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Leseprobe Erbrecht NEU

Page 1


Deixler-Hübner | Schauer (Hrsg.)

Inkl. Gesetzestext und Erläuterungen

Erbrecht NEU

 Rechtspolitische Grundlagen

 Erbrecht und Familie

 Letztwillige Verfügungen

 Pflichtteilsrecht/-anrechnung

 Unternehmensübertragung

 Steuerrecht und Bankenpraxis

Deixler-Hübner | Schauer (Hrsg.)

Erbrecht NEU

Erbrecht NEU

 Rechtspolitische Grundlagen

 Erbrecht und Familie

 Letztwillige Verfügungen

 Pflichtteilsrecht/-anrechnung

 Unternehmensübertragung

 Steuerrecht und Bankenpraxis

herausgegeben von

Univ.-Prof. Dr. Astrid Deixler-Hübner

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer

LexisNexis® Österreich vereint das Erbe der österreichischen Traditionsverlage Orac und ARD mit der internationalen Technologiekompetenz eines der weltweit größten Medienkonzerne, Reed Elsevier. Als führender juristischer Fachverlag deckt LexisNexis® mit einer vielfältigen Produktpalette die Bedürfnisse der Rechts-, Steuer- und Wirtschaftspraxis ebenso ab wie die der Lehre. Bücher, Zeitschriften, Loseblattwerke, Skripten, die Kodex-Gesetzestexte und die Datenbank LexisNexis® Online garantieren nicht nur die rasche Information über neueste Rechtsentwicklungen, sondern eröffnen den Kunden auch die Möglichkeit der eingehenden Vertiefung in ein gewünschtes Rechtsgebiet. Nähere Informationen unter www.lexisnexis.at

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-7007-6353-6

LexisNexis Verlag ARD Orac GmbH & Co KG, Wien http://www.lexisnexis.at Wien 2015

Best.-Nr. 92.111.001

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Es wird darauf verwiesen, dass alle Angaben in diesem Werk trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung des Verlags, der Herausgeber und der Autoren ausgeschlossen ist.

Foto Deixler-Hübner: Fotostudio Engleder

Foto Schauer: beigestellt

Druckerei: Prime Rate GmbH, Budapest

Vorwort

ImRückblickkönntesichdasJahr2011alsMarksteinfürdieWeiterentwicklungdes ABGBerweisen.BekanntlichhattedasBundesministeriumfürJustizdas200-Jahr-Jubiläum desGesetzeszumAnlassgenommen,eineschrittweiseReformdieserzweitältestennochin KraftstehendenZivilrechtskodifikationinEuropainAngriffzunehmen.Diesesals „ABGB 200plus“ bezeichneteProjekthatinzwischendeutlicheKonturengewonnen.NachderReformdesDarlehensrechtsdurchdasDaKRÄG(BGBlI2010/28),derGesellschaftbürgerlichenRechtsdurchdasGesbR-RG(BGBlI2014/83)unddesKindschaftsrechtsdurchdas KindNamRÄG2013(BGBlI2013/15)liegtnunmehrdasErbRÄG2015alsbisherjüngster undzugleichumfassendsterTeildesReformprojektsvor.ZwarlässtderäußereUmfangder Reform – nahezualleBestimmungendesErbrechtsimABGBwurdenneugestaltet – keinen RückschlussaufdiematerielleEingriffstiefezu.DennvieledergeändertenRechtsnormen wurdenlediglichneuformuliert:DasmehralszweiJahrhundertealteundbisweilenbiedermeierlichanmutendeIdiomdesABGBwurdeindiemoderneSprachedes21.Jahrhunderts übersetzt.GleichwohlmusssichdieRechtsanwendungauchaufinhaltlicheNeuerungenvon beachtlichemUmfangeinstellen.ZugleichmitderEuropäischenErbrechtsverordnung,diebereitsseitdem17.8.2015anwendbarist(vgldazu Deixler-Hübner/Schauer [Hrsg],KommentarzurEU-Erbrechtsverordnung[2015]),liegtnunmehreinenahezuvollständigeNeugestaltungdesösterreichischenErbrechtsvor.

