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REESEN 13 - 02/2024 - DE

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N°13 02/24

LUXEMBURGS MAGA ZIN FÜR REISEN & KULINARIK

ENTDECKUNGSREISE

L AOS: REICH A N K U LT U R , EXQUISITER KÜCHE UND GASTLICHKEIT

HOCHGENUSSPERLE

WIEN: EINE S TA D T, D I E M A N SICH AUF DER ZUNGE ZERGEHEN LASSEN KANN

LUXEMBURG

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LUX E M B U R G

Ein herausragendes Merkmal von Luxemburgs Weinregion sind natürlich die beeindruckenden Weinberge.

OBEN

© Thomas Jutzler

Als Abschluss einer geführten Tour ist eine Weinverkostung ein absolutes Muss!

UNTEN

© Mike Zenari

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LUX E M B U R G

Vielfältig, grenzenlos und wunderschön Die Moselregion ist ein versteckter Schatz mitten im pulsierenden Herzen Europas. Zwischen den Ländern Frankreich, Deutschland und Luxemburg gelegen, bietet sie eine einzigartige Mischung aus Naturschönheit, reicher Kultur und kulinarischer Raffinesse. Mit atemberaubenden Landschaften, renommierten Weinbergen, historischen Denkmälern und vielfältigen Outdoor-Aktivitäten ist sie ein Traumziel für Reisende, die authentische Entdeckungen suchen.

Bekannt für ihre Qualitätsweine und Crémants ist die Moselregion Luxemburgs ein wahres Paradies für Weinliebhaber. Die terrassierten Weinberge, die sich entlang der malerischen Ufer der Mosel erstrecken, sind Ausgangslage für die Produktion von Weinen von Finesse. Moderne Methoden treffen auf Tradition. Beliebt sind nicht nur Crémants, sondern unter anderem auch Riesling, Weiß- und Grauburgunder. Es gibt viele Möglichkeiten, die Vielfalt des Weinangebots zu entdecken, von Weintouren bis hin zu Weinveranstaltungen wie den traditionellen Weinfesten von Frühling bis Herbst. So findet zum Beispiel alljährlich am Pfingstwochenende das Weinevent Wine Taste Enjoy statt, die Veranstaltung der offenen Weinkeller entlang der gesamten Luxemburger Mosel. Winzer, Kellereien und Brennereien öffnen ihre Türen für Verkostungen, Kellereibesichtigungen sowie kulinarische Spezialitäten und bieten auch geführte Wanderungen an. Die

perfekte Gelegenheit, die Luxemburger Mosel, ihre Winzer und die hervorragenden Weine und Crémants zu entdecken. Weintourismus at its best! Auf den Pfaden von Natur, Wein und Kultur Neben der Weinkultur bekommt man auch eine reiche Natur geboten. Zahlreiche markierte Wanderwege ermöglichen es Outdoor-Enthusiasten, die Region zu Fuß zu erkunden. Egal, ob Neuling oder erfahrener Wanderer, es finden sich Routen für alle Schwierigkeitsgrade. Der neue Komfort-Wanderweg in Remich richtet sich vor allem an gemütlichere Wanderer und ermöglicht eine barrierefreie aktive Entdeckung der Region. Mit einem Fokus auf der „Perle der Mosel“ bietet dieser 4 km lange Weg eine ausgezeichnete Alternative für Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Wandereinsteiger.

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LUX E M B U R G

Fernweh-Restaurants in Luxemburg Text Lydia Mutsch

Ihr letzter großer Urlaub liegt bereits monatelang hinter Ihnen und der nächste steht noch in den Sternen? Der Berufsalltag hat Sie fest im Griff und das Wetter hat sich gegen Sie verschworen? Dann sind Sie ein klarer Fall für ein Fernweh-Restaurant! Manzoku, Thai Celadon und Madame Jeanette gehören eindeutig zu dieser Spezies! Sie haben eine Gemeinsamkeit, die sie besonders geeignet für fernwehgepackte, reisefiebrige und wanderlustige Menschen macht: Sie bieten genau die Art von Kulissenwechsel an, den wir sonst eigentlich nur aus dem Urlaub kennen!

