DIE LINDENHOF HOTELZEITU NG
5. AUSGABE
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SUITE
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S OM MER 2016
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TRAUM ODER ALBTRAUM?
PASST DER PASS?
SCHLANK UND RANK?
REICH UND BERÜHMT?
Joachim Nischler über den Job des Hoteldirektors
Die schönsten Strecken für alle, die gerne Auto fahren
Das Erfolgsrezept des Personaltrainers im Lindenhof
Was aus dem Naturnser geworden ist, der den Sommerdrink Hugo erfand
HIGHLIGHTS 2016 LINDENHOF-EXPERTEN GEBEN TIPPS
ERLEBEN ERLEBNIS LINDENHOF
BEWEGENDER URLAUB
51 Mountainbike-Strecken, 70 Spazierund Wanderwege, 17 Rennradtouren, Kiten, Rafting, Klettern – in grünen und blauen Aktenordnern bieten die sportlichen Lindenhof-Mitarbeiter für jeden Gast ein maßgeschneidertes Aktiv-Programm an.
Wenn der Chef-Patissier Mittagspause hat, steigt er aufs Fahrrad, fährt der Etsch entlang nach Algund, hoch nach Vellau, zurück über Kastelbell nach Schlanders oder Latsch. „Je nach Verfassung nehme ich links und rechts noch alle möglichen Hügel mit“, sagt Josef Martin und lacht. 60 Kilometer schafft er auf jeden Fall bis zum Arbeitswiederbeginn um fünf im Lindenhof in Naturns. Wenn die Rezeptionistin Ribana Pircher Lust auf Bewegung hat, steigt sie aufs Fahrrad, fährt der Etsch entlang auf dem Panoramaweg Richtung Staben bis zur Radbar. „Da gibt’s was zu essen und zu trinken, und man kann in einer kleinen idyllischen Landschaft mit Teich, Hängematten und Liegestühlen wunderbar entspannen“, sagt sie. Es sind 2,5 Kilometer – und notfalls gibt es ja auch E-Bikes. Einheimische und Gäste haben die Wahl: kaum eine Urlaubsregion bietet so unterschiedliche Möglichkeiten zur Bewegung wie Südtirol. Hier können Sie sich zum Ultra Skyrace über 121 Kilometer und 7.554 Höhenme-
tern anmelden, hier können Sie den Halbmarathon in Meran laufen, hier trainieren die alpinen Ski-Nationalmannschaften auf dem Schnalstal-Gletscher, hier wird zu RaftingExpeditions ins Passeiertal eingeladen – und Jan Karel, Chef de Rang im Lindenhof, schwärmt vom Kiten. Jede freie Minute schwebt er mit seinem Lenkdrachen über dem Reschensee. „Wer dieses Gefühl mal erlebt hat, wird süchtig“, sagt der Tscheche. Wem dieses Gefühl in der Magengegend aber eher schadet, hat andere Möglichkeiten. Radund Wanderwege bieten um Naturns alle Schwierigkeitsgrade an – für die Josefs und die Ribanas. Das Dolce Vita-Hotel Lindenhof in Naturns zeigt ganze Aktenordner mit möglichen Touren an. Zum Beispiel für Mountainbike-Fahrer. Übersichtlich, nach Kondition und Fahrtechnik geordnet, werden 51 Strecken aufgeführt – vom Alpencross-Klassiker ins Eisjöchl über 2.600 Höhenmeter bis zu der Acht-Kilometer-Strecke an die Waldschenke über 320 Höhenmeter. Zum Beispiel für Wanderer. Sie können unter 70 Möglichkeiten aus-
1 YOGA-WOCHE FÜR ALLE – VOM 20.8. BIS 27.8. Abschalten, loslassen und sich selbst annehmen – das sind die ersten Schritte, die Ihnen Monika Chitra Pedross in der Yoga-Woche näher bringen möchte. Bei den täglichen YogaEinheiten gilt: Stecker ziehen und entspannen. Bei gemeinsamen Spaziergängen gibt Ihnen die Yoga-Lehrerin Tipps für Ihren Alltag. Eine Woche für Einsteiger und Fortgeschrittene. LESEN SIE SEITE 08: Erstversuch im Yoga.
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Und über ihm ist nur noch der Himmel: Jan Karel empfiehlt in den Ferien – Kiten
suchen – unter anderem die vier Kilometer zum Latscher Sonnenberg oder die 17,8 Kilometer ins Jochwaal. „Ich freue mich immer, wenn ich abends höre, dass wir den Gästen die richtige Tour empfohlen haben“, sagt der Restaurantleiter Helmut Stieger, der jeden Donnerstag die „Hauswanderung“ für LindenhofUrlauber anbietet. Auch montags gibt es mit Rudi Alber eine geführte Wanderung. Vielleicht führt auch das mit zu den bewegenden Momenten in einem bewegenden Urlaub: dass die Lindenhof-Crew selbst sportlich überaus aktiv ist – und stets beraten kann. Allerdings soll es auch vorkommen, dass die Gäste sportlicher sind als die durchtrainierten Südtiroler. Hotelchef Joachim Nischler, der jeden Dienstag mit den Urlaubern um die Wette die 48 Kehren hoch auf das Stilfser Joch (2.757 Meter) mit dem Rennrad fährt, musste sich in der vergangenen Saison gleich acht Mal geschlagen geben. Vielleicht sollte er doch künftig die Tour von Ribana Pircher fahren. In Südtirol hat ja jeder die Wahl...
BELLICON® FITNESSWOCHE VOM 22.10. BIS 29.10. „Wir wollen zeigen, dass Bewegung Spaß machen kann“, ist die Devise von Manuel Eckardt und seinem Team von pur-life. Im Oktober stellt euch der Motivationstrainer seine Allzweck-Waffe gegen Rückenschmerzen vor und gibt in täglichen Seminaren Tipps zur ausgewogenen Ernährung und optimalen Bewegung – damit Sie ein langes, schmerzfreies Leben genießen können.
3 WEIN- UND GOURMETWOCHE VOM 05.11. BIS 12.11. Eine Woche mit Tradition – bereits zum 21. Mal lädt Joachim Nischler im November zur Weinund Gourmet-Woche ein. Die Führungen durch renommierte Weingüter mit Verkostung von Südtiroler Käse sowie die abendlichen Gourmetessen sind ein Muss für Feinschmecker.
Die Lindenhof–Rezeption erreichen Sie täglich von sieben bis 22 Uhr. Telefon: 0039 0473 666242 oder unter info@lindenhof.it
HAUSPOST
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JOACHIM NISCHLER ÜBER DAS WETTRÜSTEN IN DER SÜDTIROLER HOTELERIE
„GROSS, GRÖSSER, AM GRÖSSTEN IST KEIN KONZEPT“ Der Lindenhof-Chef setzt auf Authentizität und den Wohlfühlfaktor eines Familienhotels: Bei mehr als 100 Zimmern leide die Qualität, sagt er. Sie haben einen Traumberuf – glauben jedenfalls Schüler aus Hamburg. In einer Umfrage zu allen Berufen haben sie gesagt, sie würden am liebsten in leitender Funktion in einem Hotel arbeiten. Den Kontakt mit den vielen Menschen stellen sie sich „super“ vor. „Der Kontakt zu den Gästen ist das Schönste an diesem Beruf. Es ist super, sich immer wieder mit anderen Menschen unterhalten zu können. Man erfährt viel, man lernt dazu, weil die Urlauber aus unterschiedlichsten Bereichen kommen. Bei uns findet immer wieder ein reger Meinungsaustausch statt über Mitarbeiterführung, über Kundenbetreuung, über Zielsicherung. Da höre ich genau zu.“ Und lernen dabei? „Ja, klar, da kann man sich immer Impulse holen. Was in anderen Sparten gilt, gilt meistens auch in der Hotelbranche. Zum Beispiel hat mir ein Mittelständler aus Bremen mal erzählt, die drei Hauptsäulen eines erfolgreichen Unternehmens seien der Standort, das Konzept und der Betreiber. Das passt auch auf die Hotelerie zu hundert Prozent.“ Sie haben ja ein ungewöhnliches Konzept gewählt, als Sie das Hotel Ihres Vaters 2004 umgebaut haben – modernes Haus mit kunstvollem Ambiente, Bedienungen ohne Dirndl und weg von Südtiroler Tradition. „Weg von Südtiroler Tradition stimmt nicht. Viele wollten damals nur eine Art
