„Vun enormer Komplexitéit“ Formateur Luc Frieden muss trotz schlechter Haushaltslage und drohender Rezession sein Versprechen von Steuersenkungen einlösen
Le grand écart L’intérêt du Luxembourg pour la péninsule arabique renaît après dix ans d’éloignement
Out of office Les socialistes digèrent leur étrange victoire
Spiegelneuronen, Time-Outs und Frustrationstoleranz Die sogenannte positive Erziehung polarisiert in Frankreich. Hierzulande gibt es einen breiteren Konsens
Le linge sale de la famille RTL L’affaire dite Lunghi/RTL a occupé le tribunal cette semaine. Où il est question de manipulation d’images, de pressions hiérarchiques et de journalisme à sensation
Photo : Sven Becker
Unabhängige Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur
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70. Jahrgang 20.10.2023
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T H E M A
20.10.2023
„Vun enormer Komplexitéit“ Luc Laboulle
Formateur Luc Frieden muss trotz schlechter Haushaltslage und drohender Rezession sein Versprechen von Steuersenkungen einlösen. Er möchte das Triple A behalten und gleichzeitig gegen Armut und Klimawandel kämpfen. Wie will er das bezahlen?
UEL-Direktor Jean-Paul Olinger bringt schon mal den Umzugskarton mit
Wieder „D’Atmosphär war esou wéi d’Wieder hei baussen ass, dat heescht et war eng exzellent Atmosphär“, schwärmte Formateur Luc Frieden (CSV) am Freitagnachmittag vor Journalist/innen, die wissen wollten, wie die beiden ersten Verhandlungstage zur Bildung der Koalition zwischen CSV und DP verlaufen sind. Die Hohen Beamten aus dem Finanzministerium hatten den Delegationsmitgliedern am Donnerstag erklärt, dass das Haushaltsdefizit höher sein werde als noch im Frühjahr gedacht. Radio 100,7 berichtete am Dienstag, die Finanzinspektion IGF gehe inzwischen davon aus, dass der Gesamtstaat in diesem Jahr ein Defizit von 1,5 Milliarden Euro aufweisen werde, der Zentralstaat eines von 2,2 Milliarden Euro. Bei der Vorstellung des Wachstums- und Stabilitätspakts hatte DP-Finanzministerin Yuriko Backes im April vorausgesagt, das Defizit des Gesamtstaats werde bei 1,22 Milliarden und das des Zentralstaats bei 2,3 Milliarden Euro liegen. Im Haushaltsentwurf 2023, den sie vor einem Jahr vorstellte, ging Yuriko Backes noch von 1,8 beziehungsweise 2,8 Milliarden Euro Defizit aus, doch dank gestiegener Steuereinnahmen unter anderem wegen der kalten Progression und bei den Akzisen wurden diese Prognosen nach unten revidiert. Allerdings war schon seit der letzten Tripartite gewusst, dass der Solidaritéitspak 3.0 noch zu höheren Ausgaben führen und für Steuererleichterungen kaum noch „Sputt“ bleiben werde.
Ganz überraschend kam das hohe Haushaltsdefizit für den Formateur und seine Delegationen demnach nicht. Neu an den in dieser Woche vorgestellten Zahlen ist wohl, dass die Finanzinspektion inzwischen davon ausgeht, dass die Staatsschuld nach 2026 auf über 30 Prozent des BIP steigen könnte (auf 32,4 Prozent im Jahr 2027). Die magische 30-Prozent-Grenze hatte DP-Finanzminister Pierre Gramegna schon 2013 als Bedingung für den Erhalt des Triple A ausgewiesen. Auch die CSV wollte daran festhalten. Als Luc Frieden noch Präsident der Handelskammer war, forderte er, dass die Staatsschuld nicht höher als 20 bis 25 Prozent des BIP sein dürfe. Das hohe Haushaltsdefizit sei einerseits auf makroökonomische Faktoren wie Krieg und Energiekrise zurückzuführen, andererseits auf nationale Entscheidungen, die im Rahmen der Tripartite getroffen wurden, berichtete Formateur Frieden am Freitag. Die Beamten von der Adem und der IGSS hätten die Delegationen darüber aufgeklärt, dass die Zahl der Beschäftigten weniger hoch sei als „in der Vergangenheit“, was zur Folge habe, dass die Zahl derer, die in Rente gehen, schneller wachse als die neuer Beitragszahler, erzählte Frieden. Auch das passiert nicht ganz unerwartet, selbst wenn im Wahlkampf außer der ADR keine Partei sich mit der Rentenfrage auseinanderzusetzen traute.
Alte Bekannte: Luc Frieden mit ConfederationPräsidentin Carole Muller und Tom Wirion, Direktor der Handwerkerkammer
Am Freitagvormittag hatte Statec-Direktor Serge Allegrezza davor gewarnt, dass es in diesem Jahr auch in Luxemburg zu einer Stagnation oder sogar Rezession kommen könne. In seinem Konjunkturflash vom September hatte das Statistikamt für das zweite und dritte Trimester 2023 zwar eine Verschlechterung der Wirtschaftsleistung gegenüber dem ersten festgestellt, für 2024 hatte es allerdings ein Wachstum von 2,5 Prozent des BIP vorausgesagt, gegenüber 1,5 Prozent in diesem Jahr. Auch in dem am Freitag der Verhandlungsdelegation präsentierten „provisorischen“ Szenario rechnet das Statec für 2024 mit einem leichten Wiederaufschwung. Woran es den plötzlichen und drastischen Einbruch für 2023 festmacht, der eine erstaunliche Abweichung von der „normalen“ Konjunkturprognose darstellt, wird aus der Präsentation nicht ersichtlich. Die Inflation geht laut Statec weiter zurück, die nächste Indextranche könnte je nach Szenario Mitte oder Ende nächsten Jahres oder erst in 2025 fallen; die Reallöhne sind höher als in den Nachbarländern. Vielleicht ist der Krieg zwischen Israel und Palästina am Einbruch Schuld. Oder die Krise im Bausektor? Oder der sich abzeichnende Regierungswechsel in Luxemburg?
Neben der Bildungspolitik bestehen die meisten Differenzen zwischen den potenziellen Koalitionspartnern in der Finanzpolitik
Triple A Die einzige Entscheidung, die CSV und DP
am Freitag trafen: Sie wollen alles daran setzen, das Triple A zu erhalten beziehungsweise „datt mer näischt wäerte maachen, dat den Triple A a Gefor setzt“, damit der Staat weiter Anleihen zu „vernünftigen“ Zinssätzen aufnehmen könne, sagte Luc Frieden. Dass der Staat weiter Schulden machen muss, daran ließ der Formateur keine Zweifel.
Wie diese Rechnung aufgehen soll, ist unklar. Schon am Mittwoch vergangener Woche hatte Frieden die Bekämpfung der Armut zur absoluten Priorität der zukünftigen Regierung erklärt, noch vor dem Wohnungsbau sowie „Umwelt, Biodiversität, Klima, erneuerbaren Energien“. Und auch der DP-Verhandlungsführer, Noch-Premier und wohl zukünftige Außenminister Xavier Bettel sprach von „Aarmut, Klima, an déi Defien, déi fir onst Land virun der Dier stinn“. Deshalb trafen die Delegationen sich am Freitagnachmittag mit den Wohlfahrtsverbänden Caritas und Croix-Rouge, die sich barmherzig um die Verlierer des Kapitalismus kümmern, die Menschen in der Gesellschaft, denen es finanziell am schlechtesten geht. Die Croix-Rouge, bei der Luc Frieden noch bis Februar in seiner Eigenschaft als Handelskammerpräsident Versammlungsmitglied war und die mit Michel Wurth von einem seiner Vorgänger in diesem Amt präsidiert wird, äußert sich nur selten zu politischen Angelegenheiten, doch die traditionell der katholischen Kirche und der CSV nahe stehende Caritas war „froh und dankbar“, dass sie zusammen mit der Croix-Rouge zu den Koalitionsgesprächen eingeladen worden war, wie ihre Präsidentin und langjährige CSV-Familienministerin Marie-Josée Jacobs am Freitagnachmittag der Presse erklärte. Am Sonntag davor hatte Jacobs noch im Centre polyvalent A Schommesch in Oberanven mit Luc Frieden das Ende von Gambia und die Rückkehr der CSV in die Regierung gefeiert. Nach dem Treffen mit den Wohlfahrtsverbänden am Freitag bezeichnete der Formateur die Armut als vielschichtige Problematik mit ganz vielen Dimensionen: Sie sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch des Wohnens, der Gesundheit, der Unterbringung von Flüchtlingen – anerkannten und nicht anerkannten –, die Thematiken seien „vun enormer Komplexitéit“. Nach dem Wochenende wurde es merklich kälter draußen. Zwar schien noch immer die Sonne, doch die Temperaturen sanken um zehn Grad Celsius, am frühen Montagmorgen waren die Blätter der Bäume rund um das Schloss Senningen mit leichtem Reif überzogen. Eine halbe Stunde nachdem die Delegati-
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onen von OGBL, LCGB und CGFP auf dem Gelände eingetroffen waren, um den zukünftigen Koalitionären ihre Forderungen vorzutragen, stellte das Statec in der Coque seinen neuesten Rapport Travail et Cohésion sociale vor. Daraus geht hervor, dass das Armutsrisiko im Jahr 2022 – trotz gestiegener Energiekosten und hoher Zinsen – im Vergleich zum Vorjahr offenbar um 0,2 Prozentpunkte leicht gesunken ist, doch noch immer 17,2 Prozent der Bevölkerung betrifft. In absoluten Zahlen sind das 108 000 Einwohner/innen. Die sozialen Ungleichheiten haben sich laut Statec insgesamt stabilisiert, doch die Unterschiede zwischen den höchsten und den niedrigsten Einkommensklassen sind gestiegen.
Mit offenen Armen: Luc Frieden begrüßt Fedil-Präsidentin Michèle Detaille
Sven Becker
Armut Der vom Statec beobachtete Rückgang des Armutsrisikos (in zwei von drei Berechnungsmethoden geht das Armutsrisiko zurück, im dritten Szenario steigt es an) könnte jedoch damit zusammenhängen, dass die Zahl der Menschen, die in tatsächliche Armut abrutschen, zunimmt. Das Statistikamt berücksichtigt in seinen Berechnungen nur Einwohner/ innen, die offiziell angemeldet sind, Obdachlose werden nicht erfasst. Gleichzeitig berichtet die Caritas, dass immer mehr Menschen mit einer Beschäftigung auf der Straße landen, ihre Haltes de nuit und Épiceries sociales aufsuchen. Offizielle Zahlen zur Armut existieren in Luxemburg nicht, Schätzungen zufolge leben 3 000 bis 5 000 Menschen auf der Straße. Doch die Beobachtungen der Wohlfahrtsorganisationen decken sich mit denen des Statec in der Hinsicht, dass Menschen, die den unqualifizierten Mindestlohn beziehen, sowohl vom Armutsrisiko als auch von tatsächlicher Armut am stärksten betroffen sind. Sie arbeiten größtenteils im Baugewerbe, in Restaurants, Gaststätten und Hotels sowie im Einzelhandel.
Armut und Armutsrisiko sind eng verknüpft mit der Wohnungsnot. „Pour les ménages du premier quartile de revenu, la charge du logement représente 57,9% de leur revenu disponible“, schreibt das Statec in seinem Bericht. Laut Caritas herrscht ein akuter Mangel an erschwinglichen Mietwohnungen, selbst sogenannte Cafészëmmeren seien inzwischen kaum noch verfügbar. Während die Verkaufspreise für Wohnungen innerhalb der letzten zwölf Monate sanken, sind die Mietpreise im gleichen Zeitraum um weitere sieben Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass über 2 000 Flüchtlinge in den Unterkünften von Caritas, Croix-Rouge und Ona festsitzen, weil sie keine Wohnung (und häufig keine Anstellung) finden, während Noch-Außenminister Jean Asselborn (LSAP) am heutigen Freitag den Notstand wegen gestiegener Asylanträge ausrufen wird. So „komplex“ diese Probleme auch sein mögen: Solange die Wohnungsnot nicht gelöst ist, können sie nur mit Sozialtransfers und anderer staatlicher Unterstützung bekämpft werden. Weder die Erhöhung des Mindestlohns, noch die der in vielen Fällen unzureichenden Mietsubvention ist jedoch in den Wahlprogrammen von DP und CSV vorgesehen. Beide Parteien bekennen sich zwar zu der regelmäßigen gesetzlichen Anpassung des sozialen Mindestlohns an die Inflation, allerdings will die DP „die Auswirkungen jeder Mindestlohnerhöhung auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und auf die Arbeitslosenquote überprüfen“. Weil die künftigen Koalitionspartner die Bekämpfung der Armut zu ihrer obersten Priorität erklärt haben, müssen sie nun kurzfristig liefern, umso mehr da die Wohnungsnot nicht in einem Jahr gelöst sein wird. Einen (degressiven) Steuerkredit für Mindestlohnempfänger haben beide Parteien in ihrem Programm. Damit die Armut nicht noch weiter steigt, verlangt die UEL, dass die neue Regierung mit hohen Investitionen die kri-
Der Formateur mit den Vertretern von CGFP, OGBL und LCGB
selnde Baubranche rettet, die der unsichtbaren Hand offenbar entglitten ist.
Als Handelskammerpräsident hatte Luc Frieden im Juli 2022 eine Studie vorgestellt, die zu dem Schluss kommt, dass sich bis 2030 durch Digitalisierung, Vereinfachung, Optimierung und Restrukturierung im öffentlichen Dienst 30 000 Stellen und 11 Milliarden Euro einsparen ließen
Am Dienstag und am Mittwoch, als am Abend der Regen einsetzte, haben die vom Formateur gebildeten Arbeitsgruppen damit begonnen, die jeweiligen Ideen und Vorschläge aus den Wahlprogrammen von DP und CSV in den einzelnen Themenfeldern zusammenzuführen. Beamte sind in den Gruppen nicht vertreten, sie bestehen ausschließlich aus Politiker/innen und Fraktionsmitarbeiter/innen, einige von ihnen sind in mehreren Gruppen vertreten. Am heutigen Freitag sollen sie dem Formateur einen ersten Zwischenbericht vorlegen, bis Mitte nächster Woche sollen sie ihre Verhandlungen abgeschlossen haben. Die Resultate der einzelnen Arbeitsgruppen werden anschließend in der Plenarversammlung besprochen. Die personelle Besetzung der Ressorts soll erst erfolgen, nachdem Luxemburg an Allerheiligen der Toten gedacht hat. Steuern Neben der Bildungspolitik bestehen die
meisten Differenzen zwischen den potenziellen Koalitionspartnern in der Finanzpolitik. Das größte und wichtigste Wahlversprechen der DP war die Individualisierung der Besteuerung durch die Zusammenführung der drei Steuerklassen in eine einzige (ohne zu präzisieren, wie sie das genau umsetzen will). Die CSV war dazu nur schrittweise und mittelfristig bereit; kurzfristig sei das nicht zu finanzieren, hatte Frieden immer wieder behauptet. Im Gegenzug versprachen die Christsozialen
die vollständige Anpassung der Steuertabelle an die Inflation sowie weitere Steuererleichterungen und Steueranreize für Geringverdiener, für junge Menschen (Starterkit) und für Senioren. Und natürlich für Betriebe – in allen Wirtschaftsbereichen. Mit den derzeitigen Haushaltsprognosen sind diese Erleichterungen aber genauso wenig zu bezahlen wie die Individualbesteuerung der DP. Man darf daher gespannt sein, auf welchen Kompromiss die beiden Parteien sich einigen werden. Und darauf, ob die DP das Finanzministerium behält oder ob es komplementär zum Staatsministerium an die CSV geht und der designierte Staatsminister es vielleicht sogar selbst übernimmt. Die CSV-Patriarchen Pierre Werner, Jacques Santer und Jean-Claude Juncker, als deren geistiger Erbe Luc Frieden sich sieht, standen stets beiden Ministerien vor. Erst in der Legislaturperiode, in der ein Machtwechsel bevorstand, gaben sie das Finanzressort an ihren designierten Nachfolger ab: Werner 1979 an Santer, Santer 1989 an Juncker, Juncker 2009 an Frieden. In der Steuerpolitik nichts zu tun, ist nach all den Wahlversprechen von CSV und DP keine Option. Deshalb geht es bei den Verhandlungen auch darum, mögliche Steuererleichterungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut trotz schlechter Haushaltsprognosen gegenzufinanzieren. Über die Forderungen der Gewerkschaften, die Betriebs- und Kapitalbesteuerung zu erhöhen und die Vermö-
genssteuer für Privatpersonen wiedereinzuführen, dürften die Mitglieder der Verhandlungsdelegationen am späten Montagvormittag zusammen mit den Vertretern der UEL, die sie nach den Gewerkschaften trafen, nur gelacht haben. Eine Senkung der Sozialausgaben und Investitionen hatte Luc Frieden im Interview mit Reporter vor den Wahlen nicht ausgeschlossen. Er hatte auch immer wieder betont, dass staatliche Subventionen sozial selektiver und nicht „mat der Géisskan“ verteilt werden sollten. Vielleicht könnte das zur Folge haben, dass kostenlose Schulbücher und Kinderbetreuung – vielleicht sogar der gratis öffentliche Transport – nur noch Geringverdienern zugute kommen. Allzu viel lässt sich damit aber vermutlich nicht sparen. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Ausgaben für Umwelt- und Klimaschutz zu kürzen, was jedoch dem Bekenntnis widersprechen würde, diesen Bereich zu den drei Hauptprioritäten der neuen CSV-DP-Koalition zu zählen. Schlanker Staat Aus verhandlungsnahen Kreisen war in dieser Woche zu vernehmen, dass Luc Frieden vor allem bei den laufenden Ausgaben des Staates den Rotstift ansetzen wolle. Alleine beim Zentralstaat machen die Gehälter rund ein Viertel der laufenden Ausgaben aus – in absoluten Zahlen sind das 6,2 Milliarden Euro. Im gesamten öffentlichen Dienst arbeiten in Luxemburg rund 100 000 Menschen. In ihrem Wahlprogramm hatte die CSV angekündigt, sie wolle alle staatlichen Prozeduren
auch digital anbieten, sie „vereinfachen und entschlacken“, damit der Staat „schneller nach außen und effizienter nach innen“ werde – eine langjährige Forderung des Patronats, die der Direktor der Handwerkerkammer, Tom Wirion, noch am Donnerstag im RTL Radio wiederholte. Als Handelskammerpräsident hatte Frieden im Juli 2022 eine Studie vorgestellt, die zu dem Schluss kommt, dass sich bis 2030 durch Digitalisierung, Vereinfachung, Optimierung und Restrukturierung im öffentlichen Dienst bis zu 30 000 Stellen und 11 Milliarden Euro einsparen ließen (d’Land, 19.08.2022). Einsparungspotenzial sah die von dem damaligen McKinsey-Luxembourg-Partner und kurzzeitigen SNCI-Chef Marc Niederkorn geleitete Arbeitsgruppe insbesondere in den öffentlichen Verwaltungen (37%), in den Schulen (26%) und im sozialen Sektor (36%). Entlassen werden sollte niemand (was beim Staat auch nicht so einfach wäre); Personal, das in Rente geht, sollte lediglich nicht ersetzt werden. Damit könne auch der von Patronatsverbänden regelmäßig beklagte „unlautere Wettbewerb“ des öffentlichen Sektors gegenüber der Privatwirtschaft bei der Rekrutierung von „Talenten“ und anderen Fachkräften verringert werden. Auch die DP will laut ihrem Wahlprogramm die Digitalisierung im öffentlichen Dienst vorantreiben. Und darauf achten, dass „ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Ausbildung von jungen Fachkräften im Privatsektor und ihrer Rekrutierung durch den Staat, Gemeinden und den Parastaat besteht“.
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ÉDITO
POLITIK
Don’t hate the player
Erste Kammersitzung
Bernard Thomas
Au moins une chose était prévisible en amont du dimanche électoral : Les prévisions concoctées par Ilres et Kantar Public allaient (de nouveau) être à côté de la plaque. Et en effet, la Sonndesfro de septembre avait drastiquement sous-estimé la faiblesse verte et surestimé la force pirate. (Tommy Klein a fait l’erreur de croire en ces propres projections, et finit naufragé.) Les sondages ne sont pas une simple représentation de l’opinion publique, « sie schaffen erst die Wirklichkeit , die sie zu messen vorgeben », rappelle Fernand Fehlen dans le dernier numéro de Forum. Dan Kersch ne disait pas autre chose ce samedi sur RTL-Radio : « Lo kënnt ee soen, dat ass u sech egal, wann RTL an d’Wort wëlle Suen ausgi fir déi sënnlos Ëmfro. Mee et ass net egal ! » Selon le bientôt ex-député, ce seraient les sondages de ces dernières années qui auraient fait apparaître le CSV et son Spëtzekandidat comme « les grands vainqueurs » au soir des élections, alors que leur score ne s’était en fait que stabilisé à un niveau « historiquement bas ». La Sonndesfro a été publiée une première fois en 2003 par le Tageblatt. En 2017, elle fut reprise par RTL et le Wort. Le « content director » de RTL, Steve Schmit, la défend comme « un outil de la toolbox démocratique ». Or, la Sonndesfro ne livre pas seulement les pourcentages, elle s’aventure également à en déduire une répartition des sièges. Cela permet à RTL et au Wort de faire du « storytelling » à gogo. Un exercice de fiction, étant donné le système électoral luxembourgeois, avec sa loterie des Reschtsëtz (quatorze, en 2023), ses petites circonscriptions et son panachage. C’est à quelques dizaines d’électeurs près que le LSAP a loupé un siège dans la circo Nord. Le mode de scrutin s’accorde mal avec les sondages. Don’t hate the player, hate the game. « Alle paar Jahre nach den Wahlen gibt es die gleiche Debatte über tatsächliche und vermeintliche Ungerechtigkeiten des Luxemburger Wahlsystems. Und jedes Mal passiert dasselbe, nämlich nichts », notait le politologue Michel Dormal en 2018 dans le Land. Une autre prévision qui s’est avérée. Ces derniers jours, le socialiste Franz Fayot a dénoncé « l’absurdité » du système électoral, tandis que Francine Closener a promis que le LSAP présentera « une alternative plus juste ». Or, si le système électoral est resté quasi-inchangé depuis 1919, c’est qu’il arrange ceux qui pourraient le changer. Il a été conçu par les notables du XIXe pour les notables du XXe siècle. Dans les actes du colloque « Cent ans de suffrage universel » (2019), Ben Fayot regrette que le panachage place les partis politiques « en position d’infériorité » par rapport aux personnalités, notamment les matadors locaux, « automatiquement candidats s’ils le désirent ». L’historien (et ancien député LSAP) rappelle que les catholiques et les socialistes étaient initialement opposés au panachage : « Les candidats qui auront toute chance d’être élus sont ceux qui passent peut-être le plus par les cabarets », avertissait ainsi Jos Thorn en 1919 à la Chambre. Le député socialiste disait « aimer mieux la responsabilité des grands partis organisés que les petites mesquineries des individus ». Mais le Conseil d’État (encore lui) s’opposa à l’interdiction du panachage, laquelle méconnaîtrait « le caractère luxembourgeois ». La division en quatre circonscriptions par contre, c’est la faute à la gauche. Comme l’a retracé Michel Dormal, les socialistes avaient soulevé cette revendication, en dernière minute et à la grande surprise, le 27 mars 1919. Un cas affiché de gerrymandering : « Nous n’entendons pas qu’on accole les cantons agricoles au canton d’Esch (…) et que vous renforciez dans cette enceinte, au détriment de la population industrielle, l’influence de la population agricole ». Les socialistes pensaient protéger leurs fiefs, et finirent par se tirer une balle dans le pied. Car, en fin de compte, le partage par quatre cimentera l’hégémonie des conservateurs dans les circos Nord et Est. (Paulette Lenert n’a pas réussi à briser cette logique ; même s’il ne lui manquait que quelques centaines d’électeurs.) En octobre 2023, le LSAP a de nouveau payé le mauvais calcul des camarades de 1919.
