-30 Veranstaltungskalender 31 Rezept
Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, Vorsatz, der oder das. Er gehört zu den 10.000 am häufigsten benutzten Wörtern. Meistens gemeint ist damit eine bestimmte Absicht, ein fester Entschluss. Synonme für ihn sind Absicht, Bestreben, Entscheid, Entschluss, Gedanke, Intention, Plan, Vorhaben, Wille, Ziel, Zielsetzung, Zielvorstellung. Es gibt ihn aber auch als Vorrichtung für Maschinen oder als Doppelblatt, welches auf einen Buchdeckel geklebt wird. In der Buchbinderei wird das Wort übrigens tatsächlich mit dem sächlichen Artikel verwendet. Typischerweise wird der Vorsatz in Verbindung mit löblich, gefasst, fromm, hehr (durch Großartigkeit beeindruckend), bedingt und betrügerisch genannt. Das betrügerisch fällt etwas aus der Reihe. Andererseits kann vorsätzlich bestohlen, belogen und betrogen werden. Zu Jahresbeginn fassen wir aber hehre Neujahrsvorsätze. Konkret sollen die Pfunde purzeln und soll die letzte Zigratte geraucht werden. Es soll mehr Sport getrieben, Treppen gelaufen und weniger Alkohol getrunken werden. In einem Jahr soll sich der kuschelige Waschbärbauch in einen ansehnlichen Waschbrettbauch verwandeln und ein Zug an der Klimmzugstange möglich sein. Am häufigsten genannt werden die Vorsätze, mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen oder beruflich erfolgreicher zu sein. „Neujahrsvorsätze sind Startschüsse für Rennen, die sowieso nicht stattfinden“, sagte der Schweizer Schauspieler Hansjörg Bahl. Damit dem dieses Jahr nicht so ist, hier ein naheliegender Tipp: Nehmen Sie sich einfach nichts vor! Was nützt es, sich von frommen, aber irrealistischen Wünschen beklemmen und ein schlechtes Gewissen eigens aufreden zu lassen? Sie könnten es einmal ganz anders versuchen: entspannt und ohne Druck das tun, was sie sowieso tun wollen. Wer weiß, was dabei heraus kommt, wenn Sie keine selbst auferlegten Erwartungen erfüllen müssen, sondern schlicht und freiwillig dem folgen, wohin sich Ihr Wille frei bewegt. Ihnen und Ihren Lieben ein glückliches Jahr 2018 wünschen, Redakteurin Christina Vaccaro und das gesamte marie-Team.
marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo
Kontaktieren Sie uns
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden, dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn. E-Mail: redaktion@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677/61538640. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!
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Bild des Monats
Tierretter pflegt Mäusebussard gesund Foto: Frank Andres
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Dieser Mäusebussard wird derzeit von Tierretter Karl Heinz Hanny in seiner Vogelauffangstation gesund gepflegt. Ein Passant hatte den jungen, völlig durchnässten Greifvogel in der Nähe der Frutzmündung in Koblach entdeckt. „Der Mäusebussard konnte seine Krallen nicht mehr richtig bewegen. Die Krallen braucht der Vogel aber, um zum Beispiel Mäuse greifen zu können“, betont der Vogelexperte, der ehrenamtlich im Einsatz ist. Bis der Mäusebussard in die Freiheit entlassen werden kann, wird es aber noch einige Zeit dauern. Denn der Vogel muss hundert Prozent fit sein, damit er sich selbst ernähren kann.
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Wie soziale Siedlungsarbeit Konflikte entschärft Soziale Brennpunkte gibt es längst nicht mehr nur in Großstädten. Auch in einigen großen Wohnanlagen in Vorarlberg ist das Zusammenleben oft eine Herausforderung. Die marie hat sich anhand eines ifs-Projektes in Hohenems-Neunteln angeschaut, wie durch gezielte Siedlungsarbeit ein sozialer Brennpunkt entschärft werden kann.
Text: Gernot Hämmerle, Fotos: Frank Andres
Sozialarbeiterin Vildan Ucar übernahm die Projektleitung mit dem Ziel, die Situation in den beiden Wohnanlagen innerhalb ohenems-Neunteln, Ecke Im-Brühl/Paul-Grüningervon zwei Jahren zu entschärfen. Dafür gibt es kein PatentreStraße. Seit den späten 1990er-Jahren stehen hier eine zept. Es sind je nach Situation viele einzelne, individuelle MaßVogewosi-Wohnanlage und eine Wohnbau-Selbsthilnahmen notwendig. Vildan Ucar geht Woche für Woche in die fe-Wohnanlage in unmittelbarer Nachbarschaft. In Summe 112 Anlage und redet mit den Bewohnern, fragt sie nach deren Wohneinheiten mit 300 Bewohnern, davon rund 70 Kinder Bedürfnissen. In persönlichen Gesprächen und mittels Fraund Jugendliche. Der Anteil der Menschen mit Migrationshingebögen. Eine der ersten konkreten Maßnahmen, die Vildan tergrund liegt bei rund 70 Prozent. Für die überdurchschnittUcar umsetzt: dem Gemeinschaftsraum wieder neues Leben lich vielen Kinder und Jugendlichen ist kaum Platz zum Spieeinzuhauchen. „Mir war wichtig, diejenigen, die den Gemeinlen. Ein Gemeinschaftsraum existiert zwar, er kann aber weder schaftsraum später nützen würden, in die Neugestaltung mit beheizt werden noch gibt es fließeneinzubeziehen“, so die Sozialarbeitdes Wasser. Er ist im Laufe der Jahre erin. „Damit es wirklich ‚ihr‘ Geein Platz zur Ablage für Sperrmüll meinschaftsraum wird.“ Also tromgeworden. Soziale Konflikte scheimelte Ucar Jugendliche aus den nen vorprogrammiert. Wohnanlagen zusammen. Gemeinsam räumten sie zunächst den SperrTotal unterschiedliche müll weg, strichen die Wände neu Lebensweisen und zimmerten und bastelten an Vor gut zwei Jahren ist die Stadt einer möglichst gemütlichen InnenHohenems in Person von Vizeeinrichtung. Die Jugendlichen der bürgermeister Bernhard Amann Wohnanlagen lernten sich untereian das Institut für Sozialdienste nander besser kennen und der Ge(ifs) herangetreten, ob man in diemeinschaftsraum erstrahlt nun in sen Siedlungen etwas machen neuem Glanz, wirkt sympathisch könnte. Daraufhin hat das ifs das und einladend. Da kann man auch Projekt „Siedlungsarbeit in Hohedarüber hinwegsehen, dass es noch Erich Ströhle vom ifs und Vildan Ucar bei der Siedlungsarbeit nems-Neunteln“ gestartet. Erich immer kein fließendes Wasser gibt in Hohenems-Neunteln. Ströhle, Sozialarbeiter beim ifs: „In und daher auch kein WC vorhandiesen Wohnanlagen leben hunderte Menschen mit zum Teil den ist. Und dass er im Winter ungenützt bleiben muss, weil total unterschiedlichen Lebensweisen, Tagesabläufen und Inder Raum keine Heizung hat. Bei neueren Wohnanlagen sind teressen auf engstem Raum nebeneinander. Da gibt es SchichtHeizung und WC bei Gemeinschaftsräumen inzwischen Stanarbeiter, die untertags ihre Ruhe brauchen und schlafen woldard. len, genauso wie Kinder, die am Nachmittag auf den wenigen, kleinen Spielwiesen zwischen den Wohnblocks herumtollen Vereine, Initiativen, Work-Shops möchten und dabei keinen Lärm machen sollten. Manche sind Nächster Schritt: im Gemeinschaftsraum Programm anbieten. unzufrieden mit ihrer Wohnsituation. Da ist klar, dass es imVerschiedene Hohenemser Vereine und Initiativen stellten sich mer wieder zu Konflikten kommen kann. Aber man kann auch im Gemeinschaftsraum Interessierten Kindern und Jugendetwas tun, um die Situation zu verbessern.“ Die selbstständige lichen aus der Siedlung vor. So kam beispielsweise Reinhard
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Der Gemeinschaftsraum der Wohnanlage „Im Brühl“ in Hohenems. Im Rahmen der Siedlungsarbeit des ifs haben Jugendliche bei der Renovierung selbst Hand angelegt und aus einem Ablageplatz für Sperrmüll einen einladenden Gemeinschaftsraum geschaffen.
Kuntner vom Schachklub Hohenems und führte fast 20 interessierte Jugendliche aus der Siedlung in die Faszination des Schachspiels ein. Und wer wollte, konnte natürlich auch dem Schachklub Hohenems beitreten und regelmäßig zu den Trainingsabenden kommen. Sinnvolle Freizeitgestaltung, auch außerhalb der Siedlung. Anderes Beispiel: Der Emser Frauentreff hat einen Frauen-Gesundheitsabend für türkische Frauen organisiert. Ein Angebot, das von vielen türkischsprachigen Frauen aus der Siedlung gerne angenommen wurde. Ein konkretes Gefahrenpotential bestand bei der Bushaltestelle an der Hauptstraße, gleich neben der Siedlung. Zu Stoßzeiten standen dort Dutzende Siedlungs-Kinder gleichzeitig am Rand der vielbefahrenen Straße und warteten auf den Schulbus. Da kam es immer wieder zu Streitereien und damit zu gefährlichen Situationen. Also wurde ein Bus-Workshop organisiert, an dem schließlich nicht nur die Kinder aus der Siedlung, sondern insgesamt 200 Schüler der Volksschule Markt teilgenommen haben. An zwei Vormittagen haben Busfahrer und Polizisten den Schülern erklärt, wie man sich an der Bushaltestelle richtig verhält, wo die besonderen Gefahren lauern, wo man sich aufhalten darf und wo nicht, und worauf man beim Ein- und Aussteigen achten muss. Ein türkischstämmiger Bewohner der Wohnanlage „Im Brühl“ sagt gegenüber der marie: „Es hat früher schon immer wieder viele Streitereien in der Wohnanlage gegeben. Wegen Lärm und weil überall Müll herumgelegen ist. Jetzt ist es besser geworden. Aber ab und zu gibt es schon noch Konflikte.“
Zusätzliche Spielplätze
Ein großes Problem ist immer noch, dass die Kinder innerhalb der Wohnanlagen nur wenige geeignete Spielflächen haben. Ballspiele sind – wie in vielen Wohnanlagen – sowieso verboten. Im Jahr 2011 hat die Stadt Hohenems ein neues Spiel- und Freiraum-Konzept beschlossen. Dadurch sollten auch in Neunteln neue Flächen zur Freizeitgestaltung entstehen. Das Problem: Bis heute wurde dieses einstimmig beschlossene Konzept nicht umgesetzt. Erich Ströhle: „Immerhin gibt es seitens des Bürgermeisters die Zusage, dass bei der neuen Volksschule Neunteln, die 2018 in unmittelbarer Nähe gebaut wird, zusätz-
liche, öffentlich zugängliche Spielflächen entstehen. Diese können dann auch die Kinder der Wohnanlagen nützen.“ Nach zwei Jahren ist der offizielle Teil des Projekts, bestehend aus vielen Einzelmaßnahmen, abgeschlossen. Erich Ströhle zieht eine positive Bilanz: „Es hat sich einiges verbessert. Der Gemeinschaftsraum ist eine Bereicherung für das Zusammenleben. Und die Bewohner haben nun mehr Verständnis füreinander, vor allem was die Bedürfnisse der Kinder betrifft. Wichtig ist auch, dass die Offene Jugendarbeit Hohenems viele Ideen des Projekts weiterverfolgen will.“ So haben beispielsweise das Rote Kreuz und die Feuerwehr bereits zugesagt, dass sie im Frühjahr den Kindern und Jugendlichen der Wohnanlagen ihre Arbeit vorstellen werden. Die Kernkompetenz für derartige Projekte besitzt das Institut für Sozialdienste. Dort laufen alle Fäden zusammen. Das ifs sammelt die Erfahrungen und versucht, diese in andere Projekte einfließen zu lasen. Normalerweise, so Erich Ströhle, laufen drei bis vier Siedlungsarbeit-Projekte parallel. Die Finanzierung übernimmt in der Regel zu zwei Dritteln das Land aus Mitteln des Wohnbauförderungs-Budgets, zu einem Drittel müssen die Wohnbauträger für die Kosten aufkommen. Angesichts des zunehmend verdichteten Wohnbaus in Vorarlberg dürfte den Sozialarbeitern die Arbeit in Siedlungen wohl auch künftig nicht ausgehen.
