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LUXEMBURGS FOOD- & LIFEST YLE-MAGA ZIN
CHEFPORTRAIT
ARCHIBALD DE PRINCE: AUF DEN SPUREN SEINER TR ÄUME
FA M I LI E N R E Z E P T E
S O N N TA G S E S S E N : EIN FESTMAHL FÜR DIE GANZE FA M I L I E
HINTER DEN KULISSEN
WA R U M K L E B T K ACHKÉIS IMMER A M D EC K EL?
13 € LU X E M B U R G E U R O PA : 1 4 , 5 0 € W E LT: 1 8 , 4 0 €
R E S TAU R A N T & S H O P N E W S
LES NII
A L EG R I A
CAFÉ BORA
1 2 0 AV EN U E D U X S EP T E M B R E
1 1 -1 3 R U E D E S C A P U C I N S
4 RUE DU FOSSÉ
L-2 5 5 0 LU X E M B U R G
L-1 3 1 3 LU X E M B U R G
L-1 5 3 6 LU X E M B U R G
@LES_NII_LUXEMBOURG
Keisuke Nii, 13 Jahre lang Konditor bei Oberweis, hat sich nun selbstständig gemacht und im Stadtteil Belair die erste japanische Pâtisserie eröffnet. Die Konditorei mit familiärer Atmosphäre soll den Bewohnern Luxemburgs die traditionelle japanische Backkunst näherbringen. Von Donnerstag bis Sonntag zaubert Keisuke Nii Grüntee- und Matcha-Rouladen, Melon Pan (knusprige traditionelle Brioche), japanische Shortcakes sowie Blätterteigkreationen wie Palmiers – die Spezialität des Hauses. In der Boutique stehen acht Sitzplätze zur Verfügung, wo Gäste ein authentisch japanisches Geschmackserlebnis genießen können – begleitet von direkt importiertem Tee und Kaffee.
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@ALEGRIALUXEMBOURG
Die Konditormeisterin Carole Lesquer hat die Pâtisserie Alegria in der Rue des Capucins im vergangenen Dezember eröffnet. In den hellen Räumlichkeiten auf zwei Etagen decken sich Berufstätige bereits am Morgen mit hausgemachtem Plundergebäck ein. Mittags werden Sandwiches und Gerichte – alles vegetarisch – frisch zubereitet. Bei den Süßspeisen finden sich Klassiker wie Zitronen-MelissenTarte, Natursauerteig-Baba sowie verschiedene saisonale Obsttörtchen. Im Obergeschoss können Gäste bei Gebäck und Tee verweilen, an den Workshops der Chefin am großen Tresen teilnehmen oder abends private Dinner genießen.
@ C A F E B O R A ________
In der Innenstadt hat ein neues Café seine Türen geöffnet. Hinter der Theke begrüßt Bora ihre Gäste täglich von 8 bis 19 Uhr. In gemütlicher Atmosphäre mit farbenfroher, naturnaher Einrichtung werden je nach Tageszeit süße oder herzhafte Crêpes angeboten. Die umfangreiche Karte lässt kaum Wünsche offen. Mit einem zweiten Gastraum im Untergeschoss erweist sich das Café Bora als wahre Oase der Ruhe, fernab vom Trubel der Innenstadt - ideal für Einheimische während ihrer Shopping-Tour oder für Touristen, die nach dem Sightseeing eine süße Pause einlegen möchten. Der verführerische Duft der Crêpes und eine sorgfältig ausgewählte Folk-Playlist locken schon beim beim Vorbeigehen zum Verweilen.
R E S TAU R A N T & S H O P N E W S
FIELDS
MONNI TINO
ODUM
6 RUE DE TRÈVES
3 AV EN U E D E L A L I B ER T É
34 RUE DU CURÉ
L-2 6 3 2 LU X E M B U R G
L- 4 6 0 1 D I F F ER D I N G EN
L-1 3 6 8 LU X E M B U R G
AIRFIELD.LU
@MONNITINO
Sternekoch René Mathieu hat sich in Neudorf niedergelassen. Im Fields an der Adresse des ehemaligen Restaurants Airfield gibt es seine außergewöhnliche pflanzliche Küche in einem neuen, modernen Ambiente – eine Fortsetzung seiner kulinarischen Handschrift aus dem Château de Bourglinster. Natürliche, minimalistische Materialien stehen im Mittelpunkt des großzügigen, lichtdurchfluteten Raums und schaffen eine ruhige Atmosphäre. Die puristische Einrichtung lenkt nicht ab, sondern lässt die Gäste das Wesentliche erleben: die Gerichte. Die offene Küche rückt durch einen großen Tisch mit direktem Blick ins Geschehen noch näher an die Gäste heran. An der umgestalteten Kräuterbar, die früher eine klassische Bar war, werden kalte Vorspeisen und Amuse-Bouches frisch vor den Augen der Gäste zubereitet – ein Fest für alle Sinne.
