Die Zukunft entsteht am Rand: Interview mit Markus Petzl
Seite 10–11
Ein Königreich für den Moment
Seite 12
Kolumne von Eberhard Schrempf:
Disruption –das kontrollierte Beben
Seite 14
STYLE:
10 Fragen
Seite 15
Der Raum, der innehält
Seite 16–19
Making Cities Great Again?
Seite 20–23
The Margiela Folders: Offenes Archiv, offenes Denken
Seite 24–26
Lifestylehotels™ Selection:
Palmaïa –The House of AïA Seite LH-Cover 01
Lifestylehotels™ Directory Seite LH 02
ElisabethHotel Seite LH 03
Gradonna Mountain Resort**** Seite LH 04
Küglerhof Seite LH 05
Arthotel Lasserhaus und Boutique Hotel Badhaus Seite LH 06
Hotel MOTTO Seite LH 07
Refugium Lunz Seite LH 08
Palmaïa –The House of AïA Seite LH 09
Bergwiesenglück Seite LH 10
Agrad Chalets Seite LH 11
OLM Nature Escape Seite LH 12
Impressum Seite 2
Panta Rhei
Disruption ist ein großes Wort. Eines, das schnell zur Geste wird und dabei leicht übersehen lässt, was es im Kern beschreibt: den Moment, in dem Ordnungen porös werden, in dem Systeme ihre Selbstverständlichkeit verlieren und etwas anderes zu greifen beginnt. Kein klarer Bruch, sondern eine Verschiebung. Leise oft, aber unumkehrbar.
Vielleicht ist es genau diese Form der Bewegung, die sich derzeit in Architektur, Design und Kultur beobachten lässt. Weniger das radikal Neue steht im Vordergrund als vielmehr ein grundlegendes Infragestellen dessen, was lange als gegeben galt. Räume entziehen sich ihren eindeutigen Funktionen, Disziplinen überlagern sich und selbst das Alltägliche erscheint plötzlich als offenes Feld. Diese Ausgabe versteht Disruption nicht als Schlagwort, sondern als Zustand und Methode. Im Gespräch mit Markus Petzl geht es um das produktive Potenzial des Zweifelns: darum, Systeme nicht zu perfektionieren, sondern sie überhaupt erst sichtbar zu machen. Ein Essay, der sich bewusst gängigen Formen entzieht, folgt dieser Idee und verschiebt die Erwartungen an das, was ein Text leisten kann.
Auch die Projekte, die wir zeigen, bewegen sich in diesem Spannungsfeld. Die Archive von Maison Margiela machen deutlich, wie konsequent Dekonstruktion als Entwurfsprinzip wirken kann. Auf dem Vitra Campus eröffnet das Doshi Retreat eine Perspektive auf Rückzug. Und mit California Forever steht ein Projekt im Raum, das die Idee von Stadt neu verhandelt, und das zwischen Vision und Irritation.
Disruption zeigt sich dabei selten im Offensichtlichen. Sie beginnt im Detail, im Zweifel, in der Verschiebung von Bedeutungen. Vielleicht liegt darin ihre eigentliche Qualität: dass sie uns zwingt, neu zu sehen.
Carrie Portable Lampe von Audo Copenhagen Warum sollte Licht an einem Ort bleiben? Die Carrie Lampe hebt genau diese Regel auf. Mit ihrem sanften, warmen Schein wandert sie vom Wohnzimmer auf den Balkon, vom Dinner nach draußen in die Nacht. Sie schafft Atmosphäre, wo vorher keine war, unabhängig, leise, selbstverständlich. Eine Einladung, Räume neu zu denken und Gewohntes einfach hinter sich zu lassen. ca. 185 €, audocph.com
EIN NEUES LEUCHTEN
Sedda Outdoor Doppelliege Gibraltar Wer sagt, dass Entspannung ein Solo sein muss? Die Doppelliege Gibraltar denkt Komfort neu: großzügig, offen, fast schon architektonisch. Hier wird draußen zum erweiterten Wohnzimmer, Zeit dehnt sich aus, Gespräche werden länger, Gedanken freier. Es ist ein Ort, der nicht nur zum Liegen einlädt, sondern zum Umdenken – wie viel Raum wir uns eigentlich zugestehen wollen. ca. 3200 €, sedda.at
EIN NEUER FREIRAUM
Attièl Toner
Zwischen Reinigen und Pflegen liegt oft nur eine flüchtige Geste, und doch kann genau hier etwas kippen. Der Toner von Attièl verwandelt diesen Zwischenschritt in ein bewusstes Ritual: kühl auf der Haut, beruhigend, fast meditativ. Er bringt ins Gleichgewicht, was der Tag durcheinandergebracht hat, und setzt damit ein leises Statement gegen Überladenheit. Weniger Produkt, mehr Wirkung. Weniger Lärm, mehr du. ca. 42 €, attiel.com
EIN KLARER
MOMENT
Looops Diffuser „Morgensonne“ – Frühlingsedition
Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Schritt, sondern mit einem Duft. „Morgensonne“ fängt genau diesen Moment ein: wenn Licht durch Vorhänge fällt, die Luft noch kühl ist und der Tag sich neu erfinden darf. Zitrische Frische trifft auf warme, sanfte Noten – zusammen werden sie zum olfaktorischen Reset, der Gewohnheiten leise aufbricht. Statt Autopilot entsteht Aufmerksamkeit. Statt Routine ein Gefühl von Aufbruch. ca. 39 €, looopsmoments.com
EIN NEUER ANFANG
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Die 90er waren nie brav, und genau das macht ihr Comeback so reizvoll. Diese schmal geschnittene Ray-Ban ist mehr als ein Accessoire, sie ist Haltung: reduziert, selbstbewusst, ein bisschen unangepasst. Sie filtert nicht nur Sonnenlicht, sondern auch Erwartungen. Plötzlich wirkt alles klarer, direkter, ein wenig mutiger. Retro wird hier zur kleinen Rebellion im Jetzt. ca. 140 €, zalando.at
EIN ANDERER BLICK
Burlington Palm Tree Socken
Zwischen grauem Asphalt und vollen Terminkalendern blitzen plötzlich Palmen auf. Diese Socken sind ein augenzwinkernder Stilbruch – verspielt, unerwartet und genau deshalb so gut. Sie erinnern daran, dass es oft die kleinen Dinge sind, die den Rhythmus verändern: ein Detail, das heraussticht, ein Muster, das sich nicht anpasst. Alltag, aber mit Aussicht auf Urlaub. ca. 18 €, burlington.de
EIN KLEINER AUSBRUCH
DIS
WIE WIR VERLERNEN KÖNNEN, KOHÄRENT ZU SEIN
Text: Nina Prehofer
RAUM ALS DISPOSITIV OHNE ZENTRUM
WIR BEWEGEN UNS NICHT MEHR IN RÄUMEN.
WIR BEWEGEN UNS DURCH ZUSTÄNDE.
Auch der Raum verliert seine ordnende Funktion. Architektur war lange ein Medium der Stabilisierung: Sie strukturierte soziale Verhältnisse, kodierte Hierarchien, organisierte Bewegung und Blick. Räume waren lesbar, weil sie funktional eindeutig waren.
Diese Lesbarkeit schwindet.
Mit Henri Lefebvre ließe sich sagen: Raum ist nicht gegeben, sondern produziert. Ein soziales Produkt, das sich aus Praktiken, Repräsentationen und Imaginationen zusammensetzt. Wenn diese Ebenen auseinanderdriften, verliert auch der Raum seine Kohärenz.
Der Architekt Rem Koolhaas hat diesen Zustand als eine Form von Beliebigkeit beschrieben, als „Generic Space“, der sich jeder spezifischen Bedeutung entzieht.
Doch Beliebigkeit ist hier kein Mangel an Gestaltung, sondern ein Symptom.
Ein Symptom dafür, dass Räume nicht mehr in der Lage sind, stabile Differenzen zu erzeugen: zwischen innen und außen, privat und öffentlich, Arbeit und Intimität.
Das Zuhause ist nicht mehr Rückzug, sondern Knotenpunkt.
Die Stadt kein Zentrum, sondern ein Feld überlagerter Intensitäten.
DER BRUCH
Vielleicht beginnt es nicht mit einem Bruch, sondern mit seinem Ausbleiben.
Mit der leisen Irritation, dass nichts mehr eindeutig endet und nichts mehr eindeutig beginnt. Übergänge ohne Schwelle. Zustände ohne klare Dauer. Eine Gegenwart, die sich ihrer eigenen Form entzieht.
Was wir gemeinhin als „Disruption“ bezeichnen, lässt sich nicht mehr als singuläres Ereignis fassen. Es ist kein Einschnitt, keine Unterbrechung eines stabilen Kontinuums. Eher eine strukturelle Verschiebung, in der genau dieses Kontinuum fragwürdig geworden ist.
Die Moderne, so ließe sich mit Zygmunt Bauman sagen, hat ihre feste Aggregatform verloren. Was bleibt, ist eine flüchtige, „liquide“ Ordnung. Eine, die sich nicht mehr stabilisieren lässt, ohne sich zugleich wieder aufzulösen. Doch selbst diese Diagnose greift zu kurz.
Denn es geht nicht mehr nur um Instabilität.
Sondern um den Verlust der Erwartung von Stabilität. Disruption ist damit kein Störmoment innerhalb eines Systems.
Sie ist zur Bedingung seiner Möglichkeit geworden.
POSI
UND VIELLEICHT
IST GENAU DAS
SO IRRITIEREND:
DASS SELBST DER
BRUCH NICHT
ALS SOLCHER
ERFAHRBAR IST,
WEIL ES NICHTS
GANZES MEHR
GIBT, VON DEM
ER SICH ABHEBEN KÖNNTE.
Mit der Destabilisierung des Subjekts verschiebt sich auch der Status des Ästhetischen.
Was lange als regulatives Ideal fungierte – Proportion, Harmonie, Geschlossenheit –, verliert seine normative Kraft. Nicht, weil es aktiv negiert würde, sondern weil es seine Selbstverständlichkeit einbüßt.
Die Geste der Avantgarde, wie sie etwa bei Marcel Duchamp formuliert wurde, zielte darauf ab, die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst zu unterlaufen. Entscheidend war der Kontext, der ein Objekt als Kunst lesbar machte.
Heute scheint selbst dieser Kontext instabil geworden zu sein.
Es gibt keine verlässliche Rahmung mehr, die entscheidet, was als ästhetisch gilt. Stattdessen zirkulieren Fragmente, Zitate, Brüche, entkoppelt von klaren Referenzsystemen. Hier berührt sich die Gegenwart mit dem, was Jean Baudrillard als „Simulation“ beschrieben hat: eine Ordnung von Zeichen, die nicht mehr auf einen realen Bezugspunkt verweisen, sondern nur noch aufeinander. Ästhetik wird damit selbstreferenziell.
Das „Unfertige“ ist in diesem Kontext keine bewusste Entscheidung gegen Perfektion. Es ist Ausdruck einer Welt, in der das Versprechen von Vollständigkeit obsolet geworden ist.
Das Fragment verweist nicht mehr auf ein verlorenes Ganzes.
Es zirkuliert ohne Ursprung.
DISRUPTION OHNE AUSSEN ÄSTHETIK ALS INSTABILE KATEGORIE
Die klassische Vorstellung von Disruption impliziert ein Außen: etwas, das von außen in ein bestehendes System eindringt und es verändert.
Diese Vorstellung ist obsolet geworden.
Es gibt kein Außen mehr, von dem aus Disruption wirken könnte. Systeme sind so durchlässig, so miteinander verschränkt, dass jede Störung bereits Teil ihrer eigenen Logik ist.
Hier ließe sich an Gilles Deleuze anschließen, der das Denken von festen Strukturen zugunsten von Prozessen, Flüssen und Relationen aufgelöst hat. Systeme sind keine geschlossenen Einheiten, sondern Gefüge. Dynamisch, verschiebbar, nicht abschließbar.
