79. Jahrgang 81.
www.lvh.it
04 10 2024 2026
I. R.– Poste Italiane SpA | Spedizione in Abbonamento Postale D. L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 no 46) | art.1, comma 1 CNS Bolzano Tassa Pagata – Taxe Percue | mensile, edizione nr° 1 2
manufakt Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft
Alles sicher?
Was Betriebe jetzt im Blick haben sollten. Seite 14
Südtirols Jugend kann was! Das junge Handwerk überzeugt in Shanghai. Seite 22
Mach doch!
Beim SkillsDay das Handwerk erleben. Seite 42
MEHR RAUM FÜRS HANDWERK WOHNEN, WACHSEN, WEITERGEBEN: NEUE REGELN SCHAFFEN SPIELRAUM FÜR SÜDTIROLS BETRIEBE.
6.800+
Südtiroler und Südtirolerinnen arbeiten täglich mit unserer Software und unseren Apps!
o
0 6 3
in Alles einem m Syste
Ein starker Beweis dafür, dass ERGO im Arbeitsalltag überzeugt und Mitarbeiter spürbar unterstützt!
Angebote schreiben, Baustellen verwalten, Lagerführung, Nachkalkulation und Abrechnung, digitale Zeiterfassung per App und vieles mehr.
ERGO ist Südtirols meistverwendete Softwarelösung im Baugewerbe und Handwerk!
EDITORIAL
Liebe Handwerkerinnen, liebe Handwerker,
3 10|2026
die WorldSkills in Shanghai haben einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in unserem Handwerksnachwuchs steckt. Gold, Bronze und fünf Exzellenzauszeichnungen sind eine beeindruckende Bilanz. Unsere jungen Talente haben sich mit den Besten ihres Fachs gemessen und Südtirol mit Können, Leidenschaft und Professionalität vertreten. Hinter solchen Erfolgen stehen nicht nur Talent und fachliches Können. Sie sind das Ergebnis intensiver Vorbereitung, großer Ausdauer und der Bereitschaft, immer wieder an sich zu arbeiten. Eigenschaften, die unser Handwerk seit jeher auszeichnen. Besonders freut mich, dass diese jungen Menschen damit auch anderen zeigen, welche Chancen das Handwerk bietet. Eine handwerkliche Ausbildung eröffnet Perspektiven, schafft Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und kann – wie wir in Shanghai gesehen haben – bis an die internationale Spitze führen. Solche Erfolge entstehen aber nicht allein. Dahinter stehen Betriebe, Ausbilderinnen und Ausbilder, Expertinnen und Experten sowie viele weitere Menschen, die junge Talente begleiten, fördern und ihnen ihr Wissen weitergeben. Auch ihnen gebührt unser Dank. Für uns ist dieser Erfolg deshalb zugleich ein Auftrag: Wir müssen jungen Menschen weiterhin gute Bedingungen bieten, damit sie ihre Fähigkeiten entdecken, entwickeln und mit Begeisterung ihren Weg im Handwerk gehen können. Denn Shanghai hat eindrucksvoll gezeigt: Wenn Können, Leidenschaft und Einsatz zusammenkommen, ist vieles möglich. Darauf können wir als Südtiroler Handwerk stolz sein.
Euer Präsident,
manufakt
10–13 PLATZ FÜR ZUKUNFT: LANDESGESETZ „RAUM UND LANDSCHAFT“
IMMER FÜR SIE DA! lvh.apa Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister
www.lvh.it
4 10|2026
Impressum manufakt – Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft Auflage 10.000 Exemplare für 40.000 Leser/innen hgb. und Verwaltung lvh.apa Bildung & Service Gen. mbH Mitterweg 7 39100 Bozen Tel. 0471 323 200 manufakt@lvh.it Jährliche Abo-Gebühr 55 Euro (Inland) 65 Euro (Ausland) Leitung: Dr. Ramona Pranter, MBA Redaktion: Leslie Wiss (lw) Maria Vittoria Gambetti (mg)
18
22
IRAP RUNTER: ENTLASTUNG STATT BÜROKRATIE
STARK AUF DER WELTBÜHNE: SÜDTIROLER HANDWERK GLÄNZT
Verantwortliche Werbung/Sponsoring Themen in Bewegung, Im Blick: Dr. Margareth M. Bernard (mb) Lektorat: Julia Ranigler, MBA Presserechtlich Verantwortlicher: Dr. Bernhard Christanell, MA Reg. Tribunal Bozen Nr. 24 am 11. Mai 1948. ROC 9592 Grafik und Layout: Longo AG Druck: Athesiadruck GmbH Bozen
INHALT
INHALT NEWS 07
„ZUKUNFT IN DEINER HAND“ Bei der Radioaktion geben Lehrlinge Einblicke in ihren Berufsalltag.
FOKUS 10
R AUM FÜR NÄCHSTE GENERATION Neue Regeln schaffen mehr Spielraum für Wohnen und Betriebsnachfolge.
HANDWERK & GESELLSCHAFT 42
R AN ANS HANDWERK Beim SkillsDay in Sterzing erlebten Jugendliche das Handwerk hautnah.
THEMEN IN BEWEGUNG 44
E RSTER DRIVE TEST FÜR NUTZFAHRZEUGE Handwerker/innen testen sechs Vans und Transporter
BETRIEB & MANAGEMENT IM BLICK 14
S ICHER IST SICHER Was Betriebe bei Risikobewertung und Brandschutz beachten müssen.
STEUER, RECHT & WIRTSCHAFT 19
52
T RENDS UND MÄRKTE Raiffeisenverband, Hypo Vorarlberg Leasing, IDM Holz und die Südtirol Marke für die Tischlerei Tammerle
E RST ANTRAG DANN INVESTITION Fristen und Reihenfolge entscheiden über die Förderung.
BILDUNG 24
V IELE WEGE ZUM BERUF Das BBZ Meran zeigt, wie vielseitig berufliche Bildung heute ist.
MACHERINNEN & (JUNGE) MACHER 27
26
W ER MACHT’S? Eine neue Kampagne gibt Südtirols jungem Handwerk ein Gesicht.
BRANCHEN & BEZIRKE 28
32
GENERATIONENWECHSEL: FRAUEN ÜBERNEHMEN manufakt
G ANZ OHNE STECKDOSE Johannes Unterhuber baut individuelle Widderpumpen – ganz ohne Strom. R EIFEN RAUS Eine Soforthilfe des Landes soll Südtirols Werkstätten bei der Altreifenproblematik entlasten.
Impulse 07
KLARTEXT Von Walter Pöhl
13
IM GESPRÄCH MIT... Rechtsanwalt Paul Lintner
16
TIPPS und Infos für Betriebe
24
KURSE Das Angebot des lvh
5 10|2026
Unser Post des Monats
6 10|2026
Bis zum 30. Oktober können die Nominierungen zum „Meister der Arbeit“ eingereicht werden. © LPA
Wer verdient den Titel „Meister der Arbeit“? Wer sich über Jahrzehnte mit Fachwissen und großem Einsatz im Berufsleben hervorgetan hat, kann für den Titel „Meister der Arbeit“ 2027 nominiert werden. Noch bis zum 30. Oktober 2026 können Südtiroler Betriebe und Beschäftigte geeignete Kandidatinnen und Kandidaten beim Arbeitsinspektorat melden. Die Auszeichnung hat Tradition: Jedes Jahr am 1. Mai werden mit Dekret des Staatspräsidenten die Arbeitsverdienststerne verliehen. Die Geehrten dürfen anschließend den Titel „Meister der Arbeit“ tragen. Anerkannt werden damit Menschen, die mit ihrem Können zum Arbeitsmarkt beitragen, Verantwortung für Arbeits- und Betriebssicherheit übernehmen und ihr Wissen weitergeben. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 50 Jahren sowie eine ununterbrochene Beschäftigung von mindestens 25 Jahren bei einem oder mehreren Unternehmen. Hinzu kommen Hingabe und besondere Erfolge während des Berufslebens. Gerade Handwerksbetriebe haben damit die Gelegenheit, langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Leistung und ihren Beitrag zum Betrieb sichtbar zu würdigen. Nominierungen können per E-Mail beim Arbeitsinspektorat des Landes Südtirol eingereicht werden: arbeitsinspektorat.ispettoratolavoro@pec.prov.bz.it.
GOLD, BRONZE UND VIELE EXZELLENZDIPLOME FÜR SÜDTIROL!
Erfolg bei den WorldSkills in Shanghai! Goldmedaille für unseren Mediendesigner Liam Fiechter! Bronze für unseren Tischler Jonas Wenter! Auch unsere weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in Shanghai Großartiges geleistet. Das Südtiroler Handwerk ist stolz auf euch! www.lvh.it #worldskillsshanghai2026 #generationhandwerk
NEWS
„Zukunft in deiner Hand“: So geht Lehre Prospekte können informieren, Berufsbeschreibungen Orientierung geben. „Zukunft in deiner Hand“ setzt deshalb auf jene, die es aus eigener Erfahrung wissen: die Lehrlinge. Bei der gemeinsamen Nachwuchsaktion von lvh und Südtirol 1 erzählen sie im Radio von ihrer Ausbildung, ihrem Arbeitsalltag und ihrem Beruf. Vom 28. September bis 3. Oktober war die Aktion auf Südtirol 1 zu hören. Acht Lehrlinge und ihre Ausbildungsbetriebe standen dabei im Mittelpunkt. Vom Bau über Holz und Haustechnik bis zu Mobilität, Lebensmittelhandwerk und Innenausbau: Acht Lehrberufe und acht Südtiroler Betriebe waren diesmal dabei. Mit dabei waren Delmonego in Vahrn mit dem Beruf Baumeister und Maurer, Mader in Sterzing mit dem HLS-Techniker, die Prader Tischlerei in Barbian mit dem Tischler und Oberrauch in Vahrn mit dem Zimmerer. Steger Gerold in St. Lorenzen gab Einblick in die KFZ-Mechatronik, Gibitz in Deutschnofen in die Elektrotechnik, die Metzgerei Frick in Sterzing in das Metzgerhandwerk und Lobis Böden in Bozen in den Beruf des Bodenlegers. Die acht Beispiele zeigen zugleich, was duale Ausbildung praktisch bedeutet: Im Betrieb arbeiten Lehrlinge mit, probieren aus und lernen von erfahrenen Fachkräften. Was in der Berufsschule vermittelt wird, trifft im Betrieb auf den Arbeitsalltag. Genau darin liegt die Idee hinter „Zukunft in deiner Hand“: Nicht Erwachsene erklären Jugendlichen, wie Handwerk funktioniert – die Lehrlinge erzählen selbst davon und machen sichtbar, was hinter den Berufsbezeichnungen tatsächlich steckt. „Zukunft in deiner Hand“ wurde mit Unterstützung des Landes Südtirol und der Bilateralen Körperschaft umgesetzt.
Lehrlinge stellen ihren Beruf vor © Südtirol1
KLARTEXT
„Betrieben Entwicklung ermöglichen“ Grund und Boden sind in Südtirol begrenzt. Gleichzeitig benötigen unsere Handwerksbetriebe Entwicklungsmöglichkeiten, um zu investieren, Fachkräfte zu gewinnen und die Betriebsnachfolge zu sichern. Mit den Änderungen am Landesgesetz „Raum und Landschaft“ wurden dafür wichtige Schritte gesetzt. Bei den Dienstwohnungen entsteht mehr Spielraum: Unter bestimmten Voraussetzungen sind bei zwei Dienstwohnungen künftig insgesamt bis zu 220 Quadratmeter möglich. Das ist mehr als eine Frage von Quadratmetern. Für Familienbetriebe kann Wohnraum am Betriebsstandort entscheidend dafür sein, ob die Übergabe an die nächste Generation gelingt. Auch Mitarbeiterunterkünfte gewinnen an Bedeutung. Denn bei der Suche nach Fachkräften spielt längst nicht nur der Arbeitsplatz eine Rolle, sondern zunehmend auch die Frage nach einer passenden Unterkunft. Zugleich müssen Unternehmen die Möglichkeit haben, zu investieren und sich weiterzuentwickeln. Für uns als lvh ist entscheidend: Klare Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und ausreichend Spielraum schaffen Perspektiven für unsere Betriebe. Euer Direktor,
7 10|2026
NEWS
Wenn eine Rodel zum Designobjekt wird Traditionelles Handwerk trifft modernes Design: Die in den Dolomiten gefertigte Tourenrodel LUXTOUREN verbindet einen leichten Holzrahmen mit neuen technischen Lösungen. Dazu gehören ein flexibles Kurvensystem, ein integrierter Griff und ein 3D-gedruckter Sitz, der optional mit Alpakawolle ausgestattet werden kann. Auch für den Transport wurde mit einem kompakten Verstau-System eine eigene Lösung entwickelt. Dafür erhielt das gemeinsam von Bachmann Rodel und Studio Oberhauser entwickelte Modell den Green GOOD DESIGN Award. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung von traditionellem Handwerk und innovativen Gestaltungselementen. Auch in Italien fand LUXTOUREN Anerkennung: Die Rodel wurde in den ADI Design Index aufgenommen und ist damit für den renommierten Compasso d’Oro qualifiziert. Im Design Index steht das Südtiroler Handwerksprodukt Seite an Seite mit international bekannten Marken, wie Ferrari und Ducati. Ein Beispiel dafür, wie aus traditionellem Handwerk durch neue Ideen ausgezeichnetes Design entstehen kann.
Wird im gleichen Index wie Ferrari, Ducati und Co. geführt: Design aus Südtirol © Studio Oberhauser
8 10|2026
lvh-Mitgliedsbeitrag für 2027 steht fest Der Rat des Südtiroler Handwerks hat den fixen Mitgliedsbeitrag für 2027 beschlossen. Er beträgt 360 Euro und liegt damit 10 Euro über dem Beitrag von 2026. Der variable Mitgliedsbeitrag bleibt unverändert. Der Mitgliedsbeitrag setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem jährlichen Fixbetrag des lvh, dem Confartigianato-Beitrag des nationalen Dachverbandes sowie einer variablen Quote auf die Jahreslohnsumme. Diese beträgt weiterhin 5 Promille der Jahreslohnsumme der Beschäftigten, Gesellschafter/innen oder mitarbeitenden Familienmitglieder, wobei ein Höchstbetrag von 800 Euro gilt. Der variable Beitrag wird über das INAIL mittels F24 eingehoben. Weitergeführt wird auch die Schnuppermitgliedschaft für Neumitglieder: Für 2027 gilt im ersten Jahr ein reduzierter lvh-Fixbeitrag von 180 Euro – und damit die Hälfte des regulären Fixbetrags. Eine neue Mitgliedschaft läuft grundsätzlich drei Jahre und verlängert sich anschließend jeweils um ein weiteres Jahr, sofern sie nicht fristgerecht schriftlich gekündigt wird. Für Fragen steht der lvh gerne zur Verfügung. E-Mail: mitgliedschaft@lvh.it.
„GEMEINSAM LÖSUNGEN ZU FINDEN UND ERFOLGE ZU ERLEBEN, MOTIVIERT MICH.“ Seit 1999 ist Patrizia Gamper Teil des lvh. Nach ihrem Start in der Rechtsabteilung begleitet sie inzwischen, mit Begeisterung, verschiedene Berufe. Heute organisiert sie Fachtagungen, politische Gespräche, berät Mitglieder und fiebert mit den Berufen bei nationalen und internationalen Wettbewerben mit. Besonders motivieren sie erfolgreiche Events, die Medaillen der Berufswettbewerbe und die tägliche Wertschätzung der Mitglieder.
Patrizia Gamper Kompetenzbereich Berufe
© Armin Huber
NEWS
WILLKOMMEN im Handwerk
Die neue „manufakt“: noch mehr Überblick und noch mehr Nutzwert für Betriebe © lvh.apa
Besser finden, was wichtig ist Die manufakt entwickelt sich weiter. Mit dieser Ausgabe erscheint präsentiert sie sich mit einer klareren Struktur, neuen Themenbereichen und noch mehr Informationen, die im Betriebsalltag weiterhelfen. Denn wer einen Betrieb führt, braucht Informationen, die schnell auf den Punkt kommen und praktisch nutzbar sind. Genau hier setzt die neue manufakt an: mehr Praxiswissen, mehr Orientierung und ein schnellerer Zugang zu den Themen, die Unternehmen bewegen.
Spritpreise gedeckelt Mehrere Mineralölunternehmen reagieren auf die hohen Kraftstoffpreise in Italien mit freiwilligen Preisobergrenzen. Eni, IP und zuletzt auch Q8 haben Preisdeckel für Benzin und Diesel eingeführt beziehungsweise angekündigt. Bei Eni liegt die Obergrenze bei 1,99 Euro pro Liter Benzin und 2,19 Euro pro Liter Diesel. Laut Rai gilt die Preisbegrenzung bei Q8 ab 1. Oktober für 30 Tage. Auch die Regelung bei Eni ist zunächst auf 30 Tage begrenzt; dort wird eine Verlängerung bis Jahresende geprüft. Die Preisdeckelung entlastet Privathaushalte und Betriebe zugleich. © shutterstock
> Zwischenbrugger Erich | St. Martin in Passeier Dachdecker/innen > Haller OHG des Mike Haller & Co. | Eppan Elektrotechniker/innen > Maler Unterweger Plus vGmbH | Kastelbell Tschars Maler/innen und Lackierer/innen > Von Malfer Aribert | Auer Elektrotechniker/innen > Ezzeddini Braiek | Bruneck Baumeister/innen und Maurer/innen > Vima Holz GmbH | Moos in Passeier Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen > Promberger Luca | Enneberg Transport > Autoservice Niederstätter des Klaus Niederstätter & Co. KG Villanders | KFZ-Mechatroniker/innen > Spenglerei Stauder Christof | Sarnthein Bau- und Galanteriespengler/innen > Mechatec des Stolzlechner Manuel | Olang KFZ-Mechatroniker/innen > Elektro Buchschwenter des Buchschwenter Stefan St. Martin in Passeier | Elektrotechniker/innen > Romen A. & Söhne GmbH | Eppan Transporteure/Transporteurinnen > Falcone & Falcone Srl | Bozen Reinigungsunternehmer/innen > Toll Autotechnik des Toll Andreas | Sinich/Meran KFZ-Mechatroniker/innen > AL-Plan Taxi des Trebo Max Hubert | St. Vigil/Enneberg Mietwagenunternehmer/innen > Elektro Alpin des Stocker Marcel | Mals Elektrotechniker/innen > Angel Lorenzo | Bozen Tapezierer/innen und Raumausstatter/innen > Dimotion GmbH | Kaltern Transporteure/Transporteurinnen > Krasniqi Qendrim | Vintl Bodenleger/innen
Weil Handwerk nicht nur Beruf, sondern Identität ist. Was ist deine? www.generation.h.net manufakt
Mehr als nur Quadratmeter WAS DIE ÄNDERUNGEN DES LANDESGESETZES „RAUM UND LANDSCHAFT“ KONKRET FÜR HANDWERKSBETRIEBE BEDEUTEN.