SIEDLUNGSARBEIT IN VORARLBERG Ansprechpartner für Gemeinden, gemeinnützige Bauträger, Bewohnerinnen und Bewohner von gemeinnützigen Siedlungen: Institut für Sozialdienste (ifs). Fachbereich Wohnen, Interpark Focus 40, A-6832 Röthis. Ansprechpartnerin: Heidi Lorenzi, Tel.: 051755-4431, E-Mail: heidi.lorenzi@ifs.at Die Finanzierung erfolgt über den Landeswohnbaufonds. Bei konkreten Siedlungsprojekten beteiligen sich die gemeinnützigen Bauvereinigungen mit einem Drittel der Kosten. Das Gemeindebudget wird somit nicht direkt belastet.
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MENSCH ALEX SUTTER
Bei „The Voice of Germany“ kam Alex Sutter (44) unter die besten 25 von 20.000 BewerberInnen. Die Vorarlbergerin ist Musikerin, Pädagogin und Mutter. Hinter dem Namen steckt eine Frau, die ein bewegtes Leben hatte – und hat. Text: Christina Vaccaro Foto: Fatima Lopez-Alva
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hre Stimme ist rauchig und tief. Ihre roten Haare sind ungestüm. Alexandra alias Alex Sutter steht für Durchhaltevermögen und Willensstärke. Die brauchte sie für ihren musikalischen wie persönlichen Weg. Als Kind einer überaus musikalischen Familie stand das Musizieren bereits früh an der Tagesordnung. Bei jedem Familientreffen wurde gesungen und gespielt – inklusive der kleinen Alexandra. In ihrer Verwandtschaft gab es mehrere Berufsmusiker, so etwa ihr Onkel, der mit seiner Bodensee-Gang auch in Amerika auftrat. „Das war für uns Kinder schon sehr eindrücklich“, sagt Sutter. In der Musikhauptschule sang sie im Chor in Berlin, Italien und andernorts. Mit 15 Jahren bewarb sie sich als Sängerin und Gitarristin in ihrer ersten Band mit John Gillert,. Dort spielte sie Keyboard und sang. „Das war immer so in meinem Leben“ sagt die heute 44-Jährige rückblickend. „Ich habe mich für einen musikalischen Posten in einer Band beworben und dann etwas anderes bekommen. Ich hätte aber nie zugeben können, dass ich ein anderes Instrument spielen wollte. Die Hauptsache war, in der Band zu sein.“ Nach der Matura schloss sie sich den „Provinzpropheten“ an. Mit der Vorarl-
berger Band verbrachte sie sieben Jahre im In- und Ausland. „Wir haben von nichts als der Musik gelebt und hatten kein Geld, wir hatten nichts außer unserem uralten Auto.“ Mit „Ingrid“ – so hieß die hellblaue, uralte Karre, ein Zweisitzer mit hinterem Aufbau – kamen sie bis nach Spanien. Geschlafen wurde entweder im Auto oder im Schlafsack daneben. Die fünf Musiker rissen Konzerte auf, das Geld, das sie verdienten, war lächerlich. „Wir haben uns von Haferflocken, Avocados und Tomaten in Südspanien ernährt“, erinnert sich Sutter und lacht dabei. Im spanischem Hippiedorf Beneficio wachte Sutter zum ersten Mal von ihrer romantischen Illusion eines Aussteigerlebens auf. „Mein Traum war es immer, mein eigenes Gemüse anzubauen, zwei Schafe und einen Esel zu haben, mit dem ich die Lebensmittel auf dem Markt verkaufe“, sagt Sutter. „Tatsache war aber: Diese Hippies lebten wie die Made im Speck, weil sie als arbeitslos in England gemeldet waren und monatlich Geld zugeschickt bekamen. Das ist kein Aussteigen für mich, sondern ein Ausnutzen.“
Erster Erfolg und Misserfolg
Die „Provinzpropheten“ wurden immer erfolgreicher und bekamen einen Plattenvertrag. „‚S Wälderbähnle“ wurde sogar in Brasilien gespielt. Manchem
Bandmitglied stieg der Erfolg zu Kopf. Es kam zu massiven Streitereien, die dazu führten, dass Sutter ausstieg. Im Alter von 25 Jahren wollte sie nun ihre eigenen Musikprojekte beginnen: „Ich habe mir eingebildet, wenn ich mein eigener Chef bin, redet mir keiner drein. Der Ansatz war nicht so schlecht, aber die Ausführung war nicht gerade lustig.“ Von vielen Seiten musste sich Sutter anhören, dass sie es alleine nicht schaffen werde. Doch ihrem Sternzeichen Stier getreu geht Sutter mit den Hörnern durch die Wand. Ihr Motto war und ist: „Wenn etwas nicht geht, dann geht es erst recht.“ Es folgten drei Jahre, in denen Sutter als Frontsängerin mit der Band Constance du Lac unterwegs war. In 30er Jahre-Stil-Klamotten trat sie mit Gitarrist Benni Bilgeri, Saxophonist Harry Scheffknecht und Kontrabassist Hick Gerold Walt im gesamten deutschsprachigen Raum auf. Die Band war „brutal heiß“, wie Sutter sagt, dennoch wollte die gebürtige Harderin nicht mehr Teil eines Gefüges mit Mitspracherecht sein. Sutter trat aus der Band aus und von da an nur noch unter ihrem eigenen Namen auf. Während der Jahre als Auftragssängerin und Bandleaderin gab es verschiedene Musikproduktionen, die ein
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böses Ende nehmen sollten. Vor rund sechs Jahren haute ein Vertriebsmann Sutter ums Ohr: „Er hat ganze Kartons mit meinen CDs verschwinden lassen. Das Geld war weg.“ Es sollte ein Wendepunkt in ihrem Leben sein, der Betrug traf sie schwer: „Ich konnte es nicht fassen und dachte mir, dass ich die Musik an den Nagel hänge.“ Sie befand sich zunehmend in einer Krise und wollte auch nicht mehr auf Events oder Hochzeiten spielen.
Aufbruch in die Pädagogik
Sutter begann, sich umzuorientieren und schaute in den Gesundheits- und Sozialbereich hinein. Im Kolpinghaus Götzis leitete die Sängerin sieben Jahre lang einen Workshop-Chor. Die Arbeit war herausfordernd, erschien ihr aber sinnvoll. Leider fehlte später das Geld, der Chor löste sich auf. Nebenbei unterrichtete sie Querflöte an der Musikschule in Bregenz. „Das Unterrichten liebe ich sehr“, sagt sie. Sie begann an der Musikschule Walgau Gesang für Jazz und Popularmusik zu lehren. Parallel dazu startete sie mit einem Studium der Freizeitpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg. Für ihren Studienabschluss stellte Sutter ein musikalisches Inklusionsprojekt auf die Beine. An einer Volksschule in Lustenau bastelte sie mit Mädchen, Jungen, Kindern mit migrantischem Hintergrund, ADHS und DownSyndrom von der Vorschulstufe bis zur vierten Klasse Instrumente und entwickelte die Duda-Didu-Sprache, eine Rhythmik-Lernmethode. Sutter ist nicht nur Musikerin und Pädagogin, sie ist auch Mama. Mit ihrem 16-jährigen Sohn Julian und dem Bassisten Rolf Aberer tritt sie als Alex Sutter Trio auf. Aufgezogen hat sie Julian alleine. „Ich habe uns mit meiner Musik ernährt. Das sind harte Zeiten gewesen“, sagt Sutter offen. „Julian hatte immer alles – dafür habe ich gesorgt –, aber ich selbst musste oft verzichten.“
chen in Berlin. Dass sie in den SingOffs ausgeschieden ist, macht Sutter gar nichts. „Ich bin unter den besten 25, was will ich noch mehr.“ Keine Spur der Enttäschung, nur große Freude über den Erfolg und den massiven Werbeeffekt. Im Grunde ist sie sogar froh über ihr Ausscheiden. „Ich hatte einen wahnsinnig großen inneren Konflikt. Ich bin 44, habe einen Sohn, ein Haus und eine Arbeit hier. Die Zeit der Tourneen sind vorbei, das habe ich vor zwanzig Jahren kennen gelernt. Ich bin nicht mehr so frei.“ Wenn Sutter nicht Musik macht, ist sie im Garten, gräbt um, jätet. Das Bühnenkind ist auch Obfrau des Obst- und Gartenbauvereins Bludesch. In Transportkisten der ÖBB zieht sie Auberginen, Zucchini, Tomaten und Paprika mit
Hasenmist und Stroh. „Im Winter geht mir das Gärtnern ab. Jetzt kompensiere ich das mit Laufengehen. Natur ist mir unglaublich wichtig. Ich bin ein Draußenmensch.“ Die Gartenarbeit sieht sie wie Vieles im Leben: „Ich sehe die Dinge teilweise nicht so tragisch und denke mir erst hinterher, Herrgottnochmal . . . Schön ist einfach das Ergebnis, wenn man – und wenn es noch so hart ist – dranbleibt. Man weiß: Jetzt beiße ich in den sauren Apfel, aber ich ziehe es durch.“ AUFTRITTE: 12. Jänner: Alex Sutter in der Wirtschaft Dornbirn 19. Jänner: Alex Sutter mit Ungifted, Kulturbühne Schruns
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Dann kam die Musik-Show
Julian hatte den Online-Fragebogen von „The Voice of Germany“ für seine Mutter ausgefüllt und Links von YouTube-Videos mit Auftritten seiner Mutter mitgeschickt. Zwei Tage später kam die Einladung zum Vorsingen in München. Insgesamt verbrachte Sutter neun Wo-
Musik ist ihr Leben, ihre Liebe ist Jazz. Mit ihrer Musik ist sie herumgereist, hat ihren Sohn und sich ernährt. Heute tritt Sutter noch immer gerne auf, unterrichtet aber ebenso freudvoll hinter der Bühne.
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marie ALS HEIMAT
Die Psychiaterin Dr. Sibille Kühnel hat mit vier Heimatvertriebenen, die die Vorarlberger Straßenzeitung verkaufen, ein ganz persönliches Interview geführt.
Text und Fotos: Sibille Kühnel
Wir entwachsen dem Kindes- und Jugendalter, lösen uns von den Eltern ab, erlernen einen Beruf, werden unabhängig, geeltweit sind Menschen auf der Flucht. Die Beweghen Partnerschaften ein, können eine Familie gründen. All dies gründe, seine Heimat zu verlassen, können unterermöglicht es, zu einer gefestigten Identität zu finden und gibt schiedlich sein. Sie reichen von Krieg, gewaltsamen im weitesten Sinn auch Beheimatung. Eine gesunde EntwickKonflikten und Armut bis hin zu Naturkatastrophen. lung ist unter Bedingungen der Flucht nicht mehr selbstverFlucht heißt, eine oft mehrere Jahre dauernde Odyssee ständlich. Beheimatung gibt es in diesem Sinne für geflüchtete durch verschiedene Länder, gefährliche Fluchtwege auf sich Menschen nicht mehr. Wie soll eine Partnerschaft entstehen, zu nehmen, unter Umständen wiederholter Gewalt ausgesetzt wenn ein junger Mensch nicht weiß, wo und für wie lange er zu sein, in überfüllten Lagern zu stranden, Angst aushalten zu sich an einem Ort niederlassen kann? Wie ein unabhängiges, müssen und das eigene Leben nicht mehr unter sicheren Beselbstbestimmtes Leben führen, wenn Arbeit nicht möglich ist? dingungen planen zu können. Vor allem heißt Flucht, auf Hilfe Wie entsteht Lebenssinn unter diesen Voraussetzungen und angewiesen, von Hilfe abhängig zu sein. was hilft gegen Verzweiflung? Diese Erfahrungen bleiben nicht spurlos, sie haben AuswirGlücklicherweise gibt es Faktoren, die Menschen selbst kungen auf die Seele, oft in Form von posttraumatischen Beunter extremsten Bedingungen schützen können und helfen, lastungsstörungen. Traumatisierte Menschen werden von den psychisch einigermaßen stabil zu bleiben. Dazu zählen ein siErinnerungen immer wieder eingeholt, cherer Aufenthaltsstatus, Achtung der können nicht schlafen, haben AlpträuMenschenwürde, soziale Unterstützung, me, können sich nicht konzentrieren, Zugang zu Bildung und Arbeit, Kontakt sind dünnhäutig, wenig belastbar, könzur Familie im Heimatland, Religion, nen dem Anspruch einer LeistungsgeFesthalten an Hoffnung, Perspektiven sellschaft nicht standhalten, haben oft und auch Persönlichkeitsmerkmale wie Schmerzen für die im Körper keine UrDr. Sibille Kühnel, geboren 1960 in ein offenes Temperament, sowie positive sache gefunden werden kann. Graz, ist Psychiaterin und PsychoBegegnungen mit der einheimischen BeDer Umstand einer Flucht hat aber therapeutin in eigener Praxis. Ihr völkerung. All dies trägt zur seelischen auch Auswirkungen auf anderer Ebene. Interesse gilt dem, was Menschen im Gesundung und zur Integration in unseFür uns, die wir in geordneten und siInnersten bewegt. Das Individuum re Gesellschaft bei. cheren Verhältnissen an Orten leben, die hinter der sozialen Rolle zu begreiuns vertraut sind, ist es selbstverständfen, seine Geschichte, Beweggründe, Wie diese Faktoren wirken lich, dass wir einen Entwicklungsprozess Gefühle, Hoffnungen zu erfahren zeigen vier junge Männer durchlaufen, der dem Leben Sinn gibt: und sich davon berühren zu lassen, der marie. sind wichtige Bausteine ihrer Arbeit. In diesem Zusammenhang ist auch ihre Neugierde für die Kolporteure der marie entstanden.
