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manufakt 05/2026

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manufakt

Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft

Stillstand kostet am meisten

Alex Burger erklärt warum sich Digitalisierung im Betrieb lohnt.

Seite 14

Wenn Handwerk Politik macht

Ein Jahr nach der Wahl: Fazit aus vier Südtiroler Gemeinden.

Seite 38

Neue Lust auf Leistung

lvh-Landesversammlung: Die Zukunft heißt Handwerk.

Seite 42

Liebe Handwerkerinnen, liebe Handwerker,

wer einen Betrieb führt, kennt die Realität hinter vielen Entscheidungen. Man weiß, wie sehr Bürokratie bremsen kann, wie schwierig es ist, geeignete Flächen zu finden, und wie entscheidend schnelle und praxisnahe Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen sind.

Diese Perspektive braucht es auch in den Gemeindestuben.

Ein Jahr nach den Gemeinderatswahlen zeigt sich deutlich: Bürgermeister/innen, sowie Gemeindereferentinnen und -referenten mit handwerklichem Hintergrund bringen nicht nur wirtschaftliches Verständnis mit, sondern vor allem Nähe zur Praxis. Sie wissen, dass politische Entscheidungen nicht abstrakt bleiben, sondern direkte Auswirkungen auf Betriebe, Mitarbeitende und ganze Dorfgemeinschaften haben. Für uns als Verband ist das ein starkes Signal. Handwerk darf nicht nur Gesprächspartner der Politik sein – es muss selbst Teil davon sein. Denn wer selbst täglich Verantwortung trägt, entscheidet oft anders: konkreter, lösungsorientierter und näher an den tatsächlichen

Bedürfnissen der Menschen.

Gerade auf Gemeindeebene zeigt sich, wie viel möglich ist, wenn Praxis und Politik zusammenkommen. Ob es um die Erweiterung von Handwerkerzonen, fairere öffentliche Vergaben oder weniger bürokratische Hürden geht – viele Verbesserungen beginnen direkt vor Ort.

Unser Ziel als lvh bleibt klar: Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, in denen Betriebe wachsen können und junge Menschen Lust auf Selbstständigkeit bekommen.

Dafür braucht es nicht nur starke Unternehmen, sondern auch starke Stimmen in der Politik.

Denn gutes Handwerk braucht nicht nur Können – sondern auch die richtigen Entscheidungen.

Euer Präsident

WENN DIE WELTPOLITIK AN DIE WERKSTATTTÜR KLOPFT

IMMER FÜR SIE DA!

lvh.apa

Wirtschaftsverband

Handwerk und Dienstleister

www.lvh.it

Impressum

manufakt – Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft

Auflage

10.000 Exemplare für 40.000 Leser/innen hgb. und Verwaltung

lvh.apa Bildung & Service Gen. mbH

Mitterweg 7

39100 Bozen

Tel. 0471 323 200 manufakt@lvh.it

Jährliche Abo-Gebühr

55 Euro (Inland)

65 Euro (Ausland)

Leitung:

Dr. Ramona Pranter, MBA

Redaktion: Leslie Wiss (lw)

Maria Vittoria Gambetti (mg)

Verantwortliche Werbung/Sponsoring

Themen in Bewegung, Im Blick:

Dr. Margareth M. Bernard (mb)

Lektorat: Julia Ranigler, MBA

Presserechtlich Verantwortlicher:

Dr. Bernhard Christanell, MA Reg. Tribunal Bozen

Nr. 24 am 11. Mai 1948. ROC 9592

Grafik und Layout: Longo AG

Druck: Athesiadruck GmbH Bozen

Inhalt

08 ZWEI BRANCHEN, EIN ZIEL

Funktionieren nur miteinander: Handwerk und Tourismus.

WIRTSCHAFT & POLITIK

Demonstration: Brenner soll am 30. Mai komplett blockiert werden. NEWS

40 „LEBENSADER LAHMGELEGT!“

FOKUS

10 AUF SICHT DURCH DIE KRISE

Weltpolitik endet nicht an der Werkstatttür – sie beginnt oft genau dort.

BETRIEB

16 SICHERHEIT WIRD GEFÖRDERT

Sicherheit kostet – Nichtstun oft mehr. Jetzt attraktive Förderungen nutzen!

WEITERBILDUNG

18 MEHR WEGE, MEHR ZUKUNFT

Nicht alle müssen studieren – aber alle sollten die Wahl haben.

BRANCHEN & BEZIRKE

HANDWERK MACHT POLITIK: EIN JAHR IM AMT, DAS FAZIT

22 SEIT 1803 UNTER FEUER

In der Dorfschmiede Sarnthein wird Metall und Zukunft geschmiedet.

30 WAS DARF EIN BILD?

Antworten gab es beim Branchentreff.

FRAUEN & JUNGES HANDWERK

36 PRISKA SAGT „JA“!

Die Landesobfrau der Junghandwerker/innen im lvh hat geheiratet.

HANDWERK & GESELLSCHAFT

42 GENERATION ZUKUNFT

Eindrücke von der Landesversammlung des Südtiroler Handwerks.

44 HISTORY COMUNICATION

Die Firmengeschichte schreiben und erzählen. THEMEN IN BEWEGUNG

IM BLICK

46 TRENDS & MÄRKTE

Masterlehrgang 2026/2027, Raiffeisenverband, TopHaus AG.

07 KLARTEXT

Von Walter Pöhl

16 ZUKUNFTSTRENDS und Tipps

20 KURSE

Das Angebot des lvh

41 IM GESPRÄCH MIT...

Michl Ebner

Handelskammer-Präsident

AKTUELLES IM ÜBERBLICK: Was bewegt die Welt des Handwerks und der Dienstleister in Südtirol?

Gemeinsam für ein starkes Handwerk

ZU EINEM KONSTRUKTIVEN AUSTAUSCH TRAF SICH DIE LVH-SPITZE MIT DEM NEUEN PRÄSIDENTEN DES SÜDTIROLER WIRTSCHAFTSRINGES (SWR), LUKAS BRUNNER.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zentrale Zukunftsthemen des Handwerks sowie gemeinsame Herausforderungen für die heimischen Betriebe.

Ein zentrales Thema war die Berufsbildung, die als Schlüssel für Qualität und Zukunft im Handwerk gilt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung einer frühzeitigen Sensibilisierung junger Menschen für handwerkliche Berufe hervorgehoben.

Ebenso intensiv diskutiert wurde der Bürokratieabbau. Einigkeit bestand darin, dass Betriebe spürbar entlastet werden müssen, um ihnen mehr Handlungsspielraum im unternehmerischen Alltag zu ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Generationswechsel in den Betrieben, um geeignete Rahmenbedingungen für Nachfolgelösungen zu schaffen. Das Treffen machte deutlich, dass dort, wo Wirtschaftsverbände an einem Strang ziehen, konkrete Lösungen entstehen können. Der Austausch zwischen dem lvh und SWR bildet dafür eine wichtige Grundlage – mit dem gemeinsamen Ziel, das Handwerk nachhaltig zu stärken.

Unser Post des Monats

@lvh.apa

Mit dieser Aussage hat der Südtiroler ZDF-Moderator Markus Lanz bei der Gesprächsrunde im Südtiroler Landtag einen zentralen Punkt angesprochen.

Während vieles schneller, digitaler und austauschbarer wird, steht das Handwerk für das Gegenteil: für Qualität, für etwas, das man sieht und angreifen kann.

Genau darin liegt seine Stärke – und seine Zukunft.

Danke Markus Lanz für diese anmerkenden Worte für das Südtiroler Handwerk.

www.lvh.it

#handwerksüdtirol #zukunftgestalten

vl.: Lukas Brunner, Martin Haller und Walter Pöhl © lvh.apa

Null Unfälle ist das Ziel

GRUNDSTEINLEGUNG:

NEUES KOMPETENZZENTRUM FÜR ARBEITSSICHERHEIT IN LEIFERS.

Das neue Ausbildungszentrum des Paritätischen Baukomitees soll künftig weit mehr sein als ein Schulungsort. Geplant ist ein moderner Ort für praktische Ausbildung, Innovation und den Austausch von Fachwissen – mit dem klaren Ziel, Arbeitsunfälle auf Baustellen zu vermeiden. „Ein wichtiger Tag – unser Ziel ist ambitioniert: null Arbeitsunfälle“, betonten Präsident Markus Bernard und Vizepräsident Matteo Salvetti. Mit dabei waren unter anderem zudem Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo, Landesrätin Magdalena Amhof sowie die Bürgermeister Claudio Corrarati (Bozen) und Giovanni Seppi (Leifers). Auch sie unterstrichen die Bedeutung des Projekts.

80 Prozent: nicht genug

SÜDTIROL: ERSTMALS 80 PROZENT DER ERWERBSTÄTIGENQUOTE DER 20- BIS 64JÄHRIGEN ERREICHT.

Südtirol hat 2025 erstmals eine Erwerbstätigenquote von 80 Prozent erreicht – ein Meilenstein, aber kein Grund, sich zurückzulehnen.

Bis 2030 soll die Quote auf 83 Prozent steigen. Besonders bei Frauen und jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sieht das Land noch großen Handlungsbedarf. Gerade die Erwerbstätigenquote der Jugendlichen liegt mit 29,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 2006. Auch bei Frauen bleibt Luft nach oben: Trotz Rekordwert von 74,3 Prozent liegt Südtirol noch unter dem angestrebten Ziel.

Die vollständige Ausgabe der aktuellen Arbeitsmarkt-News ist über diesen QR-Code abrufbar:

WALTER PÖHL lvh-Direktor

„Nähe ist heute ein Wettbewerbsvorteil.“

Geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise und unsichere Handelsrouten wirken sich direkt auf unsere Betriebe aus.

Gerade aktuelle Konflikte im Nahen Osten verstärken diese Entwicklung zusätzlich und bremsen Investitionen in ganz Europa.

In einer Zeit globaler Unsicherheiten rückt ein Faktor wieder stärker in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Stabilität: die Nähe.

Kurze Wege, regionale Kreisläufe und lokal verankerte Betriebe gewinnen zunehmend an Bedeutung – auch in Südtirol. Südtirol hat hier einen entscheidenden Vorteil: unsere kleinstrukturierte Wirtschaft.

Mit über 15.000 Handwerksbetrieben und mehr als 45.000 Beschäftigten ist das Handwerk nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Stabilitätsanker für unser Land. Lokale Betriebe sichern Arbeitsplätze, garantieren Versorgung und schaffen Vertrauen – gerade in Krisenzeiten. Das Handwerk ist damit ein zentraler Baustein für eine nachhaltige und krisenfeste Wirtschaft.

Euer Direktor,

v.l.: Matteo Salvetti, Giovanni Seppi, Marco Galateo, Magdalena Amhof, Claudio Corrarati und Markus Bernard bei der Grundsteinlegung © lvh.apa

Wirtschaftsverbände im Schulterschluss

IM RAHMEN EINES WIRTSCHAFTFRÜHSTÜCKS TRAF SICH VOR KURZEM DIE SPITZE DES WIRTSCHAFTSVERBANDES HANDWERK UND DIENSTLEISTER (LVH.APA) MIT VERTRETERN DES HOTELIERS- UND GASTWIRTEVERBANDES (HGV) IM HAUS DES HANDWERKS IN BOZEN.

HGV-Präsident Klaus Berger und Benedikt Werth, Leiter der Verbandsentwicklung, nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit lvh-Präsident Martin Haller, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak und lvh-Direktor Walter Pöhl über gemeinsame Herausforderungen der Südtiroler Wirtschaft. Im Mittelpunkt des Treffens stand die enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Tourismus – zwei Bereiche, die eng miteinander verflochten sind und sich gegenseitig stärken.

Beide Verbände betonten, wie wichtig es ist, weiterhin an einem Strang zu ziehen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern und nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Darüber hinaus wurde die gemeinsame Nachwuchsarbeit hervorgehoben. Durch koordinierte Schulbesuche und Initiativen zur Berufsorientierung wollen lvh und HGV junge Menschen frühzeitig für die vielfältigen Berufsmöglichkeiten begeistern. Ziel ist es, Perspektiven aufzuzeigen und gleichzeitig dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken. Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist die langjährige Beteiligung an den WorldSkills. Hier zeigen beide Verbände, wie leistungsfähig und zukunftsorientiert die Südtiroler Berufsbildung ist.

Aus Grau wird Grün

WETTBEWERB FÜR ENTSIEGELUNG UND BODENAUFWERTUNG 2026 GESTARTET.

Asphalt und Beton versiegeln unsere Böden – mit negativen Folgen für Klima, Natur und Lebensqualität. Ein neuer Wettbewerb im Alpenraum sucht deshalb gelungene Entsiegelungsprojekte, die zeigen, wie versiegelte Flächen wieder zu lebendigen Böden werden. Bis zum 22. Juni 2026 können private Grundstückseigentümer, Gemeinden und Unternehmen ihre Projekte einreichen und Gutscheine im Wert von je 750 Euro gewinnen.

Mehr Informationen unter folgendem QR-Code:

Hier geht’s zum Wettbewerb

Der Austausch machte deutlich: Wenn Wirtschaftsverbände ihre Kräfte bündeln, entstehen konkrete Lösungen für die Praxis.

„ICH VERSUCHE IMMER DAS BESTE FÜR DAS GADERTALER HANDWERK ZU GEBEN.“

Seit über 30 Jahren ist Eduard Zingelere Teil des lvh. Seit 1993 arbeitet er als Buchhalter und bringt seine Erfahrung täglich in die Betreuung der Betriebe im Gadertal ein.

Gemeinsam mit seinem Team im Bezirksbüro Pedraces unterstützt er Handwerkerinnen und Handwerker in allen Fragen rund um Buchhaltung, Verwaltung und betriebliche Themen. Sein Ziel? Die bestmögliche Unterstützung für das lokale Handwerk.

EDUARD ZINGERLE Hauptbuchhalter Bezirksbüro Pedratsches

© Armin Huber

v.l.: Benedikt Werth, Hannes Mussak, Klaus Berger, Martin Haller und Walter Pöhl © lvh.apa

Schon gewusst?

FÖRDERBEITRÄGE FÜR

BETRIEBLICHE INVESTITIONEN / WETTBEWERB 2026: JETZT RANGLISTEN PRÜFEN UND FRISTEN BEACHTEN

Für viele Handwerksbetriebe sind Förderungen ein wichtiger Hebel, um Investitionen umzusetzen. Mit den Beitragsgesuchen 2026 beginnt nun eine entscheidende Phase.

Ab 1. Mai 2026 werden die provisorischen Ranglisten auf der Website der Abteilung Wirtschaftsentwicklung (siehe QR-Code unten) veröffentlicht und sind bis 15. Mai 2026 einsehbar. Betriebe sollten diesen Zeitraum unbedingt nutzen, um ihre Position zu überprüfen.

FRIST FÜR EINWÄNDE

Wer Unstimmigkeiten feststellt, muss rasch reagieren: Einwände können nur bis 15. Mai 2026 mittels PEC an die zuständigen Landesämter übermittelt werden.

Danach werden die Ranglisten endgültig genehmigt (voraussichtlich bis 15. Juni 2026).

INVESTITIONEN ABSICHERN

Förderbeiträge leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung betrieblicher Vorhaben, die Überprüfung der Ranglisten ist ein entscheidender Schritt in der Abwicklung des Beitragsgesuchs.

UNTERSTÜTZUNG DURCH DEN LVH

Gerade im Bereich der Förderungen zeigt sich, wie wichtig eine sorgfältige Abwicklung der Beitragsgesuche ist, nur wenn Fristen und Formalitäten bestmöglich eingehalten werden, können die verfügbaren Ressourcen optimal ausgeschöpft werden.

