LUX E M B U R G S R E I S E MAGAZ I N
Frankreich Luxemburg
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Te l A v i v
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Côte d’Ivoire
DEUTSCHE AUSGABE
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Manchmal muss man innehalten, ja sogar einen Schritt zurückgehen, um die Richtung zu bestimmen und wieder voranzukommen. Genau das haben wir mit REESEN gemacht. Sie erinnern sich sicher, dass REESEN anfangs zweisprachig war, deutsch und französisch, Seite an Seite in einem Heft. Nach der Corona-Durststrecke fanden wir Ende 2021, dass es an der Zeit sei, REESEN aufzufrischen. Wir verpassten unserem Magazin einen neuen Look, gaben ihm ein handliches Format mit hochwertigem Papier, großen Bildern zum Träumen und Texten, die inspirieren. Ein Heft, gefüllt mit Artikeln, die Geschichten erzählen, aus der ganz persönlichen Sicht unserer Reisejournalisten. Das alles zuerst einmal nur auf Deutsch. Unsere Leser fanden das offensichtlich gut, denn die Abonnenten blieben uns treu. Nun also starten wir die zweite Stufe des REESEN-Relookings und bringen die aktuelle Ausgabe auf Deutsch und – in einem separaten Heft – auf Französisch heraus. Denn das ist Luxemburg: multikulturell und vielsprachig. Will man alle erreichen, sollte man mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Sprachen anbieten (so wie wir es mit unserem KACHENMagazin bereits seit Jahren tun). Reisen ist eine der größten Freuden des Lebens. Es bietet die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen, neue Orte zu entdecken und andere Kulturen kennenzulernen. Egal, ob es sich um einen kurzen Wochenendausflug oder eine monatelange Rucksacktour handelt, Reisen hat die Kraft, unsere Perspektiven zu erweitern, unsere Annahmen zu hinterfragen und
unser Leben auf unzählige Arten zu bereichern. Willkommen also zur neuen Ausgabe Ihres Premium-Reisemagazins, in dem wir Ihnen das Beste aus der Welt des Reisens präsentieren. Wir wissen, dass es beim Reisen nicht nur darum geht, ein Ziel zu erreichen, sondern auch um die Erfahrungen, die man auf dem Weg dorthin sammelt, und die Erinnerungen, die man wieder mit nach Hause nimmt. Und wir möchten Ihnen diese Erfahrungen auf eine Weise vermitteln, die sowohl erstrebenswert als auch erreichbar ist. In dieser Ausgabe haben wir eine Reihe von Artikeln zusammengestellt, die Sie auf eine Reise zu einigen der atemberaubendsten Reiseziele der Welt mitnehmen. Von den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen bis zu den sonnenverwöhnten Stränden des Südpazifiks haben wir für jeden etwas dabei. Unser Team erfahrener Reiseschriftsteller hat die Welt durchforstet, um Ihnen die neuesten Reisetrends und Insider-Tipps zu präsentieren, die Ihnen bei der Planung Ihres nächsten Abenteuers helfen. Machen Sie es sich also mit unserem Heft auf dem Sofa bequem, entspannen Sie sich und lassen Sie sich von uns auf imaginäre Reisen mitnehmen, die Sie hoffentlich dazu anregen werden, selber die Welt zu erkunden und Erinnerungen zu schaffen, die ein Leben lang halten, ganz gleich, ob Sie ein erfahrener Reisender sind oder gerade erst anfangen. Wir freuen uns darauf, Ihnen auch in Zukunft spannende und inspirierende Inhalte bieten zu können. Viel Spaß beim Reisen!
E D I TO R IAL
Der Weg ist das Ziel!
Bibi Wintersdorf Chefredakteurin & Herausgeberin
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I N H A LT
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LU X E M B U R G DÜSSELDORF SÖLDEN FLEESENSEE WIEN B A R C E LO N A LISSABON FRANKREICH T R A U M H OT E L M A L LO R C A T E L AV I V SAN FRANCISCO C ÔT E D ’ I VO I R E
C OV E R STO RY
Frankreich
C OV E R STO RY
Jede Region hat ihre eigenen Schätze! Für die Franzosen, aber auch für die Touristen aus aller Welt, die jedes Jahr hierher strömen, liegt der Reichtum des französischen Terroirs in seiner Vielfalt. Die vier Ecken Frankreichs im Detail zu beschreiben, würde ein ganzes Buch füllen. In dieser Ausgabe haben wir für Sie die Westküste des Landes ausgewählt, um die Badeorte der Côte Fleurie im Herzen der Normandie zu erkunden, aber auch den Reichtum der Bordelaiser Weinberge bis zur Charente. Reisen, auf denen sich Kultur, Gastronomie und Entspannung gut miteinander verbinden lassen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken dieser schönen Ecken Frankreichs!