Fernweh-Restaurants sind weder die Brasserie mit Tageskarte, wo wir uns mit den Arbeitskollegen treffen, noch das Familienrestaurant, wo wir Stammkunde sind, und schon gar nicht das In-Lokal, in dem wir uns fürs coole Dinner unter Freunden verabreden. Sie sind auch keine Sterne-Restaurants, die man in jedem gehobenen Gastronomieführer über Luxemburg findet. Sie sind einfach anders und deshalb lieben wir sie so! Ramen-Nudelsuppe: Japanese Soulfood at its best! Waren Sie schon einmal in Japan? Das faszinierende Trendziel am anderen Ende der Welt, das Tradition und Moderne wie kaum ein anderes Land miteinander verbindet, ist eines der Länder, wo Ihre Sehnsucht nach Kontrast und Andersartigkeit mit Sicherheit gestillt wird. Auch die lokale Kulinarik ist etwas ganz Besonderes. Die japanische Küche, die an Frische und Kreativität kaum zu überbieten ist, gilt nicht umsonst als eine der besten, anspruchsvollsten und

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gesündesten Küchen der Welt. Und trotzdem: das eigentliche Nationalgericht der Japaner war, ist und bleibt die traditionelle Ramen-Nudelsuppe, die nach jahrhundertealten Rezepten hergestellt wird. Allein in Tokyo soll es über 5.000 Ramen-Lokale geben. Falls Sie nicht zu den Glücklichen gehören, die gerade eine Japanreise planen und die besten Ramen an Ort und Stelle zu testen beabsichtigen, so sind Sie bei der authentischen Ramen-Bar Manzoku in Luxemburg-Hollerich in allerbesten Händen! Eine selbstgemachte Ramen-Nudelsuppe ist ein richtiges Wohlfühlessen. Bei Manzoku wird „Japanese Soul Food“ serviert und das sagt eigentlich alles! Übrigens betreibt Manzoku auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen wunderbaren japanischen Lebensmittelladen. Falls Sie auf der Suche nach hochwertigen Zutaten für Ihr japanisches Rezept sind oder einfach nur (wie ich!) süchtig nach den unbeschreiblich guten japanischen Reisküchlein Mochi sind, so sind Sie hier an der richtigen Adresse!


LUX E M B U R G Manzoku Ramen Bar 153, Av. du Dix Septembre L-2551 Luxemburg manzoku_soulfood

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N I Z Z A

Ein kulinarischer Streifzug durch Nizza Text & Fotos Philippe Bourget

Promenade des Anglais, Mittelmeer, strahlender Sonnenschein im Sommer wie im Winter: Das ist Nizza. Die italienisch anmutende Stadt im Süden Frankreichs verführt mit einer reichen kulinarischen Kultur, die auf ihrer Geschichte und hochwertigen Terroir-Produkten beruht. Die Gastronomie, das wird schnell klar, hat hier einen ganz besonderen Stellenwert.

Wie wäre es mit einem Gourmet-Aufenthalt in Nizza? Natürlich bleibt auch noch Zeit für den Strand, die berühmte Promenade des Anglais, kulturelle Hochburgen (wie das Matisse- und das Chagall-Museum) und charmante Hotels. Immerhin ist „Nissa la Bella“ seit dem 19. Jahrhundert eine unangefochtene Größe des Städte- und Badetourismus. Die gastronomische Dimension ist jedoch das Sahnehäubchen, das diese Reise zu einem echten Leckerbissen macht. Socca – eine wahre Institution Wenn die Nizzaer eines meistern, dann die Kunst des guten Essens. Die Marktstände auf dem berühmten Cours Saleya sprechen Bände über die Vielfalt des lokalen Terroirs: Feldsalat aus Mandelieu, Chayoten aus Villefranche-sur-Mer, Zitrusfrüchte aus Menton, Gemüse aus der Var-Ebene ... So viele Aromen, die