Die Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen des lvh steht für Fragen gerne zur Verfügung:

Tel.: +39 0471 323 267 - E-Mail: kredit@lvh.it

Hier geht es zu den provisorischen Ranglisten:

WILLKOMMEN IN DER GENERATION H

> Dosser Christian | Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | Lana

> Laimer Philip |

Dachdecker/innen | St. Martin in Passeier

> Sol Montes GmbH | Nahrungsmittel | Altrei

> Klotz Kevin | Baumeister/innen und Maurer/innen | Lana

> Vollgger Christa | Nahrungsmittel | Rasen/Antholz |

> Ruta Shefki | Baumeister/innen und Maurer/innen | Ahrntal

> Huber Media des Huber Armin | Fotografen/Fotografinnen und Filmer/Filmerinnen | Bozen

> Drink Bar SNC di Magliano Daniel & Laratta Teresa | Nahrungsmittel | Bozen

> Moser Gerold | Bodenleger/innen | Nals

> Plattner Lisa | Drucker/innen und Mediengestalter/innen | Auer

> Salla Erjol | Maler/innen und Lackierer/innen | Franzensfeste

> Lungarini Serena | Reinigungsunternehmer/innen | Bozen

> Next2Sun Mounting Systems GmbH | Elektrotechniker/innen | Dillingen/Saar

> Auto Marchegger GmbH | KFZ-Mechatroniker/innen | St. Martin in Passeier

> Pfeifhofer Thomas | Tischler/innen | Lana

> Xheleshi Aleks | Baumeister/innen und Maurer/innen | Sand in Taufers Niederbrunner Dietmar | Körperpflege und Dienstleistungen | Gais

Weil Handwerk nicht nur Beruf, sondern Identität ist. Was ist deine? www.generation.h.net

„Wir fahren auf Sicht“

FÜR DAS HANDWERK SIND GEOPOLITISCHE ENTWICKLUNGEN LÄNGST KEINE ABSTRAKTE GRÖSSE MEHR. SIE SIND TEIL DER TÄGLICHEN ARBEIT GEWORDEN.

Die großen Krisen wirken weit weg. Kriege, Handelskonflikte, geopolitische Spannungen – Schlagzeilen aus anderen Teilen der Welt.

Doch ihre Folgen landen oft direkt vor der Werkstatttür – was auf globaler Ebene entschieden wird, trifft das Südtiroler Handwerk unmittelbar. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret: in Kalkulationen, Aufträgen und täglichen Entscheidungen – im Alltag der Betriebe.

UNSICHERHEIT IST KEIN AUSNAHMEFALL

Die vergangenen Jahre haben eine neue Realität geschaffen. Pandemie, Rivalität zwischen den USA und China, der Krieg in der Ukraine und im Iran.

Die Folgen: instabile Energieversorgung und Engpässe im internationalen Warenverkehr – all das hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert.

„Die durch die geopolitischen Spannungen ausgelösten Energiepreissteigerungen sind eine sehr große Belastung für Handwerksbetriebe“, sagt Christian Mandl, Europa- und Geopolitikexperte.

Was früher kalkulierbar war, ist heute unvorhersehbar.

Energiepreise schwanken, Rohstoffe verteuern sich, Lieferzeiten verlängern sich.

Doch die Unsicherheit wirkt sich nicht nur auf die Kosten, sondern auf das gesamte wirtschaftliche Verhalten aus.

„Die allgemeine Verunsicherung über die Zukunftsperspektiven wirkt nachfragedämpfend“, so Mandl.

Parallel dazu zeigt sich eine tiefere strukturelle Entwicklung: Die Vielzahl globaler Krisen – von geopolitischen Konflikten bis hin zu energiepolitischen Spannungen – hat die wirtschaftliche Unsicherheit dauerhaft erhöht und zu instabileren Rahmenbedingungen geführt.

Doch die eigentliche Veränderung liegt tiefer: Unsicherheit ist nicht mehr Ausnahme, sondern Zustand.

DIE KRISE BEGINNT BEIM KUNDEN

Die Folgen zeigen sich nicht nur auf der Kostenseite. Sie beginnen oft beim Verhalten der Auftraggebenden.

„Die allgemeine Verunsicherung führt zu Investitions- und Kaufzurückhaltung“, erklärt Mandl.

Das trifft besonders Branchen, die stark von privaten und betrieblichen Investitionen abhängig sind – etwa das Bauund Ausbaugewerbe. Projekte werden verschoben, Budgets reduziert, Entscheidungen vertagt.

Fritz Ploner, Obmann der Baugruppe im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa), beschreibt die Lage so: „Unsere Betriebe spüren die Unsicherheit direkt – bei den Preisen, bei den Aufträgen und in der Planung.“

Gerade im Bau zeigt sich dabei eine gefährliche Dynamik: Steigende Material- und Energiekosten treffen auf eine sinkende Investitionsbereitschaft.

Die Folge ist eine doppelte Belastung: steigende Kosten bei gleichzeitig sinkender Planbarkeit.

LIEFERKETTEN UNTER DRUCK

Ein weiterer Bruch zeigt sich in den globalen Lieferketten. Was lange als rein wirtschaftliches System galt, ist heute zunehmend geopolitisch geprägt. Camilla Mariotto vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck spricht von einer „Geopolitisierung der Wertschöpfungsketten“.

Das bedeutet: Handelswege, Rohstoffzugänge und Produktionsnetzwerke folgen nicht mehr nur Effizienz, sondern auch strategischen Interessen.

Zugleich verändern sich die Strukturen dieser Lieferketten grundlegend: Regionalisierung, „De-Risking“ und sicherheitspolitische Überlegungen führen zu fragmentierteren und weniger vorhersehbaren Handelsströmen.

Für kleine und mittlere Betriebe hat das konkrete Folgen. Sie verfügen über weniger Verhandlungsmacht, geringere Lagerkapazitäten und sind stärker von einzelnen Zulieferern abhängig.

„Die zunehmende Volatilität bei Rohstoffen und Transportkosten belastet die Margen und macht Lieferketten instabiler“, so Mariotto.

Störungen wirken schneller – und treffen härter.

EUROPA „IM SANDWICH“

Hinzu kommt eine geopolitische Verschiebung, die Europa selbst betrifft.

„Europa befindet sich in einer Sandwichposition zwischen den USA und China“, sagt Mandl.

Für KMU bedeutet das: neue Unsicherheiten bei Exporten, steigende regulatorische Anforderungen und zunehmende Handelsbarrieren.

Besonders relevant sind dabei nichttarifäre Hürden: Steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Standards und Compliance erschweren den Zugang zu internationalen Märkten zusätzlich.

Rohstoffe werden teurer oder schwerer verfügbar, Lieferketten müssen angepasst werden. Im Extremfall kann das zu Produktionsstillständen oder Engpässen führen.

JEDE FAHRT WIRD TEURER

Besonders sichtbar wird die Entwicklung im Transportsektor.

Hier schlagen geopolitische Veränderungen unmittelbar durch – etwa über Treibstoffpreise, internationale Spannungen oder neue Handelsrouten.

Hansjörg Thaler, Obmann der Berufsgruppe Transport im lvh, sagt: „Unsere Betriebe stehen unter massivem Druck – steigende Kosten treffen auf starre Verträge.“

Das Problem: Viele Preise lassen sich kurzfristig nicht anpassen. Die Mehrkosten bleiben bei den Betrieben.

Gerade kleine Transportunternehmen geraten dadurch unter Druck: steigende Betriebskosten treffen auf geringe Margen und begrenzte Spielräume.

Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Branche. Denn ohne funktionierenden Transport gerät die gesamte Wirtschaft ins Stocken.

Steigende Kosten treffen auf zögernde Auftraggeber/innen –genau diese Mischung macht Projekte heute so schwierig.

NUR NOCH AUF SICHT

Die Konsequenz ist ein grundlegender Wandel in der Unternehmensführung.

„Die volatile geopolitische Lage zwingt zu kurzfristigen Entscheidungen und zu einem Fahren auf Sicht“, sagt Mandl.

Langfristige Planung wird schwieriger. Investitionen werden vorsichtiger getroffen, Risiken neu bewertet. Während große Konzerne eigene Risikoabteilungen haben, müssen kleine Betriebe anders reagieren – schneller, direkter, oft intuitiver.

Mariotto sieht hier eine zentrale Herausforderung: „Es wird zunehmend wichtiger, dass auch kleine und mittlere Unternehmen Zugang zu geopolitischen Analysen erhalten, um besser durch die aktuellen Unsicherheiten navigieren zu können.“

Fritz Ploner © Harald Wisthaler
Christian Mandl © WKÖ

KLEIN SCHLÄGT TRÄGE

Und genau darin liegt auch eine Chance. „Kleine und mittelständische Betriebe haben den Vorteil, dass sie flexibel agieren können“, betont Mandl. Das Handwerk kann schneller reagieren, Prozesse anpassen, neue Geschäftsfelder erschließen.

Gerade die stärkere regionale Ausrichtung vieler Handwerksbetriebe erweist sich dabei als Vorteil: Sie sind weniger abhängig von globalen Märkten und können stärker über Qualität und Service überzeugen.

Zudem entstehen neue Chancen durch die Krise selbst –etwa in den Bereichen Energieeffizienz, Sanierung oder erneuerbare Technologien.

Wenn Treibstoffpreise schwanken, wird das gesamte System instabil –und wir stehen mittendrin.

Hansjörg Thaler

FÖRDERUNGEN VERPUFFEN

Auch auf politischer Ebene entstehen neue Möglichkeiten. Programme zur Förderung von Digitalisierung, Internationalisierung und nachhaltiger Transformation stehen bereit.

Doch laut Mariotto werden diese Chancen nicht immer genutzt. Komplexe Verfahren und hohe bürokratische Anforderungen führen dazu, dass viele Betriebe sich gar nicht erst bewerben.

Hinzu kommt: Vielen kleinen Betrieben fehlen die Ressourcen, um sich intensiv mit Förderinstrumenten oder geopolitischen Entwicklungen auseinanderzusetzen.

Mariotto sieht deshalb besonders Verbände in einer

wichtigen Rolle: „Da KMU in der Regel nicht über eigene Ressourcen in diesem Bereich verfügen, könnten Berufs- und Interessenverbände hier eine wichtige Rolle übernehmen – etwa durch gemeinsame Angebote oder Kooperationen mit externen Expertinnen und Experten.“

Gerade hier könne kollektive Unterstützung helfen, Informationslücken zu schließen und strategische Entscheidungen besser abzusichern.

PLÖTZLICH SYSTEMRELEVANT

Die geopolitischen Krisen verändern nicht nur Märkte. Sie verändern auch die Rolle des Handwerks. Es wird zum stabilisierenden Faktor in einer instabilen Welt. Regional verankert, flexibel, nah an Kundinnen und Kunden – menschlich.

Und gerade deshalb zunehmend relevant.

WEITERMACHEN – ABER ANDERS

Die Welt ist komplexer geworden, unberechenbarer, dynamischer.

Fritz Ploner bringt es aus der Praxis auf den Punkt: „Unsicherheit ist heute Teil des Geschäfts geworden.“

Und Hansjörg Thaler zeigt, wie konkret diese Entwicklung ist: „Kosten steigen, Spielräume schrumpfen – und dennoch muss das System funktionieren.“

Am Ende bleibt eine Erkenntnis, die viele Betriebe teilen: Man arbeitet weiter.

Man entscheidet weiter.

Aber unter anderen Bedingungen.

Oder, wie es Christian Mandl formuliert: „Man fährt auf Sicht.“

Camilla Mariotto © ICER Innsbruck
Hansjörg Thaler © Harald Wisthaler

ERFOLGREICHE UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Mit dem richtigen Know-how in Management, Produktion, Verkauf, Marketing und Organisation zum Erfolg.

Stillstand ist die teuerste Entscheidung

VIELE HANDWERKSBETRIEBE ARBEITEN DIGITAL – UND GLEICHZEITIG ERSTAUNLICH ANALOG. STUNDENZETTEL AUF PAPIER, BAUSTELLENMAPPEN IM AUTO, INFORMATIONEN IN KÖPFEN STATT IN SYSTEMEN. DAS MUSS NICHT SEIN – ES GEHT BESSER.

Papierzettel, Excel-Listen, Insellösungen und das tägliche Improvisieren zwischen Baustelle, Büro, Kundinnen und Kunden: Es funktioniert irgendwie. Aber es kostet Zeit und Geld.

Die BURGER thermo sanitaer aus Welsberg/Taisten hat sich entschieden, dieses „Irgendwie“ nicht länger hinzunehmen.

Der Sanitär- und Thermotechnikbetrieb hat seine zentralen Unternehmensprozesse radikal neu gedacht – nicht mit einer weiteren Software, sondern mit einer neuen Logik.

„Die für uns wichtigsten Prozesse waren seit über 20 Jahren im Unternehmen etabliert. Genau deshalb mussten wir sie hinterfragen“, sagt Geschäftsführer Alex Burger. „Es ging nicht nur darum, analog durch digital zu ersetzen, sondern Prozesse so neu zu gestalten, dass Doppelarbeiten verschwinden und Projektdurchlaufzeiten deutlich kürzer werden.“

Alex Burger © Rotwild
Walter Pöhl © Harald Wisthaler

SCHLUSS MIT INSELLÖSUNGEN

Ausgangspunkt war eine typische Schwachstelle vieler Handwerksbetriebe: gewachsene IT-Landschaften. Unterschiedliche Systeme, Medienbrüche, fehlende Transparenz. Das Strategiepapier spricht selbst von einer „integrierten System- und Prozesslandschaft ohne Inseln“. Statt vieler Einzellösungen sollte ein durchgängiger Wertschöpfungsprozess entstehen – von der Auftragsübernahme bis zur Rechnungslegung.

BURGER thermo sanitaer entschied sich bewusst gegen Standardsoftware von der Stange. „Viele ERP-Systeme sind sehr generalistisch entwickelt, um möglichst viele Branchen abzudecken“, sagt Alex Burger. „Wir sind den umgekehrten Weg gegangen und haben unter Berücksichtigung unserer eigenen Abläufe die BURGER App entwickelt.“

Das klingt nach IT-Projekt, ist aber vor allem Organisationsentwicklung.´Die Baustellenmappe wurde digital.

Die Zeiterfassung ebenso. Pläne, Fotos, Arbeitsberichte, Prüfungen und Protokolle stehen nun allen Mitarbeitenden in Echtzeit zur Verfügung. Wissen ist nicht länger Besitz Einzelner, sondern Teil des Systems.

EFFIZIENZ IST KEIN ZUFALL

Besonders dort, wo früher Reibung Alltag war, zeigt sich der Effekt.

„Die letzten Fertigstellungsarbeiten können heute viel effizienter abgearbeitet werden. Intern sparen wir Kosten – und der Kunde muss nicht mehr Wochen oder Monate warten, bis wirklich alles abgeschlossen ist“, erklärt Alex Burger.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Weniger manuelle Eingaben, digitale Projektmappen und eine bessere Kapazitätsplanung schaffen spürbare Entlastung im Alltag. Prozesse werden schneller, transparenter und verlässlicher – ein Potenzial, das in vielen Betrieben noch unterschätzt wird.

BAUCHGEFÜHL WAR GESTERN

Digitalisierung bedeutet hier nicht nur Tablets auf der Baustelle, sondern bessere Entscheidungen.

Im neu entwickelten „burger-control-room“ laufen die wichtigsten Kennzahlen zusammen – ein Cockpit für Echtzeitüberwachung, Projektcontrolling und Kapazitätssteuerung. Wer früher auf Bauchgefühl angewiesen war, arbeitet heute datenbasiert.

„Unser Anspruch war es, als modernes und zukunftsfähiges Unternehmen weiter zu wachsen“, sagt Alex Burger. „Mit dem burger-control-room haben wir ein echtes Steuerungsinstrument geschaffen. Gleichzeitig haben wir damit die Basis für die zukünftige Integration von künstlicher Intelligenz gelegt.“ Das ist ein entscheidender Punkt: KI beginnt nicht mit Chatbots, sondern mit sauberen Prozessen und belastbaren Daten.

KI BEGINNT NICHT MIT KI

Für Walter Pöhl, Direktor des Wirtschaftsverbands Handwerk und Dienstleister (lvh.apa), ist genau das die zentrale Zukunftsfrage. „Digitalisierung im Handwerk bedeutet nicht, Tradition aufzugeben, sondern Betriebe zukunftsfähig zu machen. Wer Prozesse klar strukturiert, schafft Freiräume für das Wesentliche: Qualität, Kundennähe und unternehmerische Entscheidungen“, unterstreicht Pöhl.

Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen unter enormem Zeit- und Kostendruck. Viele verschieben Digitalisierungsprojekte, weil das Tagesgeschäft lauter ist als jede Strategie. Doch genau darin liegt das Risiko.

