Deixler-Hübner | Schauer (Hrsg.)
Inkl. Gesetzestext und Erläuterungen
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Inkl. Gesetzestext und Erläuterungen
Rechtspolitische Grundlagen
Erbrecht und Familie
Letztwillige Verfügungen
Pflichtteilsrecht/-anrechnung
Unternehmensübertragung
Steuerrecht und Bankenpraxis



Rechtspolitische Grundlagen
Erbrecht und Familie
Letztwillige Verfügungen
Pflichtteilsrecht/-anrechnung
Unternehmensübertragung
Steuerrecht und Bankenpraxis
herausgegeben von
Univ.-Prof. Dr. Astrid Deixler-Hübner
Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer
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Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
ISBN 978-3-7007-6353-6
LexisNexis Verlag ARD Orac GmbH & Co KG, Wien http://www.lexisnexis.at Wien 2015
Best.-Nr. 92.111.001
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Foto Deixler-Hübner: Fotostudio Engleder
Foto Schauer: beigestellt
Druckerei: Prime Rate GmbH, Budapest
ImRückblickkönntesichdasJahr2011alsMarksteinfürdieWeiterentwicklungdes ABGBerweisen.BekanntlichhattedasBundesministeriumfürJustizdas200-Jahr-Jubiläum desGesetzeszumAnlassgenommen,eineschrittweiseReformdieserzweitältestennochin KraftstehendenZivilrechtskodifikationinEuropainAngriffzunehmen.Diesesals „ABGB 200plus“ bezeichneteProjekthatinzwischendeutlicheKonturengewonnen.NachderReformdesDarlehensrechtsdurchdasDaKRÄG(BGBlI2010/28),derGesellschaftbürgerlichenRechtsdurchdasGesbR-RG(BGBlI2014/83)unddesKindschaftsrechtsdurchdas KindNamRÄG2013(BGBlI2013/15)liegtnunmehrdasErbRÄG2015alsbisherjüngster undzugleichumfassendsterTeildesReformprojektsvor.ZwarlässtderäußereUmfangder Reform – nahezualleBestimmungendesErbrechtsimABGBwurdenneugestaltet – keinen RückschlussaufdiematerielleEingriffstiefezu.DennvieledergeändertenRechtsnormen wurdenlediglichneuformuliert:DasmehralszweiJahrhundertealteundbisweilenbiedermeierlichanmutendeIdiomdesABGBwurdeindiemoderneSprachedes21.Jahrhunderts übersetzt.GleichwohlmusssichdieRechtsanwendungauchaufinhaltlicheNeuerungenvon beachtlichemUmfangeinstellen.ZugleichmitderEuropäischenErbrechtsverordnung,diebereitsseitdem17.8.2015anwendbarist(vgldazu Deixler-Hübner/Schauer [Hrsg],KommentarzurEU-Erbrechtsverordnung[2015]),liegtnunmehreinenahezuvollständigeNeugestaltungdesösterreichischenErbrechtsvor.
WenngleichdieReformdesinnerstaatlichenErbrechtserstam1.1.2017inKrafttritt,so bestanddochbaldeingroßerBedarfanInformationüberdieneueRechtslage.DiesenUmstandnahmdieÖsterreichischeGesellschaftfürFamilien-undVermögensrecht(www.ogfv.at) zumAnlass,gemeinsammitderBankAustriaeineFachtagungzurReformdesErbrechtsabzuhalten.DieTagungfandam16.9.2015alsersteVeranstaltungzurErbrechtsreformnach derparlamentarischenBeschlussfassungüberdasErbRÄGstatt.DergroßeErfolgunddie überauspositiveResonanz,diedieTagungbeidenzahlreicherschienenenTeilnehmerinnen undTeilnehmernfand,veranlasstedieVeranstalterzurPublikationderErgebnisseimvorliegendenTagungsband.DieHerausgeberhoffen,auchaufdieseWeiseeineersteOrientierungshilfefürdenUmgangmitdemneuenRechtanzubietenundzugleicheinenBeitragfürdie weitereDiskussioninWissenschaftundPraxiszuleisten.