Weil die neue Verfassung vorsieht, dass das Parlament am dritten Dienstag nach den Wahlen aufgelöst und neu zusammengesetzt wird, kommt das Parlament am Dienstag um 14.30 Uhr zum ersten Mal in der neuen Legislaturperiode in öffentlicher Sitzung zusammen. Vollständig wird es allerdings nicht sein, denn 14 Direktgewählte sind noch Minister, bis die Koalitionsverhandlungen beendet sind und die neue Regierung steht. Für die Grünen wird Meris Sehovic am Dienstag alleine auf der Oppositionsbank sitzen, auch die Fraktionen von DP und LSAP werden nicht komplett sein. Für alle 60 Direktgewählten wird die Vérification des pouvoirs durchgeführt, vereidigt werden aber vorerst nur 46, unter ihnen zehn neue Abgeordnete – so viele wie selten zuvor. Legislative Entscheidungen werden am Dienstag noch nicht getroffen. Nach einigen Hommagen wird die Commission de vérification des pouvoirs per Losverfahren zusammengesetzt, die Deputierten werden nach Wahlbezirk in Gruppen vereidigt. Als dienstältester Abgeordneter wird Michel Wolter (CSV; Foto: Olivier Halmes) die Sitzung als Kammerpräsident leiten, vereidigt wird er von der ZweitDienstältesten Lydie Polfer (DP). Das Reglement sieht das für die erste Sitzung so vor, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass Wolter auch für den Rest der Legislaturperiode Kammerpräsident bleibt. Diese Entscheidung treffen CSV und DP bei den Koalitionsverhandlungen. Die zweite Plenarsitzung des Parlaments wird voraussichtlich erst nach der Vereidigung der neuen Regierung stattfinden. Die neue Sitzordnung im Parlament steht auch schon, sie wurde am gestrigen Donnerstag festgelegt. Links von der Regierungsbank sitzen DP, LSAP und ADR, rechts davon CSV, Grüne, Piraten und Linke. ll
P E R S O N A L I E N
Admir Civovic, seit Juni Gemeinderat von Déi Lénk in Schifflingen, ist zusammen mit vier anderen Mitgliedern aus der Partei ausgetreten und will nun zurück zur LSAP, der er vor seinem Wechsel zur Linken bereits angehört hatte – er vertrat die LSAP in der kommunalen Umweltkommission und war Kassenwart der lokalen Sektion. Unter den Dissidenten ist auch Admirs Bruder Aldin Civovic, der im Juni die meisten Stimmen auf der linken Liste bekam, das Amt aber nicht annehmen konnte, weil
er seine Stelle als Bademeister bei der Gemeinde Schifflingen nicht aufgeben wollte. Bei den Parlamentswahlen kandidierte Aldin Civovic ebenfalls noch für Déi Lénk, er belegte den siebten Platz. „Persönliche und politische Gründe“, gab Admir Civovic gegenüber dem Tageblatt für seinen Parteiaustritt an, weiter wolle er nicht gehen, um keine Polemik und keinen Streit auszulösen. Durch den Austritt verliert die Linke nun wohl ihren Sitz im Schifflinger Gemeinderat an die LSAP, die damit auf sieben Mandate kommt, zwei mehr als die CSV, die noch bis 2026 den Bürgermeister stellt, bevor der Erste Schöffe Carlo Feiereisen (LSAP) das im Koalitionsabkommen gesplittete Amt übernimmt. Déi Lénk, die nach dem 11. Juni in sechs der zehn größten Gemeinden vertreten war, will das Mandat in Schifflingen aber nicht kampflos der LSAP überlassen. In einer Mitteilung beschuldigt sie die Sozialisten, den „Mandatklau“ orchestriert zu haben und appelliert an die Ehre des Fußballschiedsrichters Civovic, der eine déclaration d’honneur unterzeichnet habe, dass er die Statuten der Partei respektieren werde. Denen zufolge muss er sein Amt niederlegen, wenn er sich nicht mehr mit dem Programm der Partei identifizieren kann. Die Schifflinger Sektion war erst drei Monate vor den Gemeindewahlen gegründet worden, Sektionspräsident Andrea Spigarelli hatte innerhalb weniger Wochen genug Kandidat/innen für eine Liste gefunden. Allerdings waren wohl nicht alle von ihnen mit dem Grundsatzprogramm der Partei vertraut. ll
P E R S O N A L I E N
Sven Clement,
Blog
einer von drei Abgeordneten der Piraten, lieferte am Dienstag RTL eine Punchline, als er als „Invité vun der Redaktioun“ verkündete, seine Partei werde „de Stachel sinn am Hënneschte
vun der Regierung“. Dazu wollen sie vor allem auf ihre bewährten Themen Transparenz und Bürgerbeteiligung setzen. Über das enttäuschende Wahlresultat der Piraten kann die Punchline aber nicht hinwegtäuschen. Tommy Klein von der Ilres hatte ihnen in den vergangenen Jahren in Umfragen bis zu sieben Sitze prognostiziert und war im Januar parlamentarischer Berater von Marc Goergen geworden, um am 8. Oktober einen dieser sieben Sitze selbst zu holen. Allerdings gewannen die Piraten nur einen überaus glücklichen Restsitz im Norden mit dem auf nationaler Ebene noch gänzlich unbekannten Ben Polidori, so dass Klein weiter Berater von Goergen bleiben muss. Vor allem im Osten verloren die Piraten – mehr als zwei Prozent; deshalb hat ihr Spitzenkandidat in dem Bezirk, der skandalumwitterte Immobilienmakler und Tierschützer Daniel Frères, in dieser Woche einen Schlussstrich unter seine nationalpolitische Karriere gezogen, die eigentlich noch gar nicht begonnen hatte. Im Remicher Gemeinderat, in den er im Juni wiedergewählt wurde, will er aber weiter bleiben. Marc Goergen, der mit seiner Liste im Süden zwar nur 0,07 Prozent verlor, damit aber weit unter den eigenen Erwartungen blieb, hat seinerseits am Dienstag seinen Rückzug aus dem Gemeinderat bekannt gegeben. Auf diese Weise könne er in Petingen einen Nachfolger aufbauen. Goergen schloss aber nicht aus, dass er 2029 erneut bei den Gemeindewahlen kandidieren werde. ll
Martine Goergen, Chirurgin und designierte Nachfolgerin von Romain Nati als Direktorin des öffentlichen Krankenhauses CHL, verteidigte am Mittwoch im RTL Radio das „gute Gesundheitssystem“ Luxemburgs gegen die Attacken, die in den vergangenen Monaten insbesondere CSV und AMMD geritten hatten. Die Wartezeiten für einen Arzttermin in den Nachbarländern seien genauso lang wie im Großherzogtum, außer der Patient habe eine private Zusatzkrankenversicherung,
sagte Goergen. Das immer wieder vorgebrachte Argument, es dauere ebenfalls zu lange, um IRM- oder Mammografie-Termine zu bekommen, entkräftete sie: In dringenden Fällen seien sie sofort verfügbar. Im ambulanten Bereich sprach Martine Goergen sich gegen „Wildwuchs“ und für eine Angliederung dezentraler ambulanter Strukturen an die Krankenhäuser aus. Mit einer zukünftigen Regierung aus CSV und DP gehe es sicherlich mehr in Richtung einer liberalen Gesundheitspolitik, sagte Goergen, sie hoffe aber, dass die Verhandlungspartner den Empfehlungen des Krankenhausverbands FHL Rechnung tragen. Im März 2024 soll Martine Goergen die Leitung des CHL von Romain Nati übernehmen, der für die LSAP bei den Kammerwahlen kandidierte, auf der Zentrumsliste jedoch nur Neunter wurde. ll
B I L D U N G
Differenzen In den Koalitionsverhandlungen gehört die Bildungs zu den Ressorts, in denen sich die größten Differenzen zwischen CSV und DP zeigen. Das kann zum Einen natürlich daran liegen, dass Noch-Bildungsminister Claude Meisch (DP) seine Agenda der Öffnung von internationalen Schulen und der französischen Alphabetisierung auf diese Art weiterführen will, die CSV von Martine Hansen jedoch ebenfalls Interesse an diesem Ressort hat. Wo die inhaltlichen Unterschiede liegen, kann man sich angesichts der Wahlprogramme vorstellen: Liegen die Ideen zu den Kompetenzen, die die Schule vermitteln soll, nicht dermaßen weit auseinander, hatte die CSV in ihrem Programm jedoch Bedenken gegenüber einem Parallelismus „zweier Bildungsgesellschaften“ durch die internationalen öffentlichen Schulen geäußert und sogar ein Überdenken der Schulorganisation in Cycles und eine Wiedereinführung
der Benotung in den letzten beiden Grundschuljahren vorgeschlagen. Bleibt abzuwarten, wer sich durchzusetzen weiß. Der SEW/OGBL warnte die Verhandlungsdelegation gestern in einem Schreiben ebenfalls davor, „schulische Parallelsysteme zu schaffen“, und stattdessen „das aktuelle Modell der Mehrsprachigkeit der öffentlichen Regelschule auf Basis einer kritischen Analyse zu überdenken“, im Sinne der Bildungsgerechtigkeit. sp
F I N A N Z E N
Cancers du poumon exportés Accompagnée des directeurs des administrations fiscales, de l’IGF et du Trésor, ainsi que d’une demi-douzaine de fonctionnaires, la ministre des Finances, Yuriko Backes (DP), esquissait le 24 juillet les contours d’« une grande détérioration » du solde de l’administration centrale. Son descriptif ne provoqua guère de remous parmi les pontes du CSV présents : ni Gilles Roth, ni Martine Hansen, ni Octavie Modert n’eurent des questions (d’après le PV publié). Seul Laurent Mosar, pareil à lui-même, se préoccupait de la taxation des tantièmes. Pourtant, les chiffres montrent que si l’édifice budgétaire tient toujours, c’est surtout grâce aux près de trois milliards d’euros (+12%), provenant de l’impôt sur les salaires. Une réduction d’impôts « pour tout le monde » pose donc un réel risque. Car sur d’autres fronts, les recettes commencent à baisser : La taxe d’abonnement de douze pour cent, les droits d’enregistrement de 125 millions. Une ancienne Schmuddel-Niche du Luxembourg garde par contre le vent en poupe : Les droits d’accises sur le tabac s’élèvent désormais à 483 millions (+19%), presqu’autant que la taxe d’abonnement. bt
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P O L I T I K
Le grand écart
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Der Wiedergänger
Pierre Sorlut
L’intérêt du Luxembourg pour le Golfe renaît après dix ans d’éloignement SIP / Jean-Christophe Verhaegen
Dom Augustin Calmet kannte Luxemburg gut. Er berichtet in den sieben Bänden seiner Histoire de Lorraine davon. Der Benediktinerabt hilft, die rezenten Parlamentswahlen zu verstehen. Mit seinem Traité sur les apparitions des esprits, et sur les vampires, ou les revenans (Paris, 1751). Der Spitzenkandidat der CSV hatte 2013 den politischen Tod gewählt. Zehn Jahre später spukt Luc Frieden als politisch Untoter durch das Schloss von Senningen. Wie Philippe le Chancelier: „[C]ondamné au supplice éternel [...] pour n’avoir point distribué aux pauvres le superflu de mes bénéfices“ (Bd. I, S. 397).
Jean Asselborn, ministre des Affaires étrangères, le Grand-Duc Henri et cheikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan (MBZ), prince héritier d’Abu Dhabi
La guerre entre Israel et le Hamas s’invite à l’agenda du gouvernement luxembourgeois. Un tweet du ministère des Affaires étrangères informe lundi d’un coup de fil entre Jean Asselborn (LSAP) et son homologue émirati, Abdullah bin Zayed al Nahyan. « Je le connais depuis presque vingt ans. Il m’a téléphoné pour me donner son avis », explique Jean Asselborn au Land. La prise d’information revêt un intérêt dans un contexte international extrêmement tendu, ne serait-ce que pour ajuster sa politique extérieure. « C’est le match éternel entre l’Arabie saoudite, avec qui les Émiratis sont plutôt en bons termes, et l’Iran », détaille le ministre socialiste. En 2011, Le Luxembourg a installé à Abu Dhabi sa première et unique ambassade sur la péninsule arabique. Les Émirats avaient été privilégiés au Qatar, avec qui les relations économiques s’intensifiaient alors considérablement.
Le Qatar, qui ménage ses relations avec l’Iran avec qui il partage le plus grand gisement de gaz au monde (le North Dome), permet aux diplomaties occidentales d’interagir avec des régimes et organisations officiellement infréquentables. « Une diplomatie du grand écart », comme l’écrit Le Monde cette semaine. « Le petit Qatar s’est vu soumettre plusieurs années de blocus pour avoir misé sur le mauvais cheval », avait analysé l’expert en géopolitique François Heisbourg devant l’Institut grand-ducal en septembre 2021. Partageant ses réflexions sur la marge de manœuvre des petits États, le franco-luxembourgeois a prévenu contre d’éventuels « coup de dés ». « Parce que si l’on tire le mauvais numéro, on n’aura pas l’occasion de recommencer », a avancé le géopolitologue. Le jeu joué par Luxembourg avec Doha depuis une dizaine d’années a payé. « Je n’ai pas parlé avec le Qatar », réagit Jean Asselborn à la question du Land, privilégiant la relation avec Abu Dhabi. « Les Émiratis disent que le Hamas, ce sont des bouchers. Ils les
combattent », poursuit le ministre. Cette fédération de sept émirats du golfe est réputée plus respectable en termes de droits de l’Homme, même si de nombreuses restrictions des libertés sont régulièrement dénoncées par les ONG comme Amnesty International. Comme l’ont été les conditions de travail des étrangers sur les chantiers de l’Exposition universelle Dubaï 2020. Les relations diplomatiques du GrandDuché avec les Émirats tiennent justement à l’organisation de cet événement et aux opportunités pour les entreprises luxembourgeoises qu’il présentait. Idem, en vue de la coupe du monde au Qatar en 2022, quand les marchés ont commencé à s’ouvrir autour de 2010. Le Golfe persique, grand exportateur d’hydrocarbures, recelait aussi des liquidités qui faisaient défaut dans l’Occident où la crise des subprimes venait de frapper. C’est ainsi que les Qataris ont investi le circuit financier européen avec Barclays, Deutsche Bank et, localement, Dexia-BIL et KBL (aujourd’hui Quintet), établissements bancaires pris dans la tourmente. Les banques luxembourgeoises ont été acquises par des membres de la famille royale qatarie, les Al Thani, en 2011. Le ministre des Finances de l’époque, Luc Frieden (CSV), était à la manœuvre. L’actionnaire avait été identifié via son réseau et plus précisément Albert Wildgen, avocat (accessoirement alors administrateur des biens du Grand-Duc). La relation avait aussi permis, la même année, à des actionnaires du Qatar de reprendre 35 pour cent de la compagnie nationale de fret aérien, Cargolux, autrefois détenus par Swissair (en liquidation) et portés par l’État. L’acquéreur, Qatar Airways, a plié bagages quelques mois plus tard sur fond de dissensions entre syndicats et direction. La famille Al Thani a revendu en 2017 les 90 pour cent qu’elle détenait dans la BIL aux consortium chinois de Legend Holdings. Leur participation a été cédée pour le double du montant de l’acquisition. Le président de la banque était alors Luc Frieden, revenu de Londres où il avait exercé pour Deutsche Bank après son exil politique en 2014. Parallèlement les liens politiques entre le Luxembourg et le Qatar se sont distendus. Le dernier ministre de l’Économie à avoir effectué une mission est Jeannot Krecké, en 2011. Celui-là même qui avait ouvert la voie en 2004. Le ministre des Finances, Pierre Gramegna, y a mené une dernière promotion financière en 2015 en présence du Grand-Duc héritier Guillaume. Les portes du Qatar se sont ensuite fermées avec le blocus des pays arabes. Il est devenu difficile pour les entreprises luxembourgeoises d’y conduire des affaires. Elles n’ont ensuite pas pu compter sur le gouvernement ensuite pour les aider
Le friendshoring du ministre socialiste a valu un éclat en mai 2022 lors de la réunion du Trade Investment Board où sont réunis des représentants du gouvernement et du patronat. Le président de la Chambre de commerce de l’époque, Luc Frieden, avait désapprouvé la suppression de missions sur la péninsule arabique (ainsi qu’au Kazakhstan). Celui qui était alors encore retiré de la vie politique (cette fois depuis 2018 et l’échec de son parti aux législatives alors qu’il comptait sur le CSV pour l’envoyer à la Commission à Bruxelles) croit au Wandel durch Handel, à ce que le commerce guide vers la paix. Luc Frieden craint que marginaliser un État pousse ce dernier dans les bras des voyous. Exit donc les missions dans le Golfe depuis l’Exposition universelle. Il n’y aura pas de ministre en Arabie saoudite. Pas de fonctionnaire non plus, sur instruction de Franz Fayot. « Nous avons une réputation à défendre, un bien supérieur » qui prévaudrait sur les potentiels intérêts financiers de court terme, détaille le ministre sortant au Land cette semaine. Pour l’intéressé, on ne peut mener une politique de défense des droits de l’Homme et pactiser avec des autocraties. « Il y a aussi la dimension sécurité économique », conclut-il. En mars 2022, une trentaine d’entrepreneurs luxembourgeois avaient débarqué à Riyad à la veille de l’exécution de 81 opposants politiques. Fin janvier 2023, l’invective entre Fayot et Frieden a basculé dans le champ politique quand le second a confirmé sa participation à l’élection législative en tant que tête de liste du CSV. « Ech weess op alle Fall haut a wat fir enger Qualitéit de Präsident vun der Chambre de commerce, Luc Frieden, sech geäussert huet, wéi hien [...] eng reng opportunistesch Handelspolitik gefuerdert huet. Nämlech als CSV-Spëtzekandidat. Dat ass een inakzeptaeble ‚mélange des genres‘. » Face au Land, Franz Fayot revient sur ce que l’ancien président de l’institution patronale a dit devant le Trade and Investment Board, où siège aussi le Grand-Duc héritier : « Il veut aller partout en tant que petit pays. Il dit qu’il faut se préparer à retourner en Russie après la normalisation des relations. » Pour les milieux d’affaires, la fin de la coalition blorout-gréng et le retour du CSV au pouvoir préfigurent un soutien gouvernemental aux missions économiques où qu’elles soient. Avec la guerre d’Ukraine et la crise économique, « on a besoin de cash et d’énergies fossiles », nous dit un conseiller en affaires. Avec Luc Frieden Premier ministre, les intérêts financiers primeraient. Mais une multiplication des flux financiers en provenance de juridictions douteuses et peu démocratiques sera-t-elle compatible avec l’arsenal de lutte contre le blanchiment et le financement du terrorisme installé depuis 2013 ? En janvier, un consortium de médias a révélé une enquête du parquet financier français ouverte en 2019 sur trois millions d’euros reçus sur les comptes de l’ancien président Nicolas Sarkozy chez Edmond de Rothschild à Luxembourg. Selon ces médias, les autorités françaises pensent que l’argent en provenance du Golfe persique est lié à l’attribution du mondial au Qatar en 2022.
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Der Ausnahmezustand kann nicht ewig währen. Er verfälscht die Konkurrenz zwischen den Starken und den Schwachen. Er verdirbt die Risikobereitschaft der Unternehmer, die Arbeitsdisziplin ihrer Beschäftigten. Auf Dauer ist er nicht zu bezahlen. Xavier Bettel war der Regierungschef des Ausnahmezustands. Er setzt keine Rückkehr zum Normalzustand durch. Den Normalzustand wiederherzustellen braucht es eines Anderen. Der im Parlament kein einziges Covid-, Energieund Tripartite-Gesetz stimmte. Der ein Alibi hat. Der während des Ausnahmezustands verschwunden war. Einen politischen Wiedergänger. Einen Zombie der Voodoo-Economics. Der Ausnahmezustand kostet Milliarden. Jemand muss die Rechnung bezahlen. DP, LSAP und Grüne überließen sie der nächsten Regierung. Luc Frieden greift sie auf. Einst war er als Finanz-, Justiz- und Verteidigungsminister Vollstrecker eines autoritären Neoliberalismus. Nun soll er die Haushaltsdisziplin wiederherstellen: Durch ökonomische Disziplinierung der an Produktionsmitteln armen Haushalte.
Den ökonomischen Normalzustand wiederherzustellen braucht es jemanden, der ein Alibi hat. Der während des Ausnahmezustands verschwunden war
Nach den Wahlen scheint sich die Konjunktur rasch zu verschlechtern. Vor den Wahlen versprach Luc Frieden, „datt d’Steiere fir jiddereen erofginn” (RTL, 19.6.23). Deshalb kosten Schulmahlzeiten, Busfahrten und Lesebücher den Staat zu viel: „GratisPolitik für alle ist nicht finanzierbar“ (Wort, 24.3.23). In Senningen stellte er klar: Es wird nicht für alle reichen. Wenn es nicht für alle reicht, senkt der ehemalige Handelskammervorsitzende die Steuern seiner Vereinskollegen. Wegen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Und derer Besserverdienenden. Wegen der Talente. Bisher ist der Ausnahmezustand schuldenfinanziert. Zu negativen Realzinsen. Der Ausnahmezustand geht weiter: Die Kosten der Klimaveränderung steigen. Der Staat soll Industrie, Mittelstand und Haushalte für die Abkehr von Erdöl und Erdgas belohnen. Selbst für Produktivitätsgewinne durch Digitalisierung. Die jährlichen Militärausgaben werden auf eine Milliarde verdoppelt. Der Ausnahmezustand wird zum neuen Normalzustand. CSV und DP breiten die Folterwerkzeuge aus: Triple-A, Defizitgrenze, Schuldenbremse. Die Europäische Union setzt die Maastricht-Kriterien wieder in Kraft. Es entstehen Sparzwänge. Etwa bei den Sozialausgaben. Romain Hilgert
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Sven Becker
L’on reparle beaucoup du Qatar ces derniers jours pour son implication dans les efforts internationaux d’endiguement du conflit entre le Hamas et Israel et dans la libération des otages israéliens retenus dans la bande de Gaza. « The United States and Qatar share the goal of preventing this conflict from spreading », a fait savoir le chef de la diplomatie américaine, Anthony Blinken, depuis Doha vendredi dernier. Tout le monde espère que le conflit entre le Hamas et Israël ne s’étendra pas à la Cisjordanie, au Liban ou à l’Iran via le Hezbollah qui est financé par Téhéran. La capitale qatarie accueille depuis 2012 un bureau politique du Hamas, avec la complicité de Washington et dans le sillon du printemps arabe pour maintenir un canal de communication avec l’organisation qui a autorité sur Gaza (depuis 2007). Et, pour limiter le risque d’une radicalisation hors de contrôle en Syrie ou en Iran, Doha finance également le mouvement islamiste classifié comme terroriste en Union européenne, avec là encore, l’assentiment des États-Unis et d’Israël. Le blocus opéré par les voisins arabes (menés par l’Arabie saoudite) de 2017 à 2021 pour s’opposer au soutien qatari à l’islam politique a provoqué une première brèche dans la stratégie du petit Émirat. L’opération « déluge d’Al-Aqsa » et les massacres perpétrés par le Hamas en Israël le 7 octobre dernier testent plus que jamais sa pertinence. Pour l’heure, le ministre des Affaires étrangères qatari se paie le luxe de ne pas les condamner, alors même que Blinken demande d’arrêter le « business as usual » avec le Hamas.
Avec la guerre d’Ukraine et la crise économique, « on a besoin de cash et d’énergies fossiles », dit-on dans les milieux d’affaires
à pénétrer le marché. Dès son arrivée en 2020 en remplacement d’Etienne Schneider, le ministre de l’Économie, Franz Fayot, a blacklisté des missions de promotion le Qatar ou tout autre régime problématique aux yeux du gouvernement. Les Émirats ont été tolérés, car le projet de pavillon du Luxembourg y était développé depuis plusieurs années.
Luxemburg lebt seit Jahren im ökonomischen Ausnahmezustand. Die Europäische Zentralbank lieferte Investoren und Spekulanten zinsloses Geld. In der Covid-Krise übernahm der Staat die laufenden Kosten der Betriebe. Im Ukraine-Krieg trägt er bis Ende nächsten Jahres einen Teil der Energiekosten. „Zanter der Pandemie hu mir 5,5 Milliarden Euro direkt an indirekt Hëllefen un d’Leit an d’Betriber ausbezuelt.“ Meinte Xavier Bettel in seiner letzten Erklärung zur Lage der Nation. CSV, DP, LSAP, Grüne, ADR und Piraten verstaatlichten für eine Drittel Milliarde die Lohnkosten der neusten Indextranche. Der Staat rettet die Kapitalverwertung vor dem Markt.
Am Freitag bereitete er sie vor: „Datt d’Situatioun ganz schwiereg ass.“ Dass wir „an eng Stagnatioun, voire éventuellement esouguer an eng Rezessioun kommen“. Dass bei den Staatsfinanzen „d’Situatioun Enn des Joers kënnt méi schlecht sinn“. Es drohe ein „méi héichen Defizit“. Der Staat müsse in den nächsten Jahren „Sue léine goen“.
Luc Frieden am Montag im Schloss Senningen
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Land
P O L I T I K
20.10.2023
Out of office Bernard Thomas
Les socialistes digèrent leur étrange victoire Qui pour diriger la future fraction socialiste ? La question ne devrait même pas se poser : La Spëtzekandidatin ambitionnait de diriger le navire gouvernemental, elle devrait donc être en mesure de manœuvrer la barque parlementaire. Or, Paulette Lenert s’est montrée peu intéressée, vendredi dernier sur Radio 100,7 : « Je ne le vois pas comme un automatisme ». Pour le reste de l’interview, elle évoquait surtout son bien-être : « Ech hunn e puer mol gutt ausgeschlof », dit-elle, comme quoi, tout aurait « des avantages et des désavantages ». Est-elle peinée de voir Luc Frieden et Xavier Bettel au château de Senningen ? « Ech gënne jidderengem wat en huet, a sech och erschafft huet », mais ce serait quand même « eng Ernüchterung ». Quant à son mandat de députée, elle se serait « nach eng Kéier iwwerpréift » : « Méchs du dat wierklech ? Trëtts de un ? » Mais elle serait arrivée à un point « wou ech mech dorobber freeën ». En quinze minutes de temps d’antenne, Lenert aura réussi à livrer quasiment zéro contenu politique.
(Paulette Lenert à propos des négociations de coalition entre le CSV et le DP ; Radio 100,7)
Craignant une OPA socialiste, Déi Gréng tentent d’ores et déjà de se démarquer. Ces derniers jours, François Bausch et Sam Tanson ont commencé à raconter les coulisses du conseil du gouvernement. Les deux ex-ministres, survivants du naufrage du 8 octobre, présentent le LSAP comme un frein à une politique climatique plus ambitieuse. « Mir hate jo vill Diskussiounen, wou mir an der Regierung souzen, wou een déi Differenz kloer gesinn huet », sous-entendait Tanson face à Dan Kersch ce samedi sur RTL-Radio. Deux jours plus tard, Bausch revenait à la charge sur 100,7 : « Mir ware vläicht och ze vill fein par Rapport zu eise Koalitiounspartner. Mir
sident du parti. L’ex-ministre descendait dans la salle des machines du LSAP, lançant une panoplie de groupes de réflexion internes, où les jeunes loups pouvaient s’exercer.
Ces frappes préventives interviennent au moment où les pontes socialistes promettent de placer la question climatique au centre de leur travail d’opposition. Or, les Verts se rappellent que le LSAP n’avait pas fait de l’écologie la priorité de sa campagne. Paulette Lenert s’en tenait à l’une ou l’autre déclaration générique. Sur la protection de la nature, le programme électoral socialiste sonnait presque pire que celui du CSV : Il faudrait « éviter une approche trop répressive et pénalisante (‘Verbotsnaturschutz’) » et « élargir, sous conditions, les périmètres de construction ».
