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marie 14 / Februar 2017

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#14 / Februar 2017

2,50 Euro

davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer

Brigittes Museum Wie aus einem Stall in Bizau ein Heimatmuseum wurde.

Bezahlte Zärtlichkeit marie-Gespräch mit einer Sexualbegleiterin.

Erwin, der Heuzieher Ein 77-Jähriger zieht das Heu von Schoppernau nach Au.

Tipps für Konsumenten Ein Verein informiert über gute, regionale Produkte.

Zauberei „Susis Zauberei“ ist mehr als ein hippes vegetarisches Restaurant. Susi Füssinger (46) aus Bregenz hat für Jugendliche und Menschen am Rand der Gesellschaft ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem sie anders sein dürfen. Seiten 6/7

Foto: Frank Andres

Foto: Shutterstock


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Achten Sie auf unseren marieVerkaufsausweis! Alle lizensierten marie-Straßenverkäufer sind mit einem Ausweis ausgestattet, den sie während ihrer Arbeit sichtbar am Körper tragen. Auf Verlangen werden sie diesen jederzeit gerne vorzeigen. Die marie-Straßenverkäufer verstehen sich nicht als Almosenempfänger, sondern als Teil eines wichtigen Projektes. Sie sind selbstständig tätig, haben sich aber zu Verhaltensregeln verpflichtet. So werden die marie-Verkäufer zwar kontaktfreudig, aber nicht aufdringlich sein und werden nicht betteln. Der einzig gültige marie-Ausweis ist weiß mit goldenem Rand (wie hier abgebildet).

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#14 / Februar 2017

Mittendrin in V

Editorial

4-5 Bild des Monats 6-7 Zauberschlüssel heißt Beziehung „Susis Zauberei“: soziales Konzept, großer Erfolg 8-9 Vier Stunden täglicher Arbeitsweg Godgift Obazuaye aus Nigeria, marie-Verkäufer in Egg 10-11 Brigittes Museum Heimstätte für alte Gegenstände in Bizau 12-13 „Sonst wär mir langweilig“ Erwin Muxel (77) pflegt die Tradition des Heuziehens 14-17 Bezahlte Zärtlichkeit Sexuelle Begleitung für Menschen mit Behinderung 18-19 Konsumenten sind Entscheider Verein gibt Tipps für regionalen, nachhaltigen Konsum 24-25 „Hier ist der Mensch wichtig“ Porträt der peruanischen Fotojournalistin Fátima 26 Emils kleine Sonne Vorarlberger Hilfsprojekt für Kinder in Armenien 27 Mama Afrika Elsbeth Gaisbauer über ihre Freundschaft mit Ifesinachi 27 Impressum 28 - 29 Koch, Kumpel, Kummerkasten Marcus Ritschel, der gute Geist im dowas-Treff 29 Rezept Brokkoli-Schinken-Käsestrudel mit Püree

Liebe Leserin, lieber Leser, bitterkalt war der Jänner, so kalt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Bei minus 17 Grad eine Straßenzeitung zu verkaufen, ist kein Zuckerschlecken. Dennoch haben unsere Verkäufer die marie fleißig unter die Leute gebracht. Sie haben aber auch Beistand erhalten: Viele Besitzer der Lebensmittelgeschäfte ließen sie in die Vorräume stehen. Und so mancher marie-Käufer versorgte unsere Kolporteure mit heißem Tee. Einige schenkten ihnen sogar Skiunterwäsche, Pullover und warme Schuhe. All ihnen ein herzliches Dankeschön! Eine Frau, die „ihrem“ marie-Verkäufer besonders hilft, ist die 86-jährige Elsbeth Gaisbauer. Die Götznerin fährt Ifesinachi Okoye bei Schlechtwetter zum Bahnhof, strickt ihm Pullover und kümmert sich um ihn, wenn er krank ist. Der 28-jährige Nigerianer ist für sie wie ein Familienmitglied (Seite 27). Eine ganz andere Geschichte lesen Sie auf den Seiten 30 und 31: Ein Verkäufer einer dänischen Straßenzeitung hat ein Interview mit der Tochter des legendären kubanischen Revolutionsführers Che Guevara geführt. Dank dem Weltverband der Straßenzeitungen, dem die marie angehört, dürfen wir diesen Artikel abdrucken. Berührend ist die Passage, in der die heute 56-Jährige erzählt: Als sie ihr erstes Kind zur Welt brachte – Che Guevara war damals schon lange tot – und aus der Narkose nach dem Kaiserschnitt aufwachte, standen an ihrem Bett einige der Soldaten, die mit ihrem Vater gekämpft hatten. „Dein Vater kann nicht da sein, also sind wir hier“, erklärten sie. Und was tut sich sonst in der aktuellen marie? Unsere Reporterin Simone Fürnschuß-Hofer hat einen einfühlsamen Bericht zum Thema „Sexuelle Assistenz für Menschen mit Behinderung“ geschrieben und eine Sexualbegleiterin interviewt. Außerdem finden Sie einen Artikel über einen Verein, der zu fairem Konsum verhilft (Seiten 18 und 19), den beeindruckenden Weg von Susi Füssinger – bekannt als Chefin der Restaurants „Susis Zauberei“ (Seiten 6 und 7) sowie knifflige Rätsel, besondere Veranstaltungstipps, ein köstliches Rezept um wenig Geld und noch einiges mehr. Viel Freude beim Lesen!

Welt 30-31

Ein Kind der Revolution Exklusiv-Interview mit Che Guevara-Tochter

Gsi 32-33

Liebe Gota, lieber Göti Taufpaten: Geschichte eines Ehrenamtes

Kultur 34-35 Zeitgenössischer Tanz für alle Evelyne Wohlfarter startet Initiative im Ländle 36-38 Veranstaltungskalender

Herzlich, Elisabeth Willi, Redaktionsleiterin

Rätsel 39 Buchstabensalat

marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo

Kontaktieren Sie uns

Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden, dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn. E-Mail: kontakt@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677/61538640. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!

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Bild des Monats

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Ein Mann, viel Heu und ein Schlitten Foto: Ludwig Berchtold

Erwin Muxel legt sich mächtig ins Zeug. Mit seinem Hornerschlitten zieht er im Winter das Heu von Schoppernau nach Au. Warum sich der frühere Postbusfahrer und Briefträger diese beschwerliche Arbeit mit 77 Jahren noch antut, lesen Sie den Seiten 12 und 13.


Mittendrin in V

ZAUBERSCHLÜSSEL HEISST BEZIEHUNG Wer in Susis Zauberei essen geht, betritt einen Raum, der so viel mehr ist als nur ein vegetarisches Restaurant. Ihr soziales Engagement und ihre Offenheit haben irgendwann dazu geführt, dass Susi Füssinger (46) aus Bregenz eine Idee entwickelt hat, wie sie für Jugendliche und Menschen am Rand der Gesellschaft ein ganz normales Arbeitsumfeld schaffen kann. Einen Arbeitsplatz, an dem sie anders sein dürfen, an dem sie aber auch gefordert werden und wachsen können. Wie sie selbst auch. Text: Daniela Egger, Fotos: Frank Andres

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Susi Füssinger und Finn in ihrer Zauberei in der Bregenzer Kirchstraße. Nächstes Jahr beginnt der 18-Jährige eine Kochlehre.


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ch wollte nicht Köchin werden, das war nie meine Idee“, sagt die gelernte Friseurin. Ihre eigene Jugend war nicht einfach, die sensible junge Frau hatte ihre Sozialstudien allzu gründlich betrieben, selbst harte Drogen konsumiert und irgendwann einen Entzug gemacht. Wer so etwas schafft, ist ein starker Mensch, und die Bregenzerin hat aus dieser Zeit viel gelernt. Sie war inzwischen Mutter eines Sohnes, als sie Fortbildungen im Sozialbereich absolvierte und zunächst im Jupident als Heimbetreuerin für Kinder von sechs bis 15 Jahren arbeitete. „All die Jugendlichen, die schon viele Institutionen hinter sich haben und kaum mehr zu erreichen sind, die brauchen Beziehungen, verlässliche, ehrliche Beziehungen“, erzählt die 46-jährige Frau. Deshalb suchte sie nach einer anderen Form der Betreuung und nahm den ersten Jugendlichen bei sich zu Hause auf. Im Rahmen des Projektes Jumega (Jugendliche in Gastfamilien) bot sie insgesamt drei jungen Menschen mit sehr schwierigem Hintergrund ein normales Umfeld mit Familienstruktur. „Ich glaube an die heilende Wirkung von Beziehung“, sagt sie. „Überall dort, wo das System sagt, man muss auf Abstand bleiben, gehe ich in Beziehung. Daran habe ich fast 15 Jahre lang herumgefeilt.“

Buntes Team

Wenn diese Jugendlichen in Heimen und betreuten Wohngruppen wohnen, dann bekommen sie zu wenig Berührungspunkte zur normalen Welt. Diesen Kreislauf muss man durchbrechen, davon ist Susi Füssinger überzeugt. Und sie setzt seit dem 21. Dezember 2012 ihre Überzeugung in einem neuen Tätigkeitsfeld um – an dem Tag hätte eigentlich die Welt untergehen sollen. Stattdessen hat sie einen neuen Raum geöffnet, eine Mischung von Second Hand-Laden, Kuchen, Kaffee und einfachem Essen – die erste Zauberei in Bregenz. Heute betreibt sie zwei gut funktionierende Lokale, unter ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Bregenz und Dornbirn sind Menschen mit Beeinträchtigung, mit Verhaltensauffälligkeiten, junge Flüchtlinge, ganz normale Leute. Eben ein buntes Team mit besonderen Bedürfnissen, das in Susi ein Gegenüber auf Augenhöhe hat – eine Erfahrung, die für viele ganz neu ist. „Meine Großmutter war eine Wirtin, aber ich bin nur wegen meiner beiden Kinder zum Kochen gekommen. Auch das Lokal hat sich einfach ergeben. Ich wollte einen Raum haben

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Dieses Metallschild ziert Susis Zauberei in der Bregenzer Kirchstraße. Im Juni steht ein Umzug in ein größeres Lokal in der Maurachgasse in Bregenz an.

und selbstständig sein, ich wollte meine Ideen umsetzen und anderen eine Chance geben.“ Irgendwann ist daraus die erste Zauberei entstanden. Und jetzt gibt es schon das zweite Lokal, in Dornbirn. Irgendetwas scheint richtig zu laufen. „Wir wollen ethisch korrekt handeln, geistige Nahrung und gesunde Nahrung gehören zusammen. Und die Kunden zeigen uns, dass wir damit richtig liegen“, freut sich Susi Füssinger. Irgendetwas macht sie ganz bestimmt richtig, die Zauberin, das Universum gibt ihr deutliche Zeichen – im Juni zieht sie aus der Bregenzer Kirchgasse aus und wird ihr neues Lokal in der Maurachgasse eröffnen, wo sie mehr Platz für ihre Gäste hat. „Ich bin sehr privilegiert, und dankbar für alles, was bereits möglich war. Das Leben zeigt mir, dass man unbedingt seine Träume verfolgen muss.“ Alles ist möglich – das ist die Haltung, die in Susis Zauberei gelebt wird, die im Essen steckt und die so wunderbar ansteckend wirkt. Der Andrang in ihren Lokalen scheint es zu bestätigen – es kann aber auch daran liegen, dass das Essen einfach gesund und liebevoll zubereitet ist.


Mittendrin in V

Vier Stunden Arbeitsweg

Godgift Obazuaye (35) verkauft die marie in Egg – wohnt aber in Schruns. Gerne nimmt er die vier Stunden Bus- und Zugreise auf sich, denn die Menschen in Egg seien unglaublich nett zu ihm. Text: Elisabeth Willi, Fotos: Frank Andres

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ls die Mutter des marie-Verkäufers in Egg ihn – ihr erstes Kind – geboren hatte, drückte sie ihr großes Glück und ihre Dankbarkeit im Namen für das Baby aus: „Godgift“, auf Deutsch „Gottesgeschenk“. Eigentlich ist dies aber der Zweitname von Godgift Obazuaye (35) aus Nigeria. Bei ihm zuhause tragen die Menschen üblicherweise einen nigerianischen und einen englischen Namen. Sein afrikanischer Name lautet Osamuyi – das bedeutet „Gott hat mir Ehre erwiesen“. So wurde er in Nigeria meist genannt. Für die deutsche Zunge ist dies aber schwer auszusprechen, und deshalb verwendet der sympathische Nigerianer hier das englische „Godgift“. Das übrigens sehr gefällt: „Ein schöner Name“, attestieren ihm viele. Seit sieben Monaten verkauft Godgift die marie beim Spar in Egg. Dabei wohnt er in Schruns. Von seiner Haustür bis zum Spar braucht er mit Zug und Bus zwei Stunden. Ergibt hin und retour vier Stunden Arbeitsweg. Gegen 6 Uhr früh verlässt er sein Zuhause, gegen 20 Uhr kehrt er dorthin zurück. Wieso arbeitet er nicht irgendwo im Oberland, wo er es wesentlich näher hätte? Das habe er zuerst gemacht, doch er musste den Platz räumen. Mithilfe ei-

ner App suchte er anschließend nach Spar-Filialen in Vorarlberg, fand Egg und erfuhr, dass hier noch keine marie verkauft werde. Da er unbedingt arbeiten wollte statt nichts zu tun, schreckte ihn der lange Arbeitsweg nicht ab.

Wie eine Familie

Dick in Anorak und Schal verpackt steht Godgift im Eingangsbereich der Spar-Filiale in Egg. Bitterkalte minus 17 Grad zeigt das Thermometer draußen an, sodass die Besitzer des Lebensmittelgeschäftes den Verkäufer herein geholt haben. „Miss Ingrid“ und „Master Markus“ nennt Godgift die beiden. Voller Wärme spricht er über sie, sagt, sie seien so nett zu ihm und für ihn wie eine Familie. „Ich bin ihnen unendlich dankbar“, erklärt er. Auch die anderen Menschen hier seien sehr nett. „Sie wollen mich kennenlernen, und sie kümmern sich um mich“, erzählt der 35-Jährige. So hat er zum Beispiel schon Skiunterwäsche, Pullover oder Schuhe von ihnen geschenkt bekommen. „Es geht nicht nur um das Geld, das ich verdiene – die Freundschaften, die ich geschlossen habe, sind genauso wichtig. Ich danke den Menschen hier von Herzen für alles, was sie für mich tun“, sagt Godgift. Ein Mann betritt den Laden, Godgift begrüßt ihn mit Handschlag, scherzt und spricht mit ihm – so, wie mit vielen


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Mit Zug und Bus reist Godgift unter der Woche von Schruns nach Egg. Der lange Arbeitsweg hat ihn nie abgeschreckt, denn er wollte unbedingt arbeiten.

ZIVILDIENST BEI DER LEBENSHILFE Im März beginnt der nächste Turnus für Zivildiener bei der Lebenshilfe Vorarlberg. In der Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen bietet sich jungen Männern die Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Um individuelle Wünsche berücksichtigen zu können, am besten früh genug anmelden. Die weiteren Turnusse starten im Juni, Juli, September und Dezember 2017. Kontakt und Information bei Daniela Rein, Personalreferentin der Lebenshilfe Vorarlberg, Tel. : 05523 506 10031 oder E-Mail: zivi@lhv.or.at

seiner Kundschaften. Nachdem der Mann seinen Einkauf erledigt hat, bringt er dem marie-Verkäufer einen Saft und eine Leberkässemmel. Leberkäse war neu für ihn – und jetzt ist es sein Lieblingsgericht. Seit September 2015 lebt Godgift in Österreich. Er ist aus Nigeria geflüchtet und hat dort seine dreijährige Tochter, seine Mutter und seine drei Geschwister zurücklassen müssen. Auch wenn er recht oft mit seiner Familie telefoniert, vermisst er sie sehr. Dennoch sieht der gelernte Dekorateur seine Zukunft in Österreich: Es ist sein größter Wunsch, hier bleiben zu können.

