Esou eppes vu prett Der LSAP-Kongress inszenierte die Bestätigung Paulette Lenerts zur Spitzenkandidatin. Ihre sozialistische Motivation ist noch immer unklar, aber das macht nicht
„Keine Fatalität für uns“ Wahlprogramme (2): Die LSAP will den Sozialstaat verteidigen, für gerechtere Steuern sorgen und die Schulpolitik ändern
Spleen Un (ultime) acte de sensibilisation au respect des droits humains avant les élections
„D’Natur ass eppes esou Wonnerschéines“ Unter dem Vorwand, die Kaufkraft zu stärken, will Luc Frieden Luxemburg in den Dienst der Wirtschaft stellen
Verletzlichkeit, Stadionhymnen und Penis-Witze Robbie Williams surft weiter auf den Wellen seiner Jugend. Ein Konzertbesuch wird zum Lehrstück in Nostalgie
Des spritz et des éventails La semaine dernière, le ToutLuxembourg se pressait aux Rencontres d’Arles où l’exposition de Daniel Wagener, lauréat du Luxembourg Photography Award, démarrait sous un soleil de plomb
« Mat eisem Xavier Bettel » Le Premier ministre libéral redécouvre le Kulturkampf et tape sur le CSV. Reportage sur le congrès du DP
Photo : Sven Becker
Unabhängige Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur
#28
70. Jahrgang 14.07.2023
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T H E M A
14.07.2023
Esou eppes vu prett Peter Feist
Der LSAP-Kongress inszenierte die Bestätigung Paulette Lenerts zur Spitzenkandidatin. Ihre sozialistische Motivation ist noch immer unklar, aber das macht nichts Peter Feist
225 der 226 Delegierten stimmten am Sonntag beim LSAP-Landeskongress für Paulette Lenert als nationale Spitzenkandidatin für die Kammerwahlen am 8. Oktober. Der Saal des Leudelinger Kulturzentrums An der Eech war abgedunkelt, dramatisch anschwellende Musik drang aus den Lautsprechern. Auf die Bühne wurde ein Film projiziert, der Lenert mit gewinnendem Lächeln ihrem Publikum entgegengehen ließ. „Paulette! Paulette! Paulette!“ begann der Kongress zu rufen. Wie um die Gesundheitsministerin auf der „dernière ligne droite“ anzufeuern, von der sie bei ihren Corona-Pressekonferenzen oft erzählt hatte. Um den Leuten Mut zu machen, dass sie bei ihr in guten Händen seien, bis irgendwann alles wieder normal sein würde.
Dass die Parteiführung auf dem Kongress das Soziale hervorstrich, sollte skeptische Delegierte überzeugen. Ohne dass daraus allzu offensive Vorsätze geworden wären. Die Jungsozialisten rangen dem Kongress die Änderung am Wahlprogramm ab, dass die LSAP sich „der Analyse“ einer Wiedereinführung der Vermögenssteuer „nicht widersetzt“. Der Parteilinke Dan Kersch, der der Resolutionskommission zum Wahlprogramm vorstand, begründete die defensive Position so: „Mir lafen hei net virun de Won, mir kommen net mat fäerdege Rezepter.“ Denn auch für die LSAP geht es um Koalitionsfähigkeit nach dem 8. Oktober. Ihre „roten Linien“ scheinen der Index zu sein und die solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung, mit der Pflichtbindung der Dienstleister an die CNS und demselben Leistungskatalog für alle. Explizit rote Linien trug in Leudelingen aber niemand vor. Und wenn es, wie die Lage der Grünen zeigt, offenbar unklug ist, sich auch nur den Anschein zu geben, eine „Verbotspartei“ zu sein, will dieses Risiko auch die LSAP nicht eingehen: Der Kongress verwarf den Vorschlag der Jungsozialisten, die Vermietung von Wohnungen mit schlechter Wärmedämmung zu verbieten, wie das in Frankreich geschehen soll. Stattdessen soll es für die Vermieter Anreize zum Renovieren geben. Verbieten will die LSAP dagegen Privatflüge zu Destinationen, die sich in drei Stunden auch mit der Bahn erreichen lassen. Der politische Preis dafür dürfte überschaubar sein, Privatflugzeugbesitzer eher nicht der LSAP zuneigen.
Gut möglich, dass diese Inszenierung mithalf, ihr so viel Zuspruch zu sichern. 225 von 226 macht 99,55 Prozent. Mehr als die 99,2 Prozent, die vor zehn Jahren Etienne Schneider erhielt, als er so unverfroren war, gegen Jean-Claude Juncker antreten zu wollen und mit diesem Ende der Bescheidenheit die Partei mobilisierte. Bei der Abstimmung um Schneiders Kandidatur am 16. Juli 2013 enthielten 55 Delegierte sich. Zu Paulette Lenert enthielt sich niemand. Um möglichst viel Zuspruch für sie ging es auf dem Kongress vor allem. Weniger als 90 Prozent wären kein gutes Zeichen gewesen. Die Parteispitze hofft, dass das Sympathiekapital, das die Gesundheitsministerin in der Covid-Pandemie sammeln konnte, in ihr als Spitzenkandidatin nach wie vor gut angelegt ist. Mag Außenminister Jean Asselborn sie in der jüngsten Politmonitor-Umfrage auch auf dem ersten Rang der Beliebtheitsskala abgelöst haben. „Paulette, bleif, wéi s de bass, du bass anescht! Mat dengem Charme…“, fasste der emotional sichtlich bewegte Alex Bodry nach der Abstimmung am Sonntag gut zusammen, was für Erwartungen in sie gesetzt werden. Etienne Schneider war der Draufgänger gewesen, der 2013 den CSV-Staat zu modernisieren versprach und es nicht schlimm fand, dass der damalige DP-Präsident Xavier Bettel ihm bescheinigte, ein „Sozialliberaler“ zu sein, der genauso gut Mitglied der DP sein könnte (d’Land, 20.9.2013). Der 2018 einer taktischen Kurskorrektur zustimmte, die von den Parteilinken ausging und den sozialen Fortschritt als politisches Programm für die LSAP wiederbelebte. Paulette Lenert dagegen stand bisher vor allem für sich selbst, „anescht“ eben. Am 8. Oktober soll sie mit der LSAP um die Mittelschichten werben und mit mütterlicher Empathie auch auf den Premier-Posten zielen. Dabei wird an der Parteibasis durchaus gefragt, für welche Politik sie steht. Spätestens seit sie RTL am 4. Januar erklärte, sie sei „oppe fir eng Diskussioun doriwwer, ob a wéi een d’Instrument vum Index iwwerdenke kann“. Dabei war sie gerade erst Vizepremierministerin der Partei geworden, die sich seit 50 Jahren als Garantin des Index versteht. Vielleicht wollte die Parteispitze am Sonntag Fehltritten vorbeugen, als sie entschied, die Wahlkampfprogrammatik auf dem Kongress überwiegend von anderen vortragen zu lassen. In diesen politischen Argumentationsrahmen trat Paulette Lenert erst in den letzten 40 Minuten ein. Noch wahrscheinlicher ist, dass alles Dramaturgie war. Die Parteiführung hatte es in den letzten zwei Jahren nicht gestört, dass Lenert sich zierte zu erklären, ob sie als Spitzenkandidatin zur Verfügung stünde oder nicht. Solange sie die beliebteste Politikerin des Landes war, hielt das die Spannung beim Wahlvolk aufrecht. Ihr „ech si prett“ beim LSAP-Neujahrsempfang am 20. Januar musste sein, weil das Superwahljahr
„Paulette, bleif, wéi s de bass. Du bass anescht“, sagte Alex Bodry
Auf dem Kongress brachte Lenert die Arbeitszeitverkürzung mit der Verteilung von Produktivitätsgewinnen zusammen. Zwei Tage später im Radio mit der Wettbewerbsfähigkeit
begonnen und Xavier Bettel sich drei Wochen zuvor als DP-Spitzenkandidat ins Spiel gebracht hatte. Eine Entscheidung der CSV war ebenfalls zu erwarten. Nach dem 20. Januar war von ihr politisch nicht mehr viel zu vernehmen. Der OGBL sah ihr die Aussagen zum Index nach und hoffte, sie werde „in sich gehen, um ihre Positionen zu überdenken“ (d’Land, 3.2.2023). Tatsächlich ging sie weitgehend auf Tauchstation. Was sie zuletzt lediglich vier Beliebtheitspunkte kostete.
