#15 / März 2017
2,50 Euro
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Wegschmeißen war gestern Das defekte Elektrogerät ins Reparatur-Café bringen!
Der Anwalt der Bettler Ein Dornbirner kämpft mit allen Rechtsmitteln für Roma.
Festmahl für Insekten So machen Sie Ihren Garten zu einem Bienenparadies.
„Hie und da ein Bierle“ Wie ein Vorarlberger dem Alkohol verfiel – und loskam.
Gut sein lassen
Am Welt-Down-SyndromTag im März machen Menschen wie Andreas (44) aus Frastanz und Marija (22) aus Lustenau auf sich aufmerksam. Die Gedanken einer Mutter zum Thema lesen Sie auf den Seiten 22/23.
Foto: Frank Andres
Foto: Shutterstock
Lehmputz Praxisworkshops
Filmtage zum Recht auf Nahrung
So viel Praxis wie möglich und nur so viel Theorie wie nötig Im Vordergrund: Sinne schärfen und Erfahrungen sammeln
In den zwei Lehmputz Praxisworkshops lernen Sie Lehm als variantenreichen Wandbelag kennen. Sie stellen Lehmputz selbst her und probieren verschiedene Putztechniken aus. Grobputz 24.3.2017 von 13:30 – 18 Uhr und 25.3.2017 von 9 – 18 Uhr Feinputz 7.4.2017 von 13:30 - 18 Uhr und 8.4.2017 von 9 - 18 Uhr Kosten
je 225.- Euro/Person, 375.- Euro/Paar (inkl. Verpflegung) Grob- und Feinputz-Workshop sind auch einzeln buchbar. Veranstaltungsort: Götzis
Anmeldung und Informationen Energieinstitut Vorarlberg CAMPUS V, Stadtstraße 33 6850 Dornbirn | Austria Tel. +43 5572 31 202-0 bildung@energieinstitut.at | www.energieinstitut.at/bildung Bezahlte Anzeige
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Der/die Inhaber/in dieses personalisierten Ausweises ist berechtigt die Vorarlberger Straßenzeitung marie im Rahmen der vereinbarten Richtlinien zu verkaufen. Verein und Projekt sind bei den Behörden des Landes Vorarlberg angezeigt. Weitere Information unter www.marie-strassenzeitung.at
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für den Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg
Unterschrift
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Liebe Leserin, lieber Leser!
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Alle lizensierten marie-Straßenverkäufer sind mit einem Ausweis ausgestattet, den sie während ihrer Arbeit sichtbar am Körper tragen. Auf Verlangen werden sie diesen jederzeit gerne vorzeigen. Die marie-Straßenverkäufer verstehen sich nicht als Almosenempfänger, sondern als Teil eines wichtigen Projektes. Bitte kaufen Sie Ihre marie nur bei Kolporteuren, die unseren Ausweis tragen!
Herzlich, das marie-Team
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#15 / März 2017
Mittendrin in V
Editorial
4-5 Bild des Monats 6-7 Zu Besuch im Reparatur-Café Zweite Chance für defekte Geräte 8-10 Vom „Hie und da“-Trinker zum Alkoholiker Wie Reinhold Fritz der Alkoholsucht entkam 11 Rezept Indisches Kürbis-Curry mit Gerste 12-13 Pistengaudi für Flüchtlinge Ski-Exoten üben am Babylift in Andelsbuch 13 Impressum 14-15 Anton Schäfer, Anwalt der Bettler Der Jurist kämpft mit allen Rechtsmitteln für Roma 16-17 Gedeckter Tisch im Frühlingsgarten Tipps für einen Garten voller Bienennahrung 20 Skifahren, Gerstensuppe, Bier Alain Blaise Tcheichie, marie-Verkäufer in Lustenau 21 Über Gott und die Welt Gesprächsreihe bringt besondere Menschen zusammen 22-23 Gut sein lassen Gedanken zum Welt-Down-Syndrom-Tag
Liebe Leserin, lieber Leser, Schluss mit lustig: Gleichzeitig mit dem Ende des Faschings beginnt die „Aktion trocken“. Sie soll unter anderem dazu beitragen, sich seines Umgangs mit Alkohol bewusster zu werden. Schneller als man denkt, kann man in die Alkoholsucht schlittern. Einer, der das ganz genau weiß, ist der 60-jährige Reinhold Fritz aus Hirschegg im Kleinwalsertal. Was mit „hie und da ein Bierle“ begann, endete schließlich mit der Entwöhnung im Krankenhaus Maria Ebene. Der Kleinwalsertaler hilft jetzt mit seiner Erfahrung selbst Suchtkranken. Und er hat sich nicht gescheut, über dieses Thema – das doch von vielen anderen Betroffenen verheimlicht wird – öffentlich zu sprechen (Seiten 8 bis 10). Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden jährlich im März Menschen mit Down-Syndrom, das in der Fachsprache Trisomie 21 genannt wird: Am 21. März ist Welt-DownSyndrom-Tag. Aus diesem Anlass teilt unsere Reporterin Simone Fürnschuß-Hofer – sie ist auch Mutter eines 14-jährigen Sohnes mit Trisomie 21 – ihre Gedanken zu diesem Thema. Etwa, was der beste Weg ist, Menschen mit Down-Syndrom Respekt zu zeigen: Sie so sein zu lassen, wie sie sind (Seiten 22 und 23). Es sein lassen, wie es ist, kann jemand anders gar nicht: Dr. Anton Schäfer. Der Rechtsanwalt aus Dornbirn ficht unermüdlich Strafbescheide an, die gegen Bettler erlassen wurden – und das, ohne einen einzigen Cent für seine Arbeit zu erhalten. Warum der Jurist das macht und was ihn treibt, erklärt er im marie-Interview (Seiten 14 und 15). Wir behandeln in dieser marie aber nicht nur ernste Themen, sondern berichten auch über Flüchtlinge, die mit Freude Skifahren lernen (Seiten 12 und 13), über Reparatur-Cafés, in denen kaputte Elektrogeräte repariert werden (Seiten 6 und 7) sowie darüber, wie Ihr Frühlingsgarten zu ein Schlemmerparadies für Bienen und Hummeln wird (Seiten 16 und 17). Viel Freude beim Lesen!
Gsi 24-25
„Du Ländle meine teure Heimat“ Die Geschichte unserer Landeshymne
Kultur 26-27 Theater und Puppenspiel machen Schule Interview mit zwei Kindertheater-Macherinnen 28-30 Veranstaltungskalender
Vorarlberg-Rätsel 31
Varschtosch Vorarlbergerisch?
marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo
Herzlich, Elisabeth Willi, Redaktionsleiterin
Kontaktieren Sie uns
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden, dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn. E-Mail: redaktion@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677/61538640. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!
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Bild des Monats
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Vier Damen und ein zünftiger Jass Foto: Frank Andres
Helga Brunner aus Höchst, Margot Nägele aus Fußach, Sonja Hinterauer aus Dornbirn und Reingard Groicher aus Höchst klopfen regelmäßig einen Jass. Und das seit 20 Jahren. Einmal im Monat treffen sich die vier Damen im „Frühlingsgarten“ in Lustenau. Jede zahlt pro Jass fünf Euro in die Kassa. Mit dem Geld geht es dann einmal im Jahr auf Reisen. Die Ausflüge führte das Damen-Quartett schon nach Cinque Terre oder das Zillertal. Und was macht den Reiz des Jassens aus? „Es hilft uns dabei, nicht ganz zu verblöden. Zudem macht es viel Spaß“, antwortet Sonja Hinterauer mit einem Schuss Humor. Und was ist mit den Männern? Die brauchen wir beim Jassen nicht, lautet der einhellige Tenor.
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Mittendrin in V
Harald Mark in der kleinen Reparatur-Werkstätte in Nenzing. Ab Mai hat das RepairCafé wieder geöffnet.
EINE ZWEITE CHANCE 6/
Die Düse des Staubsaugers funktioniert nicht mehr? Der Föhn produziert nur mehr kalte Luft? Nicht verzagen. In den Reparatur-Cafés kann ein Großteil der defekten Elektro-Kleingeräte unter Anleitung von Fachleuten wieder zum Laufen gebracht werden. Kein Schmäh. Die marie hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Text und Fotos: Frank Andres
G
roße Hoffnung, dass ihr alter Radio-Kassettenrekorder repariert werden kann, hat Edith Haas aus Altach nicht. Der Schalter klemmt, das Gerät lässt sich nicht mehr einschalten. Trotzdem will sie den Rekorder im carla Reparatur-Café der Caritas, im Möslepark in Altach, noch einmal überprüfen lassen. „Ich gebe dem Gerät eine letzte Chance, bevor ich ihn wegschmeiße“, betont die rüstige 82-Jährige. Toni Obwegeser, Elektromeister und ehrenamtlicher Helfer, nimmt den Kassettenrekorder in die Hand, schraubt ihn auf. Nach zehn Minuten ist der Fehler behoben. Der Schalter funktioniert wieder. Edith Haas kann es kaum glauben. Für Toni Obwegeser hingegen ist das der Normalfall. „Zu mir sind schon Leute mit ihrem alten Volksempfänger gekommen, und auch diese Geräte haben wir wieder zum Laufen gebracht.“ Nebenan werkt Fritz Fuchsberger (51) – Leiter der carla Elektrowerkstätte – an einer vollautoma-
tischen Kaffeemaschine. „Die Wasserpumpe funktioniert nicht mehr“, erklärt Kaffeemaschinen-Besitzer Gerd Frey (72) aus Feldkirch. Gemeinsam mit dem Profi geht er auf Ursachenforschung. Nach knapp 15 Minuten ist der Defekt behoben, das Gerät läuft wieder. Ende gut, alles gut. Fritz Fuchsberger ist in seinem Beruf bereits ein alter Fuchs. Der Lorünser hat 30 Jahre Erfahrung im Service von Elektrogeräten. Als im Herbst 2013 die Caritas ihr Reparatur-Café in Altach eröffnet, ist klar, dass Fritz Fuchsberger dessen Leitung übernimmt. Seitdem bietet er gemeinsam mit fünf Ehrenamtlichen, allesamt fachliche Kapazunder, seine Dienste an. An jedem zweiten Freitag im Monat kommen 20 bis 30 Leute, um ihr Bügeleisen, ihren Staubsauger oder Mixer reparieren zu lassen. Stolz ist Fuchsberger vor allem auf die Erfolgsquote seines Teams. „Zwei Drittel bis drei Viertel der Geräte können wir reparieren. Wenn uns das nicht gelingt, dann kann es guten Gewissens weggeworfen werden.“
Und was kostet den Kunden der Reparatur-Service? „Er ist kostenlos. Auch das notwendige Werkzeug wird gratis zur Verfügung gestellt. Bedingung ist aber, dass die Besitzer eines Radios oder Föhns die Reparatur selbst unter Anleitung durchführen“, erklärt Fuchsberger. Reparatur-Cafés bzw. Repair-Cafés gibt es inzwischen im ganzen Land (siehe Fact-Box rechts). Einer der vielen privaten Initiatoren ist Harald Mark. Er eröffnet im Juni 2014, gemeinsam mit einer Handvoll Ehrenamtlichen, ein Repair-Café in Nenzing. Den Raum stellt die Gemeinde gratis zur Verfügung. Das Startkapital von 3000 Euro stammt aus dem Gewinn des Hypo-Umwelt-Förderpreises. „Damit konnten wir uns Werkzeug, wie eine Stichsäge oder eine Bohrmaschine, leisten“, erinnert sich der 46-Jährige an die Anfänge.
Erfolgsquote bei 80 Prozent
Inzwischen ist das Repair-Café aus Nenzing nicht mehr wegzudenken. Geöffnet ist es von Mai bis Oktober, jeweils einen
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Foto links oben: Das neugestaltete „Cafe Mösle“ erfreut sich großer Beliebtheit. Foto links unten: Edith Haas freut sich, dass ihr Kassettenrekorder wieder funktioniert. Fritz Fuchsberger, Leiter der carla Elektrowerkstätte in Altach, bringt die vollautomatische Kaffeemaschine, wieder zum Laufen.
Samstag pro Monat. „Im Winter haben wir geschlossen, weil unsere Werkstätte keine Heizung hat“, erklärt Mark. Bis zu 50 Leute kommen pro Öffnungstag, um 30 bis 35 defekte Geräte reparieren zu lassen. Die Erfolgsquote kann sich sehen lassen. „Im letzten Jahr konnten von 180 Geräten 142 repariert werden, das sind knspp 80 Prozent“, verrät der 46-Jährige, der früher schon alles zerlegt und zu reparieren versucht hat. Der Vater von zwei Söhnen betont, dass das Repair-Café kein kostenloser Reperatur-Dienstleister sei. Es gehe vielmehr um Hilfe zur Selbsthilfe. Spenden seien aber ausdrücklich erwünscht. Und er stellt klar: Das Repair-Café will keine Konkurrenz zu bestehenden Gewerbetreibenden im Ort sein. „Wir flicken keine Textilien, haben keine Änderungsschneiderei und reparieren keine Fahrräder. Dafür gibt es andere Geschäfte im Dorf.“
Qualität stark gesunken
Und wer sind seine Kunden? „Hauptsächlich sind es ältere Menschen. Wir würden uns aber sehr über jüngere Besucher freuen. Die schmeißen kaputte Sachen leichter weg.“ Aber Harald Mark will nicht die jungen Leute für dieses Verhalten verantwortlich machen. „Bei vielen Herstellern gilt die Devise: Hauptsache billig. Der Plunder, der heute vielfach produziert wird, hält
nichts mehr aus. Die Qualität ist stark gesunken.“ Darum sei es heute wichtiger denn je, sich für Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und gegen eine Wegwerfgesellschaft stark zu machen. Bestes Beispiel für dieses Engagement ist die Privatinitiative „Bewahrung der Schöpfung“, die Harald Mark gegründet hat. Mit Vorträgen, Kursen, Filamben-
REPARATUR-CAFÉS Repair-Café Nenzing: Gaisstraße 5, Mai bis Oktober, jeweils einen Samstag im Monat, Infos: harald.mark@aon.at Repair-Café Feldkirch: Polytechnische Schule, Hintereingang, Werkraum im Keller, Hirschgraben 8, jeden 1. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr, weitere Infos: Joachim Breuss, joachim.breuss@gmail.com, Tel. 0699 1928706 Reparatur Café Rankweil: in der Werkstätte der Lebenshilfe, Köhlerstraße 14, jeden 1. Freitag im Monat von 14 bis 17 (Anmeldeschluss 16.30 Uhr), weitere Infos: Bürgerservice der Marktgemeinde Rankweil 05522 405 1125 oder buergerservice@rankweil.at
den und Workshops betreibt er seit zehn Jahren aktive Bewussteinsbildung. Übrigens, in den Reparatur-Werkstätten gibt es auch die Möglichkeit, gemütlich einen Kaffee zu trinken oder einen Kuchen zu essen. Dieser Service ist, im Unterschied zu der Reparaturabteilung, fest in Frauenhand.