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hier und in den zahlreichen Restaurants der Stadt angeboten werden. Ein ganz besonderes Schmankerl ist gleich hier auf dem Markt zu haben. Am Stand „Chez Theresa“ stehen die Kunden zur Mittagszeit Schlange. Seit knapp 100 Jahren serviert dieser zur Institution gewordene Stand Socca, einen Fladen „aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Wasser, Salz und Pfeffer“, erklärt Inhaberin Sophie. Dort gibt es zudem weitere lokale Spezialitäten zu kaufen: Pissaladière (Zwiebelkuchen), Petits farcis niçois (gefülltes Gemüse) und Tourtes sucrées de blettes (süße Mangold-Küchlein). Der wahre Nizza-Salat Um mehr zu erfahren, geht es Richtung Vieux-Nice ins Kulinarik-Atelier Les Petits Farcis. Hier steht Rosa Jackson am Herd, eine Kanadierin mit einer unbeschreiblichen Liebe für die Stadt und ihre kulinarischen Traditionen. Den Teilnehmern ihrer


N I Z Z A Die Promenade des Anglais und der Strand Castel.

OBEN

Der Lebensmittelmarkt auf dem Cours Saleya.

UNTEN

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R E Z E PT

So schmeckt Nizza Der Salat Niçoise gehört zu den Mythen von Nizza. Das emblematische Rezept hat sich im Laufe der Zeit verändert, zudem hatte jedes Viertel, jedes Dorf und jede Familie eine eigene Version. Der Salade Niçoise gehört im Wesentlichen zur mündlichen Überlieferung und ist nicht in alten Rezeptbüchern zu finden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Regeln gibt. Der Salat wird deshalb „niçoise“ genannt, weil er ausschließlich Produkte aus Nizza enthält. Die Bewohner des Comté machen seit jeher einen Salat aus dem, was sie gerade zur Hand haben. Zwar hat der große Escoffier gekochte Kartoffeln und Bohnen hinzugefügt, aber er wurde in Villeneuve Loubet geboren, das damals zum Departement Var gehörte! Jeder gute Nizzaer weiß, dass es im Salat Niçoise keine gekochten Zutaten gibt (außer den hartgekochten Eiern, natürlich).

Salat Niçoise 8 Personen 20 Minuten 8 Minuten

∙ 100 g Mesclun ∙ 500 g Tomaten ∙ 100 g Frühingszwiebeln ∙ 100 g Stangensellerie ∙ 400 g kleine violette ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙

Artischockenherzen (je nach Saison) 160 g kleine grüne Paprikaschoten für den Salat 250 g lange Radieschen, sogenannte 18-Tage-Radieschen 50 g schwarze Oliven aus Nizza 400 g Févette (je nach Saison) 200 g Thunfisch in Olivenöl 8 in Salz eingelegte Sardellen (oder 16 Filets) 20 g Knoblauch 100 ml Olivenöl 4 Eier 8 bis 12 Basilikumblätter (je nach Geschmack) feines Salz Pfeffer aus der Mühle

Varianten ∙ Rotweinessig ∙ 200 g Gurke

Das Gemüse waschen. Die Radieschen putzen, dabei die ganzen Radieschen mit den zarten Blättern aufbewahren. 2 Eine breite, zuvor mit Knoblauch eingeriebene Schüssel mit Mesclun auslegen. Die Tomaten vierteln, auf den Mesclun-Blättern anordnen und salzen. Das Sellerieweiß und den weichen Teil (Herz) der Artischocken, die grünen Paprikaschoten und die Frühlingszwiebeln fein schneiden. Die Gartenbohnen (in der Saison) hinzufügen. Das Gemüse wird flach auf den Tomaten angerichtet, wobei man auf eine ansprechende Präsentation achten sollte, und mit Salz bestreut. Es gibt keine Probleme beim Servieren, da es sich nicht um einen Salat handelt, den man mischt. Den Thunfisch in größeren Stücken und das gehackte Basilikum hinzufügen und mit den geviertelten hartgekochten Eiern, den Sardellenfilets und den schwarzen Oliven aus Nizza dekorieren. 3 Im letzten Moment das Olivenöl und den gemahlenen Pfeffer darübergeben. 1

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I S TA N B U L

Natürlich erreicht man die asiatische Seite bequem mit der Marmaray, der unter dem Bosporus verlaufenden Bahn. Doch wer den wahren Zauber der Stadt atmen möchte, sollte die Fährschiffe nehmen.

