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REESEN 11 - Herbst 2023 - DE

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LUX E M B U R G S R E I S E MAGAZ I N

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BÜCHER BAIERSBRONN TIROL LJ U B LJ A N A KO R S I K A T R A U M H OT E LS N O RW E G E N MSC EURIBIA E X P LO R A 1 FÄ R Ö E R I S LA N D ARMENIEN ÄGY P T E N R AJ A ST H A N MONGOLEI MIAMI IN ZAHLEN TA S M A N I E N


T I R O L

Serfaus-Fiss-Ladis gilt alpenweit als Marktführer unter den Familien-Skigebieten.

OBEN

© Andreas Kirschner

Hier lernen Kinder das Skifahren von absoluten Profis.

UNTEN

© Christian Waldegger

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T I R O L

Winterurlaub der Spitzenklasse Text Michaela Strassmair

Drei Dörfer, viele Höhepunkte und noch mehr Hochgefühle: Das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol trumpft nicht nur mit seiner schneesicheren Höhenlage auf, sondern auch mit einer Vielfalt an Aktivitäten und Überraschungen für die ganze Familie. Wir zeigen, was einen Winterurlaub dort so besonders und einzigartig macht.

Dieser Ausblick, ein Genuss. Auf die Zugspitze, Deutschlands höchsten Gipfel. Auf den Ortler, Südtirols höchsten Berg. Auf die 3.770 Meter hohe Wildspitze, Österreichs zweithöchste Bergspitze. Dazwischen ein Meer von schneebedeckten Hängen – und mittendrin die drei Tiroler Bergdörfer Serfaus, Fiss und Ladis. Sie liegen auf einem Hochplateau zwischen 1.200 und 1.400 Metern Seehöhe und reichen mit ihrem zusammengeschlossenen Skigebiet bis auf 2.828 Meter hinauf. Diese exponierte Lage garantiert Schneesicherheit und mehr Sonnenstunden als andernorts – sowie ein hochalpines Feeling. Apropos Superlative: Die kommende Wintersaison startet am Freitag, 8. Dezember 2023 gleich mit zwei Highlights: der Eröffnung der neuen Komperdellbahn mit ihren ultramodernen 10er-Gondeln und dem SnowArt-Genussfestival, bei dem sich alles um Kulinarik und

Live-Musik in diversen Bergrestaurants dreht. Nervenkitzel für den Nachwuchs Kreative Wege und gewagte Ideen haben die seit mehr als zwanzig Jahren zusammengeschlossenen Dörfer zu einer außergewöhnlichen Feriendestination gemacht: eine, die alle Altersklassen und die unterschiedlichsten Vorstellungen von Aktivitäten im Urlaub anspricht. Für kleine Kinder sind auf den Pisten eigene Kinderländer eingerichtet. Dort erlernen die Kids spielerisch den Skisport mit Maskottchen, Zauberteppichen und Erlebnisabfahrten und werden rundum von Profis betreut. „We are family!“ lautet auch der Werbeslogan, der auf die Familienfreundlichkeit des Gebiets hinweist. Für Jugendliche gibt es neben schwarzen Pisten und Funparks weitere Adrenalinkicks wie den „Fisser Flieger“, ein drachenfliegerähnliches Fluggerät, oder die Überschlagsschaukel „Skyswing“.

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N O RW EG E N

Überwintern in Nord-Norwegen Text & Fotos Laura Lichter & Henrik Hoffmann

Zum Überwintern zieht es die Menschen in den Süden, wo es warm ist und sie der nassen Kälte Deutschlands entfliehen können. Aber wie wäre es, einmal genau das Gegenteil zu wagen und den Winter im hohen Norden Norwegens zu verbringen?