AnlässlichderPublikationdesvorliegendenBandeshabenwirvielfältigenDankzusagen.ErgehtzunächstandieBankAustria,namentlichanFrauMag. ElkeWilli ,fürdieperfekteKooperationbeiderVorbereitungundOrganisationderFachtagungam16.9.2015. WirdankendenAutorinnenundAutoren,dieunsihreManuskriptesoraschzurVerfügung gestellthaben,dassdieserBandzeitnahnachderTagungerscheinenkann.Wirdankenauch unserenMitarbeiterninLinzundWien,besondersHerrnMag. AlexanderMeisinger und Frau HannahStadlober,fürihreumfangreicheUnterstützungbeiderredaktionellenVorbereitungdiesesBandes.SchließlichdankenwirdemVerlagLexisNexis,namentlichHerrn Mag. MichaelSchachner,fürdieAufnahmedesBandesindasVerlagsprogrammundfürdie raschePublikation.
Linz/Wien,imOktober2015
AstridDeixler-Hübner/MartinSchauer
Vorwort ..........................................................................................................................V
AutorInnenverzeichnis ................................................................................................XIII
DieReformdesösterreichischenErbrechts2015 – RechtspolitischeZiele (GeorgKathrein)..............................................................................................................1
I.EinleitungundEinstiegindieReform......................................................................1
A.Überblick...........................................................................................................1
B.FachlicheAspektederReform............................................................................2
C.StellenwertderReforminderPrivatrechtsentwicklung........................................2
D.TempodesReformprozesses...............................................................................3
E.RechtspolitischeMotive.....................................................................................5
II.EinigeGrundanliegenderReform............................................................................6
A.AnpassungandiegeändertenVerhältnisse..........................................................6
1.Allgemeines..................................................................................................6
2.BisherigeRechtsentwicklungenimErbrecht...................................................7
3.AnpassungandiemodernenwirtschaftlichenVerhältnisse..............................7
4.AnpassungandiemodernensozialenundfamiliärenVerhältnisse...................8
5.AnpassungandiemodernengesellschaftlichenVerhältnisse...........................9
B.Gesamtreform – Teilreform...............................................................................10
C.CharakterderReform.......................................................................................11
1.VerständlichkeitderRechtstexte...................................................................11
2.RechtlicheVerständlichkeit..........................................................................11
3.Gesetzestechnik...........................................................................................12
4.EntfallvonRegelungen...............................................................................12
5.DispositiverCharakter.................................................................................13
D.PrinzipderRechtskontinuität............................................................................13
2.BeispielefürnichtübernommeneVorschläge...............................................15
III.Zusammenfassung..................................................................................................17
III.AktualisierungendesGesetzestextes.......................................................................22
IV.InhaltlicheÄnderungen..........................................................................................23
II.GesetzlichesErbrechtdesEhegatten,eingetragenenPartners undLebensgefährten..............................................................................................29
2.AuflösungderEheundeingetragenenPartnerschaft.....................................31
3.AußerordentlichesErbrechtdesLebensgefährten..........................................33
4.GesetzlichesVorausvermächtnisdesEhegatten/ePundLebensgefährten........35
a.Ehegatte – eingetragenerPartner.............................................................35
1.Allgemeines................................................................................................37
2.ErbeinsetzungbeibereitsbeendeterPartnerschaft.........................................37
a.ErbeinsetzungwährendderEhebzweingetragenenPartnerschaft............37
b.ErbeinsetzungvorderEhebzweingetragenenPartnerschaft....................38
c.BeendigungderLebensgemeinschaft.......................................................39
3.AnhängigkeiteinesAuflösungsverfahrens....................................................39
III.Pflegevermächtnis..................................................................................................40
LetztwilligeVerfügungeneinschließlichErbunwürdigkeits-undEnterbungsgründe
V.ZeugenletztwilligerAnordnungen..........................................................................50
VI.ErbvertragundSchenkungaufdenTodesfall..........................................................51
VII.Erbunwürdigkeit.....................................................................................................52
VIII.Enterbungsgründe..................................................................................................53
PflichtteilsrechteinschließlichGestaltungderPflichtteilsdeckung (MartinSchauer)......55
I.Vorbemerkung........................................................................................................55
II.Grundlagen............................................................................................................55
III.PflichtteilsberechtigtePersonen...............................................................................57
A.Allgemeines.....................................................................................................57
B.AbstraktePflichtteilsberechtigung.....................................................................57