OBEN

Ob Köfte-Burger, Auberginenröllchen oder Baklava: Istanbul ist die kulinarische Brücke zu wundervollen Geschmackswelten.

UNTEN

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I S TA N B U L

Istanbul – Poesie der Gaumenfreuden Text Joscha Remus

Die über wilde Hügel hindrapierte Stadt am Bosporus ist ein rauschendes Fest. Nirgendwo kann man sich schöner verlieren. Sei es in einem grünen Fischerdorf, einem Feinschmecker-Tempel oder aber auf einer Insel der Winde.

Ich schaue vom Galataturm übers Wasser hinüber zum Lichterteppich des asiatischen Ufers von Kadıköy, dem Stadtteil der Blinden, wie er in einer Legende genannt wird. In der Ferne verschmelzen die Hügel, die Moscheen, die Bäume und Minarette in der Dämmerung miteinander und erscheinen im Kontrast der untergehenden Sonne als rostrot illuminierter Scherenschnitt. Über dem glitzernden Wassertuch des Goldenen Horns erscheint der Himmel wie eine in Flammen gesetzte Bühne. Istanbul, du Schöne. Die Stadt am Bosporus ist voller Magie und Zauber. Bereits die Winde der Stadt erscheinen einem Lyrikband entnommen. Im August gibt es den Wind der Störche. Es gibt den Wind der Kastanien, den der Amseln, der Makrelen und im Herbst dann

auch den Wind der Weinlese. Mein Liebling aber ist Yıldız – der Sternenwind –, ein freiheitsliebender Wind, der auch Hüzün – einen melancholischen Weltschmerz – verursachen kann. Yildiz, der an den riesigen Reklametafeln zu rütteln vermag wie ein wildes, eingesperrtes Tier. Sternenwind! Wenn schon die Winde wie Wunder klingen, darf es nicht erstaunen, dass auch die kulinarischen Köstlichkeiten Istanbuls verheißungsvolle Namen tragen. Feenseide und der verzauberte Bauchnabel Die Food-Autorin Refika Birgül empfing mich einst auf der Galatabrücke mit einem Lächeln und einer Süßspeise, die sie die betrunkene Fee nannte. Es handelte sich um eine Variation des Gerichts,

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J AVA

Das Herausbrechen der Schwefelbrocken in den beißenden Dämpfen des Vulkans ist laut den Bergmännern der schwierigste Teil ihrer Arbeit, das mühevolle Abtransportieren im Vergleich wesentlich angenehmer.

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Nur wenige der Arbeiter leisten sich den Luxus einer Gasmaske, denn sie bekommen kein Arbeitsmaterial oder Schutzkleidung von den Betreibern der Mine zur Verfügung gestellt.

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J AVA

Höllische Minen Text & Fotos Laurent Nilles

Der Osten der indonesischen Insel Java ist Vulkanland. Im Krater des Ijen befindet sich eine der letzten aktiven Sulfurminen der Welt, wo das gelbe Mineral unter schwierigsten Bedingungen von Hand abgebaut wird. Wir begleiten die Minenarbeiter einen Tag lang und erleben den wohl härtesten Job Indonesiens mit eigenen Augen.