Lösen Sie es in 60 Sekunden Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden! Die Lösung finden Sie am unteren Rand des Rätsels. Lösung

Für Anfänger

33

+19

÷2

-15

×5

-19

÷4

+66

-21

÷2 Lösung

Für Fortgeschrittene

9

zum Quadrat

÷3

+1/9 der Summe

×18

-412

25% der Summe

×5

÷40

1/4

der Summe Lösung

Für Genies

15% der Summe

÷3

+400% -117

zum Quadrat

÷2

1/4

der Summe

×3

-226

Lösungen: Für Anfänger = 27, Für Fortgeschrittene = 1, Für Genies = 68

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Mittendrin in V

Brigitte Bischofberger – hier mit Enkelin Rosalia – hat mehr als 300 alte Gegenstände gesammelt.

BRIGITTES MUSEUM Brigitte Bischofberger (54) hat einen baufälligen Stall in Bizau renoviert und stellt dort alte Gegenstände, die sie seit Jahren sammelt, aus. Die Sachen bekommt sie von Menschen, die keinen Platz oder keine Verwendung mehr für sie haben. Damit erhält Brigitte ihnen ein Stück Heimat und Kindheitserinnerungen.

10 / Text: Elisabeth Willi Fotos: Frank Andres

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ehr als 300 alte Gegenstände hat Brigitte Bischofberger im Laufe von 27 Jahren gesammelt – und sich vor fünf Jahren einen Herzenswunsch erfüllt: Die 54-Jährige hat einen stimmigen Platz zum Auf- und Ausstellen geschaffen, indem sie ein altes Stallgebäude – vis-à-vis von ihrem Wohnhaus in Bizau – renoviert hat. Dort, wo früher das Heu gelagert wurde; an dem Platz, an dem einst Leiterwagen und Geräte zum Heuen aufbewahrt waren; im ehemaligen Stall, in dem vor vielen Jahren Kühe, Kälber und Schweine gehalten wurden: Überall in diesem alten Gemäuer, in allen Winkeln, Ecken und Nischen, sind nun verschiedenste Gegenstände aufgestellt. Und alle sind sie alt: Radios, Fernseher, Spinnräder, Skischuhe, Nachttöpfe, Puppen, ein Bett, Schränke, Stühle, ein Leibstuhl, ein Klavier, ein Grabstein, sogar das Ziffernblatt einer Kirchenuhr und vieles mehr. Der älteste Gegenstand ist um die 150 Jahre alt, der jüngste an die 20. Brigitte geht generell behutsam und

nachhaltig mit Sachen sowie Ressourcen um. Und: „Ich bringe es nicht übers Herz, Dinge wegzuwerfen. Das ist einfach verschwenderisch“. So sammelten sich all die Gegenstände über die Jahre an. Die dreifache Mama und vierfache Oma kennt ihre Gegenstände genau und kann zu jedem eine Geschichte erzählen. Das alte Klavier zum Beispiel stammt von ihrem Bruder, das er als Erwachsener gekauft, doch dann keinen Platz mehr hatte. Es brauchte gar den Stapler des Nachbars, um es in den Stall zu hieven. „Vor vielen Jahren habe ich ein altes, nicht mehr gebrauchtes Klavier entdeckt, das im Schnee stand. Das habe ich gerettet, aber dann – weil ich damals noch keinen Platz hatte – einer Freundin geschenkt“, berichtet Brigitte. Sie freue sich riesig, dass in ihrer Sammlung nun doch ein solches Instrument sei.

Tränen der Freude

Zu Puppe „Ulli“ erzählt die herzlich wirkende Frau ebenfalls eine besondere Geschichte: Die etwa 30 Zentimeter lange Plastikpuppe, die in einem kleinen Holzbett schlummert, gehörte Brigittes

76-jähriger Tante Gerda und war bis vor Kurzem bei einer Cousine in Höchst „zuhause“, wie Brigitte das nennt. Als diese keinen Platz mehr hatte, übergab sie sie der Bizauerin. Eines Tages kam die Tante auf Besuch und sah ihre Puppe, mit der sie vor 70 Jahren gespielt hatte. „Sie hatte Tränen der Freude in den Augen“, erzählt Brigitte. Genau deshalb sammelt sie die alten Gegenstände und stellt sie aus. Sie möchte ihren Mitmenschen ein Stück Heimat oder eine lieb gewonnene Kindheitserinnerung erhalten, die sie ansonsten – ­ oft wegen mangelndem Platz – wegwerfen würden. Das wissen Brigittes Verwandte, Freunde und Bekannte schon lange und tragen ihr deshalb ihre alten Sachen zu. Wenn es sein muss, sogar mit dem Bus. Brigitte zeigt auf eine alte Rodel. Eine Bekannte aus Bregenz sei mit dem Postbus nach Bizau gereist und habe sie ihr mitgebracht. Der Ehemann der Bekannten wollte das alte Teil schon längst entsorgen, sie jedoch brachte es nicht übers Herz. „Jetzt habe ich die Rodel für sie auf die Seite gestellt“, sagt Brigitte. Mittlerweile ist Brigittes Sammelleidenschaft weitum bekannt. Da kann es


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In dem ehemaligen Stallgebäude, in dem die alten Gegenstände ausgestellt sind, herrscht eine besondere Atmosphäre.

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schon passieren, dass sie einen Anruf aus einer Gemeinde erhält, es sei ein alter Ofen im Sperrmüll, der sie vielleicht interessiert. Nur wenige Gegenstände hat Brigitte selbst im Sperrmüll entdeckt und geholt, der größte Teil wird ihr zugetragen. „Das Passende für meine Sammlung ist immer zum richtigen Zeitpunkt zu mir gekommen“, sagt die Bregenzerwälderin. Manchmal werden ihr die Sachen sogar vor die Haustüre gelegt. Eine Bekannte ließ ihr dermaßen eine alte Buttermodel zukommen. Auf der Karte, die sie der Antiquität beigelegt hatte, stand geschrieben: „Ein weiteres Stück für dein ‚Museum‘“. Ein „Museum der alten Gegenstände“ ist es wirklich beinahe, wenngleich Brigitte selbst es nicht so nennen würde. Gerne führt sie interessierte Personen durch ihr kleines Reich. Die Führungen macht sie aber nur auf Anfrage, fix festgelegte Öffnungszeiten gibt es nicht. Dank Mundpropaganda haben sich bereits Besucher bis von Feldkirch, Schwarzach oder Höchst bei der Bizauerin eingefunden. Birgitte – eine gelernte Dekorateu-

rin, die heute Hausfrau, Mama, Großmama sowie Mitarbeiterin im Büro ihres Ehemannes Josef ist – war gemeinsam mit ihrem Mann zwei Jahre lang damit beschäftigt, das ehemalige Stallgebäude so schön herzurichten, wie es sich heute

Brigitte mit Enkelin Rosalia, Tochter Corina und Enkel Viktor.

präsentiert. Vom Erneuern der Grundmauern bis zur feinen Tischlerarbeit gab es unglaublich viel zu tun. Dadurch hat Brigitte wahrlich ein Kleinod geschaffen. In den alten Räumen, die allesamt aus altem, hellen Holz bestehen, herrscht eine ganz eigene Atmosphäre: An ausgewählten Stellen leuchten Kerzen so-

wie von Brigitte selbstgemachte Lampen und tauchen die alten Gegenstände, die optimal in diese Gegend passen, in ein besonderes Licht. So schön sauber, wie all die vielen Artikel heute sind, waren die wenigsten, als sie in die Obhut der Sammlerin gelangten. Sie musste sie erst ordentlich putzen, waschen, ablaugen oder schleifen. „Das ist gut so, denn ich möchte die Dinge in der Hand halten und mit ihnen arbeiten“, sagt sie. Der Lohn für ihre Mühen ist die Freude der Menschen, denen die Gegenstände einst gehörten und die sie nun an einem guten Platz wissen. Brigitte selbst freut sich natürlich ebenfalls sehr über ihre Sachen. Bei der Führung durch ihr kleines Reich sind immer wieder Sätze von ihr zu hören wie: „Dieses Stück freut mich so sehr“, „Das ist doch total lieb, dass ich das bekommen habe“ oder „Es ist eine Ehre, dass man mir das gegeben hat“. HINWEIS: Wer sich für eine Führung interessiert, kann sich bei Brigitte Bischofberger melden. Tel. 0664 3937968 oder E-Mail brigitte.bischofberger@gmx.at


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„Sonst wär mir langweilig“ Die Tradition des Heuziehens mit dem Hornerschlitten wird in Vorarlberg kaum mehr gepflegt. Einer, der sie heute aber noch bewusst lebt, ist Erwin Muxel aus Au. Der 77-Jährige transportiert im Winter das Heu von der Schoppernauer Parzelle „Gräsalp“ zu seinem Stall nach Au. Text: Frank Andres Fotos: Ludwig Berchtold, Frank Andres

E

s ist ein Bild wie aus alten Tagen. Ein rüstiger, älterer Mann zieht einen Horner, voll mit Heu beladen, auf der schneebedeckten Straße. Im Schnitt alle zehn Tage ist Erwin Muxel im Winter mit seinem Schlitten unterwegs, um das Futter für sein Jungvieh von Schoppernau nach Au zu transportieren. „Da bin ich knapp eine halbe Stunde unterwegs“, erzählt der 77-Jährige. Und warum tut man sich das heute noch an? „Ich muss im Winter etwas zu tun haben. Sonst wäre mir langweilig“, erklärt er. Deshalb habe er zum Pensionsantritt vor 17 Jahren wieder mit dem Heuziehen begonnen. Das Heu stammt von der Schoppernauer Parzelle „Gräsalp“. Dort bewirtschaftet Muxel eine zwei Hektar große Wiese. Drei Mal im Jahr schneidet er das Gras mit einem Mäher bzw. einer Heuraupe und lagert es dann zum Trocknen in einem Schuppen. Und im Winter geht das Heu bündelweise nach Hause. Das nicht immer ganz einfach. „Oft muss ich vor dem Eingang den Schnee wegräumen, um in den Schuppen zu kommen.“ Mit der Landwirtschaft ist Muxel schon früh in Berührung gekommen. Sein Vater war Bauer. „Ich hatte zwei Schwestern. Mit fünf Stück Vieh konnte mein Vater die ganze Familie ernähren. Das wäre heute nicht mehr möglich“, betont Muxel, selber Vater von fünf erwachsenen Töchtern. Beruflich trat Erwin Muxel aber nicht in die Fußstapfen seines Vaters. Er wurde stattdessen Busfahrer bei der Post, war im Sommer zwischen Dornbirn und Lech und im Winter, wenn das Wetter es zugelassen hat, bis Warth unterwegs. Der Job habe damals richtig Spaß gemacht. „Es gab mehr Fahrzeit und weniger Stress.“ Für die Strecke Schoppernau-Dorn-

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Erwin Muxel zieht das Heu noch traditionell mit dem Hornerschlitten. Für die Strecke Schoppernau-Au braucht der 77-Jährige eine halbe Stunde.


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birn brauchte der Bus normalerweise zwei Stunden. Aber es konnte auch passieren, dass eine vermeintlich kurze Fahrt zu einer kleineren Odyssee geriet „Normalerweise dauerte die Fahrt von Au nach Damüls 45 Minuten. Bei Schneerutschen im Winter konnte es dann aber manchmal bis zu vier Stunden werden“, erinnert er sich. Nach elf Jahren im Dienst, im Jahr 1973, machte sein lädierter Rücken nicht mehr mit. Er musste seinen Dienst quittieren und arbeitete bis zur Pensionierung als Briefträger in Au. Und wie lange will er das Heu noch mit dem Horner von Schoppernau nach Au ziehen? „Das weiß ich nicht. Es kann durchaus sein, dass ich im Frühjahr aufhöre.“

Foto links: Muxel zeigt ein Modell eines Postbusses, mit dem er früher unterwegs war. Foto rechts: Mit dem Heu wird das Jungvieh gefüttert.

„Es gab mehr Freizeit und weniger Stress.“ / 13

S C HAC H - E C K E Eriksen - Grivainis Südafrika 1953

In dieser Stellung benötigte Weiß nur noch zwei Züge, um seinen Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Mit seinem nächsten Zug zwang Weiß seinen Gegner zur Aufgabe.

Weiß zieht und gewinnt

Weiß zieht und gewinnt

Lösung: 1. Se5!+ Kxf6 2. Lxg5! 1:0. Wegen 2. ... Dxg5 3. Df7 matt oder 2. ... Lxg5 3. Tf1+ usw.

Weiß zieht und gewinnt

Goldberg - Ohlson Südafrika 1977

Lösung: 1. Sxh7! Dxh7 2. Th6 oder 1. ... Lh5 2.Th6 und gewinnt . Falsch ist 1. Th6? wegen 1. ... Lg6!

De Marigny - Feilmayr Südafrika 1984

Lösung: 1. Dxc6! bxDc6 2. La6+ matt!


Mittendrin in V

Bezahlte Zärtlichkeit Menschen mit Behinderungen sind keine asexuellen Wesen. Auch sie wollen sich in ihrer Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Erotik erleben. Idealerweise in einer Liebesbeziehung. Fehlt aber der Partner, fehlt vielfach auch die Möglichkeit sexueller Erfahrungen. Ein weitgehend tabuisiertes Thema mitten in unserer aufgeklärten Gesellschaft.

Text: Simone Fürnschuß-Hofer Foto: Frank Andres

14 / Reinhard Zischg und Andreas Guth, Vertreter der Selbstbestimmt-Leben-Szene, sind überzeugt, dass die Nachfrage nach Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung groß ist in Vorarlberg.

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enn wir über das Tabuthema der „sexuellen Begleitung“ für Menschen mit Behinderung sprechen, dann sollten wir vorab zwei Dinge klären. Erstens: Ja, auch der Mensch mit Beeinträchtigung – ob auf kognitiver, psychischer oder körperlicher Ebene – hat ein Bedürfnis nach Sexualität und Sinnlichkeit. Zweitens: Noch größer ist fast immer das Bedürfnis nach einer dauerhaften Liebesbeziehung, nach Partnerschaft und Familie. Das schließt das Recht auf Liebeskummer und Enttäuschung mit ein. Wenn sich aber der Wunsch nach einer Liebesbeziehung nicht erfüllt, sei es durch Isolation oder Ausgrenzung, dann kann die Inanspruchnahme bezahlter, sexueller Begleitung eine Erfahrungssehnsucht stillen, angestaute sexuelle Energie entladen oder Hemmungen und Barrieren abbauen. Darüber sind sich Betroffene ebenso einig wie begleitende Professionisten. Sexualbegleitung sei außerdem

so viel mehr als reine Bedürfnisbefriedigung. Nur selten ginge es um den Akt des Geschlechtsverkehrs. Viel mehr um Berührung, Massagen, Zärtlichkeit und durchaus auch damit verbundene therapeutische Effekte. Oder um passive Assistenz, wenn vor allem aufklärende Worte, Anweisungen und Veranschaulichung zählen.