10 10|2026
FOKUS
Mehr Platz für die nächste Generation, bessere Möglichkeiten für Mitarbeiterunterkünfte und mehr Flexibilität bei Gewerbeflächen: Mit den jüngst vom Südtiroler Landtag genehmigten Änderungen am Landesgesetz „Raum und Landschaft“ ergeben sich für Handwerksbetriebe neue Spielräume. Gerade für Familienbetriebe können diese in der Praxis entscheidend sein. Der Betrieb ist da. Die Werkstatt, die Maschinen, die Kundschaft. Vielleicht wurde er über Jahrzehnte aufgebaut, vielleicht steht längst jemand bereit, Verantwortung zu übernehmen. Doch zur Betriebsnachfolge gehört mehr als die Übergabe eines Unternehmens. Wer den Betrieb übernehmen soll, muss sich dort auch ein eigenes Leben aufbauen können. Genau hier setzt eine der wichtigsten Neuerungen am Landesgesetz „Raum und Landschaft“ an: Unter bestimmten Voraussetzungen können künftig bis zu 220 Quadratmeter für zwei Dienstwohnungen zur Verfügung stehen. Damit geht es bei der neuen Regelung um weit mehr als zusätzliche Wohnfläche. Es geht auch darum, bessere Voraussetzungen für die Nachfolge und damit für die Zukunft familiengeführter Betriebe zu schaffen. Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh. apa) ist die Gesetzesänderung, die der Südtiroler Landtag kürzlich beschlossen hat, ein wichtiger Schritt: Bei Dienstwohnungen, Mitarbeiterunterkünften und Gewerbeflächen entsteht mehr Flexibilität – dort, wo Betriebe sie tatsächlich brauchen. Dahinter steht eine Balance, die in Südtirol besonders anspruchsvoll ist: Grund und Boden sind begrenzt, gleichzeitig brauchen Betriebe Entwicklungsmöglichkeiten. Bestehende Bausubstanz und erschlossene Flächen sollen deshalb möglichst effizient genutzt und der Bodenverbrauch begrenzt werden – ohne leistbares Wohnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft aus dem Blick zu verlieren. Die entscheidende Frage lautet also: Wie lässt sich dieser Anspruch mit der betrieblichen Realität verbinden?
220 Quadratmeter – mehr Platz für die Nachfolge Besonders relevant für Familienbetriebe ist die Neuregelung der Dienstwohnungen. Grundsätzlich ist eine Dienstwohnung auf 110 Quadratmeter begrenzt. Für zwei Dienstwohnungen waren innerhalb des Siedlungsgebietes bislang insgesamt bis zu 160 Quadratmeter möglich. Mit der Neuregelung steigt diese Grenze unter bestimmten Voraussetzungen auf insgesamt höchstens 220 Quadratmeter, wenn eine zusätzliche Wohnung zu den Bedingungen einer Dienstwohnung errichtet wird. Innerhalb des Siedlungsgebietes gilt diese Möglichkeit für bestehende und künftige Gewerbegebiete. Außerhalb ist sie auf jene Gewerbegebiete beschränkt, die bereits am 1. Juli 2026 ausgewiesen waren. Was zunächst nach einer Änderung von Quadratmetergrenzen klingt, kann für Familienbetriebe entscheidend sein. Eine zweite Dienstwohnung kann jungen Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolgern ermöglichen, am Betriebsstandort zu wohnen und dort ihre berufliche wie persönliche Zukunft aufzubauen. Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Wohnsituation kann das zu einem wichtigen Faktor für eine gelingende Betriebsübergabe werden. Dabei bleibt die Dienstwohnung funktional an den jeweiligen Gewerbebetrieb gebunden. Ob und in welchem Umfang die neuen Möglichkeiten genutzt werden können, hängt auch von den planerischen Voraussetzungen vor Ort ab, die von der Gemeinde festgelegt werden. Für Betriebe lohnt es sich deshalb, frühzeitig mit den zuständigen Vertreterinnen und Vertretern zu klären, welcher Spielraum am eigenen Standort besteht.
11 10|2026
FOKUS
Bereits 2021 hatte sich der lvh für mehr Spielraum bei Dienstwohnungen eingesetzt. Seither dürfen Betriebsinhaberinnen und -inhaber auch nach ihrer Pensionierung dort wohnen bleiben. Mit der aktuellen Gesetzesänderung wurde dieser Weg konsequent weitergeführt. Ein besonderer Dank gilt dabei auch dem Landtagsabgeordneten Harald Stauder, der sich als Mitglied des zuständigen Gesetzgebungsausschusses für die Anliegen der Betriebe und praxisnahe Lösungen eingesetzt hat. Zusammen mit der aktuellen Erweiterung gewinnt dies gerade für Familienbetriebe an Bedeutung: Die ältere Generation kann am vertrauten Standort bleiben, während zugleich bessere Voraussetzungen für die nachfolgende Generation entstehen. So lassen sich Betriebsübergabe und Wohnfrage leichter miteinander verbinden.
12 10|2026
„MIT DEN NEUEN BESTIMMUNGEN GREIFEN WIR KONKRETE ANFORDERUNGEN AUS DER PRAXIS AUF.“ LANDESRAT PETER BRUNNER
„Mit den neuen Bestimmungen greifen wir konkrete Anforderungen aus der Praxis auf. Wir schaffen mehr Flexibilität, wo sie sachlich notwendig ist, und halten gleichzeitig am verantwortungsvollen Umgang mit unserem begrenzten Raum fest“, betont Landesrat für Raumentwicklung Peter Brunner.
Wohnraum für Beschäftigte Nicht nur bei der Betriebsnachfolge spielt das Wohnen eine Rolle. Auch bei der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann eine fehlende Unterkunft zum Hindernis werden. Denn selbst ein attraktiver Arbeitsplatz hilft wenig, wenn in der Umgebung keine passende Bleibe zu finden ist. Deshalb begrüßt der lvh die Erleichterungen für Mitarbeiterunterkünfte. Ein Anteil der zulässigen Baumasse in einem Gewerbegebiet kann dafür genutzt werden. Die
Unterkünfte sind für Beschäftigte gedacht, die zeitweise Wohnraum benötigen. Sie bleiben der gewerblichen Nutzung zugeordnet und können zugleich dazu beitragen, den angespannten Wohnungsmarkt punktuell zu entlasten. Zusätzlichen Spielraum schafft eine weitere Neuerung: Seit 1. September 2026 können zeitweilige Mitarbeiterunterkünfte in Gewerbegebieten bis zu 24 Monate genutzt werden – doppelt so lange wie bisher. Für diese Anliegen des Handwerks hat sich besonders Landeshauptmannstellvertreter und Landesrat für Wirtschaft und Handwerk Marco Galateo starkgemacht. Der lvh begrüßt diese Unterstützung, um den Betrieben die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern. Gerade bei der Gewinnung von Fachkräften kann das hilfreich sein: Wer für eine Arbeitsstelle nach Südtirol kommt, erhält damit mehr Zeit, sich vor Ort zu orientieren und eine dauerhafte Wohnlösung zu finden. Auch hier kommt den Gemeinden eine wichtige Rolle zu. Das Gesetz schafft den rechtlichen Rahmen, die konkreten Voraussetzungen werden über die jeweiligen Durchführungspläne geschaffen. Aus Sicht des lvh ist damit ein wichtiger Schritt getan. Gleichzeitig setzt sich der Verband dafür ein, dass insbesondere bestehende Betriebe vorhandene Flächen künftig leichter für Mitarbeiterunterkünfte nutzen können. So könnten Lösungen dort entstehen, wo Arbeitsplätze und betriebliche Strukturen bereits vorhanden sind.
Wo Entwicklung möglich bleiben muss Dienstwohnungen und Mitarbeiterunterkünfte sind nur ein Teil der Novelle. Eine weitere zentrale Frage betrifft die Gewerbeflächen: Während Flächenverbrauch begrenzt und bestehender Raum möglichst effizient genutzt werden soll, brauchen Unternehmen Standorte, an denen sie investieren und sich weiterentwickeln können. Neue Gewerbegebiete sollen grundsätzlich innerhalb des Siedlungsgebietes liegen. Doch nicht jede betriebliche Tätigkeit lässt sich dort sinnvoll ansiedeln. Deshalb können Gewerbegebiete im Gemeindeinteresse bei besonderen Standorterfordernissen oder aus Gründen des Immissionsschutzes nun auch außerhalb des Siedlungsgebietes ausgewiesen werden. Die Ausnahmen bleiben damit an konkrete Voraussetzungen gebunden. Für lvh-Präsident Martin Haller ist diese Balance entscheidend: „Es geht nicht darum, überall neue Flächen zu schaffen, sondern dort Spielraum zu ermöglichen, wo Betriebe ihn tatsächlich brauchen. Dafür haben wir
FOKUS
uns als lvh intensiv eingesetzt. Dass die betriebliche Realität nun stärker berücksichtigt wird, ist für uns ein wichtiger Erfolg.“
„DASS DIE BETRIEBLICHE REALITÄT NUN STÄRKER BERÜCKSICHTIGT WIRD, IST FÜR UNS EIN WICHTIGER ERFOLG.“ LVH-PRÄSIDENT MARTIN HALLER
Die aktuelle Änderung baut auf einer Entwicklung auf, die bereits früher begonnen hat. Auf Drängen des lvh wurde die Regelung 2023 erstmals flexibilisiert: Für Gewerbegebiete wurden unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen bei besonderen Standorterfordernissen oder aus Gründen des Immissionsschutzes ermöglicht. Auch eine Trennung durch Verkehrsflächen oder Fließgewässer musste nicht mehr zwingend zum Ausschluss führen. Die Novelle führt diesen Ansatz nun weiter: Betriebliche Entwicklung soll dort möglich bleiben, wo die räumliche Situation begründete Lösungen erfordert.
Planungssicherheit für Betriebe Eine Ausweisung allein verschafft einem Betrieb noch keine Fläche. Das frühere System von Enteignung und Zuweisung wurde bereits vor Jahren verlassen. Heute entscheidet die Gemeinde darüber, ob eine Fläche als Gewerbefläche ausgewiesen wird. Um den konkreten Erwerb beziehungsweise die Verfügbarkeit müssen sich Unternehmerinnen und Unternehmer selbst kümmern. Für Betriebe, die einen neuen Standort suchen oder erweitern möchten, bedeutet das: Je früher die Flächenfrage in die Unternehmensplanung einbezogen wird, desto besser lassen sich die nächsten Schritte vorbereiten. Neben den raumordnerischen Voraussetzungen spielen dabei auch die tatsächliche Verfügbarkeit und die Eigentumsverhältnisse eine Rolle. „Klare Rahmenbedingungen geben den Unternehmen Planungssicherheit und erleichtern langfristige Entscheidungen“, erklärt lvh-Direktor Walter Pöhl. Für alle Fragen zum Thema, steht die Rechtsabteilung des lvh jederzeit, gerne zur Verfügung. E-Mail: legal@lvh.it. manufakt
Im Gespräch mit... Paul Lintner Rechtsanwalt
01 Was sollten Betriebe jetzt tun, wenn sie Dienstwohnungen planen? Es ist äußerst positiv zu bewerten, dass Handwerksbetriebe nun die Möglichkeit haben, Dienstwohnungen mit insgesamt bis zu 220 m² Wohnfläche zu errichten. Voraussetzung ist ein Durchführungsplan, der diese ausdrücklich vorsieht. Da dessen Ausarbeitung und Genehmigung mehrere Monate dauern kann, sollten interessierte Betriebe frühzeitig 10|2026 Kontakt mit der zuständigen Gemeinde aufnehmen.
13
02 An wen müssen sich Betriebe, die an der Ausweisung einer Gewerbefläche interessiert sind, konkret wenden? Für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen ist die Gemeinde zuständig. Interessierte Betriebe sollten sich daher an die Gemeindeverwaltung bzw. die zuständigen Stellen für Raumordnung oder Wirtschaft wenden. Die Gemeinde prüft anschließend Bedarf und raumplanerische Voraussetzungen. 03 Wer ist für die Verfügbarkeit einer Gewerbefläche zuständig – Betrieb oder Gemeinde? Der interessierte Betrieb ist selbst dafür verantwortlich, ein geeignetes Grundstück für eine Erweiterung oder einen Neubau zu finden und dessen Verfügbarkeit sicherzustellen. Die Gemeinde schafft im Rahmen ihrer Raumplanung die erforderlichen Voraussetzungen und weist insbesondere Gewerbegebiete aus. Bei Gewerbeflächen von Landesinteresse erfolgt die Vergabe hingegen über ein öffentliches Auswahlverfahren.
Wie sicher ist Ihr Betrieb wirklich?
14 10|2026
Eine neue Maschine, andere Arbeitsabläufe oder zusätzliche Mitarbeitende: Im Betrieb verändert sich schnell etwas – und damit oft auch das Risiko. Doch wann muss die Risikobewertung angepasst werden, wer braucht einen Brandschutzkurs und welche Pflichten werden im Arbeitsalltag leicht übersehen? Brandschutzkurse sind Teil der Risikobewertung © Christian Niklaus
Arbeitssicherheit und Brandschutz gehören zu den zentralen Aufgaben eines Unternehmens. Arbeitgebende müssen Gefahren systematisch bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen treffen. Gute Prävention schützt dabei nicht nur Menschen, sondern kann auch Unfälle, Brände und wirtschaftliche Schäden verhindern. Entscheidend ist, Risiken nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn bereits etwas passiert ist.
Risiken kennen, bevor etwas passiert Die Risikobewertung zählt zu den Hauptpflichten jedes Arbeitgebers und ist in den Artikeln 17, 28 und 29 des Gesetzesdekrets 81/08 geregelt. Sie muss schriftlich erfolgen und sämtliche Gefahren berücksichtigen, die mit den Tätigkeiten im Betrieb verbunden sind. Dabei reicht es nicht, lediglich die Betriebsbezeichnung und einige allgemeine Gefahren anzuführen. Vielmehr müssen die einzelnen Arbeitsphasen betrachtet, mögliche Gefahren erkannt und die damit verbundenen Risiken bewertet werden. Es gilt also zu prüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine bestimmte Gefahr tatsächlich zu einem Unfall oder Schaden führt. Wo erforderlich, sind zudem konkrete Messungen notwendig – beispielsweise von Lärm oder Vibrationen.
Zur Risikobewertung gehört außerdem ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit. Darin werden die geplanten Präventionsmaßnahmen, die für deren Umsetzung verantwortlichen Personen sowie der vorgesehene Zeitplan festgehalten. Damit dokumentiert die Risikobewertung nicht nur den aktuellen Zustand, sondern zeigt auch, wie die Sicherheit im Unternehmen weiter verbessert werden soll. Da eine vollständige und korrekte Bewertung entsprechendes Fachwissen erfordert, empfiehlt es sich, eine entsprechend qualifizierte Fachkraft hinzuzuziehen. Diese kann die betriebliche Situation fachgerecht einschätzen und die erforderlichen Maßnahmen festlegen. Unvollständige oder ungenaue Risikobewertungen sollten überarbeitet werden, um Sicherheitslücken und mögliche Sanktionen bei Kontrollen zu vermeiden. Wichtig ist zudem: Die Risikobewertung ist kein Dokument für die Schublade. Verändert sich der Betrieb – etwa durch neue Maschinen, Räumlichkeiten oder Arbeitsabläufe –, sollte sie entsprechend aktualisiert werden. Auch notwendige Arbeitssicherheitsmessungen
BETRIEB & MANAGEMENT
wird das Brandrisiko eingestuft und festgelegt, welche Qualifikation die Brandschutzbeauftragten benötigen. Für den Brand- und Notfall muss ein entsprechend geschultes Team bereitstehen. Denn wenn tatsächlich ein Feuer ausbricht, müssen Zuständigkeiten und Abläufe klar sein. Erst im Ernstfall zu klären, wer welche Aufgabe übernimmt, ist zu spät. Nach ihrer Ernennung müssen Brandschutzbeauftragte deshalb die vorgeschriebene Ausbildung absolvieren. Die Schulung vermittelt sowohl theoretische als auch praktische Inhalte – von Brandprävention und Maßnahmen im Notfall über die Feuerbekämpfung bis hin zur Evakuierung von Beschäftigten bei schwerwiegenden Gefahren. Eine Auffrischung ist spätestens alle fünf Jahre erforderlich. Um Handwerksbetriebe bei ihrer Präventionsarbeit bestmöglich zu unterstützen, bietet der lvh Brandschutzkurse nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben an. Die Schulungen werden von professionell ausgebildeten Referentinnen und Referenten begleitet. Für den praktischen Teil steht eine moderne Brandsimulationsanlage zur Verfügung. So lernen die Teilnehmenden nicht nur, was im Ernstfall zu tun ist, sondern können die notwendigen Handgriffe auch praktisch üben. Denn im Ernstfall ist Entscheidend, dass jeder weiß, was zu tun ist. Weitere Informationen gibt die lvh-Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltrecht. E-Mail: arbeitssicherheit@lvh.it. sind regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Damit die notwendigen Messungen für Betriebe auch finanziell überschaubar bleiben, hat der lvh mit verschiedenen Fachkräften entsprechende Konventionen abgeschlossen. Mitgliedsbetriebe erhalten die Messungen zu Sonderkonventionen.
Wenn es brennt, muss jeder Handgriff sitzen Ebenso wichtig wie die Bewertung von Risiken ist die Vorbereitung auf einen möglichen Brand. Sobald Mitarbeitende im Unternehmen beschäftigt sind, müssen Brandschutzbeauftragte ernannt werden. Gemäß Gesetzesdekret 81/08 bestimmt der Arbeitgebende dafür einen oder mehrere Mitarbeitende. Die Aufgabe kann auch vom Arbeitgebenden selbst übernommen werden. Das Brandrisiko eines Betriebes wird anhand verschiedener Faktoren ermittelt und in der Risikobewertung festgehalten. Berücksichtigt werden unter anderem die Zahl der Mitarbeitenden, die Art der Arbeit und der ausgeführten Tätigkeiten sowie die vorhandenen Arbeitsplätze und eingesetzten Maschinen. Auf dieser Grundlage manufakt
Mit der steuerbaren Blindbrille lassen sich verschiedene Verneblungstufen simulieren © Christian Niklaus
15 10|2026
BETRIEB & MANAGEMENT
Gute Arbeit sichtbar machen Viele Handwerksbetriebe leisten mehr, als nach außen sichtbar ist. Wie sich Qualität, Verantwortung und die eigenen Stärken glaubwürdig vermitteln lassen, zeigt ein lvh-Praxisworkshop.
16
Was können wir besonders gut? Wofür stehen wir? Und was davon ist für Kunden, Mitarbeitende oder Partner wirklich interessant? Genau bei diesen Fragen setzt der Workshop „Zeig, was deinen Betrieb ausmacht – glaubwürdig kommunizieren und sichtbar werden“ an. Er findet am 19. November 2026 von 13.30 bis 18 Uhr im Haus des Handwerks in Bozen statt. Gemeinsam mit Referentin Clara Gulde arbeiten die Teilnehmenden direkt am eigenen Betrieb. Sie identifizieren vorhandene Stärken, entwickeln daraus konkrete Kernbotschaften und überlegen, wie diese auf Website, Social Media oder in der Kundenkommunikation eingesetzt werden können. Ziel ist eine Kommunikation, die authentisch, verständlich und belegbar bleibt. Anmeldeschluss ist der 5. November 2026. Neben diesem Workshop bietet der lvh laufend Kurse und Weiterbildungen an – mit dem Ziel, Betriebe fit für aktuelle und künftige Herausforderungen zu machen. Weitere Informationen sowie das gesamte Kursangebot des lvh gibt es hier: www.lvh.it/wissen-ausbauen
Die lvh-Kurse und Weiterbildungsangebote machen Betriebe fit für die Zukunft © Michael Holzweber
10|2026
TIPP
des Monats
Förderbeiträge für mehr Sicherheit im Betrieb Investitionen in die Sicherheit des eigenen Unternehmens werden finanziell unterstützt: Für die Jahre 2026 bis 2028 stellt das Land Förderbeiträge für verschiedene Sicherheitssysteme und Schutzmaßnahmen bereit. Auch lvh-Mitglieder profitieren! Die Sicherheit von Betriebsgebäuden, Anlagen und Betriebsgütern ist für Unternehmen ein wichtiges Thema. Um entsprechende Investitionen zu unterstützen, hat die Landesregierung die Richtlinien für die Gewährung von Beiträgen für Sicherheitssysteme und den Schutz von Unternehmen für die Jahre 2026 bis 2028 genehmigt. Die Förderung deckt unterschiedliche Maßnahmen ab. Dazu zählen die Installation von Überfall- und Einbruchsmeldeanlagen, Videoüberwachungssystemen mit geschlossenem Kreislauf und GPS-Ortungssystemen für Unternehmensgüter.