Beißender Schwefeldampf jagt mir Tränen in die Augen und der penetrante Geruch von faulen Eiern steigt mir in die Nase. Trotz Atemschutzmaske spüre ich schon nach wenigen Minuten, wie die giftigen Gase mir die Schleimhäute reizen und den Hals austrocknen. Jumanto lacht. Seit zwanzig Jahren schon baut er Schwefel in den Minen des Ijen-Vulkans ab, die stinkenden Dampfschwaden sind für ihn Alltag. Auf eine schützende Maske verzichtet er: „Zu teuer!“ „Gold des Teufels“ nennen die Einheimischen das gelbe Mineral und ein Besuch im Osten der indonesischen Insel Java lässt ahnen, wie der Name entstanden sein mag. Im Krater des Vulkans erstreckt sich eine existenzfeindliche Geröllwüste, eingehüllt in den fahlen ät-

zenden Atem des Berges. Der paradiesisch anmutende See im Innern des Vulkankraters verlockt zwar auf den ersten Blick zum Baden, doch Satan ist listig und der schöne Schein trügt. Das türkisblaue Wasser ist durch die ständigen Zuflüsse an flüssigem Schwefel hoch säurehaltig, ätzender als Batterieflüssigkeit und definitiv nicht zum Schwimmen geeignet. Schwerstarbeit Pflanzliches oder gar tierisches Leben suche ich im Krater vergeblich, nur die Menschen sind mutig, gierig, verzweifelt oder vielleicht auch dumm genug, um den schädlichen Ausstößen der Unterwelt zu trotzen. Höllisch schwer ist tatsächlich der Job der Bergmänner. Als einziges Zugeständnis an die Moderne wurde ein Sys-

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VORHERIGE SEITE Die lebensfeindliche Geröllwüste und der ätzende Kratersee präsentieren sich bei Sonnenaufgang von ihrer besten Seite.

Bis zu hundert Kilo Schwefelgestein transportieren die Arbeiter in einfachen Bastkörben auf ihrem Rücken aus der Mine heraus.

Doch die Produktion sinkt, denn die Anziehungskraft des Schwefelabbaus schwindet: Gab es vor wenigen Jahren noch mehr als zweihundert Arbeiter, ackern heute nur noch knapp fünfzig Männer in den Schwefelfeldern. Der boomende Tourismus bietet den Einheimischen neue Einnahmequellen. Mehr als viertausend Besucher, die meisten davon aus dem Inland, kommen mittlerweile täglich, angezogen von der natürlichen Schönheit des Vulkans und des „blauen Feuers“, einem Phänomen, welches auftritt, wenn die flammbaren Schwefelgase sich entzünden. Für etwas mehr als dreißig Euro können die Touristen sich in rollstuhlähnlichen Karren auf den Berg ziehen lassen, um so ohne eigene Anstrengungen in den

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Genuss des Naturschauspiels zu kommen. Auch wenn dieses, mir befremdlich wirkende, Angebot den Graben zwischen den wohlhabenden Ausflüglern und den ehemaligen Minenarbeitern anschaulich unterstreicht, scheinen Letztere durchaus zufrieden mit dem besseren Verdienst für die weniger gefährliche, wenn auch noch immer kräftezehrende Arbeit. Die Arbeit der verbleibenden Bergleute hingegen wird durch die Touristen nicht einfacher: Mehr als einmal muss ich beobachten, wie rücksichtslose Smartphone-Knipser sich in den Weg der schwer beladenen Männer stellen, um ein Foto zu ergattern. Anstelle ihnen auf dem engen Pfad aus dem Krater Platz zu machen, drängeln sich ganze Gruppen an

ihnen vorbei und zwingen die Minenarbeiter trotz der Last auf deren Schultern zum Warten. Supeno und Jumanto zeigen sich dennoch nicht unglücklich über den Strom der Besucher. Manchmal bekommen sie ein Trinkgeld für ein Foto, und der Verkauf von kleinen, aus dem heißen Schwefel gegossenen Figuren hilft ebenfalls, ihren Verdienst aufzubessern. Klagen würden die Männer trotz all der Strapazen nie. Sie sind stolz auf ihre Arbeit. Mitleid wollen sie auf keinen Fall, über Respekt für ihre Tätigkeit freuen sie sich. Sie lachen viel, sind geduldig und freundlich. Sie halten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Sie sind stärker als die Hölle. Der Teufel muss sich ärgern.