Disruption ist in diesem Sinne keine Unterbrechung. Sie ist ein Modus der Kontinuität.
Eine Kontinuität, die nicht durch Stabilität, sondern durch permanente Transformation gekennzeichnet ist.
UND GENAU
HIER ENTSTEHT
DER BRUCH IM DENKEN:
DENN WENN
DISRUPTION
KEIN EREIGNIS
MEHR IST, KANN
SIE AUCH NICHT
ÜBERWUNDEN WERDEN.
ES GIBT KEINEN PUNKT, AN DEM SICH EINE NEUE ORDNUNG STABILISIERT.
KEINE SYNTHESE, DIE DEN WIDERSPRUCH AUFHEBT. NUR ITERATION. NUR VERSCHIEBUNG. NUR FORTSETZUNG.
TION
DAS SUBJEKT NACH DER EINHEIT
Die Vorstellung eines kohärenten Subjekts gehört zu den wirkmächtigsten Erzählungen der westlichen Moderne: ein innerer Kern, der sich über Zeit entfaltet, konsistent bleibt, sich ausdrückt.
Diese Erzählung bricht nicht abrupt. Sie erodiert.
Bereits Judith Butler hat das Subjekt als Effekt von Wiederholungen beschrieben – als etwas, das sich performativ konstituiert und gerade deshalb nie vollständig mit sich identisch ist. Identität erscheint hier nicht als Ursprung, sondern als Resultat.
Was sich heute verändert hat, ist nicht diese Einsicht selbst, sondern ihre Radikalisierung unter den Bedingungen digitaler und sozialer Beschleunigung. Die Wiederholung wird instabil.
Sie verliert ihre rhythmische Verlässlichkeit und kippt in permanente Variation. Das Subjekt ist nicht länger das, was sich durch Wiederholung stabilisiert, sondern das, was sich durch ständige Abweichung erhält. Hier ließe sich auch Michel Foucault anschließen, für den das Subjekt immer schon in Machtverhältnisse eingelassen ist. Produziert durch Diskurse, Normen, Praktiken. Doch wo diese Diskurse einst relative Kohärenz erzeugten, überlagern sie sich heute in einer Weise, die keine eindeutige Subjektposition mehr zulässt.
Das Resultat ist keine Befreiung im emphatischen Sinne. Sondern eine Verschiebung: von Identität als Sein zu Identität als permanente Version.
WAS BLEIBT, IST KEINE NEUE ORDNUNG. KEIN STABILER BEGRIFF VON IDENTITÄT. KEINE VERLÄSSLICHE ÄSTHETIK. SONDERN EINE VERSCHIEBUNG IM UMGANG MIT UNSICHERHEIT. WENIGER DRANG ZUR AUFLÖSUNG. MEHR TOLERANZ FÜR AMBIVALENZ. EIN ANDERES VERHÄLTNIS ZUR EIGENEN UNABGESCHLOSSENHEIT.
UND VIELLEICHT IST DAS KEINE SCHWÄCHE. SONDERN EINE FORM VON PRÄZISION.
WIR SIND NICHT VERLOREN.
WIR SIND NUR NOCH NICHT FERTIG.
Vielleicht verlangt dieser Zustand weniger nach neuen Antworten als nach einer anderen Form der Aufmerksamkeit.
Eine, die nicht sofort kohärent machen will, was sich entzieht.
Die Widersprüche nicht als Defizit begreift, sondern als Struktur.
Hier ließe sich vorsichtig an Theodor W. Adorno erinnern, der das Nicht-Identische als dasjenige beschrieb, was sich der begrifflichen Vereinnahmung entzieht. Etwas, das gerade dadurch Bedeutung erhält, dass es nicht vollständig aufgeht.
Disruption wäre dann nicht das Problem, das gelöst werden muss.
Sondern die Bedingung, unter der Bedeutung überhaupt noch entstehen kann.
MAN IST NICHT MEHR ETWAS. MAN IST ITERATIV.
Text: Nina Prehofer
DISRUPTION IST EINES DER MEISTSTRAPAZIERTEN SCHLAGWORTE UNSERER ZEIT – UND GLEICHZEITIG EINES DER AM WENIGSTEN VERSTANDENEN. DER TRANSFORMATIONSBERATER MARKUS PETZL SPRICHT IM INTERVIEW ÜBER KULTURELLEN WIDERSTAND, DIE ILLUSION VON INNOVATION UND WARUM UNTERNEHMEN LERNEN MÜSSEN, KONTROLLE ABZUGEBEN. EIN GESPRÄCH ÜBER MUT, CHAOS, KI UND DIE VIELLEICHT GRÖSSTE CHANCE UNSERER GENERATION.
MARKUS
Wenn Sie heute ein traditionelles Unternehmen komplett neu denken müssten, was würden Sie sofort verbieten?
Ganz klar: Ich würde verbieten, Transformation im Kerngeschäft zu starten. Genau dort scheitern die meisten. Der kulturelle Widerstand ist enorm, die Organisation verteidigt sich selbst und plötzlich vergehen Jahre, ohne dass wirklich etwas passiert.
Viel klüger ist es, „on the edge“ zu beginnen: kleine, radikale Einheiten außerhalb des Bestehenden aufzubauen, mit neuen Technologien und neuen Denkweisen. Dort entsteht das Neue, und erst später migriert das alte Geschäft dorthin. Wer im Kern beginnt, kämpft gegen die Vergangenheit. Wer am Rand beginnt, baut Zukunft.
Disruption wird oft als Buzzword verwendet. Wann ist ein Unternehmen wirklich disruptiv und wann nur gut im Marketing? Disruption erkennt man nicht an Worten, sondern an Wirkung. Ein Unternehmen ist dann disruptiv, wenn es etwas schafft, das andere deutlich schlechter, teurer oder mit weniger Nutzen anbieten. Wenn ein echter Wettbewerbsvorteil entsteht. Alles andere ist oft nur ein gut inszenierter Nebelwerfer. Viele Marken sprechen von Innovation, aber ihre Produkte erzählen eine andere Geschichte. Wichtig ist auch: Nicht jedes Unternehmen muss ständig disruptiv sein. Aber wenn es behauptet, es zu sein, sollte man es sehen können, nicht nur hören.
Viele Unternehmen wollen innovativ sein, scheitern aber in der Umsetzung. Woran liegt das?
An fehlendem Mut und an fehlender Ehrlichkeit. Und beides lässt sich nicht einkaufen.
Viele glauben, sie könnten Innovation einfach zukaufen, etwa durch Start-ups. Aber wenn die eigene Kultur nicht bereit ist, wird das Neue sofort vom Alten „aufgefressen“. Innovation ist kein Projekt, sondern eine Frage von Haltung, Kultur und Spirit.
Gibt es überhaupt noch klassische Branchenlogiken oder lösen Plattformen und KI diese gerade auf?
Die klassische Branchenlogik wird zunehmend durch Daten und Algorithmen ersetzt und damit austauschbarer.
Gleichzeitig entstehen neue Meta-Logiken, die branchenübergreifend funktionieren. Besonders spannend sind sogenannte selbstlernende Unternehmen: Systeme, die sich in Echtzeit durch Feedback weiterentwickeln. Sie warten nicht mehr auf Strategiemeetings, sondern optimieren sich permanent selbst. Wir stehen da erst am Anfang, aber die Spielregeln verändern sich gerade fundamental.
Wenn ein Unternehmen sagt: „Das haben wir schon immer so gemacht“ –ist das ein Warnsignal? Es ist alles zugleich: Warnsignal, Todesurteil und Chance.
Denn dieser Satz zeigt auch, dass etwas lange funktioniert hat. Genau darin liegt der Ansatzpunkt: Was passiert, wenn wir dieses „Immer-schon-so“ radikal neu denken? Wenn wir es in seine Grundprinzipien zerlegen und neu zusammensetzen? Oft entsteht genau dort echte Disruption, nicht trotz der Vergangenheit, sondern aus ihr heraus.
Wie viel Chaos braucht Innovation? Chaos ist wie eine Ursuppe – notwendig, aber schwer auszuhalten. Unternehmen sind eigentlich dafür da, Ordnung zu schaffen. Innovation entsteht jedoch oft in Momenten, die sich nicht vollständig kontrollieren lassen: durch Zufall, ungewöhnliche Perspektiven oder durch das Unterbewusstsein. Manchmal entstehen die besten Ideen nicht im Meeting, sondern unter der Dusche. Der Trick ist, solche Momente zu ermöglichen, ohne dass alles im Chaos versinkt.
Sind klassische Unternehmensstrukturen noch kompatibel mit Disruption? Eher nicht. Aber sie verschwinden nicht einfach, sie transformieren sich. Spannend ist, wie große Tech-Unternehmen es schaffen, sich immer wieder neu zu erfinden. Gleichzeitig stellt KI das Konzept „Firma“ grundsätzlich infrage. Wenn künftig eine einzelne Person mit tausenden KI-Agenten ein Milliardenbusiness steuern kann, was ist dann überhaupt noch ein Unternehmen?
Sie sprechen von „Next Practices“ statt „Best Practices“. Was verstehen Sie darunter?
Zwei Dinge sind aktuell zentral. Erstens: loslassen. Führungskräfte müssen akzeptieren, dass KI Entscheidungen trifft, die sie selbst nicht mehr vollständig nachvollziehen können. Zweitens: Klarheit. KI braucht klare Ziele, keine strategischen Nebelgranaten. Halbherzige Ansagen funktionieren nicht mehr. Das ist besonders herausfordernd in Kulturen, die Ambivalenz lieben. Aber ohne Klarheit bleibt das Potenzial der Technologie ungenutzt.
Wenn KI Strategie, Analyse und Kreativität übernimmt, wofür braucht es dann noch Berater?
Kurzfristig braucht es sie mehr denn je. Langfristig deutlich weniger, zumindest in der heutigen Form.
Die entscheidende Frage ist: Welche menschliche Qualität bleibt? Vielleicht sind es zwei Dinge: Handwerk und eine besondere Form von Wahrnehmung. Das, was manche als neurodivergentes Denken beschreiben würden. Alles andere kann KI oft besser. Aber darin liegt auch eine enorme Chance, Beratung neu zu definieren.
Wie wichtig sind Ästhetik und Storytelling für Transformation?
Sie sind zentral. Geschichten sind das mächtigste Werkzeug, das wir Menschen für Veränderung haben. Seit Jahrtausenden organisieren wir uns um Narrative, und das gilt auch für Unternehmen. Transformation gelingt nicht nur durch Zahlen und Strategien, sondern durch Bedeutung. Durch Geschichten, die Menschen bewegen.
Und vielleicht ist KI selbst gerade die größte Geschichte unserer Zeit. Wir stehen am Anfang eines neuen Zeitalters. Vergleichbar mit der Einführung von Elektrizität. Wenn man es optimistisch betrachtet, dann ist heute vielleicht der schlechteste Tag. Weil morgen schon besser sein kann.
ÜBER MARKUS PETZL
Markus Petzl ist Transformationsberater und Gründer von disruptive, einem Beratungsansatz an der Schnittstelle von Strategie, Technologie und Kultur. Er arbeitet branchenübergreifend, von Retail über Finance bis Industry, und begleitet Unternehmen dabei, radikale Veränderungen nicht nur zu denken, sondern tatsächlich umzusetzen. Im Zentrum seiner Arbeit stehen neue Organisationsformen, der Einsatz von KI sowie die Entwicklung sogenannter Next Practices. Petzl versteht Disruption nicht als Trend, sondern als strukturelle Notwendigkeit und als Chance, Unternehmen von Grund auf neu zu bauen. disruptive.wtf
PETZL
„DIE ZUKUNFT ENTSTEHT AM RAND – NICHT IM VORSTAND“
Text: Christina Wetter-Nohl
IM MITTELBURGENLAND DENKT MAN BEI K+K NICHT
ZWINGEND AN DIE MONARCHIE. WENN AUCH DAS WEINGUT VON K+K KIRNBAUER KAISERLICHE UND KÖNIGLICHE WEINE HERVORBRINGT, SO STEHEN DIE INITIALEN FÜR MARLENE UND MARKUS KIRNBAUER, DIE SICH NEBENBEI SOGAR DIE ANFANGSBUCHSTABEN IHRER VORNAMEN TEILEN.