Eine neue Anlaufstelle für Weinliebhaber hat in der Fußgängerzone von Differdingen eröffnet: Monni Tino. Der Name stammt von Inhaber Daniel di Vincenzos Onkel, der seit 1945 in diesen Räumen als Juwelier tätig war. Heute haben die Schmuckstücke anderen Schätzen Platz gemacht: den Weinen, vorwiegend aus Italien und der Languedoc. Diese Weinregionen kennen der junge Mann und sein Vater, der ihn bei diesem Projekt unterstützt, bestens. Ihre Leidenschaft: die Geschichte hinter jedem Wein zu erzählen, die Winzer persönlich zu kennen, vor Ort zu sein ... Mit rund 35 Weinen im Ausschank, etwa 50 Flaschen, Tapas und Wurstwaren aus den Abruzzen ist alles vorhanden, um bei Monni Tino genussvolle Stunden zu verbringen.
ODUMFUSION.LU
Seit dem 1. Februar bringt Odum die westafrikanische Küche in die Innenstadt und erweitert somit das gastronomische Angebot. In der Rue du Curé, wo zuvor das Atelier Wanderscheid war, bietet das neue Restaurant ein exotisches Erlebnis. Die Speisekarte spricht sowohl Kenner der afrikanischen Küche als auch Neulinge an. Neben traditionellen Gerichten entwickelt Küchenchef Bogdan Ion – zuvor tätig bei Amore und La Mezzanine du Boulevard – kreative Fusionsgerichte, die afrikanische und westliche Einflüsse verbinden. Das moderne, einladende Ambiente mit warmen Farben und verspielten Details versetzt die Gäste im Handumdrehen nach Nigeria. Geplante Musikabende werden Odum mit den Rhythmen Afrikas zusätzlich zum Beben bringen.
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TYPISCH LUXEMBURGISCH
REZEPT & FOTO ANNE LOMMEL
ÄPPELKL AT ZEN 8 PERSONEN 30 MINUTEN
• 4 Äpfel (z. B. Boskop) • 2 Eier • 200 g Mehl • 150 ml Milch • 1 TL Backpulver • 1 Prise Salz • 1 TL Zimt (optional) • 2 EL Zucker • Butter oder Öl zum Braten 1 Äpfel schälen, entkernen und in dünne
Scheiben/Ringe schneiden. 2 Eier mit Zucker und Milch in einer Schüssel
verquirlen. Mehl, Backpulver, Salz und Zimt (optional) hinzufügen und zu einem glatten Teig verrühren. 3 Apfelscheiben in den Teig geben und gut vermengen, sodass sie gleichmäßig mit Teig umhüllt sind. 4 Etwas Butter oder Öl in einer Pfanne erhitzen. Mit einem Löffel jeweils einen gut mit Teig umhüllten Apfelring in die Pfanne geben und von beiden Seiten goldbraun braten. 5 Äppelklatzen auf einem Teller anrichten und nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.
TIPP
Für extra Geschmack Zimt und Zucker vermengen und über die fertigen Äppelklatzen streuen. Am besten warm servieren!
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CHEFPORTRAIT
ARCHIBALD DE PRINCE
GLÜCK LICH W IE EIN PR INZ Küchenchef Archibald De Prince, der heute sein eigenes Restaurant in Echternach leitet, mag gebürtiger Belgier sein. Beruflich schlägt sein Herz jedoch in Luxemburg, wo er seit jeher seinem eigenen Weg folgt: dem der Exzellenz und der Leidenschaft.