Repair-Café carla Altach: Möslestraße 15, nächste Termine: 10. März und 12. Mai. Am 9. Juni im carla Einkaufspark Lustenau, Dornbirner Straße 19, jeweils von 13 bis 16.30 Uhr, weitere Infos 05522 200 DW 1521 oder DW 4311 Reparatur-Café Hittisau: nur auf Anfrage und nur für Gemeindebürger, Infos: Georg Bals, Hittisau, Tel: 0664 515 7631 oder georg.bals@vol.at Reparatur-Café Riefensberg: Bruno Willi, Telefon 0699 81562117 oder reparatur6943@gmail.com Repair-Café Rheindelta: Dr. Schneiderstr. 40, Höchst, jede gerade Kalenderwoche am Freitag von 14 bis 18 Uhr, weitere Infos: Christoph Grabher-Meyer und Herbert Loretz, repaircafe.rheindelta@gmx.at
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Vom „Hie und da ein Bierle“-Trinker zum Alkoholiker
Zirka 10.000 Personen in Vorarlberg gelten als alkoholkrank. Einer davon ist der 60-jährige Reinhold Fritz aus Hirschegg im Kleinwalsertal. Schleichend schlitterte er als junger Mann in die Alkoholsucht und kam erst als 48-Jähriger wieder davon los. Die marie hat ihn anlässlich der Aktion Trocken, die während der Fastenzeit läuft und auf das Problem aufmerksam machen will, getroffen. Text: Elisabeth Willi, Fotos: Frank Andres
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ein. Hätte Reinhold Fritz in seinen ersten fünf Lebensjahrzehnten öfters dieses Wort gebraucht, wäre ihm vielleicht einiges erspart geblieben. Bis zu seinem 48. Lebensjahr war der Kleinwalsertaler nämlich Alkoholiker. Die Ursache dafür – das hatte er mit Therapeuten bei der Entwöhnung auf Maria Ebene herausgefunden – lag darin: „Ich habe immer zu allem ‚ja‘ gesagt und alles in mich hineingefressen.“ Seit Reinhold diese Erkenntnis gewonnen und die Entwöhnung gemacht hat, ist er trocken. Ganze zwölf Jahre nun schon. Die negativen Verhaltensmuster lernte er abzulegen, und er sagt jetzt öfters „nein“. Übrigens hadert er nicht mit seinem Schicksal und fragt sich: „Warum hat es mich getroffen? Wäre mir das vielleicht nicht passiert, wenn ich mich anders verhalten hätte?“ Er nimmt das, was geschehen ist, an und lebt damit. Und das sehr gut: „Mir geht es hervorragend“, sagt der 60-Jährige.
Das glaubt man ihm gerne, wenn man ihn so sieht: Beim Interview mit der marie in der Caritas Suchtfachstelle in Egg – für diese Institution arbeitet Reinhold ehrenamtlich in der Caritas-Zweigstelle Kleinwalsertal – sitzt er gemütlich im Sessel, die Füße ausgestreckt, die Hände über dem Bauch gefaltet. Er spricht ohne Hektik, schenkt dem Zuhörer trotz des ernsten Themas öfters ein breites Lächeln und ist stets zum Scherzen aufgelegt. Doch der Reihe nach. Es beginnt in Reinholds Jugendjahren: Mit den Lehrlings- und später den Vereins- und Arbeitskollegen trinkt er – wie er es nennt – „hie und da ein Bierle“. Daraus werden mehr, jedoch: „Als junger Kerle gehört das dazu“, denkt er sich. Und sonst nichts. Mittlerweile aber genehmigt er sich nach Feierabend beinahe täglich zwei Bier – und aus den zweien werden im Laufe der Zeit drei, manchmal mehr. Bietet sich die Gelegenheit, trinkt Reinhold auch mal am Vor- oder Nachmittag. Schleichend – ohne dass er es wirklich bemerkt – erhöht sich der Alkoholkonsum, und Reinhold wird
AKTION TROCKEN Die „Aktion trocken“ läuft während der Fastenzeit und steht unter dem Motto „Weniger Alkohol, mehr Lebensqualität“. Sie soll auch dazu beitragen, Alkohol bewusster zu konsumieren. Seit vergangenem Jahr gibt es eine App zur Unterstützung. Mehr Infos unter www.aktiontrocken.supro.at
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vom Bier abhängig; von harten Alkoholika übrigens lässt er die Finger. Zur Arbeit – er ist Seilbahnbediensteter – kann er trotzdem jeden Tag. Auch körperlich macht ihm das Trinken nicht allzu viel aus. Manchmal hat er morgens zwar einen schweren Kopf, mehr aber nicht. Ist das der Fall, so denkt er: „Heute Abend trinke ich nichts“. Doch dann ist der Abend da und der gute Vorsatz weg. Das Bier fließt erneut.
Eingeständnis: „Ich bin Alkoholiker“
Als Reinhold 35 Jahre alt ist – das war vor 25 Jahren – sagen Familie und Kollegen: „Du trinkst ziemlich viel“. Der zweifache Familienvater, der sein Trinkverhalten bisher nicht außergewöhnlich fand, beginnt zu überlegen: „Stimmt das?“ Schließlich nimmt er an einer Selbsthilfegruppe teil, erkennt aber noch nicht, dass er Alkoholiker ist. In den nächsten zehn Jahren legt er immer wieder Trinkpausen von mehreren Monaten ein – in Summe trinkt er aber dennoch zu viel. Der Druck von Familie und Kollegen, etwas dagegen zu unternehmen, steigt. Er geht zu den Anonymen Alkoholikern (AA) in Sonthofen im Oberallgäu. Zwei Jahre ist er daraufhin trocken, aber dann beginnt er, heimlich wieder zu trinken. Nach knapp einem Jahr fasst er den Entschluss: „So kann es nicht weitergehen. Ich muss etwas unternehmen. Denn bis dahin hatte ich – im Unterschied zu manchen Alkoholikern – noch alles, was mir lieb ist: meine Familie, die Arbeit, den Führerschein und keine Schulden“. Das möchte er nicht aufs Spiel setzen. Reinhold macht die achtwöchige Entwöhnungstherapie im Krankenhaus Maria Ebene. Dort wird ihm endlich klar: „Ich bin Alkoholiker und komme mit dem Alkohol nicht mehr zurecht“. Ohne diese Erkenntnis – so Reinhold – gelingt die Entwöhnung nicht. Gleichzeitig sei dieses Eingestehen auch das Schwierigste im gesamten Heilungsprozess. Seit der Therapie auf Maria Ebene im Jahr 2005 ist Reinhold trocken. Er geht ganz offen damit um und verheimlicht nichts. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es so einfacher ist.“
Große Hilfe durch Anonyme Alkholiker
Eine sehr große Hilfe, trocken zu bleiben, sind die Sitzungen der AA in Sonthofen, an denen Reinhold einmal pro Woche teilnimmt. „Hier treffen sich Menschen, die alle dasselbe Problem haben und die einander verstehen. Man kann alle Gedanken und Probleme besprechen, und man nimmt aus jeder Sitzung etwas Positives mit.“ Auch erhalte man so manch guten Tipp. Reinhold empfängt aber nicht nur Hilfe – er gibt sie auch: Er ist Kontaktmann der Caritas Suchtfachstelle im Kleinwalsertal. Das heißt: Er ist ein erster Ansprechpartner für Menschen mit einem Alkoholproblem. Bei ihm – einem trockenen Alkoholiker – tun sich Betroffene oft leichter, erstmals Hilfe zu suchen. Reinhold erzählt ihnen seine Geschichte, hört sich ihre an und vermittelt die Hilfesuchenden dann an weitere Stellen. Durchschnittlich kontaktieren ihn pro Monat zwei neue Menschen, die ein Problem mit Alkohol haben; die meisten sind Einheimische, aber auch einige Saisonarbeiter sind darunter. Das scheint eine hohe Zahl für ein Tal mit knapp 5000 Einwohnern zu sein. Der Fachmann und Betroffene in einer Person bestätigt: „Ja, die Zahl der alkoholkranken Menschen ist hoch.“ Ist ein Mensch Alkoholiker, bleibt er es ein Leben lang. Wenn er es aber schafft, keinen Tropfen Alkohol mehr zu trin- >>
Zur Person
Reinhold Fritz wohnt in Hirschegg/ Kleinwalsertal, ist 60 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern (32 und 34 Jahre alt). Er arbeitet im Brotberuf als Seilbahnbediensteter und ehrenamtlich bei der Suchtfachstelle der Caritas, Zweigstelle Kleinwalsertal. Daneben führt er eine Hobby-Landwirtschaft mit Schafen und Hühnern.
Wie erkenne ich die Krankheit und wo erhalte ich Hilfe Alkoholkrank ist jemand, wenn:
• nach dem Konsum einer kleinen Menge Alkohol ein unbezähmbares Verlangen verspürt wird, weiterzutrinken. • man nicht mehr in der Lage ist, mäßig und kontrolliert zu trinken. • man das Trinken nicht von selbst aufgeben kann. • zunehmend auf größere Alkoholmengen oder von schwachen auf stärkere Getränke über- gegangen wird. • man bei äußeren Belastungen oder seelischen Spannungen Alkoholverlangen verspürt. • man anfängt, heimlich und allein zu trinken. • man sich Ausreden, sogenannte Trinker-Alibis, sucht. Es gibt keine „Richtlinien“, wieviel der Einzelne täglich gefahrlos trinken kann. Quelle: Krankenhaus Maria Ebene
Hilfe für alkoholkranke Menschen gibt es im Krankenhaus Maria Ebene, www.mariaebene.at, bei der Suchtfachstelle der Caritas, www.caritas-vorarlberg.at, oder bei den Anonymen Alkoholikern, www.anonyme-alkoholiker.at/oesterreich/vorarlberg
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ken, ist er trockener Alkoholiker. Das bedeutet: kein einziges Glas Sekt zum Anstoßen, nie wieder ein Gipfelschnäpsle nach einem Gipfelsieg, das Feierabend-Bier gestrichen. Wie kommt Reinhold damit klar? „Im Alkoholprogramm der AA habe ich gelernt, im Heute zu leben. ‚Heute trinke ich nichts‘, lautet die Devise“, erklärt er. Deshalb stellt sich ihm die Frage nach dem „nie wieder“ nicht. Das Verlangen nach Alkohol kann aber sehr wohl erneut auftauchen – selbst nach zwanzig trockenen Jahren, wie Reinhold in seiner Selbsthilfegruppe erfahren hat. Auch er hat das schon erlebt. In der Gruppe bekam er dazu einen guten Tipp: Ist der – wie Reinhold es nennt – „Saufdruck“ da, soll er ein Glas Wasser oder sonst etwas Antialkoholisches trinken. Seit der zweifache Familienvater trocken ist, ist sein Leben ein ganz ein anderes: „Ich blicke die Welt mit anderen Augen an. Wenn ich auf einem ‚Bänkle‘ sitze, höre ich Vögel und sehe Blumen, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind.“ Er ist sehr dankbar, dass er in seiner Familie einen starken Rückhalt hat. Und: „Der Spitzbub dort oben“, sagt Reinhold lächelnd und deutet in den Himmel, „hilft mir ebenfalls, dass ich so trocken und stark bin. Es ist super, wenn man nichts mehr trinken muss und darf.“
Ja,
ich werde Mitglied im marie-Freundeskreis. Damit unterstütze ich die Arbeit von marie. Meine Jahresspende beträgt: 60,- Euro (Mindestbeitrag für Schüler/Studenten/Senioren) 100,- Euro
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Datum/Unterschrift
Reinhold Fritz hat es geschafft: Seit zwölf Jahren ist er trocken. Jetzt geht es ihm hervorragend.
Meine Adresse:
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Einzugsermächtigung: Ich erteile eine Ermächtigung zum Bankeinzug meiner Jahresspende. IBAN
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Wir versichern, dass Ihre Angaben nur für interne Zwecke bei marie verwendet werden. Ihre Mitgliedschaft im Freundeskreis ist jederzeit kündbar.
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Mit Rudy König ist Anfang Februar ein echtes Lustenauer-Original im Alter von 79 Jahren gestorben. Die marie hatte ihn im August letzten Jahres noch zu einem großen Interview getroffen und blickte mit ihm gemeinsam auf sein bewegtes Leben zurück. Dabei sprach Rudy über seine unvergessliche Zeit als Profimusiker, sein Treffen mit Bill Clinton, sein Polizeimuseum und wie er es damit ins „Guinness Buch der Rekorde“ geschafft hatte. Sein großer Sehnsuchtsort war die USA. Nach seiner Pension wanderte er nach Florida aus und wurde dort sogar zum Hilfssheriff ernannt. Wegen seiner Hautkrebserkrankung musste er aber Amerika verlassen und zog 2003 gemeinsam mit seiner Frau wieder nach Lustenau. Die marie hatte Rudy König, genannt „Dar Körpar“, im Interview auch gefragt, was einmal auf seinem Grabstein geschrieben stehen soll. Er antwortete: „Er ruhe in Frieden. Sonst nichts“. Die marie sagt Servus, lieber Rudy!