Auch die Beauftragung eines privaten Sicherheitsdienstes kann gefördert werden. Der Fördersatz beträgt 50 Prozent der anerkannten Ausgaben. Voraussetzung ist eine Mindestinvestition von 1.000 Euro je Betriebsstandort. Maximal werden Kosten in Höhe von 14.000 Euro anerkannt. Damit ist ein Förderbeitrag von bis zu 7.000 Euro möglich. Für interessierte Betriebe ist vor allem der Zeitpunkt der Antragstellung entscheidend: Das Beitragsgesuch muss vor Beginn des Vorhabens eingereicht werden. Für weitere Informationen und Fragen steht die Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen des lvh gerne zur Verfügung und bietet auf Wunsch die Abwicklung des gesamten Beitragsgesuchs zum Pauschalpreis an: Tel.: +39 0471 323 267 E-Mail: kredit@lvh.it
BETRIEB & MANAGEMENT
Technik und Versicherung aus einer Hand Care4U erweitert sein Angebot: Gemeinsam mit der Bozner Agentur Potenza Assicurazioni hat das Unternehmen spezielle Versicherungspakete zum Schutz des Wohnraums entwickelt. Damit wird die bestehende Sicherheitstechnologie um einen zusätzlichen Baustein ergänzt. Das Bozner Unternehmen Care4U entwickelt digitale Lösungen zur Überwachung und Sicherheit von Personen. Das System CARE360 erkennt mithilfe intelligenter Sensoren mögliche Notfallsituationen wie Stürze oder ungewöhnliche Bewegungen und übermittelt Warnmeldungen in Echtzeit an zuständige Stellen. Nun ergänzt Care4U seine technologischen Lösungen durch spezielle Versicherungspakete für den Wohnraum. Diese wurden gemeinsam mit der Agentur Potenza Assicurazioni in Bozen entwickelt. Ziel ist es, den Nutzerinnen und Nutzern neben technischer Sicherheit auch einen umfassenden Versicherungsschutz zu erschwinglichen Konditionen anzubieten. Damit verbindet Care4U digitale Technologie mit klassischer Absicherung und erweitert den Schutz rund um das eigene Zuhause. Weitere Informationen unter: www.care4u.it/de.
Sicherheit im eigenen Haus wird immer wichtiger © shutterstock
17 10|2026
Mehr als 1000 Möglichkeiten für das Laden zu vorteilhaften Preisen mit dem Angebot Alperia EasyCharge. Für Mitglieder des lvh.apajetzt so attraktiv wie noch nie.
€/kWh
0,35
auch bei ultraschnellen Ladestationen* Entdecken Sie mehr:
alperia.eu/easycharge
*Garantierter Preis für Stromkunden von Alperia an über 1.000 öffentlichen Ladesäulen von Neogy in Südtirol und im restlichen Italien.
manufakt
Treffen mit dem Landeshauptmann zu wichtigen Handwerksthemen: Philipp Grosslercher, Petra Mahlknecht, Arno Kompatscher, Martin Haller und Walter Pöhl © LPA
18 10|2026
Weniger IRAP, weniger Bürokratie Die geplante Senkung der IRAP von 3,9 auf 2,68 Prozent soll Südtirols Unternehmen spürbar entlasten. Insgesamt geht es um rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Nach Berechnungen des lvh entfallen davon rund 9,5 Millionen Euro auf das Handwerk – durchschnittlich etwa 900 Euro pro Betrieb. Wie die Entlastung konkret ausgestaltet werden soll, war eines der zentralen Themen bei einem Treffen von lvh-Präsident Martin Haller und lvh-Direktor Walter Pöhl mit Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Generaldirektorin der Agentur für öffentliche Verträge (AOV), Petra Mahlknecht und Philipp Grosslechner, dem Verwaltungsinspektor der AOV.
auf familienfreundliche Lösungen und übernehmen soziale Verantwortung. Zusätzliche Nachweise und Vorgaben könnten es für sie jedoch schwieriger machen, die vorgesehene Entlastung tatsächlich in Anspruch zu nehmen. „Familienfreundlichkeit und soziale Verantwortung werden in vielen unserer Handwerksbetriebe seit jeher tagtäglich gelebt“, betonte Haller. Es wäre kontraproduktiv, gerade diese Betriebe durch zusätzliche Bürokratie von der Entlastung auszuschließen. Die IRAP-Senkung sollte deshalb möglichst breit wirken und einfach sowie unbürokratisch ausgestaltet sein.
Entlastung ohne neue Hürden
Kosten realistisch abbilden
Der lvh begrüßt die geplante Steuersenkung grundsätzlich, sieht die vorgesehenen Zugangskriterien jedoch kritisch. Die IRAP-Reduzierung soll unter anderem an territoriale Zusatzverträge und Betriebsabkommen sowie an familienfreundliche Maßnahmen, soziale Zusatzleistungen und gesellschaftlich wünschenswertes Verhalten gekoppelt werden. Aus Sicht des Verbandes besteht damit die Gefahr, dass aus einer steuerlichen Entlastung neuer Verwaltungsaufwand entsteht. Gerade für kleine und familiengeführte Handwerksbetriebe ist das ein entscheidender Punkt. Viele von ihnen setzen bereits
Beim Treffen ging es auch um das Richtpreisverzeichnis. Die dort angeführten Stundenlöhne sind seit 2024 unverändert, obwohl Lohn- und Lohnnebenkosten gestiegen sind. Der lvh regte an, diese Entwicklung bei der Aktualisierung stärker zu berücksichtigen und mögliche Lösungen mit den zuständigen Stellen zu prüfen. Landeshauptmann Kompatscher kündigte an, die Anliegen auf ihre wirtschaftliche Wirkung und praktische Umsetzbarkeit zu prüfen. Für das Handwerk ist deshalb nicht nur entscheidend, wie stark die IRAP sinkt, sondern auch, wie einfach die Entlastung bei den Betrieben ankommt.
STEUERN, RECHT & WIRTSCHAFT
Schon gewusst?
Erst Antrag, dann investieren Wer 2027 Investitionen plant, sollte einige Regeln kennen. Denn bei Beitragsgesuchen entscheidet nicht nur, was angeschafft wird, sondern auch wann. Wer eine 2026 genehmigte betriebliche Investition erst 2027 umsetzt, muss eine wichtige Frist beachten: Noch im Jahr 2026 ist eine Anzahlung von mindestens 20 Prozent der anerkannten Ausgaben erforderlich. Andernfalls verfällt der Beitrag. Für neue Förderanträge gilt: Bereits bei der Antragstellung braucht es ein Angebot, das den Vorgaben der jeweiligen Förderrichtlinie entspricht. Nach Einreichung des Antrags erhält der Betrieb vom zuständigen Amt den CUP-Kodex. Dieser muss auf allen Rechnungen zum geförderten Projekt angeführt werden und sollte zur Sicherheit auch im Zahlungsgrund stehen. Wichtig ist außerdem die richtige Reihenfolge: Zuerst den Förderantrag einreichen, erst danach den Lieferanten verbindlich beauftragen. Eine vorherige Beauftragung kann die Fördermöglichkeit ausschließen. Dasselbe gilt für Zahlungen: Anzahlungen oder Akontorechnungen dürfen bei neuen Förderanträgen nicht vor der Antragstellung erfolgen. Deshalb gilt grundsätzlich: erst Antrag, dann Zahlung. Der lvh bietet seinen Mitgliedern kompetente und praxisnahe Information, Beratung und auf Wunsch die Abwicklung bestimmter Beitragsgesuche: E-Mail: kredit@lvh.it – Tel.: +39 0471 323 267 Innovation & Neue Märkte E-Mail: innovation@lvh.it – Tel.: +39 0471 323 245 / 253 Jetzt informieren, Förderungen beantragen und Beiträge erhalten!
Alle aktuellen Förderungen in der manufakt info: manufakt
RENTRI: Der elektronische Abfallbegleitschein Mit RENTRI wird die Abfallverwaltung in Italien schrittweise digitalisiert. Ziel ist es, Abfallströme besser nachzuverfolgen und die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation einheitlicher zu gestalten. Betroffen sind die verschiedenen Akteure der Entsorgungskette – vom Abfallerzeugenden über den Transport bis zum Entsorgungsunternehmen. Ein wichtiger Bestandteil ist der XFIR, der elektronische Abfallbegleitschein. Er ersetzt schrittweise die bisherige papiergestützte Verwaltung des FIR und begleitet jeden Abfalltransport vom Erzeuger bis zum Empfänger. Erfasst werden unter anderem Angaben zu Abfallerzeuger, Transporteur und Empfänger sowie zu Art und Menge des transportierten Abfalls. Der XFIR kann über das RENTRI-Portal oder geeignete Verwaltungsprogramme erstellt werden. Die Daten werden elektronisch übermittelt und gespeichert. Dadurch stehen Informationen schneller zur Verfügung, lassen sich einfacher archivieren und von den zuständigen Behörden leichter kontrollieren. Gleichzeitig verbessert sich die Rückverfolgbarkeit der Abfallströme.
Was Betriebe jetzt beachten müssen Unternehmen sollten rechtzeitig prüfen, welche Pflichten für sie gelten und welche technischen oder organisatorischen Anpassungen notwendig sind. Gerade für Handwerksbetriebe, in denen die Abfallverwaltung oft neben dem Tagesgeschäft erledigt wird, sind klare interne Abläufe wichtig. Zuständigkeiten sollten festgelegt und das digitale Verfahren klar sein. Denn auch digital bleiben die gesetzlichen Dokumentationspflichten bestehen: Alle Angaben müssen vollständig, korrekt und fristgerecht erfasst werden. Fehler oder unvollständige Eintragungen können bei Kontrollen zu Beanstandungen und gegebenenfalls Sanktionen führen.Gleichzeitig bietet der XFIR Vorteile: Dokumente können schneller erstellt, leichter gefunden und einfacher archiviert werden. Ein großer Teil der Papierdokumentation entfällt. Zudem greifen die Beteiligten auf dieselben Daten zu, was die Zusammenarbeit erleichtert.
Unterstützung durch den lvh Der lvh unterstützt seine Mitglieder bei der Erfüllung der gesetzlichen Pflichten rund um RENTRI. Die Dienstleistung wird exklusiv für lvh-Mitglieder zu einem besonders vorteilhaften Preis angeboten und umfasst die Führung, sowie Aktualisierung des elektronischen Abfallregisters, die fristgerechte Übermittlung der Daten an das RENTRI-Portal, sowie die laufende Beratung und Unterstützung bei Fragen. Kontakt und Informationen gibt die lvh-Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltrecht. E-Mail: umweltrecht@lvh.it.
19 10|2026
STEUERN, RECHT & WIRTSCHAFT
Kleinbetriebe brauchen starke Rahmenbedingungen
20 10|2026
Familiengeführte Kleinbetriebe prägen Südtirols Wirtschaft und seine Täler. Doch Bürokratie, Generationswechsel und veränderte Rahmenbedingungen stellen viele von ihnen vor Herausforderungen. Was braucht es, damit sie auch künftig erfolgreich wirtschaften können? Darüber sprachen lvh-Vizepräsidentin Angelika Wiedmer, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak und lvh-Direktor Walter Pöhl und lvh-Vizedirektor Thomas Hager beim Wirtschaftsfrühstück mit Landesrat Luis Walcher. Wie bei den lvh-Wirtschaftsfrühstücken üblich, stand der direkte Dialog über aktuelle wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Ein zentrales Thema waren die familiengeführten Kleinbetriebe. Sie sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort und tragen wesentlich dazu bei, dass auch ländliche Gebiete attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume bleiben. Gerade für diese Unternehmen stellen zunehmende bürokratische Anforderungen und der bevorstehende Generationswechsel jedoch große Herausforderungen dar. Im Gespräch ging es deshalb auch darum, die Talgemeinschaften zu stärken und Perspektiven für Betriebe und die nächste Generation zu schaffen. Entscheidend sind Rahmenbedingungen, die es kleinen Unternehmen ermöglichen, sich weiterzuentwickeln und langfristig am Standort zu bleiben.
Tauschten sich besonders über die Bedürfnisse kleiner Handwerksbetriebe aus: Angelika Wiedmer, Luis Walcher, Walter Pöhl, Hannes Mussak und Thomas Hager © lvh.apa
Für den lvh spielt dabei auch der Dialog zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren eine wichtige Rolle. Gemeinsame Interessen zu erkennen, Kräfte zu bündeln und im Gespräch zu bleiben, schafft eine wichtige Grundlage für eine starke und vielfältige Südtiroler Wirtschaft.
Mittendrin statt außen vor Rund 350 Führungskräfte der territorialen Verbände und Regionalorganisationen von Confartigianato kamen am 7. und 8. September in Rom zum „Match Point 2026“ zusammen. Für den lvh nahmen Direktor Walter Pöhl und Andreas Mair, Büroleiter Unternehmensentwicklung, teil. Das Motto „Dentro o fuori“ – mittendrin oder außen vor – zog sich durch die Tagung. Im Fokus standen Herausforderungen, die längst im Betriebsalltag angekommen sind: hohe Energiekosten, schwieriger Kreditzugang, Digitalisierung und künstliche Intelligenz.
Confartigianato-Präsident Marco Granelli betonte dabei auch eine wichtige Aufgabe der Verbände: Sie sollen nicht nur Interessen vertreten, sondern Betrieben in einem unsicheren wirtschaftlichen, technologischen und geopolitischen Umfeld Orientierung geben. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, wie sich das Handwerk weiterentwickeln kann, ohne seine Stärken zu verlieren. Das gilt besonders für künstliche Intelligenz: Sie soll Kreativität und Fachwissen unterstützen, nicht ersetzen. Wie anpassungsfähig das Handwerk ist, zeigt auch der „Radar Artigiano“: Rund 1,2 Millionen Unternehmen mit 2,7 Millionen Beschäftigten prägen den Sektor in Italien. Damit diese Betriebe den Wandel mitgestalten können, braucht es passende Rahmenbedingungen – von niedrigeren Energiekosten und einem regional verankerten Kreditzugang bis zu besseren Voraussetzungen für den Einsatz neuer Technologien. Der Tenor der zwei Tage: Das Handwerk muss sich verändern können, ohne seine Stärken aufzugeben. Und es sollte dort mitreden, wo die Bedingungen für diese Veränderung geschaffen werden. Zwei Tage im Zeichen des Handwerks: Der “Match Point” in Rom des Dachverbands Confartigianato © lvh.apa
STEUERN, RECHT & WIRTSCHAFT
CPB: Steuerberichtigung jetzt prüfen!
Gemeinsam mehr bewegen
Wer das zweijährige Vorabkonkordat (Concordato Preventivo Biennale – CPB) für 2026 und 2027 erneuert, kann zugleich eine besondere Möglichkeit der Berichtigung für vergangene Steuerjahre nutzen. Die sogenannte spezielle Steuerberichtigung („ravvedimento speciale“) betrifft die Jahre 2020 bis 2023 und kann für alle oder einzelne Jahre in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass der Steuerpflichtige in den betreffenden Jahren den ISA-Indizes unterlag und das CPB für 2026/2027 erneuert. Die Entscheidung über die Erneuerung des CPB ist innerhalb der Abgabefrist der Steuererklärung zu treffen. Diese fällt heuer auf den 2. November 2026. Wer eine Erneuerung erwägt, sollte daher auch die Möglichkeit der Steuerberichtigung mitprüfen.
Südtirols Wirtschaft lebt von starken Betrieben, guten Ideen und funktionierenden Netzwerken. Doch wie lassen sich diese Stärken noch besser verbinden? Darüber sprachen lvh-Präsident Martin Haller, lvh-Vizepräsidentin Angelika Wiedmer, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak und lvh-Direktor Walter Pöhl beim Wirtschaftsfrühstück mit Georg Ebner, dem neuen Chef der Athesia Group. Das Treffen bot Raum, aktuelle Entwicklungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsame Interessen auszuloten. Dabei zeigte sich, wie wichtig der Dialog zwischen verschiedenen Akteuren für einen starken Wirtschaftsstandort ist. Im Mittelpunkt standen aktuelle wirtschaftliche Themen und gemeinsame Perspektiven. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, wie vorhandene Stärken noch besser miteinander verbunden werden können. Synergien nutzen, Kooperationen fördern und Kräfte bündeln – darin liegen Chancen, voneinander zu profitieren und neue Impulse für Südtirol zu setzen. Für den lvh sind solche Gespräche eine wichtige Gelegenheit, zum gemeinsamen Austausch. Ziel ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Südtirol aktiv mitzugestalten.
Die ISA-Note entscheidet – wie funktioniert die Berichtigung Für jedes Jahr wird auf Basis des bereits erklärten Einkommens ein zusätzliches fiktives Einkommen ermittelt. Dessen Höhe hängt von der jeweiligen ISA-Note ab. Der Aufschlag liegt zwischen fünf und 50 Prozent. Die Ersatzsteuer wird nur auf diesen zusätzlichen Betrag berechnet. Pro Jahr sind mindestens 1.000 Euro Ersatzsteuer zu entrichten. Der wesentliche Vorteil liegt in der Absicherung der betreffenden Steuerjahre gegenüber künftigen Kontrollen. Nach ordnungsgemäß abgeschlossener Berichtigung sind grundsätzlich keine weiteren Feststellungen des Unternehmens- oder Freiberuflereinkommens im Rahmen der vorgesehenen Kontrollverfahren möglich. Ausnahmen bestehen unter anderem bei einem Verfall des CPB oder bestimmten steuerstrafrechtlich relevanten Sachverhalten.
Zahlung ab 2027 Die Ersatzsteuer kann zwischen 1. Januar und 15. März 2027 einmalig oder in bis zu zehn monatlichen Raten bezahlt werden. Bei Ratenzahlung greift der Schutz bereits mit der ersten Rate. Wichtig: Wurden bestimmte Kontroll- oder Feststellungsakte bereits zugestellt, kann die Steuerberichtigung grundsätzlich nicht mehr wirksam abgeschlossen werden. Ob sich die Option lohnt, hängt von der individuellen steuerlichen Situation ab. Betriebe sollten diese daher rechtzeitig in ihre Entscheidung über die CPB-Erneuerung miteinbeziehen. Mehr Informationen erhalten sie in ihrem lvh-Bezirksbüro bzw. über ihre/n Steuerberater/in. manufakt
Hannes Mussak, Georg Ebner, Martin Haller, Walter Pöhl und Angelika Wiedmer besprachen gemeinsam die wirtschaftlichen Perspektiven für das Handwerk in Südtirol © lvh.apa
21 10|2026
Team Handwerk mit starker Bilanz: Zwei Medaillen, fünf „Medallions for Excellence“ und Platz neun für Südtirol in der Nationenwertung. Im Bild: hinten von links Jonas Wenter, Franziska Gschnitzer, Florian Feichter und Liam Fiechter; vorne von links Fabian Stolzlechner, Noah Pillon, Matthias Widmann und Annika Kofler © lvh.apa
Südtirols junge Handwerkstalente erobern die Weltspitze
Vier Tage voller Konzentration, Präzision und großer Herausforderungen: Acht junge Handwerkstalente aus Südtirol stellten sich bei den WorldSkills in Shanghai der internationalen Konkurrenz. Was sie von der großen Bühne mit nach Hause bringen, kann sich sehen lassen. 1.385 junge Fachkräfte aus 68 Ländern und Regionen stellten bei den WorldSkills in Shanghai ihr Können unter Beweis. Mittendrin: acht Talente aus dem Südtiroler Handwerk. Und für sie gab es am Ende gleich mehrfach Grund zum Feiern.