C.KonkretePflichtteilsberechtigung......................................................................57
IV.HöhedesPflichtteils..............................................................................................59
A.Pflichtteilsquote................................................................................................59
B.WegfalleinesPflichtteilsberechtigten................................................................59
C.Pflichtteilsminderung........................................................................................60
V.Erfüllungsarten.......................................................................................................61
A.Allgemeines.....................................................................................................61
B.Pflichtteilsdeckung...........................................................................................61
1.ErbteilundVermächtnis..............................................................................61
2.BegünstigtenstellungbeieinerPrivatstiftung................................................61
3.BeschränkungenundBelastungen................................................................63
4.ZeitpunktderBewertung.............................................................................65
VI.BeitragspflichtvonVermächtnisnehmern.................................................................65
VII.FälligkeitundVerjährung.......................................................................................66
A.Fälligkeit..........................................................................................................66
B.Verjährung.......................................................................................................66
VIII.StundungundRatenzahlungdesPflichtteils............................................................67
A.Allgemeines.....................................................................................................67
B.AnordnunginderletztwilligenVerfügung.........................................................67
C.AnordnungdurchdasGericht...........................................................................68
D.GemeinsameAspekte.......................................................................................70
IX.Enterbung..............................................................................................................71
DieAnrechnungimPflichtteilsrecht (KatharinaMüller/MartinMelzer).........................73
I.Einleitung..............................................................................................................73
II.GeltendeRechtslage...............................................................................................73
A.ErmittlungundBerechnungdesPflichtteils.......................................................73
B.GegenstandderAnrechnungimPflichtteilsrecht................................................73
1.AnrechnungvonVorempfängenundVorschüssen(§§788fABGB).............74
a.SinnundZweck.....................................................................................74
b.AnrechenbareVorempfängeiSd§§788,789ABGB...............................74
c.AnrechnungsberechtigteundAnrechnungspflichtige................................75
d.Anrechnungsmethode.............................................................................75
2.Schenkungsanrechnung(§785ABGB)........................................................76
a.SinnundZweck.....................................................................................76
b.Schenkungsbegriffdes§785ABGB.......................................................76
c.Anrechnungsberechtigte..........................................................................76
d.Anrechnungsmethode.............................................................................79
e.SubsidiärerAnspruchgegendenBeschenktennach§951ABGB...........79
C.BewertunganrechenbarerZuwendungen(§794ABGB)....................................80
D.Auskunftsanspruch...........................................................................................80
III.Kritik..................................................................................................................... 81
A.Vorempfang/Vorschuss/Schenkung....................................................................81
B.BewertungvonZuwendungen..........................................................................81
C.Anrechnung/Hinzurechnung..............................................................................82
D.BefristungundHerausgabe...............................................................................83
IV.NeueRechtslage....................................................................................................84
A.ErmittlungundBerechnungdesPflichtteils.......................................................84
B.AnrechnungvonZuwendungenaufdenTodesfall.............................................85
C.Hinzu-undAnrechnungvonSchenkungen.......................................................85
1.Allgemeines................................................................................................85
2.AnzurechnendeSchenkungen......................................................................86
3.AusnahmenvonderHinzu-undAnrechnungspflicht....................................87
a.SchenkungenannichtpflichtteilsberechtigtePersonen.............................87
b.SchenkunganPflichtteilsberechtigte.......................................................88
D.AusnahmenvonderHinzu-undAnrechnung....................................................88
E.Rechenmethode................................................................................................89
F.Auskunftsanspruch...........................................................................................89
G.BewertungderSchenkung................................................................................89
H.HaftungdesGeschenknehmers.........................................................................90