Sexualbegleitung im Ländle

Auch Andreas Guth, ausgebildeter Sexualberater und einer der Protagonisten zum Thema Sexualassistenz im Lande sowie Vertreter der Selbstbestimmt-Leben-Szene (Verein Reiz), sieht das Thema der Sexualität bei Menschen mit Behinderungen in einem größeren Kontext. Da gäbe es vielfach diese Angst vor der großen Unbekannten, wenn Menschen mit Behinderung in ihrer Jugendzeit keine ersten sexuellen Erfahrungen machen durften. Oft würden sie in der gut gemeinten Motivation, nicht verletzt

zu werden, überbehütet. Wenn es nicht um die Abwendung tatsächlicher Gefahren durch Missbrauch gehe, sei das der völlig falsche Zugang. „Damit beraubt man sie aller Anfangserfahrung, dem ‚Sich-Ausprobieren-Dürfen‘. In dieser Situation kann professionelle Sexualbegleitung helfen, dem angestauten Thema ‚Sexualität‘ das Monströse zu nehmen. Da kann viel aufbrechen und sich lösen, um in eigene Erfahrung und Normalität zu finden“. Schlussendlich geht es um das Schlüsselthema von Menschen mit Behinderung: um Inklusion. Um Teilhabe, Teilnahme und die Frage, wie gelingt ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Umso schwieriger, wenn zu den schon gegebenen alltäglichen Barrieren auch noch jene eines gesellschaftlichen Tabus dazukommt. Mehr noch: Jene der Illegalität. Denn Vorarlberg hat das strengste Prostitutionsgesetz Österreichs und unter dieses fällt in der jetzigen Auslegung auch die Sexualbegleitung von Menschen mit Behinderung: Prostitution ist im Ländle nur in bewilligten Bordellen erlaubt. Allerdings wurde hierzulande bisweilen keines bewilligt, die Diskussionen sind bekannt. Jetzt könnte man durchaus von „negativer Chancengleichheit“ („Prostitution außerhalb von Bordellen ist eben für alle verboten“) sprechen, wenn man nicht wüsste, dass sich die illegalen Geschäfte vom strafbaren Straßenstrich in die Heimlichkeit privater Wohnungen verlagert haben und es dort neben schnellem Sex vor allem um eines geht: ums schnelle Geld. Nina de Vries, eine in Deutschland lebende Niederländerin, die als Pionierin der Sexualassistenz gilt, zieht genau an diesem Punkt auch die Grenze zur


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Prostitution: „Bei mir geht es um eine bewusst gestaltete Begegnung zwischen zwei Menschen, nicht um mechanische sexuelle Handlungen, wo gesagt wird: Du zahlst jetzt 100 Euro und dann gehöre ich dir eine Stunde und tue so als ob es mir Spaß macht.“ (Zitat www.planet-interview.de)

Beruf Sexualbegleiter/-in

De Vries will in der Öffentlichkeit Bewusstsein schaffen dafür, dass sich in der „Sexarbeit“ Bezahlung und gegenseitige Anerkennung nicht ausschließen. Sie plädiert für ein anerkanntes Berufsbild. In Vorarlberg ist man davon weit entfernt. Andreas Guth weiß, dass auch in Wohnheimen für Menschen mit Behinderund die Auseinandersetzung mit dem Thema stattfindet und Sexualbegleitung durchaus gewünscht wird, jedoch: „Durch die Illegalität sind den Verantwortlichen die Hände gebunden. Sobald sie jemanden vermitteln würden, fiele das ja in den Bereich der Zuhälterei“. Reinhard Zischg, Sozialarbeiter und ebenfalls Reiz-Vertreter: „Es gibt dennoch Frauen in Vorarlberg, die inoffiziell sexuelle Begleitung im Behindertenbereich anbieten. Oft steckt ein hohes Sozialengagement dahinter, verbunden mit dem Gedanken, etwas Sinnvolles, Gutes zu tun, das auch etwas zurückgibt.

Diese Haltung birgt die Gefahr, dass die Grenze zwischen bezahlter Leistung und Privatem verschwommen ist. Vor allem wenn das Berufsbild nicht geklärt ist und die Dienstleistung im Grunde heimlich abgewickelt wird. Das kann auf beiden Seiten falsche Erwartungshaltungen und Enttäuschungen erzeugen. Stichwort fehlende Dankbarkeit.“ Reinhard Zischg fügt hinzu, dass der Gang zur Prostituierten keine Lösung sei, selbst wenn hier illegale Möglichkeiten oder der Weg in die benachbarte Schweiz gesucht würden. Das sei erstens nicht leistbar für Menschen mit Behinderungen und außerdem ginge es bei allem Wunsch nach Normalität dann doch auch wieder um Kompetenz. Wer sich auf Sexualität mit einem beeinträchtigten Menschen einlasse, dürfe sich nicht überfordert fühlen durch optische, motorische oder kognitive Eigenheiten. Ein Drahtseilakt, denn gleichzeitig möchte der Mann in erster Linie als Mann und die Frau als Frau wahrgenommen werden. Und nicht reduziert werden auf Syndrom oder Behinderung.

Schluss mit dem Tabu

Dass es im Ländle durchaus mehr Frauen gäbe, die gerne als Sexualbegleiterinnen arbeiten würden, aber Angst haben vor der Stigmatisierung und den möglichen rechtlichen Folgen, davon sind die Reiz-Vertreter überzeugt. Auch sie sprechen sich für eine legale Berufsform aus, die gesellschaftlich Akzeptanz findet, sodass Frauen nicht mit Ausschluss oder Kündigung in ihren Stammberufen zu rechnen haben. In Deutschland wird gar über „Sex auf Krankenschein“ nach dem Vorbild der Niederlande diskutiert. Anspruch auf die Dienste zertifizierter Sexualassistentinnen haben dort jene Menschen, die aufgrund ihrer Physis – ärztlich attestiert – sexuelle Bedürfnisse nicht realisieren können. Gleichzeitig gälte es für Menschen mit Behinderungen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen für das gleichberechtigte Miteinander, um die Chancen auf echte Beziehungen zu erhöhen. Erste Partnervermittlungen mit spezieller Ausrichtung existieren bereits. Andreas Guth: „In meinem Beratungsverständnis gilt es immer erst zu klären, ob es nicht vorrangig um das Bedürfnis nach einer langfristigen Partnerschaft geht und in

Folge Wege aus der Isolation zu finden. Wenn explizit der Wunsch nach Sexualität zum Ausdruck gebracht wird, dann sollten wir das Kind beim Namen nennen und Sexualbegleitung offiziell als solche anbieten dürfen.“

Und wie steht’s mit der Moral?

Lässt sich ein Berufsbild von „Sexarbeit“ kreieren ohne damit dubiose Angebote und Abhängigkeiten, gar Zuhälterei, zu riskieren? Wie verhält sich Würde durch Selbstbestimmung versus Würde durch Schutz der Intimität? Viele unterschiedliche Meinungen und keine allgemeingültige Wahrheit fordern eine offene Diskussion: möglichst differenziert, möglichst breit. Ohne Doppelmoral und Lippenbekenntnisse. Dafür mit der Bereitschaft über bestehende Bestimmungen zumindest nachzudenken. Nicht hinzuschauen befördert eine Verlagerung von Nachfrage und Angebot ins Verborgene. Dorthin, wo die Steuerbarkeit nicht mehr gegeben ist und keine zufriedenstellenden Antworten gefunden werden, um Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte Sexualität zu eröffnen.

Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung Sexualbegleitung kennt viele Begriffe: Sexualassistenz, Körperkontakt-Service, alternative Partnervermittlung, Surrogattherapie (Surrogat: Ersatzpartner), BerührerInnen. Die Dienstleistungen mögen unterschiedlich sein, auch ist man teilweise um gegenseitige Abgrenzung bemüht, immer geht es jedoch um Stimulation und sexuelle Interaktion. In sehr wenigen Ländern existiert offiziell Sexualbegleitung. Spezielle Ausbildungen bieten unsere Nachbarländer Deutschland (z.B. isbbtrebel.de) und die Schweiz und in Österreich die Steiermark: Hier ist nämlich Prostitution erlaubt, allerdings schafft genau diese Gleichstellung von Prostitution und Sexualbegleitung wiederum ein Abgrenzungsdilemma. Plattform Vorarlberg: viss.at Kontaktaufnahme direkt: andreas. guth@reiz.at, reinhard.zischg@reiz.at

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Mittendrin in V

Und was sagen Vorarlbergs Institutionen? Auch Vorarlberger Institutionen sind sich der Sensibilität des Themas Sexualität bei Menschen mit Behinderungen bewusst. In Sachen Aufklärung und Beratung stehen den von ihnen begleiteten Menschen Pädagogen und Therapeuten zur Verfügung. Was das Thema Sexualbegleitung angeht, sind ihnen jedoch die Hände gebunden.

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Mag. Michaela Wagner-Braito, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg

Menschen mit Behinderungen wollen leben wie andere Menschen auch – deshalb haben sie genauso den Wunsch nach einer Partnerschaft. Sex ist dabei nicht immer das Hauptthema, sondern es geht oft um Nähe oder einfach darum, jemanden zu umarmen. Die Nachfrage an Sexualbegleitung ist vorhanden, aber rechtlich in Vorarlberg nicht möglich. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Menschen mit Behinderungen über Sexualität aufzuklären und ihre Angehörigen bei Fragen zu unterstützen.

Mag. Elisabeth Kern, ifs Assistenz

Um eine sexuelle Emanzipation zu ermöglichen, bedarf es der Aufhebung des Widerspruchs von Ent- und Bemächtigung des eigenen Körpers. Es ist wichtig, dass der Paradigmenwechsel – Normalisierungsprinzip, Empowerment, Teilhabe und Par- tizipation – auch im Bereich der Sexualität Einzug hält. Problema- tisch ist, dass man sich im Bereich der Sexualassistenz in Österreich immer im Grenzbereich zwischen Legalität und Illegalität bewegt. Oft bleibt Betroffenen nur der Weg in die benachbarte Schweiz.

„Ich bin nicht käuflich“

Monika ist Vorarlbergerin, ausgebildete Sexualbegleiterin und heißt eigentlich nicht Monika. Aus Angst um ihren guten Ruf und zum Schutz ihrer Kinder möchte sie anonym bleiben. Sie ist um die 50, geschieden, mehrfache Mutter und Großmutter und im Glauben fest verankert. Ihre Hauptberufung sieht sie in der Familie – im Sozialbereich (Kinderbetreuung, Sexualbegleitung) ist sie nebenberuflich engagiert. marie: Wie kommt man auf die Idee, als Sexualbegleiterin oder Berührerin zu arbeiten? Monika: Durch meinen behinderten Sohn bin ich vor einigen Jahren in einem Workshop zum Thema „Sexualität bei Menschen mit Behinderung“ gelandet. Dort habe ich sogenannte Berührerinnen kennen gelernt und mir gedacht, wenn meine Kinder erwachsen sind, möchte ich auch so etwas machen. Als es soweit war, bin ich diesem Impuls nachgegangen und habe mich nach einem ersten Workshop umfassend, durchaus auch kritisch und zweifelnd und vor allem lange, mit dem Thema auseinandergesetzt. Bei so viel Neuland brauchte ich das – inklusive Supervision, Lebens- und Sozialberatung und

vereinzelten ersten Erfahrungen in der Sexualbegleitung. Weiß Ihr Umfeld davon? Wie sind die Reaktionen? Ja, die Familie und enge Freunde wissen es. Ein Teil reagiert regelrecht begeistert, der andere stempelt es als Verrücktheit ab und will es auch gar nicht zu genau wissen. Aber auch das im liebevollen Sinne. Eine einzige kritisch-negative Meldung aus dem engen Freundeskreis gab es, aber keinen Ausschluss. Und doch könnte Sie jederzeit jemand mit der aus seiner Sicht „moralischen Verwerflichkeit“ dieser Arbeit konfrontieren ... Dieser jemand müsste mir erklären, was genau angekreidet wird. Ich selber

weiß ja, dass ich mehr wert bin als 100 Euro in der Stunde. Ich habe das Bild von mir, dass ich etwas Wunderbares geben kann, weil ich es kann. Wie grenzen Sie sich von der Prostitution ab? Mir geht es nicht nur ums Geld. Worum dann? Zum Beispiel ums Abenteuer. Ich kann Reisen machen, ich kann über Sexualität reden und nicht nur über Kinder. Meine Einfühlsamkeit wird ständig getestet. Ich mag Berührungen und: Es darf auch lustvoll sein! Kann man da noch zwischen Beruf und Privatheit trennen? Ja, solange ICH klar bin. Ich bin glücklicher Single und daher ist die Grenze sowieso da. Ich befinde mich persön-


#14 / Februar 2017

Mag.(FH) Julia Brändle, Stellenleiterin für Wohnen in Selbstständigkeit der Caritas Vorarlberg

Im vergangenen Jahr haben wir ein Grundsatzpapier mit dem Titel „Partnerschaft, Sexualität und Behinderung“ verfasst sowie zwei speziell ausgebildete MitarbeiterInnen mit der Aufgabe betraut, Beratung, Information, Aufklärung für Menschen mit Beeinträchtigung und auch für MitarbeiterInnen im Fachbereich anzubieten. Es wird sehr gut angenommen, was die Wichtigkeit und den Bedarf zeigt.

/ 17 Bezahlte Anzeige

lich in einer absolut stabilen Situation, bin sozial gefestigt, habe einen tollen Freundeskreis und erfahre generell viel Wertschätzung. DAS ist mein privates Leben. Wer meldet sich bei Ihnen? Der letzte Anrufer war 26, ohne Behinderung und ohne sexuelle Erfahrungen. Es gab auch schon einen über 80-Jährigen, der an mir testen wollte, ob er noch eine Frau erregen kann. Oder jemanden, der Pornoszenen nachstellen wollte. Generell rufen ja mehr Männer ohne Behinderung an. Und was machen Sie mit solchen Anfragen? Mit den genannten Fällen? Absagen. Ganz generell: Ich bin nicht käuflich. Ich entscheide, ob es eine Begegnung

gibt oder nicht. Das hängt immer von der Kontaktaufnahme und dem Erstgespräch ab. Und davon, ob es nur um Geschlechtsverkehr geht. Dann bin ich die Falsche. Bei mir gibt es außerdem keinen „Menüplan“. Nach dem Gespräch entscheiden wir, ob es stimmig ist. Für mich gilt: Wertschätzung und Respekt müssen spürbar sein. Mit jeder Erfahrung verschieben sich die Grenzen – nach vor oder auch zurück. Ihr idealer Klient im Sinne Ihres Jobverständnisses? Ein Mann mit Behinderung, der angefasst werden möchte, der eine Frau berühren und gezeigt bekommen möchte, wie man eine Frau verwöhnt, damit er diese Erfahrungen für eine zukünftige Beziehung in einem geschützten Rah-

men bekommen kann. Was bräuchten Sie, um sich zu outen und sich öffentlich zur Ihrer Tätigkeit zu bekennen? Dass Sexualbegleitung als Beruf anerkannt ist. Als Beruf, dem eine Ausbildung vorangeht – mit verpflichtendem Strafregisterauszug, Gesundheitszeugnis etc., sodass Qualifizierung stattfindet und über den theoretischen Hintergrund Kompetenz im Bereich Behinderung gesichert wird. Ich hätte gerne einen rechtlich geschützten Rahmen, sowohl für mich als auch für die Klienten. Vielen Dank für das Gespräch.


Mittendrin in V

Hubert Feurstein ist einer der sechs Mitbegründer von „Konsumentensolidarität – Jetzt“ und Obmann des Vereines.