„Ein integriertes ERP-System ist kein Luxus, sondern zunehmend eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit“, betont der lvh-Direktor. „Wer heute Transparenz über Kosten, Kapazitäten und Abläufe schafft, sichert morgen seine Marktposition.“

WER NICHTS TUT ZAHLT DRAUF

Die BURGER thermo sanitaer hat bewusst in die Zukunft investiert.

Was auf den ersten Blick wie ein großer Schritt wirkt, ist vor allem eine Entscheidung für Wachstum, Qualität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Die Erfahrung zeigt: Wer seine Abläufe konsequent weiterentwickelt, spart nicht nur Zeit und Kosten – er schafft auch Freiräume für das, was Handwerk stark macht: Qualität, Kundennähe und unternehmerische Zukunft. Digitalisierung lohnt sich.

Nicht irgendwann, sondern jetzt.

16 05|2026

Generationswechsel aktiv gestalten

WIE GELINGT EINE ERFOLGREICHE UNTERNEHMENSNACHFOLGE IM HANDWERK?

DIESER FRAGE GING DIE ABTEILUNG INNOVATION & NEUE MÄRKTE DES LVH GE MEINSAM MIT MITGLIEDSBETRIEBEN BEI EINEM STUDY VISIT IN SALZBURG NACH.

Im Rahmen des Interreg-Projekts SUNrise IT-AT standen Betriebsbesuche bei der Tischlerei Spatzenegger, der Siglmühle sowie der Standortagentur Innovation

Salzburg auf dem Programm. Die zentrale Erkenntnis aus beiden Betrieben: Erfolgreiche Übergaben passieren nicht zufällig – sie werden aktiv gestaltet. Wolfgang Töchterle (Mediamacs Bozen) brachte es auf den Punkt: „Besonders positiv aufgefallen ist mir, wie sehr die Vorgängergeneration jeweils dazu beigetragen hat, den Wechsel zu begleiten und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen hat.“ Für die Teilnehmenden des Study Visit nach Salzburg steht fest: Der Generationswechsel ist eine Herausforderung, aber vor allem eine Chance für die Zukunft des Handwerks.

TIPP

JETZT FÖRDERUNGEN FÜR SICHERHEITSSYSTEME SICHERN!

Um Unternehmen gezielt zu unterstützen, hat die Landesregierung neue Förderbeiträge für Sicherheitssysteme und den Schutz von Betrieben (2026–2028) beschlossen.

Gefördert werden Investitionen in Überfall- und Einbruchsmeldeanlagen, Videoüberwachungssysteme, GPS-Ortung für Betriebsgüter sowie die Beauftragung privater Sicherheitsdienste. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent der förderfähigen Kosten.

Bereits ab einer Investition von 1.000 Euro pro Betriebsstandort kann angesucht werden. Die maximal anerkannten Kosten liegen bei 14.000 Euro, der Förderbeitrag bei bis zu 7.000 Euro. Wichtig für interessierte Betriebe: Die Fördergesuche müssen vor Beginn des Projekts eingereicht werden. Nur so kann sichergestellt

werden, dass die Investition auch tatsächlich gefördert wird.

Die Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen des lvh bietet seinen Mitgliedern die Abwicklung des gesamten Beitragsgesuchs zu einem vorteilhaften Pauschalpreis an. Tel.: +39 0471 323 267 - E-Mail: kredit@lvh.it. lvh-Mitglieder können exklusiv alle aktuellen Fördermöglichkeiten in der digitalen Ausgabe der aktuellen manufakt info, unter folgendem QR-Code einsehen:

Alle aktuellen Förderungen in der manufakt info:

Die Gruppe in Salzburg © SUNrise

SMARTES HANDWERK – PRAKTISCH UMGESETZT

Gründen ist kein Sprung – sondern ein Prozess

DIE IDEE IST SCHNELL DA. ENTSCHEIDEND IST, WAS DARAUS WIRD. GENAU DAS ZEIGTE DER LEHRGANG „WEGWEISER ZUR GRÜNDUNG UND FÜHRUNG DEINES EIGENEN UNTERNEHMENS“. IM NOI TECHPARK FAND DAS CLOSING EVENT „INNOVATION UND DIGITALISIERUNG“ STATT.

13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs „Wegweiser zur Gründung und Führung deines eigenen Unternehmens“ nutzten den gemeinsamen Vormittag, um

Innovation und Digitalisierung praxisnah zu erleben. Organisiert wurde das Abschlussevent vom Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) gemeinsam mit dem NOI Techpark, Fraunhofer Italia und der Gemeinde Stilfs.

Stefania Tiboni vom NOI Techpark zeigte, wie Innovationsprozesse vom Problem zur

Lösung führen. Erica Dal Farra vom lvh erklärte, welche Technologien Betriebe weiterbringen können. Bei der Führung durch den NOI Techpark und dem Impuls von Ilaria Marcolini von Fraunhofer Italia wurde deutlich, wie wichtig Technologietransfer für Unternehmen ist. Vincent Mauroit, Direktor für Innovation und Tech Transfer im NOI Techpark, betonte, dass der NOI mit dem Abschlussevent gezielt Unternehmertum und Innovation in Südtirol stärkt.

Erhielten frische Impulse rund um Innovation und Digitalisierung: Die Teilnehmenden des Abschlussevents im NOI-Techpark © lvh.apa

Mehr als 1000

Möglichkeiten

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18

05|2026

WEITERBILDUNG

ERFOLGSFAKTOR BILDUNG: Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung des Meistertitels sind das Fundament für hochwertiges Südtiroler Handwerk.

Matura im Handwerk: Erfolg hat mehr als einen Weg

DIE MATURA AN BERUFS- UND FACHSCHULEN IST IN SÜDTIROL LÄNGST REALITÄT. SIE ERÖFFNET JUNGEN MENSCHEN ZUSÄTZLICHE PERSPEKTIVEN UND STÄRKT GLEICHZEITIG DIE ATTRAKTIVITÄT DER BERUFLICHEN AUSBILDUNG.

Auch wenn sich nicht alle Jugendlichen für den Weg der Matura an Berufs- und Fachschulen entscheiden, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre: Die Möglichkeit wird bewusst genutzt – von jenen, die ihre handwerkliche Ausbildung um weitere Qualifikationen ergänzen möchten.

Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist diese Entwicklung kein Widerspruch, son-

dern Ausdruck eines funktionierenden Systems: Denn ein starkes Bildungssystem zeichnet sich nicht dadurch aus, dass alle denselben Weg gehen, sondern dass unterschiedliche Wege gleichwertig nebeneinander bestehen – und individuelle Entscheidungen ermöglichen.

PLÖTZLICH IST ALLES MÖGLICH

Mit der Einführung der Matura im Schuljahr 2014/15 wurde ein wichtiger Schritt gesetzt. Erstmals konnten Schülerinnen und Schüler aus der Berufsbildung denselben Abschluss erwerben wie jene an Gymnasien oder Fachoberschulen. Ziel war es, die Durchlässigkeit im Bildungssystem zu erhöhen und die Gleichwertigkeit der Bildungswege zu unterstreichen. Für das Handwerk war dies ein bedeutendes Signal: Die duale Ausbildung ist kein Sackgassenmodell, sondern ein vollwertiger Bildungsweg mit Anschlussmöglichkeiten in alle Richtungen.

WAS DIE JUGEND WIRKLICH WILL

Ein Blick auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt ein differenziertes Bild. Die Zahl der Maturantinnen und Maturanten aus der deutschen Berufsbildung bewegt sich zwar auf einem stabilen Niveau, schwankt aber deutlich. Im Schuljahr 2024/25 etwa traten rund 430 Jugendliche zur Reifeprüfung an, im aktuellen Jahr sind es etwa 370.

Martin Haller © Harald Wisthaler

Gleichzeitig wird sichtbar: Der Großteil der Schülerinnen und Schüler entscheidet sich bewusst gegen diesen zusätzlichen Schritt. Besonders im Bereich Industrie und Handwerk bleibt die Matura die Ausnahme. Diese Entwicklung bestätigt, was auch in den Betrieben täglich spürbar ist: Viele junge Menschen wollen früh in die Praxis einsteigen, Verantwortung übernehmen und eigenes Geld verdienen – und finden dafür im Handwerk beste Voraussetzungen.

KÖNNEN SCHLÄGT ABSCHLUSS

Für lvh-Präsident Martin Haller ist die Einordnung klar: „Die Möglichkeit zur Matura ist ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit der Bildungswege. Aber sie darf nicht zum Selbstzweck werden. Entscheidend ist, dass wir weiterhin hervorragende Fachkräfte ausbilden – das ist die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolgs.“

Haller betont damit eine zentrale Haltung im Handwerk: Die berufliche Ausbildung bleibt das Fundament. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern ist hoch – und sie wächst weiter. Betriebe brauchen junge Menschen, die anpacken können, Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten in der Praxis einsetzen.

SOFORT IM ECHTEN LEBEN

Auch aus Sicht der Junghandwerker/innen im lvh ist die Matura vor allem eine Chance – aber keine Pflicht. Landesobfrau Priska Reichhalter betont: „Für junge Menschen ist es wichtig, alle Möglichkeiten offen zu haben.

Die Matura kann Türen öffnen – etwa für ein späteres Studium oder neue Karrierewege. Gleichzeitig darf sie nicht den Eindruck vermitteln, dass handwerkliche Ausbildung allein nicht ausreicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Eine handwerkliche Ausbildung bietet bereits hervorragende Perspektiven.“

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Realität wider: Viele Jugendliche entscheiden sich bewusst für den direkten Einstieg ins Berufsleben – nicht aus Mangel an Alternativen, sondern aus Überzeugung.

KEIN ENTWEDER-ODER

Aus Sicht des Handwerks geht es nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um ein sinnvolles Zusammenspiel. Die Matura erweitert die Möglichkeiten und macht die berufliche Ausbildung noch attraktiver – gerade für jene Jugendlichen, die sich sowohl praktische als auch weiterführende Perspektiven offenhalten möchten.

Gleichzeitig bleibt die duale Ausbildung das starke Fundament des Handwerks. Sie steht für Praxisnähe, Qualität und einen direkten Einstieg ins Berufsleben. Die zusätzliche Option der Matura ergänzt dieses Modell sinnvoll, ohne seinen Kern zu verändern.

Für den lvh liegt genau darin die Stärke: ein Bildungssystem, das unterschiedliche Talente und Lebensentwürfe berücksichtigt und jungen Menschen erlaubt, ihren eigenen Weg zu gehen – flexibel, durchlässig und zukunftsorientiert.

Oder, wie es im Bildungssystem selbst formuliert wird: Nicht alle sollen die Matura machen – aber alle sollen die Möglichkeit dazu haben.

MEHR ALS NUR EIN WEG

Das Südtiroler Modell zeigt: Berufliche Bildung und akademische Wege müssen kein Widerspruch sein. Vielmehr ergänzen sie sich.

Das Handwerk profitiert von dieser Vielfalt. Es bietet sowohl jenen Perspektiven, die früh Verantwortung übernehmen und direkt in den Beruf einsteigen möchten, als auch jenen, die ihre Ausbildung durch zusätzliche Qualifikationen erweitern wollen.

Gerade diese Bandbreite macht das Handwerk zukunftsfähig. Denn seine Stärke liegt nicht in einem einzigen Bildungsweg, sondern in der Vielfalt an Möglichkeiten –und in der Qualität der Menschen, die diesen Weg gehen.

Priska Reichhalter © Harald Wisthaler

Praxisnah,

GUT AUSGEBILDETE FACHKRÄFTE SIND EINE ZENTRALE VORAUSSETZUNG FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG SÜDTIROLS. DIE LANDESBERUFSSCHULE (LBS)

JOHANNES GUTENBERG IN BOZEN NIMMT DABEI EINE SCHLÜSSELROLLE EIN.

Die LBS Bozen „Johannes Gutenberg“ verbindet praxisorientierte Ausbildung mit modernen Lernmethoden und einer engen Zusammenarbeit mit den Betrieben. Rund 550 Schüler/innen werden in den drei Fachrichtungen Handel und Verwaltung, Mediengestaltung sowie Hotelfach ausgebildet.

Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Theorie und Praxis: Projektarbeiten, realitätsnahe Aufgabenstellun-

Die Landesberufsschule „Johannes Gutenberg“ © LBS Bozen

gen und Praktika ermöglichen es den Jugendlichen, wirtschaftliche Abläufe zu verstehen und ihr Wissen direkt anzuwenden. So werden nicht nur fachliche Kompetenzen vermittelt, sondern auch Selbstständigkeit, Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Die Bandbreite der Ausbildung ist groß: Während im Bereich Handel und Verwaltung wirtschaftliche Zusammenhänge und betriebliche Prozesse im Fokus stehen, verbindet die Mediengestaltung kreatives Arbeiten mit technischem Know-how. Die Hotelfachschule wiederum bereitet gezielt auf Berufe in Gastronomie und Tourismus vor – zwei Schlüsselbranchen in Südtirol.

Ergänzt wird das Angebot durch spezialisierte Lehrgänge, etwa für Lohnsachbearbeitung. Ebenso trägt die berufliche Weiterbildung dazu bei, Fachkräfte kontinuierlich zu qualifizieren und Betriebe wettbewerbsfähig zu halten.

Die Landesberufsschule Gutenberg ist damit ein verlässlicher Partner der Wirtschaft. Sie bildet nicht nur aus, sondern stärkt gezielt jene Kompetenzen, die Betriebe heute brauchen.

„Unser Ziel ist es, junge Menschen bestmöglich auf die Realität in den Betrieben vorzubereiten und ihnen sowohl fachliche als auch persönliche Kompetenzen mitzugeben“, betont Direktorin Edit Meraner. „Nur durch eine enge Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft können wir die Fachkräfte von morgen nachhaltig stärken.“

WER ANPACKT, WILL

AUCH WEITERKOMMEN.

Im lvh-Kurskalender finden Sie neue Ideen, Praxiswissen und Anregungen für Ihren Berufsalltag.

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ANDWERK TRIFFT SCHULE

Handwerk zum Anfassen: SkillsDay begeistert im Oberpustertal

Unter dem Motto „Probier’s aus. Entdecke dein Talent.“ öffneten zahlreiche Handwerksbetriebe in Innichen, Olang, Toblach und Welsberg ihre Türen und machten das Handwerk erlebbar.

Das Spektrum war breit und spiegelte die Vielfalt des Südtiroler Handwerks wider – von Elektrotechnik über Metallverarbeitung bis hin zu Tischlerei, Kfz-Mechatronik oder Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik.

Dieter Happacher, Bezirksobmann des lvh-Bezirks Oberpustertal zeigte sich vom Einsatz der Betriebe begeistert: „Unsere Betriebe mit großem Engagement, wie vielseitig und attraktiv das Handwerk ist“, so Happacher.

Daniela Bortolon, Vorsitzende der lvh-Arbeitsgruppe Bildung erklärte: „Die Jugendliche bekommen die Gelegenheit

NICHTS MEHR VERPASSEN @generation.handwerk

praktisch ein Werkzeug in die Hand zu nehmen und Fragen zu stellen. Dadurch bekommen sie in Gefühl dafür, was ein Handwerksberuf wirklich bedeutet.“

Auch Thomas Mohr, einer der Initiatoren des Projekts, sowie lvh-Ortsobmann von Toblach, betonte die Bedeutung der praktischen Berufe: „Was den SkillsDay besonders macht, ist die unmittelbare Erfahrung. Junge Menschen sehen nicht nur wie gearbeitet wird, sie probieren es selbst aus – daraus entstehen oft ganz neue Perspektiven.“

Das Fazit ist klar: Berufsorientierung dann am besten funktioniert, wenn sie nicht abstrakt bleibt, sondern dort stattfindet, wo Handwerk gelebt wird: im Betrieb, im direkten Austausch und im gemeinsamen Tun. Der SkillsDay im Oberpustertal hat genau das geschafft.

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Eine Schülerin bei Baur & Steinwandter OHG in Toblach © lvh.apa

BRANCHEN & BEZIRKE

DIE VIELFALT DES HANDWERKS: Neuigkeiten, Trends, die Projekte der lvh-Berufsgemeinschaften und aktuelle Wirtschaftsthemen auf einen Blick.