Lederhosenstil als Südtiroler Tradition verkaufen. Das wollten wir nicht. Weil es auch nicht zu unserem Lebensstil passt. Wir wollten unseren Gästen ein Konzept anbieten, hinter dem wir zu hundert Prozent stehen. Wir sind eine aufgeschlossene, moderne Familie, wir essen gerne gut und trinken auch mal gute Weine. Und wir sind alle sportbegeistert. Das spiegelt sich seit Jahren alles im Lindenhof wider.“ Das heißt: das Konzept war damals Authentizität statt Almhüttenromantik? „Almhüttenromantik hat seinen Platz auf den Bergen, nicht in Naturns. Und ja, ich bin überzeugt, dass gerade in Familienbetrieben Authentizität das wichtigste Konzept ist. Dazu gehört, dass wir das leben, was wir anbieten, dazu gehört, dass die Philosophie der Familie vom Hotelchef bis zum Abspüler verstanden wird. Deshalb schulen wir das Personal. Nur wenn alle Mitarbeiter das Konzept verstanden haben, fühlen sich die Gäste wohl.“ Die Philosophie ist … „... möglichst alle Wünsche zu erfüllen, möglichst dafür zu sorgen, dass sich die Gäste bei uns daheim fühlen, von der ersten Minute an, dass sie abschalten können, sich um nichts kümmern müssen. Und da sind immer Kleinigkeiten entscheidend, weil das alle Familienhotels in Südtirol versuchen.“
Viele Familienhotels rüsten auch auf und bauen um. Die Hoteliers in Südtirol spielen gerne mit dem Bagger, hat mal einer gesagt. „Das stimmt, das Wettrüsten um die Kundschaft nimmt zu. Südtirol hat in einer Saison inzwischen fünf Millionen Gäste bei 28 Millionen Übernachtungen. Viel mehr verkraftet diese Region nicht, also wird in Zukunft um diese fünf Millionen noch mehr gekämpft werden. Und da immer mehr Touristen den Luxus der Vier- oder Fünfsterne-Hotels bevorzugen, ist hier der Drang nach neuen Konzepten besonders groß.“ Das heißt: groß, größer, am größten? „Genau das darf es nicht heißen. Mehr Übernachtungszahlen garantieren keine höhere Rentabilität. Manche Familienhotels übernehmen sich, weil sie zu viel auf einmal investieren. Zudem bin ich sicher: bei mehr als 100 Zimmern leidet zwangsläufig die Qualität, die ein Haus wie unseres auszeichnet – mit dem Wohlfühlfaktor, den Familie, Mitarbeiter und Gäste gemeinsam ausmachen.“ Trotzdem wollen auch Sie investieren? „Wir machen das Schritt für Schritt. Vergangenes Jahr haben wir die Fläche unseres Nachbarn gekauft, irgendwann werden wir dadurch erweitern können. Allerdings garantiert nie auf mehr als 100 Zimmer. Ich will ja mit jedem meiner Gäste noch sprechen können…“
Wahrscheinlich leidet jetzt das Wunschbild, das sich die Schüler machen ... „Früher war ein Hotelchef natürlich in erster Linie ,Grüß-Gott-Onkel‘, das hat sich geändert, bei all den Anforderungen, die Gäste heute stellen und auf Bewertungsplattformen kundtun. Wir müssen die richtigen Mitarbeiter suchen, sie schulen, wir müssen über Investitionen und Pläne nachdenken, wir sind im Marketing gefordert, im Verkauf, im Controlling. Trotzdem würde ich sagen: machte früher der Kontakt zu den Gästen 70 Prozent aus, so sind es heute 50. Ich hoffe aber, dass es keiner merkt – deshalb arbeite ich einfach noch mehr am Tag. Denn auf Gespräche mit den Urlaubern möchte ich als kommunikativer Mensch nie verzichten.“ Also doch ein Traumberuf? „Ein Traumberuf, bei dem man nachts auch mal schlecht schläft. Weil man halt doch ein paar Sorgen und Probleme hat.“ Joachim Nischler (47) ist seit seinem 27. Lebensjahr Hotelchef. Unterstützt wird er in dem Familienbetrieb von seinem Vater Werner, dessen Frau Doris und vor allem von Lorella Lorenza Longhitano, der Mutter seiner Töchter Chiara und Emma. Chiara arbeitet neben dem Wirtschaftsstudium in Innsbruck ebenfalls im Hotel, Emma studiert Kunst in Florenz und hilft in jeder freien Minute mit aus.
PORTRÄT SPORT
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GAST–ANSICHTEN
TISCHNACHBARN
STAMMGÄSTE AUS SAARBRÜCKEN
In einem Hotel lernen sich Menschen kennen, obwohl die Annäherung von sich einander fremden Wesen meist in geordneten Bahnen verläuft.
GESTATTEN: CAROLINE, DAS LINDENHOF-KIND
Beobachtungen im Speisesaal eines Viersterne S-Hotels, sagen wir mal, es steht in Naturns, nennen wir es mal Lindenhof.
Geschichte und Geschichten – warum die Familie Ballier in der dritten Generation ins Dolce Vita-Hotel nach Naturns kommt
Erster Abend: Die neuen Gäste werden an den Nebentisch platziert. Ein leichtes, etwas zögerliches Kopfnicken zur Begrüßung. Zweiter Abend: Die Gäste sagen zu ihrem Tischnachbarn vorsichtig „guten Abend“ – und setzen sich schnell.
Caroline Ballier ist bald 18 – und sie ist in einer Familie groß geworden, in der man gerne genießt. „Morgens beim Frühstück ist das Thema: was essen wir am Mittag? Und mittags wird diskutiert, wo man abends essen geht“, sagt sie – und sie sagt, das sei einfach so, wenn man in Saarbrücken wohnt, wenn man groß wird mit der Nähe zur französischen Küche und dem ein oder anderen Sternekoch. In diesem Landstrich wird Essen zelebriert.
Test eins – Frage an Vater Ulrich Ballier. Warum kommen Sie jedes Jahr in den Lindenhof? Antwort: „Es gibt viele Gründe. Einer ist auf jeden Fall die exzellente Küche.“ Test zwei – Frage an seine Frau Annette Reichmann. Warum kommen Sie so gerne in den Lindenhof? Antwort: „Ich mag die Berge. Und ich mag die traditionellen Südtiroler Gerichte.“ Test drei – Frage an die Tochter. Warum kommen Sie so gerne in den Lindenhof? Antwort: „Ich gehe gerne shoppen, nach Bozen oder Meran. Aber ich liebe das gute Essen.“ Allerdings sagt Caroline Ballier auch, für sie habe sich diese Frage eigentlich nie gestellt. Es war halt so. Und es ist halt so. Man packt und fährt von Saarbrücken nach Naturns. Immer. Seit sie denken kann. Und sogar noch früher. „Ich war gerade mal vier Monate auf der Welt, da haben mich meine Eltern schon in den Lindenhof mitgenommen.“
Foto: Andreas Marini
Tatsächlich ist sie ein echtes LindenhofKind, jedenfalls wenn man dem Hotelchef Joachim Nischler glauben darf. Er hat die sachdienlichen Angaben der Eltern dank seiner naturwissenschaftlich-mathematischen Begabung hochgerechnet und ist seither der festen Meinung: Caroline Ballier ist im Spätherbst 1997 in Zimmer 205 gezeugt worden. Es würde zur Geschichte und den Geschichten der Familie Ballier und des Hotels Lindenhof passen. „Ich habe viele Erinnerungen an den Lindenhof“, erzählt Ulrich Ballier, der heute 51 Jahre alt ist und in Saarbrücken Bult-
Foto: Katharina Nischler
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Familie Ballier aus Saarbrücken schon in der dritten Generation Urlaub im Hotel Lindenhof in Naturns macht.
Dritter Abend: Die Gäste lächeln schon von weitem, sagen laut „guten Appetit“ – und fragen auch mal, ob das Rindsflanksteak geschmeckt hat. Es hat.
Ankommen, abschalten, genießen: Familie Ballier aus Saarbrücken weiß, wie‘s geht
haup-Küchen verkauft. Seine Eltern hatten sich einst das Hotel in Naturns vor allem deshalb ausgesucht, weil Senior Werner Nischler damals die besten Wanderungen für seine Gäste organisierte. Ziemlich weit zu gehen, ziemlich hoch hinaus. Für den kleinen Uli ein Graus. „Auf die Spitzige Lun musste ich an einem Tag gleich zweimal hoch. Weil wir unten gemerkt habe, dass ich oben den Fotoapparat vergessen hatte.“ Der Parkplatz in Matsch liegt auf 1.570 Meter Höhe, die Spitzige Lun mit der sensationellen Aussicht auf 2.323 Metern.
wenn seine Tochter Caroline ihren Mitschülerinnen immer wieder erklären muss, wo denn dieses Naturns liegt („Was, in Südtirol?“), dass es da außer DJ Scholli keine Animateure gibt („DJ wer?“), und was sie eigentlich in einem solchen Natururlaub so macht. „Für mich ist es wie ein zweites Zuhause. Ich weiß schon genau, welche Bekannten ich wann im Lindenhof treffen kann“, sagt sie, und es klingt so, als wolle sie die Familientradition fortsetzen.