Seit 2017 sind mein Partner Henrik und ich, Laura, mit Online-Business in der Welt unterwegs. Vor der Pandemie fuhren wir per Anhalter von Vietnam nach Indien, kauften uns dort ein Motorrad und reisten damit 35.000 Kilometer nach Deutschland. Wir bauten einen Kastenwagen zu einem autarken Eigenheim um und fuhren im Sommer nach Norwegen. Ein Freund erzählte uns davon, im Winter als Hundeschlittenführer zu arbeiten. Henrik war Feuer und Flamme für die Idee: Ein Kulturschock der anderen Art als jener, den wir im indischen Varanasi oder im pakistanischen Peshawar erlebt hatten, reizte ihn unendlich. Ich sah uns jedoch an den warmen Stränden Portugals und nicht im hohen

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Schnee Norwegens – mit Wollsocken in Winterstiefeln, die drei Nummern zu groß sind! Nach dem obligatorischen Besuch am Nordkap war unser letzter Stopp vor der Weiterreise in den Süden bei einem australischnorwegischen Paar in der Nähe von Kirkenes. Dort erfreuten wir uns nicht nur an den vielen Elchen, die auf dem Grundstück unserer Couchsurfing-Gastgeber nach Futter suchten, sondern auch an der liebevollen Gastfreundschaft unserer neuen Freunde. Diese schafften, was Henrik in langen Diskussionen, die oft mit Tränen geendet hatten, nicht gelungen war: Sie überzeugten mich davon, meine Ängste zu überwinden und dem Winter in Norwegen eine Chance zu geben.


N O RW EG E N Besteigung des Øretoppen, mit 465 m einer der höchsten Gipfel der Gegend.

OBEN

LINKS Besuch des Varangerhalvøya Nationalparks, den man zu Fuß und mit Ski durchqueren kann.

Eisfischen – eine der beliebtesten Winteraktivitäten in Nord-Norwegen.

RECHTS

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N O RW EG E N

LINKS Morgen- und Abendstunden in Norwegen begeistern durch ein einzigartiges Licht.

Zelten unter Nordlichtern im Pasvik Nationalpark.

RECHTS

Mit Pulka auf Skiexpedition in den Wäldern rund um Kirkenes.

UNTEN

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N O RW EG E N Am Ende Europas Wir mieteten eine Wohnung im Pasvik-Tal. Im Westen begrenzt von Finnland und im Osten von Russland, erstreckt es sich ca. 100 Kilometer von der Barentssee im Norden bis zum Dreiländereck im Süden, wo Norwegen, Finnland und Russland zusammentreffen. Dieses kann man im Sommer zu Fuß und im Winter mit Ski erreichen. Die Gegend liegt 400 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist der Beginn der sibirischen Taiga, dem größten Waldgebiet der Erde. Von November bis Januar geht hier die Sonne nicht mehr auf und die Temperaturen sinken an manchen Tagen auf unter –30 °C. Als Entschädigung leuchten die Nordlichter kräftiger und bei Vollmond reflektiert der Schnee das Licht des Mondes. Nordlichttouren bieten die Möglichkeit, mit Hundeschlitten, Schneemobil oder Bus dieses Naturspektakel zu bestaunen. Die dunklen Nächte haben ihren eigenen Charme und ließen uns die Rückkehr der Sonne umso mehr wertschätzen. Unvergessliche Aktivitäten Durch glückliche Zufälle erhielten wir eine Anstellung als „On-Call“Hundeschlittenführer im Snowhotel Kirkenes, das Besucher mit einem Hotel aus Eis 365 Tage im Jahr begeistert. Neben 140 alaskischen Huskys runden Rentiere das einmalige Wintererlebnis ab. Mit Touristen aus aller Welt glitten wir mit Hundeschlitten durch die

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FÄR Ö E R

Gourmetreise in ein Märchenland Text & Fotos Philippe Bourget

Eine einzigartige Küche, die Köstlichkeiten aus dem Meer und vom Land vereint, dramatische Landschaften, eine unvergleichliche Lebensart ... Das und vieles mehr macht Ihr nächstes Reiseziel aus: die Färöer. Auf dieser Inselgruppe mitten im Atlantik ist nichts so wie anderenorts.