WenngleichdieReformdesinnerstaatlichenErbrechtserstam1.1.2017inKrafttritt,so bestanddochbaldeingroßerBedarfanInformationüberdieneueRechtslage.DiesenUmstandnahmdieÖsterreichischeGesellschaftfürFamilien-undVermögensrecht(www.ogfv.at) zumAnlass,gemeinsammitderBankAustriaeineFachtagungzurReformdesErbrechtsabzuhalten.DieTagungfandam16.9.2015alsersteVeranstaltungzurErbrechtsreformnach derparlamentarischenBeschlussfassungüberdasErbRÄGstatt.DergroßeErfolgunddie überauspositiveResonanz,diedieTagungbeidenzahlreicherschienenenTeilnehmerinnen undTeilnehmernfand,veranlasstedieVeranstalterzurPublikationderErgebnisseimvorliegendenTagungsband.DieHerausgeberhoffen,auchaufdieseWeiseeineersteOrientierungshilfefürdenUmgangmitdemneuenRechtanzubietenundzugleicheinenBeitragfürdie weitereDiskussioninWissenschaftundPraxiszuleisten.

AnlässlichderPublikationdesvorliegendenBandeshabenwirvielfältigenDankzusagen.ErgehtzunächstandieBankAustria,namentlichanFrauMag. ElkeWilli ,fürdieperfekteKooperationbeiderVorbereitungundOrganisationderFachtagungam16.9.2015. WirdankendenAutorinnenundAutoren,dieunsihreManuskriptesoraschzurVerfügung gestellthaben,dassdieserBandzeitnahnachderTagungerscheinenkann.Wirdankenauch unserenMitarbeiterninLinzundWien,besondersHerrnMag. AlexanderMeisinger und Frau HannahStadlober,fürihreumfangreicheUnterstützungbeiderredaktionellenVorbereitungdiesesBandes.SchließlichdankenwirdemVerlagLexisNexis,namentlichHerrn Mag. MichaelSchachner,fürdieAufnahmedesBandesindasVerlagsprogrammundfürdie raschePublikation.

Linz/Wien,imOktober2015

AstridDeixler-Hübner/MartinSchauer

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ..........................................................................................................................V

AutorInnenverzeichnis ................................................................................................XIII

DieReformdesösterreichischenErbrechts2015 – RechtspolitischeZiele (GeorgKathrein)..............................................................................................................1

I.EinleitungundEinstiegindieReform......................................................................1

A.Überblick...........................................................................................................1

B.FachlicheAspektederReform............................................................................2

C.StellenwertderReforminderPrivatrechtsentwicklung........................................2

D.TempodesReformprozesses...............................................................................3

E.RechtspolitischeMotive.....................................................................................5

II.EinigeGrundanliegenderReform............................................................................6

A.AnpassungandiegeändertenVerhältnisse..........................................................6

1.Allgemeines..................................................................................................6

2.BisherigeRechtsentwicklungenimErbrecht...................................................7

3.AnpassungandiemodernenwirtschaftlichenVerhältnisse..............................7

4.AnpassungandiemodernensozialenundfamiliärenVerhältnisse...................8

5.AnpassungandiemodernengesellschaftlichenVerhältnisse...........................9

B.Gesamtreform – Teilreform...............................................................................10

C.CharakterderReform.......................................................................................11

1.VerständlichkeitderRechtstexte...................................................................11

2.RechtlicheVerständlichkeit..........................................................................11

3.Gesetzestechnik...........................................................................................12

4.EntfallvonRegelungen...............................................................................12

5.DispositiverCharakter.................................................................................13

D.PrinzipderRechtskontinuität............................................................................13

2.BeispielefürnichtübernommeneVorschläge...............................................15

III.Zusammenfassung..................................................................................................17

III.AktualisierungendesGesetzestextes.......................................................................22

IV.InhaltlicheÄnderungen..........................................................................................23

II.GesetzlichesErbrechtdesEhegatten,eingetragenenPartners undLebensgefährten..............................................................................................29

2.AuflösungderEheundeingetragenenPartnerschaft.....................................31

3.AußerordentlichesErbrechtdesLebensgefährten..........................................33

4.GesetzlichesVorausvermächtnisdesEhegatten/ePundLebensgefährten........35

a.Ehegatte – eingetragenerPartner.............................................................35

1.Allgemeines................................................................................................37

2.ErbeinsetzungbeibereitsbeendeterPartnerschaft.........................................37

a.ErbeinsetzungwährendderEhebzweingetragenenPartnerschaft............37

b.ErbeinsetzungvorderEhebzweingetragenenPartnerschaft....................38

c.BeendigungderLebensgemeinschaft.......................................................39