Seit rund 350 Jahren ist die Familie Kirnbauer in Deutschkreutz zwischen pannonischer Weite und toskanischem Lebensgefühl verwurzelt. Für Markus ist der hier verankerte Blaufränkisch nicht nur eine Rebsorte, sondern ein ganz eigener Charakter. Marlene gestaltet die Welt rund um den Wein mit Sinn für Ästhetik und der nötigen Dramatik. Ihre gemeinsame Handschrift ist mehr als nur k. u. k.-würdig.
Auf rund 45 Hektar wird mit großer Sorgfalt gearbeitet. Biologisch. Und mit klarem Blick in die Zukunft.
Im Zentrum steht Blaufränkisch. Bei K+K Kirnbauer wird er in all seinen Facetten interpretiert, von zugänglich bis tiefgründig, pur und als tragendes Element großer Cuvées.
Ebenso markant wie die Weine sind die Namen, die sie tragen.
Das Phantom ist eine blaufränkische CuvéeIkone, die vier Rebsorten miteinander vermählt und mit ihrem tiefen Rot seit 1987 nahezu jedes Jahr aufs Neue erscheint.
Die Forever Cuvée wird 38 Monate lang in ausschließlich neuen französischen Barriquefässern gelagert und zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit aus.
Der Houdini Zweigelt entfesselt Lebensgeister. Es ist ein Wein wie eine Illusion. Man glaubt ihn zu kennen – und wird doch eines Besseren belehrt.
Und dann kommt der Moment, in dem man die eine oder andere Flasche öffnet. Im Weingut, dessen Fassade in derselben
Ein Königreich für den Moment
dunkelroten Farbe leuchtet wie der Inhalt seiner Weingläser, gelingt das besonders gut.
Hoch über den Weingärten gelegen, öffnet sich der Blick weit in die Landschaft. Das Weingut verbindet mediterrane Leichtigkeit mit burgenländischer Klarheit. Mit dem Rooftop 7301 wurde ein Raum geschaffen, der genau dieses Gefühl trägt. Hier trifft Architektur auf Natur, Wein auf Licht, Menschen aufeinander. Ein Sundowner
wird hier schnell zu einem dieser Abende, die man nicht vergisst.
Die K+K Kirnbauer Weine sind Begleiter besonderer Augenblicke. Sie erzählen Geschichten von Abenden, die länger dauern als geplant, von Gesprächen, die bleiben, und von Erinnerungen, die sich einprägen. Es sind Weine für die richtigen Momente – und für jene, die dann richtig werden.
Fotos: Carletto Photography, Anna Schober
The Shape of Taste
josephinen.com
DIS RUP TION
WARUM WIR DEN WANDEL WOLLEN, ABER DEN BRUCH VERMEIDEN – UND WESHALB ECHTE DISRUPTION MEHR MIT HALTUNG ALS MIT TECHNOLOGIE ZU TUN HAT.
Wir sprechen gerne von Disruption. Mit einer gewissen Faszination, fast schon genüsslich. Als wäre sie ein Versprechen auf Erneuerung, ein kreativer Urknall, der alles Alte hinwegfegt. Doch bei näherem Hinsehen wird klar: Wir wollen das Beben – aber bitte ohne Einsturz. Aus der Perspektive eines Designexperten zeigt sich eine paradoxe Realität. Disruption gilt als Voraussetzung für radikale Veränderung. Gleichzeitig bewegen wir uns als Gesellschaft in einem engen Korridor des Zumutbaren. Wir akzeptieren Erschütterungen, solange sie unser Koordinatensystem nicht infrage stellen. Die Dynamik rund um künstliche Intelligenz zeigt das exemplarisch: eine Technologie mit dem Potenzial, ganze Wertschöpfungsketten und kreative Prozesse neu zu ordnen – und die dennoch so adaptiert wird, dass sie sich reibungslos in bestehende Systeme einfügt. Nicht weil sie harmlos wäre, sondern weil wir sie harmlos machen. Im kreativen Prozess ist Disruption kein Ausnahmezustand, sondern Ausgangspunkt. Jede ernsthafte Gestaltung beginnt
Das kontrollierte Beben
ÜBER EBERHARD SCHREMPF
Eberhard Schrempf ist Designstratege, Kulturmanager und Consultant mit umfassender Expertise in den Cultural and Creative Industries (CCIs). Er zählt zu den prägenden Akteuren der österreichischen Kreativwirtschaft, bewegt sich an der Schnittstelle von Design, Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung und ist in ein wirksames internationales Netzwerk eingebettet. Als Direktor von Creative Industries Styria (2007–2025) initiierte er das Festival Designmonat Graz und führte Graz zur UNESCO City of Design. Heute berät er Unternehmen und Institutionen, lehrt als Professor an der FH Joanneum und setzt Design als strategischen Treiber für wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation ein.
mit einem Bruch. Ohne diesen Moment bleibt Design Dekoration. Mit ihm wird es Transformation. Doch diese Form der Disruption ist selten laut. Sie wirkt präzise, oft leise – eher als Verschieben tektonischer Platten denn als spektakulärer Umsturz. Was wir heute als Disruption verhandeln, folgt oft einer anderen Logik. Der Begriff ist zum Buzzword geworden, aufgeladen mit Erwartungen, aber entleert von Konsequenz. Disruption wird behauptet, bevor sie stattgefunden hat. Doch echte Disruption entzieht sich der Planbarkeit. Wirklich radikale Disruptionen finden selten statt, weil Systeme sie abfedern. Märkte regulieren, Nutzer zögern, Institutionen stabilisieren. Systeme sind darauf ausgelegt, sich zu erhalten, nicht sich infrage zu stellen. Was bleibt, ist oft Evolution im Gewand der Revolution. Viele vermeintlich disruptive Entwicklungen sind lineare Fortschreibungen – schneller, effizienter, digitaler. Sie verändern Werkzeuge, aber nicht zwingend Denkweisen. Die eigentliche Disruption wäre eine Verschiebung von Haltung, von Werten, von Perspektiven – und genau diese Form ist seltener.
Als Gestalter bewegen wir uns zwischen radikalem Anspruch und stabilen Systemen. Die Herausforderung liegt darin, Disruption nicht als spektakulären Ausnahmezustand misszuverstehen, sondern als gezielte Intervention. Die Wahrheit ist unbequem: Wir wollen Veränderung – aber kontrolliert. Fortschritt – aber ohne Verlust. Disruption – aber so, dass unser Leben im Kern intakt bleibt.
Und doch liegt genau hier ihre Chance. Denn jeder Verzicht schafft Raum: für neue Perspektiven, für andere Formen von Wert, für ein erweitertes Verständnis von Gestaltung. Vielleicht beginnt die eigentliche Disruption nicht mit einem Knall, sondern mit einer Haltung.
Selection
Eingebettet zwischen tropischem Dschungel und dem türkisfarbenen Karibischen Meer an der Riviera Maya, ist Palmaïa – The House of AïA weit mehr als ein Resort – es ist ein ganzheitlicher Erfahrungsraum für persönliches Wachstum, Bewusstsein und Regeneration.
PALMAÏA – THE HOUSE OF AÏA Mexiko / Playa del Carmen thehouseofaia.com Ein Ort für Transformation zwischen Dschungel und Ozean.
( + )
Lifestylehotels™ Directory
BELGIEN
ANTWERPEN August
ANTWERPEN Hotel Julien
BRÜGGE Everelmus Boutique B&B
BERLIN Hotel Wilmina
CHIEMGAU Agrad Chalets
ElisabethHotel, Mayrhofen (LH 03)
Gradonna ****s Mountain Resort, Kals am Großglockner (LH 04)
Küglerhof, Dorf Tirol (LH 05)
Arthotel Lasserhaus und Boutique Hotel Badhaus, Brixen (LH 06)
Hotel MOTTO, Wien (LH 07)
Refugium Lunz, Lunz am See (LH 08)
Palmaïa – The House of AïA, Playa del Carmen (LH 09)
Bergwiesenglück, Paznaun (LH 10)
Agrad Chalets, Aschau im Chiemgau (LH 11)
OLM Nature Escape, Sand in Taufers (LH 12)
JAPAN
TOKIO Hotel K5
KYOTO Genji Kyoto
KROATIEN
PORTUGAL
ALENTEJO Sublime Comporta Country Retreat & Spa
ALGARVE Vila Valverde
AZOREN Santa Bárbara Eco-Beach Resort
AZOREN White Exclusive Suites & Villas
LISSABON Torel Palace Lisbon
FRIEDRICHSHAFEN Seegut Zeppelin
GARMISCH-PARTENKIRCHEN Das Graseck
TIMMENDORFER STRAND SANDnature
TIMMENDORFER STRAND Seehuus DEUTSCHLAND
GRIECHENLAND
AMALIADA/PELOPONNES Dexamenes Seaside Hotel
FOLEGANDROS Gundari Resort
MYKONOS The Wild by Interni
SIFNOS Verina Astra
SIFNOS Verina Terra
INDIEN
KASAR
INDONESIEN
SUMBA ISLAND Nihi Sumba
APULIEN Paragon 700 Boutique Hotel & Spa
BRIXEN Arthotel Lasserhaus
BRIXEN Boutique Hotel Badhaus
CAMAIORE Locanda al Colle
DEUTSCHNOFEN Green Luxury Hotel Pfösl
DORF TIROL Küglerhof
MATERA Sextantio Le Grotte della Civita
MONTEFOLLONICO Follonico
REISCHACH BEI BRUNECK Hofergut
RIMINI i-Suite
RIPOSTO Zash Country Boutique Hotel
SAND IN TAUFERS OLM Nature Escape
SANTO STEFANO DI SESSANIO Sextantio Albergo Diffuso
ST. LEONHARD Farmhouse Torgglerhof
VENEDIG Hotel Heureka
Stylish retreats for inspiring timeouts.
lifestylehotels.net
BRAČ Hotel Lemongarden
STARI GRAD/HVAR Maslina Resort
MEXIKO
BACALAR Boca de Agua
PLAYA DEL CARMEN Palmaïa – The House of AïA
ÖSTERREICH
FÜGEN Mia Alpina Zillertal Family Retreat
GRAZ Aiola Living
GRAZ Augarten Art Hotel
GRAZ Kai 36
GRAZ Schlossberghotel
GROSSARL Hotel Nesslerhof
HALLSTATT Hallstatt Hideaway
KALS AM GROSSGLOCKNER Gradonna Mountain Resort
KALTENBACH Das Kaltenbach
KITZBÜHEL Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee
LEOGANG Puradies Naturresort
LUNZ AM SEE Refugium Lunz
MARIA ALM Hotel Eder
MARIA ALM Hotel SEPP
MAYRHOFEN ElisabethHotel Premium Private Retreat
SAALBACH HINTERGLEMM Alpin Juwel
SALZBURG Hotel Goldgasse
SALZBURG Hotel Stein
SCHLADMING Stadthotel Brunner
SEE Bergwiesenglück
SEEFELD/MÖSERN Nidum Casual Luxury Hotel
UDERNS Sportresidenz Zillertal
UDERNS The Green
WIEN Hotel Das Tyrol
WIEN Hotel MOTTO
WIEN Hotel Zur Wiener Staatsoper
PORTO Torel Avantgarde
PORTO Torel Palace Porto
PORTO Torel 1884 Suites & Apartments
SCHWEDEN
HARADS Treehotel
SCHWEIZ
LUZERN Hotel des Balances
VALLÉE DE JOUX Hotel des Horlogers
ZERMATT Matterhorn Focus Design Hotel
SPANIEN
FIGUERAS Vestige Palacio de Figueras
MALLORCA Es Racó d’Artà
MALLORCA Hotel Can Simoneta
MALLORCA Pleta de Mar
MALLORCA Vestige Miramar
MENORCA Vestige Santa Ana
MENORCA Vestige Son Vell
MENORCA Son Ermità & Binidufà
TENERIFFA Ecohotel El Agua
USA
ARIZONA AmbienteTM Sedona
Der Anspruch an Ästhetik und Qualität ist zentral in der LifestylehotelsTM Vision einer modernen Hotellerie und untrennbar mit ihrem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und Achtsamkeit verknüpft.