BILDUNG
lechner und Friseurin Annika Kofler. Maler und Lackierer Noah Pillon stellte sich ebenfalls der internationalen Konkurrenz und sammelte dabei wertvolle Erfahrungen. Außerdem nahmen auch der CAD-Maschinenbaukonstrukteur Michael Beneduce, der Hotelrezeptionist Felix Larcher, die Landschaftsgärtnerin Jana Mair und Maximilian von Ferrari im Bereich Robot System Integration teil. Sie alle haben eindrucksvoll gezeigt: Südtirols Nachwuchs kann sich mit den besten der Welt messen. Dazu gratuliert der lvh allen Teilnehmenden ganz herzlich! Für die Südtiroler Medaillen sorgten Liam Fiechter (Gold) und Jonas Wenter (Bronze) © Maximimilian Goggi
Ganz oben: Gold für Liam Fiechter Ganz nach oben schaffte es Liam Fiechter. Der Mediendesigner setzte sich mit Kreativität, technischem Know-how, Präzision und großem Einsatz gegen die internationale Konkurrenz durch – und holte Gold für Südtirol. Auch Jonas Wenter schaffte den Sprung aufs Podest: Der Tischler sicherte sich die Bronzemedaille. Und Liam und Jonas waren nicht die Einzigen, die ausgezeichnet wurden. Gleich fünf weitere Südtiroler Talente erhielten ein „Medallion for Excellence“: Maurer Matthias Widmann, HLS-Techniker Florian Feichter, Floristin Franziska Gschnitzer, Kfz-Mechatroniker Fabian Stolz-
Jasmin Fischnaller © Gabriel Höllrigl
Groß war die Freude auch bei den zahlreichen Fans, die das Südtiroler Team zu den WorldSkills begleitet und vor Ort kräftig unterstützt haben. © lvh.apa manufakt
Ein starkes Signal für den Nachwuchs „Unsere jungen Handwerkerinnen und Handwerker haben in Shanghai eindrucksvoll gezeigt, was sie können. Gold, Bronze und fünf Exzellenzauszeichnungen bei einem Wettbewerb auf internationalem Spitzenniveau sind eine großartige Leistung. Wir als lvh sind unglaublich stolz auf unsere jungen Talente“, betont lvh-Präsident Martin Haller. Auch die offizielle WorldSkills-Delegierte Jasmin Fischnaller zeigt sich beeindruckt vom Auftritt des Teams. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten sich der internationalen Konkurrenz mit großem Selbstbewusstsein gestellt, bis zum letzten Moment ihr Bestes gegeben und Südtirol mit Leidenschaft und Professionalität vertreten. Für Priska Reichhalter, Landesobfrau der Junghandwerker/innen im lvh, haben die Erfolge auch über Shanghai hinaus Bedeutung: „Diese jungen Menschen sind hervorragende Botschafterinnen und Botschafter des Südtiroler Handwerks. Sie zeigen, dass man mit Leidenschaft, Engagement und Können bis an die Weltspitze kommen kann.“
23 10|2026
BILDUNG
Viele Möglichkeiten, ein Ziel: gut in den Beruf starten Lehre oder Vollzeitausbildung, direkter Berufseinstieg oder später doch Matura und Meister: Wer sich für eine berufliche Ausbildung entscheidet, legt sich längst nicht mehr auf einen einzigen Weg fest. Das BBZ Meran zeigt, wie vielfältig der Einstieg ins Berufsleben heute sein kann. Zwischen 700 und 800 Auszubildende besuchen jährlich das Berufsbildungszentrum „Dipl. Ing. Luis Zuegg“ in Meran. Damit gehört es zu den größeren Berufsschulen Südtirols.
Das BBZ „Luis Zuegg“ Meran bietet eine Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten © BBZ Meran
24 10|2026
Das Angebot reicht von Handwerk und Technik über Handel und Verwaltung bis zu Mode und Schönheitspflege – stets mit einer engen Verbindung von Theorie und Praxis. Nach der Mittelschule stehen unterschiedliche Ausbildungswege offen. Drei- bis vierjährige Vollzeitausbildungen bereiten auf den Einstieg in den Beruf vor und führen unter anderem in Elektrotechnik, Holztechnik, Bekleidung und Mode, Handel und Verwaltung sowie Schönheitspflege zum Berufsbildungsdiplom. Auch der Weg zur Matura bleibt offen. Wer direkt in die Arbeitswelt einsteigen möchte, kann ab 15 Jahren mit einem Lehrvertrag eine duale Lehre beginnen. Die praktische Ausbildung im Betrieb wird durch wöchentlichen oder blockweisen Unterricht am BBZ ergänzt. Das Angebot reicht von Elektrotechnik, Tischlerei und Kfz-Mechatronik über Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik bis zu Metallberufen, Friseurhandwerk und Einzelhandel. Nach der drei- bis vierjährigen Lehrzeit können Matura oder Meisterbrief folgen. Für praxisnahes Lernen stehen modern ausgestattete Werkstätten, Labore, Salons und PC-Räume zur Verfügung. Zudem arbeitet das BBZ eng mit Ausbildungsbetrieben zusammen. Beim Projekt „Handwerk trifft Schule“ stellen Betriebe gemeinsam mit dem lvh verschiedene Berufsbilder vor. Weitere Einblicke bietet der Tag der offenen Tür am 23. Januar 2027 ab 9 Uhr. Das BBZ begleitet unterschiedliche Bildungswege mit Weiterbildungen sowie Beratungs- und Unterstützungsangeboten. So eröffnet das BBZ vielfältige Wege für die berufliche Zukunft.
Wer anpackt, will auch weiterkommen. Im lvh-Kurskalender finden Sie neue Ideen, Praxiswissen und Anregungen für Ihren Berufsalltag. Jetzt entdecken: www.lvh.it/kurse oder direkt über diesen QR-Code:
BILDUNG
Handwerk trifft
SCHULE
Schulstart: Alle Wege offen Für Tausende Jugendliche hat kürzlich ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Ob Lehre oder Fachschule: Ihnen stehen heute mehr Möglichkeiten offen als je zuvor. Für das Schuljahr 2026/27 sind allein an den deutschsprachigen Berufs- und Fachschulen rund 8.707 Jugendliche eingeschrieben. Ob duale Lehre oder Vollzeitausbildung: Die berufliche Bildung eröffnet heute vielfältige Perspektiven. Neu ist, dass das Meisterdiplom auch ohne Matura den Zugang zu fachlich entsprechenden Studiengängen an der Freien Universität Bozen ermöglicht. Damit kann ein Bildungsweg, der mit 15 Jahren in der Werkstatt beginnt, bis zum Studium führen. Im Vorfeld des Schulstarts kamen Vertreter von Handwerk und Berufsbildung im lvh zum Austausch zusammen: lvh-Vizepräsident Hannes Mussak, Peter Prieth, Landesdirektor für die deutschsprachige Berufsbildung, Giuseppe Delpero, Landesdirektor für die italienischsprachige Berufsbildung, sowie Heinrich Videsott, Landesdirektor der ladinischen Kindergärten und Schulen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Menschen entsprechend ihren individuellen Stärken gefördert und auf ihrem beruflichen Weg begleitet werden können. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Lehrbetriebe. Gute Ausbildung vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern gibt Orientierung, motiviert und begleitet junge Menschen im Ausbildungsalltag. Ab November 2026 unterstützt das Pilotprojekt „Zusammen für Ausbildungserfolg – Handwerksbetriebe im Fokus“ Betriebe dabei, ihre Ausbildungsarbeit weiterzuentwickeln. Bis Juni 2027 stehen in fünf Modulen Kommunikation, Motivation und Konfliktlösung im Fokus, ergänzt durch zwei Workshops für Lehrlinge. Die Erfahrungen der Betriebe sollen die Ausbildungsqualität im Südtiroler Handwerk stärken.
25 10|2026
Trafen sich zum Austausch kurz vor dem Schulstart: Hannes Mussak, Giuseppe Delpero, Peter Prieth und Heinrich Videsott © lvh.apa
Mein Sorglos-Partner in Kreditfragen.
NICHTS MEHR VERPASSEN @generation.handwerk
Wir haben vor kurzem unseren Konditoreibetrieb neu gegründet und mussten in den Umbau investieren. Sowohl meine Bank als auch der LVH haben uns an Garfidi verwiesen, wo wir hervorragend und ehrlich beraten wurden. Der Kredit war auch kein Problem mehr. Susanne Cattoi, Konditorin, Brixen
manufakt
garfidi.it
26 10|2026
Akteurinnen und Gäste des diesjährigen Sommerempfangs der Frauen im Handwerk: (hinten von links nach rechts): Priska Reichhalter, Luis Walcher, Petra Erhart Ruffer, Angelika Wiedmer, Anna Graus, Dagmar Dantone, Hannes Mussak (vorne von links) Daniela Bortolon, Vera Nicolussi-Leck, Maria Elisabeth Rieder, Petra Holzer und Waltraud Deeg © lvh.apa
Wenn Frauen übernehmen: Generationenwechsel im Handwerk FRAUEN IM HANDWERK: Einen Betrieb zu übernehmen heißt, Verantwortung zu übernehmen. Doch für einen gelungenen Generationenwechsel braucht es mehr. Beim Sommerempfang der Frauen im Handwerk zeigte sich, worauf es wirklich ankommt. Unter dem Motto „Starke Wurzeln, neue Wege – übernehmen, gestalten, weiterführen“ sprachen Unternehmerinnen darüber, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – und irgendwann auch wieder abzugeben. „Frauen gestalten Handwerksbetriebe heute aktiv mit und übernehmen selbst unternehmerische Verantwortung“, betonte Petra Holzer, Landesobfrau der Frauen im Handwerk. Entscheidend sei, Frauen darin zu bestärken, Betriebe nach ihren eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Vizelandesobfrau Daniela Bortolon ergänzte: Frauen müssten von Anfang an als mögliche Nachfolgerinnen gesehen werden. Denn eine Betriebsübergabe beginnt nicht mit dem Vertrag. Sie
verändert Rollen, Verantwortlichkeiten und oft auch Beziehungen innerhalb einer Familie. Vertrauen, offene Kommunikation und die Bereitschaft, Verantwortung tatsächlich abzugeben, sind deshalb entscheidend – ein Aspekt, den auch Vera Nicolussi-Leck in ihrem Impulsvortrag hervorhob. Wie persönlich dieser Prozess sein kann, zeigten Anna Graus von der Graus Bauunternehmung in Wiesen und Dagmar Dantone vom Malerbetrieb Dantone in St. Lorenzen. Graus kennt beide Seiten der Nachfolge: das Übernehmen und das Loslassen. Erfahrung und Wissen der vorherigen Generation sind wertvoll – gleichzeitig braucht die nächste Generation Raum, ihren eigenen Platz im Betrieb zu finden. Auch Dantone betonte, wie wichtig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und der Freiraum sind, den Betrieb nach eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Der Sommerempfang zeigte damit vor allem eines: Eine gelungene Übergabe bewahrt Bestehendes und lässt zugleich, die nächste Generation eigene Wege gehen.
MACHERINNEN & (JUNGE) MACHER
Einfach machen: Wie Julia Pföstl ihren Platz im technischen Handwerk gefunden hat FRAUEN IM HANDWERK: Eine Stellenanzeige im Internet, ein spontanes „Let’s give it a try!“ – und heute die bestandene Gesellenprüfung. Julia Pföstl hat ihren Weg als Kälte- und Klimatechnikerin gefunden. Besonders große Projekte haben es ihr angetan: Anlagen von Grund auf mitaufbauen, unterwegs sein, selbstständig arbeiten und technische Lösungen finden. Ihr Rat an junge Frauen, die mit einem technischen Beruf liebäugeln? Nicht zu lange überlegen, ausprobieren und sich von niemandem einreden lassen, dass man etwas nicht kann. Neugierig auf Julias Weg? QR-Code scannen und die ganze Geschichte lesen.
Hier geht’s zum ganzen Artikel
Starke Frau im Handwerk: Julia Pföstl © Heidi Röhler
27 10|2026
Junges Handwerk hat viele Gesichter und packt an – mit Herz JUNGHANDWERKER/INNEN: Wie vielfältig ist junges Handwerk in Südtirol? Eine neue Imagekampagne der Junghandwerkerinnen und Junghandwerker im lvh gibt
Junghandwerkerin Annika Faller ist Teil der Imagekampagne © Peter Volgger manufakt
darauf Woche für Woche eine Antwort – mit Menschen, Berufen und Geschichten aus dem ganzen Land. Gestartet wurde die Kampagne bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung, gemeinsam mit dem neuen Webauftritt. Bis Juni 2027 werden regelmäßig junge Handwerkerinnen und Handwerker aus unterschiedlichen Berufen und Landesteilen vorgestellt. Jede Woche steht eine Person im Mittelpunkt: zunächst mit vier Fotos, anschließend mit einem Reel. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Junghandwerker/innen zu erhöhen, neue Mitglieder zu gewinnen und zu zeigen, wie attraktiv und vielseitig das junge Handwerk ist. Besonderen Wert legt die Kampagne auf eine ausgewogene Darstellung von Frauen und Männern. Bei den Porträtierten ist nahezu eine 50:50-Aufteilung gelungen. Damit sollen gerade auch junge Frauen sichtbar werden und ermutigt werden, ihren Weg im Handwerk zu gehen. So entsteht über mehr als ein Jahr hinweg ein Porträt des jungen Südtiroler Handwerks – erzählt von jenen, die seine Zukunft bereits heute gestalten.
28 10|2026
Technik, die ohne Strom bewegt SCHMIEDINNEN / SCHMIEDE UND SCHLOSSER/INNEN: Tüfteln, Probleme Lösen und für jeden Einsatz die passende Lösung finden: Johannes Unterhuber aus Vintl baut Widderpumpenanlagen, die individuell auf die Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden abgestimmt sind.
Manchmal beginnt die Begeisterung fürs Handwerk direkt vor der eigenen Haustür – oder wie bei Johannes Unterhuber ein Stockwerk tiefer. Im Untergeschoss seines Elternhauses in Vintl gab es schon früh eine kleine Werkstatt. Gemeinsam mit seinem Vater begann er dort zu tüfteln, zu schrauben und Dinge auszuprobieren. Aus der kindlichen Neugier wurde eine Leidenschaft für Technik und Handwerk. Unterhuber absolvierte die Fachschule für Metalltechnik in Bruneck und schloss vor rund drei Jahren die Meisterprüfung als Maschinenbaumechaniker und Werkzeugmacher ab. „Mich fasziniert, dass ich bei meiner Arbeit immer wieder Neues dazulerne und meinen Horizont erweitern kann. Besonders gerne löse ich Probleme, die auch einmal ziemlich knifflig sein können“, erzählt Unterhuber.
BRANCHEN
Individuell statt von der Stange Heute dreht sich bei ihm vieles um Widderpumpen. Die Anlagen nutzen die Energie des fließenden Wassers, um Wasser zu fördern – ganz ohne Strom. Dabei können sie das Wasser bis zu 350 Höhenmeter nach oben befördern. Besonders spannend ist für Unterhuber der Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage. Gemeinsam mit seinen Kunden plant er die passende Lösung und fertigt sie individuell für den jeweiligen Einsatz an. Gerade weil die Anforderungen unterschiedlich sind, gleicht kaum ein Auftrag dem anderen. „Wenn am Ende alles montiert ist und man sieht, wie die Anlage funktioniert und zuverlässig läuft, ist das einfach ein schönes Gefühl.“ Genau diese Abwechslung macht für ihn den Reiz seiner Arbeit aus. Morgens ist oft noch nicht absehbar, welche Aufgabe oder Herausforderung der Tag mit sich bringt. Gefragt sind deshalb nicht nur handwerkliches Können und technisches Verständnis, sondern auch Kreativität und die Bereitschaft, immer wieder neue Lösungswege zu suchen.
Ideen aus den Bergen Inspiration findet Unterhuber häufig dort, wo seine Anlagen später zum Einsatz kommen könnten. Auf Instagram
folgt er zahlreichen Almen und entdeckt dabei immer wieder Situationen, bei denen eine Widderpumpenanlage eine interessante Lösung darstellt. Auch privat zieht es ihn in die Natur. Beim Klettern und Wandern ist er viel in den Bergen unterwegs, auch das Angeln gehört zu seinen Leidenschaften. Dabei entstehen nicht selten neue Ideen. Die Arbeit selbst ist für ihn allerdings weit mehr als nur Beruf. „Ich mache meine Arbeit wirklich gerne und habe Freude daran“, sagt Unterhuber. Wenn mehrere Projekte gleichzeitig laufen und es stressiger wird, findet er vor allem bei seiner Familie und draußen in der Natur Ausgleich.
Qualität, die langfristig funktioniert Bei seinen Anlagen legt Unterhuber besonderen Wert auf Qualität, saubere Ausführung und Zuverlässigkeit. Entscheidend ist für ihn, dass eine Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern genau zum jeweiligen Einsatz passt. „Ein Produkt sollte hochwertig und durchdacht gebaut sein. Mir ist wichtig, dass meine Anlagen nicht nur am ersten Tag funktionieren, sondern auch nach vielen Jahren noch zuverlässig ihren Dienst verrichten.“ Gerade darin liegt für Unterhuber die Faszination seines Handwerks: eine Herausforderung zu verstehen, an der passenden Lösung zu tüfteln und am Ende zu sehen, dass aus einer Idee eine Anlage geworden ist, die funktioniert.
Auch und besonders unwegsames Gelände stellt für die Widderpumpe kein Hinderniss dar. © widderpumpen-unterhuber
Technik die Begeistert: Eine Widderpumpenanlage von innen. © widderpumpen-unterhuber
Blick ins Innere der Widderpumpenanlage. © widderpumpen-unterhuber manufakt
29 10|2026
BRANCHEN
Bauwirtschaft 2027: Was Betriebe und Planer/innen jetzt bewegt BAU: Fehlerhafte Richtpreise, öffentliche Aufträge und neue Anforderungen auf der Baustelle: Die Bauwirtschaft geht mit einigen offenen Fragen ins Jahr 2027. Bei einem Thema sieht die Baugruppe besonders dringenden Handlungsbedarf. Wie entwickelt sich die Bauwirtschaft 2027 – und wo müssen die Rahmenbedingungen besser werden? Diese Fragen standen bei der jüngsten Sitzung der Baugruppe im Mittelpunkt. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung und der Situation bei öffentlichen Aufträgen rückte dabei vor allem ein Thema in den Fokus: das Richtpreisverzeichnis.
Nachwuchs eine Bühne geben Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ging es auch um die Fachkräfte von morgen. Lehrlingswettbewerbe sowie WorldSkills und EuroSkills geben jungen Talenten eine Bühne für ihr fachliches Können. Gleichzeitig machen die Wettbewerbe sichtbar, welches Niveau berufliche Ausbildung erreichen kann. Auch praktische Fragen des Arbeitsalltags standen auf der Agenda – vom Hitzeschutz auf Baustellen und der Fahrtenschreiberpflicht bis zu aktuellen Fragen der Raumordnung. Thematisiert wurden zudem die Klimahaus-Agentur sowie die Zusammenarbeit mit der Handelskammer und öffentlichen Institutionen.