V.StellungnahmeausPraktikersicht............................................................................92
UnternehmensnachfolgeimLichtdeskünftigenErbrechts (SusanneKalss).................95
I.BesonderheitenbeiVererbungvonunternehmerischenVermögen............................95
A.AufgabenvonErbrechtundGesellschaftsrecht..................................................95
B.EigentumvermitteltHerrschaftsrechteundVermögensrechte..............................97
C.UnterschiedlichebetroffeneInteressen...............................................................99
D.UnternehmerischesVermögenals „Sondervermögen“ ......................................100
II.BesondereRegelungenfürbestimmteUnternehmen..............................................101
A.LandwirtschaftlicheUnternehmen – Erbhöfe...................................................101
B.Familienfideikommiss.....................................................................................101
III.PrivatautonomeNachbildungdieserRegelungen...................................................102
,ErbrechtNEU,LexisNexis
IV.GestaltungsmöglichkeitenfürUnternehmennachdemkünftigenErbrecht..............104
A.Gesellschaftsrecht – Erbrecht..........................................................................104
B.DinglicheZuordnung......................................................................................104
V.GesellschaftsrechtlicheGestaltungsmöglichkeiten..................................................105
A.Personengesellschaften....................................................................................106
B.Kapitalgesellschaftsrecht.................................................................................109
VI.ErbrechtlicheInstrumente.....................................................................................109
A.Zeitgewinn.....................................................................................................109
VII.ArtderPflichtteilserfüllung...................................................................................111
A.DinglicheZuordnungeinzelnerGegenstände...................................................111
B.VonGeldverschiedeneVermögensgegenstände................................................111
C.WertmäßigeDeckung – keinliquiderVermögensgegenstand............................111
D.TrennungvonHerrschaftundNutzung............................................................112
E.GemeinsamesTragendesunternehmerischenRisikos......................................113
VIII.Zusammenfassung................................................................................................115
I.Pflichtteilsrecht(§§761ffABGBnF)..................................................................118
II.Schenkungsanrechnung(§§780ffABGBnF)......................................................118
III.AußerordentlichesErbrechtderLebensgefährten(§748ABGBnF).......................119
IV.Pflichtteilsminderung(§776ABGBnF)...............................................................119
V.Formvorschriften..................................................................................................119
VI.NeueEU-Erbrechtsverordnung..............................................................................119
VII.Auflagen,Bedingungen........................................................................................120
VIII.KapitalvermögeninderVerlassenschaft................................................................120
IX.§762ABGBnFBedingungenundBelastungen...................................................120
X.§539ABGBnFErbunwürdigkeit........................................................................120
XI.§768ABGBnFAuskunftsanspruch.....................................................................121
KeineErbschaftssteuerinÖsterreich?ZurBesteuerungvonunentgeltlichen ZuwendungeninÖsterreich (SabineKirchmayr).........................................................123
I.Ausgangslage.......................................................................................................123
II.ZurSteuerpflichtvonDepotüberträgenanlässlichunentgeltlicherVorgänge............124
A.AllgemeineGrundsätze...................................................................................124
B.ZurunentgeltlichenDepotübertragungvoneineminländischenDepot..............125
1.NachweisgegenüberderdepotführendenStelle..........................................125
2.BeauftragungderdepotführendenStelle.....................................................126
C.ZurunentgeltlichenDepotübertragungvoneinemausländischenDepot............127
III.UnentgeltlicheErwerbeinderGrunderwerbsteuer.................................................128
A.Übersicht........................................................................................................128
B.BemessungsgrundlageNEU............................................................................128
C.TariffürunentgeltlicheErwerbe......................................................................129
Inhaltsverzeichnis
D.TatbestandNEU:ÜbertragungvonAnteilenanPersonengesellschaften............130
E.AnteilsvereinigungbeiPersonen-undKapitalgesellschafteniSd§1Abs3 GrEStG..........................................................................................................131 IV.Zusammenfassung................................................................................................132
BUNDESGESETZBLATTFÜRDIEREPUBLIKÖSTERREICH
688derBeilagenXXV.GP – Regierungsvorlage – Erläuterungen
718derBeilagenzudenStenographischenProtokollendesNationalrates XXV.GP:BerichtdesJustizausschusses .....................................................................203
Stichwortverzeichnis



Univ.-Prof.Dr.AstridDeixler-Hübner InstitutsvorständinamInstitutfürEuropäischesundÖsterreichisches ZivilverfahrensrechtderJohannesKeplerUniversitätLinz;Verfasserin zahlreicherPublikationenaufdemGebietdesZivilverfahrens-undFamilienrechtssowiebeigezogeneExpertininGesetzgebungsverfahren (zBKindRÄG2001,KindNamRÄG2013).FachvorträgeundGastvorlesungenanin-undausländischenUniversitäten.