Die Dorfschmiede: Metall, das Generationen verbindet

SCHMIEDINNEN / SCHMIEDE UND SCHLOSSER/INNEN:

WAS 1803 MIT JOHANN MOSER BEGANN, IST HEUTE EIN FAMILIENBETRIEB IN ACHTER GENERATION – UND EIN BEISPIEL DAFÜR, WIE SICH HANDWERK VERÄNDERT, OHNE SEINEN KERN ZU VERLIEREN.

In Sarnthein wird seit über 200 Jahren Metall geformt. Früher standen das Beschlagen von Pferden, das Herstellen von Wagenrädern oder einfachen Alltagsgegenständen im Mittelpunkt. Gearbeitet wurde mit Handwerkzeugen, Maschinen wurden mit Wasserkraft betrieben. Heute ist

die Arbeit vielfältiger und technischer geworden. Doch das Entscheidende ist gleichgeblieben: das Formen von Metall, das Gespür für das Material und die Freude, etwas Eigenes zu schaffen.

EIN WEG MIT KLARER ENTSCHEIDUNG

Für Simon Moser war der Weg in den Betrieb früh klar. „Ich habe das Handwerk schon als Kind miterlebt und mich immer wieder selbst daran versucht“, sagt er. Nach seiner Ausbildung als Kunstschmied und Stationen im Ausland – unter anderem in Baden-Württemberg – kehrte er bewusst zurück nach Sarnthein. 2020 übernahm er den Betrieb.

Kurz darauf kam auch sein jüngerer Bruder Martin ins Unternehmen. Mit seinem Hintergrund in Mechatronik und Maschinenbau bringt er neue Perspektiven ein –vor allem in der digitalen Planung. Eine Entwicklung, die zeigt, wie sich auch ein traditionsreicher Betrieb weiterentwickelt.

VOM

ENTWURF ZUR UMSETZUNG

Die Arbeit in der Dorfschmiede ist heute viel mehr als reines Schmieden. Planung, Beratung und Umsetzung

So war es einmal: Schmieden von Hufeisen © Die Dorfschmiede

greifen ineinander. Jedes Projekt ist eine Einzelanfertigung – und damit eine neue Herausforderung. „Wichtig ist, die Bedürfnisse der Kunden richtig zu verstehen und eine Lösung zu finden, die auch technisch funktioniert“, sagt Moser. Digitale 3D-Zeichnungen helfen dabei, Ideen früh sichtbar zu machen und komplexe Projekte effizient umzusetzen.

Das Spektrum reicht von klassischen Metallarbeiten bis hin zu modernen Konstruktionen: Geländer, Treppen und Handläufe, Möbel aus Stahl oder Hochbeete aus Cortenstahl. Gleichzeitig bleibt das traditionelle Schmieden ein zentraler Bestandteil des Betriebs.

HANDWERK ALS AUSDRUCK

Gerade in diesem Bereich zeigt sich, was den Beruf für Moser ausmacht. „Beim Schmieden kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen“, sagt er. Besonders bei Arbeiten wie Grabkreuzen oder Laternen entstehen Stücke, die mehr sind als funktionale Produkte. Auch die Restaurierung alter Werke spielt eine wichtige Rolle. Verwitterte Grabkreuze wieder instand zu setzen und ihnen neuen Glanz zu verleihen, ist für Moser mehr

Werden Sie mit einer E-Mail zum Betrieb des Monats: manufakt@lvh.it

Ein Stück Handwerkskultur: Ein Grabkreuz © Die Dorfschmiede

Auch Geländer schmiedet die Familie Moser

© Die Dorfschmiede

als ein Auftrag – es ist ein Stück gelebte Handwerkskultur.

DIE FREUDE AM ERGEBNIS

Was bleibt, ist das fertige Werk und der Weg dorthin. „Oft ist die Freude an der abgeschlossenen Arbeit für mich sogar größer als für den Kunden“, sagt Moser. „Weil ich weiß, wie viel Arbeit und Einsatz dahinterstecken.“

Saubere Ausführung, Präzision und ein hoher Qualitätsanspruch sind für ihn selbstverständlich. Sie sind die Grundlage dafür, dass am Ende etwas entsteht, das Bestand hat.

TRADITION MIT ZUKUNFT

Der Alltag im Betrieb ist fordernd. Umso wichtiger ist der Ausgleich: Moser ist leidenschaftlicher Bergsteiger, engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und schätzt die Zeit mit Freunden.

An der Zukunft des Handwerks zweifelt er nicht. „Individuelle Maßarbeit und Flexibilität werden immer gefragt bleiben“, sagt er. Gleichzeitig sei es entscheidend, offen für neue Technologien zu sein und sich weiterzuentwickeln.

Die Dorfschmiede Moser zeigt, wie das gelingen kann: mit einem klaren Verständnis für das eigene Handwerk – und dem Mut, es weiterzudenken.

Zwei Generationen (v.l.): Martin, Karl Florian und Simon Moser
© Die Dorfschmiede

05|2026

Jetzt wird Zukunft gebaut

BAU:

BEI DER JÜNGSTEN SITZUNG DER LVH-BAUGRUPPE IM GOLFCLUB EPPAN ZEIGTE SICH

DEUTLICH, WIE STARK SICH DAS BAUGEWERBE ZWISCHEN WIRTSCHAFTLICHEM DRUCK UND STRUKTURELLEM WANDEL BEWEGT.

Obmann Fritz Ploner eröffnete die Versammlung mit einem Überblick über die aktuellen Entwicklungen der Branche –und sprach damit ein Thema an, das viele Betriebe täglich spüren: Planbarkeit wird schwieriger.

Im Mittelpunkt stand die Überarbeitung des Richtpreisverzeichnisses. Für Unternehmen handelt es sich dabei um mehr als eine Orientierungshilfe – es ist Grundlage für Kalkulation, Ausschreibungen und wirtschaftliche Sicherheit. Entsprechend intensiv wurde über den aktuellen Stand und die Auswirkungen auf die Praxis diskutiert.

Ebenso relevant: die Bauarbeiterkassa und die Neuerungen im Kollektivvertrag für das Bauhandwerk. Themen, die direkt über Wettbewerbsfähigkeit, Mitarbeiterbindung und betriebliche Stabilität entscheiden.

Auch der Blick auf die bevorstehenden Berufswettbewerbe und fehlte nicht und machte deutlich, dass Ausbildung und

Nachwuchs zu den zentralen Zukunftsthemen zählen. Der Austausch machte deutlich: Gute Lösungen entstehen dort, wo Betriebe miteinander sprechen.

DIe Zukunft am Bau entscheidet sich im gegenseitigen Austausch © lvh.apa

Wissen macht den Unterschied

BODENLEGER/INNEN:

ZWEI STUNDEN, EIN KLARES ZIEL: MEHR SICHERHEIT, MEHR KNOW-HOW. BEIM WEITERBILDUNGSKURS FÜR BODENLEGER/INNEN IN BRIXEN WURDE DEUTLICH, WIE SEHR SICH DAS HANDWERK VERÄNDERT – UND WIE ENTSCHEIDEND QUALIFIKATION GEWORDEN IST.

Im Fokus eines kürzlich stattgefunden Kurses der Bodenleger/ innen im lvh, stand der sachgerechte Umgang mit PU-Produkten sowie die Anwendung von Holzkitt. Themen, die im Arbeitsalltag oft selbstverständlich wirken, in der Praxis jedoch höchste Präzision und Fachwissen erfordern.

Wer hier Fehler macht, riskiert nicht nur Qualitätsprobleme, sondern auch gesundheitliche und rechtliche Konsequenzen.

ROUTINE KANN TEUER WERDEN

Genau deshalb wird Weiterbildung zur Pflicht – im wörtlichen Sinn.

Am Ende des Kurses stand für alle Teilnehmenden die PU-Pflichtbescheinigung. Sie ist nicht nur ein Nachweis, sondern Ausdruck eines Trends: Handwerk wird komplexer, Anforderungen steigen.

Der Kurs richtete sich bewusst an Unternehmer/innen ebenso wie an Mitarbeiter/innen. Denn Wissen ist längst keine Einzelleistung mehr, sondern Teamaufgabe.

Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss investieren – in Fähigkeiten, Sicherheit und Qualität, denn gute Arbeit beginnt heute nicht mehr nur auf der Baustelle, sondern im Kursraum.

Ein Kurs, der Praxiswissen vermittelt © lvh.apa

Fliesenleger geht „viral“

FLIESEN-, PLATTEN UND MOSAIKLEGER/INNEN:

STAUB, PRÄZISION UND DETAILARBEIT?

FÜR MANUEL BURGMANN EINE STORY!

Fliesenleger Manuel Burgmann, der sein Einzelunternehmen in Innichen führt, hat sich auf Social-Media eine eigene Bühne geschaffen. Auf Instagram zeigt er, was sonst hinter Baustellentüren passiert: präzise Handgriffe, kleine Tricks, ungewöhnliche Situationen – kurz: den echten Alltag im Handwerk.

Der Weg dahin war pragmatisch. „Am Anfang habe ich Fotos gepostet, aber die Resonanz war gering“, sagt Burgmann. Erst als er begann, sich selbst bei der Arbeit zu filmen, änderte sich alles. Ein Tag auf der Baustelle, zusammengeschnitten und online gestellt – und plötzlich war die Aufmerksamkeit da. Heute erreicht er mit kurzen Videos nicht nur lokale Kundinnen und Kunden, sondern auch ein breiteres Publikum. Seine Inhalte sind praktisch, manchmal kurios, oft lehrreich – und immer nah dran am echten Fliesenlegerhandwerk.

Dabei geht es ihm um mehr als Eigenwerbung. Sichtbarkeit ist für Burgmann auch ein Beitrag für die gesamte Branche. Dass sein Engagement Wirkung zeigt, bestätigt auch ein

Manuel Burgmann zeigt das Fliesenlegerhandwerk © Manuel Burgmann

Beitrag im Wirtschaftsmagazin Trend von Rai Südtirol. Dort wird deutlich: Das Handwerk verändert sich – nicht nur auf der Baustelle, sondern auch in der Art, wie es sich präsentiert. Burgmann selbst sieht darin eine Chance. Sein Appell an andere Handwerkerinnen und Handwerker ist klar: zeigen, was man kann. Denn wer sichtbar ist, wird wahrgenommen.

Hafling, Tuusula, Shanghai – Schritt für Schritt

MALER/INNEN UND LACKIERER/INNEN: BEIM WETTBEWERB TAITAJA 2026 TRIFFT NACHWUCHSMALER NOAH PILLON ENDE MAI IN TUUSULA AUF JUNGE FACHKRÄFTE AUS GANZ FINNLAND – UND INTERNATIONALE GÄSTE. RUND 400 TEILNEHMER, KNAPP 50 DISZIPLINEN, ZEHNTAUSENDE BESUCHER.

Der Weg zur Weltspitze beginnt nicht erst auf der großen Bühne. Für den Südtiroler Maler Noah Pillon aus Versein (Plank Heinrich GmbH, Hafling) führt er im Rahmen des Taitaja-Wettbewerbs über Finnland. Das Event gilt als eines der wichtigsten Schaufenster für berufliche Exzellenz in Europa. Für Pillon ist eine Generalprobe.

Gemeinsam mit seinem Experten Christoph Auer bereitet er sich intensiv vor. Trainiert wird nicht nur Technik, sondern auch Tempo, Präzision und Belastbarkeit – genau jene Faktoren, die später bei den WorldSkills 2026 in Shanghai über Medaillen entscheiden werden.

Denn Wettbewerbe wie Taitaja sind kein Selbstzweck. Sie verbinden Ausbildung und Praxis, zeigen, was ein Beruf leisten kann – und bringen junge Talente an ihre Grenzen. Genau darin liegt ihr Wert: Sie machen Qualität sichtbar und messen sie unter realen Bedingungen. Präzision, Materialverständnis und ein sicheres Auge für Details sind entscheidend – im Alltag wie im Wettbewerb. Die Teilnahme in Finnland ist deshalb ein wichtiger Schritt. Einer, der zeigt: Der Weg nach Shanghai ist kein Sprung – sondern ein Prozess.

Übung macht den Meister: Noah Pillon in Aktion © lvh.apa

Ohne Prüfung keine Zulassung

GEBÄUDETECHNIK:

IM BRANDSCHUTZ REICHT ERFAHRUNG ALLEIN NICHT MEHR AUS. WER KÜNFTIG ALS QUALIFIZIERTE/R WARTUNGSTECHNIKER/IN FÜR ANLAGEN, SYSTEME UND GERÄTE DES BRANDSCHUTZES TÄTIG SEIN WILL, MUSS NEUE VORGABEN ERFÜLLEN.

Mit dem Ministerialdekret vom 13. September 2024 und dem erläuternden Rundschreiben vom Dezember wurden die Regeln zur Prüfungszulassung neu festgelegt. Der Antrag kann ab sofort ausschließlich über das Portal des Nationalen Feuerwehrkorps eingereicht werden (siehe QR-Code).

Erst nach erfolgreicher Antragstellung wird automatisch eine Bescheinigung erstellt. Eine wichtige Änderung betrifft Südtirol direkt: Derzeit gibt es keinen autorisierten Prüfungsstandort im Land. Das bedeutet, dass die Prüfung aktuell außerhalb Südtirols abgelegt werden muss.

Zuständig ist jeweils die Prüfungskommission jener Provinz, in der sich der gewählte Prüfungsstandort befindet.

Bereits eingereichte Gesuche verlieren ihre Gültigkeit – für viele Betriebe bedeutet das neue Unsicherheit, aber auch die Notwendigkeit, rechtliche Klarheit und Planungssicherheit im Brandschutz neu zu schaffen.

Gemeinsam Zukunft bauen

BAU- UND GALANTERIESPENGLER/INNEN:

Hier gehts zur Prüfungszulassung über das Portal des Nationalen Feuerwehrkorps

WER DIE ZUKUNFT SEINES HANDWERKS SICHERN WILL, MUSS HEUTE DIE RICHTIGEN WEICHEN STELLEN – MIT STARKER ZUSAMMENARBEIT, GEZIELTER AUSBILDUNG UND EINEM KLAREN GEMEINSAMEN EINSATZ – DARAN ARBEITET DIE BERUFSGEMEINSCHAFT.

Ein Handwerk entwickelt sich nicht von allein – es braucht Zusammenarbeit, Ausbildung und eine klare gemeinsame Richtung.

Genau darauf setzen die Berufsgemeinschaft der Bau- und Galanteriespengler im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) und die Südtiroler Spengler Innung (SSI). Bei ihrem jüngsten Austausch stand eine klare Botschaft im Mittelpunkt: Die Zukunft des Berufs lässt sich nur gemeinsam gestalten.

Ziel ist es, die Tätigkeit zum Wohle der gesamten Branche weiter zu stärken –von besseren Rahmenbedingungen für Betriebe bis hin zu mehr Sichtbarkeit für das Handwerk selbst.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung. Mit Initiativen wie „Abenteuer Handwerk“, einem neuen

Imagefilm für Social Media sowie der Förderung junger Talente bei EuroSkills und den Landesmeisterschaften sollen Jugendliche früh für den Beruf begeistert werden.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der geplante Meisterkurs, der künftig wieder in Südtirol stattfinden soll. Damit

entsteht eine starke Grundlage für Weiterbildung, Qualitätssicherung und die langfristige Zukunft des Berufsstandes. Auch die Zusammenarbeit mit Produzenten, Großhändlern und Partnern der Branche soll weiter ausgebaut werden. Denn nur wenn Handwerk, Ausbildung und Wirtschaft zusammenspielen, bleibt die Branche wettbewerbsfähig.

Oder, wie es im gemeinsamen Appell heißt: Die Zukunft des Berufs entsteht nicht allein –sondern gemeinsam.

Andreas Plank © lvh.apa

Sicherheit beginnt mit Kontrolle

KAMINKEHRER/INNEN: SCHULUNGSKURS:

SICHERHEIT BEGINNT DORT, WO FACHWISSEN VERPFLICHTEND WIRD.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz beginnen oft dort, wo man sie nicht sieht – bei der richtigen Kontrolle von Heizungsanlagen.

Die Pflichtschulung 2026 für Kaminkehrer/innen und befähigte Feuerungskontrolleure auf Schloss Sigmundskron ist erfolgreich über die Bühne gegangen.