Le 8 octobre dernier, les électeurs socialistes ont exprimé une volonté de rajeunissement et de féminisation. Jean Asselborn et Mars Di Bartolomeo ont dépassé leur zénith électoral. Ils voient leur score personnel chuter de respectivement 9 400 et 5 200 voix de panachage. Face au Land, Di Bartolomeo ne donne pas signes de vouloir se retirer avant la fin de son mandat ; bien au contraire, il se présente comme mentor des jeunes collègues. « L’électeur m’a élu pour cinq ans. Pour résilier ce contrat, il faudrait de très bonnes raisons », dit le septuagénaire. Et d’ajouter : « Ni le tout-jeune ni le tout-vieux ne sont bons en politique. Il faut refléter la population réellement existante ». Jean Asselborn a, lui aussi, annoncé accepter son mandat. Le diplomate en chef s’était largement retiré de la politique nationale qu’il suivait de loin, d’un œil distrait. Si Asselborn décidait d’anticiper son départ, il libérerait un siège pour Yves Cruchten, son ancien secrétaire communal, du temps où il était maire de Steinfort. Quant à Lydia Mutsch, elle n’a pas été réélue ; pas plus que Dan Kersch, caution de gauche du LSAP. « Ech sinn net um Buedem zerstéiert, wéi verschiddener dat lo hoffen », disait-il aux
Les élections de 1984 marquent la dernière percée significative du LSAP. Cette année, le parti passait de 24,2 à 33,5 pour cent. Avec le relèvement du nombre de députés de 59 à 64, la vague rouge porta une nouvelle génération au Parlement : Lydie Err, Ben Fayot, Robert Goebbels, Alex Bodry, Jean Asselborn. (Le grand espoir de la gauche réformiste, Michel Delvaux, était mort l’année précédente.) La victoire avait été précédée de cinq années de discussions programmatiques. Au lendemain de l’amère défaite de 1979, Robert Krieps s’était fait élire pré-
Sven Becker
Le parti laisse le temps au temps. La décision sur la nouvelle cheffe (ou les nouveaux chefs) de fraction ne sera officialisée qu’une fois la fraction rassemblée au complet (c’est-à-dire quelque part en décembre), estime le co-président du LSAP, Dan Biancalana. D’ici là, dit-il, le lead devrait se cristalliser. Les socialistes ne ressentent guère de besoin d’introspection critique. Ils sont vaguement rassurés d’avoir stabilisé l’érosion électorale. Cela fait pourtant quarante ans que le LSAP périclite en nombre de voix, à part deux petites poussées en 2004 et en 2023 (à chaque fois d’un peu plus d’un point de pourcent). Au lendemain des élections, à l’issue de son audience chez le Grand-Duc, Francine Closener recommandait encore son parti à #Luc ; on serait « kompromëssbereet ». Or, les dirigeants socialistes savaient que la partie était pliée. Ils s’en sont vite fait une raison. À les entendre une semaine plus tard, on aurait presque l’impression qu’ils se réjouissent de leur entrée dans l’opposition. Les perspectives économiques et budgétaires (pages 2-3) devraient les consoler de leur exil du pouvoir. Alors que le formateur amorce déjà son tournant de la rigueur, les camarades ont un boulevard devant eux.
« Ech gënne jidderengem wat en huet, a sech och erschafft huet »
hätten onse Profil vläicht misste méi zum Ausdrock bréngen a soen : Mir hunn deen do Kompromëss misste maachen, well zum Beispill deen do an deen do eppes aneres net wollt. »
Mais après vingt ans au pouvoir, ils devront d’abord apprendre le métier de l’opposition, c’est-à-dire faire preuve d’instinct politique, affûter leur profil et dire, de temps à autre, quelque chose de gauche. Sur les onze élus socialistes, seuls deux en ont l’expérience : Mars Di Bartolomeo (71 ans) et Jean Asselborn (74 ans) ont traversé les années 1999-2004 sur les bancs de l’opposition. Ces politiciens, alors quadragénaires, patientaient dans la salle d’attente de l’État CSV et ne voulaient pas compromettre leurs chances. Menée par Jeannot Krecké, l’opposition du LSAP s’avéra molle, dans la mouvance Schröder/Blair. En décembre 2001, les députés socialistes votaient même pour la réforme fiscale concoctée par le gouvernement Juncker/Polfer. Celle-ci baissait le taux d’imposition sur les sociétés de huit points de pourcent et introduisait de juteuses exonérations pour les holdings. Le LSAP préférait concentrer ses tirs sur le ministre de la Santé, Carlo Wagner (DP), et ses velléités de libéralisation, tout en soignant ses relations avec Juncker et son entourage chrétien-social. Lors de la précédente coalition de droite, l’opposition était surtout assurée par la société civile. (Elle était plus vivace à l’époque, allant des jeunes altermondialistes aux vieux cathos de gauche.)
auditeurs de RTL-Radio ce samedi, tout en concédant qu’au vu de ses résultats, ce ne serait pas à lui « fir déck Baken ze maachen ». Taina Bofferding est la nouvelle femme forte de la circo Sud. Par rapport à 2018, elle a gagné 8 500 voix personnelles, au point de presqu’éclipser Jean Asselborn. Longtemps sous-estimée par les caciques du parti, elle s’est révélée une fine tacticienne. Au sein de ses ministères, elle s’est entourée de jeunes et loyales socialistes. Bofferding a beaucoup soigné son image. Son compte officiel sur Instagram est régulièrement alimenté de photos et de films produits par des prestataires externes et calqués sur les codes esthétiques du média : Taina embrassant son teckel, Taina chez le CGDIS, Taina faisant un jogging à Central Park. (Un mélange des genres critiqué par Reporter qui relevait en juillet que ce content était financé par le budget de communication du ministère.) Le bilan politique de Bofferding reste mitigé. La réforme la plus progressiste (et pérenne) qu’elle a fait passer (avec le ministre maudit Henri Kox) est sans doute l’article 29bis du Pacte Logement 2.0, qui oblige les promoteurs à céder quinze pour cent des surfaces construites à la main publique. Avec les communes par contre, la ministre de tutelle n’a pas osé aller à la confrontation. Le « Baulandvertrag » a été troué d’oppositions formelles, et est cliniquement mort. Le remembrement ministériel a également été malmené par le Conseil d’État, mais pourrait (un jour) passer, tout comme l’impôt foncier et l’impôt de mobilisation, les « Sages » ne remettant pas en cause les principes mêmes de ces projets de loi. Le renouvellement de la fraction est incarné par Liz Braz (27 ans) et Claire Delcourt (34 ans), élues à leur premier respectivement second essai. Elles auront l’avantage d’exercer leur mandat sans s’encombrer de la « raison de coalition » et des compromis et compromissions que celle-ci impose. Comptant se coucher de bonne heure, Delcourt avait quitté tôt la soirée électorale au Melusina, dimanche soir. Elle racontera au Tageblatt que ce n’est qu’en voyant son portable exploser de messages de félicitations, qu’elle comprit ce qui venait de se passer. Aux communales de 2017 déjà, la biologiste à la PJ avait failli se faire élire à Hesperange. Cinq ans et deux déménagements plus tard, Delcourt décroche un mandat à Contern, auquel elle doit renoncer pour cause d’incompatibilité. C’est finalement par la grande porte qu’elle entre en politique. Pour le LSAP, qui réalise ses pires scores dans la ceinture dorée autour de la capitale, l’élection d’une résidente de Contern reste atypique.
Le paysage politique a bien changé depuis, quoiqu’à rebours. À l’époque du néolibéralisme triomphant, le CSV soignait son image sociale ; à l’époque du grand retour de l’État, il s’affiche néolibéral. Le LSAP s’est, lui, repositionné à gauche, proposant d’« analyser la possibilité » de taxer les fortunes et de réduire le temps de travail dans le cadre de « projets pilotes ». Porté par « Paulette », ce programme gentiment progressiste n’a pas effrayé les électeurs. « Normalerweis wäre mir ofgestrooft ginn », se félicitait Dan Kersch ce samedi sur RTL-Radio.
Lorsqu’on l’interroge sur les commissions qui l’intéressent le plus, Liz Braz n’en cite pas moins de six, de la Justice à la Digitalisation, en passant par les Institutions, les Affaires étrangères, le Logement et la Santé. « Liz ne nie pas que cet épisode [la démission de son père du gouvernement, ndlr] l’ait poussée à se lancer dans la vie politique. Mais maintenant, elle dit qu’il est temps de cesser d’être considérée comme la fille de Félix », lit-on dans un portrait paru la semaine dernière dans Contacto. (Où on apprend également qu’au lendemain de son élection, elle a reçu un appel de félicitations du président portugais.) Liz Braz a pris sa carte au LSAP en décembre 2021. Elle entre en politique en prenant des précautions : « À cause de mon père, je ferai tout pour ne pas devenir dépendante de la politique ; c’est un jeu dangereux », dit-elle. Cela faisait six mois que la juriste travaillait comme chargée de mission aux Affaires étrangères, comptant se présenter au concours diplomatique. Elle s’en console : Le mandat de députée serait « la carrière idéale pour combiner le droit et la diplomatie ». Sa page LinkedIn énumère des stages chez l’optimisateur fiscal Atoz, ainsi que chez Elvinger Hoss. (L’ancienne présidente des étudiants en droit est également passée par une étude de notaire, la Cour de Justice de l’UE et le Parquet.) Ces expériences, ditelle, lui auraient permis de réaliser que les grands cabinets ne seraient « pas son truc ».
Trois jours après le dimanche électoral, le conseiller d’État (et éminence grise du LSAP) Alex Bodry a lancé un tweet dans la mare. Il a ressorti un de ses vieux dadas : « Eng Neiopstellung vun de Parteien », à laquelle il serait, de nouveau, temps de réfléchir. Cette recomposition pourrait prendre la forme d’une coopération renforcée entre LSAP et Déi Gréng autour d’un projet « sozial-ökologesch ». (Déi Lénk reste exclu de cette gauche plurielle.) Il s’agirait de créer un nouveau pivot de la politique luxembourgeoise, explique Bodry au Land, tout en concédant qu’une fusion serait « impossible » et une alliance électorale « très compliquée ». L’idée n’a pas rencontré un grand enthousiasme, ni chez les socialistes, ni chez les verts.
Le renouvellement personnel était déjà visible lors des communales de juin. Les listes LSAP fourmillaient de fonctionnaires travaillant dans les ministères rouges. Dan Kersch avait ainsi eu la prescience d’embaucher pas moins de trois futurs Spëtzekandidaten communaux : ceux d’Esch et de Differdange aux Sports, celui de Bettembourg au Travail. Les Stater Sozialisten présentaient Manuel Tonnar et Luc Decker, deux hauts fonctionnaires de Fayot. Le retour du CSV devrait compliquer leur situation. Le cas de Steve Faltz, chef du Escher LSAP, pourrait s’avérer particulièrement cruel. Le fonctionnaire au ministère des Sports risque de se retrouver sous les ordres directs de son rival Georges Mischo.
Paulette Lenert à la soirée électorale du LSAP au Melusina
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Land 20.10.2023
P O L I T I K
Spiegelneuronen, Time-Outs und Frustrationstoleranz Sarah Pepin
Die sogenannte positive Erziehung polarisiert in Frankreich. Hierzulande gibt es einen breiteren Konsens
len, wo Situationen ausarten und das Kind bereits verwarnt wurde, gewaltfreie, kurze Auszeiten, die sogenannten TimeOuts, File dans ta chambre also, Titel ihres 2020 erschienenen Buches. Das Kind bliebe dann ein paar Minuten in seinem Zimmer, bis Ruhe eingekehrt ist – und das ab einem Alter von einem Jahr. Diese (bei Weitem nicht neue) Idee sorgte für einen Eklat: Mehr als 280 Kinderärzte, Psychologinnen und Erziehungspersonal unterschrieben einen offenen Brief im Le Monde, der diese Art von repressiver Erziehungspraxis anprangert, da sie Stress auslöse und der gesunden Kindesentwicklung im Weg stehe. Catherine Goldman schreibt in ihrem Buch, das Kind würde dieses Time-Out als Frustration, jedoch nicht als Trauma auffassen: „Être exclu n’est pas identifié par l’enfant comme violent. (...) Il a parfaitement conscience de la cohésion entre ses systèmes et de la bienveillance de celui qui l’aide à grandir.“ Ist das als gezielte Provokation zu verstehen, in einer Gesellschaft, die beginnt, ihre Kinder – aus welchen Gründen auch immer – möglicherweise zu sehr zu vergöttern und es verpasst, auch ihre Frustrationstoleranz aufzubauen? Jedenfalls stehen sich zwei fundamental unterschiedliche Sichtweisen auf das Kind gegenüber. Spricht Goldman von einem Teil im Kind, den es zu „zähmen“ gilt, beharren Gueguen und Filliozat darauf, dass Verhalten wie etwa Wutkrisen entwicklungspsychologisch völlig normal seien, Kinder unter sechs Jahren sich noch nicht regulieren könnten und man ihnen stets mit liebevoller Empathie begegnen sollte. Positive Erziehung habe nichts mit Laxismus gemein, entgegnen sie. Erwachsene seien sowieso in einer Machtposition den Kindern gegenüber und missbrauchten diese allzu oft.
Sven Becker
Time-Out oder Time-In?
Kindererziehung hat sich massiv gewandelt. Mit dem Glaubenssatz eines John Mirk, englischer Priester aus dem 15. Jahrhundert, dass Kinder gesehen aber nicht gehört werden sollen, geht heute kaum noch jemand hausieren; das Gleiche gilt für physische Bestrafung. Kinder und ihre Bedürfnisse werden tatsächlich vermehrt gehört: Es gibt Kinder- und Jugendparlamente, die sich ausschließlich mit den Belangen der jüngsten Gesellschaftsmitgliedern auseinandersetzen. Doch über die vermeintlich richtige Art, Kinder zu erziehen, wird immer noch gestritten. Allerdings auf andere Weise. In Frankreich hat die Psychoanalytikerin und Kinderpsychiaterin Catherine Goldman dieses Jahr eine breite mediale Debatte angefeuert, ihr Artikel im Le Monde war der meistgelesene bisher. Sie hält die sogenannte „éducation positive“ oder „bienveillante“, wie sie die Kinderärztin Catherine Gueguen und Psychotherapeutin Isabelle Filliozat dort verteidigen, für gefährlich. Letztere befürworten zurecht eine Erziehung, in der Wertschätzung, Liebe und eine sichere Bindung die Hauptrolle spielen. Eine positive Erziehung, wie sie auch der Europarat oder die Unicef unterstützen. Catherine Goldman befürwortet sie ebenfalls. Allerdings sieht sie das Problem in einer „exklusiv“ positiven Erziehung und dem damit einhergehenden Mangel an Grenzsetzung, wenn das Kind „unerwünschtes“ Verhalten zeigt. Das Resultat dieser Art von Umgang seien zutiefst unglückliche Kinder, die auf Goldmans Couch landen, deren Eltern jedoch sehr gute Absichten hatten. Catherine Goldman befürwortet in Fäl-
Ökonomen schätzen, dass überengagierte Erziehung in liberalen Gesellschaften zunimmt – und stellen einen Zusammenhang mit wachsender sozialer Ungleichheit fest
In Luxemburg fehlt es an kritischer Masse, um solche gesellschaftsrelevanten Erziehungsfragen breit aufgestellt und mit theoretischem Überbau in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Oft geht es um die Praxis, etwa berechtigterweise um die Zeit, die Kinder in Betreuungstrukturen verbringen und wie die Betreuung qualitativ verbessert werden kann. Dabei gebe es hier sehr viel zu besprechen und zu diskutieren: In einem dermaßen interkulturellen Land existieren unterschiedliche kulturelle Erwartungshaltungen an die Kindererziehung, auch innerhalb der Familien. Jacqueline Di Ronco ist Diplompsychologin und Mitbegründerin der Mamerhaff asbl., wo Familien seit 2017 Beratungs- und Freizeitangebote wahrnehmen können, „im Prinzip der Gleichwürdigkeit“ und mit Fokus auf das „zwischenmenschliche Miteinander“. Goldmans Time-Outs lehnt sie prinzipiell ab, da es für Kinder sehr schwer sei, von ihrer Herde entfernt zu werden. Sogenannte Time-Ins seien eine gute Alternative, eine Pause, bei der man jedoch im gleichen Raum bleibt und die Beruhigung des Kindes begleitet. Für sie entstehen Verhaltensprobleme dann, wenn ein Kind zu sehr von dem bekommt, was es will, und nicht genug von dem, was es wirklich braucht. „Wenn ein Kind stabil aufwächst und es ihm nicht an Fundamentalem fehlt, kommt es auch als junger Erwachsener damit klar, dass 50 andere mit ihm für den Arbeitsplatz konkurrieren. Diese Situationen muss man nicht bereits zuhause durchspielen“, findet sie. Es könnten auch mal die Eltern sein, die ein Time-Out bräuchten – spricht ihnen jedoch empathisch zu, dass es in dieser etwas kranken Welt nicht einfach sei, „den Norden zu behalten“. Jemand, der ebenfalls viel von Eltern und ihren Sorgen mitbekommt, ist Jeannine Schumann, Mitbegründerin und Direktorin der Eltereschoul. Sie beobachtet, dass in den letzten 20 Jahren ein Fundament für eine andere Art von Kindererziehung gelegt worden ist. Was sich vor allem verändert habe, sei die Komplexität der Gesellschaft und die Situation der Eltern, die „enorm unter Druck“ stehen. „Sie sollen perfekte Eltern, perfekte Partner, perfekte Freunde und Arbeitnehmer sein.“ Das führt zu einem Gefühl der konstanten Überforderung. Jeannine Schumann begrüßt das Revival der Bindung, die für sie das A und O ist. Eine sichere Bindung legt ihrer Meinung nach das Fundament, um Frustrationen und schwierige Situationen gut zusammen meistern zu können. Was den Eltern zunehmend fehle, seien Alternativen. Sie fühlen Hilflosigkeit, wie sie schwierige Situationen angehen und lösen können: „Wenn wir nicht mehr brüllen und bestrafen sollen, was machen wir dann?“ In Workshops und Ateliers arbeitet die Eltereschoul gemeinsam mit den Eltern an Alternativen, inbsesondere präventiv. Wenn die Vierjährige schon drei Mal einen Anfall hatte, weil sie den Schokoriegel im Supermarkt nicht bekam, wie lässt sich das im Vorfeld vorbereiten, wie im Notfall entschärfen? Die Eltereschoul arbeitet mit dem australischen Triple-P-Programm, das ursprünglich aus der Sonderpädagogik stammt. In diesem Programm gibt es Time-Outs, allerdings erläutert Jeannine Schumann, dass dieses „Tool“ den Eltern bestmöglich erklärt und mit Nuancen gehandhabt wird – und
grundsätzlich nur angewandt werden soll, wenn es für die Familien irgendwie passt. Gilbert Pregno, Familientherapeut und Präsident der Menschrechtskommission, findet Grenzen setzen fundamental für die Erziehung. Kinder mögen Grenzen, meint er. Wichtig sei, wie man sie setzt. „Sie wegzulassen, schafft ein übergroßes Ego, das keinen Bezug mehr zur Realität hat und demnach nicht in der Welt klarkommt.“ Obwohl es nicht in der Natur der Sache liegt, existieren viele Familien heutzutage in einem Vakuum, und verfügen nicht über das Netzwerk, das sie brauchen. Das abgenutzte Sprichwort, dass es ein Dorf braucht für die Kindererziehung, gilt aber immer noch. „Die Unterstützung, die es an anderen Orten auf der Welt noch natürlich gibt, gibt es so für einen Großteil hier nicht mehr. Auch deshalb ist qualitative Kinderbetreuung so wichtig – die Familien sind darauf angewiesen“, sagt Jeannine Schumann. Die alleinerziehende Mutter, die abends erschöpft ins Bett fällt, aber nicht schlafen kann, weil sie finanziell nicht zurecht kommt, befasst sich wahrscheinlich weniger mit positive parenting und ist stattdessen froh, irgendwie durch die Tage zu kommen. Und auch Familien mit zwei Elternteilen sind oftmals zu müde, die selber entworfenen Regeln jeden Tag mit einer großen Portion Lebenslust und Empathie durchzuziehen und Frustrationstoleranz zu trainieren. Eine abgehobene Diskussion ist es trotzdem nicht. Denn die Gelassenheit, was Erziehung angeht, scheint wie weggeblasen. Vermehrt wird über das Phänomen sogenannter „intensiver“ oder „Hyper“-Elternschaft berichtet, es reiht sich in die Spezies der Helikopter-, Drohnen- und Rasenmähereltern ein (letztere mähen jedes Problem, das ihren Kindern im Weg stehen könnte, im Vorfeld schon mal weg). Ökonomen wie Matthias Doepke und Fabrizio Zilibotti schätzen, dass diese Art der überengagierten Erziehung in liberalen Gesellschaften zunimmt, und stellen einen Zusammenhang mit wachsender sozialer Ungleichheit fest – das Kind als Kapital, in das man investiert, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Die Zeit, die gehetzte Eltern mit ihren Kindern haben, sollen sie optimal nutzen, stets empathisch und zugewandt sein, die „quality time“ maximieren. Dazu wissen bildungsnahe Familien heutzutage im Vergleich zu den Generationen vor ihnen besser Bescheid über Kindesentwicklung, mögliche Traumata oder ähnliches und wollen ja nichts falschmachen. Stolpern sie in die Falle der „intensiven“ Elternschaft, fühlen sie sich eventuell noch dazu verleitet, den Terminkalender ihrer Kinder mit Aktivitäten vollzustopfen, um ihre spätere Entwicklung zu „optimieren“. Frei nach dem Motto: Mein Kleinkind kann schon fließend Mandarin, und deins? Die Soziologin Eva Illouz beschreibt die Art und Weise, wie der Kapitalismus unsere Emotionen vermarktet, sie zu Waren umfunktioniert. Und was könnte emotionaler sein, als das eigene Kind, sein Gedeihen oder sein Scheitern, das einigen Beobachtern nach ausschließlich auf dem Mist der Eltern gewachsen ist? Kein Wunder, dass der Markt für Elterncoaches und Ratgeber explodiert ist. Jennifer van Vaerenberg ist diplomierte Soziologin und Mutter von zwei Kindern. Nach einer Karriere im luxemburgischen Gesundheitswesen hat sie sich kürzlich zum Coach (ein nicht geschützter Begriff) ausbilden lassen, sich selbstständig gemacht und ist Trainerin für „positive Disziplin“ geworden. „Somum“ heißt ihre Firma, ein Wortspiel mit dem Begriff Summum. Sie bietet insbesondere Müttern an, sich innerhalb von drei Monaten zu verwandeln: Nämlich von einer Mutter, die stets erschöpft ist, zu einer „mère calme, sereine et bien organisée, tout en appréciant les petits moments de bonheur quotidiens avec sa famille, sans subir d‘épuisement physique ou mental“, wie es auf ihrer Homepage heißt. Zwölf Sitzungen à 75 Minuten beinhaltet ihr Paket, monatlicher Kostenpunkt 250 Euro. Das Gleichgewicht zwischen Rahmensetzung und Seinlassen sei nicht immer einfach zu finden, erklärt Jennifer van Vaerenberg im Gespräch mit dem Land, auch, weil alle Kinder unterschiedlich seien. Von der Wirksamkeit der positiven Disziplin, die statt auf Bestrafen auf die Entwicklung von Auto-Disziplin setzt, ist sie überzeugt. Wo situieren sich die Luxemburger, die stets zwischen frankophonen und deutschen Tendenzen hin- und hergerissen sind, was die Erziehung angeht? Es sei ambivalent, sagt Jacqueline Di Ronco. Der Einfluss der französischen Schule, die immer schon viel Wert auf frühestmögliche Autonomieentwicklung gelegt habe, nehme in Luxemburg ab, auch wenn das Personal in den Strukturen vorrangig frankophon sei. Der Fokus auf die Bindung, den man mittlerweile hier in den Rahmenplan für die Allerkleinsten eingebaut hat, ist hingegen in Deutschland schon länger der modus operandi.
