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manufakt 01/2026

Page 1

80. Jahrgang 81.

www.lvh.it

01 2026

I. R.– Poste Italiane SpA | Spedizione in Abbonamento Postale D. L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 no 46) | art.1, comma 1 CNS Bolzano Tassa Pagata – Taxe Percue | mensile, edizione nr° 1 2

manufakt Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft

Wenn Zukunft den Betrieb wechselt Innovation als Schlüssel der Unternehmensnachfolge. Seite 14

Starke Partner für das Handwerk

Land, lvh und NOI Techpark öffnen Betrieben neue Wege. Seite 18

Integration beginnt mit Verständigung Warum Sprachkompetenz für alle von Vorteil ist. Seite 36

SICHTBAR IN JEDER HANDBEWEGUNG WIRTSCHAFTSMOTOR HANDWERK


VERLÄS SLICH

Tip Top Fenster & Systeme, Meransen

Eine größere Produktionshalle, eine moderne Photovoltaikanlage und eine Leasinglösung, die mitwächst. Wie Tip Top Fenster mit unserer Unterstützung in eine nachhaltige Zukunft investiert, erfahren Sie hier im Video:

WACHSTUM MIT WEITBLICK. Manuel Cainelli Persönlicher Berater der Tip Top Fenster & Systeme Hypo Vorarlberg Leasing AG, Norditalien www.hypoleasing.it


Liebe Handwerkerinnen, liebe Handwerker,

3 01|2026

das neue Jahr hält bereits viele Herausforderungen für uns bereit. Interessant ist sicherlich eine Wirtschaftsstudie, die sich mit der Wirtschaft in unserem Land beschäftigt und die Rolle, die unser Handwerk darin spielt. Wir haben hierzu, beispielhaft, zwei Unternehmer/innen, sowie Johanna Santa Falser, die Vizepräsidentin der Handelskammer Bozen um ihre Einschätzung gebeten. Die Unternehmensnachfolge beschäftigt sehr viele unserer Mitgliedsbetriebe. Innovation und Zukunftsplanung gehen dabei Hand in Hand. Diesbezüglich gab es ein interessantes Treffen in Udine. Um beim Thema Innovation zu bleiben, gibt es Neuigkeiten zur Zusammenarbeit und Förderung von KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) zwischen dem Land, dem lvh und dem NOI Techpark. Bei einem Innovationsfrühstück mit Landesrat Philipp Achammer wurden zudem weitere Möglichkeiten besprochen. Gerade was ausländische Fachkräfte angeht, haben wir in einer der vorangegangenen Ausgaben deren Bedeutung für unseren Wirtschaftsstandort thematisiert. Gemeinsam mit SVP-Landessekretär Harald Stauder greifen wir die Wichtigkeit dieses Themas erneut auf, diesmal mit dem Fokus auf die Bedeutung der sprachlichen Kompetenzen für eine gelungene Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt. Neuigkeiten aus den Branchen und Bezirken, sowie den Gruppen der Junghandwerker/ innen im lvh und der Frauen im Handwerk gibt es natürlich auch. Ich wünsche allen einen guten und erfolgreichen Start in das Jahr 2026. Was auch immer uns erwartet, wenn das Handwerk zusammensteht, meistern wir gemeinsam wieder alle Hürden und werden erneut Erfolge und Fortschritte verzeichnen können. Euer Präsident

manufakt


10–13 RÜCKGRAT DER SÜDTIROLER WIRTSCHAFT: DAS HANDWERK

IMMER FÜR SIE DA! lvh.apa Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister

www.lvh.it

4 01|2026

Impressum manufakt – Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft Auflage 10.000 Exemplare für 40.000 Leser/innen hgb. und Verwaltung lvh.apa Bildung & Service Gen. mbH Mitterweg 7 39100 Bozen Tel. 0471 323 200 manufakt@lvh.it Jährliche Abo-Gebühr 55 Euro (Inland) 65 Euro (Ausland) Leitung Dr. Ramona Pranter, MBA Redaktion: Leslie Wiss (lw) Maria Vittoria Gambelli (mg)

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36

Verantwortliche Werbung/Sponsoring Themen in Bewegung, Im Blick: Dr. Margareth M. Bernard (mb) Lektorat: Julia Ranigler, MBA Presserechtlich Verantwortlicher: Dr. Bernhard Christanell, MA Reg. Tribunal Bozen Nr. 24 am 11. Mai 1948. ROC 9592 Grafik und Layout: Longo AG Druck: Athesiadruck GmbH Bozen

INNOVATION? FÄNGT BEIM HANDWERK AN.

VERSTÄNDIGUNG BAUT ZUKUNFT: SPRACHE ALS SCHLÜSSEL


INHALT

Inhalt NEWS

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A BFALLREGISTER: RENTRI-PFLICHT Wie der lvh seine Mitgliedsbetriebe unterstützt und Ihnen Arbeit abnimmt.

WIRTSCHAFT & POLITIK

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HANDWERK & GESELLSCHAFT

FOKUS

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STILLE KRAFT. GROSSE WIRKUNG. Das Handwerk ist das Fundament der Südtiroler Wirtschaft.

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BETRIEB

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J ETZT FÖRDERUNGEN SICHERN! Kapital für Ideen. Raum für Innovation. Mit dem lvh als starkem Partner.

VOM WERKRAUM IN DEN HÖRSAAL Meistertitel künftig als Zugangsvoraussetzung für Bachelor-Studium.

S ONNENREISEN Das Familienunternehmen feiert sein 45-jähriges Firmenjubiläum.

THEMEN IN BEWEGUNG

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WEITERBILDUNG

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R EDEN WIR DRÜBER! Wegweisende Treffen der lvh-Spitze mit Südtiroler Gemeinden.

K LIMAHOUSE Die Branche trifft sich in Bozen.

IM BLICK

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T RENDS UND MÄRKTE Selectra AG, IDM-Südtirol Marke, Ostermann Italia Srl, Fachmesse Dach und Holz International

BRANCHEN & BEZIRKE

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F ORMEN. DESIGN. HANDWERK. Die Welt von Martin Oberhauser.

32

H ERAUSFORDERUNG MOBILITÄT Zahlreiche Infrastrukturprojekte in und um Bozen werden zu Belastungsprobe.

Impulse 07

KLARTEXT von Walter Pöhl

16

ZUKUNFTSTRENDS und Tipps

20

KURSE Das Angebot des lvh

41

IM GESPRÄCH MIT... Landeshauptmann Arno Kompatscher

FRAUEN & JUNGES HANDWERK

50 JAHRE UNTER STROM: ELEKTRO ROTTENSTEINER manufakt

34

T EMPO. TAKTIK. TEAM. Die Junghandwerker/innen im lvh veranstalteten ein Paintball-Turnier.

5 01|2026


NEWS

Unser Post des Monats

AKTUELLES IM ÜBERBLICK: Was bewegt die Welt des Handwerks und der Dienstleister in Südtirol?

„Zukunft in deiner Hand“ wird zudem unterstützt von: Land Südtirol und Bilaterale Körperschaft für das Handwerk © Südtirol 1

6 01|2026

„Zukunft in deiner Hand“ DIE ENTSCHEIDUNG NACH DER MITTELSCHULE PRÄGT DIE ZUKUNFT: WEITERFÜHRENDE SCHULE ODER EIN PRAKTISCHER BERUF? Um Orientierung zu geben, stellt der lvh zusammen mit Südtirol 1 und Radio Tirol in der Woche vom 2. bis 6. Februar die Frage in den Mittelpunkt, die viele Jugendliche beschäftigt: Lehre oder weiterführende Schule – welcher Weg passt zu mir? Reporter Roland Hillebrand spricht mit Lehrlingen, Ausbilderinnen und Ausbildern, Unternehmerinnen, Unternehmern, sowie Fachleuten aus der Südtiroler Wirtschaft, um herauszufinden: > Wie wird man eigentlich Lehrling? > Welche Lehrberufe gibt es? > Und wie finde ich den Traumberuf, der wirklich zu mir passt? Statt abstrakter Antworten gibt es echte Geschichten: Jeden Tag berichtet ein anderer Lehrling aus seinem Alltag, von der Werkbank, aus der Werkstatt oder aus dem Büro. Ergänzt werden diese Perspektiven durch Ausbilder/innen und Fachleute, die zeigen, wie vielfältig die Wege ins Handwerk sind – und welche Chancen eine Lehre heute eröffnet.

Imagekampagne der Maschinenbaumechaniker/ innen und Werkzeug/macherinnen im lvh Technik, die begeistert – Menschen die sie möglich machen Im neuen Video werfen wir einen Blick in die Werkstätten junger Taltene: Jeder Handgriff zeigt, wie vielseitig und modern Maschinen- und Werkzeugbau heute ist. Authentische Momente, starkes Handwerk, junge Energie. Und das Beste: Weitere Einblicke folgen! www.lvh.it www.generation-h.net #wirsindhandwerk #handwerksüdtirol #maschinenbau # werkzeugbau


KLARTEXT

Der Stand der Dachdecker/innen im lvh auf der Klimahouse 2025 © lvh.apa

Klimahouse 2026 VON MITTWOCH, 28. BIS SAMSTAG, 31. JANUAR 2026 ÖFFNET DIE KLIMAHOUSE, IN BOZEN ERNEUT IHRE TORE. Auch in diesem Jahr ist der lvh mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 210 m² vertreten und präsentiert gemeinsam mit sieben spezialisierten Betrieben innovative Lösungen für modernes, energiesparendes Bauen. Die teilnehmenden Unternehmen sind: Agosti Nanotherm srl, Beikircher Gruenland GmbH, Geosun GmbH, die Berufsgemeinschaft der Dachdecker/innen im lvh, Workplus GmbH, Reichhalter Treppen KG und Thermosol KG. Fachkundige Beratung steht im Mittelpunkt des Messeauftritts. Seit der ersten Auflage zählt der lvh zu den institutionellen Partnern der Klimahouse. Weitere Informationen zur Messe git es unter: www.fierabolzano.it/klimahouse/de/

Service, der überzeugt STARKES VERTRAUEN UND EINE KLARE BESTÄTIGUNG: DIE LVH-DIENSTLEISTUNGEN ERHALTEN EINE TOP-BEWERTUNG. Die Kundinnen und Kunden haben gesprochen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die lvh-Dienstleistungen und Bezirksbüros wurden mit 90 Prozent Weiterempfehlungsrate und einer Zufriedenheit von 9,1 von 10 Punkten ausgezeichnet. Eine Bewertung, die nicht nur „sehr gut“ klingt, sondern die tägliche Arbeit des Verbandes bestätigt. Das unabhängige Qualitätssiegel „vom Kunden empfohlen“ zeigt deutlich: Die Servicequalität des lvh wird nicht nur wahrgenommen, sondern geschätzt – von Beratung und Unterstützung bis hin zur Präsenz in den Bezirken.

Qualität, die Kundinnen und Kunden bestätigen

WALTER PÖHL lvh-Direktor

„Dialog, der Handwerk und Gemeinden stärkt.“ Handwerk findet nicht im Abstrakten statt, sondern mitten im Leben der Menschen – in den Dörfern, in den Tälern, in den Stadtteilen. Und genau deshalb brauchen wir einen direkten, kontinuierlichen Austausch zwischen Gemeindeverwaltungen und dem Handwerk. Dieser Dialog ermöglicht etwas, das in strategischen Papieren allein nie entstehen kann: ein gemeinsames Verständnis für regionale Bedürfnisse, für wirtschaftliche Dynamiken und für das Zusammenspiel von Lebensqualität und Wertschöpfung. Gemeinden gestalten Rahmenbedingungen, wir gestalten Leistungen – und beides funktioniert am besten, wenn es eng verzahnt ist. Ob es um Standortfragen, Mobilität, faire Vergaben, Wohn- und Arbeitsräume oder die Entwicklung lokaler Kreisläufe geht: Das Handwerk ist zentraler Partner. Die Gespräche der vergangenen Monate haben gezeigt, wie viel entsteht, wenn beide Seiten offen miteinander arbeiten. Lösungen werden tragfähiger, Entscheidungen und Strategien wirksamer. Wir, als Verband, werden diesen Weg weitergehen: konstruktiv, verlässlich und immer mit dem Blick darauf, was unsere Mitgliedsbetriebe und unser Land langfristig stärkt. Euer Direktor,

7 01|2026


MANUFAKT NEWS

lvh und Garfidi starten kostenlose Sprechstunden AB FEBRUAR 2026 PROFITIEREN LVH-MITGLIEDER VON EINEM NEUEN BERATUNGSANGEBOT: GEMEINSAM MIT GARFIDI BIETET DER VERBAND MONATLICHE SPRECHSTUNDEN ZU FINANZIERUNGS- UND GARANTIEFRAGEN AN – KOMPETENT, VERTRAULICH UND KOSTENLOS. Ziel dieser Kooperation ist es, Handwerksbetrieben eine praxisnahe Unterstützung bei der Einschätzung von Finanzierungsmöglichkeiten und Garantien zu bieten. Die Beratung konzentriert sich auf Themen wie: • Garantien (FCG, SACE, Garfidi) • Finanzierungsstrukturen (Kredite, Darlehen, Konditionen) • Wichtige Finanzierungskennzahlen

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WIE ANMELDEN? Die Sprechstunden finden monatlich in den lvh-Bezirksbüros statt. Eine Anmeldung ist erforderlich und die Termine müssen über die Rezeptionen der Bezirksbüros vereinbart werden. Die erforderlichen Unterlagen werden vorab an Garfidi übermittelt, um eine effiziente Beratung zu gewährleisten.

WO UND WANN?

WARUM TEILNEHMEN?

• Bozen: zweiter Montag im Monat, 9–12 Uhr; Kontakt 0471 323460 – bozen@lvh.it • Meran: erster Montag im Monat, 14–17 Uhr; Kontakt 0473 236162 – meran@lvh.it • Brixen: dritter Mittwoch im Monat, 9–12 Uhr Kontakt 0472 802500 – brixen@lvh.it • Bruneck: erster Mittwoch im Monat, 9–12 Uhr Kontakt 0474 474823 – bruneck@lvh.it

Die Kooperation schafft klare Strukturen: Der lvh sorgt für die Organisation und die Garfidi bringt zusätzliche, fachliche Expertise ein. So erhalten Mitglieder eine individuelle Beratung direkt vor Ort – und das völlig kostenfrei. Weitere Informationen folgen über die lvh-Medien und auf unserer Website. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihre Finanzierungsentscheidungen sicher und professionell zu treffen!

01|2026

Treibstoffmenge 2025 SONDERSTATUT FÜR TRENTINO-SÜDTIROL SIEHT RÜCKERSTATTUNG VON AKZISEN VOM STAAT VOR.

„VERWALTUNG UND IT SIND FÜR DIE STABILEN UND EFFIZIENTEN ABLÄUFE IM VERBAND VERANTWORTLICH.“

Das Sonderstatut für Trentino-Südtirol sieht vor, dass der Autonomen Provinz Bozen neun Zehntel des in Südtirol abgesetzten Dieseltreibstoffes und Benzins als Akzisen vom Staat zurückerstattet werden. Inhaber/innen eines Treibstofftanks bis zu einem Kubikmeter Treibstoff müssen deshalb auf dem dafür vorgesehenen Formular bis zum 28. Februar 2026 ihren im Jahr 2025 eingekauften Treibstoff für die Betankung der Arbeitsmaschinen melden. Detaillierte Infos gibt es unter der Tel.-Nr.: 0471 413761/48 oder via E-Mail: handel@provinz.bz.it, sowie auf der Internetseite der Landesabteilung Wirtschaft - Bereich Tankstellen und Erdöllager.

Andreas Plattner sorgt dafür, dass interne Abläufe strukturiert funktionieren und digitale Prozesse zuverlässig ineinandergreifen – Bereiche, in denen Übersicht und lösungsorientiertes Arbeiten täglich gefragt sind. Als Ansprechpartner für Verwaltungsthemen und interne Serviceprozesse schaffen seine Abteilungen eine stabile Grundlage für die Verbandsarbeit und tragen dazu bei, dass die internen Strukturen verlässlich und effizient bleiben.

Geld fließt vom Staat ans Land zurück © istock

ANDREAS PLATTNER

Büroleiter Verwaltung und IT © Harald Wisthaler


MANUFAKT NEWS

Schon gewusst? RENTRI – DRITTE ANMELDEPHASE BIS 13. FEBRUAR – VORTEILE NUTZEN DURCH LVH-MITGLIEDSCHAFT Die zur Anmeldung in dieser dritten Phase verpflichteten Unternehmen sind jene, die gefährliche Abfälle erzeugen und bis zu 10 Mitarbeiter haben. Nach wie vor von der Anmeldepflicht ausgeschlossen sind Abfallerzeuger mit 10 oder weniger Mitarbeitenden, sofern sie nur ungefährliche Abfälle erzeugen. Wir erinnern daran, dass sich unabhängig von der Verpflichtung auch nicht verpflichtete Akteure freiwillig registrieren können.