Wenn es ein Restaurant gibt, das Sie sich auf den Färöern auf keinen Fall entgehen lassen sollten, dann ist es Ræst in der Hauptstadt Tórshavn. Für rund 120 € stellt dieses Feinschmeckerrestaurant im rustikalen Holzhausambiente die Grundlage der lokalen Küche ins Rampenlicht: Freiluftfermentation („ræst“ auf Färöisch). Diese Trocknungstechnik für Fisch und Fleisch ist eine Tradition aus längst vergangenen Zeiten, als es nötig war, Lebensmittel für die langen Wintermonate haltbar zu machen. Skerpikjøt, luftgetrockneter Schafsschinken Die Färinger hingen – und hängen! – Fischereierzeugnisse und Schafsfleisch an Häuserfassaden oder

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in kleinen, natürlich belüfteten Holzhütten zum Trocknen auf. Nach mehreren Wochen nehmen diese Lebensmittel einen unvergleichlichen und, für manche Gaumen, überraschenden Räuchergeschmack an. Das Degustationsmenü von Ræst verbindet frische (Wal, Langustine, Seeigel und Eissturmvogel) und fermentierte Produkte, wie Skerpikjøt, einen am Knochen geschnittenen Schafsschinken. Dazu werden ebenfalls fermentierte Frucht- oder Gemüsesäfte (Karotten, Quitten ...) gereicht. Unterwegs mit dem Auto wird schnell klar, welche Grundnahrungsmittel auf den Färöern eine absolute Vorrangstellung genießen. Rund 80.000 Schafe und Lämmer streifen frei über die Berghänge des Archipels. In den Fjorden liegt


FÄR Ö E R Wildbach im Dorf Haldórsvík.

OBEN

Traditionelle Häuser im Dorf Tjørnuvík auf der Insel Streymoy.

UNTEN

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FÄR Ö E R

LINKS Verkostung von Eissturmvogelspießen, einem Seevogel, im Restaurant Ræst in Tórshavn.

Fisch und Fleisch, getrocknet und fermentiert, ein absolutes Muss der färöischen Küche. Hier im Restaurant Ræst in Tórshavn.

MITTE

Rhabarber, ein Kultprodukt des Archipels, in Tórshavn.

RECHTS

Der mythische Wasserfall Múlafossur auf der Insel Vágar.

UNTEN

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FÄR Ö E R eine hochmoderne Fischereiflotte (Küstenfischereiboote und Fabrikschiffe) vor Anker, zudem sind Lachsfarmen dort angesiedelt. Ob frisch oder fermentiert: Zahlreiche Fischarten landen hier ebenso auf dem Teller wie geschmortes oder gebratenes Lamm- oder Schafsfleisch, das sich durch eine unvergleichliche Zartheit auszeichnet. Auch das Land ist den Färingern wohlgesonnen: Hervorragende Kartoffeln und Rhabarber werden hier gezogen und stehen auf der Zutatenliste vieler lokaler Gerichte. Geheime Fjorde Auch wenn die Küche der Färöer so manche Überraschung bereithält, so kommen die meisten Besucher doch hierher, um die außergewöhnlichen Landschaften zu bewundern. Hier fallen Felsen dramatisch zum Meer hin ab, kleine Bergstraßen winden sich über die Basaltreliefs und bieten eine atemberaubende Sicht auf geheime Fjorde, und winzige Dörfer klammern sich an ein von Regen und Nebel getränktes Land ... Zu den absoluten Highlights zählt der Weiler Gásadalur auf der Insel Vágar. Am Ende eines kurzen Weges, der zu hohen Klippen führt, verschlägt einem das gebotene Spektakel die Sprache. Der riesige Wasserfall Múlafossur stürzt sich von einer grünen Hochebene, auf der sich eine Handvoll Häuser aneinanderreihen, tosend in den Ozean. Das alles unter den zerfurchten Hängen einer feuchten Berglandschaft. Ein Ort von atemberaubender Schönheit. Die nördlichen Inseln sind besonders spektakulär. Von Tórshavn aus führt ein Tunnel unter dem Meer zur Insel Eysturoy. Nach

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RAJAST HAN

1899 vom Maharadscha von Jodhpur in Auftrag gegeben ist der Kenotaph Jaswant Thada komplett aus weißem Marmor gefertigt. Im Hintergrund verschwindet das mächtige, über der Stadt wachende Fort schon in der Dunkelheit.

OBEN

Die Havelis wurden im 19. und 20. Jahrhundert von zu Wohlstand gekommenen Händlern erbaut.

