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Oberösterreicher Mai 2022

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MAI 2022 | 6. Jg. | Nr. 18 | € 7,00 9

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ÖSTERREICHER Österreichische Post AG, Zul.-Nr. MZ 02Z031267 M, Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Retouren an „Postfach 100, 1350 Wien“, Foto: Longines Sonderausgabe der Oberösterreicherin

Sonderausgabe der Oberösterreicherin

maschek.

Die Synchro-Satiriker über Politik, Kritik und gute Witze

Zukunft der Mobilität Experten zeigen auf, wo wir künftig hinsteuern werden

Parov Stelar

über sein neues Album „Moonlight Love Affair”

Matthias Breschan

Der CEO von Longines über die Faszination von Uhren

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Die Mobilität der Zukunft ... ... wird eine sehr vielseitige sein!

Foto: Celine Daliot

Die Zukunft der Mobilität ist derzeit wohl eines der am meisten diskutierten Themen. Grund genug, uns in dieser Ausgabe des OBERÖSTERREICHERS intensiver damit auseinanderzusetzen. Wie wird sich die Mobilität entwickeln? Welche Antriebsformen werden sich durchsetzen? Der Elektroantrieb mit sehr schweren Batterien oder wird letztendlich der Verbrennungsmotor gewinnen? Wird es genug Strom für alle E-Autos geben und was wird dieser kosten? Wo macht E-Mobilität überhaupt Sinn und wo nicht? Wäre es nicht sinnvoll, verstärkt in die Nutzung von Wasserstoffantrieben zu investieren? Was passiert im Bereich des öffentlichen Verkehrs und welche Rolle wird das Fahrrad in Zukunft spielen? Fragen über Fragen, die wir dem deutschen Mobilitätsforscher Dr. Stefan Carsten gestellt haben. Wo für den Experten die Zukunft der Mobilität liegt, lesen Sie im Interview ab Seite 14. Geht es nach KTM-Chef Stefan Pierer wird sich der Elektroantrieb im städtischen Bereich und auf Kurzstrecken durchsetzen, im Langstreckenbereich ist „Elektro“ seiner Ansicht nach aufgrund niedriger Reichweiten und fehlender Ladeinfrastruktur derzeit noch nicht optimal. Die Frage, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden, wird uns jedenfalls mit Sicherheit noch länger beschäftigen. Denn eines ist gewiss: Der Mensch hat ein Recht darauf, mobil zu sein. Ich wünsche Ihnen eine interessante Zeit beim Lesen des aktuellen OBERÖSTERREICHERS. Ihr Josef Rumer Herausgeber

Der nächste OBERÖSTERREICHER erscheint am 26. August 2022.

Impressum OBERÖSTERREICHER: Eine Sonderausgabe des Magazins OBERÖSTERREICHERIN Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter der URL http://www.dieoberoesterreicherin.at/info/offenlegung/ abgerufen werden. Herausgeber: Josef Rumer, Medieninhaber und Hersteller: Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, E-Mail: office@neu-media.at, Tel.: 07242 / 9396 8100, Fax: 07242 / 9396 8110, Geschäftsführung: Josef Rumer, Mag. Andreas Eisendle, Prokuristin: Astrid Gruber, Assistentin der Geschäftsführung: Kerstin Artmayr, Büroorganisation: Slavica Haminger, Lehrling: Anna Eder, Redaktionsleitung: Mag. Ulli Wright, E-Mail: redaktion@neu-media.at, Redaktion: Dr. Maria Russ, Nicole Madlmayr, Mag. Petra Kinzl, Laura Zapletal BA, Linnéa Harringer BA, Lektorat: Mag. Christa Schneider, Anzeigenleitung: Josef Rumer, E-Mail: anzeigen@neu-media.at, Anzeigen: Ing. Mag. Richard Haidinger, Mag. Dietlinde Wegerer, Lisa Becker, Victoria Felice, Sinja Maschke, Grafik: Karin Rosenberger, Ana Mrvelj, Thom Trauner, E-Mail: grafik@neu-media.at, Fotos: Thom Trauner, Shutterstock, Verlags- und Herstellungsort: Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn, Vertrieb: PGV Austria Trunk GmbH. 5412 Puch, Morawa Lesezirkel, www.neu-media.at

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Foto: Thom Trauner

Ein Porsche für alle Fälle

Foto: Vanessa Hartmann

INHALT OBER

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MAI 2022 | 6. Jg. | Nr. 18 | € 7,00 9

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ÖSTERREICHER Österreichische Post AG, Zul.-Nr. MZ 02Z031267 M, Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Retouren an „Postfach 100, 1350 Wien“, Foto: Longines Sonderausgabe der Oberösterreicherin

Sonderausgabe der Oberösterreicherin

maschek.

Die Synchro-Satiriker über Politik, Kritik und gute Witze

Zukunft der Mobilität Experten zeigen auf, wo wir künftig hinsteuern werden

Parov Stelar

über sein neues Album „Moonlight Love Affair”

Matthias Breschan

Der CEO von Longines über die Faszination von Uhren

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Der nächste OBERÖSTERREICHER erscheint am 26. August 2022.

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Foto: Thom Trauner

Coverfoto: Longines

Ein gelungener STREIFzug

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Matthias Breschan. Der CEO von Longines über die Faszination von Uhren.

Zukunft der Mobilität. Mobilitätsexperte Stefan Carsten klärt auf.

KTM-Chef Stefan Pierer. Technologieoffenheit als Gebot der Stunde.

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E-Porsche im Test. So cool ist der Porsche Taycan 4S Cross Turismo.

Daniel Hemetsberger. Der Skirennläufer über Karrierehochs und -tiefs.

Sextalk. Der Mann zwischen Macho und Weichei.

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Foto: Thom Trauner

Foto: Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

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Foto: Mike Auer

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Pete Sabo

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Walk on the Wild Side

maschek

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Parov Stelar. Einblicke in die Künstlerseele.

maschek. Peter Hörmanseder und Robert Stachel im Talk.

Padel-Tennis. Eine neue Trendsportart, die auch bei uns boomt.

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Destination Red Bull. Reisen für Adrenalinjunkies.

Pete Sabo. Der DJ über seine Leidenschaft für Musik.

Jochen Auer. Vom Skitalent zum Unternehmer.

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ELEGANCE IS AN ATTITUDE Am 1. Juli 2020 hat Matthias Breschan die Führung von Longines übernommen. Was den gebürtigen Kärntner an der Schweizer Uhrenmarke fasziniert, wohin er das Unternehmen in Zukunft steuern will und wie viel Albert Einsteins Longines, die er einst seiner Geliebten geschenkt hat, heute wert ist, hat uns der smarte Manager im Interview erzählt.

Text: Ulli Wright Fotos: Longines

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legance is an attitude“ lautet die Philosophie der Schweizer Uhrenmarke Longines und diese verkörpert der neue CEO Matthias Breschan eins zu eins, als ich ihn bei einem Zwischenstopp in Wien zum Interview treffe. Weißes Hemd, schwarze Hose und am Handgelenk die neue Longines „Spirit Zulu Time“, aktuell seine Lieblingsuhr, wie er mir erzählt. Uhren, Geschichte und Kunst sind Matthias Breschans Leidenschaft. Bevor er im Juli 2020

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die Leitung von Longines übernahm, führte er bereits neun Jahre lang RADO und sieben Jahre lang Hamilton, zwei Schwestermarken in der Swatch Group. Breschan stieg im Jahr 1996 bei der Swatch Group ein und war damals für den Bereich Swatch Telecom verantwortlich. Nachdem er in Wien Wirtschaftswissenschaften studiert hatte, ging er zu Texas Instruments in Nizza und war anschließend bei Alcatel Mobile Phones in Paris im Marketing und Vertrieb tätig.

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Herr Breschan, im Juli 2020 haben Sie als CEO die Leitung von Longines übernommen. Woher stammt Ihre Affinität zu Uhren? Die Uhrenbranche fasziniert mich ungemein und meines Wissens ist sie der einzige Wirtschaftszweig, der sich stets auf seine Tradition stützt, um noch besser zu werden. Während sich die meisten Industriesektoren anpassen müssen oder von der Landkarte verschwinden, wird die Uhrmacherei von der Tradition am Leben erhalten. Wenn man einmal den Fuß in der Uhrenindustrie hat, ist es relativ einfach, eine Begeisterung zu entwickeln. Somit bin ich geblieben. Was ist für Sie das Faszinierende an der Uhrenmarke Longines? Das Faszinierende an Longines ist für mich die reiche Geschichte, auf welche die Uhrenmarke seit ihrer Gründung im Jahr 1832 zurückblicken kann. Longines war nämlich nicht nur der Erfinder des GMT-Werkes (Uhr mit zwei Zeitzonen, Anm. d. Red.), sondern auch des Flyback-Werks, bei dem eine laufen-

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de Zeitmessung des Chronografen durch einmaliges Betätigen eines Drückers gestoppt und der Zeiger auf null gestellt wird. Zudem hatte Longines auch im Bereich der Hochfrequenz, die enorm wichtig war für Präzision und Zeitmessung bei Sportevents, anderen Marken gegenüber einen Riesenvorteil. Diese Meilensteine, die Longines bereits zurückgelegt hat, schaffen ganz viele Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Uhren in der Zukunft. Bestes Beispiel dafür ist die neue Longines „Spirit Zulu Time“, die auf die Erfindung des GMT-Uhrwerks zurückgeht. Da wir den Luxus haben, die besten Teile der Geschichte herauszufiltern, anstatt künstlich etwas konstruieren zu müssen, schaffen wir es, authentisch zu sein. Ihre Aufgabe als CEO bei Longines haben Sie am 1. Juli 2020, während der Coronakrise, begonnen. Wie schwierig war dieser Start und wie gestaltet sich die Situation gegenwärtig? Die Situation war nicht einfach. Alle unsere Geschäfte hatten geschlossen und die Haltung der Menschen war sehr abwartend. Der zweite Lockdown hat dann aber E-Commerce und digitales Marketing wahnsinnig beschleunigt und mittlerweile glauben wir stark an eine verbundene Zukunft der beiden Bereiche. 2019 war

Wenn man einmal einen Fuß in der Uhrenindustrie hat, ist es relativ einfach, eine Begeisterung zu entwickeln.

vom Umsatz her ein Rekordjahr. Umso erfreulicher war es, dass wir bereits im August 2020 ein besseres Ergebnis erzielen konnten als im August 2019. 2021 war unser drittbestes Jahr in der Firmengeschichte und auch 2022 rechnen wir damit, ein Rekordjahr hinzulegen. Das hängt allerdings auch vom Krieg in der Ukraine und der Pandemie in China ab. Dennoch halten wir an unserem Ziel fest, spätestens 2025 die zwei Milliarden-Euro-Marke zu überschreiten. Als CEO folgen Sie Walter von Känel nach, der gerne als Urgestein der Schweizer Uhrenindustrie bezeichnet wird und Longines 32 Jahre sehr erfolgreich geführt hat. Was werden Sie machen, um diese Erfolgsgeschichte fortzuführen? Longines war in den vergangenen 20 Jahren mit Sicherheit eine der größten Erfolgsstorys der Schweizer Uhrenindustrie und ich habe den größten Respekt vor meinem Vorgänger Walter von Känel. Jetzt liegt es ganz klar an mir, herauszufinden, was die Marke in den vergangenen zwei Jahrzehnten so stark gemacht hat, um an diesen Punkten zu arbeiten und sicherzustellen, dass Longines auch in den nächsten Jahren so stark bleibt. Ob ich es schaffen werde, wie Walter von Känel 32 Jahre bei Longines zu bleiben, kann ich noch nicht sagen (lacht). Fest steht jedenfalls, dass sich niemals die Marke an einen neuen CEO anpassen muss, sondern immer der CEO an die Marke.

LONGINES SPIRIT ZULU TIME. Ursprung und Name gehen auf die erste Longines Armbanduhr mit zwei Zeitzonen zurück, die 1925 gefertigt wurde. Longines entwickelte für diese GMT-Anzeige ein exklusives neues Kaliber. Insgesamt stehen sechs Versionen mit Zifferblättern in Schwarz, Anthrazit oder Blau mit Stahl- oder Lederbändern zur Auswahl.

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Die Longines Armbanduhr von Albert Einstein aus dem Jahr 1929 wurde vor einigen Jahren um 600.000 Dollar versteigert.

Was sind Ihre Ziele mit Longines? Zum einen ist es mir ganz wichtig, die reiche Geschichte und Heritage von Longines noch besser nach außen zu kommunizieren und zu vermitteln. Wir verfügen über eine Serie von exklusiven Werken, die wir inhouse entwickelt haben und die uns erlauben, eine authentische Geschichte zu erzählen. Das verleiht der Marke Attraktivität, Stärke und Einzigartigkeit. Vor allem jetzt, wo der Vintage-Markt stark an Bedeutung gewinnt, ist das ein Riesenvorteil. Zum anderen hat Longines eine sehr ausgeglichene Kollektion und ist bei klassischen Uhren sowie auch bei Sportuhren gleich stark und Longines Uhren werden von Damen und Herren gleichermaßen gekauft, was sehr selten ist. Das ist mit Sicherheit auch unserer Philosophie „Elegance is an attitude“ geschuldet. Longines befindet sich in einer Preisklasse von 1.000 bis 5.000 Euro. Unser Ziel ist es, in diesem Preissegment zu bleiben und hier beste Technologie zu bieten.

Analystenschätzungen zufolge hat Longines den Umsatz in den letzten 20 Jahren mehr als verfünffacht und gehört zu den größten Uhrenmarken überhaupt. In welchen Märkten ist Longines derzeit vertreten und wo ist in Sachen Wachstum noch Potenzial vorhanden? Longines ist weltabdeckend in mehr als 150 Märkten vertreten. In den vergangenen fünfzehn Jahren haben sich die asiatischen Märkte sehr gut entwickelt und dort besteht nach wie vor ein riesengroßes Potenzial. Vor allem in China, wo jedes Jahr Dutzende Millionen von Menschen in die Mittelklasse aufsteigen

und Zugang zu Luxusprodukten haben. Auch sogenannte Emerging Markets wie Indonesien, die Philippinen, Indien, Thailand oder Malaysia sind große Wachstumsmärkte. Viel Potenzial ist derzeit auch in Europa und in den USA vorhanden, weil vor allem jüngere Menschen in den vergangenen Jahren die Attraktivität von Uhren wieder für sich entdeckt haben. Der Trend zu Vintage-Uhren hat ein ganz anderes Verständnis für mechanische Uhren hervorgebracht. Corona hat vor allem auch dazu beigetragen, dass der Onlinehandel floriert. Wie sieht das bei Longines aus? Unsere E-Commerce-Aktivitäten haben wir in der Coronazeit beschleunigt ausgebaut. Wir haben in allen 30 Ländern, in denen wir mit eigenen Filialen vertreten sind, auch unsere Corporate Website. Die E-Commerce-Verkäufe betragen mittlerweile weltweit zwischen fünf und zehn Prozent. Die Kunden treffen gerne online eine Vorauswahl und bestellen ihre Wunschuhren ins Geschäft, um sie dort zu kaufen. Wir glauben sehr stark an diese Verbindung, aber eine Uhr ist ein emotionales Produkt, daher hat die physische Präsentation mit Sicherheit den Vorrang. Longines hat eine sehr lange Geschichte. Wie schaut es mit dem Sammlermarkt aus? Uhren von Longines sind auch am Sammlermarkt sehr attraktiv. In unserer Longines Boutique in Genf haben wir den ersten Longines Collector‘s Corner eingerichtet, in dem man ausschließlich restaurierte Vintage-Uhren findet, die mit einem Authentizitätszertifikat verkauft werden. Longines ist sicher eine der wenigen Uhrenmarken, die eine lückenlose Aufzeichnung ab der Unternehmensgründung im Jahr 1832 bietet. Anhand der Seriennummer wissen wir genau, wann die Uhr hergestellt und an wen sie verkauft wurde. Weiters verfügen wir über ein großes Lager mit alten Komponenten und können jede Uhr reparieren. Es gibt am Sammlermarkt Longines Uhren, die um mehrere Hunderttausend Euro verkauft werden. Hätten Sie da ein Beispiel für uns? Ja, die Longines Armbanduhr von Albert Einstein aus dem Jahre 1929 wurde vor einigen Jahren um 600.000 Dollar versteigert. Dazu gibt es eine amouröse Geschichte. Zu Forschungszwecken übersiedelte der Nobelpreisträger mit seiner Familie nach Los Angeles, wo er sich Hals über Kopf in eine Russin verliebte und ihr seine goldene Longines Armbanduhr schenkte. 1945 ging die Frau, angeblich eine Spionin, wieder in ihre Heimat zurück. Anfang 2000 kontaktierte uns deren Enkel wegen der 18-Karat Original-Uhr, die in einem guten Zustand war. Einstein besaß übrigens auch eine Longines Taschenuhr aus dem Jahr 1943, die heute im Bernischen Historischen Museum in der Schweiz zu sehen ist.

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Als CEO sind Sie auch stark in die Produktentwicklung eingebunden. Vor Kurzem wurden in Wien die Neuheiten von Longines präsentiert. Was sind die markantesten Neuerungen 2022? Für Uhrenliebhaber ist sicher die Longines „Spirit Zulu Time“, die auf die Erfindung des GMT-Uhrwerks zurückgeht, ein Highlight. Ein neues, exklusiv für Longines gefertigtes Kaliber mit Siliziumspiralfeder treibt die Zeitzonenanzeige an. Im Juli lancieren wir die Longines „Ultra-Chron“, die von der ersten Ultra-Chron-Diver aus dem Jahr 1968 inspiriert ist. Das neue Modell greift die Codes der Taucheruhren von damals auf, stattet sie aber mit einem neuen Hochfrequenzwerk aus. In der Longines „Elegant Collection“ entstand in Kooperation mit dem Schweizer Designlabel YVY, das auch bei Stars wie Madonna oder Lady Gaga beliebt ist, die Longines „DolceVita x YVY“. Eine sehr stylishe mechanische Uhr. Design und Style sind im Uhrenbusiness wichtig, denn niemand kauft heute eine Uhr, nur um die Zeit abzulesen, sondern trägt sie als Accessoire und Statement. Vom elitären Reitsport bis hin zu den FIS-Skirennen ist Longines als langjähriger Partner bekannt. Aus welchem Hintergrund entstanden diese „sportlichen“ Partnerschaften? Longines engagiert sich bereits seit mehr als 100 Jahren als Zeitnehmer zahlreicher Sport-

veranstaltungen. Ein Türöffner in die Welt des Sports war sicher die Entwicklung des ersten Chronografen, der bereits 1878 die Welt des Pferdesports begeisterte. 1912 prägte Longines mit der Einführung des ersten elektromechanischen Zeitmessgeräts mit Fadenrisssystem die Geschichte der Sportwelt und stieg zum offiziellen Zeitmesser vieler internationaler Verbände und weltweiter Sportveranstaltungen auf. Auch bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix war Longines der Zeitmesser und heute noch sind wir einer der wichtigsten Akteure im Reit- und Skisport. Wir werden auch 2024 wieder mit der FIS zusammenarbeiten. Von Oscarpreisträgerin Kate Winslet über Skirennläuferin Mikaela Shiffrin bis hin zu Schauspieler Regé-Jean Page, dem letzten Neuzugang, ist Longines für seine berühmten Markenbotschafterinnen und -botschafter bekannt. Was muss eine Persönlichkeit haben, damit eine Partnerschaft eingegangen wird? Unsere Partnerschaft mit Kate Winslet besteht bereits seit mehr als zehn Jahren. Es ist uns wichtig, langfristige Partnerschaften einzugehen und unsere Botschafter müssen als Person und vom Charakter her zur Marke Longines passen. Im Zentrum steht dabei auch immer unsere Philosophie „Elegance is an attitude“. Aktueller Neuzugang ist Schauspieler Regé-Jean Page, bekannt als Simon

Basset in der Netflix-Serie „Bridgerton“. In der zweiten Jahreshälfte stellen wir eine weitere Ambassadorin vor. Wer das ist, darf ich allerdings noch nicht verraten. Sie sind gebürtiger Kärntner, wo haben Sie Ihren Lebensmittelpunkt? Ich lebe schon seit 20 Jahren in der Schweiz, komme aber regelmäßig nach Kärnten. Wie groß ist Ihr Team als CEO bei Longines? Mein Team besteht aus mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wie ist Ihr Führungsstil? Hart und herzlich. Was machen Sie gerne, wenn Sie einmal frei haben? Im Winter Skifahren und im Sommer Wasserskifahren. Was ist Ihr größter Luxus? Freizeit! Was bedeutet Eleganz für Sie? „Eleganz ist, wenn das Innere genauso schön ist wie das Äußere.“ Dieses Zitat stammt von Coco Chanel und es beschreibt auch die Eleganz, die Longines vermittelt, sehr gut. Eleganz ist nicht nur ein äußerer Aspekt, es geht dabei immer auch um eine Haltung. Sie sind schon sehr lange in der Uhrenbranche tätig. Wie viele Uhren besitzen Sie eigentlich und verraten Sie uns auch Ihre Lieblingsuhr? Es werden um die 50 sein. Mein derzeitiger Favorit ist die Longines „Spirit Zulu Time“.

LONGINES LEGEND DIVER WATCH. Die 2007 erstmals lancierte Legend Diver Watch erinnert mit ihrem Vintage-Design an die frühen Taucheruhren und den Innovationsgeist von Longines. Neu sind 2022 die 36mm-Modelle in Beige, Blau und Bordeauxrot sowie die 42mm-Modelle in Beige und Grau.

ÜBER LONGINES Die seit 1832 im schweizerischen Städtchen SaintImier ansässige Uhrenmarke kann stolz auf ein herausragendes technisches Know-how aus Tradition, Eleganz und Spitzenleistung verweisen. Das Unternehmen baut dabei in der Zeitmessung bei internationalen Weltmeisterschaften als Partner internationaler Verbände auf eine langjährige Erfahrung und eine solide und dauerhafte Verbindung zur Welt des Sports auf. Longines gehört zur Swatch Group, dem weltweit führenden Uhrenhersteller. Die durch das Logo der geflügelten Sanduhr bekannte Marke ist in mehr als 150 Ländern vertreten. Mit seiner Gründung im Jahre 1832 zählt das Schweizer Unternehmen zu den ältesten Manufakturen der Uhrenbranche. In den beinahe 200 Jahren Firmengeschichte führte Longines vielzählige Innovationen ein, unter denen das 1878 vorgestellte, erste Chronografen-Uhrwerk des Kalibers 20H eine besondere Bedeutung hat. Es läutete die Ära der präzisen Zeitmessung ein und stellte die Weichen für eine bis heute anhaltende Verbindung zum Sport. 12 8-12_Breschan_Coverstory.indd 12

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DIE ZUKUNFT DER MOBILITÄT Text: Maria Russ Fotos: Caroline Kubeczko, Shutterstock

Der Green Deal der EU-Kommission gibt eine klare Vorgabe: Klimaneutralität bis 2050. Eine zweifelsohne gewaltige Herausforderung, zu welcher der Verkehrssektor als einer der Hauptverursacher von CO2 seinen Teil beitragen muss. Welche Maßnahmen es geben wird und was die Mobilitätstrends der Zukunft sind, verrät der deutsche Mobilitätsexperte Dr. Stefan Carsten im Interview.

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Die Geschichte des Elektroautos begann bereits Mitte des 19. Jahr­hunderts, etwas früher als die des Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor; sein Niedergang setzte um 1910 ein. Am Bild: Das „Milburn Electric Modell 27L Brougham“ aus dem Jahr 1922 war der letzte produzierte Wagen von der erst 1914 in Toledo, Ohio, gegründeten Firma Milburn Wagon Company.

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ufgrund strengerer Abgasvorschriften sowie Verbesserungen von Motoren, Kraftstoffen und bei der Kraftstoffeffizienz emittieren moderne Pkw und Lkw heute weniger Schadstoffe als noch vor 30 Jahren. Die absoluten CO2-Emissionen sind dennoch höher als in der Vergangenheit, zumal die Zunahme des Kraftwagenverkehrs jene Verbesserungen wieder aufhebt. Autos, Busse und insbesondere der Güter- und Schwerlastverkehr belasten die Umwelt und das Klima heute stärker als in Zeiten, in denen noch keine Kat-Pflicht bestand, und eine Umweltentlastung kann nicht allein durch technische Verbesserungen an Fahrzeugen mit Ottomotor erreicht werden. Mehr Erfolg versprechen da neue, nachhaltige Technologien – oder eine alte neu entdeckt: der Elektroantrieb.

Während Elektrofahrzeuge zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Kampf um die Vorherrschaft auf der Straße gegen solche mit Verbrennungsmotoren verloren, gelten sie heute in Zeiten eines neuen ökologischen Bewusstseins inmitten der globalen Klima­krise als die Zukunft der motorisierten Fortbewegung. Und dies ganz ohne Entsagungen für den Verbraucher, wo im Kampf gegen den Klimawandel ansonsten so viel von individuellem Verzicht die Rede ist. Beim Elek­trofahrzeug als Ersatz für das Verbrennerauto bedarf es nicht nur keinerlei Verzichts, jenes bietet zusätzlich zum positiven Aspekt der höheren Nachhaltigkeit sogar Vorteile: Es ist leistungsstark, wartungsarm, langlebig, und obendrein gibt es keine Einbußen in Sachen Komfort. Die meisten Experten sind sich einig, dass das Elektroauto das Automobil mit Verbrennungsmotor in den nächsten fünfzehn bis

zwanzig Jahren zur Gänze verdrängen wird. Die Rettung der Welt darf man sich vom E-Auto allein indes freilich nicht erwarten, obgleich die große mediale Aufmerksamkeit, die ihm zukommt, den Anschein erweckt. Das Elektroauto kann nur einen Beitrag zum Klimaschutz unter vielen notwendigen leisten. Auch sind noch längst nicht alle technischen Probleme gelöst. Etwa ist nicht klar, wo die immense benötigte Strommenge für einen voll­elektrisierten Verkehr – das heißt: für 350 Millionen Pkw oder mehr bis zum Jahr 2035 allein in Europa – herkommen soll, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Wärme- und Energiegewinnung jener Wirtschaftssektor ist, auf den die allermeisten durch den Menschen verursachten Emissionen entfallen. Wirklich nachhaltig ist das Elektrofahrzeug nur, wenn der für das Laden seiner Batterie erforderliche Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Großen Fragezeichen steht man auch der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur gegenüber. Insbesondere mit Blick auf die derzeitige Weltlage ist zudem die Frage der Verfügbarkeit von Rohstoffen und hierbei vor allem die der Abhängigkeit von Autokratien wie Russland oder China eine dringliche. Doch keine Technologie ist von Anfang an perfekt. Und die Entwicklung der Elektromobilität steht erst am Anfang. Schon heute ist die Elek­trifizierung des Straßenverkehrs eine der Haupt­­strategien für das Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor. Von Carsharing-Services über Ride­­pooling-Konzepte bis hin zum gu­ten alten Fahrrad in allen Variationen als neues Statussymbol hat die Zukunft der Mobilität aber noch einiges mehr zu bieten als emissionsfreie batteriebetriebene Autos, weiß Mobilitätsexperte und Zukunftsforscher Stefan Carsten.