VORTEILE EINER REGISTERFÜHRUNG DURCH DEN VERBAND Laut den neuen Bestimmungen des RENTRI dürfen Interessensverbände direkt als Delegierte für ihre Mitgliedsunternehmen die Führung der digitalen Ein- und Ausgangsregister für Abfälle und die Übermittlung der Daten ans RENTRIPortal übernehmen. Dadurch ergeben sich für die Mitglieder folgende Vorteile: > Die Übermittlung und Eintragung der Daten kann unter gewissen Voraussetzungen einmal im Monat erfolgen, anstatt alle 10 Tage wie für das einzelne Unternehmen vorgesehen. > Die Übermittlung der Einträge der Register ans RENTRI werden nicht bis zum Ende des ersten, sondern bis Ende des zweiten Monats nach dem Monat, in dem die Registrierung erfolgt ist, vorgenommen. Somit bleibt mehr Zeit Richtigstellungen vorzunehmen. Ablauf dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Dienstleitung wird nur für lvh Mitglieder zu einem äußerst vorteilhaften Preis angeboten. Infos und Angebot können unter folgender E-Mail angefordert werden: rechtsberatung@lvh.it.

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WILLKOMMEN IN DER GENERATION H > G4 Holding GmbH | Elektrotechniker/innen | Deutschnofen > Codalonga Klaus | Metzger/innen | Montan > Corradini Antonio | Zahntechniker/innen | Trient > Brunner Arnold |

Fotografen/Fotografinnen und Filmer/Filmerinnen | Bruneck > Fischnaller Patrizia | Nahrungsmittel | Mühlbach-Vals > Niederkofler Ruth | Drucker/innen und Mediengestalter/innen | Bruneck > Hochwieser Lukas | Nahrungsmittel | Enneberg > Infarb des Insam Fabian | > Maler/innen und Lackierer/innen | St. Ulrich > Ladurner Barbara | Mediendesigner/innen | Marling > Pixner Franz | > Baumeister/innen und Maurer/innen | Partschins > Holzbau Salbrechter GmbH | Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen | A-Althofen > Brugger Reinhard | Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | Gsies > Kaufmann Gmbh | Maschinenbaumechaniker/innen und Werzeugmacher/innen | Branzoll > Plank Benno | Sägewerker/innen und Verpackungshersteller/innen | Deutschnofen > Bike + Des Obexer Simon | Sportgerätetechniker/innen | Klausen > Eschgfäller Haustechnik Gmbh | Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | St. Leonhard In Passeier

Weil Handwerk nicht nur Beruf, sondern Identität ist. Was ist deine? www.generation.h.net


Stilles Rückgrat: Das Handwerk WAS SÜDTIROLS WIRTSCHAFT STABIL ERSCHEINEN LÄSST, IST SICHTBAR – DOCH IHR WAHRES FUNDAMENT ARBEITET IM HINTERGRUND: DAS HANDWERK.

10 01|2026


FOKUS

üdtirol ist ein Land, das Stabilität ausstrahlt. Die Menschen fühlen sich sicher, wirtschaftlich gut eingebettet und überzeugt davon, dass das Leben hier funktioniert – trotz globaler Unsicherheiten, trotz struktureller Herausforderungen. Die aktuelle WIFO-Studie über die Meinung der Bevölkerung zur Südtiroler Wirtschaft zeigt ein Bild, das geschlossen wirkt: überragend hohe Zufriedenheit, verlässliche Grundstimmung, ein Vertrauen, das weit über das hinausgeht, was in vielen europäischen Regionen üblich ist. Doch dieses Vertrauen ist nicht gleichmäßig verteilt. Es gilt dem System, dem Land, der Gesamtheit. Aber es benennt seine Säulen nicht immer korrekt. Wer das wirtschaftliche Rückgrat darstellt, welche Branchen täglich Stabilität erzeugen und wo die tatsächliche Wertschöpfung entsteht – all das bleibt im öffentlichen Bewusstsein erstaunlich diffus. Die Studie zeigt, dass die Menschen die Lage als positiv erleben, aber nicht selbstverständlich wissen, warum sie so ist. Sie profitieren von einem funktionierenden Wirtschaftsgefüge, erkennen jedoch nicht immer, wie kleinteilig dessen Fundament ist. Der Blick richtet sich gern auf das Sichtbare. Und so erscheinen große Strukturen präsenter als jene, die alltägliche Funktionsfähigkeit sichern: kleine Handwerksbetriebe, kleine Dienstleister, kleine Unternehmen, die überall dort aktiv sind, wo das Leben konkret wird. Südtirols Wirtschaft besteht in ihrer Substanz aus kleinen Strukturen, aus Unternehmen mit wenigen Mitarbeitenden, aus handwerklichen Betrieben, die im Land verankert, wendig und entscheidend für Versorgung und Qualität sind. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung wirken sie oft wie ein Nebenschauplatz. Keine Bühne, keine große Erzählung, keine symbolische Kraft im kollektiven Bild. Dies geschieht nicht aus fehlender Wertschätzung – sondern aus mangelndem Bewusstsein.

S

EIN LAND, DAS HANDWERK ERLEBT – ABER ES SELTEN BENENNT Im Alltag entsteht ein vollkommen anderes Bild. Dort, wo Menschen mit Handwerkerinnen und Handwerkern arbeiten, entsteht Nähe. Auf Baustellen, in Werkstätten, in Geschäften, im eigenen Zuhause. Hier ist Anerkennung spürbar, konkret und persönlich. Barbara Kohlhaupt vom Tiefbauunternehmen Harold beschreibt diese Erfahrung aus ihrer täglichen Arbeit: „Viele Auftraggeberinnen und Auftraggeber schätzen unsere Verlässlichkeit, die Qualität unserer Arbeit und die Klarheit, mit der wir Projekte umsetzen. Dieses Vertrauen spürt man jeden Tag – sei es bei kleineren Baustellen oder bei komplexen Infrastrukturprojekten.“ In ihrer Stimme liegt genau das, was der WIFO-Bericht statistisch abbildet: Handwerk wird dort geschätzt, wo es erlebt wird. Der

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Barbara Kohlhaupt © Harold Tiefbau

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Respekt ist hoch, die Beziehung stabil, die Zusammenarbeit von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Doch diese Anerkennung bleibt oft auf den direkten Kontakt beschränkt. Sie findet kaum Eingang in ein strukturelles Bewusstsein. Kohlhaupt sagt: „Der Aufwand, der hinter unserer Arbeit steckt, ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Aber wenn Projekte abgeschlossen sind, hören wir oft, wie wichtig unsere Rolle für funktionierende Abläufe und sichere Infrastruktur ist.“ Es ist eine Beobachtung, die viel über die Wirtschaftskultur Südtirols erzählt: Wertschätzung entsteht im Konkreten – aber wirtschaftliche Wahrnehmung entsteht im Abstrakten. Und beides deckt sich nicht immer. Die WIFO-Studie zeigt ein Land, das seiner Wirtschaft mit bemerkenswerter Zuversicht begegnet. Fast alle Befragten geben an, persönlich gut situiert zu sein. Viele haben auch künftig positive Erwartungen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Menschen vor allem jene Bereiche als wirtschaftlich prägend ansehen, die im medialen und politischen Diskurs präsent sind. Tourismus, Landwirtschaft, größere Industrieunternehmen – sie stehen sinnbildlich für Südtirols wirtschaftliches Selbstbild. Doch die tatsächliche Struktur sieht anders aus. Sie ist kleinteiliger, vielschichtiger, lokaler. Und sie besteht zu einem überwiegenden Teil aus Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben. Dass die Bevölkerung diese Strukturen nicht automatisch als zentrale Säulen des Wirtschaftsstandortes erkennt, ist kein Vorwurf, sondern ein Hinweis. Ein Hinweis darauf,

dass wirtschaftliche Identität nicht nur aus Erlebnissen entsteht, sondern aus Erzählungen. Wer nicht in diesen Erzählungen vorkommt, bleibt unter der Wahrnehmungsschwelle, selbst wenn er täglich sichtbare Leistungen erbringt.

DIE LEISE RÜCKKEHR ZU QUALITÄT UND LOKALITÄT Während das gesamtwirtschaftliche Bild unscharf bleibt, verändert sich das Konsumverhalten. Wieder stärker als in den Jahren zuvor suchen Menschen nach handwerklich gefertigter Qualität und nach lokaler Verlässlichkeit. Sie möchten nachvollziehen, wie Produkte entstehen, wer dahintersteht und welche Werte ein Betrieb lebt. Florist Armin Hinteregger von Blatt & Blüte beschreibt das mit einer Mischung aus Beobachtung und Erleichterung: „Viele Kundinnen und Kunden erzählen uns, dass sie wieder bewusster zu lokalen Betrieben gehen, weil sie Qualität sehen, spüren – und vertrauen. Menschen interessieren sich wieder dafür, wie etwas entsteht und welche Arbeit dahintersteht.“ Für ihn bedeutet dieser Trend Rückenwind. Für das Handwerk als Ganzes bedeutet er Sichtbarkeit – allerdings nur auf der persönlichen Ebene. Hinteregger fasst es so zusammen: „Handwerk wird nicht nur gebraucht, sondern auch geschätzt – vielleicht mehr denn je.“ Damit beschreibt er eine Entwicklung, die die Studie nicht direkt misst, aber deren Ergebnisse erklären: Menschen schätzen Qualität, erleben Verlässlichkeit, vertrauen persönlicher Arbeit. Doch das Verständnis, wie sehr diese Arbeit Teil des wirtschaftlichen Fundamentes ist, bleibt unausgesprochen.

WIRTSCHAFT DIE SICH ÄNDERT – HANDWERK DAS STABILITÄT BIETET Armin Hinteregger © Hannes Niederkofler

Südtirol befindet sich in einer Phase der Veränderung. Die Bevölkerung erwartet laut Studie langfristig steigende wirtschaftliche Herausforderungen, mehr Dynamik,


FOKUS

Johanna Santa Falser © Harald Wisthaler

Martin Haller © Harald Wisthaler

höhere Anforderungen, aber gleichzeitig vertraut sie darauf, dass das System tragfähig bleibt. Genau hier spielt das Handwerk eine Rolle, die häufig unterschätzt wird: Es bietet Stabilität in einem Markt, der zunehmend flexibel, digital und komplex wird. Kleine Betriebe reagieren schnell, passen sich an, entwickeln Lösungen aus der Praxis heraus – oft ohne große Schlagzeilen, aber mit hohem gesellschaftlichem Nutzen. lvh-Präsident Martin Haller bringt diese Perspektive auf eine klare Formel: „Das Handwerk ist ein stabilisierender Faktor unserer Wirtschaft – in guten wie in schwierigen Zeiten. Wir müssen diesen Beitrag sichtbarer machen, weil er ein entscheidender Teil unserer Zukunftsfähigkeit ist.“ Es ist eine nüchterne, faktenbasierte Feststellung, die im Kontext der WIFO-Zahlen noch deutlicher wirkt: Wer Stabilität garantieren möchte, muss die Strukturen stärken, die sie täglich erzeugen.

WARUM SICHTBARKEIT EIN ZUKUNFTSTHEMA WIRD Auch die Handelskammer Bozen plädiert für eine differenziertere Wahrnehmung. Vizepräsidentin Johanna Santa Falser sieht darin eine wirtschaftspolitische Kernaufgabe: „Ein starker Wirtschaftsstandort braucht starke Betriebe – und viele davon sind Handwerksbetriebe. Ihre Bedeutung muss sichtbarer werden, gerade weil sie oft im Hintergrund arbeiten.“ Damit beschreibt sie eine Herausforderung, die weniger ein Kommunikationsproblem ist als eine Frage des Selbstverständnisses. Wenn wirtschaftliche Identität stärker jene Bereiche einbezieht, die den Alltag prägen, entsteht ein ausgewogeneres Bild. Es entsteht ein Bewusstsein dafür, warum Südtirol als Wirtschaftsstandort erfolgreich ist – und wer diesen Erfolg trägt. manufakt

13 01|2026

EIN LAND IM GLEICHGEWICHT Die Studienlage macht eines klar: Südtirol verfügt über eine äußerst positive wirtschaftliche Grundstimmung. Die Menschen fühlen sich sicher, stabil und gut eingebettet. Doch diese Stabilität entsteht nicht im Abstrakten; Sie entsteht im Konkreten. Sie entsteht dort, wo täglich gearbeitet wird, wo Qualität sichtbar wird, wo Strukturen gewartet, erneuert, gebaut und gestaltet werden. Sie entsteht im Handwerk. Es ist ein Sektor, der in der persönlichen Erfahrung der Menschen stark präsent ist, in der öffentlichen Erzählung aber noch nicht jene Position einnimmt, die ihm faktisch zusteht. Ein Sektor, der nicht laut sein muss, um wichtig zu sein – aber sichtbar sein sollte, um als wirtschaftliche Stütze (an)erkannt zu werden. Vielleicht ist es an der Zeit, wirtschaftliche Wahrnehmung nicht nur an großen Zahlen, Sektoren oder Wachstumskurven zu messen, sondern an jenen Leistungen, die ein Land tatsächlich funktionsfähig machen. Und vielleicht beginnt diese Veränderung mit einem einfachen Gedanken: Stabilität entsteht dort, wo gearbeitet wird – und das Handwerk arbeitet an den Fundamenten dieses Landes. Überall. Jeden Tag.


BETRIEB ERFOLGREICHE UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Mit dem richtigen Know-how in Management, Produktion, Verkauf, Marketing und Organisation zum Erfolg.

14 01|2026

Innovation zum Anfassen – SUNrise-Study Visit nach Udine DER STUDY VISIT DES EU-INTERREG-PROJEKTS SUNRISE, ORGANISIERT VON TEC4I FVG, ZEIGTE EINDRUCKSVOLL, WIE DIGITALE FERTIGUNG, NACHHALTIGE ENTWICKLUNG UND VOR ALLEM EINE GELUNGENE UNTERNEHMENSNACHFOLGE MITEINANDER VERSCHMELZEN. Kürzlich führte der Study Visit des europäischen SUNrise-Projekts nach Udine. Betriebe aus Südtirol, dem Veneto, Friaul und Salzburg entdeckten hier nicht nur Neues, sondern erweiterten auch ihre Sicht auf das Machbare. Und vielleicht auch die Rolle des Handwerks in einer zunehmend technologisierten Wirtschaft.

EIN TAG, DER HORIZONTE VERSCHIEBT Schon der Auftakt machte klar, worum es geht: Dialog, Vernetzung und ein ungefilterter Blick auf Technologien, die man sonst nur aus Fachartikeln kennt. TEC4I-CEO Filippo Bianco und Projektleiterin Elena Sandri eröffneten den Tag, bevor Kathrin Pichler, die SUNrise-Koordinatorin des lvh, die Teilnehmenden zu einem ersten Austausch einlud. Dann begann die eigentliche Reise: additive Fertigung, Robotik, digitale Produktionsprozesse, test-before-invest-Ansätze. Simon Rungger (Rungger Naturwerk), beschreibt diesen Moment so: „Wie weit die Technik im 3D-Metalldruck mittlerweile tatsächlich schon ist – das hat mich wirklich beeindruckt.“ Und tatsächlich: Die Prototypen im Labor, die sich wie selbstverständlich aus Metall oder sogar Marmor formen, zeigten eindrucksvoll, wie radikal sich Produktionspro-

zesse verändern können. Parallel dazu wurde eines spürbar: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss sicher sein. Sie muss überlegt eingesetzt werden. Und sie braucht Kompetenzen. Cybersecurity-Experte Loris Collina zeigte genau das – und rückte jene Risiken ins Rampenlicht, die oft unterschätzt werden. Eine weitere Perspektive öffnete Francesca Visentin (eFrame), die Werkzeuge zur Messung und Reduktion des CO2-Fußabdrucks präsentierte. Für viele Teilnehmende war der Transfer klar: Nachhaltigkeit ist längst Managementaufgabe – und ein Wettbewerbsfaktor erster Ordnung.