3.AnhängigkeiteinesAuflösungsverfahrens....................................................39

III.Pflegevermächtnis..................................................................................................40

LetztwilligeVerfügungeneinschließlichErbunwürdigkeits-undEnterbungsgründe

V.ZeugenletztwilligerAnordnungen..........................................................................50

VI.ErbvertragundSchenkungaufdenTodesfall..........................................................51

VII.Erbunwürdigkeit.....................................................................................................52

VIII.Enterbungsgründe..................................................................................................53

PflichtteilsrechteinschließlichGestaltungderPflichtteilsdeckung (MartinSchauer)......55

I.Vorbemerkung........................................................................................................55

II.Grundlagen............................................................................................................55

III.PflichtteilsberechtigtePersonen...............................................................................57

A.Allgemeines.....................................................................................................57

B.AbstraktePflichtteilsberechtigung.....................................................................57

C.KonkretePflichtteilsberechtigung......................................................................57

IV.HöhedesPflichtteils..............................................................................................59

A.Pflichtteilsquote................................................................................................59

B.WegfalleinesPflichtteilsberechtigten................................................................59

C.Pflichtteilsminderung........................................................................................60

V.Erfüllungsarten.......................................................................................................61

A.Allgemeines.....................................................................................................61

B.Pflichtteilsdeckung...........................................................................................61

1.ErbteilundVermächtnis..............................................................................61

2.BegünstigtenstellungbeieinerPrivatstiftung................................................61

3.BeschränkungenundBelastungen................................................................63

4.ZeitpunktderBewertung.............................................................................65

VI.BeitragspflichtvonVermächtnisnehmern.................................................................65

VII.FälligkeitundVerjährung.......................................................................................66

A.Fälligkeit..........................................................................................................66

B.Verjährung.......................................................................................................66

VIII.StundungundRatenzahlungdesPflichtteils............................................................67

A.Allgemeines.....................................................................................................67

B.AnordnunginderletztwilligenVerfügung.........................................................67

C.AnordnungdurchdasGericht...........................................................................68

D.GemeinsameAspekte.......................................................................................70

IX.Enterbung..............................................................................................................71

DieAnrechnungimPflichtteilsrecht (KatharinaMüller/MartinMelzer).........................73

I.Einleitung..............................................................................................................73

II.GeltendeRechtslage...............................................................................................73

A.ErmittlungundBerechnungdesPflichtteils.......................................................73

B.GegenstandderAnrechnungimPflichtteilsrecht................................................73

1.AnrechnungvonVorempfängenundVorschüssen(§§788fABGB).............74

a.SinnundZweck.....................................................................................74

b.AnrechenbareVorempfängeiSd§§788,789ABGB...............................74

c.AnrechnungsberechtigteundAnrechnungspflichtige................................75

d.Anrechnungsmethode.............................................................................75

2.Schenkungsanrechnung(§785ABGB)........................................................76

a.SinnundZweck.....................................................................................76

b.Schenkungsbegriffdes§785ABGB.......................................................76

c.Anrechnungsberechtigte..........................................................................76

d.Anrechnungsmethode.............................................................................79

e.SubsidiärerAnspruchgegendenBeschenktennach§951ABGB...........79

C.BewertunganrechenbarerZuwendungen(§794ABGB)....................................80

D.Auskunftsanspruch...........................................................................................80

III.Kritik..................................................................................................................... 81

A.Vorempfang/Vorschuss/Schenkung....................................................................81

B.BewertungvonZuwendungen..........................................................................81

C.Anrechnung/Hinzurechnung..............................................................................82

D.BefristungundHerausgabe...............................................................................83

IV.NeueRechtslage....................................................................................................84

A.ErmittlungundBerechnungdesPflichtteils.......................................................84

B.AnrechnungvonZuwendungenaufdenTodesfall.............................................85

C.Hinzu-undAnrechnungvonSchenkungen.......................................................85

1.Allgemeines................................................................................................85

2.AnzurechnendeSchenkungen......................................................................86

3.AusnahmenvonderHinzu-undAnrechnungspflicht....................................87

a.SchenkungenannichtpflichtteilsberechtigtePersonen.............................87

b.SchenkunganPflichtteilsberechtigte.......................................................88