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Herr Carsten, die Geschichte des Verbrenners wird keine besonders lange gewesen sein. Seine Anfänge gegen Ende des 19. Jahrhunderts nehmend, fängt das Automobil mit Verbrennungsmotor bereits 140 Jahre später an, wieder zu verschwinden. Elektroautos dagegen sind gekommen, um zu bleiben. Der Wandel hin zur Elektromobilität ist irreversibel, so die Meinung vieler Experten. Was würden Sie jemandem, der immer noch zweifelt, entgegenbringen? Im Kern sind es sechs Faktoren, die dafür sorgen, dass sich Elektroautos sehr schnell durchsetzen werden. Zum Ersten sind das fallende Kosten: Während sie heute noch eine der größten Hürden für den Kauf eines Elektroautos darstellen, werden die Kosten innerhalb der nächsten fünf Jahre in vielen Teilen der Welt die wirtschaftlichste Option beim Autokauf sein. Dann ist da natürlich der Faktor Umweltfreundlichkeit: Die Behauptung, E-Autos seien in der Nutzung und Produktion nicht umweltfreundlich, ist mittlerweile in diversen Studien widerlegt worden. Tatsächlich sind Batteriefahrzeuge schon heute in der Summe umweltschonender als Verbrenner. Dieser Vorsprung wird künftig noch größer, durch neue Explorationstechniken, Recyclingmaßnahmen und technische Innovationen im Bereich Batterietechnik. Ein dritter Punkt ist die Energieeinsparung. Ein E-Auto verbraucht dreimal weniger Energie

als ein Auto mit Wasserstoff und Brennstoffzelle und mehr als sechsmal weniger Energie als ein Auto, das mit synthetischem Kraftstoff, E-Fuel, angetrieben wird. Vorteilhaft sind auch die Fahreigenschaften des Elektroautos: Die Beschleunigung eines solchen ist sehr viel stärker als die eines Verbrenners, und auch in Hinsicht Höchstgeschwindigkeit ist es absolut vergleichbar mit dem Verbrenner. Zudem ist der Wartungsbedarf geringer und ebenso der Verschleiß. Aufgrund der sehr viel geringeren Komplexität des Antriebsstranges ist mit deutlich geringeren Reparaturanfälligkeiten und Betriebskosten zu rechnen. Ein Elektrofahrzeug wird im Vergleich zu einem herkömmlichen Verbrenner rund zwei bis drei Mal länger halten. Zu guter Letzt sind noch die steigenden Reichweiten zu erwähnen: Die kommende Technologie der Festkörperbatterie wird einen deutlichen Anstieg der Reichweite mit sich bringen, gleichzeitig werden das öffentliche und das private Ladenetz weiter ausgebaut. Das Ende von Diesel-, Benzin- und Hybridfahrzeugen steht also bevor. Was passiert mit all den Tankstellen und Tankstellenbetreibern? Die Tankstelle herkömmlicher Bauart wird obsolet. Umso größer ist dafür der Bedarf an frei zugänglichen Ladepunkten für E-Mobilität. Tankstellen sind aber nie einfach nur Tankstellen gewesen, sondern immer auch

Seismografen für den Wert, den die Gesellschaft dem Auto und der Mobilität beimisst. Als Orte der fossilen Welt befinden sich Tankstellen deshalb im Zentrum der Energie- und Mobilitätswende. Bislang konnten sie mit diesem Status gut umgehen, nun aber geht es längst nicht mehr nur um die Transformation von fossil zu postfossil: Der Umbruch vollzieht sich auch von zentral zu dezen­tral und gleichzeitig von Produkt zu Service. Tankstellenbetreiber tun gut daran, den Wandel der Energiesysteme nicht als neue Konkurrenz zum Bestehenden zu verstehen. Immerhin geht es um das Ende von Diesel und Benzin, das heißt, diese Treibstoffe werden nach 2040 nur noch Oldtimer im Tank haben. Damit ist das Ende des althergebrachten Tankstellensystems eingeläutet. Diese Umgestaltung erfolgt, wie jede Transformation, nicht von einem Tag auf den anderen, doch sie hat längst begonnen und lässt sich nicht aufhalten. Tankstellenbetreiber erwirtschaften rund 20 Prozent ihres Gewinns mit Kraftstoffen. Viel wichtiger sind schon heute die ergänzenden Geschäftsfelder: Waschanlagen, Angebote der Nahversorgung, Bankautomaten oder Bistros. In Zukunft werden Tankstellen vor allem auch als Zwischenlager für Kurierdienste immer wichtiger, dank des immer größer werdenden Anteils des Onlinehandels.

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Zu den Gamechangern unter den neuen Mobilitätskonzepten zählt Carsharing, die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines Automobils. Es erlaubt, anders als konventionelle Autovermietungen, auch ein kurzzeitiges, minutenweises Anmieten von Fahrzeugen.

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Das Aufladen der Batterie eines E-Autos, selbst die Schnellladung, dauert deutlich länger als das Tanken mit fossilen Brennstoffen. Was hat das für Auswirkungen auf die Beschaffenheit der Tankstelle bzw. des Ladeparks der Zukunft? Müssen wir uns diese als soziale Hotspots vorstellen, wo man sich die Ladezeit im Café vertreibt? Wir verabschieden uns nach und nach von einer zentralen zu einer dezentralen Infrastruktur. In Zukunft wird es sowohl induktives Laden, also kabelloses Laden während der Fahrt, als auch neue Orte mit Ladeoptionen geben. Vor allem Supermärkte, Einkaufszentren oder Freizeiteinrichtungen werden in dieser Hinsicht neue Ladestrukturen entwickeln, damit die Zeit beim Einkaufen oder Sport ausgenutzt werden kann. Und nicht zu vergessen die Batterietechnologie, die sich weiterentwickeln wird. Schon heute gibt es technische Szenarien, die das Laden mindestens vergleichbar zum klassischen Tanken werden lassen. Darüber hinaus werden auch weiterhin die technischen Optionen für Batteriewechselstationen diskutiert. Die neue Limousine des chinesischen Anbieters Nio, das Modell ET7, soll angeblich noch in diesem Jahr in den Verkauf gehen – mit einer Feststoffbatterie, die eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ohne Nachladen realisieren soll. Parallel dazu setzt Nio auf das Prinzip der Wechselbatterie: Ein Batteriewechsel soll dann nur noch drei Minuten dauern. In Zukunft werden in Deutschland, so steht es in Ihrem „Mobility Report 2022“ geschrieben, eine Million E-Ladepunkte benötigt werden. In Österreich werden es erwartungsgemäß etwa ein Zehntel sein. Zusätzlich braucht es Wasserstofftankstellen. Woher soll der Strom dafür kommen?

ZUR PERSON Dr. Stefan Carsten ist Experte für die Zukunft der Mobilität, Autor und Speaker. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der studierte Stadtgeograf mit Leib und Seele wissenschaftlich und kritisch mit der Zukunft der Mobilität auseinander. In seinen Vorträgen sowie im „Mobility Report 2022“ zeigt er auf, wie die „neue Ära der Mobilität“ aussehen wird. Carstens Einblicke in die Mobilitätstrends der Zukunft sind eine Pflichtlektüre nicht nur für interessierte Privatpersonen, sondern auch für Vertreter der Mobilitätsbranche. 18 14-20_StefanCarsten.indd 18

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Die Transformation des Antriebs- und Energiesystems ist natürlich unmittelbar miteinander gekoppelt, was bedeutet, dass der Aufbau der Elektroflotte immer auf dem Aufbau eines auf erneuerbaren Energien beruhenden Energienetzes basieren muss. Schon heute gibt es Akteure, die für ihre Ladestationen ausschließlich erneuerbare Energie einplanen, wie zum Beispiel die niederländische Firma Fastned. Diese realisiert gerade den Aufbau von rund 1.000 Schnellladestationen in Europa. Bisher wurden mehr als 130 solcher Stationen errichtet, unter anderem in den Niederlanden, in Deutschland und in Großbritannien. Der Strom für die Ladesäulen ist zu 100 Prozent nachhaltig, teilweise liefern die Solardächer selbst die Energie, der Rest wird aus lokalen Wind- oder Solarparks bezogen. „Smarte Mobilität“ ist aber mehr als Elektromobilität. Die Mobilitätstrends der Zukunft haben noch andere Asse im Ärmel. Sie bezeichnen Shared Services als Game­ changer. Welchen Stellenwert wird Carsharing in Zukunft haben? Und was gibt es sonst noch für Konzepte? Carsharing erfuhr, bedingt durch die Coronapandemie, einen kleinen Dämpfer, wächst mittlerweile aber wieder im zweistelligen Bereich. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile fast vier Millionen Fahrberechtigte – 18 Prozent mehr als 2021 –, und die Zahl der angebotenen CarsharingFahrzeuge hat sich um 15,2 Prozent auf jetzt 30.200 Fahrzeuge erhöht. Was aber viel wichtiger ist, ist die Durchdringung des Angebotes an immer mehr Orten. Auch immer mehr kleinere Städte und Gemeinden im ländlichen Raum bieten Car­ sharing an. Das zeigt, dass die neuen Dienste nicht nur für urbane Räume zum Gamechanger werden, sondern vor allem für den ländlichen Raum. Dies gilt im Übrigen auch für andere Mobilitätskonzepte. Apropos urbaner Raum. Sie schreiben: „Das Missverhältnis von urbaner Mobilität und ländlicher Automobilität löst sich langsam auf.“ Welche neuen Mobilitätskonzepte gibt es hierfür? Während der Großstädter schon heute kein Auto mehr braucht, sind Menschen ohne Auto am Land derzeit noch nahezu immobil … Die ländliche Mobilität verändert sich zwar schon langsam, es wird aber noch eine Weile brauchen, bis die neuen Konzepte flächendeckend verfügbar sind. Als Erstes wird es sicherlich ein flexibler ÖPNV (Öffentlicher Per-

sonennahverkehr) in die entlegenen Gebiete schaffen. Den Rufbus kennt man bereits. In Zukunft wird der Rufbus sich aber immer weniger vom Fahrplan abhängig machen, sondern flexibel sein, also genutzt werden können, wann die Menschen ihn benötigen. Dafür gibt es schon einige sehr gute Beispiele. Neben Carsharing wird insbesondere Ridepooling-Konzepten eine große Bedeutung für die Zukunft zugeschrieben – als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot. Auch wenn auf dem Land eher die autoaffinen Gruppen leben, wird die Verfügbarkeit von Carsharing-Optionen das eine oder andere Auto obsolet werden lassen. Nicht jeder kennt Ridepooling. Was ist das? Ridepooling ist eine gewerblich organisierte Personenbeförderung, die Menschen flexibel

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Der ÖPNV ist das soziale und nachhaltige Rückgrat der Mobilität und sollte in dieser Rolle weiter unterstützt werden. Dafür muss er private Dienste integrieren (Bikesharing, Scootersharing), und private Dienste müssen den ÖPNV in dieser Rolle unterstützen, zum Beispiel durch das Bedienen von unterversorgten Strecken. Der ÖPNV, der ohne Fahrkartenautomaten auskommt, ist für mich eine erstrebenswerte Vision. Ich nutze die mobilen Möglichkeiten und erhalte die Abrechnung am Ende des Tages oder des Monats von einem integrierten Anbieter – dem ÖPNV. Es braucht aber auch das Verständnis, dass der Zugang zur Mobilität immer wichtiger wird, gerade auch für junge Zielgruppen. Mobility Hubs sind hier von großer Bedeutung. Diese Knoten der Mobilität sind nicht nur bemalte Straßenflächen, wo E-Scooter, Fahrräder und Ladeoptionen zur Verfügung stehen, es sollten vielmehr neue Architekturen und Räume für Mobilität und den sozialen Austausch sein. Nicht nur in der Innenstadt, sondern an jeder ÖV-Haltestelle – im suburbanen Raum, im ländlichen Raum und in der Stadt. Die Tankstelle wäre zum Beispiel auch ein guter Ort in diesem Sinne. Für viele junge Menschen ist das Auto längst kein Statussymbol mehr. Vielmehr scheint sich das Fahrrad zu einem solchen zu entwickeln. Fahrradfahren ist gesund: Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, weniger Krankheitstage haben. Ist das Fahrrad das Verkehrsmittel der Zukunft, zumindest in den Städten? Wie sehen Sie seine Zukunft und wie sieht das Fahrrad der Zukunft aus? Das Fahrrad ist nicht nur der Gewinner der Coronapandemie. Plötzlich gibt es eine Neubewertung des öffentlichen Raumes, plötzlich werden Autostrukturen zurückgebaut und Fahrradwege ausgebaut. Plötzlich werden sich die Akteure bewusst, dass eine wissensbasierte Gesellschaft andere Formen der Mobilität benötigt, nämlich aktive, gesunde, inklusive und nachhaltige Mobilität. All dies vereint das Fahrrad. Deswegen werden in Zukunft immer mehr Fahrradkonzepte auf den Markt kommen, die noch viel mehr als nur Fahrrad sind: drei Räder oder vier; mit Dach oder ohne; für mehr Personen oder für Lasten. Die Prognosen sprechen mittlerweile von zwei Mio. Lastenfahrrädern, die im Jahr 2030 in Europa verkauft werden.

Der Aufbau der Elektroflotte muss immer auf dem Aufbau eines auf erneuerbaren Energien beruhenden Energienetzes basieren.

– flexibler als etwa Autobusse, weil nicht abhängig von einem Fahrplan – zwischen Haltestellen befördert. Mehrere Fahrtanfragen werden gebündelt, also Fahrten mit ähnlichen Routen zusammengelegt. So teilen sich die Passagiere nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch den Fahrpreis: mehr Mobilität bei weniger Verkehr, obendrein günstig und bequem – Tür-zu-Tür-Service. Ridepooling entfaltet aber erst das volle Potenzial, wenn es als autonomer Service angeboten wird. Ohne Fahrer entfallen Personalkosten und Regelungen zu Fahrzeiten und Pausen. Das heißt: In der Zukunft könnte 24/7 ein On-Demand-Shuttle auch auf dem Land zur Verfügung stehen. Nochmals zum „guten alten“ öffentlichen Verkehr, der in der heutigen Form ein Auslaufmodell zu sein scheint. Er bringt sich kaum in die Diskussionen über die Mobilität der Zukunft ein, obwohl er ein wichtiger Player wäre. Muss er sich neu erfinden?

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ten könnte, in einer Stadt leben, in der Abgase und Lärm die Lebensqualität massiv beeinträchtigen? Für gehbehinderte Menschen wird es zum einen eine Weiterentwicklung des öffentlichen Angebotes geben – gerade in Hinblick auf autonome Konzepte wird die Mobilität für diese Gruppe sehr viele Erleichterungen mit sich bringen. Es wird aber auch noch mehr Fahrzeugkonzepte für die letzte Meile geben, die die Menschen nutzen können. Ein anderes Thema ist der Straßengüterverkehr. Als ein zentraler Verursacher des klimaschädlichen CO2 stellt er ein massiveres Problem dar als der Individualverkehr. Die Vermeidung des schweren Lang- und Kurzstrecken-Straßengüter verkehrs scheint an­ge­sichts von Wirtschaftswachstum und zunehmendem Außenhandel unrealistisch. Wird sich die Batterie auch bei den Lkw durchsetzen – oder die Brennstoffzelle? Sehr viele Lkw werden in Zukunft von einer Batterie angetrieben werden, die übrigen von einer Brennstoffzelle. Wir werden feststellen, dass die Batterietechnologie erst in den Anfängen steckt. Schon bald werden Batterien entwickelt, die sehr kurze Ladezeiten haben, sehr große Reichweiten bringen und darüber hinaus auch noch sehr günstig sind. Brauchen wir die Bahn überhaupt noch, wenn alles elektrisch fährt? Die Bahn ist viel mehr als nur ein Bahnanbieter. In Zeiten, in denen immer weniger Menschen auf der Kurz- und Mittelstrecke das Flugzeug nehmen, integriert die Bahn nicht nur die Langstrecke, sondern zukünftig auch immer mehr Angebote im Nah- und Regionalkontext. Dieses Ökosystem der Mobilität

Für eine echte Nachhaltigkeit, die bis ins letzte Glied der Lieferkette reicht, braucht es wohl noch eine Menge politischen Druckes.

Immer mehr Städte stellen gerade ihre Verteillogistik auf das Lastenfahrrad um. In München wird UPS das gesamte Paketaufkommen schon ab diesem Jahr ausschließlich auf Lastenfahrrädern zum Kunden bringen. Herzlich willkommen in einer nachhaltigen Ära der Logistik! Es scheint simpel: In der Stadt muss es einfacher sein, zu Fuß zu gehen, mit dem Fahrrad zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, als mit dem Auto zu fahren. Welche Angebote gibt es für ältere und gehbehinderte Menschen, welche Last Mile-Konzepte? Ja, Heidelberg etwa ist bereits eine Stadt, in der Autos nicht willkommen sind. Dadurch werden neue attraktive Lebensumfelder geschaffen, die für viele Unternehmen wiederum sehr interessante Standortbedingungen schaffen. Wer möchte schon, als gut ausgebildete Fachkraft, die heute überall arbei-

aus einer Hand wird zukünftig immer wichtiger. Der Markt für nachhaltige Mobilität ist gerade erst am Entstehen. Sie erwähnten das Flugzeug. Auch die glo­bale Mobilität wird sich verändern (müssen) ... Ja. Corona hat das Fernweh massiv gefördert. Die Nachfrage nach Fernreisen wird explodieren. Niemand ist mehr bereit, sich eingeschlossen und immobil zu fühlen. Nach dieser Phase wird es aber auch eine Neubewertung geben müssen, bei der Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Nachhaltiges Reisen, nachhaltige Ziele werden für viele Menschen immer wichtiger. Ist der Weg zur nachhaltigen Mobilität noch steil und weit? Die Politik hat einen Weg aufgezeigt, dem viele Unternehmen jetzt folgen – müssen. Die deutsche Automobilindustrie, zum Beispiel, ist erst durch die Regulation der Europäischen Union aufgewacht. Aber jetzt ist der Trend ungebrochen, es gibt kein Zurück mehr. Trotzdem wird es noch lange Greenwashing geben oder Akteure, die E-Mobilität per se mit Nachhaltigkeit gleichsetzen. Doch Elektro ist nicht immer gleich nachhaltig. Grüner Strom vs. Kohle-Strom wird in Zukunft ein zentrales Differenzierungskriterium darstellen. Für eine echte Nachhaltigkeit, die bis ins letzte Glied der Lieferkette reicht, braucht es wohl noch eine Menge politischen Druckes.

BUCHTIPP

Stefan Carsten: „Mobility Report 2022“ ISBN 978-3-945647-82-0, € 150

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ALS GEBOT DER STUNDE

TECHNOLOGIEOFFENHEIT

Warum es Unsinn ist, wenn die Politik nur den Elektroantrieb als Lösung für die Mobilität der Zukunft vorschreibt und in welche Richtung 180 MitarbeiterInnen in Sachen Entwicklung von Elektromotoren im E-Mobility-Kompetenzzentrum in Anif bei Salzburg forschen, hat uns KTMChef Stefan Pierer im Interview erzählt.

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Text: Ulli Wright Foto: Helge Kirchberger

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ür KTM-Chef Stefan Pierer ist E-Mobilität eine ideale Mobilitätslösung für kurze Strecken auf zwei und vier Rädern. Um fit für die Zukunft zu sein, wurden im Vorjahr die Elektroentwicklungsaktivitäten in der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH in Anif bei Salzburg gebündelt, wo sich 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Entwicklung von Elektromotoren inkl. Fahrzeugentwicklung beschäftigen. Welche Rolle neue, recyclingfähige und nachhaltige Verbundmaterialien wie Hanf- oder Flachsfasern dabei spielen, hat uns Stefan Pierer verraten.

mit an Bord sind und die Entwicklung von synthetischem Kraftstoff vorantreiben. In Anif bei Salzburg wurden bereits 25 Millionen Euro in ein E-Mobility-Kompetenzzentrum investiert. Was genau wird da entwickelt bzw. was braucht es, damit elektrisch betriebene Zweiräder und leichte Elektrofahrzeuge auch hinsichtlich Reichweite, Ladezeit, Ladeinfrastruktur und Kosten wirklich massentauglich werden? Wir haben im Jahr 2021 unsere Elektroentwicklungsaktivitäten in der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH in Anif bei Salzburg gebündelt und dort bereits rund 25 Millionen Euro investiert. An diesem Standort beschäftigen sich derzeit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Entwicklung von Elektromotoren (inkl. Fahrzeugentwicklung).

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Herr Pierer, Anfang des Jahres 2022 sagten Sie, Elektromobilität ist insgesamt ein Unsinn, der von Politikern ohne wissenschaftliche Kenntnisse gefördert wird. Worin liegt für Sie die Mobilität der Zukunft? Ich habe es als Unsinn bezeichnet, wenn die Politik nur eine Lösung (Elektroantrieb) für die Mobilität vorschreibt. Für die Mobilität der Zukunft ist es enorm wichtig, offen für verschiedene Antriebskonzepte bzw. Technologien zu sein. E-Mobilität ist nur eine Möglichkeit davon. Ich sehe E-Mobilität als eine ideale Mobilitätslösung für kurze Strecken auf zwei und vier Rädern, da hierfür nur kleine Batteriekapazitäten erforderlich sind und die Rohstoffabhängigkeit überschaubarer bleibt. Speziell das motorisierte Zweirad ist für den E-Antrieb im Niedrigvoltbereich ideal geeignet.

Die Motorradindustrie geht davon aus, dass es mit der 48-Volt-Elektrik bis zur Klasse A1 – das sind 11 kW oder 15 PS – in den nächsten zehn Jahren, vor allem in Europa, viele Elektromotorräder geben wird. Da sprechen wir von Rollern, Mopeds und Motorrädern. Was ist Ihrer Meinung nach die Antriebsform der Zukunft für motorisierte Zweiräder über 48 Volt? Die Antriebsform der Zukunft für motorisierte Zweiräder wird ein Mix aus elektrifizierten Motorrädern (48 Volt) im unteren Hubraumbereich (bis max. 250 ccm) sein und hubraumstärkere Modelle (über 250 ccm) werden mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. In den High-Performance-Segmenten wird der Fokus der Entwicklungen auf die weitere Optimierung des Verbrenners sowie den Einsatz bzw. die Kompatibilität mit E-Fuels gerichtet. Wir sind Verfechter von E-Fuels. Dafür sind wir auch ein Mitglied der e-Fuel Alliance Österreich, in der neben uns auch andere große Unternehmen wie u. a. Kässbohrer, AUA, OMV

Ich sehe E-Mobilität als eine ideale Mobilitätslösung für kurze Strecken auf zwei und vier Rädern, da hierfür nur kleine Batteriekapazitäten erforderlich sind. Für die Entwicklung einer standardisierten Batterieplattform für zwei Räder haben sich Piaggio, Honda, Yamaha und KTM zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen wir eine Standardbatterie für leichte motorisierte Zweiräder (PTWs) auf den Markt bringen. Bei der Batteriezellenentwicklung gibt es eine strategische Kooperation mit Varta. Wir sehen hier ein großes Potenzial für eine Plattformbatterie für leichte Elektrofahrzeuge im Bereich der 48-Volt-Technolgoie.

Wo geht die Reise im Leichtbau hin? Im Leichtbau sehen wir interessante Innovationen auf uns zukommen. So wird am Einsatz neuer recyclingfähiger und nachhaltiger Verbundmaterialien wie Hanf- oder Flachsfasern geforscht. Immer öfter werden auch verschiedene Materialien wie Aluminium, Karbonfa-

sern und Kunststoffe miteinander kombiniert, um Material und Gewicht zu sparen. Oft gilt dabei das Vorbild aus der Natur. Am Standort in Anif bei Salzburg führen wir auch Drittaufträge für externe Unternehmen durch, darunter auch für namhafte Autohersteller wie auch Zulieferbetriebe aus anderen Branchen wie Maschinenbau oder Luftfahrt. Wie schaut es derzeit am Markt mit der Nachfrage nach E-Bikes (Fahrrädern) aus? Der Elektroantrieb beim Fahrrad hat sich schon weltweit durchgesetzt und in den letzten Jahren hohe Steigerungsraten erbracht. Derzeit wird bereits ein 40-prozentiger Anteil an E-Fahrrädern am Fahrradmarkt nachgefragt bzw. abgesetzt. In Europa erwartet man bis 2025 einen Anstieg auf rd. sechs Millionen Einheiten. In Nordamerika soll sich das Marktvolumen von 2021 bis 2025 auf zwei Millionen Stück pro Jahr sogar vervierfachen. Ziehen die elektrischen Motorräder bereits nach und wie viele Modelle bieten Sie bei Ihren Marken KTM, Husqvarna Motorcycles und GASGAS schon an? Neben dem E-Fahrrad beginnt im kleinvolumigen Moped- bzw. Motorradbereich (bis 125 ccm) eine steigende Nachfrage nach elektrischen Antrieben. Das Volumen ist derzeit noch sehr gering, aber bis 2025 wird der Markt in Europa bereits auf 200.000 Einheiten geschätzt. Pierer Mobility ist hier für beides sehr gut aufgestellt. Auch der weltweite Motorradmarkt wird weiterwachsen. Besonders für Kurzstrecken, auch urbanen Raum, gewinnt das Motorrad an Bedeutung. Bis 2024 werden bei uns mindestens drei elektrische Plattformen mit mehreren Produkten eingeführt. Das Portfolio an E-Modellen in unserer Unternehmensgruppe ist groß. Neben den E-Bicycles (GASGAS, Husqvarna, R Raymon und Felt) bieten wir bei allen drei Motorrad-Marken (KTM, Husqvarna und GASGAS) die kleinen Balance Bikes, die sogenannten Stacycs, die Sport Minis sowie die GASGAS Trials und unsere KTM Freeride E. Zahlreiche Zweiradmodelle von 4 bis 11 kW sollen im Unternehmen elektrifiziert werden. 2022 führen wir einen Stand-up-Scooter mit einer Reichweite von 40 Kilometer und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h am Markt ein. In Entwicklung befinden sich die Husqvarna E-Pilen im A1-Führerscheinsegment (125-ccm-Klasse) sowie weitere noch nicht präsentierte Modelle, die voraussichtlich 2023 marktreif werden.