UNTEN

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RAJAST HAN

Im Land der Rajputs und Rabaris Text & Fotos Laurent Nilles

Rajasthan – ein Name wie ein Versprechen! Die Bezeichnung des indischen Wüstenstaats bedeutet nichts weniger als „Land der Könige“ und beschwört Bilder längst vergangener Zeiten herauf, als allmächtige Rajas und Fürsten in prachtvoll dekorierten Palästen und Forts Hof hielten.

Verloren die adligen Herrscher nach der Unabhängigkeit des Landes in den 40er- und 50erJahren des 20. Jahrhunderts beinahe alle ihre Privilegien, so zeugen die mächtigen Prunkbauten ihrer ehemaligen Residenzen noch immer von dem Reichtum und der glorreichen Vergangenheit ihrer Königreiche. Die imposanten Wehrforts der Städte wie zum Beispiel in Jaipur, Jaisalmer oder Jodhpur finden sich längst auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO, doch es sind vor allem die ländlichen Gegenden, in denen die Traditionen noch lebendig, die Vergangenheit noch greifbar ist. In Mahansar, einem Dorf im scheinbaren Nirgendwo zwischen Neu-Delhi und Bikaner, nächtige

ich als Gast von Maheshwar Singh, dem Enkel des letzten Rajas, in dessen 1768 erbauter Residenz. Heute von der Welt vergessen, war die Region im 19. Jahrhundert Wohnsitz zahlreicher wohlhabender Händler, deren Havelis, mit farbenfrohen Fresken dekorierte Wohnhäuser, die Straßen säumten. Wie die meisten dieser langsam verfallenden, doch nach wie vor bewohnten Gebäude, hat auch Herr Singhs Palast seine besten Jahre lange hinter sich, doch genau diese Authentizität, gepaart mit aufrichtiger Gastfreundschaft, macht den Charme der Region aus. Der Stolz auf das eigene kulturelle Erbe ist besonders bei den Rajputs, der Kriegerkaste, aus denen auch die früheren Herrscher

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RAJAST HAN

Manche der antiken Stufenbrunnen, wie hier in Jodhpur, werden noch heute benutzt.

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Fast schon klischeehaft perfekt präsentiert sich Sindhi Nath mit Schnurrbart, goldenen Ohrringen und farbigem Turban.

RECHTS


M O N G O L E I

Anführer einer kleinen Gemeinschaft, die im Winter ein Lager am Waldrand teilt, erklärt: „In der Kälte gedeihen die Rentiere, aber zu hohe Temperaturen vertragen sie nicht. Wir müssen daher vor allem im Sommer Gebiete meiden, in denen es zu warm ist.“ Die Rentiere ziehen frei umher, doch sie kehren regelmäßig aus eigener Initiative ins Lager der Dukha zurück, denn nur hier können sie von den Hirten Salz ergattern, ein wertvolles Mineral, das die Tiere im Winter dringend benötigen. In regelmäßigen Abständen wird die gesamte Herde, die aus mehr als hundert Tieren besteht, jedoch auch von den Dukha zusammengetrieben, sozusagen zur Inventur. Sogar die älteste Frau der Gemeinschaft, das Gesicht über Jahrzehnte von Wind und Wetter gegerbt, macht sich bei dieser Gelegenheit auf den Weg, um höchstpersönlich die Herde zu begutachten und ihre Rentiere auszumachen. Die Paarhufer verbringen die Nacht angebunden in der Nähe des Lagers und sind so vor möglichen Angriffen von Wölfen, den gefährlichsten Jägern des Gebiets, gut geschützt. Am nächsten Morgen werden sie wieder freigelassen, abgesehen von einigen männlichen Tieren, die den Nomaden in den nächsten Tagen zum Reiten dienen werden. Es werden immer andere dabehalten, um die Arbeitslast gut zu verteilen. Auf diese Weise können die Tiere ihr Leben in relativer Freiheit genießen, allerdings müssen die Reiter sich mehrmals im Monat mit einem neuen Reittier vertraut machen.

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M O N G O L E I In der Kälte fühlen die Rentiere sich am wohlsten und leben weitgehend eigenständig. Sie kehren dennoch gerne zu den Menschen zurück, um sich bei den Hirten das begehrte Salz zu holen.

OBEN

UNTEN LINKS Um Inventur zu machen, wird die Herde zusammengetrieben.