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Uncle Sam and Auntie Janet La secrétaire américaine au Trésor, Janet Yellen, était invitée lundi après-midi à l’Eurogroupe organisé à Luxembourg. Avant la réunion avec ses pairs de la zone euro, la ministre des Finances du Luxembourg, Yuriko Backes, a accueilli l’Américaine rue de la Congrégation, « la première fois qu’un représentant de l’administration Biden se rend au Grand-Duché », a souligné le ministère. Une réunion entre les deux femmes (et une pelletée de fonctionnaires) a précédé une visite au cimetière militaire américain de Hamm (photo : SIP / Claude Piscitelli). Sur son fil Twitter, l’Américaine (née en 1946 à Brooklyn dans une famille juive originaire de Pologne) a dit avoir insisté au cours des discussions sur le soutien à l’Ukraine ainsi que sur les « relations avec la Chine ». « U.S.-EU collaboration is also crucial in our respective economic relationships with China. As we deepen our relationship with China, we are also focused on taking targeted actions to safeguard our national security interests, and those of our allies », a précisé l’ancienne patronne de la Fed. Celle qui était alors baptisée la « colombe » (pour ne pas s’être uniquement focalisée sur l’inflation comme le font les « faucons »
et Christine Lagarde, présente lundi à l’Eurogroupe) s’est en outre félicitée de la loi luxembourgeoise votée en juillet sur le filtrage des investissements étrangers. Elle prévoit, sur base d’une directive européenne, de protéger l’économie du Vieux Continent des prises de contrôle d’États tiers sur des secteurs clés. « De positive Message, dee si mer ginn huet, ass, dass si hir Kommunikatioun mat China weider wëllen opbauen », s’est félicitée la libérale Yuriko Backes au micro de RTL, elle qui a entrepris un rapprochement avec l’Empire du Milieu au cours de ces derniers mois. En accord avec Uncle Sam et Auntie Janet donc dans une stratégie de derisking avec la Chine plutôt que de decoupling. Depuis son arrivée en août 2021 à Luxembourg, l’ambassadeur américain Thomas Barrett (sur la photo) veille sur deux dossiers en particulier. Que le Luxembourg se rapproche de l’objectif de financement de l’Otan (deux pour cent du PIB). Que le Luxembourg veille sur les secteurs stratégiques. Les renseignements américains avaient notamment relevé que la société Spacety basée au Luxembourg, filiale d’un groupe chinois, avait fourni de l’imagerie stratégique aux paramilitaires russes de Wagner. pso
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Strompreise ausgleichen Dass die Strompreise 2022 extrem hoch waren, ist schon bekannt. Eine weitere Illustration dafür liefert der Bericht der Regulierungebehörde ILR über den Luxemburger StromKompensationsfonds in jenem Jahr. In den Fonds leisten alle Stromverbraucher eine Abgabe pro verbrauchter Kilowattstunde. Die Abgabe ist gestaffelt nach Haushalten, Betrieben und stromintensiver Industrie. Einen Zuschuss aus der Staatskasse erhält der Kompensationsfonds auch. In erster Linie dient er dazu, Netzbetreibern die Kosten auszugleichen, wenn sie in Luxemburg produzierten grünen Strom ins Netz nehmen. In der Hauptsache bedienen die Netzbetreiber sich im europäischen Großhandel mit seinen Börsenpreisen. Die schwanken zwar, sind aber meist günstiger als der Kauf grünen Stroms vun heiheem. Denn um für Windkraft-, Solarstrom- oder
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20.10.2023
Biogasanlagen einen Anreiz zu setzen, zahlen die Netzbetreiber entweder einen staatlich festgelegten und für 15 Jahre garantierten „Einspeisepreis“; das gilt vor allem für kleinere Anlagen, Solarstrom auf dem Dach etwa. Oder sie gewähren – für größere Anlagen – eine „Marktprämie“, die mit dem Anlagenbesitzer ausgehandelt wurde. Die Differenz zu den Großhandelspreisen wird über den Kompensationsfonds vergemeinschaftet. In den Jahren 2015 bis 2021 gingen über den Fonds zwischen 70 und 120 Millionen Euro als Kompensation an die Netzbetreiber. Am meisten floss als Ausgleich für ins Netz genommenen Solarstrom: 2020 waren es 33,4 Millionen Euro, im Jahr danach 27,4 Millionen; da machte sich auch die Sonnenscheindauer bemerkbar. 2022 dagegen musste der Fonds insgesamt nur einen Ausgleich von 8,5 Millionen Euro leisten. Für Solar- und Windstrom waren die Nettokosten negativ geworden, mit jeweils minus sieben Millionen Euro. Idem für Strom aus Biogas mit minus 4,6 Millionen, und für überhaupt jeden Typ von Grünstrom, weil Börsenstrom teuer geworden war. 2022 lag der Börsenpreis bei durchschnittlich 238 Euro pro Megawattstunde. 2021 nur bei 98 Euro. Ein spekulativer Anteil steckt in dem hohen Preis 2022 zwar, vor allem aber die in Europa geltende „Merit order“. Sie koppelt den Börsenstrompreis ans teuerste Kraftwerk. Bisher sind das Gaskraftwerke. Solange billiges
Gas aus Russland floss, verbilligte das die Börsenpreise. Dieses Jahr sind sie wieder gesunken. Im September auf im Schnitt 101 Euro die Megawattstunde, im Juli waren es sogar nur 78 Euro. So dass 2022 wohl ein Ausnahmejahr war. Die Verbraucher erhalten die Minderkosten, die dem Kompensationsfonds damals entstanden, insofern rückerstattet, als der Fonds die Finanzierungsquelle für den von der Tripartite im September 2022 beschlossenen „Strompreisdeckel“ ist. Wird dafür Geld im Fonds knapp, springt die Staatskasse ein. Um Preisspitzen wie 2022 in Zukunft zu vermeiden, schlug die EU-Kommission im Frühjahr eine Reform des EU-Strommarkts vor. An der „Merit order“ soll sich nichts ändern, der teuerste Energieträger auch weiterhin den Strompreis bestimmen. Neu soll insbesondere sein, dass grüner Strom, aber auch Atomkraft künftig generell über „Differenzverträge“ gefördert würden. Der Staat würde mit dem Anlagenbetreiber einen Garantiepreis aushandeln. Ist der Preis am Markt niedriger, zahlt der Staat die Differenz. Ist er höher, muss der Betreiber die Differenz an den Staat zahlen. Der unterstützt aus den Einnahmen die Verbraucher. Die EU-Energieminister einigten sich am Dienstag über dieses Prinzip. Es sieht ein wenig wie der Luxemburger Kompensationsfonds aus, doch bei dem geht es um Ausgleiche für Netzbetreiber sowie neuerdings Verbraucher. Die EU-Reform hingegen zielt
auf Produzenten, auch große, und die Verbraucher können auch groß sein. Zwischen Deutschland und Frankreich gab es Streit, ob der französische Staat durch Differenzverträge auf längst bestehende Kernkraftwerke die Industrie durch Niedrigpreise subventionieren dürfe. Laut Kompromiss vom Dienstag soll die EU-Kommission bis Ende des Jahres Kontrollmechanismen gegen Marktverzerrung vorschlagen. pf
Pégase et patte blanche L’Assemblée parlementaire du Conseil de l’Europe a collecté des « preuves, de plus en plus nombreuses », selon lesquelles des logiciels espions ont été utilisés à des fins illégitimes par plusieurs États membres. L’institution basée à Strasbourg pour faire respecter les droits de l’Homme parmi les 46 pays affiliés a demandé la semaine passée à cinq gouvernements de fournir des informations sur l’usage desdits logiciels espions dans un délai de trois mois et « d’enquêter de manière détaillée sur tous les cas d’abus ». La Pologne, la Hongrie, la Grèce, l’Espagne et l’Azerbaïdjan doivent investiguer, sanctionner et accorder réparation aux victimes. Quatre autres États, dont le Luxembourg, qui ont utilisé le logiciel Pegasus, doivent clarifier son « utilisation et les mécanismes mis en place pour la superviser ». Le Conseil de l’Europe s’est saisi du sujet après les révélations du consortium médiatique Forbidden Stories en juillet 2021
sur l’existence de 50 000 numéros de téléphone susceptibles d’avoir été visés par les activités de NSO Group et de ses logiciels espions. Est écrit dans le rapport du membre néerlandais de l’Assemblée parlementaire, Pieter Omtzigt, que le Luxembourg entretient « des liens importants avec le secteur des logiciels espions ». Le pays héberge neuf entités directement liées au groupe d’origine israélienne, « mais le ministre des Affaires étrangères (Jean Asselborn, ndlr) a confirmé qu’aucune d’entre elles n’avait été autorisée à exporter des produits de surveillance à partir du Luxembourg », liton. Le Premier ministre Xavier Bettel a lui aussi « confirmé » en septembre que le Luxembourg avait acheté et utilisé Pegasus « pour des motifs liés à la sécurité de l’État ». Le gouvernement, et plus particulièrement le ministère d’État, est invité à envoyé les informations demandées à l’Assemblée parlementaire et à la Commission de Venise dans un délai de trois mois, ainsi que toute statistique liée à l’utilisation de Pegasus. Contacté, l’Hôtel Saint-Maximim indique qu’il donnera suite à la demande comme il l’a fait pour celle de la Commission européenne sur le même sujet. Dans sa réponse à la question parlementaire 7867 de Sven Clement (Piraten), le ministère de la Justice détaille le cadre légal de l’utilisation de tels logiciels. La police peut y recourir sur accord
du juge d’instruction. De même pour le Srel, dans le cadre de sa mission de renseignement dont il est dit qu’elle est délimitée de manière « précise », mais qui est en réalité extrêmement large. Une surveillance peut ainsi s’exercer en présence « d’une menace ou d’un risque de menace pour la sécurité nationale (…), une activité susceptible de mettre en cause (…) les intérêts économiques du Grand-Duché de Luxembourg ». L’on pourrait donc imaginer que les journalistes ou lanceurs d’alerte à l’origine des Luxleaks puissent être légalement visés par des logiciels espions, d’autant plus qu’aucun corps de métier n’est exclu du champ d’application d’une telle surveillance (sauf « la politique interne »). Pour l’heure, les statistiques sur les recours au logiciel Pegasus, connu depuis mi-2021, n’ont pas été publiées. Demandée par les Piraten, l’organisation d’une réunion de commission à huis clos afin d’informer les députés de l’achat et de l’utilisation de logiciels de surveillance et d’espionnage par les pouvoirs judiciaire et exécutif avait été refusée par 56 des soixante députés. Pegasus fournit à l’utilisateur « un accès complet et illimité à tous les capteurs et à toutes les informations du téléphone portable ciblé. Il transforme le smartphone en dispositif de surveillance 24 heures sur 24, en accédant à l’appareil photo et au microphone, aux données de géolocalisation, aux courriers
électroniques, aux messages, aux photos, aux vidéos, aux mots de passe et aux applications », notent les experts du Conseil de l’Europe. Pegasus a été utilisé en Pologne et en Hongrie « pour espionner des journalistes, des responsables politiques de l’opposition, ou des avocats ». pso
Erratum - La banque en deuil Le bâtonnier Pit Reckinger est le neveu de Bob Reckinger (d’Land, 13.10.2023).
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Le linge sale de la famille RTL France Clarinval
L’affaire dite Lunghi/RTL a occupé le tribunal cette semaine. Où il est question de manipulation d’images, de pressions hiérarchiques et de journalisme à sensation
Arrivée d’Enrico Lunghi et de sa femme lundi après-midi au tribunal
Sven Becker
Alain Berwick et Steve Schmit se renvoient la balle des responsabilités
Le troisième essai aura été le bon. Après deux reports, en février (d’Land 03.03.2023) et en avril, le procès opposant Enrico Lunghi à quatre prévenus issus des rangs de RTL a enfin eu lieu cette semaine. Dès lundi, une des salles du tribunal d’arrondissement de Luxembourg a attiré les foules. Le banc réservé à la presse n’a pas suffi pour accueillir tous les journalistes et ceux du publics se sont bien remplis. On y retrouve Enrico Lunghi et ses soutiens, mais aussi, mardi Dan Hardy et d’autres membres de l’ADR. L’ancien journaliste s’intéresse à ce qui touche son ancienne maison et veut « montrer les rouages des médias » au jeune Maksymilian Woroszylo. Les matinées de mercredi et jeudi, destinées aux plaidoiries, ont connu moins de succès sur les rangs du public, mais la presse est toujours largement représentée, y compris par RTL qui veut sans doute montrer que la chaîne, titulaire d’une mission de service public, a changé depuis l’affaire. Les faits remontent à l’automne 2016, une petite éternité au rythme où va le monde. La première étape du procès a remémoré les événements, notamment à travers les images tournées à l’époque. L’audience visionne le reportage qui a déclenché toute l’affaire. Sophie Schram, alors collaboratrice indépendante de RTL dans le cadre de l’émission Den Nol op de Kapp, y interrogeait Enrico Lunghi, à l’époque directeur du Mudam, sur ses choix d’exposition. On la voit qui insiste à diverses reprises sur l’appréciation personnelle du directeur à l’égard de l’artiste Doris Drescher qui s’est plainte de ne pas être exposée au musée. Enrico Lunghi s’énerve, sort de ses gonds et repousse fortement le micro. Sont également montrés, la suite de l’interview, les rushs et plans de coupes où l’on voit que le calme a repris, les questions et les réponses sont posées, la journaliste finit par dire merci et le directeur s’excuse de son comportement quelque peu irascible. On rappellera qu’après la diffusion du reportage le 3 octobre 2016, le ministre de la Culture de l’époque, Xavier Bettel exige une enquête disciplinaire. Puis, se sentant peu soutenu et dénigré au cœur d’une tempête médiatique, Enrico Lunghi démissionne et porte plainte en diffamation. Au cours des dépositions des témoins, puis des prévenus, il a été beaucoup question de détails chronologiques, mais surtout de chaîne de prises de décision, de pressions hiérarchiques et de qualité journalistique. Les débats portent sur le comportement brutal d’Enrico Lunghi, son emportement, son geste vif. Les questions autour de la véracité de la blessure de Sophie Schram sont largement abordées. Le jeu de dupes autour du dépôt de plainte supposé et des excuses exigées occupe aussi une partie des discussions. Mais ce qui transparaît est avant tout une division profonde au sein de la chaîne de télévision sur ce que doit être l’information dans le cadre d’une mission de service public, ce qui se montre ou pas, qui dirige, qui a le dernier mot. Entre les lignes, c’est le procès d’une époque, d’un système, d’un type de journalisme et d’un style de management qui se joue. Aujourd’hui Alain Berwick est à la retraite, Den Nol op de Kapp n’est plus à l’antenne pas plus que Marc Thoma ou Sophie Schram. Les deux premiers témoignages, celui du rédacteur en chef du journal télévisé de l’époque, Alain Rousseau et de Caroline Mart, son adjointe, illustrent l’impasse dans laquelle ils se sont trouvés. Ils expliquent que Steve Schmit, responsable du pôle magazine de la chaîne leur a demandé leur avis sur l’interview de Sophie Sch-
Entre les lignes, c’est le procès d’une époque, d’un système, d’un type de journalisme et d’un style de management qui se joue
ram, avant sa diffusion. « Ça n’avait ni queue ni tête », raconte Alain Rousseau. « Ce n’était pas diffusable en l’état », confirme Caroline Mart. Tout trois s’opposent à la diffusion de ces images d’autant « qu’il n’y avait pas d’urgence. Nous voulions réfléchir posément sur le fond et la forme de ce sujet », ajoute-t-elle. Stéphane Maas, le président de la chambre correctionnelle, paraphrase pour clarifier la problématique : « Ce sont deux angles de reportage différents. Soit il s’agit des artistes qui se plaignent ou alors d’une journaliste attaquée par son partenaire d’interview dans le cadre de son métier. » L’interview sera diffusée le 20 septembre, après avoir été montée sans l’incident du microphone. Le 26 septembre, Alain Berwick, le CEO de RTL convoque la rédaction en chef du journal télévisé. Sophie Schram est déjà dans le bureau, le bras bandé. Marc Thoma l’accompagne. « Sophie Schram ne nous avait pas parlé de blessure », clament Caroline Mart et Alain Rousseau. Ils qualifient la réunion de « très désagréable » et « pas une partie de plaisir », car ils sont menacés d’être licenciés, Berwick leur reprochant de ne pas avoir protégé la journaliste. « Nous avons été mis hors jeu », considère la rédactrice en chef adjointe. Le ton est monté très fort par moments. « Je n’ai pas souvent crié dans ma carrière », se défend Alain Berwick. Sur le banc derrière lui, Steve Schmit secoue la tête, incrédule. Lors de cette réunion, il est question que Sophie Schram porte plainte contre Enrico Lunghi. Ce qui rendrait l’affaire publique. « Nous devions alors montrer les images avant que les autres médias ne prennent le sujet à bras le corps », explique Steve Schmit. Pour autant, il se dit « écarté » et « floué » par un Alain Berwick particulièrement remonté. Le 3 octobre, le reportage nouvellement monté, où l’on voit Enrico Lunghi qui repousse le micro et où Sophie Schram fait état de sa blessure est diffusé dans l’émission Den Nol op de Kapp. On saura plus tard que la plainte de Sophie Schram n’a jamais été déposée. « Le groupe négociait avec Enrico Lunghi pour qu’il présente des excuses pour éviter la plainte », détaille Steve Schmit. Deux visions du journalisme s’opposent. « Caroline Mart et Den Nol sont deux mondes qui ne se comprennent pas », résume Alain Berwick. Marc Thoma explique que Sophie Schram s’est sentie humiliée qu’on ait retoqué son reportage, considère que Caroline Mart veut protéger Lunghi et qu’ils font tous deux partie d’une élite. Il revendique vingt années d’émissions qui « donne une voix aux faibles face aux puissants ». (Alain Berwick dira qu’elles sont
« les moins chères et avec la meilleure audience ».) Le président de la chambre correctionnelle, Stéphane Maas, lui demande s’il ne cherchait pas à dramatiser la situation pour rendre le reportage « plus croustillant » et à donner une mauvaise image d’Enrico Lunghi. « Vous avez peut-être une relation épidermique avec l’art contemporain », ironise-t-il. Le journaliste affirme n’avoir pas eu l’intention de nuire volontairement au directeur du Mudam. Il n’arrive pas à expliquer pourquoi les dernières minutes de l’interview, apaisée, ne sont pas montrées. Il se défend d’avoir manipulé les images pour faire du sensationnalisme, indiquant que « le son était mauvais », pour justifier le collage de deux phrases qui renforce la dureté des propos de Lunghi. Un des enjeux du procès est de savoir qui a décidé de mettre le focus sur la violence de Lunghi et qui en a validé la diffusion. Si Marc Thoma a supervisé le montage de l’émission, Alain Rousseau et Caroline Mart considèrent qu’Alain Berwick a une grande responsabilité puisqu’il a donné son feu vert à la diffusion. L’ancien CEO se défend en expliquant devoir soutenir son personnel. Il explique que Sophie Schram a insisté pour le voir dès son retour de vacances. « Elle est arrivée avec un bandage et un certificat médical, m’a montré la séquence où Lunghi la repousse ». Alain Berwick dit avoir voulu protéger la journaliste, d’autant plus que c’est une fille (« Meedchen »), il invoque MeToo et affirme n’avoir pas vu les images avant diffusion (« de mon bureau je n’ai pas accès au serveur »). Le procureur lui demande s’il n’a pas réagi de manière irrationnelle, à chaud, sans avoir tous les éléments. Le président pose l’hypothèse qu’il aurait été instrumentalisé, manipulé par Sophie Schram et Marc Thoma. Mais Berwick insiste : Il n’a pas eu d’influence sur la manière dont le reportage a été réalisé et monté. Il répète : « On ne peut pas passer sous silence ce que d’autres médias rapportent. À l’étranger, cacher qu’une personnalité publique agit de la sorte avec une journaliste, ça aurait fait scandale. » Dans un plaidoyer d’une heure Jean Lutgen, avocat d’Enrico Lunghi, a passé en revue tous les rapports (ceux du Conseil de presse et de l’Alia, l’autorité de des médias audiovisuels) qui pointent la manipulation des images et blâment RTL. Il cite « une interview qui ne correspond pas aux pratiques déontologiques /.../ Une manipulation de l’image et du son pour créer une réalité inexistante ». L’avocat considère que l’intention méchante est bien prouvée. « Marc Thoma et Sophie Schram ont construit une histoire sur des mensonges avec l’intention de nuire à mon client » et de le discréditer, estime l’avocat. Il demande des dommages et intérêts d’un montant de quelque 46 000 euros, aux termes du préjudice moral, d’atteinte à l’intégrité physique et de pertes financières. « Il n’y a pas de gagnant dans cette affaire. Tout le monde aurait pu mieux faire pour éviter de se retrouver devant un tribunal », commence le représentant du ministère public dans son réquisitoire. Il critique une interview mal faite, qui n’apporte pas de réponse, sans pour autant minimiser l’attitude de Lunghi, loin d’être normale et professionnelle. Il estime que le montage a forcément induit le public en erreur (« sur 155 000 spectateurs, pas tous sont des lumières », risque-t-il). Il aurait fallu garder la suite calme de l’interview, après l’empoignade, et les excuses de Lunghi à la fin pour les spectateurs se fassent une idée plus objective de la situation. Il revient sur le fait que Sophie Schram ne semblait pas blessée, n’a pas évoqué de dou-
leur pendant plusieurs jours. Il l’estime donc coupable. Tout comme Marc Thoma qui a voulu faire du journalisme à sensation au détriment de Lunghi en montant les images qui l’incriminait. « C’était une comédie. Marc Thoma sait que le reportage ne reflète pas ce qui s’est passé. Et Sophie Schram a participé à cette mise en scène ». Des amendes sont requises pour eux deux. En revanche le ministère public demande l’acquittement pour Steve Schmit, qui n’avait pas d’autorité pour annuler la diffusion et d’Alain Berwick qui n’avait pas vu les images avant de donner son accord pour la diffusion. Rageur et tapant du poing, Gaston Vogel, avocat de Sophie Schram, trouve qu’il n’y a rien à reprocher à sa cliente au vu de son certificat médical et des excuses de Lunghi (« On ne s’excuse pas si on est innocent »). « Elle n’était pas présente le jour de la diffusion. Ce qu’on lui reproche la dépasse. C’est elle la victime », martèle l’avocat. Sa plaidoirie est émaillée de petites piques à l’encontre du parquet, de la durée de l’instruction ou d’Enrico Lunghi lui-même. Il termine avec un tonitruant « J’en ai marre ! ». Jusque là absente et excusée, Sophie Schram s’est présentée à l’audience jeudi matin. L’air sévère et sérieux, elle a déposé en commençant par dire qu’elle n’avait jamais eu de problème avec Enrico Lunghi et n’avait aucune raison de lui nuire. Sa voix s’essouffle quand elle revient sur les détails de l’incident au moment de l’interview. Le président du tribunal la pousse : « Vous n’avez pas immédiatement porté plainte et vous n’avez pas mentionné de douleur auprès d’autres collègues ». Elle pensait avoir bien fait en appelant son frère médecin. Elle insiste « Marc Thoma ne m’a pas demandé d’avoir un bandage ou d’aller chez le médecin. » À travers les mots de Sophie Schram, on n’apprendra finalement pas grand-chose qui n’aurait été dit les jours précédents. Elle s’est sentie dépossédée de son travail : « On m’a dit que Den Nol était en pause. Mais on ne m’a plus jamais rappelée. J’ai été ghostée. » Les plaidoiries des trois derniers avocats, représentant Marc Thoma, Alain Berwick et Steve Schmit ont conclu la matinée de jeudi. Ils ont remis en question des points de procédure et la durée de l’instruction, ont argumenté sur le sens du mot diffamation, sont revenus sur les images de l’agression. « Tout le monde s’érige en médecin pour juger de la blessure de Madame Schram », lance André Lutgen, avocat de Berwick. Il cite une vieille affaire d’une blessure longtemps invisible. Cependant, il exprime des doutes quant au préjudice d’atteinte à l’intégrité physique sur Enrico Lunghi en jugeant le certificat médical de celui-ci. Chacun minimise l’implication de son client. Thierry Reisch notamment défend Steve Schmit en avançant : « l’audit interne de RTL pointe clairement la responsabilité d’Alain Berwick qui n’a pas respecté l’indépendance de la rédaction ». Il n’en fallait pas plus pour qu’André Lutgen s’insurge : « on n’a jamais vu un co-inculpé qui en condamne un autre ! » En mettant en lumière le fonctionnement interne du RTL Luxembourg d’il y a quelques années, le procès expose les représentants des médias et leurs supérieurs hiérarchiques. Il lave en public le linge sale d’une « famille » qui voit son image écornée : un certain journalisme populiste en quête de sensation, des montages mensongers, une hiérarchie autoritaire… Et des dommages collatéraux chez Sophie Schram dont personne ne se soucie plus du sort et chez Enrico Lunghi enfermé dans le placard du Script. Les shitstormss sont passées mais les acrimonies restent. Le prononcé du verdict est attendu le 14 décembre.
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F I N A N Z E N
20.10.2023
« Plus que l’argent, les avantages matériels accordés aux parents, ainsi que les infrastructures, jouent un rôle décisif dans la fécondité » Publiée fin septembre, l’information a provoqué une certaine émotion dans un pays qui se croyait à l’abri du déclin démographique largement entamé chez ses voisins. L’institut statistique Insee a en effet révélé que le nombre de naissances enregistrées en France en 2022 était le plus faible depuis 1945 ! Rien de surprenant en réalité, car la natalité française n’a cessé de diminuer depuis 2010, avec une baisse de douze pour cent jusqu’en 2020, mais on s’était pris à espérer que le rebond de 2021 allait se poursuivre. Cela n’a pas été le cas, avec une baisse de 2,2 pour cent en 2022, suivie d’une nouvelle baisse encore plus marquée au premier semestre 2023 où le nombre de bébés a été inférieur de sept pour cent à celui du premier semestre de l’année dernière. Dans l’UE, les naissances ont diminué de 4,9 pour cent entre 2021 et 2022. En Allemagne la baisse a été de 7,1 pour cent, en Belgique de 3,7 pour cent et en Estonie et en Grèce, elle a dépassé les dix pour cent, le Portugal étant le seul pays où le nombre de bébés a augmenté. Hors UE, la Suisse a connu une baisse de 8,5 pour cent en un an tandis qu’elle était plus modérée au Royaume-Uni (-2,1 pour cent) où cependant les naissances étaient de 15,7 pour cent inférieures à celles de 2012.
Sven Becker
Au Luxembourg la baisse a été de trois pour cent, mais, contrairement aux pays voisins où le recul est engagé depuis une dizaine d’années, elle faisait suite à seize années d’une hausse régulière qui a permis d’ atteindre le chiffre record de 6 690 enfants nés au Grand-Duché en 2021. Nul ne peut encore prédire si la diminution de 2022 est l’amorce d’un déclin plus durable. Toutefois, si l’on raisonne en termes d’indice de fécondité (improprement appelé taux de fécondité, car un taux s’exprime en pourcentage), les Français ont encore de quoi se réjouir, mais sans doute plus pour longtemps. En 2021, dernière année pour lesquelles les données d’Eurostat sont disponibles, le nombre moyen d’enfants par femme dans l’UE était de 1,53, un chiffre plutôt stable sur dix ans. Les Françaises arrivaient en tête avec 1,84 enfant par femme, avec très peu d’avance sur les Tchèques (1,83) et les Roumaines (1,81). Le Luxembourg se classait parmi les cinq derniers pays européens avec un indice de 1,36 à égalité avec Chypre, mais devant l’Italie (1,24), l’Espagne (1,19) et Malte (1,13). De toute manière, même chez les pays en tête du palmarès, la fécondité reste insuffisante pour que la population puisse se
charge les enfants à partir de trois ans, contre six ans dans la plupart des pays, serait ainsi à l’origine de la bonne tenue de la fécondité française.
Transport au Grund
Georges Canto
Quand et comment les Européens fécondent. Des statistiques et des politiques publiques
renouveler d’elle-même. Il faudrait pour cela atteindre au minimum 2,01 enfant par femme.