Auf jeden Fall wirbt auch sie inzwischen für den Lindenhof, wie es ihr Vater und Großvater seit Jahren Der Lindenhof führt tun. „Joachim ist der SpaAls Ulrich Ballier und in seiner Statistik 72 Prozent gat gelungen – das Hotel ist Joachim Nischler größer Stammgäste, wobei man noch immer familiär, aber waren (oder angesichts des wissen muss, dass in diesem es hat ein schickes AmbienHotelchefs besser: älter Dolce Vita-Hotel nur der als te mit einem modernen waren), haben sie ihre ei„Wiederholungstäter“ gilt, der mindestens vier Mal gebucht Management.“ So etwas, genen Touren organisiert hat. 60 Prozent der Stammgädavon ist Ulrich Ballier – mit dem Auto. Zum Beiste kommen aus Deutschland, überzeugt, suchen viele, spiel nach Monza zum immer mehr aus der Schweiz, was ihm Bekannte nach Formel 1-Rennen. „Leider inzwischen 35 Prozent. dem ersten Besuch immer haben wir kurz vor Monza Insgesamt beträgt der wieder bestätigen. „Wenn festgestellt, dass wir die Gäste-Anteil aus Deutschland wir unseren Freunden Karten vergessen haben.“ 45 Prozent. Die weitere empfehlen, da kannst du Reihenfolge: Schweiz 40 dich prima erholen und kuÜber die Jahre ist die BeProzent, Österreich und Italien linarisch verwöhnen lasziehung zwischen Stammje 5 Prozent. sen, so folgen sie meistens gast und Hotelchef geunserem Rat.“ Wobei wir wachsen – und die Urlauber wieder bei den Feinschmeckern aus dem aus Saarbrücken haben auch andere MenSaarland sind. Und so ist es kein Wunder, schen im Hotel kennen- und schätzen gedass bei manchen Gästen in der Anmellernt. „Da haben sich richtige Freundschafdung unter „wie wurden Sie auf uns auften entwickelt“, sagt Ulrich Ballier, der merksam“ steht: „Familie Ballier.“ längst mit eigener Familie anreist. Auch
STATISTIK
Vierter Abend: „Guten Abend, guten Appetit“, rufen sie einem zu, bewundern die rote Farbe des Rotweins und erkundigen sich, ob das ein Südtiroler ist. Sie trinken hier nur Südtiroler. Fünfter Abend: Der Südtiroler Rotwein hat auch ihnen geschmeckt, lassen sie nach „gutem Abend und gutem Appetit“ wissen, fragen sogar, wie der Tag so war und was die Tischnachbarn heute gemacht haben. Auch die Gegenfrage beantworten sie freundlichst und mit exakten Angaben der Höhenmeter und der Kilometerzahl. Sechster Abend: Wenn man schon den gleichen Weingeschmack hat, kann man auch mal fragen, wo die Tischnachbarn zu Hause sind. Oh, in Bubikon. Das ist … Es wird ausführlich erklärt, und selbst darf man ausführlich erklären, wo Berlin liegt und wie man von so weit hier her kommt. Nachdem man sich so gut kennt, verabredet man sich nachher auf einen Schluck an der Bar. „Ich bin der Johann.“ „Ich die Luise.“ Es ist ganz lustig mit der Familie, die sechs Abende neben einem beim Essen gesessen hat. „Morgen fahren wir wieder nach Hause“, sagt Johann irgendwann um Mitternacht. Und Luise wünscht „gute Heimfahrt“. Siebter Abend: Die Schweizer waren eigentlich ganz nett, sagt Luise. Schade, dass wir nicht früher mit ihnen ins Gespräch gekommen sind. Chiara, die Tochter des Hotelchefs, bringt neue Nebensitzer. Sie nicken kurz und nehmen Platz. Fortsetzung folgt.
REISE
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BEWEGENDER URLAUB (2)
PÄSSE OHNE PASS Werner Nischler stellt die vier schönsten Cabrio-Routen von Naturns aus vor.
Natürlich kann man in Südtirol wandern, natürlich kann man in Südtirol mit dem Rad in die Berge – aber wissen Sie, was man in Südtirol auch noch kann? Auto fahren. Und wie! Zum Beispiel im Cabrio (einen Porsche-Boxster können Sie sich auch im Lindenhof mieten) über die schönsten Passstraßen. LindenhofSeniorchef Werner Nischler stellt Ihnen vier Routen von Naturns aus vor – mit der Botschaft: „Bitte nur bei schönem Wetter fahren und genießen.“
STILSER JOCH
NATURNS - STILFSER JOCH (61,8 KM, 1:30 STUNDEN) UND ZURÜCK ÜBER DEN UMBRAILPASS IN DIE SCHWEIZ - SCHLUDERNS BIS NATURNS (128,2 KM, 3:05 STUNDEN)
Foto: www.alpenpass.com
Foto: Andreas Marini
Einsteigen – und abheben: unsere drei Models (Katharina von der Rezeption, Elisa vom Service und Michaela vom Tages-Cafe) sind begeistert vom Porsche Boxster. Wir sind sicher: sie wären noch begeisterter gewesen, wenn sie ihn auch hätten fahren dürfen... Das aber können Sie tun – für 99 Euro am Tag. Und Sie können damit eine der tollen Routen fahren, die der Lindenhof-Seniorchef Werner Nischler für Sie ausgesucht hat. Wobei wir natürlich zugeben müssen: die Fahrten lohnen sich auch mit dem eigenen PKW.
„Ich habe immer das Begleitfahrzeug unserer Radfahrer gesteuert – und ich kann Ihnen sagen: Sie müssen bei dieser Strecke auf alles gefasst sein: auf entgegenkommende Radfahrer, auf Motorradfahrer, die mit ihrem umgestürzten Gefährt in der Kurve liegen – und halt auch auf 48 Kehren. Was Sie aber sonst noch sehen, ist phantastisch. Zum Beispiel den Ortler, mit 3.905 Metern der höchste Berg Südtirols. Schon auf dem Weg nach oben möchten Sie wahrscheinlich immer wieder fotografieren, was natürlich nur geht, wenn mal tatsächlich rechts oder links ein kleiner Ausweichplatz ist. Oder an Kehre 46, wo unsere Skilegende Gustav Thöni ein Hotel hat. Oben am Stilfser Joch finden Sie auf jeden Fall einen Parkplatz, wenn Sie Richtung Skigebiet abbiegen.“
REISE
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„Haflinger kennen Sie, in Hafling sollten Sie auch mal gewesen sein. Der Ort ist nach den Pferden benannt, wobei ich im Moment nicht weiß, ob es auch heute noch mehr Haflinger Pferde als Haflinger Einwohner (738) gibt. Jedenfalls ist die Panoramastraße, die über Vöran und Mölten nach Jenesien führt, für jeden ein Genuss. Wenn man engere Sträßchen nicht fürchtet. Da es aber wenig Gegenverkehr gibt, ist der Ausflug zu empfehlen. Sie sehen bei schönem Wetter immer wieder ins Tal, rüber auf die Gampenpass-Mendelpass-Seite und bis zu den Dolomiten mit der Latemar. Überall können Sie zu einem kleinen Spaziergang auf einem der ausgeschilderten Wege Ihr Auto verlassen. Lassen Sie sich auch von Ihrem Navi nicht mitten auf der Strecke hinunter in Richtung Bundesstraße nach Bozen lotsen, sondern fahren Sie unbedingt nach Jenesien. Dieser idyllische Ort liegt auf dem Hochplateu des Salten, und Sie haben einen wunderbaren Rundblick. Und vor allem die Abfahrt von hier nach Bozen wird Sie verzaubern.“
PENSER JOCH
NATURNS
HAFLING
„Das Penser Joch verbindet auf 2.211 Metern das Sarntal mit dem Wipptal bei Sterzing und bildet der Luftlinie nach die direkte Verbindung zwischen Innsbruck und Bozen. Hier findet auch jedes Jahr ein Rad-Bergklassiker statt – der Große Preis Penser Joch. Sie haben einen wunderschönen Blick auf die Dolomiten und natürlich auf das Sarntal. Wenn Sie die Rückfahrt noch genießen wollen, empfehle ich Ihnen den Jaufenpass. Er ist zwar kurvenreich und hat 20 Kehren, aber die Straße durch Wälder und vorbei an Almen ist eine tolle Alternative für die viel befahrene Bundesstraße SS12 zwischen Bozen und Meran. Der Jaufenpass verbindet Sterzing im Eissacktal mit St. Leonhard im Passeiertal – und hier finden Sie auch eine der schönsten Burgen Südtirols: die Burg Reifenstein.“
Foto: Tourismusverein Mölten/Alfred Egger
NATURNS - GAMPENPASS MENDELPASS - PENEGAL KALTERN (64,1 KILOMETER, 1:20 STUNDEN) UND ZURÜCK KALTERN NATURNS ÜBER SS38 (46,7 KM, 0:40 STUNDEN) „Bis zum Mendelpass – das ist meine Strecke, wenn ich in den Golfclub Dolomiti fahre. Und ich kann Ihnen versichern, ich erfreue mich auch nach zig Fahrten immer noch an der tollen Aussicht auf dieser Strecke hoch zum Gampenpass, wo das gesamte Bergpanorama links zu sehen ist. Was ich Ihnen aber empfehlen würde: fahren Sie am Mendelpass zunächst weiter zum Monte Penegal, auch wenn Sie nachher wieder zurück und hinunter nach Kaltern müssen. Es sind nur 3,9 Kilometer und 358 Höhenmeter mehr, die Sie bis zum Gipfel brauchen. Es lohnt sich. Der Blick wird Sie tausendfach entschädigen. Was sich natürlich ebenfalls lohnt: eine Pause am Kalterer See – vielleicht bei einem Glas Kalterer See.“
NATURNS - BOZEN SARNTAL - PENSER JOCH (98,9 KILOMETER, 1:45 STUNDEN) UND ZURÜCK ÜBER STERZING JAUFENPASS - MERAN - NATURNS (90,3 KM, 2:05 STUNDEN)
KALTERN
DIE REZEPTION HILFT
NAVI FÜRS AUTO Längere Ausflüge finden Sie auch an der Rezeption – von 2:40 Stunden bis 7:15 Stunden. Sie bekommen eine Karte mit der vorgedruckten Route oder ein Navigationsgerät, in dem Ihre Tour schon eingespeichert ist.