D.AusnahmenvonderHinzu-undAnrechnung....................................................88

E.Rechenmethode................................................................................................89

F.Auskunftsanspruch...........................................................................................89

G.BewertungderSchenkung................................................................................89

H.HaftungdesGeschenknehmers.........................................................................90

V.StellungnahmeausPraktikersicht............................................................................92

UnternehmensnachfolgeimLichtdeskünftigenErbrechts (SusanneKalss).................95

I.BesonderheitenbeiVererbungvonunternehmerischenVermögen............................95

A.AufgabenvonErbrechtundGesellschaftsrecht..................................................95

B.EigentumvermitteltHerrschaftsrechteundVermögensrechte..............................97

C.UnterschiedlichebetroffeneInteressen...............................................................99

D.UnternehmerischesVermögenals „Sondervermögen“ ......................................100

II.BesondereRegelungenfürbestimmteUnternehmen..............................................101

A.LandwirtschaftlicheUnternehmen – Erbhöfe...................................................101

B.Familienfideikommiss.....................................................................................101

III.PrivatautonomeNachbildungdieserRegelungen...................................................102

,ErbrechtNEU,LexisNexis

IV.GestaltungsmöglichkeitenfürUnternehmennachdemkünftigenErbrecht..............104

A.Gesellschaftsrecht – Erbrecht..........................................................................104

B.DinglicheZuordnung......................................................................................104

V.GesellschaftsrechtlicheGestaltungsmöglichkeiten..................................................105

A.Personengesellschaften....................................................................................106

B.Kapitalgesellschaftsrecht.................................................................................109

VI.ErbrechtlicheInstrumente.....................................................................................109

A.Zeitgewinn.....................................................................................................109

VII.ArtderPflichtteilserfüllung...................................................................................111

A.DinglicheZuordnungeinzelnerGegenstände...................................................111

B.VonGeldverschiedeneVermögensgegenstände................................................111

C.WertmäßigeDeckung – keinliquiderVermögensgegenstand............................111

D.TrennungvonHerrschaftundNutzung............................................................112

E.GemeinsamesTragendesunternehmerischenRisikos......................................113

VIII.Zusammenfassung................................................................................................115

ErbrechtsreformausSichtderBankenpraxis

I.Pflichtteilsrecht(§§761ffABGBnF)..................................................................118

II.Schenkungsanrechnung(§§780ffABGBnF)......................................................118

III.AußerordentlichesErbrechtderLebensgefährten(§748ABGBnF).......................119

IV.Pflichtteilsminderung(§776ABGBnF)...............................................................119

V.Formvorschriften..................................................................................................119

VI.NeueEU-Erbrechtsverordnung..............................................................................119

VII.Auflagen,Bedingungen........................................................................................120

VIII.KapitalvermögeninderVerlassenschaft................................................................120

IX.§762ABGBnFBedingungenundBelastungen...................................................120

X.§539ABGBnFErbunwürdigkeit........................................................................120

XI.§768ABGBnFAuskunftsanspruch.....................................................................121

KeineErbschaftssteuerinÖsterreich?ZurBesteuerungvonunentgeltlichen ZuwendungeninÖsterreich (SabineKirchmayr).........................................................123

I.Ausgangslage.......................................................................................................123

II.ZurSteuerpflichtvonDepotüberträgenanlässlichunentgeltlicherVorgänge............124

A.AllgemeineGrundsätze...................................................................................124

B.ZurunentgeltlichenDepotübertragungvoneineminländischenDepot..............125

1.NachweisgegenüberderdepotführendenStelle..........................................125

2.BeauftragungderdepotführendenStelle.....................................................126

C.ZurunentgeltlichenDepotübertragungvoneinemausländischenDepot............127

III.UnentgeltlicheErwerbeinderGrunderwerbsteuer.................................................128

A.Übersicht........................................................................................................128

B.BemessungsgrundlageNEU............................................................................128

C.TariffürunentgeltlicheErwerbe......................................................................129

Inhaltsverzeichnis

D.TatbestandNEU:ÜbertragungvonAnteilenanPersonengesellschaften............130

E.AnteilsvereinigungbeiPersonen-undKapitalgesellschafteniSd§1Abs3 GrEStG..........................................................................................................131 IV.Zusammenfassung................................................................................................132