Baisses de population Dans l’état actuel des choses, la faiblesse de la fécondité européenne ne peut que déboucher, à terme plus ou moins rapproché, sur une diminution de la population, puisque l’espérance de vie stagne désormais et que les boomers voient le bout de la route. Selon Statista, à l’horizon 2050 plusieurs pays européens seront dans ce cas, même en tenant compte de flux migratoires positifs : dans le nord les trois pays baltes et la Finlande, dans le sud l’Italie, la Grèce, la Croatie et le Portugal, au centre et à l’est la Slovaquie, la Hongrie et la Bulgarie. La population
Cul-de-sac
allemande restera stable et celle du Luxembourg continuera d’augmenter à 800 000 habitants. Ailleurs dans le monde, pour se limiter aux pays du G7, le Canada et les États-Unis jouissent d’un bon dynamisme démographique et verront, par rapport à 2021 leurs populations augmenter respectivement de vingt pour cent et de trieze pour cent d’ici à 2050, selon l’ONU. En revanche celle du Japon chutera de plus de 17 pour cent. Dans ce pays, le nombre de naissances est tombé en 2022 sous la barre des 800 000, du jamais-vu depuis les premières statistiques en la matière, en 1899. gc
Entre 2011 et 2021, l’évolution est restée contrastée entre les pays. Le document d’Eurostat montre que des pays comme la France, la Belgique et l’Irlande ont connu une forte baisse de la fécondité (entre -8,5 pour cent et -12,3 pour cent) attribuée au fait que les femmes ont leur premier enfant plus tard : en France, leur âge a augmenté de cinq ans en 45 ans, passant de 24 ans en 1974 à 29 ans en 2019. Au Luxembourg il était de 31,1 ans en 2021, soit trois ans de plus qu’en 2000, deuxième rang européen ex-aequo avec l’Espagne, derrière l’Italie (31,3 ans). Compte tenu des limites physiologiques à la maternité, le fait de procréer plus tard a un effet mécaniquement réducteur sur le nombre d’enfants qu’une femme pourra avoir dans sa vie. Mais certains pays comme la Tchéquie, la Hongrie, la Roumanie, la Lettonie et l’Allemagne ont vu leur taux de fécondité augmenter de dix à trente pour cent. Les pays de l’est, après avoir vu
leurs taux de fécondité chuter dans les années ayant suivi la dislocation de l’URSS, connaissent une augmentation de cet indicateur démographique depuis les années 2000. Les efforts consentis pour les politiques favorables à la famille sont très disparates selon les pays. Les données Eurostat montraient qu’en 2019, les « prestations famille-enfants » représentaient 2,3 pour cent du PIB dans l’UE. Les sept pays y consacrant plus de 2,5 pour cent étaient tous des pays du nord de l’Europe (dont le Luxembourg). Parmi les sept les moins généreux (moins de 1,5 pour cent) figuraient cinq pays du sud. Les modalités des aides sont également très variables. Les pays du nord de l’Europe sont ceux qui consacrent le plus de ressources aux congés parentaux et à l’offre de garde pour les jeunes enfants (crèches notamment). Il est établi que, plus que les aides financières directes, les avantages matériels accordés aux parents, ainsi que les infrastructures, jouent un rôle décisif. L’existence d’écoles maternelles, prenant en
L’efficacité des politiques natalistes est un sujet permanent de débats. Dans plusieurs pays d’Europe, dont l’Allemagne et le Danemark, on a pu constater un regain de la fécondité après la mise en place de mesures d’aides financières et matérielles aux jeunes couples. À l’opposé, les plus faibles indices se rencontrent surtout dans les pays du sud, les moins généreux. Mais on a aussi l’exemple des États-Unis, qui se caractérisent par une forte fécondité malgré des politiques familiales limitées. En France, le « rabotage » très contesté des allocations familiales sous la présidence Hollande (2012-2017) n’a apparemment eu aucun effet sur l’évolution des naissances. Le cas du Luxembourg est révélateur. En 2019, selon Eurostat, le Grand-Duché était au deuxième rang européen, à égalité avec le Danemark et juste derrière l’Allemagne pour la part du PIB consacrée aux « prestations famille-enfants » (3,3 pour cent). En 2000 le Luxembourg était déjà sur le podium européen avec trois pour cent du PIB. Et il arrive largement en tête pour le montant des prestations par jeune de moins de vingt ans, avec 2 380 euros en standard de pouvoir d’achat ou SPA, contre 1 350 euros en Allemagne et 780 euros en France. Le pays est réputé pour la générosité de ses mesures, notamment en termes de congé de maternité et de congé parental. Pour autant, le dispositif mis en place n’a pas permis d’enrayer la baisse de la fécondité puisque le Luxembourg est, comme on l’a vu, à la traîne en Europe avec des pays comme l’Espagne et l’Italie dont l’effort est pourtant de deux à trois fois inférieur en pourcentage du PIB. La Finlande et la Pologne sont un peu dans le même cas que le Grand-Duché. Tout se passe comme si les politiques natalistes se heurtaient à des facteurs psycho-sociologiques très forts qui retiennent les jeunes couples de procréer. Dans les années 2000, on parlait beaucoup, avec l’augmentation du nombre de Dinks (double income, no kids), du souhait de nombreux jeunes couples de profiter de la vie sans s’embarrasser de la présence d’enfants, ou en procréant plus tardivement et avec moins d’enfants (en France la proportion de familles de quatre enfants et plus a été divisée par trois en quarante ans). Dans la décennie 2010-2019 les craintes de laisser sa descendance vivre dans un environnement dégradé étaient fréquemment évoquées. Depuis 2020 la pandémie, la guerre en Ukraine et la conjoncture économique de « stagflation » sont venues plomber les anticipations des jeunes et entamer leur confiance dans l’avenir. Nombreux sont ceux qui envisagent désormais leur futur sans enfants. On touche là aux limites des politiques familiales : grâce à elles les jeunes couples peuvent plus facilement avoir et élever des enfants. Encore faut-il qu’ils en veuillent.
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Land 20.10.2023
M E I N U N G
DIE KLEINE ZEITZEUGIN
ZU GAST
Länderfluid
Barrierefreiheit – Ein Menschenrecht
Michèle Thoma
Die Hälfte meines Lebens habe ich in einem anderen Land verbracht. Auch in Österreich habe ich, abgesehen von Bezirkswahlen bei denen ich als EU- Bürgerin mein Stimmlein abgeben darf, noch nie gewählt. Ich bin Ausländerin. Obschon ich dieses Land und seine Politik bestens kenne und direkt von ihr betroffen bin, wird mir nur die Betroffenheit zugestanden. Angeboten wird mir die Staatsbürgerinnenschaft. Dafür müsste ich allerdings meine Staatsbürgerinnenschaft, die luxemburgische, aufgeben. Das kann und will ich nicht. Auch wenn ich auf Demos gern No Nations, No Borders schreie und von einer grenzenlosen Menschlichkeit träume, habe ich Luxemburg intus. Lëtzebuerg huet een an der Panz! murmelte ich mir mal verständnisvoll zu, in dieser Sprache, in der es eine der angeblich unromantischsten Liebeserklärungen der Welt gibt. Ich kenne keine bessere. Klar kann man sagen, was ist schon Nationalität? Um zu lieben oder etwas zu sein, braucht man weder Stempel noch Urkunde, man kann sich pragmatisch entscheiden. Ja. Trotzdem. Es sträubt sich in mir.
Sven Becker
Abgesehen von Wohngebiets- und Europa-Wahlen habe ich in meinem Leben drei Mal gewählt, höchstens. In meiner Juhugend weilte ich gerade immer irgendwo, artig schrieb ich mein Entschuldigungsbrieflein. Als selbsternannte Maoistin, Trotzkistin, Anarchistin und später als von anderen sg. Hippie war mir das vollkommen egal, Revolution wurde auf dem Wahlmenu sowieso nicht angeboten. Manchmal vergaß ich das Brieflein, und ich vergaß, dass ich es vergessen hatte. Und der Staat, der mich nicht am Schlafittchen packte, hatte mich genauso vergessen wie ich ihn.
Man muss wissen, dass weltweit, je nach Definition, 650 Millionen Menschen mit einer Behinderung leben. Diese Gruppe wird durch das Anwachsen der Weltbevölkerung, den medizinischen Fortschritt und die alternde Gesellschaft weiterwachsen. Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UNBehindertenrechtskonvention, UN-BRK) wurde 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York verabschiedet und durch das Gesetz vom 28. Juli 2011 in Luxemburg ratifiziert. Artikel 1 lautet: „Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“
Wahlsonntag in Bonneweg
In Luxemburg dürfte ich wählen. Das lehne ich als unmoralisch ab
So lebe ich als ewiger Gast, als ewige Passantin, als chronisch Provisorische. Die, die keine Stimme hat und über die bestimmt wird, worüber sie dann klagen und schimpfen kann. Sie ist ja nicht zuständig für die Zustände. Sie ist nicht schuld an nichts. Dass dieser Zustand, der keiner ist, mir persönlich liegt, dass ich als Profi-Outsiderin mich nicht unwohl zwischen allen Stühlen und zwei Ländern fühle, so außerhalb und drüber, so jenseits jeder verpflichtenden Stellungnahme und letztendlich verantwortungslos, ist mein persönliches Problem. Oder eher Nicht-Problem. Es ist kein Rezept für eine erwachsene und verantwortungsvolle Teilhabe.
durch meine Wahl eine politische Richtung mitzubestimmen, von deren Ausgang ich nur minim betroffen bin? Warum sollen Auslandsluxemburgerinnen, die seit ewig – und vielleicht „für immer“ – „weg“ sind, mitbestimmen bei etwas, das auf ihr unmittelbares Leben kaum Auswirkungen hat, während die die es ausbaden stimmlos sind? Die mit ihrer oft schweren Arbeit dieses Land erst ermöglichen, unter Bedingungen von denen die Natives in ihrer von satten Erbschaften gepolsterten Parallelwelt keinen blassen Schimmer haben.
In Luxemburg dürfte ich wählen. Das lehne ich als unmoralisch ab. Wieso soll ich das Recht haben,
Nicht nur in Luxemburg, aber hier extrem, stellt das Wahlvolk, das v.a. aus alten grauen Frauen und
Männern und aus Beschäftigten aus den geschützten staatlichen Werkstätten besteht, eine besonders groteske Verzerrung der Bevölkerung dar. Hier die Dienenden, da die Verdienenden. Ein Land ohne Teilhabe für die meisten Beteiligten ist aber auf Dauer eine Selbsttäuschung. Teilhabe bietet Luxemburg mit seinem niederschwelligen Doppelstaatsbürgerschaftsangebot dennoch großzügig an. Von Neo-Staatsbürger/in wird nicht erwartet, sich zu bekennen und zu trennen, von einem wesentlichen Teil von sich selber. Man stürzt Mensch nicht in eine Identitätskrise. Man bietet an, ohne wegzunehmen. Also könnte doch jede/r, der interessiert ist, mitmachen? Mitentscheiden, mitwählen? Warum wird diese Chance so wenig wahrgenommen? Und was ist mit der nachvollziehbaren Identitätskrise fremdelnder Natives, die befürchten, dass ihr Land zu einem gesichts- und geschichtslosen Großraum mutiert? Wie den Spagat hinkriegen? Viele Schichten bilden die Geschichte eines Menschen, Identitäten sind nicht starr, sie interagieren, beeinflussen sich, sind fließend. Ein Großteil der Bewohner/innen Europas ist länderfluid. Wird die Integration dieses Fluidums nicht die Voraussetzung von Stabilität sein?
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C H R O N I Q U E S D E L’ U R G E N C E
Durch die UN-BRK wurde ein wichtiger Paradigmenwechsel eingeführt: nicht der Mensch ist behindert, sondern die Gesellschaft hindert verschiedene Menschen an ihrer freien Entfaltung. Die Konvention entwirft gleichzeitig die Vision einer inklusiven Gesellschaft. Menschen mit und ohne Behinderung haben ein Recht darauf ganz selbstverständlich zusammenzuleben, lernen, wohnen und arbeiten zu können. Staat und Gesellschaft sollen dafür sorgen, dass Menschen wegen ihrer Behinderung nicht benachteiligt werden. Ein wichtiger Grundsatz ist hierbei die Barrierefreiheit. Volle gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen scheitert oft an überwindbaren Hindernissen. Daher ist eine barrierefreie Gestaltung notwendig: Produkte, Dienstleistungen, Gebäude, Verkehrsmittel und -wege, Kommunikationsmittel und Informationstechnologien werden so gestaltet, dass sie für eine größtmögliche Anzahl von Leuten nutzbar sind. Erst der Abbau aller Barrieren erlaubt die volle Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Im Idealfall entstehen Barrieren erst gar nicht. Das kann gelingen, wenn Planungsprozesse aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen erfolgen und dadurch mögliche Barrieren erkannt und verhindert werden. Der Abbau von Barrieren gelingt nachhaltig, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen im Alltag miteinander in Kontakt treten. Praktiziertes Miteinander baut Vorurteile ab und − noch besser − vermeidet sie von vornherein.
Nathalie Morgenthaler ist Vize-Präsidentin des CSV Südbezirks
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Barrierefreiheit allen nutzt: Menschen mit und ohne Behinderung, Senioren, Kindern, Eltern und Menschen, die nur vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. So hilft ein Aufzug beispielsweise Eltern mit Kinderwagen, sowie gehbehinderten Menschen gleichermaßen. Das Gesetz vom 7. Januar 2022, welches am 1. Juli 2023 in Kraft getreten ist, gibt Richtlinien zur Zugänglichkeit von öffentlich zugänglichen Orten, öffentlichen Wegen und Straßen und Mehrfamilienhäusern vor. Allgemeine Informationen sollten auch gänzlich barrierefrei werden, sodass sie für jeden – unabhängig von einer körperlichen oder geistigen Einschränkung oder sogar der Herkunft– zugänglich sind. Dies kann z.B. mithilfe von Leichter Sprache und Gebärdensprache gelingen. Der European Accessibility Act (EAA) verpflichtet zudem bis 2025 digital barrierefrei zu sein. Wir haben demnach alle die Pflicht und Verantwortung unseren Mitmenschen die volle Teilnahme zu gewährleisten und uns dafür einzusetzen, dass wir schnellstmöglich zu einer inklusiven Gesellschaft, in der niemand mehr ausgeschlossen wird, zusammenwachsen. Nathalie Morgenthaler
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D’GEDICHT VUN DER WOCH
Couardise académique Jean Lasar
« La normalisation d’une hyper-mobilité fondée sur l’aviation pour le travail académique »
research on a dead planet », met les pieds dans le plat. L’univers académique prêche volontiers l’urgence climatique, mais la plupart de ses acteurs vaquent à leurs affaires comme si de rien n’était. Cette « passivité » a pour effet d’amplifier les risques « d’impacts climatiques si sévères qu’ils menacent la pérennité de la société organisée, et donc des institutions d’enseignement supérieur elles-mêmes », rappellent-ils, avançant des mesures qui devraient selon eux permettre aux universités de surmonter ce gap béant qu’ils ont identifié entre théorie et pratique.
elles ont proclamé un état d’urgence climatique) ou de cours pour instruire les étudiants sur les menaces liées au changement climatique. Une autre examine « la normalisation d’une hypermobilité fondée sur l’aviation pour le travail académique », ce qui, un comble, semble être encore davantage le cas pour les climatologues que pour les autres universitaires. « Si ceux qui ont des informations privilégiées sur la crise continuent leur vie comme d’habitude (…), comment pouvons-nous nous attendre à ce que les autres agissent ? »
Selon ces chercheurs, « un déni socialement organisé » prévaut dans les universités et fait en sorte que les universitaires vivent dans une « double réalité ». Une situation qui enracine le statu quo et est aggravée par la tendance à soumettre les institutions d’enseignement supérieur à une logique néo-libérale et à les contraindre de plus en plus à aller chercher leurs financements dans le secteur privé.
Comment sortir d’un modèle d’enseignement supérieur construit pour contribuer à la reproduction et au maintien d’une « économie extractiviste fondée sur la croissance » ? Les auteurs évoquent quelques pistes, dont celles de cours destinés à aider les universitaires à surmonter l’éco-anxiété et autres troubles psychologiques qui naissent de leur situation inconfortable. Mais comment rétablir une « intégrité académique pour l’Anthropocène » ? Il faut s’organiser « à l’intérieur et entre institutions » et, quitte à jouer au rabat-joie, « briser le silence » qui règne sur les campus à propos du climat, recommandent-ils. Pas de solution-miracle, mais du moins une voie est-elle tracée pour ces cordonniers mal chaussés.
Le constat est sévère, mais il est étayé, comme il se doit pour un papier écrit par des scientifiques, par de nombreuses études. Celles-ci portent sur l’absence de mesures prises pour réduire l’empreinte carbone des universités (quand bien même un grand nombre d’entre
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Sven Becker
Les connaissances que nous avons aujourd’hui sur la crise climatique proviennent de scientifiques qui évoluent dans des universités et instituts de recherche. Est-ce à dire que ces institutions sont elles-mêmes aux avant-postes de la lutte pour la décarbonation et adaptent leur propre fonctionnement à cette réalité ? C’est malheureusement loin d’être le cas. Un article publié ce mois-ci par des chercheurs de trois universités britanniques et une danoise, sous la direction de Thierry Aaron, intitulé « No
Am Hënneschte vun der Regierung Jacques Drescher Wat sinn d’Piraten? „Mir wäerten de Stachel sinn Am Hënneschte vun der Regierung.“ Sot de Sven Clement op RTL. Do huet en sech jo nawell Eng gutt Plaz erausgesicht. Am Hënneschte vun der Regierung, An net um Aasch vun der Welt.
Fir Rees- an Hotelskäschten War en dräimol „Bénéficiaire vun Enger Prise en Charge duerch German Marshall Fund of the United States“. Déi Zort Marshall-Plang garantéiert, Dass d’Pirate wäerten Den Aasch duerhalen Fir en Apel an e Stéck Brout. (Source: Déclaration(s) de prise en charge, chd.lu)
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Land
M E I N U N G
20.10.2023
« Il faut préserver les particularités de notre système de santé » Philippe Turk
Évitons une financiarisation du système de santé par une dérégulation excessive. Créons de la valeur dans un système considérant enfin la santé comme un investissement sociétal collectif et solidaire à long terme la liberté thérapeutique des médecins. Parallèlement, une approche multi-professionnelle et interdisciplinaire transparente et documentée doit permettre un degré élevé d’intervision professionnelle et garantir la confiance pour le patient. Aussi, la nécessité d’une participation des médecins et des soignants dans l’amélioration continue des processus de prise en charge par leur expertise professionnelle est une évidence managériale aux yeux de tous. L’hôpital doit rester l’endroit par excellence ou le « patient-partenaire » est encadré et soutenu dans son projet de soins par le professionnalisme et la noblesse du métier de soignant ainsi que par l’ambition éthique des médecins à son service. L’hôpital a d’ailleurs un besoin important de compétences médicales et soignantes pour améliorer la gestion des parcours des patients. L’innovation à l’hôpital sera à l’avenir l’affaire du seul collectif légitime à savoir le quatuor patient-soignant-médecin-hôpital.
Sven Becker
À la Kannerklinik du CHL
Lorsque l’on étudie les systèmes européens de protection sociale, leur mode de fonctionnement et de financement, on constate qu’ils sont structurés autour de deux archétypes : le modèle bismarckien (fondé sur les premières assurances sociales mises en œuvre par le chancelier Otto von Bismarck) et le modèle beveridgien (reposant sur les idées de l’économiste britannique William Beveridge). Le premier renvoie à des modes de prise en charge privilégiant la logique assurantielle (les prestations sont versées aux individus qui sont assurés), le second, d’inspiration étatique, à une logique assistancielle (les prestations sont versées aux individus qui en ont besoin). La Sécurité sociale luxembourgeoise d’inspiration assurantielle a évolué vers un système mixte empruntant des éléments aux deux modèles. En effet, le système bismarckien exclusif, financé et géré par les seuls partenaires sociaux, a été progressivement « beveridgisé » par une contribution financière croissante par l’État (et donc par les contributions générales) qui atteint actuellement quarante pour cent du budget de la CNS, contre trente pour cent financés par chacun des partenaires sociaux (salariés et employeurs). L’Europe et la diversité de ses systèmes de santé
Si l’Union européenne prône généralement la libre circulation des personnes, des services et des marchandises dans une optique de marché concurrentiel au bénéfice du consommateur, elle exclut de ces principes les systèmes de santé qui ne peuvent répondre aux seules lois des marchés. Ainsi, les systèmes de santé continuent à relever de la responsabilité des États membres, et les évolutions de leurs régulations complexes depuis plus d’un siècle rendent les comparaisons difficiles. Actuellement, seules les prises en charge ambulatoires hors frontières sont remboursées sans autorisation préalable de la sécurité sociale. Les régulations nationales sophistiquées résultent des choix politiques historiques pris pendant des dizaines d’années, et rares sont les pays où seulement la loi du marché prédomine. Les modalités de financement des différents acteurs de tout système de santé constituent de fait les principaux leviers de régulation. Les particularités du système de santé et hospitalier au Luxembourg
Publié en juin 2023 par le gouvernement, le plan national santé affiche une ambition louable : « Le système de santé luxembourgeois garantit un accès égal et universel à des soins de santé de qualité, dans le cadre d’un parcours de soins coordonné et articulé autour des besoins du patient, en garantissant l’allocation pertinente des ressources disponibles dans l’intérêt général des patients et de la santé publique. » Au vu des principes bismarckiens de notre système de santé, celui-ci est historiquement géré dans la perspective d’une assurance sociale en lien avec la prise en charge de la maladie et des indemni-
tés dues qu’elle engendre. L’État intervient comme régulateur général en légiférant, alors que la Caisse nationale de santé est gérée de façon autonome par les partenaires sociaux. La couverture sociale des assurés au Luxembourg est universelle. Ceci garantit un taux élevé de couverture et de remboursement par la CNS, avec la part-patient la plus faible des pays de l’OCDE. Ceci réduit aussi le rôle des assurances complémentaires, qu’elles soient mutuelles ou privées. Parallèlement, l’assuré dispose d’un accès libre à toutes les prestations : libre choix du médecin ou du prestataire de soins et accès direct au médecin spécialiste ou au système hospitalier. Il n’y a donc pas de « gate-keeper ». Les frais hospitaliers (hors honoraires médicaux) sont facturés directement à la CNS, l’assuré n’en connaît pas la valeur. Nous ne connaissons donc pas la notion de « patient privé », courante dans nos pays voisins. Les médecins sont – dès qu’ils reçoivent leur autorisation d’exercer – automatiquement intégrés dans un conventionnement obligatoire et universel avec la CNS. Au Luxembourg – au contraire de la plupart de nos pays voisins –, il n’y a pas de pratique médicale dite « privée » (non conventionnée) à honoraires libres. Les tarifs de l’activité médicale sont négociés au sein de la commission de nomenclature avec la CNS. Actuellement, aucun système de profils d’activité médicale n’est mis en place et le médecin dispose de la liberté de s’installer, de s’associer et d’exercer en cabinet privé comme bon lui semble. Le médecin hospitalier, quant à lui, exerce soit sous forme d’un contrat salarié avec l’institution hospitalière (qui finance cette activité médicale salariée en la facturant à la CNS et en gérant au nom des médecins la « cagnotte » médicale), soit sous forme d’une activité libérale (réglée par un contrat de prestation de services avec l’institution) pour laquelle il facture ses prestations directement au patient. Contrairement à la plupart de nos pays voisins, les honoraires médicaux engendrés par l’activité réalisée en milieu hospitalier sont nets, le médecin hospitalier ne paie aucune contribution à l’hôpital qui lui met à disposition l’ensemble des infrastructures, équipements et ressources nécessaires à son activité. Les dix institutions hospitalières membres de la FHL ont des entités juridiques très diverses allant de l’établissement public à la société anonyme, en passant par la fondation et l’ASBL. La majorité des hôpitaux ont une forme juridique privée, et même les établissements publics relèvent d’une gestion de nature privée. Contrairement à la quasi-totalité de nos pays voisins, toutes les institutions hospitalières – quel que soit leur statut juridique – sont financées de manière identique avec de l’argent public, tant pour les grands investissements d’infrastructures que pour les frais de fonctionnement. Aussi, aucun hôpital luxembourgeois n’est géré dans un but lucratif : Le système de financement par budgétisation ne permet pas de faire de bénéfice sur les activités opposables à la CNS. Il n’existe donc pas de système foncièrement concurrentiel ou dérégulé comme dans de nombreux pays voisins, ni de risque de financiarisation de la gestion hospitalière, ce qui permet de rendre homogènes les politiques hospitalières et
L’hôpital doit être une entreprise parfaitement cohérente qui défend les intérêts de ses praticiens, de ses soignants et de toute la diversité des métiers qui font la richesse de sa tâche au service des patients. Les contraintes de la gestion hospitalière – qu’elles soient de nature légale, réglementaire, normative ou budgétaire – ne peuvent s’assumer que de façon collective et multi-professionnelle. La séparation clivante et purement politique entre l’hôpital et le corps médical (que son statut soit salarié ou libéral) est foncièrement délétère. Les intérêts communs au service de nos patients doivent l’emporter sur les intérêts corporatistes qui ne s’expriment que dans un esprit de rapports de force inopérants. La nature et l’essence même d’un « pouvoir » dans le système de santé ne peuvent être que de nuisance… À quels risques devons-nous faire face ?
La médecine et les soins se transforment à une allure sans précédent, les besoins sanitaires évoluent rapidement avec la démographie, les innovations technologiques sont multiples et la digitalisation massive s’avère incontournable si nous voulons passer à la médecine du futur qui sera personnalisée, prédictive et préventive.
La santé n’est pas un marché, ni une simple dépense de la société à court terme
solidaires les institutions fédérées au sein de la FHL qui travaillent dans l’intérêt exclusif de la santé publique. Le système budgétaire actuellement en place est un excellent garant de transparence financière, mais il se révèle peu enclin à stimuler l’innovation et les initiatives de progrès. Il prévoit néanmoins pour chaque institution une possible prime-qualité pouvant atteindre au maximum deux pour cent du budget annuel opposable. Cette prime est accordée selon des règles établies et des évaluations organisées d’un commun accord en commission paritaire entre la CNS et la FHL. Elle a comme vocation d’être investie dans des projets qui sont dans l’intérêt du patient et qui engendrent des frais opposables à la CNS . Le Luxembourg n’a pas fait l’erreur de s’engager dans des modèles de financement de type « T2A » (tarification à l’activité) ou « DRG » (diagnostic-related groups) qui ont abouti dans de nombreux pays à une course acharnée à l’activité et au rendement financier au détriment de la qualité pour les patients et de la santé publique. La gestion de l’hôpital est confiée à un directeur général qui doit répondre à la double qualification d’être médecin et de disposer d’une compétence managériale. Le corps médical (conseil médical) et le corps soignant (délégation des salariés) sont représentés au plus haut niveau de la gouvernance hospitalière, à savoir au sein du conseil d’administration de l’organisme gestionnaire. Nous sommes donc loin d’une gestion technocratique ou purement administrative, les professionnels du terrain étant intégrés au plus haut niveau décisionnel de l’hôpital. La gestion d’un hôpital, considérée comme une organisation experte par excellence selon toutes les théories du management, garantit en tout état de cause
Cette profonde transformation réveillera de multiples résistances. Elle et ne pourra se réaliser que dans une dynamique collective de tous les acteurs autour des valeurs fondamentales communes qui constituent la particularité de notre système de santé. Parmi ces valeurs fondamentales, le caractère solidaire et universel est sans doute le plus consensuel. En conséquence, le risque d’une dérégulation et d’une dérive par financiarisation des activités constitue la menace la plus palpable. Dans nos pays voisins, les exemples abondent de sociétés d’investissement pour lesquelles l’« associé-médecin » n’est rien d’autre qu’un alibi pour faire du chiffre d’affaires au détriment de la sécurité sociale plutôt qu’un garant de l’éthique professionnelle soucieux des résultats en termes de santé publique. En Europe, les exemples ne manquent pas, que ce soit en médecine vétérinaire et dentaire, ou les centres d’imagerie détenus par des fonds d’investissement à pur but lucratif. La santé n’est pas un marché, ni une simple dépense de la société à court terme. Elle doit être comprise comme un investissement sociétal collectif et solidaire à long terme qui crée du sens et de la valeur pour chacun de nous et pour la société dans laquelle nous avons choisi de vivre. La qualité de nos prestations sociales et de notre système de santé participe de façon importante à l’attractivité générale du pays et au bien-être de ses habitants. Dans le but d’améliorer l’existant – et sans remettre en cause les fondements démocratiques de notre société qui font consensus – la FHL a publié sa vision 2030 sur les sujets les plus brûlants de notre système de santé, basée sur un remarquable travail collectif des experts nationaux de l’hôpital. Cet ouvrage donne des perspectives réalistes et praticables pour améliorer notre système de soins pour les prochaines années. Nous avons également publié les recommandations politiques concrètes qui en découlent afin de responsabiliser le prochain gouvernement face à ces enjeux sociétaux majeurs. Les valeurs fondamentales de notre protection sociale sont saines et ambitieuses, elles sont à l’origine de la cohérence et de la confiance dont nous avons besoin pour faire évoluer ensemble le système de santé et créer de la valeur pour le seul bien de notre population protégée en évitant les jeux de pouvoirs et autres dérives potentielles évoqués ci-dessus.