Foto: Tourismusverein Sarntal/Michael Lange
Foto: www.alpenpass.com
NATURNS - HAFLING MÖLTEN - JENESIEN - BOZEN (73,3 KM, 1:55 STUNDEN) RÜCKFAHRT ENTWEDER ÜBER DIE BUNDESSTRASSE ODER ÜBER KALTERN - MENDELPASS - GAMPENPASS LANA - NATURNS
MITARBEITER
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DAS NEUE LEBEN DES MICHAL ARVAY
ABSPÜLER, HAUSMEISTER– SÜDTIROLER
Heute ist der inzwischen 38-Jährige zwölf Jahre in Naturns. Er ist vom Abspüler zum Hausmeister geworden, er hat sein Leben geändert, sich von seiner Frau getrennt, neu verliebt – und wenn er in die Slowakei fährt, ist das wie Urlaub für ihn. „Meine Heimat ist jetzt Südtirol. Hier sind meine Freunde, hier fühle ich mich wohl“, sagt er. Es war trotzdem ein langer Weg für ihn, der da kurz vor Ostern 2004 begann. „Ich hatte keine Zeit, mir zu überlegen, dass ich nur ein bisschen Schul-Deutsch sprach und das für
Die neue Heimat für den Slowaken Michal Arvay: „In Naturns sind meine Freunde, hier fühle ich mich wohl.“
Südtirol nicht reicht. Ich hatte keine Zeit mir zu überlegen, was das für mein Privatleben bedeutet: Frau und später Tochter in der Slowakei, ich in Naturns“, erzählt er. Und er erzählt von dem einzigen Glück, dass sein Bruder schon ein Jahr im Lindenhof arbeitete und er nicht ganz so allein war wie viele andere Slowaken, die sich auch heute noch vor jeder Hotelsaison – ohne Wissen, was auf sie zukommt – nach Südtirol vermitteln lassen. „We are talking english“, hat ihn Hotelchef Joachim Nischler damals freudig begrüßt, weil er dringend einen Abspüler brauchte. „Ich glaube, es war der einzige Satz auf englisch, den ich in zwölf Jahren von Joachim gehört habe“, sagt Michal und lacht. Man muss sich durchbeißen – als Gastarbeiter. Rücksichten darf man kaum erwarten – und das wird vielen neben dem Heimweh zum Verhängnis. „Ich hab mich zwar gewundert, dass der Koch einen Topf verlangte,
aber ich habe halt einen aus dem Garten geholt“, sagt der Slowake, für den ein Topf ein Gartentopf war. Oder eine Zange aus dem Werkzeugkasten kam, obwohl sie für Speisen gänzlich ungeeignet schien. Acht Kilo hat er bei dem Stress zwischen zwei Sprachen und zwei Kulturen damals abgenommen. Aber: obwohl auch er zumindest anfangs ständig auf der Suche nach billigen Telefonanbietern und entsprechenden Steckdosen für Skype-Kontakte nach Hause war, versuchte er, sich Land und Leute zu nähern. Er lernte jeden Abend deutsch, er suchte den Kontakt zu den Einheimischen, obwohl er anfangs auch als Hausmeister noch darauf achtete, die Koffer in die Zimmer zu bringen, wenn die Gäste nicht da waren. Um nicht angesprochen zu werden... „Ich habe aber gelernt: nur wenn du dich auf das andere Leben einlässt, kannst du dir hier etwas aufbauen“, sagt Michal Arvay, der sieht, wie oft Menschen aus dem Osten kommen und nur daran denken, schnell Geld zu verdienen. Nicht das beste Rezept, um glücklich zu werden. Michal Arvay hat es gefunden, obwohl es zunächst mit der Trennung von seiner Frau auch schmerzlich war. Inzwischen besucht ihn seine elfjährige Tochter in Naturns, er lebt mit Miriam zusammen, die im Etagenservice des Lindenhofs arbeitet, und er geht an freien Tagen gerne kiten an den Gardasee. „Das brauch ich, da kann ich den Reset-Knopf drücken und komme einen Tag später wieder mit einem Smiley zur Arbeit.“ Das könnte auch ein Südtiroler so sagen.
Foto: Andreas Marini
Michal Arvay erinnert sich noch genau an den Tag, an dem sich sein Leben verändert hat. Im März 2004, vier Tage vor Ostern. Zusammen mit seiner damaligen Frau saß er in Topolcany in der Slowakei und überlegte, wie er die Hypothek auf das neue Haus zurückzahlen sollte. Seinen Job in der Fertigung einer Möbelfirma hatte er verloren, der Arbeitsmarkt in der Heimat lockte nicht gerade mit dem großen Geld. Und Berta war schwanger. Da kam der Anruf seines Bruders Marosh, der seit einem Jahr als Hausmeister im Dolce Vita-Hotel Lindenhof in Naturns arbeitete. „Kannst Du in zwei Tagen da sein? Wir suchen einen Abspüler.“
Foto: Andreas Marini
Der 38-jährige Slowake kann nach zwölf Jahren in Naturns nachfühlen, wie es seinen Landsleuten in der ersten Saison im fremden Land geht.
Er gibt Rad: der Hausmeister Michal Arvay ist im Lindenhof der Chef des Radrennstalls
HAUSMEISTER KARL
24 JAHRE LINDENHOF Das Dolce Vita-Hotel Lindenhof hat 57 auf die Lindenhof-Philosophie geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon kommen elf aus der Slowakei, drei aus Thailand, zwei aus der Tschechei, zwei aus Deutschland, zwei aus Ungarn und eine Kollegin von den Philippinen. 36 Angestellte sind aus der direkten Umgebung von Naturns. Dass das Betriebsklima stimmen muss, zeigen die Auszeichnungen zum Saisonstart für langjährige Mitarbeiter. Geehrt wurden die Hausmeister Karl (Carletto) Trenkwalder (24 Jahre), Marosh und Michal Arvay (13 bzw. 12 Jahre), der Chefkoch Andi Pircher (19 Jahre), Restaurantleiter Helmut Stieger (16 Jahre), Chef de Rang Alex Panin (12 Jahre) und Michaela Toll (11 Jahre) vom Tagescafe.
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MITARBEITER
MARTIN GAPP
DER BAUER AN DER REZEPTION Mit 21 hat der Naturnser gleich zwei Berufe, die ihm Spaß machen: Er betreut Gäste im Lindenhof und Apfelbäume in der Landwirtschaft
Mindestens 30 Stunden Landwirtschaft, mindestens 19 Stunden Rezeption – so sieht seine Woche in normalen Zeiten aus. Während der Ernte sind es wesentlich mehr, obwohl auch noch Helfer aus der Slowakei mit anpacken. Morgens um sieben beginnt der Tag für Martin Gapp. Bevor der Vater zu seinem Halbtagsjob als Feuerwehrpräsident Südtirols nach Vilpian entschwindet, bespricht der Sohn noch mal kurz die Lage mit ihm: Muss gemäht werden, müssen Äste geschnitten werden, muss bewässert werden? Sollten wir uns mit den Weintrauben beschäftigen? Ist die Buchhaltung heute vorrangig? Wer kümmert sich um den Tennisplatz? „Es gibt in solch einem kleinen Familienbetrieb schon viel zu tun“, sagt Gapp, der – ebenso wie die anderen Obstbauern im Vinschgau – nicht nur Handwerker, sondern auch Künstler ist. „Man muss immer wieder was Neues ausprobieren, testen. Schließlich wachsen Äpfel nicht nur von selbst an den Bäumen.“
Martin Gapp ist quasi in die Landwirtschaft hineingeboren. Schon Opa und Vater haben am Mittagstisch über das Wetter und die daraus resultierende Ernte diskutiert und warum die Äpfel in dieser Saison groß oder klein werden. „Ich konnte mir ein Leben ohne Obstbau nicht vorstellen“, sagt er. Doch weil die Landwirtschaft kein boomender Berufszweig war/ist, machte er seine Matura an der Wirtschaftsfachoberschule, was ihm heute in seinen beiden Sparten hilft: zu Hause verwaltet er zusammen mit der Familie neben dem Obstanbau noch neun Ferienwohnungen und einen Tennisplatz, im Lindenhof ist er an der Kasse und im Büromanagement gefragt.
Martin Gapp ist 21 Jahre jung und seit 2013 an der Rezeption im Lindenhof – als einziger Mann neben (oder muss man sagen: unter?) fünf Frauen. Aufgewachsen ist er im Nischlhof, wo seine Mutter Marlene neun Ferienwohnungen vermietet. Sein Vater Wolfram hat über viele Jahre auch als Tennistrainer gearbeitet, ist heute Südtirols Feuerwehrpräsident. Wolfram Gapp ist der Cousin von LindenhofHotelchef Joachim Nischler. Martin hat einen zehnjährigen Bruder (Hannes) und eine Schwester. Birgit (19) hat im vergangenen Jahr ein Praktikum im Lindenhof absolviert und wird nach ihrem Schulabschluss im Sommer an der Hotelrezeption aushelfen.
Den Urlauber plagen wegen des Wetters andere Sorgen – und er bekommt auch nicht mit, dass Martin Gapp um 17 Uhr, ohne Rohrstiefel, aber mit Krawatte, bereits einen guten Acht-Stunden-Tag hinter sich hat. Bis 22.30 Uhr steht er dann an der Rezeption im Lindenhof und kümmert sich um die Probleme der Gäste. „Das ist wie ein neuer Tag für mich, mit anderen Aufgaben, die mich wieder voll und ganz erfüllen“, sagt der junge Mann. Deshalb spüre er auch keine Müdigkeit. Und Glücksgefühle, so erzählt er, erlebe er in beiden Berufen. „Wenn die Ernte super ausfällt, freut mich das genauso, wie wenn ich beim Check-out merke, dass es einem Gast ganz besonders gut bei uns im Lindenhof gefallen hat.“ Und wenn ihn ein Urlauber mal nervt – morgen ist er wieder stundenlang mit sich allein..