BILDUNG, HANDWERK UND REGION Am Nachmittag verlagerte sich der Study Visit aufs Terrain der Region – erst zur ITS Academy Udine, dann zu zwei Betrieben, die die Verbindung von Tradition und Moderne verkörpern: die Tischlerei Grattoni 1892 und die Essigmanufaktur Acetaia Midolini. Maria Schwienbacher (Tischlerei Schwienbacher) beschreibt den Besuch der ITS pragmatisch und gleichzeitig begeistert: „Der weitsichtige Denkansatz der Ausbildung hat mich beeindruckt: moderne Räume, fortschrittliche Technik und ein klares Ziel – junge Menschen direkt in


BETRIEB

Eindruck des Treffens © TEC4I SUNrise

Unternehmen zu bringen.“ Ihre Faszination gilt aber auch der Technologie: „Metall und Marmor im 3D-Druck – es ist erstaunlich, wie schnell sich diese Technik entwickelt und welche Möglichkeiten heute schon existieren.“ Für viele war die Tischlerei Grattoni ein Beispiel dafür, wie traditionelles Handwerk neue Wege geht: hochwertige Möbel, die mit modernster Maschinentechnik entstehen, ohne die handwerkliche Signatur zu verlieren. Bei Grattoni wurde auch ein weiterer zentraler Aspekt des SUNrise-Projekts spürbar: Unternehmensnachfolge als aktiver Transformationsprozess. Der Familienbetrieb, der seit über 130 Jahren besteht, verbindet modernste CNC- und Robotiktechnologien mit einer klaren handwerklichen Identität. Für viele Teilnehmende wurde hier sichtbar, wie Nachfolge heute funktioniert – als Balance aus Bewahren und Neuerfinden. Die Frage lautet nicht mehr nur: Wer übernimmt? Sondern: Wie führt man ein traditionelles Unternehmen in eine digitalisierte Zukunft, ohne seine handwerkliche DNA zu verlieren? Grattoni zeigte eine mögliche Antwort: durch Transparenz, durch Mut zur Innovation und durch klare strategische Entscheidungen. Die Führungsgeneration arbeitet eng mit der nachrückenden zusammen, Technologien werden bewusst eingeführt, Kompetenzen aufgebaut und Prozesse modernisiert. Für SUNrise ist genau diese Form der Zukunftsgestaltung ein Schlüsselthema – denn erfolgreiche Nachfolge braucht Werkzeuge, Netzwerke und Vorbilder. Die Essigmanufaktur Midolini wiederum zeigte, wie konsequent gelebte Qualität und Familiengeschichte zu manufakt

einem Produkt führen, das weit über regionale Märkte hinausstrahlt. Am Ende des Tages blieb vor allem der Eindruck eines offenen, inspirierenden Austauschs – zwischen Technologien, Menschen, Regionen. Wolfgang Töchterle (Mediamacs KG) fasst diese Erfahrung schlicht zusammen: „Der Blick über den Tellerrand öffnet und bewegt.“ Und er ergänzt: „Der CO2-Fußabdruck-Input war beeindruckend – und die Beispiele aus Tischlerei und Essigmanufaktur zeigen, was Qualität und Weitsicht bedeuten können.“

EIN BLICK IN MÖGLICHE ZUKÜNFTE Die SUNrise-Study Visit macht sichtbar, wie Zukunftsthemen tatsächlich in Betriebe gelangen. Und sie zeigt: Handwerk spielt eine Schlüsselrolle in der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft – und in der Frage, wie erfolgreiche Unternehmensnachfolge in kleinen und mittleren Betrieben gelingen kann. Die Rückmeldungen aus Südtirol waren eindeutig: Es ist dieser Mix aus Technologie, persönlichem Austausch und erlebbarer Innovation, der Unternehmerinnen und Unternehmer inspiriert – und der Nachfolgegespräche auf eine neue Ebene hebt. Der nächste Study Visit findet am 13. März 2026 in Salzburg statt. Wenn dieser Tag in Udine eines gezeigt hat, dann das: Solche Begegnungen verändern Perspektiven – und bringen das Handwerk genau dorthin, wo es hingehört. In die Zukunft der Unternehmen. Und in die Zukunft jener Menschen, die sie weiterführen werden.

15 01|2026


BETRIEB

ZUKUNFTSTRENDS

2026 – Planen Sie Ihr Weiterbildungsangebot WEITERBILDUNG ERMÖGLICHT ES, SICH NEUE KOMPETENZEN ANZUEIGNEN. PLANEN SIE BEREITS ZU BEGINN DES JAHRES, WELCHE WEITERBILDUNGEN SIE UND IHRE MITARBEITENDEN BESUCHEN MÖCHTEN. Wer sein Unternehmen im Wandel stärken will, braucht nicht nur gute Ideen – sondern auch die passenden Weiterbildungen. In Südtirol stehen dafür mehrere Förderschienen bereit, die den Zugang erleichtern. Eine zentrale Möglichkeit bietet das Amt für Handwerk: Gefördert werden Qualifizierungen ab 2.000 Euro bis zu einem Volumen von 50.000 Euro, mit einem Zuschuss von 30 Prozent. Beim Amt für die italienische Berufsbildung sind bereits Anträge ab 400 Euro möglich. Es gilt immer individuell zu prüfen, welche Ausgaben Sie tätigen. Es ist notwendig, dass der Kursanbieter

eine anerkannte Weiterbildungseinrichtung ist. Für Betriebe, die ihre Qualifizierung passgenauer gestalten möchten, bietet die lvh-Akademie individuelle Unterstützung an. Damit all diese Möglichkeiten nicht an Formalitäten scheitern, begleitet der lvh die Unternehmen durch den gesamten Prozess: von der Planung über die Antragsstellung bis hin zur Umsetzung. Wer investieren will, muss nicht allein starten. Die Abteilung Innovation & Neue Märkte unterstützt Sie – schnell, strukturiert und praxisnah. E-Mail: innovation@lvh.it.

16 01|2026

TIPP: NEUE FÖRDERMÖGLICHKEIT FÜR BETRIEBLICHE INVESTITIONEN 2026

Ab dem 1. Dezember 2025 ist der Wettbewerb für betriebliche Investitionen erneut gestartet und unterstützt Kleinunternehmen gezielt, in die Modernisierung ihrer Betriebe zu investieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu stärken. Zu den förderfähigen Investitionen zählen unter anderem Einrichtungsgegenstände, Maschinen, Geräte, Hardware, Software sowie Arbeits- und Sonderfahrzeuge. Damit deckt die Förderung ein breites Spektrum ab – von der technischen Modernisierung bis zu digitalen Infrastrukturmaßnahmen. Die Rahmenbedingungen bleiben unverändert:

• Mindestinvestition: 15.000 Euro • Höchstinvestition: 500.000 Euro • Beitragssatz: 20 Prozent Der Wettbewerbszeitraum läuft vom 1. Dezember 2025 bis 31. März 2026. Beitragsgesuche, die nach Ablauf dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden. Der lvh bietet seinen Mitgliedern eine umfassende Unterstützung an, von der Antragstellung bis zur Auszahlung des Beitrags. Die zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen des lvh steht für alle Fragen gerne zur Verfügung: Tel.: 0471 323267 / 263 – E-Mail: kredit@lvh.it


BETRIEB

SMARTES HANDWERK – PRAKTISCH UMGESETZT

Nachhaltigkeitslabel als sichtbare Verantwortung DAS LABEL BERUHT AUF EINEM NACHHALTIGKEITS-ASSESSMENT, DAS DEN REIFEGRAD EINER FIRMA IN ÖKOLOGIE, ÖKONOMIE, SOZIALEM UND MANAGEMENT MISST. AUF DIESER BASIS VERPFLICHTEN SICH BETRIEBE, IN DREI AUSGEWÄHLTEN BEREICHEN GEZIELT VERBESSERUNGEN UMZUSETZEN. Der lvh hat im vergangenen Jahr 20 Betriebe auf dem Weg zum Label begleitet und dabei wertvolle Einblicke in deren zentrale Fokusfelder gewonnen.

WORAUF BETRIEBE SETZEN

Mit folgender Häufigkeit verteilen sich die gewählten Maßnahmen in den verschiedenen Nachhaltigkeits-Kriterien. © lvh.apa

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Der gewählte Maßnahmenmix zeigt, dass die Betriebe Nachhaltigkeit ganzheitlich verstehen: Sie arbeiten an effizientem Ressourceneinsatz, Abfallreduktion und Energienutzung, stärken zugleich ihre organisatorische Resilienz, Marktentwicklung und Mitarbeitereinbindung. Mit transparenter Kommunikation machen sie ihr Engagement sichtbar. Die Ergebnisse belegen, dass das Nachhaltigkeits-Assessment ein wirksames Instrument ist, um ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit strukturiert im Betrieb zu verankern.

17 01|2026


WEITERBILDUNG ERFOLGSFAKTOR BILDUNG: Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung des Meistertitels sind das Fundament für hochwertiges Südtiroler Handwerk.

Innovationsschub für KMU

EIN INNOVATIONSFRÜHSTÜCK, DAS MEHR WAR ALS EIN FORMELLER AUSTAUSCH. EIN STRA� TEGISCHES TREFFEN, ZUM AUSBAU DER ZUSAMMENARBEIT UND EIN STARKES POLITISCHES SIGNAL, DAS DIE BEDEUTUNG DER HANDWERKSBETRIEBE FÜR SÜDTIROL UNTERSTREICHT.

18 01|2026

Im NOI Techpark in Bozen kamen kürzlich Landesrat Philipp Achammer, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak, Direktor Walter Pöhl, NOI Techpark CEO Ulrich Stofner, sowie Vertreterinnen und Vertreter des lvh zusammen, um über die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und kleinster Betriebe zu sprechen – der Realität des Südtiroler Handwerks.

tisches Signal: Kleine Betriebe werden nicht nur als Rückgrat der Wirtschaft anerkannt, sondern strategisch breiter gefördert. „Südtirol nutzt seine Autonomie, um kleine Betriebe – insbesondere Handwerksbetriebe – erstmals konsequent in den Mittelpunkt der Innovationsund Förderpolitik zu rücken“, hob Landesrat Philipp Achammer beim Treffen hervor.“

EINE KLARE POLITISCHE LINIE

INNOVATIONSFÖRDERUNG UND DIGITALISIERUNGSOFFENSIVE

Das Regional Innovation Scoreboard misst die Innovationsfähigkeit europäischer Regionen. Hier trägt Südtirol aktuell den Status eines „moderate innovator“. Das Land verstärkt nun seinen Einsatz in diesem Bereich, hat die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren erhöht und sendet ein starkes, wirtschaftspoli-

Das Treffen lud zum lockerem Austausch ein © Julia Profanter

Ein zentraler Punkt aus den Gesprächen: Viele kleine Betriebe wissen gar nicht, welche Möglichkeiten heute für sie bereitstehen. Genau hier setzt der lvh an. Direktor Walter Pöhl formulierte es so: „Es gibt neue Chancen – aber sie bringen nichts, wenn die Betriebe nichts davon wissen. Als Verband müssen wir diese Möglichkeiten sichtbar machen und den Zugang zu den Unterstützungsmaßnahmen erleichtern.“ Beim Treffen war auch Unternehmer Mirko Haller (Receptic) dabei – ein Betrieb, der schon heute digitale und innovative Projekte realisiert hat. Haller hebt hervor, wie wichtig Institutionen wie der lvh-Innovationsschalter, der NOI Techpark und die Eurac sind, die Unternehmen auf eine sehr kundennahe und unkomplizierte Weise unterstützen. „Viele kleine Unternehmen denken, Innovation sei nur etwas für große Betriebe. Das ist ein Trugschluss. Gerade im Handwerk entstehen oft die besten Ideen aus dem Alltag heraus – entscheidend ist, dass wir Zugang zu den richtigen Partnern und den passenden Werkzeugen haben“, so Haller. In Richtung Politik wünscht er sich, dass die Antragsverfahren im Bereich der Innovationsför-


WEITERBILDUNG

derung einfach gehalten werden, damit so viele Betriebe wie möglich davon profitieren. Zu diesen Chancen zählt beispielsweise die Sondermaßnahme für nachhaltige und innovative Investitionen, die 2026 startet und kleine und mittlere Unternehmen bei ESG (Environmental, Social, Governance) -orientierten Modernisierungs- und Innovationsschritten unterstützt. Für Finanzierungen von 30.000 bis 500.000 Euro können Betriebe künftig Zinsbeiträge von 2,5 Prozent für die ersten zwei Jahre erhalten – vorausgesetzt, die Investitionen betreffen Umwelt, Soziales, Unternehmensführung oder Innovation. Die Maßnahme wird gemeinsam von Land, Banken und Garantiegenossenschaften wie Garfidi getragen und schafft damit stabile Rahmenbedingungen auch für kleine Handwerksbetriebe. „Damit wird Modernisierung endlich auch für kleinere Betriebe attraktiv“, betont lvh-Vizepräsident Hannes Mussak. Zusätzlich erweitern die überarbeiteten Richtlinien der Innovationsförderung den Zugang zu Fördermitteln: beispielsweise durch die Anhebung von Höchstbeträgen. Parallel unterstützt die Digitalisierungsoffensive Kleinstbetriebe bei der Einführung digitaler Prozesse – ein Angebot, das aufgrund des hohen Bedarfs bereits stark genutzt wird. Alle Maßnahmen zusammen bilden ein umfassendes Unterstützungssystem aus Finanzierung, Beratung, Innovationsbegleitung und Digitalisierung. Damit schaffen sie für Südtirols Handwerksbetriebe eine realistische Chance, Zukunftsthemen gezielt anzugehen. Der lvh begleitet seine Mitgliedsbetriebe dabei über die Abteilung Unternehmensentwicklung und unterstützt mit Informationen und bei der Beantragung.

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Landesrat Philipp Achammer während des Innovationsfrühstücks © Julia Profanter

EUROPÄISCHER GEDANKE IM ZENTRUM Im Zentrum der strategischen Gespräche stand ein klarer Grundgedanke: Südtirol muss seine Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Kontext weiterentwickeln und stärken. Dabei genügt es nicht, große Zukunftsprogramme aufzusetzen – entscheidend ist, dass gerade Kleinst- und Kleinbetriebe darin ihren Platz finden. Dazu gehört ein Fördersystem, das die Realität kleiner Unternehmen berücksichtigt, ebenso wie ein echter Zugang zu Forschung, Technologie und angewandtem Wissen, der auch Betrieben mit wenigen Mitarbeitenden offensteht. Gleichzeitig braucht es Rahmenbedingungen, die Innovation nicht ausbremsen, sondern aktiv ermöglichen. lvh-Direktor Walter Pöhl unterstrich: „Wir investieren in die Zukunft der kleinen Betriebe. Das ist der europäische Gedanke, den wir auf Südtirol übertragen.“ So entsteht eine wirtschaftspolitische Ausrichtung, die europäische Leitlinien mit regionaler Stärke verbindet – und kleinen Handwerksunternehmen jene Perspektiven eröffnet, die sie für die kommenden Jahre brauchen.

STARKE PARTNER: LVH + NOI TECHPARK

NETZWERK MIT KLAREM AUFTRAG

NOI Techpark und lvh stärken ihre strategische Zusammenarbeit. Ulrich Stofner erklärte im Rahmen des Treffens: „Das Handwerk ist für Südtirol wirtschaftlich wie kulturell ein entscheidender Faktor. Wir entwickeln deshalb gemeinsam mit dem lvh neue Programme, um Handwerksbetriebe gezielt zu Innovation hinzuführen und sie noch besser aktiv zu begleiten.“ Für den lvh ist das ein entscheidender Schritt – auch weil der Verband zu den Befürwortern des NOI Techparks seit der ersten Stunde gehört. Hannes Mussak unterstrich: „Wir haben den NOI Techpark von Anfang an unterstützt, weil wir davon überzeugt sind, dass Innovation auch einen Ort der Begegnung zwischen Lehre, Forschung und Unternehmen braucht. Gerade für kleinstrukturierte Betriebe ist dies essenziell. Heute zeigt sich diese Weitsicht: Forschung, Betriebe und Verbände gestalten Zukunft gemeinsam.“

Der Austausch im NOI Techpark hat deutlich gemacht: Die Rahmenbedingungen sind gut. Es gibt die politischen Weichenstellungen, die finanziellen Mittel, die Strukturen und vor allem die Bereitschaft der Betriebe, neue Wege zu gehen. Mit neuen Programmen, klaren politischen Signalen und einer strategischen Partnerschaft zwischen NOI Techpark und lvh entsteht ein Ökosystem, das gerade den kleinen Betrieben jene Möglichkeiten eröffnet, die sie für die nächsten Jahre brauchen. Ein Moment, der – richtig genutzt – die Zukunft des Südtiroler Handwerks prägen kann. lvh-Vizepräsident Hannes Mussak sieht den Verband dabei in einer zentralen Verantwortung: „Wir müssen dieses Wissen dorthin bringen, wo es Wirkung entfaltet: zu unseren Mitgliedsbetrieben. Das ist unser Auftrag – und diese Aufgabe nehmen wir entschlossen an.“

19 01|2026


WEITERBILDUNG

Meistertitel als Türöffner DIE ANERKENNUNG DES MEISTERTITELS ALS ZUGANG ZU BRANCHENSPEZIFISCHEN BACHELORSTUDIEN AN DER UNI BOZEN KÖNNTE DAS SÜDTIROLER BILDUNGSSYSTEM GRUNDLEGEND VERÄNDERN. DER LVH UNTERSTÜTZT DIESEN VORSTOSS NACHDRÜCKLICH. Der lvh freut sich über Vorhaben von Landesrat Philipp Achammer, den Meistertitel künftig als Zugangsvoraussetzung für branchenspezifische Bachelorstudiengänge an der Freien Universität Bozen zu verankern. Damit würde Südtirol einen wichtigen Schritt setzen, um das berufspraktische Ausbildungssystem aufzuwerten und die Anschlussfähigkeit zwischen beruflicher Bildung und akademischen Angeboten weiter auszubauen. Meisterbrief als Zugangsvoraussetzung für Uni © shutterstock

20 01|2026

Der Meistertitel stellt die höchste Qualifikation in den praktischen Berufen dar. Wer diesen Titel erlangt, hat einen intensiven, anspruchsvollen und mehrjährigen Ausbildungsweg hinter sich, der sowohl tiefgehende fachliche Kompetenzen als auch betriebswirtschaftliches Know-how umfasst. Es handelt sich um eine der wertvollsten Qualifikationen des Handwerks – und es ist nur folgerichtig, dass dieser Abschluss auch in der Hochschullandschaft anerkannt wird. Die Möglichkeit, mit dem Meisterbrief ein branchenspezifisches Bachelorstudium aufnehmen zu können, stärkt die Durchlässigkeit im Bildungssystem und eröffnet jungen Fachkräften neue Chancen – ein Gewinn sowohl für die Betriebe als auch für den Wirtschaftsstandort Südtirol. lvh-Präsident Martin Haller unterstreicht diesen Schritt: „Ein großer Dank gilt Landesrat Philipp Achammer, der sich gemeinsam mit dem lvh für mehr Durchlässigkeit und neue Perspektiven in der praktischen Ausbildung starkmacht. Die Anerkennung des Meistertitels als Hochschulzugang wäre dabei ein entscheidendes Signal für die Wertschätzung des Handwerks und die Zukunft unserer Fachkräfte.“ Auch lvh-Direktor Walter Pöhl betont: “Die geplante gesetzliche Verankerung würde einen bedeutenden Meilenstein für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung bedeuten. Wir als lvh werden diesen Prozess weiterhin aktiv unterstützen.”