J AVA

Breviarium

LAMPUNG

Jakarta

MADURA

JAVA

Ijen-Vulkan Licin

BALI

8° S 114° O indonesia.travel/de

Unbedingt Auch wenn die Minenarbeiter ohne Atemschutz arbeiten, empfiehlt es sich unbedingt, eine Gasmaske auszuleihen, besonders wenn Sie den Weg zu den Minen in den Krater antreten möchten. Ist der beißende Dampf am Aussichtspunkt oben am Kraterrand noch gut auszuhalten, kann es in der Nähe der Fumarolen schnell unerträglich werden.

Bloß nicht Viel zu oft versperren respektlose Touristen den Minenarbeitern den Weg, um ein Erinnerungsfoto zu schießen, und kümmern sich nicht um die schwere Last auf den Schultern der Männer auf dem steilen Weg zum Kraterrand. Bitte tun Sie das nicht, die Arbeit in den Schwefelminen ist schwer genug.

Geheimtipp Die Hauptattraktion Ostjavas sind zwar die Vulkanlandschaften, doch es empfiehlt sich, ein wenig Zeit für die Erkundung der Umgegend einzuplanen. Bei einem Nachmittagsausflug auf dem Fahrrad, zum Beispiel rund um die Ortschaft Licin, lassen sich ohne Hektik pittoreske Reisterrassen und authentische Dörfer entdecken.

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L AOS

Die Fischer von Nong Khiaw verlassen sich auf aus Bambus geflechtete Fischfallen, die sie geschickt in der Strömung platzieren.

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L AOS Der Tempel von Phu Tat mit seiner überlebensgroßen Buddhastatue thront über der Provinzhauptstadt Oudomxay.

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A N TA R K T I S

Antarktis – Einmalige Reise ins ewige Eis Text Bernard Pichon

Die sehr exklusiven Polarkreuzfahrten ziehen immer mehr Reisende in ihren Bann. Sind diese Abenteuer am äußersten Ende der Erde der letzte Ort, um dem Massentourismus zu entfliehen?

„Ist das wirklich real? Ich habe den Eindruck zu träumen ...“ Sophie traut ihren Augen kaum. In ihrem Rollstuhl ist sie hautnah bei der unglaublichsten RunwayShow der Welt dabei: Eine nahezu unendliche Parade von Eisbergen driftet langsam auf beiden Seiten des Schiffs vorbei. Pyramiden, Bögen, Wolkenkratzer und Kathedralen: Kein Eisberg gleicht dem anderen. Das wahrhaftige Ausmaß dessen, das da vorbeizieht, wäre kaum zu fassen, wären da nicht einige Seelöwen und Pinguine, die wie winzige Statisten die schiere Größe dieser Kulisse begreifbar machen. „Das ist die Reise meines Lebens“, sagt die junge Frau, die stolz ist, trotz ihres Sklerose-Leidens in diese riesige Eiswüste am Ende der Welt gereist zu sein. Eine Reise, die ohne die liebevolle Unterstüt-

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zung ihres Partners nicht möglich gewesen wäre. „Vor der Pandemie haben wir oft Kurzurlaube gemacht. Und wie so viele andere hatten wir im Anschluss großen Nachholbedarf in Sachen Reisen – Lust auf Massentourismus hatten wir allerdings nicht. Mit den Ersparnissen der Covid-Zeit konnten wir uns diese verrückte Reise leisten. Südpol-Kreuzfahrten sind unglaublich teuer und kosten rund 10.000 Euro für 10 Tage.“ Das Paar musste sich auch damit arrangieren, dass Sophie nicht an allen Ausflüge dieses Abenteuers teilnehmen kann, darunter die Landgänge, die mit einem Zodiac, einem Schlauchboot, stattfinden. Aber auch an Bord gibt es viel zu erleben: Wissenschaftler wie Geologen, Glaziologen und Ornithologen stehen als


A N TA R K T I S Die Begegnung mit den ersten Meeressäugern auf der Eisscholle ist immer ein aufregendes Erlebnis.

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© Vincent Eschmann

Die Polarschifffahrt profitiert heute von der gesamten Technologie, die es ermöglicht, gefahrlos zwischen den Eisbergen zu navigieren.

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© Antoine Merlet

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