TEXT MARION FINZI FOTOS RAMUNAS ASTRAUSK AS
A
rchibald De Prince war gerade einmal 13 Jahre alt, als er seinen Eltern mitteilte, dass er einmal Koch werden wolle. „Sie wussten nichts über diese Branche und baten mich, eine klassische Laufbahn einzuschlagen“, erzählt er lächelnd. Doch der 13-jährige Archibald war motiviert „und vor allem stur“ und so ließen ihn seine Eltern am Ende doch die Hotelfachschule Namur besuchen – allerdings mit einer Auflage: „Wenn du diesen Weg einschlägst, machst du es richtig.“ Gesagt, getan. Den Abschluss hatte er 2013 in der Tasche, ebenso einen Preis für Kochkunst. An seine Studienzeit in Namur denkt er gerne zurück. Für seine weitere Karriere war sie von entscheidender Bedeutung. „Ich wurde zum Koch ausgebildet, lernte aber auch, alle Aufgaben in der Hotellerie und Gastronomie zu übernehmen, um von niemandem abhängig sein zu müssen. Das war von großer Bedeutung.“ Eine Aussage, die ihren ganzen Sinn entfaltet, wenn man bedenkt, dass Archibald heute ein Restaurant und ein Hotel leitet.
PAU L B O C U S E A L S I D O L Doch zunächst einmal zurück nach Namur und zu seinem Traum, ein Küchenchef wie Paul Bocuse zu werden. „Ich habe ihn vergöttert“, erzählt er. Als er 18 Jahre alt war, luden ihn seine Eltern zum Essen in sein Restaurant in Lyon ein. Ein magischer Moment für den aufstrebenden jungen Koch. „Ich habe mich mit ihm unterhalten und das hat mich noch mehr motiviert, diesen Weg weiterzugehen.“ Es folgte eine Ausbildung am Institut Paul Bocuse. „Ich machte einen dreiwöchigen Kurs
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CHEFPORTRAIT
und arbeitete dann zwei Monate lang an der Seite von Küchenchef Alain Le Cossec im Ausbildungsrestaurant des Instituts. Das war eine unglaublich lehrreiche Erfahrung.“ Am Ende der Ausbildung war es für Archibald an der Zeit, Berufserfahrung zu sammeln. Seine erste Stelle führte ihn nach Frankreich ins Restaurant der Domaine Terre Blanche, wo er in einer riesigen Brigade von 55 Köchen als Commis de Cuisine mit Sternekoch Yannick Franques arbeitete. „Jeder hatte seinen eigenen kleinen Arbeitsbereich und die Arbeitszeiten waren sehr lang. Ich habe dort sehr viel gelernt“, erzählt er. Doch wenn man jung und leidenschaftlich ist, kann man nicht umhin, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Als Chefkoch Franques ihn bat, ihm in die Réserve de Beaulieu zu folgen, zögerte er keine Sekunde. Zweieinhalb Jahre arbeitete Archibald dort daran, seine Kenntnisse im Kochen sowie in der Fleisch- und Fischzubereitung zu verbessern und mit rund 70 Gedecken pro Schicht Schritt zu halten. „In einem Grand Hotel ist der Arbeitsrhythmus intensiv, aber wir waren alle mit Leidenschaft dabei und haben uns gegenseitig angespornt.“ Die Disziplin und Exzellenz in einer wohlwollenden Umgebung sind ihm in guter Erinnerung geblieben, ebenso wie die „tolle Gruppe von Freunden“.