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Zur Person
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Ifesinachi Okaye stammt aus Nigeria, lebt seit
zwei Jahren in Österreich. Über die Gründe seiner Flucht möchte er nicht sprechen, aber darüber, dass die Umstände ihn nahe an den Wahnsinn getrieben haben. Auch Ifesinachi hat einige Fluchtstationen durchlaufen müssen. Durch die Untätigkeit, die Aussichtslosigkeit hat er angefangen mit sich selbst zu sprechen. Die Rettung sei in Gestalt eines „Samariters“ während einer Zugfahrt gekommen. Sein Gegenüber hat seine damalige schlechte Verfassung richtig erkannt und den Mut gehabt, ihn anzusprechen und ihn zu fragen, ob er okay sei. „Nein“, hat er sagen können. Diese Begegnung hat es Ifesinachi ermöglicht, über seine Gedanken, die Verzweiflung, die Ausweglosigkeit zu sprechen, wieder Fuß zu fassen und eine Perspektive zu entwickeln. Besonders glücklich macht ihn das Engagement einer Frastanzer Familie, die ihn wie einen Sohn aufgenommen hat. Für ihn fühlt sich diese soziale Integration wie eine Adoption an, er erlebt Zugehörigkeit.
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Emeka Amadi stammt aus Nigeria. Er hat ein offenes Tem-
perament, ist zielstrebig, durchsetzungsfähig, Man sieht, dass ihm Musik und Rhythmus im Blut liegen. Er hat klare Vorstellungen davon, was er will. Diese Zielstrebigkeit hat ihm geholfen, sich den Arbeitsplatz bei der marie zu ermöglichen. Er lebt in Tirol, erfuhr dort von der marie, macht sich auf den Weg. Mehrere Adressen von Geschäftslokalen hat er bekommen – einige sind bereits durch Verkäufer besetzt, andere erschienen ihm zu abgelegen oder zu klein. Er will einen Standort, an dem er viele Zeitungen verkaufen und mit Menschen in Kontakt kommen kann. Er setzt sich dafür ein, solange bis er erfolgreich ist. Nun pendelt er täglich zwischen Wohn- und Arbeitsort. Sein Ziel ist, sich in Österreich einen weiteren Weg zu eröffnen: sein in Nigeria abgebrochenes Studium wieder aufzunehmen. Und dennoch ist er gedanklich oft in Nigeria. Er ist hoffungsvoll, dass sich die Situation in seiner Heimat ändert. Im Herzen will er wieder zurück.
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Sami Festos ist 21 Jahre alt, stammt aus dem Süd-Sudan. Ein langer Weg führt ihn nach Götzis, wo er jetzt lebt. Ernst und aufmerksam ist er, die Augen drücken aber noch viel mehr aus: Traurigkeit, Feinfühligkeit und Zerbrechlichkeit. Seine Geschichte scheint schwer auf ihm zu lasten. Er möchte auch nicht darüber sprechen. Sami hofft auf ein positives Asylverfahren, auf anwaltliche Unterstützung und setzt auf die Arbeit bei der Straßenzeitung. Er nimmt seine Aufgaben sehr ernst, ist zuvorkommend mit den Kunden, ist behilflich, auch wenn er keine Zeitung verkaufen kann. Die Arbeit gibt dem Tag einen festen Ablauf, stabilisiert ihn. Und: Sami wird von den Kunden geschätzt, er bekommt Anerkennung, seine Würde wird respektiert. Die marie ist Samis einstweilige Heimat.
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Deku Newman stammt aus Ghana und lebt seit zwei Jahren in Österreich. Es geht ihm nicht so gut, sagt er von sich selbst, aber er ist froh, mit der marie Arbeit zu haben. Mit Menschen in Kontakt zu sein macht ihm Freude. Auch er pendelt täglich zwischen Innsbruck und Rankweil. Er will in die Zukunft blicken, arbeitet an seiner Perspektive, eine „richtige“ Arbeit zu finden, die seinen Vorstellungen entspricht. Er ist Ghanaer und identifiziert sich mit der Lebenseinstellung seiner Landsleute – nicht passiv sein, sondern sich betätigen. Er hofft darauf, eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, um ein neues Leben anfangen zu können. Die Ungewissheit des Asylverfahrens belastet ihn, es ist nicht einschätzbar. Er weiß nicht, was erwartet wird, damit der Entscheid positiv ausfällt, bewegt sich auf unsicherem Terrain. Er will die Sprache lernen, besucht montags und dienstags den Unterricht. Die Begegnung mit den Menschen, die ins Geschäft kommen, nutzt er, um sein Deutsch zu üben, das Schulwissen zu verbessern und um vorwärts zu kommen.
Vier Männer, vier unterschiedliche Biografien. wie sie auf mein Anliegen eines Interviews reagieren Mich haben diese Kontakte sehr beeindruckt. Alle Vier versuchen mit eigener Kraft, durch Unterstützung und durch Kontakte mit der Bevölkerung ihre Situation zu bewältigen. Not macht oft hilflos, irritiert, auch im Umgang mit Asylsuchenden. Hilflosigkeit lässt uns wegschauen, passiv sein, darauf warten, dass es die Politik irgendwie richten wird. Ich beobachte das auch an mir selbst. Es hat mich Mut gekostet auf die Männer zuzugehen, nicht wissend
werden. Ich war positiv überrascht von der Offenheit, der Freundlichkeit und ihren Gedanken, dass auch dieses Interview ihrem Integrationswunsch behilflich sein kann. Auch wenn ungewiss ist, wie ihre Asylanträge entschieden werden, so ist jeder zwischenmenschliche Kontakt ein kleiner Baustein, diese Männer in ihrer Würde zu achten. Die vier Männer zeigen, wie unser Integrationsbeitrag aussehen kann, jetzt und an jedem Ort.
Leben
spuren
KirchenBlatt
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Ordensleben im Plattenbau: Leipzig-Grünau ist trist statt hip, Hochhaussiedlungen prägen den Stadtteil, Atheismus und Armut sind der Normalfall. Was mancher fürchtet, ist für Bruder Andreas Knapp genau der richtige Ort, um sich mit den Sorgen der Menschen auseinanderzusetzen. Er arbeitete als Saisonarbeiter bei einem Versandunternehmen in Leipzig und wohnt mit vier Mitbrüdern in der ersten Etage eines Plattenbaus. Um sie herum leben Hartz-IV-Empfänger, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Serie im KirchenBlatt - Zu Beginn der Fastenzeit am 14. Februar 2018 startet das Vorarlberger KirchenBlatt seine siebenteilige Fastenserie mit Bruder Andreas Knapp zum Thema „Lebensspuren“. 40 Tage lang hat sich der bekannte spirituelle Autor in die Wüste zurückgezogen, um Gott in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit auf ganz neue Weise zu begegnen. In seinen meditativen Texten lässt Andreas Knapp an diesen existenziellen Erfahrungen teilhaben.
Jetzt 7 Wochen GRATIS! Bestellungen unter: T 055522/3485-125 E kirchenblatt@kath-kirche-vorarlberg.at, www.kirchenblatt.at Bezahlte Anzeige
Brücken bauen und Hoffnung schenken Die 1991 gegründete gemeinnützige Stiftung „Concordia Sozialprojekte“ unterstützt Straßenkinder in Rumänien, Bulgarien und der Republik Moldau. Der gebürtige Vorarlberger, Pater Markus Inama SJ (55), ging 2008 für vier Jahre nach Sofia, um im Auftrag der Stiftung das Sozialzentrum „Sveti Konstantin“ für obdachlose Kinder und Jugendliche aufzubauen. Dort wurde er mit Elend in einem Ausmaß konfrontiert, das ihn bisherige Überzeugungen und teilweise auch seinen Glauben infrage stellen ließ. In einem Tagebuch verarbeitete er diese Eindrücke und fand so auch die Kraft, weiterzumachen. Die Texte in diesem Buch sind die Essenz von Inamas Aufzeichnungen. Sie erzäh-
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marie-Buchverlosung: Glücksfee zog fünf Gewinnerinnen In der letzten Ausgabe der marie gab es handsignierte Bücher des Autors Andreas Wassner („Der kleine Prinz wird erwachsen“) zu gewinnen. Eine Glücksfee hat unter den zahlreichen E-Mails und Postkarten, die in die Redaktion geflattert sind, fünf Gewinnerinnen gezogen. Irmi Thaler, Schwarzach Doris Süß, Götzis Johanna Kaufmann, Gaißau Inge Tilg, Hohenems Herlinde Tscholl, Wald am Arlberg Die marie wünscht allen viel Spaß beim Lesen!
len eindrücklich vom Alltag in „Sveti Konstantin“, dem Kampf gegen bürokratische Windmühlen, von tragischen Schicksalen und besonderen Glücksmomenten.
Markus Inama: Der Hoffnung ein Zuhause geben – Die vergessenen Kinder von Sofia, 208 Seiten, Styria Verlag, 22,90 Euro
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DROGEN-TEST AUF PARTYS
Das Angebot an illegalen Drogen wird immer vielfältiger, auch in Vorarlberg. Das birgt Gefahren. Denn oft wissen die Konsumenten nicht, welche Substanzen in Ecstasy, Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS) oder Kokain tatsächlich enthalten sind. Deshalb fordern Drogenarbeiter ein „Drug-Checking“. Eine Methode, die sich in Tirol bewährt hat. Text: Frank Andres Fotos: Frank Andres, privat
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Manuel Hochenegger ist seit Juli 2013 Drogenarbeiter bei Z6 in Innsbruck und Koordinator des Projekts „Drug-Checking“.
leine blaue Monster, ein Goldbarren, eine rosafarbene Handgranate: Was auf den ersten Blick niedlich erscheint, ist manchmal trügerisch. Denn die kleinen, bunten Tabletten, die an harmlose Süßigkeiten erinnern, sind oft alles andere als harmlos. „Wer diese Pillen im Internet auf einer Party oder einem Dealer kauft, kann nicht überprüfen, welche Substanzen tatsächlich enthalten sind und wie gefährlich diese sein können“, erklärt Manuel Hochenegger (31), Mitarbeiter der Drogenarbeit Z6 in Innsbruck. Seit knapp vier Jahren haben in Tirol Konsumenten von Partydrogen die Möglichkeit Kokain, Speed, Ecstasy und Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) testen zu lassen. Und zwar anonym, kostenlos und vertraulich. Das sogenannte „DrugChecking“ wird von der Drogenarbeit Z6, der Gerichtsmedizin Innsbruck und mit finanzieller Unterstützung des Landes Tirol durchgeführt. „Dieser Test von illegalen Drogen war lange Zeit nicht
umsetzbar. Aber mit dem Suchtkoordinator des Landes hatten wir einen wichtigen Fürsprecher“, erinnert sich Manuel Hochenegger, an die Anfänge im März 2014 zurück. Die Uhren in Vorarlberg laufen anders. Und das obwohl sich Drogenarbeiter seit Jahren für das „Drug-Checking“ stark machen. „Der Bedarf ist da, auch in unserem subara Ländle“, meint Hannes Judt (37), Leiter der Drogenberatungsstelle Ex&Hopp in Dornbirn. „Es geht um den Schutz der Konsumenten. Sie sollten wissen, welche Substanzen in den Drogen sind“, fügt sein Kollege und Psychiatrischer Krankenpfleger Marco Festini (28) hinzu. Der Suchtkoordinator des Landes, Thomas Neubacher sieht die Sache anders: „Das ist bei uns nicht umsetzbar. Uns fehlen die Großveranstaltungen wie in Wien.“ Dadurch wäre ein mobiler ‚Drug-Check‘ enorm kostenaufwändig.“ Ein Test kostet etwa 60 Euro. Neubacher betont aber, dass das Land Vorarlberg international sehr gut vernetzt sei. Tauche etwa eine Substanz gehäuft auf, würden die Drogenberatungsstellen im Land darüber informiert. Zudem seien bei Veranstaltungen – das sind zirka 40 pro Jahr – Drogen- und Sozialarbeiter im Einsatz, die vor Ort informieren und beraten würden.