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Text: Nicole Madlmayr Fotos: Thom Trauner

EIN

PORSCHE FÜR

ALLE

FÄLLE Ooops, we did it again! Wir haben unserem Herausgeber Josef Rumer auch für diese Ausgabe einen Wagen zum Testen in die Tiefgarage gestellt. Dieses Mal: den vollelektrischen Porsche Taycan 4S Cross Turismo mit bis zu 571 PS Overboost-Leistung.

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Die Kunden lieben den Taycan Cross Turismo: Im ersten Quartal 2022 liegt er bei den Erstzulassungen bereits auf Platz drei – hinter Cayenne und der Markenikone, dem 911er.

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er Porsche Taycan Cross Turismo scheidet die Geister. Während er für die einen wegen seinem Exterieur und den vier Türen kein richtiger Sportwagen ergo Porsche mehr ist, freuen sich die anderen über die damit einhergehende bessere Alltagstauglichkeit. Es kommt wohl immer darauf an, was man von und mit dem Wagen möchte. Wer einen sportlichen Zweitwagen zum reinen Vergnügen haben will und ohnehin mit dem Kombi oder SUV zum Einkaufen oder in den Urlaub fährt, wird sich vermutlich nicht für den Taycan Cross Turismo entscheiden. Wer hingegen einen Sportwagen möchte, der auch ein feiner Begleiter im Alltag ist, der wird große Freude mit ihm haben. Denn mit knapp 500 Litern Kofferraumvolumen lässt sich zum Beispiel der Wochenendeinkauf problemlos nach Hause bringen. Legt man die Rückbank um, kann man den Kofferraum auf rund 1.200 Liter erweitern und bei Bedarf sogar sperrige Dinge transportieren.

Ohne Verrenkungen auf den Rücksitz Unser Herausgeber Josef Rumer zählt jedenfalls zu jenen Menschen, die diese praktischen Eigenschaften des Porsche im Alltag zu schätzen wissen. Er ist von der Optik begeistert, besonders die bullige Frontansicht hat es ihm angetan. Dass dieser Porsche ein Viertürer und neben dem Panamera so etwas wie ein Kombi der Zuffenhausener ist, stört ihn wenig. Im Gegenteil: Er ist froh, dass die Rückbank nicht erst durch mühsame Verrenkungen erreicht werden kann. Und wenn man nicht ständig alleine oder ausschließlich mit dem Partner unterwegs ist, machen vier Türen immer Sinn. Niemand, wirklich niemand, will umständlich und zudem hochgradig unelegant in einen Porsche klettern.

Mit 500 PS unterwegs Wobei man in einem Porsche ohnehin am besten am Fahrer- oder zumindest am Beifahrersitz Platz nehmen sollte. Unser Testwagen hat nämlich 490 PS an Bord und eine Overboost-Leistung (bei Launch Control) von satten 571 PS, wenn’s mal ein bisserl mehr sein darf. Damit schafft er den Sprint von null auf 100 Stundenkilometer in 4,1 Sekunden. Das bedeutet in der Praxis, dass man den Beifahrer/die Beifahrerin unbedingt vorwarnen sollte, bevor man zeigt, was dieser Wagen so kann. Die Reaktionen fallen nämlich sehr unterschiedlich aus: Während den einen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht will, krallen sich die anderen an dem fest, was sie als Erstes erwischen. Denn der Taycan ist sofort zur Stelle, wenn man ihn braucht – die wenn auch noch so kurze Anlaufphase, wie man sie bei den klassischen Verbrennern kennt, fällt nämlich weg. Was bleibt, ist ein kraftvoller Antritt, der beweist, dass auch die elektrische Version durch und durch ein Porsche ist. Die Batterie sitzt zudem im Unterboden des Wagens und sorgt so für einen tiefen Schwerpunkt, was den sportlichen Fahreigenschaften zusätzlich entgegenkommt.

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So weit kommt man Die Reichweite gibt der Hersteller bei unserem Testmodell übrigens mit bis zu 450 Kilometern an – unter Laborbedingungen sei dazu gesagt. Mit dem wahren Leben hat das freilich wenig zu tun, schließlich möchte man einen Porsche ja auch wie einen Porsche fahren. Ansonsten könnte man sich jedes x-beliebige Auto kaufen … Je nach Fahrstil und Außentemperatur ist somit eine Reichweite zwischen 350 und 300 Kilometern weitaus realistischer. Geladen werden kann der Taycan ganz bequem zu Hause, wobei man dafür einiges an Zeit einkalkulieren und den Wagen am besten über Nacht an die Steckdose hängen sollte. Mit Wechselstrom bis zu 11 kW dauert es laut Herstellerangaben neun Stunden, bis die Batterie wieder voll ist. Weniger zeitaufwendig ist es, bei einem Hypercharger zu laden. Das geht ratzfatz und schon nach fünf Minuten kann man weitere 100 Kilometer fahren.

Wichtig beim Fahren ist außerdem das adaptive Fahrwerk, das sich auf Wunsch und Knopfdruck anheben oder absenken lässt. Das macht den Taycan Cross Turismo zwar nicht zum Hardcore-Offroader, ist aber zum Beispiel im City-Verkehr sehr praktisch, etwa wenn man über Bremsschwellen oder in eine Tiefgarage fahren muss. Die neue Smart-Lift-Funktion ermöglicht außerdem das automatische Anheben des Fahrwerkniveaus an lokal programmierbaren Stellen, in unserem Fall die Tiefgarage beim Büro, damit man im Alltag nicht mal darauf vergisst.

Auch ein schöner Rücken kann entzücken: die bullige Heckansicht des Taycan Cross Turismo. Das Interieur-Design: Weniger ist mehr Beim ersten Platznehmen auf dem Fahrersitz nickt unser Herausgeber Josef Rumer anerkennend, das Cockpit ist übersichtlich und gewohnt edel. Das Interieur-Design wurde auf das Wesentliche reduziert. Analog dem Porsche 918 Spyder gibt es im Taycan Cross Turismo keinen klassischen Wählhebel mehr, sondern einen kompakten Fahrtrichtungsschalter im Armaturenbrett, rechts neben dem Lenkrad. Das ist vor allem zu Testbeginn sehr gewöhnungsbedürftig, weil man den Schalthebel klassisch in der Mittelkonsole sucht. Dort findet man im Elektro-Porsche jetzt Platz für Getränke, Smartphone & Co. Für uns ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Die Klimaanlage wird über ein eigenes Display im vorderen Teil der Mittelkonsole gesteuert. Dort lässt sich sowohl die Temperatur einstellen als auch die Richtung des Luftstromes. Letzteres kann man manuell nicht mehr steuern, was während dem Fahren mitunter etwas tricky sein kann.

Was im Innenraum hingegen sehr gefällt: Der obere und der untere Teil der Instrumententafel spannen sich über die gesamte Breite des Fahrzeugs. Im Mittelpunkt steht das knapp elf Zoll große Infotainment-Display, das sich recht intuitiv mittels Touchscreen bedienen lässt. Daneben gibt es optional ein eigenes Display für den Beifahrer. Dieser kann sich dort die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen lassen oder die Playlist über Spotify steuern. Letzteres hat sich während der Testzeit als superpraktisches Feature erwiesen. Besonders schönes Detail: Auf Wunsch ist ein Kompass oben auf der Instrumententafel erhältlich. Er zeigt die Himmelsrichtung analog über eine mitdrehende Kompassrose an und informiert digital über Höhe und Uhrzeit.

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So schön, so sportlich und zudem alltagstauglich: der Porsche Taycan Cross Turismo.

Schönes Detail: Optional gibt es einen Kompass im Cockpit, der die Himmelsrichtung analog über eine mitdrehende Kompassrose anzeigt und digital über Höhe und Uhrzeit informiert.

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DATEN & FAKTEN Porsche Taycan 4S Cross Turismo Abmessungen: Länge: 4974 mm, Breite: 1967 mm, Höhe: 1409 mm Kofferraum: 500 – 1212 Liter Systemleistung: 360 kW/490 PS (420 kW/571 PS Overboost-Leistung) Reichweite nach WLTP: 388 bis 452 Kilometer Stromverbrauch: 22,6 kWh Preis: ab 114.766,26 Euro Preis Testmodell: 144.606,66 Euro

Herausgeber Josef Rumer ist begeistert, die vier Türen stören ihn nicht. Im Gegenteil: Für ihn bleibt auch der Taycan Cross Turismo ein echter Porsche – mit allen Qualitäten, die ein echter Sportwagen braucht.

Mit Fahrradträger und Dachbox Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es für den Taycan Cross Turismo sowohl einen Heckträger für zwei Fahrräder, der eigens dafür entwickelt wurde, gibt als auch eine Performance-Dachbox, die bis zu 480 Liter fasst. Den Beinamen Performance trägt die Dachbox, weil sie für die Modellreihen Macan, Panamera, Taycan und Cayenne bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h freigegeben ist. Hier schließt sich der Kreis, denn an dieser Frage scheiden sich die Geister erneut: Ein Porsche, der kein SUV ist, mit Fahrradträger und/oder Dachbox? Da rümpft auch unser Herausgeber Josef Rumer die Nase: „So viel Alltagstauglichkeit muss es dann doch nicht sein!“

Wo Porsche draufsteht, ist auch Porsche drin! Unser Testwagen erfreut mit knapp 500 PS und – wenn‘s ein bisserl mehr sein darf – 571 PS Overboost-Leistung.

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Entgeltliche Einschaltung

Einfach da. Seit 130 Jahren. Das Leben stellt ständig neue Anforderungen an uns alle. Umso wichtiger ist es, einen Partner zu haben, auf den Verlass ist. Seit 130 Jahren sind wir für das Land und seine Menschen da. Und das werden wir auch künftig tun. Einfach da sein, wo Sie uns brauchen, um Zukunft zu gestalten und möglich zu machen.

Wir denken an morgen Mehr Infos auf www.energieag.at

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Erster Podestplatz im Weltcup. Daniel Hemetsberger konnte sich bei der heurigen Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel hinter den Schweizern Beat Feuz und Marco Odermatt den dritten Platz sichern. Als Fixstarter bei den Olympischen Spielen in Beijing folgte für ihn kurz darauf die nächste Premiere. 32 32-37_Danielhemetsberger.indd 32

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Text: Laura Zapletal Fotos: Thom Trauner

Ein gelungener

STREIFzug Spätestens seitdem Daniel Hemetsberger auf der legendären Streif in Kitzbühel den dritten Platz einfuhr, kennt den 30-jährigen Skirennläufer aus Nußdorf am Attersee fast die ganze Nation. Das Fixstarterticket für die Olympischen Spiele in Beijing 2022 war damit auch gesichert. Wir haben den ÖSVShootingstar zum Interview getroffen.

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ange Zeit ist Daniel Hemetsberger unter dem Radar seiner Speed-Kollegen Vincent Kriechmayr oder Matthias Mayr gefahren. Damit ist jetzt Schluss. Nachdem er in der vergangenen Saison bei den Abfahrtsdisziplinen in Bormio und Wengen nur knapp das Podest verpasste, konnte sich der 30-jährige Skiprofi auf der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel als einziger Österreicher einen Stockerlplatz sichern und feierte mit Platz drei sein erstes Weltcup-Podium. Trotz begehrter Gams und als Fixstarter bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Beijing – am Ziel seiner Skirennkarriere ist der sympathische Oberösterreicher damit noch lange nicht. Beim Interview in seiner Heimatgemeinde Nußdorf am Attersee hat er uns verraten, was ihn seine Rückschläge gelehrt haben und was er sich für die kommende Skisaison vorgenommen hat.

Herr Hemetsberger, Sie können auf eine mehr als erfolgreiche Saison zurückblicken. Wie geht es Ihnen? Danke, mir geht es im Moment sehr gut, es hätte nicht besser laufen können. Aktuell bereite ich mich schon wieder auf die nächste Saison vor. In den vergangenen Wochen standen Materialtests am Programm und seit Anfang Mai habe ich wieder geregeltes Training. Können Sie sich noch erinnern, als Sie das erste Mal auf den Brettern standen? Ja, das war mit drei Jahren. Mein Bruder und ich haben das große Glück, dass unser Papa ein sehr ambitionierter und guter Skifahrer ist. Er hat uns schon früh das Skifahren beigebracht. Seitdem habe ich auf den Brettern viele Hochs und Tiefs erlebt, aber ich möchte keine Minute davon missen. Skifahren gilt in Österreich als Nationalsport. Doch nur die wenigsten schlagen den Weg in den Profi-Skirennsport ein. Wie kam es bei Ihnen dazu?

Ich habe schon in sehr jungen Jahren an Rennen teilgenommen. Dass ich letztendlich den Weg in den Skirennsport eingeschlagen habe, hat sich jedoch zufällig ergeben. Das habe ich dem Vater eines guten Freundes von mir zu verdanken. Wir sind gemeinsam zu den Bezirksrennen gefahren und eines Tages hat er mich auf die Skihauptschule in Windischgarsten aufmerksam gemacht, die ich dann absolviert habe. Was fasziniert Sie am Skirennsport und was macht die schnellen Disziplinen so interessant für Sie? Skirennen an den schönsten Orten der Welt fahren zu können, ist meine große Leidenschaft. Die Abfahrt ist und bleibt für mich die Königsdisziplin, weil sie viel Tempo und weite Sprünge verlangt und das liebe ich einfach. Slalom würde für mich deshalb nie infrage kommen (lacht). Ihr Zuhause sind mittlerweile die Pisten der Welt. Was ist Ihre persönliche Lieblingsabfahrt? Definitiv Beaver Creek in Colorado (USA). Sowohl das Streckenlayout als auch wie sich die Abfahrtspiste ins Gelände reinlegt – das ist einfach einzigartig. Aber natürlich ist auch die Streif in Kitzbühel jedes Mal wieder ein besonderes Highlight für mich.

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Ich habe auf den Skiern viele Hochs und Tiefs erlebt, aber ich möchte keine Minute davon missen.

Auf Letzterer konnten Sie sich diese Saison in der Abfahrt den dritten Platz sichern und besiegelten damit Ihren ersten Weltcup-Stockerlplatz. Was war das für ein Gefühl? Es war ein überwältigendes Gefühl, obwohl ich bis zum Schluss nicht mit einem Podiumsplatz gerechnet habe. Ich wusste zwar, dass ich eine richtig gute Fahrt abgeliefert habe, aber da ich Startnummer eins hatte, habe ich bis zuletzt um einen Stockerlplatz gezittert. Erst als der letzte Rennläufer ins Ziel

Leider gar nicht. Aufgrund der Situation mit Corona wurden wir vor der Reise zu den Olympischen Spielen nach Beijing dazu angehalten, die Kontakte auf das Mindeste zu beschränken. Trotzdem werde ich den Moment nie vergessen, als mich meine Familie am Balkon zu Hause jubelnd empfangen hat und ich ihnen vom Parkplatz aus kurz die Gams zeigen konnte. Am Ende bestand meine Feier aus meinem Lieblingsburger und einem kleinen Bier alleine in meiner Wohnung (lacht), aber das große Podiumsfest wird auf jeden Fall noch nachgeholt. Hat die Gams schon einen Ehrenplatz bekommen? Ja, sie steht neben dem Küchentisch in meiner Wohnung, da habe ich sie immer direkt im Blickfeld. Kurz nach Ihrem Erfolg auf der Streif haben Sie erfahren, dass Sie neben Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr als FixSport als Ausgleich. Auch abseits der Piste starter bei den Olympischen liebt es der Sportler, sich bei Volleyball oder Spielen in Beijing dabei sein wie hier in seinem eigenen Fitnessstudio werden. Mit welchen Erwarauszupowern. tungen haben Sie sich nach China aufgemacht? kam, habe ich mir zum dritten Platz gratulie- Mein persönliches Ziel war es, „All-In“ zu gehen ren lassen. Da bin ich sehr abergläubisch. Das und auf das Podest zu fahren, was nach meiGefühl, als ich dann am Stockerl stand und ner erfolgreichen Saison auch absolut möglich die bronzene Gams in meinen Händen hielt, gewesen wäre. Leider hat es mir im ersten Abwar einfach unglaublich. Natürlich habe ich schnitt den Ski verschlagen und so ging sich noch zahlreiche Ziele, aber eine Gams aus nur der 21. Platz aus. Trotzdem habe ich mich Kitzbühel ist und bleibt der Traum eines je- noch keine Minute darüber geärgert. Ich habe alles gegeben und mit diesem Gefühl bin ich den Abfahrers. Und darf man fragen, wie Sie den ersten Po- auch nach Hause gefahren. diumsplatz Ihrer Weltcupkarriere gefeiert Wie bereitet man sich als Sportler auf Olympia vor? haben? 34

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Ich habe so gut es geht versucht, den Hype rund um Olympia auszublenden, weil es mentalen Stress aufbaut. Im Grunde genommen habe ich mich wie auf ein normales Rennen vorbereitet. Denn letztendlich möchte ich beim Weltcup genauso gewinnen wie bei Olympia. Dass ich es am Ende nicht geschafft habe, steht auf einem anderen Blatt Papier. Im Laufe Ihrer Karriere mussten Sie bereits mit einigen Rückschlägen kämpfen. Insgesamt vier Kreuzbandrisse hatten zur Folge, dass Sie aktuell erst Ihre zweite volle Weltcupsaison bestreiten konnten. Gab es schon Momente, wo Sie ans Aufhören dachten? Schon mehrmals, und einmal habe ich tatsächlich alles hingeschmissen, aber nur für drei Stunden (lacht). Vor allem beim ersten Kreuzbandriss ging für mich eine Welt unter. Ich war damals 17 und das erste Jahr im FIS-Kader, als es passierte. Obwohl ich wusste, dass ein Kreuzbandriss das Karriereende bedeuten könnte, habe ich nicht aufgegeben. Die Operation ist Gott sei Dank erfolgreich verlaufen. Beim zweiten Kreuzbandriss war es nicht mehr

ganz so schlimm, weil ich die Prozedur bereits kannte. Meine zahlreichen Meniskusrisse und Knorpelschäden lassen sich hingegen nicht so leicht regenerieren und könnten im Laufe meiner weiteren Karriere mein größtes Problem werden. Soweit ist es aber zum Glück noch nicht. Vor zwei Jahren habe ich auf Anraten meines Mentaltrainers gemeinsam mit einem Experten meine Ernährung umgestellt. Seither habe ich weniger Knieprobleme, schlafe besser und meine Leistungswerte sind erheblich besser geworden. Was konnten Sie aus den Rückschlägen für Ihre Karriere mitnehmen? Ich habe auf die harte Weise lernen müssen, dass es im Skisport auch Schattenseiten gibt, aber auch, dass es sich auszahlt, für seinen großen Traum zu kämpfen. Gleichzeitig haben mir diese schwierigen Zeiten gezeigt, auf wen ich mich wirklich verlassen kann. Alles in allem bin ich durch diese Rückschläge zu dem Menschen geworden, der ich heute bin. Gibt es ein Ritual, das Sie vor dem Start pflegen?

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Ein Ritual in dem Sinne pflege ich nicht, aber die zehn Minuten vor dem Start sind bei mir akribisch durchgeplant und haben immer denselben Ablauf. Dieser ermöglicht es mir, im Fokus zu bleiben und alles um mich herum zu vergessen.

Eine Gams aus Kitzbühel ist und bleibt der Traum eines jeden Abfahrers. Kann man schon während des Rennens abschätzen, ob sich einer der begehrten Stockerlplätze ausgehen wird? Wenn man sich in dieser Phase darüber Gedanken machen kann, ist man in den meisten Fällen zu langsam (lacht). Normalerweise ist man hier nur damit beschäftigt, in der Spur zu bleiben und so schnell wie möglich ins Ziel zu gelangen. Erst danach hat man Zeit für die Analyse. Nach Ihrem sensationellen dritten Platz bei der Abfahrt in Kitzbühel ist der Hype um Sie größer denn je. Wie gehen Sie mit dieser großen medialen Aufmerksamkeit um Ihre Person um? Ich genieße es in vollen Zügen und freue mich über jeden, der sich für meine Karriere interessiert. Noch glücklicher macht es mich aber, wenn ich Kinder mit meiner Leistung erreiche. Heutzutage treiben immer weniger Kinder

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Auf Olympia habe ich mich wie auf ein Weltcuprennen vorbereitet, denn am Ende will ich bei beiden gewinnen.

Sport und wenn ich nur ein paar dazu motivieren kann, sich mehr zu bewegen, freut mich das riesig. Gibt es im Skisport Vorbilder, zu denen Sie aufblicken? Ja, da gibt es so einige. Angefangen hat es definitiv mit Hermann Maier. Durch ihn habe ich auch die Leidenschaft für den Skisport entdeckt, gefolgt von Stefan Eberharter, der vor allem meine Schulzeit geprägt hat. In meinem eigenen Kader zählen auf jeden Fall Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer zu meinen Vorbildern. Beide können mit einer sagenhaften Kontinuität ihre beste Leistung abrufen und

Was machen Sie als Ausgleich in Ihrer Freizeit? Hauptsächlich Sport (lacht). Das ist und bleibt einfach meine Leidenschaft, neben dem Skifahren spiele ich vor allem gerne Volleyball. Vor drei Jahren habe ich mit einem Freund einen Volleyballverein gegründet, seither veranstalten wir jedes Jahr Mixed-Turniere am Attersee, bei denen jeder mitmachen kann. Abseits davon spiele ich gerne mit meinen Freunden das Kartenspiel „Magic“. Es ist ein etwas peinliches Hobby (lacht), aber für uns ist es einfach ein cooler Ausgleich, der uns seit unserer Schulzeit verbindet. Wohnen Sie noch in Ihrem Heimatort Nußdorf? Ich wohne nach wie vor in Nußdorf am Attersee und das wird sich künftig auch nicht ändern. Ich habe durch den Skirennsport schon viele Orte auf der Welt gesehen, aber nirgends ist es so schön wie am Attersee. Keine zehn Pferde bringen mich hier mehr weg (lacht). In Nußdorf am Attersee befindet sich auch Ihr langjähriger HauptAuf dem Weg nach ganz oben. Für die kommende sponsor, die Raiffeisenbank AtterWeltcup-Skisaison hat sich Daniel Hemetsberger see-Süd und das Private Banking das Siegerpodest vorgenommen. Attersee. Wie wichtig ist es als Sportler, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben? haben eine bewundernswerte Professionalität. Sponsoren sind für uns Sportler sehr wichtig, Obwohl wir Konkurrenten sind, kann ich mich daher freut es mich sehr, die Raiffeisenbank mit jeglichen Belangen an sie wenden. Sie un- Attersee-Süd und das Private Banking Atterterstützen mich, wo sie nur können und das ist see als Partner an meiner Seite zu haben. Sie für mich wahre sportliche Größe. Dafür bin ich haben mich schon unterstützt, als ich noch sehr dankbar. im Europacup Ski gefahren bin. Ich kann mich Sie sind nicht nur Spitzensportler, sondern zu hundert Prozent auf meine Sponsoren verauch ausgebildeter Zollbeamter. Bleibt neben lassen, und das seit ich klein bin. Schon mein den vielen Trainings und dem Weltcup-Rum- erstes Taschengeld habe ich zur Raiffeisenbank mel noch Zeit, dieser Tätigkeit nachzugehen? gebracht und heute ist meine Cousine meine Nein, leider nicht, aber ich möchte nach mei- Bankberaterin. Das ganze Raiffeisenbank-Team ner sportlichen Karriere auf jeden Fall wieder ist mittlerweile wie eine Familie für mich und einsteigen, da es für mich ein sehr spannender ich bin sehr glücklich, dass ich sie im Skicircus Beruf ist. vertreten darf. 36

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Stolze Sponsoren. Raiffeisenbank Attersee-Süd Geschäftsleitung Markus Aigner (li. ) und Sandra Mayrhauser-Schiemer (re.) sowie Michael Karl Sulzbacher, Leiter von Private Banking Attersee (Bildmitte) freuen sich über den Erfolg ihres Schützlings.

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Im letzten Super-G-Rennen der Saison konnten Sie sich im Nationalcup in Montafon den dritten Platz sichern. Im Weltcup hingegen könnte der Super-G laut FIS-Präsident Johan Eliasch schon bald vor dem Aus stehen. Was denken Sie darüber? Ich habe von den Überlegungen auch gehört und meiner Meinung nach sollte man den Super-G als Disziplin unbedingt beibehalten. Meist wird hier argumentiert, dass zwischen dem Super-G und der Abfahrt kaum ein Unterschied besteht. Das stimmt nicht ganz, denn im Gegensatz zur Abfahrt gibt es beim Super-G kein Training. Das heißt, man hat nur eine Chance, seine beste Leistung abzurufen, und das macht den Super-G zu einer sehr schwierigen und zugleich interessanten Disziplin, die im Skicircus absolut ihre Berechtigung hat. Wie gehen Sie nach dieser fulminanten Saison in das Skirennjahr 2022/23? Ich werde wieder mit Vollgas in die neue Saison starten und alles geben. Gemeinsam mit meinem Team habe ich bereits einige Potenzialanalysen gemacht, wo wir uns angesehen haben, was wir verbessern können und was man ausmerzen kann. Ziel für die kommende Saison ist es auf jeden Fall, auf das Siegerpodest zu fahren.