AC H T JA H R E A N D E R S E I T E VO N R E N É M AT H I EU
„ ICH WURDE ZUM KOCH AUSGEB I L D E T, L ER N T E A B ER AU C H , A L L E AUFGABEN IN DER HOTELLERIE UND GA S TRONOMIE ZU ÜBERNEHMEN .“ ARCHIBALD DE PRINCE
Doch der Wunsch, näher an seiner Heimat zu sein, „und auch die Liebe“, ließen ihn seinen Weg zurück nach Luxemburg finden. Durch Mundpropaganda fand er eine Stelle als Küchenchef in der Brasserie Mansfeld, dann in der Brasserie du Théâtre. Er sah darin eine gute Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Mit 23 Jahren wurde er so zum Küchenchef eines neunköpfigen Teams. Um sein Ziel, in der Sternegastronomie zu arbeiten, zu verwirklichen, bewarb er sich schon bald anderweitig: als Souschef im Château de Bourglinster, in dem sich damals das Sternerestaurant La Distillerie befand. Der Beginn eines Abenteuers sondergleichen. „Ich erhielt den Job ohne vorheriges Treffen mit Chefkoch René Mathieu“, erzählt er. „Sechs Monate lang musste ich mich beweisen.“ Ein Anfang, der nichts von dem erahnen ließ, was ihn in den kommenden acht Jahren erwarten würde. „Es waren unglaubliche Jahre, in denen ich sehr viel gelernt habe, vor allem natürlich über pflanzenbasierte Küche.“ Gegenseitiger Respekt und harte Arbeit: Das ist es, was Archibald in den Sinn kommt, wenn er an seine Jahre in Bourglinster zurückdenkt. „Ich habe alles gegeben. Ich habe gearbeitet, als sei es mein eigenes Restaurant. Chef Mathieu wusste das und vertraute mir voll und ganz.“ Gemeinsam gelang
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R E P O R TAG E
HINTER DEN KULISSEN BEI LUXL AIT
K LEBR IGES K U LT U RGU T Wenn es um luxemburgische Nationalgerichte geht, kann ihm keiner das Wasser reichen: der Kachkéis. Der cremig-klebrige Streichkäse ist nicht einfach nur ein Brotaufstrich – er ist Nationalsymbol und historisches Superfood zugleich und wird in Luxemburg nur noch bei Luxlait in Bissen hergestellt. Wir nehmen Sie mit auf einen exklusiven Blick hinter die Kulissen!
TEXT CHAREL HEINEN FOTOS MARC DOSTERT
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och zunächst ein kleiner Wermutstropfen – denn ganz so einzigartig luxemburgisch, wie er oft dargestellt wird, ist unser geliebter Kachkéis dann aber doch nicht. Verwandte Käsesorten findet man auch im Ausland: Als Cancoillotte im französischen Franche-Comté und Elsass, als würziger Sauermilchkäse mit Kümmel in Österreich oder als Harzer Roller in Mitteldeutschland. Doch keine dieser Varianten hat es zu ähnlichem Kultstatus gebracht wie unsere luxemburgische Version.
VO N D E R B AU E R N S T U B E ZU R P O P - I KO N E Die Herstellung des Kachkéis ist eigentlich recht einfach, weshalb er historisch eine praktische Methode für Bauernfamilien darstellte, übriggebliebenen Quark zu verwerten und haltbar zu machen. Besonders in Zeiten, wenn frische Lebensmittel knapp waren, diente der proteinreiche Käse als Ergänzung zur täglichen Ernährung – ein „Superfood avant la lettre“ sozusagen. Stichwort „super“: Seit den 1980er-Jahren verleiht der Käse Luxemburgs beliebtester Comicfigur, dem „Superjhemp“, seine Kräfte und hat sich seither fest in der zeitgenössischen Popkultur etabliert. Dies gipfelte nicht zuletzt in der 2018 erschienenen Realverfilmung des
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R E P O R TAG E
Kult-Comics mit André Jung, wobei Luxlait als größter lokaler Hersteller des traditionsreichen, cremigen Käseaufstrichs eine wichtige Rolle spielte. Obwohl der Kachkéis nie wirklich von den Speiseplänen der Luxemburger verschwand und sich stets einer soliden Fanbasis erfreute, erlebt Luxemburgs klebrigster Brotaufstrich derzeit ein regelrechtes Revival und ist gefühlt präsenter als je zuvor: Nicht nur in den Supermärkten und in den Kühlschränken geschmacksbewusster Zeitgenossen, sondern auch als Abbildung auf T-Shirts, Socken, als Street-Art auf Häuserwänden und als beliebtes Motiv des Nation-Brandings. Zudem findet sich der Kachkéis heute auf den Speisekarten vieler renommierter Restaurants wieder – ob auf Burgern, im Cordon bleu oder sogar in der Eiscreme – und inspiriert die Chefköche stets zu neuen kreativen Höhenflügen.