Was 2027 ansteht Richtpreise müssen praxistauglicher werden
30 10|2026
Besonders viel Gesprächsbedarf gibt es beim Richtpreisverzeichnis. Zahlreiche fehlende oder fehlerhafte Positionen sorgen derzeit bei Unternehmen und Planern für Unmut und erschweren die praktische Arbeit. Die Baugruppe will deshalb erneut das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen und auf eine rasche Überarbeitung des Verzeichnisses drängen. Denn gerade bei öffentlichen Aufträgen braucht es Grundlagen, mit denen Betriebe und Planer/innen verlässlich arbeiten können.
Neben den aktuellen Baustellen ging es auch um konkrete Vorhaben für 2027. Geplant sind unter anderem Weiterbildungsangebote für Planer/innen. Zudem will die Baugruppe Veranstaltungen wie „Erlebniswelt Baustelle“ und „Abenteuer Handwerk“ unterstützen. Damit sollen sowohl fachliche Kompetenzen gestärkt als auch junge Menschen frühzeitig für das Handwerk und die Bauberufe begeistert werden. Denn für die Bauwirtschaft entscheidet sich Zukunft nicht erst auf der Baustelle – sondern auch dort, wo heute die richtigen Weichen gestellt werden.
Was Drainagebeton alles kann BAUMEISTER/INNEN UND MAURER/INNEN: Versiegeln war gestern? Drainagebeton eröffnet neue Möglichkeiten für Plätze, Wege und Außenflächen. Eine Informationsveranstaltung in Klausen zeigt, was das Material kann – nicht nur in der Theorie. Wie lassen sich Außenflächen gestalten und gleichzeitig entsiegeln? Genau darum geht es bei der Informationsveranstaltung „Multitalent Beton – Entsiegelung der Oberflächen mit Drainagebeton“ am Freitag, 13. November 2026, ab 13.30 Uhr am Firmensitz von Beton Eisack in Klausen. Sie richtet sich an Architektinnen und Architekten, Baumeister/innen und Maurer/innen sowie deren Mitarbeitende. Im theoretischen Teil stellt Martin Rofner von Nanoalps GmbH die HGT-Schicht von Nanoalps vor. Patrick Turra von PERMAC RESINE SRL zeigt anschließend Einsatzmöglichkeiten von Drainagebeton für Plätze, Wege und die
Außengestaltung. Begrüßt werden die Teilnehmenden unter anderem von Martin Gebhard, Obmann der Baumeister / innen und Maurer/innen im lvh.
Vom Wissen zur Anwendung Wie die Lösungen in der Praxis aussehen, zeigt ab 16 Uhr eine Laborvorführung mit anschließender Begehung des Bürogebäudes. Eine Diskussion und ein gemeinsamer Umtrunk runden die Veranstaltung ab. Für Architektinnen und Architekten werden vier Fortbildungscredits anerkannt.
Hier geht’s zur Anmeldung
BRANCHEN
Gut vernetzt, starker Nachwuchs: Das Spenglerhandwerk blickt nach vorn BAU- UND GALANTERIESPENGLER/INNEN: Von Wien bis Zürich, von der Nachwuchsarbeit bis zu neuen Fachthemen: Die Bau- und Galanteriespengler/innen blicken auf ein intensives Jahr zurück. Bei ihrer Jahresversammlung zeigte sich, worauf die Berufsgemeinschaft jetzt setzt.
Bei der Jahresversammlung 2026 bei TopHaus in Bozen blickte die Berufsgemeinschaft der Bau- und Galanteriespengler/ innen auf ein aktives Jahr zurück. Neben dem internationalen Fachaustausch bei Tagungen in Wien, München, Zürich, Bern und Tirol stand besonders die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt. Initiativen an Schulen sowie Projekte wie „Abenteuer Handwerk“ und die „KidsAcademy“ brachten Jugendlichen den Beruf näher. Erfreulich ist auch die Entwicklung in der Ausbildung: Alle 13 Südtiroler Kandidaten bestanden 2026 die Gesellenprüfung, gleichzeitig steigt das Interesse von Quereinsteigenden. Bei den AustrianSkills 2025 erreichte Alex Wohlgemuth aus Kastelruth zudem den dritten Platz. Fachliche Impulse gab es zu Gründächern sowie zu den Brandschutzbestimmungen für Photovoltaikanlagen. Auch 2027 stehen mit den Landesmeisterschaften der Berufe, Fachkursen, EuroSkills, Meisterkurs und internationalem Austausch zahlreiche Aktivitäten an. Die gemeinsame Linie bleibt klar: Wissen teilen, Nachwuchs fördern und das Spenglerhandwerk gemeinsam stärken.
Die Bau- und Galanteriespengler/innen folgten aufmerksam dem fachlichen Austausch © lvh.apa
WIR SIND (NUR) FÜR SIE DA! Bezirksbüro Bozen 0471 323 460 bozen@lvh.it
Bezirksbüro Meran 0473 236 162 meran@lvh.it
Bezirksbüro Neumarkt 0471 812 521 neumarkt@lvh.it
Bezirksbüro Schlanders 0473 730 657 schlanders@lvh.it
Bezirksbüro Brixen 0472 802 500 brixen@lvh.it
Bezirksbüro Bruneck 0474 474 823 bruneck@lvh.it
Bezirksbüro Sterzing 0472 767 739 sterzing@lvh.it
Bezirksbüro Pedratsches 0471 839 548 pedratsches@lvh.it
Bezirksbüro St. Ulrich 0471 797 552 groeden@lvh.it
lvh-Bezirksbüro in Ihrer Nähe manufakt
31 10|2026
ANDW -H E
T
I
O
AU
OR
NE
-
-
Z
RK
KF
BRANCHEN
IPA R A Z
Entlastung kommt ins Rollen
Holzbau braucht Zusammenarbeit
KFZ-MECHATRONIKER/INNEN: Seit Monaten warten Südtirols Kfz-Werkstätten auf die Abholung ihrer Altreifen. Lagerflächen werden knapp, Kosten steigen. Nun plant das Land eine Soforthilfe – für die Betriebe ein wichtiger Schritt, dem langfristig eine verlässliche Lösung folgen soll.
32 10|2026
Was eigentlich regelmäßig abgeholt werden sollte, ist für zahlreiche Kfz-Betriebe zum Problem geworden: Altreifen stapeln sich, belegen wertvolle Lagerflächen und stellen die Werkstätten vor zusätzliche Anforderungen bei Sicherheit und Entsorgung. Die Kfz-Mechatroniker/innen im lvh haben deshalb wiederholt auf die Situation aufmerksam gemacht und Lösungen eingefordert. Nun reagiert das Land Südtirol. Vorgesehen ist ein einmaliger Landesbeitrag für Unternehmen, die die Abholung ihrer Altreifen privaten Entsorgungsunternehmen übertragen. Bis zu 80 Prozent der anfallenden Kosten sollen übernommen werden. Der geschätzte Finanzierungsbedarf für die Maßnahme beläuft sich auf rund 400.000 Euro. „Für viele Betriebe ist diese Entscheidung eine wichtige Entlastung“, sagt Julia Genetti, Obfrau der Kfz-Mechatroniker/innen im lvh. „Wir haben seit Langem darauf hingewiesen, dass die Werkstätten die Folgen eines nicht funktionierenden Sammelsystems nicht dauerhaft auffangen können. Wenn Reifen über Monate nicht abgeholt werden, fehlen irgendwann schlicht der Platz und die Möglichkeiten für eine ordnungsgemäße Lagerung. Dass das Land nun handelt, ist deshalb ein wichtiges Signal an die Betriebe.“
Verlässliche Lösung als Ziel Die finanzielle Unterstützung soll die akute Situation entschärfen. Gleichzeitig bleibt die langfristige Lösung des Entsorgungsproblems entscheidend. „Die geplante Unterstützung schafft für die Betriebe dringend benötigten Spielraum. Gleichzeitig darf daraus keine dauerhafte Ersatzlösung werden. Die Werkstätten erfüllen ihre Verpflichtungen und brauchen im Gegenzug ein Sammelsystem, auf das sie sich verlassen können. Ziel muss sein, dass Altreifen regelmäßig, planbar und in ausreichender Menge abgeholt werden“, betont Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh. Der lvh begrüßt daher, dass das Land Südtirol und Landesrat Marco Galateo die akute Belastung der Unternehmen aufgreifen. Langfristig braucht es ein Entsorgungssystem, das auch in Südtirol zuverlässig funktioniert – damit Werkstätten wieder Werkstätten sein können und keine Zwischenlager für Altreifen.
Wurden während der Versammlung von Richard Nagler (1. v.l.) für ihren Erfolg beim Niederösterreichischen Lehrlingswettbewerb geehrt: Hannes Karl, Georg Kaser, Experte Ulrich Kaser und Siegfried Brunner (BBZ Bruneck) © lvh.apa
HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/INNEN: Bei ihrer Jahresversammlung blickte die Berufsgemeinschaft nach vorne. Dabei wurde deutlich, worauf es für die Branche jetzt ankommt. Kürzlich traf sich die Berufsgemeinschaft der Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen im lvh zur Jahresversammlung in der Niederstätter Academy in Pfatten. Nach der Begrüßung durch Obmann Richard Nagler und lvh-Präsident Martin Haller standen aktuelle Branchenthemen und die Aktivitäten der Berufsgemeinschaft im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt war die Nachwuchsförderung und die Zusammenarbeit mit Schulen und Ausbildungsstätten. Gleichzeitig setzt die Berufsgemeinschaft auf starke Netzwerke, unter anderem mit IDM Südtirol, der KlimaHaus Agentur, Architektinnen und Archiktekten, Planenden sowie Timber Construction Europe. Auch aktuelle Herausforderungen wie die Richtpreise wurden diskutiert. Fachliche Impulse lieferte zudem ein Referat der Firma Niederstätter. Ein Höhepunkt war die Ehrung der Teilnehmenden der Berufswettbewerbe und ihrer betreuenden Experten. Zum Abschluss ging es in den Safety Park: Beim Gokart-Rennen standen Gemeinschaft, Teamgeist und natürlich auch etwas Ehrgeiz im Mittelpunkt. Die Jahresversammlung zeigte damit: Die Zukunft des Holzbaus entsteht gemeinsam.
BRANCHEN
Wärme, die bleibt: Warum der Kachelofen heute wieder gefragt ist HAFNER/INNEN: Wenn die Tage kürzer werden, rückt die Wärme zu Hause wieder in den Mittelpunkt. Der Tag des Kachelofens am 19. Oktober zeigt, warum der traditionelle Speicherofen heute überraschend modern sein kann – und weshalb dabei das Handwerk den Unterschied macht. Holz einlegen, anzünden und die Wärme über Stunden genießen: Zum Tag des Kachelofens am 19. Oktober 2026 macht die Berufsgemeinschaft der Hafner/innen im lvh auf die Vorteile von Kachelöfen und Herden aufmerksam. Im Mittelpunkt stehen Ressourcenschonung, Unabhängigkeit und eine angenehme Wärme. „Ein Kachelofen nutzt Holz als erneuerbaren Energieträger, verbrennt CO2-neutral und funktioniert auch bei Stromausfall“, erklärt Christian Gross, Obmann der Hafner/innen im lvh. Gerade die lang anhaltende Strahlungswärme ist eine der Stärken des Speicherofens. Da dabei nur wenig Luft bewegt wird, kann sie auch für Allergiker/innen angenehm sein. In Niedrigenergiehäusern kommt hinzu, dass die gespeicherte Wärme langsam und gleichmäßig an den Raum abgegeben wird.
Handwerk statt Standardlösung Ein Kachelofen wird auf das Gebäude und den Wärmebedarf seiner Bewohner/innen abgestimmt. Gestaltung und Funktion gehen dabei Hand in Hand. „Uns als Hafner/innen geht es immer darum, dem Ofen einen Mehrwert zu geben, sowohl in der Funktion als auch in der Ästhetik“, sagt Gross. Auch mit anderen Heizsystemen lassen sich moderne Speicheröfen kombinieren, etwa mit einer Wärmepumpe. Gleichzeitig stärkt die Nutzung von Holz als regional verfügbarem Brennstoff lokale Kreisläufe und Wertschöpfung. „Damit ein Kachelofen optimal funktioniert, braucht es Fachleute“, betont Gross. Eine Feuerstätte sollte fachgerecht angeschlossen und anschließend mit einer Konformitätserklärung bestätigt werden. Auch beim Betrieb lässt sich viel richtig – oder falsch – machen. Gross empfiehlt trockenes Holz mit weniger als 17 Prozent Restfeuchte und das Anzünden von oben, um Rauch zu reduzieren und einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Müll, behandeltes Holz oder plastifiziertes Papier gehören dagegen keinesfalls in den Ofen. Der Tag des Kachelofens am 19. Oktober zeigt, was moderne Ofenwärme ausmacht: regionaler Brennstoff, durchdachte Technik und solides Hafnerhandwerk.
Christian Gross erklärt die Vorzüge eines Kachelofens © lvh.apa
33 10|2026
← Mehr Infos zu unseren Bildbeschreibung © Credits Kapseln
100% BIOBASIERT
mehr kaffee. weniger abfall. Caroma Kaffeekapseln verbinden Komfort, Qualität und Nachhaltigkeit und sind zu 100 % biobasiert. Sauber in der Anwendung, zuverlässig im Büroalltag und geschmacklich auf höchstem Niveau, macht Caroma Kaffee jede Kaffeepause zu einem hochwertigen Mitarbeiter-Benefit. DAS PERFEKTE AUSFLUGSZIEL für Ihr Team: In der Caroma Schaurösterei erwarten Sie Röstereiführungen, Verkostungen und das Coffeeseum mit der vermutlich weltgrößten Kaffeemühlensammlung. Gleich anfragen: www.caroma.info CAROMA Völs am Schlern Schaurösterei ̷ Coffeeseum ̷ Kaffeeladen ̷ Schulungszentrum
manufakt CAROM_Anzeige_Manufakt_Kapslen_A02_260730.indd 1
31.07.26 12:18
BRANCHEN
Gemeinsam unterwegs, gemeinsam stärker: Was ein guter Dachdecker-Tag braucht DACHDECKER/INNEN: Raus aus dem Arbeitsalltag, rein in den Austausch: Rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Dachdeckerbetrieben waren gemeinsam unterwegs. Dabei ging es nicht nur ums Fachliche.
34
Die Berufsgemeinschaft der Dachdecker/innen im lvh organisierte kürzlich einen gemeinsamen Ausflug für rund 40 Beschäftigte verschiedener Dachdeckerbetriebe. Erste Station war BMI Wierer in Borgonato bei Brescia. Dort wurden die Teilnehmenden mit der Produktion der Betondachsteine vertraut gemacht und erhielten in der BMI Academy unter dem Motto „Das Dach – Lösungen für den Komfort“ Einblicke in praktische Lösungen rund um das Steildach. Neben dem Fachwissen stand natürlich auch der persönliche Austausch im Mittelpunkt, Kontakte zu knüpfen und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben besser kennenzulernen. Anschließend ging es nach Ala, wo die Dachdecker/innen sich bei einem lustigen Gokart-Rennen sportlich betätigten.
Renate Gamper, Stefan Pinter und der Gewinner des Gokart-Rennens der Dachdecker/innen in Ala, Martin Eheim, bei der Preisübergabe. © Alex Rottensteiner
Nach den Vorläufen mussten sich die schnellsten drei der jeweiligen Gruppen beim Finale messen. Martin Eheim errang dabei den Tagessieg und erhielt als Gewinner des Wettkamps ein Werkzeugset der Firma Wierer.
10|2026
Mehr als Farbe: „mal DU“ zeigt, wie vielseitig der Malerberuf ist MALER/INNEN UND LACKIERER/INNEN: Kreativ sein, gestalten und am Ende sehen, was man geschaffen hat: „mal DU“ zeigt Jugendlichen, was im Malerhandwerk steckt. Und zwar dort, wo es täglich gelebt wird.
Für „mal DU“ wurde der Arbeitsalltag direkt dort eingefangen, wo er stattfindet: in den Südtiroler Malerbetrieben. Bei professionellen Fotoshootings wurden Malerinnen und Maler bei ihrer täglichen Arbeit begleitet. Entstanden sind moderne, lebendige Aufnahmen, die einen authentischen Einblick in den Beruf geben. Konzipiert wurde die Kampagne von rotwild. Im Mittelpunkt stehen bewusst die Menschen aus den Mitgliedsbetrieben. Sie zeigen, was das Malerhandwerk heute ausmacht: Innenräume gestalten, Fassaden bearbeiten, moderne Techniken einsetzen – und dabei mit handwerklichem Können und Kreativität sichtbare Ergebnisse schaffen. Genau diese Vielfalt soll vor allem Jugendliche ansprechen. Über Social Media werden die Motive ausgespielt und geben Einblicke in einen Beruf, der weit mehr zu bieten hat als Farbe und Pinsel. Der Name ist dabei Programm: „mal DU“ richtet sich an junge Menschen, die vor ihrer Berufswahl stehen – und zeigt ihnen einen Beruf, bei dem sie selbst gestalten und am Ende sehen können, was sie geschaffen haben.
Sorgt für Begeisterung: Die Imagekampagne „mal DU“ © rotwild Waldboth
BRANCHEN
Nach zwölf Jahren heißt es: Danke, Walter! GEBÄUDETECHNIK: Nach zwölf Jahren im lvh geht für Walter Soligo ein berufliches Kapitel zu Ende. Während er sich in den Ruhestand verabschiedet, beginnt für Alex Lintner eine neue Aufgabe. Seit 2014 war Walter Soligo für die Berufsgruppe Gebäudetechnik im Einsatz. Mit viel Engagement und einem offenen Ohr für die Anliegen der Betriebe und Berufsgemeinschaften war er ein vertrauter Ansprechpartner. Mit Oktober übernimmt Alex Lintner die Betreuung der Berufsgruppe und damit Walters bisherige Aufgaben. Seit Mitte 2026 ist Alex Teil des lvh-Teams. Zum Abschied bleibt vor allem eines zu sagen: Danke, Walter – für deinen Einsatz und die gemeinsame Zeit! Die Berufsgruppe Gebäudetechnik, mit allen Berufsgemeinschaften und das gesamte lvh-Team wünschen ihm für das, was jetzt kommt, nur das Beste – und natürlich einen wohlverdienten (Un-)Ruhestand.
Walter Soligo sagt servus... © Armin Huber
...Alex Lintner übernimmt. © lvh.apa
35 10|2026
Gründächer: Die Zukunft entsteht am Dach Ein Gründach ist eine nachhaltige Aufwertung für das Gebäude und bietet neue Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus trägt das begrünte Dach zur Energieeffizienz bei, somit werden Heiz- und Kühlkosten eingespart. Langlebige und zukunftsorientierte Gebäude! Jede Gründachfläche ist ein Regenwasserpuffer, der große Niederschlagsmengen aufnimmt, speichert und über Verdunstung an die Atmosphäre zurückgibt. Pflanzen auf dem Dach wirken als Feinstaubfilter und tragen zur natürlichen Klimaregulierung bei.
Beratung und Produkte für:
Extensive Gründächer Intensive Gründächer Photovoltaik-Gründacher Retentionsdächer manufakt
Vertriebspartner
Gerhard Herbst Technischer Leiter
+39 340 17 00 125 +39 0471 098 862 green@tophaus.com
BRANCHEN
Elektrohandwerk im Wandel
Beim Löten zählt jeder Handgriff
ELEKTROTECHNIKER/INNEN: Energie, Mobilität, Ausbildung: Beim DACHSL-Treffen in Krems ging es um Themen, die das Elektrohandwerk über Grenzen hinweg bewegen. Mit dabei war lvh-Präsident Martin Haller.