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ZWISCHEN

UND

MACHO

WEICHEI

Sexologe und Sexualpädagoge Wolfgang Kostenwein über Gesellschaftskonstruktionen zum Thema Männlichkeit. Text: Wolfgang Kostenwein Fotos: Shutterstock, MedCommunications

A

uf einer gesellschaftlichen Ebene gibt es scheinbar klare Meinungen darüber, wie Männer sind: Sie sind kopflastig, emotional unbegabt, egoistisch, oft ignorant und manchmal sogar gewalttätig. Dieser Blickwinkel auf „Männlichkeit“ macht sich in Witzen, Ratgebern und sogar bei so manchen pädagogischen Entscheidungen bemerkbar. Es ist nicht überraschend, dass sich die stark überwiegende Mehrzahl von Männern mit diesem Männerbild nicht identifizieren kann. Sie können und wollen diesen Zuschreibungen nicht entsprechen und suchen nach Gegenentwürfen.

Im Spannungsfeld der Gesellschaft Nun gibt es aber auch klare Vorstellungen darüber, wie sie sein sollten: einfühlsam, mitfühlend, empathisch, hilfsbereit – und: Sie müssen weinen können. Meist sind es diese beiden Rollenbilder, die Männern angeboten werden. Nicht verwunderlich, dass Männer im Spannungsfeld dieser Gesellschaftsentwürfe keine Positionierung finden. Besonders dann, wenn sie zwar gefühlvoll, aufmerksam und empathisch, aber auch willensstark, autonom und entscheidungskompetent sein sollen. Das selbstverständlich auch in der Sexualität: Sie sollen rücksichtsvoll und einfühlsam

sein, gleichzeitig aber auch wissen, was sie wollen und dies durch die Klarheit ihres Begehrens zum Ausdruck bringen. Gerade in der Sexualität wird deutlich, wie schwierig dieser „Doppelauftrag“ der Gesellschaft ist: Dem Gegenüber soll sexuelle Begeisterung und Interesse vermittelt werden, gleichzeitig soll die Aufmerksamkeit dabei in erster Linie auf die Bedürfnisse der anderen Person gerichtet sein. Passiert dies nicht, ist der Vorwurf des sich sexuell bedienenden Mannes schnell im Raum.

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Die Frage, wie Männlichkeit definiert werden kann, führt bei vielen Männern eher zu Fragezeichen als zu klaren Antwortformulierungen.

Was wollen Frauen wirklich? Ein Mann in der Sexualberatung schildert seine Situation so: Er ist bemüht, die Bedürfnisse seiner Partnerin sehr sensibel zu erkennen und zu erfüllen. Die Unzufriedenheit von ihr führt immer und noch mehr in sein Bemühen, für sie alles richtig zu machen – und er erntet dafür wiederum Vorwürfe. In dieser für ihn belastend empfundenen Situation kommt er zu folgender Aussage: „Frauen wollen offensichtlich nicht so einfühlsame Männer wie mich. In Wirklichkeit wollen sie Machos. Ich muss mich offensichtlich in diese Richtung entwickeln.“ Nun ist anzunehmen, dass sich seine Partnerin keinen Macho erträumt. Möglicherweise aber spürt sie seine Lust und sein Begehren nicht, da er nur damit beschäftigt ist, ihr „alles recht zu machen“. Mit seinem Verhalten zeigt er sich konturlos und nicht entscheidungsfähig. Die Definition von Männlichkeit Die Frage, wie Männlichkeit definiert werden kann, führt daher bei vielen Männern eher zu Fragezeichen als zu klaren Antwortformulierungen. Sie erleben sich in einem Vakuum mangels geeigneter und vor allem umsetzbarer Männlichkeitsbilder. Dass veraltete Männlichkeitskonzepte, die von einer egoistischen und ignoranten Haltung geprägt waren und Gewaltbereitschaft begünstigt haben, nicht erwünscht sind, ist klar. Doch ist der pädagogische Ansatz, Jungen dazu zu erziehen, die eigenen Bedürfnisse möglichst nicht wahrzunehmen und durch die Konzentration auf andere, eine einfühlsame und rücksichtsvolle Haltung einzunehmen, eine passende Antwort? Eigenwahrnehmung nicht vernachlässigen Der gut gemeinte Versuch, in der Pädagogik Ansätze zu finden, das Patriachat in der Gesellschaft aufzubrechen, indem Männer unter dem Mantel des Begriffs der Empathie aufgefordert werden, ihre Handlungen von den Bedürfnissen der anderen abhängig zu machen, ist ganz offensichtlich gescheitert.

Nach zumindest 30 Jahren dieses pädagogischen Ansatzes hat sich an den patriarchalen Verhältnissen dieser Gesellschaft wenig verändert. Immer noch gibt es eine markante Einkommensschere zwischen den Geschlechtern, immer noch werden einflussreiche Posten von Männern besetzt, immer noch finden sich viel zu viele gewaltbereite Männer gegen Frauen. Es ist definitiv nicht ausreichend, wenn Männer sich so verhalten, wie sie glauben, dass die andere Person glaubt, dass sie sich verhalten sollen. Eine Fokussierung auf das Gegenüber vernachlässigt die Eigenwahrnehmung, entzieht die Basis für die Sicherheit in der eigenen Person und verhindert das Gefühl der Selbstsicherheit als Entscheidungsgrundlage für Beziehungsgestaltung. Eigene Gefühle differenziert spüren Vor allem ist es Menschen in dieser Haltung nicht möglich, die eigenen Gefühle differenziert zu spüren – immerhin geht es nur um die Gefühle der anderen. Dieser Ansatz vernachlässigt genau die Fähigkeiten, die notwendig sind, um gut bei sich zu bleiben, sich selbst wahrzunehmen und damit eine Grundlage dafür zu haben, den Kontakt zum Gegenüber bewusst gestalten zu können. Beziehungsfähigkeit bedeutet aber, so gut bei sich zu sein, dass ein Kontakt mit einer anderen Person überhaupt möglich ist. Einer Person, die sich wenig spürt, die nicht bei sich ist, fehlt die Basis, um in Beziehung treten zu können. Menschen, die sich nicht spüren, haben wenig Chance, eigene Gefühle wahrzunehmen, und sind dann nicht selten diesen Gefühlen völlig hilflos ausgeliefert. Im schlimmsten Fall führt genau diese Situation zu gewaltvollem Verhalten. Menschen, die Gewalt ausüben, haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie haben wenig differenzierte Gefühlswahrnehmung. Lodernder Hass und überschwängliche Begeisterung liegen da eng zusammen. Für die vielen Schattierungen emotionaler Wahrnehmung ist kein Platz. Für differenzierte Handlungsmöglichkeiten im Kontakt mit anderen auch nicht.

Antworten auf widersprüchliche Rollenbilder Es braucht daher pädagogische Konzepte, die die Gegensätzlichkeit gängiger Rollenbilder aufzulösen vermögen. Sexualpädagogik, der nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch die Spürfähigkeit von Menschen ein Anliegen ist, liefert brauchbare Ansätze: Die pädagogische Entwicklungsbegleitung in eine körperliche und emotionale Spürfähigkeit liefert die Grundlage für Eigenwahrnehmung. Diese ist wiederum Voraussetzung dafür, Beziehung ausverhandeln und (mit)gestalten zu können. Das gilt für alle Beziehungsaspekte, insbesondere aber auch für sexuelle Begegnungen. Die Antwort auf widersprüchliche aktuelle Rollenbilder muss daher eine Pädagogik liefern, die jenseits von „Macho“ oder „Weichei“ Männer bereits im Heranwachsen darin fördert, Kompetenzen zu entwickeln, die emotionale und körperliche Autonomie fördern. Wenn Menschen eine gute Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Gefühle entwickeln, besitzen sie förderliche Bedingungen für eine Beziehungsgestaltung, die auf Respekt und einer sehnsuchtsgeleiteten Begegnung begründet ist. Ansätze, die Kompetenzen auf ein bestimmtes Geschlecht beziehen, greifen ohnehin zu kurz. Letztendlich muss es immer darum gehen, dass alle Menschen möglichst viele Fähigkeiten erwerben können, autonom und selbstbestimmt Beziehung gestalten zu können.

ZUR PERSON Mag. Wolfgang Kostenwein ist Sexologe, Sexualpädagoge und Psychologe. Er hat zudem die psychologische Leitung des Österreichischen Instituts für Sexualpädagogik und Sexualtherapie in Wien über.

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Kulinarisches Gipfeltreffen auf der Moser Alm: Haubenkoch Rainer Stranzinger (l.) und Küchenchef Niko Danninger. 42 42-46_GenussTalk.indd 42

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HUMMER MÜHL1/4 Zu viele Köche verderben den Brei, heißt es. Nicht so auf der Moser Alm im Mühlviertel, wo Küchenchef Niko Danninger den bekannten Vier-Hauben-Koch Rainer Stranzinger zu einem kulinarischen Gastspiel eingeladen hat.

Text: Nicole Madlmayr Fotos: Dominik Derflinger

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ie idyllische Moser Alm in Mönchdorf im Mühlviertel war an drei Wochenenden Treffpunkt für Feinschmecker. Denn Küchenchef Niko Danninger hatte niemand geringeren als Rainer Stranzinger eingeladen. Der Vier-Hauben-Koch war bis vergangenen Herbst Chef de Cuisine im Restaurant Tanglberg in Vorchdorf. Auf der Moser Alm sorgte er für einen Hauch Frankreich, denn sein Markenzeichen ist die feine französische Küche – klassisches Küchenhandwerk, pur und ohne viel Chichi am Teller.

Wir haben die beiden Köche zu einem Gourmet-Talk getroffen und mit ihnen über Hummer im Mühlviertel, Pläne für die Zukunft und ihre Leidenschaft fürs Kochen gesprochen.

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Wie ist dieses kulinarische Gipfeltreffen hier auf der Moser Alm zustande gekommen? Niko Danninger: Wir haben im Familienverband darüber gesprochen, dass wir gern mal einen Gastkoch zu uns einladen würden. Und als mein Vater davon gehört hat, dass Rainer im Tanglberg aufgehört hat, war für uns klar, dass wir ihn für die Premiere fragen wollten. Rainer Stranzinger: Der Grundstein wurde allerdings schon vorher gelegt, als du mit deiner Familie im Tanglberg essen gewesen bist. Danninger: Stimmt! Wir hatten einen sehr netten Abend und haben Rainer bei dieser Gelegenheit auch persönlich kennengelernt. Dennoch war er anfangs etwas skeptisch, als wir ihn gefragt haben, ob er sich vorstellen könnte, bei uns als Gast zu kochen … Stranzinger: Skeptisch? Ich doch nicht (lacht). Danninger: Er wollte sich das Ganze vorher mal anschauen. Also ist er hergekommen und ich habe ihn bekocht. Und es dürfte ihm nicht so schlecht geschmeckt haben, weil er danach zugesagt hat, dass wir an insgesamt sechs Abenden gemeinsam ein Gourmetmenü kochen werden. Wie darf man sich diese Zusammenarbeit vorstellen? Kocht ihr gemeinsam oder sind die Speisen aufgeteilt?

Danninger: Wir kochen ein Menü mit sechs Gängen und die einzelnen Speisen teilen wir uns auf, damit jeder sozusagen seine eigene Handschrift einbringen kann.

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Das Wichtigste für einen Koch ist, eine eigene Handschrift und einen Wiedererkennungswert zu bekommen.

Und wie sind diese Abende bei den Gästen angekommen? Rainer Stranzinger Danninger: Die Gäste waren begeistert, das Feedback war sehr positiv. Es gibt Gäste, die sich sogar gleich noch einmal Rainer Stranzinger war jüngster Zwei-Sterfür einen Abend angemeldet haben, weil es ne-Koch und wurde mittlerweile mit vier ihnen so getaugt hat. Wir sind sehr zufrieden. Hauben ausgezeichnet. Inwieweit ist er Vorbild für Sie, Niko? Das Mühlviertel ist eher für seine rustikale, Danninger: Das, was er erreicht hat, ist großbodenständige Küche bekannt. Wie passt artig und in dieser Hinsicht ist er auf jeden zum Beispiel Hummer hierher? Fall ein Vorbild für mich. Allerdings möchte Stranzinger: Wenn ich mir die Küche von ich nicht das machen, was er macht, sondern Niko anschaue, sind wir von rustikalem Essen das kochen und umsetzen, was ich möchte schon weit entfernt. Das passt also sehr gut. und dabei das Beste herausholen. Meine KüUnd das darf auch so sein. Niko kocht sehr re- che ist völlig anders als jene von Rainer. gional und das ist in der heutigen Zeit auch Stranzinger: Niko ist 23 Jahre alt. In diesem wirklich gefragt. Das, was ich mache, ist aus Alter war ich nicht einmal ansatzweise so Leidenschaft zu Frankreich. Weil ich das wirk- weit, wie er jetzt schon ist. Er ist wirklich ein lich mag. Und wenn es überall Saibling gibt, Talent und bereits auf einem unglaublich guist man vielleicht auch mal ganz froh, zur Ab- ten Niveau. Darum habe ich auch zugesagt, wechslung Hummer zu bekommen. weil mir klar war, dass sich diese Zusammen44

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ZUR PERSON Rainer Stranzinger (43) hat seine Lehre im Restaurant Martschin in Gunskirchen absolviert. Danach hat er bei Do&Co gearbeitet, wo er mit 22 Jahren bereits als Souschef tätig war. Von 2005 bis Herbst 2021 hat er als Chef de Cuisine im Vier-Hauben-Restaurant Tanglberg in Vorchdorf gekocht. 2009 wurde er für seine klassisch-französisch inspirierte Küche mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

arbeit auszahlt und Sinn macht. Da sprechen wir auf einer liebevollen Weise von Augenhöhe. Was ihm fehlt, sind die vielen Jahre an Erfahrung, die ich älter bin. Danninger: Ich möchte mich bei jeder neuen Speisekarte, die ich mache, steigern und irgendwann vom Ansehen her dorthin kommen, wo Rainer ist. Aber ich will nicht dasselbe machen, ich will meine eigenen Sachen kreieren. Stranzinger: Da gebe ich dir recht! Das Wichtigste ist, eine eigene Handschrift zu bekommen. Deswegen sollte man auch gar nicht so nacheifern, sondern seinen eigenen Stil entwickeln. Ich mache das heute noch, dass ich mir andere Köche ansehe, die mich interessieren, und dabei hole ich mir das für mich Beste heraus. Das sind nie Gerichte, sondern immer nur Kleinigkeiten. Das ist der einzige Weg, eine eigene Handschrift und einen Wiedererkennungswert zu bekommen. Das ist für einen Koch besonders wichtig. Und das schafft man nur, wenn man nicht kopiert oder sein will wie jemand, den es bereits gibt!

Danninger: Ich denke, dass man auch eine andere Leidenschaft fürs Kochen hat, wenn man niemanden kopieren will. Das Schöne ist doch das Ausprobieren und Herumtüfteln an einem Gericht, das eigene Kreieren von Speisen, die es so noch nicht gibt. Was braucht man, um als Koch so weit zu kommen? Danninger: Durchhaltevermögen und Gäste, die schätzen, was man für sie kocht. Stranzinger: Ich kann es nur von mir sagen. Ob du vier Hauben bekommst, bestimmen andere, die dich testen – das kannst du nicht

beeinflussen. Aber ich war immer mein eigener härtester Kritiker. Mir war vollkommen egal, was Gäste gesagt haben. Wenn das Essen meinen Ansprüchen genügt, dann passt das. Das ist die einzige Möglichkeit, sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Wenn man hingegen ständig darauf hört, was andere sagen, wird sich der eigene Weg irgendwann nicht mehr ausgehen. Rainer, gibt es etwas, das Sie an Niko, dem Nachwuchskoch, fasziniert? Stranzinger: Er ist unglaublich talentiert und es ist sogar so, dass ich mir gewisse Sachen

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ZUR PERSON Niko Danninger (23) hat bereits bei Spitzenköchen wie Lukas Kapeller und Georg Essig gearbeitet. Seit zwei Jahren ist er Küchenchef auf der Moser Alm und hat dort das kulinarische Angebot stetig erweitert. Eine große Leidenschaft von ihm ist die vegane und vegetarische Küche. 45 42-46_GenussTalk.indd 45

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„ von ihm ausborge, weil diese geschmacklich absolut perfekt sind und ich sie genauso für meine Speisen übernehmen kann. Bestimmte Saucen zum Beispiel, die eine Vorlaufzeit von ein paar Tagen brauchen. Ich bin ja immer nur zwei Tage hier. Heute hatten wir es bei den Vorbereitungen schon drei Mal, dass ich ihn was gefragt habe – aber er rückt halt auch nicht so gern mit der Sprache raus (lacht). Hören Sie das gern, Niko? Danninger: Ja, auf jeden Fall! Es ist etwas ganz anderes, wenn so ein Lob von Rainer kommt. Und das Gute ist, dass er so ein ehrlicher Mensch ist! Er würde es mir auch sagen, wenn ich schlecht kochen würde (lacht). Stranzinger: Als Koch kommt man irgendwann auch in einen Alltagstrott. Das ist bei den Jungen noch nicht der Fall, die sind fresh und wollen immer weiter. Da ist die Welt nicht groß genug, wenn ich mich selbst zurückerinnere. Das ist jetzt nicht mehr ganz so, jetzt reicht mir Vorchdorf (augenzwinkernd). Als Sie das als erste Mal für Rainer gekocht haben – wie ist es Ihnen gegangen, Niko? Wie groß war der Respekt? Danninger: Es war nicht anders, als wenn ich für meine Gäste hier koche. Ich gebe immer für jeden Gast mein Bestes. Natürlich hatte ich es im Hinterkopf, aber es ändert ja nichts an der Situation. Ich war mir nur danach nicht sicher, ob er es wirklich ernst meint, als er sagte, dass alles so super war und das Niveau so toll ist … Stranzinger: Die Ironie ist tatsächlich, dass man von Kellnern immer wieder mal auf gewisse Gäste aufmerksam gemacht wird. Das hört sich so an, als ob man für diese dann besser kochen müsse … Danninger: Ich sage dann immer: Danke für die Information. Gebt mir bitte wieder Bescheid, wenn Barack Obama da ist, dann gehe ich raus und sage Hallo. Ansonsten

koche ich für jeden Gast gleich gut. An manchen Tagen gelingt mir das besser, an manchen vermutlich nicht so gut, aber das ist halt menschlich. Was ich immer mache: Ich gebe das Maximum!

Ich kann hier ganz nach meinen eigenen Vorstellungen arbeiten und das mag ich sehr. Ich bin gern mein eigener Herr. Niko Danninger

Niko, Sie sind noch so jung, aber schon sehr verwurzelt mit der Moser Alm. Können Sie sich vorstellen, irgendwo anders hinzugehen und dort zu kochen? Danninger: (überlegt) Nein, ich denke nicht. Was ich mir vorstellen könnte, wäre möglicherweise etwas zweites Eigenes zu starten. Aber ich kann hier ganz nach meinen eigenen Vorstellungen arbeiten und das taugt mir sehr. Ich mag mir auch nichts mehr anschaffen lassen, ich bin lieber mein eigener Herr (lacht). Rainer, Sie haben vorigen Herbst im Restaurant Tanglberg aufgehört und sich eine Auszeit gegönnt. Gibt es mittlerweile schon Pläne, wie es für Sie weitergehen wird?

Stranzinger: Tatsächlich gibt es ein Projekt, aber es ist noch nicht spruchreif genug, um schon etwas darüber sagen zu können. Wenn es sich ausgeht, wird es heuer noch realisiert werden. Wird es ein kulinarisches Gastspiel wie mit Rainer Stranzinger jetzt öfter auf der Moser Alm geben? Danninger: Grundsätzlich soll es keine einmalige Sache bleiben, allerdings haben wir noch nichts Konkretes geplant. Ab Juni starten wir einen Menüabend – einmal im Monat zu einem speziellen Thema. Alles Weitere wird sich ergeben!

Der Schmäh läuft: gute Stimmung zwischen den beiden Köchen beim Gespräch mit unserer Redakteurin. 46

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Text: Laura Zapletal Fotos: Hersteller

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ZUR PERSON Parov Stelar Geboren am 27. November 1974 in Linz, wächst Marcus Füreder im Mühlviertel auf. Schon während seines Studiums an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz kommt er mehr und mehr mit elektronischer Musik in Kontakt und kann bald erste Erfolge als DJ verbuchen. 2003 gründet er sein eigenes Label Etage Noir. Bald darauf gelingt ihm als Parov Stelar der internationale Durchbruch, er wird als „Erfinder des Electro Swing“ gefeiert. Nicht nur seine Musik beschert ihm Erfolge, in Zeiten von Corona widmet Marcus Füreder sich wieder verstärkt der Malerei und bannt innerhalb von zwei Jahren rund 100 Kunstwerke auf Leinwand, die er 2021 erstmals in Linz ausstellt. Im Herbst 2022 folgt eine weitere Ausstellung in der oberösterreichischen Galerie Schloss Parz, darüber hinaus zeigt ab September 2022 eine permanente Ausstellung im Technischen Museum Wien den Künstler Parov Stelar nicht nur als Musikproduzenten, sondern auch seine Werke als Maler und Bildhauer. Parov Stelars aktuelles Album „Moonlight Love Affair“ erschien am 29. April 2022.

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„ES IST EIN SEELENAUFTRAG“ Als DJ und Musikproduzent hat er es zum Weltstar gebracht. Seine Musik bringt Massen zum Beben und füllt Konzerthallen. Endlich – nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause – steht Parov Stelar wieder auf der Bühne. Im Interview macht Marcus Füreder (so sein bürgerlicher Name) Lust auf sein neues Album, plaudert über Erfolge sowie schwierige Phasen und gewährt Einblicke in seine Künstlerseele. Text: Doris Thallinger

Fotos: Jan Kohlrusch, Parov Stelar, Christine Miess

In den vergangenen zwei Jahren bist du so gut wie nicht auf der Bühne gestanden – jetzt stehst du am Beginn deiner Tour 2022. Wie fühlst du dich dabei? Es ist ein bisschen wie das Aufwachen aus dem künstlerischen Koma. Man ist wieder mit der Realität konfrontiert. Das ist ein verdammt gutes Gefühl. Worauf dürfen wir uns freuen, was sind die Highlights? Wir haben die vergangenen zwei Jahre genützt, um etwas Neues auf die Bühne zu bringen. Die Show hat sich verändert und ist

upgedatet worden, sowohl das Repertoire als auch das, was sich auf der Bühne abspielt. Und, vor allem: Wir haben heuer ungewöhnlich viele Österreich-Auftritte, was mir persönlich total taugt. Wir haben zwei Auftritte in Wien, sind am 25. Juni auf der Burg Hochosterwitz und am 30. Juli auf der Burg Clam. In den letzten Jahren hatten wir teilweise nur einen Auftritt in Österreich – diese Heimatauftritte sind sehr speziell für mich. Welche Station der Tour ist außerdem für dich besonders wichtig? Abgesehen von den Heimspielen ist das Zénith in Paris eine ganz wichtige Station

für mich. Frankreich ist nicht nur ein wichtiger Markt für uns, auch die Fangemeinde dort ist besonders. Die Franzosen haben so viel natürliches Selbstvertrauen, denen ist das egal, ob es gut ausschaut, wenn sie tanzen, die springen einfach! Das ist natürlich, wenn du auf der Bühne stehst, ein Energieschub Ende nie. Auch auf das Palais 12 in Brüssel freue ich mich sehr. Belgien ist für uns ein relativ junger Markt, da hatten wir vor vier Jahren einen Aufschlag und seitdem läuft‘s dort wirklich toll. Die sind noch frisch!

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In welchem Land hattest du den ersten großen Erfolg? Eigentlich war das Italien, aber da war ich noch als DJ unterwegs, da habe ich noch gar nicht mit der Band gespielt. Mit der Band Parov Stelar ist es eigentlich in Griechenland so richtig losgegangen. Wann ist man dann auch in Österreich darauf gekommen, welchen Topkünstler man im eigenen Land hat? Ich werde eine diplomatische Antwort geben: Von den Leuten, von den Fans war es immer okay, von der Medienlandschaft her war es ein bisschen eigenartig. Ich hab mir viele Gedanken darüber gemacht, warum das so ist. Vielleicht war es der Name Parov Stelar, der vielleicht nicht greifbar war. Ich habe zum Beispiel einmal eine Anfrage aus Österreich bekommen – auf Russisch. Das erste Konzert in der Marx Halle, das ausverkauft war, war ein kleiner Meilenstein. Da hab ich gemerkt, jetzt sind wir angekommen. Und spätestens, als die Stadthalle ausverkauft war, hab ich mir gedacht, okay, jetzt wissen sie, dass ich mit Mühlviertler Dialekt rede. Am 29. April erschien dein neues Album „Moonlight Love Affair“. Was erwartet uns darauf?

den ist. So wie es dir gegangen ist, so wird wahrscheinlich das Album klingen. Und nachdem nicht jeder Tag gleich ist, sind es verschiedene Lieder. Es ist so schwierig, über Musik zu reden. Was mir wichtig war: Ich wollte wieder in verschiedene Richtungen gehen. Ich will mich nicht auf irgendwas festnageln lassen. Hast du dich darauf wieder ein Stück weit neu erfunden? Ich weiß es nicht, das müsst ihr dann entscheiden, aber für mich fühlen sich gewisse Songstrukturen neu an. Ich habe auch mit neuen Sounds experimentiert, habe natürlich auch Electro Swing, viele Samples darin. Es ist eine Geschichte und jede Geschichte, die verschiedene Handlungsstränge hat, hat natürlich auch verschiedene Ansätze in ihrer Ästhetik. Du wirst von Blues-Einflüssen bis zu leicht poppigen Einflüssen alles finden. Die Schwierigkeit ist, dass du dich veränderst, du nicht langweilig wirst, aber dabei deine Handschrift beibehältst. Was ist die Geschichte, die du mit diesem Album erzählst? Das ist wie immer eine sehr persönliche Geschichte. Im Endeffekt ist ein Album in meinem Genre immer ein sehr autobiografischer Ansatz von dem Zeitraum, in dem es entstan-

Wie viel gibt deine Musik von dir als Mensch, persönlich, preis? Manchmal mehr, als mir selbst lieb ist. Das merkst du, wenn du spürst, dass sich Leute in Form von Kommentaren mit deiner Musik auseinandersetzen – sowohl im Positiven wie auch im Negativen. Da merkst du erst, wie angreifbar du bist. Wir sind kleine Kinder, gerade wir Künstler, die ja sensibel sind. Wenn einer sagt, das letzte hat mir besser gefallen, und zehn sagen davor, es ist großartig, musst du aufpassen, dass dir nicht nur der eine ans Herz geht. Daran merke ich immer wieder, dass das, was ich mache, sehr wohl ein Seelenstriptease ist. Wobei ich sagen muss, ich finde es in der Malerei sogar noch extremer als in der Musik. In der Musik ist da trotzdem immer noch ein Schutzwall mehr, ich glaube, das hängt damit zusammen, dass Musik reproduzierbar ist. Bei der Malerei ist genau das eine Bild das Endprodukt. Darin ist meine DNA verewigt! Wenn jemand ganz genau schaut, hab ich das Gefühl: Jetzt sieht er mich! Also ist man auch nach so vielen Jahren in der Öffentlichkeit nicht abgebrüht … Ich glaube, wenn du das bist, solltest du aufhö-

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ren. Das ist dasselbe wie mit dem Lampenfieber. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich noch aufgeregt bin. Ja, bin ich! Mir ist es wichtig, was da passiert. Ab dem Zeitpunkt, an dem du seinen Wert entziehst, hast du keine Angst mehr. Was dir egal ist, ist nichts wert. Dann wirst du auch die Energie nicht mehr transportieren können.