Geburtsjahr
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Fabienne Landerer kocht und fotografiert leidenschaftlich gerne. Sie ist 20 Jahre alt, in Vorarlberg aufgewachsen und reiste für längere Zeit in Europa herum. Derzeit absolviert sie ein Lehramtsstudium an der Uni Wien. Aus ethischen und ökologischen Gründen verzichtet sie auf tierische Produkte.
Indisches KürbisCurry mit Gerste
VEGGIE PLANET IM LÄNDLE Vom 4. bis 5. März findet die Veggie Planet, Österreichs wichtigste Messe zur vegetarischen/veganen Ernährung, in Bregenz statt. Innovative Aussteller finden sich im Festspielhaus ein und präsentieren spannende Produktneuheiten sowie vegane Leckereien. Mehr Infos unter: www. veggie-planet.eu/bregenz
Die Kosten pro Person betragen 1,20 Euro, mit Bio-Lebensmitteln gekocht sind es etwa 2,10 Euro.
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Zutaten für 4 Personen: • ½ Hokkaido Kürbis • 3 Karotten • 1 große Zucchini • 1 Aubergine • 200 g gewürfelte Tomaten • 1 Tasse rote Linsen • 1 Tasse gekochte Kichererbsen • Currypulver • Paprikapulver • Koriandersamenpulver • Chili-Flocken • 300 g Gerste • Kokosöl • 1 Zwiebel • 1 Knoblauchzehe
Zubereitung:
Die Aubergine in Würfel schneiden, in einer Schüssel salzen und 10 Minuten warten. Dann abwaschen und mit 1 TL Salz und 1 EL Kokosöl anbraten bis sie schön braun sind, dann wegstellen. Anschließend den Kürbis schälen und mit dem restliche Gemüse kleinschneiden. In einer Pfanne 2 EL Kokosöl erhitzen, 1
EL Curry- und Paprikapulver darin kurz anbraten, dann das Gemüse dazugeben, 5 Minuten rösten und dann mit den gewürfelten Tomaten und 1 Tasse Wasser ablöschen und die Hitze reduzieren. In einem kleinen Topf einen halben Liter Wasser zum Kochen bringen, und darin die Linsen mit 1 TL Salz und 1 TL
Currypulver kochen bis sie weich sind. Anschließend mit den Kichererbsen ins Curry geben. Die Gerste in einem Topf mit Wasser und etwas Salz und Koriandersamenpulver 20 Minuten kochen. Auf einem Teller servieren und genießen.
Mittendrin in V
Begeisterte Skifahrer: Die ausgebildeten Skilehrerinnen Stefanie (links) und Bernadette (dritte von rechts) leiten in Andelsbuch den Skikurs für die Flüchtlinge aus Afghanistan.
Pistengaudi für Flüchtlinge
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Acht Flüchtlinge aus Afghanistan versuchen sich seit Anfang Februar beim Babylift in Andelsbuch in der Kunst des Skifahrens. Unterstützung bekommen die Anfänger dabei von zwei ausgebildeten Skilehrerinnen. Die marie hat die talentierten „Frischlinge“ bei einem Kurs-Nachmittag besucht. Text: Frank Andres, Fotos: Ludwig Berchtold
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bdullah und seine Skier sind noch nicht beste Freunde. Der 33-Jährige steht zum ersten Mal in seinem Leben auf den Brettern, die für viele Vorarlberger die Welt bedeuten. Unter Anleitung seiner Skilehrerin Bernadette trippelt er den Hügel hoch. Doch der Kanteneinsatz passt noch nicht ganz. Er rutscht immer wieder ab. Der Flüchtling aus Afghanistan gibt aber nicht auf. Er wechselt zum Babylift und lässt sich bequem nach oben transportieren. Doch oben angekommen, lauert bereits die nächste Gefahr. Ohne Stöcke, aber mit Helm, soll er den Hang hinunterfahren. Vorsichtig wechselt er in die Pflugstellung und versucht sich in der Kurventechnik. Noch etwas unsicher. Aber er schafft es auf beiden Skiern zurück zur Talstation. „Ich bin auch schon gestürzt. Aber gröbere Verletzungen sind bisher ausgeblieben“, erzählt er, kurz nach der erfolgreichen Zielankunft. Sein Landsmann Ali (25) steht zum dritten Mal auf Skiern. „Es geht jeden Tag besser“, freut er
sich auch über kleine Erfolge. Und der Vater einer acht Monate alten Tochter verrät der marie: „Ich liebe Fußball, spiele gerne Schach, aber am schönsten ist das Skifahren.“ Kein Wunder, lacht doch an diesem Nachmittag die Sonne bei zehn Grad plus vom Himmel. Jasin macht schon eine ganz gute Figur beim Skifahren. „Ich habe aber noch Probleme mit dem Bremsen“, gibt der 20-Jährige zu. Die jüngsten Pistenflöhe sind mit Abstand die besten. Ali-Reza (sechs Jahre) und seine Schwester Mobina (neun Jahre) fahren souverän die Piste hinunter. Kein Wackler. Papa Ali kann da nur ungläubig staunen.
Ausgebildete Skilehrerinnen
Den Skikurs für Flüchtlinge gibt es heuer zum ersten Mal. Ehrenamtlich geleitet wird er unter anderem von den zwei ausgebildeten Skilehrerinnen, Bernadette (42) und Stefanie (29) aus Andelsbuch. Beide zeigen sich begeistert vom Einsatz und dem Talent ihrer Schützlinge. „Uns geht es vor allem darum, dass die Flüchtlinge sich sportlich betätigen können. Es ist auch ein ide-
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Impressum Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 2,50 Euro verbleibt den Verkäufern. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt.
Auf Nummer sicher: So wird die Bergstation des Babylifts auf jeden Fall unfallfrei erreicht.
Bernadette zeigt ihrem Schützling vor, wie die Pflugstellung funktioniert.
Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34 6850 Dornbirn Telefon: 0677 61538640 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Daniela Egger, Simone Fürnschuß-Hofer, Simone König, Gerhard Thoma, Robert Thoma, Christina Vaccaro Zeitungsausgabestellen: Dornbirn Kaplan Bonetti Sozialwerke Kaplan-Bonetti-Straße 1 Montag und Mittwoch 14 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 9 Uhr Bregenz dowas, Quellenstraße 18 Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr Bludenz do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Feldkirch Caritas-Cafe, Wohlwendstraße 1 Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at
ales Programm gegen die Langeweile“, betont Bernadette. Einbis zweimal pro Woche geht es gemeinsam mit den Flüchtlingen, die in Andelsbuch, im ehemaligen Landamann wohnen und betreut werden, auf die Piste. „Nach zwei Stunden sind die meisten dann fix und fertig“, erzählt Stefanie. Deshalb sei es für die Nachwuchs-Skifahrer wichtig, dazwischen Pausen zu machen, zu trinken und zu essen. Die Gefahr von gröberen Verletzungen sei gering, betont Stefanie. Die Bindungen wurden so leicht eingestellt, dass sie sich bei einem Sturz sofort öffnen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung für die knapp 40 Flüchtlinge im Dorf ist groß. So haben zum Beispiel Bürger von Andelsbuch die insgesamt acht Skifahrer gratis mit Bekleidung, Skiern und Schuhen ausgerüstet. Das Sportgeschäft Dorner sorgte für die richtige Einstellung der Bindungen und die Bergbahnen stellten Liftkarten zur Verfügung. Eines haben die Skifahrer alledings noch nicht gelernt: den richtigen Einkehrschwung. Der soll aber zum Saisonabschluss gebührend zelebriert werden.
Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778 6833 Klaus eMail: kontakt@marie-strassenzeitung.at Externe Beiräte DSA Markus Hämmerle, DSA Heidi Lorenzi, Cornelia Matt, Mag. Peter Mayerhofer, Dr. Claudio Tedeschi Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage 20.000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP Alexander Grass Bildbearbeitung Fitz Feingrafik Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580 BIC: RVVGAT2B420 © 2017 marie. Alle Rechte vorbehalten.
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Rechtsanwalt Dr. Anton Schäfer kämpft mit allen Rechtsmitteln gegen einen Rechtsstaat, der den Bettlern – aus seiner Sicht – Unrecht tut.
DER ANWALT DER BETTLER 14 /
Dr. Anton Schäfer nervt die Gesetzeshüter in Vorarlberg. Der Rechtsanwalt aus Dornbirn hat es sich zur lieben Gewohnheit gemacht, Strafbescheide anzufechten, die gegen Bettler erlassen werden. Hunderte Verfahren hat er schon durch alle gerichtliche Instanzen gekämpft und fast alle verloren. Trotzdem macht er weiter. Den Strafverfolgungsbehörden verursacht das einen enormen Aufwand, dem Land Millionenkosten. Was treibt den 51-Jährigen? Die marie sprach mit ihm. Text: Robert Thoma, Fotos: Frank Andres
marie: Herr Dr. Schäfer, als Rechtsanwalt vertreten Sie seit Jahren Notreisende in Strafverfahren. Und zwar völlig gratis. Warum tun Sie das? Anton Schäfer: Weil ich gemerkt habe, dass irgendetwas schief läuft in unserer Gesellschaft, in der Politik und in unserer Justiz. Diese Fehlentwicklung zeigt sich im Umgang mit den Schwächsten und jenen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Es geht Ihnen also um Gerechtigkeit? Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Aber es geht um Fairness. Es geht darum, dass gegen Bettler nicht mit Strafen vorgegangen werden sollte, sondern mit Sozialarbeit. Es gibt viele gute Beispiele dafür, dass Integration auch bei den Armutsmigranten gelingen kann. Die Strategie der Bestrafung dagegen erzeugt nur Verlierer, auf beiden Seiten. Aber fast alle Rechtsfälle, die Sie durch alle Instanzen der Gerichte durchkämp-
fen, enden mit einer Niederlage für Sie und Ihre Klienten. Es sind genau 95,3 Prozent aller Fälle bisher. Aber man muss den Aufwand und die Kosten der Strafverfolgung bedenken. Derzeit bearbeite ich 400 Strafen. Jedes dieser Strafverfahren verursacht durchschnittlich Kosten von 5000 Euro, die das Land Vorarlberg am Ende zahlen muss. Das ergibt dann zwei Millionen Euro jährlich? Richtig. Die Armutsmigranten können die Verfahrenskosten ja meist nicht bezahlen. Und wenn sie die Strafen nicht bezahlen können, dann müssen sie eine Ersatzarreststrafe antreten. Die kostet dann nochmal hundert Euro pro Tag. Was antworten Sie denen, die Ihnen vorwerfen, dass Sie durch die Ausnützung aller Rechtsmittel dem Land enormen Schaden zufügen? Den Schaden verursache nicht ich, son-
dern jene Politiker, die entschieden haben, dass Armutsmigranten mit Strafverfolgung bekämpft werden sollen. Anstatt das Geld für sinnlose Strafverfahren auszugeben, würde man es besser in Sozialarbeiter und Integrationsmaßnahmen investieren. So könnten viele Roma von der Straße weg und in Beschäftigung gebracht werden. Unser Verein Plattform Armutsmigration hat bereits gezeigt, dass das klappt. Wir haben Jobs und Wohnungen für fünf Roma-Familien mit insgesamt zwanzig Familienmitgliedern in Vorarlberg vermitteln können. Kritiker halten dagegen, dass durch solche Zuwendungen nur noch mehr Armutsmigranten angezogen werden. Dafür gibt es nirgends einen Beleg. Eher ist es so, dass sich der Wohnungs- und Arbeitsmarkt irgendwann sättigt. Gerade jene Zuwanderer, die aus ärmsten Verhältnissen stammen, haben ja am
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Zur Person
Dr. Anton Schäfer, 51 Jahre alt, geboren in Hohenems, wohnhaft in Dornbirn, verheiratet, 2 erwachsene Kinder (Tochter, 23; Sohn, 31), 1 Hund (Labradormischling) • Selbstständiger Rechtsanwalt mit Kanzleien in Dornbirn und Liechtenstein • Sachverständiger für Elektro- und Beleuchtungs- technik sowie Photovoltaik • Vorstand Volkshilfe Vorarlberg • Landesobmann Verein Europa Union • Mitglied im Verein Plattform Armutsmigration
wenigsten Interesse daran, dass der Zustrom zu groß wird. Denn dies wiederum würde ihre eigene Existenz am meisten bedrohen. Herr Dr. Schäfer, reden wir noch über Ihre privaten Kosten. 400 Strafverfahren im Jahr durchzufechten kostet eine Menge Zeit ... Etwa eineinhalb Monate pro Jahr. Müssen wir uns Sorgen machen, dass Sie als Anwalt der Bettler mal selbst an den Bettelstab geraten? Alles ist möglich (lacht). Ich bin nicht reich, habe keine vermögenden Verwandten und keine fette Erbschaft gemacht. Aber ich mache das aus Freude. Andere investieren ja auch viel Zeit in ein Hobby. Die Juristerei habe ich als Zweitberuf erlernt. Die andere Hälfte meines Berufslebens verbringe ich als Sachverständiger für Elektro- und Beleuchtungstechnik. Würden Sie auch andere Klienten gratis vertreten, wenn Sie darum gebeten würden? Das tue ich bereits. Ich vertrete auch Mitglieder des Pensionistenverbandes, die Naturfreunde und die Kolpingfamilie Feldkirch unentgeltlich. Sind Sie nicht auch manchmal frustriert, wenn so ein Strafverfahren – wieder einmal – mit einem Schuldspruch endet? Und ob! Wenn ich ein Urteil als besonders ungerecht empfinde. Vor allem aber dann, wenn jemand ins Gefängnis muss. Das geht mir persönlich sehr
nahe, weil ich das Gefängnis als etwas sehr, sehr Schreckliches sehe. Sie sind als Anwalt der Roma bekannt. Haben Sie zu dieser Volksgruppe eine besondere Beziehung? Nein, das hat sich so ergeben. Am Beispiel der Armutsmigranten lässt sich eben gut erkennen, dass sich unsere Politik auf einem falschen Weg befindet. Es werden immer mehr Gesetze gegen Menschen gemacht, anstatt für die Menschen. Welche Gesetze meinen Sie konkret? Es geht um zunehmende Kontrolle und Überwachung der Bürger, etwa durch Videokameras und maßloses Datensammeln sowie die Lockerung des Datenschutzes. Dazu kommen Bettelverbote. Neuerdings soll sogar das Demonstrationsrecht eingeschränkt werden. Da stehen Errungenschaften unserer Väter auf dem Spiel, und die gilt es zu verteidigen. Das sind alles politische Entscheidungen, für einige davon gibt es demokratische Mehrheiten. Woher nehmen Sie die Überzeugung, dass Sie sich im Recht befinden und für die richtige Sache kämpfen? Die Mehrheit hat nicht immer Recht. Etwa die Atomkraftgegner waren einst eine Minderheit, heute tritt niemand mehr für ein Atomkraftwerk bei uns ein. Dass ich das Richtige tue, sagt mir mein Bauchgefühl. Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich mich für die Anliegen der Armutsmigranten einsetze.