Risiken bewusst machen
Hinter dem Arlberg denkt man in Sachen Drogenpolitik anders. Jeden Mon-
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Impressum
Marco Festini und Hannes Judt, arbeiten beide in der Drogenberatungsstelle „Ex&Hopp“ in Dornbirn. Sie sind klare Befürworter der „Drug-CheckMethode“.
tag, jeweils von 17.30 bis 20.30 Uhr können Konsumenten ihre Partydrogen bei der Z6-Anlaufstelle zur Testung abgeben, ohne dabei Gefahr zu laufen, von der Polizei kontrolliert zu werden. In der Gerichtsmedizin werden die Substanzen dann auf ihre genaue Zusammensetzung überprüft. In der Regel dauert das wenige Tage. Danach wird das Ergebnis bei einem vertraulichen, bis zu einstündigen Gespräch erläutert, etwaige Risiken werden bewusst gemacht. „Ziel ist es, dass die Konsumenten aufgeklärter und bewusster mit Drogen umgehen. Es geht um Sensibilisierung, Selbstbestimmung und eine kritische Reflexion“, erklärt Manuel Hochenegger. Aber eines sei klar: Es gebe keinen Drogenkonsum ohne Risiko. „Wir geben keine Unbedenklichkeitserklärung ab oder stellen einen Freibrief au.“ Auch mit einer getesteten Substanz kann es zu einer negativen Konsumerfahrung kommen.
Schaden minimieren
„Drug-Checking“ ist aber ein Hilfsmittel, um Schaden zu minimieren. Durch diese Methode ist es möglich, besonders gefährliche Stoffe und Beimischungen (Streckmittel), aber auch hohe Dosierungen und neu auf dem Markt auftauchende Substanzen aufzudecken. Entsprechende Warnungen werden dann im Internet (siehe Infokasten rechts) veröffentlicht.
DRUG-CHECKING Die Nachfrage nach dem „DrugChecking“ steigt in Tirol Jahr für Jahr. Waren es beim Start im Jahr 2014 noch 41 Proben, die in der Gerichtsmedizin analysiert wurden, so sind es heuer über 400. Das „Drug-Checking“ wird vor allem von Männern – der Anteil liegt bei über 80 Prozent – genutzt. Die Altersspanne reicht von 14 bis 65 Jahren, die meisten sind Mitte 20. Nähere Infos zum Thema, zu aktuellen Substanzwarnungen, Safer-Use-Empfehlungen oder die Nachweisbarkeit von Inhaltsstoffen gibt es auf der Homepage der Drogenarbeit Z6: www.drogenarbeitz6.at
Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 2,60 Euro verbleibt den Verkäufern. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt. Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn Telefon: 0677 61538640 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Frank Andres, Christina Vaccaro MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Daniela Egger, Gernot Hämmerle, Sibille Kühnel, Fatima Lopez-Alva, Gerhard Thoma, Robert Thoma Zeitungsausgabestellen: Dornbirn Kaplan Bonetti Sozialwerke Kaplan-Bonetti-Straße 1 Montag und Mittwoch 14 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 9 Uhr Bregenz dowas, Sandgrubenweg 4 Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr Bludenz do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Feldkirch Caritas-Cafe, Wohlwendstraße 1 Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778 6833 Klaus eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Externe Beiräte DSA Markus Hämmerle, DSA Heidi Lorenzi, Cornelia Matt, Mag. Peter Mayerhofer, Dr. Claudio Tedeschi Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage 18.000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP Alexander Grass Bildbearbeitung Fitz Feingrafik Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580 BIC: RVVGAT2B420 © 2018 marie. Alle Rechte vorbehalten.
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„Wenn der Mensch im Mittelpunkt steht und Arbeit auch Spaß machen kann, dann stärkt das ihr Selbstwertgefühl und die Psyche.“
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SZENENWECHSEL Robert Robida (56) wechselte von der Szenegastronomie in den Sozialbereich. Seit sechs Jahren schwingt der gebürtige Steirer seinen Kochlöffel im Caritas-Café in Feldkirch. Text und Foto: Frank Andres
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an nehme zwölf Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Vorurteilen und Ängsten. Und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, sodass der Vorrat genau für ein Jahr reicht. Es wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn. Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Dann wird die Masse mit genügend Respekt übergossen. Das fertige Gericht schmückt man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviert es täglich mit Heiterkeit und Humor. Ähnliches passiert in der Küche des Caritas Cafés in Feldkirch. Dort leitet Robert Robida sein Kochprojekt. Ge-
kocht wird das Mittagessen für 25 bis 35 Besucher von Montag bis Freitag. Großteils ohne verschriftlichte Rezepturen, sondern mehr nach Gefühl und Hausverstand – so bleibt dabei das gemeinsame Kochen spontaner und lebendiger, so wie die Besucher und Mitkochenden eben auch sind. Dabei hat Robert Robida nur ein sehr bescheidenes Tages-Budget zur Verfügung – zirka 50 Euro. Café-Besucher zahlen pro Mahlzeit einen geringen Beitrag, für Mitarbeiter der Caritas kostet das Mittagsmahl 4,50 Euro. Einen fixen Wochen-Kochplan gibt es nicht. Er setzt auf die Neugierde seiner Gäste und deren Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Manche Gerichte sind vertraut, manche weniger und manche vermitteln auch ein Stück Heimat. Dadurch ergibt sich öfters ein interessanter
Austausch mit den Besuchern. Robert Robida ist aber nicht nur Koch, sondern seit über sechs Jahren Soziotherapeut in Feldkirch. Das bedeutet, er arbeitet mit Menschen am Rande der Gesellschaft und integriert Menschen mit Suchterkrankung in seinem Kochprojekt. Macht gemeinsam mit den SozialarbeiterInnen des Caritas Cafés den Spritzentausch für Suchtkranke, ist als Streetworker in Feldkirch unterwegs und kümmert sich um den Café-Betrieb.
Wichtige soziale Funktion
Das Kochen ist für Robert wesentlich mehr als das bloße Zubereiten von Essen. „Kochen hat in meiner Arbeit eine wichtige soziale Funktion“, betont Robert Robida. Er komme beim gemeinsamen Kochen in der Küche leichter ins Gespräch und lerne dadurch die
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/ 17 Eine Wohlfühloase: Robert Robida (56) am Eingang zur Küche des Caritas-Cafés in Feldkirch.
Lebenswelten der BesucherInnen besser kennen. „Das stärkt das gegenseitige Vertrauensverhältnis“, ist Robida überzeugt. Viele seiner Küchenhelfer haben durch das gemeinsame Tun auch die Möglichkeit, ihre Stärken zu erkennen. „Wenn der Mensch im Mittelpunkt steht und Arbeit auch Spaß machen kann, dann stärkt das ihr Selbstwertgefühl und die Psyche. Das hilft ihnen wiederum den Alltag besser bewältigen zu können. Und wenn es überhaupt nicht gut läuft, ist ein gesundes Vertrauensverhältnis umso wichtiger“, weiß Robida aus langjähriger Erfahrung.
Verpflegungseinrichtung mit Umweltauftrag
Gekocht wird im Caritas-Café vor allem das, was regional und saisonal verfügbar ist. Darauf legt Robert Robida gro-
ßen Wert. Die Kartoffeln bezieht er von Bauern aus dem Walgau, das Gemüse kauft er in Rankweil zwischendurch am Wochenmarkt oder erntet es im Caritaseigenen Garten am Ardetzenberg. Die Eier holt er von einer Bäuerin aus Tosters und das Fleisch stammt vom Metzger Nägele aus Gisingen. „Mir geht es vor allem darum, dass die Wertschöpfung im Land bleibt“, betont er. Robida setzt zudem auf einen schonenden Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen. „Unser Kohlendioxid-Abdruck sollte möglichst klein sein. Das bedeutet, dass Fleisch nur unregelmäßig auf den Tisch kommt. Ich sehe das Caritas-Café als Verpflegungseinrichtung mit Umweltauftrag.“
Zur Person Robert Robida, 56, wächst in der Steiermark auf. Mit 17 geht er nach Tirol, absolviert dort eine Ausbildung in der Gastronomie. Er arbeitet danach auf einem Kreuzfahrtschiff und in verschiedenen Gastronomiebetrieben im In- und Ausland. Seit 1987 lebt er in Vorarlberg, arbeitet in diversen „Szenelokalen“ und betreibt acht Jahre lang den Gasthof „Gütle“ in Dornbirn. Danach Um- und Weiterbildungen im Sozialbereich. Seit 2011 ist er als Sozio-Therapeut im Caritas-Café in Feldkirch tätig.
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Eine Gemeinde nach der anderen beschließt, auf gemeindeeigenen Plätzen, an Straßenund Wegrändern und auf Friedhöfen kein Glyphosat mehr zu spritzen.
Unkraut ist gut, Glyphosat ist böse
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Für die einen ist es ein Ackergift, für die anderen ein Pflanzenschutzmittel: Glyphosat. 27 Vorarlberger Gemeinden sind glyphosatfrei. Es irrt aber, wer glaubt, damit sei auch der Einsatz von Pflanzengiften zu Ende. Dafür braucht es nicht nur ein Nein zu Glyphosat, sondern auch ein Ja zu echten Alternativen. Und die gibt es, wie einige Beispiele zeigen. Text: Christina Vaccaro Foto/Repro: Armin Rudelstorfer / Greenpeace
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andwirte und Hobbygärtner nennen sie „Pflanzenschutzmittel“, für viele Ökologen und ökologisch gesinnte Menschen passt der Begriff „Ackergift“ besser. Fakt ist, dass es zahlreiche unerwünschte Folgen durch Pestizide gegen Pilze, tierische Schädlinge und ungebetene Pflanzenarten gibt. Der Einsatz von Pestiziden bedeutet in der Regel ein Eingriff ins Ökosystem, eine Senkung der Vielfalt, eine verminderte Bodenfruchtbarkeit, eine Verschmutzung des Grundwassers und sich heranbildende Resistenzen. Das Totalherbizid Glyphosat ist in den letzten Wochen zum Sinnbild der konventionellen, auf chemisch-synthethische Spritzmittel zurückgreifenden Landwirtschaft geworden. Von „Barbarian Super 360“ über „Dominator NeoTec“
bis „Roundup Speed“ versprechen die Namen der Herbizide ein schnelles Ende gegen unliebsame Unkräuter und andernorts tolerierte, manchmal auch gewünschte Beikräuter. In Vorarlberg sind inzwischen 27 der 96 Gemeinden glyphosatfrei (siehe Liste). Diese Gemeinden verzichten auf den Einsatz von Glyphosat auf Friedhöfen, Parkplätzen oder Kinderspielplätzen. Für Flächen im städtischen Bereich gibt es neben der mechanischen Entfernung auch einige physikalische Alternativen, etwa Gas- oder Infrarot-Abflammgeräte oder Hochdruckreinigung mit Wasser, Dampf oder Luft.