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ANDWERK TRIFFT SCHULE Vier Wochen Handwerk und Zusammenarbeit Erasmus+ Praktikant Mauris bei GamperDACH Mauris, über 30, im zweiten Berufsweg auf dem Weg zum Dachdecker, kam aus Hannover nach Südtirol, um das zu lernen, was sein Lehrbetrieb kaum anbieten konnte: Steildach. Der Kontakt war schnell hergestellt – eine Berufsschullehrerin schrieb eine Mail, Formulare wurden verschickt, unterschrieben, erledigt. Versicherung, Gehalt, Wohnung: alles über Erasmus+ organisiert. Für den Betrieb blieb der bürokratische Aufwand erstaunlich gering. In der Praxis zeigte sich, was Austausch leisten kann. Mauris arbeitete zum ersten Mal mit Holzschindeln – ausgerechnet auf der historischen Leonburg in Lana. Kollegialität, kurze Wege, offenes Feedback: Dinge, die für das Team selbstverständlich waren, für ihn jedoch zu den prägendsten Eindrücken wurden. „Solche Begegnungen zeigen, wie viel man voneinander lernen kann – fachlich und menschlich“, sagt Renate Gamper, Inhaberin von Gamper DACH. Für das Unternehmen war der Besuch ein Blick von außen, der eigene Routinen sichtbar machte. Für

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den Praktikanten war es ein Erfahrungsraum, der Technik, Kultur und Arbeitsverständnis zusammenbrachte. Am Ende blieb ein klarer Eindruck: Wenn administrative Abläufe unkompliziert sind, können Programme wie Erasmus+ genau das tun, was sie sollen – Perspektiven öffnen. Für beide Seiten.

21 01|2026

v.l.: Renate Gamper, Mauris mit Markus Thaler (Gamper Dach) @ Gamper Dach

@lvh.apa @generation.handwerk


BRANCHEN & BEZIRKE DIE VIELFALT DES HANDWERKS: Neuigkeiten, Trends, die ­Projekte der lvh-Berufsgemeinschaften und aktuelle Wirtschaftsthemen auf einen Blick.

22 01|2026

Martin Oberhauser: Formen, die Möglichkeiten öffnen MEDIENDESIGNER/INNEN: IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN NEUGIER UND MATERIALFORSCHUNG ENTSTEHEN BEI MARTIN OBERHAUSER ARBEITEN, DIE DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN GEGENSTAND UND GEDANKE NEU DEFINIEREN. In seinem Studio in Bozen riecht es nicht nach Holz oder Farbe, sondern nach etwas weniger Greifbarem: nach Konzentration, nach dieser stillen Spannung, die entsteht, wenn Gedanken beginnen, Form anzunehmen. Zwischen Skizzen, Prototypen und Materialien sitzt Brillux Preisverleihung (v.l.): Georg Schmidthals (Jurymitglied und Laudator), Martin Oberhauser, Christian Oberhauser und Sebastian Roß (Leiter Marketing Brillux). © Brillux

Martin Oberhauser an einem großen Tisch – nicht als Meister seiner Disziplin, sondern als ihr Beobachter. „Das Schöne am Design ist, dass man für jedes Projekt in eine neue Welt eintaucht“, erklärt Oberhauser. „Man wird jedes Mal zum Experten auf Zeit.“ Diese Offenheit hat ihn geprägt, seit er – eher zufällig – das Aufnahmeverfahren der damals neu gegründeten Universität Bozen bestand. Der Funke sprang sofort über. Schließlich führten ihn Praktika und Stipendien nach Paris, Bremerhaven und Lausanne. Begegnungen mit renommierten Designern wie Patrick Jouin oder Werner Aisslinger formten seinen Blick, aber nie seine Handschrift. Die entwickelte er, als er nach Südtirol zurückkehrte – dorthin, wo sein Denken Raum fand.

VOM STUDIUM ZUR EIGENEN SPRACHE Oberhausers Weg ist geprägt von Neugier und einem konsequenten Anspruch: kein Design um des Designs willen. Jeder Entwurf entsteht aus einer Frage, nicht aus einem Trend. „Innovation interessiert mich nur, wenn sie etwas besser, leichter oder sinnvoller macht“, sagt er. „Ich möchte keine unnötigen oder umweltschädlichen Produkte in die Welt setzen.“ Sein Studio funktioniert


BRANCHEN

v.l.: Dieter Kofler (ClimbaLL), Martin Oberhauser mit dem Pocket Ninja und Joachim Ganthaler (ClimbaLL) © ClimbaLL

wie ein Labor. Materialien werden getestet, verworfen, neu gelesen. Im kleinen Team entstehen Projekte nicht nach Raster, sondern nach Potenzial. Hier treffen Produktdesign, Kunst und Innenarchitektur nicht zufällig aufeinander – sie sind Teil derselben Erkundung.

ZWEI WELTEN, EIN PRINZIP Wie breit dieses Erkundungsfeld ist, zeigt sich in zwei Projekten, die kaum unterschiedlicher sein könnten – und doch aus derselben Haltung heraus entstanden. Pocket Ninja, ein Geschicklichkeits-Spielball, entstand gemeinsam mit dem Südtiroler Unternehmen ClimbaLL. Das Objekt überträgt den Bewegungsgeist eines Ninja-Parcours in die Handfläche: Man dreht, tastet – und löst kleine Challenges. Kein Bildschirm, keine App, nur Konzentration und Motorik. Es zeigt Oberhausers Fähigkeit, Komplexes zu reduzieren, ohne Tiefe zu verlieren. Und die Entwicklung geht weiter: Für Mitte 2026 ist erstmals auch eine eigene Pocket-Ninja-App geplant, welche das physische Spiel um digitale Herausforderungen erweitern soll. Ganz anders und doch ebenso charakteristisch: die Innenarchitektur der Blumenboutique Blatt & Blüte in Brixen.

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Ein Raum aus 3D-gedrucktem Beton: Blatt und Blüte © studiooberhauser

v.l.: Martin Oberhauser und Armin Hinteregger (Blatt und Blüte) © Hannes Niederkofler

Ein Raum, der vollständig aus 3D-gedrucktem Beton besteht – experimentell, weich, organisch. Die Jury des Brillux Design Award 2025 verlieh dafür den Hauptpreis in der Kategorie „Innenraumgestaltung Arbeiten“. Es war eine Auszeichnung mit Signalwirkung: Zum ersten Mal ging Gold nach Italien – und gleichzeitig war es der 50. internationale Award für studiooberhauser. Beide Projekte – der spielerische Ball und der preisgekrönte Betonraum – zeigen dasselbe Prinzip: Design ist für Oberhauser eine Frage der Haltung, nicht der Größe.

MATERIAL – INTUITION – PRÄZISION Er arbeitet analytisch, aber nie losgelöst, nähert sich Materialien mit Respekt, sucht nach dem, was sie erzählen könnten. „Man muss bereit sein, die eigene Idee infrage zu stellen“, sagt Oberhauser. Die größte Herausforderung sieht er in der Integration von KI. Nicht als Bedrohung, sondern als Wandel, der neue Denkformen erfordert. Auch darin bleibt er sich treu: neugierig, unaufgeregt, präzise. In den Arbeiten von studiooberhauser zeigt sich ein Gleichgewicht: die poetische Tiefe des Materials und die analytische Schärfe des Designs. Projekte wie Pocket Ninja und Blatt & Blüte verdeutlichen, wie weit dieses Spektrum reicht – und wie konsequent Oberhauser daran arbeitet, Gestaltung als experimentellen, aber verantwortungsvollen Prozess zu verstehen. Vielleicht liegt genau darin seine Besonderheit: Er entwirft nicht, um zu gefallen. Er entwirft, um zu öffnen. Und manchmal auch einen kleinen Spielball, der die Welt für einen Moment leichter macht.

23 01|2026


BRANCHEN

Weitblick im Baugewerbe BAUGEWERBE: KÜRZLICH VERSAMMELTE SICH DIE BAUGRUPPE DES LVH ZUR SITZUNG IM TOWER GARDEN IN VAHRN — EINEM ORT, DER FÜR SEINE MODERNE ARCHITEKTUR UND ZENTRALE BEDEUTUNG IM BAUSEKTOR BEKANNT IST.

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Auf der Tagesordnung standen zentrale Themen: Jugendförderung, der aktuelle Stand des Kollektivvertrags Bau, sowie das Richtpreisverzeichnis, das als Orientierung für faire Angebote dient. Berufswettbewerbe sollen dabei helfen, junge Fachkräfte zu motivieren und ihre Fähigkeiten sichtbar zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war der aktuelle Kollektivvertrag Bau. Hier wurden die Anforderungen und Rahmenbedingungen besprochen, unter denen Bauunternehmen arbeiten — mit dem Ziel, faire Löhne, rechtssichere Verträge und verlässliche Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Das Richtpreisverzeichnis bleibt ein wichtiges Instrument für alle im Baugewerbe. Bei dem Treffen wurde die Bedeutung einer regelmäßig aktualisierten Preisliste betont: sowohl für Auftraggebende als auch für Betriebe als Grundlage für transparente und faire Preisbildung. Die Sitzung im Tower

Garden zeigt, dass das Baugewerbe in Südtirol nicht nur aktiv, sondern vorausschauend handelt — für Betriebe, Beschäftigte und kommende Generationen.

Eindruck des Treffens © lvh.apa

01|2026

Ein Leben in luftiger Höhe DACHDECKER/INNEN: EIN BESONDERER TAG FÜR EINEN BESONDEREN HANDWERKER: MIT EINEM GEMEINSAMEN AUSFLUG WÜRDIGTE DER BEIRAT DAS WIRKEN VON HEINZ GAMPER – EINEM MANN, DER DIE HÖHEN NICHT NUR BERUFLICH, SONDERN AUCH MENSCHLICH GEPRÄGT HAT. Der Beirat der Dachdecker/innen im lvh lud zu einem gemeinsamen Tag ein, um einen Mann zu feiern, der wie kaum ein anderer für sein Handwerk steht: Heinz Gamper, ehemaliger Obmann, Visionär, Bergliebhaber – und seit Kurzem stolzer Jubilar. Seine Geschichte klingt wie aus einem Bilderbuch: Schon in den 1970er-Jahren fand der junge Heinz sein Glück nicht am Boden, sondern in der Höhe. Felsen, Gipfel, der Blick über das Tal – all das war für ihn mehr als Leidenschaft. Es war

Der Beirat mit Heinz Gamper (1.v.r.) © lvh.apa

ein Versprechen. Und so entschied er sich für den Beruf, der seiner Persönlichkeit am nächsten kam: Dachdecker. Dort oben, wo andere lieber Abstand halten, fand er seine Profession – und später seine Mission. Mit derselben Energie, die ihn auf so viele Berggipfel getragen hat, setzte Heinz Gamper über Jahre hinweg Akzente in der gesamten Dachdeckerbranche. Als Obmann der Dachdecker/ innen im lvh führte er mit Weitblick, Fairness und einer Mischung aus Bodenständigkeit und Charme, die man nicht lernen kann. Unter seiner Leitung gewann das Handwerk an Profil, an Stärke und an Gemeinschaft. Heute blickt der aktuelle Beirat mit großer Wertschätzung auf die vielen Jahre seines Wirkens zurück. Bei einem gemeinsamen Ausflug feierten sie nicht nur die geleistete Arbeit, sondern auch einen ganz besonderen Anlass: den runden Geburtstag von Heinz Gamper. Lieber Heinz, alles Gute zum Geburtstag und vielen Dank für deinen Einsatz, deine Höhenflüge und deinen Weitblick!


BRANCHEN

Tiefbau trifft Gemeindenverband TIEFBAUUNTERNEHMER/INNEN: ANTRITTSBESUCH BEIM NEUEN GEMEINDENVERBANDSPRÄSIDENTEN DOMINIK OBERSTALLER. Mit einem klaren Ziel vor Augen sind die Tiefbauunternehmer/innen im lvh – angeführt von Obmann Michael Hofer – zum Antrittsbesuch beim neuen Präsidenten des Südtiroler Gemeindenverbands, Dominik Oberstaller, angetreten: Planungssicherheit schaffen und Prozesse im öffentlichen Bauwesen verbessern. Für beide Seiten bedeutete das Treffen einen wichtigen Startpunkt für eine engere und praxisorientierte Zusammenarbeit. Beim Austausch wurde deutlich, welche Themen die Branche momentan besonders bewegen. Das Richtpreisverzeichnis stand ebenso auf der Tagesordnung wie die Frage, wie Gemeinden künftig Bauprojekte effizienter planen und umsetzen können. Besonderes Augenmerk lag auf den aktuellen Herausforderungen bei Ausschreibungen. Viele Tiefbauunternehmen beklagen nach wie vor komplexe Verfahren, hohen bürokratischen Aufwand und teilweise unklare Anforderungen, die zu

v.l.: Alexander Kaufmann, Claudia Maier, Markus Obexer, Erwin Windegger (alle Berufsbeirat), Michael Hofer, Dominik Oberstaller und Benedikt Galler (Direktor Gemeindenverband) © lvh.apa

Verzögerungen und Mehrkosten führen. Oberstaller zeigte sich offen für die Anliegen der Branche. Ziel beider Seiten ist es nun, Abläufe zu vereinfachen, Doppelarbeit zu vermeiden und Schnittstellen zu verbessern. Die Zusammenarbeit soll künftig stärker auf schnelle Abstimmung, klare Zuständigkeiten und praktikable Verfahren ausgerichtet sein.

25 01|2026

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BRANCHEN

Ein Blick hinter die Fliesen FLIESEN-, PLATTEN- UND MOSAIKLEGER/INNEN: DAS SÜDTIROLER FLIESENLEGER-HANDWERK ZEIGT SICH HEUTE MODERNER DENN JE – BESONDERS AUF DEN SOCIAL-MEDIA-KANÄLEN INSTAGRAM UND FACEBOOK. MANUEL BURGMANN ERÖFFNET EINEN BLICK HINTER DIE KULISSEN SEINES HANDWERKS.

26 01|2026

Das Gesicht der Aktion: Manuel Burgmann (Legis) © lvh.apa

Der Account @fliesenleger_suedtirol gewährt Einblicke, die man sonst nie sieht: präzise Schnitte, knifflige Details, kreative Lösungen und echte Baustellenmomente. Was hier sichtbar wird, ist ein Beruf, der Technik, Gestaltung und Handarbeit auf höchstem Niveau verbindet. Die Videos und Fotos von Manuel Burgmann (Legis) zeigen ungeschönt, wie viel Können in jeder Fuge steckt. Großformatige Platten, exakte Linienführung, anspruchsvolle Oberflächen – Social Media macht sichtbar, was das Handwerk täglich leistet und warum qualifizierte Fachkräfte so gefragt sind. Ob im Bad, in Wellnessbereichen oder in Wohnräumen: Fliesenleger/innen gestalten Räume, die langlebig und ästhetisch zugleich sind. Und dank Social Media wird sichtbar, wie viel Leidenschaft und Präzision dahintersteckt – ein Handwerk, das nicht nur Ergebnisse zeigt, sondern seine Entstehung gleich mitliefert.

100 Jahre Farbe, Handwerk und Meisterschaft MALER/INNEN UND LACKIERER/INNEN: WENN EINE MEISTERSCHULE 100 JAHRE ALT WIRD, IST DAS WEIT MEHR ALS EIN JUBILÄUM. ES IST EIN BLICK AUF EIN JAHRHUNDERT HANDWERKLICHER ENTWICKLUNG, AUF TRADITION, WEITERBILDUNG UND DAS STETE RINGEN UM QUALITÄT. Vor Kurzem wurde im Schloss Leesdorf in Baden bei Wien, das 100-jährige Jubiläum der HTL Baden, Malerschule Leesdorf gefeiert. Unter dem Motto „Ein Fest der Farben, Kunst und Tradition“ wurde der Festtag zu einer Bühne für jene, die das Maler- und Lackiererhandwerk über Generationen geprägt haben. Der feierliche Einzug der Zunftfah-

nen und eine musikalisch begleitete Feldmesse verliehen dem Beginn der Veranstaltung jene würdige Atmosphäre, die man bei einem Jahrhundertfest erwarten darf. Aus Südtirol angereist war Florian Mayr, der Obmann der Maler/innen und Lackierer/innen im lvh. Er hat selbst die Meisterschule und anschließend die HTL-für Gestaltung und Bautechnik erfolgreich absolviert. Seine Teilnahme wurde daher ausgesprochen positiv aufgenommen. Für Mayr ist der Austausch mit der Meisterschule Baden ein wichtiger Baustein der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Handwerk: „Die Meisterschule Baden steht seit hundert Jahren für Qualität in der Ausbildung.