Die 400 Fälle des Dr. Schäfer Rechtsanwalt Dr. Anton Schäfer vertritt nach eigenen Angaben Armutsmigranten in 400 Verfahren. Davon entfallen 88 Prozent der Strafen auf Frauen und 12 Prozent auf Männer. Jede Sechste dieser Verwaltungsstrafen wird über minderjährige Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren verhängt. Die durchschnittliche Höhe des Bußgeldes liegt bei 177 Euro. Gemessen an der Strafhöhe wird das Delikt des „Betteln im Beisein von Minderjährigen“ am strengsten geahndet. Das kostet 250 Euro oder auch mehr. Der schwerste Fall, der von Schäfer derzeit vertreten wird, ist jener einer Armutsmigrantin aus Rumänien: Gegen sie liegen derzeit gleichzeitig 22 Strafbescheide vor, in denen je 450 Euro, also insgesamt 9900 Euro, verhängt wurden. Rechtlich dürfte die harte Vorgangsweise der Vorarlberger Behörden gedeckt sein. Alle Einsprüche, die Schäfer bisher gegen die Strafen erhoben hat, sind vom Verfassungsgerichtshof in Wien abgewiesen worden. Schäfer dazu: „Ich frage mich nur, wer auf solche Fakten in der Politik, Verwaltung und Rechtssprechung in Vorarlberg stolz ist.“
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Mittendrin in V
Der gedeckte Tisch im Frühlingsgarten Bienen und Hummeln beginnen nun, Futter für den hungrigen Nachwuchs zu sammeln. Hier einige Tipps, wie der eigene Garten einen blütenreich gedeckten Tisch voller Bienennahrung bieten kann. Text: Simone König Fotos: Klaus Fink, Gerhard Mohr
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Jetzt gibt es bereits ausgetriebene Krokusse im Topf zu kaufen. Ein Festmahl für Bienen.
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etzt, wo die Sonne wieder stärker und länger scheint, zieht es uns in den Garten, und so manches warme Eck lädt schon dazu ein, den Kaffeetisch im Freien zu decken. An den noch spärlichen Frühlingsblumen tummeln sich Bienen und Hummeln, auf der Suche nach Nahrung. Denn der Winter war lang für die bestäubenden Insekten, und nun beginnt die neue Saison mit frischer Brut. Entscheidend für einen guten Start sind die Blüten, welche die Insekten bei ihren ersten Ausflügen vorfinden. Vor allem die Wildbienen und Hummeln sind auf eine gute Versorgung mit Nektar angewiesen, damit die Königinnen stark werden und für genügend Nachwuchs sorgen. Eiweißreiche Pollen brauchen sie, um die hungrige Brut zu füttern. Allen voran blüht nun die Haselnuss, was so manchem Allergiker gleich eine kitzelnde Nase und andere Beschwerden beschert. Es ist einer der ersten frischen
Pollen, den Insekten sammeln können und daher für die Entwicklung der Brut sehr wichtig. Nektar bekommen sie von diesem Strauch noch keinen, dafür aber von den kurz darauf blühenden Weiden und der Kornelkirsche. Wenn die Kätzchen der Salweide in Blüte gehen, werden sie von Insekten geradezu umschwärmt und alle verlassen den Strauch mit vollen Pollenhöschen und gesättigt von Nektar. Auch andere kleinwüchsigere Weiden wie die Purpurund die Ohrweide sind sehr ergiebig. Die gelb blühende Kornelkirsche ist ein guter Nektarlieferant und hat einiges an Pollen. Die im Garten beliebte Forsythie hingegen bietet den Insekten rein gar nichts.
Frühlingsblüten im Schatten
An schneefreien Stellen zeigen sich schon früh die Blüten von Winterling und Schneeglöckchen. Der gelb blühen-
de Winterling fühlt sich ähnlich wie das Gewöhnliche Schneeglöckchen an halbschattigen, feucht-humosen Standorten wohl. Deshalb eignen sich beide Arten als Unterpflanzung für Hecken und Bäume. Schneeglöckchen können im Herbst als Brutknollen gesetzt werden oder als Pflänzchen im Frühling. Beim Winterling zeigt die Erfahrung, dass er besser gedeiht, wenn er als Pflanze im Frühling gesetzt wird. An Stellen, an denen sich die beiden Pflanzen wohlfühlen, vermehren sie sich problemlos durch Selbstaussaat. Weitere zarte Schönheiten im Halbschatten sind Blausternchen, Doldiger Milchstern, Lungenkraut und Gefleckter Lerchensporn. Sie kommen am besten zur Geltung, wenn sie in größeren Gruppen gepflanzt werden. Die Traubenhyazinthe gedeiht im Halbschatten ebenso wie als Lückenfüller auf Beeten. Krokusse sind besonders vermehrungsfreudig und mögen es gern sonnig und eher trocken. Die Knollen können im Herbst gepflanzt werden, jetzt gibt es schon ausgetriebene Krokusse im Topf zu kaufen. Für die Nektar- und Pollenversorgung sind sie top. Im Steingarten fühlt sich die Küchenschelle wohl. Den ganzen Frühling heiß umschwärmt ist die Schneeheide (Erica), die auch in Töpfen und Balkonkästen gepflanzt werden kann. Bei Tulpen und Narzissen sollten naturnahe Formen bevorzugt werden. Zu den geeigneten Arten für den Naturgarten und in Wiesen zählen die Wilde gelbe Narzisse, die Alpenveilchennarzisse und die Dichternarzisse, alle mit früher Blüte im März und April. Die Weinberg Tulpe mit Blüte im April/Mai kam früher flächig in Weinbergen vor, heute ist sie vom Aussterben bedroht. Sie
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5. VORARLBERGER SCHENKTAG IN DORNBIRN braucht offenen Boden in warmer Lage. Übrigens: Frühblüher und Zwiebelpflanzen, die auf der Wiese oder im Rasen wachsen, dürfen erst gemäht werden, wenn die Blätter eingezogen sind, das heißt sie sind entweder komplett verdorrt oder nicht mehr sichtbar. Dann haben sie genug Nährstoffe gespeichert, um sich gut zu vermehren und im nächsten Jahr wieder kräftig auszutreiben. HINWEIS: Wenn Sie mehr wissen wollen, was wir für Bienen und bestäubende Insekten tun können, finden Sie Infos unter www.blühendes-vorarlberg.at
BotschafterIn der blühenden Landschaft Zum zweiten Mal wird heuer ein fünfteiliger Lehrgang angeboten, der allen Interessierten ein profundes Wissen über Bienen, Hummeln und Co. sowie deren Lebensräumen vermittelt. Sie wollen wissen, wie eine bienenund insektenfreundliche Anlage und Pflege erfolgen kann? Und zwar sowohl im Garten, als auch auf öffentlichen Flächen, in Betriebsgebieten und im landwirtschaftlichen Bereich. Außerdem interessiert Sie, wie die Honigbiene lebt, wie es um ihre wildlebenden Verwandten steht und mit welchen Schwierigkeiten die Bestäuber bei der Nahrungs- und Behausungssuche zu kämpfen haben? Die Antworten auf diese und mehr Fragen gibt es beim Lehrgang für ein blühendes Vorarlberg, der Anfang April in Wolfurt startet. Infos und Termine bei der Bodensee Akademie, Tel. 05572 33064, E-Mail office@bodenseeakademie.at
Der Vorarlberger Schenktag geht zurück auf einen Besuch der texanischen Ölerbin Genevieve Vaughan im Jahr 2010 im Bildungshaus St. Arbogast in Götzis. Sie hat den Großteil ihres Vermögens verschenkt, gleichzeitig hat sie dabei ihren Ansatz der Schenkökonomie entwickelt. Sie legt dar, dass nicht das Geld, ja auch nicht der Tausch, im Zentrum des Lebens stehen, sondern das Geschenk. Damit unser Leben überhaupt möglich ist, erhalten wir erstmal Geschenke, die nicht darauf ausgerichtet sind, etwas zurück zu bekommen: die Natur, die Menschen, die uns zur Welt bringen und umsorgen, gute Lebensbedingungen. In all das werden wir hineingeboren, ohne einen Gegenwert erbracht zu haben. Wenn wir über unser Leben im Einzelnen nachdenken, fallen uns sicherlich viele Geschenke ein. Es ist eine Art der Betrachtungsweise des Lebens und Tuns, die nicht mit Geld und Leistung zusammenhängt. Nun gibt es den Schenktag bereits zum fünften Mal. Alle sind eingeladen, zu schenken und sich beschenken zu lassen. Und so läuft der Schenktag ab: Am Vormittag (Termin und Ort im Infokasten unten) werden alle Dinge, von denen man sich trennen will, die aber zum Wegwerfen zu schade sind, abgegeben. Direkt gebracht werden können Geschirr, Spielzeug, Kleidung, Bücher, CDs, Werkzeug und Kleingeräte. Größere Gegenstände wie Fahrräder, Elektrogeräte, Autoreifen, Möbel usw. können mit Telefonnummer an der Pinnwand inseriert werden, wenn möglich mit Foto. Lebensmittel werden nicht angenommen. Wichtig ist, dass die geschenkten Sachen in gutem Zustand und gebrauchsfähig sind. Es will ja niemand Müll schenken. Am Nachmittag ist der Pfarrsaal dann für alle offen, und es kann geholt werden, was jeweils mit zwei Händen – verstärkt durch Körbe und Taschen – nach draußen getragen werden kann. Alle Waren sind kostenlos. Im eigens eingerichteten Café des Elternvereins der Volksschule Haselstauden kann man sich zwischendurch gegen einen kleinen Unkostenbeitrag stärken.
Am Samstag, 11. März, im Pfarrsaal Haselstauden in Dornbirn, Haselstauderstraße 29 • Waren bringen am Samstag, 11. März, 10 bis 12 Uhr • Geschenkte Waren abholen von 14 bis 16 Uhr Eine Veranstaltung von Talente Vorarlberg, Pfarre Dornbirn-Haselstauden und Elternverein VS Haselstauden zur Förderung der Schenkkultur
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Mit Herz und Verstand – und Mut Vorarlberg hat Mut. Vor zwei Monaten hat die gemeinnützige Weitblickgesellschaft die marie-Leserschaft um persönliche Mut-Geschichten gebeten. Von all den inspirierenden Antworten haben wir eine ausgewählt, die uns besonders berührt hat. Frau Ritter-Ladstätter hat Mut gezeigt, Mut zum Mitgefühl. Wir sehen sie im Fernsehen, hinter Zäunen, auf Booten, in Lagern, vertrieben, obdachlos und entwurzelt. Wir sehen sie auf der Straße und manchmal möchten wir in die andere Richtung schauen. Viele Menschen sind auf Hilfe angewiesen. „‚Man kann nicht allen helfen‘, sagt der Engherzige und hilft keinem“, bemerkte Marie von Ebner-Eschenbach bereits vor gut 150 Jahren. Das Elend der Welt ist groß und vielfältig, und
wir fürchten uns oftmals davor, auch nur einen kleinen Teil davon in unser Herz zu lassen. Denn: Berührung verändert uns – Verschlossenheit aber genauso. Diese Verschlossenheit hat aber einen hohen Preis, der uns kaum bewusst ist. Es ist die Wut auf diejenigen, die eigentlich unser Mitgefühl verdient hätten. Eine Wut, die zu Hass werden kann, auf jene Menschen, die uns daran erinnern, wie engherzig wir geworden sind.
Hilfe stärkt das Immunsystem
Dieser Hass ist im wahrsten Sinne des Wortes verletzend. Der Neurobiologe Gerald Hüther weist auf das Phänomen des „Sozialen Schmerzes“ hin. Dieser entsteht, wenn wir einen Menschen ignorieren oder ausschließen. Wenn wir Ablehnung oder Abwertung durch andere Menschen erfahren, wird diese Erfahrung in derselben Hirnregion verarbeitet wie körperliche Schmerzen. Ein gebrochenes Herz verursacht ebenso reale Schmerzen wie ein gebrochenes Bein.