Dieses fortgesetzte Zögern wurde am Sonntag einer emotional befreienden Lösung zugeführt. Bis dahin wurde auf der Bühne des Leudelinger Kulturzentrums immer wieder eingeblendet „Eis designéiert Spëtzekandidatin“. Ein wenig albern war das schon. Wo es langgehen soll, machte das Parteipräsidenten-Tandem Francine Closener und Dan Biancalana klar. „Ohne die LSAP gäbe es keinen sozialen Fortschritt!“, rief Closener in den Saal und eröffnete den Kongress damit. Biancalana ergänzte: „Während andere meinen, sich um die Patrons sorgen zu müssen, sorgen wir uns ëm déi schaffend Leit.“ Keine Zweiklassen-Medizin, kein ZweiklassenSchulsystem. „Keen Ofbau beim Index.“ Wohnen sei ein Grundrecht; es müsse massiv in soziale Mietwohnungen investiert werden. Biancalana nahm Luc Friedens Steuerversprechen auseinander. „Die letzten, die Luc Friedens Rezept ausprobiert haben, waren die Engländer. Ihr erinnert euch, Liz Truss!“ Mit der LSAP werde es so etwas nicht geben. Biancalana versprach: „Mir sinn esou eppes vu prett!“ Dabei stellt das Wahlprogramm der LSAP nicht ihren traditionellen Politikfundus an erste Stelle. Sondern ein transversales Konzept von Chancengleichheit, Inklusion und Mitbestimmung
in einer modernen und multikulturellen Gesellschaft, die der jungen Generation eine lebenswerte Zukunft verspricht (siehe den nebenstehenden Artikel). Dennoch hoben auch Flore Schank, Nord-Spitzenkandidatin neben Claude Haagen, und Ben Streff, Ost-Spitzenkandidat neben Paulette Lenert und Wahlkampfmanager der Partei, das Soziale besonders hervor, als sie Schwerpunkte des Programms aufzählten: „Finger weg vom Index und vom Streikrecht.“ Das Kollektivvertragswesen müsse gestärkt und ausgebaut werden, der Mindestlohn zum 1. Juli 2024 um 100 Euro netto steigen, wie er schon zum 1. Juli 2019 auf Betreiben Etienne Schneiders gestiegen war. Sie erwähnten auch, dass die LSAP für eine Senkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre bei Freiwilligkeit eintritt, das CGDIS ausbauen und „endlich eine richtige Vision“ für die Mobilität haben würde. Doch Ankündigungen dieser Art waren in der Minderzahl gegenüber den eindeutiger sozialen. Einer „Robotersteuer“, die in die Rentenkasse fließen soll. Der Steuerreform, die „von dort, wo Geld ist, nach unten und in die Mitte umverteilt“, wie Streff sich ausdrückte. Und der Arbeitszeitverkürzung: „Entweder, wir warten noch 20 bis 30 Jahre, bis sie von alleine kommt, oder wir gestalten das. Deshalb: 38-Stundenwoche und sechs Urlaubswochen im Privatsektor.“
Der designierten Spitzenkandidatin blieb in ihrer Bewerbungsrede an den Kongress kaum mehr, als verschiedene Stichworte zu einem Ganzen zu verbinden. Sie trug es bisweilen sehr sozialistisch vor. Die Arbeitszeit gehöre verkürzt, weil „déi schaffend Leit net méi genuch vun de Benefisser kréien“. Der Wohlstand müsse „verteilt“, also nicht nur umverteilt werden. Längeren Applaus erhielt sie für ihr Versprechen, dass es mit den Sozialisten keine Zweiklassen-Medizin geben, die LSAP „unser System nicht wegwerfen“ und sich nicht „von Lobbyisten blenden lassen“ werde. Lenert war auch die Ankündigung vorbehalten, weil der Wohnungsbau eine „nationale Priorität“ sei, werde die LSAP dafür sorgen, „dass 25 Prozent der Mietwohnungen in die öffentliche Hand übergehen“. Ehe Lenert und die anderen Kandidat/innen sich mit roten Päckchen fotografieren ließen, auf denen der Slogan stand, „Mir si prett, mir liwweren“, versicherte der deutsche SPD-Kanzler Olaf Scholz in einem Video, „das stimmt auch, das macht die LSAP“. Allerdings kostete es ihre Spitzenkandidatin am Dienstag wieder nur ein Radiointerview, um an ihren sozialistischen Motiven und denen ihrer Partei zweifeln zu lassen. Im 100,7 brachte sie die Arbeitszeitverkürzung nicht mehr mit der Verteilung von Produktivitätsgewinnen zusammen, sondern mit der Prävention von Arbeitsüberlastung und der Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs bei der „talent attraction“. Auf die Frage, ob eine 38-Stundenwoche gesetzlich verankert werden soll, meinte sie, „generell ja“, doch „die automatische Logik ist eine Scheinlogik“. Das Arbeitsrecht biete bereits „ganz viel Flexibilität“ für eine Senkung um zwei Stunden. Sie sei „vor allem daran interessiert, über Pilotprojekte eine Beweislast zu schaffen, dass man auch darüber hinausgehen kann“. Eine rote Linie sei für die LSAP, „dass es weitergeht in dem Dossier“.
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An der Arbeitszeitverkürzung wird demnach keine Koalition mit der LSAP scheitern.
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„Keine Fatalität für uns“ Peter Feist
Wahlprogramme (2): Die LSAP will den Sozialstaat verteidigen, für gerechtere Steuern sorgen und die Schulpolitik ändern
Ohne die LSAP gäbe es keinen sozialen Fortschritt, erklärte Parteipräsidentin Francine Closener auf dem Kongress zu den Landeswahlen. Spitzenkandidatin Paulette Lenert sagte, die Lohnabhängigen bekämen nicht genug von den Produktivitätsgewinnen ab. „Wenn der Wohlstand nicht mehr im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum steht, dann ist das keine Fatalität für uns.“ Das klang, als setze die LSAP im Wahlkampf wie 2018 auf den Sozialstaat, ihren traditionellen Politikfundus. Weil auf die Corona-Krise nahtlos eine Krise in der Energieversorgung und der Bereitstellung von Primärmaterialien folgte, Russlands Überfall auf die Ukraine alles noch verschlimmerte, die Inflation in die Höhe schnellte und die Regierung dem mit drei Tripartite-Paketen entgegensteuerte. Was bis Ende 2022, Covid-Ausgaben inklusive, 5,5 Milliarden Euro kostete. Weil die Krisenlage anhält, viele Menschen sich Sorgen machen, könnte der Ansatz der LSAP lauten, dass der Sozialstaat es nötig habe, durch sie verteidigt zu werden. Als Verteidigerin des Sozialstaats empfiehlt die LSAP sich in ihrem Wahlprogramm auch, widmet sich dem aber erst weiter hinten im Text. An der ersten Stelle steht „Nouvelle génération et générations futures: miser sur les jeunes pour un meilleur monde demain“. Die LSAP verspricht darin, für eine Gesellschaft einzutreten, „où les jeunes sont non seulement entendus, mais aussi activement impliqués dans les décisions qui les concernent“. Schließlich handelten die aktuellen politischen Diskussionen von ihrer Zukunft. Vor allem geht es in diesem Kapitel um die Schule. Die LSAP will die Orientierung reformieren; Schüler/innen und Eltern sollen „individualisiert“ über schulische und berufliche Perspektiven informiert werden. Die Ressourcen für die Grundschulen sollen nach dem Sozialindex „gezielter“ an die Gemeinden fließen. Im Zyklus 1 soll es eine zweite Lehrperson geben. Fällt das laufende Pilotprojekt entsprechend aus, würde die LSAP in der Grundschule die Alphabetisierung auch auf Französisch verallgemeinern. Im Secondaire würde sie den Sprachenunterricht flexibilisieren, die Schüler/innen sollen zwischen einer Hauptsprache und einer oder zwei Nebensprachen wählen können, je nach ihren Fähigkeiten und Interessen. Und: Die LSAP will die unter DP-Minister Claude Meisch geschaffenen Europaschulen im Grundschulbereich „mittelfristig“ den öffentlichen Schulen „annähern“. Langfristig will sie das öffentliche Schulangebot vereinheitlichen. Die Rolle der Elternvertretungen würde sie redefinieren, „pour qu’ils puissent rééllement participer à la vie scolaire et que leur voix soit entendue“. Schulpolitik ist ein strategischer Schwerpunkt im Programm. Hervor sticht noch der Vorschlag, eine vierjährige kombinierte Ausbildung einzurichten, die sowohl zu einem DAP-Berufsabschluss als auch zur allgemeinen Hochschulreife führen würde. Ein „enseignement sociétal“ soll kritisches Denken fördern. Von dort ist es nicht weit zur Senkung des (freiwilligen) Wahlalters auf 16 Jahre.