Die Weiterbildung ist verpflichtend, um die Tätigkeit als Feuerungskontrolleur weiterhin ausüben zu können – sowohl für Mitarbeiter/innen als auch für Betriebsinhaber/innen. Organisiert wurde der Kurs vom Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) in Zusammenarbeit mit dem Amt für Luft und Lärm.

Im Mittelpunkt standen technische Nor-

Eindruck von der APP-Schulung Biomasse Projekt © lvh.apa

men, Messungen und Überprüfungen von Heizanlagen – zentrale Themen für Sicherheit, Umwelt und die tägliche Praxis. Nach der Begrüßung durch Obmann Christian Resch informierte Amtsdirektor Georg Pichler über aktuelle Entwicklungen, bevor Walter Marabelli von OLI srl in zwei Fachreferaten auf wichtige technische Standards und Kontrollverfahren einging. Die Botschaft war klar: Kontinuierli-

che Weiterbildung ist keine Formalität, sondern Voraussetzung für Qualität und Verantwortung im Beruf.

Für alle, die am ersten Termin nicht teilnehmen konnten, gibt es am 5. Juni einen zweiten Kurstermin am lvh-Sitz in Bozen. Auch dort steht die verpflichtende Weiterbildung im Zeichen von Sicherheit, Fachwissen und nachhaltiger Praxis.

Kälte- und Klimatechnik: Cooler Job mit Zukunft

KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN: KÜHLEN, HEIZEN, REGULIEREN – VIELES IM ALLTAG FUNKTIONIERT NUR, WEIL KÄLTEUND KLIMATECHNIK IM HINTERGRUND ZUVERLÄSSIG ARBEITET. GENAU DIESEN INTERESSANTEN BERUF LERNTEN SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER JETZT NÄHER KENNEN.

Im Rahmen des Grundlehrgangs an der Landesberufsschule Bozen im Mai wurde das Berufsbild Kälte- und Klimatechnik in vier Klassen vorgestellt. In jeweils zwei Unterrichtsstunden pro Klasse ging es darum, Jugendliche für dieses vielseitige Berufsfeld zu sensibilisieren und Interesse für die Ausbildung zu wecken.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Was wäre unsere Welt ohne Kältetechnik? Wie funktioniert ein Kältekreislauf? Wo kommt Kältetechnik im Alltag überhaupt zum Einsatz? Auch Themen wie Trockeneis, praktische Arbeitsbereiche sowie Ausbildungs- und Karrierechancen wurden anschaulich erklärt. Die Rückmeldung war eindeutig: Das Interesse der Schülerinnen und Schüler war groß. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, dass Berufsorientierung dann am besten funktioniert, wenn sie greifbar wird – und wenn sichtbar wird, wie viel Zukunft in einem Beruf steckt.

Die Teilnehmenden des Grundlehrgangs © lvh.apa

Ohne Holz keine Bauwende

HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/INNEN: BEIM HOLZBAUKONGRESS 2026 TRAFEN SICH RUND 200 UNTERNEHMER/INNEN, ARCHITEKT/INNEN UND INGENIEUR/INNEN, UM GENAU DARÜBER ZU SPRECHEN: WIE WIRD HOLZ ZUM ZENTRALEN BAUSTEIN DER BAUWIRTSCHAFT VON MORGEN?

Organisiert wurde der Holzbaukongress von der Berufsgemeinschaft der Holzbaumeister/innen und Zimmerer/ innen im lvh gemeinsam mit der Architekten- und Ingenieurkammer Bozen.

Richard Nagler, Obmann der Berufsgemeinschaft, brachte es auf den Punkt: „Holz ist nicht nur traditionell, sondern vor allem ein innovativer Werkstoff mit enormem Zukunftspotenzial.“ Denn der Baustoff überzeugt gleich mehrfach: als nachwachsender Rohstoff mit starker CO2-Bilanz, hoher Tragfähigkeit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten – vom

privaten Wohnbau bis zum öffentlichen Großprojekt. Hochkarätige Referenten unterstrichen dies in ihren Fachbeiträgen. Auch lvh-Direktor Walter Pöhl sieht darin einen klaren wirtschaftlichen Impuls: „Nachhaltige Bauweisen sind zentrale Wachstumstreiber für unsere Betriebe.“

Roland Ploner, Vizeobmann der Baugruppe, betonte vor allem eines: Zusammenarbeit. Nur wenn Planung, Handwerk und Industrie zusammenspielen, könne sich die Holzbauweise langfristig durchsetzen. Die Botschaft ist eindeutig: Wer künftig nachhaltig bauen will, kommt an Holz nicht vorbei.

Die Akteure des Holzbaukongresses (v.l.): Helene Thaler, Jörg Koppelhuber, Holger König, Hansjörg Steiner, Georg Fliri, Barbara Weissnegger, Thomas Reiterer, Michael Stauder, Richard Nagler, Roland Ploner, Mathias Piazzi, Walter Pöhl, Konrad Blaas, Andreas Burgherr, Zoia Reiterer, Mike Marseiler, Florian Oberhauser, Peter Brugger und Roland Rossi © lvh.apa

Holz, Herz, Wettbewerb und neue Maßstäbe

TISCHLER/INNEN:

BEIM 27. SÜDTIROLER JUGENDWETTBEWERB DER TISCHLER/INNEN IN MERAN

WURDE GEHOBELT, GEPLANT UND PERFEKTIONIERT – UNTER ZEITDRUCK, ABER MIT BEEINDRUCKENDER PRÄZISION.

39 junge Talente, ein klarer Auftrag: zeigen, was sie können. Der Jugendwettbewerb der Tischler/innen zeigte eindrucksvoll das Talent des Nachwuchses: Mit Gebäckschalen, Hockern, Notenständern und Kleinmöbeln entstanden handwerklich hochwertige Arbeiten.

Im 1. Lehrjahr überzeugte Lukas Steiner (Latzfons/Klausen) mit einer präzisen Gebäckschale.

Im 2. Lehrjahr setzte sich Matteo Willeit (Enneberg) mit einem Hocker aus Fichte und Lärche durch.

Im 3. Lehrjahr gewann Tobias Gruber (St. Pankraz) mit seinem Notenständer.

Der Nachwuchs zeigte sein Talent © lvh.apa

Im 4. Lehrjahr holte Michael Egger (Terlan) mit einem Kleinmöbel den Sieg. Ihre Arbeiten zeigen: Die Ausbildung im Tischlerhandwerk funktioniert.

Unter Druck – trotzdem auf Kurs

SÄGEWERKER/INNEN UND VERPACKUNGSHERSTELLER/INNEN:

DIE BRANCHE STEHT NICHT STILL –

SIE VERÄNDERT SICH.

Arbeiten gemeinsam an der Zukunft: Die Teilnehmenden der Jahresversammlung © lvh.apa

Bei der Jahresversammlung der Sägewerker/innen und Verpackungshersteller/innen in Oberolang wurde klar: Die Betriebe sind gut vernetzt, denken voraus und suchen aktiv nach Lösungen.

Einblicke bei Nordpan zeigten, wie modern die Produktion heute ist. Doch im Fokus stehen längst größere Fragen: Rohstoffversorgung, Marktbewegungen, steigende Anforderungen. Das „Markttelegramm“ machte deutlich, wie dynamisch sich das Umfeld entwickelt.

Gleichzeitig investiert die Branche in Zukunft: neue Techno-

logien, Automatisierung, Weiterbildung. Auch der lvh bleibt ein zentraler Partner. Präsident Martin Haller unterstrich die Rolle des Verbandes als Begleiter in wirtschaftlichen und politischen Fragen.

Die zentrale Erkenntnis des Abends: Zusammenarbeit ist kein Schlagwort, sondern Voraussetzung. Nur gemeinsam lassen sich Herausforderungen bewältigen und Chancen nutzen.

Kurz gesagt: Die Richtung stimmt – jetzt kommt es auf die Rahmenbedingungen an.

Weniger Bürokratie, mehr Waldarbeit

WALDARBEITER/INNEN: FÜR DIE WALDARBEITER/INNEN IM LVH ZÄHLT DRAUSSEN VOR ALLEM EINES: DASS ABLÄUFE FUNKTIONIEREN. GENAU HIER BRINGEN DIE NEUEN REGELUNGEN ZU LUFTFAHRTHINDERNISSEN SPÜRBARE ERLEICHTERUNGEN.

Im Rahmen der Jahresversammlung der Waldarbeiter/innen im lvh in Laas standen die Neuregelungen zu Luftfahrthindernissen und Seilbahnen im Mittelpunkt. Das Amt für Forstplanung erklärte, dass Langstreckenseilbahnen im Wald weiterhin meldepflichtig bleiben, da sie eine potenzielle Gefahr für den Luftverkehr darstellen. Künftig wird jedoch klarer zwischen Errichtung, Betrieb und Abbau unterschieden – und die Meldungen können einfacher und digital abgewickelt werden. Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: weniger Bürokratie. Temporäre Anlagen lassen sich schneller melden, Abläufe werden effizienter und der Verwaltungsaufwand sinkt deutlich. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit für den Flugverkehr durch die zentrale Erfassung aller Hindernisse gewährleistet.

Ergänzt wurde die Versammlung durch die Vorstellung der Firma KronSafety. Jürgen Röggla präsentierte das Unternehmen und seine wichtigsten Produkte – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit im Arbeitsalltag.

Obmann Johannes Spornberger © lvh.apa

05|2026

Weiterkommen beginnt im Kopf

KÖRPERPFLEGE:

ERFOLG? KLINGT OFT NACH PLAN. IN WAHRHEIT IST ER DAS GEGENTEIL. BEIM TREFFEN DER BERUFSGERUPPE KÖRPERPFLEGE IM FELSENKELLER IN PFATTEN GING ES GENAU

DARUM: UM ZWEIFEL, UMWEGE – UND DEN MUT, TROTZDEM WEITERZUGEHEN.

Zwei Unternehmerinnen, Siglinde Thanei und Anita Gruber, sprachen offen über das, worüber sonst selten jemand spricht: Fehlentscheidungen, Unsicherheiten, Kurswechsel.

Ihre Botschaft: Wer im Handwerk bestehen will, muss bereit sein, sich ständig neu zu erfinden.

Denn gerade in einer Branche, die von Trends und Nähe zu Kundinnen und Kunden lebt, ist nicht nur Technik entscheidend – sondern Haltung.

Eingerahmt wurde der Abend von starken Stimmen aus der Branche: Berufsgruppenobfrau Claudia Hillebrand betonte die Bedeutung solcher Impulse für die Gemeinschaft. Verena Gufler, Obfrau der Schönheitspfleger/innen und Urban Unterweger, Obmann der Friseurinnen und Friseure, betonten, wie wichtig Austausch, Qualität und kontinuierliche Weiterentwicklung sind.

lvh-Präsident Martin Haller unterstrich die Ausbildung als

Fundament – doch erst Mut und Innovation machen Betriebe zukunftsfähig. Netzwerke sind dabei kein Bonus, sondern Voraussetzung. Der Berufstreff wird so zum Resonanzraum.

v.l.: Martin Haller, Claudia Hillebrand, Siglinde Thanei, Anita Gruber, Verena Gufler und Urban Unterweger © lvh.apa

Bilder tragen Verantwortung

FOTOGRAFINNEN / FOTOGRAFEN UND FILMER/INNEN: WAS DARF EIN BILD? WEM GEHÖRT ES? UND WIE NACHHALTIG IST EIN KLICK EIGENTLICH?

FRAGEN WIE DIESE STANDEN IM MITTELPUNKT EINES VORMITTAGS IN BOZEN – UND SIE ZEIGEN: FOTOGRAFIE IST LÄNGST KEIN REIN KREATIVES HANDWERK MEHR.

Ein Foto ist heute mehr als ein kreativer Moment. Es geht um Rechte, Datenschutz und Verantwortung. Genau darum drehte sich ein Branchentreffen im Haus des Handwerks in Bozen, organisiert vom Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) gemeinsam mit hds und IDM Südtirol, an dem über 100 Brancheninteressierte teilnahmen.

Im Mittelpunkt standen Fragen, die für Fotografinnen, Fotografen und Content Creators immer wichtiger werden:

Wem gehört ein Bild? Was passiert mit Nutzungsrechten im Zeitalter von KI? Wann braucht es eine Einwilligung – und wann nicht?

Besonders beim Datenschutz wurde klar: Ein Bild ist nie nur ein Bild. Ob Mitarbeitende, Minderjährige oder Veranstaltungen – wer fotografiert, bewegt sich schnell im rechtlichen Rahmen.

Auch Nachhaltigkeit spielte eine zentrale Rolle. „Green Production“ zeigt, dass bewusster Ressourceneinsatz und kreative Qualität kein Widerspruch sind.

Praxisbeispiele, Drohnenregeln und der Austausch unter Fachleuten machten deutlich: Fotografie bewegt sich heute zwischen Kreativität und Verantwortung.

Die Erkenntnis des Tages: Wer gestaltet, muss heute mehr können als nur gute Bilder machen.

Wem gehört ein Bild? Diese und andere Fragen wurden diskutiert © Florian Andergassen

Was wirklich in der Kugel steckt

SPEISEEISHERSTELLER/INNEN:

DER FRÜHLING KOMMT NICHT MIT

Mit den ersten warmen Frühlingstagen kommt auch wieder die Lust nach einem schmackhaften Speiseeis. Was dabei oft unterschätzt wird: Speiseeis ist eben nicht gleich Speiseeis.

Während industriell produziertes Speiseeis häufig, wie ein Schnäppchen wirkt, ist es in Wahrheit oft eines nicht: hochwertig. Ein hoher Luftaufschlag sorgt dafür, dass aus wenig Masse viel Volumen wird.

Dazu kommen Zutatenlisten, die eher an ein Chemielabor erinnern als an eine Eisdiele: Glukosesirup, gehärtete Fette, Farbstoffe. Die Folge: Viele Produkte landen beim Nutri-Score im unteren Bereich.

„Für handwerklich hergestelltes Speiseeis werden frische Zutaten und frisches Obst verwendet – im Gegensatz zur Industrie, wo häufig Milchpulver, gefriergetrocknetes Obst und zahlreiche Emulgatoren und Stabilisatoren zum Einsatz

Für Rosmarie Ferlito steht Qualität an erster Stelle © Gelateria Ortler

kommen“, erklärt Rosmarie Ferlito, Obfrau der Speiseeishersteller/innen im lvh. Der Unterschied ist messbar und schmeckbar.

Eine Kugel Speiseeis ist also nie einfach nur eine Kugel Speiseeis. Im besten Fall ist sie ein echtes, handwerkliches Produkt – und das schmeckt man.

EINEM DATUM. ER KOMMT MIT EINEM GEFÜHL – DER LUST AUF SPEISEEIS! AB 10.00 UHR / EINTRITT FREI

Treffpunkt der regionalen Wirtschaft in der Eishalle von St. Michael Eppan 05. - 07. 06. 2026

Die Werkstatt von morgen – und was sie heute ausbremst

KFZ - HANDWERK

AUTORIPARAZIONE

KAROSSERIETECHNIKER/INNEN UND KFZ-MECHATRONIKER/INNEN:

DIE WERKSTATT VON HEUTE IST LÄNGST KEIN SCHRAUBENRAUM MEHR. SIE IST HIGHTECH, AUSBILDUNGSSTÄTTE – ZUNEHMEND ABER AUCH LAGERHALLE. DIESE SPANNUNGSFELDER STANDEN IM MITTELPUNKT DER GEMEINSAMEN JAHRESVERSAMMLUNG IN SEIS.

v.l.: Martin Haller (lvh-Präsident), Martin Kofler und Julia Genetti © lvh.apa

05|2026

Die gemeinsame Jahresversammlung der Kfz-Mechatroniker/innen und Karosserietechniker/innen im lvh beleuchtete die aktuelle Situation. Was gut läuft: Engagement, Nachwuchsarbeit, Weiterbildung. Die Berufsgemeinschaften zeigen sich aktiv, vernetzt und zukunftsorientiert. Projekte wie „Abenteuer Handwerk“ bringen Jugendliche in die Werkstätten, internationale Wettbewerbe wie die WorldSkills setzen zusätzliche Anreize. Mit Fabian Stolzlechner steht bereits ein Teilnehmer für Shanghai 2026 bereit.