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Wir schaden durch mangelndes Mitgefühl aber nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst. Die amerikanische Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky kommt in einer wissenschaftlichen Studie zu dem Ergebnis, dass es unser eigenes Wohlbefinden signifikant erhöht, wenn wir anderen Menschen helfen. In einem Experiment bekamen Studenten die Aufgabe, sechs Wochen lang einmal wöchentlich mehrere gute Taten zu vollbringen. Sie spendeten Blut, besuchten ihre Großeltern im Altersheim oder kauften einem Obdachlosen einen Hamburger. Im Gegensatz zu der Kontrollgruppe, die keinen derartigen Auftrag erhalten hatte, stiegen die Zufriedenheitswerte der aktiven Helfer signifikant. Helfen macht uns also glücklich.
Grenzen, die uns begrenzen
Bild: Shutterstock Bezahlte Anzeige
Wer sich von Angst und Hass vereinnahmen lässt, sieht nur eine Bedrohung, eine Fremdheit und vergisst, wie viele Gemeinsamkeiten uns doch durch unser Menschsein gegeben sind. Wir leben in einer Zeit der globalen Herausforderungen. Die Welt wächst mehr zusammen. Unsere sozialen, ökonomischen und vor allem ökologischen Probleme können nur durch gemeinsames Handeln gelöst werden. Statt auf eine Rhetorik hereinzufallen, die uns nahelegt, das Boot sei voll,
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Die Weitblick GmbH stellt sich vor: sollten wir eine Geschichte erzählen, die der Tatsache Rechnung trägt, dass wir alle bereits gemeinsam in einem Boot sitzen, das im Begriff ist zu sinken. Wir haben so viele Bilder und Vorurteile in unseren Köpfen, dass wir den Menschen selbst oft gar nicht mehr sehen. Denn nicht nur unsere Herzen, auch unsere Gedanken können sich verschließen. Dann werden wir die Opfer unserer eigenen Stereotype. Wir denken, fühlen und handeln innerhalb der Grenzen, die wir uns selbst gesteckt haben, vergessen aber dabei, dass jede Grenze für beide Seiten gilt. Diese Grenzen können nur wir selbst wieder öffnen. „Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines Wirkungsfeldes ab“, sagte Erich Kästner in Hinblick auf all die Menschen, die tagtäglich ihren kleinen Beitrag zur Menschlichkeit leisten und damit menschliche Größe zeigen. Die Anzahl dieser Menschen ist groß. Nur werden ihre Geschichten viel zu selten erzählt. Text: Matthias Mittelberger
Christian Kathan, Geschäftsführer Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger; Erziehungswissenschaftler; Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision, in eigener Praxis tätig. Forschungsschwerpunkte: Psychotraumatologie, Bindungstheorie, Resilienz
Frederick Lins, Geschäftsführer diplomierter Jurist, Wirtschaftsjurist und Kanonist; Unternehmer in Feldkirch und Mainz; verschiedene Managementfunktionen und IT-Projekte im gemeinnützigen und Sportbereich. Daniel Scheyer, Projektmanagement Klinischer & Gesundheitspsychologe; Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision, in eigener Praxis tätig; Forschungsschwerpunkte: Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter, Achtsamkeit im psychosozialen Kontext, Psychotraumatologie.
Matthias Mittelberger, Leitung Bildungsprogramm studierter Philosoph und Politikwissenschaftler; politischer Erwachsenenbildner und selbständiger Lerncoach; Lehrtätigkeit in den Fächern Deutsch und Philosophie/Psychologie für Externisten. Forschungsschwerpunkt: angewandte Ethik.
mitweitblick gesellschaft bewegen
Mutgeschichte Letztes Jahr im Frühling habe ich einen Mann auf der Straße beobachtet, der etwas gesucht hat. Ich habe mein Auto angehalten um zu fragen, ob er Hilfe braucht. Bei der gemeinsamen Autofahrt an den Ort, den er suchte, sind wir ins Gespräch gekommen. Er war Afghane mit positivem Asylbescheid auf Arbeitssuche. Ich habe ihm meine Telefonnummer gegeben, falls er weitere Hilfe braucht. Drei Tage später hat er mich um ein Treffen gebeten. Bei uns zu Hause hat er erzählt, dass er auch etwas zum Wohnen sucht. So haben wir entschieden, dass er bei uns ein Zimmer haben kann. Seitdem lebt Jahn Agha bei
uns im Haus. Mittlerweile acht Monate. Natürlich kenne auch ich alle Ängste, Zweifel und Vorbehalte Fremden gegenüber. Mein zugegebenermaßen recht unüberlegter, spontaner Schritt macht mir heute Mut. Das Kennenlernen und Zusammenleben mit diesem sehr liebenswerten Menschen tut mir gut und hilft mir gegen das Gefühl von Resignation und Verzweiflung. Edith Ritter-Ladstätter Sende uns deine Mutgeschichte an: daniel.scheyer@mitweitblick.org www.mitweitblick.org
Der Afghane Jahn Agha und Edith Ritter-Ladstätter.
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Skifahren, Gerstensuppe und Bier
Alain Blaise Tcheichie (40) ist seit März 2016 marieVerkäufer. Nach vier Jahren fühlt sich der Kameruner in Österreich zuhause. Das hat auch mit dem Essen und seinen sportlichen Vorlieben zu tun.
Text und Foto: Frank Andres
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s ist Februar 2013. Alain Blaise Tcheichie betritt erstmals österreichischen Boden, kommt zuerst ins Flüchtlingslager nach Traiskirchen. Eine Woche später wird er nach Fieberbrunn gebracht. Dort bleibt er zwei Jahre. Heute, 24 Monate später, lebt er in einer Flüchtlingsunterkunft in Innsbruck. Der heute 40-Jährige Alain Blaise musste seine Heimat Kamerun verlassen, weil er in seinem Heimatland politisch verfolgt worden war. Seine beiden Brüder und seine Mutter blieben im zentralafrikanischen Staat zurück. Eine Rückkehr nach Kamerun kann sich Alain Blaise nicht mehr vorstellen. „Ich will in Österreich bleiben und eine eigene Familie haben“, formuliert der gläubige Katholik seinen größten Wunsch. Seit März 2016 verkauft er die marie. Seinen Stammplatz hat er in der Tiefgarage des Rheincenters in Lustenau. „Ich kann mich mit den Leuten unterhalten und meine Deutschkenntnisse verbessern“, erklärt Alain Blaise. Apropos Deutsch: Er besucht zweimal wöchentlich einen Kurs in Innsbruck, will die Menschen in Österreich verstehen lernen und fügt hinzu: „Ich liebe den Dialekt.“Alain Blaise
pendelt zwischen Innsbruck und Lustenau. Aber er hat glücklicherweise einen Freund in Vorarlberg, bei dem er übernachten kann. „Ich muss also nicht jeden Tag zwischen Tirol und Vorarlberg hin und her reisen.“ Vor knapp vier Wochen hat Kameruns Fußball-Nationalteam den Afrika-Cup gewonnen. „Ich habe mir natürlich das Finale angesehen und anschließend mit Freunden gefeiert.“ Doch seit er in Österreich ist, hat Alain Blaise eine neue Lieblingssportart für sich entdeckt. „Ich liebe die Skirennen im Fernsehen. Die Abfahrten sind wirklich spektakulär.“ Und auch essenstechnisch ist der Kameruner in Österreich bzw. Europa angekommen. Zu seinen Lieblingsspeisen zählen Gerstensuppe und Spaghetti Carabonara. Und zu einem Gläschen Bier sagt er auch nicht nein. Ob es nicht manchmal etwas kalt in Vorarlberg ist, will ich von ihm wissen. Seine pragmatische Antwort lautet: „Ich bin jetzt schon vier Jahre in Österreich. Da habe ich mich an die Temperaturen längst daran gewöhnt.“ In Kamerun hat er als Lkw-Fahrer gearbeitet. „Das“, so sagt er, „will ich auch in Österreich machen, wenn ich die Erlaubnis dazu bekomme.“ Denn, so stellt er klar: „Ich liebe es zu arbeiten, und ich liebe dieses Land.“
marie-Verkäufer Alain Blaise Tcheichie aus Kamerun an seinem Stammplatz im Rheincenter Lustenau.
#15 / März 2017
Beim W‘wortwechsel sind spannende Gesprächsrunden im privaten Rahmen garantiert.
Gespräche über Gott und die Welt
Zum W’ortwechsel bitte: Bereits zum zweiten Mal geht eine Gesprächsreihe durchs Land, die ungewöhnliche Leute zusammen an einen Tisch bringt – im privaten Umfeld und ganz ungezwungen. Austausch, Reden über Gott und die Welt und das Treffen mit mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten sind die Idee der Dialoginitiative der katholischen Kirche.
Text und Fotos: Daniela Egger
G
astfreundschaft, gemeinsame Gespräche und die Kunst des Zuhörens sind wesentliche Pfeiler in einer Gesellschaft, die friedlich zusammenleben will. So auch der Austausch mit Menschen, die einem zwar fremd, aber offen für neue Begegnungen und Meinungen sind. Weil im letzten Frühsommer die erste Serie der Dialoggespräche so großen Anklang fand, werden sie im Jahr 2017 wiederholt – offensichtlich ist das Interesse an Gesprächen mit Menschen, die durch ihre berufliche Tätigkeit, ihr Engagement und ihre persönliche Haltung wertvolle Einblicke und Perspektiven in den Austausch einbringen, groß. So waren letztes Jahr die 41 Personen, die sich für Wortwechsel-Gespräche zur Verfügung stellten, schnell ausgebucht, und die Abende im privaten Kreis waren von jeweils acht bis zehn Personen besucht. Eine schöne, erste Bilanz für ein Projekt, bei dem sich die Kirche als
eine Institution zeigt, die auch Wider-
ständiges aushält und Kritischem gegenüber ein offenes Ohr behält – so steht es im Konzept der Initiative. Sie sieht sich in der Rolle der Zuhörerin und Lernenden, die den Dialog sucht und christliche Werte lebt.
Wer früh bucht, hat die Wahl
Bei einer Auftaktveranstaltung am 30. März in Hohenems können sich interessierte Gastgeber und Gastgeberinnen über den Ablauf eines solchen Abends und erste Erfahrungen aus dem letzten Jahr informieren. Die Personen, die sich für die Dialoggespräche zur Verfügung stellen, sind im Internet mit kurzen Biografien unter www.wortwechsel.jetzt vorgestellt. Sie alle stehen entweder im öffentlichen Leben oder können aus ungewöhnlichen Berufen oder Erfahrungen berichten und sind geübt im Austausch mit Menschen. Die Gastgeber laden dann Menschen aus ihrem Freundeskreis zu dem Abend ein, ein Moderator begleitet die Gespräche und sorgt dafür, dass alle
„ W’ortwechsel beweist, dass beim Reden und Zuhören die Leute nicht nur zusammen kommen, sondern auch wesent- liche Fragen des Lebens besprochen werden.“ Martin Fenkart, Pastoralamtsleiter
Anwesenden zu Wort kommen. Kosten fallen keine an. Auch eine Themenvorgabe gibt es nicht – aktuelle Geschehnisse und Lebensthemen führen aber oft auch zu ethischen Fragen, die das Verhältnis der Menschen untereinander und zur Welt beleuchten.
W’ortwechsel-Gespräche finden vom 22. Mai bis 2. Juni 2017 statt. Alle Infos und Buchungsmöglichkeiten finden Sie ab Ende März unter www. wortwechsel.jetzt bzw. bei der Auftaktveranstaltung am 30. März um 20 Uhr im Salomon-Sulzer-Saal in Hohenems. Projektpartner sind Caritas, Bildungshaus St. Arbogast, Katholisches Bildungswerk, Vorarlberger Familienverband und das Zukunftsbüro des Landes Vorarlberg. Anmeldung: wortwechsel@kath-kirchevorarlberg.at
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Pablo Pineda, wohnhaft in Málaga, ist Botschafter für Menschen mit Down-Syndrom. Weltweit ist er ein hoch geschätzter Vortragender auf Kongressen und Tagungen. Auch in Vorarlberg, wo er bereits dreimal auf Einladung unserer Autorin Simone Fürnschuß-Hofer (Bild rechts mit ihrem 14-jährigen Sohn Valentin) zu Besuch war.