KONSUMENTEN SIND ENTSCHEIDER

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„Konsumentensolidarität – Jetzt“ heißt ein Verein, der allen helfen möchte, den Konsum nach ökologischen, sozialen und gerechten Kriterien zu gestalten. Für das Herzstück, den regionalen Konsumkodex, stellen die Vereinsmitglieder im Internet laufend Informationen mit empfehlenswerten Produkten zur Verfügung und bieten wertvolle Tipps, wie man das eigene Leben ab sofort ändern kann, ohne gleich auf alles verzichten zu müssen. Weil bekanntlich steter Tropfen den Stein höhlt. Text: Annette Raschner, Foto: Frank Andres

S

echs engagierte Vorarlbergerinnen und Vorarlberger beschlossen vor viereinhalb Jahren, ihrer Ohnmacht gegenüber der globalen Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur Einhalt zu gebieten und selbst tätig zu werden. Einer von ihnen ist Vereinsobmann Hubert Feurstein (59) aus Batschuns, Vater von zwei Kindern und in seinem Brotberuf Religionslehrer und Coach. Er und seine Frau hätten ganz einfach beschlossen: „Fangen wir bei uns selbst an!“ Ihr erster Schritt bestand darin, die beiden Autos zu verkaufen und dafür ein deutlich kleineres zu kaufen. „Wir haben über Nacht den Treibstoffverbrauch um 60 Prozent verringert.“ Der Sohn steckte sie mit seiner Leidenschaft für Gemüseanbau an, den Fleischkonsum schraubten sie zurück. Besondere Sorgfalt lässt das Ehepaar Feurstein auch beim Thema Textilien walten. „Wenn ich ein neues Kleidungsstück kaufe, muss ich wissen, dass es nicht von Sklaven produziert wurde.“ Das Herzstück des Vereins ist der regionale Konsumkodex, der empfehlenswerte Produkte, Produzenten und wertvolle Tipps beinhaltet. Er wird laufend verbessert, erweitert und aktualisiert und hat drei Stoßrichtungen: Informieren, solidarisieren und konsumieren.

Jeder, der an einer Veränderung interessiert ist, kann mitmachen bzw. Mitglied werden. Mittlerweile umfasst die Solidargemeinschaft rund 150 Mitglieder, mit dabei sind auch 15 heimische Firmen, die sozial, ökologisch und gerecht produzieren, wie etwa der Martinshof in Buch oder das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast. „Wir sind kein Idealisten-, sondern ein Realistenverein. Wenn man nichts tut, ist man unrealistisch. Wir müssen die Realitäten wieder ernst nehmen. Dass die Wirtschaft immer weiter wachsen kann, ist Luftschlossdenken.“

Kleine Schritte

Jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten, ist Hubert Feurstein überzeugt. „Es geht nicht um spektakuläre Dinge. Wir setzen in allen Konsumbereichen an. Es reicht nicht nur, Biogemüse zu essen und fairen Kaffee zu kaufen. Die Realität ist so komplex, dass alles mit allem verbunden ist. Ich nenne es die Wirkungswirkungen.“ Zu den kleinen Schritten gehört darüber hinaus auch die Arbeit auf der politischen Ebene, etwa die Unterstützung von Petitionen oder die Teilnahme an Kundgebungen. Der Verein „Konsumentensolidarität – Jetzt“ möchte Kreise ziehen. Möglichkeiten zum Austausch bieten sich jeweils bei einem drei Mal im Jahr stattfindenden Forum. Das „14. Forum


#14 / Februar 2017

Gerda Stark (60) aus Götzis schreibt sehr gerne, zum Beispiel Gedichte. Eines davon hat sie der marie zur Verfügung gestellt.

Ja,

ich werde Mitglied im marie-Freundeskreis. Damit unterstütze ich die Arbeit von marie.

Der Fremde oder Heimatfriede

Meine Jahresspende beträgt:

Die Stadt ist voll Hektik, die Menschen sind wirr. Es denkt sich der Fremde, wo bin ich hier? Ist das das Leben, wovon jeder träumt? Nein danke, das kann’s nicht sein, ich hab nichts versäumt. Dort, wo ich her kam, ist das Land zwar arm, doch der Mensch ist dort Mensch, die Herzen sind warm. Nicht so wie hier, wo alles aus Eis. Und niemand kennt den andern, vom Nachbarn nichts weiß. Hier kann ich nicht bleiben, ich will zurück. Kein Geld der Welt hilft mir hier zu meinem Glück. Drum werd’ ich verlassen diesen kühlen Ort, diese kühlen Menschen, schnell will ich fort. Dorthin, wo ich hergekommen bin. Der Heimatfriede ist der größte Gewinn.

 60,- Euro (Mindestbeitrag für Schüler/Studenten/Senioren)  100,- Euro Euro

Datum/Unterschrift

Meine Adresse:

Name, Vorname

Straße, Nr.

PLZ, Ort

Telefon

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E-Mail

Beruf

Gerda Stark, regelmäßige marie-Leserin. Die Straßenzeitung kauft sie bei ihrem Stammverkäufer Barack beim Spar in Götzis.

Geburtsjahr

Einzugsermächtigung: Ich erteile eine Ermächtigung zum Bankeinzug meiner Jahresspende. IBAN

BIC

HINWEIS: Mehr Infos sowie der Konsumindex unter www.consolnow.org

Bankinstitut

Wir versichern, dass Ihre Angaben nur für interne Zwecke bei marie verwendet werden. Ihre Mitgliedschaft im Freundeskreis ist jederzeit kündbar.

Bitte Coupon ausschneiden und senden an: marie-Freundeskreis Am Kehlerpark 5 Top 34 6850 Dornbirn

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Konsumentensolidarität – Jetzt“ findet am 10. März, 18.15 Uhr, im Eichamt Bludenz statt. Gäste sind Martin Strele vom Verein „Bodenfreiheit“, sowie Harry Mark und Joachim Breuss von den Repair Cafés Nenzing und Feldkirch. Und wie sieht es mit dem Genussfaktor aus? „Ich lebe seit der Umstellung meines Konsumverhaltens nicht weniger lustvoll, sondern ganz im Gegenteil lustvoller, weil bewusster. Wir vom Verein schlurfen nicht asketisch in der Welt herum, wir sind auch keine Moralapostel und wollen niemandem seinen Lebensstil vorschreiben. Wir wollen das Leben genießen, aber bitte nicht auf Kosten anderer!“


Ihrer Kindheit beraubt: Kinder aus Syrien.

Ziel der Caritasarbeit ist es, Kinder vor den Folgen von Katastrophen zu schützen.

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Mittagessen an einer äthiopischen Schule.

Wir>Ich: Caritas-Arbeit gibt Kindern Schutz und Perspektiven Dort, wo die Not am größten ist, sind besonders Kinder auf unsere Hilfe angewiesen. Helfen wir gemeinsam, damit Kinder in Äthiopien, Mosambik, Ecuador, Armenien, Haiti und Syrien eine gerechte Chance haben.

nahrhafte Mahlzeit am Tag. Erklärtes Ziel ist es, dass für kein Kind auf Grund von Nahrungsmittelknappheit der Schulbesuch versagt bleibt. Zudem sind 1.791 lebensbedrohlich unterernährte Babys und Kleinkinder durch das Famix-Ernährungsprogramm wieder zu Kräften gekommen.

Jeder zweite Mensch, der in extremer Armut lebt, ist ein Kind. 60 Millionen Kinder weltweit sind von Krieg und Verfolgung, von Kinderarbeit, Gewalt und Ausbeutung betroffen. Diesen Kindern gilt es Schutz und Perspektiven zu geben. Ihnen möchte die Caritas ein gesundes Heranwachsen, ohne Hunger und ohne Gewalt, dafür mit medizinischer Grundversorgung und der Chance, eine Schule zu besuchen, ermöglichen.

Beispiel Haiti: Schutz vor Seuchen Tausende Pakete mit Nahrungsmitteln wurden unmittelbar nach Abklingen des verheerenden Wirbelsturmes verteilt. Durch Hygienepakete mit Seife und Wasser-Reinigungstabletten wird verhindert, dass die ohnehin geschwächten Kinder zusätzlich durch Keime und Krankheiten erkranken. So schnell wie möglich wird mit der Anpflanzung von Bananenbäumen und der Aussaat von Nutzpflanzen begonnen, damit die Familien sich wieder selbst versorgen können.

Beispiel Äthiopien: Lernen statt hungern In sechs Schulen in der Hungerregion Borana bekommen insgesamt 800 Schulkinder täglich eine warme Mahlzeit. Für viele Kinder ist dies die einzige

Beispiel Syrien: Jedes einzelne Kind zählt Viel zu viele Kinder haben durch den so brutal geführten syrischen Bürgerkrieg Familienmitglieder und ihr Zuhause verloren. Sie leben, aber sind

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ihrer Kindheit beraubt. Soweit möglich, setzt sich die Caritas vor Ort für das Weiterführen des Schulausspeisungsprogramms ein. In Beth Aleph, einem der Zentren, bietet die Caritas vor Ort ambulante Hilfen für die Kinder an.

So können Sie helfen: • Mit 40 Euro können in Haiti 20 Fruchtbäume für eine Familie gepflanzt werden. • Mit 50 Euro können Nutztiere für Familien in Haiti gekauft werden. • Mit 40 Euro wird die Schulausspeisung für ein Kind ein Jahr lang ermöglicht. • 50 Euro ermöglichen einem Kind die medizinisch-therapeutische Betreuung in einem Flüchtlingscamp im Libanon. Der aktuellen „marie“ liegt ein Erlagschein der Caritas bei. Ihre Spende kommt dadurch Kindern in Not zugute. Danke!


#14 / Februar 2017

Wir bringen Ihre Werbebotschaft auf die StraĂ&#x;e

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Eine Anzeige in der marie bringt´s! Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at oder Telefon 0677/61538640


MindestsicherungsbezieherInnen brauchen maßgeschneiderte Arbeitsangebote Der Verband der sozialen Unternehmen setzt sich für den Ausbau von Beschäftigungsprojekten am 2. Arbeitsmarkt ein, um unter anderem MindestsicherungsbezieherInnen den Weg zurück ins Erwerbsleben zu ermöglichen. mehrheitlich auch. Es gibt aber einfach nicht genug passende Jobs für sie“, sagt Benedicte Hämmerle, die Koordinatorin vom Verband für Soziale Unternehmen. „Es kann viel getan werden, damit diese Frauen und Männer wieder auf eigenen Beinen stehen können. Aber es muss eben auch getan werden“, ist Hämmerle überzeugt.

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Stufenmodell der Integration:

Die Sozialen Unternehmen unterstützen den Weg zurück in den regulären Arbeitsmarkt.

Das Ziel der Mindestsicherung ist die Bekämpfung und Vermeidung von Armut und sozialer Ausschließung, und dies muss in erster Linie über einen schnellstmöglichen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erfolgen, betonten Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrätin Katharina Wiesflecker. Deshalb ist der Ausbau der niederschwelligen Jobangebote am 2. Arbeitsmarkt wichtiger denn je, appellieren die Mitglieder des Verbandes der Sozialen Unternehmen Vorarlberg.

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Bezahlte Arbeit ist mehr als nur materielle Existenzsicherung

Lange andauernde Arbeitslosigkeit führt zu psychischen und familiären Problemen, zu Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Ein Arbeitsverhältnis hilft, die Lebensverhältnisse zu stabilisieren, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und gesundheitlich. Arbeit und Bildung sind die wichtigsten Auswege aus der Armutsfalle. Wenn es die Rahmenbedingungen erlauben, ist deshalb ein Arbeits-/Ausbildungsplatz einer reinen Transferleistung grundsätzlich vorzuziehen. „Menschen, die die Mindestsicherung beziehen, müssen zum Arbeiten bereit sein und wollen es

In Vorarlberg hat die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich zugenommen. Heute sind es zirka 3.000 Menschen, die davon betroffen sind, Tendenz steigend. Die Mitglieder des Verbandes Soziale Unternehmen Vorarlberg setzen sich schon jahrelang für die Reintegration von besonders arbeitsmarktfernen Personen ein, um Menschen aus der beruflichen Sackgasse zu holen. Im Rahmen von geförderten Arbeitsprojekten werden die sogenannten TransitmitarbeiterInnen, darunter viele MindestsicherungsbezieherInnen, Schritt für Schritt an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt. Wenngleich eine Re-Integration das erklärte arbeitsmarktpolitische Ziel der Sozialen Unternehmen ist, zeigt die Realität, dass es nicht alle schaffen (werden). „Um auch jenen Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft zu ermöglichen, für die ein Job am ersten Arbeitsmarkt nicht (mehr) realistisch ist, braucht es zudem dauerhaft geförderte Arbeitsplätze, denn nicht jeder schafft es, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Auch diese Menschen brauchen eine Chance auf eine existenzsichernde und sinnstif-


#14 / Februar 2017

SUV-Koordinatorin Benedicte Hämmerle

Die fünf Verbandsmitglieder carla, ein Projekt der Caritas, Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte, Aqua Mühle Vorarlberg, Integra und die Dornbirner Jugendwerkstätte unterstützen durch niederschwellige Beschäftigungsprojekte und begleitende Qualifizierungsmaßnahmen arbeitsmarktferne Personen bei ihrem (Wieder-)Einstieg in das Erwerbsleben. www.sozialeunternehmenvorarlberg.at / 23 Langzeitarbeitslosigkeit hat viele Gesichter und kann jeden treffen.

tende Beschäftigung“, sagt Hämmerle. Bildungsplätze müssen ebenfalls weiter ausgebaut werden, denn unzureichende Qualifikationen führen schnell ins berufliche Abseits. Über die Hälfte der langzeitbeschäftigungslosen Menschen hat maximal einen Pflichtschulabschluss. Maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen, etwa Kurse zum Nachholen des Schulabschlusses oder die Unterstützung außerordentlicher Lehrabschlüsse, sind eine gute Investition in die Zukunft.

Beschäftigungsangebote für alle

Der Ausbau von Beschäftigungsangeboten am 2. Arbeitsmarkt ist für Hämmerle auch eine wichtige Maßnahme, um als Region attraktiv und wettbewerbsfähig zu sein. Wenn in Politik und Wirtschaft von einer starken Marke Vorarlberg gesprochen wird, müssen auch Maßnahmen für die wachsende Anzahl der am regulären Arbeitsmarkt benach-

teiligten Menschen mitgedacht werden. Die Herausforderungen am sich ständig wandelnden Arbeitsmarkt werden zunehmen – Stichwort Digitalisierung 4.0. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Deshalb wünschen sich die Mitglieder des Verbandes als Experten für arbeitsmarkt- und sozialpolitische Themen eine pro-aktive interdisziplinäre Arbeit an der Ausarbeitung wirksamer Beschäftigungsmodelle für alle. Ziel ist es, gemeinsam mit Vertretern der Arbeitsmarktpolitik aus Wirtschaft, Land Vorarlberg und Sozialpartnern die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft des Arbeitsmarktes zu benennen. Dabei ist die Expertise der Sozialen Unternehmen zur Identifizierung von Verbesserungs- und Entwicklungspotenzialen für eine effektive und effiziente Ausgestaltung der Arbeitsmarktpolitik unabdingbar. Es braucht angepasste Modelle und entsprechende Finanzierungsquellen.

Arbeit fördern statt Arbeitslosigkeit verwalten

„Die Mindestsicherung sichert das Mindeste. Nicht mehr und nicht weniger. Ebenso muss es Maßnahmen geben, die Abwärtsspirale der Mindestlöhne zu stoppen. Das muss in einem Sozialstaat möglich sein“, so Hämmerle und spricht sich für mehr Investitionen in sozialökonomische Betriebe und eine Umschichtung von passiven Leistungen hin zu aktivierenden Arbeits- und Bildungsprojekten aus. Wir sind in Vorarlberg unter anderem bekannt für Innovationsstärke. „Dieser Gedanke muss sich auch im Non-Profit-Bereich widerspiegeln. Wenn Vorarlberg seine Rolle als Wirtschafts- und Wohlstandsmotor weiterhin sichern und ausbauen möchte, muss der Non-Profit-Sektor in einer Gesamtstrategie mitgedacht werden“, ist Hämmerle überzeugt.