Engagierte Gemeinden
Hard gilt als die erste glyphosatfreie Gemeinde Vorarlbergs. Seit dem Gemeindebeschluss im Jahr 2012 wird auf den Einsatz von Glyphosat und anderen Herbiziden verzichtet. Stattdessen werden
Unkräuter mit einem Dampfgerät thermisch bekämpft oder von Hand gejätet. Ein Dampfgerät wird neben dem klassischen Jäten auch in der Gemeinde Rankweil eingesetzt. Bürgermeister Martin Summer ist selbst Imker und steht voll hinter der Bewegung. In der Gemeinde Frastanz wiederum kommt seit rund zehn Jahren ein Kehrmaschinengerät zum Zug, das über eine Drahtbürste Unkräuter mechanisch beseitigt. Das Dornbirner Gärtnerteam holt sich zum Jäten zuweilen Hilfe aus den Jugendwerkstätten. Vielen glyphosatfreien Gemeinden gemein ist der Ansatz, dass gerade im städtischen Bereich „auch mal etwas wachsen darf “. So bieten sich Schotterrasen als Alternative zu Kiesflächen an. Anstatt Unkräuter zu bekämpfen muss der magere Rasen einfach regelmäßig gemäht werden. Dass es auch in der Landwirtschaft ohne Glyphosat geht, zeigen nicht nur
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Greenpeace Glyphosat Gemeinde-Check
Bundesland Vorarlberg
Greenpeace Glyphosat Gemeinde-Check (Vorarlberg) Bezirk Glyphosatfreie Gemeinden (27 von 96) Gemeinde
Satteins Hörbranz Andelsbuch Röns Lochau Bizau Bewertung Schnifis Bregenz Hohenems Glyphosatfrei Thüringen Hard Mäder Teilweise Glyphosatfrei Ludesch Höchst Götzis Verwendet Glyphosat / keine Angabe Nenzing Lustenau Fraxern Hinweis: Die Karte zeigt Ergebnisse laut einer Meiningen Bludenz Dornbirn Umfrage und Recherche von Greenpeace in Rankweil Innerbraz Schwarzach Zentral- und Osteuropa. Seit Erstveröffentlichung Röthis St. Gallenkirch Hittisau Anfang Juni 2017 wurde der Datenstand und die Karte zuletzt am 01.12.2017 aktualisiert. Die
BewertungGlyphosatfrei bezieht sich auf die Verwendung des Teilweise Gemeinden Herbizids Glyphosat auf öffentlicher Gemeinde-Ebene (nicht im Privatgebrauch).
Kennelbach Lauterach Bei Ergänzungen und Fehlern wenden Sie sich bitte an service@greenpeace.at Feldkirch HINWEIS: Die Karte zeigt Ergebnisse laut einer Umfrage und Recherche von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa. Seit Erstveröffentlichung im Juni 2017 wurden Datenstand und Karte zuletzt am 1. Dezember 2017 aktualisiert. Die Bewertung bezieht sich auf die Verwendung des Herbizids Glyphosat auf öffentlicher Gemeinde-Ebene (nicht im Privatgebrauch). Bei Ergänzungen und Fehlern wenden Sie sich bitte an service@greenpeace.at
Biobauern. Das A und O der Bekämpfung unerwünschter Kräuter ist eine sinnvolle Fruchtfolge, die auch in der konventionellen Landwirtschaft angewendet werden kann. Das Abwechseln verschiedener Kultur- und Zwischenfruchtarten verhindert oft, dass Unkräuter überhaupt erst zum Problem werden. Neben der klassischen Ackerbestellung empfiehlt es sich zu mulchen, also den Boden mit organischem Material wie etwa Grünschnitt oder Rindenmulch zu bedecken. So macht es auch Obstund Gemüsebiobauer Armin Rauch aus Dünserberg. Er hält selbst von biologischen Spritzmitteln nichts und setzt stattdessen auf eine gute Sortenwahl und Pflanzenstärkungsmittel, die er eigens mit Brennessel, Ackerschachtelhalm, Beinwell und Farnen herstellt. Die Kräuter setzt er dabei zwölf oder 24 Stunden in kaltem Wasser an und sprüht sie anschließend mit einer Baumspritze auf die Kulturpflanzen, die er stärken möchte. „Unkrautvernichtung ist für mich total
tabu“, sagt Rauch. „Es gibt kein Unkraut, es gibt höchstens Beikräuter. In der Natur hat jedes Kraut einen Sinn.“ Für Hobbygärtner gilt ganz klar: die mechanische Methode – sprich das Jäten – ist besser als der Einsatz von Spritzmitteln. Zum Bedauern von Ökologen und Umweltschützern tendieren gerade Gartenbesitzer dazu, aus Unwissenheit unverhältnismäßig und unnötig große Mengen an Herbizidmitteln zu spritzen.
Was nach Glyphosat kommt
Glyphosat ist in 49 der insgesamt 495 in Österreich zugelassenen Herbizide enthalten. In Vorarlberg ist ein Glyphosat-Verbot in Planung. Ob nach dem Glyphosat ein anderes Herbizid kommt, oder ob mit dem Verbot auch der Weg zu einem gänzlich herbizidfreien Ansatz beschritten wird, ist offen. In Sachen Pflanzenschutzmittel liegt Österreich noch immer weit hinter der Schweiz und Liechtenstein, wo es bereits seit 1986 ein Herbizidverbot auf Wegen, Plätzen und
Straßen gibt. Vieles hängt von der Toleranz der Bevölkerung gegenüber wild wachsenden Un- oder Beikräutern ab.
FAKTEN Glyphosat ist ein Totalherbizid, das die Aminosäuresynthese von Pflanzen nicht-selektiv hemmt, also das Wachstum jeder Pflanze zerstört. Der Wirkstoff aus der Phosphonat-Gruppe blockiert dabei ein Enzym des Shikimisäureweges, der nur in Pflanzen und Mikroorganismen vorkommt. Glyphosat gilt als das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt. In Österreich wurden 2016 laut des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES) rund 312 Tonnen des Wirkstoffes verkauft. Im Jahr 2015 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.
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Die sanften Rebellen von Mals Alexander Schiebel: „Das Wunder von Mals: Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet.“ Oekom Verlag, 1. Ausgabe, Taschenbuch, 256 Seiten, 19,00 Euro. ISBN-13: 978-3960060147
Text: Daniela Egger
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n der 5000-Seelen Gemeinde Mals trafen sich 2013 vier Frauen, die es satt hatten. Die Kindergärtnerin Margit Gasser machte sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Schützlinge, da bis fast an die Grundstücksgrenze des Kindergartens gespritzt wird. Die Arbeiter tragen dabei Schutzanzüge und Atemmasken, die Kinder spielen ungeschützt im Garten daneben. Beatrice Raas, die Friseurin von Mals, Pia Maria Oswald, eine Imkerin und Martina Hellrigl beobachteten besorgt die Veränderungen der Landschaft, und ihre erste gut überlegte Handlung waren Transparente, die sie an Interessierte verteilten und die alle in einer Nacht im Juni 2013 auf Gartenzäune und Balkone gehängt wurden. Die große Bereitschaft der Bevölkerung, den stummen Protest mitzumachen, erstaunte die Frauen, denn in Südtirol ist es nicht üblich zu rebellieren. Sie beachteten allerdings eine wichtige Regel, um möglichst vielen zu ermöglichen, sich mit den Aussagen auf den Transparenten zu identifizieren: Alle ihre Botschaften waren positiv formuliert. Nicht „Gegen Pestizide“, sondern „Für eine gesunde Umwelt“ forderten die Transparente. Diese führten nach einigem Widerstand in der Gemeindevertretung zu einer Volksabstimmung in Mals, bei der 76 Prozent der Bürger und Bürgerinnen sich für ein Verbot von Pestiziden aussprachen. Diese Volksabstimmung führte zu erheblichem Widerstand in der Südtiroler Landesregierung bis hin
Hollawint nennen sich die Frauen von Mals, die sich zuerst darüber Gedanken gemacht haben, dass es so nicht weiter gehen kann und darf. Hollawint ist ein Vinschgauer Dialektausdruck und bedeutet: Achtung, jetzt kommt ein Wind auf. Dieser Wind fegt seit 2013 durch den Oberen Vinschgau und richtet sich gegen den Einsatz von Pestiziden in den Südtiroler Apfelanlagen.
zu Gesetzesveränderungen, die den Alleingang einzelner Gemeinden in eine giftfreie Zukunft verhindern sollten. Das Buch mit dem Titel „Das Wunder von Mals“ liest sich wie ein Krimi. Der Filmemacher Andreas Schiebel gesellte sich 2014 zu den Malser Rebellen und begann, die Entstehung des friedlichen Protests gegen die Macht der Agrarindustrie zu dokumentieren – was ihn seine Aufträge und fast seine Existenz kostete, denn die Südtiroler Landesregierung war bis dahin ein wichtiger Auftraggeber für ihn gewesen. Dafür zog er kurzerhand mit seiner Familie nach Mals und begann, das Buch zu schreiben und einen gleichnamigen Facebook-Account zu betreiben. Von da an fegte der Hollawint in weite Teile Österreichs und Deutschlands und darüber hinaus – das Interesse anderer Bürgerinitiativen ist enorm, die Vortragstätigkeit nimmt kein Ende mehr. Eigentlich wissen es alle: Gift gehört nicht in die Natur, nicht in die Nahrungsmittelproduktion und vor allem nicht in die Hände von Großkonzernen, die damit EU-Politik bestimmen. Es gibt ausreichend natürliche Alternativen und zahlreiche Studien belegen, dass die Nahrungsmittelproduktion auf biologischer Basis ausreichen kann*. Der Alleingang eines Agrarministers für die weitere EU-Zulassung von Glyphosat wirbelt auch deshalb so viel Staub auf, weil immer mehr Menschen sensibilisiert sind und nicht mehr alles akzeptieren wollen. Es gibt viele Unkrautvernichtungsmittel, die man in jeder Gartenabteilung kaufen kann, ohne zu ahnen, was man da in sei-
nen eigenen Garten trägt. Jeder und jede Einzelne ist aufgerufen, sich das Kleingedruckte genau anzusehen oder sich beraten zu lassen. Global 2000 oder Greenpeace geben umfassende Informationen dazu. Mals ist pestizidfrei und drangsaliert, aber auch berühmt geworden. Die Zahl der Gemeinden, die Pestizide von ihrem Gemeindegebiet verbannen, wächst. Die Geschichte erinnert an das unbeugsame Dorf der Gallier, nur ohne Zaubertrank – der Zauber hinter dem steinigen, frustrierenden aber letztendlich erfolgreichen Weg heißt Ausdauer und der Glaube, dass sich der Schutz der Umwelt und der Gesundheit am Ende durchsetzen wird. * Die Studie zur biologischen Nahrungsmittelproduktion für die Weltbevölkerung wird hier präsentiert: www.biorama.eu/neue-studie-biolandbau-konventionelle-landwirtschaft/
FAKTEN Welche Gemeinden in Österreich bereits glyphosatfrei sind, ist hier zu sehen (Tendenz steigend): glyphosat. greenpeace.at Alternativen für den eigenen Garten finden Sie hier: glyphosat.greenpeace. at/oekologische-alternativen/ Und für den landwirtschaftlichen Einsatz hier: www.global2000.at/ glyphosat-alternativen-landwirtschaft
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Wie viel Jugend steckt in den Jugendarbeitern? Über 40 Jahre trennen die Jugendlichen von Ihren Betreuern. Ob und wie sich die JugendarbeiterInnen mit ihren Schützlingen verstehen, darüber hat die marie mit drei „Urgesteinen“ der Vorarlberger Jugendarbeit gesprochen. Fragen von Christina Vaccaro, Fotos: privat
Martin Hagen
Offene Jugendarbeit Dornbirn Wen oder was konnten Sie als 15-Jähriger überhaupt nicht ausstehen? Latein, Mathe und sehr rechts orientierte Lehrer im Gymnasium. Ungerechtigkeiten! Was war die provokanteste Frisur, die Sie jemals hatten? Ich hatte mal lange Haare, die meinen Eltern gar nicht gefielen. Aus Provokation rasierten mein Freund und ich uns die Haare auf drei Millimeter, das war dann den Eltern auch nicht recht. Mit wie vielen Jahren haben Sie zum ersten Mal eine Zigarette oder einen Joint geraucht? Mit 15 rauchte ich meine erste Zigarette, mir wurde schlecht, ich übte das dann lange Jahre. Sie könnten inzwischen Opa der Jugendlichen sein, die Sie betreuen. Verstehen Sie Ihre Schützlinge überhaupt noch? Ich denke, ich verstehe sie noch, da ich viel Erfahrung mit Jugendlichen in den letzten 25 Jahren habe. Vor 40 Jahren gingen Jugendliche auf die Straße und demonstrierten gegen Atomkraft. Wogegen rebelliert die Jugend heute? Jugend rebelliert immer noch gegen Ungerechtigkeit. Fühlen Sie sich mit der heutigen Jugendkultur verbunden?