Univ.-Prof.Dr.ConstanzeFischer-Czermak UniversitätsprofessorinamInstitutfürZivilrechtderRechtswissenschaftlichenFakultätderUniversitätWien,derzeitInstitutsvorstand;Vorträge undSeminarefürPraktiker;RedakteurinderZeitschriftfürEhe-undFamilienrecht(EF-Z);PublikationenaufallenGebietendesZivilrechtsmit SchwerpunktenimErb-undFamilienrecht,Schuldrecht,Verbraucherrecht.
Univ.-Prof.Dr.SusanneKalss,LL.M.(Florenz) istseit2003ProfessorinamInstitutfürZivil-undUnternehmensrecht anderWirtschaftsuniversitätWien.Siehabilitiertesich2000undging fürdreiJahreandieUniversitätKlagenfurt.2003wurdeihrvomFWF auchderSTART-Preiszuerkannt,densiefüreinForschungsprojekt „RechtsvergleichendesRechtderKapitalgesellschaften“ nutzte.SusanneKalssistspezialisiertaufUnternehmens-,Gesellschafts-,Kapitalmarkt-undStiftungsrecht.SieistMitherausgeberindesKommentars zumAktiengesetzunddesHandbuchsfürdenAufsichtsratsowiedes HandbuchsfürErbrechtundVermögensnachfolge.SieistMitautorin desBuchsÖsterreichischesGesellschaftsrechtunddeszuletzterschienenBuchsFamilienunternehmen.

Seit2008LeiterderZivilrechtssektionimBMJ.WissenschaftlichverschiedensteArbeitenimZivilrecht,zBHerausgabederGroßenManz’schen AusgabezumABGB.KommentierungdesAnerbenrechts,desEherechts, desKonsumentenschutzrechtsunddeszivilrechtlichenJugendwohlfahrtsrechts.MitgliedderRedaktionderZVR.
Seit2003HonorarprofessoramInstitutfürZivilrechtderRechtswissenschaftlichenFakultätderUniversitätWien.




Univ.-Prof.Dr.SabineKirchmayr
Univ.-Prof.Dr.SabineKirchmayristVorstanddesInstitutsfürFinanzrechtanderjuridischenFakultätderUniversitätWien.SieistSteuerberaterinundPartnerbeiLeitnerLeitner.IhreForschungsschwerpunkte sindnationaleundinternationaleUnternehmensbesteuerungsowieKapitalveranlagungsinstrumente.FrauUniv.-Prof.Dr.SabineKirchmayristMitautorinundMitherausgeberindesKommentarszurGruppenbesteuerung (2009).
Dr.MartinMelzer,LL.M.,TEP
istalsRechtsanwaltundJuniorPartnerbeiMüllerPartnerRechtsanwälte tätig.NachseinerPromotionanderUniversitätWienabsolvierteerein LLM-StudiumanderUniversityofStellenbosch.DerSchwerpunktseinerTätigkeitliegtimBereichStiftungsrecht,Vermögensweitergabe,UnternehmensnachfolgesowieGesellschaftsrecht.MartinMelzeristAutor zahlreicherFachpublikationenzumStiftungs-undErbrechtundVerfasser desBuches „DasösterreichischePrivatstiftungsrechtunddasneueliechtensteinischeStiftungsrechtimVergleich“
Dr.ChristophMondel,MBL(Notarsubstitut)
AutorzahlreicherVeröffentlichungenzumLiegenschafts-,Erb-undAußerstreitrecht;VerfasserdesStandardwerkszurKuratel „DieKuratoren imösterreichischenRecht2“;erbrechtlicherRedakteurderiFamZ.LaufendeVortragstätigkeit,insbesonderezudengenanntenThemengebieten.