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Dr Philippe Turk est président de la Fédération des hôpitaux luxembourgeois (FHL)
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Land 20.10.2023
M E I N U N G
Réimescht Messer, fonnt am Mamer Bulli
Pëtzer Nico Graf
E Mamer-Exkurs Wien den Tossebierg erofgeet – dat maachen der net vill – oder fiert, dee gesäit riets an der Entrée vu Mamer eng enorm – nu jee – Sandkaul, also Kéip Sand, Buedem, Bulli an och en déift Lach mat vill Waasser dran, alles hannert engem Zonk, wou zanter e puer Wochen e Gemengenziedel mat engem roude Punkt hänkt, do soll gebaut ginn, „un immeuble à 26 appartements et quatre locaux commerciaux“. Wat elo hannert dem Zonk geschitt, dat ass néideg, präventiv Aarbecht vum INRA, vum Institut national de recherches archéologiques. Et ass also keng Fuerschungsgruewung, wat net géif gebaut ginn op dësem Terrain, da géifen si net gruewen, mä d’Saachen a Rou am Buedem loossen, wou se zwee Joerdausenden lang dra waren.
D’Gemeng huet net vill am Sënn mat de Réimer; wou aner Dierfer eng TourismusBranche géifen drop opbauen, do bauen se ganz einfach, zu Mamer
Mä wéi esou dacks zu Mamer mussen si am Fong en vitesse no Réimeschem sichen. Am wéineg benotzte Wope vun der Uertschaft ass jo e réimeschen Tempel ze gesinn. An et goufe jo scho jett Saache fonnt: Thermen a Reschter vun Haiser, uewen nieft de neie Schoulen, an do si Pëtzen ausgegruewe ginn; an engem vun deene louche Reschter vun engem Dromedar, eng archeologesch Sensatioun, déi net genuch Echo am Land fonnt hat. Zeréck bei d’Lach, riets nieft der Areler Strooss, ënner där – keng Niewesaach –, d’Mamer erduerch leeft, d’Baach, wéint där et all dat réimescht Geméch direkt an der Noperschaft wuel gouf. Wat dreiwen déi Archeologen do, froen sech d’Noperen zanter véier Joer a ginn dacks selwer Äntwerten, esou op de Genre: se baggeren, se gruewen, se wullen, se kéipen a se pinselen, mä firwat? Ganz einfach, seet um Terrain an enger Chantiers-Roulotte, déi responsabel Cheffin vum réimeschen INRA-Departement, d’Lynn Stoffel, „mir gruewe weider Deeler vum mameranesche Vicus aus“: dat war eng réimesch Agglomeratioun, eng nawell grouss Siidlung, déi bal ganz ënner dem moderne Mamer verschwonnen ass. D’Gemeng huet net vill am Sënn mat de Réimer; wou aner Dierfer eng Tourismus-Branche géifen drop opbauen, do bauen se ganz einfach, zu Mamer. An d’Réimer verschwannen drënner. Am Lach nieft der Strooss hunn d’Ausgriewer Reschter vu sougenannte Sträifenhaiser fonnt, also Haiser, déi laanscht de Kiem stoungen, deen hei vu Reims iwwer Arel an de Kierchbierg op Tréier gaang ass. Déi Haiser stounge do joerhonnertelaang, eenzeler si bis zu siwe Mol ëmgebaut ginn, vu circa 60 no Christus bis ëm d’Joer 400 hu schonn zu Mamer e puer dausend Leit gelieft, keng Stad mä e gréissert Duerf un enger iwwerregionaler Strooss, dat heescht: Infrastruktur, Handwierker, Handel, Fernhandel, eng Bréck iwwer d’Mamer, Thermen, a Griewer, déi zum Deel och scho fonnt gi sinn. Wien sech d’Zäit hëlt iwwer den Zonk ze kucken, dee gesäit elo Maueren, rechtwénkeleg gebaute Maueren aus laber gesate Stäng, déi vaguement u
Vu circa 60 no Christus bis ëm d’Joer 400 hu schonn zu Mamer e puer dausend Leit gewunnt. Réimesch Mënz
Pläng vun Zëmmeren erënneren, an dat waren se och, Raim vun de Réimer. Mä d’Maueren, präziséiert d’Lynn Stoffel, dat sinn ebe keng Maueren, et sinn d’Fundamenter vun den Haiserwänn. De Lafniveau – also de Foussbuedem vun den Haiser – deen ass verschwonnen, iwwreg blouwen am Bulli joerhonnertelaang d’Fundamenter vun den Haiser. Och déi wäerten, wann déi archeologesch Pläng gezeechent an d’Analyse gemaach sinn, ofgerappt an/oder zougetippt ginn, wéinst dem Chantier à venir, siehe oben. Eng Spezialitéit gëtt et hei awer: fënnef Pëtzer, seet d’Lynn Stoffel, déi – an dat wier „e cas particulier a carrément exzeptionell“ – déi wiere matenee verbonnen, dat heescht et goung net ëm frëscht Drénkwaasser, mä wourëms dann? Dat ass eben d’Fro. An der internationaler Archeologie-Literatur géif een näischt fannen, fir esou Pëtzer ze explizéieren. Et wier eng „extrem spannend Geschicht“. Déi Pëtzer hätte jo d’Particularitéit, datt, wann ee verdréckt ass, verknaschten se all. En Ufank vun enger Explicatioun kéint sinn, datt hei Handwierker
zesummegeschafft hunn, vläicht am Metall, vläit am Glas, warscheinlech Lieder-Spezialisten, déi vill Waasser gebraucht hätten – et louch vill Lieder, 750 kleng Stécker, am Mamer Bulli, mä déi Reschter misste genee analyséiert ginn. Sécher ass awer elo schonn, datt Stécker vu 77 Schong fonnt gi sinn, Schong vun Erwuessenen a vu Kanner. Mä et gouf nach kee Schoustergeschier fonnt, Spekulatioun trotzdeem: hei gouf Waasser gestaut, fir ze schaffen, da leeft d’Waasser of, an e Kanal, an dee féiert an d’Mamer, déi als Egout fonctionéiert. An – Sensatioun an der Lescht – et gouf och e ganz déiwe, ganz normale Pëtze fonnt, deen elo bis op de Fong ausgegruewe gëtt, fënnef Meter déif, de Pëtz war duerch Buedem gegruewe ginn an duerno duerch décke Fiels an erëm Buedem bis op dat proppert Grondwaasser, also e ganz normalen eenzelne Pëtz fir Drénkwaasser, an der Noperschaft vun de verbonnene Pëtzer – d’Archeologin ass begeeschtert vun där aussergewéinlecher Kombinatioun vun Trouvaillen. Absënns och vun eppes ganz Interessantem fir d’Fantasie: Fouss-
fesselen aus Metall nämlech, firwat och ëmmer déi benotzt gi sinn. Wat zu Mamer besonnesch ass, seet d’Spezialistin, dat ass de fiichte Buedem. Deen einfach als Konsequenz huet, datt si „net nëmmen zefridde mä glécklech“ ass, mat deem wat si do an deem natierleche bassin de rétention fonnt hunn, well de naasse Buedem versuergt vill Saachen extreem gutt. A si leet däer e puer op de wackelegen Dësch an der Bud. An zielt op, Beispiller: Mënzen, 930 Stéck, an hirem Kontext, well soen, Mënzen, déi verluer gaange waren, hätten si ausgegruewen. Op enger besonnesch schéiner, déi si gär weist, steet carrément „CAESAR“ – elo net de Julius, mä e Nofollger –, an op där anerer Säit vun der Mënz de Portrait vun enger Fra, „Venus mit Diadem“, heescht dat a numismatesche Fachkreesser. D’Mënz ass aus dem Joer 46 v. Chr, aus augustéischer Zäit! A weider, kann d’Lynn Stoffel mir an engem Plastiksbac weisen, hunn si gesammelt: Schanke vu Schluechtdéieren, gebrache Keramikschierbelen, an dann, wichteg: e Buschtaf: e groussen „L“ aus Bronz, warscheinlech en Deel aus enger Inschrift vun engem ëffentleche Gebäi, an e Messer, dat ausgesäit wéi e modernt Bottermesser, kuerz breet Schneid, de Grëff aus Schank, dee sech gutt gehalen huet am Bulli, an e Kamp, eng filigran Aarbecht, déi eng Säit ganz fein, déi aner méi graff, nach ganz frësch also naass an dreckeg, an enger Plastikstut, d’Material misst elo ënnersicht ginn. An da presentéiert d’Archeologin nach grouss Zuelen: 4 400 där Tuten hätten si mat Fondstécker gefëllt, 1 580 dovunner, déi méi delikat, wiere schonn an der Restauratioun. A si hätten iwwer 600 Strukturen am Buedem fonnt, also Maueren, Fundamenter, Poteauslächer an e Balken, eng Dunn, déi sechs Meter laang wier, dat wier e Rekord, et wier déi längste réimesch Dunn, déi jee am Land fonnt gi wier. An d’Réimer hätten d’Holz gebraucht fir d’Uwänner vun der Mamer ze stäipen, fir eng Zort Damm ze bauen géingt déi reegelméisseg Iwwerschwemmunge vun der Mamer, hei ënnen um Enn vum Brill. Iwwer naasst Holz schwätzen, dat heescht fir d’Archeologin, datt do nom Gewulls um Terrain vill Aarbecht waart, zum Beispill dendrochronologesch Analysen, wéini d’Holz geschloe ginn ass. Oder watfir bal 2 000 Joer al Kären se aus dem Bulli gesift hunn. Dat ass iwwerhaapt de weidere normalen Archeologie-Problem: schéin a gutt wat si alles zu Mamer geséchert hunn, mä dat misst alles opbereet, preservéiert a vu Fachleit analyséiert a beschriwwe ginn. Wat den Terrain ubelaangt: dee gëtt irjendwéinni, vläicht am Joer 2026, erëm zougetippt oder nach méi déif ausgebaggert, da verschwannen déi réimesch Mauerreschter, dann ass do e néidege bassin de rétention an et steet a proppert Gebai do, matzen an enger Zone, déi heiansdo „inondable“ ass; op jidferfall war se 2021 schwéier inondéiert. Den Archeologen hiert Lach huet deemools als bassin de rétention fonctionnéiert. Net fir näischt gouf zanter der Réimerzäit op deem Terrain do net méi gebaut, mä haut wëssen se dat besser zu Mamer.
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E X P O S I T I O N
Jeunes au garage Lors de sa préouverture en 2018, Kanal à Bruxelles avait exposé dans des locaux non-rénovés de l’ancienne concession et garage Citroën, aujourd’hui en travaux (la réouverture est prévue l’année prochaine). On y pense forcément en entrant dans l’ancien garage Losch sur la route de Thionville. C’est là que se tient à partir de samedi (jusqu’au 18 novembre) le troisième volet de l’exposition YLA (Young Luxembourgish Artists). L’idée proposée par Lou Phillips (qui travaille avec Gérard Valerius à sa galerie) est de donner une plate-forme aux jeunes artistes luxembourgeois, sans lien avec la galerie. Les initiales YLA ne sont pas sans rappeler les Young British Artists. Ce groupe avait été fondé à Londres, en 1988 avec Tracey Emin, Damien Hirst, Jenny Saville, Gary Hume ou Tacita Dean… Le clin d’œil s’arrête au nom. Les YLA sont tous nés entre les années 1980 et 1990 et ont généralement terminé leurs études en Beaux-Arts ou en arts visuels un peu partout en Europe. Ils affichent des parcours plus variés et plus internationaux. (Les YBA avaient presque tous étudié au Goldsmiths College of Art de Londres.) Ils ne représentent donc pas un courant ou un groupe. Le travail le plus abouti est sans doute celui de Lara Ruiz (née en 1986, vit à Valence). Elle travaille de manière abstraite. Tuyaux colorés garnis de toile ou de papier transforment la peinture en objet sculptural à moins que ce ne soit l’inverse. La plus jeune, Lara Weiler (née
en 1999, vit à Sarrebruck) fournit des toiles évoquant des scènes quotidiennes, avec des amas de vêtements. Sa technique est déjà assez fine dans la reproduction des jeux de textures. Deux séries de Xavier Karger (né en 1990, vit au Luxembourg) montrent une belle évolution dans la peinture très pop, aux influences assumées de Majerus (photo du montage : Sven Becker). On connaissait le travail d’illustratrice d’Anne Melan (née en 1984, vit au Luxembourg). Elle se consacre désormais à la peinture avec des jeux de formes et de couleurs proche du surréalisme. Peinture aussi chez Oriane Bruyat (née en 1996, vit à Luxembourg) avec ses personnages colorés et sans visages (lire ci-dessous). Les céramiques de Lisa Junius (née en 1992, vit au Luxembourg) font montre d’une grande maîtrise technique, notamment sur les chaises. Amine Jaafari (né en 1991, vit à Arlon) travaille la toile de manière très remarquable. Il use de techniques variées, issues du graffiti, de la couture, du collage pour réaliser des œuvres brutes. Steven Cruz (né en 1996, vit à Bruxelles) présente une série de photographies prises à Lisbonne dans une installation poétique qui laisse une sorte de nostalgie. Franky Daubenfeld (né en 1994, vit à Vienne) livre des toiles sombres, moroses d’où émergent des bois mystérieux. Enfin, carte blanche est donnée à une artiste ayant déjà exposé au sein de YLA, Jil Lahr. Elle combine toiles abstraites aux traits fins et installations d’objets trouvés. fc
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L’assiette d’alloco La page d’artiste de ce mois a été confiée à Oriane Bruyat, une jeune artiste parisienne de 27 ans, basée à Luxembourg depuis quatre ans. Autodidacte, elle a
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d’abord étudié l’ethnologie et l’anthropologie des arts vivants à la faculté des lettres de Nice. Vers 19 ans, elle est rattrapée par sa passion pour l’art, développée dans l’enfance aux côtés de son père peintre et designer de profession. Ses premières influences ont été Picasso et Jean-Michel Basquiat, avec une volonté de déformer les corps et les visages, bouches ouvertes, cris sourds de souffrances. Aujourd’hui, elle compose avec de nouvelles idées, de visages et de formes autour de personnes existantes. Un exercice qui émerge dans sa créativité. « C’est une humanisation de la toile où l’humain concret peut être d’une source d’inspiration », explique-t-elle. Si elle a surtout représenté des hommes, elle est aujourd’hui plus apaisée face aux corps des femmes : « Le sexe que m’a donné la nature, ma féminité est assez anxiogène pour moi. J’exprime un rapport un peu conflictuel avec les courbes féminines. C’est avec le pinceau que je cherche à écouter et à comprendre mon corps et celui des femmes. » Avec L’assiette d’alloco (page 17), Oriane Bruyat renoue avec ses racines africaines, qu’elle a souvent délaissées. L’alloco est un plat traditionnel ivoirien à base de bananes plantains frites. « Abidjan. C’est de là que vient ma mère, là où j’ai été conçue. Toute mon enfance a été bercée les saveurs de l’alloco. On le mange en fin de matinée, le midi, puis encore au quatre heure », se remémore-t-elle. Ce rappel aux sources fait partie d’une série dont d’autres toiles sont exposées au YLA (lire ci-dessus). fc
P H OTO G R A P H I E
Identités à Venise Le volet luxembourgeois du Mois européen de la photographie s’exporte et de belle manière au Musée Fortuny à Venise (jusqu’au 15 février). Le commissaire luxembourgeois de l’exposition, n’est autre que Paul di Felice, associé pour l’occasion à l’Italienne Claire Baldo, elle-même photographe, et dont les travaux sont présents dans l’exposition. Ripensare Il Paesaggio vs Ripensare l’Identita, est une manifestation de l’association Oculus Foto Festival (OFF), fondée en 2022 par Paul di Felice avec Massimo Stefanutti. Avec un titre presque similaire à l’événement luxembourgeois, on retrouve nombre de photographies vues chez nous, comme Brutalism de Jojo Gronostay, lauréat du prix 2023 Arendt & Art, ou le magnifique Autoportrait II de Livia Melzi, qui faisait partie de Je est un autre, tout comme Blindspot de Lisa Kohl. On y voit une tente de réfugiés aux reflets de soie trompeurs sous l’éclairage savant de l’artiste, photographiée à la frontière croato-bosniaque.
Krystina Dul et Keven Erickson repensent le visage-paysage, le paysage-paysage et le paysage corps, avec trois photos de la série Becoming. Vanja Bucan nous montre le corps-végétation dans trois photographies de 2018 à 2020, qui sont entrées dans la collection Arendt. Mais assurément la pièce la plus marquante de l’exposition, est de Marco Godinho Remember what is missing (photo : mb). Alignées dans une vitrine sur plusieurs rangées superposées, des photos prises dans les années 20102012 de citoyens de nationalité portugaise au consulat général du Portugal à Luxembourg. Les photos elles-mêmes sont évidemment apposée dans les passeports des personnes au visage ici manquant. Mais regardons de près les photographies prises sur fond à l’époque de mur blanc , avec sous l’espace découpé, des hauts de pull-over, des blouses à col en V, un bijou, une fermeture éclair, etc. Ces « rebuts » de photographies officielles en disent long, alors que le contour des photos d’identité sont au format 4,4 x 5,8 cm, sur le double-titre de l’exposition Ripensare Il Paesaggio vs Ripensare l’Identita. Ce n’est pas nouveau pour ceux qui ont vu toutes les expositions de l’EMOP (il y a aussi des photographies de l’édition 2021 comme Family Portrait VI et VII de Inka & Niclas Lindergård). Mais pour tous les autres, c’est l’occasion de les voir dans un autre contexte et non des moindres : Le rez-de-chaussée de 43 mètres de long du Palazzo Benedetto Pesaro édifié vers
1500, mieux connu sous le nom de Palazzo Fortuny, du nom du créateur d’origine espagnol Mariano Fortuny y Madrazo, dont le plissé et « la » lampe d’atelier restent des références de tissu et de design aujourd’hui. mb
des dramatischen „Ichs“ ein – allerdings will die Produktion auch die „Helligkeit“, die sich im Text versteckt, zur Geltung bringen. sp
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Into the darkness Als Sarah Kanes erstes Stück Blasted Mitte der 90-er Jahre Premiere in London feierte, schockierte es die britische Presse. Die Vergewaltigung und der Kannibalismus gingen den Gemütern zu weit. Die britische Dramatikerin, die sich selber nach schweren Depressionen mit 28 Jahren das Leben nahm, läutete eine neue Phase in der britischen Theaterlandschaft ein und bleibt bis heute eine Schlüsselfigur. Immer wieder beschäftigte sie sich mit der Dunkelheit und dem Licht, die in ihr weilten, mit Schönheit und Vergänglichkeit. So auch im Stück 4.48 Psychosis, das sie kurz vor ihrem Tod fertiggestellt hat und ein Jahr danach in London uraufgeführt wurde. Dem Werk – dessen Titel auf die Uhrzeit anspielt, zu der Kane oft aufwachte –, nehmen sich nun Sandy Artuso (Regie), Catherine Elsen (Performance) und Anne Lindner (Szenografie) in einer Produktion von Independent Little Lies in der Kulturfabrik in Esch/Alzette an. Man stelle sich nicht auf ein konventionelles Stück, sondern auf eine Art Monolog und Erforschung der psychischen Degradation
Keine Hexerei Seit etwa einem Jahrzehnt wird die Mischform des Live-Konzerts zur Filmvorführung wiederentdeckt, von den Matrix-Filmen hin zu Harry Potter oder dem Stummfilm Metropolis. Ist es meist die Original-Filmmusik gewesen, die Symphonieorchester auf die Sekunde genau nachspielen, werden bei Stummfilmen neue Klangbegleitungen imaginiert. Im Rahmen einer Vorführung des dänischen Stummfilms Häxan (1922) in der Cinémathèque von Benjamin Christensen hat das Ensemble Lucilin ebendies gemacht: Zu hören ist eine Begleitung aus Werken von zum Beispiel Steve Reich, Hans Eklund und James Dillon, die auch ein eigenständig für diese Performance komponiertes Stück des Jazzmusikers Henning Sieverts einschließt, ebenso wie improvisierte Passagen. Häxan untersucht die Geschichte der
Hexerei und ist eine Mischung aus Dokumentar- und Horrorfilm, die sich auf eine für diese Zeit fortschrittliche Art mit den Vorurteilen und Aberglauben zum Thema Hexenkunst befasst. Mit Frin Wolter am Akkordeon, Henning Sieverts am Kontrabass, André Pons-Valdès an der Geige, Max Mausen an der Klarinette, Ezgi Göktürk am Keyboard und Guy Frisch an der Perkussion. 27, Oktober um 19 Uhr. sp
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L’exposition comme performance… Lucien Kayser
…et une fois l’arche gonflable passée, on la vivra comme une pièce toute classique réduite à quatre actes
CINEAST
Stepne by me
Attention, cela ne veut pas dire que l’on parcoure et sorte de cette exposition, tête baissée, découragés, déprimés. On ne va pas aller jusqu’à retourner son titre, pas de quoi rigoler non plus, mais il est au moins quelque chose de bien encourageant, de réconfortant, à défaut d’excitant ou d’exaltant, dans la pléthore de création, mieux de créativité, de force créatrice, déployée sur notre parcours. Où il n’est pas possible de passer en revue toutes les prises de position artistiques, c’est l’affaire de la visite, du livret ou catalogue explicatif.
Prenez place pour la vidéo de Żmijewski
Aktion, happening, performance…, dans quelque langue que ce soit, les termes ramènent aux années soixante, à une époque de très large expansion, ou vaut-il mieux dire d’épanouissement des arts. En tout cas, tout se passait comme si les limites n’existaient plus, les arts plastiques débordant dans le spectacle, les musées se mettant à rivaliser avec les cinémas ou les théâtres en matière de représentation. Finie la distinction de Lessing, du nebeneinander (dans l’espace, aux cimaises par exemple) et aufeinander folgend (dans le temps). L’un rejoignant l’autre, les deux se mêlant.
nue, en anglais bien sûr. Pour bien signifier que le lieu n’est plus tout à fait un musée, au sens habituel, et qu’il tiendra un peu de la fête foraine et du parc d’attraction. Plus sérieusement, le livre que vous auriez eu intérêt à lire avant la visite, nous apprend que cet accueil « remet en question l’autorité et l’authenticité de la communication institutionnelle ». Il est temps encore d’en mettre le texte en entier sur internet, l’exposition étant ouverte jusqu’au mois de janvier ; de même il est toujours trop tard de lire un programme de théâtre, d’opéra, cinq minutes avant le lever du rideau.
After Laughter Comes Tears, deuxième volet de la Mudam Performance Season lancée en 2021, voici dans le grand hall et les deux espaces des galeries du rez-de-chaussée, un tour des installations et vidéos, subsumées sous la notion de performance, de 34 artistes, œuvres pour la plupart très récentes. Mais le ton est donné, dès l’entrée, avec l’arche gonflable de Ghislaine Leung, souhaitant la bienve-
D’un monde triste et malade, acte premier, aux larmes censées sécher par elles-mêmes, acte quatre, les œuvres nous confrontent avec le monde comme il va mal, dessinent comment les artistes (et nousmêmes) l’affrontons, essayons tous de nous orienter tant bien que mal face aux crises, face aux pires manifestations d’un univers qu’on dirait sorti de ses gonds. Les artistes le font, les uns directement, les
On se limitera ici à autre chose dont l’idée est venue de telles œuvres quand même. Et en premier de l’œuvre la plus ancienne de l’exposition, elle date de 1995, une vidéo, Temperance and Toil, du Polonais Artur Żmijewski (rencontré jadis et naguère aux Documentas 12 et 14 ainsi qu’à Venise, à la 51e Biennale), un vieux de la vieille donc, c’est laudatif, on dira pourquoi. Un homme, lui-même, et une femme (l’artiste polonaise elle aussi, Katarzyna Kozyra) s’y font face, se touchent, se pressent l’un contre l’autre, se pétrissent, se triturent : une belle expérience qui passe de la corporéité (attention au corps que l’on a) à la corporalité (au corps que l’on est), et à chacun d’y mettre ou non une part de sexualité. En face de cette vidéo, le corps d’une femme généré par ordinateur, dans Sympton Machine, 2014-2019, de Kate Cooper. Les temps ont changé, les moyens d’expression de même. Żmijewski restait proche des origines des actions, des happenings (pas besoin de donner des exemples). Dans une radicalité déjà quelque peu atténuée, mais où l’on sent toujours une certaine urgence ; aujourd’hui, place à une tendance ludique, au mieux fondée sur de l’ironie. Ce qui fait regretter que devant les moulages de Jean-Charles de Quillacq, des corps démembrés, nous restions indifférents. Ah, pourquoi dès lors (si ce n’est pour se protéger contre des accusations idiotes) avertir encore de tel « contenu sensible susceptible de ne pas convenir à tous les publics », là où l’horreur est ailleurs que dans les musées. Vous quitterez l’exposition en passant devant les grandes bannières de Chris Korda, qui datent elles aussi de 19951996. Cette activiste américaine a eu il y a un an une grande rétrospective à Poitiers ; elle a gardé l’humour mordant, la stratégie du choc, de la transgression.
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THÉ ÂTRE
Un miroir devant le citoyen modèle
Andrii Lysetskyi
LK
autres de façon plus détournée, avec force images, voire interpellations, où il est notamment question de se demander où se sentir à l’aise dans ce monde en mutation.