BUNDESGESETZBLATTFÜRDIEREPUBLIKÖSTERREICH

688derBeilagenXXV.GP – Regierungsvorlage – Erläuterungen

718derBeilagenzudenStenographischenProtokollendesNationalrates XXV.GP:BerichtdesJustizausschusses .....................................................................203

Stichwortverzeichnis

AutorInnenverzeichnis

Univ.-Prof.Dr.AstridDeixler-Hübner InstitutsvorständinamInstitutfürEuropäischesundÖsterreichisches ZivilverfahrensrechtderJohannesKeplerUniversitätLinz;Verfasserin zahlreicherPublikationenaufdemGebietdesZivilverfahrens-undFamilienrechtssowiebeigezogeneExpertininGesetzgebungsverfahren (zBKindRÄG2001,KindNamRÄG2013).FachvorträgeundGastvorlesungenanin-undausländischenUniversitäten.

Univ.-Prof.Dr.ConstanzeFischer-Czermak UniversitätsprofessorinamInstitutfürZivilrechtderRechtswissenschaftlichenFakultätderUniversitätWien,derzeitInstitutsvorstand;Vorträge undSeminarefürPraktiker;RedakteurinderZeitschriftfürEhe-undFamilienrecht(EF-Z);PublikationenaufallenGebietendesZivilrechtsmit SchwerpunktenimErb-undFamilienrecht,Schuldrecht,Verbraucherrecht.

Univ.-Prof.Dr.SusanneKalss,LL.M.(Florenz) istseit2003ProfessorinamInstitutfürZivil-undUnternehmensrecht anderWirtschaftsuniversitätWien.Siehabilitiertesich2000undging fürdreiJahreandieUniversitätKlagenfurt.2003wurdeihrvomFWF auchderSTART-Preiszuerkannt,densiefüreinForschungsprojekt „RechtsvergleichendesRechtderKapitalgesellschaften“ nutzte.SusanneKalssistspezialisiertaufUnternehmens-,Gesellschafts-,Kapitalmarkt-undStiftungsrecht.SieistMitherausgeberindesKommentars zumAktiengesetzunddesHandbuchsfürdenAufsichtsratsowiedes HandbuchsfürErbrechtundVermögensnachfolge.SieistMitautorin desBuchsÖsterreichischesGesellschaftsrechtunddeszuletzterschienenBuchsFamilienunternehmen.

SCHon.-Prof.Dr.GeorgKathrein

Seit2008LeiterderZivilrechtssektionimBMJ.WissenschaftlichverschiedensteArbeitenimZivilrecht,zBHerausgabederGroßenManz’schen AusgabezumABGB.KommentierungdesAnerbenrechts,desEherechts, desKonsumentenschutzrechtsunddeszivilrechtlichenJugendwohlfahrtsrechts.MitgliedderRedaktionderZVR.

Seit2003HonorarprofessoramInstitutfürZivilrechtderRechtswissenschaftlichenFakultätderUniversitätWien.

Univ.-Prof.Dr.SabineKirchmayr

Univ.-Prof.Dr.SabineKirchmayristVorstanddesInstitutsfürFinanzrechtanderjuridischenFakultätderUniversitätWien.SieistSteuerberaterinundPartnerbeiLeitnerLeitner.IhreForschungsschwerpunkte sindnationaleundinternationaleUnternehmensbesteuerungsowieKapitalveranlagungsinstrumente.FrauUniv.-Prof.Dr.SabineKirchmayristMitautorinundMitherausgeberindesKommentarszurGruppenbesteuerung (2009).

Dr.MartinMelzer,LL.M.,TEP

istalsRechtsanwaltundJuniorPartnerbeiMüllerPartnerRechtsanwälte tätig.NachseinerPromotionanderUniversitätWienabsolvierteerein LLM-StudiumanderUniversityofStellenbosch.DerSchwerpunktseinerTätigkeitliegtimBereichStiftungsrecht,Vermögensweitergabe,UnternehmensnachfolgesowieGesellschaftsrecht.MartinMelzeristAutor zahlreicherFachpublikationenzumStiftungs-undErbrechtundVerfasser desBuches „DasösterreichischePrivatstiftungsrechtunddasneueliechtensteinischeStiftungsrechtimVergleich“

Dr.ChristophMondel,MBL(Notarsubstitut)

AutorzahlreicherVeröffentlichungenzumLiegenschafts-,Erb-undAußerstreitrecht;VerfasserdesStandardwerkszurKuratel „DieKuratoren imösterreichischenRecht2“;erbrechtlicherRedakteurderiFamZ.LaufendeVortragstätigkeit,insbesonderezudengenanntenThemengebieten.