EIN MODERNES UNTERNEHMEN MIT TRADITIONELLEM HERZ Luxlait, ursprünglich 1894 als „Central-Molkerei“ gegründet, hat sich im Laufe der Jahre von einer regionalen Genossenschaft zu einem innovativen Großunternehmen entwickelt. 2024 feierte das Unternehmen sein
„FÜR ALLE K ÄSETYPEN IST DIE Q UA L I TÄT D E R U R S P R U N G S M I L C H DA S ENTSCHEIDENDE MER K M AL .“
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REZEPTE
V UM M A A RT OP DEN DËSCH
Mit unserer Frühjahrsausgabe startet KACHEN eine neue Rezeptreihe, bei der regionale und saisonale Küche im Mittelpunkt steht. In Kooperation mit der Familie Kirsch aus Luxemburg, die seit Generationen für ihren Gemüseanbau bekannt ist, macht sich Food-Fotografin Anne Lommel für jede Ausgabe auf den Weg zum Markt und zaubert aus ihren Einkäufen ein Drei-Gänge-Menü, das die saisonalen Schätze unserer Region in den Vordergrund stellt. Zum Auftakt verwöhnt sie uns mit einer samtigen Portulak-Cremesuppe, gefolgt von einem saftigen Hühnchen mit Petersilienwurzel-Püree und einem duftenden Apfel-Crumble zum Abschluss. KACHEN möchte damit nicht nur lokale – und manchmal auch in Vergessenheit geratene – Obst- und Gemüsesorten wieder ins Rampenlicht rücken, sondern auch zeigen, wie köstlich eine frische, naturverbundene Küche schmecken kann. Erdbeeren zu Weihnachten? Nicht bei uns!
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REZEPTE
REZEPTE & FOTOS ANNE LOMMEL
PORTUL AKCREMESUPPE 4 PERSONEN 30 MINUTEN
• 200 g Portulak • 1 Zwiebel • 2 Knoblauchzehen • 2 Kartoffeln, mittelgroß • 1 EL Olivenöl • 1 l Gemüsebrühe • 100 ml Sahne • Salz • Pfeffer • 1 Prise Muskatnuss • frische Kräuter zum Garnieren 1 Portulak waschen und grob
hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Kartoffeln schälen und würfeln. 2 Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel mit Knoblauch glasig dünsten. 3 Kartoffelwürfel kurz mitbraten und mit Gemüsebrühe ablöschen. 4 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. 5 Portulak hinzufügen und weitere 5 Minuten köcheln. 6 Die Suppe fein pürieren und die Sahne unterrühren. 7 Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. 8 Mit frischen Kräutern garniert servieren.
TIPP
Mit einem Klecks Naturjoghurt oder Zitronensaft servieren.
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QUICK & EASY
SCHNELL & LECK ER Gutes Essen muss nicht aufwendig sein! Mit diesen fünf verlockenden Rezepten zaubern Sie in nur 40 Minuten echte Genussmomente auf den Tisch. Ob sommerlicher Mango-Avocado-Salat, knusprige Kimchi-Pancakes, perfekt gebratenes Steak oder himmlische Schokoladen-Karamell-Tarte – unsere cleveren Küchentricks sorgen für maximalen Geschmack in minimaler Zeit. So wird jeder Wochentag zum kulinarischen Highlight.
R E Z E P T E & F O T O S PAU L A S O R YA N O
RUCOL A-M ANG O AVOCADO -SAL AT 8 PERSONEN 10 MINUTEN
• 250 g gewaschener Rucola • 1 reife Mango • 1 Avocado • 1 Handvoll Pekannüsse • 100 g Ziegenkäse • 1 Handvoll Himbeeren Für das Dressing • 2 EL Olivenöl • 2 EL Balsamico-Essig • 2 EL Senf • ½ EL Honig • ¼ TL Salz 1 Rucola in eine Salatschüssel geben. 2 Mango in Würfel und Avocado in lange Streifen
schneiden, beides in die Schüssel geben. 3 Ziegenkäse und Pekannüsse hinzufügen.
Beiseitestellen. 4 In einer kleinen Schüssel Essig und Senf
vermischen, mit Salz würzen. 5 Honig unterrühren. 6 Olivenöl langsam unter ständigem Rühren
etwa 1 Minute lang zugießen, bis eine dickliche, cremige Konsistenz erreicht ist. 7 Dressing über den Salat gießen und vorsichtig vermischen. 8 Himbeeren darüberstreuen und sofort servieren.