Foto: Marcel Hagen
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Gedanken von Simone Fürnschuß-Hofer, Mutter eines Sohnes mit Down-Syndrom
21/3, Welt-Down-Syndrom-Tag. Menschen mit Trisomie 21, wie das Down-Syndrom in der Fachsprache genannt wird, machen auf sich aufmerksam, wollen gehört und gesehen werden und verteidigen ihr Recht auf einen Platz in der Gesellschaft. Auch wir Eltern bemühen uns, sie in einem Lichte zu zeigen, das Mut machen soll, ihnen ihr Leben und ein selbstverständliches Miteinander zu schenken. Lässt uns doch der Verdacht nicht los, Kinder großzuziehen, die eigentlich nicht mehr erwünscht sind in dieser Welt. Seit sich die Pränataldiagnostik zur Rasterfahndung nach Trisomieformen beim Ungeborenen entwickelt hat und solange die „Eugenische Indikation“ (Gesetz, das eine Abtreibung von Föten mit einer Beeinträchtigung bis zum Eintritt der Wehen erlaubt) nicht abgeschafft wird, hängt jedenfalls ihr Lebensrecht am seidenen Faden. Neun von zehn Kindern werden abgetrieben, wenn die Diagnose Down-Syndrom vorliegt. Mancher Arzt spricht gar schon von 100 Prozent. Weder hat es Sinn, noch hat irgendjemand das Recht, über schwangere Frauen, die abtreiben, ein Urteil zu sprechen. Im Übrigen auch nicht über
jene, die es nicht tun. Glaube und Spiritualität, Angst, den Partner zu verlieren, Signale des Umfelds, die Haltung des begleitenden Arztes, persönliche Erfahrungswerte und der eigene Platz in der Gesellschaft sind mit die wesentlichen Faktoren in der Entscheidungsfindung. Einer Entscheidungsfindung, an der Frauen regelrecht verzweifeln können. Denn der Mensch ist nicht dafür gemacht, über Leben und Tod zu bestimmen. Je salonfähiger ein Nein zum behinderten Kind wird – und das ist es längst – desto subtiler der Konflikt, der an der Frau nagt. Die Trauer ums Kind wird nicht verstanden. „Du wolltest es doch so“, sagt das Umfeld. So einfach ist es eben nicht. Ich weiß von schwangeren Frauen, die sich zu einer Spätabtreibung entschlossen haben und dann, nachdem die Geburt eingeleitet wurde, den Prozess stoppen wollten. Denn spätestens an diesem Punkt nahmen sie mit jeder Pore wahr: Ich tue etwas, was den Tod des Kindes zur Folge hat. Alles im Körper der schwangeren Frau ist auf „Festhalten“ programmiert, während die Medizin einen Akt in Gange setzt, der absolutes und sofortiges Loslassen erfordert. Mit der zu späten Erkenntnis, die falsche Entscheidung getroffen zu ha-
ben, mussten die Frauen ihre Kinder auf die Welt bringen – und mit ihrem Tod weiterleben. Es geht hier nicht um die Suche nach Schuldigen. Wohl aber darum, eine Teufelskreis-Dynamik aufzuzeigen, die vor allem Verlierer produziert. Und das angesichts medizinischer Errungenschaften, die das Gegenteil proklamieren. Wenn Ärzte zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden, weil sie die schwangere Frau nicht rechtzeitig über den Verdacht einer Trisomie 21 informiert haben, wundert es dann, wenn sie tendenziell in Richtung Abtreibung beraten, sobald eine Trisomie-Diagnose im Raum steht? Und wundert es wiederum, dass Schwangere in ihrer meist emotional labilen Lage von Aussagen und Empfehlungen ihrer behandelnden Ärztin, ihres behandelnden Arztes maßgeblich beeinflusst werden? Ist uns bewusst, dass wir als Einzelner und als Gesellschaft eine Verantwortung tragen, diese Frauen nicht allein zu lassen? Dass wir mit unserer Haltung ihre Entscheidung und vor allem ihr Leben mit der Entscheidung beeinflussen? Und wenn ja, was ist denn unsere Haltung dazu? Betrachten wir Menschen mit Beeinträchtigung als eine Last fürs System? Finden wir sie lieb und sonnig, aber das
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EINTAUCHEN IN EINE FREMDE KULTUR
Foto: Frank Andres
vor allem aus der Ferne? Sehen wir das Schwere, das Defizitäre oder können wir ihre Fähigkeiten erkennen? Empfinden wir sie als Sorgen- oder als Glückskinder? „Besondern“ wir sie oder nehmen wir sie in die Mitte? Nicht nur in der Sonntagsmesse und beim Dorffest, sondern auch bei Bildungs-, Freizeit- und Beschäftigungsangeboten? Können wir erkennen, dass Menschen mit Behinderung eine Gesellschaft runder, menschlicher und wertvoller machen, auch wenn – oder gerade weil – ihr Beitrag nicht auf der herkömmlichen Leistungsebene liegt? Sind Menschen mit Behinderung willkommen? Für uns Eltern ist meist nicht das Kind mit Behinderung das Problem, sondern die fehlende Inklusionskultur: Die drohende soziale Isolation des Kindes, persönliche und gesellschaftliche Widerstände. Ich sehe viele Eltern, die ihre Kinder mit Down-Syndrom unendlich lieben. Und sie mit allen Mitteln fähig machen wollen für diese Welt: Möglichst selbstständig, möglichst leistungsstark, möglichst nah an der Norm(alität). Sinnvolle Förderangebote und Therapien hierfür sind begrüßenswert. Aber: Werden wir so unseren Kindern gerecht? Der Druck, sie gut zu fördern ist hoch und die Frage „Tu’ ich genug für mein Kind?“ allgegenwärtig. Manchmal scheint es mir, als ob daraus die Daseinsberechtigung für
das Kind geschöpft würde: Wenn schon Down-Syndrom, dann das Beste draus machen. Doch gut fördern soll da und dort auch heißen dürfen, es gut sein zu lassen. Dazu muss ich aber erst erkennen, dass es gut ist, wie es ist. Denn ja, das ist es. Und wie. Und was sagt dazu mein lebenskluger Freund Pablo Pineda, jener Mittvierziger aus Spanien mit Down-Syndrom, der wie kaum ein Anderer Herzensbrücken schlagen kann: „Das ist der Schlüssel von uns Menschen, die anders sind. Wir möchten Teil der Gesellschaft sein, einer positiven Gesellschaft, in der alle inkludiert sind. Wir sind genauso viel wert wie alle anderen Menschen. Der beste Weg, Respekt zu zeigen, ist uns sein zu lassen als das, was wir sind – und nicht zu dem zu machen, was ihr wollt, was ihr glaubt, was wir sein sollen. Wir sind, was wir sind. Nicht mehr und nicht weniger.“ Wäre uns das nicht allen zu wünschen? Und in diesem Sinne und um Missverständnissen vorzubeugen: Pablo ist kein Vorbild für Menschen mit Down-Syndrom. Pablo ist ein Vorbild für alle Menschen. HINWEIS: Aus Anlass des Welt-DownSyndrom-Tags findet am 21. März um 15.21 Uhr am Kornmarktplatz in Bregenz ein Flashmob statt. Wer Lust und Laune hat, kann teilnehmen. Mehr Infos unter vbg.down-syndrom.at
Roma-Minderheiten in das öffentliche Leben integrieren und das Verständnis für sie fördern: Dies ist das Hauptziel der tschechischen Sängerin Ida Kelarova. Ein Weg, eine fremde Kultur besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen, ist Singen. Ida Kelarova veranstaltet deshalb den Gesangsworkshop „Open your heart, open your voice and sing“. Dabei werden Roma-Lieder gesungen und ihnen nachgespürt, es wird die Kultur der Roma nähergebracht, und Ida Kelarova erzählt von ihren Kinderförderungsprojekten der Stiftung M.I.R.E.T. Der Gesangsworkshop findet am Freitag, 24. März, 18. bis 20.30 Uhr, am Samstag, 25. März, 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 26. März, 10 bis 15 Uhr, im Bildungshaus St. Arbogast statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 200 Euro. Weitere Infos und Anmeldung bei Monika Rietzler, Tel. 0664 88398421 oder Monika Huber, Tel. 0664 5451827.
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Gsi
„ Du Ländle, meine teure Heimat“ Am 19. März ist Landesfeiertag - ein Anlass, zu dem des Öfteren die Landeshymne erklingt. Auch wenn die meisten Vorarlberger nur die erste Textzeile „Du Ländle, meine teure Heimat“ kennen – ein herzerwärmender „Ohrwurm“ ist sie allemal. Getextet und komponiert wurde sie vom Feldkircher Musiker Anton Schmutzer. Text: Gerhard Thoma Foto: Stadtbibliothek Feldkirch
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eit 1949 ist „´s Ländle, meine Heimat“ die offizielle Vorarlberger Landeshymne. Zu verdanken ist dies letztlich Eugen Leißing, dem Landesregierungsreferenten für kulturelle Angelegenheiten. Leißing war es, der nach einem monatelangen Hin und Her um kleinere Textkorrekturen, Vorlagen und Entwürfe das Gezänk satt hatte und im Jänner 1949 vor den Abgeordneten im Landtag eine flammende Rede hielt: „Kein anderes Lied ist so geeignet, die Liebe zu unserem Lande zum Ausdruck zu bringen wie ‚s´Ländle‘. Es ist dieses Lied im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Hymnus auf unsere Heimat geworden. (...) Wo immer es gilt, unserem Zusammengehörigkeitsgefühl Ausdruck zu verleihen, wird das ‚Ländle‘ gesungen, und wir haben es doch oft bei Feierlichkeiten erlebt, wie das Volk sich in Ehrfurcht und innerer Ergriffenheit spontan von den Sitzen erhob, wenn das ‚Ländle‘ angestimmt wurde. Dieses Heimatlied hat seit seiner Geburt im Jahr 1904 eine weite, schicksalhafte Reise angetreten. Wo immer Vorarlberger draußen in der weiten Welt sich treffen und getroffen haben, wird mit Stolz dieses Lied zur Verherrlichung und Erinnerung an die Heimat gesungen. ‚S´ Ländle‘ hat – und ich glaube, die Heimkehrer werden dieser Feststellung gerne beipflichten – schon manchmal über schwere, sorgenvolle Stunden hinweggeholfen. Es hat gleichsam eine geistige Brücke zur Heimat geschlagen und Gefühle der Dankbarkeit, Liebe und Treue
geweckt, die eben nur einem wahrhaften Heimatlied eigen sind. Wir Vorarlberger stehen sicher nicht im Rufe, sentimental veranlagte Menschen zu sein. Unsere Anhänglichkeit an dieses Lied hat mit derartigen Gefühlen nicht das geringste zu tun. Vielleicht sind wir gerade deshalb nicht besonders reich an bodenständigem Liedgut (...).“
Seit Jahrzehnten beliebt
Tatsächlich waren Text und Melodie von „´s Ländle, meine Heimat“ schon seit Jahrzehnten in der Bevölkerung beliebt, wenngleich manche Textstellen und die Komposition im Lauf der Zeit etwas verändert worden sind, oder besser gesagt: verändert werden mussten. Schuld
daran waren vor allem spektakuläre geschichtliche Ereignisse. Komponiert wurde das Lied von Anton Schmutzer. Schmutzer wurde 1864 in Feldkirch geboren. Er stammte aus einer nach Vorarlberg eingewanderten böhmischen Familie, war bis 1926 Musiklehrer an der Stella Matutina, Leiter der Kirchenmusik St. Nikolaus bis 1931 und ein begnadeter Geigenspieler und Sänger. Musik und Noten wurden ihm in die Wiege gelegt: Sein Großvater Franz Anton war bereits Musiklehrer in Adelskreisen. Sein Vater Philipp wurde 1848 mit der Stelle eines Musikdirektors in Feldkirch betraut. Jahrzehntelang prägte Philipp Schmutzer das kulturelle Leben in der Montfortstadt. Seine bei-
Die Vorarlberger Landeshymne mit der Originalhandschrift von Anton Schmutzer.
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den Söhne Anton und Philipp sollten in die Fußstapfen ihres Vaters treten. „Als Toni Schmutzer 1905 die Anregung zur Komposition eines Heimatliedes aufnahm, konnte er nicht ahnen, dass er damit einer zukünftigen Landeshymne den Weg ebnet“, erklärt Dr. Annemarie Bösch-Niederer, Leiterin der Musiksammlung im Vorarlberger Landesarchiv. Das Lied beinhalte ein deutlich ausgeprägtes Landesbewusstsein, wobei in der Fassung von 1907 zwar die Loyalität gegenüber dem Kaiser thematisiert werde („Drum hält man treu zum alten Kaiser“), das Landeslied 1937 und die Landeshymne 1949 hingegen einen direkten Österreichbezug vermissen lassen („Hier hält man treu zum Heimatlande“ bzw. „zum Vaterlande“ und „rot-weiß weht es durch die Luft“). Bösch-Niederer: „Das Werk ist ein Loblied auf die Naturschönheiten des Landes, auf die Tüchtigkeit seiner Bewohner, und auch die religiöse Komponente kommt nicht zu kurz.“ Zum ersten Mal soll die Urform der späteren Landeshymne im Jahr 1907 als Chorlied vom Rankweiler Liederkranz beim Landessängertag in Bregenz angestimmt worden sein – unter dem Titel „Vorarlberger Heimweh“ und unter der Leitung von Toni Schmutzer höchstpersönlich. Als Textdichter wurde Reinhard Flath vermerkt. Kurz danach komponierte Schmutzer Melodie und Rhythmus seines Werkes etwas um und verfasste selbst einen neuen Text. Im Jahr 1925 gehörte Schmutzers Text bereits zum Lehrstoff in der Volksschule und war fixer Bestandteil im „Vorarlberger Lesebuch“.
Einfach und bescheiden
„Die wachsende Popularität des Liedes“, erläutert Bösch-Niederer, „hatte dazu beigetragen, dass es nicht nur im Volksgesang in privaten Kreisen, sondern auch bei inoffiziellen Veranstaltungen gerne gesungen wurde.“ Schmutzer selbst lebte einfach und bescheiden. Ehrungen ging er aus dem Wege, an seinen Geburtstagen war er unauffindbar. Als Toni Schmutzer am 29. Mai 1936 in Feldkirch zu Grabe getragen wurde, forderten engagierte Lehrer noch am selben Tag, dass Schmutzers Schöpfung „Du Ländle, meine teure Heimat“ zur Landeshymne erhoben wird: „In
einer Zeit, wo andere Bundesländer erst Landeshymnen schaffen müssen, sind wir Vorarlberger glücklich darüber, eine ins Volk gedrungene Landeshymne schon schon zu besitzen, der nur die amtliche Anerkennung fehlt“, hieß es in dem Ansuchen an die Landesregierung. Beim Landesschulrat und beim Sängerbund wurde Kritik laut, dass die Komposition „nicht im vollen Maße den Volkscharakter und den Volkssinn“ treffe. Mit Einverständnis von Toni Schmutzers Erben – seinem Bruder Philipp Schmutzer und seinen Neffen Josef Pezzei und Dr. Augustin Tarter – wurden Text und Rhythmus leicht verändert und die Strophen klar gegliedert. Dafür sorgten Prof. Gottlieb Strawar, Musikprofessor am Lehrerseminar in Feldkirch und Bezirksschulinspektor Dr. Gebhard Winsauer. Jetzt konnte das anspruchsvolle Lied von jung und alt leichter gesungen und gespielt werden. Nun ging es nur noch um die musikalische Einordnung: Handelt es sich um eine Landeshymne oder „nur“ um ein Landeslied? Prof. Strawar meinte, das Werk habe keinen „Hymnencharakter“. Die Diskussion fand im August 1948 ein jähes Ende. Nachdem die Tiroler das Andreas-Hofer-Lied zu ihrer Landeshymne auserkoren hatten, pochten viele Vorarlberger darauf, ihren „Ländle-Song“ endlich zur Landeshymne zu erklären. Die Landesbehörde signalisierte ihr Einverständnis
HÖRTIPPS UND INFOS Auf www.vorarlberg.at (Rubrik Geschichte/Landessymbole) können Sie die Landeshymne anhören – gesungen vom Männerchor Alberschwende und instrumental gespielt von der Kaiserjägermusik. Die Musiksammlung in der Stadtbibliothek Feldkirch beherbergt zahlreiche Dokumente aus dem Leben von Anton Schmutzer.