„Die Schwierigkeit ist, dass du dich veränderst, du nicht langweilig wirst, aber dabei deine Handschrift beibehältst.“

Woher nimmst du deine Ideen, deine Inspiration, was ist deine Muse – sowohl für deine Musik als auch deine Bilder? Ich weiß gar nicht, ob es eine Inspiration ist, es ist ein Müssen. Das ist einfach da, etwas, das ich sichtbar, hörbar machen möchte. Es ist wie ein Auftrag, es ist ein Seelenauftrag.

Parov Stelar

Hast du manchmal die Befürchtung, dass dir dieser Auftrag verloren geht, dir die Ideen ausgehen könnten? Immer! Das ist eine Sache, unter der leiden, glaube ich, viele Künstler. Wie die berühmtberüchtigte Schreibblockade bei einem Schriftsteller: Da liegt ein weißes Blatt Papier – eine Glock 19 wäre wahrscheinlich nicht so bedrohlich. Es verläuft immer in Zyklen. Plötzlich kommt eine Welle, da merkst du, es wird dir zugetragen, da muss ich schnell skizzieren, um ja nichts zu vergessen, dann renn ich schon ins Studio, um noch schnell einen Beat aufzuschreiben. Eines greift ins andere – es ist wie ein Puzzle: Erst findest du die Teile nicht und auf einmal geht es wie von selbst. Irgendwann musst du aufpassen, dass du dich nicht übernimmst. Es ist körperlicher Raubbau, den ich in solchen Phasen teilweise betreibe. Das dauert 14 Tage, drei Wochen, ein Monat, das ist dir vollkommen egal. Wenn es dann heißt, morgen geht die Welt unter, sagst du, können wir auf übermorgen verschieben, ich werde sonst nicht fertig. Danach ist der Akku leer. Ich merke aber nicht, dass ich dann Ruhe geben muss. Im Gegenteil: Ich stehe da und verzweifle. Jetzt habe ich keine Ideen mehr, da kommt nichts mehr! Dieses Loslassen muss ich lernen, das Wissen und Vertrauen, dass wieder Ideen kommen. Aber in der Phase – da ist es die Hölle. Wenn dein Akku leer ist, du in einer solchen Phase steckst – wie kannst du dich wieder daraus hervorholen? Ich hab früher einfach gewartet, dass es vorbeigeht, aber das ist der falsche Ansatz. Heute versuche ich, andere Dinge zu machen. Mein Sport, den ich mit meinem Trainer mache, Wing Tsun, hilft mir, auf andere Gedanken zu kommen, aber auch das ist nur eine Momentaufnahme. Am allerwichtigsten ist ein Umfeld, das dich erdet. Die Kunst, die Musik – das ist alles Luft, oft nicht greifbar, was dann fehlt, ist die Erdung. Die bekomme ich durch wirkliche Freunde und die Familie.

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„ Im Endeffekt ist ein Album in meinem Genre immer ein sehr autobiografischer Ansatz von dem Zeitraum, in dem es entstanden ist.“ Parov Stelar

Was machst du in deiner Freizeit, wenn du einmal nicht künstlerisch tätig bist? (lacht) Ich hab keine Freizeit! Die Zeit, die ich im Atelier und im Studio verbringen kann, das ist meine Freizeit. Das Reisen, die vielen geschäftlichen Termine, das bedeutet für mich Arbeit. Aber die Zeit, in der ich kreativ sein kann, ist für mich Freizeit. Da beziehe ich auch meinen Sohn Max mit ein und das fühlt sich richtig gut an. Das ist der Fluss, von dem ich sage: Das möchte ich machen. Darum habe ich nie das Gefühl, ich brauche Urlaub von meiner Arbeit. Das ist ein Geschenk. Hast du deine künstlerischen Begabungen auch an deinen Sohn weitergegeben? Absolut. Er möchte entweder Musikproduzent oder Stuntman werden. Als Lebensmittelpunkt hast du Österreich zugunsten Mallorca den Rücken gekehrt … Das würde ich so nicht sagen. Es teilt sich auf. Ich werde Österreich nie ganz verlassen, das ist meine Heimat. Ich liebe Österreich – teilweise ist es eine Hassliebe, aber Österreich ist meine Heimat und der werde ich nie den Rücken kehren.

Wenn du in Linz bist, wo hat man die Chance, dich anzutreffen? Selten! Wenn ich zu Hause bin, lebe ich sehr zurückgezogen. Dann genieße ich die Zeit mit der Familie, bin viel mit dem Max zusammen. Dass ich in Linz unterwegs bin oder fortgehe, passiert selten. Obwohl, letzthin war ich am Hauptplatz Kaffee trinken ... Was steht noch auf deinem Plan des Lebens? Der Plan des Lebens – das ist immer so eine Sache. Ich habe gelernt, bei den Plänen, die ich mache, da lacht immer irgendwer im Hintergrund. Es kommt immer anders, als man glaubt. Prinzipiell bin ich sehr zufrieden und glücklich mit dem, was ich leben darf. Es klingt zwar langweilig, aber wenn ich das erhalten kann und in die Zufriedenheit komme, dann ist das mehr als erfüllend für mich.

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IN DEN MUND GELEGT Robert Stachel und Peter Hörmanseder sagen das, was zwischen den Zeilen steht. Als maschek drehen sie wöchentlich den Ton ab, reden selbst und lassen uns in die Seelen der Politik eintauchen.

Text: Nicole Schlaffer Fotos: Vanessa Hartmann

Peter Hörmanseder, gebürtiger Welser, und Robert Stachel aus Wiener Neustadt lernten sich Mitte der 90er-Jahre an der Universtität in Wien kennen.

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n einem Wiener Lokal treffen wir uns mit dem Duo – wobei Robert überpünktlich zum Interview erscheint, während Peter auf sich warten lässt, um noch einiges für einen Beitrag aufzuarbeiten. „So ist es bei uns“, lacht Robert. „Peter übernimmt zumeist den kreativen Part, sein Kopf ist 24/7 mit den maschek-Beiträgen beschäftigt.“ Für die „Willkommen Österreich“-Aufzeichnung am Montagabend steht meist ein Konzept, manchmal aber auch nicht. Die Erfahrung und ihr Improvisationstalent haben maschek aber bisher nicht scheitern lassen. So viele Vorbereitungen in einem vierminütigen Video auch drinstecken, bei der Aufzeichnung

gibt es weder Skript noch Untertitel. Die verschiedenen Figuren haben die beiden so sehr intus, dass sie quasi aus ihnen heraussprudeln. Und damit gehen sie jede Woche sowohl via YouTube viral als auch jeden Dienstag als fixer Bestandteil der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ in die TV-Haushalte. Bei ihren Bühnenauftritten werden die Beiträge weiterentwickelt, machen sich oft selbstständig, weshalb ein Beitrag am Ende einer Tournee oft nicht wiederzuerkennen ist. Der Name maschek kommt ja von Maschekseite, was so viel bedeutet wie die andere, nach hinten zugewandte Seite.

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Peter: Grundsätzlich ist von der Maschekseite zu kommen zwischenmenschlich nichts Erstrebenswertes – z. B. wenn ein Mann nicht die Eier hat, für etwas geradezustehen. Bei uns aber steht der Begriff für: von innen nach außen gerichtet. Robert: Als Kind stellte ich mir immer vor, dass in der Fernsehkiste kleine Maxln drin sind wie in einem Puppentheater. Das ist maschek – wir schlüpfen in die Figuren, ziehen sie uns an. Das ist ein Unterschied zu politischer Satire im konventionellen Sinn, wo versucht wird, die Politik von außen zu betrachten. Das kommt mir oft zu moralisch und besserwisserisch vor. Wir gehen in die Figuren hinein. Wenn du einen Strache oder Kurz sprichst, bist du natürlich nicht immer der Meinung dieses Politikers. Es geht aber eh nicht darum, den Leuten unsere Meinung näherzubringen, sondern darum, den Politikerinnen und Politikern zu unterstellen, was sie denken. Wir stellen sie bloß, stellen dar, wie sie wären, wenn sie nicht die trainierte Sprechweise, Maske und Präsentationstechnik der Politik erlernt hätten. Hat eure kabarettistische Seite auch eine Grenze? Wen oder was würdet ihr zum Beispiel nie durch den Kakao ziehen? Peter: Was bei uns nicht vorkommt, ist das Treten nach unten. Leute, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Und Kinder. Wie geht ihr mit Kritik um? Nehmt ihr euch Kommentare und Feedback zu Herzen? Peter: Unterschiedlich. Robert: Wir zwei gehen unterschiedlich damit um. Peter schämt sich (lacht). Peter: Was? Nein. Okay, wenn es eine aus unserer Sicht berechtigte Kritik ist, kann man die teilweise schon beschämt annehmen. Wir überprüfen aber gemeinsam vorab sehr genau, wo wir uns bewegen – auch wenn wir

improvisieren, aber das haben wir im Lauf der Jahrzehnte gelernt. Wir sprechen bewusst. Die unreflektierten Kritiken auf Social Media sind nicht ernst zu nehmen. Die Leute posten vor sich hin, egal ob im Guten oder im Schlechten. Robert: Alfred Dorfer sagte uns mal väterlich: „Schaut euch nie die Foren an!“ Wir löschen auch alles unter unseren Beiträgen, was nichts mit den Beiträgen zu tun hat, wo sich die Leute einfach nur auskotzen wollen, weil sie wissen, da gibt es eine Community. Gab es schon mal richtig Probleme, auch rechtlicher Natur, mit einem der unfreiwilligen Protagonisten nach der Ausstrahlung einer eurer Neuvertonungen? Peter: 2019 legte ich einem Reporter, der Strache vorgestellt hat, in den Mund: „Vom Neonazi zum Sportminister, eine typisch österreichische Karriere.“ Und das wurde auch so gesendet. Kurz darauf wurde der Clip vom ORF gesperrt, weil sie befürchtet hatten, dass er klagbar ist. Ich habe mich natürlich vorher erkundigt, und ja, es ist total sagbar. Strache hat deswegen auch nie geklagt. Er rühmte sich dann sogar damit, dass es gelöscht wurde, obwohl er nicht insistiert hatte. Das war ärgerlich, weil wir uns vorher natürlich eh schlau gemacht hatten. Jetzt, wo Strache, Kurz und Blümel weg sind, ist es fast ein bissl langweilig geworden in der österreichischen Innenpolitik. Aber Van der Bellen, Kogler, Nehammer und Rendi-Wagner sind ja noch da. Wer ist und war eure Lieblingsfigur?

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Bei maschek geht es darum, den Politikerinnen und Politikern zu unterstellen, was sie denken.

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Robert Stachel

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Robert: Meine Lieblingsfigur ist Van der Bellen. Er ist mein Dauerbrenner seit über 20 Jahren und macht mir großen Spaß. Ansonsten mag ich Figuren, die Profil haben. Es gibt das maschek-Profil und das öffentliche Politiker-Profil. Und es ist schön, wenn wir merken, die Leute nehmen das maschek-Profil teilweise als öffentliche Entsprechung an. Peter: Ich bin ein bissl der Todesengel. Die Figuren, die ich übernehme, sind dann oft schnell politisch tot. Meine alten Lieblingsfiguren sind: Fischer und Strache, aber ich mochte auch Niki Lauda sehr. Ich mag Figuren, über die ich nicht so viel nachdenken muss, die aus mir heraussprechen ohne Wenn und Aber. Die Figur, die ich schon am längsten mache und die sich wohl nie vertschüssen wird, ist Putin. (Wir bekommen eine kleine Kostprobe.) Ihr habt euch während eures Publizistikstudiums kennengelernt und begonnen, Satire zu machen. Wolltet ihr andere unterhalten oder war es anfangs nur für euch gedacht? Peter: Tatsächlich nur für uns. Es war ein Transportmittel, um unseren politischen Unmut über die Wahlen 1999 zu äußern. Es lief ein Bild, es gab Mikros. Dann haben wir gesagt, Ton weg, jetzt reden wir. Wir fanden es damals schon sofort lustig. Wie hat sich Satire in den letzten 20 Jahren verändert? Robert: Es ist wieder politischer geworden. Als wir begonnen haben, war gerade die Hochblüte des Alltagskabaretts – politische Satire galt eher als altbacken oder kam oberlehrerhaft daher. Da hat sich seither viel getan, mit Stephen Colbert, John Oliver oder Jan Böhmermann haben sich die Grenzen zwischen Journalismus und

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Auch wenn wir mal zwei Stunden vor der Aufzeichnung noch nichts haben, am Ende schaffen wir es immer.

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Peter Hörmanseder

Satire aufgelöst. Das ist jedenfalls besser, als wenn Politiker lustig sein wollen. Peter: Derzeit wird im österreichischen Kabarett, vor allem im Fernsehen, meiner Meinung nach das Jetzt viel zu sehr ausgeblendet. Soziale Medien zum Beispiel sind Teil unseres Alltags und doch werden sie – wenn überhaupt – nur als etwas Absurdes eingebaut und dargestellt. Es wird zu oft Befindlichkeitskabarett gemacht, bei dem das Jetzt zu wenig vorkommt. Auch ihr habt euch in den letzten 20 Jahren verändert – von der Subkultur zum Mainstream. Robert, du hast mal gesagt: „Man kann nicht ein Leben lang als Pirat durch die Welt segeln.“ Peter, du sagst aber, ihr haltet die Punk-Einstellung nach wie vor hoch. Ist es auch jetzt noch immer so, dass euch niemand dreinredet oder euch künstlerisch einschränkt? Robert: Wir würden es längst nicht mehr machen und hätten wahrscheinlich nie damit begonnen, wenn nicht von Anfang an klar gewesen wäre, dass wir frei wählen und gestalten können. Peter: Und alle wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Auch wenn wir mal zwei Stunden vor der Aufzeichnung noch nichts haben, bis zur Aufzeichnung haben wir es immer noch geschafft. Wir sind Punks und trotzdem total verlässlich.

AUFTRITTE IN OBERÖSTERREICH • MASCHEK & FRANUI FILMVERTONUNG So., 24.07.2022, 20 – 22 Uhr. Linz, Landestheater • MASCHEK XX Do., 13.10.2022, 19:30 – 21:30 Uhr. Bad Schallerbach, Atrium • MASCHEK XX Fr., 14.10.2022, 20:00 – 22:00 Uhr. Aigen-Schlägl, KIKAS Alle weiteren Termine & Tickets: www.maschek.org

WORDRAP Worüber könnt ihr am meisten lachen? Peter: Über Unerwartetes. Robert: Wenn ich in einer Aufzeichnung ernst bleiben muss. Worüber könnt ihr euch maßlos ärgern? Robert: Über blede Leit’. Peter: Über Menschen, die nicht Verantwortung für das übernehmen, was sie verantworten sollten. Robert: Also blede Leit’. Mit welchen drei Wörtern würdet ihr euch selbst beschreiben? Peter: Jung, sexy, wohlriechend Robert: Rede über alles Was konntet ihr bisher über die Menschen lernen? Peter: Dass es gute und schlechte gibt. Robert: Kennst du den Witz: Treffen sich zwei Planeten, sagt der eine: „Wie geht’s?“ Sagt der andere: „Nicht so gut, ich hab Menschen.“ Sagt der eine: „Das hatte ich auch, das geht vorbei.“ Ich bin eher pessimistisch und versuche, das zu genießen, was ich selbst bestimmen kann. Ich habe wenig Vertrauen in die Menschheit als Ganzes. Oje, ein bitteres Schlusswort.

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Rafael Hintersteiner arbeitet dort, wo andere tanzen und feiern: im 124 Jahre alten Palais Kaufmännischer Verein in der Linzer Innenstadt. 60 60-63_Hintersteiner.indd 60

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Das Palais Kaufmännischer Verein in Linz hat seit Februar den jüngsten Geschäftsführer in seiner Geschichte: Der gebürtige Mühlviertler Rafael Hintersteiner ist 34 Jahre alt und verbindet Tradition und Moderne in dem altehrwürdigen Haus.

Text: Nicole Madlmayr Fotos: Richard Haidinger

DER ÄSTHET IM PALAIS

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afael Hintersteiner hat Kaiser Franz Joseph sprichwörtlich im Rücken. Direkt hinter seinem Schreibtisch im Palais Kaufmännischer Verein thront der Monarch auf einem imposanten Gemälde. „Er hat unser Haus im Juni 1903 besucht“, erzählt der 34-Jährige, der seit Herbst 2020 die Geschäfte des Palais führt. „Dieses Gemälde war ein Geschenk, das die Wirren des Krieges glücklicherweise überlebt hat und seitdem im Büro der Geschäftsführung hängt.“

Sie sind seit Februar Geschäftsführer des Palais Kaufmännischer Verein. Was zählt zu Ihren Aufgaben? Mein Zuständigkeitsbereich ist sehr groß, wobei natürlich das Veranstaltungsmanagement im Fokus steht. Dazu kommt die Hausverwaltung, weil wir auch Mieter und Pächter im Haus haben. Und dann sind da noch die Instandhaltungsarbeiten. In einem Haus, das 124 Jahre alt ist, steht immer irgendetwas an (lacht). Außerdem sind wir ein sehr kleines Team, da packt jeder an, wo es geht. Das Palais ist vor allem bekannt für seine

wundervollen Bälle. Wie ist es Ihnen in den vergangenen zwei Jahren gegangen, nachdem pandemiebedingt eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt werden musste? Ein ständiges Gefühl zwischen Hoffen und Bangen? Den Pandemiebeginn habe ich noch in meinem vorhergehenden Job im Sales- und Marketingbereich des Design Centers erlebt. Das war auf einen Schlag von 100 auf null. Vor eineinhalb Jahren habe ich ins Palais gewechselt und hier war die Situation ganz ähnlich. Wir waren, wie Sie sagen, ständig zwischen Hoffen und Bangen. Besonders am Anfang war ich etwas nervös, weil ich ja alles richtig machen wollte. Allerdings sind viele Verordnungen in Kraft getreten, ohne dass es dazu Informationen auf der Ministeriumshomepage gegeben hat. Das hat meist ein paar Tage gedauert, aber mit der Zeit wird man sehr situationselastisch (lächelt). Und auch die Kunden hatten volles Verständnis, weil es zeitweise ja fast jede Woche Änderungen gegeben hat. Zwischendurch wurde immer wieder gelockert, aber das war für uns eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Wenn man in so einem historischen Haus arbeitet, merkt man bei jeder Ecke und Kante, dass es eine Geschichte erzählen kann.

Was haben Sie in dieser Zeit gemacht? Wir haben uns angesehen, wie wir diese Zeit am besten nützen können – und uns entschieden, Restaurierungsarbeiten durchzuführen. So einen Luxus, dass das Haus einmal über mehrere Monate leer steht, hat man sonst ja nie. Wir haben vieles in Eigenregie gemacht, damit die Mitarbeiter, die sonst keine Arbeit gehabt hätten, eingesetzt werden konnten. Als ersten Schritt habe ich einen Workshop organisiert, damit unsere Mitarbeiter sehen, wie eine Restaurierung professionell vorgenommen wird. Zum Beispiel bei Türen, wo der Lack im Lauf der Jahre abgesplittert ist. Wir haben in den vergangenen eineinhalb Jahren wirklich viel weitergebracht und sind fast fertig. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch, die wir im Sommer oder nächstes Jahr angehen werden.

Jetzt geht es aber endlich mit Veranstaltungen los und das Palais füllt sich wieder mit Leben, oder? Ja, es gibt tatsächlich viel nachzuholen! Wir haben zum Beispiel bis Juli an jedem Wochenende einen Maturaball, weil sie im Winter ja noch nicht stattfinden durften. Auch Debütantenbälle der Tanzschulen stehen an. Ich sehe es als Chance, dass sich vielleicht der eine oder andere Frühlingsball hält. Das würde mir sehr gefallen, weil wir ja auch einen Park haben, den man mitnützen kann. Sie haben sich in der Zwischenzeit gut eingearbeitet. Was ist es für ein Gefühl, dort zu arbeiten, wo andere feiern? Der Job ist so vielfältig und abwechslungsreich, das ist großartig. Und was ich besonders mag, ist die Architektur. Ich komme ja aus der Architektur, habe an der Kunstuni studiert. Wenn man in so einem historischen Haus arbeitet, merkt man bei jeder Ecke und Kante, dass es eine Geschichte erzählen kann. Es ist lebendig und sehr spannend. Nehmen Sie die besondere Architektur überhaupt noch bewusst wahr, wenn Sie sie jeden Tag sehen?

Den Kaiser in meinem Büro sehe ich jetzt nicht mehr ganz so wie zu Beginn meiner Arbeitszeit, wobei ich mich schon jeden Tag darüber freue – so lange bin ich dann ja doch noch nicht im Haus (lacht). Aber wenn ich Besucher wie Sie heute durch das Haus führe und ihre Reaktionen sehe, dann habe ich wieder ein Flashback. Das hat einfach Charme! Und das ist unser großer Vorteil im Palais, weil wir mit Geschichte punkten. Das kommt auch in der Linzer Gesellschaft gut an. Wenn wir ein Foto von einem Raum in den sozialen Medien posten, bekommen wir viele Reaktionen. Jeder hat positive Erinnerungen an dieses Haus. Viele haben bei uns ihren Maturaball gefeiert. Aber so hell und so leer kennen es die wenigsten, weil der überwiegende Teil der Veranstaltungen natürlich abends stattfindet. Aus diesem Grund möchte ich das Palais tagsüber mehr öffnen – zum Beispiel für Konzerte, damit man das Haus und seine Atmosphäre auch mal zu einer anderen Tageszeit wahrnehmen kann. Gibt es dafür schon konkrete Pläne? Ja, die gibt es tatsächlich schon. Gemeinsam mit Thomas Kerbl, meinem ehemaligen Professor an der Bruckneruni, habe ich eine Konzertreihe mit insgesamt fünf Konzerten in diesem Jahr geplant. Dafür arbeiten wir mit der Bruckneruni, dem Landesmusikschulwerk und jungen Musikern zusammen. Unse-

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re Prämisse ist, ausschließlich junge Musiker zu fördern. Als Sponsor konnten wir die Sparkasse Oberösterreich gewinnen, was mich sehr freut. Für klassische Musik ist die Akustik übrigens hervorragend, wir müssen nichts in Technik investieren. Darauf ist früher beim Bauen schon sehr geachtet worden. Das erste Mal so richtig gesehen bzw. gehört haben wir das beim diesjährigen Neujahrskonzert. Das hat LT1 zur Gänze gezeigt und die Rückmeldungen waren sensationell. Das werden wir in Zukunft beibehalten. Wir sind sozusagen die kleine Linzer Hofburg mit unserem eigenen Neujahrskonzert (lacht). Es hat ja schon mal sehr viel Kunst und Kultur in diesem Haus gegeben – bis in die 70er-Jahre, als dann das Brucknerhaus eröffnet wurde und uns quasi als Konzertsaal abgelöst hat. Ich möchte aber in Zukunft ein paar Veranstaltungsformate machen, die kulturinteressierte Privatpersonen ins Palais holen. Sie kommen ja nicht nur aus der Architektur, sondern auch aus der Musik … Ja, ich habe in Salzburg und Linz Gesang studiert. Ich kann somit beide Bereiche hier im Haus einbringen. Mir kommt jetzt all das zugute, was ich damals gemacht habe. Ich bin vielleicht nicht der typische Geschäftsführer mit Wirtschafts- oder Jusstudium als Background, ich habe das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Und das passt in dieser Branche sehr gut!

