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REESEN 16 - 01/2025 - DE

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N°16 01/25

LUXEMBURGS MAGA ZIN FÜR REISEN & KULINARIK

ABENTEUER

R A U B K AT Z E N UNTER SICH: AU F S A FA R I IN SAMBIA

ENTDECKUNGSREISE

AUF DER SUCHE NACH DEM KÖNIG DER ARKTIS

GROSSREGION

HISTORISCHER K A R N E VA L : L A E TA R E I N S TAV E L O T

1 0, 5 0 € LU X E M B U R G E U R O PA : 1 2 € W E LT: 1 5 ,9 0 €


G R OS S R EG I O N

Historischer Karneval: Laetare in Stavelot Text & Fotos Laurent Nilles

Man muss nicht weit fahren, um eine der erstaunlichsten Karnevalstraditionen Europas zu erleben. In Stavelot in den belgischen Ardennen geht es seit Jahrhunderten zu Halbfasten hoch her.

Schon jetzt bedecken Millionen kleiner Papierschnitzel in allen Farben des Regenbogens die Pflastersteine der historischen Altstadt Stavelots und jede Minute kommen weitere Hunderttausende dazu. Unzählige weißgewandte, maskentragende Gestalten schleudern das kunterbunte Konfetti laut grunzend in die heitere Menge der Zuschauer, unterstützt von vier großkalibrigen Konfettikanonen, die ohne Pause gewaltige Wolken des farbigen Papierregens in die Luft blasen. Mehr als fünf Tonnen selbst hergestellten Konfettis bringt die Bruderschaft der Blancs-Moussis beim Karnevalsumzug heute unter die Leute! Jahrhundertealte Bräuche Es ist Laetare, der vierte Sonntag der christlichen Fastenzeit und in den Straßen der kleinen Ortschaft in den belgi-

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schen Ardennen sind die Narren los. „Freue dich“ bedeutet das lateinische Wort Laetare übersetzt und genau das ist die jahrhundertealte Mission der BlancsMoussis. Der Legende nach geht deren Ursprung auf das 15. Jahrhundert zurück als der strenge Abt des Klosters Stablo „seinen“ Geistlichen untersagte, an den (zu) ausgelassenen Feierlichkeiten des gemeinen Volkes zu Halbfasten teilzunehmen. Ein gefundenes Fressen für die Ardenner Jecken, denn um das Edikt des kirchlichen Spaßverderbers ins Lächerliche zu ziehen, verkleideten die Bürger Stavelots sich zu den Feiern zu Halbfasten fortan als Mönche oder vielmehr als deren Karikaturen: In weiße Kapuzengewänder gekleidet und die Gesichter hinter Masken mit überdimensionalen roten Nasen verborgen, ziehen sie heute wie früher durch den Ort. Einen Spaß machen sie sich


S TAV E LOT Der „Rondeau“ auf dem Hauptplatz der kleinen Stadt ist der krönende Abschluss der Parade. OBEN

Die aufgeblasenen Schweinsblasen sind unverzichtbares Accessoire für die Blancs-Moussis. UNTEN

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E N T D EC KU N G S R E I S E

Auf der Suche nach dem König der Arktis Text & Fotos Laurent Nilles

Svalbard, übersetzt „kühle Küste“, haben die Norweger die arktische Inselgruppe 600 Kilometer nördlich des Festlands getauft. An Bord eines 70 Jahre alten ehemaligen Leuchtturmschiffs entdecke ich hier am achtzigsten Breitengrad atemberaubende Eis- und Schneelandschaften sowie eine faszinierende, an die kalten Bedingungen angepasste Tierwelt.

Eis, soweit das Auge reicht! Im Adventfjord vor Longyearbyen, mit knapp 2.500 Einwohnern die größte Siedlung Svalbards und Ausgangspunkt unserer Reise, treiben unzählige Eisschollen und Eisberge. „Seit zwanzig Jahren hat es nicht mehr so viel Meereis in diesem Gebiet gegeben. Vor ein paar Tagen blockierte so viel Eis den Hafen, dass mit Ausnahme des Eisbrechers des Gouverneurs kein Schiff ablegen konnte“, berichtet Laurent, unser Kapitän. Er warnt uns gleich vor, dass es laut aktueller Eislage wahrscheinlich nicht möglich sein werde, bis in den Norden Spitzbergens, der Hauptinsel Svalbards, vorzustoßen. Eine ernüchternde Nachricht, denn die unbewohnte Wildnis am achtzigsten Breitengrad im hohen Norden gilt als bevorzugtes Revier des größten an Land lebenden Raubtiers der Erde, dem König