36 10|2026
Vertreter/innen der deutschsprachigen Partnerverbände aus Südtirol, Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz kamen kürzlich in Krems an der Donau zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Betriebe. Diskutiert wurden insbesondere die europäische Energiepolitik, die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie sowie Fragen rund um Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Elektromobilität. Auch ein gemeinsamer Ausbildungsrahmen für Elektrotechniker/innen und damit stärker abgestimmte Kompetenzen waren Thema. Darüber hinaus tauschten sich die Verbände über konkrete Herausforderungen im Betriebsalltag aus – von der Zusammenarbeit zwischen Planenden, Installateurinnen und Installateuren bis hin zu einer verlässlicheren Baustellenplanung. Das Treffen zeigte: Viele Herausforderungen machen nicht an Grenzen halt. Umso wichtiger ist der Austausch, um Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Lösungen voranzubringen.
Das DACHSL-Treffen brachte Elektrotechniker/innen aus den deutschsprachigen Ländern zusammen © lvh.apa
Löten will gelernt sein. Genau darum ging es für die Teilnehmenden der Löterprüfung an der Landesberufsschule Bozen. © Heidi Röhler
KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN: Eine fachgerechte Lötverbindung verzeiht keine Ungenauigkeit. Acht angehende Kälte- und Klimatechniker/innen trainierten deshalb für ihre Zertifizierungsprüfung. Dabei zeigte sich schnell: Wissen allein reicht nicht. An der Landesberufsschule Bozen drehte sich kürzlich alles um die Löterprüfung nach EN 13585 und EN ISO 14276-1. Im Fachkurs wurden die angehenden Fachkräfte gezielt auf die bevorstehende Zertifizierung vorbereitet. Neben den physikalischen Grundlagen des Lötvorgangs stand vor allem die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Das Gelernte konnte dabei vertieft und direkt umgesetzt werden. Denn in der Kälte- und Klimatechnik müssen technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und präzises Arbeiten zusammenspielen. Unter den acht angehenden Fachkräften waren auch zwei Frauen – ein erfreuliches Zeichen dafür, dass technische Handwerksberufe längst nicht nur Männersache sind. Der Fachkurs zeigte damit auch, welchen Stellenwert praxisnahe Aus- und Weiterbildung in einem spezialisierten Handwerk hat. Sie sichert Fachwissen und hohe Qualitätsstandards gleichermaßen. Denn bei der Zertifizierung zählt nicht nur, was man weiß – sondern auch, wie sicher jeder Handgriff sitzt.
BRANCHEN
Wenn ein ganzes Tal seine Kunst zeigt KUNSTHANDWERK: Die 32. UNIKA-Kunstmesse bekam heuer einen neuen Rahmen – und zeigte, was möglich wird, wenn ein Tal seine kreativen Kräfte bündelt. Vom 10. bis 13. September präsentierten 29 Mitglieder der Künstlervereinigung UNIKA im Tenniscenter Runggaditsch ihre neuesten Arbeiten – generations- und stilübergreifend. Neu war die Einbettung in das erste art festiVal Gardena „Enes dl’ert“, das vom 7. bis 20. September die kreative Vielfalt und die 400-jährige Holzschnitztradition Grödens auf einer gemeinsamen Bühne sichtbar machte. „Die Künstlervereinigung ist auch nach über 30 Jahren noch kraftvoll und lebendig. Immer wieder entsteht Neues aus der Verbindung von Tradition und Zukunft“, betonte Filip Piccolruaz, Obmann der Berufsgruppe Kunsthandwerk im lvh.
Am Podiumsgespräch nahmen UNIKA-Präsident Matthias Kostner, lvh-Vize präsident Hannes Mussak, Landesrat Daniel Alfreider, der Bürgermeister von St. Christina, Christoph Senoner und Filip Piccolruaz, Obmann der Berufsgruppe Kunsthandwerk im lvh teil. Ilke Kostner moderierte. © matthaeusKOSTNER
Vier Länder, dieselben Fragen: Was das Tischlerhandwerk über Grenzen bewegt TISCHLER/INNEN: Was beschäftigt Tischlerbetriebe über Ländergrenzen hinweg? Das zeigte sich bei der Vierländertagung in Reschen: Kürzlich trafen sich Vertreter/innen des Tischler- und Schreinerhandwerks aus Südtirol, Österreich, Deutschland und der Schweiz zur Vierländertagung im Aktiv Hotel Edelweiss
in Reschen. Eingeladen hatte die Berufsgemeinschaft der Tischler/innen im lvh unter Obmann Michael Gruber. Diskutiert wurden die aktuelle Wirtschaftslage sowie europäische Vorgaben wie die Entwaldungsverordnung EUDR, der Digitale Produktpass, die neue Bauproduktenverordnung und die EU-Verpackungsverordnung. Auch nachhaltiges Bauen, Wiederverwendung und Fenstersanierung spielten eine Rolle. Der zweite Tag rückte Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in den Fokus. Die Teilnehmenden verglichen Lehrlings- und Meisterausbildung sowie unterschiedliche Modelle der Berufsbildung. Daneben ging es um Kollektiv- und Gesamtarbeitsverträge, grenzüberschreitenden Expertenaustausch und gemeinsame Ansätze bei der Lehrlingsgewinnung. Auch künstliche Intelligenz war Thema – mit ihren Chancen und Risiken für das Tischlerhandwerk. Der Austausch zeigte dabei, wie ähnlich viele Herausforderungen über Ländergrenzen hinweg sind.
Teilnehmende aus vier Ländern tauschten sich in Reschen über das Tischlerhandwerk aus © lvh.apa manufakt
37 10|2026
BRANCHEN
Richtig kennzeichnen, sicher auf den Markt: Was Textilbetriebe jetzt wissen müssen TEXTIL UND LEDER: Beim Textil-Event am 23. Oktober erfahren Betriebe, worauf es bei Einstufung und Kennzeichnung ankommt – und welche weiteren Themen die Branche beschäftigen. Am Freitag, 23. Oktober 2026, um 19 Uhr lädt die Berufsgruppe Textil und Leder im lvh zum Textil-Event ins Forst Season in der Messe Bozen. In diesem Rahmen finden auch die Jahresversammlungen der einzelnen Berufsgemeinschaften der Berufsgruppe Textil und Leder im lvh statt. Unter dem Motto „Sicher auf dem Markt!“ referieren Lukas Pichler und Ilaria Tignalia von der Handelskammer Bozen
38
über Produkteinstufung und Kennzeichnung. Im Mittelpunkt steht die Frage, worauf Betriebe achten müssen, damit ihre Produkte korrekt gekennzeichnet auf den Markt kommen. Ein weiterer Programmpunkt widmet sich der Finanzierung: GARFIDI, die Garantiegenossenschaft Südtirols, stellt ihre Kreditgarantien und Möglichkeiten für Unternehmen vor. Das Textil-Event verbindet damit Fachinformation, Jahresversammlung und Austausch – und bietet den Betrieben Gelegenheit, sich über aktuelle Fragen ihrer Branche zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Weitere Informationen zum Textil-Event unter folgender E-Mail: textil@lvh.it.
Mehr als perfekte Passform: Maßgeschneidert zum Wohlfühlen
10|2026
MASSSCHNEIDER/INNEN: Der dritte Teil der Imagekampagne der Berufsgemeinschaft zeigt: Maßarbeit kann mehr als gut sitzen. Doch was hat sie mit Wohlbefinden zu tun?
Im Maßatelier stehen nicht zuerst Stoff, Schnitt und Maßband im Mittelpunkt, sondern die Menschen: Was passt zu mir? Worin fühle ich mich wohl? Was unterstreicht meine Persönlichkeit? Genau diesen persönlichen Zugang rückt die Kampagne in den Fokus. Denn ein Besuch im Maßatelier ist mehr als der Weg zu einem neuen Kleidungsstück. Stoffe auswählen, Möglichkeiten ausprobieren und sich beraten lassen – daraus kann auch ein bewusster Moment für sich selbst werden. Passende Schnitte, angenehme Materialien und eine individuelle Gestaltung sorgen dafür, dass Kleidung nicht nur sitzt, sondern sich auch gut anfühlt. „Maßarbeit bedeutet für uns weit mehr als die Anfertigung eines Kleidungsstücks. Wir nehmen uns Zeit und möchten herausfinden, worin sich ein Mensch wirklich wohlfühlt. Wenn sich die Kundin oder der Kunde am Ende im Kleidungsstück wiederfindet, dann ist das für uns Maßarbeit“, betont Melanie Trafojer, Obfrau der Maßschneiderinnen und Maßschneider im lvh. Ein Moment für mich. Kleidung, die bleibt.
Melanie Trafojer legt Wert auf die persönliche Beratung © VideoMetrixs
BRANCHEN
Lebensmittel länger nutzen: Wie Forschung Qualität sichert und Verschwendung vermeidet NAHRUNGSMITTEL: Wie bleiben Lebensmittel länger hochwertig – und wie lässt sich vermeiden, dass sie im Abfall landen? Zwei aktuelle Initiativen zeigen, woran Südtirol arbeitet. Bei der jüngsten Sitzung des Fachbeirats für Lebensmitteltechnologie am Versuchszentrum Laimburg standen aktuelle Forschungsprojekte im Mittelpunkt. Für das Metzgerhandwerk besonders relevant ist ein Projekt zu vakuumverpacktem Speck. Generell forscht die Laimburg an neuen Methoden für Qualität, Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln. Auch Lebensmittelverschwendung rückt stärker in den Fokus. Eine neue Südtiroler Kampagne soll für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren und zeigen, wie vermeintliche Abfälle besser genutzt werden können. Der lvh bringt sich als Partner der Initiative aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Kürzlich wurde die Kampagne bei einer Pressekonferenz mit Show-Cooking an der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach offiziell vorgestellt.
Der Lebensmittelverschwendung gilt es entgegenzuwirken und das bringt Vorteile für alle © lvh.apa
39 10|2026
Wir suchen
DICH! Verwaltungsmitarbeiter für Datenverwaltung und -verarbeitung (w/m)
Bozen
manufakt
Vollzeit
BRANCHEN
Das Zentrum muss erreichbar bleiben TRANSPORTEURINNEN / TRANSPORTEURE: Meran will sein Zentrum weiter verkehrsberuhigen. Doch Geschäfte und Betriebe müssen auch künftig beliefert werden. Stadt und Transportbranche suchen deshalb nach Lösungen – und dabei geht es nicht nur um Lieferzeiten.
40 10|2026
Weitere Fußgängerzonen, Durchfahrtssperren und neue Verkehrsregelungen verändern auch den Lieferverkehr in Meran. Über Lösungen für eine zuverlässige Versorgung des Zentrums tauschten sich Vertreter/innen der Stadt mit der Berufsgemeinschaft der Transporteurinnen und Transporteure im lvh aus. Diskutiert wurde unter anderem ein Umschlagplatz außerhalb des Zentrums, von dem aus Waren weiterverteilt werden könnten. Wirtschaftsreferentin Barbara Hölzl brachte zudem eine Verlängerung der zulässigen Ausfahrtszeit um 30 Minuten ins Gespräch. „Eine verkehrsberuhigte Innenstadt und ein funktionierender Lieferverkehr müssen kein Widerspruch sein. Wichtig ist, die praktischen Abläufe der Betriebe im Blick zu behalten“, betont Alexander Öhler, Obmann der Berufsgemeinschaft. Handlungsbedarf gibt es auch bei den Lade- und Lieferzonen, die laut Branche immer wieder von Privatfahrzeugen blockiert werden. Die Stadt will bestehende Flächen überprüfen und neue Standorte planen. Die anstehenden Bauprojekte und der Küchelbergtunnel fließen zudem in die gemeinsame Suche nach praktikablen Lösungen für den Lieferverkehr ein.
Wo braucht Transport mehr Platz? TRANSPORTEURINNEN / TRANSPORTEURE: Wie viel Fläche brauchen Transportunternehmen heute – und wie viel in Zukunft? Die Berufsgemeinschaft der Transporteurinnen und Transporteure im lvh will genau das herausfinden und ruft ihre Mitgliedsbetriebe zur Teilnahme an einer aktuellen Umfrage auf. Im Mittelpunkt steht der Bedarf an Betriebs-, Lager-, Park-, Umschlags- und Freiflächen. Erfasst werden sollen sowohl die aktuelle Situation als auch künftige Anforderungen der Unternehmen – etwa bei einer Erweiterung des bestehenden Standortes, einer Neuansiedlung oder dem Bedarf an zusätzlichen Logistikflächen. Die Ergebnisse sollen den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt werden und dazu beitragen, die Bedürfnisse der Branche bei der künftigen Planung von Gewerbeflächen und Infrastruktur in Bozen stärker zu berücksichtigen. Ziel sind ausreichend verfügbare, gut erreichbare und zukunftsfähige Standorte für die Betriebe. Transportunternehmen sind deshalb aufgerufen, ihren konkreten Flächenbedarf mitzuteilen und an der Umfrage teilzunehmen.
Hier geht’s zur Umfrage!
Tauschten sich über die Zukunft des Transportverkehrs in Meran aus: René Rinner (Gemeinde Meran), Martin Verdorfer (Gemeinde Meran), Katharina Zeller (Bürgermeisterin Meran), Barbara Hölzl (Wirtschaftsreferentin Gemeinde Meran), Alexander Öhler (Obmann der Transporteurinnen und Transporteure im lvh) und Magdalena Hofer (lvh.apa) © lvh.apa
BEZIRKE
Beim „Sarner Kirchte“ gehört das Handwerk einfach dazu BEZIRK BOZEN LAND: Wenn im Sarntal der „Sarnar Kirchte“ gefeiert wird, kommt das ganze Tal zusammen. Auch die lvh-Ortsgruppe Sarntal war wieder mit dabei. Kürzlich stand Sarnthein ganz im Zeichen des traditionellen Sarner Kirchtags. Festumzug, Musik und der traditionelle Markt am Montag gehören zum festen Programm des mehrtägigen Volksfestes.
Auch die Ortsgruppe Sarntal des lvh beteiligte sich wieder am „Sarnar Kirchte“. Damit nutzten die Handwerker/innen die Gelegenheit, beim traditionellen Treffpunkt des Tales präsent zu sein. Denn Handwerk und Dorfleben gehören im Sarntal eng zusammen. Die örtlichen Betriebe sind Teil des wirtschaftlichen Lebens und zugleich fest in der Gemeinschaft und ihren Traditionen verankert. Gerade ein Fest wie der „Sarnar Kirchte“ bietet deshalb einen passenden Rahmen, um diese Nähe zu zeigen. Für die lvh-Ortsgruppe war die Teilnahme somit selbstverständlich: Wo das Sarntal zusammenkommt, darf auch das Handwerk nicht fehlen.
Waren standesgemäß beim „Sarner Kirchte“ vertreten: Die Handwerker/innen der lvh-Ortsgruppe Sarntal © lvh-OG Sarntal
Zwei Feste, viele helfende Hände – Zeit, Danke zu sagen BEZIRK UNTERLAND: Zwei große Veranstaltungen, viele helfende Hände – und ein Dankeschön, das nicht fehlen durfte. Die lvh-Bezirksgruppe Unterland lud deshalb all jene ein, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen beigetragen hatten. Ob beim Unterlandler Handwerkerfest 2025 oder beim Jahrestreffen der Generation Handwerk+ Ende Mai in Tramin: Hinter beiden Veranstaltungen standen zahlreiche Helferinnen und Helfer. Als Dank für ihren Einsatz organisierte die lvh-Bezirksgruppe Unterland vor Kurzem ein gemeinsames Helferessen. Vom Treffpunkt in Truden ging es zur Forsthütte Hirschlock. Dort standen nicht Organisation und Programm im Mittelpunkt, sondern das gemütliche Beisammensein und vor allem eines: Danke sagen. Denn wo viele Hände gemeinsam anpacken, entstehen nicht nur gelungene Veranstaltungen, sondern auch Gemeinschaft. manufakt
Die Bezirksgruppe Unterland bedankte sich bei den vielen Helfer/innen für die tatkräftige Unterstützung mit einem Essen © lvh.apa
41 10|2026
Ran ans Handwerk! „SkillsDay“ in Sterzing: Selbst anpacken und entdecken Die Mittelschule Sterzing wurde kürzlich zur Bühne für das Handwerk. Zahlreiche Betriebe aus dem Wipptal hatten zum „SkillsDay“ geladen und brachten ihre Berufe direkt zu den Schülerinnen und Schülern. Die Garage Europa nahm die Jugendlichen mit in die Welt der Kfz-Mechatronik und Karosserietechnik, bei der Mader GmbH drehte sich alles um Gebäudetechnik. Die
42 10|2026
Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen von Holzbau Brugger machten erlebbar, was mit handwerklichem Können aus Holz entstehen kann. Mit Plank Bau lernten die Jugendlichen die Arbeit der Baumeister/innen und Maurer/innen kennen, die Tischlerei Brunner begeisterte mit kreativen Holzarbeiten. Elektro Mair Peter gab Einblicke in die Elektrotechnik, die Metzgerei Loasner machte das Lebensmittelhandwerk greifbar und das Tiefbau-Unternehmen Manuel Gschnitzer zeigte wie Erdbewegungsarbeiten durchgeführt werden. Wie groß die berufliche Bandbreite darüber hinaus ist, zeigten die Spenglerei Stampfer, das Kosmetikstudio LiVa Kosmetik, die Hairboutique OHG und die Instrumentenwerkstatt Steve. Ein großes Dankeschön an alle Betriebe und Handwerker/ innen fürs Mitmachen und Begeistern!
Praktischer Einblick in die Kfz-Branche © lvh.apa
Der Holzbau ist oft wie ein Puzzle © lvh.apa
Die Gebäudetechnik verlangt volle Konzentration © lvh.apa
HANDWERK & GESELLSCHAFT
Bei den Maurer/innen heißt es Stein auf Stein © lvh.apa
Beim Tischlerhandwerk geht es um Präzision © lvh.apa
Auch das Metzgerhandwerk war vertreten © lvh.apa
43 10|2026
Die Elektrotechnik: Filigrane Arbeit © lvh.apa
Genauigkeit ist beim Tiefbau gefragt © lvh.apa manufakt
iere: Prem fakt manu ST für E TE D R I V ahrzeuge f Nutz
Werkzeug auf vier Rädern Transporter sind Werkstatt, Lager und Arbeitsplatz auf vier Rädern. Unser DRIVE TEST stellt aktuelle Nutzfahrzeuge mit Diesel- und Elektroantrieb vor und zeigt, was im Südtiroler Handwerksalltag wirklich zählt.
44 10|2026
Morgens Werkzeug und Material einladen, zur Baustelle fahren, zwischendurch zum Kunden, am Nachmittag noch schnell zum Lieferanten und am Abend zurück in den Betrieb: Für viele Handwerker gehört das Nutzfahrzeug zu den wichtigsten Arbeitsmitteln überhaupt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. Es muss vor allem eines: zuverlässig seine Arbeit erledigen. Doch gerade beim nächsten Fahrzeugkauf stellt sich immer häufiger eine grundsätzliche Frage: Diesel oder Elektro?