Prinzipiell ja, doch privat höre ich natürlich andere Musik. Jugendkultur ist es ja nur solange, wie Erwachsene es nicht verstehen. Skateboard fahren ist Jugendkultur geblieben, die meisten Erwachsenen können das nicht. Ihr Körper ist 58 Jahre alt. Wie alt ist Ihr Geist? Ich bin jetzt 58 Jahre, genauso alt ist mein Geist. Dennoch beschäftige ich mich noch immer sehr mit der Jugend, ihre heutigen Vorstellungen sind mir nicht fremd. Was tun Sie, um innerlich jung zu bleiben? Ich reise gerne durch Asien mit dem Rucksack und auf eigene Faust. Das ist immer sehr spannend. In unseren Jugendzentren sind sehr viele Jugendliche. Diese und auch die jungen Mitarbeiterinnen halten mich halbwegs jung. Außerdem lese ich viel über die Phänomene der heutigen Jugend. Was ist Revolutionärste, das Sie sich bewahrt haben? Ich kämpfe immer noch aktiv noch für Chancengerechtigkeit. Außerdem habe ich nichts gegen Geflüchtete, sondern versuche ihnen auch hier bei uns ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
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Kultur
Iris Biatel-Lerbscher
Sozialarbeiterin/Jugendtheatermacherin Wen oder was konnten Sie als 15-Jährige überhaupt nicht ausstehen? Spießer! Ich mochte die Enge nicht, die ich in Vorarlberg erlebte, weil jeder jeden kennt, und ich mochte das (für mich) Verlogene nicht. Ich mochte auch Vieles an der Politik nicht. Was war die provokanteste Frisur, die Sie jemals hatten? Ich hatte zwölf verschiedene Farben in meinen Haaren. Mit wie vielen Jahren haben Sie zum ersten Mal eine Zigarette oder einen Joint geraucht? Ich habe mit 16 meine ersten Züge einer Zigarette genommen – und auch meine letzten. Ich mochte das nicht und wollte auch nicht rauchen, nur um dazu zu gehören. Meinen ersten Joint mit 21. Sie könnten inzwischen Oma der Jugendlichen sein, die Sie betreuen. Verstehen Sie Ihre Schützlinge überhaupt noch? Ja, ich denke, ich verstehe sie noch sehr gut. Zum einen habe ich selber Kinder, die nicht viel älter sind, und zum anderen ist es nicht eine Sache des Alters, jemanden zu verstehen, zu respektieren und ihn in seiner Lebenswelt wahrzunehmen. Vor 40 Jahren gingen Jugendliche auf die Straße und demonstrierten gegen Atomkraft. Wogegen rebelliert die Jugend heute? Für mich gibt es keine klare breite Jugendbewegung. Ich kenne Jugendliche,
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Jugendsprache Wir haben unsere Jugendarbeiter nach der Bedeutung beliebter Jugendwörter der letzten Jahre gefragt. 1) Was ist ein „Smombie“? Hagen: Ein Smartphone-Zombie. Biatel-Lerbscher: Ein Handy-Zombie. Amann: Kenne ich nicht.
2) Was heißt „napflixen?“ Hagen: Etwas mit Serien und Schlafen. Biatel-Lerbscher: Fernsehschlafen - vor Netflix schlafen. Amann: Netflix kenne ich natürlich, aber napflixen? 3) Was ist „fly sein“? Hagen: Das heißt so viel wie: Es geht ab! Biatel-Lerbscher: Übermütig sein. Amann: Abhängen.
die sehr rebellisch sind und auch lautstark ihre Welt verändern wollen, aber es gibt auch die Leisen, es gibt die Überlegten, die zähen Taktierer und so viele mehr. Was aber alle gemeinsam haben, ist: Sie leben in einer Welt, die sich so rasch verändert, dass es einem manchmal Angst macht. Fühlen Sie sich mit der heutigen Jugendkultur verbunden? Ich fühle mich sehr mit den Jugendlichen verbunden. Ich habe großen Respekt und Hochachtung vor den jungen Menschen, die jetzt in dieser Gesellschaft leben. Es ist nicht leicht. Nichts rührt mich mehr an als ein Jugendlicher, der sich auf den Weg in sein eigenes Leben macht – machmal mit Angst, aber auch mit viel Mut. Ihr Körper ist 57 Jahre alt. Wie alt ist Ihr Geist? Ich empfinde Alter relativ – wir leben in unserer Zeit und wir verändern uns in ihr und mit ihr. Ich bin ruhiger geworden, manche Dinge nehme ich gelassener. Ich liebe die Arbeit mit jungen Menschen vielleicht gerade darum so, weil sie frisch und voller Emotionen sind. Was tun Sie, um innerlich jung zu bleiben? Ich bin in der wunderbaren Situation, dass ich mit jungen Menschen arbeiten darf. Was ist Revolutionärste, das Sie sich bewahrt haben? Ich mag keine Spießer.
4) Was bedeutet „rumoxidieren“? Hagen: Etwas in Richtung stinken oder transpirieren. Biatel-Lerbscher: Abhängen, lümellen. Amann: Kenne ich nicht. 5) Und was „Fu!“? Hagen: Das ist klar: Fuck you. Biatel-Lerbscher: Fuck you. Amann: Fuck you.
Lösungen: 1) Kofferwort aus „Smartphone“ und „Zombie“: jemand, der dauernd auf sein Handy starrt. 2) Nickerchen während eines Filmes. 3) Etwas oder jemand geht besonders ab. 4) Chillen, entspannen, abhängen. 5) Scheiße, fick dich.
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Bernhard Amann
Langgedienter Sozialarbeiter Wen oder was konnten Sie als 15-Jähriger überhaupt nicht ausstehen? Die Moralapostelverdichtung der herrschenden Klasse und das Spießbürgertum. Was war die provokanteste Frisur, die Sie jemals hatten? Der Kurzhaarschnitt beim Bundesheer. Mit wie vielen Jahren haben Sie zum ersten Mal eine Zigarette oder einen Joint geraucht? Mit 14 Jahren, denke ich mal. Sie könnten inzwischen Opa der Jugendlichen sein, die Sie betreuen. Verstehen Sie Ihre Schützlinge überhaupt noch? Das müssten Sie eigentlich die betroffenen Jugendlichen fragen. Vor 40 Jahren gingen Jugendliche auf die Straße und demonstrierten gegen Atomkraft. Wogegen rebelliert die Jugend heute?
Es gibt nach wie vor widerständische junge Menschen. Nur die Widerstandsformen haben sich geändert. Fühlen Sie sich mit der heutigen Jugendkultur verbunden? Ja, natürlich! Ich habe ständig mit Initiativen zu tun. Auch in unserem Kulturzentrum ProKonTra! Ihr Körper ist 63 Jahre alt. Wie alt ist Ihr Geist? Ich denke, er befindet sich kurz vor der Adoleszenz (Erwachsenenphase). Was tun Sie, um innerlich jung zu bleiben? Die Rückbesinnung auf meine eigene Jugend mit meinen Ängsten, Wünschen, aber auch Bedürfnissen. Was ist Revolutionärste, das Sie sich bewahrt haben? Beharrlichkeit!
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S C HAC H - E C K E Nicht so schwer
Nicht so einfach
Einfach schwer
Bei Weiß ist im Moment alles gedeckt, könnte man meinen. Doch mit einem hübschen Opfer-Zug gewinnt Schwarz die Partie sofort.
Weiß hat gerade auf d6 einen Bauern geschnappt. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. Mit welchem überraschenden Zug kam Schwarz entscheidend in Vorteil?
Schwarz am Zug muss aufpassen, dass er nach weißem Turmschach auf der g-Linie nicht matt wird. Also setzt er den Gegner lieber gleich selbst matt!
Schwarz am Zug
Schwarz am Zug
Schwarz am Zug
Lösung: 1. ... Tg5! 0:1. Wegen 2.fxTg5 Le5+ mit Damengewinn oder 2. Tg1 TxTg2+ 3. TxTg2 DxTb1 mit Figurengewinn.
Lösung: 1. ... Dxa3+! 2. bxa3 Tc2+ 3. Kb1 Td2+ 4. Ka1 Sb3+ matt!
Lösung: 1. ... Dg2+! 2. SxDg2 hxSg2+ 3. Kg1 Sh3+ matt!
Gsi
Keine Gnade für böse Buben und schlimme Mädchen
Mit lasterhaften Zeitgenossen wurde früher in Vorarlberg kurzer Prozess gemacht. Die Täter mussten zur Strafe einen schweren „Lasterstein“ tragen oder sie wurden ins Narrenhaus gesperrt. Gefürchtet waren auch die Schandgeige und der Pranger. Sogar Kinder, die sich nicht zu benehmen wussten, bekamen empfindliche Lektionen im Käfig verpasst. Text: Gerhard Thoma, Fotos: Archiv
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In die Schandgeige wurden in Vorarlberg nur Frauen gespannt. Kleinste Verfehlungen reichten schon aus, etwa Fluchen, Schimpfen und Spotten.
lltäglich haben Polizisten und Richter mit Ganoven und Gaunern zu tun. Das war früher nicht anders als heute. Nur mit dem Unterschied, dass vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit die Strafen auch für kleinere Vergehen recht drastisch und äußerst publikumswirksam waren. Den Kleinkriminellen drohten die Trille, der Lasterstein, das Narrenhaus, der Pranger oder die Schandgeige. Wer Pech hatte, musste gleich zwei Strafen über sich ergehen lassen. Die Trille war ein Folterinstrument, mit dem ausschließlich Buben und jüngere Burschen gezüchtigt wurden. Zum Beispiel wegen Diebstahls oder Körperverletzung, wie Johann Gebhard Roder in seinem 1860 publizierten Werk „Bregenz vor 50 Jahren“ berichtet. Die Trille bestand aus einem zylinderförmig gebauten Käfig. Der Käfig war drehbar, hatte einen Durchmesser von zirka 1,20 Meter und war 1,80 Meter hoch. Der Bub wurde vom Stadtknecht in den Käfig gesperrt und dann an den belebten Kornmarktplatz gebracht. Dort konnte jedermann den jungen Täter verhöhnen und Späße mit ihm treiben. Oft wurde die Trille von den Leuten so lange gedreht, bis dem Insassen schwindlig wurde und er umfiel. Spätestens nach einigen Stunden war der Spuk vorbei und der Bub wurde wieder freigelassen. Auffallend ist, dass die Strafen für Kleinkriminelle in früheren Zeiten mehr oder weniger nur ein Ziel hatten: den Täter zu entehren und lächerlich zu machen. Ähnlich wie die Trille hatte auch der „Lasterstein“ dieses Ziel. Der Lasterstein war speziell für „lasterhafte Weiber“ erfunden worden. Zur Strafe mussten die Delinquentinnen einen schweren Stein über den Marktplatz schleppen. Eine mühsame Angelegenheit, der man aber im Glücksfall entkommen konnte. So verurteilte im Jahre 1535 das Gericht in Sulzberg im Bregenzerwald eine Frau dazu, einen „Lasterstein“ über den Dorfplatz zu tragen. Als jedoch die Behörden in Bregenz Wind davon bekamen, legten sie sofort Einspruch ein: Das Gericht in Sulzberg sei nicht befugt, eine
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Das Folterinstrument „Schandgeige“ ist heute noch beliebt: In der Sado-Maso-Szene als Möbelstück von BDSM- oder Bondage-Spielen.
Frau zum Schleppen eines Lastersteins zu verurteilen. Dies sei nur der höheren „Malefizgerichtsbarkeit“ möglich: Wenn schon Lastersteine schleppen, dann in Bregenz. Der Rechtsstreit ging bis Innsbruck, wo schließlich ein salomonisches Urteil gefällt wurde: Die Frau wurde nicht nach Bregenz ausgeliefert und den Sulzbergern wurde empfohlen, in ihrer Gemeinde ein „Narrenheusel“ zu errichten, „damit die Weiber Scheu haben und sich ungeschickter fraulicher Handlungen enthalten“. Das „Narrenhaus“ war etwas ähnliches wie das heutige Polizeigefängnis oder der Gemeindearrest und für leichtere Vergehen bestimmt. Viele Gemeinden in Vorarlberg hatten ihr eigenes Gefängnis oder wenigstens ihren eigenen Gemeindearrest. Das Narrenhaus, auch Blockhaus und Zuchthaus genannt, stand stets an belebten Straßen und Plätzen. Es handelte sich um kleine, fensterlose Holzhäuschen, aus denen erwachsene Männer relativ leicht entkommen konnten. Deshalb landeten meistens nur Frauen und Kinder darin, manchmal auch Trunkenbolde. Aus Bludenz ist der Fall eines geisteskranken Montafoners bekannt, der mehrmals aus dem Narrenhaus ausgebrochen war und Menschen und Vieh verletzte. Das Vogteiamt in Bludenz beantragte deshalb bei der Regierung in Innsbruck, den Montafoner auf eine Galeere zu stecken. Aber auch Kinder schafften es, aus dem Knast auszubrechen. In Lustenau gelang es vier Buben, zu flüchten. Sie waren wegen ungebührlichen Verhaltens in der Kirche ins Narrenhaus gesperrt worden. Die jungen Burschen wurden gefasst und in den Turm nach Hohenems eingeliefert. Der Turm war für „schwere Jungs“, von dort gab es kein Entkommen. Einer Hohenemserin wiederum wurde zum Verhängnis, dass sie während der Fastenzeit beim Fleischessen in Lindau erwischt worden war. Weil sie sich weigerte, die Geldbuße zu bezahlen, wurde sie ins Emser Narrenhaus gesteckt.