Einen Kühlschrank brauchen die Dukha nicht. Hier holt eine Frau gerade gefrorene Milch aus ihrer Freiluft-Vorratskammer.

UNTEN RECHTS

Das beinah unwirkliche Blau des meterdick gefrorenen Khuvsgulsees alleine war die Strapazen der Reise schon wert.

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Z AH L E N I N

Zwischen Authentizität und Verantwortung Tourismus ist seit jeher ein bedeutender Wirtschaftszweig, der Menschen unterschiedlicher Kulturen verbindet und den Austausch von Traditionen und Erfahrungen ermöglicht. Doch während das Reisen die Welt für viele zugänglich macht, bringt der Massentourismus auch ökologische und soziale Herausforderungen mit sich. Hier setzt der nachhaltige Tourismus an: Er strebt danach, negative Auswirkungen auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung zu minimieren und gleichzeitig den Reisenden ein authentisches Erlebnis zu bieten.

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10 %

nahm der Ökotourismus im vergangenen Jahr zu.

87 % aller Touristen wollen nachhaltig reisen.

70 %

der Reisenden weltweit sind bereit, für umweltfreundliche Unterkünfte mehr zu bezahlen.

Z AH L E N I N

2.000 Millionen Reisende weltweit werden als Ökotouristen angesehen.

30 %

Senkung des CO2-Fußabdrucks, wenn Reisende umweltfreundliche Unterkünfte auswählen.

15 %

der globalen Hotelketten bieten inzwischen umweltfreundliche Unterkünfte an.

333 Milliarden Dollar werden jährlich weltweit für den Ökotourismus ausgegeben.

80 %

der Reisenden sind der Meinung, dass Unternehmen mehr nachhaltige Reiseoptionen anbieten sollten.

52 %

der Reisenden entscheiden sich eher für ein Reiseunternehmen, das sich für nachhaltigen Tourismus einsetzt.

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Länder haben Kriterien für nachhaltigen Tourismus eingeführt.

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TA S M A N I E N

Der Tasmanische Giant Freshwater Crayfish, der auch Tasmanian Giant Freshwater Lobster genannt wird.

OBEN

© Adam Gibson

Auf dem Weg zu den Philosopher Wasserfällen in Waratah geht es durch atemberaubenden Urwald.

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© Jess Bonde

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TA S M A N I E N

Eine Reise ins kulinarische Elysium Text Joscha Remus

Wer ganz Australien bereist hat und erst am Schluss nach Tasmanien kommt, wird sich sicherlich ärgern, denn er hätte es einfacher haben können! Freundliche Menschen, eine überschaubare, nicht zu heiße Insel mit neunzehn Nationalparks, schattigen Wäldern, überwiegend leeren Stränden, vor allem aber mit köstlichem, exzellentem Essen.

In Australien gibt es Orte, die klingen so, als seien sie aus einem Märchen oder aus einem Fantasy-Roman frisch auf die Landkarte gepurzelt: die Schlucht der Regenbogenschlange, der Berg der Wolkenwälder, das Tal der flüsternden Bäume. Auf der traumhaft schönen Insel Tasmanien steigert sich das Ganze dann noch einmal. So findet man dort sowohl einen Garten Eden als auch einen Ort namens Paradies. The Garden of Eden liegt südlich von Devonport. Schottische Pioniere gaben der Küstenebene und einem kleinen Fluss einst diesen Namen. Gleich daneben gründeten sie einen Ort

namens Promised Land. Das versprochene Land. Wer Tasmanien besucht, wird ihnen sicher recht geben. Die sauberste Luft der Welt Tasmanien ist ein entspannter und perfekter Ort zum aktiven Erholen. Come down for air – runterkommen und durchatmen. Mit diesem Spruch wirbt Tasmanien um Besucher. Kein Wunder, schließlich hat die Insel die sauberste Luft der Welt und natürlich auch den saubersten Regen, der hier von einem Mineralwasseranbieter liebevoll Cloud Juice, Wolkensaft, genannt wird. Die fehlende Verschmutzung ist auf die Lage

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TA S M A N I E N

Die Wineglas Bay im Freycinet Nationalpark an der Ostküste Tasmaniens.