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QUICK & EASY
KIMCHI-FRÜHLINGSZ WIEBEL-PANCAKES 2 PERSONEN
1 Kimchi, Kimchisaft, Frühlingszwiebeln,
15 MINUTEN
Zucker, Mehl und Wasser in einer mittleren Schüssel vermischen. Mit einem Löffel gut verrühren, bis ein Teig mit Stücken entsteht. 2 Eine Antihaftpfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. 3 2 EL Öl hineingeben und schwenken, um den Pfannenboden zu bedecken. 4 Eine Kelle Teig in die Pfanne geben und mit der Rückseite eines Löffels oder Spatels zu einem großen Kreis ausstreichen. Der Pancake sollte relativ dick sein.
• 300 g Kimchi (koreanischer fermentierter Kohl), gewürfelt + 2 EL Kimchisaft • 3 Frühlingszwiebeln • ½ TL Rohrzucker • 6 EL Mehl • 200 ml Wasser • 4 EL Sonnenblumenöl
5 3–5 Minuten backen, bis die Unterseite
goldbraun und knusprig ist. 6 Vorsichtig wenden. Die restlichen
2 EL Öl am Pfannenrand verteilen, dann den Pancake mit einem dünnen Spatel anheben, damit das Öl darunterfließen kann. Die Pfanne schwenken, um das Öl gleichmäßig zu verteilen. 7 Weitere 3 Minuten backen. 8 Ein letztes Mal wenden und noch 1 Minute backen. 9 Auf eine Servierplatte gleiten lassen und sofort servieren.
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WINZERPORTRAIT
DOMAINE GOLDBIERG, BENOÎT & CL AUDE
VON DER TR AUBE INS GL A S Wer in Remich nach einem Schild in Richtung Domaine Goldbierg sucht, der sucht vergeblich. Es gibt keines. Dieses kleine, familiengeführte Weingut, dessen Weinberge majestätisch über dem Tal thronen, setzt auf Mundpropaganda, wenn es darum geht, Besucher anzulocken. Claude Kox erzählt uns mehr darüber.
TEXT MARION FINZI FOTOS RAMUNAS ASTRAUSK AS
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ie Geschicke des Weinguts Domaine Goldbierg leiten Benoît und Claude Kox – Vater und Sohn. Der erfahrene Winzer Benoît geht bereits seit 45 Jahren seinem Beruf mit großer Leidenschaft nach. 20 Jahre lang war er der alleinige Inhaber seines (gerade einmal 2 Hektar großen) Weinguts. Claude hingegen hat die WinzerLeidenschaft erst ein wenig später gepackt. „Nach der Schule wollte ich nicht unbedingt im Weinbau arbeiten, obwohl es mir gefiel. Also habe ich Finanzwesen studiert“, erzählt er. Fünf Jahre lang arbeitete er in der Schweiz im Bereich Start-up-Finanzierung, dann kehrte Claude nach Luxemburg zurück. Auch wenn er nie den Wunsch hatte, im Weinbaubereich tätig zu werden, so war es doch seit jeher sein Traum gewesen, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Und so hob er gemeinsam mit seinem Vater 2020
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die Domaine Goldbierg – Benoît & Claude aus der Taufe. „Ohne meinen Vater und seine Erfahrung hätte ich das niemals gewagt“, verrät der Jungunternehmer, der auch fünf Jahre später diesen Karrierewechsel nicht bereut. Im Laufe der Jahre hat er sich durch die enge Zusammenarbeit mit seinem Vater und dessen Team [Anm. d. Red.: insgesamt sind zu viert] fundierte Kenntnisse angeeignet. „Ich habe auch viel durch den Austausch mit anderen jungen Winzern der Region gelernt.“ Claude ist der Überzeugung, dass eine Zusammenarbeit zwischen Winzern absolut unabdingbar ist. „Es ist ganz eindeutig, dass wir kleinen Hersteller eine Möglichkeit finden müssen, unsere Kosten zu senken.“ So teilt die Domaine ihre Produktionsstätte mit anderen Winzern, wodurch die Kosten für den Kauf von Maschinen aufgeteilt werden können. „Das kommt allen zugute!“