Am Pranger stehen
Wie Trille und Lasterstein war auch das Narrenhaus für leichtere Vergehen gedacht und sollte die Täter in ihrer Ehre und ihrem Stolz treffen. Die Haftzeit dauerte von 30 Minuten bis zu einer Woche. Das „Bußhüsle“ stand auf einem öffentlichen Platz, sodass zwar jeder wusste, wer drinnen gerade ausharren musste, aber niemand hineinschauen konnte, denn Fenster hatte es keine. Deshalb kam der Pranger zum Einsatz, um die Strafe zu verschärfen. Der Pranger stand direkt vor dem Narrenhaus. So besaß etwa St. Gerold im Großen Walsertal ein „Plockhaus“ oder „Prangelstock“. In Lustenau gab es ein Gesetz, wonach ledige Gesellen wegen Unzucht an beiden Armen in Eisen geschlagen werden. Drei Stunden lang wurden sie an der vor dem Narrenhaus aufgestellten Schand- oder Hurensäule jedermann zum Spott ausgesetzt. Am Lustenauer Pranger standen auch jene
unverheirateten Frauen und Männer, die sich auf der „Gunkelstuben“ zu einem Stelldichein trafen. In einem Fall aus dem Jahr 1670 wurde eine Frau zu vier Tagen Narrenhaus und Pranger verurteilt: Nachts durfte sie im Bußhüsle schlafen, tagsüber wurde sie immer wieder an den Pfahl gekettet. Ihr Geliebter musste acht Tage im Turm darben. Einer der letzten dokumentierten Narrenhaus-Fälle datiert im Jahre 1792 in Gaißau. Dort sollten zwei zwölf und 13 Jahre alte Buben für eine halbe Stunde eingekerkert werden, weil sie den Gottesdienst störten. Die Mutter eines der Buben erhob Einspruch beim Vogteiamt in Feldkirch. Dieses schmetterte den Einspruch ab und erhöhte die Strafe auf drei Stunden Buß- und Zuchthaus. Um die öffentliche Schmach zu vergrößern, stand den Behörden ein weiteres Instrument zur Verfügung: die Schandgeige. Sie war im 17. und 18. Jahrhundert in Vorarlberg weit verbreitet und stand in nächster Nähe zu Narrenhaus und Pranger. Die Schandgeige, auch spanische Geige genannt, hat eine geigenartige Form mit drei Öffnungen, in die Kopf und Hände eingespannt werden. Meist besteht sie aus Eichenholz und ist mit Eisen beschlagen. Das Gewicht am Hals ist enorm. Urkundlichen Belegen zufolge wurden in Vorarlberg nur Frauen in die Schandgeige gesteckt. Dabei reichten schon harmlose Delikte aus: Schimpf- und Spottreden, Fluchen, ungebührliches Verhalten bei kirchlichen Veranstaltungen. Sie kam aber auch bei Diebstählen, Unzucht, Ehebruch und Kuppelei als zusätzliche Strafe zum Narrenhaus zum Einsatz. Stets wird die Übeltäterin öffentlich zur Schau gestellt. In Vorarlberg waren dies der Kirch-, Dorf- und Marktplatz, die Kirchtüre, das Tanzhaus und sogar der Friedhof. Die Strafe wird immer dann vollstreckt, wenn der Platz besonders belebt ist, vor allem am Sonntag. Das würdelose Spektakel dauerte in der Regel so lange, bis das Volk sich wieder verlaufen hatte, meist ein bis zwei Stunden während des Hauptgottesdienstes. Die Schmach konnte aber auch länger dauern, etwa vom Beginn des vormittägigen Gottesdienstes bis zum Ende der Nachmittagsmesse. Nicht selten wird die bedauernswerte Delinquentin an mehreren Tagen in die Geige gespannt. Spottzeichen sollen die vermeintliche Freveltat aufzeigen: Bei Felddiebstahl werden gestohlene Früchte an die Schandgeige gehängt. In Egg wird 1759 eine Ehebrecherin mit einem Strohkranz bekränzt in die Geige gestellt. In Hohenems erhält eine Ehebrecherin in die eine Hand eine Rute, in die andere Hand eine brennende Kerze. Außergewöhnlich ist, dass fast nur Frauen im Unterland mit der Schandgeige gedemütigt worden sind: In Bregenz, Hard und Wolfurt, im Bregenzerwald, in Lustenau und in Hohenems. Heute noch werden Frauen und Männer in die Schandgeige gespannt, allerdings von Herzen gern und freiwillig, in der Sado-Maso-Szene zum Fixieren des Partners bzw. der Partnerin.
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Gulaban, eine 25-j채hrige Mutter von drei Kindern, r체ckt vor Fahrbeginn einen Ventilator zurecht. 60 Tonnen wiegt der LKW f체r die Trainingseinheit des Female Dump Truck Driver Programme. Das Ausbildungsprogramm wurde im September von der Sindh Engro Coal Mining Company (SECMC) in Islamkot, Tharparkar, Pakistan eingef체hrt.
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TRUCKERINNEN DURCHBRECHEN KULTURELLE BARRIEREN In einer Region, in der die Einstellung gegenüber Frauen viel zu wünschen übrig lässt, und wo Frauen vor allem im Haus und auf dem Feld zu finden sind und so gut wie keine Karrieremöglichkeiten haben, ist es einer kleiner Sieg: In Saudi-Arabien haben Frauen vor kurzem zum ersten Mal die Möglichkeit bekommen, Autofahren zu lernen. Dank des wachsenden Energiesektors und der aufblühenden Kohle-Industrie werden Frauen in Pakistan jetzt vermehrt als Lkw-Fahrerinnen eingestellt. Text: Syed Raza Hassan Fotos: REUTERS/Akhtar Soomro
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akistan setzt in der Wüste Thar auf billige Kohle, um seine Energiekrise zu lösen. Eine kleine Gruppe von Frauen sieht darin einen Weg aus der Armut. Sie schnappen sich Jobs als Lkw-Fahrerinnen, bisher eine reine Männerdomäne. Diese Jobs können durchaus das Leben in dieser staubigen Gegend im Süden an der Grenze zu Indien verändern. Unter den Sanddünen liegen geschätzte 175 Milliarden Tonnen Kohle, gelbe Kipperfahrzeuge schwärmen wie Bienen in Pakistans größtem Tagebau. Anfangs flößten die imposanten 60-Tonner Gulaban gehörigen Respekt ein. Die 25 Jahre alte Hausfrau und Mutter von drei Kindern gehört der
Hindu-Gemeinschaft in der streng konservativen, überwiegend muslimischen Nation mit 208 Millionen Menschen an. „Erst war ich etwas aufgeregt, aber jetzt ist es für mich normal, diesen Kipper zu fahren“, erklärt Gulaban. Sie trägt einen rosa Sari, das traditionelle Tuch, das von Hindu-Frauen überall in Südasien getragen wird. Gulaban hofft, dass diese Jobs dazu beitragen können, dass andere Frauen mit geringen Beschäftigungsaussichten unabhängiger werden. Sie ist eine der 30 Frauen, die von Sindh Engro Coal Mining Company (SECMC) zu Lkw-Fahrerinnen ausgebildet werden. Die pakistanische Firma schürft minderwertige Kohle unter den Wanderdünen in der Thar-Wüste. In ihrer Ausbildungsgruppe hat Gulaban einen Vorsprung. Sie ist die einzige Frau, die bereits Autofahren konnte, >>
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Die angehenden Truckerinnen hören ihrem Instrukteur im Rahmen ihrer Ausbildung im Female Dump Truck Driver Programme in Pakistan zu.
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bevor die Schulung zur Lkw-Fahrerin begann. Damit ist sie ein Vorbild für andere angehende Truckerinnen. „Wenn Gulaban einen Kipper fahren kann, dann können wir das auch. Wir müssen nur lernen und so schnell fahren wie sie“, sagte Ramu, 29-jährige Mutter von sechs Kindern, die neben dem 40-Tonner steht. Bis vor kurzem waren Energieexperten noch unsicher, ob Pakistans reichlich vorhandene, aber minderwertige Kohle als Brennstoff in Kraftwerken genutzt werden könnte. Diese Sichtweise änderte sich mit neuen Technologien und chinesischen Investitionen im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC). Er ist ein wichtiger Teil der Initiativen zur Anbindung Asiens an Europa und Afrika. Neben Wasserkraft und Flüssiggas ist die Kohle derzeit das
Kernstück der Energieplanung Pakistans. SECMC besitzt rund 125 Kipper. Sie schaffen die Erde aus dem Tagebau. Die Firma schätzt, dass sie 300 bis 400 Lkw benötigt, wenn sie sich erst einmal bis zur Kohle durchgegraben hat. Fahrerinnen können bis zu 40.000 Rupien (rund 320 Euro) im Monat verdienen. Frauen, die sich für diese Jobs bewerben, überwinden kulturelle Barrieren in einer Gesellschaft, in der Frauen überwiegend auf die Feldarbeit sowie Kochen und Putzen für ihre Familien beschränkt sind. Erst ab dieser Woche dürfen Frauen in Saudi-Arabien, einem engen Verbündeten Pakistans, Autofahren. Damit endet ein von konservativen Geistlichen unterstütztes Verbot. Aktivisten, die sich für das Recht einsetzen, sahen darin ein Symbol für Unterdrückung.
Gulabans Ehemann Harjilal denkt noch daran, wie die Leute in Thar ihn verspotteten, wenn seine „ungebildete“ Frau das kleine Familienauto lenkte. „Wenn meine Frau am Steuer saß und ich daneben, lachten mich die Leute aus“, erinnert sich Harjilal, der wie die meisten Menschen in der Gemeinschaft nur einen Namen hat. Aber Gulaban will von solchen Klischees nichts mehr wissen. Sie hat nur noch die Chancen im Blick, die vor ihr liegen. „Ich sehe, wie sich das Leben der anderen Fahrschülerinnen ändert, seit sie bezahlt werden“, sagt sie. „Hoffentlich für eine bessere Zukunft.“ Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Daniel Gebauer. Mit freundlicher Genehmigung von Reuters / INSP.ngo
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Sa., 6. Jänner, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 9,- Euro VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at/ vorarlberg.html
Mi., 3. Jänner, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: frei
GRATIS NEUJAHRSKONZERT – LANDAMANN
POP & WAVE PARTY
Bühne frei für „2018“, die Pop and Wave Party startet durch – mit den besten Hits und den beliebtesten Raritäten von Top-Bands der legendären Achtziger-Jahre, angereichert mit den besten Alternative-Hits der Gegenwart. Deshalb sind neben Kultbands vergangener Jahre auch zeitgenössische Top-Acts dabei. Freut euch und shaked ab zu Depeche Mode, The Cure, VNV Nation, Alphaville, Placebo, Camouflage, U2, Tears for Fears, OMD, Apoptygma Berzerk, Yazoo, Covenant und viele, viele mehr . . . Eine Videowall und jede Menge Einblendungen runden diese einzigartige Veranstaltung ab. An den Turntables: POP&WAVE DJ MC Mode (Marcus) aus Friedrichshafen.
Vier kreative Köpfe – aus unterschiedlichen Richtungen zusammen gewürfelt – mieten einen Raum. Die Tür wird versperrt, die Leiter gezogen. Zwei Jahre vergehen. Herausgekommen ist altmodische, aber trotzdem unverstaubte, handgemachte Gitarrenmusik. Es wird laut, aber schön laut.
So., 7. Jänner, 10:30 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: 8,- Euro
Do., 4. Jänner, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: frei
Lesung und Gespräch mit der vielfach preisgekrönten Journalistin und Autorin Susanne Scholl. Ein mutiger und persönlicher Roman über starke Frauen und den Kampf um ein Leben nach dem Überleben.