Der Vorschlag der Jungsozialisten, die Vermietung von Wohnungen
mit schlechter Wärmedämmung zu verbieten, gelangte nicht ins
Transversal angelegt ist das Kapitel „Une société intergénérationnelle, inclusive et égalitaire des genres“. Die LSAP will die freie Wahl bei der Eintragung des Geschlechts in offizielle Dokumente und den Personalausweis einführen, „rigoros“ gegen Diskriminierung von LGBTIQ+-Personen vorgehen lassen. In den Betrieben sollen sämtliche Gehälter bekanntgemacht werden (das steht in einer EU-Richtlinie von diesem Jahr). Den „Pension gap“ will sie unter anderem durch Anreize an beide Elternteile verkleinern, nach einem Elternurlaub eine Weile Teilzeit zu arbeiten, während die Staatskasse „einen Teil“ des Vollzeit-Äquivalents der Beiträge zur Rentenkasse übernehmen „könnte“. Älteren soll ein „Spezialfonds“ helfen, die Unterbringungspreise in Alten- und Pflegeheimen zu erschwingen; bisher zahlt der nationale Solidaritätsfonds ein complément. Die LSAP verspricht, neue Wohnformen für Ältere zu schaffen und „community health nurses“ in den Gemeinden einzuführen. In Sachen Wohnungsbau hat LSAP-Innenministerin Taina Bofferding einige politische Mitverantwortung. Etwa, was das Planungsverhalten der Gemeinden betrifft und die Gemeindefinanzen. Federführend bei der Grundsteuerreform war sie auch. Deshalb kann die LSAP zu dem von ihr wie die Schule zur „nationalen Priorität“ erklärten Wohnungsbau kaum mehr versprechen, als die zügige Umsetzung der von der Regierung egriffenen Maßnahmen: Henri Kox’ Reformen des subventionierten Wohnungsbaus und der Wohnungsbeihilfen, über die nächste Woche die Kammer abstimmen soll. Bofferdings Gesetzentwurf über den „Baulandvertrag“, der noch nicht soweit ist. Weil Paulette Lenert meint, eine Beschleunigung der „Prozeduren“ würde viel bringen, stellt das Programm sie in Aussicht. Die von Lenert in ihrer Kongressrede versprochene Übernahme von 25 Prozent der Mietwohnungen in die öffentliche Hand stellt die LSAP sich „mittelfristig“ vor: zehn bis 15 Jahre könne das dauern. Zur Finanzierung des Baus erschwinglicher Mietwohnungen will sie einen „Fonds d’investissement“ einrichten. Was vielleicht eine Idee aus dem DP-Wahlprogramm 2018 aufgreift, die es in den Koalitionsvertrag schaffte, aber nicht konkretisiert wurde. Erweiterungen der Perimeter würde die LSAP nur zulassen, wenn sie einen „minimalen“ Klima-Fußabdruck hätten. Zu den politisch interessanten Kapiteln im Programm zählt das über die Gesundheit. Die LSAP betont in der Einleitung, sie lehne „kategorisch“ eine Zweiklassen-Medizin und eine Auflösung der Vertragsbindung der Dienstleister an die CNS ab. Einen klaren politischen Plan mit strategischen Prioritäten und ihrer Umsetzung, wie ihn Paulette Lenert am Gesondheetsdësch nicht hatte, hat die LSAP nun vielleicht: Sie geht davon aus, die Spitäler als den Kern der Versorgung stärken zu müssen. Die Klinikärzt/innen würden ein „einheitliches und attraktives“ Statut erhalten, „tout en maintenant l’activité libérale en cabinet“. Ob das Salariatsmedizin in allen Kliniken heißt, wie das vor 50 Jahren die DP-LSAP-Koalition für das CHL vorsah, ist nicht klar. Die vier Centres hospitaliers will die LSAP an einem „Hôpital universitaire“ beteiligen, das auf die Standorte der vier Klinikgruppen verteilt wäre. Auf der anderen Seite der Versor-
Familienleistungen würde die LSAP in die Sozialversicherung integrieren. Den Erste-Klasse-Zuschlag im Krankenaus würde sie abschaffen, aber das wollte sie schon oft.