K L A S S I K E R U N D N EU H E I T E N Mit den 5 Hektar Weinbergen der Domaine Goldbierg produzieren Vater und Sohn zwischen 20.000 und 25.000 Flaschen pro Jahr. „Die Hälfte unserer Produktion besteht aus Crémant. Für unseren Crémant Rosé verwenden wir Pinot-Noir-Trauben, während unser Crémant Blanc aus einer Cuvée von Pinot Blanc, Auxerrois, Pinot Gris und Riesling hergestellt wird“, erklärt Claude. Für alle Rotwein-Liebhaber haben Benoît und Claude seit 2020 auch einen Rotwein aus Merlot-Trauben im Angebot, der teilweise in Barriquefässern gereift ist. Um der sommerlichen Nachfrage nach „festlichen“ Weinen nachzukommen, produzieren Claude und sein Vater außerdem einen Roséwein aus Syrah. Selbstverständlich dürfen daneben die Klassiker Pinot Gris, Riesling und Strohwein im Angebot
WINZERPORTRAIT
der Domaine nicht fehlen. „Zwar haben wir schon Weiteres in Planung, eine zu große Weinkarte wollen wir aber nicht“, verrät er lächelnd. „Qualität kommt bei uns immer vor Quantität.“
WE I NVE R KOS T U N G M IT AUS B LI C K Um seine Weine bekannt zu machen, sind Events Claudes Mittel der Wahl. „Ich habe mich an der Arbeit orientiert, die mein Vater zuvor geleistet hat. Er ist immer viel herumgereist, um seinen Wein auf Messen oder bei anderen Events bekannt zu machen“, erklärt Claude. Doch die Domaine sollte auch, das war Claude von Anfang an ein Anliegen, einen Ort für die Verkostung ihrer Weine haben. 2020 wurden daher eine Weinbar und ein Restaurant eröffnet. „Wir wollten die Menschen gerne mit gutem Essen und gutem Wein an einem schönen, naturverbundenen Ort empfangen.“
Tatsächlich lädt die Terrasse, von der aus man einen freien Blick über das Tal, die Weinberge und die Natur genießt, zum Verweilen ein – zumal, wenn man dabei ein gutes Glas Wein in der Hand hält. Im Restaurant bietet der Küchenchef indes den ganzen Nachmittag über Flammkuchen und Wurstplatten an. Diverse Gerichte stehen auch auf dem Mittagsmenü. „Wir wählen unsere Zulieferer minutiös aus. Dazu zählt zum Beispiel die Käserei Berdorfer, mit der wir Spezialkäse kreieren möchten.“ Zu speziellen Anlässen kocht der aus Argentinien stammende Küchenchef auf einem Grill gigantische „Asados“ [Anm. d. Red.: viele Stunden mariniertes und gekochtes Rinderfleisch] zu. „Das ist ein wunderbar geselliger Moment, bei dem unsere Gäste direkt am Feuer bei uns essen und unseren Wein trinken.“
Claudes Ideenreichtum für neue Events kennt keine Grenzen. „The sky is the limit!“, sagt er enthusiastisch. „Ich denke an Musikfestivals, an Verkostungen unserer Weine in Museen oder an Gourmetwanderungen – die Möglichkeiten sind endlos.“ Von Mai bis Oktober zieht die Terrasse der Domaine lokale Gäste ebenso an wie Wanderer und Touristen, die ihren Weg zum Weingut gefunden haben. Ein Besuch in Remich diesen Frühling ist also die perfekte Gelegenheit, um, mit einem guten Tropfen in der Hand, die atemberaubende Weinlandschaft zu bewundern.
B E N O Î T & C L AU D E V I T I C U LT E U R S 3 3 U M G O L D B I ER G L- 5 5 74 R E M I C H BENOITCL AUDE .LU
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R E S TA U R A N T- D E S I G N
SCHM ELZ: EINS M I T SEIN ER UMGEBU NG Am Fuße des Hochofens A von Belval lädt das Restaurant Schmelz ein zu einer Reise ins Herz der Stahlindustrie. Hier wird das Industrieerbe mit größtem Respekt in Szene gesetzt.
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R E S TA U R A N T- D E S I G N
TEXT MARIE TISSIER FOTOS RAMUNAS ASTRAUSK AS
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er über die Schwelle des Schmelz schreitet, tritt ein in die Geschichte des Südens und der Stahlindustrie. Eine Geschichte, die aus Gold und Beton, Stahl und Schweiß gemacht ist. Hier, am Fuße des Hochofens A, haben die Wände eine Seele. In diesem seit 1987 endgültig stillgelegten Relikt der Metallindustrie (Hochofen B folgte 1997) wurden 500 m 2 für den Empfang von Besuchern eingerichtet. Im Juni 2023 eröffnete hier ein Restaurant, dessen Name passender nicht sein könnte: Schmelz.