DEVI The Kumaon
Fein erzählt
Buchstabe für Buchstabe träumen wir uns durch einen Abend zwischen Stuben und Bergen, zwischen Handwerk und Hingabe, zwischen Vorfreude und Nachhall … ins Restaurant FEIN im ElisabethHotel in Mayrhofen.
F wie Fine Dining
F ist die Vorfreude auf einen feinen Abend. Ganz ohne Etikette. Es heißt: einfach Platz nehmen und den Abend in einer der sechs Stuben genießen. Ob Herzerl-, Rosen-, Jagd-, Sissi-, Besteck- oder Uhrenstube, die Räumlichkeiten fühlen sich privat an, aber nicht steif. Traditionell, aber mit zeitgemäßem Twist. Warmherzig, aber nicht urig. Und auf die Teller kommen ehrliche Produkte, fein gekocht, kunstvoll angerichtet. À la carte, nicht als starres Menü. Nicht nur für Hotelgäste, auch für alle anderen.
E wie Essenz
E ist so ehrlich wie die Produkte, die hier als Grundlage dienen: regionales Gemüse, Fleisch aus eigener Landwirtschaft, Bachsaibling, Wildkräuter, Wild aus den naheliegenden Wäldern. Klassische alpine Kulinarik wird hier im ElisabethHotel modern interpretiert, ohne den regionalen Charakter zu verlieren.
I wie Intuition
Oder wie Inspiration. Auf beides legt Küchenchef Alexander Hönigsberger Wert. Hier wird nicht starr nach Plan gekocht, sondern mit Gefühl, Erfahrung und einem feinen Gespür für den richtigen Moment. Was Saison hat, bekommt Raum. Was überrascht, darf bleiben. Klassik dient als Fundament, Kreativität als leiser Begleiter.
N wie Nachhall
N bleibt, wenn der Abend längst vergangen ist. Ein natürliches Gefühl von Zufriedenheit, das unaufgeregt nachklingt … Ein Geschmack, dem nachgespürt wird, ein Gemälde aus der Stube, das im Kopf geblieben ist. Unter dem Zillertaler Sternenhimmel scheint zwischen den Sternen ein schönes Versprechen zu liegen – jenes, wiederzukommen.
ELISABETHHOTEL Österreich / Tirol / Mayrhofen elisabethhotel.com
Adults-Only-Refugium im Zillertal mit eigener Landwirtschaft, ganzheitlicher Wellness und Fine-Dining-Restaurant.
KUNST,
die Berge versetzt
LOIS SALCHER
Welche Gefühle werden beim Betrachten bestimmter Farbflächen ausgelöst – und umgekehrt: Welche Farben vermögen bestimmte Emotionen auszudrücken? Der in Lienz lebende Künstler denkt und malt in Farbräumen, in denen Emotion und Fläche ineinander übergehen.
Ohne Titel, Tempera auf Leinwand
HELENE MARIA SCHORN
Von ihrem Elternhaus blickte sie schon als Kind auf die Hohen Tauern. Es war also im wahrsten Sinne naheliegend, sich auch künstlerisch mit den Bergen auseinanderzusetzen. Durch die verwendete Spachteltechnik und die atmosphärische Farbwahl haben ihre Bilder eine einzigartige Strahlkraft.
Das Kitzsteinhorn, 2012
Fenster zum Nationalpark Hohe Tauern Öl auf Leinwand
GISELBERT HOKE
Schwarz, braun, weiß: Die Farben dieses Werks, das in der Lobby hängt, harmonieren gut mit den Naturtönen im Gradonna. Es stammt von Giselbert Hoke, der im Jahr 1956 mit den Bahnhofsfresken in Klagenfurt berühmt geworden ist.
Stadt
Ölfarbe auf Hartfaserplatte, 170 x 260 cm
BIRGIT SCHRÖTTNER-THURNER
Wärme, Kraft und Wandlung sind Stichworte, die dem „Feuer-Salamander“ in der Naturwesen-Numerologie zugeordnet sind. Das gleichnamige Bild aus eigens hergestellten Naturfarben wie Tagetes, Mahonien oder Petunien ist eines von insgesamt zwölf Werken.
Feuer-Salamander Pflanzensaftfarbe mit Ei auf Leinwand
Wenn sich die majestätischen Gipfel der Hohen Tauern in den Fensterscheiben des Gradonna Mountain Resort spiegeln, ist es fast, als stünde man vor einem Kunstwerk. Einem Kunstwerk, das aus dem Zusammenspiel von Natur und Mensch entstanden ist. Es ist ein subtiler Hinweis auf das, was im Gradonna Mountain Resort am Großglockner auf uns wartet: eine kuratierte Auswahl an Werken, die die Magie und Kraft der Bergwelt ins Innere holen. Ausgestellt an einem Ort, der ihre Wirkung auf natürliche Weise vollendet. Begleiten Sie uns auf dieser Seite zu einer kleinen, feinen Vernissage mit sieben ausgewählten Werken:
PETER NIEDERTSCHEIDER
Schon in der Antike lebte man die Badekultur – eine Tradition, die auch im Gradonna zelebriert wird. Statuen aus Zirbenholz, kunstvoll aufeinandergeschichtet und im Stil antiker Akte gestaltet, begrüßen die Gäste im Eingangsbereich – ein dezenter Hinweis auf den Wellnessbereich.
Der Künstler aus Innsbruck schafft Naturbilder, die existenzielle Erfahrungen wie Glück, Trauer oder Freude ausdrücken. Mit „Naturalized“ entstehen Werke direkt in und mit der Natur, inspiriert von Kraftplätzen wie dem Gradonna-Felsen, einem Ort von besonderer Ruhe und Stärke.
Kraftplatz #7
Natur in Leinwand, 125 x 90 cm
HELMUT STROBL
Mit der Gestaltung der Maximiliankapelle im Gradonna und dem dort schwebenden Fragment seines „Weltbilds des Friedens“ hat Helmut Strobl einen stillen, kraftvollen Ort der Erinnerung geschaffen.
In der Kapelle: Welttuch des Friedens Acryl auf Leinwand, 2003
Aussichtsreich
KÜGLERHOF Italien / Südtirol / Dorf Tirol kueglerhof.it
Ein Boutiquehotel hoch über Meran, das die kleinen Dinge im Leben feiert – mit viel Grün, feinem Interior, spannender Kunst, erfrischendem Pool und Dolce Vita. ( + )
Sogar für Südtirol ist die Aussicht vom Küglerhof ganz schön reich. Es entlockt Ahs und Ohs, wenn man auf der Terrasse steht. Vielleicht wurde das Wort sogar hier erfunden.
Man blickt über das Etschtal, über Apfelwiesen und fein angeordnete Linien aus Weinreben, über die Kirchturmspitze von Dorf Tirol und Berge, die sich wie selbstverständlich hintereinanderschichten. Durch das Postkartenbild schwebt eine Gondel, als würde sie das Ganze in Bewegung halten. Gemeinsam mit den Wolken, die hier dem Panorama noch mehr Tiefe verleihen.
Und wie hört sich eigentlich die Aussicht auf einen aussichtsreichen Urlaub an?
Die Aussicht auf eine endlose Wiese mit 3,5 Hektar, die wie eine grüne Insel alles bereithält, was man braucht: eine Partie Boccia, und dann noch eine als Revanche. Eine Runde im Pool und das zwischenzeitliche Ruhen im Wasser am Beckenrand. Ein Picknick im Gras, weil warum auch nicht?
Die Aussicht darauf, im Küglerhof nicht nur draußen viel zu entdecken, sondern auch drinnen: eine liebevoll kuratierte Sammlung an Interior Pieces, Coffee Table Books und Kunstwerken von Menschen mit Faible fürs Schöne und Besondere.
Die Aussicht auf Konversationen mit Inhaberin Karoline und ihrer Mutter, die viel erzählen können über diesen besonderen Ort, über Playlists, gute Pasta-Rezepte, außergewöhnliche Möbel sowie spannende Schachzüge und Begegnungen.
Die Aussicht auf Gespräche mit Fremden, die sich nicht wie solche anfühlen, weil man hier an einem Tisch sitzt, wenn man das möchte. Ganz unverbindlich.
Die Aussicht auf ein Cornetto zum Frühstück, auf Pasta Pomodoro oder Clubsandwich, auf Cappuccino und hausgemachten Kuchen oder einen Negroni zum Aperitivo. Dolce Vita auf Südtirolerisch.
Der Horizont scheint weit weg zu sein, und doch lässt er sich hier mit jedem Besuch noch ein bisschen erweitern. Ein Gefühl, das den leisen Optimismus von aussichtsreich lebendig werden lässt.
Es steckt ein leiser Optimismus in diesem Wort – ein Wort, das nach Weite, Fülle, Klarheit und Hoffnung klingt. Hier im Küglerhof in Dorf Tirol oberhalb von Meran wird das Wort auf allen Ebenen wahr.
Garage
Wer über Hotels redet, spricht selten von einer dazugehörigen Garage. Im Fall des Boutique Hotel Badhaus und des Arthotel Lasserhaus wäre es jedoch schade, sie nur am Rande zu erwähnen.
Sie dient den Gästen der beiden Häuser in Brixen nicht nur als Unterstellmöglichkeit ihrer Pkw, sondern ist auch als Einfahrt in die Kunst zu verstehen. Es ist ein bewusstes Abbremsen, um den Alltag hinter sich zu lassen und in einer inszenierten Raumwelt in den Urlaub zu starten.
In der von Künstler Harry Thaler gestalteten Viertel Garage angekommen, fährt man beinahe in eine neue futuristische Dimension: Ein in Beton gegossenes, genopptes Relief zieht sich über die gesamte Breite der Wand. In die Struktur ist ein innovatives LED-Leitsystem integriert, das die Besucher intuitiv zu ihren Stellplätzen führt, deren Nummern digital erscheinen. Der leicht schimmernde Betonboden fügt sich ebenso nahtlos in die Atmosphäre ein wie die verspiegelte Decke. Es entsteht ein cineastischer Moment, der die Grenze zwischen Funktion und Inszenierung auflöst. Die Garage wird so zum Drive-inKunstwerk. Ein Trinkwasserbrunnen fügt sich in der Stadt des Wassers als lebendiger Quell ein. Ein Touchscreen weist den Weg in die Hotels.
ÜBER DAS ARTHOTEL LASSERHAUS
In der Brixner Altstadt liegt das Arthotel Lasserhaus – ein Adelshaus aus dem frühen 15. Jahrhundert, eingebettet in das historische Künstlerviertel Stufels und erkennbar an seinen einzigartigen Fassadenmalereien. Hinter seinen Mauern entfaltet sich mit nur zehn Zimmern und Suiten eine stille, fast intime Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Klassische Gemälde begegnen hier bedeutenden zeitgenössischen Werken, durchziehen Räume und Gänge und machen das Gästehaus gleichermaßen zu einem Ort der Entspannung.