Diese Verbindung zu stärken, heißt auch, zukünftige Fachkräfte auf beiden Seiten noch besser zu unterstützen.“ Mit seiner Anwesenheit stellte er die Bedeutung der Schule als traditionsreiche Institution und als Teil eines professionellen Bildungsnetzwerks heraus – und unterstrich zugleich, wie wertvoll der Dialog zwischen österreichischen und südtiroler Berufsvertretungen ist. Die 100-Jahr-Feier der Meisterschule Baden war damit nicht nur ein Rückblick auf handwerkliche Geschichte, sondern auch ein Blick nach vorn: auf gemeinsame Projekte, auf stärkere Partnerschaften und auf ein Handwerk, das mit Farbe, Fachwissen und Zusammenhalt in die Zukunft zieht.

v.l.: Herbert Mack (Landesinnungsmeister Salzburg), Alexander Krista (LIM Vorarlberg), Gerhard Hausner (LIM Wien), Erwin Wieland (Bundesinnungsmeister), Jürgen Szerencsits (LIM Burgenland), Jürgen Kreibich (LIM Niederösterreich), Hannes Koudelka (LIM Steiermark), Florian Mayr (LIM Südtirol) und Rainer Höck LIM Tirol © HTL Baden


BRANCHEN

Wärme, Technik, Hafnerhandwerk HAFNER/INNEN: WOHNBAUMESSE 2025 ZEIGTE EINDRUCKSVOLL, WIE MODERN DAS HAFNERHANDWERK IST. Der Auftritt der Hafner/innen im lvh auf der Wohnbaumesse 2025 war weit mehr als eine Produktpräsentation – er zeigte, wie modern und relevant das Ofenbauhandwerk heute ist. Besucherinnen und Besucher interessierten sich besonders für energieeffiziente Ofensysteme, nachhaltige Heizlösungen und zeitgemäße Feuerraumgestaltung. Was auffiel: Die Nachfrage nach handwerklich gefertigten Öfen steigt – gerade, weil viele Menschen wieder auf regionale, erneuerbare Wärme setzen. Die Hafner/innen erklärten, wie moderne Speicheröfen funktionieren, welche Emissionswerte heute Standard sind und wie sich traditionelle Bauweisen mit aktueller Technik verbinden lassen.

Die Hafner/innen auf der Wohnbaumesse © lvh.apa

Für Fachbesucher/innen bot die Messe die Gelegenheit, sich über Trends wie raumluftunabhängige Anlagen, Kombisysteme und neue gesetzliche Vorgaben auszutauschen. Die Gespräche waren intensiv, der Informationsbedarf hoch – und die Hafner/innen zeigten, wie viel Know-how hinter jeder Feuerstelle, jedem Ofen,

jeder Anlage steckt. Die Bilanz nach mehreren Messetagen fällt eindeutig aus: Das Hafnerhandwerk ist gefragt, technisch anspruchsvoll und ein unverzichtbarer Teil nachhaltiger Wohnkonzepte. Wer die Messe besucht hat, weiß: Diese Betriebe bauen nicht nur Öfen. Sie bauen Behaglichkeit, Effizienz – und Zukunft.

Ein Jahr, das gezeigt hat, was im Handwerk steckt GEBÄUDETECHNIK: 2025 WAR FÜR DIE GEBÄUDETECHNIK EIN BEWEGTES JAHR. DER FACHKRÄFTEMANGEL HAT DEN DRUCK ERHÖHT – UND ZUGLEICH DEN ANLASS GESCHAFFEN, DIE BERUFE MODERNER, VERSTÄNDLICHER UND ATTRAKTIVER ZU PRÄSENTIEREN. DAS IST GELUNGEN. Die Gebäudetechnik hat 2025 gezeigt, wie modern Handwerk heute sein kann. Mit neuen Berufsvideos, dynamischen Social-Media-Clips und starker Präsenz bei Messen und in Schulen stellte die Branche ihre technischen Berufe ins Rampenlicht – und erhielt dafür spürbar Aufmerksamkeit. Vor allem die Nachwuchsarbeit stand im Fokus: Authentische Einblicke in den Arbeitsalltag, verständlich erklärte Technik und klare Zukunftsperspektiven machten deutlich, dass Gebäudetechnik nicht nur ein Beruf, sondern ein stabiles, innovatives Arbeitsfeld ist. Gleichzeitig nutzten viele Betriebe die neuen Materialien aktiv im Recruiting und profitierten vom wachsenden Interesse junger Menschen. 2025 hat gezeigt: Wer Gebäudetechnik (er)lebt, versteht, wie viel Wissen, digitale Kompetenz und gesellschaftliche Relevanz darin steckt. 2026 soll dieser Weg fortgesetzt werden – mit vertieften Schulkooperationen, neuen Formaten und noch stärkerer Positionierung als moderner Zukunftsberuf. manufakt

Die Förderung junger Fachkräfte steht im Fokus der Berufsgruppe © Kathrin Überbacher

27 01|2026


BRANCHEN

Fünf Jahrzehnte, zwei Tage Linz BAU- UND GALANTERIESPENGLER/INNEN: EINE REISE, DIE VERGANGENHEIT EHRT UND ZUKUNFT SPÜRBAR MACHT – SO FEIERTEN SÜDTIROLS BAU- UND GALANTERIESPENGLER/INNEN IHR 50-JÄHRIGES BESTEHEN MIT ZWEI TAGEN VOLLER EINDRÜCKE, BEGEGNUNGEN UND GELEBTER GEMEINSCHAFT.

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50 Jahre gemeinsamer Arbeit – zwei Tage unterwegs: Der Bus startete früh um 05:00 Uhr in Bozen. Kaffee in der Hand, Stahl das Ziel. Denn Höhepunkt der Reise war die exklusive Besichtigung der VOEST, einem Ort, an dem Metall nicht nur verarbeitet, sondern gedacht wird. Greentec-Vortrag, Werkstour, Fragen, die nicht in Broschüren stehen – und ein Abend, der zeigte, dass Handwerk verbindet. Am zweiten Tag stand ein entspannender Stadtbummel durch Linz und gemeinsames Mittagessen auf dem Programm. Zwei Tage, die klar machten, dass Tradition im Miteinander lebt. Fünfzig Jahre Bau- und Galanteriespengler/innen – ein Jubiläum, das zeigt: Manche Gemeinschaften funktionieren, weil sie in Bewegung bleiben.

Die Gruppe bei der VOEST © lvh.apa

01|2026

Förderung: Conto Termico 3.0 HEIZUNGS-, LÜFTUNGS- UND SANITÄRTECHNIKER/INNEN: ENDE 2025 / ANFANG 2026 TRITT DAS NEUE CONTO TERMICO 3.0 IN KRAFT – ITALIENS MODERNISIERTE FÖRDERUNG FÜR ENERGIEEFFIZIENZ UND ERNEUERBARE WÄRME. MEHR FÖRDERUNG, MEHR EFFIZIENZ – UND NEUER AUFTRIEB FÜRS HANDWERK. Die Maßnahme des GSE (Gestore dei Servizi Energetici) stellt jährlich 900 Millionen Euro bereit und zählt zu den attraktivsten Zuschussprogrammen für Haushalte, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen. Im Gegensatz zu Steuerabzügen bietet das Conto Termico einen direkten, nicht rückzahlbaren Beitrag, der schneller wirkt und Investitionen sofort erleichtert. Gefördert werden Wärmedämmungen, der Austausch alter Heizsysteme (Wärmepumpen, Biomasse), Solarthermie, Kom-

Conto Termico 3.0 fördert den Austausch alter Heizsysteme © shutterstock

binationslösungen mit Photovoltaik sowie Ladeinfrastruktur. Besonders interessant ist hierbei, dass die neue Version Förderquoten von bis zu 65 Prozent der anerkannten Ausgaben ermöglicht. Für Südtirols Handwerksbetriebe – insbesondere Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen, Heizungsbauer/innen und Energieprofis – bedeutet das einen starken Impuls. Kundinnen und Kunden erhalten mehr Anreiz zu modernisieren und Betriebe können ihre Kompetenzen in einem wachsenden Markt gezielt einbringen. Die Förderung erleichtert es privaten Haushalten, Betrieben und Verwaltungen, den Schritt zu modernen Systemen zu wagen – und genau hier ist qualifiziertes Handwerk gefragt. Das Conto Termico 3.0 ist damit nicht nur ein Förderprogramm, sondern ein strategischer Baustein zur Umsetzung des Klimaplans 2024 und ein wichtiges Signal für die Wirtschaft: Nachhaltige Energie wird leichter zugänglich – und das Handwerk bleibt der zentrale Partner dieser Entwicklung.


BRANCHEN

Handwerk unter Strom ELEKTROTECHNIKER/INNEN: EIN JAHR VOLLER FACHLICHEM FORTSCHRITT, NEUER VERNETZUNG UND STARKEN IMPULSEN FÜR DIE ZUKUNFT. Bei der Jahresabschlussfeier der Elektrotechniker/innen im lvh wurde sichtbar, wie intensiv 2025 genutzt wurde, um Qualität zu sichern, Nachwuchs zu fördern und technische Entwicklungen voranzutreiben. Im Zentrum standen die fachliche Weiterentwicklung und die Stärkung der Ausbildung. International vernetzte sich die Branche beim DACHSL-Treffen mit Kolleginnen und Kollegen aus fünf Ländern – ein Austausch, der neue Perspektiven und wichtige Impulse brachte. Auch die E-Markentagung bestätigte den hohen Qualitätsanspruch der Betriebe. Gleichzeitig rückte die Nachwuchsarbeit stärker in den Fokus: Das neue Format „Abenteuer Handwerk“ und die Landesmeisterschaft der Lehrlinge zeigten eindrucksvoll, wie viel Potenzial in der nächsten Generation steckt. Ein weiterer Meilenstein war die neue Kooperation mit dem Südtiroler Bauernbund. Mit dem Schwerpunkt Brandschutz

Weihnachtsessen der Berufsgemeinschaft © lvh.apa

und Photovoltaik übernimmt die Branche eine zentrale Rolle für Sicherheit und die Zukunft der Energieversorgung im ländlichen Raum. Der Rückblick macht deutlich: 2025 war ein starkes Jahr, in dem die Elektrotechniker/innen Profil gezeigt, Netzwerke ausgebaut und Zukunftsthemen aktiv gestaltet haben. Ein Abschluss, der bestätigt: Handwerk bleibt ein verlässlicher Motor für Qualität und Innovation.

29 01|2026

Tradition, die verbindet KAMINKEHRER/INNEN: WENN DIE KAMINKEHRER/INNEN IM LVH UNTERWEGS SIND, DANN GEHT ES UM MEHR ALS RUSS UND BÜRSTEN: ES GEHT UM EINE DER ÄLTESTEN UND ZUGLEICH SYMPATHISCHSTEN TRADITIONEN DES HANDWERKS. Wie jedes Jahr besuchte die Berufsgemeinschaft im Dezember zahlreiche Institutionen, um ihre Glückwünsche für das neue Jahr zu überbringen – ein Ritual, das Verbundenheit schafft und Wertschätzung ausdrückt. Der Rundgang führte unter anderem zur Berufsfeuerwehr Bozen sowie zu den Landesämtern für Brandverhütung, Luft und Lärm und Handwerk. Auch bei der Weihnachtsfeier der Landesregierung – mit Landeshauptmann Arno Kompatscher – waren die Kaminkehrer/innen präsent. Am Nachmittag folgten Besuche bei der Klimahausagentur sowie in mehreren Medienhäusern, darunter „RAI“, „Dolomiten“ und „Alto Adige“. Für die Kaminkehrer/innen ist dieser jährliche Austausch ein zentrales Element ihrer Identität. Die Neujahrswünsche stehen sinnbildlich für Sicherheit, saubere Energie, Nachhaltigkeit und das gelebte Miteinander zwischen Handwerk und öffentlichen Institutionen. Dass diese Tradition bis heute fortgeführt wird, hat einen einfachen Grund: Sie zeigt, wie selbstverständlich das Handwerk Teil des gesellschaftlichen Alltags ist – nah an den Menschen, sichtbar in seiner Aufgabe und geschätzt für seine Verlässlichkeit. So beginnt das neue Jahr mit einem Gruß, der Glück bringen soll und mit einem Handwerk das für Kontinuität steht. manufakt

Die Kaminkehrer/innen mit Berufsfeuerwehrkommandant Florian Alber (2. v.l.) © lvh.apa


BRANCHEN

Neue Regeln, neue Preise KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN: 2026 BEGINNT FÜR DIE KÄLTE- UND KLIMATECHNIK MIT EINER WEICHENSTELLUNG, DIE PREISE, TECHNIKENTSCHEIDUNGEN UND BERATUNG NEU ORDNET – UND DIE ROLLE DER BERUFSGEMEINSCHAFT STÄRKER DENN JE IN DEN MITTELPUNKT RÜCKT. Mit 1. Januar 2026 tritt die EU-Verordnung 2024/573 in Kraft – und damit ein verpflichtender Umweltbeitrag von 3 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent für HFC-Quoten. Betroffen sind zwar ausschließlich produzierende und importierende Unternehmen, die den Beitrag über das EU-Quotenportal

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abführen müssen. Doch klar ist auch: Die Preissteigerungen wandern die Lieferkette hinunter: Kältemittel mit hohem GWP-Wert (Global Warming Potential) werden teurer, und die Wahl des richtigen Systems wird zur strategischen Frage. Für die Südtiroler Kälte- und Klimatechniker/innen im lvh bedeutet das mehr Beratungsbedarf, mehr Abwägung zwischen Technik, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Obfrau Heidi Röhler fasst die Herausforderung prägnant zusammen: „Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden mit klarem fachlichem Überblick zu nachhaltigen Lösungen.“ Der neue Umweltbeitrag schafft nicht nur Preissignale, sondern rückt die Rolle der Kälte- und Klimatechniker/innen noch stärker ins Zentrum: als Expertinnen und Experten, die den Wandel gestalten und klimafreundliche Technologien voranbringen.

Heidi Röhler © Gabriel Höllrigl

Normen, Know-how und KOBRA TISCHLER/INNEN: DIE JÄHRLICHE CE-SCHULUNG DES KOBRA-KONSORTIUMS DER TISCHLER/INNEN FÜR BRANDSCHUTZTÜREN FAND KÜRZLICH IM HAUS DES HANDWERKS IN BOZEN STATT. SIE BESTÄTIGTE ERNEUT, WIE ZENTRAL FUNDIERTES NORMENWISSEN FÜR BETRIEBE IST. Das KOBRA (Konsortium der Tischler für Brandschutztüren) veranstaltete vor Kurzum seine jährliche Schulung. Die teilnehmenden Unternehmen informierten sich dabei über aktuelle Anforderungen, technische Neuerungen und praxisrelevante Dokumentationspflichten. Im Mittelpunkt standen die wesentlichen Bausteine der CE-Kennzeichnung, darunter die werkseigene Produktionskontrolle, der Produktpass und die erforderlichen technischen Nachweise. Die Schulung bot einen strukturierten Überblick

Klaus Nagler © Harald Wisthaler

darüber, wie Betriebe rechtssicher arbeiten und typische Fehler in der CE-Abwicklung vermeiden können. KOBRA-Präsident Klaus Nagler betonte die Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung: „Nur wer die Normen beherrscht, kann sichere und verlässliche Produkte liefern – KOBRA schafft dafür den notwendigen fachlichen Rahmen.“ Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die digitalen Werkzeuge, die die Betriebe im Alltag unterstützen. Sowohl die CE-FIX-Plattform zur Erstellung und Verwaltung der Produktpässe als auch der KOBRA-Konfigurator zur technischen Prüfung und Dokumentation wurden intensiv diskutiert und als wesentliche Erleichterung für strukturierte und effiziente Prozesse hervorgehoben. Insgesamt zeigte die enge Zusammenarbeit zwischen KOBRA, VBH Italia und dem lvh einmal mehr, dass die CE-Schulung weit über eine formale Verpflichtung hinausgeht: Sie bietet Orientierung, stärkt die Prozesssicherheit und unterstützt die Betriebe dabei, sich im Wettbewerb professionell aufzustellen.


BRANCHEN

Maßarbeit zeigt Profil MASSSCHNEIDER/INNEN: SÜDTIROLS MASSSCHNEIDER/INNEN RÜCKEN IHR HANDWERK MIT EINER NEUEN KAMPAGNE MODERN INS LICHT. Die Maßschneider/innen im lvh starten 2026 mit einer klaren Botschaft: Maßarbeit ist modern, relevant – und weit mehr als ein Nischenhandwerk. Die neue Imagekampagne stellt drei Themen in den Mittelpunkt: Qualität, Individualität und Wohlbefinden. Qualität bedeutet hier echte Handwerkskompetenz: präzise Schnitte, ausgewählte Materialien, fundierte Ausbildung. Die Botschaft: Gute Arbeit erkennt man nicht am Etikett, sondern am Ergebnis. Individualität rückt den Menschen ins Zentrum. Maßgeschneiderte Kleidung passt sich an – nicht umgekehrt. Sie ist nachhaltig, langlebig und ein Gegenpol zu kurzlebiger Massenproduktion. Wohlbefinden beschreibt den Moment im Atelier: persönliche Beratung, Zeit, Aufmerksamkeit. Der Kontakt zwischen Kundin und Handwerkerin ist Teil der Dienstleistung und

Obfrau Melanie Trafojer (links) im Beratungsgespräch © VideoMetrixs

schafft Vertrauen. Mit starken Bildern, klaren Botschaften und kurzen Videoclips will die Kampagne zeigen, wie vielfältig und zeitgemäß der Beruf heute ist – von Alltagsmode bis Tracht, von Einzelanfertigungen bis Design. Sie macht sichtbar, was Maßschneiderei ausmacht: Ein Handwerk mit Haltung – und mit Zukunft.