DDr.KatharinaMüller,TEP

istpromovierteJuristinundHandelswissenschaftlerin.Siewarzunächst UniversitätsassistentinanderWirtschaftsuniversitätWienundistseit 1999alsRechtsanwältininWientätig.AlsGründungspartnerinder KanzleiMüllerPartnerRechtsanwälteberätsiebeiderGestaltung,Verwertung,Erhaltung,WeitergabeundAufteilungprivatenVermögens.Ein SchwerpunktihrerTätigkeitliegtimStiftungsrecht.KatharinaMüllerist AutorinzahlreicherFachpublikationenundHerausgeberindeskürzlich erschienenen „HandbuchStiftungsmanagement“ .

Univ.-Prof.Dr.MartinSchauer

Seit2001UniversitätsprofessoramInstitutfürZivilrechtderUniversität Wien;zuvorUniversitätsprofessorfürBürgerlichesRechtundHandelsrechtanderWirtschaftsuniversitätWienundVorstanddesForschungsinstitutsfürMittel-undOsteuropäischesWirtschaftsrecht.GastprofessurenundLehrtätigkeitanmehrerenUniversitätendesIn-undAuslands. TitularmitgliedderAcadémieinternationalededroitcomparé(Paris).Arbeitsschwerpunkte:PrivatesWirtschaftsrecht,Vertragsrecht,Versicherungsvertragsrecht,Erb-undStiftungsrecht,Sachwalterrecht.

Mag.ElkeWilli

istSeniorWealthAdvisorimBankAustriaPrivateBanking/WealthAdvisoryServicesderUniCredit.SieistdortimTeam „Tax,Foundations& EstatePlanning“ fürdasThemaderVermögensweitergabeundNachfolgeplanungverantwortlichundauchmitStiftungsagendenbefasst.FrauElke WilliistJuristinundhatauchdieAusbildungzumCFP®,EFA®absolviert.NachlangjährigerErfahrunginunterschiedlichenBereichenderBank istsienunseiteinigenJahrenimWealthAdvisoryServicesderBankAustriaundderSchoellerbankfürdieseThemenbereichetätig. SieverfasstArtikelininternenundexternenPublikationenundistVortragendebeiVeranstaltungenzudiesenThemen.

Fotonachweise:

Deixler-Hübner:FotostudioEngleder

Fischer-Czermak:privat

Kalss:FotostudioWilke

Kathrein:privat

Kirchmayr:FotostudioAndorfer

Melzer:VOGUS

Mondel:privat

Müller:GoranAndric,www.ga-photography.at

Schauer:privat

Willi:MarkusWache,Lichtstark

erhaltenhat,derVerlassenschafthinzuzurechnenundaufeinenGeldpflichtteildesGeschenknehmersanzurechnen.AusgangspunktderRegelungistdieSchenkunggem§§938ff ABGB,wobei§781Abs2ABGBnFvoneinemweitenSchenkungsbegriffausgeht.

NachdenMaterialiennormiertdasErbRÄG2015eineneueTerminologieimAnrechnungsrecht.BeiZuwendungenzuLebzeitendesVerstorbenensinddie „Hinzurechnung“ und die „Anrechnung“ zuunterscheiden.100 Demnachistunter Hinzurechnung die rechnerische AdditiondesWertsderSchenkungzurVerlassenschaft zuverstehen; Anrechnung bedeutetwiederum,dassdie SchenkungvondemnachderenHinzurechnungzurVerlassenschafterhöhtenGeldpflichtteilabzuziehen ist.101 JedeimzweipersonalenVerhältnisanzurechnendeSchenkung(waseineSchenkunganeinenPflichtteilsberechtigtenvoraussetzt)ist davorimmerauch „hinzuzurechnen“ .

2.AnzurechnendeSchenkungen

§781Abs2ABGBnFregelt,welcheZuwendungenunterLebendenalsanrechnungspflichtigeSchenkungenzuqualifizierensind.