ÜBER DAS BOUTIQUE HOTEL BADHAUS
Im Herzen der Altstadt, an einem Ort voller Geschichte, wo einst ein Rinnsal floss und Menschen zusammenkamen, verbirgt sich heute ein besonderer Rückzugsort. Durch eine kleine Gasse gelangt man in einen ruhigen Innenhof – eine grüne Oase mitten in der Stadt.
Ein moderner Quarzit-Brunnen erinnert an die Badehäuser vergangener Zeiten und lädt zum Verweilen ein. Das Hotel verbindet zeitgemäße Architektur mit historischen Bezügen: Zwei Türme in warmen Kupfertönen treten in einen spannenden Dialog mit dem nur wenige Schritte entfernten Weißen Turm. In der trendigen Viertel Bar mit Terrasse Richtung WeißenTurm-Gasse fühlt sich jeder Drink nach Dolce Vita an.
( + )
BOUTIQUE HOTEL BADHAUS Italien / Südtirol / Brixen badhaus.it
Designhotel in der Altstadt von Brixen mit architektonisch auffallendem Turmgebäude und einem Innenhof mit Trinkwasserbrunnen.
ARTHOTEL
Historisches Haus in der Brixner Altstadt am Eisackufer mit Raum für Kunst und Austausch.
Bernd Schlacher ist ein Urgestein der Wiener Gastroszene. Er kannte Falco und Elton John, war mit 22 Jahren schon Eigentümer eines Restaurants und es scheint, als könne ihn nichts erschüttern … „Was mach ma?“, fragt er mich mit gelassener Stimme, als wir in seinem Hotelrestaurant Chez Bernard Platz nehmen. Ich hoffe, ein Gespräch über das Gastgeberdasein führen – mit Fragen, die er nicht schon unzählige Male beantwortet hat.
Avec
HOTEL MOTTO Österreich / Wien / Mariahilf hotelmotto.at
Elegantes Boutiquehotel in einem historischen Gebäude, in dem Paris und Wien eine Liaison eingehen – mit Rooftop-Restaurant und französischer Bäckerei. ( + )
Plaisir
Chez Bernard – wir sind jetzt ein bisschen bei Ihnen zu Hause, vielleicht in der französischen Version Ihres Wohnzimmers. Liege ich mit diesem Eindruck richtig?
Ja, zu 100 Prozent. Vor elf Jahren habe ich überlegt: Was mache ich aus dem alten Hotel Kummer? Ich liebe Paris, ich liebe Wien. Die 1920er-Jahre waren eine Zeit des Aufschwungs, des Feierns. Eines Tages entstand die Idee bei einem Kaffee mit einer lieben Freundin. Das Thema wurde dann bis ins kleinste Detail umgesetzt. Ich setze nicht auf Trends. Wenn ich etwas einrichte, muss es langfristig und langlebig sein. Und es muss Charme haben und gemütlich sein.
In Ihrem Haus treffen französische Finesse und Wiener Charme aufeinander. Wie gut passen diese beiden Welten für Sie zusammen?
Das passt wahnsinnig gut zusammen, wenn man daran denkt, wie Wien vor dem Zweiten Weltkrieg war. Wir haben ja auch noch viele französische Begriffe wie Beletage, Trottoir, Pläsier. Und das Croissant ist aus dem Kipferl entstanden.
Mit dem Hotel haben Sie das Thema Gastfreundschaft nach zahlreichen Lokalen und dem Catering auf ein neues Level gehoben – wie empfinden Sie den Sprung? Es war ein heimlicher Wunsch von mir. Dann ist es halt passiert. Mir war es wichtig, dass die Rezeption besetzt ist, dass hier Menschen sind und es nicht anonym ist.
Die Gastgeberrolle hat sich dabei nicht verändert, nur erweitert. Früher haben die Gäste nur gegessen und getrunken. Jetzt schlafen sie halt auch da.
Wie unterscheidet sich Ihre private Gastgeberrolle von der professionellen?
Ich bin sowohl zu Hause als auch in den Betrieben gerne Gastgeber. Mir ist es hier und da wichtig, dass Servietten am Tisch liegen, dass frisch gekocht wird, dass Kerzen brennen und frische Blumen da sind. Man muss seine Rolle natürlich ein wenig anpassen, je nachdem, wen man begrüßt –darf man „du“ sagen oder nicht?
Aus welchen Begegnungen als Gastgeber sind schöne Anekdoten geworden?
In 44 Jahren gab es so einige. Aber die wirklich lustigen fallen unter die Schweigepflicht. Mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht, mit Gästen zu arbeiten, egal ob mit Falco, Fendrich, Elton John, Touristen oder Studenten. Es haben sich wahnsinnig viele Menschen bei mir kennengelernt. Es kommen heute 70-, 80-Jährige mit Enkelkindern zu mir. Drei Generationen haben mit mir schon gefeiert. Das ist etwas Besonderes.
Sie sagen, dass Sie keine Langeweile mögen. Wie schafft man es, dass Gäste im Restaurant garantiert nicht zu gähnen beginnen?
Mit Musik! Die kann leise im Hintergrund spielen und später auch lauter werden. Es muss etwas los sein. Das Leben ist schon anstrengend genug, die Leute sollen Spaß haben dürfen.
Betthupferl, sich die Namen der Gäste merken … Was ist für Sie persönlich die Cerise sur le Gâteau der Gastfreundschaft?
Die Freundlichkeit. Die persönliche Beziehung zum Gast, so wie man sie früher beim Kirchenwirt am Land hatte, wo der Herr Franz oder die Frau Franziska schon genau wusste, wie man den Kaffee mag, bevor man ihn bestellt. Das ist ein wichtiges Kulturgut.
Eine Frage, die sich zum Schluss fast schon aufdrängt: Gibt es ein Motto, an das Sie sich in Bezug auf Gastfreundschaft halten? Für mich heißt Gastgeber sein, immer ehrlich zu den Menschen zu sein. Auf Augenhöhe. Da ist es egal, ob Präsident oder Student. Der eine ist genauso wichtig wie der andere.
Eine geschäftige Einkaufsstraße in Wien, kurz vor neun. Vieles hat noch geschlossen, und doch ist der baldige Trubel schon spürbar. Es mag verwundern, dass sich in dem ausgebauten Eckhaus sogar ein U-Bahn-Eingang befindet, denn kaum öffnet man die Tür nebenan zum Hotel MOTTO, gelangt man in eine Welt irgendwo zwischen dem Paris und dem Wien der 1920erJahre. Sanfte französische Loungemusik, verspielte Tapeten, ornamentale Fliesen, Details aus Messing sowie ein Gastgeber, der die Gastgeberrolle schon durchgespielt hat.
Interview: Christina Wetter-Nohl
Am Kirchplatz der Zeit
Seine Besitzer wechselten oft, seine Nutzung kaum. Es war und ist auch heute ein Ort für Gäste. Ein Ort der Bewirtung. Ein Ort der Begegnung.
Die Proviantführer sorgten hier im Haus neben der Kirche dafür, dass die Händler auf dem Weg entlang der einstigen Eisenstraße mit Lebensmitteln versorgt wurden. Im Gegenzug erhielten sie Eisen für Werkzeug und Nägel. Aus dem einfachen Gastkonzept entwuchs Ende des 19. Jahrhunderts ein neuer Ansatz. Man kam nicht, um zu arbeiten oder weiterzureisen, man kam, um zu bleiben.
Und dann wurde es lange Zeit sehr still um das Haus am Kirchplatz von Lunz am See. Beinahe zu still.
Bis Joachim und Heinz in einer Winternacht im Jahr 2019 in dem verlassenen Haus etwas sahen.
Etwas, das im Grunde nie verschwunden war. Und sie hatten eine Idee, wie sich das, was noch übrig geblieben war, wieder zum Leben erwecken lässt.
Gemeinsam mit Partnern aus ihrer eigens gegründeten Kooperative FORMDEPOT entstand so ein besonderer Ort – ein Refugium, das den Blick nach vorne richtet, ohne die Geschichte dieses einzigartigen Platzes zu vergessen.
Schon der Weg über die alte Brücke lässt vergangene Zeiten hier und da wieder aufleuchten. Auch der Blick auf das Haus mit seinen unterschiedlichen Schichten und Fassaden erzählt davon, wie im Laufe
der Jahre stets Neues hinzukam. Als treuer Geselle wacht es so seit Jahrhunderten zwischen der malerischen Dorfkirche und der grün schimmernden Ybbs.
Als zentraler Ort wurde das Refugium bewusst zum Kirchplatz hin geöffnet, um nicht nur Gästen, sondern auch Vorbeireisenden und Einheimischen als einladender Treffpunkt zu dienen.
Wer hier wohl im Laufe der Jahre die Glocken gehört und den Blick über das Wasser hat schweifen lassen?
Gewiss auch jene, die im Eingangsbereich unter dem immer noch erhaltenen Gewölbe standen und auf ihre Zimmer oder ein Essen warteten. Im ehemaligen Salettl und Wintergarten ist das heutige Restaurant untergebracht. Und auch die Grundrisse der Zimmer sind jenen nachempfunden, die vorher schon da waren.
Doch am stärksten wahrnehmbar ist die Historie des Hauses in der Stube, die von Joachim und Heinz behutsam restauriert wurde. Es beginnt mit dem Geruch nach vergangenen Zeiten und geht über in den Blick nach oben – auf jenen verzierten Holzbalken mit der Zahl 1661.
REFUGIUM LUNZ
Österreich / Niederösterreich / Lunz am See refugium-lunz.at
Jahrhundertealtes Gästehaus am Kirchplatz von Lunz, stilvoll umgebaut und zu neuem Leben erweckt, den Blick nach vorne gerichtet, die Historie stets schätzend. ( + )
1661 ist nicht nur ein Palindrom, das sich von vorne wie von hinten gleich liest. Es ist auch das in einen alten Balken eingeritzte Jahr, mit dem die Entstehung des Refugium Lunz verbunden wird – oder zumindest das älteste überlieferte Datum, das seine Existenz belegt.
Der mexikanische Urwald atmet behutsam, das karibische Meer antwortet in Wellen. Und irgendwo zwischen saftig grüner Verdichtung und türkisblauer Ausdehnung entsteht etwas, das sich schwer übersetzen lässt. Hier nennt man es AïA.
Zwischen Dschungel
( + ) und Ozean
PALMAÏA – THE HOUSE OF AÏA Mexiko / Playa del Carmen thehouseofaia.com
Resort an der Riviera Maya zwischen Dschungel und Meer mit spirituellem, ganzheitlichem Ansatz auf allen Ebenen.
Palmaïa – The House of AïA liegt auf heiligem Boden, wo sich ein ganzheitlicher Ansatz für Wohlbefinden durch Natur, Raum und Erfahrung entfaltet.
Im Kern vereint AïA\Wellness eine Reihe miteinander verbundener Ausdrucksformen, von denen jede eine andere Art, sich mit Gleichgewicht, Achtsamkeit und Regeneration auseinanderzusetzen, widerspiegelt.
Das Nourishing Biome setzt auf eine pflanzenbetonte Küche. Die Zutaten bleiben nah an ihrem Ursprung, die Aromen wirken klar und präzise. Essen ist hier mehr als reine Nahrung – es unterstützt eine stille innere Neuausrichtung.
Die Portals of Practice schaffen Raum für Bewegung und Achtsamkeit. Yoga, Atemarbeit, Meditation und Rituale werden von ansässigen Praktizierenden angeleitet. Keine Performance, kein festgelegtes Ziel –nur die Freiheit, sich auf eigene, individuelle Weise darauf einzulassen.
Mit dem Ende des Tages beginnen die Rituals of Sound. Rhythmen vertiefen sich, Klänge weiten sich aus und Verbindung entsteht ganz von selbst. Es gibt keinen festen Ablauf – nur das Erleben, so wie es kommt.