31 01|2026

Technik, Präzision, Verantwortung SPORTGERÄTETECHNIKER/INNEN: WENN WINTERSPORT FÜR VIELE EIN FREIZEITVERGNÜGEN IST, BEDEUTET ER FÜR SÜDTIROLS SPORTGERÄTETECHNIKER/INNEN VERANTWORTUNG – FÜR SICHERHEIT, QUALITÄT UND EIN HANDWERK, DAS IM HINTERGRUND FUNKTIONIERT. Bei der Jahresversammlung der Sportgerätetechniker/innen im lvh wurde klar: Die Branche steht vor Herausforderungen, aber sie fährt auch einen klaren Kurs. Im Mittelpunkt des Treffens standen Einblicke in die eigene Arbeit, Rückblicke auf technische Exkursionen – sowie ein Blick auf Qualitätsstandards, Nachwuchsarbeit, Professionalisierung und die Sensibilisierung gegenüber Kundinnen und Kunden. „Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik, Sicherheit und Erlebnisqualität“, betonte Roberto Moling, Obmann der Sportgerätetechniker/innen im lvh. „Wenn ein Eindruck der Jahresversammlung © lvh.apa

manufakt

Ski schlecht eingestellt ist, geht es nicht um eine Reklamation – es geht um Verletzungsrisiken. Unser Handwerk wird oft unterschätzt, dabei trägt es enorme Verantwortung.“ Genau diese Verantwortung spiegelten auch die Themenschwerpunkte wider, die lvh-Direktor Walter Pöhl ansprach: Lust auf Leistung, Qualität durch Ausbildung, und das Selbstverständnis, dass Handwerk stolz macht. Die Berufsgemeinschaft zeigte, wie wichtig Austausch und Weiterbildung für eine Branche sind, die stark vom technologischen Fortschritt geprägt wird und einen hohen Anspruch an Qualität und Professionalität setzt.


BEZIRKE

Wirtschaftstisch in Bozen BEZIRK BOZEN STADT: AUF EINLADUNG VON BÜRGERMEISTER CLAUDIO CORRARATI DISKUTIERTEN VERTRETER/INNEN DES LVH UND ANDERER WIRTSCHAFTSVERBÄNDE DIE PLÄNE, DIE AB 2026 DIREKTE AUSWIRKUNGEN AUF BETRIEBE, LOGISTIK UND MOBILITÄT HABEN WERDEN.

32 01|2026

Beim jüngsten Treffen des Wirtschaftstisches der Stadt Bozen wurde deutlich, wie stark die kommenden Jahre von Infrastrukturarbeiten geprägt sein werden – und wie wichtig der enge Austausch zwischen Stadtverwaltung und Wirtschaft bleibt. Der Unterführungsneubau in der Einsteinstraße startet im Januar 2026 und dauert bis Ende 2028. Trotz offener Verbindung nach Leifers wird es ab Juni 2026 nur mehr eine Spur pro Richtung geben. Parallel beginnen die Arbeiten für das neue Bibliothekszentrum in der Longonstraße, gefolgt vom Tiefgaragenbau am Siegesplatz, der zahlreiche Oberflächenparkplätze entfallen lässt. Auch

die Industriezone steht vor Umbauten: Der Ausbau der Palermo-Brücke und v.l.: Hannes Mussak (lvh-Vizepräsident) und Bürgermeister Claudio Corrarati © lvh.apa

neue Verkehrsführungen sind für 2026 geplant. Bürgermeister Corrarati appellierte an alle Verbände, Rückmeldungen und mögliche Problemfelder der Betriebe zeitnah zu melden. Ziel ist es, Lösungen frühzeitig zu entwickeln und die Auswirkungen für Wirtschaft und Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Für das Handwerk steht fest: Eine Stadt im Umbau braucht verlässliche Planung, funktionierende Erreichbarkeit und einen direkten Draht zwischen Verwaltung und Betrieben. Genau dieser Dialog entscheidet darüber, ob große Baustellen Belastung oder Chance werden.

Offene Türen, klare Eindrücke BEZIRK KLAUSEN: DER „OPEN DAY“ IN KLAUSEN ZEIGTE EINDRUCKSVOLL WAS PASSIERT, WENN BETRIEBE IHRE TÜREN ÖFFNEN UND JUGENDLICHE MITTEN INS GESCHEHEN EINTAUCHEN: ES ENTSTEHT ORIENTIERUNG, DIE KEIN LEHRBUCH ERSETZEN KANN. Der erste „Open Day im Handwerk“ im Bezirk Klausen hat eindrucksvoll

gezeigt, was passiert, wenn Jugendliche Handwerk nicht erklärt bekommen – sondern es erleben. Werkstätten öffneten ihre Türen, Betriebe präsentierten ihren Alltag, und Schülerinnen und Schüler der dritten Mittelschule sowie der Berufsgrundstufe konnten Berufe unmittelbar kennenlernen. Ob Bäckerei, Elektrotechnik, Tischlerei, KFZ, Schmiede oder Logistik: Die Vielfalt der teilnehmenden Betriebe machte sichtbar, wie viele Chancen im Handwerk stecken. lvh-Bezirksobmann Jugendliche in der Garage Lewisch © lvh.apa

Jonas Baumgartner betonte, wie wichtig es sei, jungen Menschen echte Einblicke zu geben – modern, praxisnah und ohne Filter. Auch Eltern nutzten den Tag, um mögliche Ausbildungswege für ihre Kinder kennenzulernen. Viele Betriebe zeigten großes Engagement, sowohl vor Ort als auch im Hintergrund. Das Ergebnis: ein Format, das Orientierung schafft und Lust auf Handwerk macht. Der Open Day hat Potenzial, ein fixer Bestandteil der Berufsorientierung im Bezirk Klausen zu werden – ein Tag, an dem Türen aufgehen und Zukunft sichtbar wird.


BEZIRKE

Ein System, das von Menschen lebt BEZIRK UNTERLAND: EIN VORMITTAG, DER ZEIGTE, WIE LEBENDIG DAS EHRENAMT IM HANDWERK IST. Im Bezirksbüro Neumarkt zeigte sich, wie lebendig ehrenamtliches Engagement sein kann. Beim Funktionär/innen-Frühstück kamen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Handwerks zusammen, um gemeinsam über aktuelle Themen, Herausforderungen und Chancen zu sprechen. lvh-Präsident Martin Haller und Direktor Walter Pöhl eröffneten den Morgen und setzten den Ton für eine Veranstaltung, die vor allem eines war: ein Ort für echten Austausch. Bezirksbüroleiter Lukas Tovazzi gab einen klaren Einblick in die Aufgaben und Ziele des Bezirksbüros. Dabei wurde deutlich, welche Rolle regionale Strukturen für die Arbeit des lvh spielen – nah an den Mitgliedern, schnell in der Umsetzung, direkt in Kontakt mit Betrieben, sowie Funktionärinnen und Funktionäre. Das Treffen machte spürbar, wie wertvoll eine starke Ehrenamtsbasis für das Handwerk ist. Die Gespräche waren offen, konstruktiv und praxisorientiert; genau jene Mischung, die

Neumarkt: starkes Ehrenamt - starkes Handwerk © lvh.apa

ein Verband braucht, um Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Am Ende blieb ein deutliches Fazit: Die Funktionärinnen und Funktionäre bilden ein tragfähiges Fundament – und dieser Vormittag zeigte, wie viel Kraft in diesem Netzwerk steckt.

Neustart im Vinschgau BEZIRK UNTERVINSCHGAU: NACH UMBAU: SCHLANDERS HAT EINEN NEUEN TREFFPUNKT FÜR DAS HANDWERK. Zahlreiche Funktionärinnen und Funktionäre folgten der Einladung, gemeinsam mit der lvh-Spitze den rundumerneuerten Standort einzuweihen. Präsident Martin Haller und Direktor Walter Pöhl unterstrichen die Bedeutung des Büros, das, im neuen Glanz, künftig wieder Anlaufstelle für Betriebe, Mitglieder und Ehrenamtliche sein wird. Auch die beiden Bezirksobleute, Hermann Raffeiner Kerschbaumer (Untervinschgau) und Günther Platter (Obervinschgau), betonten, wie wichtig ein solcher Ort für die regionale Zusammenarbeit ist. Für lvh-Direktor Pöhl war die Botschaft klar: „Jetzt haben die lvh-Funktionärinnen und Funktionäre mit Mitarbeitenden in den rundumerneuBezirksmitglieder wieder einen Ort, um sich unkompliziert erten Räumlichkeiten © lvh.apa und einfach zu treffen.“ Mit der offiziellen Neueröffnung des lvh-Bezirksbüros setzt – ein zentraler Ort für Austausch, Beratung und Begegnung. der lvh ein deutliches Zeichen für regionale Nähe, funktio- Das runderneuerte Bezirksbüro stellt für das Handwerk im nierende Netzwerke und eine starke Präsenz im Vinschgau Vinschgau einen zentralen Ankerpunkt dar. manufakt

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FRAUEN & JUNGES HANDWERK DIE GRUPPEN IM LVH: Frauen und Junghandwerker/innen: Ihre Initiativen, Projekte, Unternehmungen und ihr Einsatz für das Handwerk.

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Paintball-Turnier: Farbe, Adrenalin und Teamgeist JUNGHANDWERKER/INNEN: MANCHMAL BRAUCHT ES KEINEN SEMINARRAUM, KEINE AGENDA, KEIN PROTOKOLL – MANCHMAL REICHT EIN SAMSTAG, EIN PAAR MARKIERER, VIEL ADRENALIN UND DER WILLE, GEMEINSAM ETWAS ZU ERLEBEN. Kürzlich trafen sich die Junghandwerker/innen im lvh zum Paintball-Turnier. Sobald die Schutzausrüstung saß und die Farbmunition geladen war, waren Berufsbezeichnungen und Rollen neDie Junghandwerker/innen beim Paintball-Turnier © lvh.apa

bensächlich. Stattdessen zählten plötzlich Beobachtung, Reaktion, Teamplay. Wer Handwerk nur mit Präzision und Routine verbindet, hat hier eine andere Seite gesehen: Spontanität, Mut, taktisches Denken. Eigenschaften, die im Betrieb genauso wichtig sind wie auf dem Spielfeld. Das Turnier selbst entwickelte schnell eine eigene Dynamik. Aus „Team vs. Team“ wurde eine Reihe intensiver Begegnungen, in denen Kreativität und Zusammenspiel über Sieg oder Niederlage entschieden. Die Kommunikation – wortlos oder laut – kam den meisten erstaunlich vertraut vor. Schließlich ist Teamarbeit auf Baustellen, in Werkstätten und bei Montageeinsätzen ihr tägliches Handwerkszeug. Und weil Gemeinschaft nicht mit dem Schlusspfiff endet, ging es danach weiter auf den Christkindlmarkt. Vielleicht war es am Ende genau diese Mischung aus Bewegung, Wettbewerb und Miteinander, die den Nachmittag besonders machte. Ein Erlebnis, das zeigt, was die junge Handwerksgeneration ausmacht: Sie ist vernetzt, innovativ, neugierig – und bereit Verantwortung zu übernehmen, ob im Betrieb oder auf dem Spielfeld.


Frauen im Handwerk: Weil Stärke sichtbar sein darf FRAUEN IM HANDWERK: IM SÜDTIROLER HANDWERK ARBEITEN FRAUEN OFT IM VERBORGENEN – ALS UNTERNEHMERINNEN, MITINHABERINNEN, MEISTERINNEN, ORGANISATORINNEN. DIE FRAUEN IM HANDWERK MACHEN DIESE LEISTUNGEN SICHTBAR. In Südtirol sind die Frauen im Handwerk seit 1985 ein fester und aktiver Bestandteil der handwerklichen Landschaft und gehören zu den stärksten organisierten Frauengruppen der Wirtschaft. Viel mehr als nur eine Lobby: Sie sind ein Raum, in dem sich Frauen austauschen, weiterbilden und gegenseitig Frauen im Handwerk (v.l.): Angelika Wiedmer, Petra Holzer, Daniela Bortolon und Johanna Santa Falser © lvh.apa

stärken – beruflich wie persönlich. Hier geht es nicht um große Worte, sondern um Austausch, Weiterentwicklung und echte Unterstützung: Seminare, Inputs zu Betriebsführung und Marketing, rechtliche Orientierung – und ein Raum, in dem Frauen ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Petra Holzer, die Obfrau der Frauen im Handwerk bringt es auf den Punkt: „Wir Frauen im Handwerk formen nicht nur Materialien, sondern auch die Zukunft – mit Können, Kreativität und unbeirrbarem Mut.“ Wer hier Mitglied wird, findet kein klassisches Netzwerk, sondern eine Gemeinschaft, die Haltung zeigt: Mehr Sichtbarkeit. Mehr Kompetenz. Mehr Stimme für Frauen im Handwerk. Werden Sie Teil dieser Gemeinschaft. Werden Sie Teil einer Bewegung. Werden Sie Mitglied bei den Frauen im Handwerk. Mehr Infos und Mitgliedsantrag unter: frauen@lvh.it.

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manufakt


WIRTSCHAFT & POLITIK HANDWERK BESTIMMT MIT: Auf lokaler, nationaler und auch internationaler politischer und wirtschaftlicher Ebene hat das Handwerk eine wichtige Stimme.

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Wenn Sprache verbindet, wächst das Handwerk SPRACHKOMPETENZ IST LÄNGST MEHR ALS EINE KULTURELLE BESONDERHEIT SÜDTIROLS – SIE ENTSCHEIDET DARÜBER, OB FACHKRÄFTE IM HANDWERK ERFOLGREICH ANKOMMEN, SICHER ARBEITEN UND TEIL EINER STARKEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT WERDEN KÖNNEN. In vielen Werkstätten, Dienstleistungsbetrieben und Baustellen Südtirols sind aktuell Hände am Werk, die formen und gestalten. Aber mindestens genauso wichtig wie das Werkzeug ist oft die Sprache, mit der dort gearbeitet wird. Für ausländische Fachkräfte, die in Südtirol leben und arbeiten wollen, ist Sprachkompetenz weit mehr als eine Formalität: Sie ist das Fundament von Integration, Zusammenarbeit und eines sicheren, prosperierenden Handwerksstandorts.

MEHRSPRACHIGKEIT ALS STANDORTVORTEIL Südtirol ist ein Land der Sprachen: Deutsch, Italienisch, Ladinisch. Für viele Betriebe heißt das, sie gewinnen Fachkräfte aus Italien, dem europäischen Ausland oder darüber hinaus — mit ganz unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels liegt enormes Potenzial in dieser Vielfalt. Doch um dieses auszuschöpfen, braucht es Verständigung. Missverständnisse bei Bauplänen, Sicherheitsvorschriften oder einfach in der Absprache im Team sind nicht nur ärgerlich — sie bergen Risiken und erschweren langfristige Integration. Deshalb rückt das Thema

Sprachkompetenz zunehmend in den Fokus — nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch im Handwerk und in der Arbeitswelt.

POLITIK ERKENNT DIE BEDEUTUNG DER SPRACHE Dass Sprache auch politisch große Bedeutung hat, zeigt der Vorstoß der Südtiroler Volkspartei (SVP): Unter der Leitung von Landessekretär Harald Stauder arbeitet sie an einem umfassenden Sprachförderprogramm – mit Maßnahmen für Schulen, Kindergärten und zugewanderte Jugendliche. Ziel ist es, Sprachstandserhebungen bereits im frühen Kindesalter einzuführen und individuelle Förderung systematisch auszubauen. Stauder bringt die politische Verantwortung klar auf den Punkt: „Sprache ist weit mehr als ein Lerninhalt. Sie entscheidet darüber, ob Menschen in einer Gesellschaft wirklich ankommen können.“ Er betont auch, wie eng Sprache und gesellschaftlicher Zusammenhalt verknüpft sind: „In einem mehrsprachigen Land wie Südtirol ist Sprache ein Teil unserer Identität und der Schlüssel für Teilhabe – besonders für jene, die neu zu uns kommen.“ Und er macht deutlich,


WIRTSCHAFT & POLITIK

Sprache ist nicht nur Mittel zum Zweck. Sprache ist Haltung. Und sie ist einer der stärksten Treiber für Integration und wirtschaftliche Stärke.

EIN APPELL – AN POLITIK, BETRIEBE UND GESELLSCHAFT

Harald Stauder © Julia Frank

warum frühe Förderung so entscheidend ist: „Wenn wir Sprache rechtzeitig stärken, öffnen wir Kindern wie Erwachsenen Türen: zu Bildung, zu Arbeit, zu echter Integration.“ Diese politische Perspektive schafft die Grundlage dafür, dass auch das Handwerk von besseren Rahmenbedingungen profitieren kann.

HANDWERK BRAUCHT SPRACHE – UND SCHAFFT PERSPEKTIVEN Auch der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) sieht Sprachkompetenz als strategischen Erfolgsfaktor. Direktor Walter Pöhl betont: „Gute Lösungen entstehen nicht durch Lautstärke, sondern durch Verständigung.“ Für ihn ist Sprache nicht nur Mittel der Kommunikation, sondern ein entscheidender Faktor für Sicherheit, Qualität und Teamzusammenhalt. „Sprache ist heute Integration, Sicherheit und Chance zugleich“, sagt Pöhl. Betriebe, die sprachliche Entwicklung aktiv unterstützen, gewinnen an Attraktivität – besonders in Zeiten, in denen jede qualifizierte Fachkraft zählt.