Fotos: Andreas Marini
Oft ist Martin Gapp stundenlang mit sich und seinen Apfelbäumen allein. Unten an der Etsch kümmert er sich um insgesamt drei Hektar Land, um 30.000 Quadratmeter Fläche, um rund 9.000 Bäume. „Da stört dich keiner bei der Arbeit. Und es gehen dir viele Gedanken durch den Kopf“, sagt der 21-Jährige. Immer mal wieder stellt er dabei auch seinen Doppeleinsatz in Frage, vor allem, wenn er an die Zukunft denkt. Rezeptionist im Hotel Lindenhof, Landwirt im elterlichen Betrieb – ob das auf Dauer gut geht? Und immer wieder kommt der Naturnser nach sechs, sieben Stunden in der Einsamkeit zu dem gleichen Ergebnis: „Eigentlich könnte es mir nicht besser gehen. Beide Berufe machen mir riesigen Spaß.“
Schon die Auswahl der richtigen Sorte für den entsprechenden Boden bei bestimmtem Wetter entspricht einem Lotteriespiel. „Das kann ein Volltreffer sein, man kann aber auch daneben liegen“, sagt der Obstbauer Gapp, der sich oft mit Kollegen unterhält und entsprechende Fachlektüre liest. Er hat sich für die Frühsorte Gala, die schon Ende August reift, und für Golden bzw. Red Delicious entschieden. Die Kunst besteht freilich auch darin, den richtigen Blattdünger zur richtigen Zeit einzusetzen, nicht zu viel und nicht zu wenig Äste zu schneiden, die verformten Äpfel rechtzeitig zu zupfen und und und. „Weil im April die Temperatur nachts noch unter 0 Grad gefallen war, mussten wir so bewässern, dass sich eine kleine Eisschicht um die Blüten gebildet hat. Damit waren sie vor dem Erfrieren geschützt.“ Eine Übung, die es freilich nötig machte, dass der Landwirt das Projekt die ganze Nacht beobachtete. Auf die Frage, wie denn das Wetter sein muss, wenn es eine gute Ernte geben soll, hat Martin Gapp eine klare Antwort: „Nicht zu heiß, aber auch nicht zu kühl. Nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht.“
WELLNESS
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Foto: Andreas Marini
In den Weiten des Lindenhof-Gartens: Monika Chitra Pedross hilft als Yogalehrerin den Gästen bei ihrer Entspannung
sagt sie. Es gibt keinen Leistungsgedanken beim Yoga, für Männer schwer nachvollziehbar.
MONIKA CHITRA PEDROSS UNTERRICHTET YOGA
„WIR VERBINDEN UNS WIEDER MIT DEM BODEN“ Drei Österreicher wagen einen Erstversuch mit der Welt, in der sich Körper und Geist vereinen sollen – und schnarchen tiefenentspannt vor sich hin.
Chitra, die „strahlend und klar im Geist ist und voller Liebe ihre Mitmenschen betrachtet“, öffnet nach ein paar Minuten die Augen, schaut friedvoll in die Runde und lächelt zufrieden. Selbst die drei Freunde mittleren Alters aus Wien, die mehr aus Jux und Tollerei die YogaStunde im Hotel Lindenhof mitgemacht haben, ruhen sanft auf ihren Matten. Die Beine nach vorne gestreckt, die Arme links und rechts neben dem Körper. Erste leichte Schnarchgeräusche sind zu vernehmen. „Männer schlafen manchmal schnell ein“, sagt Chitra, die im anderen Leben Monika Pedross heißt und sich in Verbundenheit zum spirituellen Glauben als Yogalehrerin den Zusatznamen Chitra gegeben hat. „Und dann lassen wir den Atem wieder ganz frei fließen, von der Schädeldecke bis zu den Fußspitzen. Und wir spüren unseren Körper. Und wir spüren die Stellen am Körper, an denen es uns heute nicht so gut geht. Und wir konzentrieren uns auf diese Stellen – und atmen tief ein. Und tief aus.“ Monika Chitra Pedross ist keine der Lehrerinnen, die schnell mal auf den Boom aufgesprungen sind, um ein bisschen Geld mit allein in Deutschland 2,7 Millionen überforderten Entspannungssuchenden zu verdienen. Die Mittelschullehrerin aus Naturns, die im Hauptberuf elf- bis 14-jährige Pubertierenden Erdkunde und Deutsch beibringt, lehrt ihre Überzeugung. „Ich war schon immer ein bisschen anders als andere“, sagt sie und erzählt, wie sie mit 14 ihr erstes Yoga-Buch gekauft hat, weil sie damals schon glaubte, es müsse auf dieser Welt mehr geben als das sichtbare Materiel-
le. Sie ist eingetaucht in die Tiefen der Meditation, und sie gibt zu, dass sie fast nicht mehr aufgetaucht wäre. „Ich habe die Bodenhaftung verloren.“ „Wir verbinden uns wieder mit dem Boden. Wir sind ganz entspannt, weil wir wissen, dass der Boden uns halten wird“, sagt sie leise im LindenhofGymnastikraum, und die Manager aus Wien – in kurzen Turnhosen, T-Shirt und ohne Schuhe und Socken – schließen nach ein paar Körperübungen, sogenannten Asanas, wieder dankbar die Augen. Atemübungen, Körperstellungen, Tiefenentspannungstechniken gehören zu dem Repertoire von Monika Chitra Pedross im Lindenhof. 2005, mit 45 Jahren, hat sie ihre Überzeugung mit zum Beruf gemacht, hat die Ausbildung zur Yogalehrerin in verschiedenen Richtungen absolviert – bis zu Yoga-Nidra, das tiefere Bewusstseinsschichten erreicht und völlige Tiefenentspannung zur Folge hat. Heute unterrichtet sie verschiedene Gruppen im ganzen Vinschgau – und seit dieser Saison auch Gäste im Lindenhof. Schnell hat sie gemerkt, dass dies eine besondere Aufgabe ist. „Sie sind nur eine Woche da, kommen unregelmäßig und sind unterschiedlich mit Yoga vertraut“, sagt sie. „Oom, oom“, machen die Österreicher, die vorher noch lachend über Yoga diskutiert hatten, und ziehen den linken Fuß hoch an den inneren rechten Oberschenkel, wackeln auf einem Bein bedenklich, geben aber selbst dann nicht auf, als Frau Pedross ihnen zuflüstert, sie könnten auch nur die linke Ferse an die rechte halten. „Nur wenn es noch angenehm ist, können Gedanken fließen“,
YOGA IM HOTEL
TECHNIK LERNEN Die Yogalehrerinnen Monika Chitra Pedross und Sabine Vieider bieten an fünf Tagen pro Woche sanfte Entspannungstechniken und Yoga-Einheiten im Gymnastikraum des Dolce Vita-Hotel Lindenhof an. Ob jünger oder älter, Frau oder Mann, sportlich trainiert oder auch nicht: Monika Chitra Pedross und Sabine Vieider gehen gezielt auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Leistungsstufen ein. Eine Anmeldung bis zum Vorabend an der Rezeption wird gewünscht.
Zu viel Spiritualität, das weiß sie, schreckt viele ab. Trotzdem will sie die Philosophie mit in ihre Übungsstunde einbringen. „Sonst könnte ich die Leute ja gleich zur Gymnastik schicken.“ Sie hofft auch bei Einsteigern auf das Erlebnis, dass sich Seele und Geist vereinen, dass sie das Glück der inneren Zufriedenheit erfahren, dass sie die Entspannung des ganzen Körpers genießen können. Ihr selbst, erzählt sie, hat Yoga auch gesundheitlich sehr geholfen, weil sie Allergikerin mit Asthmaproblemen war. Mit entsprechenden Kopfoder Schulterständen sei sie gesund geworden, die Lunge werde durch solche Übungen wirklich frei. Sie blickt auf das Bild von Sivananda, einem bedeutenden indischen Yogalehrer. Er hat heute erfolgreich über die Österreicher gewacht. Die Frau, die an ihn glaubt, schlägt mit dem Filzschläger auf eine Schüssel aus einer Messinglegierung, ein dunkler Klang erfüllt leise den Raum. „Wir werden jetzt unseren Entspannungszustand wieder verlassen“, sagt Monika Chitra Pedross sanft – und lässt alle Teilnehmer ihren eigenen Körper massieren. Von oben bis unten. An allen Stellen. Für die drei Herren waren die 90 Minuten im Lindenhof der Einstieg in die Yoga-Entspannung, da sind sie sich sicher. Monika Chitra Petross wird nach Hause gehen und für sich noch einmal ins tiefe Unterbewusstsein hinabsteigen. „Trotz all der Kurse am Tag brauche ich auch noch meine eigene Entspannung, indem ich mich zurückziehe und die Energie nach außen reduziere“, sagt sie. Das Zurückziehen der Sinne auf das eigene ich – so steht es in den Büchern. Und es steht auch, dass man dadurch den eigenen Horizont erweitere, gesünder lebe und glücklicher werde. Dass es körperliches und geistiges Wohlbefinden steigere. Meine Güte, Frau Pedross, müssen Sie ein zufriedener Mensch sein? Chitra, die „strahlend und klar im Geist ist und voller Liebe ihre Mitmenschen betrachtet“ , lacht. „Ich befinde mich genauso auf dem Weg wie Sie. Ich kann schon auch mal aus der Haut fahren. Das dürfen Sie mir glauben.“ Wir stellen keine Fragen mehr.
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FITNESS
PERSONALTRAINING MIT CHRISTIAN PIRPAMER
VERGISS DIE WAAGE – SCHAU IN DEN SPIEGEL Sogar ehemalige Leistungssportler sind vom funktionellen Training im Lindenhof-Urlaub überzeugt, zumal das entwickelte Programm auch zu Hause nur eine Matte braucht.