NachZ1dieserBestimmungistdie AusstattungeinesKindes – ähnlichwiebeimderzeitigen§788ABGBaF – anzurechnen,auchwennaufsieeinRechtsanspruchbesteht.BesitzteinKindkeineigenes,zueinerangemessenenAusstattunghinlänglichesVermögen,so sindElternoderGroßelternnachderReihenfolgeundnachdenGrundsätzen,nachdenen siefürdenUnterhaltderKinderzusorgenhaben,nach§1220ABGBverpflichtet,denKindernoderEnkelkindernbeiihrerVerehelichungeineAusstattungzugebenoderdazuverhältnismäßigbeizutragen.

NachZ2istein VorschussaufdenPflichtteil wiebishernach§789ABGBaFaufden Pflichtteilanzurechnen.EineAnrechnungerfolgtauchdann,wennderErblasserundderGeschenknehmerdiesnichtausdrücklichvereinbarthaben.

NachZ3istdie AbfindungfüreinenErb-oderPflichtteilsverzicht anzurechnen.DabeifolgendieMaterialienderAnsichtvon Likar-Peer und Umlauft,wonachdieAbfindung idRdazudient,demErb-bzwPflichtteilsrechtdesVerzichtendenvorzeitigzuentsprechen unddaher – jedenfallsbeierbrechtlicherBetrachtung – nichtalsentgeltlichesGeschäftaufgefasstwerdenkann.102

Z4nenntnunausdrücklichdie VermögenswidmunganeinePrivatstiftungalsAnwendungsbereichderHinzu-undAnrechnungsregelungen;Z5stelltklar,dassauchdieEinräumungeinerStellungalsBegünstigtereinerPrivatstiftung,soweitihrderVerstorbenesein Vermögengewidmethat,alsSchenkungiSd§781ABGBnFgilt.DieMaterialienführen hierzuaus,dass „einedoppelteBerücksichtigung,einerseitsalsSchenkungandiePrivatstiftungundandererseitsalsEinräumungderBegünstigtenstellung,welcheauchdenWertbisherigerundkünftigzuerwartenderAusschüttungenandenBegünstigtenumfasst,ausscheidet“ . 103 ZudemistlediglichjenesVermögenderPrivatstiftungzuberücksichtigen,welches derVerstorbenendiesergewidmethat.DieMaterialienführendazuaus,dass „nursolche Ausschüttungenhinzuzurechnensind,welchederPflichtteilsberechtigtealsBegünstigtertatsächlichbiszumErbfallerhaltenhatundsolche,dieernachdemErbfallerhaltenwird.Hie-

100 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs1,32f.

101 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs1,33.

102 Likar-Peer in Ferrari/Likar-Peer,Erbrecht301; Umlauft,Anrechnung293f;ErläutRV688BlgNR25.GP zu§781Abs2,33.

103 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§781Abs2,33;sieheauch Zöchling-Jud inFSWelser380.

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schenVerstorbenemundGeschenknehmervereinbartwurde.110 Die VereinbarungderAnrechnungspflicht warbishernichtvorgesehen.

WeiterssindSchenkungenaneinenPflichtteilsberechtigtengem§785ABGBnFinsoweit nichtaufdessenPflichtteilanzurechnen,alsderVerstorbeneden ErlassdieserAnrechnung letztwilligverfügt odermitihmvereinbarthat.IneinemsolchenFallistdievonderAnrechnungbefreiteZuwendungbeiderErmittlungdesPflichtteilsdesPflichtteilsberechtigtennicht hinzuzurechnen.FürdenVertragüberdenErlassderAnrechnungistdie Notariatsaktsform (wiebeiPflichtteilsverzichtsverträgen)vorgesehen.DamitwirddasbisherigeSystemderVorschüsseumgekehrtunddieHinzu-undAnrechnungwirdzumGrundprinziperhoben,von demausdrücklichabgegangenwerdenmuss(bishermusstedieAnrechnungbeiHingabedes Geschenksvereinbartwerden).

E.Rechenmethode

In§787ABGBnFwirddieneueRechenmethode,dhdieDurchführungder Hinzu-und Anrechnung,geregelt.DemnachsindSchenkungenderVerlassenschaft(imWegederHinzurechnung)nachAbs1rechnerischhinzuzuschlagen.VonderdadurchvergrößertenVerlassenschaftsinddiePflichtteilezuermitteln.