Die LSAP will 25 Prozent der Mietwohnungen in die öffentliche Hand bringen. Aber „mittelfristig“. Zehn bis 15 Jahre könne das dauern
gung will sie Gemeinschaftspraxen von Ärzt/innen und anderen Gesundheitsberufen ausbauen und fördern; ins Angebot dieser Praxen könne auch Psychotherapie integriert werden. Am Gesetzentwurf Paulette Lenerts über Handelsgesellschaften im außerklinischen Bereich hält die LSAP fest. Jedenfalls vorerst, denn er könnte die Tür für Finanzinvestoren aus dem Ausland öffnen, weil sich das auf dem EU-Binnenmarkt und wegen der Niederlassungsfreiheit schwer verhindern ließe. Der Abschnitt zum Umweltschutz ist kurz. Die Aussagen zur Klimapolitik gehen kaum weiter als ein Bekenntnis zu den EU-Gesetzesinitiativen „Fit for 55“ und zum neuen Energieund Klimaplan der Regierung. Bereichert wird das Kapitel durch das Vorhaben, Reisen mit Privatflugzeugen an Destinationen zu verbieten, die innerhalb von drei Stunden auch mit der Bahn erreichbar sind. Der Parteikongress nahm es auf Initiative der Jungsozialisten an. Wie die LSAP das Verbot umsetzen würde, weiß sie vermutlich noch nicht. Der Nutzung der Atomenergie erteilt sie eine Absage. AKW sollten „progressiv“ geschlossen werden. Im Abfallbereich würde sie ein Pfandsystem für Plastikflaschen einführen. „Konsequent“ sollte das Verursacherprinzip durchgesetzt werden, Paulette Lenert sagte dazu am Dienstag, Beispiel dafür könne die CO2Steuer sein. Das Naturschutzgesetz würde die LSAP so reformieren, dass es keinen „Verbotsnaturschutz“ geben würde. Allerdings enthalten schon EU-Naturschutzregeln Verbote. Zum Sozialstaat sticht hervor, dass die LSAP offenbar keinen Anlass für eine weitere Rentenreform erkennt. Um der Rentenkasse zu Zusatzeinnahmen zu verhelfen, würde sie eine „Robotersteuer“ einführen, die Grünen haben diese Idee auch. Die
Im Abschnitt über die Steuern kommt die LSAP auf ihre Vorschläge zurück, die sie vor einem Jahr gemacht hatte. Zur Berechnung der Einkommensteuer für natürliche Personen würden Einkünfte bis zum unqualifizierten Mindestlohn steuerfrei. Die Steuerstufen würden anders verteilt. Für versteuerbare Einkünfte zwischen 26 067 und 48 837 Euro jährlich würde die Besteuerung von Stufe zu Stufe um je einen Prozentpunkt zunehmen. Zwischen 48 837 und 60 000 Euro würde der Steuersatz 40 Prozent betragen. Um weitere je zwei Prozentpunkte stiege er in den Tranchen 60 000 bis 100 000 Euro, 100 000 bis 180 000 Euro und 180 000 bis 300 000 Euro (dann läge er bei 46%). Die LSAP „suggère“ darüber hinaus 48 Prozent Steuersatz für versteuerbare Jahreseinkommen zwischen 300 000 und 500 000 Euro und 49 Prozent für noch höhere. Parteipräsidentin Closener hatte auf dem Kongress gesagt, „wer behauptet, die Steuern könnten für alle sinken, sagt nicht die Wahrheit“. Wie die Regierung es eigentlich vorhatte, will die LSAP für eine einheitliche Steuerklasse sorgen und die Progression dort „später“ einsetzen lassen. Bis die Einheitsklasse steht, sollen in der Klasse 1A entweder kleine und mittlere Einkommen entlastet, oder die Übergangsphase zwischen Klasse 2 und 1A auf fünf Jahre verlängert werden. Familien mit Kindern sollen einen Steuerkredit pro Kind erhalten. Geschiedene, die sich die Kinderbetreuung teilen, erhielten ihn hälftig. Den Steuerkredit für Alleinerziehende würde die LSAP ausbauen und die Schwelle, ab der eine Alimente ihn reduziert, von 2 424 auf 4 560 Euro heraufsetzen. Ebenfalls auf 4 560 Euro erhöhen (heute: 4 020 Euro) würde sie den maximalen Steuerabschlag auf Kinder, die nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen leben. Berufsanfänger/innen würde die LSAP während fünf Jahren einen Steuerkredit von bis zu 200 Euro gewähren. Die Betriebsbesteuerung würde die LSAP nur im Rahmen der G20-Abmachung für multinationale Unternehmen senken, die einen Höchstsatz von 15 Prozent auf die Unternehmensgewinne vorsieht. Die LSAP kündigt an, „il y a également lieu de se pencher sur le problême es bases d’asiette“; was sie damit meint, würde einem Gesetzentwurf zu entnehmen sein. Betrieben, die zum ersten Mal einen Kollektivertrag abschließen, würde sie einen befristeten Steuervorteil gewähren. Ebenso Betrieben mit einem Projekt zur „ökologischen oder digitalen Transition“. Betriebe mit weniger als 175 000 Euro versteuerbarem Einkommen soll die Solidaritätssteuer um vier Prozent nachgelassen werden. Einer Finanztransaktionssteuer würde die LSAP zustimmen, wenn sie für alle OECD-Staaten verbindlich wäre. Zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die die Grünen vor zwei Wochen ins Spiel gebracht hatten, würde die LSAP sich nicht „einer Analyse widersetzen“. Einer Besteuerung der Wertsteigerung von Grundstücken nach Umwidmung im kommunalen PAG zu Bauland steht sie „positiv“ gegenüber.
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Wahlprogramm. Dan Kersch gefiel die Initiative
Peter Feist
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P O L I T I K
14.07.2023
ÉDITO
POLITIK
Dans l’étau
BNE statt BIP
Pierre Sorlut
Les signes d’une crise économique se précisent. Les entreprises souffrent. Selon les données du Statec publiées cette semaine, le nombre de faillites augmente peu (de treize pour cent), mais les destructions d’emplois associées progressent de 44 pour cent. 1 338 personnes sont concernées au premier semestre, contre 927 un an plus tôt. Hors holdings et fonds d’investissement, le secteur le plus affecté est (sans surprise) la construction. 102 entreprises ont mis la clé sous la porte entre le 1er janvier et le 30 juin, soit un doublement par rapport à la même période en 2022, avec 470 postes supprimés. 62 sociétés de l’horesca ont elles baissé le rideau, soit 35 pour cent de plus pour 238 emplois perdus. 104 faillites ont aussi été déclarées dans le commerce (plus six pour cent) et une centaine de salariés se retrouvent sur le carreau. Les ménages consomment moins. C’est exactement ce que souhaite la Banque centrale européenne. Obnubilés par leur mandat d’une inflation contrôlée autour de deux pour cent, les banquiers centraux poursuivent la hausse historique des taux directeurs entamée voilà un an, de -0,5 à 3,5 pour cent, pour juguler la demande et favoriser l’épargne. Francfort prévoit une inflation de 5,4 pour cent en 2023, trois pour cent en 2024 et 2,2 pour cent en 2025. La BCE constate l’efficacité de la « transmission ». « Les effets se font progressivement sentir dans l’ensemble de l’économie », écrit-elle dans son dernier bulletin économique. À Luxembourg, le mois dernier la membre du directoire de la BCE, Isabel Schnabel, a même verbalisé cet entêtement, en disant ne pas craindre « de pécher par excès, d’en faire trop plutôt que trop peu », avait rapporté le Quotidien. Une nouvelle augmentation est déjà pressentie pour le 27 juillet et la prochaine réunion du conseil des gouverneurs. D’autres pourraient suivre. Au-delà des faillites, des ménages croulent sous le poids de leur emprunt immobilier où les taux variables sont courants, comme en Espagne, au Portugal, en Italie, en Suède, en Grèce et bien-sûr au Luxembourg. La conséquence de l’inflation sur les remboursements n’est ici pas encore documentée, mais le marché de l’immobilier est lui bien gelé à cause de prix élevés et du coût de l’endettement. À l’étranger, des voix commencent à s’élever contre l’acharnement des banquiers centraux. Le prix Nobel d’Économie, Paul Krugman, critique cet objectif des deux pour cent, d’un autre temps. L’ancien président de la Fed, Ben Bernanke, interroge lui aussi sur le taux d’inflation à viser. En cette semaine d’Ecofin et d’Eurogroupe, des ministres d’État-membres montent au créneau. Par exemple, la ministre de l’Économie de l’Espagne, autrefois pressentie pour diriger l’Eurogroupe, Nadia Calvino, demande une pause dans la hausse des taux. Un tabou se brise. La conduite de la politique monétaire menée par la BCE est voulue « indépendante ». Rappelons quand même que la nomination de sa direction est le fruit d’un marchandage politique et que le mandat de l’institution (déterminé depuis 1998) tient aussi à des négociations entre les gouvernements. De plus, l’augmentation des prix ne tient pas à une surchauffe de la demande, mais à des développements exogènes. Enfin et surtout, le renchérissement de l’endettement éloigne la perspective des investissements nécessaires à la lutte contre le réchauffement climatique. Une consommation décarbonée coûtera structurellement plus cher (du simple fait du rapprochement de la production par exemple) et y parvenir demande la mise en œuvre de stratégies onéreuses. Emprunter n’a rien coûté pendant dix ans et peu a été fait pour soutenir ces investissements. Il faudrait maintenant que les gouvernements témoignent d’une inventivité hors-norme en matière de politiques budgétaires et fiscales pour soutenir le déploiement d’une économie décarbonée. Franchement, on n’y croit guère, mais on veut bien se laisser surprendre. Il faut en tout cas compter sur les autres. Le Luxembourg financier s’accommode de la politique monétaire restrictive. D’abord, les banques engrangent les revenus d’intérêts par centaines de millions. Puis, plus fondamentalement, des taux d’inflation durablement élevés dévalorisent les collatéraux pour les tenants de l’ordolibéralisme. Pour rassurer l’électorat en cette année particulière, le gouvernement bricole des aides. Une bonification d’impôts par-ci (de 18 pour cent pour les investissements écologiques et digitaux, comme annoncé cette semaine, ou le crédit d’impôt conjoncturel) ou une augmentation du plafond de déductibilité des intérêts sur les prêts hypothécaires par là (de 2 000 à 3 000 euros). Cela suffira jusqu’au mois d’octobre, mais après ?