Natürlich ist die Insel im Südpolarmeer der perfekte Ort, um fast überall exzellente Meeresfrüchte zu genießen. Ich fahre entlang des Entrecasteaux-Kanals nach Süden, um direkt aus dem Meer gepflückte Flusskrebse und Abalone zu probieren. Von Austernhütten über Fish-and-Chip-Stände am Meer bis hin zu Gourmetrestaurants, Meeresfrüchte spielen auf den Speisekarten Tasmaniens immer eine Hauptrolle, meist mit wunderbaren Begleitern wie wildem Spargel oder Pilzen. Wie wäre es also mit einem Meeresfrüchteturm aus Austern, Garnelen, Hum-

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mer und Muscheln? Dazu ein Glas eisgekühlten Cider! Viele der Ortsbezeichnungen Tasmaniens lassen bereits den kulinarischen Zauber der Insel erahnen. Häufig sind es die Sehnsüchte des Gaumens, die hier verewigt sind. Ich stelle mir durstige Entdecker vor, die heiße Wüsten durchquert haben, dann mit dem Schiff nach Tasmanien übersetzten und ihre kulinarischen Gelüste auf die dortige Bergwelt projizierten. So wohl geschehen mit den Milkshake Hills. Ähnlich ist wohl auch der Name der Wineglas Bay auf der Cygnet-Halbinsel südlich von Hobart zustande gekommen.

Die Bucht, so erklärte man mir, habe eben die runde Form eines Weinglases. Und der traumhafte Peppermint Grove Beach wurde nach dem Pfefferminzbaum benannt. Lecker: Iced Peppermint-Tea am Strand. Abschließend geht es zurück ins Küstenstädtchen Bicheno. Die Früchte des Meeres locken. Kristallkares Wasser, TraumStrände und das mit Sicherheit beste Hummerbrötchen Tasmaniens. Elysium hat einen Namen: Tasmanien! Und das Hummer-Wunder hat eine Adresse: The Lobster Shack, 40 Waubs Esplanade, Bicheno. Schöne Reise und bon appétit.


TA S M A N I E N

Breviarium

Devonport

Bay of Fires

TASMANIEN The Acropolis

41° S 146° W

Nelson Falls

Bicheno Mount Olympus

discovertasmania.com Hobart Cygnet Mount Pegasus Entrecasteaux-Kanal

Unbedingt Wer auf die andere Seite der Welt reist, wird vielleicht nicht unbedingt auf die Idee kommen, ein Museum zu besuchen. Im Fall eines Urlaubs in Tasmanien sollte man das aber unbedingt tun. Denn das MONA, das Museum of Old and New Art in der tasmanischen Hauptstadt Hobart, ist einmalig auf der Welt. Es handelt sich um die skurrile Privatsammlung des exzentrischen Kunstmäzens David Walsh. Es ist die größte Privatsammlung auf der südlichen Hemisphäre und ist spektakulär unterirdisch in einen Berg gebaut.

Bloß nicht Ja, Australien ist heiß, im Sommer der Südhalbkugel sogar sehr sehr heiß. Aber Tasmanien ist eben nicht gleichzusetzen mit dem Kontinent der Gluthitze. In Tasmanien herrscht ganzjährig ein angenehmes Meeresklima. Der Mount Wellington ist im südlichen Winter – also in den Monaten Juni bis August – meist schneebedeckt und es kann im tasmanischen Winter auch durchaus Minusgrade geben. Das bedeutet, man sollte auf keinen Fall darauf verzichten, einen oder mehrere warme Pullover mit auf die Reise zu nehmen. Australiens einziger Inselstaat ist gerade einmal 3.000 Kilometer von der Antarktis entfernt.

Geheimtipp Wer einen wirklichen Geheimtipp möchte, sollte einen Besuch einer Insel auf der Insel Tasmanien machen, nämlich eine Reise nach Maria Island. Was es dort gibt? Jedenfalls keine Autos, keine Geschäfte und kaum Touristen. Das einzige Geräusch, das man auf der Insel vernehmen kann, ist das des Windes, der einem hier auch mal wirklich wild durch die Haare rauschen kann. Ein traumhafter Robinson-Ort mit völlig leeren und atemberaubend schönen goldgelben Sandstränden. Maria Island ist wie ein tiefer, erholsamer Atemzug reine, pure Natur.

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