G E S C H I C H T E I S T A L LG EG E N WÄ R T I G Die Räumlichkeiten, die von den Architekten des Fonds Belval entworfen wurden, umfassen einen großen Speisesaal, einen zweiten kleineren sowie einen dritten im Obergeschoss – insgesamt 130 Gedecke. Im Sommer gibt es auf der großen Terrasse weitere 60 Plätze. Hinter dem Projekt steht Paul Meyer, der bereits ganz in der Nähe das Coyote Café leitet. In diesen geschichtsträchtigen Mauern des Schmelz wird eine saisonale Küche mit Luxemburger Spezialitäten und anderen ausgefeilten Gerichten angeboten. Am Herd stehen die Küchenchefs Ibrahim Jashari (der auch Teilhaber ist) und Pierre Morisse. Das gesamte Tischgeschirr stammt von Villeroy & Boch: Gläser, Teller, Besteck, Salz- und Pfefferstreuer und sogar die Vasen. „Das ist eine Selbstverständlichkeit“, erklärt der für Kommunikation und Marketing zuständige Teilhaber Dan Vinkowski. „Wir möchten an diesem denkmalgeschützten Ort so viele luxemburgische Produkte wie möglich präsentieren. Unsere Karten zum Beispiel wurden von einem Buchbinder aus dem Großherzogtum handgefertigt. Wir wollen die Originalsubstanz erhalten.“ Oberhalb der Bar, auf einem Betonblock, befindet sich die Ausrüstung des DJs. „Die Treppe, die dort hinführt, wurde von einem
Handwerker angefertigt und ahmt das Design der Treppen in den Hochöfen von Belval nach“, erklärt er weiter.
D U R C H DAC H T VO N A B I S Z Die Deckenhöhe des Schmelz ist gigantisch. Die mit Samt bezogenen, aus den Niederlanden und Belgien mitgebrachten Sitzbänke und Sessel dämpfen die Akustik. Im hinteren Teil des Hauptsaals prangt eine 4 x 2,5 m große Leinwand, auf der stimmungsvolle saisonale Bilder gezeigt werden. „Bei Ereignissen wie dem Nationalfeiertag, Sportveranstaltungen oder kürzlich dem Luxembourg Song Contest bieten wir zudem Soireen an“, sagt Dan Vinkowski, der auch für den Eventbereich zuständig ist. An jedes noch so kleine Detail scheint er gedacht zu haben. „Wir wollten eine goldfarbene Bar, um an den Reichtum zu erinnern, den die Stahlindustrie dem Land beschert hat, und um einen Kontrast zum Beton herzustellen. Die Schriftart unseres Logos ist an die der alten Schilder an den Hochöfen angelehnt. Wir haben auch einen schönen Kronleuchter aus Glasflaschen, der nach Belieben die Farbe wechselt – ein Geschenk von Coca-Cola. Wir wollten kein klassisches Sponsorenschild, das nicht zu den Räumlichkeiten passt. Der Leuchter fügt sich nahtlos ein.“
„ W I R W O L LT E N EINE BAR IN GOLD, UM AN DEN REICHTUM DER S TA H L I N D U S T R I E DES L ANDES ZU ER INNER N .“ DAN VINKOWSKI
I M H E R Z E N D E R S TA H L I N D U S T R I E Erklimmt man die Treppe, so erreicht man einen langen Raum, auf dessen rechter Seite mehrere Tische aufgestellt sind. Von dort aus genießt man durch eine dicke Glasscheibe einen Blick auf den kunstvoll beleuchteten Fuß des Hochofens. Allerdings ist dort Vorsicht angesagt, um sich nicht den Kopf an den hervorstehenden Gießrohren zu stoßen, die unmissverständlich klarmachen, dass an diesem Ort einst das Herz der Stahlindustrie schlug. An diesem Ort voller Design, Geschichte und luxemburgischer Kultur lässt es sich zur kalten wie zur warmen Jahreszeit bestens einkehren.
SCHMELZ 4 ËN N ER T D EN H É I C H I E W EN L- 4 3 6 2 E S C H -S U R-A L Z E T T E DSCHMELZ.LU
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