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Wir haben vieles in Eigenregie restauriert. So einen Luxus, dass das Haus einmal über mehrere Monate leer steht, hat man sonst ja nie. Das Palais ist ein altehrwürdiges Haus. Dennoch muss man auch hier Tradition mit der Moderne verbinden. Wie gehen Sie das an? Das stimmt! Und ich denke, dass man den Generationswechsel bereits spürt. Ich habe viel digitalisiert und unter anderem einen virtuellen Rundgang auf unserer Website eingerichtet, der uns während Corona sehr zugute gekommen ist, weil keine Rundgänge vor Ort erlaubt waren. Man kann auf diese Weise zum Beispiel Abstände in den verschiedenen Sälen messen oder schauen, welche Durchmesser die Säulen haben. Mit diesen Zahlen kann man bei den Event-Vorbereitungen schon gut arbeiten. Wir bieten auch eine Checkliste, was man vor, während und nach einer Veranstaltung beachten muss. Das kommt sehr gut an! Außerdem haben wir unsere SocialMedia-Auftritte adaptiert, weil wir sehr viele unterschiedliche Besucherschichten haben. Wir Neue Ideen: Der 34-Jährige haben Maturanten und möchte das Palais künftig auch junge Firmen ebenso wie tagsüber mehr öffnen – etwa für alteingesessene Firmen klassische Konzerte. und Organisationen, die

bei uns etwas machen. Und wir müssen jedes Alter bedienen, wie ich finde. Sie sind sehr engagiert und umtriebig. Wie viele Stunden hat Ihr Arbeitstag? (lacht) Ich kann es gar nicht sagen, manchmal schreibe ich gar nicht mit. Ich bin da vollkommen flexibel. Was ansteht, wird gemacht. Und wenn ich mal länger im Haus bin, dann komme ich einfach am nächsten Tag ein bisschen später. Bleibt da noch Zeit für Hobbys? Natürlich, ich bin Hobbywinzer! Wobei ich zufällig dazu gekommen bin, Wein zu machen. Das ist eine lustige Geschichte, weil wir einen Winzer im Burgenland haben, mit dem meine Familie und ich gut befreundet sind. Vor etwa acht Jahren haben wir in meinem Heimatort Arbing im Mühlviertel einen neuen Dorfplatz bekommen. Die Steinmauer war zu viel nackter Stein, sodass wir überlegt haben, was wir dort anpflanzen könnten. Ein befreundeter Winzer aus dem Burgenland hat uns eine Traubensorte empfohlen, die pflegeleicht ist und gut wächst. Tatsächlich war der Ertrag im Lauf der Zeit so groß, dass wir nicht mehr wussten, was wir mit den köstlichen Uhudler-Trauben machen sollten. Daraufhin wurde die Idee geboren, unseren eigenen Wein zu machen. Also bin ich für ein verlängertes Wochenende ins Burgenland gefahren und habe mir alles zeigen und erklären lassen. Mit der Unterstützung unseres Winzers haben wir heuer unseren dritten Jahrgang abgefüllt. Wir machen rund 150 Flaschen und das kommt sehr gut bei den Leuten an. Das ist mein Hobby gemeinsam mit meinem Papa. Und wenn ich Zeit habe, bin ich auch als Kirchenmusiker in meiner Heimatpfarre Arbing im Einsatz. Sie haben Gesang und Architektur studiert. Würden Sie sich selbst als Ästhet bezeichnen? Ja, durch und durch! Ich bin wahnsinnig eitel – leider (seufzt und lacht). Da kann ich den Sänger auch nicht unterdrücken, das poppt manchmal schon ein bisschen auf, aber ich habe es gut unter Kontrolle.

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HEUTE SCHON

Text: Ulli Wright Fotos: Shutterstock

GEPADELT?

Rafael Nadal macht es genauso wie Maria Scharapowa und auch Real-Madrid-Legende Iker Casillas wurde schon mit einem Schläger gesichtet. Die Rede ist von Padel-Tennis, der Trendsportart, die weltweit am stärksten wächst. Kein Wunder, dass auch in Österreich die Padel-Tennisplätze wie die Schwammerl aus dem Boden sprießen.

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rfunden wurde Padel Ende der 60er-Jahre von einem Mexikaner, der aus Platzmangel auf seinem Grundstück einen kleineren Court mit einer Mauer rundherum errichten ließ. Das Spiel wurde schnell kopiert und gelangte so nach Spanien und Argentinien, wo es mittlerweile mehr aktive Padel- als Tennisspieler gibt. Mischform aus Tennis und Squash Der größte Unterschied zum herkömmlichen Tennis sind die Glaswände und der Drahtzaun um den Court, die bei Padel ins Spiel miteinbezogen werden dürfen. Der Court selbst und der Schläger sind aber kleiner als bei Tennis. Gespielt wird ausschließlich im Doppel. All das macht das Spiel schneller und bringt enorm viel Vergnügen mit. Da auch die Wände ins Spiel miteinbezogen werden können, geben sie dem Ball eine neue Richtung und dadurch die gewisse Würze. Kein Wunder also, dass Padel-Tennis so schnell wächst und seit einigen Jahren auch die heimischen Sportlerherzen im Sturm erobert. Mittlerweile gibt es in Österreich bereits 89 Plätze und circa 8.000 aktive Spieler, wobei im Wochenrhythmus neue dazu kommen.

WARUM PADEL-TENNIS? 1. Es ist einfach zu spielen. 2. Es ist günstig (4 Personen pro Spiel). 3. Es bietet einen hohen Spaßfaktor. 4. Es ist körperlich nicht allzu anspruchsvoll. 5. Es fördert die sozialen Beziehungen. 6. Padel-Tennis ist für Jung und Alt geeignet.

AUF LOS GEHT’S LOS! SPIELE EINE RUNDE PADEL Padel kann jeder spielen, egal ob Racketsporterfahrung oder nicht. Suche dir drei Mitspieler, da Padel immer 2 gegen 2 gespielt wird. Buche einen Platz bei einem der vielen Standorte in deiner Nähe. Infos über Plätze, Training und Turniere gibt es bei der Austrian Padel Union auf www.padeltennis.at und auf der Sportplattform Eversports auf www.eversports.at BESUCHE EIN TRAINING Melde dich bei einem der zahlreichen Anfängertrainings bei den Mitgliedern der Austrian Padel Union an. Leihschläger, Bälle, Regelerklärung uvm. sind im Training inkludiert. SPIELE BEI EINEM TURNIER MIT Jeder, der die Regeln beherrscht und ein paar Mal gespielt hat, kann bei einem Turnier mitspielen. DIE REGELN Padel-Tennis benutzt die gleiche Zählweise wie Tennis.

PADEL-TENNISSCHLÄGER Ein Padel-Tennisschläger darf laut den offiziellen Padel-Regeln maximal 46 Zentimeter lang, 26 Zentimeter breit und nicht dicker als 38 Millimeter sein. Das Gewicht eines Padelschlägers liegt in der Regel zwischen 340 bis 390 Gramm. Leichte Schläger erleichtern die Ballkontrolle, haben jedoch weniger Schlagkraft. Padel-Tennisschläger sind im Sportfachhandel ab ca. 60 Euro erhältlich. DIE BÄLLE Die Bälle haben die gleiche Größe wie Tennisbälle, aber einen etwas geringeren Luftdruck, sodass sie etwas weicher und langsamer sind. Sie sind kaum zu unterscheiden von Tennisbällen und ebenfalls im Sportfachhandel erhältlich.

PLÄTZE IN OÖ PADELBASE – UTC Wels Pulverturmstrasse 9, 4600 Wels www.padelbase.at PADELZONE – Wels, ASKÖ Tennisclub Pulverturmstraße 7, 4600 Wels www.padelzone.at SV Lichtenberg Lichtenbergstraße 3, 4040 Lichtenberg www.sv-lichtenberg.at/tennis PADELZONE – Ebensee/Traunsee Trauneck 2, 4802 Ebensee www.padelzone.at

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MUTMACHERGESCHICHTEN

Leo F. Aichhorn

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Geschichten, die Mut machen

BUCHTIPP Leo F. Aichhorn:

GESCHICHTEN, DIE MUT MACHEN

novum Verlag ISBN 978-3-99130-057-1 € 21,95

Die heutige Jugend steht vor gewaltigen Herausforderungen. Um diese meistern zu können, sei ein Blick in die Vergangenheit unabdinglich, meint Leo F. Aichhorn und hat das Wissen früherer Generationen in seinem aktuellen Buch verarbeitet.

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eo F. Aichhorn versteht sich als Zeitzeuge der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sein Buch als ein Zeitdokument. „Geschichten, die Mut machen“ ist demnach nicht ganz frei von Einblicken in seine eigene Biografie. Erzählt wird die Geschichte der fiktiven Figur Martin, der in eine vom Krieg gezeichnete Bauernfamilie hineingeboren wurde, den elterlichen Hof jedoch verlässt und

seinen eigenen Weg geht. Auf Grundlage des Protagonisten und anderer Personen im Buch beschreibt der Autor den ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess ab den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Europa und will anhand von mit einer Prise Humor bestickten Anekdoten den Lesern Mut machen für das Erreichen eigener Ziele.

TOP GUN: MAVERICK Tom Cruise kommt für den zweiten Teil des Actionstreifens zurück auf die Leinwand. Der OBERÖSTERREICHER verlost ein exklusives Fanpackage zum Kinostart.

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eit mehr als 30 Jahren ist Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) als Top-Pilot für die Navy im Einsatz und lotet als furchtloser Testflieger die Grenzen des Möglichen aus. Als er eine Gruppe von Top-Gun-Auszubildenden für eine Sondermission trainieren soll, trifft er auf Lt. Bradley Bradshaw (Miles Teller), den Sohn von Mavericks verstorbenem Co-Piloten

und Freund Nick Bradshaw. Konfrontiert mit den Geistern der Vergangenheit, ist Maverick gezwungen, sich seinen tiefsten Ängsten zu stellen, denn die Sondermission wird für alle Auserwählten das ultimative Opfer fordern. Das actionreichste Filmhighlight des Jahres – ab 26. Mai nur im Kino.

Der OBERÖSTERREICHER verlost 2 x 2 Kinogutscheine (österreichweit einlösbar) inklusive gebrandeten Cap und Reisetasche. Das Gewinnspiel finden Sie unter www.dieoberoesterreicherin.at. Teilnahmeschluss ist der 8. Juni 2022.

© 2022 Paramount Pictures

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Geschichten, die Mut machen

Leo F. Aichhorn Her-

GEWINNSPIEL

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DER VOLLBLUTUNTERNEHMER Wolfgang Hochreiter ist Unternehmer aus Leib und Seele. Aus der kleinen Fleischhauerei seiner Eltern hat er in Bad Leonfelden einen Fleischkonzern entwickelt, der international tätig ist und aktuell mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt.

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Text: Nicole Madlmayr Fotos: Hochreiter Gruppe

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reude am Gestalten und die Begeisterung, etwas zu schaffen – das sind für Wolfgang Hochreiter die Hauptgründe, warum er so gern Unternehmer ist. Seine Erfolge geben ihm recht: Aus der elterlichen Fleischhauerei hat er einen international tätigen Fleischkonzern entwickelt. Der Unternehmenssitz ist nach wie vor im beschaulichen Bad Leonfelden. „Und das wird auch so bleiben, weil ich fest mit meinem Heimatort verwurzelt bin, und weiß, was ich in der Region und vor allem in den dort lebenden Menschen habe“, betont Hochreiter im Interview mit dem OBERÖSTERREICHER.

Sie haben die Fleischhauerei Ihrer Eltern übernommen und daraus in den vergangenen 25 Jahren einen Fleischkonzern gemacht. Was braucht es, damit so eine Unternehmensentwicklung gelingen kann? Neben Ideen und dem Mut zum Risiko braucht es vor allem viel Einsatz und Engagement. Wobei Inspiration schön und gut ist – ohne Transpiration geht aber nichts weiter! Für den Unternehmenserfolg ganz wesentlich mitentscheidend sind tüchtige, loyale Mitarbeiter. Diese habe ich seit 25 Jahren ebenso an der Seite wie gute Berater, auf deren Rat ich mich verlassen kann. Sie sind Vollblutunternehmer. Was fasziniert Sie an Ihrem Job auch nach so vielen Jahren noch? Die Freude am Gestalten ist ebenso ungebrochen wie die Begeisterung, etwas zu schaffen und erfolgreich zu machen. Nicht umsonst heißt es Unternehmer und nicht Unterlasser. Das Unternehmertum wurde mir dabei wohl auch ein bisschen in die Wiege gelegt und dann von meinen Eltern vorgelebt.

Inspiration ist schön und gut, aber ohne Transpiration geht nichts weiter!

Ich habe gelesen, dass Sie das Unternehmen, in dem mittlerweile mehr als 600 Menschen arbeiten, nach wie vor als traditionellen Familienbetrieb führen. Was bedeutet das? Bei uns steht der Mitarbeiter als Mensch nach wie vor im Mittelpunkt. So wie bei einem traditionellen Familienbetrieb gibt es kurze Wege und unmittelbar zuständige Ansprechpartner. Ich lege auch großen Wert auf Kollegialität und einen ordentlichen menschlichen Umgang. Das Sprichwort, dass es so zurückkommt, wie man in den Wald hineinruft, stimmt absolut und prägt den Umgang mit den Mitarbeitern. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Umgänglich und fair in der Sache – aber durchaus auch fordernd. Dabei ist mir Loyalität ebenso wichtig wie eine zielorientierte Kommunikation. Und nachdem wir ordentliche Löhne bezahlen, die durch die Bank über den Kollektivverträgen liegen, erwarte ich auch einen entsprechenden Einsatz. Was ist Ihre größte Stärke als Unternehmer? Meine Stärken zu beurteilen, überlasse ich anderen. Aber ohne eine entsprechende Zielorientiertheit wäre ich mit Sicherheit ebenso nicht erfolgreich wie ohne die entsprechende Durchsetzungskraft. Der Firmensitz ist in Bad Leonfelden, wo Ihre Eltern schon die Fleischhauerei hatten. Haben Sie je überlegt, irgendwo anders hinzugehen oder war das nie ein Thema? Was bedeutet Bad Leonfelden und auch das Mühlviertel für Sie? Den Firmensitz zu verlegen, war nie ein Thema. Ich bin ein Mühlviertler mit Leib und Seele und in meiner Heimat bzw. in meinem Heimatort Bad Leonfelden fest verwurzelt. Ich weiß, was ich in der Region und vor allem in

den dort lebenden Menschen habe. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Sie haben sogar einen Lehrlingscampus errichtet, der erst vor Kurzem offiziell eröffnet wurde. Warum ist Ihnen das so wichtig? Als international agierendes Unternehmen haben wir permanent Bedarf an erstklassig ausgebildeten Fachkräften. Diese können wir uns mit dem Lehrlingscampus nun selbst ausbilden. Besonders im Fokus steht dabei der Lebensmitteltechniker mit seinem breiten Spektrum, sie sind so etwas wie die Experten des guten Geschmacks. Dazu kommt, dass es mir wichtig ist, den Stellenwert der Lehre weiter aufzuwerten. Durch eine hochwertige Unterbringung auf Viersternehotelniveau, eine eigene Sprachschule und Arbeitsbereiche am Puls der Zeit geben wir ein klares Statement für diese Form der Ausbildung ab. Seit einigen Jahren hat die Hochreiter Unternehmensgruppe auch ein zweites Standbein – und zwar Reha-Gesundheitsbetriebe mit insgesamt drei Standorten. Wie passt das mit dem Fleischkonzern zusammen? Das hat sich eher zufällig ergeben: Mein Großvater mütterlicherseits war Gesellschafter beim ehemaligen Kurhotel. Diesen Anteil habe ich geerbt. Als das Kurhotel in eine wirtschaftliche Schieflage geriet, bin ich eingesprungen und habe aus diesem, mit Unterstützung meines Bruders Josef – er ist Primar im Ordensklinikum –, das Rehazentrum Vortuna mit dem Schwerpunkt Psychische Gesundheit gemacht. Das war der Einstieg in den Gesundheitsbereich, zu dem inzwischen auch die Häuser „Am Kogl“ in St. Georgen im Attergau und „Auszeit“ in St. Lambrecht in der Steiermark zählen.

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Erst vor Kurzem wurde der Hochreiter Lehrlingscampus offiziell mit Landeshauptmann Thomas Stelzer eröffnet. Wolfgang Hochreiter (Bildmitte mit Gattin Petra) freut sich, seine Mitarbeiter ab sofort selbst ausbilden zu können.

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Ich lege großen Wert auf Kollegialität. Das Sprichwort, dass es so zurückkommt, wie man in den Wald hineinruft, stimmt absolut und prägt den Umgang mit den Mitarbeitern.

Würden Sie sagen, dass diese Entscheidung goldrichtig war? Auch in Hinblick darauf, dass dieses Angebot immer wichtiger wird, weil psychische Belastungen und Stress in den vergangenen Jahren und auch durch die Pandemie immer mehr werden? Es ist tatsächlich so, dass die Nachfrage nach einer psychischen Reha in der letzten Zeit regelrecht explodiert ist. Corona hat bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen. Mit den Schwerpunkten, die wir in unseren Gesundheitszentren setzen, leisten wir unseren Beitrag zur Bewältigung der Pandemiefolgen. Wie geht es für Sie im Idealfall weiter? Gibt es bereits neue Projekte und Pläne? Vorerst hoffe ich, dass ich weiterhin gesund bleibe – das ist das Allerwichtigste. Wirtschaftlich beschäftigen uns die Folgen der Pandemie und des Ukrainekrieges intensiv:

Die Verwerfungen auf den Märkten und die Probleme bei den Lieferketten gehen natürlich auch an uns nicht spurlos vorüber. Ein aktuelles Projekt, das uns gerade beschäftigt, ist der Hotelneubau in Freistadt. Ich bin dort gemeinsam mit Dietmar Hehenberger engagiert – wir arbeiten an einem wirklich tollen Haus, das im Mühlviertel einzigartig werden wird. Und natürlich gibt‘s darüber hinaus noch weitere Pläne, die aber noch nicht endgültig spruchreif sind. Wissen Sie, wie viele Stunden in der Woche Sie im Unternehmen sind? Bleibt Ihnen Zeit für Hobbys bzw. zum Entspannen und Krafttanken? Was machen Sie dann am liebsten? Nein, das kann ich nicht sagen. Was ich aber sicher weiß, ist, dass es sich mit einer 40-Stunden-Woche ganz sicher nicht ausgeht (lacht). Es spielt aber in Wahrheit auch nicht wirklich eine Rolle, dazu bin ich viel zu gerne Unternehmer. Kraft tanke ich vor allem in der Natur – unter anderem bei der Jagd – und bei der Musik. Ich bin Obmann der Trachtenmusikkapelle Bad Leonfelden und spiele dort auch Trompete. Das macht mir große Freude und trägt dazu bei, dass ich wirklich entspannen kann.

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Foto: @f-stop fotografi e

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RADSPORT

DER EXTRAKLASSE Von 9. bis 12. Juni geht die Internationale Raiffeisen Oberösterreich Rundfahrt über die Bühne. Die größte Radsportveranstaltung des Landes bietet mit einem hochkarätigen nationalen und internationalen Starterfeld Radsport auf allerhöchstem Niveau.

I Der Prolog in Linz bildet den würdigen Auftakt der größten Radsportveranstaltung in Oberösterreich.

Maximilian Huber Andrea Mühlbacher

nsgesamt 24 Teams aus mehr als zehn Ländern mit je sechs Fahrern gehen von 9. bis 12. Juni bei der Int. Raiffeisen OÖ. Rundfahrt an den Start. Auch heuer werden wieder alle österreichischen Elite-Fahrer mit ihren Teams in die Pedale treten und sich der starken Konkurrenz stellen. Die Rundfahrt ist ein absolutes Radsport-Highlight in heimatlichen Gefilden und bietet neben dem Prolog im Zentrum von Linz drei Etappen mit einer Gesamtlänge von 431 Kilometern. Wie bereits im Vorjahr wird das Finale der Raiffeisen Ober-

August Floimayr

Franz Reiter

Fotos: Eisenbauer

österreich Rundfahrt auch heuer wieder mit der Bergankunft auf der Hutterer Höss in Hinterstoder enden. Oberösterreich präsentiert sich darüber hinaus mit abwechslungsreichen und herausfordernden Etappen durch alle vier Viertel von seiner besten Seite. „Wir sind stolz, auch heuer wieder Partner und Namensgeber der 12. Int. Raiffeisen Oberösterreich Rundfahrt zu sein, denn dieses Format macht beste Werbung für den Radsport“, sagt Michaela Keplinger-Mitterlehner, Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank OÖ.

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In Linz beginnt`s! Die Raiffeisen Oberösterreich Rundfahrt 2022 startet am 9. Juni um 18 Uhr in Linz wieder besonders spektakulär: Ein nur 650 Meter langer Prolog vom Linzer Hauptplatz durch die Altstadt zum Linzer Schloss. Dieses Rennen wird aufgrund der Kürze und der Enge der Strecke als Einzelzeitfahren durchgeführt. Die 144 Radprofis werden im Minutenabstand starten und versuchen, eine neue Bestzeit in den Asphalt zu brennen. 37 Höhenmeter sind auf dieser kurzen Distanz eine echte Herausforderung. 2021 siegte der belgische Cross-Spezialist Daan Soete mit einer Zeit von 1:03:24 Minuten – Schnitt 40,0 km/h. Das Rahmenprogramm beginnt am Linzer Hauptplatz bereits um 16.30 Uhr mit einer spektakulären Trial-Show. 1. Etappe: Max Center Wels – Ranshofen Nach dem Prolog am Donnerstag führt die 1. Etappe am Freitag, 10. Juni, mit Startzeit um 12 Uhr vom Max Center Wels über 168,4 Kilometer nach Ranshofen im Bezirk Braunau, wo das Finish mit einem absoluten Novum direkt am Firmengelände der AMAG Austria Metall AG Ranshofen gegen 16.30 Uhr nach dreimaliger Zieldurchfahrt erwartet wird. Die Ortsdurchfahrten in Ranshofen werden mit zwei Sprintwertungen aufgewertet, und mitten in Ranshofen gibt es an diesem Tag auch ein Public Viewing: Auf einer Großbildleinwand kann die Etappe mitverfolgt werden.

Franz Huemer Eva Strasser

2. Etappe: Modehaus Stöcker Eferding – ÖkoFEN Niederkappel Am Samstag, 11. Juni, führt die 2. Etappe mit Start beim Modehaus Stöcker in Eferding um 11.35 Uhr über Aschach und Haibach ob der Donau, Wesenufer über die Donaubrücke mit steilen Anstiegen zum Etappenziel nach Niederkappel im Bezirk Rohrbach, wobei 129,3 Kilometer zu absolvieren sind. Die Zielankunft wird nach dreimaliger Zieldurchfahrt bei der Firmenzentrale von ÖkoFEN Pelletsheizungen um 15.00 Uhr erwartet. 3. Etappe: Paneum St. Florian/Asten – Hinterstoder Hutterer Höss Die 3. und letzte Etappe am Sonntag, 12. Juni, geht um 11 Uhr über 133,5 Kilometer mit Start beim Paneum der Firma Backaldrin in St. Florian/Asten nach Hinterstoder, wo mit der Bergankunft auf der Höss die Rundfahrt entschieden wird. Der 9 Kilometer lange Anstieg mit rund 1.000 Höhenmetern wird das Gesamtergebnis noch einmal so richtig durcheinanderwirbeln und für Spannung bis zur letzten Minute der Rundfahrt im Land ob der Enns sorgen. Die Etappe selbst trägt den Namen des neuen Triforêt-Resorts, das derzeit nur wenige Meter nach der Ziellinie errichtet wird. Höss Climb Challenge Nicht nur Profis, auch Amateure können am 12. Juni Weltcup-Luft schnuppern. Mit der

Florian Silber

Thomas Mario Lamp

Bei der letzten Auflage der Rundfahrt 2021 siegte der Franzose Alexis Guérin mit einer Sekunde Vorsprung auf Riccardo Zoidl. Höss Climb Challenge findet mit „dem Rennen vor dem Rennen“ auch ein Jedermann-Bewerb von Hinterstoder auf die Höss statt. Interessant wird zudem die Fun-Kategorie, bei der auch eine Teilnahme mit E-Bikes möglich ist. Unter allen Startern der HÖSS CLIMB CHALLENGE wird im Ziel ein wertvolles E-Bike verlost. Für jeden Teilnehmer der Höss Climb Challenge gibt es die Möglichkeit, die gesamte Familie mitzunehmen und den Tag auf der Höss zu verbringen: Pro Startpaket sind drei kostenlose Tickets für die Berg- und Talfahrt inkludiert, damit die ganze Familie beim Rennen dabei sein kann.

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Warmduscher bleiben zu Hause. Der Erzberg ist ein Mix aus Ultra-Steilhängen, atemberaubenden Abfahrten und hundsgemeinen Geröllwüsten. Bezwingen Sie diesen mit Rallye-Dakar-Sieger Matthias Walkner als Coach! 74 74-77_DestinationRedBull.indd 74

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Mit dem Rallye-Dakar-Sieger von 2018 Matthias Walkner den Erzberg erkunden oder mit den MOTOGP™-Helden Dani Pedrosa und Sete Gibernau die Knie am Asphalt schleifen lassen – Destination Red Bull bietet auch heuer wieder unvergessliche Erlebnisse mit faszinierenden Persönlichkeiten.

Text: Ulli Wright Fotos: Sebastian Marko, Philip Platzer, Rob Gray, Phil Pham, Flavien Duhamel / Red Bull Content Pool

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estination Red Bull bietet Reisen in die Welt von Red Bull. Die Zutaten für die exklusiven Trips lauten: kleine Gruppen, faszinierende Persönlichkeiten und Athleten hautnah erleben, unvergessliche Orte und ein spannungsgeladenes Reiseprogramm, welches den Gästen die optimale Lernerfahrung bietet, um das zu verbessern, was sie lieben und unvergessliche Momente zu schaffen. Auch 2022 bieten sich wieder neue Möglichkeiten, um aus dem Alltag auszubrechen, das ultimative Abenteuer zu erleben, die schönsten Orte der Welt zu bereisen und dabei Weltmeister, Spitzensportler und andere faszinierende Persönlichkeiten wie Matthias Walkner, Laufprofi Florian Neuschwander oder die MOTOGP™-Helden Dani Pedrosa und Sete Gibernau kennenzulernen. Die Reiseformate erstrecken sich über zwei bis acht Tage und garantieren Adrenalin als auch Entspannung zugleich – für all jene, die das Besondere bevorzugen. Die Teilnehmerzahl ist pro Destination unterschiedlich, jedoch immer auf kleine Gruppen limitiert. Somit sind Schnellentschlossene beim Booking klar im Vorteil. Informationen und Buchungen sind über www.destination.redbull.com mit direkter Anbindung zur Reiseagentur THE TRAVEL BIRDS mit garantiert individueller und fachkundiger Beratung möglich.