Les petites gens mises à l’honneur
lôturons cette sélection des films concourant à la C compétition du festival CinEast avec Stepne (2023), de l’Ukrainienne Maryna Vroda, qui avait obtenu en 2011 la Palme d’or du court-métrage avec CrossCountry (2011). Comme récompense, ce n’est pas rien. On se souvient que Jane Campion avait obtenu ce prix pour son court-métrage An Exercise in Discipline. Peel (1982), avant de récidiver au Festival de Cannes avec la Plame pour son long (The Piano, 1993). Souhaitons le même destin à Maryna Vroda. En attendant, la jeune femme a reçu le prix de la mise en scène au Festival de Locarno pour Stepne, Initiatique, métaphorique, Stepne a tous les qualités et les défauts du film d’auteur contemporain : il s’inscrit dans une veine sociale et contemplative usée jusqu’à la corde et complètement hermétique au spectaculaire. Au risque de l’ennui, et de faire surtout très peu d’entrées en salle. On sent en tout cas la cinéaste proche de son sujet, ce qui transparaît dans la tendresse et l’amour qu’elle porte à ces « petites gens » recluses dans le village de Soumy, au Nord-Est de l’Ukraine. Elle s’attarde longuement sur leurs discussions, comme sur leurs visages aux traits burinés par l’âge et le froid. Tout y est figé dans la glace, saisi dans une éternité rhétorique. Même l’invasion de l’Ukraine par l’armée russe n’y a pas cours, dirait-on… Maryna Vroda capte de nombreuses scènes collectives de la vie quotidienne : les échanges dans un bus, les prises de parole des aïeux à l’occasion d’un dîner lors d’une veillée funéraire ou encore au marché où s’empressent tôt le matin de vieilles femmes. Ce sont là autant de tribunes publiques que leur donne la cinéaste pour faire entendre leurs paroles. Une parole qui ressasse souvent le passé, à défaut d’une quelconque perspective d’avenir. Sur la forme, un style documentaire de type « caméra au poing » cohabite avec des prises de vue plus composées, propres à la fiction. Comme si la cinéaste hésitait entre deux approches ou souhaitait tout au moins les faire fusionner : l’étude sociologique d’une population villageoise d’une part, et la mise en récit issue de son inspiration et de ses souvenirs d’autre part.
Pauline Cano
Présentée au Kasemattentheater, la pièce de Jeff Schinker PatrIdiot. Een Aarbechtstitel mise en scène par Corina Ostafi nous ouvre la porte d’une répétition théâtrale clandestine dans le Luxembourg de 2028, désormais sous un régime d’extrême droite. Sous forme de mise en abyme, on découvre ce petit théâtre où une metteuse en scène et deux comédiennes se rencontrent discrètement, à leur risques et périls et sans attirer l’attention afin de créer secrètement une pièce qui reflète les différents types de racisme dont fait preuve un citoyen luxembourgeois. N’est-ce pas un crime de remettre en cause les actes et paroles du patriote exemplaire ? La relation tendue entre les deux comédiennes interprétées par Nora Zrika et Elena Spautz illustre cette société au sein de laquelle se trouvent deux partis, celui du Luxembourgeois « de souche », issu d’une famille aisée ayant été gavée de confort et celui du Luxembourgeois d’origine étrangère ayant dû faire face au cercle vicieux qu’est le désir d’intégration et du nécessaire oubli de ses racines. Toutefois, la critique de cette division va bien au delà d’une simple relation conflictuelle entre les deux artistes, il s’agit bel et bien d’une critique envers la population actuelle, celle du Luxembourg en 2023, un pays qui se dit accueillant et dont la population pourtant est agrippée à l’illusion d’aider par bonté chrétienne pour se donner bonne conscience.
Avec la simplicité du décor et des costumes, Veronika Bleffert renvoie une atmosphère impersonnelle, triste même, mais propre à un système gouvernemental totalitaire. Ainsi, malgré le lieu caché où se trouvent les personnages, le gouvernement force sa présence, presque comme un Big Brother omniprésent dans 1984 d’Orwell. D’un autre côté, l’utilisation de ces accessoires dans la mise en scène montre avec absurdité le ridicule d’un patriote qui va justifier ses mauvaises habitudes par l’amour pour son pays. « De Lëtzebuergesche Kascht, de Béier mam roude Léif drop, de Wäi vun der Musel – all dat huet eben ee Sacrifice verlaangt. An de Monni Fern war bereet, seng Gesondheet um Altor vun der Integratioun ze afferen. »
Le style d’écriture de la pièce, propre à Jeff Schinker, est reconnaissable, notamment dans son autofiction Ma vie sous les tentes. Il y a un côté à la fois provocateur et plein de dégoût envers le monde environnant et les évènements qui s’y déroulent, tel un enfant qui s’indigne face à l’euthanasie de son chien, son seul ami. Et pourtant, il garde toujours une touche d’humour et une espèce d’indifférence. C’est aussi la douceur de la musique jouée en arrière-plan par Priscila Da Costa en parfait accord avec le texte parlé qui fait penser précisément à cette œuvre. La pièce pousse l’Homme occidental à remettre en question la sincérité de ses discours et de ses actes philanthropes et à se demander s’il lui reste ne serait-ce qu’une once d’intégrité. PatrIdiot. Een Aarbechtstitel manifeste une insurrection contre l’extrême droite. C’est un appel à la méfiance face aux fausses promesses qui conserve pourtant humour et légèreté grâce au récit-cadre. La lourde thématique s’en trouve plus digeste et le spectateur peut sortir de la salle avec le sourire.
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Le cinéaste souhaite fusionner deux approches: l’étude sociologique d’une population villageoise et la mise en récit issue de ses souvenirs
ar sans doute y a-t-il de la cinéaste dans ce C protagoniste masculin prénommé Anatoly (Oleksandr Maksiakov) qui revient sur les terres de son enfance après une longue absence. On ne sait rien de cet homme. Ce sont ses gestes qui parlent à sa place. Gestes d’attention et de soins prodigués à sa mère en premier lieu, qui fait écho à Nostalgia, non pas le film de Tarkovski mais celui, plus récent, de l’Italien Mario Martone avec Pierfrancesco Favino dans le rôle principal. Le reste du récit ressemble à une fable de La Fontaine, peut-être celle du Laboureur et ses enfants. La mère d’Analtoly, avant de mourir, évoque un mystérieux trésor… Anatoly contacte son frère pour le rapprocher de sa mère avant de mourir. Anatoly, c’est le contraire du fils prodigue : il n’a jamais rien possédé, si ce n’est la passion des humains. Il repartira en ayant recueilli dans son cœur la certitude d’avoir soigné tout le monde autour de lui. Une belle morale qui ne mange pas de pain. Loïc Millot
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La simplicité des décors et accessoires renvoie à l’idée de totalitarisme
Bohumil Kostohryz
La pseudo ouverture d’esprit dans une société où l’hypocrisie et les double standards sont rois n’est en réalité qu’un racisme incarné, voire même inconscient, acquis par une éducation soitdisant inclusive et nécessitant une justification permanente, comme pour prouver aux autres qu’on n’est pas raciste, sexiste, homophobe ou autre. Ainsi, l’œuvre parvient à nous retirer subtilement nos œillères en mettant en lumière ce qu’on préfèrerait ignorer sur nous-même, ce qu’on ne veut pas laisser voir. Le fait de se montrer, de soigner son image pour avoir l’air beau et bon à travers les yeux d’autrui est mis en avant, jusqu’à se demander si la diversité ne serait en réalité qu’une mode éphémère. « Vous les prononcez haut et fort (...) parce que c’est le prêt-à-penser à l’ordre du jour, (...) et le jour où cela passera de mode, vous
prendrez la défense d’un autre groupe, parce que vous le faites pour vous mettre en scène vous ». Il faut oser mettre à nu une société de faux tolérants qui vivent grassement aux dépens de ceux qui n’arriveront jamais à un tel niveau de vie.
Dans le cadre du festival CinEast, Stepne (114 mn, vostEN) est présenté vendredi 20 octobre à 21h à l’Utopia
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THÉ ÂTRE
Les derniers hommes Josée Zeimes
TNL
bascule dans le rire à certains moments, mais cela se termine en catastrophe, que le jeune couple n’arrive pas arrêter moyennant une pause dans le développement, proposée pour redresser la situation qui se dégrade inexorablement. L’eau qui fuit rejoint finalement la mer, qui est suggérée par des projections très réussies sur plusieurs panneaux de fond de scène (responsable des visuels et des costumes : Maya Mercer). Les personnages se réfugient souvent sur une construction en métal d’un côté, de l’autre sur un lit ou – très belle scène -– dans une baignoire devenue barque. La scénographie évocatrice, rehaussée de beaux effetslumière de Daniel Sestak, étant griffée Christoph Rasche. La plupart des scènes sont plongées dans un bleu nuit quelque peu inquiétant, les personnages se détachant de ce cadre qui leur confère un air de mystère, telle l’entrée remarquable de Monsieur et Madame, lui avec une valise débrayée à la main, elle abritée sous un parapluie, les deux surgis comme d’un no man’s land. Une mise en scène réussie aux images fortes
Créée cette année avec un vif succès au Festival d’Avignon off par le Théâtre National du Luxembourg, la pièce Les Crabes (1971) investit le TNL pour le centenaire de la naissance de l’auteur, Roland Dubillard, dont on se souviendra que Marc Olinger avait monté Les Diablogues au Théâtre Ouvert Luxembourg. Une occasion de faire revenir au Luxembourg le fameux comédien Denis Lavant et Maria Machado, la veuve de l’auteur
autant moins radical que ceux d’Eugène Ionesco et de Samuel Beckett. Dans Rhinocéros par exemple, les pachydermes bousculent la vie des gens, certains se transforment carrément en bêtes, alors que dans Les Crabes, les jeunes gens mangent des crabes, la jeune femme en particulier, qui lui restent en travers de la gorge et la rongent de l’intérieur. Drôle de situation qui inquiète aussi : celle des hommescrabes, qui gardent en eux des qualités humaines.
L’auteur et comédien Dubillard, le roi des mots, proche de Raymond Devos, s’inscrit dans la lignée des auteurs de l’absurde, qui créent un univers, pour
Dans sa pièce que l’auteur qualifie de cauchemar comique, un jeune couple paumé (Nèle Lavant et Samuel Mercer) loue pour des raisons financières
leur villa Le Crabe près de la mer, à un couple plus âgé, excentrique et finalement dévastateur, Monsieur et Madame (Maria Machado et Denis Lavant), les derniers hommes, qui vus de l’extérieur gardent leur apparence d’hommes, accompagnés de leur chien. « Quel amour de chien ! Il n’est jamais là mais on s’attache à lui. » Outre leurs locataires, les jeunes gens attendent aussi, tout en mangeant de petites crabes, le plombier pour réparer une fuite dans la baignoire.
Roland Dubillard, en tant qu’auteur, insiste sur le mot, dans cette pièce, les crabes, les moustiques, l’eau qui fuit, des mots qui entraînent des malentendus puis des catastrophes, éloignant les êtres les uns des autres et leur faisant perdre peu à peu leur humanité. La mise en scène très réussie, aux images fortes, de Frank Hoffmann insiste sur le jeu des comédiens, sur leurs déplacements sur le plateau ou sur les éléments du décor. Les acrobaties de Samuel Mercer et son talent de parler en même temps sont remarquables, sur leurs mimiques. Dans ce contexte celle de Denis Lavant en particulier est fulgurante, il réussit à faire parler son corps cela avec une souplesse étonnante. Les deux actrices se déplacent davantage à même le plateau, leurs mimiques sont suggestives et nuancées.
Situation assez simple, pourtant inquiétante dès le départ, qui va se transformer en cauchemar. Cela
Dans la création au rythme enlevé, se glissent certains moments plus calmes, accompagnés de la créa-
Cette œuvre cocasse, marquée par la créativité verbale et l’humour noir, suscite autant le rire que l’inquiétude
tion musicale discrète et appropriée de René Nuss, des moments vécus comme une halte, qui permet au spectateur de respirer avant la descente finale. De cette œuvre cocasse de Dubillard, marquée par une créativité verbale et de l’humour noir, suscitant un rire discret ou franc, se dégage aussi, parfois sous-jacente au rire, de l’inquiétude voire de l’angoisse face à un monde incompréhensible et déshumanisé, qui s’achemine vers le dénouement, imprévisible d’abord, mais qui finit par déraper – malgré la résistance du jeune couple – par la perversion de Madame et Monsieur qui culmine dans un carnage féroce. Finalement le plombier, tel un sauveur ultime, arrive mais trop tard. Même si Roland Dubillard se moque de tout et met en évidence la méchanceté des hommes, il a le don de glisser, dans cet univers inhumain et prémonitoire, un grain de poésie, une bonne dose d’humour et des pépites d’humanité. Les Crabes, un spectacle grotesque qui suscite le rire et incite à la réflexion.
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PHOTOGRAPHIE
Quel avenir à Clervaux ? Marianne Brausch
Depuis quelques mois, Sandra Schwender, a pris la direction de Clervaux Cité de l’Image pour le compte de la commune de Clervaux. Après la dissolution de l’asbl, le long engagement de Annick Mayer et la collaboration du Centre National de l’Audiovisuel (CNA, avec Anke Reitz et Marguy Conzemius), la commune gère seule les expositions et événements photographiques. Anke Reitz, reste cependant la curatrice et « gardienne du temple » de The Family of Man au château. Sandra Schwender, née en 1984, est historienne de l’art, diplômée de l’Université et de l’École des Arts Appliqués de Vienne, spécialisée en muséographie et curatrice d’expositions. Après des débuts à Vienne comme directrice artistique de l’association Das Weisse Haus, elle rentre au Luxembourg où elle dirige le département médiation du Casino Luxembourg - Forum d’Art Contemporain de 2017 à 2019, puis est projetct manager dans l’équipe artistique de Esch 2022, Capitale Européenne de la Culture, notamment, des projets montrés en guise de préfiguration Place du Brill dans l’Annexe 22. Quand la Commune de Clervaux lance un appel à candidature pour la direction de la Cité de l’Image, elle n’hésite pas un instant, en partie pour des raisons de vie privée et de lieu de résidence. Voici donc qu’elle signe sa première mise en espace intitulée FormenSprache, à travers les six endroits habituels disséminés dans Clervaux, « galerie à ciel ouvert pour la photographie contemporaine », qui suivent un parcours circulaire dans l’espace public avec la montée au Château, mais aussi à l’église, l’Abbaye se profilant derrière. Comme c’était le cas auparavant, des textes explicatifs accompagnent les accrochages. On trouvera aussi les flyers dans une curieuse petite boîte, toujours la même, pas très engageante, au pied de la roche de la première station, Place du Marché. Et comme avant, les dépliants sont distribués dans toutes les boîtes aux lettres de la commune, espérant convaincre les habitants du bien-fondé
de la photographie contemporaine. Les réseaux sociaux et les institutions culturelles étatiques disséminées à travers le pays feront monter un public d’amateurs et averti au nord pour voir l’exposition qui durera un an, espère la nouvelle directrice. La nouveauté de Sandra Schwender, curatrice, est bien résumée par le titre de l’exposition : FormenSprache. Toutes les photographies ou presque, ont un rapport, conscient ou non, avec d’autres expressions du domaine visuel actuel, tendance puriste ou même un lien avec l’histoire de l’art. Nous suivrons l’ordre chronologique du plan des stations et c’est à Sanja Marušić que revient l’honneur d’ouvrir cette déambulation. Son travail est très coloré et toujours centré sur l’être humain, même si la photographe s’utilise elle-même comme objet. Dans Serie with you Part 3, Sanja Marušić (artiste néerlandocroate née en 1991) qui utilise sans distinction l’analogique et le numérique depuis 2020, couleurs et formes jouent un rôle essentiel. Ce n’est pas sans rappeler les costumes du Triadisches Ballet de Oskar Schlemmer au Bauhaus en 1922. Le lien avec l’art contemporain de Sanja Marušić est bien sûr la performance. Dans la montée de l’Église, aux Arcades II, on ne quitte pas le modernisme, mais cette fois par les architectures de Christine Erhard. Née en 1969, diplômée de l’Académie des Beaux-Arts de Düsseldorf, tout l’œuvre de cette femme qui enseigne la photographie à la Muthesius Kunsthochschule de Kiel, est fait de visions bâties fictives. Ce sont des architectures imaginaires qu’elle construit dans son atelier, puis qu’elle photographie. Le titre Building Images est explicite : on a beau chercher dans la profondeur de l’image une réalité spatiale, on ne la trouvera pas. On peut rapprocher ces constructions, par opposition, aux paysages floutés de Thaddäus Biberauer, Europe in Dreams. Photographe auto-didacte, au Jardin de l’Elise, derrière l’Eglise, ses vues aux couleurs douces, à l’horizon largement ouvert, que ce soient des
Clervaux, Cité de l‘Image
Inaugurée le week-end dernier, la nouvelle exposition de photographies en plein air ne dépend pas tant de la qualité artistique que d’une dynamique culturelle Body is Reality, photos de Tina Lechner, au Jardin du château
forêts, des rivières, des champs de fleurs ou des dunes. Il n’est pas sans rappeler la peinture romantique de la première moitié du 19e siècle d’un Caspar David Friedrich. C’est le lieu le plus ingrat du parcours. La roche envahie de végétation et exposée plein sud, la surexposition rendait en plein été, la lecture des images difficiles. Le travail de Thaddäus Biberbauer devrait bénéficier le plus de l’exposition pendant toute une année, le soleil de mi-saison, la végétation moins dense, favorisant sa mise en valeur. Arcades I, Grand-Rue. Voilà encore un lieu d’exposition difficile. Soit on longe les niches dans le mur de soutènement sur le trottoir, sans recul possible, à cause des voitures en stationnement, soit on prend du recul depuis le trottoir d’en face , en essayant d’oublier que cette rue est sinistrée, où ne restent que deux boutiques d’objets ménagers pour campeurs, les autres ayant mis la clé sous la porte. On est surpris par Contrevues, en premier lieu par le nom de son auteur, Steph Meyers, qui dirige le centre culturel des Rotondes, à Luxembourg. Si Thaddäus Biberbauer est un photographe autodidacte, Steph Meyers est photographe amateur. Son sujet, ce sont les visiteurs aux Rencontres d’Arles de cette année, regardant une œuvre mais cachés par celle-ci . L’explication de « mise en abîme pour mieux réfléchir à la rencontre avec l’œuvre » ne nous convainc pas vraiment. Ni d’en appeler au philosophe et historien de l’art Georges Didi-Huberman qui traite autrement plus sérieusement, la distance à l’image. C’est donc le point faible de FormenSprache où des images puissantes, comme celles des portraits de dames à leur fenêtre de Nina Rôder dans des situations jubilatoires et grotesques : cela contrebalançait l’année dernière, la tristesse de cette anciennement Grand-rue…
La Luxembourgeoise Liz Lambert (née en 1993) et l’Autrichienne Tina Lechner (née en 1981 à St. Pôlten), ont toutes deux le privilège d’exposer, l’une dans le Jardin du Brahaus, l’autre dans le Jardin du château, lieux harmonieux, agréablement végétalisés de la montée du château. Comme chez Steph Meyer chez Liz Lambert, on ne voit pas non plus de visages, mais bien un corps, le sien, pris au téléphone portable, dans des positions qui la mettent plus qu’en relation mais en médiation avec la nature. Le titre Unendlich Vergänglich, exprime de manière un peu vertigineuse ce qu’elle est dans son corps et dans la vie, parfois positive, parfois négative. Body is Reality de Tina Lechner n’en paraît que plus robuste. L’analogie est peut-être facile entre les photos en noir et blanc et le château chaulé de blanc. Mais voici comme revenus les soldats qui défendent le château féodal. Sauf que les modèles de Tina Lechner sont des femmes. C’est troublant, quasi sculptural et même si on n’aime pas ce mot « futuriste ». La manifestation Clervaux Cité de l’Image, avec FormenSprache, est bien dans la continuité du travail d’Annick Meyer. Mais malgré la « locomotive » The Family Of Man, une seule exposition sur une année, même si elle se justifie par un budget serré, ça semble maigre. Aujourd’hui, la commune du nord du pays n’a pas la synergie ni la dynamique qui justifie l’appellation Cité de l’Image. Le développement de Clervaux dépend beaucoup d’un projet fort autour de la photographie contemporaine – sans manquer de respect à la Family of man, il s’agit d’une vision datée. Il semblerait, et on l’espère, que la commune de Clervaux et le CNA y travaillent.
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Oriane Bruyat
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Schuld und Sühne Marc Trappendreher
The Jokers FilmsStars
Joel Edgerton und Sigourney Weaver
Narvel (Joel Edgerton) scheint seine Arbeit als Gärtner sehr zu lieben: Die Hingabe, mit der er sich dem Kultivieren diverser Pflanzen widmet, zeugt von fachlich fundierten Kenntnissen, die er im Voice Over-Kommentar wiedergibt. Er ist der Chefgärtner in einem großen Anwesen. Narvel kümmert sich nicht nur um die Gärten, er ist der Hausherrin Norma Heaverhill (Sigourney Weaver) auch sexuell gefällig, man erahnt schnell,
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Avis de marché Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 14.11.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture : SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg. Intitulé : Lot carrelage. Description : L’exécution des travaux de revêtement de sol de 3 immeubles résidentiels à Erpeldange-sur-Sûre. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2302242 sur www.marches-publics.lu : 16.10.2023 Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des Bâtiments publics
Avis de marché Procédure : européenne ouverte Type de marché : Travaux Modalités d’ouverture des offres : Date : 23.11.2023 Heure : 10.00 heures
dass er eigentlich keine wirkliche Wahl hat; seine ganze Lebensweise ist auf dieses sehr disziplinierte Unterwürfigkeitsverhältnis ausgerichtet. Dafür gibt es freilich gute Gründe, denn Narvel hat eine dunkle Vergangenheit… Der neue Film des Drehbuchautors und Filmregisseurs Paul Schrader, Master Gardener, soll nun nach First Reformed (2015) und The Card Counter
– Travaux d’assainissement dans le château classé monument historique. La durée des travaux est de 60 jours ouvrables, à débuter le 1er semestre 2024. Les travaux sont adjugés en prix unitaires. Section IV : Procédure Conditions d’obtention du cahier des charges : Les documents de soumission peuvent être retirés via le portail des marchés publics (www.pmp.lu). Section VI : Renseignements complémentaires Autres informations : Conditions de participation : Toutes les conditions de participation sont indiquées dans les documents de soumissions. Modalités visite des lieux/réunion d’information : La visite des lieux est laissée à l’appréciation du soumissionnaire mais fortement conseillée, la visite se fera sur rendezvous (article 2.12 visite des lieux et / ou réunion d’information du cahier des charges). Réception des offres : Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture. Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 16.10.2023 La version intégrale de l’avis n° 2302174 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Section II : Objet du marché Intitulé attribué au marché : Travaux d’assainissement à exécuter dans l’intérêt du Château de Sanem.
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Description succincte du marché :
Avis de marché
(2019) eine Trilogie der Schuld und Sühne vervollständigen, möglicherweise sogar das Spätwerk von Schrader zu einem Abschluss bringen. Schrader verhandelte in First Reformed die starre Glaubensordnung, die sich an der Umweltfrage bricht, in The Card Counter fokussierte er die amerikanische Schuldfrage in Bezug auf die Vergehen in Abu Ghraib, in Master Gardener steht nun der Rassismus in den Vereinigten Staaten im Vordergrund, der mit rechtsextremen militanten Formierungen wie den Proud Boys und deren neonazistischen Ideologie einen verstörenden Ausdruck findet. Im Grunde nämlich ist Narvels Tätigkeit als Gärtner Teil des Zeugenschutzprogramms, das ihn vor ebendiesen Gruppierungen verborgen halten soll. Spätestens nachdem Narvel sich das Hemd vom Körper abstreift, wird seine schuld- und gewaltbelastete Vergangenheit sichtbar, ja, sie ist ihm auf den Leib geschrieben: Nazisymbolik prägt den Körper, man kann die Schuld erahnen, die er auf sich geladen hat. Die Möglichkeit zur Vergebung kommt da vielleicht – wir sind bei Paul Schrader – in Gestalt der jungen Nichte Normas, Maya (Quintessa Swindell). Sie ist mit einem kleinen Drogenring assoziiert, aus dem Narvel sie zu befreien versucht. Diese plötzliche Schutzberufenheit umtreibt nahezu alle Filmhelden von Paul Schrader – ein Motiv, das er seit Taxi Driver etabliert hat
Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 14.11.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture : SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg. Intitulé : Lot infrastructure, terrassement, grosoeuvre et aménagement extérieur. Description : – L’exécution des travaux d’infrastructure, terrassement, gros-oeuvre et aménagement extérieur de 3 immeubles résidentiels à Niederanven. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2302253 sur www.marches-publics.lu : 18.10.2023 Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des Bâtiments publics
Avis de marché Procédure : européenne ouverte Type de marché : Travaux
Die Frage, ob das Hässliche zur Schönheit finden kann, verhandelt Schrader über das Themenfeld der Botanik
Schuldgefühl ist nur durch die Aufladung neuer Schuld zu mindern. Das ist die tiefpessimistische, fatalistische Aussage, die Schraders Film in die Erzählwelten des Film noirs rückt. Seine Reverenz auf den Film noir ist diesem Film denn auch äußerlich deutlich anzumerken: Das Ausgangsmoment der Handlung übernimmt er aus Howard Hawks‘ The Big Sleep (1946), den er in die unmittelbare Einstellungsfolge hinein zitiert. Er übernimmt Aspekte des Noir-Films vereinzelt und überführt sie in seinen sehr befremdlich wirkenden Stil. Diese auf Distanz und Kontrolle ausgerichtete Lebensweise, die Narvel ganz absorbiert hat – eine der kompletten Zurücknahme, asketisch, routiniert, nur auf Disziplin bedacht – findet seine Entsprechung in der Form: Schraders kalte Filmsprache unterdrückt jedes Moment der Einfühlsamkeit.
und eigenen Angaben zufolge aus Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch entlehnt hat. Die Frage, ob das Hässliche zur Schönheit finden kann, verhandelt Schrader über das Themenfeld der Botanik – äußerlich ist dieser Narvel schon zu einem neuen Menschen geworden, kann er auch in seinem Innern zur Schönheit finden? Das Dilemma, das Narvel innerlich bestimmt, rückt ihn in direkter Linie zu den Filmfiguren Schraders: Er kann sich nur in dieser Welt des Schlechten „gut“ verhalten, wenn er Schlechtes tut. Das
Master Gardener – der im Übrigen keinen Kinostart in Luxemburg hatte – erinnert an die Erfolgsmuster, die Schraders frühere Filme ausmachten – man spürt den sehr intellektuellen, calvinistisch geprägten Zugang, eine seltene Form eines männlichen Melodramas, der stärker als die beiden Vorgängerfilme auf die latente Romanze des Helden eingeht. Dieses sehr zurückhaltende, nur angedeutete Happy End verspricht nicht allzu viel, aber diesem gebrochenen Helden genügt es allemal.
ments extérieurs. La durée des travaux est de 80 jours ouvrables, à débuter le premier semestre 2024. Les travaux sont adjugés à prix unitaires. Section IV : Procédure Conditions d’obtention du cahier des charges : Les documents de soumission peuvent être retirés via le portail des marchés publics (www.pmp.lu). Section VI : Renseignements complémentaires Autres informations : Conditions de participation : Toutes les conditions de participation sont indiquées dans les documents de soumissions. Réception des offres : Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture. Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 16.10.2023 La version intégrale de l’avis n° 2302199 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Modalités d’ouverture des offres : Date : 20.11.2023 Heure : 10.00 heures Section II : Objet du marché Intitulé attribué au marché : Travaux de gros oeuvre du bâtiment de stockage (bâtiment 7) à exécuter dans l’intérêt de l’extension et la rénovation des bâtiments de la Fondation Kräizbierg à Dudelange. Description succincte du marché : – Travaux préparatoires, travaux de gros œuvre en vue de la réalisation d’un espace de stockage et aménage-
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Avis de marché Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 10.11.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture : SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg.