NachAbs2istvondemaufdieseWeisevergrößertenPflichtteildieSchenkunganden pflichtteilsberechtigtenGeschenknehmerabzuziehen,dhdieAnrechnungistvorzunehmen. NunmehrerfolgtdieAnrechnungnichtnuraufjenenTeil,dersichausderHinzurechnung ergibt(früher:Schenkungspflichtteil),sondernerfasstauchdenvonderVerlassenschaftberechnetenTeildesPflichtteils.

F.Auskunftsanspruch

Personen,welcheberechtigtsind,dieHinzurechnungvonSchenkungenzuverlangen,habendiesbezüglicheinen Auskunftsanspruchgegen die Verlassenschaft,die Erben unddie Geschenknehmer (§786ABGBnF).Neuist,dassderAuskunftsanspruchsich – entgegen derbisherigenRechtsprechung111 undhL112 – auchgegendenGeschenknehmerrichtenkann.

G.BewertungderSchenkung

BisherwarenbeweglicheSachennachdemZeitpunktdesErbanfalls,unbeweglicheSachenhingegennachdemZeitpunktdesEmpfangszubewerten.113 VonderLehrewurdediese DifferenzierungbeiderBewertungalsunbilligempfunden.114 ZurBewertungvonBargeldzuwendungenschwiegdasGesetz.

Schenkungensindnachdemneuen§788ABGB einheitlichzumSchenkungszeitpunktzubewerten .FürdenBeginndesFristenlaufssollesdaraufankommen,wannder VerstorbenedieSchenkung(entsprechendderVermögensopfertheorie)wirklichgemacht hat,derSchenkungsvertragalsovorbehaltloserfülltwordenist.DamitfolgtdasGesetz

110 ErläutRV688BlgNR25.GPzu§784,35.

111 8Ob55/13s.

112 Konecny in Fasching,ZPO2,EGZPOArtXLIIRz45mwNund6Ob716/85;jüngstdenAuskunftsanspruchgegeneine „beschenkte“ Privatstiftungverneinend8Ob55/13s.

113 Siehe§794ABGB.

114 Siehe Welser,Erbrechtsreform,17.ÖJTII/I,144.

Deixler-Hübner/Schauer,ErbrechtNEU,LexisNexis

Das Erbrechtsänderungsgesetz 2015, das im Sommer 2015 beschlossen wurde, bringt die umfangreichste Reform des österreichischen Erbrechts seit der Einführung des ABGB vor mehr als 200 Jahren.

Um die sich aus der Reform ergebenden Auswirkungen für die Vermögensplanung und die Nachlassabwicklung eingehend zu untersuchen, wurde am 16. September 2015 in Wien die Fachtagung „Reform des Erbrechts“ mit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis abgehalten. Dabei wurden alle wesentlichen Themen der Reform erörtert: das neue Pflegevermächtnis, das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten und des Lebensgefährten, die Änderungen bei den letztwilligen Verfügungen sowie die weitreichende Neugestaltung des Pflichtteilsrechts

„Erbrecht NEU“ besticht durch seine Aktualität sowie wissenschaftliche Fundiertheit und praktische Relevanz. Beispiele und Erfahrungswerte aus der Praxis beleuchten die für den Rechtsanwender entscheidenden Problemstellungen. Mit seiner kompakten und sys tematischen Darstellung wendet sich das Buch vor allem an Praktiker und leistet zugleich einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Durchdringung des neuen Erbrechts.

Die Herausgeber:

Univ.-Prof. Dr. Astrid Deixler-Hübner ist Institutsvorständin am Institut für Österreichisches und Europäisches Zivilverfahrensrecht an der Universität Linz. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Familienrecht. Sie ist Verfasserin zahlreicher Publikationen auf diesem Gebiet, bei Gesetzesvorhaben beigezogene Rechtsexpertin und beim Fachpublikum anerkannte Vortragende im In- und Ausland.

Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer ist am Institut für Zivilrecht der Universität Wien tätig; Gastprofessuren und Lehrtätigkeit an mehreren Universitäten des In- und Auslands; Titularmitglied der Académie internationale de droit comparé (Paris); Arbeitsschwerpunkte: Privates Wirtschaftsrecht, Vertragsrecht, Versicherungsvertragsrecht, Erbund Stiftungsrecht, Sachwalterrecht.

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