GRATIS NEUJAHRSKONZERT – INK SPILLS & MONO EXPRESS
Ink Spills sind Nnella Loé & Leo Winter. Wenn Arrangements Kleidung wären, hätten ihre Songs oft nur das Nötigste an, jedoch tragen diese dafür umso mehr Gefühl und Spannung in sich. Unter ihrem ursprünglichen Namen ‚Two Gather` wurde dem Duo der österreichweite Songwriter-Preis 2016 verliehen. Zudem sind die beiden Songwriter auch mit Mono Express unterwegs. Mit groovigem Bass und Drums an Bord geht die Reise des Öfteren über Genre-Grenzen, wobei es hauptsächlich Zwischenstopps im Indie Pop, Rock und Jazz gibt.
Fr., 5. Jänner, 20:30 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 24,- Euro (zzgl. VVK Gebühr)
KREBSHILFE BENEFIZKONZERT – SONGS OF LOVE & HATE
Das Krebshilfe Musikensemble spielt bereits zum 18. Mal zum Tänzchen auf, trällert süße Lieder über die Liebe und brüllt zornige Songs of Hate ins Publikum. Mit Martina Breznik, Reinhold Bilgeri, Harry Marte, Bernie Weber, Michael Köhlmeier und George Nussbaumer mit Liedern von Rocco Granata bis U2. Geführt und begleitet von der frohlockenden Engelschar mit Heli Burtscher, Armin Egle, Charly Bonat, Walter Schuler, Markus Kreil, Dietmar Sigmund und Martin Franz. Karten sind nur im Vorverkauf erhältlich bei Dornbirn Tourismus, allen Voralberger Raiffeisenbanken, v-ticket.at, laendleticket.at und im Musikladen.
WACHTRAUM
Di., 9. Jänner, 14 Uhr, Montafoner Bergbaumuseum Silbertal, Eintritt: frei
SILBERTALER DORFGESPRÄCHE
Bei den Silbertaler Dorfgesprächen wird vom Leben im Montafon anno dazumal erzählt, von kleinen und großen Ereignissen, von Bräuchen und Traditionen und von der einen oder anderen amüsanten Dorfbegebenheit. Auch Zuhörer sind gerne willkommen, in gemütlicher Runde wird erzählt, sich gemeinsam erinnert und natürlich auf Fragen junger Montafoner/innen eingegangen. Bitte bringen Sie auch alte Fotos, historische Schriften oder andere Lebenserinnerungen mit.
Foto: Veranstalter
Sa., 13. Jänner, 20:15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: 19,- Euro
INTEGRATION A LA IKEA – KUSCHELTÜRK
Muhsin Omurca, der Vater des Migrantenkabaretts, kennt seine türkischen Landsleute und die Deutschen wie kaum ein anderer und schlägt u.a. vor: „Integration a la IKEA“…Wie üblich mit selbstgezeichneten Cartoons.
Mi., 17. Jänner, 14:30 bis 17 Uhr, vorarlberg museum Bregenz, Eintritt: frei
GESCHICHTENWERKSTATT FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN
Häufig pflegen Mädchen und Frauen in der Familie die Traditionen, die das Leben im Jahreskreis prägen. Sie bereiten Feste mit kulinarischen Köstlichkeiten vor, singen und erzählen Geschichten oder fertigen handwerkliche Arbeiten. Wir laden Mädchen und Frauen aus allen Kulturen dazu ein, von ihren Traditionen zu erzählen, sie vorzuführen und weiterzugeben. Ihr Wissen soll dokumentiert und in die Sammlung des Museums aufgenommen werden. Das Thema diesmal: Speisen.
Fr., 19. Jänner, 15 bis 16 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: 10,-/Kinder 7,- Euro
EMILLIO & ELLIE
Ein musikalisches Tanztheater für Menschen ab fünf Jahren mit dem Ensemble des Jugendsymphonieorchesters Dornbirn. Das Leben von Emillio und Ellie ist ein Abenteuer voller Konflikte, die durchaus unseren realen Konflikten ähneln. Die Geschichte möchte Kinder ermutigen, ihr eigenes Abenteuer zu leben und von der Magie der Begegnung und der Freundschaft zu kosten. Denn diese macht letzten Endes das aus uns, was wir wirklich sind. Idee, künstlerische und musikalische Leitung: Carolina Fink und Andreas Paragioudakis.
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Veranstaltungskalender
Fr., 19. Jänner, 20 Uhr, Pfarrzentrum Höchst, Eintritt: 22,- Euro
SITZFLEISCH
Kabarett mit Gabi Fleisch. Was sitzen wir doch auf unserm Hintern: im Wartezimmer, am PC, beim Friseur, am Telefon, auf dem Klo, beim Elternsprechtag, am Stammtisch . . . Zeit für Fleisch, sich höchst vergnüglich dem SITZFLEISCH zu widmen. Gemeinsam mit den bekannten Musikern Johannes Bär, Simon Gmeiner und Lucas Oberer, lassen es die Vier so richtig krachen! Veranstalter: Kulturreferat der Gemeinde Höchst.
Mi., 24. Jänner, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 20,- Euro (zzgl. VVK Gebühr)
Fr., 26. Jänner, 19 bis 20:30 Uhr, vorarlberg museum Bregenz, Eintritt: 9,-/ 7,- Euro
So., 28. Jänner, ab 16 Uhr, Reichshofsaal Lustenau, Eintritt: 15,Einzel/40,- Euro Festivalpass Euro
HARALD FIDLER: JOURNALISMUS – ÖSTERREICHISCH?
25 JAHRE CLOWNFRAU ELKE MARIA RIEDMANN
Eine Veranstaltungsreihe zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Journalismus. Standard-Redakteur Harald Fidler liefert nicht nur Hintergründe und Daten zur österreichischen Medienszene, sondern erklärt auch deren Zusammenhänge. Dazu gehört auch die Frage, wie in Vorarlberg ein Quasimonopol eines einzigen Medienkonzerns entstehen konnte.
ALFRED AIGELSREITER: RÜCKSCHAUDERN 2017
Die Jahresrückblicke von „Brennessel“-Texter Alfred Aigelsreiter haben schon Tradition. Bereits zum siebten Mal schreibt er aufmerksam mit, was Sache war, im Laufe des Jahres. Er seziert mit spitzer Zunge wahnwitzig und wortgewandt die letzten 12 Monate. Ein Pflichttermin für Freunde des bösen Wortwitzes.
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Fr., 26. Jänner, 19 Uhr, Salomon Sulzer Saal, Hohenems, Eintritt: frei
FRAUEN IM NATIONALSOZIALISMUS, FAMILIENBILD DER RECHTSEXTREMEN HEUTE
Vortrag und Gespräch mit Margit Reiter, Gastprofessorin am Insitut für Zeitgeschichte Universität Wien, anlässlich des Internationalen Holocaust Gedenktages.
So., 17. Dezember, 14 Uhr, domus Galerie und Museum, Schaan, Eintritt: frei
SCHAU SPIEL
Finissage der Ausstellung mit Objekten, Collagen, Zeichnungen und Fotografien von Ingrid Delacher, Dagmar Frick-Islitzer und Evelyne Bermann. Anschließend Versteigerung je eines kleinen Werkes der drei Künstlerinnen zugunsten des Kinderheimes Las Granjas in Medellin, Kolumbien.
Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.
Bereits seit 25 Jahren steht Clownfrau Elke Maria Riedmann mit viel Leidenschaft auf den Bühnen dieser Welt. Aus Anlass dieses besonderen Jubiläums wird sie am 28. Jänner im Reichshofsaal gleich zwei Stücke („Treuer wie Feuer“ um 16 Uhr, „Brenda Feuerle im Himmel“ um 18 Uhr) zur Aufführung bringen. Darüber hinaus wird auch noch Komikerin „Rosemie“ mit ihrem Stück „sonst nix“ (18 Uhr) den Abend mit ihr gestalten. Es sind sowohl Karten für die Einzelveranstaltungen erhältlich als auch ein Festivalpass für alle drei Aufführungen.
Di., 30. Jänner, 19:30 bis 21 Uhr, Jüdisches Museum Hohenems, Eintritt: 8,-/5,- Euro
Foto: wikipedia
Fr., 26. Jänner, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 15,- Euro (zzgl. VVK Gebühr)
NICK WOODLAND
Als ebenso versierter wie vielseitiger Musiker stand Nick Woodland zusammen mit Pop-Größen wie Boney M., Donna Summer, der Punkrock-Band „The Clash“ oder der Jazz-Ikone Herbie Mann im Studio und schrieb Musikgeschichte. In Deutschland kennt man ihn auch als kongenialen Bühnenpartner des bayerischen Musikers und Kabarettisten Georg Ringsgwandl sowie als Bandmitglied von Marius Müller-Westernhagen. Nick Woodlands Band, das ist dreckiger Blues, temperamentvoller Country und virtuoser Folk, gewürzt mit Reggae- und Surf-Rock-Anleihen.
So., 28. Jänner, 17 Uhr, Sonnenbergsaal Nüziders, Eintritt: 15,- Euro
BIG BAND WALGAU
Anlässlich des 40-Jahre-Jubiläums der Musikschule Walgau unternimmt die Big Band Walgau eine musikalische Zeitreise in die Jahre 1977 und 1978. Die Sängerin Alexandra Sutter wird bekannten Hits dieser Zeit wie „I can’t stand the rain“ oder „Streetlife“ mit ihrer unverkennbaren Stimme neues Leben einhauchen. Veranstalter: kultpur.
DIE TEILACHER ... UND WIE ES WEITERGING
Lesung mit Michel Bergmann. Was wurde aus den Überlebenden des Holocaust, die als DPs, Displaced Persons, in Frankfurt, München oder auch in Hohenems landeten? Michel Bergmann hat seine gerade unter dem Titel „Es war einmal in Deutschland“ verfilmte Romantrilogie, die mit dem Buch „Die Teilacher“ begann, mit schelmischem Witz diesem „Leben danach“ gewidmet. Der Film zum Buch wird am Mi., 31. Jänner, um 20 Uhr im Metrokino Bregenz gezeigt, mit anschließendem Gespräch mit Autor Michel Bergmann.
Foto: Veranstalter
Mi., 31. Jänner, 20:30 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 22,- Euro
JAZZ&: HERVE SAMB
Mit seinem neuen Album „Teranga“ könnte es Herve Samb nun gelingen, weit über die frankophone World-Jazz-Szene hinaus wahrgenommen zu werden, denn die musikalische Mischung is virtuos. Er bringt westafrikanische und afro-brasilianische Rhythmen zusammen und knüpft sie stellenweise mit einer Brise Hip Hop im Charme der Kreol Musik und radikal bearbeiteten Jazzklassikern sowie Popimpressionen.
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Premiere für Sonja Sachs (54) in der Küche des dowas-Treffpunkt in Bregenz: Die gelernte Hotelfachfrau lebt seit sechs Jahren in Vorarlberg und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Job. Am liebsten würde sie in einer Küche eines Gasthauses oder Hotels mitarbeiten.
Schweinsrahmgulasch mit Semmelknödel Rezept für vier Personen. Die Kosten betragen pro Person zirka 2,80 Euro.
Zutaten für Schweinsrahmgulasch:
• 500 g in Würfel geschnittenes Schweinefleisch (vorzugsweise Schulter) • 200 g Zwiebeln • 4-5 Zehen Knoblauch • 200 g bunte Paprika • 3 EL Tomatenmark • 3 gehäufte EL Paprikapulver edelsüß • 2 gehäufte EL Paprikapulver scharf • 2 EL Salz, nach Geschmack Majoran gekerbelt • 700 ml Wasser • ¼ Liter Rahm
Zubereitung:
Schweinsrahmgulasch: Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und leicht braun rösten. Tomatenmark dazu geben und leicht mitrösten. Paprikapulver (scharf und süß) darunter rühren und mit Wasser und Rahm aufgießen. Alle Zutaten eine halbe Stunde durchkochen, dann mixen und das rohe Fleisch dazugeben und köcheln lassen. Gewürfelte Paprika dazu geben, fertig garen und mit Maizena eindicken.
Zutaten für Semmelknödel: Semmelknödel: Würfelig geschnittene Semmel mit Eiern, Petersilie und Gewürzen mischen. Zwiebeln glasig anschwitzen, aufkochen und über die Brotmischung geben. Alles gut vermengen und eine ¼ Stunde rasten lassen. Knödel formen und zirka 30-35 Minuten leicht köchelnd ziehen lassen. Fertig. Foto oben: Shutterstock
• 8 Semmel vom Vortag oder älter • 4 Eier • Feingewürfelte Zwiebel, gehackte Petersilie, Majoran, Salz, Pfeffer • ¼ Liter Milch
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