Anton Schmutzer, Komponist und Textdichter unserer Landeshymne.
und fand für die zankenden Experten eine salomonische Lösung: Ob es „Landeshymne“ oder „Landeslied“ heiße, sei nicht wichtig, weil „die Betonung auf dem Wort ‚Land‘ beruht“. So wurde am 10. Mai 1949 per Gesetz im Landtag beschlossen, dass „´s Ländle, meine Heimat“ die Vorarlberger Landeshymne ist.
„´s Ländle, meine Heimat“ Du Ländle, meine teure Heimat, ich singe dir zu Ehr‘ und Preis; begrüße deine schönen Alpen, wo Blumen blüh‘n so edel weiß, und golden glühen steile Berge, berauscht von harz‘gem Tannenduft. „O Vorarlberg, will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft, o Vorarlberg will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft!“ Du Ländle, meine teure Heimat, wo längst ein rührig Völklein weilt, wo Vater Rhein, noch jung an Jahren, gar kühn das grüne Tal durcheilt; hier hält man treu zum Heimatlande und rot-weiß weht es in der Luft. „O Vorarlberg, will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft, o Vorarlberg, will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft!“ Du Ländle, meine teure Heimat, wie könnt‘ ich je vergessen dein, es waren doch die schönsten Jahre beim lieben, guten Mütterlein. Drum muss ich immer wieder kommen, und trennte mich die größte Kluft. „O Vorarlberg, will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft, o Vorarlberg, will treu dir bleiben, bis mich der liebe Herrgott ruft!“
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Kultur
„ Kunst ist die Suche nach einer kreativen Sprache“
Sabine Hennig (50) aus Ludesch und Saskia Vallazza (52) aus Thüringen machen Kindertheater mit Volksschulklassen und Puppenspiel für und mit Kindern. Was die Kinder beim Theaterspiel erfahren und lernen und weshalb der Mensch Kunst braucht, erzählen sie im Interview.
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Text: Christina Vaccaro Fotos: Christina Vaccaro, Sabine Henning
E
s war eine kleine Annonce, die die beiden Künstlerinnen zusammenführte. Saskia Vallazza, gebürtige Boznerin, kam vor 22 Jahren nach Thüringen und suchte bald eine zweite Hand für ihr Puppenspiel. Diese sollte die aus Dresden stammende Sabine Hennig werden, die damals bereits seit drei Jahren in Ludesch ihre zweite Heimat gefunden hatte. Seither besuchen die beiden Kindertheatermacherinnen Schulklassen von der ersten bis zur vierten Volksschule und geben den Kindern die Gelegenheit, ins Theaterspiel einzutauchen. Ob geblockt über eine Woche, in der der Unterricht gänzlich aus Bewegungsspielen, Texte lernen und Singen besteht, oder über mehrere Wochen hinweg: Die Kinder lernen sich auszudrücken und in verschiedene Rollen zu schlüpfen.
marie: Was lernen und erleben die Kinder beim Theaterspiel? Saskia Vallazza: Das ist sehr umfassend. Sie lernen ihrer Stimme Ausdruck zu verleihen und zu begründen, was sie sagen. Neben der gesprochenen Sprache gibt es auch noch die Körpersprache. Die Kinder lernen, wie sie wirken, wenn sie sich hinstellen und sich präsentieren. Außerdem sitzen die Kinder zu viel – da halten wir mit viel Tanz, Bewegungsspielen und rhythmischen Elementen entgegen. Sabine Hennig: Sie lernen ganz viel über sich selbst. Sie beobachten auch die anderen Kinder genau. Sie fühlen sich wichtig – jeder ist wichtig! Es gibt niemanden, der nichts kann, jeder kann etwas Anderes, und das führt zu einem respektvollen, wertschätzenden Umgang miteinander. Oft sind sie auch überrascht von ihren eigenen Fähigkeiten. In der Schule können sie diese Dinge so nicht erfahren. Wir machen natürlich keine Therapie, doch das Theaterspiel hat einen hohen therapeutischen Wert.
Saskia: Ja, denn es gibt Kinder, die in der Schule nie zum Zug kommen. Für diese Kinder ist es wichtig, einmal eine andere Rolle einnehmen zu können. Manchmal sind gerade die schwächsten Schüler die besten Schauspieler. Insbesondere bei ausländischen Schülern, die so etwas Theatralisches haben, ist das toll, und wir könnten uns da oft eine Scheibe abschneiden. Wie ist das mit stillen, schüchternen Kindern? Sabine: Das ist eben die Frage – warum sind sie so still? Manchmal sind sie in der Schule einfach so still, weil sie dort oder zu Hause zu oft gesagt bekommen: „Das ist falsch, was du machst!“ Saskia: Es gibt stille Rollen. Es gibt aber auch stille Kinder, die plötzlich schreien. Im Theaterspiel mit Kindern gibt es viele Überraschungen. Wie ist das mit den Rollen – gibt es nicht viel Streit um die Hauptrolle? Sabine: Nein, denn jede Rolle ist gleich wichtig, es zählt nicht nur die Hauptrolle. Das merken die Kinder am Ende auch immer.
#15 / März 2017
AUFFÜHRUNGEN 10. März: „Ronja Räubertochter“, in der Volksschule Hörbranz. Beginn: 10.15 Uhr 22. März: Premiere von „Alles über Alice“ in Zusammenarbeit mit dem jungen Theater Liechtenstein, um 19 Uhr im TAK Theater Liechtenstein 11. Mai: „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler um 10 und 17 Uhr in der Blumenegghalle in Ludesch 18. Mai: „Räuber Hotzenplotz“ von Ottfried Preußler um 10 und 17 Uhr in der Blumenegghalle in Ludesch
Auf der Bühne finden Kinder Raum, sich spielerisch und frei auszudrücken. Der Auftritt am Ende der Probewoche(n) ist stets mit viel Aufregung und Freude verbunden.
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Saskia: Beim Theaterspiel erleben die Kinder ein Gemeinschaftsgefühl und erfahren, dass jeder ein Rädchen im Gefüge ist und wenn eines fehlt, dann fehlt etwas Wichtiges. Und was lernt ihr beim Kindertheaterspiel? Saskia: Dass man flexibel sein muss. Man bereitet etwas vor und merkt dann, das funktioniert so nicht. Es ist wie bei einem Ping Pong Spiel. Man nimmt auf, und dann gibt man weiter. Schön ist auch die Freude beim Spiel, diese Begeisterungsfähigkeit der Kinder. Sabine: Die Ausführung der Kinder von dem, was man vorbereitet hat, ist eigentlich immer anders, wie man es sich es vorgestellt hat. Es macht aber auch Sinn, den Kindern diesen kreativen Spielraum zu lassen. Es darf kein starres Bild geben. Saskia: Es ist aber natürlich schon beides, man sollte auch lenken, schließlich steht meist die Aufführung, also ein Ziel, am Ende des Projekts. Das hat Vor- und Nachteile. Sehr positiv ist, dass die Kinder wirklich auf der Bühne
stehen und an Selbstsicherheit gewinnen. Natürlich entsteht dadurch auch Druck, den man versucht, abzufangen. Könnt ihr von eurer Kunst leben? Sabine: Wenn ich alleine mit drei Kindern leben würde, ginge es nicht. Innerhalb der Familie ist es möglich. Und an die Rente will ich lieber nicht denken. Saskia: Wir leben von der Kunst, aber man muss dazu sagen, dass gesellschaftlich nicht anerkannt ist, was die Arbeit von einem an Stunden und Engagement abverlangt. Der Wert ist nicht klar. Was bedeutet Kunst für euch? Saskia: Es ist immer so eine Vorstellung der Leute: Man ist erfüllt von der Kunst. Für mich ist es eine Arbeit wie jede andere auch. Allerdings keine sehr leichte. Dafür aber sehr abwechslungsreich und spannend. Ich komme aus einem Haushalt im künstlerischen Milieu – für mich war es nicht die Frage nach dem Sinn, sondern einfach selbstverständlich, künstlerisch tätig zu werden. Sabine: Ich bin ebenfalls mit Kunst groß geworden und für mich gehört sie
einfach dazu. Ich könnte mir ein Leben ohne Kunst nicht vorstellen – für mich ist Kunst die Basis. Ich habe das Gefühl, ohne Kunst wäre alles sehr arm. Braucht der Mensch Kunst, und wenn ja, wieso? Sabine: Ja, um eine andere Ausdrucksform zu finden als die gewohnte. Aber auch, um das Schöne zu genießen. Ich glaube, jeder Mensch braucht das. Kunst ist die Suche nach einer kreativen Sprache. Saskia: Ohne Kunst fehlt etwas. Gerade für die Schule, die mehr und mehr auf Leistung und Funktionieren aus ist, ist Kunst wichtig, denn in der Kunst funktioniert man nicht im üblichen Sinne. In der Kunst erfindet man. Kunst ist zudem in vielerlei Hinsicht den Dingen voraus. Ein Künstler spürt, was in der Welt los ist, und macht sichtbar, was viele sonst nicht sehen würden. Das finde ich essentiell, dass es diese Spürnasen gibt, die verstehen, was los ist.
Veranstaltungskalender
Mi., 8. März, 19 bis 20:30 Uhr, vorarlberg museum in Bregenz, Eintritt: frei VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at/ vorarlberg.html
Sa., 4. März, 15 bis 17 Uhr, vorarlberg museum in Bregenz, Eintritt: frei
UFGSPIELT UND ABTANZT
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Einfach anfangen und abtanzen. Klingt gut – nur wie? Martin Birnbaumer unterstützt bei einem guten Ankommen im Tanzraum. Er präsentiert spielerisch, was den Gruppen-, Paar- und den Solotanz ausmacht und wie es gelingt, elegant zwischen Stilen zu wechseln. Evelyn Fink-Mennel und die Musiker liefern dazu Melodie und Rhythmus. Für tanzfreudige Menschen mit und ohne Vorkenntnisse. Bitte Wasserflasche mitbringen!
So., 5. März, 11:30 bis 13 Uhr, Jüdisches Museum Hohenems (Treffpunkt), Eintritt: Eintritt: 10,-/7, Euro
FLUCHTWEGE
Auf den Spuren von Flüchtlingen und Helfern. Öffentliche Führung. Hohenems ist im Jahr 1938 ein mögliches Tor in die Freiheit für jüdische Flüchtlinge. Viele versuchen hier den Gräueln des Nationalsozialismus zu entkommen. Ihren Spuren folgen wir bei unserem Spaziergang vom Jüdischen Museum über den Alten Rhein bis zur Paul-Grüninger-Brücke. Entlang des Weges kommen Flüchtlinge und Fluchthelfer zu Wort. Bitte gültigen Pass mitbringen, da wir die Grenze überqueren. Ende der Führung ist an der Grenze Hohenems/Diepoldsau.
Mo., 6. März, 19 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: frei
KONTAKTCHOR
Offener Liederabend zum Mitsingen oder Zuhören für alle. Volksgesang. Kanons, Wechselgesänge, Sprechstücke, Rhythmen, Klänge. Fast alles „auf deutsch“, ein bisschen spanisch, englisch und Silbenmusik. Leitung: Ulrich Gabriel.
DIE DISKRETE FAMILIE PALMERS ODER WORÜBER MAN NICHT SPRICHT
Die Brüder Perlhefter waren ebenso rechtschaffen wie unternehmungsfreudig. Emanuel ging zuerst nach Südafrika und ließ sich schließlich als Vertreter in London nieder, Salomon wurde Chef der Lederwarenfirma Kohn & Perlhefter in Brünn, Eduard Perlhefter Textilwarenhändler in Feldkirch. Ein Neffe der Brüder, Ludwig Perlhefter nannte sich ab 1904 Ludwig Palmers. Er gründete 1926 die Firma Palmers & Söhne. Aufgrund ihrer Herkunft wurde die Familie verfolgt, die Firma auf nichtjüdische Familienmitglieder überschrieben. Gemeinsam mit der befreundeten Industriellenfamilie Wolff aus Hard gründeten seine Söhne 1949 die Firma Wolford, ein noch heute existierendes, sehr erfolgreiches Unternehmen. Vortrag von Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museum Hohenems.
Fr., 10., Sa., 11. und So., 12. März, 20 Uhr, Gemeindehaus Nüziders, Eintritt: 17,- Euro
DER GOTT DES GEMETZELS
Das Ehepaar Houillé empfängt in seiner Wohnung das Ehepaar Reille. Der elfjährige Ferdinand Reille hat dem gleichaltrigen Bruno Houillé in der Schule zwei Schneidezähne herausgeschlagen. Die Eltern sind nun zusammengekommen, um das Geschehene zu diskutieren. Die Reilles sind schuldbewusst und die Houillés wollen den Vorfall friedlich regeln. Aber schon bald wird die Atmosphäre aggressiv, Täter und Opferrolle werden neu beurteilt. Die Situation eskaliert. DarstellerInnen der ‚BÜHNE WEST‘: Susanne Ackermann, Elke Kikelij-Schwald, Hanno Dreher, Karl Müller. Inszenierung: Stephan Kasimir.