Mittendrin in V

„HIER IST DER MENSCH WICHTIG“

Leonor de Fátima Lopez-Alva (54) stammt aus Peru, lebt seit 18 Jahren in Bregenz und ist gelernte Fotojournalistin. In ihrer südamerikanischen Heimat fotografierte sie nach Bombenanschlägen brennende Autos und Trümmer. Im Interview spricht sie über Gefahren sowie Reize des Fotojournalismus und erzählt, was sie an Vorarlberg schätzt. Text: Christina Vaccaro Fotos: FLA, Christina Vaccaro

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enn im Zentrum Limas Ende der 1960er Jahre die Studenten gegen die Militärregierung Perus demonstrierten oder es Putschversuche mit Bombenanschlägen gab, öffnete Familie Lopez manchmal die Tür ihres Hauses, um die Menschen mit Wasser zu versorgen. Ganz am Ende kamen immer „die Männer mit den Kameras“ herein, die die siebenjährige Fátima damals unglaublich faszinierten. Während ihrer Studienzeit baute sich die einzige Tochter von fünf Geschwistern selbst eine Dunkelkammer und übte das Fotografieren. Bei einem Wettbewerb für Fotografie gewann sie, und bald führte eines zum anderen. Die oppositionelle Tageszeitung „La Republica“ fragte Leonor de Fátima, ob sie für sie arbeiten wollte. Es folgten weitere Tätigkeiten für diverse Medien. So wurde Fátima Fotojournalistin. In ihrem damals politisch instabilen Heimatland kam sie bei ihrer Arbeit oft hautnah mit Terroranschlägen und Putschversuchen in Berührung. Die Liebe führte die heute 54-Jährige vor 18 Jahren nach Vorarlberg. Der marie erzählt die nunmehrige Bregenzerin von ihren Erfahrungen damals und ihren Projekten heute.

An Vorarlberg schätzt die Bregenzerin die Nähe zur Natur. Sie liebt es, am Bodensee zu sein.


#14 / Februar 2017

Ein Projekt aus dem Jahre 2016: Eine Collage aus Fotos einer Tango-Tänzerin aus Vorarlberg.

marie: Hast du bei deinen Foto-Einsätzen in Peru oft Angst gehabt? Leonor de Fátima Lopez-Alva: Ich denke, man muss Angst haben, denn sonst befindet man sich in Gefahr. Die Angst ist eine Bremse, sie verhindert, dass du selbst zum Opfer wirst. Du musst dir das vorstellen: Du befindest dich in der Konfliktzone, Menschen rennen dir entgegen, und du rennst hinein, denn du bist da, um die Fotos zu machen. Ich war oftmals in Gefahr, doch die Angst hat mich dazu veranlasst, mich richtig zu positionieren. Wenn Autos nach einem Bombenanschlag brennen, muss ich wissen, dass sie explodieren könnten – und ich möglicherweise sterben. Welcher Einsatz ist dir besonders gut in Erinnerung geblieben? Am 16. Juli 1992 gab es einen Bombenanschlag von der terroristischen Gruppe Sendero Luminoso mitten in einer Mittelklasse-Wohngegend in Lima. Ich habe in diesem Bezirk gelebt und hatte immer ein Funkgerät bei mir, das Verbindung zur Polizei hatte. Als ich hörte, was passiert war, bin ich sofort hin. Sie hatten die Bombe in einer sehr schmalen Straße hochgehen lassen, links und rechts waren zwölfstöckige Wohnhäuser, wo jeweils 500 Menschen lebten. Autos brannten, Körperteile lagen herum. Ich kam gleichzeitig mit der Feuerwehr und den Ambulanzen an und habe Fotos gemacht. Das war die schlimmste Attacke, die ich erlebt und fotografiert habe. Hast du dir jemals überlegt, mit dem Fotojournalismus aufzuhören? Nein, nie. Wie ging deine Karriere weiter, als du nach Österreich kamst?

16. Juli 1992 – Bombenanschlag in Lima: Als Fotojournalistin befand sich Fátima oftmals inmitten von Trümmern und brennenden Autos.

Geplant war, dass ich nur ein Jahr hier bleibe, da ich in New York meinen Magister in visuellen Medien machen wollte. Das hat aber nicht geklappt. Ich war hier über vier Jahre Fotokorrespondentin für das Wochenmagazin profil. Dann kam meine zweite Tochter zur Welt, und ich musste als Fotojournalistin aufhören. Es war eine bewusste Entscheidung meinerseits – ich war bereits 39 beim ersten und 43 Jahre beim zweiten Kind. Ich wollte das so machen. Und jetzt? 2012 wollte ich wieder ins Berufsleben einsteigen. Ich habe gesehen, dass mir viele Sachen fehlen: Ich musste mein Deutsch verbessern – zuhause habe ich immer Spanisch und Englisch gesprochen – also habe ich Deutschkurse besucht. Außerdem habe ich eine Ausbildung zur Spanisch-Sprachtrainerin gemacht. Doch das war nicht genug. Anfang 2016 habe ich den Basislehrgang Fotografie beim WIFI absolviert, da ich in der analogen Welt der Fotografie großgeworden bin, nicht in der digitalen. Letztes Jahr im Herbst habe ich dann mit dem Aufbaulehrgang begonnen. Ich muss meine Fotosprache wiederfinden. Wie soll es weitergehen? Ich suche Arbeit (lacht). Ich möchte flexibel in Projekten arbeiten und wieder Foto-Ausstellungen machen. Wie war es am Anfang für dich, in Vorarlberg zu leben? Die Ruhe hat mich schockiert. Ich komme aus einer Stadt, die zehn Millionen Einwohner hat. Ich habe mich sofort komplett isoliert gefühlt. Ehrlich gesagt konnte mich nicht jeder verstehen, als ich vor 18 Jahren ins Geschäft gegangen

bin – nicht alle haben Englisch gesprochen. Die Kälte und der Abstand gegenüber Fremden waren auch sehr schwer und haben mich überrascht. In Südamerika sind wir offener, da wir immer mit Migration zu tun hatten und haben. Hier hat alleine das Wort „fremd“ eine negative Konnotation. In Südamerika bringt der Fremde etwas Neues, hier – so denkt der Österreicher meist – will er etwas. Wann wurde das besser? Als meine Kinder geboren wurden, denn da hatte ich mehr Kontakt, besonders zu den Müttern anderer Kinder. Würdest du dich als Vorarlbergerin bezeichnen? Ja! Ich feiere quasi die gleichen Feste in derselben Form wie die Vorarlberger, ich esse dasselbe Essen, ich genieße die vier Jahreszeiten, ich freue mich, wenn es schneit, die Natur hier ist wunderbar. Was schätzt du an Vorarlberg heute? Jetzt liebe ich die Ruhe. Auch in Peru ist die Natur wunderschön, doch man muss viel reisen. Österreich ist klein, alles ist sehr nahe. Ich lebe in Bregenz und kann zum Beispiel auf den Gebhardsberg gehen oder an den Bodensee. Alles ist so nah, es ist wunderbar – ich genieße es! Ich schätze auch die Sicherheit und die Achtung vor dem Leben. In Südamerika lebst du mit dem Tod, hier ist der Mensch wichtig. In Peru gibt es viele unterschiedliche Klassen, das ist ein sehr großes Problem. Wenn du auf der Straße bist, gibt es niemanden, der dir hilft. Hier spüre ich das nicht. Es gibt Institutionen, die helfen, du wirst nicht einfach im Stich gelassen. Was wünschst du dir für die Zukunft? Viel Arbeit (lacht).

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Mittendrin in V

„Kleine Sonne“ mit großer Strahlkraft

Vor rund einem Jahr wurde in der armenischen Stadt Gjumri ein Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung eröffnet. Die Erstspende des Vorarlbergers Emil Nachbaur ermöglichte den Startschuss für dieses Projekt. Jetzt unterstützen viele Spenderinnen und Spender der Caritas sowie Unternehmen aus dem Land den Ausbau des Sozialprojektes.

Text: Elke Kager, Fotos: Caritas

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esuch in „Emils Kleiner Sonne in Armenien“: Herzliches Kinderlachen dringt durch die Räume, wer sich länger im Haus aufhält, merkt schnell, wie wohl sich die 75 Kinder fühlen. Kein Wunder, erhalten sie hier einerseits vielfältige Therapieangebote – von Physio-, Logo- und Ergotherapie bis hin zu Kunst-, Musik- und Tanztherapien – andererseits gelingt es Direktorin Tigranuhi Akopyan und ihrem Team, ihre tägliche Arbeit mit viel Liebe anzugehen. „Emils Kleine Sonne“ wurde benannt nach dem Feldkircher Reiseunternehmer Emil Nachbaur, der mit einer äußerst großen Erstspende den Startschuss für dieses erste Zentrum für Menschen mit mehrfacher Behinderung in Armenien gab. Es bietet für Kinder mit Behinderung völlig neue Möglichkeiten. „Es fängt schon damit an, dass sich die Kinder im Gebäude frei bewegen können. Sie lernen selbst zu essen und auf die Toilette zu gehen. Das, was sie hier erleben, ist auch der Beginn einer gewissen Selbständigkeit“, erzählt die Direktorin des Hauses, Tigranuhi Akopyan. Eltern sind beispielsweise bei der Physiotherapie mit dabei, damit sie die Übungen auch zuhause mit ihren Kindern machen können und so den Effekt verbessern. „Wir spüren tagtäglich, wie glücklich sich hier die Kinder fühlen. Unser Zentrum ist ein Vorbild für andere Projekte in unserem Land und verändert die Gesellschaft: Menschen mit Behinderung werden gleich behandelt, können in die Schule gehen, eine Arbeit finden und sind so Teil unserer Gesellschaft.“ Sehr wichtig ist der Direktorin auch, dass Inklusion gelebt wird, beispielsweise durch Besuche von Ausstellungen oder im Schwimmbad mit „ihren Kids“. Am Empfang sitzt heute der 18-jährige Suren Avdalyan und wer mit ihm ins Gespräch kommt, merkt schnell, welch großen Unterschied es gerade in Armenien macht, ob Kinder mit Beeinträchtigung entsprechend gefördert werden. „Ich habe eine Gehbehinderung und wurde selbst im Zentrum gefördert“, erzählt der aufgestellte junge Mann. „Heuer mache ich meinen Schulabschluss und werde anschließend in die USA studieren gehen, wahrscheinlich Politikwissenschaften und Internationale Entwicklung.“ Für ihn ist klar: „Ohne Emils Kleiner Sonne hätte ich meine Potenziale nicht entwickeln können. Aber dank meinem Ehrgeiz und der Unterstützung, die ich hier erhalten habe, wird mir dieses Studium ermöglicht.“ WEITERE INFOS unter www.caritas-vorarlberg.at/kinderhilfe

Auch zahlreiche freiwillige MitarbeiterInnen sorgen dafür, dass für jedes Kind genug Zeit bleibt.

Suren Avdalyan wurde im Förderzentrum unterstützt – jetzt plant er ein Studium in den USA.

WISSENWERTES ÜBER ARMENIEN • Armenien ist ein Binnenstaat im Kaukasus und liegt zwischen Georgien, Iran, der Türkei und Aserbaidschan. • Das Land ist geprägt von karger Landschaft, kalten Wintern, Armut und den Nachwehen eines verheerenden Erdbebens im Jahr 1988 sowie dem Zerfall der ehemaligen Sowjetunion. • Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. • Die offizielle Arbeitslosenzahl bewegt sich ebenfalls bei über 30 Prozent, in der Realität sind wohl noch viel mehr Menschen ohne Arbeit. • In „Emils Kleiner Sonne“ sind momentan 75 Kinder untergebracht, geplant ist auch der Aufbau einer Café-Bäckerei, damit junge Menschen mit Beeinträchtigung sowie deren Eltern einen Arbeitsplatz erhalten.


#14 / Februar 2017

Impressum Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 2,50 Euro verbleibt den Verkäufern. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt.

Foto: Frank Andres Erst war Ifesinachi Okoyer einfach marie-Verkäufer für Elsbeth Gaisbauer, danach ein Freund und jetzt wie ein Familienmitglied.

MAMA AFRIKA

Elsbeth Gaisbauer (86) aus Götzis hat vor Monaten Freundschaft mit marie-Verkäufer Ifesinachi Okoye (28) geschlossen. Wie eine Oma ist sie für den jungen Nigerianer mittlerweile. Von manchen wird sie liebevoll „Mama Afrika“ genannt, weil sie sich so sehr einsetzt. Die dreifache Mutter, Großmutter und vierfache Urgroßmutter hat für die marie einen Text geschrieben über die Freundschaft zwischen ihr und Ifesinachi.

I

m Frühjahr 2016 habe ich Ifesinachi Okoye kennengelernt. Er verkaufte die marie am Eingang der Hofer-Filiale in Koblach. Ich war sehr neugierig, denn ich habe noch nie einen „Black Man“ aus der Nähe gesehen. Mein großes Glück waren meine bescheidenen Englischkenntnisse. So konnten wir uns ganz gut verständigen. Es gab viel zu fragen und zu erzählen. So kamen wir uns näher. Als es dann wärmer wurde und er immer seine Bergschuhe, die warme Jean und eine warme Jacke trug, konnte ich das nicht mehr mit ansehen und kaufte ihm leichte Kleidung und leichte Schuhe. Er war für alles sehr, sehr dankbar und

meinte, ich sei seine „Austria Mama“. Ich sagte, nein, sag Großmutter, da ich ja schon 86 Jahre alt bin. Seither bin ich seine „Grandmam“, und er erzählt allen Leuten von mir. Seit wir Winter haben, ist die Sorge um warmes „Häß und Schuah“, denn Ifesinachi will sogar bei Minusgraden seinem Job nachkommen. Unsere Beziehung hat mittlerweile einen privaten Charakter, denn er gehört zu meiner Familie. Er ist für alles so dankbar und glücklich, weil er hier nun auch eine Familie hat. Auch seine „Kundschaften“ mögen ihn sehr, denn er ist sehr, sehr freundlich. Ich hoffe für ihn, dass er in Österreich bleiben kann.

Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34 6850 Dornbirn Telefon: 0677 61538640 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Daniela Egger, Simone FürnschußHofer, Elsbeth Gaisbauer, Gernot Hämmerle, Elke Kager, Annette Raschner, Gerhard Thoma, Robert Thoma, Christina Vaccaro Zeitungsausgabestellen: Dornbirn Kaplan Bonetti Sozialwerke Kaplan-Bonetti-Straße 1 Montag und Mittwoch 14 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 9 Uhr Bregenz dowas, Quellenstraße 18 Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr Bludenz do it yourself, Kasernstraße 5-7/3b Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Feldkirch Caritas-Cafe, Wohlwendstraße 1 Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778 6833 Klaus eMail: kontakt@marie-strassenzeitung.at Externe Beiräte DSA Markus Hämmerle, DSA Heidi Lorenzi, Cornelia Matt, Mag. Peter Mayerhofer, Dr. Claudio Tedeschi Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage 20.000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP Alexander Grass Bildbearbeitung Fitz Feingrafik Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580 BIC: RVVGAT2B420 © 2017 marie. Alle Rechte vorbehalten.

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Mittendrin in V

Holzfällerhemd, tätowierter Unterarm: Marcus Ritschel, der etwas andere Koch.

KOCH, KUMPEL KUMMERKASTEN

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Marcus Ritschel (50) aus Lochau schwingt seit zwei Jahren im dowas-Treff in Bregenz den Kochlöffel. Einen anderen Job kann sich der gelernte Koch heute nicht mehr vorstellen. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben.“ Text und Fotos: Frank Andres

K

eine weiße Mütze, keine weiße Kochschürze: stattdessen Holzfällerhemd, zurückgestülpte Ärmel, schwarzes Gilet, tätowierte Unterarme. Von klassischen Statussymbolen eines Küchenchefs hält Marcus Ritschel nichts. „Ich bin ein bescheidener Typ. Das Etepetete in der Gastronomie ist nicht mein Fall“, erklärt der gelernte Koch.