„Mir hunn eng Arméi vun 900 Leit. Mir wëlle jo net, datt déi gëlle Pistoule kréien, just fir d’Krittären ze erfëllen“, sagte DP-Premier Xavier Bettel am Mittwoch dem Radio 100,7. Am Tag zuvor hatte Luxemburg beim Nato-Gipfel in Vilnius zugestanden bekommen, seine Verteidigungsausgaben am Bruttonationaleinkommen (BNE) messen zu dürfen, statt am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zwei BIP-Prozent sollen die Nato-Staaten künftig mindestens für die Verteidigung ausgeben, für Luxemburg wären es zwei BNE-Prozent. Weil das BNE die gesamte in- und ausländische Wertschöpfung erfasst, die von den Ansässigen eines Landes erbracht wird und in Luxemburgs die knapp eine Viertelmillion Grenzpendler ausklammert, ist der Unterschied zum BIP erheblich: Den Comptes nationaux zufolge betrug 2021 das BIP 72,29 Milliarden Euro, das BNE 50,46 Milliarden. 2022 lag das BIP bei 78,13 Milliarden Euro, Angaben zum BNE fehlen noch. Das BNE dient auch zur Festlegung der Beiträge der EU-Staaten zum Haushalt der Union. Die Nato verstehe, „dass Luxemburg eine kleine Armee und einen kleinen Rekrutierungspool hat“, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister François Bausch (Grüne), Michael Schuster, dem Land. Doch auch mit dem BNE als Maßstab müssten die Verteidigungsausgaben vermutlich stark steigen. Beim Nato-Gipfel in Madrid voriges Jahr hatte Luxemburg sich verpflichtet, sie bis 2028 auf ein Prozent des BIP zu erhöhen. Laut einer Statec-Schätzung, auf die die Verteidigungsdirektion im Außenministerium sich bezieht, würde ein BIP-Prozent 2028 voraussichtlich 1,03 Milliarden Euro entsprechen und voraussichtlich 1,48 Prozent vom BNE. Rechnet man das auf zwei BNE-Prozent hoch, ergeben sich 1,39 Milliarden Euro – fast das Dreifache der 485 Millionen, die der NatoJahresbericht 2022 als Luxemburger Verteidigungsausgaben nennt. Sie entsprachen 0,62 Prozent des BIP und 674 US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung. Nur Dänemark, Frankreich, Griechenland und die Niederlande gaben pro Kopf mehr aus; Großbritannien, Norwegen und die USA viel mehr. Wie Ausgaben von zwei BNE-Prozent angestrebt werden und wozu sie dienen sollen, wird die nächste Regierung entscheiden müssen. Die aktuelle hat Planungen bis 2028 vorgenommen. Bauschs Sprecher sagte noch, Luxemburg habe keine Zugeständnisse machen müssen, um die Ausnahme zu erhalten (Foto: Olivier Halmes). pf
Zur Abstimmung im Parlament soll aber auch die ArmeegesetzReform kommen, obwohl sie nicht auf der Tagesordnung der gestrigen Staatsratsratssitzung stand, demnach erst Anfang nächster Woche begutachtet und anschließend durch die parlamentarische Maschinerie gedreht werden wird wie die vielen Covid-Gesetze. Dagegen erhielt das wichtigste politische Werk von Wohnungsbauminister Henri Kox (Grüne), die Reform des subventionierten Wohnungsbaus zur Schaffung von mehr „erschwinglichem Wohnraum“, vom Staatsrat schon am Dienstag weitgehend grünes Licht. Das Verabschiedungsrennen wirft natürlich Fragen über die Qualität der demokratischen Entscheidungsprozesse auf. Mit dem Armeegesetz zum Beispiel befasste der parlamentarische Verteidigungsausschuss sich diesen Montag erstmals. Idem mit den Änderungen, die der Verteidigungsminister am Text vorgenommen hat, um 49 formellen Einwänden des Staatsrats Rechnung zu tragen. François Bausch hofft, dass der Staatsrat, falls er noch weitere oppositions formelles erklärt, Vorschläge zu ihrer Behebung mitliefert. Die Kammersitzungen beginnen nächsten Mittwoch, Donnerstag und Freitag bereits um acht Uhr. pf
Augen zu und durch
Ketten
Bis Freitag nächster Woche tagt die Abgeordnetenkammer, um noch möglichst viele Gesetze zu verabschieden. Darunter sind auch Gesetzentwürfe, zu denen der Staatsrat sein zweites Gutachten erst am gestrigen Donnerstag herausgab. Den überarbeiteten Entwurf von LSAPGesundheitsministerin Paulette Lenert über den virage ambulatoire und Krankenhaus-Antennen akzeptiert der Staatsrat nun.
„Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“, lauten die Schusszeilen des Kommunistischen Manifests, die Déi Lénk zu ihrem Wahlslogan „Alles ze gewannen“ inspiriert haben, den sie am Mittwoch zusammen mit ihrem Wahlprogramm vorstellte. Alles zu gewinnen, beziehungsweise nichts zu verlieren, haben aber nicht nur die Proletarier, sondern auch die Linken nach ihrem schlechten Abschneiden bei den Gemeindewahlen. In ihrem Wahlprogramm listen sie 565 Reformvorschläge auf, die Priorität liegt auf den Bereichen Arbeit,
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Soziales, Steuern, Wohnungsbau und Klima. Ausgearbeitet wurde das Programm seit Jahresbeginn in Arbeitsgruppen, Ende März wurde es an die Mitglieder verschickt, die sechs Wochen Zeit hatten, um Abänderungsanträge einzureichen. Angenommen wurde es nicht auf einem Kongress, sondern bei einer nicht-öffentlichen Mitgliederversammlung, damit auch weniger redegewandte Linke sich trauten, das Wort zu ergreifen, erklärten Marc Baum und David Wagner. Beide sind erneut Spitzenkandidaten in ihren jeweiligen Bezirken. Im Süden teilt Marc Baum sich die Spitzenkandidatur mit seiner Rotationspartnerin im Escher Gemeinderat, Line Wies, und den Parteisprecher/innen Carole Thoma und Gary Diderich, die in Düdelingen beziehungsweise Differdingen in den Gemeinderat gewählt wurden. Die Abgeordnete Myriam Cecchetti kandidiert zwar noch, jedoch nicht mehr als Spitzenkandidatin, weil sie nationalpolitisch nicht mehr in der allerersten Reihe stehen wolle. Im Zentrum führt Ana Correia zusammen mit David Wagner die Liste an. Nathalie Oberweis, die direkt in den Stater Gemeinderat gewählt wurde, hatte schon vor Wochen ihren Rückzug aus der Nationalpolitik angekündigt. Im Osten sind die AmiavyTierrechtlerin Adela Fuentes und Laurent Fisch Spitzenkandidat/ innen. Fisch ist Anwalt und Insolvenzberater, von 2015 bis 2020 teilte er sich eine Kanzlei mit LSAP-Wirtschaftsminister Franz Fayot. Die Kandidat/innen im Norden sollen heute bekannt gegeben werden. pso/ll
B I L D U N G