Diesel dominiert, Elektro gewinnt Noch vor wenigen Jahren stellte sich diese Frage beim Kauf eines Nutzfahrzeugs kaum. Heute sieht das anders aus. Zwar bleibt der Diesel mit Abstand der dominierende
Antrieb: Im ersten Halbjahr 2026 waren 79,1 Prozent der neu zugelassenen Transporter in der Europäischen Union Dieselmodelle. Gleichzeitig gewinnen elektrische Antriebe deutlich an Bedeutung. Elektrisch aufladbare Transporter erreichten bereits einen Marktanteil von 13,2 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,5 Prozent. Ihre Neuzulassungen stiegen innerhalb eines Jahres um mehr als 40 Prozent. In Südtirol zeigt sich allerdings, dass der Umstieg bei leichten Nutzfahrzeugen bislang langsamer voranschreitet. Bei den leichten Lkw bis 3,5 Tonnen lag der Anteil der Elektrofahrzeuge 2024 noch unter zehn Prozent. Gleichzeitig nahmen die Diesel-Neuzulassungen zuletzt sogar wieder zu. Laut Klimaplan-Monitoring von Eurac Research war dieser Zuwachs ausschließlich auf den leichten Warentransport zurückzuführen. Gerade in einem für viele Handwerksbetriebe wichtigen Fahrzeugsegment spielt der Verbrennungsmotor damit weiterhin eine zentrale Rolle.
Südtirol baut das Ladenetz aus Gleichzeitig verbessern sich die Voraussetzungen für Elektromobilität. Die Landesinitiative „Green Mobility“ der STA – Südtiroler Transportstrukturen hat gemeinsam mit lokalen Energieversorgern den Boden bereitet und ein Grundnetz mit Ladeinfrastruktur errichet. Heute gibt es bereits 1000 Ladepunkte in Südtirol. Das Ziel: Bis Ende 2026 soll jede der 116 Gemeinden über mindestens eine öffentliche Ladestation verfügen. Für Handwerksbetriebe dürfte allerdings vor allem das Laden dort interessant sein, wo der Transporter über Nacht steht. Das kann direkt am Betrieb sein – im Idealfall mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage.
Diesel oder Elektro? 79,1 % Diesel
Südtirol: Diesel weiterhin dominant
So hoch war der Anteil von Dieselmodellen an den neu zugelassenen Transportern in der EU im ersten Halbjahr 2026. Der Diesel bleibt damit im Nutzfahrzeugbereich klar führend.
Bei Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen lag der Elektroanteil 2024 noch unter zehn Prozent. Gerade im gewerblichen Güterverkehr spielt der Diesel weiterhin eine zentrale Rolle.
1000 öffentliche Ladepunkte 13,2 % elektrisch aufladbar Elektrotransporter gewinnen deutlich an Bedeutung. Ihr Marktanteil stieg im ersten Halbjahr 2026 von 9,5 auf 13,2 Prozent. Die Zahl der Neuzulassungen legte gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 Prozent zu.
Südtirol baut seine Ladeinfrastruktur weiter aus. Ziel des Landes ist es, neben den bereits installierten 1000 öffentlichen Ladepunkten, bis Ende 2026 in jeder der 116 Gemeinden zumindest eine öffentliche Lademöglichkeit anzubieten.
Seiten mit Werbebotschaften | THEMEN IN BEWEGUNG
Was passt zu welchem Betrieb? Diesel kann seine Stärken ausspielen, wenn … > täglich lange Strecken zurückgelegt werden; > schwere Lasten oder Anhänger bewegt werden; > das Fahrzeug ohne längere Ladepausen verfügbar sein muss. Sechs Nutzfahrzeuge durch Südtirols Straßen erlebt und getestet © Natalie Hafner
Umstieg vom Land und Staat gefördert Auch finanziell unterstützt das Land den Umstieg: Für betriebliche Ladestationen werden 70 Prozent der anerkannten Kosten bis maximal 1000 Euro gefördert. Doch nicht jedes Firmenfahrzeug steht über Nacht am Betrieb. Nimmt ein Mitarbeiter den Transporter mit nach Hause, kann eine private Wallbox am Wohnhaus oder im Kondominium eine zusätzliche Lademöglichkeit schaffen. Auch hier gibt es Unterstützung nicht nur vom Land sondern auch vom Staat: Der Staat fördert aktuell die Installation privater Ladesäulen für Privatpersonen und Kondominien mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Smarte Abrechnungssysteme könnten dabei helfen, den für das Firmenfahrzeug verbrauchten Strom zu erfassen und dem Betrieb zuzuordnen. Gefördert wird auch das Fahrzeug selbst: Für rein batterieelektrische Fahrzeuge sieht das Land einen Beitrag von 2000 Euro vor. Die Ladeinfrastruktur wächst damit nicht nur entlang der Straßen, sondern zunehmend auch dort, wo die Fahrzeuge über Nacht stehen. Gerade für Betriebe mit planbaren Tagesstrecken kann das den Elektrotransporter im Alltag interessanter machen. Aber ist er deshalb automatisch die bessere Wahl?
Auf den Betrieb kommt es an Gerade hier gibt es keine pauschale Antwort. Ein Servicetechniker hat andere Anforderungen als ein Bauunternehmen. Während für den einen ein Elektrotransporter gut in den Arbeitsalltag passen kann, bleiben für den anderen Reichweite, schnelle Betankung, Anhängelast und Nutzlast entscheidend. Die Frage lautet deshalb: Welcher Antrieb passt zum eigenen Betrieb? manufakt
Elektro kann besonders interessant sein, wenn … > überwiegend planbare Tagesstrecken gefahren werden; > am Betrieb oder über Nacht geladen werden kann; > viel im Stadt- und Nahverkehr gefahren wird; > eigener Photovoltaikstrom zur Verfügung steht.
45 10|2026
Entscheidend ist nicht der Antrieb allein, sondern das Einsatzprofil des Betriebes.
Transporter unter der Handwerker-Lupe Auf den folgenden Seiten nehmen Handwerkerinnen und Handwerker sechs aktuelle Nutzfahrzeuge unter die Lupe: den Fiat E-Scudo mit Gärtner-Aufbau, den Fiat E-Ducato, den Kia PV5 Cargo, den Volkswagen ID. Buzz Cargo, den Renault Master und den Mercedes eVito. Eine Rangliste gibt es bewusst nicht, denn Fahrzeuge, Gewerke und Einsatzgebiete sind zu unterschiedlich. Beim Transporter ist es wie beim Werkzeug: Entscheidend ist, das richtige für die eigene Aufgabe zu finden.
Danke fürs Mitmachen Möglich gemacht haben den ersten DRIVE TEST von manufakt die Autohäuser Gasser GmbH, K-Motor, Auto Brenner und Autoindustriale mit der Bereitstellung der Fahrzeuge sowie die lvh-Funktionäre Thomas Oberkofler, Christian Gross, Tobias Pernstich, Christian Resch und Melanie Kircher als Tester. Für die professionelle fotografische Begleitung sorgte Natalie Hafner. Quellen: ACEA, Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen EU, 1. Halbjahr 2026; Eurac Research, Klimaplan-Monitoring Südtirol; Land Südtirol/ Green Mobility.
THEMEN IN BEWEGUNG | Seiten mit Werbebotschaften
Fiat E-Scudo: Elektrisch für Blumen und Pflanzen GASSER FIAT PROFESSIONAL, BOZEN UND BRUNECK: Rund um den Gärtnereibetrieb Kircher in Oberau testete Juniorchefin Melanie Kircher den Fiat E-Scudo beim Fahren, Manövrieren, Beladen und an der Ladesäule. Gestartet wurde direkt bei der Gärtnerei Kircher in unmittelbarer Nähe des Friedhofs in Oberau-Bozen. Dort konnte Melanie Kircher den E-Scudo beim Fahren und Manövrieren kennenlernen. Gerade im Gärtnereialltag mit vielen kurzen Wegen und häufigem Be- und Entladen zählen Wendigkeit und ein praktisch nutzbarer Laderaum.
Blumen brauchen Platz
46 10|2026
Besonders interessant war deshalb der Aufbau. Die getestete Ausführung mit flexibel nutzbarer Ladefläche und beweglichen Gitterelementen bietet Platz für Pflanzen, größere Töpfe, Säcke oder Kisten. Melanie Kircher zeigte sich zufrieden: „Je nachdem, was transportiert werden muss, lässt sich der vorhandene Raum entsprechend gut nutzen.“
Aufbau für Gärtnereien geeignet © Natalie Hafner
136 PS für den Arbeitsalltag Angetrieben wird der E-Scudo von einem Elektromotor mit 100 kW beziehungsweise 136 PS und maximal 270 Nm. Drei Fahrmodi – Eco, Normal und Power – passen die Leistungsabgabe an die jeweilige Situation an. Je nach Ausführung stehen Batterien mit 50 oder 75 kWh zur Verfügung. Mit der größeren Batterie sind nach WLTP bis zu 352 km Reichweite möglich. Doch Reichweite ist nur eine Seite.
Ladeleistung und regenerative Bremsung Für einen Betrieb mit vielen kurzen Fahrten stellt sich ebenso die Frage: Wann wird geladen? Deshalb führte der Test auch an die Ladesäule. Möglich sind Ladeleistungen von 7,4 beziehungsweise 11 kW mit Wechselstrom und bis zu 100 kW beim Schnellladen. Hinzu kommt eine regenerative Bremsung mit drei wählbaren Stufen. Mit rund 1,93 m Fahrzeughöhe bleibt der E-Scudo vergleichsweise kompakt. Digitales Kombiinstrument, 10-Zoll-Infotainmentsystem und verschiedene Assistenzsysteme bringen zudem moderne Technik an den Arbeitsplatz auf vier Rädern.
01 Der Fiat E-Scudo im Praxistest mit Melanie Kircher, Juniorchefin der Gärtnerei Kircher und Patrick Zanvittor von Gasser Fiat Professional 02 Alltagstauglichkeit im Mittelpunkt 03 Fiat E-Scudo, ein verlässliches Arbeitsgerät © Natalie Hafner
KONTAKT GASSER FIAT PROFESSIONAL Bozen Bruneck Belluno www.gassersrl.it
Seiten mit Werbebotschaften | THEMEN IN BEWEGUNG
Kraftprobe am Berg für den Fiat E-Ducato GASSER FIAT PROFESSIONAL, BOZEN UND BRUNECK: Ein großer Elektrotransporter, enge Kurven und eine ordentliche Steigung: Thomas Oberkofler, lvh-Ortsobmann von Jenesien, schickte den Fiat E-Ducato auf eine Strecke, die wie gemacht war für einen Praxistest. Statt gemütlicher Stadtrunde wartete auf den E-Ducato die Bergstraße von St. Georgen hinauf nach Jenesien. Für Thomas Oberkofler von der Tischlerei Oberkofler eine Strecke, die er bestens kennt – und auf der ein Nutzfahrzeug zeigen muss, was es kann.
279 PS gegen die Steigung Mit 205 kW bzw. 279 PS und maximal 410 Nm mangelt es dem E-Ducato nicht an Leistung. Die Kraft des Elektromotors steht unmittelbar zur Verfügung – gerade beim Anfahren und Beschleunigen bergauf ein spürbarer Vorteil. Über die drei Fahrmodi Eco, Normal und Power lässt sich die Leistungsabgabe an den jeweiligen Einsatz anpassen. Was bergauf die Motorleistung erledigt, unterstützt bergab die Rekuperation. Die regenerative Bremsung lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad in vier Stufen einstellen.
Dann kommt das Holz Nach dem Bergtest wartete in der Handwerkerzone Süd in Jenesien die zweite Disziplin. Dort führt Thomas Oberkofler gemeinsam mit seinem 29-
Auf steiler Strecke: Thomas Oberkofler testete den Fiat E-Ducato nach St. Georgen oberhalb von Bozen. © Natalie Hafner
Ladevolumen für eine ganze Küche Holz und Werkzeug wurden ein- und ausgeladen, um Zugänglichkeit und Nutzbarkeit des Laderaums ganz praktisch zu testen. Mit einer Laderaumlänge von 3,70 bis 4,07 m, bis zu 1,87 m Breite und einer Höhe zwischen 1,92 und 2,17 m bietet der E-Ducato reichlich Platz. Zwischen den Radkästen stehen 1,42 m zur Verfügung. Thomas Oberkofler war zufrieden.
01 Mit 279 PS und 410 Nm musste der E-Ducato bei der Bergfahrt zeigen, wie sich der Elektroantrieb schlägt. 02 Praxistest in der Tischlerei: Der große Laderaum wurde unter realistischen Bedingungen getestet. 03 Thomas Oberkofler testet das Aufladen, günstig dank Photovoltaikanlage am Dach. © Natalie Hafner manufakt
47
jährigen Sohn Florian die Tischlerei in dritter Generation. Nun musste der E-Ducato zeigen, was hinter den Vordersitzen steckt.
10|2026
KONTAKT GASSER FIAT PROFESSIONAL Bozen Bruneck Belluno www.gassersrl.it
THEMEN IN BEWEGUNG | Seiten mit Werbebotschaften
Der vollelektrische Kia PV5 Cargo überzeugt KONTAKT KIA K-MOTOR Auto Brenner Group Bozen, Brixen, Bruneck www.k-motor.it
KIA K-MOTOR, BOZEN, BRIXEN UND B RUNECK: Christian Resch, Obmann der Kaminkehrer/innen im lvh, hat für manufakt den Kia PV5 Cargo getestet. Leichte Fahrweise, gute Wendigkeit und viel Platz machen den vollelektrischen Kleintransporter zu einer interessanten Option für Handwerksbetriebe, die auch bei ihrem Nutzfahrzeug über den Umstieg auf Elektromobilität nachdenken.
Nach einer kurzen Einführung am Firmensitz der Kia K-Motor in Bozen nahm Christian Resch am Steuer Platz. Der Kia PV5 Cargo ist ein vollelektrischer Kleintransporter, der kompakte Abmessungen mit einem großzügigen Laderaum verbindet.
Viel Platz auf kompaktem Raum Mit einer Länge von rund 4,70 m bleibt er auch im Stadtverkehr handlich. Gleichzeitig stehen bis zu 4,4 Kubikmeter Ladevolumen und – je nach Ausführung – bis zu 790 kg Zuladung zur Verfügung. Werkzeug, Maschinen und Arbeitsmaterial finden damit ausreichend Platz.
Starke Batterieleistung Je nach Batterieversion sind bis zu 416 km Reichweite nach WLTP möglich. Die stärkere Variante leistet 120 kW beziehungsweise 163 PS und stellt 250 Nm zur Verfügung. An einer geeigneten Schnellladestation lässt sich die Batterie laut Hersteller in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden.
48 10|2026
Von der Stadt hinauf auf die Bergstraße
Der Mehrfachgewinner Kia PV5 Cargo hinterließ bei KaminkehrerObmann Christian Resch einen positiven Eindruck. © Natalie Hafner
01 Einführung des Kia PV5 Cargo am Sitz von Kia K-Motor in Bozen durch Verkäufer Daniel La Recchia 02 Die Steckdose im Laderaum kommt sehr gut an. 03 Gute Kombination aus Ladekapazität, niedriger Ladekante und großzügigem Stauraum © Natalie Hafner
Unsere Teststrecke führte durch den Bozner Tunnelverkehr und anschließend hinauf Richtung Seit. Auf den kurvigen und teilweise steilen Straßen konnte der PV5 Cargo seine Stärken zeigen: Christian Resch zeigte sich besonders von der leichten Fahrweise und der guten Wendigkeit angetan. Auch bergauf überzeugte der Elektroantrieb mit einer gleichmäßigen Leistungsentfaltung.
Seiten mit Werbebotschaften | THEMEN IN BEWEGUNG
Der Volkswagen ID. Buzz Cargo fällt auf AUTO BRENNER, BOZEN, MERAN, BRIXEN UND BRUNECK: 340 PS, elektrischer Allradantrieb und ein unverkennbares Erscheinungsbild. Die Gärtnerin Melanie Kircher aus Bozen testete den Volkswagen ID. Buzz Cargo. Schon nach den ersten Kilometern wird deutlich: Hinter dem außergewöhnlichen Erscheinungsbild des ID. Buzz Cargo steckt ordentlich Leistung. In der getesteten 4MOTION-Variante stehen 250 kW bzw. 340 PS zur Verfügung. Zwei Elektromotoren treiben Vorder- und Hinterachse an und sorgen damit für elektrischen Allradantrieb. Die Batterie verfügt über einen Energieinhalt von 79 kWh.
Raus aus der Stadt, hinauf zur Haselburg Nach der Fahrzeugübergabe ging es für Melanie Kircher, Tochter der Obfrau der Floristinnen und Floristen im lvh, Rosmarie Kircher, zunächst durch Bozen und anschließend hinauf Richtung Haselburg. Eine passende Strecke, um den ID. Buzz Cargo nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch auf einer kurvigen Bergstraße kennenzulernen. Gerade beim Anstieg konnte der Elektroantrieb seine Stärke ausspielen. Die Leistung steht
Volkswagen ID. Buzz Cargo, als modernes Nutzfahrzeug entwickelt © Natalie Hafner
unmittelbar zur Verfügung und der Allradantrieb vermittelt auch in den Kurven ein sicheres Fahrgefühl. Trotz seiner 340 PS steht dabei nicht die Sportlichkeit im Vordergrund. Vielmehr ist es die Kombination aus kräftigem Antrieb und unkomplizierter Fahrweise, die bei Melanie Kircher einen positiven Eindruck hinterließ. Der ID. Buzz Cargo wurde als Nutzfahrzeug entwickelt und bietet hinter den Vordersitzen einen großzügigen Laderaum für Werkzeug, Material oder Waren.
49 10|2026
KONTAKT AUTO BRENNER AG Bozen, Meran, Brixen, Bruneck www.autobrenner.it
01 Andreas Gruber bei der Schlüsselübergabe für die Probefahrt von Melanie Kircher am Sitz von Auto Brenner in Bozen. 02 Ein Blick auf den Fahrerplatz und die Bedienelemente 03 Der ID. Buzz Cargo unterwegs entlang der Eisackuferstraße © Natalie Hafner manufakt
THEMEN IN BEWEGUNG | Seiten mit Werbebotschaften
Renault Master gemacht fürs Handwerk AUTOINDUSTRIALE, BOZEN, BRUNECK, TRIENT: Der Renault Master gehört seit vielen Jahren zu den etablierten Nutzfahrzeugen fürs Handwerk. Wie sich die aktuelle Generation im Arbeitsalltag schlägt, hat Tobias Pernstich, Ortsobmann des lvh von Kaltern und von Beruf Maler, bei einer Testfahrt unter die Lupe genommen. Bereits beim ersten Eindruck zeigt sich der Renault Master modern und funktional. Das überarbeitete Erscheinungsbild verleiht dem Nutzfahrzeug eine markante Optik. Gerade für Handwerksbetriebe, erinnert Tobias Pernstich, spielen jedoch weniger das Design als vielmehr Platzangebot, Funktionalität und Alltagstauglichkeit eine entscheidende Rolle.
Ladevolumen überzeugt
50 Der aktuelle Master setzt auf einen 2,0-l-Blue-dCi10|2026
Dieselmotor, der in vier Leistungsstufen von 105 bis 170 PS angeboten wird. Für die stärkeren Varianten steht auch ein 9-Gang-Automatikgetriebe zur
Nach der Einfühung bei Autoindustriale wird das Nutzfahrzeug beim Farbenlieferanten New Colors auf seine Alltagstauglichkeit geprüft. © Natalie Hafner
Verfügung. Je nach Ausführung bietet der Kastenwagen bis zu 14,8 Kubikmeter Ladevolumen. Eine 1312 mm breite seitliche Schiebetür sowie bis zu 270 Grad öffnende Hecktüren erleichtern das Beund Entladen – wichtige Details gerade im täglichen Einsatz auf Baustellen, bei Kunden und Lieferanten.
Vielseitiges Arbeitsfahrzeug Bei der Testfahrt überzeugten Tobias Pernstich vor allem die gute Übersicht und das für die Fahrzeuggröße angenehme Handling. Das Fahrerhaus ist funktional gestaltet und verbindet zahlreiche Ablagemöglichkeiten mit moderner Technik. Damit präsentiert sich der Renault Master als vielseitiges Arbeitsfahrzeug, bei dem Nutzwert, Fahrkomfort und ein großzügiges Platzangebot im Mittelpunkt stehen.