DDr.KatharinaMüller,TEP
istpromovierteJuristinundHandelswissenschaftlerin.Siewarzunächst UniversitätsassistentinanderWirtschaftsuniversitätWienundistseit 1999alsRechtsanwältininWientätig.AlsGründungspartnerinder KanzleiMüllerPartnerRechtsanwälteberätsiebeiderGestaltung,Verwertung,Erhaltung,WeitergabeundAufteilungprivatenVermögens.Ein SchwerpunktihrerTätigkeitliegtimStiftungsrecht.KatharinaMüllerist AutorinzahlreicherFachpublikationenundHerausgeberindeskürzlich erschienenen „HandbuchStiftungsmanagement“ .


Univ.-Prof.Dr.MartinSchauer
Seit2001UniversitätsprofessoramInstitutfürZivilrechtderUniversität Wien;zuvorUniversitätsprofessorfürBürgerlichesRechtundHandelsrechtanderWirtschaftsuniversitätWienundVorstanddesForschungsinstitutsfürMittel-undOsteuropäischesWirtschaftsrecht.GastprofessurenundLehrtätigkeitanmehrerenUniversitätendesIn-undAuslands. TitularmitgliedderAcadémieinternationalededroitcomparé(Paris).Arbeitsschwerpunkte:PrivatesWirtschaftsrecht,Vertragsrecht,Versicherungsvertragsrecht,Erb-undStiftungsrecht,Sachwalterrecht.
istSeniorWealthAdvisorimBankAustriaPrivateBanking/WealthAdvisoryServicesderUniCredit.SieistdortimTeam „Tax,Foundations& EstatePlanning“ fürdasThemaderVermögensweitergabeundNachfolgeplanungverantwortlichundauchmitStiftungsagendenbefasst.FrauElke WilliistJuristinundhatauchdieAusbildungzumCFP®,EFA®absolviert.NachlangjährigerErfahrunginunterschiedlichenBereichenderBank istsienunseiteinigenJahrenimWealthAdvisoryServicesderBankAustriaundderSchoellerbankfürdieseThemenbereichetätig. SieverfasstArtikelininternenundexternenPublikationenundistVortragendebeiVeranstaltungenzudiesenThemen.
Fotonachweise:
Deixler-Hübner:FotostudioEngleder
Fischer-Czermak:privat
Kalss:FotostudioWilke
Kathrein:privat
Kirchmayr:FotostudioAndorfer
Melzer:VOGUS
Mondel:privat
Müller:GoranAndric,www.ga-photography.at
Schauer:privat
Willi:MarkusWache,Lichtstark
erhaltenhat,derVerlassenschafthinzuzurechnenundaufeinenGeldpflichtteildesGeschenknehmersanzurechnen.AusgangspunktderRegelungistdieSchenkunggem§§938ff ABGB,wobei§781Abs2ABGBnFvoneinemweitenSchenkungsbegriffausgeht.
NachdenMaterialiennormiertdasErbRÄG2015eineneueTerminologieimAnrechnungsrecht.BeiZuwendungenzuLebzeitendesVerstorbenensinddie „Hinzurechnung“ und die „Anrechnung“ zuunterscheiden.100 Demnachistunter Hinzurechnung die rechnerische AdditiondesWertsderSchenkungzurVerlassenschaft zuverstehen; Anrechnung bedeutetwiederum,dassdie SchenkungvondemnachderenHinzurechnungzurVerlassenschafterhöhtenGeldpflichtteilabzuziehen ist.101 JedeimzweipersonalenVerhältnisanzurechnendeSchenkung(waseineSchenkunganeinenPflichtteilsberechtigtenvoraussetzt)ist davorimmerauch „hinzuzurechnen“ .
§781Abs2ABGBnFregelt,welcheZuwendungenunterLebendenalsanrechnungspflichtigeSchenkungenzuqualifizierensind.
NachZ1dieserBestimmungistdie AusstattungeinesKindes – ähnlichwiebeimderzeitigen§788ABGBaF – anzurechnen,auchwennaufsieeinRechtsanspruchbesteht.BesitzteinKindkeineigenes,zueinerangemessenenAusstattunghinlänglichesVermögen,so sindElternoderGroßelternnachderReihenfolgeundnachdenGrundsätzen,nachdenen siefürdenUnterhaltderKinderzusorgenhaben,nach§1220ABGBverpflichtet,denKindernoderEnkelkindernbeiihrerVerehelichungeineAusstattungzugebenoderdazuverhältnismäßigbeizutragen.