Intitulé : Lot électricité. Description : – L’exécution des travaux d’installations électriques de 23 maisons unifamiliales à Olm. Lot 1 : Intitulé : Lot A - 12 maisons unifamiliales. – Description succincte : – Travaux d’installations électriques. Lot 2 : Intitulé : Lot B - 11 maisons unifamiliales. – Description succincte : – Travaux d’installations électriques. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2302232 sur www.marches-publics.lu : 16.10.2023
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– Travaux de plafonnage et ouvrages secs. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2302231 sur www.marches-publics.lu : 16.10.2023
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Avis de marché Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 07.11.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture : SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg. Intitulé : Lot plafonnage. Description : – L’exécution des travaux de plafonnage de 23 maisons unifamiliales à Olm. Lot 1 : Intitulé : Lot A - 12 maisons unifamiliales. – Description succincte : – Travaux de plafonnage et ouvrages secs. Lot 2 : Intitulé : Lot B - 11 maisons unifamiliales. – Description succincte :
Fondé en 1954 par Carlo Hemmer, édité par Leo Kinsch de 1958 à 1983. Hebdomadaire politique, économique et culturel indépendant paraissant le vendredi. Publié par les Éditions d’Letzeburger Land s.à r.l., R.C. B 19029,N° TVA LU 12 12 40 22. La reproduction des articles et illustrations est interdite sans l’accord écrit de l’éditeur. Gérant Stephan Kinsch (48 57 57-1; land@land.lu), Rédacteur en chef Peter Feist (48 57 57-24; pfeist@land.lu), Rédaction France Clarinval (48 57 57-26; fclarinval@land.lu), Luc Laboulle (48 57 57-28; llaboulle@land.lu), Stéphanie Majerus (48 57 57 35; smajerus@land.lu), Sarah Pepin (48 57 57 36; spepin@land.lu), Pierre Sorlut (48 57 57-20; psorlut@land.lu), Bernard Thomas (48 57 57-30; bthomas@land.lu), Mise-en-page Pierre Greiveldinger (48 57 57-34; pgreiveldinger@land.lu), Photos Sven Becker (48 57 57-36; sbecker@land.lu), Administration et publicité Zoubida Belgacem (48 57 57-32; zbelgacem@land.lu) Édition et rédaction 59, rue Glesener L-1631 Luxembourg Courrier Boîte postale 2083, L-1020 Luxembourg Téléphone 48 57 57-1 Fax 49 63 09 E-mail land@land.lu Internet www.land.lu Twitter @Letzland Facebook d’Lëtzebuerger Land Instagram letzebuerger_land www.land.lu Impression offset Mediahuis Luxembourg S.A. Prix par numéro 5,00 € Abonnement annuel 180,00 € Abonnement étudiant/e 95,00 € Compte en banque CCPLLULL : IBAN LU59 1111 0000 5656 0000
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Des nouvelles de la planète terre Kévin Kroczek
Un individu courbé, débraillé et visiblement contrarié, erre aux abords de la Kulturfabrik. C’est Le Pollu, alias Camille Perrin, le co-fondateur de la Companie Brouniäk. Un clown auguste, ronchon et gouailleur, qui se dirige lentement vers la cour du centre culturel. Au pied du portrait de Thierry Van Werveke, des dizaines de spectateurs de tout âge assis sur des sièges de fortune. Ce personnage odieux et attachant, en costume à rayures délavé et trainant son barda, est l’archétype du « misérable aristocrate », pour reprendre les mots de Fellini, qui évoquait ainsi les clowns qui ont jalonné sa filmographie. La tête vers les étoiles, debout sur son banc en bois, Le Pollu a un secret qu’il ne souhaite pas partager. Il feint d’être gêné par la présence de tous les encombrants qui lui répondent par des rires sincères. Il s’allume une clope au silex, urine dans un sac hermétique (du moins, mime de le faire) qu’il lance vers l’audience. « Léchez-moi la grappe, faut que je m’y miette ». Il s’exprime en jeux de mots, de sorte qu’un adulte passe son temps à expliquer chaque saillie à un enfant. Une situation ironisée par le clown. Il fond en larmes et tombe dans les bras d’une spectatrice qui le console. Puis le temps des adieux est venu, après une pirouette du plus bel effet et un quart d’heure de remplissage dispen-
Cette édition en dents de scie a su remplir le cahier des charges d’un festival de spectacle vivant digne de ce nom
sable, il enfile une combinaison d’astronaute en carton-pâte et s’envole. En ce vendredi 6 octobre au soir, on fête le retour du festival Clowns in Progress, manifestation unique en son genre, pépinière de pépites comiques dont le public eschois a été privé l’an dernier. Pour cette treizième édition, l’artiste plasticienne Tracey Sough, alias Tracey Picapica, a envahi les lieux. Partout, comme du lierre sur une veille maison en pierre, des figurines aux nez rouge, peluches et autres bricoles bariolées entassées qui feraient pâlir n’importe quel coulrophobe. À 21 heures, la grande salle accueille plus de monde que prévu. Des chaises supplémentaires sont installées en catastrophe. Changement notable, les spectacles ne sont plus introduits par l’hymne des clowns qui était traditionnellement entonné par Serge Basso de March, ancien directeur des lieux, et Francis Albiero, directeur artistique historique du festival.
animent une réunion de survivalistes. Très « vieille France », leurs personnages sont racistes, homophobes et se crachent dessus. Comme s’il suffisait d’être dégoutant pour être subversif. On détourne les yeux à certains moments mais on retient deux trois répliques et étonnamment, quelques passages poétiques. Viennent ensuite Laura et Mumu, duo de comédiennes attachantes qui présentent un show hybride, mi-conférence sur l’homosexualité refoulée de tous les hétérosexuels « qui se sentent homme dans la salle », mi-lecture d’une réécriture du Petit Claus et du Grand Claus, conte méconnu d’Anderson. Ici, les deux Claus sont illustrés par des
photographies de Klaus célèbres. Kinski, Barbie et Nomi en tête. La lecture est entrecoupée d’extraits de Deux heures moins le quart avant Jésus-Christ, de C’est arrivé près de chez vous et du clip de Macho Men des Village People. Les comédiennes cabotinent un peu, le tout est foutraque mais l’audience passe un bon moment. Une fois n’est pas coutume, cette édition en dents de scie a toutefois su remplir le cahier des charges d’un festival de spectacle vivant digne de ce nom. Vitrine de tous les débats publics et privés d’hier, d’aujourd’hui et de demain, tous ces personnages,
en marge de la société, ont su, à leur modeste échelle, apporter un message politique. C’est vrai pour Le Pollu, qui est un déclassé, un homme à la rue qui ne cherche qu’un refuge dans les étoiles. Cela l’est aussi pour les frères survivalistes, qui sont des laissés pour compte n’ayant pour horizon que le repli communautaire. Et ça l’est encore pour Laura et Mumu qui évoquent les orientations sexuelles refoulées dues aux pressions sociales. Tous ces zigotos ont su tenir leur rôle de clown, celui de grossir les traits des maux de la société et des questionnements existentiels de tout un chacun, pour en rire plutôt qu’en pleurer.
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On entend des clochettes en cascade et des bêlements assourdissants de derrière les gradins. On s’attend à voir un troupeau de chèvres, mais une seule personne produit tout ce boucan. La mâchoire nous en tombe. Rosie Volt, alias Daphné Clouzeau, mi-clownesse, mi-bergère tyrolienne, arrive en sautillant, nez rouge et sapin sur le dos. On pense à Tingle, petit personnage espiègle issu de la série de jeu vidéo The Legend of Zelda. Elle effectue un numéro de yodel très convaincant puis nous conte son quotidien et notamment sa quête d’amour. Elle jette d’ailleurs son dévolu sur un membre de l’audience, tour à tour souffredouleur, bourreau puis complice. Le duo d’un soir s’arme d’une pompe à eau et arrose l’auteur de ces lignes, qui en bon professionnel, garde la tête froide. La première partie du spectacle étourdissante est quelque peu fragilisée par des longueurs et par une conclusion des plus prévisibles et qu’on ne révèlera pas ici, sur demande de l’artiste.
Laura et Mumu dans une drôle de conférence
KK
Le lendemain, rebelotte, deux spectacles « très fortement déconseillés aux personnes de moins de 18 ans » sont programmés à la suite. Le théâtre de Caniveau d’abord avec En attendant le 3e type. Sur scène, Guy et Juliette Zollkau Roussille interprètent deux frères en tenues militaires faites maison, qui
BLASMUSIK
125 Jahre Tuten a Blosen Tom Dockal
Anfang Juni, Bonneweg. Dum, dum, dum dum dum. Was sich zunächst als dumpfes, wenn auch rhythmisches Rumoren in nicht zu identifizierender Ferne erahnen lässt, wird von Minute zu Minute klarer. Spätestens dann, wenn die Blasinstrumente zu identifizieren sind, wird deutlich: Den Hämmelsmarsch ass ënnerwee! Aber nach der Kirmes ist bekanntlich vor der Kirmes. Wenn die Buden der Bouneweger Kiermes abgereist sind, steht kurz vor Herbstbeginn – und zum Leidwesen der Bewohner/innen des Limpertsberg – die Stater Kiermes, die Schueberfouer vor der Tür. Auch dann zieht die Bouneweger Musek durch die Straßen. Die Fanfare Municipale Luxembourg-Bonnevoie hat es sogar in ihrem Lastenheft stehen, bei offiziellen Feierlichkeiten zu spielen. Ob sie aber in ihrer Geschichte 250 Mal durch Bonneweg zog, ist zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz feiert sie dieses Jahr ihr 125. Jubiläum. Nebst dem jubiläumsüblichen Programm aus Konzerten und Veranstaltungen luden die Verantwortlichen am vergangenen 5. Oktober zu einer akademischen Sitzung im Quatsch, dem städtischen Konservatorium ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung und dem ganz musischen Titel Blasmusik vermittelt Lebensfreude und Wohlbefinden wurden unter anderem die Resultate einer wissenschaftlichen Studie vorgestellt, die der Verein in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg (Dr. Annette Schumacher) und der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (Prof. Dr. Damien Sagrillo) durchgeführt hat. Die erste Arbeit dieser Art, wie immer wieder unterstrichen wurde. Die Psychologin Schumacher merkt dazu einführend an, dass Musikvereine bisweilen nicht weiter unter die akademische Lupe genommen wurden. Im Gegensatz zum sportlichen Vereinsleben, zu dem schon viel geforscht wurde. Unabhängig davon, ob man nun dem Sport oder der Musik einen höheren Stellenwert zurechnen will, bleibt es eine Tatsache, dass sich im Großherzogtum Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche aktuell in über 250 musikalischen Vereinigungen zusammenfinden. Ob diese Menschen die Gesellschaft zusammenhalten, wie das die
amtierende DP-Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, Lydie Polfer, im Conservatoire zu verstehen gab, tut wenig zur Sache. Die Zahl der Amateurmusiker/innen in Luxemburg ist nicht von der Hand zu weisen. Die Bouneweger Musek, so der Mitinitiator der Forschungsarbeit, Guy Wagener, ist seit 125 Jahren kulturelle Praxis. Aber was bedeutet es, einen Musikverein, eine Blasmusik nach über 100 Jahren Bestehen weiterzuführen? Es kann nicht nur wegen des Hämmelsmarsch und anderen, zu bespielenden offiziellen Gelegenheiten sein. Gerade in Bonneweg, dem in vielerlei Hinsichten dynamischsten und dicht bevölkertsten Viertel der Haupststadt. Ist dieser Musikverein eigentlich noch zeitgemäß? Hat diese Quartiersmusek noch die (gleiche) Daseinsberechtigung, wenn sich der sozioökonomische Kontext, in dem sie agiert, im Laufe der 125 Jahre so dermaßen verändert hat? Bonneweg am Ende des 19. Jahrhunderts war ein völlig anderes Bonneweg als Anno 2023. Damals gehörte das Viertel noch zur Gemeinde Hollerich und es existierte die Blasmusik der Champagnerfabrik Mercier, ein Industriemusikverein im Bahnhofsviertel. Später gesellte sich dann noch die Eisebunnsmusek dazu. Nur um zu versinnbildlichen, inwieweit das Arbeitsleben mit dem sozialen Leben eng verknüpft und nicht voneinander zu trennen war. Heute findet man in der Bonneweger Fanfare Beamten, Rentner, wie auch Schüler/innen und Student/innen und Champagne Mercier-Epernay ist – wenigstens in Luxemburg – längst Geschichte. Mithilfe der kapitaltheoretischen Konzepte Pierre Bourdieus, der Rational-Choice-Theory, die zur Untersuchung getroffener Entscheidungen dient, sowie der Bestimmung der Begriffe Motiviation und Affiliation wurde, so Dr. Annette Schumacher, versucht, einen empirischen Blick auf die Mitglieder des Musikvereins zu werfen. Was motiviert sie, welchen Nutzen ziehen sie aus dieser Mitgliedschaft und wie stellen sie sich ihren Musikverein in Zukunft vor? Die Antworten auf diese Fragestellung schälten sich aus einem Fragebogen heraus, der den Mitgliedern in Bonneweg, sowie auch jenen der Musik-
Eine große Mehrheit wünscht sich, dass der soziale Faktor jenseits der Proben noch wichtiger wird
gesellschaft in Cents – die sich auf dieses Projekt bereitwillig eingelassen haben – ausgehändigt wurde. Von 60 Orchestermitgliedern haben in Bonneweg 44 einen ausgefüllten Fragebogen abgegeben (73,3%), bei den Centsern waren es 56 von 68 (82,4%). Trotz aller Motivation am Erlernen musikalischer Kompetenzen und allgemeiner Freude an der Musik – die Bouneweger Musek tritt seit jeher auch bei internationalen Wettbewerben an –, offenbarte die Umfrage, dass der soziale Faktor bei einer großen Mehrheit der Musiker/innen überwiegt. Der Nutzen der Mitgliedschaft im Musikverein wird hoch eingeschätzt. Wobei sich das sehr geladene Wort Nutzen in diesem Kontext auf den Wert oder den positiven Effekt beziehen will. Die Softskills werden spielend (sic!) weiterentwickelt, persönliche und soziale Kompetenzen werden von Mitgliedern immer wieder hervorgehoben – intergenerationelle Interaktion steht an der Tagesordnung – und eine große Mehrheit spricht sogar von einem gesteigerten Selbstbewusstsein. Wie der Arbeitstitel schon andeutet, geht laut Umfrage das Wohlbefinden mit der Vereinsmitgliedschaft Hand in Hand. Beim partizipatorischen Faktor dieser Mitgliedschaft wird die Umfrage dann
plötzlich nicht mehr so klar in ihrer Aussage. Etwa die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht genug in die Entscheidungsprozesse miteinbezogen, während die andere Hälfte zufrieden mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten ist. Des Weiteren wünscht sich eine große Mehrheit, dass der soziale Faktor jenseits der Proben noch wichtiger wird. Ob die Bonneweger Blasmusik und seine Mitglieder als repräsentativer Mikrokosmos für das Stadtviertel und im größeren Maße für das Großherzogtum stehen kann, ist fraglich. Das Musikvereinsleben bleibt eine lëtzebuergesch Affär. Eine große Mehrheit (75%) hat die luxemburgische Nationalität. In Sachen Altersverteilung sieht es – wenigstens, wenn es um die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen geht – durchaus repräsentativ und ausgeglichen aus. Nur bei den Jüngsten und den Ältesten ist eine Diskrepanz zu beobachten. Aber die Gründe dafür liegen oft woanders – Alter, Gesundheit, mangelnde oder schwindende technische Kompetenzen. Wie anfangs schon angemerkt – und am Abend der séance académique mehrmals wiederholt – ist diese Arbeit der Anfang einer Forschungsarbeit. Eine Stichprobe quasi, wenn man die Bonneweger und Centser Fanfaren im großen Pool von über 250 Musikvereinen hervorhebt. Die Bonneweger haben im Rahmen ihrer Festlichkeiten einen ersten Stein ins Wasser geworfen, dessen Wellen hoffentlich bis an die Türschwellen der UGDA schwappt. Der Wille nach Entwicklung, Daseinsberechtigung und Erhalt ist bei den Vereinen klar vorhanden, nur muss der Dachverband mitziehen. Sonst wird das eventuell nichts mehr mit den nächsten 125 Jahren. Unabhängig davon werden sich aber am heutigen Freitag und dann wieder am kommenden Dienstag die Musiker/innender der Fanfare Municipale Luxembourg-Bonnevoie in den Gemäuern des Musikzentrums in der Rue Pierre Krier – es wird in naher Zukunft nach dem langjährigen Vereinspräsidenten Raymond Bausch benannt - zur Probe zusammenfinden. Es gilt das Jubiläumsjahr abzuschließen: Unter anderem steht am 16. Dezember das traditionelle Winterkonzert an.
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Land Sven Becker
20.10.2023
Divinement indien Béatrice Dissi
Le concept store Devï, rue Aldringen, dans le lieu qu’occupait jusqu’en 2021 l’iconique boutique l’Atelier, ressemble à une vraie caverne d’Alibaba. L’offre – robes, jupes, manteaux, blouses, bijoux et sacs – est composée de tant d’explosions colorées et de stimulis tactiles. L’Inde s’y montre de sa plus belle facette, les tissus, motifs et parfums transcendent l’amour pour le sous-continent qui habite Debbie Kirsch, la fondatrice de la boutique et de la marque Devi. « Ma grand-mère adorait l’Inde et y voyageait à de multiples reprises », dit-elle, les yeux châtains pétillants. « Elle gardait chez elle des objets mystiques, remplis d’histoires qu’elle aimait me raconter ». Pas étonnant que sa petite-fille, un bachelor en études environnementales en poche, prend la route vers le Rajasthan pour dénicher un endroit où réaliser un stage et, a fortiori, trouver une collaboration qui deviendra son projet professionnel de cœur. « J’ai trouvé l’ONG Saheli women (« ami féminin », en sanskrit) sur Google, n’ayant pas de contacts ou recommandations précises. Mais en arrivant, j’ai senti que c’était l’endroit que j’avais cherché ». L’association a été fondée et dirigée par Madhu Vaishnav, qui deviendra comme une seconde mère pour Debbie. Elle œuvre pour le bienêtre des femmes et des personnes originaires de castes inférieures, qui ont toujours d’une importance non négligeable dans l’Inde rurale. Debbie passe cinq mois dans le petit village de Bhikamkor près de Jodhpur, pendant lesquels elle développe
un amour fou pour les tissus indiens. Elle tentera par la suite de trouver un partenariat de production avec une marque de vestimentaire européenne mais échoue. En reconcidérant son idée, elle décide de dessiner elle-même les prototypes et de les faire confectionner par l’équipe de Saheli women. « Il me tient à cœur que les dames soient impliquées dès le début, ce sont elles notamment qui choisissent le tissu à utiliser pour une série précise. » Le résultat de la première collection, de quarante pièces, est époustouflant : blouses et robes style « occidental », complets plus orientaux coupés dans des tissus typiquement indiens, des restes de saris (un sari fait six mètres) ou de longues écharpes. La marque Devï est née. « Le nom, qui fournit la racine sanskrite pour divin, se réfère à la spiritualité des employées de l’association, qui m’ont impressionnée avec leur énergie positive, qu’elles tirent aussi de leur prières quotidiennes ». La marque se refuse d’utiliser des textiles neufs, honorant l’esprit slow fashion dont Debbie est convaincue. « La mode est la deuxième industrie la plus polluante sur la planète… Il faut tout simplement reconnaître que les T-Shirts à cinq euros ont un prix gigantesque en termes de respect de la dignité humaine et de l’environnement ». Lors d’un de ses séjours en Inde, Debbie observe une conséquence ravageuse de la fast fashion qui la révolte particulièrement. « Je voyais des camions qui transportaient pleins de couches hygiéniques
Slow fashion et big smile
utilisées. Les habitants m’ont affirmé, nonchalamment, que c’était les couches des employés des grandes usines de fabrication de vêtements, qui n’ont pas le droit d’aller aux toilettes pendant la durée de leur tâche ». Les femmes qui fabriquent les habits de Devï à la main, travaillent à un rythme organiquement plus lent. Si elles sont là, c’est qu’elles ont réussi, d’ailleurs, à obtenir la permission de leurs maris de travailler, chose peu évidente en Inde rurale, et souvent sous condition qu’elles continuent à vaquer à leurs obligations de femmes et mères de famille en parallèle. Il n’est pas rare qu’elles amènent leurs enfants au travail; l’organisation contribue à leur éducation et prise en charge mé-
dicale. C’est pourquoi, les habits exposés à la boutique ne changent pas toutes les semaines, mais plutôt à un rythme saisonnier. D’ailleurs Debbie pratique une philosophie de vente délibérément ciblée sur le non-gaspillage : « Nos armoires sont trop remplies de vêtements qu’on ne met pas. Je n’incite les clients à l’achat que s’ils ont un coup de foudre et qu’ils sont surs de vraiment porter le vêtement au quotidien ».
appartenant à la famille Ferber après la fermeture de l’Atelier, elle n’hésite pas. « En plus, je vois un potentiel intéressant à Luxembourg, justement pour proposer un contrepoids aux grandes marques internationales ». Et ça marche. Son business croît de façon organique avec au cœur l’approche « 3P » (people, planet, profit). « Il n’est pas impossible de faire des bénéfices dans le respect de l’homme et de l’environnement. Visons juste ».
Après son master en business durable et innovation à Utrecht, Debbie comptait initialement implanter sa marque à Amsterdam, quand une possibilité de pop-up lui est offerte par la ville de Luxembourg. Elle (et les clients) y prend goût, et quand l’opportunité surgit post-Covid pour reprendre le local
C’est l’esprit « communauté » de Saheli Women que Debbie cherche à transplanter au Luxembourg. Aussi, elle utilise le grand espace pour des soirées, expos, n’hésitant pas à inclure d’autres créateurs. Elle propose également des services de ‘fitting/outfitting’ sur rendez-vous.
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Stil D E R
O RT
BlocX Ab Montag ist in Esch/Alzette die größte Boulderhalle der Region geöffnet – die BlocX. Beim Bouldern werden – im Unterschied zum Klettern – keine Sicherheitsseile eingesetzt. Deshalb klettert man auch nicht in die
Höhe, sondern eher seitlich und nicht höher als vier Meter. Die Boulderwände in Esch kommen nun auf eine Gesamtfläche von 1 000 Quadratmetern. Daneben befindet sich im BlocX ein 120 Quadratmeter großer ParkourBereich. Konzipiert wurde dieser von der Luxemburger Freerunnerin Lynn Jung. Die Hindernisse aus der Wettkampf-Fernsehshow Ninja-Warrior wurden ebenfalls in Esch nachgebaut – hier geht es darum, ans Ziel zu springen, zu krabbeln, zu klettern und zu schwingen. Innovativ ist auch ein Kilterboard eine standardisierte Kletterwand, deren unzählige Griffe über LED-Lichter digital neu kombiniert werden können. Das Wort konnte die Halle vor der Eröffnung besuchen und fand eine riesige Halle vor, in der sich dennoch darum bemüht wurde,
eine einladende Atmosphäre herzustellen. Zur Ausübung dieses Trendsports fuhren Luxemburgs Einwohner bisher ins nahe Ausland; nach diesem Wochenende müssen Sportbegeisterte das nicht mehr tun, sie können in die Rue de Belval an der luxemburgischfranzösischen Grenze fahren. sm
L’ E N D RO I T
Come Italia En 1962, Léo Antognoli et Anna Trigatti ouvraient le premier restaurant italien de Luxembourg. C’est du moins l’histoire (invérifiable) qui circule depuis des années dans ce local de la rue d’Anvers. Évidemment
nommée Italia, l’adresse est restée aux mains de la famille de génération en génération, parfois vers des frères ou des nièces. C’était plus qu’une pizzeria ou une trattoria : un restaurant plutôt cossu, avec service des plats à table et en gants blancs s’il vous plait. Ne reculant devant aucun nouvelle aventure, Séverin Laface
qui essaime ses établissements « Come » dans toute la ville, vient de reprendre l’adresse. Il a gardé l’emplacement des miroirs qui faisaient le chic de l’endroit mais les a remplacé par des neufs. Il a ajouté (beaucoup) de couleurs, (beaucoup) de bibelots, de meubles et d’éléments de décors… C’est un peu lourd pour les yeux, mais ce qui compte, c’est l’assiette. Et c’est très réussi : le chef Michele Challier livre des plats de pâtes originaux, avec des sauces savoureuses et riches et des suggestions de poisson et de viande comme là-bas. Il n’oublie pas les classiques pour ceux qui n’oseraient la crème de poivron, le provolone ou la farce au radicchio. On retrouve le sourire de Gianni au service et on n’hésite pas à commander un dessert. fc
L’ E N D RO I T
Cinnamood Après l’engouement pour les donuts, les choux ou les merveilleux arrive une nouvelle folie culinaire pour les becs sucrés : le cinnamon roll ou roulé à la cannelle en vf. Le kanelbulle est originaire de Suède et a été popularisé aux États-Unis depuis un bon siècle. La recette de base est on ne peut plus simple : une brioche fourrée avec une pâte composée de beurre, de sucre et de cannelle. Une fois roulée, la brioche est recouverte d’un glaçage et de sucre perlé. L’enseigne Cinnamood, originaire de Cologne, s’est emparée du produit pour le décliner à toutes les sauces : speculoos, Oreo,
pomme, pistache, framboise, coco, citron et une version végane. La marque est aujourd’hui présente dans treize villes de quatre pays… Luxembourg n’échappe pas à la popularité de cette franchise et l’ouverture de la boutique à la Grand Rue a été l’occasion de scènes de cohue dignes d’une sortie d’IPhone. Les boîtes argentées brillantes qui imitent les codes du luxe n’y sont sans doute pas pour rien (photo : Instagram). fc