Foto: Katharina Nischler
Die erste Stunde ist die schwierigste. Wie beim Psychologen. Hosen runter lassen. „Wir müssen Vertrauen zueinander gewinnen. Der Gast muss mir alles von sich erzählen. Wie er lebt, was er isst, wie viel er arbeitet, welche Krankheiten er hat und was ihn nervt. Alles“, sagt Christian Pirpamer.
viel. Du isst nur das Falsche. Und Du bewegst Dich zu wenig.“
„In dieser ersten Woche sollst Du nur auf Deinen Körper hören und nicht versuchen, Dir mühsam alle Übungen einzuprägen“, sagt Pirpamer. Er arbeitet mit Strichmännchen, die er dem Gast mitgibt. Meist dreht sein Klient auch ein Video für zu Hause, nachdem sie – selbstverständlich gemeinsam – festgelegt haben, was ihm gut tut und was er leisten kann. „Natürlich kann mich auch jeder jederzeit kontaktieren, wenn er nicht mehr im Lindenhof ist“, sagt Pirpamer, der überzeugt ist, dass funktionelles Training zum Suchtpotential wird „und wie du dich danach fühlst, das kann dir sowieso niemand und nix geben“.
Danke.
Pirpamer, 29, ist kein Psychiater und kein Arzt. Pirpamer ist Personalcoach. Im Dolce Vita-Hotel Lindenhof in Naturns hat er es in erster Linie mit Gästen zu tun, die er acht Tage sieht. Länger kann er sie nicht auf ein neues Leben einstellen, das viele von ihm erwarten: abnehmen, keine Rückenschmerzen mehr, Gesundheit von Kopf bis Fuß, fit bis ins hohe Alter.
Was das Besondere an der Urlaubswoche mit Christian Pirpamer ist: er arbeitet gemeinsam mit dem Gast an einem Speiseplan, der sich leicht in dessen Alltag integrieren lässt. „80 Prozent“, sagt er, „macht beim Abnehmen die Ernährungsumstellung aus.“ Und: er arbeitet gemeinsam mit dem Gast an sportlichen Übungen, die dieser auch in seinem Tagesprogramm schafft. „Es macht doch keinen Sinn, ihm ein 40-minütiges Sportprogramm mitzugeben, wenn er höchstens mal 20 Minuten Zeit für Bewegung hat.“
Da Wunder aber gewöhnlich ein bisschen länger dauern, beschwört der Lindenhof-Trainer seine Klienten: Diese Woche könne nur der Anfang einer Lebensumstellung sein, er zeige lediglich den Input, wohin der Weg führe und wie man es schaffen kann. „Du musst es wollen. Nicht ich. Und wenn Du es willst, musst Du Dich verändern. Nicht ich“, sagt Christian zu dem 61-jährigen Gast aus Düsseldorf, der gleich zwei Probleme in der einen Urlaubswoche lösen will: Gewichtsreduzierung und weniger Schmerzen im Rücken. Dabei ist die erste Diagnose relativ simpel: „Du isst nicht zu
Selbst ehemalige Leistungssportler schwärmen von der Individualität des LindenhofProgramms. „Ich hatte als DDR-Handballer früher viele Trainer, aber keiner hat solch eine perfekte Diagnose gestellt, so genau zugehört und mich ganzheitlich betrachtet wie Christian“, sagt Jörg Kämer, der heute als Bereichschef Controlling beim Frankfurter Flughafen arbeitet und viel weniger Zeit für Sport hat als früher. Und vor allem schwört der 58-jährige Lindenhof-Gast auf das funktionelle Training Pirpamers. „Durch ihn ist mir klar geworden, was ich bisher alles falsch gemacht habe.“
Ganz so weit wie der Exprofi ist der andere Gast aus Düsseldorf noch nicht. Bei ihm braucht es noch Überzeugungsarbeit. Und als er zum x-ten Male von der Waage anfängt, die es wohl so gar nicht honoriert, wenn er mal den Zucker zum Kaffee weggelassen hat, lächelt ihn Christian Pirpamer an. „Vergiss die Waage. Schau in den Spiegel – und dann entscheide, ob Du künftig anders leben willst.“ Er schaut. Und er will.
PERSONALCOACH
SPORT UND ERNÄHRUNG Das Personaltraining im Dolce Vita-Hotel Lindenhof umfasst Informationen zu Fettabbau, Muskelaufbau, Rückenproblemen, Stoffwechsel. „Kurz: wer gesund und fit leben will, ist bei uns richtig“, sagt Christian Pirpamer, der bei richtiger Anwendung des funktionellen Trainings mit einhergehender Ernährungsumstellung verspricht: „Sie werden leistungsstärker, attraktiver, selbstbewusster, gesünder.“ Wer sich bei seinem Urlaub im Lindenhof für Personaltraining interessiert, kann das gerne schon bei der Anmeldung notieren. Der Trainer meldet sich dann bei Ihnen.
Von Matte zu Matte: Christian beim funktionellen Training mit Gast Jörg Kämer
Foto: Katharina Nischler
„Einatmen. Ausatmen. Strecken. In die Hocke. Auf den Spitzen.“ Pirpamer macht alles mit, korrigiert sofort. Er steht auf einer Matte, sein Klient ihm gegenüber auf der anderen. Mehr als die Matte braucht es für das Training des Lindenhof-Personalcoachs nicht. „Der Körper ist das beste Trainingsgerät. Wir arbeiten nur mit dem eigenen Körpergewicht“, sagt er – und man sieht es Jörg Kämer an, wie anstrengend das sein kann. „Noch drei Mal. Fußspitzen nach oben“, hört er den Trainer und sieht, wie er es macht.
„Das beste Trainingsgerät ist der Körper“, sagt der LindenhofPersonalcoach Christian Pirpamer
REPORTAGE
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Küchenschlacht: die ersten (Bild rechts) und die letzten Handgriffe in der Lindenhof-Küche...
EXMITARBEITER
L IND
E NH O S E R IE F
KENNST MI NO?
Viele Familien besuchen den Lindenhof über Generationen hindurch. 72 Prozent Stammgäste weist das Hotel auf, viele Familien treffen sich hier mit Freunden und Bekannten immer wieder zur gleichen Jahreszeit. Da ist es kein Wunder, dass eine fast schon familiäre Verbundenheit entsteht und viele danach fragen, was eigentlich aus ehemaligen Mitarbeitern geworden ist. In der SUITE stellt Joachim Nischler immer wieder ehemalige Kolleginnen und Kollegen vor und sagt, wie es ihnen heute geht.
Foto: Andreas Marini/privat
Foto: Andreas Marini/privat
KÜCHENDIENST
HELMUT VENT (58)
MARIO AUER (64)
zehn Jahre Barmann und Mitarbeiter im Service mit Unterbrechungen in der Zeit zwischen 1978 und 1994, ist heute Besitzer der Wine Gallery in der Hauptstraße 35 in Naturns.
Barmann von 1996 bis 2008, ist heute Rentner und wohnt mit seiner Lebensgefährtin Antonia in Marling.
„Helmut hatte viel Ähnlichkeit mit mir. Er hat vor 20 Jahren die Fußballergebnisse immer schon Stunden vor dem Spielbeginn an der Bar vorausgesagt. Deshalb brauchten seine Gäste nicht Fußball zu gucken, sie konnten an der Bar weiter trinken. Apropos trinken: wahrscheinlich war Helmut auch der Erste, der für Weinkultur im Lindenhof sorgte. Er war absoluter Experte und ist es heute noch: Unter den Arkaden neben dem Lindenhof-Mitarbeiterhaus führt er seit 1994 in der Hauptstraße die bedeutendste Vinothek in Naturns. Hier finden Sie wirklich alles, was Sie an den Urlaub in Südtirol erinnern wird: die besten Weine, Schnäpse, Olivenöle und und und. Und sehr stolz kann Helmut auch auf seine Auswahl an Toskana-Weinen sein. Helmut war einer der ersten Mitarbeiter meines Vaters, er hat die Übernahme des Betriebs durch mich hautnah miterlebt – und wenn ich jetzt sage, dass man ihn damals wegen seines Looks mit Rudi Völler verglich und „Tante Käthe“ nannte, wird bei vielen älteren Gästen der Groschen fallen. Und ich bin sicher, Sie werden sich noch daran erinnern, wie er Ihnen immer wieder die richtige Weinempfehlung ans Herz legte.“
„Mario saß vor kurzem vielleicht fünf Minuten bei uns an der Lindenhof-Bar, als ihm der Erste unserer Gäste von hinten auf die Schultern tippte. ,Ja, die Familie Vogel‘, sagte Mario sofort – und fast war es nach acht Jahren so, als sei er nie weggewesen. Das liegt sicher auch daran, dass er mit seinen 64 immer noch aussieht wie zu seinen besten Zeiten als Barmann bei uns, vielleicht sogar noch besser, weil braungebrannt. Er fährt im Schnalstal Ski wie ein Weltmeister, wann immer es geht, er wandert mit Antonia fast jeden Tag – und wer so viel Sport treibt, kann es sich auch sonst gut gehen lassen. Jedenfalls hält er seine 65 Kilo jetzt schon seit zehn Jahren. Gerne erinnert er sich an die Zeit bei uns und wir uns an die Zeit mit ihm. Für mich ist er immer mehr als ein Angestellter gewesen, ich habe ihn bewundert, wie er mit den Gästen geredet hat und auf jeden eingehen konnte – ob Promi oder Menschen wie du und ich. Damals, hat er an dem Abend bei uns erzählt, waren die Gäste trinkfester – und haben alles getrunken, was er ihnen hingestellt hat. Der Barbesuch sei damals das Wellness-Programm gewesen. Ja, die Zeiten haben sich verändert, sagt er. Er sich nicht.“
MIT DEM AUTOPILOTEN DURCH DAS CHAOS Von morgens fünf bis abends um elf – ein Tag mit den Köchen des Lindenhof-Hotels. 5.00 Uhr: Eine gespenstische Ruhe liegt in der 125 Quadratmeter großen Küche, in der ein paar Stunden später das Leben hinter zig Kochtöpfen toben wird. Die vier „Straßen“, in denen bis zum Abend kalte Vorspeise/Suppen, warme Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts entstehen werden, sind verwaist. Johann Prantl, der Frühstückskoch, schiebt die ersten Croissants, die er gestern vorbereitet hat, in den Backofen. „Es ist jeden Morgen der gleiche Ablauf“, sagt der 45-Jährige und zeigt die To-doListe, die er sich zurechtgelegt hat. Von den unterschiedlichen Schüsselgrößen für Fruchtsalat und Apfelraspen über die diversen Müsli bis hin zu der Reihenfolge der elf Südtiroler Käsesorten ist alles exakt festgelegt. Erst ganz am Schluss füllt er seine Showküche mit Eier, frischer Petersilie, Tomaten, Schinken, Schnittlauch, Paprika und Zwiebeln auf, hinter deren Tresen er später für die Gäste Omelett, Spiegeleier, Kaiserschmarren und sonntags auch Crepes zubereiten wird. „Der Kontakt mit den Gästen ist
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PRAKTIKANTIN IM LINDENHOF
Amus reperum la dolese doloreperum laborio. Aximus, cus molor reria volo volorpo ssenda di dignihi ciditat mo quis sam, seque saepudio.