Der Restorative Temple liegt im Dschungel, wo spirituelle Begleitung und Körperarbeit in Form uralter Heiltraditionen zusammenkommen. Stein, Feuchtigkeit und Schatten schaffen eine Atmosphäre, die erdend und beruhigend wirkt.
Mit der Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen Anfang und Ende. Was bleibt, ist der Raum dazwischen, wo der Rhythmus des Meeres auf die Stille des Dschungels trifft.
„MASSLOS ZU SEIN IST LEICHT, ABER SCHÄDLICH. ZURÜCKHALTUNG IST SCHWER, ABER STÄRKEND.“
PALMAÏA – THE HOUSE OF AÏA Mexiko / Playa del Carmen
Substantiv [Neologismus, Lifestylehotel-Begriff]
Bergwiesenglück, das
Definition 1:
Zustand gesteigerter innerer Stimmigkeit, hervorgerufen durch das Zusammenspiel von Gräser- und Blütenduft, weiter Stille, klarer Höhenluft und der präsenten Ruhe der Berge.
Definition 2:
Boutiquehotel in Paznaun auf 1250 Meter Höhe. Bestehend aus Chalets und Suiten, deren zeitgenössische Architektur sich an den für die Almwirtschaft typischen Tiroler Heustadln orientiert. Gäste genießen hier Ruhe und Privatsphäre, ohne auf den Komfort und Luxus eines Hotels verzichten zu müssen. Zu den Annehmlichkeiten gehören private Saunen, ein Infinitypool mit Weitblick auf die Berge und eine Spielhütte mit Rutsche, Kletterwand und Chillecke für die Kinder. Durch seine Lage ist das Bergwiesenglück ein geeigneter Ausgangspunkt für winterliches Skifahren und sommerliche Wanderungen. Das Hotel verfügt außerdem über zwei kulinarische Highlights: Im Gourmetrestaurant Jagdstube werden hochklassige Menüs aufgetischt und das À-la-carte-Restaurant Hermanns Kitchen bietet regionale Spezialitäten wie Kaiserschmarren, aber auch Tiroler Sushi. Das Bergwiesenglück ist Mitglied von Lifestylehotels.
BERGWIESENGLÜCK Österreich / Tirol / Paznaun bergwiesenglueck.at
Chalets und Suiten in den Tiroler Bergen, mitten in der Natur, mit Infinitypool, grenzenloser Weite und kulinarischen Höhenflügen. ( + )
BEISPIELE IM GEBRAUCH:
Ich bin im Bergwiesenglück. / Im Bergwiesenglück habe ich den besten Kaiserschmarren gegessen. / Im Bergwiesenglück pflückt man Blumen und übt dabei die tirolerische Aussprache: Bleamilein. / Ein Aufenthalt im Bergwiesenglück steht für ein achtsames Erleben von Duft und Weite in alpiner Landschaft.
Zuhause ankommen
AGRAD CHALETS
Deutschland / Bayern / Aschau im Chiemgau agrad-chalets.de
Chaletdorf mit moderner alpiner Architektur im bayerischen Moorgebiet, warmherzig, echt und ruhig.
– ein
wahr? Es
zu sein. Agrad, wie man in Bayern dazu sagt. So wohlklingend und voller Lokalkolorit scheint dieses Wort auch genau richtig als Name für das Chaletdorf im idyllischen
von Aschau im Chiemgau.
Das von Brüderl Architektur geplante Ensemble umfasst neben einem Haupthaus, in welchen sich fünfzehn Suiten befinden, auch zwölf Chalets, die alpinen Traditionen einen zeitgenössischen Charakter verleihen. Aus heimischem Fichtenholz und Stein gebaut, strahlen sie Wärme und Natürlichkeit aus. Doch wer dabei an eine traditionelle oder rustikale Erscheinung denkt, wird überrascht: Die zweigeschossigen Chalets mit offener Galerie überzeugen durch eine großzügige Raumhöhe, ein zeitloses Design, hochwertige Materialien und ein beeindruckendes Gefühl von Weite und Offenheit.
Zugleich schenken sie genau den Halt, den man sich von einem Rückzugsort erhofft. Ein privater Garten eröffnet Raum für stille Momente – ausgestattet mit eigenem Weber-Grill, großzügiger Sauna und einem Hot Tub, der sich je nach Wunsch warm oder erfrischend kühl genießen lässt.
Ob man das Chalet überhaupt verlassen möchte? Notwendig ist es nicht.
In der Morgendämmerung wird der Frühstückskorb liebevoll vor die Tür gestellt, gefüllt mit selbstgemachtem Saft, noch warmem Sauerteigbrot und Käse aus dem Nachbardorf. Am Abend lockt ein Fondue mit geschmolzenem Käse oder herzhafter Rinderbrühe. Wer mag, wählt die klassische Brotzeit oder ein À-la-carte-Gericht wie Gulasch, Gnocchi oder Pasta. Und für alle, die selbst ans Feuer treten möchten: Mit den Grillpaketen wird das Grillen zum unkomplizierten Fest.
Wie man sich sonst den Tag vertreiben kann? Mit Lesen zum Beispiel. In den maßgefertigten Bücherregalen stehen Kinderbücher, Romane, Krimis, Wanderführer und Coffee Table Books – und vielleicht ein Buch, das Sie heimlich schon immer mal lesen wollten … Die eigene Musik erklingt über MarshallBoxen, während die gemütlichen Sofas daran erinnern, dass Glück manchmal einfach darin besteht, zu sitzen und die Zeit still vergehen zu lassen.
Wer sich doch einmal vor die Chalettür wagt, findet Möglichkeiten in alle Richtungen: ein Spaziergang durchs Dorf, ein paar ruhige Bahnen im Pool oder eine Yoga-Stunde, eine Fitnesseinheit, vielleicht eine wohltuende Massage. Auch das angrenzende Moorgebiet lädt zu entschleunigenden Wegen durch Weite und Stille ein. Und doch führt jeder dieser Momente ganz selbstverständlich wieder zurück – in das bayerische Zuhause auf Zeit.
Ein Chalet öffnet Türen, ohne sie zu bewegen; weist Wege, ohne dass man sie gehen muss; und schenkt Frieden, selbst wenn die Welt draußen tobt.
AGRAD CHALETS
/ Bayern / Aschau im Chiemgau
Chalet
schönes Wort, nicht
weckt Bilder von Geborgenheit, von Ruhe, von den Bergen und jenem besonderen Moment, genau am richtigen Ort
Moor
Taufers olm.it
Kreisrundes energieautarkes Eco-Aparthotel im Südtiroler Ahrntal mit außergewöhnlicher Architektur und visionärer regionaler Küche.
Wenn Sie ein Gericht aus Ihrer Kindheit in ein modernes Fine-Dining-Konzept umsetzen:
Wie sieht es aus und wie schmeckt es?
Ich erinnere mich gerne an die Brennsuppe meines Großvaters. Die einfache Suppe aus gebräuntem Mehl, Butter, Wasser, Salz und etwas Kümmel gab es täglich zum Frühstück.
In meiner Küche wird das Wasser mit einem gehaltvollen Rinderfond ausgetauscht und mit brauner Butter aufmontiert. Mit Schwarzbrotchips, gehobelten rohen Steinpilzen und Schnittlauchöl – ein Traum!
Welche Zutat lieben Sie, könnte aber vielleicht den einen oder anderen Gast abschrecken?
Ich liebe Innereien, habe diese aber fast zur Gänze aus dem Angebot gestrichen. Diese werden inzwischen von vielen Gästen abgelehnt. Auf Nachfrage und für Liebhaber bereiten wir sie aber gerne zu.
Welche Zutat aus Südtirol erzählt für Sie die spannendste Geschichte?
Der Ahrntaler Graukäse: Vom Arme-LeuteEssen ist er zum kulinarischen Highlight avanciert. Er ist vielseitig einsetzbar und von „Slow Food“ geschützt.
Welche Speise sehen Sie als universell an und kann von allen Kulturen verstanden werden?
Tolle Pasta mit frischen Zutaten macht weltweit jeden glücklich, ob Alt oder Jung.
Welches Gericht haben Sie zum Spaß entwickelt, ist aber nie auf der Karte gelandet?
Das Wiener Schnitzel in Knödelform, gefüllt mit Kartoffelsalat. Geniale Klassiker sollen das auch bleiben.
Wenn Sie nur eine Zutat auswählen dürften, mit der Sie ein gesamtes Menü kochen müssten, welche wäre das?
Der Spargel. Vom rohen Spargelsalat über ein sämiges Süppchen bis hin zum cremigen Risotto – oder einfach Spargel mit Bozner Sauce.
GESCHMACKSSACHE
Gibt es ein Lebensmittel(teil), das Sie früher verschwendet hätten, aber heute für Sie „heilig“ ist?
Schon in meiner Lehrzeit habe ich gelernt, mit Lebensmitteln verantwortungsvoll umzugehen, auch als Wertschätzung dem Produzenten gegenüber. Aus Abschnitten werden die besten Saucen und Fonds zubereitet.
Chef und Sous-Chef – wie funktioniert die Rangordnung zwischen Ihnen?
Wie schaffen Sie es, dass der Sous-Chef nicht untergeht und der Chef den Überblick behält?
Egon ist genial und ich könnte mir keinen besseren Stellvertreter vorstellen. Wir sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch richtig gute Freunde. Er unterstützt und motiviert mich und genießt mein volles Vertrauen. Bei Entscheidungen ist mir seine Meinung enorm wichtig.
Ein Lächeln, ein besonderer Löffel, die Lieblingstasse – welche sieben „Zutaten“ dürfen im täglichen Miteinander in Ihrer Küche nicht fehlen?
Humor, gegenseitiger Respekt, Wertschätzung, ein Plausch im Team, ein Espresso, Spaß an der Arbeit und der Blick nach vorne.
Und welche „Zutaten“ fehlen Ihnen manchmal in der Küche im täglichen Miteinander? Zeit und Geduld und manchmal auch die nötige Gelassenheit.
Wenn O, L und M jeweils für ein Wort in Bezug zu Ihrer kulinarischen Arbeit stehen würden – welche wären das? Originell Leidenschaft Menschen begeistern
Pizza, Mochi, Arancini – welches runde Gericht mögen Sie am liebsten? Die Pressknödel. Mein Lieblingsgericht, und nebenbei spiegeln sie in ihrer Form die Architektur des OLM wider.
Seine Menüs sind außergewöhnlich. Unsere Fragen sind es auch. Berni Aichner ist Kulinarik-Chef im hauseigenen Restaurant PRENN° des Eco-Aparthotel OLM Nature Escape und wird für seine Warmherzigkeit, Kreativität und Bodenständigkeit geschätzt. Im Gespräch mit THE Stylemate erfahren wir, welche außergewöhnliche Kreation es doch nicht auf die Karte geschafft hat, welche Südtiroler Zutat Geschichte erzählt und welches runde Gericht er am liebsten hat.
Interview: Christina Wetter-Nohl
WANN WIRD AUS OPTIMIERUNG EIN STILLER RÜCKSCHRITT?
WO BEGINNT DISRUPTION: IM ENTWURF ODER IM ALLTAG?
WER ENTSCHEIDET HEUTE, WAS EIN RAUM LEISTEN MUSS –UND WER PROFITIERT DAVON?
WELCHE ROLLE SPIELT ARCHITEKTUR NOCH, WENN LEBEN NICHT MEHR IN RÄUMEN, SONDERN ZWISCHEN IHNEN STATTFINDET?
SIND WIR SICHER, DASS DIE ZUKUNFT ÜBERHAUPT GEBAUT WERDEN SOLLTE – ODER EHER ERMÖGLICHT?
WAS BLEIBT VON DESIGN, WENN KONTROLLE DURCH OFFENHEIT ERSETZT WIRD?