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B O R D EAUX
der Bordelaiser neues Leben eingehaucht: Es entstand eine kleine, ökologisch alternative Welt, das sogenannte Darwin-Zentrum. Dort zieren Street-Art-Werke die Mauern eines früheren Museums, es gibt Sportmöglichkeiten, einen Co-Working-Bereich und ein Restaurant. Am Wochenende bruncht man mit der Familie im Magasin Général, das eine richtig tolle Spielecke für die kleinen Gäste hat. Perfekt, um die Woche gemütlich ausklingen zu lassen. Lust auf eine Reise ans Meer, einen Abend lang mit den Füßen im Sand zu einem eisgekühlten Lillet Tonic Austern schlürfen, aber ohne dafür Bordeaux verlassen zu müssen? Dann ab ins Les Chantiers de la Garonne, ein Bar-Restaurant in der ehemaligen Werft am rechten Flussufer. Allein der Ausblick auf das Ufer gegenüber ist einen Besuch wert. Kleines Rätsel gefällig? Versuchen Sie, die Kirche Saint-Michel, die Kathedrale, das Denkmal der Girondisten und die anderen historischen Bauten auszumachen, die Sie bei Ihrer Stadttour gesehen haben. Die Stadt des Wassers Ein Bordelaiser bleibt prinzipiell nie lange von den Atlantikstränden oder dem Becken von Arca-
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chon entfernt, das Wasser gehört zum Leben der Einwohner fest dazu. Auch aus dem Stadtzentrum ist das Wasser mit den vielen historischen Brunnen, die noch immer unermüdlich sprudeln, nicht wegzudenken. Besuchen Sie unbedingt den Brunnen der drei Grazien auf der Place de la Bourse und die Brunnen entlang des Platzes Amédée Larrieu. Ab den ersten Frühlingstagen lockt der Miroir d’eau, der Wasserspiegel an der Place de la Bourse, Kinder an, die barfuß und mit hochgekrempelten Hosenbeinen vergnügt durch das nur wenige Zentimeter tiefe Wasser waten. Eine willkommene Erfrischung besonders im Sommer, wenn es in Bordeaux richtig heiß werden kann. Dieses Reflexionsbecken, das größte weltweit, wechselt außergewöhnliche Effekte von Spiegel und Nebel ab. Es wurde im Rahmen eines gigantischen Projektes zur Erneuerung der Kais zu Beginn der 2000er-Jahre entworfen und erstreckt sich von der Place de la Bourse bis zur neuen Brücke Jacques Chaban-Delmas am Ende der Quais Bacalan. Als Teil des historischen Stadtzentrums gehört der Miroir d’eau zum UNESCO-Welterbe.
B O R D EAUX Die Pont de Pierre mit ihren 17 Bögen ist die erste Brücke der Stadt und stammt aus dem Jahr 1822. Sie überspannt die Garonne und verbindet das rechte mit dem linken Ufer.
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D’ I VO I R E C ÔT E
Geheimnisvolle Masken der Côte d’Ivoire Text & Fotos Laurent Nilles
Verschwiegene Geheimbünde, mysteriöse Zeremonien, Geister und Magie: In der Côte d’Ivoire sind Maskentänze mehr als nur Folklore. Die zahlreichen Bevölkerungsgruppen des westafrikanischen Landes sind stolz auf ihre jahrhundertealten Traditionen, auch wenn längst nicht alle dem ausländischen Besucher offen stehen …
Die Faszination der afrikanischen Masken – sie hat mich fest im Griff, seit ich vor einigen Jahren in einer Brüsseler Kunstgalerie einige ausgesuchte antike Exemplare bestaunen durfte. In Europa als teure Kunstobjekte gehandelt, begehrt von Privatsammlern und Museen, sind die Masken in weiten Teilen West- und Zentralafrikas noch immer ein wichtiger Teil der gelebten Kultur und des sozialen Gefüges. Um mir hiervon selbst ein Bild zu machen, mache ich mich also auf, Richtung Côte d’Ivoire. Meine erste Maske bekomme ich schon ein paar Tage später in einem kleinen Dorf der Guro bei einer Vorführung des Zaouli-Tanzes zu Gesicht. Welch ein Spektakel: das rhythmische Trommeln der Musiker, der Staub aufwirbelnde Maskentänzer, die gebannten Zu-
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schauer – eine zeitlose Szene, die meine Vorstellungen übertrifft. Erst in den 1950er-Jahren entstanden, ist der Tanz heute bereits UNESCO-Weltkulturerbe. Im Gegensatz zur Zaouli, welche vor allem der Unterhaltung dient, haben die meisten Masken allerdings einen sakralen Hintergrund. Besonders für die Senufo, Anhänger des Poro, einer uralten westafrikanischen Glaubensrichtung, verkörpern die Masken verschiedene Geister und dürfen nur von Eingeweihten erblickt werden (die Initiation dauert 21 Jahre). Die Reise geht also weiter in die „Région du Poro“ im Norden des Landes. Als Erstes bringt Chéri Mimi, mein lokaler Guide, mich in ein Dorf, welches bei unserer Ankunft wie ausgestorben scheint – sogar der Dorfvorsteher ist nicht
D’ I VO I R E C ÔT E Begegnung mit der Zaouli-Maske. Sie dient vor allem der Unterhaltung.