Was bremst: strukturelle Probleme. Allen voran die Altreifenentsorgung. Fehlende Abholungen und unzureichende Systeme bringen Betriebe an ihre Grenzen – organisatorisch wie finanziell. Hier fordert die Branche klare, praxistaugliche Lösungen.

Die Obleute Julia Genetti (Kfz-Mechatroniker/innen) und Martin Kofler (Karosserietechniker/innen) brachten die Botschaft des Abends klar auf den Punkt: Die Branche ist bereit für die Zukunft. Aber sie braucht Strukturen, die mithalten.

Mobilität braucht mehr als ein Lenkrad

MIETWAGEN- UND TAXIUNTERNEHMER/INNEN:

TAXI- UND MIETWAGENUNTERNEHMEN SICHERN MOBILITÄT – OFT DORT, WO

ANDERE SYSTEME AN IHRE GRENZEN STOSSEN. DOCH GENAU DIESE BRANCHE STEHT UNTER WACHSENDEM DRUCK.

Bei der Jahresversammlung der Mietwagen- und Taxiunternehmer/innen im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) wurde deutlich: Es geht längst nicht mehr nur um Fahrten, sondern um neue gesetzliche Anforderungen, Weiterbildung und die Zukunft der Mobilität in Südtirol. Obmann Hansjörg Thaler blickte auf ein Jahr zurück, das stark von Austausch mit Politik, Gemeinden und Instituti-

onen geprägt war. Themen wie die Anpassung der Straßenverkehrsordnung, neue Vorgaben für Mietwagenunternehmen und die Herausforderungen rund um Großereignisse standen dabei im Mittelpunkt.

„Unsere Branche ist ein unverzichtbarer Teil der Mobilität in Südtirol. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam auftreten und aktiv an Lösungen mitarbeiten“, betonte Thaler.

Auch Weiterbildung bleibt ein Schlüsselfaktor: Kurse zur Berufskraftfahrerqualifikation (CQC), Schulungen zu digitalen Systemen wie dem Fahrtenschreiber und rechtliche Fachvorträge zeigen, wie stark sich der Berufsalltag verändert.

Mit dabei war auch Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo, der die wirtschaftliche Bedeutung der Branche unterstrich.

v.l.: Hannes Mussak, Christian Carli, Max Dorfer, Matthias Bernhard, Walter Pöhl, Johanna Daprà, Hansjörg Thaler, Katia Grenga, Josef Goller, Karl Aichner, Gabriel Pirhofer, Andreas Oberparleiter und Felice Espro © lvh.apa

Wer fährt Südtirol?

MIETWAGENUND TAXIUNTERNEHMER/INNEN:

WAS AUF DEM SPIEL STEHT: DIE ZUKUNFT DES PERSONENVERKEHRS.

Der Personenverkehr steht unter Druck. Mehr Anforderungen, steigende Erwartungen – und gleichzeitig die Frage, wer ihn künftig überhaupt trägt.

Beim Austausch zwischen dem Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) und der sasa wurde klar: Es geht nicht nur um Busse und Fahrpläne. Es geht um Strukturen, die funktionieren müssen.

KMU SIND DER SCHLÜSSEL IM SYSTEM

Ein zentrales Problem: Kleine und mittlere Betriebe sind oft zu wenig eingebunden. Dabei sind sie ein entscheidender Teil des Systems. Ohne sie wird es schwierig, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.

(v.l.): Walter Pöhl, Hannes Mussak, Astrid Kofler, Ruggero Rossi de Mio und Hansjörg Thaler © lvh.apa

WER SITZT MORGEN AM STEUER?

Gleichzeitig verschärft sich ein anderes Thema: der Zugang zum Beruf. Ausbildung, Altersgrenzen, Einstiegshürden – all das beeinflusst, ob genügend Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung stehen.

Die Folge ist absehbar: Ohne Nachwuchs gerät das System ins Wanken.

Ohne Logistik läuft nichts

ES GEHT NUR GEMEINSAM

Die Lösung liegt nicht in Einzelmaßnahmen. Sie liegt im Zusammenspiel. Öffentliche Anbieter und Betriebe müssen enger zusammenarbeiten, wenn Qualität und Sicherheit langfristig gesichert werden sollen.

Der Austausch zeigt: Die Probleme sind bekannt. Jetzt geht es darum, sie gemeinsam zu lösen.

TRANSPORTEURINNEN / TRANSPORTEURE: BOZEN FUNKTIONIERT – GESCHÄFTE SIND GEFÜLLT, BAUSTELLEN WERDEN BELIEFERT, BETRIEBE VERSORGT UND DER ALLTAG LÄUFT SCHEINBAR SELBSTVERSTÄNDLICH. VIELES DAVON BLEIBT UNSICHTBAR – BIS ES PLÖTZLICH NICHT MEHR FUNKTIONIERT.

Eine Stadt funktioniert nicht nur durch Politik oder Planung. Genau darüber sprachen die Gemeinde Bozen, der lvh und der CNA beim Austausch zur städtischen Logistik. Das Problem: Die Stadt wächst, die Logistik hält nicht Schritt. Mehr Verkehr, Baustellen und steigende Anforderungen treffen auf überlastete Strukturen.

Alexander Öhler, Obmann der Transporteurinnen und Trans-

porteure im lvh, formulierte es klar: „Kleine und mittlere Unternehmen sind die Grundlage einer funktionierenden Wirtschaft. Damit sie ihre Arbeit leisten können, braucht es gezielte Unterstützung.“

Im Alltag zeigt sich das deutlich: fehlende Abstellflächen, keine geeignete Waschanlage für LKW und offene Fragen bei Kühlketten und Zustellungen. Diskutiert wurde deshalb auch ein zentraler Logistikstandort. Die Stadt räumte ein, das Thema lange vernachlässigt zu haben – nun soll eine Arbeitsgruppe konkrete Lösungen erarbeiten.

Wollen die Probleme gemeinsam lösen: Hannes Mussak, Alexander Öhler, Stephan Konder, Johanna Ramoser, Claudio Corrarati, Mirco Siviero, Gabriela Gasser und Lorena Palanga © lvh.apa

Wirtschaft braucht Platz

BEZIRK BURGGRAFENAMT: HANDWERK FUNKTIONIERT NICHT VON ALLEIN. ES BRAUCHT FLÄCHEN, FAIRE

AUSSCHREIBUNGEN UND GEMEINDEN, DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG NICHT NUR VERWALTEN, SONDERN MITGESTALTEN.

Beim Austauschtreffen zwischen dem lvh, vertreten von Präsident Martin haller, Direktor Walter Pöhl, Bezirksobmann Mathias Piazzi udn Ortsobfrau Renate Husnelder, ging es darum, wie Lana als Wirtschaftsstandort langfristig stark bleiben kann? Im Mittelpunkt standen Themen, die viele Betriebe direkt betreffen – öffentliche Ausschreibungen, das Gemeindeentwicklungsprogramm und die Frage, wie neue Betriebsansiedlungen besser begleitet werden können.

Gerade bei der Erweiterung und Ansiedlung von Unternehmen bietet der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) gezielte Hilfestellung, um Prozesse zu erleichtern und Betriebe zu unterstützen.

Besonders hervorgehoben wurde die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Dass mit Vizebürgermeister Werner Gadner und Gemein-

derätin Jessica Schwienbacher selbst Handwerker/ innen politische Verantwortung tragen und auch Bürgermeister Helmut Taber großes Verständnis für wirtschaftliche Anliegen zeigt, schafft Vertrauen – und macht Lösungen möglich. Denn starke Betriebe brauchen vor allem eines: eine Gemeinde, die mitdenkt.

Erfolgreicher Austausch (v.l.): Werner Gadner, Walter Pöhl, Jessica Schwienbacher, Martin Haller, Rupert Kaserer, Renate Husnelder, Helmut Taber und Mathias Piazzi © lvh.apa

Das, was ein Dorf zusammenhält

BEZIRK OBERPUSTERTAL: ES SIND NICHT DIE GROSSEN PROJEKTE, DIE DAS HANDWERK IM ORT PRÄGEN. ES SIND DIE VIELEN KLEINEN BEITRÄGE, DIE OFT KAUM SICHTBAR SIND – UND GENAU DESHALB ENTSCHEIDEND.

In Toblach zeigt sich, wie stark das Handwerk in die Gemeinschaft eingebunden ist. Rund um Ortsobmann Thomas Mohr engagieren sich Betriebe nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich: bei Veranstaltungen, im Austausch mit Schulen oder durch Unterstützung sozialer Initiativen.

„Das Handwerk lebt vom Miteinander – im Betrieb genauso wie in der Gemeinde“, sagt Mohr. Dieses Miteinander hat viele Facetten. Wenn Mittelschüler/innen Betriebe besuchen, geht es nicht nur um Berufsorientierung, sondern auch um Einblicke in eine Arbeitswelt, die oft unterschätzt wird.

Wenn Handwerker/ innen bei lokalen Veranstaltungen

mithelfen, entsteht ein Netzwerk, das über den eigenen Betrieb hinausgeht. Auch das soziale Engagement ist Teil dieses Selbstverständnisses. Eine Spende an die Kinderkrebshilfe ist dabei mehr als eine Geste – sie zeigt, wie eng das Handwerk mit dem Leben vor Ort verbunden ist.

Denn das Handwerk sorgt nicht nur dafür, dass Dinge gebaut, repariert oder hergestellt werden. Es sorgt auch dafür, dass ein Ort funktioniert.

(v.l.): Hannes Fuchs, Matthias Feichter, Christian Peer, Florian Strobl, Thomas Mohr, Martin Rienzner (Bürgermeister), Walter Pöhl, Florian Steinwandter, Ursula Sulzenbacher, Peter Kristler und Christian Stein © Gregor Sieder

Was Betriebe jetzt wissen müssen

BEZIRK WIPPTAL:

STEUERFRAGEN, ARBEITSRECHT, SICHERHEIT – EIN INFOABEND, DER ES IN SICH HATTE.

Es sind oft nicht die großen Strategien, sondern die richtigen Informationen, die den Unterschied machen. Genau darum ging es beim Informationsabend des Wirtschaftsverbandes Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) im Wipptal.

Petra Holzer, die scheidende Wipptaler lvh-Bezirksobfrau machte klar: „Gerade in herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, informiert zu bleiben. Wissen schafft Sicherheit und eröffnet neue Handlungsspielräume.“

Im Detail zeigte sich, wie komplex die Rahmenbedingungen geworden sind. Steuerliche Möglichkeiten, Förderinstrumente, neue Vorschriften im Bereich Arbeitssicherheit – vieles bietet Chancen, setzt aber auch Orientierung voraus. Markus Aschbacher stellte Möglichkeiten zur Steueroptimierung vor, Tobias Toll informierte über neue Schulungsregelungen – mit spürbaren Entlastungen für Betriebe. Gleichzeitig bringen digitale Systeme wie RENTRI neue Anforderungen mit sich.

Auch beim Thema Mitarbeitende verschiebt sich der Fokus. Andreas Palo stellte moderne Vergütungsmodelle vor und machte deutlich, dass klassische Ansätze allein oft nicht mehr ausreichen. Attraktivität entsteht zunehmend durch individuelle Lösungen.

Am Ende bleibt eine zentrale Erkenntnis: Viele Möglichkeiten sind vorhanden – werden aber nicht immer ausgeschöpft. „Viele Betriebe lassen Chancen ungenutzt“, sagte Holzer. „Unser Ziel ist es, dass jedes Mitglied das volle Potenzial der angebotenen Leistungen ausschöpft.“

Neuer Obmann im Wipptal

BEZIRK WIPPTAL: DAS HANDWERK IM WIPPTAL HAT EINE NEUE STIMME: THOMAS KERSCHBAUMER.

Petra Holzer hat das Wipptal über Jahre hinweg als Bezirksobfrau geprägt – mit, viel Engagement und einem klaren Gespür für die Themen vor Ort. Zahlreiche Initiativen gehen auf ihre Amtszeit zurück. Künftig tritt sie etwas kürzer, bleibt dem Bezirk aber weiterhin erhalten. Mit Thomas Kerschbaumer übernimmt ein Funktionär, der das Handwerk aus der Praxis kennt. Als Ortsobmann von Franzensfeste ist er nah an den Betrieben und ihren Anliegen. „Ein Ehrenamt auf Bezirksebene ist noch einmal eine andere Herausforderung. Ich werde mein Bestes geben, um ein verlässlicher Ansprechpartner für die Handwerksbetriebe im Wipptal zu sein“, sagt Kerschbaumer. Der Wechsel steht damit für Kontinuität – mit neuer Verantwortung.

Neuer Wind im Wipptal:
Petra Holzer übergibt das Ruder an Thomas Kerschbaumer © lvh.apa

FRAUEN & JUNGES HANDWERK

DIE GRUPPEN IM LVH: Frauen und Junghandwerker/innen: Ihre Initiativen, Projekte, Unternehmungen und ihr Einsatz für das Handwerk.

Priska Reichhalter „Ja“ sagt

JUNGHANDWERKER/INNEN:

WER PRISKA REICHHALTER KENNT, WEISS: SIE PACKT AN. ALS TISCHLERIN, ALS UNTERNEHMERIN IM FAMILIENBETRIEB – UND ALS LANDESOBFRAU DER JUNGHANDWERKER/INNEN IM LVH.

Priska Reichhalter hat ganz bewusst Ja gesagt.

Nicht zu einer neuen Herausforderung im Betrieb, sondern zu ihrem Partner – und damit zu einem gemeinsamen Lebensweg.

Die Junghandwerker/innen im lvh freuen sich mit ihrer Landesobfrau über ihre Hochzeit und gratulieren herzlich.

EIN JA, GRÖSSER ALS EIN MOMENT

Eine Hochzeit ist privat. Und doch erzählt sie immer auch etwas über Haltung: über Vertrauen, über Zukunft, über den Mut, gemeinsam etwas aufzubauen. Vielleicht passt genau das so gut zum Handwerk. Denn auch dort geht es um Verlässlichkeit, um langfristiges Denken, um das Fundament, auf dem etwas wachsen kann. Wer ein Unternehmen führt, weiß das.

Wer Verantwortung für Mitarbeitende trägt, erst recht.

Priska Reichhalter tut beides.

Darum ist diese Gratulation mehr als ein freundlicher Glückwunsch. Sie ist Ausdruck eines starken Netzwerks, das zusammenhält – beruflich wie menschlich.

Liebe Priska, wir wünschen dir und Maximilian von Herzen alles Gute für euren gemeinsamen Lebensweg, viel Glück, Gesundheit und viele schöne gemeinsame Momente. Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit.

Priska Reichhalter im Kreise der Junghandwerker/innen © lvh.apa

Dolce Vita in Turin

FRAUEN IM HANDWERK:

EIN HAUCH VON DOLCE VITA, STILVOLLE ABENDE UND UNVERGESSLICHE

MOMENTE – GENAU DAS ERLEBTEN DIE FRAUEN IM HANDWERK BEI IHRER REISE NACH TURIN UND IM PIEMONT.

Elegante Abende, piemontesischer Wein und inspirierende Gespräche: Die Frauen im Handwerk gönnten sich kürzlich eine besondere Auszeit in Turin, den Langhe und Alba. Gemeinsam mit Landesobfrau Petra Holzer wurde die Reise zu einer perfekten Mischung aus Kultur, Genuss und wertvollem Austausch.

Auf dem Programm standen Highlights wie der Königspalast, das Ägyptische Museum, das Filmmuseum, stilvolle Dinner und eine Weinverkostung inmitten der berühmten Weinlandschaft des Piemont. Doch noch wichtiger als die Sehenswürdigkeiten war das Miteinander: neue Impulse, persönliche Begegnungen und starke Netzwerke unter Frauen, die das Handwerk in Südtirol mit Leidenschaft gestalten.

Denn manchmal entstehen die besten Ideen genau dort, wo Arbeit auf Lebensfreude trifft.

DIE BEZIRKS- UND ORTSOBLEUTE

DER FRAUEN IM HANDWERK UND JUNGHANDWERKER/INNEN IM LVH

Wir stellen uns vor…

Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns, wie zu den Frauen im Handwerk gekommen bist?