Foto: Andreas Marini
Was die Gäste im Lindenhof erwartet: Von sieben bis elf Uhr Frühstücksbuffet; von 13 bis 16 Uhr Mittagsbuffet mit Nudeln oder Reis oder Pommes, Salat, Kuchen, Waffeln; und ab 19 Uhr das Abendmenü mit dem Gruß aus der Küche, mit Salatbuffet, Suppe, warmer Vorspeise, Haupspeise, Dessert, Käse.
neu für mich“, sagt Prantl, der 15 Jahre lang als Koch im Sternelokal „Sissi“ in Meran gearbeitet hat. Jetzt hat er dreieinhalbjährige Zwillinge, will mehr Zeit für sie haben und suchte ein geordneteres Leben. Von fünf bis 15 Uhr im Lindenhof.
Und danach gestalten Benny und ich auch den Speiseplan“, sagt der Chef. Jetzt ist erst mal Mittagspause, nachdem René Tscholl seinem Kollegen Prantl für die Mittagsküche in der Showküche noch die Nudeln gemacht hat.
7.00 Uhr: Die ersten Gäste stehen am Tresen, Irmi Stieger übernimmt die Betreuung des Buffets, nachdem sie seit fünf Uhr im Gästebereich mit dem Staubsauger für die letzte Ordnung gesorgt hat. Ihr Mann, der Restaurantleiter Helmut Stieger, ist schon im Weinkeller, um die Flaschen für den heutigen Abend zu suchen. „Sie müssen die richtige Temperatur haben“, sagt er. Auch Jan Karel, Chef de Rang, ist seit viertel vor sechs im Einsatz, um Teller, Brötchen und Hinweisschilder an den richtigen Platz zu stellen. Es wird nicht viel geredet. „Um diese Zeit habe ich den Autopiloten eingeschaltet. Es kommt ja alles immer an den gleichen Platz“, sagt der Tscheche lächelnd.
17.00 Uhr: Auch die Praktikantin Andrea Brocker hat ein paar Tage gebraucht, bis sie geglaubt hat, dass hier tatsächlich im Endspurt bis 19 Uhr 120 Portionen mal vier Gourmet-Gänge entstehen können. Denn jetzt muss alles zusammengefügt und fertig gemacht werden, was gestern und heute Vormittag vorbereitet worden und irgendwo gelagert worden ist. Ein Chaos für Außenstehende, Köche nennen es Struktur. Kevin Telser hat das Vorspeisenbuffet weitestgehend fertig, nur Wildcarpaccio und Kürbis fehlen noch. Benny Perkmann kümmert sich um die Entenbrüstchen und das Wolfsbarschfilet, René Tscholl schmeckt zum letzten Mal die Ochsenschwanzessenz ab, die er zweimal aufgesetzt hat. Gestern und heute. „Petersilie nicht vergessen“, ruft ihm sein Chef zu. Sarah Moser holt ihre Kräuterknödel aus dem warmen Wasser. Und der Chef sucht den vorbereiteten Teig mit dem Bärlauch und kontrolliert das Ergebnis, das aus der neuen Nudelmaschine kommt. Einer Maschine, die alles kann: Spaghetti, Fusilli, Orecchietti, Gigli. Heute wirft sie Bärlauchgigli aus. Der Chefkoch ist nicht mit jeder Nudel zufrieden.
8.00 Uhr: „Guten Morgen“, sagt Andreas Pircher. Die morgendliche Runde der Köche findet in der Enge zwischen Straße 2 und 3 in der Küche statt – und der Chefkoch hakt die einzelnen Punkte der heutigen Menükarte ab: „Das Blaukraut ist mariniert, der Apfel vorbereitet, muss noch Majoran dazu“, sagt er, und sein Stellvertreter Benny Perkmann nickt ihm zu. „Ich kann heute morgen schon mal den Wolfsbarsch filetieren.“ Die 80 Portionen Entenbrüstchen können eh erst heute Abend fertig gemacht werden, auch die Champignons zum gegrillten Tominokäse soll Sarah Moser „um dreiviertel sieben schneiden, so spät wie möglich“. Chefpatissier Josef Martin hat für den heutigen Abend einige Köstlichkeiten im Kühlschrank, er wird mit seinem Lehrling schon mal mit der Zusammenstellung des aufwändigen Dessertbuffets für Donnerstag beginnen. 13.30 Uhr: Obwohl der Lindenhof zehn Köche beschäftigt, sind heute nur sieben da. Jeder hat einen freien Tag in der Woche – und so ist Andreas Pircher froh, dass auch die Brüder Frantisec und Matus Molcan, als Abspüler beschäftigt, und Küchenassistentin Mali Sophandee aushelfen können. Dank ihnen sind die Salate fertig, die frischen Muscheln für den Abend geputzt, Benny Perkmann kann sie kurz vor dem Service zubereiten. „Wir wissen genau, wann wir was wirklich frisch einkaufen können.
19.00 Uhr: „Tisch 14 will schon die Ochsenschwanzessenz“, sagt die Hotelmanagerin Lorella Lorenza Longhitano, die jeden Abend den ganz normalen Wahnsinn in der engen Essensausgabe zwischen Service und Küche steuert. „Aber ohne Petersilie.“ René schaut nur kurz hoch: „Super, das fängt ja schon mal gut an.“ 22.30 Uhr: Die Küche ist geputzt, nur Josef Martin muss noch in Straße 4 glaciertes Erdbeertörtchen an Stracciatellaeiscreme ausgeben. Feierabend. „Morgen kommen hoffentlich die frischen Saiblinge“, sagt Andreas, der noch mit Benny an dem kleinen Holztisch in der Ecke sitzt. Die zwei freuen sich auf diese Fische immer besonders, weil sie direkt aus dem Fluss auf ihrem Tisch landen. „Frischer kann ein Fisch nicht sein“, sagt Benny – und die zwei Meisterköche diskutieren um 23 Uhr über die Zutaten. Es ist ein Jammer. Diese Gäste wollen jeden Tag was zu essen.
Andrea Brocker ist Hauswirtschaftslehrerin in Lüchingen in der Schweiz. Die bezahlte Weiterbildung ihrer Schule nutzte sie für ein zweiwöchiges Praktikum in der Küche des Gourmethotels Lindenhof in Naturns. „Ich hab als Gast schon von dem tollen Essen geschwärmt. Jetzt weiß ich, welche Arbeit dahintersteckt. Und werde noch mehr schwärmen“, sagt sie.