Offen für alle

Seit zwei Jahren ist der heute 50-Jährige Küchenchef im dowas-Sozialtreff in Bregenz. Dort bereitet Marcus Ritschel von Montag bis Freitag für bis zu 20 Gäste täglich Mittagessen zu. Der Preis pro Person: zwei Euro. „Das klingt nach wenig. Aber 30 Euro Budget reichen, um 15 Personen mit gesunden und regionalen Lebensmitteln aus dem Supermarkt versorgen zu können“, betont Ritschel. Der

Mittagstisch wird vor allem von Leuten genutzt, die über keinen ordentlichen Wohnsitz verfügen, wenig soziale Kontakte haben oder einfach knapp bei Kasse sind. Aber kommen kann, wer will, egal ob Bankdirektor oder Mindestrentner. „Es gibt keine Zugangsbeschränkungen. Wir sind offen für alle. Das macht den Treff zu einem spannenden Ort“, wirbt er indirekt für einen Besuch im dowas-Treff in der Bregenzer Quellenstraße. Ritschel muss aber nicht alleine seinen Mann in der Küche stehen. Zwei bis drei Stammhelfer unterstützen ihn beim Einkauf und schwingen gemeinsam mit dem Küchenchef mehrmals die Woche den Kochlöffel. „Das ist eine spannende Sache. Ich lerne auch selber immer etwas Neues dazu“, sagt Ritschel.

le in Absprache mit Markus Hämmerle (Anm. der Redaktion: Bereichsleiter Grundversorgung beim dowas) die Zivildiener ein. Ich bin quasi Mädchen für alles.“ Aber am meisten an seinem Job schätzt der Vater von zwei Söhnen, den Kontakt mit den Treff-Gästen. „Ich habe eine Grundliebe zu den Menschen, unterhalte mich gerne mit anderen. Ich bin immer offen für ein Gespräch.“ Er sei ein guter Zuhörer erklärt Ritschel, aber betont gleichzeitig, dass er anderen keine guten Ratschläge erteile, außer er werde gefragt. „Ich bin Koch, Kummerkasten und Vetrauensperson in einem“, definiert er sein Job-Profil. Im dowas fühlt sich Ritschel gut aufgehoben. „Ich bin froh, dass ich ein Team habe, das mich auffängt.“

Grundliebe zu Menschen

Mit Koch-Gen infiziert

Das Kochen ist aber nur eine von Ritschels Aufgaben im dowas. „Ich schaue drauf, dass im Treff alles passt. Ich tei-

Mit dem Koch-Gen ist Marcus Ritschel seit Kindertagen infiziert. Mit fünf Jahren stand er schon gemeinsam mit sei-


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ner Oma abends in der Küche und bereitete Fleischlaibchen zu. Als Schüler half er in den Sommerferien im Hotel seiner Mutter in Bad Gastein mit. „Der Geruch der Küche hat mich angezogen“, erinnert er sich. Kein Wunder, dass Klein-Marcus nach der Schule eine Lehre als Koch im Gasthof „Haggen“ in Lochau beginnt. „Ich hatte einen super Küchenchef. Der Umgang mit den Mitarbeitern war sehr wertschätzend.“

13 Jahre lang auf Reisen

Nach der Lehre bricht seine große Zeit des Reisens an. Nach Spanien, Marokko, Frankreich und Ex-Jugoslawien. Er wohnt in Jugendherbergen, auf Campingplätzen, übernachtet bei Bekannten. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich

in den Sommer- und Wintermonaten als Koch in Lech, Zürs, Schruns und in der Schweiz. „Ich fühlte mich frei wie ein Vogel“, beschreibt er sein damaliges Lebensgefühl. Erst mit 33 Jahren wird er sesshaft. Der Grund: „Ich bin Papa geworden.“ Ritschel nimmt einen fixen Job an, wird Küchenleiter in der Akademie Schloss Hofen. Dort bleibt er fünf Jahre und wechslt im Jahr 2000 ins Kolpinghaus Bregenz. „Ich wollte als Koch arbeiten und gleichzeitig mehr Zeit für die Kinder haben. Mir ging es um eine gesunde Balance zwischen Job und Familie“, erklärt der frühere Leadsänger einer Punk-Rock-Ska-Band den damaligen Berufswechsel. 14 Jahre lang bleibt er im Kolpinghaus, bereitet von Montag bis

Freitag 100 mal Frühstück und Abendessen und 200 Mittagsmenüs zu.

Anhaltendes Wohlgefühl

Doch 2014 schließt er auch dieses Berufskapitel ab. Er wechselt ins dowas nach Bregenz. „Ich habe finanziell gewaltige Abstriche machen müssen. Das war mir bewusst und habe meinen Lebensstandard zurückgeschraubt.“ Bereut hat er diesen Schritt bis heute nicht. Im Gegenteil: „Ich empfinde ein anhaltendes Wohlgefühl. Ich kann mir derzeit keine andere Arbeit vorstellen.“ Ritschel hat seine berufliche Bestimmung gefunden. „Ich kann meiner Liebe zum Kochberuf weiter nachgehen. Hier fühle ich mich gut aufgehoben.“

Brokkoli-SchinkenKäsestrudel mit Kartoffel-Karottenpüree Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 10 bis 12 Euro, pro Portion auf 2,50 Euro.

/ 29 Ein perfektes Kochteam: Simone (von ihr stammt das Rezept) und Küchenchef Marcus.

Zutaten für 4 Personen:

• 1 Rolle fertiger Blätterteig • 3 Stück Eier • 200 Gramm Brokkoli-Röschen (frisch oder tiefgekühlt) • 150 Gramm Schinken • 200 Gramm geriebener Käse (zum Beispiel Käsemix) • 1 Becher Crème fraÎche • 350 Gramm mehlige Kartoffeln • 250 Gramm Karotten • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Brokkoli-Schinken-Käsestrudel: Gekochte, klein geschnittene Brokkoli-Röschen mit dem geriebenen Käse, dem in Streifen geschnittenen Schinken, den Eiern und der Crème fraÎche vermengen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern. Den Blätterteig ausrollen und mit der Masse füllen. Die Ränder des Teiges mit einem verquirlten Ei einstreichen und zusammen-

rollen. Außen noch mit Ei bestreichen und für zirka 20 bis 25 Minuten im vorgeheizten Backrohr bei zirka 180 Grad backen. Kartoffel-Karottenpüree: Kartoffeln und Karotten weich kochen. Ein Viertel Rahm und ein Stück Butter dazugeben und gut durchstampfen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die gesamte Zubereitungszeit beträgt 1 bis 1½ Stunden.


Welt

Ein Kind der Revolution Das Gesicht von Che Guevara zierte Millionen von T-Shirts und Plakaten, und er wurde nach seiner Hinrichtung vor 50 Jahren zum Inbegriff der Revolution. Wesley, ein Verkäufer der dänischen Straßenzeitung Hus Forbi, führte ein Exklusivinterview mit Guevaras Tochter Aleida Guevara (56), die in Kuba als Kinderärztin arbeitet.

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Straßenverkäufer Wesley hat die Tochter von Che Guevara, Aleida Guevara, interviewt.

Interview: Wesley Text: Poul Struve Nielsen Fotos: Mette Kramer Kristensen

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reundlich und mit einem Lächeln begrüßt Aleida Guevara Vertreter der dänischen Straßenzeitung Hus Forbi im Cab Inn Hotel in Kopenhagen. Es ist der Tag, bevor die Welt die Nachricht erhalten wird, dass eine der wichtigsten Personen in ihrem Leben in der Nacht gestorben ist: Kubas Revolutionsführer Fidel Castro. „Für mich war er eine Vaterfigur. Er war immer an meiner Seite“, erklärt Aleida Guevara am nächsten Tag der norwegischen Presse. Der Vater von Aleida war der weltweit bekannteste Guerilla-Kämpfer Che Guevara. Er kämpfte neben Castro und war Kubas Justizminister bevor er das Land verließ, um an mehreren Revolutionen in anderen Staaten teilzunehmen,

bis er schließlich 1967 in Bolivien hingerichtet wurde. Heute hat der Hus Forbi-Verkäufer Wesley die Möglichkeit, in seiner Heimatstadt ein Interview mit der 56-jährigen Kinderärztin zu führen. Wesley wurde in Brasilien geboren und spricht fließend portugiesisch und dänisch. Im Alter von 13 Jahren lief er von zu Hause weg und wurde obdachlos. Sein Vater lebt zwar noch, in seiner Jugend fehlte er ihm jedoch. Bei Aleida Guevara war es genau umgekehrt. Sie verlor ihren Vater im Alter von sechs Jahren, aber er war seither in ihrem Leben allgegenwärtig. Das Gesicht von Che Guevara zierte mehr Wände als das von Popstars und berühmten Sportlern. Er wurde weltweit zu einer Ikone der Linken und blieb dies bis zum heutigen Tag.


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Hus Forbi: Wie gut können Sie sich an Ihren Vater erinnern? Aleida Guevara: Ich habe nur wenige authentische Erinnerungen an meinen Vater. Ich war viereinhalb Jahre, als er in den Kongo reiste. Danach hatte ich nur sporadisch Kontakt zu ihm. Aber seine Kameraden und meine Mutter haben mir so viel über ihn erzählt. Als ich 16 war, gab mir meine Mutter ein Manuskript. „Du musst das lesen“, sagte sie zu mir. Es waren die Motorcycle Diaries, die mein Vater während seiner Reise durch Lateinamerika verfasst hat. Der Text war großartig, und der junge Mann in dem Script beeindruckte mich. Als er das Buch schrieb, war er genau so alt wie ich zu dem Zeitpunkt, als ich es las. Dadurch konnte ich mich mit dem, was er dachte und schrieb, gut identifizieren. Es bereitete mir große Freude, ihm so zu begegnen, und ich habe ihn Stück für Stück kennengelernt. Er schrieb seit seinem 17. Lebensjahr fast immer Tagebuch. Nun bin ich wesentlich älter als mein Vater jemals war. Aber er inspiriert mich nach wie vor, ein gutes Leben zu leben. Und ich habe immer noch das Gefühl, dass ich bei Weitem noch nicht sein Niveau erreicht habe. Mein Vater war ein Mann, der wusste, wie man liebt. Und die Leute mochten ihn. Mein erstes Kind kam per Kaiserschnitt zur Welt. Als ich im Krankenhaus aus der Narkose aufwachte, standen einige der Soldaten um mein Bett, die während der Revolution Seite an Seite mit meinem Vater gekämpft hatten. „Was macht ihr hier?“, frage ich sie, als ich aufwachte und noch ganz benommen war. „Nun, dein Dad kann nicht da sein, also sind wir hier“, antworteten sie. Wie lebt man heute in Kuba? Wie leben Sie? „Heute hast du nicht so viel, und ich werde dir etwas geben. Morgen könnte ich im Abseits stehen und Hilfe benötigen, und dann teilst du mit mir.“ Es ist wesentlich einfacher, nach diesem Motto zu leben. Und wir haben uns selbst beigebracht, dies zu tun. Menschen, die einen etwas höheren Lebensstandard erreichen und viele Dinge haben, könnten befürchten, alles zu verlieren und auf der Straße zu enden oder am Ende nichts mehr zu besitzen. Und mögli-

cherweise haben sie auch Angst, dass diejenigen, die nichts haben, kommen und ihre Wertgegenstände mitnehmen. Es ist meine Pflicht, den Menschen zu dienen. So werden wir als Ärzte ausgebildet. Und ich bin glücklich darüber. Ich sage immer, und verzeihen Sie mir den Ausdruck: Ich bin Kommunistin, ein Mitglied der Kommunistischen Partei. Aber dadurch bin ich der Typ Mensch, der im täglichen Leben leidet. Ich liebe es, ein wunderbares Leben zu führen – aber ich möchte mich nicht gut fühlen und das Leben mit all seinen Aspekten genießen, wenn es nicht all meinen Mitmenschen genau so geht. Daher ist es so wichtig zu teilen, und das Leben wird um so Vieles einfacher. Man fühlt sich nicht sicher in der Gemeinschaft, in der man lebt, wenn zwischen den Menschen eine Distanz besteht. In Kuba besitzen wir alle in etwa das Gleiche. Niemand hat sehr viel und niemand muss etwas befürchten. Unser Leben ist anders, und es hat den Vorteil, dass es keinen Grund gibt, gleichfalls Angst zu haben. Ich habe gelesen, dass es auch in Kuba Obdachlose gibt? Nein, das stimmt nicht. In Kuba gibt es niemanden, der auf der Straße lebt. Es gibt Beispiele, wo Menschen psychisch erkrankt sind und von ihrem Zuhause oder aus den Krankenhäusern geflüchtet sind, in die sie eingewiesen wurden, und die lieber auf der Straße leben. Aber wir lassen nicht zu, dass es so endet. Also finden wir sie, und wir bringen sie zu den Institutionen, wo sie hingehören. Wir schützen sie und fangen sie auf. Jeder hat das Recht auf Arbeit und einen Ort, an dem er bleiben kann. Es ist die Aufgabe des Staates darauf zu achten, dass diese Rechte erfüllt werden. Es kann gut sein, dass das Gebäude keinen hohen Standard aufweist, da es in unserem Land viele wirtschaftliche Probleme gibt. Und tatsächlich ist der Wohnungsbau auch in Kuba ein Problem. Aber ab einem gewissen Standard gibt es eine Wohnung für jedermann. Dies ist ein soziales Versprechen, das wir halten. Wenn das Haus von jemandem einem Wirbelsturm zum Opfer fällt oder einstürzt, weil es nicht richtig instand gehalten wurde, dann wird unser Volkskomitee helfen – das ist das System, das

durch uns gewählt wird. Die örtlichen Behörden achten darauf, dass die Familien das benötigte Material erhalten, um ein Haus zu bauen. Oder wenn ein Gebäude leer steht, dann wird es zur Verfügung gestellt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber es endet immer damit, dass die Familie ein Zuhause hat. Aber es können Konflikte innerhalb einer Familie entstehen? Auch wenn es in einer Familie zu Konflikten kommt, haben die Eltern nicht das Recht, die Kinder aus dem Haus zu werfen, und die Kinder haben nicht das Recht, die Eltern von zuhause zu vertreiben. Möglicherweise müssen sie die Immobilie in Teilbereiche gliedern, aber niemand hat das Recht darüber zu entscheiden, dass andere Familienmitglieder durch einen Familienstreit obdachlos werden. Was erwarten Sie sich in Kuba davon, dass der nächste US-Präsident Donald Trump heißt? Es ist schwer, überhaupt etwas dazu zu sagen. Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten hat deutlich erklärt, dass er Unternehmer ist und kein Politiker. Wenn er sich wie ein Unternehmer verhält, so erachtet er das Handelsembargo möglicherweise als schlecht fürs Geschäft. Wir haben mit Sorge beobachtet, dass er seine Regierung mit Leuten besetzt, die extrem reaktionär sind. Und da er kein Politiker ist, kann er leicht zur Marionette dieser Kräfte oder Personen werden. Aus diesem Grund kann er sich für Lateinamerika als äußerst beunruhigend und schwierig erweisen. Ehrlich, ich sage Ihnen: Trump kann machen, was er will. Das ist sein Problem. Wir werden in jedem Fall nachts gut schlafen. Wir wollen Frieden. Aber das Land gehört uns. Wenn wir angegriffen werden, werden wir es verteidigen, von einer Palme zur nächsten. Ich bin Kinderärztin, und ich bin dafür ausgebildet, Leben zu retten. Aber ich kann auch gut schießen. Mit freundlicher Genehmigung von Hus Forbi/INSP.ngo Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Irmgard Brandl/ Translators Without Borders

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Gsi

LIEBE GOTA, LIEBER GÖTI

Mit der Geburt des ersten Kindes besinnen sich viele Eltern, die sonst kaum einen Bezug zur Kirche haben, christlicher Traditionen: Taufen haben für viele Familien immer noch einen festen Platz – ebenso die Paten. Text: Gerhard Thoma Foto: G.Thoma