WELCHE SYSTEME VERTEIDIGEN WIR EIGENTLICH NOCH, NUR WEIL WIR SIE GUT KENNEN?
IST STABILITÄT WIRKLICH EIN ZIEL, ODER NUR EINE GEWOHNHEIT?
WELCHE DINGE WÜRDEN VERSCHWINDEN, WENN WIR GESTALTUNG RADIKAL VOM NUTZER HER NEU DENKEN WÜRDEN?
WAS PASSIERT, WENN FUNKTION KEIN GÜLTIGES ARGUMENT MEHR IST?
Text: Nina Prehofer
DER VITRA CAMPUS IN WEIL AM RHEIN IST SEIT JAHREN EIN ORT, AN DEM ARCHITEKTUR IN BEZIEHUNG GESETZT WIRD. UNTERSCHIEDLICHE POSITIONEN DER MODERNE STEHEN HIER NEBENEINANDER UND BLEIBEN DABEI KLAR LESBAR. MIT DEM DOSHI RETREAT IST EINE WEITERE SETZUNG HINZUGEKOMMEN, DIE SICH DIESER ORDNUNG AUF BESONDERE WEISE ENTZIEHT. DER BAU FÜHRT UNTER DIE OBERFLÄCHE UND ÜBERSETZT BEWEGUNG IN RÄUMLICHE ERFAHRUNG. DARAUS ERGIBT SICH EINE INTERVENTION, DIE DEN BESTEHENDEN DISKURS DES CAMPUS UM EINE LEISE, ABER KONSEQUENTE PERSPEKTIVE ERWEITERT.
RAUM
Es ist ein Gelände, auf dem unterschiedliche architektonische Haltungen nebeneinander bestehen und sich gegenseitig kommentieren. Industrie, Ausstellung und Landschaft bilden keine Einheit im klassischen Sinn, sondern eine räumliche Konstellation, die sich immer wieder neu zusammensetzt. Seit den frühen Interventionen von Frank Gehry mit dem Vitra Design Museum, Zaha Hadid mit der Vitra Fire Station und Tadao Ando mit dem Conference Pavilion hat sich hier ein architektonisches Labor herausgebildet, in dem Gebäude weniger als abgeschlossene Objekte erscheinen, sondern als Teil eines fortlaufenden Diskurses.
In dieser Logik ist auch das neue Doshi Retreat kein Gebäude im klassischen Sinn, sondern eher eine Verschiebung: eine minimale, fast unterirdische Markierung, die weniger behauptet als einlädt. Und gerade darin fügt es sich präzise in die DNA des Ortes ein und verschiebt sie zugleich.
EIN CAMPUS ALS ARGUMENT: ARCHITEKTUR ALS DISKURSRAUM
Was den Vitra Campus so ungewöhnlich macht, ist nicht die Ansammlung großer Namen, sondern die Art, wie diese Namen miteinander sprechen. Unterschiedliche architektonische Sprachen – Dekonstruktion, Minimalismus, High-Tech, Spiritualität – werden hier nicht geglättet, sondern nebeneinandergestellt wie Stimmen in einem intellektuellen Streitgespräch. Der Campus ist damit auch eine Idee von Rolf Fehlbaum: Architektur als kulturelle Praxis, die über Funktion und Form hinausgeht. Wie er in Gesprächen über das Doshi-Projekt betont, sei es genau diese „spirituelle Dimension“ der Architektur, die ihn bei Doshi interessiert habe. Ein Aspekt, der im westlichen Diskurs lange marginalisiert wurde und hier bewusst zurückkehrt.
Der Ort selbst ist also bereits ein Dispositiv der Unterbrechung: Wer hier entlanggeht, bewegt sich nicht durch einen Park, sondern durch eine Abfolge von Denkfiguren.
DAS DOSHI RETREAT: EIN WEG STATT EINES OBJEKTS
Vor diesem Hintergrund erscheint das Doshi Retreat als radikale Zuspitzung. Entwickelt von Balkrishna Doshi, fortgesetzt und weiterentwickelt von Khushnu Panthaki Hoof und Sönke Hoof, ist es kein Pavillon, kein Haus, keine Skulptur, sondern ein Prozess.
Ein gewundener Pfad zieht sich unterhalb der Erdoberfläche durch das Gelände, begleitet von Klang, der nicht dekorativ eingesetzt wird, sondern als physische Bedingung des Raums. Gong- und Flötentöne scheinen weniger gehört als durch den Körper hindurch registriert zu werden. Architektur wird hier zur Resonanzmaschine.
„Es ist der Klang, der durch den Körper der Besucherin oder des Besuchers widerhallt, der die Grenze zwischen dem Selbst und der Struktur aufhebt“, heißt es in der Beschreibung des Projekts.
Am Ende dieses Weges öffnet sich kein klassisches Ziel, sondern ein kontemplativer Raum. Eine Art Verdichtung des zuvor Erlebten. Der Übergang ist dabei entscheidend: Nicht das Ankommen, sondern das Entkoppeln von der Außenwelt ist das eigentliche Ereignis.
DIE IDEE DER DISRUPTION:
UNTERBRECHUNG ALS ÄSTHETISCHES PRINZIP
Das Doshi Retreat ist eine erstaunlich präzise architektonische Antwort auf Disruption. Allerdings nicht im Sinne technologischer Beschleunigung, sondern im Gegenteil: als bewusste Verlangsamung. Disruption bedeutet hier nicht Zerstörung, sondern Entzug von Selbstverständlichkeit. Der Campus selbst ist bereits eine Serie solcher Unterbrechungen: Gehry bricht die Form, Hadid die Geometrie, Ando das Licht. Doshi bricht nun den Begriff des Gebäudes selbst. Statt eines Objekts entsteht eine Situation. Statt eines Programms ein Möglichkeitsraum. Statt eines Blicks eine Bewegung.
SPIRITUALITÄT ALS GEGENENTWURF ZUR BESCHLEUNIGUNG
Besonders interessant ist, dass diese Disruption nicht aus einer technologischen, sondern aus einer spirituellen Logik kommt. Doshi, geprägt von indischer Architekturtradition und der Idee des Kundalini – der „aufgerollten Energie“ im Körper –, versteht Raum nicht als Container, sondern als Prozess innerer Transformation. Damit verschiebt sich auch die Rolle der Architektur: Sie wird nicht mehr nur gestaltet, sondern erfahren. Nicht mehr nur benutzt, sondern durchquert wie ein Zustand. Der Vitra Campus, oft als europäisches Schaufenster architektonischer Avantgarden gelesen, öffnet sich hier plötzlich zu einer anderen Lesart: als Ort der Entschleunigung im Herzen einer hochindustrialisierten Landschaft.
FEHLBAUMS THESE:
ARCHITEKTUR ALS ERWEITERUNG DES WAHRNEHMBAREN
In dieser Perspektive wirkt auch die Haltung von Vitra fast programmatisch. Fehlbaum spricht immer wieder davon, dass der Campus ein Ort sei, an dem Architektur, Landschaft und
Wahrnehmung ineinandergreifen, ein Raum, der „über das Alltägliche hinaushebt“.
Das Doshi Retreat radikalisiert diese Idee. Es ist keine Erweiterung des Campus, sondern eine Verdichtung seiner Grundfrage: Wie viel Erfahrung kann Architektur erzeugen, wenn sie sich selbst zurücknimmt?
EIN LEISER SCHLUSS: DIE ARCHITEKTUR DER PAUSE
Am Ende bleibt ein paradoxes Bild: eine Architektur, die sich fast auflöst, um intensiver zu werden. Ein Ort, der nicht monumental wirkt, sondern intim. Ein Weg, der nicht führt, sondern verlangsamt.
Vielleicht ist das die eigentliche Disruption des Doshi Retreat: dass es den Besucher nicht verändert, indem es ihn überwältigt, sondern indem es ihn für einen Moment aus der Logik der permanenten Bewegung herausnimmt. Und genau darin liegt seine eigentliche Modernität.
Der Campus kann besucht werden. Informationen dazu auf vitra.com
Making Cities Great Again?
IM NORDOSTEN KALIFORNIENS ENTSTEHT EIN PROJEKT, DAS DIE VORSTELLUNG VON STADTPLANUNG HERAUSFORDERT:
CALIFORNIA FOREVER
PLANT EINE KOMPLETT NEUE STADT AUF EHEMALS LANDWIRTSCHAFTLICHEN FLÄCHEN FÜR HUNDERTTAUSENDE MENSCHEN. ZWISCHEN AMBITIONIERTER NACHHALTIGKEIT, BEZAHLBAREM WOHNRAUM UND WIRTSCHAFTLICHER INNOVATION TREFFEN VISION UND KONTROVERSE AUFEINANDER. DAS VORHABEN WIRFT GRUNDLEGENDE FRAGEN AUF: WIE VIEL RAUM DARF PRIVATEIGENTUM FÜR ÖFFENTLICHE INTERESSEN BEANSPRUCHEN? UND WIE GESTALTET MAN EINE STADT, DIE NOCH NIEMAND KENNT, ABER BEREITS DIE GEMÜTER SPALTET?
In einer Ära, in der Kalifornien gleichermaßen als Ideenlabor und Krisenreaktor fungiert, überhitzt durch Wohnungsnot, klimatische Extreme und politische Zersplitterung, taucht ein Projekt auf, das zu groß ist, um es zu ignorieren, und zu kontingent, um es unkritisch zu feiern: California Forever. Was mit dem geheimen, billionenschweren Aufkauf von Ackerland im Solano County begann, hat sich zu einem der am stärksten polarisierenden urbanistischen Vorhaben des Landes entwickelt. Ein Projekt, dessen Vision, Kontroversen und Widersprüche ein Schlaglicht auf breitere Fragen über Macht, Planung und kollektive Zukunft wirft.
UTOPIE
ZWISCHEN ACKERBÖDEN UND INDUSTRIEZONEN
California Forever beschreibt sich selbst als Antwort auf einen scheinbar unlösbaren kalifornischen Dreiklang: bezahlbarer Wohnraum, hochwertige Arbeitsplätze und ökologische Nachhaltigkeit. Die offizielle Projektseite spricht von einem „kompletten Stadtentwurf“ mit gut bezahlten Jobs in neuen Industrien, leistbarem Wohnraum und sauberer Energie, eingebettet in „begehbare, gemischte Viertel“. Parks, Transit und eine urbane Vernetzung sollen den Motor dieser Stadt bilden. Geplant über Jahrzehnte, gedacht als dynamische Ergänzung zu bestehenden Gemeinden im Solano County. Jan Sramek, Gründer und CEO, formulierte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem County: „Kalifornien war einst ein Ort der Hoffnung und Möglichkeiten …
aber in den letzten Jahrzehnten haben wir aufgehört zu bauen“ – und hier, so seine Vision, könnte ein neues Kapitel beginnen, „für diese und kommende Generationen“.
EIN STADTMODELL, DAS STÄDTEBAU NEU DENKEN WILL
Grundsätzlich ist die Herangehensweise urbanistisch ambitioniert: Dichte, gemischte Nutzung, öffentliche Räume und Verkehrsalternativen stehen im Zentrum, nicht endlose EinfamilienhausSubdivisionen. Nachhaltigkeit wird als Kernwert propagiert. Die Stadt soll zu den größeren Entwicklungsgebieten in den USA mit den niedrigsten Pro-Kopf-CO₂Emissionen zählen und sich als „klimatisch resilient“ positionieren. Doch es sind
die spannungsreichen Risse zwischen Theorie und lokalem Realismus, die den wirklichen Diskurs befeuern. Vor allem eines ist schwer zu übersehen: California Forever findet nicht mit, sondern oft gegen den lokalen Konsens statt. Eine Umfrage ergab, dass 68 % der registrierten Wähler im Solano County ein negatives Bild vom Projekt haben, und 61 % erklärten, sie würden bei einer Abstimmung gegen die entsprechende Maßnahme stimmen. Besonders bezeichnend: Je mehr Menschen über das Vorhaben Bescheid wissen, desto größer wird die Ablehnung. Diese Zahlen spiegeln nicht nur Widerstand, sondern auch ein tieferes Misstrauen gegenüber dem Projekt wider. Ein Unbehagen, das über klassische NIMBY-Vorbehalte (Not In My Back Yard)
hinausgeht. Viele Anwohner kritisieren, dass die Pläne von außen hereingetragen wurden, lange bevor sie überhaupt verstanden hätten, was dort entstehen soll. Solche Vorbehalte manifestierten sich in hitzigen Bürgerversammlungen, bei denen selbst gut gemeinte Präsentationen des Projektteams auf scharfe Ablehnung stießen.