Di., 14. März, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: AK 22,-/VVK 19,Euro (zzgl. Gebühr)
DILLON
Do., 9. März, 20 Uhr, Bücherei Hohenems. Eintritt, Eintritt: freiwillige Spenden
ALPINALE KURZFILMFESTIVAL AUF LÄNDLE TOUR
Gezeigt werden jene acht Kurzfilme, die bei den Zuschauern im vergangenen Jahr die höchste Wertung erhielten. Vier Produktionen wurden von der Jury mit dem Goldenen Einhorn ausgezeichnet.
Die in Brasilien geborene, in Köln aufgewachsene und in Berlin lebende Künstlerin Dominique Dillon de Byington alias Dillon hatte immer eine klare Vision ihrer Kunst. Zwei Alben hat sie bereits veröffentlicht. Für sie selbst sind beide eigentlich eins, denn sie erzählen eine zusammenhängende Geschichte. Live war dies stets spürbar, denn die dunkel melodischen Songs beider Alben bestimmten im magischen Wechselspiel ihre Shows.
Fr., 10. März, 20:30 Uhr, Kammgarn Hard, Eintritt: 21,-/18,- Euro
FOWOKAN
Mit Fowokan ist das Herzstück der legendären britischen Funkband Cymande, nämlich Sam Kelly und der bekannte Reggae-Künstler Jimmy Lindsay, wieder vereinigt. Auf ihrem Album „Shadow of Rasta“ kombinieren sie Originalmaterial von Jimmy Lindsay ebenso wie überarbeitete Versionen bekannter Cymande-Songs. Live-Auftritte enthalten außerdem noch etwas Pink Floyd „reggae style“, etwas Fowokan „ska“ und natürlich jede Menge Bob Marley.
Foto: LukasBeck
Mi., 15. März, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 15,- Euro (zzgl. VVK)
WELTFREMD?
Fühlen sie sich manchmal weltfremd? Der Schauspieler und Kabarettist Roland Düringer konfrontiert sich und das Publikum mit unbequemen Fragen. Mit dem Programm „Weltfremd?“ fasst er 5 Jahre Vortragsarbeit zusammen, ergänzt, erweitert, bringt komplexe Zusammenhänge auf den Punkt. Ein Mutmacher für alle „Weltfremden“.
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Do., 16. März, 20:30 Uhr, Kammgarn Hard, Eintritt: 20,-/17,- Euro
Fr., 24. März, 19:30 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: 25,- Euro
SCHAUMA MAL, DANN WER MA SCHON SEHEN
ALEXANDER SWETE & MARTIN SCHWARZ
Daniel Glattauer liest aus seinen Kolumnen-Büchern „Die Ameisenzählung“, „Die Vögel brüllen“ und „Mama, jetzt nicht“. Die satirischen Texte über den Wahnsinn des Alltags sind über viele Jahre unter dem Kürzel „dag“ auf der Titelseite der Tageszeitung „derStandard“ erschienen. Ein vergnüglicher Leseabend mit dem Autor und seinen beliebtesten Kurzprosatexten für alle jene, die seine Kolumnen noch nicht kennen oder sich ein weiteres Mal an ihnen erfreuen möchten.
Fr., 17. März, 20 Uhr, Frauenmuseum Hittisau, Eintritt: frei
WAS ISCH DIN HANDWERK?
Im Rahmen des Lingenauer Handwerkerhocks „Was isch din Handwerk?“ sprechen Bregenzerwälder Handwerkerinnen im Frauenmuseum Hittisau über ihre Berufe und Erfahrungen. In der Gesprächsrunde werden sowohl die Parallelen als auch die Unterschiede zu den Massai-Baumeister innen aufgezeigt.
Fr., 17. März, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 15,- Euro (VVK)
BELL ETAGE
Die Rockband aus Wien präsentiert jetzt ihr drittes Album mit dem Titel fishing for continents, das von der Kritik in höchsten Tönen gelobt wird.
Foto: AndreasJakwerth
Sa., 18. März, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: AK 22,-/VVK 19,Euro (zzgl. Gebühr)
GARISH – KOMM SCHWARZER KATER TOUR
Garish klingt 2017 aus mehreren Blickwinkeln erstaunlich anders. Es wurde reichlich mit neuem Instrumentarium, neuen Einflüssen und Mustern experimentiert. Der Rohheit der letzten Platten stehen diesmal filigrane und vielfältige Strukturen gegenüber. All das, ohne den Boden einer über zwei Jahrzehnte geformten Band-Identität dabei zu verlassen.
So., 19. März, 18 bis 20 Uhr, Jugendheim Rankweil, Eintritt: 10,- Euro
SPIRITUELLES SINGEN
Wir singen zu Gitarrenbegleitung einfache, einund mehrstimmige Lieder aus verschiedenen Kulturen und Religionen – Mantras, Herzenslieder, Kraftlieder. Eingeladen sind alle, die die Kraft und Schönheit der Lieder kennenlernen und Freude beim gemeinsamen Singen erfahren wollen. Singen ist Medizin!
Sa., 18. bis Mo., 20. März, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 22,- Euro (zzgl. VVK)
Do., 23. März, 20 Uhr, Bücherei Hohenems, Eintritt: 7,- Euro
STEFAN VÖGEL: DAS AUGE DES TIGERS
WENIGER IST MEHR IM NATURGARTEN
Ein Soloprogramm von und mit Stefan Vögel. Markus Malin hat’s erwischt – Midlife Crisis! Mit allem was dazugehört. Trennung. Junge Freundin. Solarium. Boxclub. Sportwagen. Sieben Monate später ist die Euphorie verflogen. Markus will zurück. Zu Marion. Und den Kindern. Die stellen aber Bedingungen.
Auf was es bei der Pflege des Gartens ankommt, damit sich Wildbienen, Käfer, Würmer, Kröten, Igel und Co wohlfühlen, erzählt Referentin DI Simone König vom Netzwerk blühendes Vorarlberg. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hohenems.
Konzertgenuss auf höchstem Niveau: Alexander Swete und Martin Schwarz gehören zu den führenden Gitarristen Österreichs. Auch international ist das Gitarrenduo auf den großen Bühnen zu hören. Alle Künstler, die in der Kultur.LEBEN Reihe auftreten, verzichten auf ihre Gage. Der Erlös der Veranstaltung kommt einem Projekt der Caritas für Aidswaisen in Äthiopien zu Gute.
Fr., 24. März, 20 Uhr, Gemeindehaus Nüziders, Eintritt: 18,- Euro
100 JAHRE KLEINES ELEND
Unter diesem Motto präsentiert die Vorarlberger Formation Schellinski ihre besten Songs. Mundartlieder mit Herz und Seele, Akkordeon, Mundharmonika, Gitarre und Klavier.
Fr., 24. März, 20 Uhr, St. Peter-Kirche Rankweil, Eintritt: freiwillige Spenden zugunsten „Flucht und Asyl“ in Rankweil
RELIGION HÖREN
Für ein gutes Miteinander braucht es viele Menschen, die positiv in die Zukunft blicken und Herausforderungen als Chance sehen. Um diese innere Haltung zu würdigen, möchten wir zusammenkommen und Musik aus verschiedenen Kulturen und Religionen hören. Denn jenseits von Sprache, Religion und Hautfarbe liegt ein Raum, in dem alle Menschen gleich sind. Musik verbindet Menschen. Eintauchen in die Klänge von Christentum – Alevismus – Buddhismus. Mitwirkende: Aglaia Maria Mika, Aydin Balli, Geshe Tenzin Phende mit mystischen Gesängen und Texten.
Sa., 25. März, 20 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: freiwillige Spende
NUDLA TRIO
nuDla tRio – das sind drei jugendliche Brazer Freunde Anfang 20, die gemeinsam musizieren. Gespielt wird traditionelle alpenländische Volksmusik und auch manch modernes oder „pixnerisches“. Musiziert wird mit Klarinette, Steirische Harmonika, Posaune & Tuba.
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Veranstaltungskalender
Fr., 31. März, 20 Uhr, EggMuseum, Eintritt: 7,-/5,- Euro
ANTON WILLAM: BRIEFE AUS DEM KRIEG
Foto: Petra Rainer
RADIOTIPP DER REDAKTION
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Am Freitag, 3. März, von 15 bis 17 Uhr ist Transgender-Frau Romy zu Gast in der Sendung „Das offene Wort“ bei Hans-Jürgen Holzer im Studio von „Proton – das freie Radio“. Die Dornbirnerin ist eine von zirka 50 Transgender-Menschen in Vorarlberg, die sich nicht mit ihrem angeborenen Geschlecht identifizieren können. Weiterer Studiogast ist die Leiterin der Selbshilfegruppe Transident, Victoria Rei Bauer.
Foto: photo-graphic-art.at
Mi., 29. März, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: AK 25,-/VVK 22,Euro
THE TIGER LILLIES – COLD NIGHT IN SOHO
Ihr schräger, komödiantisch-tragischer Stil, originelle Kostüme/Masken, der Falsettgesang, eine Instrumentierung aus Akkordeon, Drums, singender Säge und Piano machen sie zu einer ganz einzigartigen Band. Die Texte sind nichts für Wertkonservative. In makabrer Überhöhung behandeln sie Themen wie Drogensucht, gesellschaftliches Außenseitertum, Blasphemie, Prostitution, Abtreibung, Mord, perverse sexuelle Fantasien, Vergewaltigung oder Inzest. Wie die Faust aufs kreative Auge passen da die großen Tiger Lillies-Fans Matt Groening, Vater der Simpsons und „Monty Python’s“ Terri Gilliam.
Filmpräsentation und Gespräch mit seinem Neffen Prof. Dr. Klaus Amann. Erstaufführung in Vorarlberg. Anton Willam wurde 1939, gerade erst 22 Jahre alt, in die Deutsche Wehrmacht eingezogen und nach dem Polenfeldzug nach Nordnorwegen versetzt. Aus dem Hohen Norden sollte er nicht mehr zurückkehren. Anton, den der Krieg zum ersten Mal aus seiner Bregenzerwälder Heimat herausgeführt hat und der poetische Briefe an seinen Vater und die Schwester schreibt, wird zum Sinnbild der absoluten Sinnlosigkeit des Krieges.
Derzeitige Fixtermine in der Tankstelle Bregenz, Deuringstraße 9 ZVIERE-KINDERCAFÉ
jeden Montag von 15 bis 17 Uhr / Weil die Jause der anderen immer besser schmeckt!
MEDITATIONSGRUPPE
jeden Montag um 18.30 Uhr
FRAUENCAFÉ
jeden Dienstag von 9.30 bis 11 Uhr zum Kennenlernen, Austauschen, Sprache lernen, gemeinsam Essen
Einmal im Monat am Donnerstag, dieses Mal am 23.3., 15 Uhr, Frühmesshaus Bartholomäberg. Eintritt: frei
Jeden ersten Samstag im Monat, 9 bis 12 Uhr, Polytechnische Schule Feldkirch. Eintritt: frei
SPIELRUNDE AM MONTAFONERTISCH
REPARATUR-CAFÉ FELDKIRCH
Wir laden zur Spielrunde und wollen dabei schon fast vergessene Brett-, Karten-, Geschicklichkeits- oder lustige Unterhaltungsspiele neu beleben. Wer Interesse hat, kann auch gerne dazu seine Ideen inkl. Spielematerial einbringen oder sich neugierig auf diesen Spielenachmittag einlassen.
Wenn Sie ein defektes Haushaltskleingerät, Kleinmöbel, Spielzeug oder etwas ähnliches zuhause haben, das sie gerne reparieren möchten, kommen Sie damit vorbei. Im Reparatur-Café helfen Ihnen Fachleute dabei. Kosten? Eine freiwillige Spende. Infos: Joachim Breuss Tel. 0699 192 87 066.
SPORTNEIGUNGSGRUPPE
jeden Mittwoch ab 19 Uhr in der Turnhalle der HTL Bregenz, Michl-Felder-Str. 9
MITTAGSTISCH
jeden Freitag mitkochen ab 10.00 / mitessen ab 12.00 – Bio-Regional-Fair / gib, was es dir wert ist
LITERATUR TANKSTELLE
jeden 1. Dienstag im Monat, 19 bis 21 Uhr
NÄHWERKSTATT
jeden 1. Freitag im Monat, 15 bis 18 Uhr. Nähmaschinen und Know-How vorhanden, Material selbst mitbringen!
Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.
#15 / März 2017
Varschtosch Vorarlbergerisch? 20 3 13 16
1. bläga 2. aschnorrla 3. brünzla 4. Büzl 5. fürba 6. drülla 11 7. Drüllar 8. gnot 23 9. Hääs 10. heeba 11. jucka 12. lofa 14 13. moll 14. Schträl 15. wüascht 16. Türka 17. schwätza 18. rooß 19. vabudla 20. Stehrollnar 21. wellaweag 22. schaffa 23. Tschoopa 24. trümslig 25. uffe 26. dure 27. Seebrünzlr 28. poschta 29. lottrig 30. luaga
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Lösung 1. weinen, 2. beschimpfen, 3. urinieren, 4. Pickel, 5. kehren, 6. drehen, 7. Tollpatsch, 8. schnell, 9. Kleidung, 10. halten, 11. hüpfen, 12. gehen, 13. doch, 14. Kamm, 15. hässlich, 16. Mais, 17. reden, 18. sehr, 19. verknittern, 20. Trinkwasser, 21. trotzdem, 22. arbeiten, 23. Jacke, 24. schwindelig, 25. hinauf, 26. hinüber, 27. Bregenzer, 28. einkaufen, 29. gebrechlich, 30. schauen
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