System B Lange wurde sie erwartet, nun ist sie (zum Teil) da: eine erste Einschätzung des Lucet (Luxembourg Centre for Educational Testing) zu den öffentlichen europäischen Schulen, sechs an der Zahl, die Bildungsminister Claude Meisch (DP) in seiner Amtszeit eröffnet
hat. Die Forscher/innen geben an, die Resultate seien jedoch aufgrund von methodologischen Einschränkungen – etwa einer niedrigen Zahl von getesteten Schülern – mit Vorsicht zu interpretieren. Dennoch stelle sich heraus, dass die Familien von Kindern, die die öffentlichen europäischen Grundschulen (ÖEG) besuchen, sozioökonomisch besser situiert sind als jene, die dem traditionellen Curriculum folgen. 17,8 Prozent der Familien in den ÖEG sprechen zuhause Englisch, 34,2 Französisch. Luxemburgisch und Portugiesisch sind unterrepräsentiert. Schulisch zeigen sie weniger Lernrückstände auf, in der Mathematik haben sie höhere Durchschnittswerte als jene Schüler in der luxemburgischen Grundschule. Kinder mit Migrationshintergrund und sozial schwächere Schüler/innen scheinen ebenfalls bessere Resultate in der Mathe zu erzielen, wenn sie in einer Sprache lernen, die sie besser kennen. Die ersten Abiturienten der École internationale de Differdange et Esch (Eide) haben ihren Abschluss mit einer Erfolgsquote von 98,6 Prozent absolviert. Für die Schulpolitik ergeben sich dem Lucet nach daraus zwei Empfehlungen: Einerseits, die Schülerschaft in den europäischen Schulen zu diversifizieren, also gezielt Schüler anzusprechen, die in einer traditionellen Laufbahn benachteiligt wären; die Schulen bekannter zu machen und Elemente wie die optionale französische Alphabetisierung in öffentlichen Grundschulen anzubieten. sp
Abgelehnt Ein Antrag zur Eröffnung einer Privatschule namens École Nicomaque für Kinder von drei bis 16 Jahre wurde seitens des Bildungsministeriums abgelehnt. Hinter der Schule steht die gleichnamige Asbl. mit Sitz in Lintgen, das Konzept entstammt dem Direktor des Lycée Ermesinde, Jeannot Medinger. Folgende Gründe werden von Lex Folscheid, Erster Regierungsrat im Bildungsministerium, angeführt: Der Leitgedanke hinter der Nicomaque-Schule sei, die Kinder in ein ökonomisches Umfeld zu setzen und die Produkte,
die Jugendliche erarbeiten, zu kommerzialisieren, also damit Geld zu verdienen. Das ginge über die Art, wie das Lycee Ermesinde hausintern Unternehmen simuliert, hinaus. Zum einen dürften Jugendlichte unter 16 dem Arbeitsrecht nach nicht arbeiten, zum anderen soll die Schule die Arbeiten der Schüler/innen nicht für kommerzielle Zwecke benutzen, betont Folscheid. Es sei wichtig, dass die in der Schule entwickelten Ideen oder Produkte als geistiges Eigentum der Kinder und Jugendlichen erhalten blieben. Es gebe eine „rote Linie“, wenn eine Schule zu einem Wirtschaftsakteur werde. Dass ausgerechnet ein Direktor einer öffentlichen Schule eine Privatschule eröffnen will, findet er „spaßig“. Im Gespräch mit dem Land fühlt sich Jeannot Medinger vom Staat missverstanden und bestreitet die angeführten Punkte. Das Nicomacque-Projekt, das in Medernach als ganzjährige Ganztagsschule für circa 80 Schüler/innen funktionieren will, stelle Orientierung vor Versetzungskriterien und funktioniere von otium bis negotium auf drei verschiedenen, fächerübergreifenden Ebenen (Literatur, Techniken und Wirtschafr). Jeannot Medinger sieht einen Bedarf an weiteren Alternativen zu einem System, das trotz „verschiedener Angebote absolut identisch, nämlich auf vertikaler Wissensvermittlung und Kriterien der Klassenversetzung“ basiert. Im 45-seitigen Antrag des Nicomaque-Projekts, der dem Land vorliegt und pädagogisch durchaus interessant erscheint, heißt es, die Praxisteile des Économie-Unterrichts seien den schulinternen „Produktionen und Dienstleistungen“ gewidmet, die die Schule „dans son propre intérêt, pour son propre bien-être“ (...) „ou alors à l’adresse d’un public et d’une clientèle, dans le domaine par exemple de la musique, de la santé mentale et physique, de l’entretien, du jardinage, de la couture, de la cuisine ou de l’entretien“ vorsehe. Weiter wird angeführt, das Erlernen dieser Kompetenzen setze „permanente“ Kontakte mit dem sozialen und professionellem Milieu voraus. Praktika würden organisiert werden, mit einem Fokus auf lokale Firmen. sp
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Land 14.07.2023
P O L I T I K
Spleen
Z UFALL SGE SPR ÄCH MIT DEM M ANN IN DER EISENB AHN
Le grand remplacement
Pierre Sorlut
Un (ultime) acte de sensibilisation au respect des droits humains avant les élections
Le système d’escort était bien rodé. Entre 200 et 250 euros par heure pour des « prestations de nature sexuelle », lit-on dans le jugement. S’ajoutent un euro par kilomètre de trajet. Entre vingt et cent clients par semaine au Luxembourg. La moitié des sommes touchées reviennent au bordel. Soit entre 100 et 300 000 euros de recettes annuelles, ont estimé les enquêteurs. Les policiers ont recensé les villes et quartiers où les prostituées ont rencontré leurs clients : « Echternach, Findel, Remich, Bettembourg, Frisange, Dommeldange, Kirchberg, Differdange, Niedercorn, Walferdange, Diekirch, Bereldange, Herborn, Schouweiler, Dudelange, Mersch, Weimerskirch, Merl, Howald, Mondercange, Vianden, Schrassig, Luxembourg-Belair, sans préjudice quant à d’autres lieux éventuels », est-il écrit dans le verdict longt de 130 pages. « Ja, wir hatten ein Programm auf dem PC mit einem Stundenplan und einem Überblick. In der Maske „Hausbesuche“ trugen wir alles ein, welche Hausdame, welcher Fahrer, usw. Das schickte man ab, an den Fahrer und in den Club Pearls », témoigne une gérante prévenue. « Alle Fahrer fahren nach Luxemburg. Wir fahren fast jeden Tag in Luxemburg, weil es vielen Kunden in Luxemburg gibt. Es kann sein, dass wir gleichzeitig Frauen in verschiedene Ortschaften in Luxemburg fahren...Ich kann Ihnen auch nicht die Zahl pro Woche nennen, da es immer unterschiedlich war. Zwischen 20 und 100 Kunden pro Woche ungefähr », explique encore un chauffeur inculpé. Selon les employés, un tiers des filles ne maîtrisaient aucune langue de la région ou l’anglais. Beaucoup communiquaient « avec les mains ».