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ate oder Patin zu sein, galt früher als große Ehre. Das zeigte sich auch in der Namensgebung. In Brand und Lustenau beispielsweise erhielt der erstgeborene Bub den Namen des Paten, das erstgeborene Mädchen den Namen der Patin. In Teilen des Bregenzerwaldes kamen besonders auch die Namen der Großeltern zu Ehren. In Hohenems und Lustenau war es traditionell sogar so, dass Pate und Patin identisch mit den früheren Trauzeugen waren. In ganz Vorarlberg wurde streng darauf geachtet, dass die Paten bei besonderen Familienanlässen wie Heirat oder Todesfällen entsprechend respektiert worden sind. Umgekehrt hatten die Paten mancherlei Ehrenpflichten zu erfüllen. Jährlich, meist um das neue Jahr herum, gaben sie das Patengeschenk, gewöhnlich einen „Zopf “, das heißt ein Brotgebäck in Form eines Zopfes, oder einen Ring und ähnliches. Gebräuchlich waren auch Geldgeschenke, meist in Form von silbernen oder goldenen Münzprägungen. Erst wenn der Täufling heiratete, war der letzte „Spend“ fällig. Auffallend ist, dass bei den „Walsern“ viele altbiblische Taufnamen zu finden waren. Rein praktische Gründe hatte der Brauch, dem getauften Kind immer zwei Taufnamen zu geben: So konnte man die zahlreichen gleichlautenden Geschlechter der Gemeinde unterscheiden. In Übersaxen, aber auch in anderen Ge-

meinden, war dies Jahrzehnte lang der Fall. In dieser Pfarrei wählte man früher oft den Namen des Tauftagheiligen. Der Tauftag wurde geflissentlich nicht hinausgeschoben, damit man ja nicht zur Nottaufe gezwungen wurde, denn diese wollte man im Volk nicht gelten lassen. Was die Nottaufe betrifft, gab es im 18. Jahrhundert einen umstrittenen Brauch: Die Wallfahrt mit toten Kindern ins Montafon, um sie dort taufen zu lassen. Im Pfarrarchiv in Schruns befindet sich ein Katalog, in dem 46 Fälle aufgezeichnet sind. Aus verschiedenen Gegenden aus Süddeutschland, der Schweiz und Vorarlberg wurden totgeborene Kinder nach Schruns gebracht, um sie dort taufen zu lassen. Die Kinder wurden in die Kirche zum Reliquienschrein des Josefsaltars gebracht und laut mündlicher Tradition im Gesicht gerieben. Dadurch seien sie rot geworden und hätten sogar aus Mund und Nase geblutet, was als wundersames Zeichen galt. Daraufhin seien sie getauft und später dort beerdigt worden. Nur Kinder, bei denen dieses wundersame Zeichen auftrat, wurden getauft. Die Bischöfe von Augsburg, Regensburg und Konstanz hatten diese Sitte kritisiert, während andere wie der Abt von Weingarten am Bodensee solche Wallfahrer in Schutz genommen hat.

Taufpaten heute

Aus christlicher Sicht bedeutet die Taufe die Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Gläubigen, in die Kirche. Dafür stehen die Taufpaten. Viele gläu-

bige Eltern verbinden mit dem Patenamt den Wunsch, ihrem Kind Menschen an die Seite zu stellen, die es auf seinem Lebensweg begleiten. Egal, ob es sich bei den Paten um Freunde der Eltern oder um Familienmitglieder handelt, in der Regel entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung zwischen Paten und Patenkind. Oft hält diese Beziehung bis ins Erwachsenenalter an. Egal, aus welcher Motivation heraus, Eltern sollten die Paten für ihre Kinder gut überlegt wählen und mit möglichen Paten genau besprechen, was sie erwarten. Denn was zunächst ein sehr persönlicher Freundschafts- und Vertrauensbeweis ist, kann auch zur Last und Verpflichtung werden. Nur zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Geschenk zu schicken, reicht nämlich nicht.

Überlegte Auswahl

Schließlich sollte man sich Gedanken über die moralische Verantwortung dieses Amtes machen. Denn entgegen der weit verbreiteten falschen Annahme, dass Paten im Todesfall der Eltern automatisch die Vormundschaft oder gar das Sorgerecht übertragen bekommen, handelt es sich bei der Patenschaft um eine rein moralische beziehungsweise kirchliche Verpflichtung, das Taufkind im christlichen Glauben zu stärken und mit christlichen Werten vertraut zu machen. Manchen Menschen ist die Patenschaft als angetragenes Amt zu groß, für andere ein großes Glück. Und trotz aller formalen Voraussetzungen ist eine Patenschaft das, was man daraus macht.


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Der Taufpate bzw. die Taufpatin soll als Vorbild, Weggefährte und Mentor für den Täufling wirken.

Traditionelles Taufgedicht

Alles rund um die Taufe Was ist eigentlich die Taufe? Die Taufe ist das Sakrament der Aufnahme in die Kirche. Wer kann Taufpate/-patin werden? Wer das Patenamt übernimmt, muss mindestens 16 Jahre alt sein und katholisch getauft und gefirmt sein. Er darf nicht aus der Kirche ausgetreten sein. Die Eltern können selbst nicht Taufpaten sein. Auch nichtkatholische Christen können nicht Taufpaten werden, sie sind aber – neben dem katholischen Paten – als Taufzeugen zugelassen. Bei den Protestanten können getaufte und konfirmierte Jugendliche ab 14 Jahren Pate werden, und mindestens einer der Paten muss evangelisch, beide aber in der Kirche sein. Wie viele Taufpaten oder Taufzeugen sind möglich? Grundsätzlich sollte es einen Taufpaten oder eine Taufpatin geben. Als Taufzeu-

gen sind mehrere Personen zugelassen. Wenn ein ungetauftes Kind stirbt, kommt es dann in den Himmel? Wenn ein ungetauftes Kind stirbt, vertraut die Kirche auf die Barmherzigkeit Gottes, diesen Menschen in den „Himmel“ aufzunehmen. Unter „Himmel“ versteht man die Gemeinschaft mit Gott; Der Vater/die Mutter meines Kindes ist evangelisch oder orthodox getauft – kann mein Kind getauft werden? Ja. Mit dem Einverständnis des nichtkatholischen Elternteils kann Ihr Kind in der katholischen Kirche getauft werden. Der Vater/die Mutter meines Kindes ist nicht getauft (oder gehört einer anderen Religion an) – kann mein Kind getauft werden? Ja, wenn die Aussicht und Möglichkeit besteht, dass das Kind als Christ aufwachsen und leben kann.

Mein liebes Patenkind! Ich will Dir schreiben, dass ich mit den Gedanken bei dir bin. Denn wenn wir zwei nicht in Verbindung bleiben, dann hat die Patenschaft ja keinen Sinn. Ich möchte schließlich deinen Weg begleiten. Du weißt, ich kann es meistens nur von fern. Da gibt es manche Schwierigkeiten. Doch, wo ich dir helfen kann, helf ´ich dir gern! Ob dir zum Lachen ist, oder mal zum Weinen: Du kannst mir immer sagen, was du denkst. Ich freue mich, wenn du im allgemeinen Und im besonderen mir Vertrauen schenkst. Ich wird´es nicht verquatschen und verpetzen; Abscheulich handelt, wer sich so benimmt! Und mich in deine Lage versetzen: Herzlich versuchen will ich es bestimmt! Vielleicht kann ich dich trösten, kann dir raten In manchem, was geschieht und was geschah. So sehe ich die Pflichten eines Paten: Wenn du mich brauchst, dann bin ich für dich da! Friedrich Morgenroth (1836-1923), deutscher Dichter

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Kultur

Zuwachs für Vorarlbergs zeitgenössische Tanzszene: Die Initiative tanzfähig setzt auf Vielfalt.

Tanzend neue Räume betreten

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Tanz allen zugänglich zu machen und aus der Vielfalt Schönheit schöpfen: Das will Evelyne Wohlfarters Initiative „tanzfähig“, die ihren Ursprung in Berlin hat und ab Februar nach Vorarl­berg kommt.

Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Bèla Biank

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edenken wie „Bin ich nicht zu unbeweglich?“ oder „Mit meinen 50 Jahren bin ich doch zu alt“, untergraben nicht selten den Wunsch, es mit dem Tanzen zu versuchen. „Ausprobieren statt Angst haben“ so Evelyne Wohlfarters (34) Devise. Denn in tanzfähig-Trainings und Workshops geht es eben genau darum: Sich in seinem eigenen tänzerischen Ausdruck fähig zu erleben. Unabhängig von Alter, Herkunft sowie körperlichen wie mentalen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Dabei gilt: Tänzerische Vorerfahrungen sind nicht

erforderlich, aber durchaus willkommen. Genauso wie kulturelle Prägungen oder Behinderungen.

Inklusion? Ja sowieso

Tanzfähig also als inklusives Angebot? Wenn man so will, ja. Aber bei Inklusion als Begrifflichkeit will Evelyne nicht zu lange verweilen. Denn für sie sei Behinderung keine Kategorie, die zähle. Es gehe um zeitgenössische Tanzkunst und darum, die „Vielfalt der Körper“ für ihr künstlerisches Schaffen zu nützen. Und Inklusion sei sowieso erst dann erfüllt, wenn es den Begriff nicht mehr brauche. Es wundert deshalb nicht, dass auch auf ihren Flyern das Wort „Inklusion“ kaum

vorkommt. Die Selbstverständlichkeit, mit allen zusammenzuarbeiten und die Unterschiedlichkeit als künstlerisches Repertoire zu nutzen, gehört mit zum Erfolg ihrer in Berlin gestarteten Initiative. „Jeder, vom Profi bis zum Laien, sowohl der Fußgänger wie auch der Rollifahrer, der Einheimische wie der Zugereiste, alt und jung – es gibt niemanden, der nicht auf unsere Trainings kommen kann. Einzige Voraussetzungen sind Lust auf Bewegung, Neugierde und Offenheit“. Sowie die Bereitschaft und den Mut sich einzulassen. „Ich sehe mich sowohl im pädagogischen als auch choreografischen Schaffen als ‚Raumöffnerin‘. Ich schließe


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„Ich schließe einen Raum auf und bringe Geschichten aus dem Körper ans Tageslicht.“ Spannend: Mit dem Körper kommunizieren, wenn unterschiedliche körperliche Bedingungen aufeinander treffen.

einen Raum auf und bringe Geschichten aus dem Körper ans Tageslicht“, so das Selbstverständnis der jungen Tanzpädagogin. „Ich sehe dabei den Menschen. Die Claudia, den Ralf und nicht die Hülle, in der sie oder er steckt. Als Pädagogin denke ich sofort in Möglichkeiten, die für sie passen und finde es dabei sehr spannend, was der jeweilige Mensch mitbringt. Dieser Blickwechsel ist notwendig und wertvoll.“ Ihren vorbehaltlosen Blick hat sich Evelyne seit Kindertagen bewahrt. Sie selbst sei aufgewachsen mit einem Mädchen mit Down-Syndrom, auf das oft aufgepasst habe. Dabei sei ihr aber nie das Anderssein aufgefallen. Erst als andere Kinder seltsam auf das Kind reagierten, habe sie bemerkt, dass neben dem Gemeinsamen vor allem die Unterschiede wahrgenommen werden. Sie sagt: „Und heute sind es genau die Unterschiede, die mich an der Arbeit reizen.“

Improvisationskunst

Wer ein Training von Evelyne besucht, muss sich nicht mit komplizierten Schrittfolgen abmühen. Auch bestimmte Tanztechniken sind nicht erforderlich und werden denen überlassen, die es gelernt haben. Dafür soll Improvisation im geschützten Rahmen an das Eingemachte, an die Essenz führen. Was wie-

derum auch eine Technik ist, die man bei tanzfähig erlernen kann. Das ganz persönliche Konzept von Tanz darf dabei durchaus hinterfragt werden. „Wir haben beispielsweise einmal mit einem Profitänzer zusammengearbeitet. Sein Körper war bis zur Perfektion durchtrainiert und plötzlich stellt er genau das, nämlich seine Perfektion, in Frage, sieht, dass es darum doch gar nicht geht“, erinnert sich Evelyne und fügt hinzu: „Ich erfahre bei jedem Training, um wieviel spannender meine Arbeit mit diesen unterschiedlichen Körpern ist, als wie wenn alle gleich funktionieren würden. Vielfalt ist reizvoll, man kann sich nicht auf eine Sache beschränken, man muss ständig offen sein und mit allen Sinnen beim Wesentlichen bleiben: beim Menschsein.“

Tanz-Termine Kennenlern-Workshops: 19.2., 10-13 Uhr und 25.2.,14-17 Uhr Wöchentliches Training: mittwochs ab 8.3. von 18.30-20.30 Uhr Ort (Workshop und Training): Spielboden Dornbirn Infos: evelyne@tanzfaehig.com www.tanzfaehig.com

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Zur Person

Evelyne Wohlfarter, geboren in Zams und wohnhaft in Dornbirn, hat am Mozarteum Salzburg ein Masterstudium in Musik- und Tanzpädagogik absolviert. Nach einem Auslandsstudium in England mit Schwerpunkt Choreografie verschlug es sie nach Berlin. Dort traf Evelyne auf Bernhard Richarz und gründete mit ihm die Initiative tanzfähig (2010). Als Partner eines groß angelegten, EU-gestützten Projekts unter dem Titel „Moving Beyond Inclusion“ sind Evelyne und Bernhard in ganz Europa unterwegs, um sich mit Managementkompetenzen auszustatten und um ihren Künstlern mit oder ohne Behinderung besseres Rüstzeug für die Zukunft geben zu können.


Veranstaltungskalender

Di., 7. Februar, 20 Uhr, Gasthof Taube, Dorfplatz Alberschwende, Eintritt: 7,-/5,- Euro VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT

„DAS BEDÜRFNIS NACH GERECHTER SÜHNE“

Buchpräsentation mit Sylvia Köchl. Dieses Buch erzählt die Geschichten von acht „Berufsverbrecherinnen“ – vorbestrafte Abtreiberinnen und Diebinnen aus Österreich, die ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden. Die in Dornbirn geborene Autorin wird erklären, welche ideologischen Hintergründe die „Verbrechensbekämpfung“ der Nazis hatte. Anschließend Diskussion.

Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at/ vorarlberg.html

Do., 2. Februar, 20 Uhr, Bücherei Hohenems, Eintritt: 7,- Euro

AUGENBLICKE

Eine bunte Rolle mit den besten Kurzfilmen der letzten Jahre. Es sind Filme ganz unterschiedlicher Genres und Inhalte, Komisches und Aufwühlendes.

Fr., 3. Februar, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: Eintritt: 7,- Euro (VVK) 36 /

JUGENDBOTSCHAFTER 4 ETHIOPIA CHARITY-VERANSTALTUNG

Jugendliche der Caritas-Auslandshilfe erzählen, was eine Toilette mit Hungersnot zu tun hat, warum sie zehn 3-Meter-hohe-Kinder gebaut haben, wie man mit einer Ananas Partner-Jugendbotschafter in Addis Abeba findet, warum sie ihre Freizeit mit Filmproduktionen verbringen, an schulfreien Tagen in fremden Klassen sitzen, was sie in ihr Musical gepackt haben, warum sie ein Wochenende im Monat auf Ausschlafen verzichten, und ein Buch geschrieben haben.

Sa., 4. Februar, 18 bis 20 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: 10,- Euro

DER STEINMETZ

Das Märchen „Der Steinmetz“ zeigt die Macht des Einzelnen auf: Ein Steinmetz wollte mächtiger als der Kaiser sein und sein Wunsch wurde ihm gewährt: Er wurde zur Sonne. Das Stück wird seit Jahren erfolgreich aufgeführt, nun bringt der interkulturelle Verein MOTIF erstmals eine deutschsprachige Version mit österreichischesn und türkischen Jugendlichen zur Aufführung.