NachZ2istein VorschussaufdenPflichtteil wiebishernach§789ABGBaFaufden Pflichtteilanzurechnen.EineAnrechnungerfolgtauchdann,wennderErblasserundderGeschenknehmerdiesnichtausdrücklichvereinbarthaben.
NachZ3istdie AbfindungfüreinenErb-oderPflichtteilsverzicht anzurechnen.DabeifolgendieMaterialienderAnsichtvon Likar-Peer und Umlauft,wonachdieAbfindung idRdazudient,demErb-bzwPflichtteilsrechtdesVerzichtendenvorzeitigzuentsprechen unddaher – jedenfallsbeierbrechtlicherBetrachtung – nichtalsentgeltlichesGeschäftaufgefasstwerdenkann.102
Z4nenntnunausdrücklichdie VermögenswidmunganeinePrivatstiftungalsAnwendungsbereichderHinzu-undAnrechnungsregelungen;Z5stelltklar,dassauchdieEinräumungeinerStellungalsBegünstigtereinerPrivatstiftung,soweitihrderVerstorbenesein Vermögengewidmethat,alsSchenkungiSd§781ABGBnFgilt.DieMaterialienführen hierzuaus,dass „einedoppelteBerücksichtigung,einerseitsalsSchenkungandiePrivatstiftungundandererseitsalsEinräumungderBegünstigtenstellung,welcheauchdenWertbisherigerundkünftigzuerwartenderAusschüttungenandenBegünstigtenumfasst,ausscheidet“ . 103 ZudemistlediglichjenesVermögenderPrivatstiftungzuberücksichtigen,welches derVerstorbenendiesergewidmethat.DieMaterialienführendazuaus,dass „nursolche Ausschüttungenhinzuzurechnensind,welchederPflichtteilsberechtigtealsBegünstigtertatsächlichbiszumErbfallerhaltenhatundsolche,dieernachdemErbfallerhaltenwird.Hie-
100 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs1,32f.
101 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs1,33.
102 Likar-Peer in Ferrari/Likar-Peer,Erbrecht301; Umlauft,Anrechnung293f;ErläutRV688BlgNR25.GP zu§781Abs2,33.
103 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs2,33;sieheauch Zöchling-Jud inFSWelser380.
Deixler-Hübner/Schauer,ErbrechtNEU,LexisNexis
schenVerstorbenemundGeschenknehmervereinbartwurde.110 Die VereinbarungderAnrechnungspflicht warbishernichtvorgesehen.
WeiterssindSchenkungenaneinenPflichtteilsberechtigtengem§785ABGBnFinsoweit nichtaufdessenPflichtteilanzurechnen,alsderVerstorbeneden ErlassdieserAnrechnung letztwilligverfügt odermitihmvereinbarthat.IneinemsolchenFallistdievonderAnrechnungbefreiteZuwendungbeiderErmittlungdesPflichtteilsdesPflichtteilsberechtigtennicht hinzuzurechnen.FürdenVertragüberdenErlassderAnrechnungistdie Notariatsaktsform (wiebeiPflichtteilsverzichtsverträgen)vorgesehen.DamitwirddasbisherigeSystemderVorschüsseumgekehrtunddieHinzu-undAnrechnungwirdzumGrundprinziperhoben,von demausdrücklichabgegangenwerdenmuss(bishermusstedieAnrechnungbeiHingabedes Geschenksvereinbartwerden).
In§787ABGBnFwirddieneueRechenmethode,dhdieDurchführungder Hinzu-und Anrechnung,geregelt.DemnachsindSchenkungenderVerlassenschaft(imWegederHinzurechnung)nachAbs1rechnerischhinzuzuschlagen.VonderdadurchvergrößertenVerlassenschaftsinddiePflichtteilezuermitteln.