Danseuse dans un club
L’affaire du Pearls fait exploser les chiffres de la traite des êtres humains au Luxembourg la contrainte. Le principal accusé, le patron des maisons closes, ne s’est pas livré à la police luxembourgeoise. L’Allemagne refuse son extradition. Les trois gérantes et trois chauffeurs sur le banc des accusés ont respectivement écopé de 18 et six mois de prison, avec sursis. Appel a été interjeté. Le procès se rejouera en janvier. Cette affaire fera exploser les chiffres de la traite des êtres humains que la Commission consultative des droits de l’Homme (CCDH), rapporteur en la matière, rassemblera dans son traditionnel rapport bisannuel. Il sera présenté à l’automne. Dans son édition 2019-2020, l’organe consulté par le gouvernement pour son expertise en droits de l’Homme avait recensé 23 victimes de traite. Dans l’édition précédente, 31 avaient été identifiées grâce à la coopération des autorités. S’ajouteront à l’édition 2021-2022, trois sans-papiers chinois. En juin de l’année dernière, l’exploitant d’un restaurant asiatique de Bereldange a été condamné à deux ans de prison avec sursis pour avoir « exploité » trois ressortissants chinois « dans des conditions contraires à la dignité humaine », les personnes concernées ayant « perçu une rémunération inférieure au salaire social minimum, tout en disposant de logements insalubres, non conformes aux standards d’hygiène », est-il précisé dans le jugement. Une circonstance aggravante : les victimes, en situation irrégulière, se trouvaient particulièrement vulnérables. L’un a perçu une rémunération de mille euros par mois. Un autre cent euros. Le dernier, rien. Le patron du restaurant ne connaissait même pas leur nom et les appelait par un numéro qu’il leur avait donné, at-il avoué. L’Inspection du travail (ITM) a débusqué la situation au cours d’une visite en octobre 2020. Ce verdict est en quelque sorte une satisfaction pour la CCDH, car il montre que l’ITM accorde aujourd’hui davantage d’attention aux problématiques de traite. Mais le dossier Pearls réveillera l’agacement de son président, Gilbert Pregno quant au manque de sévérité des peines qu’il dénonce régulièrement. Cette semaine, le psychothérapeute et militant humaniste a trainé son spleen. Sur RTL Radio mardi matin, il s’est plaint que les avis de la CCDH ne soient pas suffisamment pris en compte par le gouvernement. « Le législateur ne se préoccupe que de ce que le conseil d’État dit », s’est ainsi plaint le septuagénaire dans la matinale. Celui qui occupe la présidence de la CCDH depuis dix ans (soit l’équivalent de la double mandature du gouvernement Bettel) a répété son irritation l’après-midi au Mënscherechtshaus route d’Arlon. Au cours d’une conférence de présentation des dix priorités en matière de droits humains
à prendre en compte par les partis qui formeront la prochaine coalition, Gilbert Pregno a d’abord manifesté le besoin de professionnaliser le poste de président de la CCDH, aujourd’hui sous le régime du bénévolat alors que la fonction demande « de plus en plus de temps ». Gilbert Pregno le revendique sans conflit d’intérêt puisqu’il quitte la scène en fin d’année et prépare le terrain pour son successeur. « Nous aimerions bien avoir plus de ressources et plus d’indépendance », a glissé Gilbert Pregno, avec en arrière-pensée la volonté de voir ériger un Mënscherechtsverdeedeger, une sorte de médiateur pour faire appliquer les droits de l’Homme. Au-delà des demandes d’ordre structurel (avec en sus un travail sur la collecte statistique pour bénéficier de données fiables et de qualité), les revendications de la CCDH couvrent dix thèmes. Figure évidemment celui de la traite des êtres humains. Pour aider la lutte, Gilbert Pregno et ses troupes recommandent d’augmenter les moyens alloués à la police et au parquet pour poursuivre les auteurs, mais aussi bloquer les flux financiers. Ces demandes sont aussi formulées par l’Oncle Sam et l’Office to monitor and combat trafficking in persons, agence qui place quand même le Grand-Duché parmi les bons élèves (Tier I) de la lutte contre la traite. La CCDH propose en outre d’accompagner les victimes, du signalement (via la création d’une hotline 24/7) à l’accompagnement. Ou encore de sensibiliser à la problématique. Les publicités de bordels en Allemagne devraient mettre la puce à l’oreille. La Commission des droits de l’homme signale aussi poliment que la problématique n’est pas suffisamment prise au sérieux puisque le plan d’action national (PAN) est laissé en jachère depuis 2016. La CCDH « invite le prochain gouvernement à présenter dans les meilleurs délais un nouveau PAN avec des mesures concrètes et assorties de délais ». Autre incurie soulignée par Gilbert Pregno mardi, la justice pour les enfants, trop longtemps négligée. Trente ans après la signature de la convention internationale des droits de l’enfant, le Luxembourg n’a toujours pas voté de loi les garantissant. Pour ce qui concerne la question des genres, la CCDH insiste pour que le gouvernement abandonne l’approche « neutre » de l’égalité et la « pensée binaire homme/ femme, archaïque ». La commission de consultation prône en outre la « célébration de la diversité des genres » et demande aux partis de « lutter contre toute forme de discrimination à l’égard de la communauté LGBTIQA+ ». Un PAN est aussi demandé en matière de lutte contre le racisme, avec objectifs, délais et budgets. Dans ses revendications « Asile et immigration », la CCDH exhorte les responsables politiques à investir dans l’offre d’hébergement des demandeurs de protection internationale. Les personnes en situation de handicap méritent elle aussi davantage d’attention, notamment par des mesures d’inclusion dans la vie communautaire et politique. La CCDH insiste pour que le gouvernement légifère sur le devoir de vigilance des entreprises à respecter les droits de l’homme sur l’ensemble de leur chaîne de valeurs, y compris pour le secteur financier et ses fonds d’investissement.
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Damit hatte die ADR nie wirklich ein Problem. Für die ADR saßen schon schrägere Vögel im Parlament: Jean Colombera (Engel Albert), Aly Jaerling (Spielkasino), Fernand Kartheiser (Doppelagent), Roby Mehlen (Valissen-Affär), Josy Simon (Fep-Prügelei)... Roy Reding (Hooters) hat sich nie geändert. Wenn die ADR heute nicht mehr mit Reding auskommt, dann hat sich die ADR geändert. Die ehemalige Rentenpartei war stets ein politischer Gemischtwarenladen. Ein erster Versuch, sie auf die Neue Rechte einzugrenzen, scheiterte: Offizier Fernand Kartheiser musste nach neun Monaten als Parteipräsident abtreten.
erstes Mandat erhielt. Gemeinsam ließen Keup und Weidig sich in den Vorstand der greisen Actioun Lëtzebuergesch wählen. Gemeinsam veröffentlichten sie Mir gi Lëtzebuerg net op. Die Streitschrift sorgte für Heiterkeit – sie ist ganz auf Deutsch geschrieben.
Unter den ADRAbgeordneten waren schon schrägere Vögel. Roy Reding hat sich nie geändert. Die ADR hat sich geändert
Die Gründergeneration von 5/6 und ADR stammt aus Handwerker- und Bauernverbänden. Sie antwortete auf soziale Anliegen. Mit Neid auf Beamte. Ihre Nachfolger sind Beamte, Selbständige. Soziale Anliegen sind ihnen fremd. Sie radikalisieren den Neid zu Identitäten. Sie bieten Feinde feil: ihnen fremde Nationen, Religionen, Sexualitäten. Sie tun es der radikalen Rechten im Ausland nach: Sie ereifern sich über Gendern und Wokeismus. Die ADR-Mitglieder verstehen nur Bahnhof. Die Partei hält sich mit Kritik an Russlands Überfall auf die Ukraine zurück. Ärgert sich Ehrenpräsident Roby Mehlen (Wort, 22.4.23). Stolz zeigte sich Fernand Kartheiser Ende Juni an der Seite von Éric Zemmour. Dem Hassprediger des französischen Milliardärs Vincent Bolloré. Zemmour und Kartheiser ist der proletarische Faschismus zuwider. Sie wollen eine gutbürgerliche Wählerschaft bedienen.
Nun findet ein neuer Versuch statt. Seit 2015 ist der rechte Rechtsanwalt Alex Penning Generalsekretär. Vergangenes Jahr wurde der Erdkundelehrer Fred Keup Parteipräsident. Auf Facebook wetterte er 2015 gegen das Referendum zum Ausländerwahlrecht. RTL machte aus ihm das Gesicht der Nein-Wähler.
Nun bringt die neue Führung die Partei auf Vordermann. Die Disziplinlosigkeit und der Liberalismus Roy Redings passen nicht in eine stramm rechte ADR. Auch wenn das über 2 000 Stimmen im Zentrum kostet. Im Norden säubert sie mit Hilfe des gleichgesinnten Bezirkspräsidenten Michel Lemaire den Vorstand. Vier Vorstandsmitglieder traten aus.