MOTOGP™ ERLEBNIS MIT DANI PEDROSA & SETE GIBERNAU von 3. bis 6. Juni in Barcelona, Spanien Max. Teilnehmer: 8 Gäste Die MotoGP™-Helden Dani Pedrosa und Sete Gibernau zeigen auf einem exklusiven PrivatTrack, wie man die Knie am Asphalt schleifen lässt. Am nächsten Tag geht es zum Großen Preis™ von Katalonien in Barcelona, um das Rennen als VIP zu erleben. • Dani Pedrosa und Sete Gibernau als Trainer • Mehrsprachige Begleit- & Ansprechperson • Transfer laut Programm • 2 Nächte im Hotel Mas Rabiol, 1 Nacht im Hotel Ohla Barcelona • Vollverpflegung • Zugang zur Pit Lane, Red Bull Energy Station und VIP Area Preis: EZ € 4.590,- p. P. / DZ € 4.090,- p. P. Infos & Anmeldung: www.destination.redbull.com/de

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KTM-ERLEBNIS ERZBERG MIT MATTHIAS WALKNER von 24. bis 26. Juni in Spielberg & Erzberg Max. Teilnehmer: 6 Gäste Das Red Bull Erzbergrodeo ist das berühmteste und härteste Motorrad-Offroadevent der Welt. 1.800 Fahrer und Fahrerinnen aus über 40 Nationen finden sich hier jährlich zusammen, um dem „Berg aus Eisen“ die Stirn zu bieten. Mit dem Rallye-Dakar-Sieger von 2018, Matthias Walkner, kannst Du zwei Tage lang den Erzberg intensiv erkunden. • Freitagnachmittag Offroad-Fahrerlebnis in Spielberg • Eineinhalb Tage am Erzberg mit Matthias Walkner als Coach • KTM-Mechaniker inkl. Test-Motorräder • Genieße den exklusiven Support von KTM und fahre die KTM-Bikes! • Hotel JUFA in Eisenerz Preis: EZ € 2.290,- p. P. / DZ € 1.790,- p. P. Infos & Anmeldung: www.destination.redbull.com/de

TRAILRUNNING MIT LAUFPROFI FLORIAN NEUSCHWANDER von 1. bis 3. Juli in Leogang Max. Teilnehmer: 6 Gäste RUN WITH THE FLO(W): Du möchtest beim Berglaufen noch ein paar Profitipps einbauen und Deine Performance verbessern? Dann lass Dir von Florian Neuschwander als einer der weltbesten Ultra-Runner zeigen, dass es beim Laufsport kein „Ende Gelände“ gibt. • Flo Neuschwander als dein Trailrunning-Coach und Partner • Von Markus Kröll ausgewählte Trails • Lauftechniktraining • Uriges Hüttenerlebnis im Hotel Mama Thresl in Leogang

Preis: EZ € 1.490,- p. P. / DZ € 1.350,- p. P. Infos & Anmeldung: www.destination.redbull.com/de

Nähere Infos zu den Reisen sowie zu den Buchungen unter: www.destination.redbull.com 77 74-77_DestinationRedBull.indd 77

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RIDE ORANGE Die KTM Motohall in Mattighofen sorgt mit dem RIDE ORANGE EXPERIENCE Package für ein ganz besonderes Erlebnis.

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estartet wird der Tag mit einem Besuch in der KTM Motohall in Mattighofen, bevor es mit der Traum-KTM – die man bei der KTM Motohall Motorradvermietung abholt – direkt auf die Straße geht. Neben der neuesten KTM RC 390, KTM 690 SMC R und den KTM 890 DUKE Modellen wird auch die KTM 390 ADVENTURE sowie die KTM 890 ADVENTURE R angeboten. Fahrspaß auf der Straße oder auch abseits des Asphalts ist garantiert. Die Profis von KTM empfehlen einen Routenvorschlag von und zurück zur KTM Motohall.

Fotos: KTM, Sebas Romero 78 78-81_KTM_Mai.indd 78

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Infos zur KTM Motohall Das KTM Museum befindet sich mitten im Zentrum von Mattighofen und bietet auf einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern viele außergewöhnliche Erlebnisse und Wissenswertes rund um das Thema Motorrad und die Marke KTM. Allein die aufregende Architektur ist einen Besuch wert. Gäste erwartet eine interaktive Ausstellung, die durch drei Ebenen führt. Hier erfahren Besucher alles über die Designprozesse der Motorräder und können sich visuell über die technischen Details informieren. Auf einer nachgebauten Steilkurve liefern sich Straßen- und Offroad-Bikes ein nervenkitzelndes Rennen. Höhepunkt der KTM Motohall ist die Heroes Ebene, wo Figuren der erfolgreichsten KTM-Fahrer aller Zeiten und deren Bikes ausgestellt sind. Durch eine spektakuläre, 120 Meter lange 360-Grad-Video-Installation taucht man in die Welt von KTM ein. Im Untergeschoss der KTM Motohall können Bastler, Schrauber und Tüftler die aufwendige Restauration und Pflege historischer Motorräder in der lebenden Werkstatt live verfolgen. Das RIDE ORANGE EXPERIENCE Package beinhaltet pro Teilnehmer: • Eintritt in die KTM Motohall (inkl. Audioguide) • Einen Routenvorschlag • Vier action- und adrenalingeladene Stunden auf deinem KTM Mietmotorrad Buchbare Add-on‘s: • Geführte Tour durch die Ausstellung • Gutschein Restaurant Garage • Motorradbekleidung (Helm, Stiefel, Handschuhe, Jacke, Hose)

Empfohlener Ablauf: ab 9:00 Uhr: Besuch in der KTM Motohall inklusive Audioguide ab 12:15 Uhr: Motorradausgabe und Einweisung 13:00–17:00 Uhr: Individuelle Ausfahrt 17:00 Uhr: Rückgabe und Kontrolle des Bikes Das Package ist von Mittwoch bis Sonntag direkt online buchbar.

INFOS, TICKETS UND GUTSCHEINE KTM MOTOHALL KTM Platz 1 5230 Mattighofen Tel.: 07742/6000 1953 E-Mail: info.motohall@ktm.com www.ktm-motohall.com

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NERVENKITZEL

PUR!

Ob die MotoGPTM in Spielberg live erleben, bei den MotoGPTM Public Viewings Daumen drücken und mitfiebern oder bei den Rennsimulatoren den virtuellen Asphalt zum Glühen bringen – die KTM Motohall bietet Nervenkitzel pur.

Fotos: KTM, Philip Platzer, Rob Gray 80 78-81_KTM_Mai.indd 80

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uch heuer können Fans die Red Bull KTM Factory Racing und Tech3 KTM Factory Racing Teamfahrer von 19. bis 21. August 2022 live beim Heimrennen am Red Bull Ring von der KTM Tribüne aus anfeuern. Am besten so schnell wie möglich Tickets für das ultimative Orange MotoGPTM Erlebnis direkt im KTM Motohall Shop sichern! Jedes Ticket beinhaltet den Zutritt inkl. Sitzplatz zur KTM Tribüne von Freitag bis Sonntag, ein KTM Fan Package und exklusives Parken am Motorradparkplatz. MotoGPTM Fanbus Mattighofen – Spielberg & retour Am Sonntag, 21. August 2022, bietet die KTM Motohall für alle MotoGPTM Fans mit einem gültigen KTM Tribünen Ticket einen Fanbus von Mattighofen nach Spielberg und am gleichen Abend wieder retour. Abfahrt ist pünktlich um 5:30 Uhr (Treffpunkt: KTM Platz 1 in Mattighofen, 5 Uhr), um 17 Uhr geht es wieder retour. Kostenlose Parkmöglichkeiten stehen in Mattighofen auf dem Wasseracker-Parkplatz zur Verfügung.

EINFACH LEINWAND Nervenkitzel mit Gleichgesinnten kann man beim nächsten MotoGPTM Public Viewing aus Spanien, Katalonien, am Sonntag, dem 5. Juni 2022, live in der KTM Motohall in der RC16 Arena erleben. Gestartet wird um 10.30 Uhr (Zugang nur zum Event-Bereich). Am besten bereits vorab ein Gratisticket sichern. Achtung: limitierte Teilnehmerzahl! Ohne Ticket kein Einlass.

Voranmeldung notwendig – first come, first served! Weitere Infos und Anmeldung im KTM Motohall Shop oder auf www.ktm-motohall.com.

VIRTUELLER FAHRSPASS Mit dem X-Bow Simulator in der KTM Motohall den virtuellen Asphalt zum Glühen bringen. Dafür sorgen über 30 nationale und internationale Rennstrecken und bieten maximalen Fahrspaß. Auf dem MotoGPTM Rennsimulator kommt man der Rennstrecke so nahe wie noch nie! Der Hightech-Rennsimulator der KTM Motohall punktet mit realitätsnahem Design, feinem Fahrgefühl und hochauflösenden Strecken. Erobere die Rennstrecke rund um den Red Bull Ring in Spielberg, schlage die Bestzeiten und werde selbst zum Weltmeister!

INFO KTM Motohall KTM Platz 1 5230 Mattighofen Tel.: 07742/6000 1953 E-Mail: info.motohall@ktm.com www.ktm-motohall.com #KTMMotohall @ktmmotohall Öffnungszeiten KTM Motohall: Mittwoch bis Sonntag von 9 –18 Uhr KTM Motohall Shop: Dienstag bis Sonntag von 9 – 18 Uhr Auch an den Feiertagen geöffnet!

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Text: Ulli Wright Fotos: Thom Trauner

MUSIK

IST ENERGIE Vom Mühlviertel in die Welt hinaus hat es DJ Pete Sabo mit seinen treibenden Grooves, melodiösen Klängen und komplexen Bassfiguren geschafft. Ob in den Alpen Österreichs, auf Ibiza oder auch außerhalb Europas – der gebürtige Ungar hinter dem DJ-Pult ist ein gern gesehener Künstler. Seit er im Rahmen seines Live-Projekts SABO|TAGE mit dem Orchester der Bruckner Privatuniversität im Brucknerhaus auf der Bühne stand, ist er vielen Menschen auch außerhalb der elektronischen Musikszene ein Begriff. Aber auch am legendären Life Ball und bei vielen Festivals bewegt Pete Sabo immer wieder die Massen.

Wie erinnern Sie sich an diese Zeit? In Traiskirchen waren wir mit mehreren Hundert Menschen, darunter auch viele Familien mit Kindern, in einer großen Halle mit Stockbetten untergebracht. Danach wurden wir Flüchtlinge auf verschiedene Gemeinden in Österreich aufgeteilt und ich kam mit meiner Familie in eine Pension nach St. Georgen im Attergau. Nach zwei Jahren mussten wir übersiedeln und hausten unter katastrophalen Umständen in einer Wohnung mit Küchenschaben und nur einem Badezimmer und WC für 20 Personen. Es war nicht einfach, denn egal ob aus Ungarn, Tschechien oder Polen, du warst immer der Ausländer. Unsere Eltern haben mehrere Jobs nebeneinander gehabt, um uns fünf Kinder durchzubringen. Mein Papa ist jeden Tag 30 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Zwei Jahre später konnten sich meine Eltern eine kleine Mietwohnung leisten. Ich ging zur Schule und war ein Jahr lang in der „Ausländerklasse“, um Deutsch zu lernen. Nach der Schule habe ich eine Lehre als Zimmermann absolviert. Step-by-step haben wir uns durchgekämpft und immer weitergemacht. © Harald Fischerlehner

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m Alter von zehn Jahren ist Pete Sabo mit seinen Eltern und vier Geschwistern von Ungarn nach Österreich geflohen. Die Zeit im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen und in St. Georgen im Attergau haben sein Aufwachsen geprägt. Nach einer Lehre als Zimmermann und auf Montage im Ausland verdiente er sich sein Geld. Seine große Leidenschaft zur Musik hat ihn aber nie losgelassen und aus einer „Hobby-AufSABO|TAGE lautete das Live-Projekt, bei dem klassische und elektronische Musik im Brucknerhaus Linz verbunden wurde. legerei“ zu Hause sowie in lokalen Bars und Diskotheken wurde eine Karriere, die ihresgleichen sucht. Bereits seine sen, seine internationale Karriere und seine erste EP „Pressure“, released beim Label Bunny Leidenschaft für Musik gesprochen. Tiger, erhielt breiten Support der internationalen DJ-Szene und hielt sich monatelang in Pete, können Sie sich noch an die Flucht von den obersten Beatport- und Traxsource-Charts. Ungarn nach Österreich erinnern? Auch für seinen nächsten Track „Like this!“, re- Ja, ich war zehn Jahre alt, als meine Eltern mit leased by Spinnin‘ Deep, in Zusammenarbeit mir und meinen vier Geschwistern nach Östermit dem DJ-Kollegen „Who Knows“, erhielt er reich geflüchtet sind. Meine Mutter hat mir damassiven Support von Größen der internatio- mals einen kleinen Koffer in die Hand gedrückt nalen Musikszene. Mittlerweile werden seine und gesagt: „Renn!“ Als wir in Wien angekomTracks auf YouTube und Spotify auf und ab ge- men sind, haben wir uns in einer kleinen Penspielt und 2017 wurde der Künstler bei einem sion mit Freunden meiner Eltern getroffen. DaFestival zum „DJ des Jahres“ gekürt. Wir haben nach kamen wir in das Erstaufnahmezentrum mit dem bodenständigen und sympathischen nach Traiskirchen, wo wir circa zwei Monate ungarischen Mühlviertler über sein Aufwach- verbrachten.

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Im Alter von zehn Jahren ist Pete Sabo mit seiner Familie von Ungarn nach Österreich geflohen. Von seinen Eltern hat er gelernt, sich durchzukämpfen und niemals aufzugeben.

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INTERNATIONAL ERFOLGREICH. Pete Sabos erste EP „Pressure“ hielt sich über Wochen in den obersten Beatportund Traxsource-Charts.

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Ich habe sogar am Flughafen in Salzburg Rasen gemäht. Musik war allerdings immer meine große Leidenschaft.

Wie haben Sie damals den Weg zu den Turntables gefunden? Nach meiner Lehre bin ich ins Ausland auf Montage gegangen. Ich habe mich viel ausprobiert und die verschiedensten Jobs gemacht, um Geld zu verdienen. Da war alles dabei, ich habe sogar am Flughafen in Salzburg Rasen gemäht (lacht). Musik war allerdings immer meine große Leidenschaft und ich habe den DJs in den Clubs ganz besonders auf die Finger geschaut. Irgendwann habe ich mir dann eigene Platten gekauft und mich im Auflegen versucht – anfangs noch alleine zu Hause, später habe ich in einer Bar angefragt, ob ich spielen darf. Das war ein Sprung ins kalte Wasser und natürlich nicht fehlerfrei, aber es hat funktioniert. Denn ein guter DJ sollte mehr können als nur auflegen. Was zum Beispiel? Ein Riesenvorteil ist, wenn ein großes Musikrepertoire vorhanden ist, um die richtige Musik auszuwählen und ans Publikum anpassen zu können. Übergänge sind wichtig, weil man damit immer wieder für einen Überraschungseffekt sorgen kann und so die Massen gut bewegen bzw. leiten kann. Wie machen Sie Musik, wie darf man sich das vorstellen?

Wichtig ist für mich immer das Zusammenspiel der einzelnen Sounds. Ich experimentiere viel und es ist nicht immer einfach, etwas zu finden, womit man selber zufrieden ist. Ich habe mich durch meinen Vater von Musikern wie JeanMichel Jarre oder Kraftwerk, Eric Clapton oder Jerry Lee Lewis inspirieren lassen. Da es so viel gute Musik gibt, mische ich bei meinen Auftritten die eigenen Nummern mit Musik von anderen Künstlern. Mein größter Fan ist aber immer noch meine Mutter, die Dancing Queen, weil sie als erste auf der Tanzfläche steht. Wann kam als DJ Ihr Durchbruch? 2013 spielte ich immer öfter in Clubs und ging dann nach Ischgl auf Saison, wo ich im Champagnerclub als DJ gearbeitet habe. Da konnte ich zwar nicht das spielen, was ich gerne gespielt hätte, aber ich habe einen guten Mittelweg gefunden, der gut bei den Gästen

angekommen ist. Eines Tages gab mir jemand einen Kontakt vom angesagten Nikki Beach Club in Mallorca und meinte, dass ich dort gut hinpassen würde. Nachdem ich einen Mix hingeschickt habe, bekam ich die Chance, mich dort zu beweisen. In Mallorca angekommen, hat man mich ziemlich lange hingehalten, bis ich endlich spielen konnte. Aber dann ist alles ganz schnell gegangen und ich konnte eine Woche später meinen Job als DJ beginnen. Zu Hause habe ich alles liegen und stehen gelassen und bin eine ganze Saison lang nach Mallorca gegangen. 2014 habe ich auch zum Produzieren angefangen und hatte überraschenderweise Erfolg damit. Ich war in Brasilien in den Charts lange auf Platz 1, habe in Ibiza aufgelegt und wurde immer bekannter. Es war beinharte Arbeit und ich habe es immer ernst genommen, auch weil es mir unheimlich viel Spaß gemacht hat und immer noch macht. Was waren Ihre schönsten Gigs? Einen meiner schönsten Gigs hatte ich in Thailand, aber auch in Österreich habe ich in verschiedenen Clubs und auf Festivals wie Electric Love, Nova Rock und Beatpatrol gespielt. Auch bei uns gibt es sehr viele coole Locations, diese zu bespielen, macht mir nach wie vor großen Spaß.

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Es lief richtig gut, bis Corona kam und auf der ganzen Welt Party machen erstmal vorbei war.

2018 haben Sie mit SABO|TAGE ein spezielles Projekt im Brucknerhaus in Linz ins Leben gerufen. Wie kam es dazu? Wolfgang Scheibner vom Brucknerhaus kam 2017 auf mich zu und fragte, ob ich eine Idee hätte, etwas Neues zu machen. Mein Vorschlag, gemeinsam mit einem Orchester eine Mischung aus elektronischer und klassischer Musik zu machen, gefiel ihm. Nachdem ich Thomas Kerbl, den damaligen Vizerektor der Anton Bruckner Privatuniversität, überzeugen konnte, ergab eines das andere. In Zusammenarbeit mit dem Arrangeur Hermann Miesbauer sowie dem Produzenten und meinem guten Freund Wolfgang Heim habe ich SABO|TAGE in Concert ins Leben gerufen. Durch die Verbindung von elektronischer und klassischer Musik trafen zwei verschiedene Welten aufeinander und wir haben nach langer, schweißtreibender Arbeit etwas Außergewöhnliches erschaffen. Nach dem Konzert dauerte es drei Tage, bis ich realisiert habe, was da abgegangen ist. Wir bekamen enorm viel positives Feedback, was uns zum Weitermachen motivierte. Das Projekt SABO|TAGE kann auch in einer kleineren Besetzung (vier Musiker und DJ) gebucht werden. Mit SABO|TAGE haben Sie auch am letzten Life Ball im Jahr 2019 ordentlich mitgemischt. Wie kam es dazu?

Ich war gerade wieder einmal in Ischgl, als ich einen Anruf von Gery Keszler bekam. Er hat mich mit Thomas Kerbl und Wolfgang Heim zu einem Gespräch nach Wien eingeladen. Es war erfolgreich und so sind wir dann gemeinsam mit dem Orchester der Anton Bruckner Privatuniversität beim Galakonzert und bei der AfterShow-Party mit Cesár Sampson beim Life Ball im Wiener Rathaus aufgetreten. Es lief richtig gut, bis Corona kam und auf der ganzen Welt Party machen erstmal vorbei war. Plötzlich hatte ich ganz viel Freizeit. Was haben Sie mit der vielen freien Zeit angefangen? Ich habe viel Musik gemacht und mit Livestream begonnen. Zum Glück geht es jetzt wieder bergauf und ich habe in den vergangenen Wochen auf Ibiza, in Berlin und in Österreich gespielt. Darüber hinaus habe ich eine eigene Radioshow auf dem sehr bekannten und renommierten Sender „Ibiza Global Radio“ (siehe Instagram). Sie sind international wieder viel unterwegs, wohnen aber im Mühlviertel. Was schätzen sie an ihrer oberösterreichischen Heimat? Umgeben von der wunderschönen Natur kann ich zur Ruhe kommen. Das holt mich runter und ich kann viel Kraft und Energie tanken, um wieder neue musikalische Ideen umzusetzen. Haben Sie den Weg, Musik zu machen und als DJ zu arbeiten, je bereut? Nein, Musik ist und bleibt meine Leidenschaft. Ich werde oft gefragt, ob ich nicht langsam auch etwas anderes machen will, weil ich äl-

ter werde und junge Talente nachkommen. Das sehe ich gelassen, es gibt viele andere Möglichkeiten, um Geld zu verdienen. Es ist mir auch ein Anliegen, die Jungen zu fördern. Corona hat uns alle betroffen und vieles gekostet, aber ich bin dankbar, dass ich ein Dach über dem Kopf und Essen im Kühlschrank habe und dass meine Familie gesund ist. Die Flucht von Ungarn nach Österreich hat uns geprägt und wir haben unseren Eltern sehr viel zu verdanken. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Wir haben von ihnen gelernt, uns durchzukämpfen. Ich sage immer: „The sky is wide open“ – man muss es nur wollen und das notwendige Talent mitbringen.

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Wenn er nicht mit der Wildstyle & Tattoo Messe und den European Street Food Festivals auf Tour unterwegs ist, ist Jochen Auer in seiner Heimat Bad Ischl mit seinen Hunden unterwegs.

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WILD SIDE

WALK ON THE Text: Ulli Wright Fotos: Mike Auer

Er hat die Wildstyle & Tattoo Messe gegründet, mit seiner Stage Culinarium Catering GmbH Weltstars wie Madonna, Paul McCartney oder Pink bekocht und ist seit sieben Jahren erfolgreich mit dem European Street Food Festival unterwegs. Jochen Auers Werdegang entspricht in keinster Weise der Norm – ebenso wenig seine Projekte. „Das Einzigartige MUSS immer im Vordergrund stehen – DAS IST GESETZ“, lautet die Devise des sympathischen Bad Ischlers.

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ür ein Konzert der US-amerikanischen Metal Band Metallica setzte Jochen Auer seine erfolgversprechende Laufbahn als Skirennläufer in den Sand. Mit 15 Jahren verließ er die Skihandelsschule in Schladming, die er mit Stars wie Fritz Strobl und Christian Mayer besuchte, um einerseits im elterlichen Gasthaus eine Kochlehre zu machen und sich andererseits seiner großen Leidenschaft für Heavy Metal zu widmen. Zum Glück, denn ohne den heute 50-Jährigen würde es wohl keine Wildstyle & Tattoo Messe oder ein European Street Food Festival geben. Obwohl mit großen Stars wie Ozzy Osbourne, Slash, Ian Gillan von Deep Purple oder der deutschen Rocksängerin Doro auf Du und Du, ist der Bad Ischler Unternehmer am Boden geblieben. 30 Jahre ist er nun im Business unterwegs, hat große Konzerte, Messen und Festivals abgewickelt sowie unzählige Stars samt Crew und Konzertbesucher auf hohem Niveau versorgt. Wir haben ihn in seinem HOUSE OF WILDSTYLE in Bad Ischl besucht und mit ihm über Höhen und Tiefen gesprochen.

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30 Jahre ist er nun im Business unterwegs, hat große Konzerte, Messen und Festivals abgewickelt sowie unzählige Stars samt Crew und Konzertbesucher auf hohem Niveau versorgt.

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Herr Auer, woher stammt Ihre Leidenschaft zur Heavy-Metal-Musik? Ich liebe Musik, seit ich denken kann. Meine große Leidenschaft begann allerdings, als mein älterer Bruder mich im Alter von zwölf Jahren zu einem Livekonzert von Wolfgang Ambros nach Linz mitgenommen hat. Das war einfach genial. Mit 15 Jahren war ich dann auf einem Konzert von Deep Purple in Linz, wo als Vorgruppe Pretty Maids, eine Band aus Dänemark, die Stimmung anheizte. Das war sicher die Initialzündung, ab diesem Zeitpunkt war ich ein eingefleischter Heavy Metal Fan und habe Bands wie Iron Maiden, Warlock und so weiter von vorne bis hinten studiert. Der Leidenschaft für Heavy Metal musste sogar Ihre Karriere als Skirennläufer weichen? Ja, genau. Ich war ein sehr talentierter Skifahrer und ging auf die Skihandelsschule in Schladming. Wir waren auf Trainingskurs in Tirol, als die Band Metallica 1988 auf Tour gegangen ist. Ich hatte Tickets für das Konzert in München und informierte meinen Trainer, dass ich mit dem Zug zum Konzert fahren werde. Er war nicht begeistert und meinte: „Wenn du das machst, kannst du zusammenpacken und heim nach Bad Ischl fahren.“ Also habe ich zusammengepackt

und bin zum Konzert gefahren, das übrigens großartig war. Meine Eltern waren von dieser Aktion nicht begeistert, denn es war quasi das Ende meiner Karriere als Skirennläufer. Skistars wie Fritz Strobl oder Christian Mayer waren mit mir in der Schule und im Kader. Aber während sie nach dem „offiziellen“ Training weitertrainiert haben, ging ich auf ein Bier und hörte Musik. Ich war am Metal-Trip unterwegs und wusste, dass Skifahren nicht mein Leben sein würde. Was haben Sie nach Abbruch der Schule gemacht? Was den Skisport betrifft, so habe ich noch eine Weile alleine weitertrainiert und bin sogar FIS-Rennen gefahren. Um einen Brotberuf zu lernen, habe ich bei meinen Eltern im Gasthaus Pfandl in Bad Ischl eine Kochlehre gemacht. Das war allerdings nicht meine große Leidenschaft (lacht). Ich wollte damals nur auf Metal-Konzerte gehen und selber welche veranstalten. Die brasilianische Metal Band Sepultura war damals meine Lieblingsband und die wollte ich unbedingt nach Bad Ischl bringen. Das ist mir nicht gelungen, also habe ich es mit Jazz Gitti versucht, die bereits zwei Jahre zuvor in Bad Ischl recht erfolgreich gastiert hat. Und ist Ihnen das gelungen?

Mehr oder weniger (lacht). Jazz Gitti verlangte damals eine Gage von 200.000 Schilling. Ich hatte keinen Groschen Geld und war mir auch dessen nicht bewusst, dass sie im Voraus bezahlt werden muss. Aber ich hatte einen Onkel, der auf einer Bank gearbeitet und mir einen Kredit verschafft hat. Das werde ich ihm nie vergessen. Blöd war nur, dass ich damit gerechnet habe, dass 1.500 Personen zum Konzert kommen würden. Gekommen sind letztendlich nur 600, was bedeutete, dass ich die Hälfte meines Kredites in den Sand gesetzt habe. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, wie es in der Showbranche läuft, und begann, nur noch Events zu veranstalten, die Geld brachten. Welche Events waren das? Anfangs habe ich in der Bad Ischler Kurhausbar kleine Heavy-Metal-Konzerte veranstaltet. Die sind recht gut angekommen, da die MetalSzene damals viel größer war als heute, aber es außer in Wien und im „Alter Schlachthof“ in Wels österreichweit kaum Konzerte gab. Ich war also mittendrin. Anfang der 90er-Jahre habe ich Stefan Hattinger, der damals in Wels im Schlachthof Konzerte veranstaltet hat, kennengelernt und mit ihm gemeinsam in Wels und Linz Lokale eröffnet und Shows sowie Konzerte mit Bands wie Slayer, Machine Head, Paradise Lost und vieles mehr gemacht.