WARUM SÜDTIROL PROFITIEREN KANN Südtirol steht – wie kaum eine andere Region – zwischen regionaler Verwurzelung und globalem Arbeitsmarkt. Wer diesen Standort stärken will, braucht beides: präzises Handwerk und klare Sprache. Betriebe, deren Teams sprachlich kompetent sind, arbeiten effizienter, sicherer und stabiler. Fachkräfte bleiben länger und können sich weiterentwickeln. Das stärkt den Betrieb – und Südtirol als Wirtschaftsstandort. manufakt

Sprachkompetenz darf nicht Nebensache sein. Sie gehört ins Zentrum von Ausbildung, Beschäftigung und Integration. Damit das gelingt, müssen Schulen früh ansetzen, Betriebe Sprachförderung als Teil der Personalentwicklung verstehen und die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Sprachförderung kann nur wirken, wenn sie nicht erst bei Problemen beginnt, sondern als Chance begriffen wird – als Brücke, nicht als Hürde. Südtirol hat die Möglichkeit, seine Mehrsprachigkeit zu einem echten Standortvorteil zu machen. Wenn Fachkräfte hier nicht nur arbeiten, sondern auch sprachlich ankommen können, profitieren Betriebe durch bessere Zusammenarbeit, höhere Sicherheit und stabilere Teams. Und letztlich gewinnt die Gesellschaft: Sie wird vielfältiger, widerstandsfähiger und stärker. Oder wie Harald Stauder sagt: „Wer Sprache stärkt, stärkt die Menschen. Und wer die Menschen stärkt, stärkt Südtirol.“

Walter Pöhl © evvvolution

37 01|2026


WIRTSCHAFT & POLITIK

Reden wir drüber! WENN GEMEINDEN UND HANDWERK INS GESPRÄCH KOMMEN, ENTSTEHT RAUM FÜR LÖSUNGEN, DIE WIRKEN.

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In Meran traf lvh-Präsident Martin Haller gemeinsam mit Direktor Walter Pöhl auf Bürgermeisterin Katharina Zeller, um über zentrale Themen der Stadtentwicklung zu sprechen. Besonders wichtig waren klare Ausschreibungsverfahren, das Gemeindeentwicklungsprogramm und eine Mobilität, die den betrieblichen Alltag nicht erschwert. Auch große Projekte wie das geplante Mobilitätszentrum oder der Küchelberg-Tunnel – Herausforderungen, die Meran langfristig prägen werden, waren Teil des Austauschs. Dazu kamen städtebauliche Chancen, etwa auf den Kasernenarealen, die viel Potenzial für neue Nutzungskonzepte bieten. Das gemeinsame Ziel: stabile Rahmenbedingungen schaffen, die Betriebe stärken und der Bevölkerung zugutekommen. Auch im Ahrntal zeigte sich, wie viel Kraft in lokalen Partnerschaften steckt. Beim Treffen mit Bürgermeister Markus Gartner und dem Gemeindeausschuss sprach der lvh über faire Vergaben, über den Start des neuen Gemeindeentwicklungsprogramms im Jänner 2026 und über zentrale Zukunftsthemen des Tales. Die Gemeinde lud den lvh ausdrücklich ein, sich intensiv einzubrin-

Austausch in Meran © lvh.apa

Austausch im Ahrntal © lvh.apa

gen – ein wichtiges Signal für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Zudem wurde die Hoffnung geäußert, dass der Gefahrenzonenplan in der ersten Jahreshälfte 2026 genehmigt wird. Ein weiterer Impuls kam vom Ortsausschuss: Die Idee eines regelmäßigen Wirtschaftsstammtisches fand breite Zustimmung und öffnet den Weg zu noch mehr Vernetzung im Tal.

lvh unterzeichnet „Think Small First“-Charta KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN (KMU) SIND DAS RÜCKGRAT DER WIRTSCHAFT: SIE SICHERN ARBEITSPLÄTZE, SIND INNOVATIONSTRÄGER UND PRÄGEN ALS FAMILIEN- UND HANDWERKSBETRIEBE DEN WIRTSCHAFTLICHEN UND SOZIALEN ZUSAMMENHALT VOR ORT. Von den 26,17 Millionen Unternehmen in der EU zählen 26,13 Millionen zu den KMU – sie schaffen rund 65 Prozent aller Arbeitsplätze und generieren 54 Prozent des gesamten Mehrwerts. Gerade die Besonderheiten kleiner Betriebe – von der engen Zusammenarbeit zwischen Eigentümern und Mitarbeitenden bis hin zur Vielseitigkeit der Unternehmerinnen und Unternehmer, die gleichzeitig Fachkräfte, Ausbilder, Innovatoren und Verwaltungsverantwortliche sind – machen deutlich, wie wichtig ein passgenauer politischer Rahmen ist. Bereits 2008 hat die Europäische Kommission mit dem Small Business Act das Prinzip „Think Small First“ eingeführt: Politische Maßnahmen sollen von Anfang an die Bedürfnisse kleiner Unternehmen berücksichtigen. Dazu gehört auch der sogenannte KMU-Test, der die Auswirkungen neuer Gesetze auf kleine Betriebe bewertet.

Doch die Anwendung in der EU ist bislang uneinheitlich. Umso wichtiger ist ein klares Bekenntnis zur Stärkung kleiner Unternehmen. Der lvh hat daher die „Think Small First“-Charta unterzeichnet – und setzt damit ein deutliches Zeichen für praxisnahe und realitätsgerechte Rahmenbedingungen, von denen Betriebe im Land unmittelbar profitieren werden. Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich der lvh dazu, sich auf europäischer und nationaler Ebene aktiv dafür einzusetzen, dass politische Maßnahmen von Beginn an aus der Perspektive kleiner Betriebe gedacht und gestaltet werden. Ebenso soll sichergestellt werden, dass die direkten und indirekten Auswirkungen neuer Regelungen während des gesamten Gesetzgebungsprozesses umfassend bewertet werden. Alle Unterzeichner/innen sind unter https://smevision2040.eu/charter aufgelistet.


POLITIK & WIRTSCHAFT

Entlastung bei der Werbesteuer GEPLANTE BEFREIUNG ERLEICHTERT SÜDTIROLES HANDWERKSBETRIEBEN DEN ALLTAG. Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) zeigt sich erfreut über die vom Senat angekündigten direkten Verbesserungen im Bereich der Werbesteuer. Besonders positiv bewertet der Verband die geplante Befreiung bestimmter Werbemaßnahmen von der Steuerpflicht, was für zahlreiche Handwerksbetriebe eine spürbare Erleichterung bedeuten wird.

WENIGER BÜROKRATIE Die Werbesteuer ist in Italien eine kommunale Abgabe, die für die Nutzung öffentlicher Flächen oder das Anbringen von Werbeanlagen – etwa Firmenschilder, Plakate oder Werbung an Baustellen – erhoben wird. Gerade für kleinere Betriebe führte diese Abgabe in der Vergangenheit zu erheblichem Verwaltungsaufwand und teils unverhältnismäßigen Kosten. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass nun ein erster konkreter Schritt in Richtung Vereinfachung und Entlastung erfolgt“, betont lvh-Präsident Martin Haller. „Die angekündigte Befreiung ist ein wichtiges Signal an die Betriebe und ein Beitrag, um Bürokratie abzubauen und unternehmerische Tätigkeit zu erleichtern.“

ENDLICH EINHEITLICHE REGELN – LVH BEGRÜSST REFORM Viele Handwerksbetriebe haben sich seit Jahren über die unübersichtlichen Regelungen und die teils unterschiedlichen Auslegungen in den Gemeinden beklagt. Dass nun eine Vereinheitlichung und Befreiung vorgesehen ist, ist ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Der lvh hatte das Thema bereits mehrfach auf Landes- und Gemeindeebene eingebracht und wird den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten. „Wir werden uns auch künftig dafür einsetzen, dass der Bürokratieabbau im Interesse der Betriebe konsequent fortgesetzt wird. Großer Dank gilt Senator Meinrad Durnwalder für die konstruktive Zusammenarbeit und das Einbringen der Gesetzesänderung“, so Haller abschließend. manufakt

Im Gespräch mit... Arno Kompatscher Landeshauptmann

01 Welche konkreten Schritte hat das Land im Rahmen der Initiative „Gemeinsam vereinfachen“ bereits zur Bürokratieentlastung umgesetzt? Über 1.700 Verbesserungsvorschläge kamen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Bürgerinnen und Bürgern – davon sind 112 bereits umgesetzt. Weniger Papierkram durch Abschaffung von Formblättern, schlankere Prozesse dank Automatisierungen von Verwaltungsabläufen. Das neue Serviceportal MyCivis startet 2026. Digitalisierung ist eine Chance, aber sie muss auch im Alltag ankommen – da ist noch Luft nach oben. 02 Wie können Politik und Wirtschaft verdeutlichen, dass die hohe Lebensqualität in Südtirol dem starken Wirtschaftsstandort zu verdanken ist? Südtirols Lebensqualität ist kein Selbstläufer – sie hängt von Wirtschaft, Politik und Zusammenhalt ab. Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, die Politik investiert das Geld in Schulen, Straßen, Gesundheit und Umwelt. Es geht nicht darum, sich gegenseitig etwas vorzurechnen, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden. Denn am Ende profitieren alle davon. 03 Welche Bedeutung hat eine gemeinsame, klare Stimme der lokalen Wirtschaft für Südtirol? Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, weil gemeinsam einfach mehr erreicht werden kann. Eine starke Stimme bedeutet mehr Gewicht in Bozen, in Rom oder in Brüssel – aber auch mehr Zusammenhalt vor Ort. Wichtig ist, dass man nicht nur laut redet, sondern einander auch gut zuhört.

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HANDWERK & GESELLSCHAFT ARBEIT ALLEIN BESTIMMT NICHT DAS LEBEN: Geselliges Beisammensein und gute Unterhaltung werden im Handwerk groß geschrieben.

45 Jahre Sonnenreisen SONNENREISEN FEIERT HEUER SEIN 45-JÄHRIGES BESTEHEN – UND SETZT ZUGLEICH EIN WICHTIGES ZEICHEN FÜR DIE ZUKUNFT: DEN GELUNGENEN GENERATIONENWECHSEL IM UNTERNEHMEN.

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Traditionsreiches Familienunternehmen (v.l.): Sepp, Anna, Florian, Erika und Burgi © ASP

Der Geburtstagskuchen © ASP

Die nächste Generation (v.l.): Erika, Anna und Florian © ASP

Sonnenreisen feiert heuer sein 45-jähriges Bestehen. Ein Meilenstein für einen Betrieb, der seit Jahrzehnten fest auf dem Ritten und in Südtirol verwurzelt ist. Auf der Weihnachtsfeier wurde nicht nur das Jubiläum gewürdigt, sondern auch ein bedeutender Schritt für die Zukunft bekanntgegeben: Sepp und Burgi haben dieses Jahr die Geschäftsführung an ihre Kinder Florian, Anna und Erika übergeben. Die neue Generation dankte ihren Eltern für den Aufbau des Unternehmens und versprach, Sonnenreisen mit derselben Leidenschaft und Sorgfalt weiterzuführen. Der Grundstein für Sonnenreisen wurde 1980 von Sepp mit einem einzigen Bus und einem Schülertransport gelegt. In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen stetig: Der Fuhrpark wurde erweitert, neue Linien kamen hinzu, eine eigene Werkstatt eingerichtet und mit dem Kauf der Betriebshalle im Europark ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Zum Jubiläum richtet die Familie Rauch einen besonderen Dank an alle Mitarbeiter/innen, Partner und Kunden: Ohne ihre Treue, ihr Engagement und ihr Vertrauen wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen.

Eindruck der Jubiläumsund Weihnachtsfeier © ASP


HANDWERK & GESELLSCHAFT

Fünfzig Jahre unter Strom UNTER DIESEM MOTTO FEIERTE KÜRZLICH ELEKTRO ROTTENSTEINER AM RITTEN, SEIN BEMERKENSWERTES 50-JÄHRIGES JUBILÄUM. SEIT 1975 STEHT DAS TRADITIONSREICHE FAMILIENUNTERNEHMEN FÜR FACHKOMPETENZ, FLEXIBILITÄT UND EXZELLENTER. Die Jubiläumsfeier war ein Spiegelbild der Werte, die Firmengründer Paul Rottensteiner vor fünf Jahrzehnten in das Unternehmen eingebracht hatte. Seine Frau Monika, die Söhne Andreas und Alexander sowie die treuen Mitarbeiter – sie alle sind Teil des Erfolgs, den das Unternehmen heute feiert. Bei der Jubiläumsfeier blickte das Unternehmen auf seine Anfänge zurück – mit Fakten, Erinnerungen und persönlichen Anekdoten. Firmenchef Paul Rottensteiner würdigte in einer emotionalen Rede die Menschen, die den Erfolg über Jahrzehnte möglich gemacht haben. Juniorchef Alex Rottensteiner schilderte humorvoll den gemeinsamen Einstieg von ihm und seinem Bruder Andreas ins Familienunternehmen und betonte die heute klar definierten Rollen. Im Mittelpunkt stand jedoch das Team: In einer feierlichen Ehrung dankte die Familie all jenen Mitarbeitenden, deren Engagement die Firma seit fünfzig Jahren prägt. Wirtschaftsassessor Kurt Prast gratulierte im Namen der Gemeinde Ritten. Wertschätzung und Leistung seien Grundpfeiler jedes Erfolgs – eine Haltung, die Elektro Rottensteiner seit jeher lebe. lvh-Vizepräsident Hannes Mussak würdigte in seiner

Eindruck der Feier, im Hintergrund (v.l.): Monika, Paul, Andy und Alex Rottensteiner © MyMedia Marketing

Die Projektion der Firma zum Fest © Beatrix Unterhofer

manufakt

Paul & Monika Rottensteiner: seit Jahrzehnten privat und beruflich ein erfolgreiches Team © MyMedia Marketing

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Die geehrten Mitarbeitenden mit der Inhaber-Familie, Matthias Prast (lvh-Ortsobmann Ritten, 2. v.r.) und Hannes Mussak (1. v.r.) © MyMedia Marketing

Festrede das Unternehmen, denn „ganze Häuser unter Strom setzen, ist eine große Aufgabe“, betonte er: „Fünfzig Jahre Elektro Rottensteiner, das sind 50 Jahre Leidenschaft und Power!“. Mussak hob besonders die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor: „Eine Firma kann nur dann 50 Jahre bestehen, wenn sie ihre Menschen ernst nimmt, ihnen Chancen bietet und sie in ihrer Leistung wertschätzt.“ In einer Zeit, in der vieles im Wandel ist, bleibt eines konstant: das Werteverständnis des Unternehmens, das auf den Säulen Fachkompetenz, Flexibilität und Service basiert. Was hier entstanden ist, kann sich sehen lassen, darin waren und sind sich alle einig.


THEMEN IN BEWEGUNG GROSSE THEMEN: Wir starten ins neue Jahr mit einem der relevantesten Branchenevents in Bozen: der Klimahouse, die international hohe Sichtbarkeit genießt.

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Klimahouse steht für gutes Bauen und gutes Leben KLIMAHOUSE IST DIE ZENTRALE VERANSTALTUNG FÜR RESSOURCEN- UND ENERGIEEFFIZIENTES BAUEN IN ITALIEN. VOM 28. BIS ZUM 31. JÄNNER 2026 TREFFEN SICH ÜBER 30.000 PROFIS DER BRACHE IN DER MESSE BOZEN. Sie ist ein Ort, an dem Bauweisen, Materialien und Prozesse sichtbar werden, die auf Dauerhaftigkeit, sparsamen Ressourceneinsatz und hohe Ausführungsqualität ausgerichtet sind: die Klimahouse. Für das Südtiroler Bauwesen ist dieses Messeevent eng mit einer gewachsenen Expertise verbunden: mit Erfahrung im Umgang mit Materialien, einem tiefen Verständnis für Konstruktion und Detail sowie mit einer Baukultur, die Verantwortung gegenüber Umwelt, Bauherrschaft und Bestand mitdenkt.

DER HOLZBAU, BESTÄNDIG UND RESSOURCENSCHONEND Eine zentrale Rolle nimmt bei Klimahouse der Rohstoff Holz ein. Als nachwachsender Rohstoff mit regionaler Verankerung und hoher bautechnischer Leistungsfähigkeit steht Holz exemplarisch für ressourcenschonendes Bauen im alpinen Raum. Klimahouse macht sichtbar, wie Holz heute eingesetzt wird: präzise geplant, technisch ausgereift und handwerklich sauber umgesetzt. Dabei geht es nicht um Stilfragen, sondern um Bauweisen, die funktionieren und langfristig Bestand haben. Diese Form des Bauens, zusammen mit der dafür notwendigen Erfahrung, wird auf der Messe auch über die Landesgrenzen hinaus vermittelt.

Klimahouse-Tours: Einblick hinter die Kulissen © Marco Parisi/Messe Bozen

Die Sichtbarkeit entsteht nicht nur über Produkte und Systeme, sondern auch durch eigene Initiativen.