Satteln Sie beruflich um, werden Sie jetzt Köchin? „Es hat mir schon unglaublich viel Spaß gemacht. Aber ich habe auch gesehen, wie stressig dieser Job ist. Ich kann verstehen, dass nur wenige Frauen in Gourmetküchen arbeiten. Ich jedenfalls war viel zu müde, um irgendwann in den paar Stunden Freizeit noch Mountainbike zu fahren –und darauf verzichte ich sonst nie.“ Das heißt: Sie gehen mit großer Bewunderung? „Ich hab als Gast schon von dem Essen geschwärmt. Aber wenn ich jetzt sehe, wie wenig Leute in dieser Küche arbeiten und was dabei herauskommt, grenzt das fast an ein Wunder.“ Wunder gibt’s auch in einer Küche selten. Haben Sie denn in zwei Wochen die Arbeit der Köche entzaubert? „Ich habe gesehen, dass diese Köche wahre Künstler sind. Und absolute Profis. Jeder Handgriff muss sitzen, dabei sollten sie trotzdem mehr als kreativ sein. Wenn ich meine Lieblingsgerichte, die vegetarischen, anschaue, dann kann man schon von zaubern reden.“ Was hat Sie am meisten überrascht? „Die perfekte Organisation hinter den Kulissen, die Hilfsbereitschaft der Kollegen untereinander, die gute Stimmung trotz Stress und die Abgeklärtheit und Ruhe, mit der sie sich auch kritischen Situationen stellen.“ Was gibt’s denn so für kritische Situationen in der Küche? „Zum Beispiel haben gestern Abend mehr Leute Risotto bestellt als sie eingeplant hatten. Da kam trotzdem keine Hektik auf. ,Was macht man denn in der Schweiz, wenn das Risotto nicht reicht?´, hat mich der Chefkoch ganz gelassen gefragt. Was macht man denn in der Schweiz? „In Lüchingen mache ich jedenfalls das Risotto künftig so wie es die Köche im Lindenhof machen. Ich habe sehr viel gelernt, auch für mein privates Kochbuch.“
Foto: Stefan Gorfer
Foto: Stefan Gorfer
DIESE KÖCHE SIND WAHRE KÜNSTLER
KULINARIK
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COCKTAIL-EXPERIMENTE
DER WM-HELD HEISST STEFAN Der Barmann des Lindenhof ist mit seinem Fuleco im Juni 2014 fast so erfolgreich gewesen wie die deutsche Fußballnationalmannschaft. Vor einiger Zeit hatte der Tourismusverein die Idee, einen Nachfolger für den ebenfalls in Naturns erfundenen Hugo kreieren zu lassen. Ohne Erfolg. Der neue Marketinggag muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden. „Du kannst nicht hinter die Bar stehen und sagen: jetzt mixe ich einen neuen Erfolgscocktail“, sagt der Lindenhof-Barkeeper Stefan Pichler – und auch Roland Gruber, von dem der OriginalHugo stammt, gibt ihm recht: „Das ist wie bei der Musik. Ich kann nicht sagen, ich schreibe einen Hit. Ich kann nur was komponieren – und vielleicht wird es irgendwann ein Hit.“
Roland Gruber hat Currywürste in Berlin gegrillt, den Adel in St. Moritz und auf Sylt berauscht, in der Schweiz ein Hotel geführt – jetzt will der Globetrotter sesshaft werden.
Willkommen zurück in der Heimat. Roland Gruber, der auf der Mauslochalm aufgewachsen ist und den hier in Naturns alle nur „AK“ nennen, war 2008 ausgezogen – kurz nachdem ihm in seiner Bar SanZeno in der Bahnhofstraße ein Glücks-Cocktail gelungen war. „Ich wollte vor allem meinen weiblichen Gästen ein anderes erfrischendes Getränk servieren als immer nur den Veneziano, der damals in war“, erzählt der heute 44-Jährige, nahm Prosecco, Zitronenmelissensirup aus dem Bioladen, Soda, Minze und verrührte alles vorsichtig in einem Glas mit Eiswürfeln. Und plötzlich bestellten so viele Leute „diesen neuen Cocktail da“, dass er eines Tages zusammen mit Freunden einen Namen für sein Experiment suchte. „Otto“, sagte einer. „Otto ist blöd“, befand ein anderer, „dann können wir es ja gleich Hugo nennen.“ Der Hugo war geboren. Für die Getränkekarte. In Naturns. Im SanZeno in der Bahnhofstraße. „Fragen Sie mich nicht, wie er von hier aus in die Welt getragen wurde. Während andere – beim Aperol Spritz zum Beispiel – Millionen in Werbekampagnen stecken, muss es beim Hugo mit Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert haben“, sagt Gruber, der damals nicht im geringsten ahnte, was ihm da gelungen war. „Millionen Barmänner kreieren jeden Abend Millionen neuer Drinks. Den trinken dann ihre Gäste. Basta“, sagt er. AK wollte in die Welt ziehen, dass es der Hugo auch tat, ahnte er nicht. Kuba war Grubers Ziel, doch Freunde überredeten ihn zu einem Barjob im Hemingway’s in St. Moritz. „Der hat mein Leben komplett verändert. Ich habe viel Alkohol getrunken, weil man es anders gar nicht ausgehalten hätte. Du musst dir vorstellen: in den Club kommen alle, die morgens um drei noch wach sind –
der Adel genauso wie die Abspüler aus den Hotels. Da geht es entsprechend ab bis um acht.“ Es war die wilde Zeit im Leben des Mannes, der von seinem Praktikantenjob im Lebensmitteldiscounter Alber den Namen AK hatte – Alber Knecht. AK, wie er sich auch selbst vorstellt, tingelte in den Societybars von München bis Sylt, auf dem Rathausplatz in Berlin und beim deutschrussischen Ball grillte er Currywürste, in Grandls Volksfestzelt in Stuttgart schleppte er Bierkrüge. Und der Hugo? „An den dachte ich nicht mehr.“ Doch auch sein Hugo tingelte um die Welt, da es beide aber unabhängig voneinander taten, konnte der eine den anderen nicht vermarkten. Erst als ihm an einer Hotelbar in Stuttgart ein neues Hausgetränk angeboten wurde, das Hugo hieß, und ihn später ein Reporter des „Spiegel“ als Erfinder des Modegetränks interviewte, ahnte er, was er da geschaffen hatte – ohne Gewinn daraus erzielt zu haben. „Es wäre schwierig gewesen, ein paar Jahre später noch die Rechte einzufordern. Zumal das bei einem Mixgetränk eh nur geht, wenn du es schon in gemischter Form verkaufst“, sagt AK. „Bei einem Getränk, das von der Frische lebt, wollte ich das aber nicht.“ So freute er sich über Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, Einladungen in Fernsehsendungen – und machte sich selbst zur Marke: mit langem Bart, als Südtiroler Original, als Erfinder des Hugo. In der Schweiz führte er bis vor wenigen Monaten das Berghotel Riederfurka im Skigebiet Wallis, jetzt sucht er neue Aufgaben, gerne wieder in der Schweiz, gerne auch in Südtirol, in Deutschland. Oder sogar in Ungarn, wo seine Frau Gabriella geboren ist. „Ein Südtiroler wird mit 40 gescheit“, sagt AK und ist glücklich, dass er die Ungarin mit 39 kennengelernt hat. Sie habe ihn gebändigt. Zusammen haben sie den ein Jahr alten Sohn Erik. „Unser Prinz“, sagt der Vater, und es klingt nach Familie, die eine Heimat sucht. Nur der Hugo wird weiter reisen.
Cocktail-Erfinder Roland Grube
DER ECHTE HUGO
DIE AKMISCHUNG Der echte und wahre Hugo des Erfinders besteht aus 15 cl gekühltem Prosecco, 2 cl Zitronenmelissesirup, einigen Blättern Minze, einem Spritzer Soda, Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe. Dass er überall mit Holundersirup gemixt wird, hat für Roland Gruber alias AK einen simplen Grund: Holundersirup gibt es fast überall zu kaufen. Ihm selbst ist er schon mit Zitronenmelissesirup zu süß. „Ich habe in meinem Leben höchsten drei Hugos getrunken“, sagt er.
Foto: Stefan Gorfer
Nein. Nicht mal fürs Foto. „Einen Hugo mit Holundersirup gibt es bei mir nicht“, sagt Roland Gruber – und mixt erst weiter, als ihm Michaela Toll, Servicekraft im Hotel Lindenhof, einen Zitronenmelissensirup hinter die Bar bringt.
Foto: Stefan Gorfer
EIN HUGO GEHT UM DIE WELT
Die Hitgeschichte des Hugo (siehe „Ein Hugo geht um die Welt“) gleicht tatsächlich einem kleinen Wunder. Das weiß auch Stefan Pichler, der in seiner Branche als einer der Kreativsten gilt. Immer wieder stellt er sich auf Gästewünsche ein, die mal was mit Gin, mal was mit Wodka, mal was mit allem zusammen plus ein bisschen Minze, Zitrone oder Orangen wünschen. „Die Leute bringen mich durch ihren Geschmack auf Ideen – dadurch gelingen neue Kreationen“, sagt der 29-Jährige, der im dritten Jahr hinter der Bar im Lindenhof steht.
Lindenhof-Barkeeper Stefan Pichler
Sein vielleicht bisher größter Mix entstand bei der Fußball-WM 2014. „Ich wollte den Gästen beim Fußball ein Sommergetränk machen mit wenig Alkohol. Und da ich damals als einer der Ersten vom Lillet Blanc gehört habe, habe ich mit dieser Mischung aus Wein und Fruchtlikör experimentiert“, sagt der Barkeeper. Der Fuleco, der seinen Namen vom WM-Maskottchen bekam, wurde zum Weltmeister. 50 Mal am Abend verkaufte Stefan sein Getränk – und auch heute noch wird der Fuleco gerne bestellt. In seinem Din A5-Büchlein notiert er alle eigenen „Rezepte“ und schreibt Ideen auf, die die Gäste mitbringen. Neu sind der „Chiara“ mit Wodka-Chili oder der „Franzl“ mit Cranberry, der eigentlich „Franzi“ heißen sollte, aber auf facebook als Männername die Runde machte. „Vielleicht entsteht mal ein neuer Hugo, aber nur in Zusammenarbeit mit den Gästen“, sagt Stefan Pichler. Der Tourismusverein muss also noch warten. Auf die göttliche Eingebung von Stefan und die richtigen Alkoholiker im Lindenhof….
DER FULECO 4 cl Lillet Blanc; 0,18 l (eine kleine Flasche) Ginger Ale; 1 Erdbeere geachtelt; 3 Scheiben Gurken; etwas Pfefferminze
IMPRESSUM Herausgeber: Familie Nischler, Hotel Lindenhof Style&Spa Resort Naturns, www.lindenhof.it, Tel. 0039 0473 666242; Verantwortliche Gesamtleitung: Joachim Nischler; Redaktion: Katharina Nischler, Horst Walter; Gestaltung: Beda Pfleger; Repro: Günther Piltz; Druck&Versand: G.A.S. Salzburg
Foto: Andreas Marini
DER AK AUS NATURNS UND SEIN GLÜCKS-COCKTAIL