OBEN
Die Wambele, eine der wichtigsten Maske der Senufo, grüßt die Dorfältesten.
UNTEN
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D’ I VO I R E C ÔT E
Die Kriegsmaske der Guéré soll den Kriegern des Dorfes Mut einflößen.
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D’ I VO I R E C ÔT E In Westafrika konnten sich die alten Brauchtümer, trotz Missionierung und Globalisierung, erhalten.
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D’ I VO I R E C ÔT E
Die Botschaftermaske Gambiela reist in andere Regionen des Landes, um die Guéré bei interkulturellen Festivals zu vertreten.
vor Krankheit zu schützen.“ Als kurz darauf die männliche Maske, auf Stelzen, 3 m hoch, durch das Dorf stürmt, fliehen die Zuschauer fröhlich in alle Richtungen, um nicht von einem der schweren Holzbeine erschlagen zu werden. Die weibliche Maske hingegen schwebt in vollkommener Eleganz über den sandigen Dorfplatz und wirkt als beruhigender Gegenpol zum nervösen Tatendrang des Stelzenläufers. Zwei Tage später bin ich auch noch zu Besuch bei den Guéré. Sie unterscheiden zwischen Tanzmasken, wie der lustig grinsenden, rotbemalten Douhe, und Botschaftermasken wie der Gambiela, welche von der Form her an einen Hund
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erinnert. Am meisten beeindrucken mich aber die Kriegsmasken: furchteinflößende Ungetüme, die, mit Speeren bewaffnet und Rauch ausstoßend, im Konfliktfall den Krieger des Dorfes Mut einflößen sollen. Geleitet vom Geist der Maske In Kondéyakro, einem Dorf der Baoule, der zahlenmäßig wichtigsten Bevölkerungsgruppe des Landes, bekomme ich zum Schluss der Reise noch die Gelegenheit, deren berühmte Goli-Masken in Aktion zu sehen. Die kreisrunden, behörnten Kplé-kplé-masken haben eine Kundschafterfunktion inne und kündigen die anderen Masken an. Danach tanzt die Kpan, eine wichtige, mit roter Farbe bemalte
feminine Maske, welche die Göttin des Heiligen Waldes darstellt. Die Goli-Masken haben übrigens keine Öffnungen, die dem Tänzer erlauben würden, etwas zu sehen: „Dies ist nicht notwendig, da die Tänzer vom Geist der Maske geleitet werden“, so einer der Anwesenden, als ich mich darüber erstaunt zeigte. Masken und Geister – es gibt sie noch, hier in Westafrika, wo sich die alten Brauchtümer, trotz Missionierung und Globalisierung, erhalten konnten. Im Bewusstsein, zwar einen kleinen Einblick in diese mysteriöse Welt gewonnen, doch trotzdem nur an deren Oberfläche gekratzt zu haben, mache ich mich auf den Weg zurück nach Luxemburg. Fortsetzung folgt bestimmt.
D’ I VO I R E
BURKINA FASO
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Breviarium
MALI
GUINEA
CÔTE D’IVOIRE
GHANA
LIBERIA
Abidjan
7° N 5° W www.tourismecotedivoire.ci
Unbedingt Den kulturellen Reichtum der Côte d’Ivoire findet man zumeist in kleinen entlegenen Dörfern, welche in den gängigen Reiseführern keine Erwähnung finden. Es gibt auch keinen festen Kalender für die zahlreichen Zeremonien und Maskentänze, da diese meistens spontan organisiert werden. Das Wann und Wo kann man nur durch persönlichen Austausch mit den Einheimischen in Erfahrung bringen. Ein guter lokaler Guide ist hier Gold wert und fast unumgänglich. Persönlich empfehlen kann ich Francis Mak (+225 075 8787025).
Bloß nicht Besonders in den kleineren Dörfern, doch auch in mittelgroßen Städten ist es auch heute noch üblich, dass auswärtige Besucher sich zuerst beim traditionellen Oberhaupt der Siedlung oder beim Bürgermeister vorstellen. Ein kleines Gastgeschenk ist gerne gesehen und öffnet so manche Türen. Startet man seine Besichtigung oder fotografiert man gar in der Öffentlichkeit ohne diese vorherige Formalität, riskiert man, als Eindringling wahrgenommen zu werden, und kann im schlimmsten Fall sogar Probleme mit den Autoritäten bekommen.
Geheimtipp Schafft man es bis in den kargen Norden des Landes, findet man inmitten der staubigen Straßen Korhogos eine unerwartete, doch sehr willkommene Oase im Le Savanna (+225 0707 860817), einem französisch geführten Restaurant mit erfrischenden Cocktails, kreativen Interpretationen von traditionellen Gerichten und freundlicher Bedienung. Hier kann man wunderbar Kräfte sammeln für die Fortsetzung der Reise, auf der man sonst eher selten in den Genuss westlicher Komfortstandards kommt.
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