WOOD ARCHITECTURE PRIZE Der Wood Architecture Prize, der erste in Italien konzipierte Preis für Holzarchitektur, rückt Gebäude


Klimahouse 2026 | THEMEN IN BEWEGUNG

in den Mittelpunkt, bei denen Entwurf und Ausführung eng zusammenspielen. Ausgezeichnet werden Bauprojekte, bei denen Materialkenntnis, konstruktive Klarheit, Detailqualität und handwerkliche Präzision entscheidend zum Ergebnis beitragen. Der Preis macht deutlich, dass Bauqualität ohne sorgfältige Ausführung nicht denkbar ist und dass das Handwerk eine tragende Rolle im Gelingen nachhaltiger Architektur spielt. Ergänzt wird dieser Ansatz durch die „Klimahouse-Tours“, bei denen Bauobjekte besichtigt werden. Sie ermöglichen Einblicke in Bauprozesse, Ausführungsdetails und Entscheidungswege, wobei Experten und Interessierte Planung, Materialwahl und handwerkliche Umsetzung vertiefen können.

MENSCHEN IM AUSTAUSCH Neben Projekten und Initiativen lebt Klimahouse vor allem vom Austausch zwischen Menschen. Die Messe schafft Raum für Gespräche zwischen Handwerkern, Architekten und Architektinnen, Ingenieuren, Geometern, Bauunternehmen, Planern und Herstellern. In diesen Begegnungen werden Erfahrungen geteilt, Arbeitsweisen verglichen und Lösungen diskutiert, die häufig über den Messebesuch hinaus Bedeutung haben. Gerade im Bauwesen, wo vieles auf Zusammenarbeit, Abstimmung und Vertrauen beruht, ist der direkte Austausch wesentlich.

UNTRENNBAR MIT DEM HANDWERK VERBUNDEN Dass Klimahouse heute als Referenzmesse für nachhaltiges Bauen gilt, ist untrennbar mit dem Handwerk verbunden. Über viele Jahre haben Südtirols Betriebe durch ihre tägliche Arbeit dazu beigetragen, hohe Standards in Ausführung und Materialeinsatz zu etablieren und neue Bauweisen in die Praxis zu überführen. Dieses Erfahrungswissen bildet eine wichtige Grundlage für das, was auf der Messe gezeigt und weitergedacht wird.

28.– 31.1.2026 in Bozen: Publikumsmagnet Klimahouse © Marco Parisi/Messe Bozen

Mit Südtirol@Klimahouse werden die regional verankerten Kompetenzen zum Ausdruck einer gemeinsamen Haltung: Ressourcen bewusst einzusetzen, Energieeffizienz ernst zu nehmen und Bauqualität als kollektive Aufgabe zu verstehen.

VOM 28. BIS ZUM 31. JÄNNER 2026 Die nächste Auflage von Klimahouse findet vom 28. bis zum 31. Jänner 2026 in der Messe Bozen statt. Was die Messe ausmacht, sind die Menschen selbst: Aussteller, die ihre Lösungen zur Diskussion stellen, und Besucher, die sich informieren, nachfragen und ihre Erfahrungen teilen.

Das ist ein Gastbeitrag von Messe Bozen anlässlich der bevorstehenen Klimahouse 2026.

Südtirol@Klimahouse NEUE PRÄSENTATIONSMÖGLICHKEIT FÜR SÜDTIROLER BETRIEBE AUF KLIMAHOUSE Südtirol@Klimahouse ist ein neuer Bereich auf Klimahouse 2026, der erstmals Südtiroler Unternehmen die Möglichkeit bietet, sich zu kostengünstigen Bedingungen zu präsentieren. In der Halle H1 im Eingangsbereich der Messe Bozen entsteht ein exklusiver Ausstellungsbereich, der ausschließlich Südtiroler Unternehmen vorbehalten ist. manufakt

INFO UND KONTAKT Alle Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie unter www.lvh.it/klimahouse. Für Rückfragen und weitere Unterstützung steht Ihnen am lvh-Sitz Julia Ranigler gerne zur Verfügung: E-Mail: julia.ranigler@lvh.it, Tel. 0471 32 33 44.

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IM BLICK TRENDS: Marktneuheiten, Produktvorstellungen, Betriebsporträts, Public Relation, Werbung

Zentrale Staubsaugsysteme © Sistem Air

Wohnen neu denken: wenn Reinigung zur Technik wird SELECTRA, BOZEN: WOHLSEIN – EIN BEGRIFF, DER HEUTE DEN KERN MODERNER WOHNQUALITÄT BESCHREIBT. FÜR SISTEM AIR UND SELECTRA IST ER DER AUSGANGSPUNKT IHRER GEMEINSAMEN PRÄSENZ AUF DER KLIMAHOUSE 2026.

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KONTAKTE Sistem Air Via Cilavegna 53 27020 Gravellona Lomellina (PV) www.sistemair.it

KONTAKT Selectra AG Pacinottistraße 11 39100 Bozen www.selectra.it

Gute Raumluft beginnt nicht nur bei Heizung oder Lüftung, sondern bei einem Thema, das im Arbeitsalltag vieler Elektriker kaum sichtbar ist: einer Reinigungstechnik, die Teil der Gebäudeinfrastruktur wird.

seit über 30 Jahren Lösungen, die die Lebensdauer des Gebäudes erreichen. Das bedeutet nachhaltige Technik, verlässliche Funktionsweise und Planungssicherheit – Werte, die für Fachbetriebe im täglichen Einsatz zählen.

ZENTRALE STAUBSAUGSYSTEME SORGEN FÜR BESSERE LUFT

FACHBERATUNG DURCH SELECTRA

Zentrale Staubsaugsysteme verändern die gewohnte Hierarchie der Haustechnik. Während an Gebäudeautomation, Wärmeerzeugung oder Lüftung gedacht wird, bleibt die Reinigung oft eine „mobile“ Lösung ohne planerischen Stellenwert. Dabei entscheidet gerade sie darüber, was im Innenraum tatsächlich in der Luft bleibt.

Die Partnerschaft mit Selectra verankert dieses Know-how in Südtirol. Als Elektrogroßhändler mit hoher Beratungskompetenz unterstützt Selectra Planer und Installateure bei der Auswahl, Dimensionierung und Umsetzung der Systeme. Ein klarer Vorteil für Betriebe, die ihren Kunden saubere Luft, Energieeffizienz und eine moderne, gesunde Gebäudetechnik bieten möchten.

Ein zentrales System saugt Schmutz ab, transportiert ihn durch ein Rohrnetz und führt Feinstaub, Milben und Allergene vollständig nach außen ab – ohne Rückführung in den Wohnbereich.

NEUE CHANCEN FÜR ELEKTROTECHNIKER Für Elektriker eröffnet das eine neue Chance: Anlagen, die langlebig, wartungsarm und als fixer Bestandteil des Gebäudes angelegt sind. Sistem Air, Europas führender Hersteller, entwickelt

TREFFPUNKT AUF DER KLIMAHOUSE 2026 Klimahouse 2026 wird zum Ort, an dem sich eine neue Perspektive öffnet: Wohlbefinden entsteht nicht nur durch sichtbare Technik, sondern vor allem durch das, war wir einatmen. Und wenn Reinigung zur Infrastruktur wird, entsteht ein Mehrwert, der Elektrotechniker/-innen neue Möglichkeiten und Gebäuden eine tiefere Qualität verleiht.


Produktplatzierung | IM BLICK

Der Wandel im ländlichen Raum PLATTFORM LAND: ANGESICHTS DER WIRTSCHAFTLICHEN, GESELLSCHAFTLICHEN UND ÖKOLOGISCHEN VERÄNDERUNGEN STEHT 2026 GANZ IM ZEICHEN DER FRAGE, WIE SÜDTIROLS DÖRFER UND TÄLER DIESEN WANDEL AKTIV GESTALTEN KÖNNEN. Wandel als Chance für ein zukunftsfähiges Südtirol © Plattform Land

„Der Wandel ist in vollem Gange – entscheidend ist, dass wir ihn aktiv gestalten. Gerade der ländliche Raum braucht Mut, Zusammenarbeit und neue Ideen, um zukunftsfähig zu bleiben“, betonte der Präsident der Initiative Plattform Land, Andreas Schatzer bei der Mitgliederversammlung. Er stellte die Jahrestagung 2026 vor, wo das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird.

DER LÄNDLICHE RAUM STÄRKEN Die Plattform Land setzt derzeit mehrere EU-geförderte Projekte um das ländliche Raum zu stärken. Ein Projekt widmet sich dem nachhaltigen Bauen und Sanieren mit umweltfreundlichen Materialien. Mit einem weiteren Projekt entsteht ein grenzüberschreitendes Netzwerk für betriebliches Mobilitätsmanagement, mit dem Ziel CO2-Emissionen zu reduzieren. Ein neues Projekt entwickelt neue Ansätze für eine nachhaltige Raumplanung, während ein transnationales Projekt sich mit der Rückgewinnung und Begrünung von Flächen beschäftigt.

ÜBER DIE PLATTFORM LAND Die Plattform Land ist eine überparteiliche Initiative, getragen von 16 wichtigen Südtiroler Organisationen, Institutionen und Verbänden, darunter auch der lvh. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu sichern und seine Entwicklung zukunftsfest zu gestalten – durch Zusammenarbeit, Innovation und konkrete Projekte.

KONTAKT Plattform Land Kan-M.-Gamper-Straße 56 39100 Bozen info@plattformland.org www.plattformland.org

Die Dachmarke Südtirol wird 20 IDM SÜDTIROL: DIE MARKE SÜDTIROL STARTET IN DIE NÄCHSTEN 20 JAHRE. IN DIESEN ZWEI JAHRZEHNTEN WURDE AUS EINER TOURISMUSMARKE EINE REGIONENMARKE UND IST HEUTE EINE SÜDTIROLER ERFOLGSGESCHICHTE. Es war im Jänner 2004, als die renommierte Berliner Markenagentur MetaDesign erstmals zwei Dachmarkenlogos für Südtirol präsentierte. Monate später fiel die Entscheidung für Dachmarke und Panorama. Genau dieses Bergpanorama, das heute untrennbar mit Südtirol verbunden ist, entstand aus einer Skizze der Dolomitenspitzen, die MetaDesign-Chefin Uli Mayer-Johanssen im Urlaub von Jenesien aus angefertigt hatte. Kombiniert wurde es mit einem Südtirol-Schriftzug in eigens kreierter Schrift. Als das neue Dachmarken-Erscheinungsbild öffentlich vorgestellt wurde, folgte zunächst harsche Kritik – vor allem in Südtirol. Erst Jahre später wurden die Einzigartigkeit des Logos erkannt und geschätzt. Bei der Jubiläumsfeier wurden die 20 bewegten Jahre der Marke Südtirol Revue passiert. Landeshauptmann Arno Kompatscher bestärkte die Anwender der Marke manufakt

darin, heute vom positiven Image der Marke zu profitieren und sie gleichzeitig als Regionenmarke zu stärken. Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstrich, dass die Südtiroler Marke heute Bekanntheit auf der ganzen Welt genießt und genau jene Qualitäten kommuniziert, die Südtirol wertvoll machen. Dank einer starken Marke hebt sich Südtirol als Wirtschaftsstandort und Destination deutlich von anderen Regionen und Ländern ab. Entscheidungsträger bei der 20-Jahres-Feier © IDM

KONTAKT IDM Südtirol Pfarrplatz 11 39100 BOzen www.idm-suedtirol.com

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IM BLICK | Produktplatzierung

01/02: OSTERMANN erweitert Angebot für Echtholzkanten. © Ostermann

Furnierkanten in jeder gewünschten Breite OSTERMANN ITALIA, PERAGA DI VIGONZA: EIN NEUER SERVICE ERMÖGLICHT ES, UNGEWÖHNLICHE PLATTENSTÄRKEN UND FURNIERTE HOLZLAMELLEN ZEIT- UND RESSOURCENSCHONEND ZU REALISIEREN. Über 70 Holzarten, vier Stärken und bis zu sieben Breiten am Lager: Kundinnen und Kunden schätzen OSTERMANN seit Jahren für die außergewöhnliche Vielfalt an Echtholzkanten. Ab sofort erweitert das Unternehmen sein Portfolio um einen neuen Service und liefert ausgewählte Furnierkanten in jeder gewünschten Breite. Diese Maßanfertigung ermöglicht es, die natürlichen Materialien beispielsweise für den Bau der aktuell sehr gefragten Lamellenwände einzusetzen.

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NEUE MASSANFERTIGUNG FÜR FURNIERKANTEN

KONTAKT Ostermann Italia Srl Via Germania 38 35010 Peraga di Vigonza www.ostermann.eu „Highlights10“

Während das Auftrennen der ABS-Kanten in jede gewünschte Breite längst zu den OSTERMANN-Leistungen zählt, bietet das Unternehmen diesen Service nun auch für eine Reihe gängiger Furnierkanten an. Technisch sind Breiten ab 16 Millimeter möglich. Die Bestellung der individuell gefertigten Ware erfolgt – wie bei den ABS-Kanten – telefonisch oder über den Onlineshop.

Lamellen sind derzeit in zahlreichen Innenbereichen ein Trend – ob als Wandverkleidung, Garderobe oder Raumtrenner. Furnierkanten eignen sich für die Herstellung aufgrund ihrer hohen Oberflächenqualität oftmals besser als gesägte Furniere. Das eigenständige Zuschneiden passender Furniere ist zudem zeitaufwendig. Der neue Auftrennservice stellt hierfür eine schnelle und qualitativ hochwertige Lösung dar.

KOMPLETTANGEBOT FÜR DEN INNENAUSBAU Kundinnen und Kunden, die sich für Furnierkanten von Ostermann entscheiden, profitieren von einer umfassenden Produktpalette für den Möbel- und Innenausbau. Das Sortiment reicht von passenden Schleifmitteln über Furnierleim bis hin zu Profilen, Verbindern für unterschiedlichste Konstruktionen von Lamellenwänden und weiteren Ausbauprojekten, oder anderen Innenausbauprojekten.

Fachmesse DACH+HOLZ International in Köln VON 24. BIS 27. FEBRUAR WIRD KÖLN ZUM TREFFPUNKT DER DACH- UND HOLZBAUPROFIS – AUSSERGEWÖHNLICHE AKTIONEN WARTEN AUF SIE. Die Fachmesse DACH+HOLZ International kehrt vom 24. bis 27. Februar 2026 nach Köln zurück und überrascht mit neuen Formaten: Drei Workspaces laden zum Mitmachen ein, eine Netzwerkfläche im Außenbereich bringt die Community zusammen und außergewöhnliche Aktionen wie „Handwerk trifft Sport“ oder „Dein Branchen-Tattoo“ schaffen völlig neue Messeerlebnisse. Zudem rückt die Messe besonders die Start-up- und Innovationsfläche

in den Mittelpunkt, die 2026 auf 30 ausstellende Unternehmen anwächst. In Halle 9 erhalten Fachbesucher Antworten auf zentrale Zukunftsfragen: Wie lassen sich Arbeitsprozesse effizienter gestalten? Wie können Dachdeckerbetriebe Verwaltung und Organisation vereinfachen? Welche Lösungen erhöhen die Sicherheit auf der Baustelle? Gründer und innovative Unternehmen stellen dort digitale Tools, Verbindungstechniken, Sicherheitslösungen vor. Die Dach- und Holzbaubranche ist sehr gut aufgestellt, bestätigt die Messeleitung: „Wir schaffen Räume für Innovation, Austausch und Geschäft, aber auch für das Erlebnis und die Emotionen, die unser Handwerk so einzigartig machen.“


THEMEN IN BEWEGUNG

Für Ihre gezielte Werbung im Jahr 2026 Jetzt vormerken. Frühzeitig Platz sichern. Klare Schwerpunkte, starke Aufmerksamkeit: Die Rubrik THEMEN IN BEWEGUNG präsentiert 2026 wieder jene Inhalte, die für Handwerk, Dienstleister und Zulieferer am wichtigsten sind. Jede Ausgabe fokussiert auf ein präzises Thema – ideal, um Ihre Produkte und Lösungen sichtbar und wirksam zu platzieren. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihre Zielgruppe genau dort zu erreichen, wo Entscheidungen getroffen werden.

FÜR- UND VORSORGE IM HANDWERK Sicherheits- und Vorsorgethema mit hoher Relevanz bei den neuen Regelungen DIE VIER ELEMENTE & DAS HANDWERK Erde, Wasser, Luft, Feuer: eine Inspiration für das Handwerk auch heute DIGITALISIERUNG BLEIBT TREND Viele Firmen planen neue Tools vor Sommerbeginn. SICHERES ARBEITEN AM DACH Der Sommer ist Hochsaison für Zimmerer, Dachdecker, Spengler. INNENDESIGN Innenausbau, Bäder, Möbel, Raumausstattung im Fokus

DIE RICHTIGE VERSICHERUNG Versicherungsabschlüsse genau angeschaut ENERGIEKOSTEN SPAREN Passend vor der Heizsaison achten wir auf die Energiekostenentwicklung. DRIVE TEST FÜR VAN UND TRANSPORTER Zeit für Fahrzeugpräsentationen und Testfahrten LEBENSMITTELBRANCHE & KÜCHENCHEFS Für das Weihnachtsgeschäft viele Investitionen in Ausstattung und Präsentation FINANZIERUNG FÜR BETRIEBE Budgetfinalisierung und Vorbereitung auf 2027 – ideal, um Investitionen für das neue Jahr zu planen Kontaktieren Sie uns für Ihre Planung 2026: manufakt@lvh.it.


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