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der Arktis, dem Ursus maritimus, dem mythischen Eisbären. Da die Bären, die auf der Suche nach Beute bis zu hundert Kilometer pro Tag zurücklegen, jedoch fast überall auf Spitzbergen, ab und zu sogar rund um Longyearbyen, unterwegs sind, bleiben wir optimistisch und fiebern den Entdeckungen der nächsten Tage entgegen. Eislandschaften An Bord der Isbjørnen II, 1954 als Polarschiff für die Wartung von Leuchttürmen in Grönland in Dienst gestellt und mit vierundzwanzig Metern Länge und nur zehn Gästen eines der kleinsten Schiffe, das in den arktischen Gewässern unterwegs ist, suchen wir uns unseren Weg durch das dichte Eis aus dem Adventfjord heraus und in den Isfjord, den längsten Fjord Spitzbergens, hinein. Wir kommen im Treibeis nur langsam voran, doch


SVA L B A R D Unser schwimmendes Zuhause während unserer zwölf Tage dauernden Entdeckungsreise im hohen Norden, abgelichtet vor dem mächtigen Dahlbreen-Gletscher. OBEN

Ein Walross ruht sich auf einer Eisscholle im Isfjord aus. UNTEN

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R E Z E PT

So schmeckt Florenz Trippa alla Fiorentina – das ist echte florentinische Hausmannskost. In den verwinkelten Gassen von Florenz ist dieses Gericht aus Kutteln in einer würzigen Tomatensauce fast so allgegenwärtig wie die Kunstwerke der Renaissance. Es vereint die Einfachheit der Zutaten mit tiefen, traditionellen Aromen, die jeden Bissen zu einem kleinen Fest machen.

Trippa alla Fiorentina 2 Personen

20 Minuten

∙ 500 g Kutteln, vorbereitet und gereinigt ∙ 400 g gehackte Tomaten ∙ ∙ ∙ ∙ ∙

(aus der Dose) 1 Zwiebel, fein gehackt 2 Knoblauchzehen, fein gehackt 1 Karotte, fein gewürfelt 1 Stange Sellerie, fein gewürfelt 1 Glas trockener Weißwein

90 Minuten

∙ 2 EL Olivenöl ∙ 1 kleiner Bund Petersilie, gehackt ∙ Salz und Pfeffer, nach Geschmack ∙ 1 TL getrocknete Chiliflocken (optional)

∙ frisch geriebener Parmesan, zum Servieren

Die Kutteln unter fließendem Wasser abspülen und in Streifen schneiden. 2 In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen. Zwiebeln, Karotte und Sellerie hinzufügen und bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie weich sind. 3 Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten, bis er aromatisch wird. 4 Die Kutteln hinzufügen und einige Minuten anbraten, damit sie etwas Farbe annehmen. 1

Mit Weißwein ablöschen und kurz reduzieren lassen. 6 Die gehackten Tomaten und Chiliflocken hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Sauce bei niedriger Hitze etwa 1 bis 1,5 Stunden köcheln lassen, bis die Kutteln weich sind. 7 Vor dem Servieren die gehackte Petersilie unterrühren. Mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und mit frischem Brot servieren! 5

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T RAU M I N S E L N

Makaken leben sowohl in Gefangenschaft als auch in freier Wildbahn auf Mauritius. Die Zahl der wildlebenden Tiere wird auf 25.000 bis 35.000 geschätzt. OBEN

Diese als Crystal Rock bekannte natürliche Felsformation befindet sich an der Südwestküste von Mauritius. Sie liegt in der Mitte des Ozeans, etwa 200 Meter vom Ufer entfernt. UNTEN

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T RAU M I N S E L N

Urlaub unter Palmen Text Wibke Carter

Weiße Strände, türkisblaue Lagunen und eine üppige Vegetation – tropische Inseln haben einen unvergleichlichen Reiz, vor allem, wenn es zuhause kalt ist. Von der Karibik bis zum Indischen Ozean locken diese Sonnenparadiese Reisende an, die hier Erholung, Abenteuer und den Zauber ferner Kulturen suchen.

1. Mauritius Mark Twain beschrieb diese magische Insel, die oft als Juwel im Indischen Ozean bezeichnet wird, einst treffend: „Gott schuf zuerst Mauritius und dann das Paradies nach seinem Bild“. Und damit hat er nicht übertrieben, denn das Eiland, geprägt durch unberührte Lagunen, schützende Korallenriffe und imposante Berge, die bis an den weißen Sandstrand reichen, ist tatsächlich ein Paradies auf Erden. Aber Mauritius ist nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein kultureller Schmelztiegel, in dem indische, französische und afrikanische Einflüsse lebendig sind. Die Hauptstadt Port Louis verkörpert diese Vielfalt durch ihre koloniale Architektur, belebten Märkte und kulinarischen Köstlichkeiten. An der Ostküste befinden sich idyllische Fischerdörfer und im Inselinnern warten üppi-

ge Wälder und Naturpfade an Wanderbegeisterte. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der majestätische Chamarel-Wasserfall, die farbenfrohe „Seven Coloured Earth“ und die Île aux Cerfs, bekannt für ihre einsamen Strände und vielfältigen Wassersportmöglichkeiten. 2. Rarotonga Rarotonga ist so winzig, dass man auf der Karte ganz schön weit reinzoomen muss, um die größte der Cookinseln im endlosen Blau zu entdecken. Sie liegt mitten im Südpazifik, etwa auf halber Strecke zwischen Neuseeland und Hawaii. Ungefähr 15.000 Einwohner leben auf der Insel, die in kürzester Zeit umrundet werden kann – per Auto, Bus oder sogar zu Fuß. Unerschrockene marschieren querfeldein, einen richtigen Weg gibt es hier