LAND, MACHT UND ÖFFENTLICHE KONTROLLE
Ein heiß umstrittenes Thema ist die Art und Weise, wie California Forever in den Besitz des Landes gekommen ist. Über Jahre kaufte die Gruppe Hektar um Hektar, was nicht nur Fragen nach dem Zweck des Besitzes aufwirft, sondern auch nach der Transparenz und demokratischen Legitimation solcher Ansprüche. Kritiker hinterfragen, ob ein privates Konsortium die Autorität besitzen sollte, eine urbane Landschaft zu formen, die Dutzende Jahre und Generationen beeinflussen wird.
Solche Bedenken führen zu einem größeren philosophischen Dilemma: Können private Kapitalinteressen, selbst wenn sie versprechen, soziale Probleme zu adressieren, als autonome urbane Planungsakteure auftreten, oder untergraben sie damit öffentlich-kollektive Entscheidungsprozesse? Die Empfindung vieler Anwohner ist eindeutig: Die Stadt gehört nicht nur den Investoren, sondern zuerst den Menschen, die dort leben. Verteidiger des Projekts betonen oft die strukturellen Probleme Kaliforniens: stagnierende Bautätigkeit, exorbitante Wohnkosten und ein Abfluss von Arbeitskräften. Studien, die von California Forever zitiert werden, prognostizieren Tausende zukünftige Arbeitsplätze, stabile ökologische Planung und einen ökonomischen Schub für die ganze Region. Aber selbst innerhalb progressiver und urbanistischer Kreise gibt es Unsicherheiten. Einige sehen in California Forever eine mögliche Blaupause für künftige Städte, während andere argumentieren,
CALIFORNIA FOREVER
Projekt: California Forever Gründer: Jan Sramek
Ziel: Bau einer komplett neuen Stadt für bis zu 400.000 Einwohner im Solano County, Kalifornien Vision: Nachhaltige, begehbare Stadt mit Wohnraum, Arbeitsplätzen, Parks und moderner Infrastruktur
Status: Ursprüngliche Wahlinitiative 2024 zurückgezogen; neue Strategie über Annexion bestehender Gemeinden
dass es smartere Wege gäbe, bestehende Städte zu verdichten und in Infrastruktur zu investieren, als eine neue Stadt aus dem Nichts zu bauen. Dieser Streit hat sogar Teile der YIMBY-Bewegung (Yes In My Back Yard) gespalten: Wer eigentlich für mehr Wohnraum eintreten will, fragt sich, ob ein neues Greenfield-Projekt wirklich der beste Einsatz urbanistischer Energie ist.
NEUE STRATEGIEN, ALTER WIDERSTAND
Nach dem Rückzug einer landesweiten Wahlinitiative im Jahr 2024 hat das Projekt seine Strategie geändert: Statt eine neue Stadtform zu erzwingen, wird nun auf Annexion über bestehende städtische Körperschaften gesetzt, insbesondere Suisun City und Rio Vista könnten Teil des Vorhabens werden. Dieser taktische Schwenk zeigt, wie stark die politischen Realitäten Kalifornien formen und wie das Projekt versucht, Hindernisse durch institutionelle Wege zu umgehen.
EIN LABOR FÜR
URBANE ZUKUNFT
Was können wir aus dem Fall California Forever lernen? Er ist mehr als ein Immobilienprojekt. Er ist ein Labor für Debatten über Bau- und Landpolitik, demokratische Legitimation, ökologische Verantwortung und die Bedingungen urbaner Zukunft. In einem Moment, in dem Kalifornien gleichzeitig unter Wohnungsnot, Klimarisiken und infrastrukturellen Herausforderungen leidet, erscheint eine solche Vision fast notwendig, doch ihr Erfolg hängt nicht nur von gutem Design oder Kapital ab. Entscheidend ist die Fähigkeit, eine gemeinsame Sprache zwischen Investoren, Gemeinschaften, Experten und der Öffentlichkeit zu finden. Ohne diesen Konsens bleibt California Forever vor allem eines: ein Spiegel unserer Hoffnungen und Ängste in Bezug auf Städte, Macht und Zukunft.
„KALIFORNIEN
WAR EINST EIN ORT DER HOFFNUNG UND MÖGLICHKEITEN … ABER IN DEN LETZTEN JAHRZEHNTEN HABEN WIR AUFGEHÖRT ZU BAUEN. UND HIER KÖNNTE EIN NEUES KAPITEL BEGINNEN, FÜR DIESE UND KOMMENDE GENERATIONEN.“
JAN
SRAMEK
GründerundCEO
MAISON MARGIELA MACHT SEIN VISUELLES GEDÄCHTNIS ÖFFENTLICH UND STELLT DAMIT NICHT NUR DIE REGELN DES ARCHIVIERENS INFRAGE, SONDERN AUCH DIE MECHANISMEN DER MODE SELBST. ZWISCHEN DIGITALER ZUGÄNGLICHKEIT UND KURATORISCHER NEUINTERPRETATION ENTSTEHT EIN VIELSCHICHTIGER DIALOG ÜBER AUTORSCHAFT, ERINNERUNG UND DIE ZUKUNFT DES HAUSES.
OFF ENES
ARCHIV
OFFENES
Maison Margiela hat sich nie über Sichtbarkeit definiert. Eher über das gezielte Spiel mit ihr. Umso bemerkenswerter ist der jüngste Schritt des Hauses: die vollständige Öffnung seines visuellen Archivs über eine frei zugängliche Dropbox. Was zunächst wie ein pragmatischer Akt der Digitalisierung wirkt, entfaltet bei näherer Betrachtung eine fast programmatische Dimension. In einer Branche, die ihre Geschichte oft kuratiert, filtert und mythologisiert, setzt Margiela auf radikale Transparenz und lädt zugleich zur Neubewertung des eigenen Erbes ein. Die Geste passt zur DNA des Hauses. Seit der Gründung steht Margiela für Dekonstruktion, für das Sichtbarmachen von Prozessen, die andere verbergen. Nähte wurden nach außen gekehrt, Futterstoffe zu Oberflächen erhoben, das Unfertige zur Ästhetik erklärt. Nun wird dieser Ansatz auf das Archiv selbst übertragen: Kampagnenbilder, RunwayDokumentationen, Detailaufnahmen und visuelle Fragmente erscheinen nicht als museal geordnete Chronologie, sondern als offenes System. Es ist weniger ein Archiv im klassischen Sinne als vielmehr ein Werkzeug. Eine Einladung an Stylisten, Kuratoren, Studierende und Enthusiasten, sich ihre eigene Lesart zu erschließen. Parallel dazu verdichtet sich das Jahr 2026 zu einem aufregenden Moment für die physische Begegnung mit Margielas Werk. Mehrere Ausstellungen greifen unterschiedliche Facetten des Hauses auf und übersetzen die digitale Offenheit zurück in räumliche Erfahrung. Während einige Institutionen den Fokus auf die frühen Jahre und die konzeptionellen Modenschauen legen, widmen sich andere der Materialität: den Textilien, den Techniken, der stillen Radikalität handwerklicher Eingriffe.
MAISON MARGIELA
AUSSTELLUNGEN & ARCHIV
Ab Mai 2026
Keine fixen Termine veröffentlicht. – Das „MaisonMargiela/folders“-Format ist ein modulares, wachsendes System, das flexibel auf Orte und Möglichkeiten reagiert.
– Weitere physische Stationen werden kurzfristig angekündigt, der Fokus liegt vor allem auf Asien und hybriden Formaten (Archiv + Installation).
– Das digitale Archiv bleibt dauerhaft zugänglich und dient als globale, offene Plattform für Recherche und Inspiration.
Das Konzept reflektiert Margielas DNA: Transparenz, Fragmentierung und eine dynamische Rezeption von Modegeschichte. Ausstellungen werden situativ und interaktiv, Archive öffentlich.
Auffällig ist dabei ein kuratorischer Perspektivwechsel. Wo früher retrospektive Erzählungen dominierten, treten nun fragmentarische, thematische Zugänge in den Vordergrund. Eine Ausstellung widmet sich ausschließlich dem Weiß als Farbe und Konzept, von den ikonischen Atelierkitteln bis zu den anonymisierten Labels. Eine andere konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Kleidung und Körper, auf Volumen, Verschiebung und Verhüllung. Diese Spezialisierung spiegelt nicht nur die Vielschichtigkeit des Hauses wider, sondern auch ein verändertes Publikum: eines, das weniger nach linearer Geschichte sucht als nach Bedeutungsebenen.
Interessant ist zudem die Wechselwirkung zwischen digitalem Archiv und Ausstellungspraxis. Kuratoren greifen zunehmend auf die Dropbox zurück, nicht nur als Recherchetool, sondern als integralen Bestandteil ihrer Inszenierung. Projektionen, Screens und interaktive Stationen binden das Material direkt ein und schaffen eine Art erweiterten Raum, in dem physische Exponate und digitale Bilder miteinander korrespondieren. Die Grenze zwischen Original und Reproduktion wird dabei bewusst unscharf gehalten. Ganz im Sinne Margielas, der Authentizität stets als verhandelbare Kategorie begriffen hat. Auch für die Modeindustrie insgesamt markiert dieser Schritt einen möglichen
Wendepunkt. In einer Zeit, in der Archive zu strategischen Assets geworden sind, wirkt Margielas Offenheit fast subversiv. Sie unterläuft die Logik von Exklusivität und Zugriffsbeschränkung und setzt stattdessen auf kollektive Aneignung. Gleichzeitig entsteht daraus ein neuer Wert: Sichtbarkeit als kulturelles Kapital, das sich nicht im Besitz erschöpft, sondern im Gebrauch entfaltet. Nicht zuletzt verändert die Initiative die Art und Weise, wie Mode erinnert wird. Statt fixierter Narrative entsteht ein dynamisches Gedächtnis, gespeist aus individuellen Perspektiven und Kontexten. Die Bilder in der Dropbox sind nicht nur Dokumente der Vergangenheit, sondern Bausteine für zukünftige Geschichten in Editorials, Ausstellungen oder digitalen Formaten, die erst noch entstehen. So lässt sich das Projekt auch als stilles Statement lesen: Mode ist kein abgeschlossenes Kapitel, es ist ein fortlaufender Dialog. Maison Margiela öffnet nicht nur seine Archive, sondern auch den Raum für Interpretation – und macht damit deutlich, dass Relevanz heute weniger aus Kontrolle entsteht als aus Zugänglichkeit. In diesem Spannungsfeld zwischen Intimität und Öffentlichkeit, zwischen Material und Bild, entfaltet sich eine neue Form von Luxus: die Freiheit, Bedeutung selbst zu konstruieren.
Während Sie diese Printausgabe lesen, entstehen online bereits neue Geschichten aus aller Welt: über visionäre Architektur, internationales Design, kulturelle Perspektiven, inspirierende Destinationen, nachhaltige Fashion, kulinarische Entdeckungen und Impulse für bewusstes Leben. THE Stylemate Online steht für Aktualität, Internationalität und kuratierte Qualität – täglich neu und global gedacht.
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