Mein Name ist Manuela Clement von der PF Design GmbH im Gadertal. Ich bin die Bezirksobfrau vom Unterpustertal/ Gadertal der Frauen im Handwerk. Eine Bekannte lud mich ein, an einem Treffen der Frauen im Handwerk teilzunehmen. Ich dachte, das könnte interessant sein, und schloss mich der Gruppe an.

Was war deine bisher schönste Erfahrung in der Gruppe der Frauen im Handwerk?

Ein Treffen, an das ich mich besonders gerne erinnere, war unser üblicher Neujahrsempfang, als es im Felsenkeller in Algund stattfand – eine fantastische Kulisse.

Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns in welcher Funktion du bei den Junghandwerker/innen tätig bist?

Mein Name ist David Zimmerhofer von der Ahro Polstermöbel GmbH. Ich bin Raumausstatter, mittlerweile im Verkauf und hauptsächlich in Kontakt mit Kundinnen und Kunden, sowie Lieferanten. Ich bin Bezirksobmann der Junghandwerker/innen im Unterpustertal/Gadertal.

Was motiviert Dich, bei den Junghandwerker/innen im lvh mitzumachen?

Meine Motivation liegt darin, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und für das Handwerk zu gewinnen. Positive Seiten aufzuzeigen und das Handwerk im Pustertal zu stärken.

Die Gruppe der Frauen im Palazzo Reale in Turin © lvh.apa
David Zimmerhofer © AHRO
Manuela Clement © PF Design GmbH

05|2026

WIRTSCHAFT & POLITIK

HANDWERK BESTIMMT MIT: Auf lokaler, nationaler und auch internationaler politischer und wirtschaftlicher Ebene hat das Handwerk eine wichtige Stimme.

Ein Jahr im Amt: Wenn Handwerk Politik macht

WER TÄGLICH BETRIEBE FÜHRT, WEISS, WO BÜROKRATIE BREMST, WO FLÄCHEN FEHLEN UND WARUM FACHKRÄFTE ZUM ENTSCHEIDENDEN ZUKUNFTSTHEMA WERDEN. GENAU DIESE PERSPEKTIVE BRINGEN IMMER MEHR HANDWERKERINNEN UND HANDWERKER AUCH IN DIE GEMEINDEPOLITIK EIN.

Ein Jahr nach den Gemeinderatswahlen zeigt sich: Bürgermeister/innen, sowie Gemeindereferentinnen und -referenten mit handwerklichem Hintergrund bringen nicht nur wirtschaftliches Verständnis mit, sondern vor allem Praxisnähe.

Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist das ein wichtiges Signal: Wer politische Entscheidungen trifft, sollte auch wissen, wie sie sich im betrieblichen Alltag auswirken.

PLATZ FÜR BETRIEBE SCHAFFEN

Für Bürgermeisterin Daniela Mittelberger in Vöran steht vor allem die Erweiterung der Handwerkerzone im Mittelpunkt. Als Verwaltungsangestellte im Elektrotechnikbetrieb kennt sie die Bedürfnisse der Betriebe aus eigener Erfahrung.

„Mit dem Gemeindeentwicklungsprogramm haben wir klar festgelegt, dass die Handwerkerzone erweitert werden soll“, sagt Mittelberger.

Die konkrete Umsetzung soll gemeinsam mit jenen Handwerkerinnen und Handwerkern erfolgen, die ihren Betrieb erweitern möchten, ebenso wie mit Junghandwerker/innen, die einen neuen Standort aufbauen wollen.

„Die Zusammenarbeit mit den Handwerkern erleichtert die politische Arbeit enorm. Fachwissen, Kompetenz und

die Nähe zur Praxis machen viele Entscheidungen klarer“, betont sie. Gerade dieser direkte Austausch ermögliche oft einfachere und schnellere Lösungen bei konkreten Beauftragungen in der Gemeinde.

PRAXIS STATT PAPIER

Auch Stefan Ilmer, Bürgermeister von Moos in Passeier und Tiefbauunternehmer, sieht die größte Herausforderung in der Bürokratie.

„Für kleine Betriebe wird es immer schwieriger, den bürokratischen Aufwand zu bewältigen“, sagt Ilmer. Gerade bei größeren öffentlichen Ausschreibungen scheiterten viele Unternehmen nicht an der Leistung, sondern an Zertifikaten und formalen Hürden.

Zwar versuche die Gemeinde bewusst, öffentliche Aufträge möglichst an lokale Betriebe zu vergeben, doch bei größeren Vergaben seien die Anforderungen oft finanziell und organisatorisch kaum noch stemmbar. Das schade vor allem kleineren Unternehmen. „Ich kann sehr viel von der Praxis in die Gemeindestube mitbringen. Gerade mit dem Bautenressort ist das die ideale Kombination.“

Seit über 25 Jahren führt Ilmer seinen eigenen Betrieb – diese Erfahrung prägt auch seinen politischen Zugang. Gleichzeitig sieht er den Fachkräftemangel als eines der größten Zukunftsthemen für das Passeiertal.

Daniela Mittelberger

Bürgermeisterin Vöran

LOKAL VERGEBEN, LOKAL STÄRKEN

Jessica Flöss, Gemeindereferentin in Abtei, kennt die Situation ebenfalls aus zwei Perspektiven: als Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnikerin und als Vizebezirksobfrau der Frauen im Handwerk im Unterpustertal/Gadertal. Ein wichtiger Erfolg im ersten Amtsjahr war die Lösung eines Bauvorhabens eines Handwerksbetriebs. Gleichzeitig wird bereits an einer neuen Handwerkerzone gearbeitet. „Die neue Handwerkerzone ist in Planung und soll noch in diesem Sommer genehmigt werden“, erklärt Flöss.

Die Betriebe seien aktuell gut ausgelastet, doch gerade deshalb brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und schnelle Entscheidungen, damit Entwicklung nicht an Formalitäten scheitert. „Der Aufwand für KMU ist oft viel zu hoch. Wir müssen öffentliche Aufträge stärker lokal vergeben und die Verfahren vereinfachen.“

Besonders beim Bau des Kindergartens in La Villa, für den Flöss zuständig ist, zeigt sich, wie wichtig funktionierende Vergabestrukturen sind. Ihr Wunsch: eine interne Ansprechperson in der Gemeinde, die sich gezielt um öffentliche Ausschreibungen kümmert.

WIRTSCHAFT

IM TAL HALTEN

Für René Bernard, Gemeindereferent im Sarntal und Tischler, ist klar: Politik muss dort ansetzen, wo Betriebe täglich an Grenzen stoßen. „Wir haben es geschafft, die Anliegen des Handwerks sichtbarer zu machen und ihnen mehr Gewicht zu geben“, sagt Bernard. Verände-

Stefan Ilmer

Bürgermeister Moos in Passeier

rungen bräuchten Zeit, entscheidend sei aber, dass man ins Tun komme.

Sein Fokus lag im ersten Jahr auf Betriebsflächen und Vernetzung. Die vorhandenen Gewerbezonen wurden auf Erweiterungsmöglichkeiten geprüft; während in einigen Bereichen noch bestehende Hallen genutzt werden können, ist die Zone in Sarnthein bereits ausgeschöpft.

Derzeit wird nach einem neuen Standort für eine zusätzliche Gewerbezone gesucht.

„Gerade für wachsende Handwerksbetriebe ist es entscheidend, im Ort bleiben zu können und nicht abwandern zu müssen“, betont er.

Regelmäßige Wirtschaftstreffen stärken zusätzlich die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Verbänden.

Gleichzeitig sieht Bernard große Herausforderungen beim Fachkräftemangel, bei steigenden Kosten und bei der Bürokratie, die besonders kleinere Unternehmen stark belastet.

POLITIK BRAUCHT PRAXIS

Wenn Handwerkerinnen und Handwerker politische Verantwortung übernehmen, verändert sich oft nicht alles sofort – aber vieles wird greifbarer.

Denn wer selbst täglich mit Aufträgen, Mitarbeitenden und Entscheidungen lebt, bringt eine Perspektive mit, die keine Theorie ersetzen kann. Und genau diese Nähe zur Praxis macht Gemeindepolitik oft besser.

René Bernard

Gemeindereferent Sarntal

Jessica Flöss Gemeindereferentin Abtei

„Wer den Brenner blockiert, blockiert ein Land.“

MIT GROSSEM UNVERSTÄNDNIS REAGIEREN DIE TRANSPORTEURINNEN UND

TRANSPORTEURE IM LVH AUF DIE

ANGEKÜNDIGTE DEMONSTRATION SAMT

SPERRE DER BRENNERAUTOBAHN AM 30. MAI 2026.

Eine Brennersperre trifft nicht nur den Verkehr – sie trifft Betriebe, Baustellen und ganze Lieferketten. Handwerksunternehmen warten auf Material, Baustellen geraten ins Stocken, Liefertermine platzen und verderbliche Waren kommen verspätet an. Auch Handel, Tourismus, Industrie und Dienstleistungssektor spüren die Folgen unmittelbar. Gerade am Pfingstwochenende, wenn zusätzlich tausende Urlauberinnen und Urlauber Richtung Süden unterwegs sind, droht ein wirtschaftlicher Ausnahmezustand.

„Es ist schlichtweg beschämend, dass die gesamte Brennerachse – eine europäische Lebensader – durch eine derartige Demonstration einfach lahmgelegt werden kann“, kritisiert Alexander Öhler, Obmann der Transporteurinnen und Transporteure im lvh.

Der Brenner sei weit mehr als eine Transitroute – er sei das zentrale Rückgrat für Wirtschaft, Versorgung und Mobilität zwischen Nord und Süd. Fällt diese Achse aus,

Alexander Öhler @ lvh.apa

geraten sämtliche Wirtschaftssektoren unter Druck. „Wenn Lkw nicht fahren, stehen irgendwann auch Produktion, Baustellen und Regale still. Wer den Brenner blockiert, blockiert nicht nur den Verkehr, sondern die Wirtschaft eines ganzen Landes“, so Öhler. Die Transporteurinnen und Transporteure im lvh betonen das Recht auf Demonstration, fordern aber politische Verantwortung und bessere Abstimmung zwischen Tirol und Südtirol. Eine Sperre dieser Tragweite sei kein Signal, sondern ein wirtschaftspolitischer Totalschaden. (Anmerkung der Redaktion: Zu Redaktionsschluss stand noch nicht endgültig fest, ob die Demonstration stattfindet.)

Handwerk ist jetzt Gesetz

„HANDWERKLICH“ KLINGT GUT – UND WURDE LANGE OFT EINFACH SO VERWENDET.

DAMIT IST JETZT SCHLUSS. SEIT DEM 7. APRIL 2026 SCHÜTZT DAS NEUE GESETZ NR. 34/2026, DAS SOGENANNTE KMU-GESETZ, DIE BEZEICHNUNGEN RECHTLICH.

Das “Handwerk” ist ab sofort ein rechtlich geschützter Begriff © Hannes Niederkofler

Was bisher häufig als Marketingbegriff genutzt wurde, ist nun klar geregelt: Handwerk ist kein Werbeslogan mehr, sondern eine geschützte Qualifikation.

Die Begriffe „Handwerker/in“ und „handwerklich“ dürfen ausschließlich von Betrieben verwendet werden, die ordnungsgemäß im Verzeichnis der Handwerksbetriebe eingetragen sind. Das gilt nicht nur für Firmenname oder Logo, sondern für die gesamte Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen.

Auch Handels- oder Industriebetriebe dürfen Fremdprodukte nur dann als „handwerklich“ bewerben, wenn diese nachweislich von einem eingetragenen Handwerksbetrieb hergestellt wurden – und diese Herkunft klar ausgewiesen ist. Besonders wichtig: Selbst

wenn Produkte tatsächlich von Hand, mit hochwertigen Rohstoffen oder nach traditionellen Methoden hergestellt werden, reicht das rechtlich nicht aus. Ohne formelle Eintragung im Handwerksverzeichnis ist die werbliche Nutzung der Begriffe verboten. Damit soll klar zwischen echter handwerklicher Qualifikation und bloßem Marketing unterschieden werden.

Die Sanktionen sind deutlich: Wer die geschützten Begriffe unrechtmäßig verwendet, riskiert eine Verwaltungsstrafe von einem Prozent des Unternehmensumsatzes – mindestens jedoch 25.000 Euro pro Verstoß. Für Betriebe bedeutet das vor allem eines: Handwerk ist ab sofort nicht nur ein Qualitätsversprechen, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung.

Ein Schild, weniger Bürokratie

FIRMENSCHILDER SOLL INFORMIEREN – NICHT UNNÖTIG ZUSÄTZLICH

KOSTEN FÜR BETRIEBE VERURSACHEN.

Firmenschilder auf Baustellen unterlagen bis dato bekanntlich der Vermögensgebühr für Konzessionen, Ermächtigungen und Werbung (besser bekannt als “Werbesteuer”), was dem lvh schon lange ein Dorn im Auge war.

Dank eines vom Wirtschaftsverband Handwerk udn Dienstleister (lvh.apa) aufgeworfenen und von Senator Meinhard Durnwalder eingebrachten Gesetzesänderungsvorschlags konnte nun jedoch eine erfreuliche Gesetzesänderung in Rom erreicht werden.

Demnach gilt nunmehr, dass Firmenschilder, welche an der Baustelle angebracht sind, auf der das Handwerksunternehmen arbeitet, von der Entrichtung der “Werbesteuer” befreit sind, sofern ihre Gesamtfläche maximal fünf Quadratmeter beträgt.

Bis dato galt die Befreiung nur für Firmenschilder, welche am Standort des Betriebes installiert waren, nicht aber auf Baustellen.

Weiterhin aufrecht bleibt bis auf weiteres die Meldepflicht dieser Firmenschilder auf Baustellen. Zu diesem Thema steht der lvh in engem Austausch mit dem Gemeindenverband, um künftig bürokratische Erleichterungen zu erreichen. Auch entsprechende Gesetzesänderungsvorschläge werden eingereicht.

Wichtig jedenfalls: Die “Werbesteuer” ist für die oben genannten Firmenschilder auf Baustellen nicht mehr zu entrichten, sofern sie kleiner als 5m² sind und an Baustellen angebracht sind, auf denen das Handwerksunternehmen arbeitet.

Sollten lvh-Mitgliedsbetriebe dennoch weiterhin Zahlungsaufforderungen für Firmenschilder erhalten, die kleiner als 5m² und an Baustellen angebracht sind, auf denen ihr Unternehmen arbeitet, so können Sie sich gerne zur Prüfung an den lvh wenden.

E-Mail: legal@lvh.it

Im Gespräch mit...

Michl Ebner

Präsident der Handelskammer Bozen

01

Wo wirken sich globale Konflikte aktuell am stärksten auf heimische Betriebe aus?

Die erste Auswirkung der Krise ist der Anstieg der Energiekosten, der sich unmittelbar auf den Transport- und Logistiksektor auswirkt, aber auch auf viele energieintensive Industrie- und Fertigungszweige wie die Herstellung von Baumaterialien, die Metallverarbeitung, den Maschinenbau und die Kunststoffverarbeitung. Die steigenden Produktionskosten wirken sich dann entlang der Lieferketten bis hin zum Handel und zu den Verbrauchern aus.

02

Was sichert die Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Handwerk in Südtirol?

Dazu braucht es vor allem Investitionen in Innovation, Forschung und Digitalisierung sowie die gezielte Aus- und Weiterbildung qualifizierter Fachkräfte. Letztendlich müssen die Unternehmen ihre Produktivität laufend steigern, auch durch effizientere Prozesse und, wo sinnvoll, Automatisierung. 03

Wie gelingt KMU in Südtirol der Spagat zwischen global und regional?

Um den Spagat zu schaffen, können Südtirols KMU ihre Internationalisierung gezielt auf kulturell und sprachlich nahe Märkte wie Deutschland, Österreich und die Schweiz ausrichten und so Risiken reduzieren. Gleichzeitig ist es wichtig, die Regionalität über hochwertige, lokal verankerte Produkte und stabile regionale Netzwerke zu stärken. Darüber hinaus braucht es Unterstützung und Beratung durch Institutionen, um Hürden wie Bürokratie und fehlende Marktinformationen beim Export zu überwinden.

HANDWERK & GESELLSCHAFT

ARBEIT ALLEIN BESTIMMT NICHT DAS LEBEN: Geselliges Beisammensein und gute Unterhaltung werden im Handwerk groß geschrieben.