KONTAKT RENAULT Autoindustriale Mobility Group Bozen, Bruneck, Trient www.autoindustriale.com
01 Probe fürs Ein- und Ausladen bestanden! 02 Zwischenstopp Pillhof, Zeit für einen genaueren Blick auf Fahrzeug und Fahrerplates, erklärt von Fachmann Davide Refatti 03 Wendig auch durch die engeren Gassen von St. Pauls © Natalie Hafner
Seiten mit Werbebotschaften | THEMEN IN BEWEGUNG
Mit dem Mercedes eVito vom Stadtverkehr ins Sarntal AUTOINDUSTRIALE, BOZEN, BRUNECK, TRIENT: Stadtverkehr, Landstraße und hinein ins Sarntal: Christian Gross aus Reinswald, Obmann der Hafner/innen im lvh, testete den vollelektrischen Mercedes eVito auf einer Strecke, die unterschiedliche Seiten eines Nutzfahrzeugs fordert. Für eine/n Hafner/in ist der Transporter täglicher Begleiter. Werkzeug, Maschinen und Materialien müssen zuverlässig zum Kunden gelangen. Entsprechend wichtig sind Platz und Nutzwert. Doch wer viele Kilometer hinter dem Steuer verbringt, achtet ebenso darauf, wie angenehm sich das Arbeitsfahrzeug bewegen lässt.
Leise raus aus der Stadt Unsere Testrunde startete in Bozen und führte zunächst durch Gries. Gerade im Stadtverkehr machte sich der Elektroantrieb sofort bemerkbar. Die Leistung steht vom ersten Meter an unmittelbar zur Verfügung, das Anfahren erfolgt ruhig und nahezu geräuschlos. Für Obmann Christian Gross ein deutlicher Unterschied zum klassischen Verbrenner. Dann änderte sich die Strecke. Aus dem Bozner Stadtverkehr ging es weiter Richtung Sarntal.
Bergstraße statt Stadtverkehr Auf der Sarntaler Straße musste der eVito zeigen, wie er mit Kurven und Steigungen zurechtkommt. Auch hier hinterließ die unkomplizierte Fahrweise bei Christian Gross einen positiven Eindruck. Sein
Handwerker trifft E-Transporter. Christian Gross (r.), Obmann der Hafner/innen im lvh, nahm den Mercedes eVito mit Nutzfahrzeugeexperte Ardit Mustafa unter die Lupe. © Natalie Hafner
Fazit hinter dem Steuer: „Einfach übersichtlich und angenehm zu bewegen.“ Neben dem Fahrgefühl bleibt für das Hafnerhandwerk natürlich der Nutzwert entscheidend. Der Laderaum bietet Platz für Werkzeug, Maschinen und Materialien, die täglich vom Betrieb zur Baustelle oder zum Kunde transportiert werden müssen. Vom Stadtverkehr bis auf die Bergstraße zeigte der eVito damit, wo ein Elektrotransporter seine Stärken ausspielen kann: leises Fahren, direkte Leistungsentfaltung und ein angenehmes Handling – verbunden mit dem Platzangebot eines klassischen Nutzfahrzeugs.
01 Die Testfahrt durch Bozen-Gries zeigte, wie sich ein vollelektrischer Transporter im Straßenverkehr fährt. 02 Südtirol verdient Green Mobility 03 Großzügiger Laderaum für den Berufsalltag © Natalie Hafner manufakt
51 10|2026
KONTAKT MERCEDES Autoindustriale Mobility Group Mercedes Van & Truck Bozen, Bruneck, Trient www.autoindustriale.com
Meilenstein in der Umweltinnovation NOI TECHPARK, BOZEN: Wenn Betriebe landwirtschaftliche Biomasse oder Nebenprodukte an eine Biogas- oder Biomethananlage liefern, müssen Herkunft und Eigenschaften genau dokumentiert werden. Das im NOI Techpark angesiedelte Unternehmen Eco8 hat dafür eine digitale Lösung entwickelt.
52 10|2026
Das Biogas Optitool richtet sich an landwirtschaftliche Biogas- und Biomethananlagen. Es macht sichtbar, welche Biomasse in einer Anlage eingesetzt wird, hilft bei der Organisation der Lieferungen und berechnet die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus. Gemeinsam mit Biogas Wipptal wurde das Tool bereits über zwei Jahre lang getestet. Die Anerkennung durch RINA, eine internationale Zertifizierungsgesellschaft bestätigt nun, dass die Software Anlagenbetreiber dabei unterstützt, gesetzlich vorgeschriebene Nachhaltigkeitsnachweise korrekt und nachvollziehbar zu erstellen. Grundlage dafür sind die Vorgaben der UNI/TS 11567:2024 und des Ministerialdekrets vom 7. August 2024 zur Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Biomasse und zur Ausstellung von Nachhaltigkeitszertifikaten.
Auf dem Weg der Dekarbonisierung „Diese Validierung betrifft das Compliance-Modul unseres Biogas Optitool, also jenen Teil der Software, der die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben unterstützt“, erklärt Laura Brida, CEO und Gründerin von Eco8. „Dank dieser Innovation made in Südtirol können Anlagenbetreiber die erforderlichen Nachweise automatisch und transparent erstellen und Unternehmen Investitionen zum Ausgleich ihrer CO2-Bilanzen planen.“ Das Biogas Optitool wurde als erstes und bisher einziges Software-Tool in Italien für Nachhaltigkeitsnachweise in diesem Sektor anerkannt. © NOI_Marco Parisi
KONTAKT
Ganzheitliche Beratung berücksichtigt die betriebliche und private Finanzsituation © Adobe Stock
Betrieb und private Finanzen im Blick Wer ein Unternehmen führt, investiert viel Zeit, Energie und Kapital in dessen Entwicklung. Gerade in den ersten Jahren stehen betriebliche Themen im Vordergrund, während private Finanzziele, Vorsorge und Absicherung oft zu kurz kommen. Eine ganzheitliche Finanzplanung betrachtet das Gesamtvermögen – betrieblich und privat – und stimmt die beiden Bereiche sinnvoll aufeinander ab. Mit einer klar definierten Anlagestrategie lässt sich langfristig Vermögen aufbauen, während frühzeitige Vorsorgeplanung steuerliche Vorteile nutzt und finanzielle Freiheit im Alter ermöglicht. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Absicherung gegen Risiken, die Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ihre Familien im Falle unerwarteter Ereignisse schützen. Auch Themen wie Unternehmensnachfolge und Erbschaft können vorausschauend geregelt werden. Die ganzheitliche Beratung bei den Raiffeisenkassen unterstützt Unternehmer/-innen dabei, ihre betriebliche und private Finanzsituation zu strukturieren, Prioritäten zu setzen und langfristig gut aufgestellt zu sein. So entsteht eine solide Grundlage für finanzielle Sicherheit und unternehmerische Entscheidungsfreiheit. Werbemitteilung mit Verkaufsabsicht.
NOI Techpark A.-Volta-Straße 13 39100 Bozen www.noi.bz.it
www.raiffeisen.it
Seiten mit Werbebotschaften | IM BLICK
Finanziert nach Auftragsbuch HYPO VORARLBERG LEASING AG, BOZEN: Seit 1991 macht die Hypo Vorarlberg Leasing AG nichts anderes als Leasing. Für Handwerksbetriebe heißt das: Laufzeit, Rate und Restwert richten sich nach der neuen Maschine oder der größeren Werkstatt, nicht nach einem Standardschema. Eine neue Abkantpresse für den Metallbau, eine Abbundanlage für die Zimmerei, die zweite Halle in der Handwerkerzone: Wenn ein Handwerksbetrieb investiert, geht es selten nur um den Preis. Wichtiger ist, ob die Rate auch in einem schwachen Quartal tragbar bleibt, wie lange die Maschine wirklich im Einsatz ist und was am Ende der Laufzeit mit ihr geschieht. Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Hypo Vorarlberg Leasing AG seit 35 Jahren, und zwar ausschließlich. 44 Mitarbeitende am Hauptsitz in Bozen und in der Filiale Como betreuen rund 2000 aktive Verträge in Norditalien. Im Geschäftsjahr 2025 lag das Finanzierungsvolumen bei rund 120 Millionen Euro.
Gerechnet wird am Vorhaben Ein Leasingvertrag lässt sich enger an einen Betrieb anpassen, als viele annehmen. Über den Restwert legt der Betrieb fest, zu welchem Betrag er das Gut am Ende übernimmt. Förderungen gehören in dieselbe Rechnung. Das Sabatini-Gesetz lässt sich ebenso mit Leasing verbinden wie die Hyperabschreibung, über die manufakt in der letzten Ausgabe berichtet hat. „Ein Handwerker weiß genau, was seine Maschine leisten muss. Unsere Aufgabe ist, dass der Vertrag dazu passt: bei der Laufzeit, bei der Rate und bei dem, was nach einigen Jahren kommt“, sagt Christian Fischnaller, Vertriebsdirektor der Hypo Vorarlberg Leasing AG.
Erweiterungen bestehender Immobilien sind ein Spezialgebiet der Hypo Vorarlberg Leasing AG © Hypo Vorarlberg Leasing AG
in einem Zug über Leasing finanzieren. So ein Vertrag begleitet einen Familienbetrieb oft über Jahre – manchmal bis zur nächsten Generation. Umso wichtiger ist, dass er von Anfang an klar aufgesetzt ist. „Wir gehen mit dem Betrieb jede Position durch, bevor unterschrieben wird. Dann versteht den Vertrag auch die nächste Generation“, sagt Fischnaller.
manufakt
10|2026
Die Freigabe kommt aus Bozen Hinter dem Unternehmen steht die Hypo Vorarlberg Bank AG, eine österreichische Landesbank. Über Vorhaben bis 1,5 Millionen Euro entscheidet trotzdem das Team vor Ort. Wer eine größere Anschaffung plant, spricht am besten mit der Leasinggesellschaft, bevor das Angebot des Lieferanten unterschrieben ist. Dann lässt sich die Finanzierung noch nach dem Vorhaben ausrichten und nicht umgekehrt.
KONTAKT
Halle und Maschine aus einer Hand Mobilienleasing beginnt bei 50.000 Euro. Das betrifft Holzbearbeitungszentren, Laser- und Lackieranlagen oder die Kühltechnik einer Metzgerei, also Anschaffungen, die ein Jahresbudget sonst auf einmal belasten würden. Wer Werkstatt und Ausstattung zugleich plant, kann Immobilie und Maschinen
53
Hypo Vorarlberg Leasing AG G.-Galilei-Straße 10 H 39100 Bozen Tel. 0471 060 500
Christian Fischnaller, Vertriebsdirektor: „Ein Handwerker weiß genau, was seine Maschine leisten muss.“ © Hypo Vorarlberg Leasing AG
info@hypovbg.it www.hypoleasing.it
IM BLICK | In Zusammenarbeit mit IDM Südtirol
© IDM Südtirol
MICHAEL STAUDER, VERANTWORTLICHER IM SEKTOR HOLZ BEI IDM
Warum lohnt es sich für einen Südtiroler Holzbetrieb, die Marke Südtirol zu tragen? Die Marke Südtirol steht für Qualität, Regionalität und Vertrauen – Werte, die hervorragend zum Holzsektor passen. Wer die Marke trägt, macht seine Südtiroler Herkunft sichtbar und profitiert von einer starken, etablierten Marke. Gerade wenn Herkunft und Qualität immer wichtiger werden, schafft sie ein klares Differenzierungsmerkmal und stärkt die Positionierung des Unternehmens.
Welche Voraussetzungen muss ein Betrieb erfüllen und wie aufwendig ist der Weg zur Marke?
54 10|2026
Der Weg zur Marke Südtirol ist klar geregelt. Voraussetzung ist, dass der Betrieb bzw. seine Produkte die definierten Qualitäts- und Herkunftskriterien erfüllen. Der Antrag erfolgt strukturiert und wird entsprechend auch von uns Mitarbeitern begleitet.
Herkunft, die sichtbar wird TISCHLEREI TAMMERLE, AFING: Drei Generationen, ein Werkstoff und die Verbundenheit mit Südtirol: Die Tischlerei Tammerle zeigt, was im Handwerk Zukunft bedeutet: Erfahrung weitergeben, Neues zulassen und Verantwortung übernehmen. Mit der Marke Südtirol wird diese Haltung nach außen sichtbar. 1954 legte Jungmeister Alois Tammerle den Grundstein für den Familienbetrieb. Seine Söhne Robert und Walter führten die Tischlerei mit großem Einsatz und Investitionsfreude weiter. Heute bringt mit Emil Tammerle, Jahrgang 1999, die dritte Generation neue Impulse ein. Nach der Matura in Bozen absolvierte er eine Ausbildung im Bereich Innenarchitektur und Design in Rosenheim und sammelte anschließend praktische Erfahrungen beim Architekten Matteo Thun in Mailand. Für Emil Tammerle stehen effiziente Prozesse und neue Technologien im Mittelpunkt. Geblieben sind Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und der schonende Umgang mit Ressourcen.
Stil im Detail, Perfektion in der Ausführung Warum sollten Holzbetriebe gerade jetzt Teil der Markenfamilie Südtirol werden? Herkunft, Qualität und verantwortungsvolles Wirtschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung. Südtiroler Holzbetriebe stehen für regionale Wertschöpfung, Handwerk, Innovation und einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Je mehr Betriebe Teil der Markenfamilie werden, desto stärker wird die gemeinsame Wahrnehmung des Südtiroler Holzsektors – national wie international.
„Es braucht Stil im Detail“, bringt Emil Tammerle seinen Anspruch an gutes Handwerk auf den Punkt. Stimmen Proportionen und Details, entsteht ein Gesamtbild, in dem man sich intuitiv wohlfühlt. Gerade darin liegt für ihn die Stärke des Tischlerhandwerks. Tammerle bietet den kompletten Innenausbau und bleibt bewusst flexibel. Moderne Technik gehört für Emil Tammerle längst zum Handwerk. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und künftig auch Robotik sind für ihn Teil der Zukunft und machen Arbeitsprozesse effizienter.
VORTEILE FÜR HOLZBETRIEBE DURCH DIE SÜDTIROL-MARKE > Starke Positionierung und Sichtbarkeit > Vertrauens- und Imagegewinn > Zugang zu gemeinsamen Marketingund Kommunikationsplattformen > Differenzierung im Wettbewerb > Mitgestaltung des zukünftigen Wirtschaftsprofils Südtirols
Gut Holz! © Adobe Stock
INFO & KONTAKTE IDM Südtirol Brand Management Evelyn Pfeifer Tel. 0471 094 251 brandmanagement@idm-suedtirol.com www.marke-suedtirol.it lvh.apa Abteilung Innovation und neue Märkte Tel. 0471 323 245 / 253 innovation@lvh.it
In Zusammenarbeit mit IDM Südtirol | IM BLICK
© TAMMERLE
EMIL TAMMERLE, JUNIORCHEF DER TISCHLEREI TAMMERLE
Award für den Stuhl M5, aus Borkenkäferholz © TAMMERLE
Statt nur von Nachhaltigkeit spricht der Juniorchef von „bedachtem Handwerk“: Holz soll möglichst ganzheitlich genutzt und sinnvoll verarbeitet werden.
lnnovation aus Borkenkäferholz Ein Beispiel dafür ist heimisches Borkenkäferholz. Daraus entstand unter anderem der von Emil Tammerle entwickelte Stuhl M5, der 2025 auf der Internationalen Handwerksmesse in München mit dem Bundespreis für hervorragende innovative Leistungen im Handwerk ausgezeichnet wurde.
Blick immer nach vorne gerichtet Das Südtiroler Handwerk habe über Jahrzehnte gelernt, immer besser, schneller und effizienter zu werden. Regionale Partner und Lieferanten tragen dazu bei: Man kennt sich, kann sich aufeinander verlassen und profitiert von kurzen Wegen. So wird verständlich, wofür die Marke Südtirol bei der Tischlerei Tammerle steht. Sie macht eine Herkunft sichtbar, die weit über den bereits hervorragenden Ruf Südtirols hinausgeht: das Wissen dreier Generationen, die Verbundenheit mit dem natürlichen Werkstoff Holz, regionale Zusammenarbeit und der Anspruch, sich immer weiterzuentwickeln. Diese Herkunft bildet das Fundament, für das, was als Nächstes kommt.
Neue Wege gehen: Emil Tammerle steht für die dritte Generation im Familienbetrieb. Im Kurzinterview spricht er über das Handwerk und neue Ansprüche. Was hat Ihnen Ihr Studium an der Technischen Hochschule Rosenheim, Fachrichtung Innenarchitektur und Design, für das Handwerk mitgegeben? Einen anderen Blick auf Gestaltung und Prozesse – und den Mut, Bestehendes zu hinterfragen. Gestaltung, Funktion und Herstellung als Ganzes zu denken.
Was braucht die nächste Generation im Tischlerhandwerk? Vor allem Offenheit: für neue Ideen, neue Technologien und neue Wege. Dabei geht es nicht darum, Bewährtes zu ersetzen, sondern es sinnvoll weiterzuentwickeln.
Was erwarten Kunden heute von einem Tischler? Gute Beratung und Orientierung. Bei den vielen Ausführungsmöglichkeiten geht es darum, gut zuzuhören und die richtige Lösung vorzuschlagen, ohne den Kunden mit zu vielen Optionen zu überfordern.
Was ist für Sie die Stärke eines Familienbetriebs? Die Erfahrung der älteren Generation gibt Sicherheit und Gelassenheit. Gleichzeitig müssen neue Ideen Platz haben und Dinge auch einmal anders gedacht werden. Die Stärke liegt im Zusammenspiel von Erfahrung und Entwicklung.
DIE BETRIEBE AUS DER HOLZBRANCHE MIT DER SÜDTIROL-MARKE > Rubner Türen GmbH > Ligna Construc GmbH > Aster GmbH > X Timber AG > Damiani-Holz & Ko AG > Karl Pedross AG > Gruber Tür OHG > Prast OHG > Barth Innenausbau KG > Intura d. M. Spechtenhauser manufakt
> SH GmbH, Südtirol Haus > Pitschl GmbH > Lobis Böden GmbH > Tischlerei Gasser GmbH > Höller GmbH > Tischlerei Leitner Egon GmbH > Rier Holz GmbH > Tischlerei Malfertheiner OHG > Sarner Holz KG > Holzbau Lechner GmbH
> Tischlerei Nagà GmbH > Tischlerei Rauchenbichler KG > Holzius GmbH > Tischlerei Tammerle KG > Erlacher GmbH > Holzbau Brida GmbH > Tischlerei Engl GmbH > Tischlerei Schwienbacher KG > Tischlerei Waldboth OHG > Holzmann GmbH
55 10|2026
IM BLICK | Seiten mit Werbebotschaften
PULS-AIR WERKSTATTUND HALLENHEIZUNG 50 % WENIGER HEIZKOSTEN*
97 % WIRKUNGSGRAD EINFACHE INBETRIEBNAHME GEPRÜFT UND ZUGELASSEN OPTIMALE WÄRMEVERTEILUNG * laut zahlreicher Aussagen unserer Kunden * wir empfehlen bei Bedarf zeitnah zu bestellen, um Lieferverzögerungen zu vermeiden
T Z T JE G
N 56HEIZU RN HE 10|2026
SIC
w w w. p u l s a i r. n e t i n f o @ p u l s a i r. n e t +43 5358 3600
S TA AT S P R E I S AUSGEZEICHNET