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R E Z E PT

So schmeckt Oaxaca Mais bildet das Herzstück der mexikanischen Küche und wurde bereits von den Maya als heiliges Nahrungsmittel verehrt. In Oaxaca sind Memelas eine beliebte Spezialität: dicke, selbstgemachte Maistortillas, die mit einer Vielzahl an Toppings belegt werden. Häufig werden sie zum Frühstück oder als Snack auf der Straße genossen und sind ein fester Bestandteil der mexikanischen Streetfood-Kultur.

Memelas 12 Stück

20 Minuten

∙ 1 Dose Kidney- oder Borlottibohnen ∙ ∙ ∙

(ca. 400 g) 2 EL Öl 1 Zwiebel, sehr fein geschnitten 250 g Maismehl (Idealerweise Masa Harina)

30 Minuten

∙ 1/2 TL Salz ∙ 300 ml lauwarmes Wasser ∙ 50 g Käse, gerieben ∙ Chilisauce oder Salsa Verde

Die Bohnen in einem Mixer fein pürieren. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin glasig anschwitzen. Das Bohnenpüree hinzufügen und unter ständigem Rühren einköcheln lassen, bis ein cremiges, aber eher trockenes Püree entsteht. Beiseitestellen. 3 Das Maismehl mit dem Salz vermischen. Nach und nach das lauwarme Wasser hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Je nach Feinheit des Mehls kann weniger Wasser nötig sein. 4 Den Teig in 12 gleich große Portionen teilen. Jede Portion mit einem Teller oder einer Presse zu flachen Küchlein von etwa 3,5 mm Dicke formen. 5 Die Küchlein in einer Bratpfanne ohne Öl von beiden Seiten jeweils 1–2 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. 1 2

Die Memelas mit dem Bohnenpüree, Sauce und dem Käse belegen. 7 Nach Belieben mit zusätzlichen Toppings wie gezupftem Hühnchen- oder Schweinefleisch, Avocado, eingelegten Jalapeños, Zwiebeln, oder fein geschnittenem Kohl garnieren. 6

Tipp Traditionell werden Memelas mit verschiedenen Saucen serviert, wie z. B. Salsa Verde (aus grünen Tomaten, Chili, Koriander und Limettensaft) oder einer klassischen Chilisauce. Dieses vielseitige Gericht lässt sich individuell anpassen und kreativ belegen!

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AR C H I T E KTU R

Hanoi: Ein architektonisches Potpourri Text Bernard Pichon

Altmodischer Charme, lebhafte Atmosphäre: Die vietnamesische Hauptstadt Hanoi inspiriert mit ihrem fotogenen architektonischen Chaos die Kunstszene.

Wir befinden uns auf einem Markt, unweit des Viertels, in denen hungrigen Mäulern gebratener Hund serviert wird. In ein paar Schüsseln sieht man Schildkröten planschen. Ob sie wohl in einer Brühe enden? Alle jedenfalls nicht. Die meisten Passanten kaufen sie, um sie wieder freizulassen, wie auch die Vögel in Käfigen. Einem Tier die Freiheit zurückzugeben, soll gut für das Karma sein. Die Stadt Hanoi ist eine Art Hybrid – halb postkolonial, halb globalisiert. Da sieht man traditionelle Streetfood-Stände einerseits und Starbucks-Filialen ande-

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rerseits. Eine verblüffende Mischung aus alten Gebäuden aus Französisch-Indochina (1887–1954) und zeitgenössischen Gebäuden prägt den Charakter dieser Millionenmetropole, in der der tausendjährige Einfluss Chinas immer noch spürbar ist. An vielen Gebäuden fallen „Auswüchse“ ins Auge: Balkone, Veranden, Leuchtreklamen, Klimaanlagen. Die Bewohner haben ihre Wohnungen im Laufe der Zeit ihren Bedürfnissen und Budgets entsprechend verändert – oftmals ohne Baugenehmigung. Ein heterogenes, überladenes Stadtbild ist die Folge. Vorschriften


HAN O I Aktuell gibt es in Hanoi 1.216 Villen im französischen Architekturstil, die vor 1954 erbaut wurden, davon befinden sich 367 in Staatsbesitz. OBEN

© Bernard Pichon

Die Rote-Sonnen-Brücke, eine Fußgängerbrücke über den HoanKiem-See, ist ein beliebter Ort für frisch verheiratete Paare in Hanoi, die sich dort gerne fotografieren lassen. UNTEN

© Bernard Pichon

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