NachAbs2istvondemaufdieseWeisevergrößertenPflichtteildieSchenkunganden pflichtteilsberechtigtenGeschenknehmerabzuziehen,dhdieAnrechnungistvorzunehmen. NunmehrerfolgtdieAnrechnungnichtnuraufjenenTeil,dersichausderHinzurechnung ergibt(früher:Schenkungspflichtteil),sondernerfasstauchdenvonderVerlassenschaftberechnetenTeildesPflichtteils.
Personen,welcheberechtigtsind,dieHinzurechnungvonSchenkungenzuverlangen,habendiesbezüglicheinen Auskunftsanspruchgegen die Verlassenschaft,die Erben unddie Geschenknehmer (§786ABGBnF).Neuist,dassderAuskunftsanspruchsich – entgegen derbisherigenRechtsprechung111 undhL112 – auchgegendenGeschenknehmerrichtenkann.
BisherwarenbeweglicheSachennachdemZeitpunktdesErbanfalls,unbeweglicheSachenhingegennachdemZeitpunktdesEmpfangszubewerten.113 VonderLehrewurdediese DifferenzierungbeiderBewertungalsunbilligempfunden.114 ZurBewertungvonBargeldzuwendungenschwiegdasGesetz.
Schenkungensindnachdemneuen§788ABGB einheitlichzumSchenkungszeitpunktzubewerten .FürdenBeginndesFristenlaufssollesdaraufankommen,wannder VerstorbenedieSchenkung(entsprechendderVermögensopfertheorie)wirklichgemacht hat,derSchenkungsvertragalsovorbehaltloserfülltwordenist.DamitfolgtdasGesetz
110 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§784,35.
111 8Ob55/13s.
112 Konecny in Fasching,ZPO2,EGZPOArtXLIIRz45mwNund6Ob716/85;jüngstdenAuskunftsanspruchgegeneine „beschenkte“ Privatstiftungverneinend8Ob55/13s.
113 Siehe§794ABGB.
114 Siehe Welser,Erbrechtsreform,17.ÖJTII/I,144.
Deixler-Hübner/Schauer,ErbrechtNEU,LexisNexis
Das Erbrechtsänderungsgesetz 2015, das im Sommer 2015 beschlossen wurde, bringt die umfangreichste Reform des österreichischen Erbrechts seit der Einführung des ABGB vor mehr als 200 Jahren.
Um die sich aus der Reform ergebenden Auswirkungen für die Vermögensplanung und die Nachlassabwicklung eingehend zu untersuchen, wurde am 16. September 2015 in Wien die Fachtagung „Reform des Erbrechts“ mit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis abgehalten. Dabei wurden alle wesentlichen Themen der Reform erörtert: das neue Pflegevermächtnis, das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten und des Lebensgefährten, die Änderungen bei den letztwilligen Verfügungen sowie die weitreichende Neugestaltung des Pflichtteilsrechts
„Erbrecht NEU“ besticht durch seine Aktualität sowie wissenschaftliche Fundiertheit und praktische Relevanz. Beispiele und Erfahrungswerte aus der Praxis beleuchten die für den Rechtsanwender entscheidenden Problemstellungen. Mit seiner kompakten und sys tematischen Darstellung wendet sich das Buch vor allem an Praktiker und leistet zugleich einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Durchdringung des neuen Erbrechts.
Die Herausgeber:




Univ.-Prof. Dr. Astrid Deixler-Hübner ist Institutsvorständin am Institut für Österreichisches und Europäisches Zivilverfahrensrecht an der Universität Linz. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Familienrecht. Sie ist Verfasserin zahlreicher Publikationen auf diesem Gebiet, bei Gesetzesvorhaben beigezogene Rechtsexpertin und beim Fachpublikum anerkannte Vortragende im In- und Ausland.
Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer ist am Institut für Zivilrecht der Universität Wien tätig; Gastprofessuren und Lehrtätigkeit an mehreren Universitäten des In- und Auslands; Titularmitglied der Académie internationale de droit comparé (Paris); Arbeitsschwerpunkte: Privates Wirtschaftsrecht, Vertragsrecht, Versicherungsvertragsrecht, Erbund Stiftungsrecht, Sachwalterrecht.