Foto: RaHaslinger

Sa., 4. Februar, 20:30 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 22,- Euro

DIE 6. NACHT DES FADO – FILIPA CARDOSO & CARLOS LEITAO ENSEMBLE

Mi., 8. Februar, 19 Uhr, inatura Dornbirn, Eintritt: frei

VESENBROT UND HABERMUS – BROTGETREIDE UND GETREIDEANBAU IN VORARLBERG

Die grandiose Filipa Cardos ist eine jener wenigen jungen Fado-Sängerinnen, die auch von den älteren Stars ihren „Segen” bekommt, weil sie mit der richtigen Portion „saudade” (Melancholie, Herzgefühl) ausgestattet ist. 2004 gewann sie die prestigeträchtige „Grande Noite do Fado” im Lissabonner Coliseum.

Getreideanbau gibt es im Ländle schon seit der Jungsteinzeit. Mit dem weitgehenden Verzicht auf diese Kulturen, ist hierzulande auch viel vom kulinarischen Wissen und die Verarbeitungstechniken in Vergessenheit geraten. Markus L. Stadelmann, Bäcker und Bauer, möchte bei dem Vortrag auch anregen, einmal sein eigenes Brot oder Müsli im eigenen Garten zu produzieren. Anmeldung unter naturschau@inatura.at oder 0676 83306 4770

Mo., 6. Februar, 19 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: frei

Fr., 10. Februar, 20 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: freiwillige Spenden

KONTAKTCHOR

Offener Liederabend zum Mitsingen oder Zuhören für alle. Programm: Alles einfach. Volksgesang. Kanons, Wechselgesänge, Sprechstücke, Rhythmen, Klänge. Fast alles „auf deutsch“, ein bisschen spanisch, englisch und Silbenmusik. Leitung: Ulrich Gabriel.

POETRY SLAM

Wenn dir der Schuh drückt, dann greife zum Stift und schmettere es uns entgegen. Wenn du verliebt bist, dann mach deinen Gefühlen doch mit einem Text Luft. Aber auch wenn du einfach nur mal so, um zu schauen oder kurzweiliges Abendprogramm erleben möchtest – ja auch dann sind wir genauso die richtige Adresse dafür.

Sa., 11. Februar, 29:30 bis 22 Uhr, Remise Bludenz, Eintritt: 25,- Euro

MICHAEL & KAI MERTENS

Das Schauspielbrüderpaar Michael und Kai Maertens, bekannt aus Film und Theater, sind mit der szenischen Lesung über den Briefwechsel des Schriftstellers Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld zu sehen. Ein einzigartiges Zwei-Personen-Schauspiel. Solch einen dramatischen Briefwechsel – etwa 500 Briefen – zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.


#14 / Februar 2017

Sa., 11. Februar, 20 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 23,- Euro

Sa., 18. Februar, 20:15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: 19,Euro

CHICAGO NIGHT

CHRISTOF SPÖRK: AM ENDE DES TAGES

Und wieder einmal sorgt die „Egg Big Band“ mit der Chicago Night für Alternatives im Faschingsrummel. Niveauvolle Tanzmusik mit klassischem Big Band Sound, wie sie in diesen Tagen nur schwer zu kriegen ist. Tauchen Sie ein in die verruchte Chicagoer Unterwelt der 1930er Jahre, mit aufreizenden Roben, feinen Zwirnen, viel Jazz, Swing, Frankie und Erheiterndem! Tischreservierungen per Mail an fritz@spielboden.at.

Do., 14. Februar, 15 bis 16:30 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz, Eintritt: frei

VON HAUSMITTELN UND WUNDERHEILERN

Erzählcafé Kopfweh, Husten oder Muskelschmerzen – die „Hausapotheke“ hielt früher für viele Wehwehchen ein Hausmittel parat. Das allgemeine Wissen über Naturheilkunde war beträchtlich: Man sammelte Tee, rührte Salben, Öle und Tinkturen oder trocknete Wurzeln, die halfen, Blutungen zu stillen. Und wer nicht zum Arzt gehen wollte oder konnte, konsultierte mitunter einen Wunderheiler. Das Publikum ist am Wort! Uns interessieren Ihre Geschichten, Ihre Erfahrungen und Erinner­ ungen an frühere Begebenheiten oder Ereignisse. Moderation: Manfred Welte

Mi., 15. Februar, 13:30 bis 17 Uhr und Do., 16. Februar, 8:30 bis 12 Uhr, Frauenmuseum Hittisau, Kosten: 7,Euro pro Kind

WIR BAUEN

In zwei Kinder-Architekturworkshops bauen wir zusammen unser Traumhaus aus den Materialien Lehm und Holz. Dabei lassen wir uns von den Massai-Baumeisterinnen und ihrer Bautradition inspirieren. Mit Celina Martinez-Canavate und Cornelia Faißt. Anmeldung bis 10. Februar 2017 unter 0664 972 1312 oder kulturvermittlung@ frauenmuseum.at.

Leute! Vergesst doch bitte die paar Probleme, die wir gerade haben. Das kriegen wir schon irgendwie hin. Und falls die Welt wirklich aus den Fugen gerät? Mein Gott, man kann immer noch Fußball schauen, Rasenmähen oder Kinder machen. Die haben dann zumindest was zum Ausbaden. Am Ende des Tages. Regie: Petra Dobetsberger. Zahlreiche Kabarettpreise. Foto: Veranstalter

Fr., 17. Februar, 20 Uhr, Altes Kino Rankweil, Eintritt: 15,- Euro (VVK)

STACIE COLLINS (USA)

Stacie Collins aus Nashville, Tennessee ist bereits eine echte Hausnummer in den Staaten, wenn es um satten Roots Rock mit Southern Boogie, Blues und etwas Country geht. Sometimes Ya Gotta… heißt ihr neues Album. Die Qualitäten der jungen Rockröhre und ihrer Band begeistert jeden Rock’n‘Roll-Fan.

So., 19. Februar, 18 bis 20 Uhr, Jugendheim Rankweil, Eintritt: 10,- Euro

SPIRITUELLES SINGEN

Wir singen zu Gitarrenbegleitung einfache, einund mehrstimmige Lieder aus verschiedenen Kulturen und Religionen - Mantras, Herzenslieder, Kraftlieder. Auch Menschen, die meinen, „nicht singen zu können“, sind herzlich eingeladen. Wer sprechen kann, kann auch singen und singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen. Singen ist Medizin!

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Do., 23. Februar, 20 Uhr, Bücherei Hohenems, Eintritt: 7,- Euro

MARTINILOBEN

Foto: Veranstalter

Fr., 17. Februar, 20 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 19,- Euro

FEINRIPP ENSEMBLE – DIE BIBEL ON TOUR

Wenn man das Wort Gottes zwischen zwei Buchdeckel pressen kann, dann kann man das Werk auch auf eine Theaterbühne bringen. Davon sind zumindest die drei Schauspieler Thomas Gassner, Markus Oberrauch und Bernhard Wolf mit Regisseurin Susi Weber überzeugt. Mit dem Stück „Die Bibel (On Tour)“ werden sie durch das Alte und Neue Testament fegen. Die Schauspieler spielen, singen und tanzen. Das Stück mag wagemutig sein, aber blasphemisch ist es keinesfalls.

Marlen Schachinger liest aus ihrem neuen Buch. Ländliche Idylle – mehr Schein als Sein: Mona, ehrgeizige Doktorin der Philosophie, die an der Uni um ihre Professorenstelle kämpft und in ihrem Dorf um die politische Moral, muss lernen, dass ihr Engagement hüben wie drüben Ablehnung hervorruft.


Veranstaltungskalender

Fr., 24. Februar, 20:15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch, Eintritt: 19,- Euro

THEATER PHOENIX: KÖSTLICHES VON NÖSTLINGER

Foto: Veranstalter

Do., 23. Februar, 20:30 Uhr, Kammgarn Kulturwerkstatt Hard, Eintritt: 18,- Euro

STEFANIE SARGNAGEL / PUNEH ANSARI

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Lesung Stefanie Sargnagel, geboren 1986 im Wiener Armenviertel, studiert Malerei, arbeitet im Callcenter, geht gerne ins Wirtshaus. Sargnagel liest aus ihren Büchern: Facebookstatuse, irrwitzige Reportagen, Texte, die entlarven was in Steffis Augen verlogen, fake, unzulänglich oder einfach auch nur saukomisch ist. Puneh Ansari, als Kind iranischer Exilmigranten im 80er-Jahre-Wien geboren, ist schon früh eine Intellektuelle, schafft mit 500.000 im Internet veröffentlichten Sätzen ein wahres literarisches Werk. Puneh präsentiert ihr Buch Hoffnun’.

Do., 23. Februar, 19:30 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 7,- Euro

JUGENDRÄUME – IM ZENTRUM ODER AM RAND?

Seit der Diskussion rund um den Verkauf sowie den geplanten Abriss des Jugendhauses Graf Hugo in Feldkirch, stellt sich erneut die Frage, in welche Richtung sich die Jugendkultur in Vorarlberg entwickelt. Diskussionsabend mit Bernhard Amann (Vizebürgermeister Hohenems), Martin Hagen (Obmann koje und GF der OJA Dornbirn), Stefanie Oswald (Mitinitiatorin von „Graf Hugo bleibt!“), Monika Valentin (GF der OJA Feldkirch). Moderation: Christoph Šelner.

Eine Hommage an Christine Nöstlinger aus Anlass ihres 80. Geburtstags. Die Vorarlberger Gruppe Theater Phoenix präsentiert eine Auslese humorvoller Geschichten der bekannten Autorin. Nöstlinger beschreibt den Alltagswahnsinn um sie herum auf ihre unnachahmliche Weise: witzig, bissig und ironisch, aber immer auch liebevoll. Die Kurzgeschichten werden gespielt und gelesen von vier Schauspielern.

ZVIERE-KINDERCAFÉ

jeden Montag von 15 bis 17 Uhr / Weil die Jause der anderen immer besser schmeckt!

MEDITATIONSGRUPPE

jeden Montag um 18.30 Uhr

FRAUENCAFÉ

jeden Dienstag von 9.30 bis 11 Uhr zum Kennenlernen, Austauschen, Sprache lernen, gemeinsam Essen

SPORTNEIGUNGSGRUPPE

jeden Mittwoch ab 19 Uhr in der Turnhalle der HTL Bregenz, Michl-Felder-Str. 9

MITTAGSTISCH

jeden Freitag mitkochen ab 10.00 / mitessen ab 12.00 – Bio-Regional-Fair / gib, was es dir wert ist Foto: Veranstalter

Di., 28. Februar, 21 Uhr, Spielboden Dornbirn, Eintritt: 20,- Euro

RUSSIAN CIRCLES

Das Rock-Trio aus Chicago entfesselt mit jeder neuen Veröffentlichung eine Klanggewalt, die ihresgleichen sucht. Hinter den Titeln im Sechstwerk „Guidance“ verbergen sich bildgewaltige Erzählungen, pendelnd zwischen schroffen Riffs und frickeligen Math-Motiven, unbändiger Wut und lieblicher Hoffnung – mal schmutzig, mal auf Hochglanz poliert. Support: Cloakroom

Einmal im Monat am Donnerstag, dieses Mal am 23.2., 15 Uhr, Frühmesshaus Bartholomäberg. Eintritt: frei

Jeden ersten Samstag im Monat, 9 bis 12 Uhr, Polytechnische Schule Feldkirch. Eintritt: frei

SPIELRUNDE AM MONTAFONERTISCH

REPARATUR CAFÉ FELDKIRCH

Wir laden zur Spielrunde und wollen dabei schon fast vergessene Brett-, Karten-, Geschicklichkeits- oder lustige Unterhaltungsspiele neu beleben. Wer Interesse hat, kann auch gerne dazu seine Ideen inkl. Spielematerial einbringen oder sich neugierig auf diesen Spielenachmittag einlassen.

Derzeitige Fixtermine in der Tankstelle Bregenz, Deuringstraße 9

LITERATUR TANKSTELLE

jeden 1. Dienstag im Monat, 19 bis 21 Uhr

NÄHWERKSTATT

jeden 1. Freitag im Monat, 15 bis 18 Uhr. Nähmaschinen und Know-How vorhanden, Material selbst mitbringen!

Wenn Sie ein defektes Haushaltskleingerät, Kleinmöbel, Spielzeug oder etwas ähnliches zuhause haben, das sie gerne reparieren möchten, kommen Sie damit vorbei. Im Reparatur-Café helfen Ihnen Fachleute dabei. Kosten? Eine freiwillige Spende. Infos: Joachim Breuss Tel. 0699 192 87 066. Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.


#14 / Februar 2017

Buchstabensalat In unserem Wortsuchrätsel sind die Namen von 36 Vorarlberger Gemeinden versteckt. Die Lösungswörter finden Sie entweder waagrecht oder senkrecht, von oben nach unten oder von unten nach oben, von links nach rechts oder von rechts nach links gelesen. Die Wörter können sich auch überschneiden. Viel Spaß beim Lösen! L E V B V F D X H W E Y Y T P S K L W O A J N Y O D Q E T X G K G O O J

I M L S R Y L W G O P T B O J O G R H C R I K D L E F X S

F E

I

T A R Q

I C U Z C W O L F U R T F Z X L F Y U H W O T N B T X Q S H L U U

I S F L A R G J M M D H G V K V M V T B M S V B H D W C G P C L B Q N K I

S U A L K V V T U I

Y Z S T F S A T T E

Z L E V Z H F L Q R I

F Ü O U M F N Y F E P G

I N S E N E S Ö I U N E R U R R D G E K B X R W B

D T C Y V B U B R B R E G E N Z V C Y D U G P D I N U N O T Ü E S E J W Ö N S L L S M E N E H O H E W F H Q E H G G X N B S

I B Y R Y C Z H

R G G X S E D P K A M J J E L N S S Y N K Ö R R G I C Z Q C S C H A R J H R L I

I C D F F N X H N N B G D T C Z K M I

S E R H N U B M S W K Ö

Z E P B H X L Q L X W Z K A R P B X J A K L C N N O E X H S U E F T

R Y B K R M N U Y K N R U H C S A G W T P H A H W I

P N G J R L N J H

F P L Y A J P S J Q P Q G D H G T R X B C W U N R M P S J Y K Z D S I E G E M T M E T K O O H F R A S T A N Z K J T Y I

I S

T L S V G E R A Z D X K R S N U R H C S E F W M R M C F Y E W L L

B B T Y G E Z N K R A N K W E U Y

I A O E H A G P B E

I

L E D Y Y E R I

Z B N S B Z H R V G S

I K F Y O A R X E K B W J U B Y R D L M A S J Q A Y R W O G D G N

H C M Q Ä H A U K G G C K L K D L X A J H X C Q E A U Q C V T U O D O I C U U L V O L P U G H C A Z R A W H C S J H O H E N W E

I

L E R D L

V T C B L N M V Y M V D H M H Z Y C S A K H N L U D E S C H U A Z E B Diese Wörter sind versteckt: Dornbirn Nenzing Schnifis Gaschurn Klaus Lech Thüringen Götzis Egg Bürs Kennelbach Sibratsgfäll

Hohenems Wolfurt Mittelberg Bregenz Schruns Rankweil Alberschwende Schoppernau Höchst Blons Möggers Hard

Lustenau Frastanz Ludesch Feldkirch Schwarzach Satteins Bludenz Lauterach Hohenweiler Sulzberg Bezau Röthis

MUTMACHER AUFGEPASST In der Jänner-Ausgabe der marie hat die weitblick Gesellschaft die Leserinnen und Leser aufgefordert, ganz persönliche Mut-Geschichten zu schreiben und an Daniel Scheyer zu senden. Leider war eine falsche E-Mail-Adresse angegeben. Die richtige Adresse lautet: daniel.scheyer@mitweitblick.org Einige Geschichten haben weitblick über Umwege erreicht. Danke fürs Mitmachen! Mehr über die Aktion in der März-Ausgabe der marie.

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marie 14 / Februar 2017 by marie - Die Vorarlberger Straßenzeitung - Issuu