Neue Lust auf Leistung

DIE LANDESVERSAMMLUNG DES SÜDTIROLER HANDWERKS IM HAUS DES HANDWERKS IN BOZEN STAND GANZ IM ZEICHEN EINES ZENTRALEN THEMAS: WIE DENKT DIE JUNGE GENERATION ÜBER ARBEIT – UND WAS BEDEUTET DAS FÜR DAS HANDWERK?

Martin Haller begrüßte die zahlreichen Gäste © Tania Marcadella

Unter dem Leitmotiv „Millennials – eine Generation, die Arbeit neu denkt“ wurde deutlich: Die Erwartungen an Beruf, Karriere und Lebensgestaltung haben sich grundlegend verändert. Für das Handwerk liegt darin eine Herausforderung – aber vor allem eine große Chance.

HANDWERK IST ZUKUNFT

lvh-Präsident Martin Haller griff dieses Thema in seiner Eröffnungsrede direkt auf und stellte die Verbindung zwischen Generationenwandel und Zukunftsfähigkeit her: „Das Handwerk hat Zukunft. Aber diese Zukunft passiert nicht von allein – wir müssen sie aktiv gestalten“, betonte der lvh-Präsident. Landeshauptmann Arno Kompatscher knüpfte in seinen

Starke Vertretung: Die Frauen im Handwerk auf der Landesversammlung ©

Kammerabgeordneter Dieter Steger, Senator Meinhard Durnwalder und Altlandeshauptmann Luis Durnwalder waren ebenfalls anwesend. © Tania Marcadella
Tania Marcadella

Im Gespräch mit... v.l.: Christian Bianchi, Philipp Achammer, Franziska Haller, Patrick Gampenrieder und Nora Reichhalter (Moderatorin) © Tania Marcadella

Grußworten an diese Überlegungen an und unterstrich die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Themas: „Wenn wir wollen, dass junge Menschen in Südtirol bleiben und hier ihre Zukunft aufbauen, müssen wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Leistung, Innovation und Lebensqualität zusammenpassen.“

Wie diese Herausforderungen konkret aussehen, zeigte die anschließende Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Handwerk: Landesrat Philipp Achammer und Landesrat Christian Bianchi diskutierten gemeinsam mit Jungunternehmerin Franziska Haller (Spinnradl GmbH) und Jungunternehmer Patrick Gampenrieder (Tischlerei Gampenrieder GmbH).

Den inhaltlichen Kern der Veranstaltung lieferte der Impulsvortrag von Impulsforscherin Steffi Burkhart. Sie zeigte eindrücklich auf, wie sich die Werte der Millennials verändert haben – und welche Konsequenzen das für Unternehmen hat.

Zum Abschluss brachte lvh-Direktor Walter Pöhl die zentrale Botschaft der Veranstaltung auf den Punkt: „Handwerk sind WIR. Und darauf sind wir stolz“, unterstrich Pöhl.

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In Gesprächen, Begegnungen und neuen Impulsen wurde einmal mehr deutlich: Das Handwerk lebt vom Miteinander – vom Dialog zwischen Generationen, Betrieben und Entscheidungsträgern.

Sprach zu den Handwerkerinnen und Handwerkern: Landeshauptmann Arno Kompatscher ©

Impulsforscherin Steffi Burk erläuterte die „Lust auf Leistung“ der neuen Generation © Tania Marcadella

Die Ehrengäste und Teilnehmenden der Landesversammlung © Tania

Walter Pöhl stärkte das WIR-Gefühl © Tania Marcadella
Tania Marcadella
Marcadella

THEMEN IN BEWEGUNG

GROSSE THEMEN: „History Communication“ als strategische Aufbereitung der Unternehmensgeschichte zur Vermittlung von Identität, Werten und Entwicklung

Die Firmengeschichte schreiben und erzählen

OB FIRMENJUBILÄUM ODER HISTORISCHE EREIGNISSE – UNTERNEHMEN, DIE SEIT JAHRZEHNTEN ODER GAR JAHRHUNDERTEN BESTEHEN, BLICKEN AUF EINE EREIGNISREICHE GESCHICHTE ZURÜCK. WIE SIE DIESE FÜR DIE KOMMUNIKATION NUTZEN KÖNNEN.

Zeitungsartikel von der Firmengründung oder das erste Foto der Mitarbeitenden rufen alte Erinnerungen wach. Wenn Unternehmen beginnen, sich umfassend mit ihrer Geschichte zu befassen und sie intern oder extern zu kommunizieren, dann ist das „History Communication“. History Communication ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Sie beschreibt die systematische Aufarbeitung und kommunikative Darstellung der Unternehmensgeschichte, um die Identität und Reputation eines Unternehmens zu

stärken. Integriert in die Marketing- und PR-Strategie kann die Firmenhistorie so zu einem wirksamen Instrument werden. Kurz gesagt: ein spannendes Thema, das für viele Unternehmen und ihre Kommunikation an Bedeutung gewinnt.

WIESO BRAUCHT EIN UNTERNEHMEN

HISTORY COMMUNICATION?

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die sich nicht oder nur unzureichend mit ihrer Geschichte befassen. Eine gut aufbereitete und kommunizierte Unternehmensgeschichte kann positiv zur Identitätsbildung und zur Bindung der Mitarbeitenden beitragen. Mitarbeitende können stolz darauf sein, einen Teil der Geschichte mitgeschrieben zu haben, und werden sich freuen, diese als Corporate Influencer nach außen zu tragen.

EINE

GESCHICHTE – VIELE KANÄLE

Im Laufe der Jahrezehnte sammeln sich viele Dokumente, Fotos und Unterlagen im Unternehmen an. Der klassische Weg für die Aufbewahrung ist die Chronik. Dort werden Zeitdokumente gesammelt und strukturiert. Ein Multichannel-Ansatz ermöglicht es, das Material zu verarbeiten und unterschiedliche Zielgruppen damit zu erreichen.

Auf der Unternehmenswebsite kann beispielsweise eine eigene Unterseite mit Informationen über die Entwicklung des Unternehmens angelegt werden. Auch auf Social Media lassen sich alte Fotos nutzen, um die Follower teilhaben zu lassen.

GUTE GRÜNDE FÜR DIE JUBILÄUMSFEIER

Wichtige Meilensteine der Firmengeschichte zu feiern, ist mehr als nur ein netter Anlass – eine Jubiläumsfeier erfüllt gleich mehrere wichtige Funktionen. Es ist eine gute Gelegenheit, Mitarbeitenden, Kundinnen/ Kunden und Partnerinnen/Partnern für ihre Treue und ihren Beitrag zu danken. Das stärkt Beziehnungen und Loyalität. Außerdem schafft gemeinsames Feiern Identifikation und Gelegenheit, Kontakte zu pflegen und auszubauen.

Ein Jubiläumsfest bietet aber auch zahlreiche Anlässe für Kommunikation – für klassische Medienarbeit, Social Media oder spezielle Aktionen. Alte Berichte, historische Bilder oder Anekdoten ermöglichen dabei eine eindrucksvolle Darstellung der Unternehmensgeschichte und verleihen auch der Veranstaltung eine individuelle Note. Erfolge der Vergangenheit können reflektiert, aber auch Zukunftsvisionen präsentiert werden. Das gibt intern und extern Orientierung. Gleichzeitig wird Verlässlichkeit und Verbundenheit mit dem lokalen Umfeld demonstriert.

So lässt sich ein Jubiläum als Marketing- und PR-Chance nutzen – erhöhte Sichtbarkeit inklusive.

TIPPS FÜR DEN PRAXISALLTAG

Sie möchten auch beginnen, sich intensiver mit Ihrer Unternehmensgeschichte zu befassen? Oder Sie möchten sich rechtzeitig auf ein wichtiges Jubiläum vorbereiten? Wir haben einige Praxistipps für Sie gesammelt.

> 1. Systematische Dokumentation der Unternehmensgeschichte: Sammeln und archivieren Sie alle relevanten Dokumente, Fotos und Berichte aus der Vergangenheit des Unternehmens. Ein physisches und/oder digitales Archiv hilft, Meilensteine und bedeutende Ereignisse nicht zu vergessen, und bildet die Basis für History Communication.

> 2. Regelmäßige Kommunikation: Integrieren Sie die Geschichte Ihres Unternehmens in die laufende Kommunikation. Teilen Sie Anekdoten und Erfolge in regelmäßigen Unternehmens-Updates oder entwickeln Sie eine eigene Marketingkampagne

anlässlich eines Firmenjubiläums. So wird das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden gestärkt und die Identifikation mit dem Unternehmen erhöht.

> 3. Multichannel-Ansatz: Nutzen Sie verschiedene Kommunikationskanäle, um Ihre Geschichte zu erzählen. Ob Websites, Social Media und Newsletter oder traditionelle Medien wie Zeitschriften: Über unterschiedliche Plattformen können Sie Ihre Geschichte an diverse Zielgruppen vermitteln und erhöhen dabei die Sichtbarkeit des Unternehmens. Wichtig zu beachten ist, den Inhalt stets entsprechend anzupassen.

> 4. Transparente und ehrliche Kommunikation: Authentizität ist entscheidend. Vermeiden Sie nicht die schwierigen Kapitel Ihrer Geschichte. Bieten Sie Kontext und arbeiten Sie schwierige Themen gegebenenfalls mit Expertinnen/Experten auf. Nur so können Vertrauen und Glaubwürdigkeit bewahrt werden.

> History Communication ist ein wichtiges Werkzeug, das Unternehmen dabei hilft, ihre Vergangenheit zu verstehen und ihre Zukunft zu gestalten. Indem Unternehmen ihre Geschichte aufarbeiten und authentisch kommunizieren, können sie ihre Identität und Reputation stärken und die Bindung ihrer Stakeholder stärken.

Clavis Kommunikationsberatung

Laubengasse 76, 39100 Bozen Tel. 0471 058 868 office@clavis.it www.clavis.it

Die Autorinnen
Judith Egger-Karlegger © Clavis
Monika Knoll © Clavis

05|2026

IM BLICK

TRENDS: Marktneuheiten, Produktvorstellungen, Betriebsporträts, Public Relation, Werbung

Elektronischer Zahlungsverkehr

Gute Unternehmensführung ist erlernbar

BILDUNGSHAUS KLOSTER NEUSTIFT: 21. MASTER-LEHRGANG „MANAGEMENT UND UNTERNEHMENSFÜHRUNG“ STARTET BERUFSBEGLEITEND IM OKTOBER 2026.

Am 2. Oktober 2026 startet im Bildungshaus Kloster Neustift die 21. Auflage des berufsbegleitenden Master-Lehrgangs „Management und Unternehmensführung für Klein- und Mittelunternehmen in Südtirol“. Der Lehrgang findet in Kooperation mit der School of Management & Technology (SCMT) der Steinbeis-Hochschule sowie dem lvh.apa statt und umfasst 18 Module á zwei Tage. Vermittelt werden zentrale Kompetenzen in verschiedenen Bereichen wie strategische Planung, Kostenrechnung, Controlling, Marketing, Mitarbeiterführung, Kommunikation.

Das Programm ist speziell auf die Bedürfnisse Südtiroler Klein- und Mittelunternehmen abgestimmt. Teilnehmende profitieren vom Austausch mit anderen Unternehmern und Unternehmerinnen und Führungskräften aus der Region und bauen wertvolle Netzwerke auf.

Der Lehrgang schließt nach zwei Semestern mit dem Grad „Zertifizierte/-r General Manager/-in“ ab. Optional besteht die Möglichkeit, durch ein zusätzliches Semester an der Steinbeis-Hochschule (SMT) den Grad „Master of Business Administration (MBA)“ zu erlangen.

INFORMATION & ANMELDUNG

www. bildungshaus.it/beruf elisa.comploi@kloster-neustift.it Tel. 0472 824 338

Eine Teilnahme ist auch ohne Matura oder akademischen Abschluss möglich. Zugelassen werden können auch langjährige Führungskräfte, die weder über einen Meistertitel noch über eine Matura verfügen, sowie selbstverständlich auch Interessierte mit Universitätsabschluss.

RÜCKVERGÜTUNG

POS-TRANSAKTIONSSPESEN

FÜR KLEINBETRÄGE

Gute Nachrichten für Raiffeisen-Kundinnen und -Kunden! Die Südtiroler Raiffeisenkassen setzen auch 2026 ihre erfolgreiche Aktion zur Förderung elektronischer Zahlungen fort. Firmenkundinnen und Firmenkunden mit einem POS-Gerät von Raiffeisen werden Transaktionsspesen für Kartenzahlungen bei Kleinbeträgen rückerstattet. Hier die Eckdaten:

> gültig für Zahlungen bis einschließlich zehn Euro mit PagoBancomat, VISA und Mastercard, die über NEXI abgewickelt werden;

> Zeitraum: 01.01.2026 bis 31.12.2026;

> Rückerstattung nach jedem Trimester;

> keine Umsatzbegrenzung – unabhängig von der Betriebsgröße.

Vorteile für dein Unternehmen:

> bequeme Zahlungsabwicklung ohne Bargeldaufwand;

> weniger Risiko von Falschgeld;

> geringere Kosten für Bargeldeinlagen. Für weitere Informationen wende dich an deine Beraterin bzw. deinen Berater.

Werbemitteilung mit Verkaufsabsicht. Die Vertragsbedingungen entnehmen Sie den Informationsblättern in Ihrer Raiffeisenkasse und auf www.raiffeisen.it im Abschnitt Transparenz.

www.raiffeisen.it

Neuer Standort und Zentrallager im Trentino

TOPHAUS, TRIENT: MIT DEM NEUEN STANDORT IN TRIENT-SPINI SETZT TOPHAUS EINEN WEITEREN WICHTIGEN SCHRITT, UM SEINE PRÄSENZ IM TRENTINO NACHHALTIG ZU STÄRKEN UND DIE NÄHE ZU DEN KUNDEN WEITER AUSZUBAUEN.

Der neue Standort in der Via dell’Ora del Garda 5 überzeugt bereits durch seine strategisch günstige Lage. Unmittelbar in der Nähe der Autobahnausfahrt Trient Nord gelegen, ist der Standort schnell und bequem erreichbar. Die hervorragende Verkehrsanbindung ermöglicht kurze Wege, schnelle Ladezeiten und eine effiziente Versorgung der Baustellen in der gesamten Region.

Der Standort wurde mit einem innovativen Konzept entwickelt, das moderne Logistik, effiziente Abläufe und eine klare Struktur miteinander verbindet.

Herzstück des Standortes ist ein großzügiges Lagerkonzept: Rund 8000 Quadratmeter überdachte Lagerfläche mit Regalanlagen bis zu acht Meter Höhe bieten viel Platz für ein breites und sofort verfügbares Sortiment. Ergänzt wird dies durch etwa 3000 Quadratmeter Außenlager sowie einen modernen Baumarkt mit rund 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Im Obergeschoss befinden sich neben Büros auch Räumlichkeiten für die TopHaus Academy sowie eine Mitarbeitermensa – ein Ort für Austausch, Weiterbildung und Zusammenarbeit. Im Lager steht ein umfangreiches Sortiment für den Massiv-, Holz- und Trockenbau zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot im Baumarkt durch eine große Auswahl an Werkzeugen, Elektrowerkzeugen, Maschinen und Farben sowie Arbeitsbekleidung. Der neue Standort deckt nicht nur das gesamte Gebiet des Trentino ab: Er fungiert als logistisches Zentrum für alle weiteren TopHaus- und Ebli-Standorte in der Provinz Trient.

ZU VERKAUFEN

Band-/Bügelsäge, Härteofen, Ausklinkmaschine, große Drehbank und Messestandelemente günstig zu verkaufen.

Blumau, Mob: 339 656 28 14.

Neuer Standort von TopHaus in Trient-Spini © TopHaus

TOPHAUS BAU-MESSE

Samstag, 16., und Sonntag, 17. Mai Über 70 Aussteller und ein unterhaltsames Rahmenprogramm für Groß und Klein erwarten die Besucher bei der 12. Ausgabe der Bau-Messe, die zum ersten Mal im Trentino stattfindet.

KONTAKT

TopHaus AG Via dell’Ora del Garda 5 38121 Trient info@tophaus.com www.tophaus.com

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