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Wie kamen Sie schließlich zur Wildstyle & Tattoo Messe? Im Juni 1995 veranstaltete ich ein MetalFestival in Wels mit sehr angesagten Bands und erweiterte dieses um einen Metal-Markt mit Klamotten, Piercer und Tätowierer. Das kam beim Publikum super gut an, was mich auf die Idee brachte, das Festival wie eine Messe in eine Halle zu verlegen und Eintritt zu kassieren. Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mich hingesetzt und drei Tage und drei Nächte lang an einem Konzept gearbeitet. Ich habe mir Freakshows angesehen, Hunderte Tätowierer und Showgirls sowie Motorradhändler angeschrieben. Viele waren auf Anhieb dabei und es hat funktioniert. Obwohl niemand an mein Konzept geglaubt hat, habe ich am ersten Novemberwochenende 1995 die erste Wildstyle & Tattoo Messe in der Messehalle Wels eröffnet. An drei Tagen kamen 12.000 Besucher und die Medien berichteten wie wild von der Messe, weil sie einfach exotisch war. Ich habe den Nagel auf den Kopf getroffen.

„nicht“ zuständig. Als ich draufgekommen bin, dass wir zwar viele Millionen Umsatz machten, aber acht Monate lang keinerlei Steuern zahlten, war es zu spät. Was ist dann passiert? Um die Jahrtausendwende habe ich überall meine Zelte abgebrochen, unter anderem auch im Steuerparadies Campione und in Ungarn, wo ich ein Haus hatte. Ich zog wieder in meine Zweizimmerwohnung ins Elternhaus nach Bad Ischl zurück. Von den Erotikmessen habe ich mich verabschiedet, da sie zu schmuddelig wurden, ein paar WildstyleVeranstaltungen habe ich weiterhin noch gemacht. Dann habe ich die Ärmel hochgekrempelt und noch einmal losgelegt. 2001 habe ich dann gemeinsam mit meinem Bruder vom Gasthaus Pfandl von Bad Ischl aus die Firma Stage Culinarium Catering gegründet.

Das klingt spannend. Mit welchen Sonderwünschen werden Sie und Ihr Team dabei konfrontiert. Wie darf man sich das vorstellen? Wir bekommen einen sogenannten CateringRider, das ist eine Liste mit Anforderungen, welche die Stars für sich und die Crew stellen. Zum Beispiel welche Getränke sie wollen, ob sie Allergien haben, welche Präferenzen es beim Essen gibt und so weiter. Bei manchen Stars umfasst der Rider an die 15 A4-Seiten. Die Speisen werden in unserer mobilen Küche vor Ort gekocht. Die Crews bestehen zum Teil aus bis zu 200 Personen. Unsere größte Veranstaltung war das Madonna-Konzert auf der Wiener Donauinsel. Damals versorgten wir nicht nur Madonna und ihre Crew, sondern auch 60.000 Konzertbesucher. Unser Team bestand aus 400 Personen. Kochen Sie auch selber? Nein, ich kann nicht sehr gut kochen, aber ich weiß, wie gute Gerichte schmecken und aussehen müssen (lacht).

Mit der ersten Wie nahe kommt Wildstyle & Tattoo man als Caterer den Messe haben Sie Stars? Das ist unterschiedden Startschuss zu lich. Meistens beläuft einer achtjährigen sich der Kontakt mit Tour gelegt, die dieden Künstlern auf se Messe nicht nur Smalltalk. Madonna durch Österreich, habe ich nicht zu sondern durch vieGesicht bekommen, le Länder Europas Paul McCartney hinführte. Was hat Sie Auf Du und Du mit Kiss. Mit seiner Stage Culinarium Catering GmbH haben Jochen Auer und sein Team unzählige Weltstars samt ihrer Crew bekocht. gegen kam sogar zu dazu bewogen, die uns in die Küche und erfolgreiche Messe bedankte sich für das gute Essen. Diskretion nach acht Jahren nicht mehr zu veranstal- Wie darf man sich das vorstellen? Mein Bruder ist ein Spitzenkoch, und mit ist in diesem Bereich das Um und Auf. Als Caten? Während dieser acht Jahre habe ich alle höchstem Einsatz haben wir gemeinsam Tag terer müssen wir am höchsten Level arbeiten Höhen und Tiefen der Showbranche erlebt. und Nacht gearbeitet. Wir sind um fünf Uhr und teilweise auch das Unmögliche möglich Im Frühjahr 1996 habe ich erstmals auch früh nach Wien gefahren, haben dort bei machen. Je berühmter die Stars sind, desto Erotikmessen auf Tour-Basis veranstaltet, Konzerten und Events die Stars und deren unkomplizierter sind sie, das weiß ich aus Erdie ebenfalls sehr erfolgreich waren. In den Crew bekocht, Buffets aufgebaut und sind in fahrung. 1990er-Jahren habe ich mit mehr als 100 der Nacht wieder nach Hause gefahren. Oft Mitarbeitern fünf Messen pro Wochenende sind uns dabei nur 100 Euro übriggeblieben. Ich habe gelesen, dass Sie bisher rund 5.000 in drei verschiedenen Ländern veranstaltet. Es war Learning by Doing, aber binnen kür- Caterings im Bereich Künstler-, Crew- und Ich habe in jungen Jahren Millionen – damals zester Zeit haben wir einen Level erreicht, Tour-Catering aber auch im Bereich von noch Schillinge – verdient und war kein Kind den weder Veranstalter noch Fans kannten. VIP- und Galaevents durchgeführt haben. der Traurigkeit. Mit 24 Jahren kaufte ich mir Unser Ziel, Marktführer im Segment Star-, War dieser Erfahrungsschatz ausschlagum fast eine Million Schilling eine nagelneue Künstler- und Crew-Catering zu werden, ha- gebend, im Jahr 2015 die European Street Corvette, war mit Playmates unterwegs und ben wir im Jahr 2003 erreicht, bis vor Corona Food Festivals auf die Beine zu stellen? hatte in jeder Hinsicht den absoluten Hö- bewerkstelligten wir jährlich zwischen 300 Neben Catering im Konzert- und Künstlerhenflug. So nach dem Motto: „Wer sich an die und 400 Shows europaweit. Dabei bewirte- bereich mache ich auch Cateringservice für 90er-Jahre erinnern kann, war nicht dabei.“ ten wir Bands und Stars wie Metallica, Pink, Konzerne und Unternehmen. Vor mehreren Bis mich schließlich massive Steuerproble- Rihanna, Black Sabbath, Neil Young, The Jahren bekam ich von einem großen interme eingeholt haben. Einer meiner Freunde Rolling Stones, Paul McCartney, Lady Gaga nationalen Versicherungsunternehmen den Auftrag, die Versorgung bei Events für 10.000 war für meine Buchhaltung zuständig bzw. und viele mehr.

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Mitarbeiter in zehn bis 15 unterschiedlichen deutschen Städten zu machen. Man wollte das Ganze in Form von Food Trucks abwickeln. Das hat mich dazu motiviert, etwas in dieser Richtung auf die Beine zu stellen. Das Knowhow und die Mitarbeiter hatte ich bereits, also ging es nur mehr darum, das Abenteuer „Street Food Festival“ durchzuziehen. Und der Erfolg gibt Ihnen recht ... Wie immer war es auch in diesem Bereich ein Learning by Doing. Das erste Street Food Festival veranstaltete ich in der Welser Messehalle. Ich habe mit 20.000 Besuchern gerechnet, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Trotz widrigster Bedingungen mit Schneesturm kamen 10.000 Menschen. Das hat mir gezeigt, dass es funktioniert und ich habe für das Frühjahr 2015 eine Tournee durch ganz Österreich gebucht. Natürlich war das ein großes Risiko, aber die Festivals haben voll eingeschlagen. Bald platzten die Hallen aus allen Nähten und wurden für den großen Andrang zu klein. Daher gingen wir ins Freie auf Markt- und Stadtplätze. Mittlerweile haben wir mit unserem European Street Food Festival garantiert die erfolgreichste Street-Food-Veranstaltung im deutschsprachigen Raum kreiert. Vom Start im Jahr 2015 bis vor Corona, wo wir aufgrund der Einschränkungen pausieren mussten, kamen zwei Millionen Besucher. Große Caterings, European Street Food Festival, seit 2010 stellten Sie auch die Wildstyle & Tattoo Messe wieder auf die Beine – Ihre Veranstaltungen ziehen die Massen an. Wie schwer hat Sie die Coronakrise getroffen? Es war eine Katastrophe. Als die Pandemie kam, hatte ich für bevorstehende Wildstyle & Tattoo Messen rund 100.000 Euro vorfinanziert. Als der erste Lockdown via Pressekonferenz im Radio angekündigt wurde, wusste ich, dass ich 300.000 Euro verloren habe. Die Förderungen waren zwar ganz okay, aber ich hatte das Pech, dass ich auch viele Aufträge im Ausland hatte, für die es am Anfang keine Entschädigung gab. Ein paar Hunderttausend Euro und viel Nerven gingen verloren. Aber jetzt geht es wieder bergauf, Messen, Events und unsere European Street Food Festivals können zum Glück wieder stattfinden. Ihre Firmenzentrale ist nach wie vor in jenem Gebäude in Bad Ischl, wo Sie Ende Oktober 2013 auch das erste Wildstyle & Tattoo Studio eröffnet haben. Wie kam es dazu? Das entstand aus meiner Freundschaft mit Zombie Boy, der regelmäßig ein Aushänge-

schild der Wildstyle & Tattoo Messen war. Leider ist er schon verstorben. Damals haben wir im noch leeren Gebäude, wo eigentlich ein Bistro geplant war, gefeiert. Irgendwie kamen wir auf die Idee, ein Tattoostudio zu machen – das war der Anfang. Sie sind jetzt seit 30 Jahren im Business, haben 2010 wieder begonnen, Wildstyle & Tattoo Messen zu veranstalten, veröffentlichen regelmäßig das Wildstyle & Tattoo Magazin, haben ein Buch herausgegeben, brachten ein Musikalbum auf den Markt, das es sogar auf Platz drei in die Austria Top 40 geschafft hat ... Wenn Sie so auf Ihre Karriere zurückblicken, worauf sind Sie besonders stolz?

brauche danach mindestens drei Tage, um mich wieder zu erholen. Da überlegt man dann zweimal, ob man Party macht (lacht). Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit, wenn es so etwas gibt? Von November bis Ende März bin ich meistens zu Hause in Bad Ischl, ansonsten bin ich ununterbrochen unterwegs und da wird natürlich auch gesündigt. Aber in den Wintermonaten versuche ich runterzukommen – das bedeutet: kein Alkohol, gesunde Ernährung und viel Sport. Da sind wir mit unseren Hunden in der Natur unterwegs und ich mache viel Ausdauer- und Kraftsport. Meine Anfänge als Skirennläufer haben meinen Weg in die Selbstständigkeit sicher positiv geprägt. Denn auch als Unternehmer braucht man Mut, muss etwas riskieren und fokussiert sein. Ein Unternehmer und ein Einzelsportler haben sicher viel gemeinsam. Diesbezüglich helfen mir meine Erfahrungen in der Jugend heute im Geschäftsleben. Fahren Sie immer noch gerne Ski? Ich muss gestehen, dass ich das letzte Mal vor 13 Jahren auf Skiern gestanden bin. Heuer habe ich sie wieder ausgepackt, hatte aber keine Zeit dazu, was meine Freundin ziemlich ärgert.

Ich denke, das Gesamtwerk steht nicht so schlecht da. Cool ist, dass in meinem Team noch immer Menschen aus meinen Anfängen dabei sind. Aber natürlich muss man gerade in der Showbranche hart zu sich selbst sein. Ich kann nach acht Stunden nicht so einfach heimgehen, sondern erst dann, wenn die Arbeit erledigt ist. Viele sind bereits seit Jahrzehnten dabei, dafür bin ich sehr dankbar. Gerade durch die Wildstyle & Tattoo Messen entstanden Freundschaften über alle Kontinente hinweg. Das sind Freunde, die mich und meine Arbeit respektieren. Daher ist die Wildstyle & Tattoo Messe auch mein Herzensprojekt. Das sind Freundschaften, Völkerverständigung und Internationalität in einem und darauf bin ich stolz. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Ich bin zielstrebig, stur und auch ziemlich mutig. In jungen Jahren habe ich zu hundert Prozent nach dem Motto „Sex and Drugs and Rock’n‘Roll“ gelebt und dafür auch mein Lehrgeld bezahlt. Seit 13 Jahren bin ich nun mit meiner Lebensgefährtin glücklich zusammen und habe in ihr eine Partnerin gefunden, die mich voll und ganz unterstützt. Feiern Sie heute keine Partys mehr? Ja, ich feiere schon noch ab und zu, aber ich

Was steht in der Zukunft an, sind Sie schon wieder am Planen? Um ehrlich zu sein, habe ich circa 200 Rohkonzepte im Safe liegen. Ich müsste drei Leben leben, um all das zu realisieren und es kommen ständig neue Ideen dazu. Wenn mir etwas einfällt, schreibe ich das sofort nieder. Wenn ich ein Konzept genauer ausarbeite, dann macht mein Bruder, er ist Grafiker, ein professionelles Layout mit Logo und so weiter. Das lasse ich dann patentieren und es kommt in den Safe, bis ich es realisiere oder auch nicht. Sie sind in so vielen Bereichen unterwegs, wie schafft man das? Ich habe ein Cateringunternehmen und kann nicht kochen, ich habe ein Tattoostudio und kann nicht tätowieren, aber was ich kann, ist Konzepte schreiben. Man glaubt immer, dass ich auf vielen Kirtagen tanze, aber das stimmt so nicht. Es hat alles einen Zusammenhang. Aus der Wildstyle & Tattoo Messe entstand mein Tattoostudio, aus dem Künstler-Catering das European Street Food Festival. Und wissen Sie was, das Wort Tausendsassa mag ich überhaupt nicht.

TERMINE WILDSTYLE & TATTOO MESSE: www.wildstyle.at EUROPEAN STREET FOOD FESTIVAL 2022 www.streetfood-festival.eu

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Für ihre Arbeiten erhielten Manfred (li.) und Laurids Ortner 2020 den „Großen Österreichischen Staatspreis“, die höchste von der Republik Österreich einmal jährlich verliehene Auszeichnung an einen Künstler für hervorragende Leistungen.

ZWEI BRÜDER, EINE BERUFUNG Von Haus-Rucker-Co zu O&O Baukunst: Die neue Ausstellung „bis übermorgen“ im Francisco Carolinum zeigt auf zwei Stockwerken alte und neue Werke der arrivierten Linzer Architekten und Künstler Laurids und Manfred Ortner. Text: Maria Russ Fotos: OÖ Landes-Kultur GmbH/Michael Maritsch

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ekanntheit erlangten sie vor allem durch den Neubau des Wiener MuseumsQuartiers (1998–2001), für dessen Planung Laurids und Manfred Ortner verantwortlich zeichneten und mit dem inmitten der Stadt Wien eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale entstand. Indem sie mit großem planerischen sowie künstlerischen Geschick vorhandene historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur verbanden, planten die Architektenbrüder das Museum Moderner Kunst Wien (mumok), das Leopold Museum

mitsamt der erst 2020 eröffneten Kulturterrasse MQ Libelle am Dach des Gebäudes und die Kunsthalle Wien. Es folgten weitere Großprojekte, wie die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Duisburg, der Neubau des Zentralstandorts für die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin oder der Schiffbau am Schauspielhaus Zürich sowie zahlreiche Büro- und Wohnbauten in Österreich und Deutschland. Das Œuvre der Linzer Brüder ist breit aufgestellt und facettenreich. Mittlerweile ist das

Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst, welches Laurids und Manfred Ortner 1987 in Düsseldorf gründeten und aus welchem sich 2011 O&O Baukunst formte, das heute mit vier anderen Architekten gemeinschaftlich geführt wird, an drei weiteren Standorten in Berlin, Wien und Köln aktiv und zählt 100 Mitarbeiter. Zudem kam am Berliner Standort 2011 die Kunstgalerie O&O Depot hinzu, wo die beiden in Linz geborenen Brüder ihre persönliche Kunstgeschichte seit den späten 1960er-Jahren präsentieren sowie anderen Künstlern Raum für ihre Kunst geben.

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Haus-Rucker-Co. Seit ihren Anfängen geht es dem Architektenduo auch um Kunst: Gemeinsam mit dem Architekten und Hochschullehrer Günter Zamp Kelp, dem Maler Klaus Pinter und der Künstlerin Caroll Michels eroberten Laurids und Manfred Ortner in den 1960er- und 1970er-Jahren als Haus-Rucker-Co die internationale Kunstszene. Mit Plastiken und Installationen im öffentlichen Raum schuf die Architekten-Künstlergemeinschaft Beiträge, die die sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit der Menschen „bewusstseinsweiternd“ aktivieren sollte: „Wegrücken“ von alten Häusern, um Platz für Neues zu schaffen. Nachdem sich Klaus Pinter und Caroll Michels als Künstler selbstständig zu betätigen begannen und die Ortners sowie Günter Zamp Kelp sich mit eigenständigen Architekturbüros konkreten Bauaufgaben zu widmen anfingen, erfolgte Anfang der 1990er-Jahre die Auflösung der Gruppe. Architektur aus Mangel an Alternativen. Zwei Brüder, der gleiche Beruf, noch dazu äußerst erfolgreich: Die Baukunst scheint bei den in Linz geborenen Brüdern – Laurids: Jahrgang 1941, und Manfred: geboren 1943 – in den Genen zu liegen. Doch warum sie Architekten wurden, hat nach Laurids Ortner einen pragmatischen Grund: „Ich war ein notorisch schlechter Schüler. Als die Matura schließlich geschafft war, hat sich die ganze Familie den Kopf darüber zerbrochen, was der arme Bub jetzt eigentlich studieren und was aus ihm werden soll. Architektur schien damals schließlich als harmloseste Profession.“ Dem Architekturstudium an der TU Wien

„Gekipptes Tor“ mit 64 falschen Krähen: Entwurf von Haus-Rucker-Co, 1976; Realisierung 1:2 durch O&O, 2022, mit Staar & Miant Holzbaum folgte 1976 bis 1987 eine Professur an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz und im Anschluss bis 2011 eine Professur für Baukunst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Manfred Ortners Lebenslauf liest sich ähnlich, obgleich sich der jüngere Bruder erst Mitte der 1980er-Jahre zunehmend der Architektur widmete: Studium der Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Geschichte an der Universität Wien, 1994 bis 2012 Professor für Entwerfen an der Architekturfakultät der Fachhochschule Potsdam.

„Trichter“: Entwurf von Haus-Rucker-Co, 1986; Realisierung 1:2 durch O&O, 2022, mit Arthur Viehböck und Crea Metall

International gefragt. Eine der Regeln ihrer Baukunst sei es, die Hülle vom Inhalt zu trennen: „Mit dem Äußeren ist der Verpflichtung gegenüber der Stadt und der Gesellschaft nachzukommen. Im Inneren ist Raum zur ungehemmten eigenen Verwirklichung.“ Die Antwort von Laurids Ortner auf die Frage nach der persönlichen Handschrift sowie dem Erfolgsrezept der Brüder, deren international gefragtes Architekturbüro O&O Baukunst im BauNetz-Architektenranking für den Raum Deutschland/Österreich/Schweiz auf Platz sieben rangiert und sich auch international immer unter den Top 100 befindet, lautet knapp: „Wir befolgen die zehn Regeln zur Baukunst. Darin ist festgelegt, wie nachhaltige Architektur zustande kommt.“

Retrospektive. Die „10 Regeln der Architektur“ sind auch Teil der Ausstellung „bis übermorgen“ im Francisco Carolinum, die sich seit 7. April der Kunst von Laurids und Manfred Ortner widmet. Anhand von zehn Modellen von O&O Baukunst – aktuelle Bauten begleitet von großformatigen Kreidezeichnungen von Manfred Ortner – werden diese prägnant beschrieben. Die spektakuläre Retrospektive, für welche die Künstler monumentale Objekte entwickelten, die Motive und Themen aus den 1970er- und 80er-Jahren aufnehmen, variieren und neu interpretieren, zeigt auf zwei Stockwerken alte wie neue Werke der Brüder am Schnittpunkt zwischen Architektur und Skulptur. Anhand von Modellen, Zeichnungen sowie großformatigen Öl- und Pastellbildern wird die Ideenwelt der beiden von damals, heute und übermorgen illustriert. Einen wesentlichen Teil der Ausstellung bilden sieben großformatige Objekte, die für die Schau gebaut wurden und verschiedene Kapitel und Motive im Werk der Brüder herausgreifen und neu interpretieren. Die imposanten Werke der Ortners, die in den altehrwürdigen Gemäuern des Francisco Carolinum ganz besonders eindrucksvoll wirken, sind noch bis 7. August zu sehen.

AUSSTELLUNG bis übermorgen Laurids Ortner & Manfred Ortner – Von Haus-Rucker-Co zu O&O Baukunst 7. April bis 7. August 2022 Francisco Carolinum Linz www.ooekultur.at

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n diesem Sommer erreicht die Jurassic-Ära ihr episches Finale. Die Dinosaurier leben seit den Ereignissen auf Isla Nublar frei auf dem Festland. Ein gigantisches Ringen um die Herrschaft zwischen Mensch und Dinosaurier beginnt. Erstmals finden zwei Generationen zusammen: In „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ treffen Chris Pratt und Bryce Dallas Howard auf Oscarpreisträgerin Laura Dern, Jeff Goldblum und Sam Neill. Zusammen begeben sie sich auf eine abenteuerliche, rasante und atemberaubende Reise, die rund um den Globus führt.

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eit mehr als 30 Jahren ist Pete „Maverick“ Mitchell als Top-Pilot für die Navy im Einsatz. Als furchtloser Testflieger lotet er die Grenzen BEI des Möglichen aus und drückt sich vor der BefördeOVIE STAR M rung, die ihn auf den Boden verbannen würde. Als er eine Gruppe von Top-Gun- Auszubildenden für eine Sondermission trainieren soll, trifft er auf Lt. Bradley Bradshaw mit dem Spitznamen „Rooster“, den Sohn von Mavericks verstorbenem Co-Piloten und Freund Nick Bradshaw, „Goose“. Konfrontiert mit den Geistern der Vergangenheit, ist Maverick gezwungen, sich seinen tiefsten Ängsten zu stellen, denn die Sondermission wird von allen, die für diesen Einsatz auserwählt werden, das ultimative Opfer fordern.

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ls der junge Elvis Presley (Austin Butler) von dem zwielichtigen Colonel Tom Parker (Tom Hanks) entdeckt wird, ist es der Auftakt zu einer Erfolgsgeschichte. Elvis wird von dem Musikmanager zur Attraktion einer durch die USA ziehenden Show gemacht und avanciert bald zum Superstar. Die eigenwilligen Bewegungen des durch Blues und Gospelmusik – in vor allem von schwarzer Bevölkerung bewohnten Gebieten – sozialisierten Elvis versetzen vor allem seine weiblichen Fans in Ekstase, doch erzürnen auch die Sittenwächter. Während Elvis sich in Priscilla (Olivia DeJonge) verliebt und so eine weitere signifikante und prägende Person in sein Leben tritt, bekommt die Beziehung zu seinem Förderer im Laufe von 20 Jahren immer mehr Risse. Als die Gewalt gegen Schwarze zunimmt und Martin AKTUELLES Luther King ausgerechnet in Elvis‘ HeiFILMPROGRAMM, mat Memphis ermordet wird, will sich der Superstar klar positionieren. Doch BEGINNZEITEN UND dazu muss er sich gegen den Colonel RESERVIERUNG durchsetzen.

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© Thomas Keplinger

Christian Hartl ist im Mühlviertel aufgewachsen, kennt die Region und deren Menschen. Jetzt ist sein vierter Kriminalroman erschienen.

MÖRDERISCHES MÜHLVIERTEL

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ine brutale Mordserie erschüttert Bad Hansberg. Mitten in der Nacht wird Bezirksinspektor Grinninger aus dem Schlaf gerissen. Ein Afrikaner liegt erschossen auf dem Abenteuerspielplatz. Neben ihm: eine Ansichtskarte von Bad Hansberg mit „tödlichen Liebesgrüßen“. Wie passt das zusammen, fragt sich Grinninger. Doch kaum nehmen die Ermittlungen Fahrt auf, werden der Betreiber des „Adventurelandes“ und ein Landesrat ebenfalls tot aufgefunden. Neben den Leichen liegen die gleichen Ansichtskarten. Ohne es zu ahnen, sticht der Bezirksinspektor in ein lebensgefährliches Wespennest aus organisierter Kriminalität, fieser Korruption, Eifersucht und allerlei gekränkten Eitelkeiten. Und jederzeit kann ein weiterer Mord passieren …

Autor Christian Hartl spannt in seinem vierten Kriminalroman „Tödliche Liebesgrüße aus dem Mühlviertel“ den Spagat zwischen Humor, Selbstironie und Rachegelüsten. Heile Welt im idyllischen Mühlviertel? „Mitnichten“, sagt Hartl. „Dorf – Kirche – Wirtshaus. Diese beinahe heilige Dreifaltigkeit dominiert das Bild, wie sich das Mühlviertel in den Tourismusmagazinen präsentiert. Wer aber wie ich sein gesamtes Leben irgendwo zwischen Güterwegen, Erdäpfelackern, Heiligen-Marterln und mit Hirterdraht eingezäunten Weidewiesen verbringt, der weiß: Die Einwohner dieses abgelegenen Landstrichs zwischen Linz, Bayern und Tschechien sind nicht zu unterschätzen.“

Der Mühlviertler Christian Hartl hat seinen vierten Krimi geschrieben. Darin treffen internationale Geheimdienste auf beschauliche Dorfpolizisten.

BUCHTIPP „TÖDLICHE LIEBESGRÜSSE AUS DEM MÜHLVIERTEL“ Christian Hartl Verlag federfrei € 12,90

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Oberösterreicher Mai 2022 by Bundesländerinnen - Issuu