ADR-Vizepräsident wurde Keups Mitstreiter Tom Weidig. Er bietet seine Dienste der Finanzbranche an. Er ist der Ideologe. Er hielt sich im Hintergrund. Bis er als Spitzendkandidat bei den hauptstädtischen Gemeindewahlen auftrat. Und gerade sein
Roy Reding ließ sich im Parlament als „Sensibilité politique ‚Liberté Chérie‘“ eintragen. Um die bisherige ADRWählerschaft werben die Piraten. Mit der gleichen Demagogie, ohne identitären Ballast. Romain Hilgert
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Sven Becker
Selon les témoignages rassemblés, « entre quarante et cinquante filles » travaillent au club Pearls à Trêves, une quinzaine dans une autre enseigne du groupe à Trierweiler et encore une dizaine à Prüm. En mars, la justice luxembourgeoise a condamné six salariés du Pearls pour avoir « recruté, transporté, transféré, hébergé, accueilli » des personnes « en vue de la commission (…) de l’infraction de proxénétisme », avec la circonstance aggravante qu’elle a été commise sous
Der Abgeordnete Roy Reding war 2013 und 2018 der Erstgewählte der ADR im Zentrum. Mit einem weiten Vorsprung auf die Nächstgewählten. In einer Presseerklärung begründete die Parteileitung vor 14 Tagen, weshalb sie ihn nicht mehr will: Wegen „senger Inaktivitéit, sengem Feelen a senger Net-Presenz an der Chamber, an der Gemeng an an der Partei“. Das ist der Roy Reding, wie ihn die ADR nie anders kannte. Sie hat stets seine gutgelaunte Rücksichtslosigkeit hingenommen. Sie profitierte von seiner Popularität als liberaler Staatsfeind. Für ihn war die Partei Mittel zum Zweck. Es könnte auch jede andere sein. Das Abgeordnetenmandat, der Sitz im hauptstädtischen Gemeinderat, die Politik sind ihm eine Mischung aus Amüsement und Eigeninteresse. Der patriotische Schmus der ADR ist Protektionismus für Loser. Er macht Geschäfte in Südafrika.
Sven Becker
Ambica, Anabel, Anna, Celia, Danna, Dulca, Elly, Inna, Ivette, Julia Kristin, Loreta, Luna, Melissa, Patrizia, Raluca, Tanja, Sia, Violeta, Zoe sont vingt victimes de la traite des êtres humains nommées avec 74 autres dans une condamnation de responsables du club Pearls à Trèves rendue le 9 mars par le tribunal correctionnel de Luxembourg. En janvier, les plaidoiries, couvertes par le Wort, avaient mis en lumière un service de call girls à domicile déployé par le bordel de 2012 à 2019 au Grand-Duché, à la vue de tous. « Unsere Schönheiten kommen gerne auch zu Dir! », informait les sites internet « Bordell in Trier ». Le Pearls s’affichait au Luxembourg malgré l’interdiction de la publicité pour la prostitution. « En onvergiesslecht Erliefnis », « Eng aner Form vun Weekend Wellness. Club Pearls, eng diskret Escapad mat Niveau a Stil » ont vanté, de 2012 à 2018, les réclames sur RTL Radio, en luxembourgeois et en allemand. Le média prestataire d’une mission de service public a facturé 150 000 euros pour la visibilité offerte au club. Le journal Luxbazaar a réalisé un demi-million d’euros de recettes grâce aux annonces du Pearls.
Selten verweigert eine Partei einem Abgeordneten im erwerbsfähigen Alter die Wiederwahl. Das Mandat ist Beweis genug, dass er seiner Partei viele Wählerstimmen bringt.
Die ADR war für Roy Reding Mittel zum Zweck.
Es hätte auch jede andere Partei sein können
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Land
P O L I T I K
14.07.2023
kandidierte 2019 nicht bei den Europawahlen, sondern wurde Präsident der Handelskammer. Luc Frieden fühlte sich stets zu Höherem berufen. Es liege vor allem an seiner Erziehung, seine Mutter habe ihn gestriezt, damit er gute Noten schreibe, manchmal sei es ihm zu viel geworden, erzählte er den Youtubern. Nach dem Abitur im Athenäum studierte er an Eliteuniversitäten: an der Sorbonne, in Cambridge und an der Harvard Law School. Gekifft oder geraucht habe er nie, nicht einmal in Paris, um die Frauen zu beeindrucken; ein einziges Mal habe er an einer Shisha-Pfeife gezogen. „De Fait, datt ech zéng Joer dobausse war, ass quasi wéi wann ech géif nei ufänken. Ech spiere mech och e bëssen esou“, meinte Luc Frieden in Gëlle Fro. Wenn er so auf sein „cooles“ Leben zurückblickt, wirkt der 59-Jährige wie ein alter weißer Mann, dessen kurze Karriere im Big Business ihm zu anstrengend wurde und der nun seinen alten Job zurückhaben möchte, bevor er definitiv in Rente geht. Weil bei den letzten Umfragen weder die Werte der Partei noch die ihres Spitzenkandidaten berauschend waren, redet auf dem Konvent am Samstag keiner mehr vom Premierministerposten. Die CSV ist inzwischen schon froh, wenn sie überhaupt in die Regierung kommt und Frieden irgendein Minister wird.
Olivier Halmes
Die von Guru geschaffene Erzählung vom „neie Luc“ ist nicht schlüssig. Zumindest nicht in der Version, in der er sie verkaufen will. Über Xavier Bettel macht Luc Frieden sich lustig, weil der gerne in der Menge badet und dabei Selfies schießt. Frieden ist der Anti-Bettel: Wenn er Hände schüttelt und winkt, wirkt er hölzern und unbeholfen. Wenn er erzählt, er treffe viele Menschen, klingt es unglaubwürdig. Auf seinen Facebook-Fotos von der Foire agricole und anderen Veranstaltungen mit Volksfestcharakter lächelt er und diskutiert gestikulierend, doch man nimmt es ihm nicht ab – wie das eben so ist, wenn ein ehemaliger Finanzminister und Bankenvorstand, der jahrzehntelang fast ausschließlich in höheren gesellschaftlichen Kreisen verkehrte, sich plötzlich unter das gemeine Volk mischen muss.
Juristen unter sich: Gilles Roth, Laurent Mosar, Léon Gloden
„D‘Natur ass eppes esou Wonnerschéines“ Luc Laboulle
Unter dem Vorwand, die Kaufkraft zu erhöhen, will Luc Frieden Luxemburg in den Dienst der Wirtschaft stellen Strange Am Samstag, als die CSV ihre 60 Kandidat/innen für
die Kammerwahlen auf einem Konvent im Tramsschapp auf Limpertsberg vorstellte, jährte sich zum zehnten Mal die Regierungskrise, die 2013 zu vorgezogenen Neuwahlen geführt hatte. Das Wort erinnerte daran, dass Luc Frieden 2012 als Finanzminister wegen des Cargolux-Qatar Airways-Deals und wegen seines zu strengen Sparkurses in die Kritik geraten war; weitaus schwerer aber hätten die Vorwürfe von Generalstaatsanwalt Robert Biever gewogen, der Frieden vorwarf, als Justizminister die Ermittlungen in der Bommeleeër-Affäre behindert und Druck auf die Justiz ausgeübt zu haben. Das Tageblatt ergänzte, die Opposition im Parlament habe zwei Misstrauensanträge gegen die Regierung und Frieden gestellt, die nur dank des Koalitionspartners LSAP abgelehnt wurden. Davon will Frieden heute nichts mehr wissen. „Ch-ch-ch-chchanges, turn and face the strange“, schallt es am Samstagmorgen aus den Lautsprecherboxen, als der Spitzenkandidat die Bühne betritt, um die zehn Prioritäten der CSV im Wahlkampf vorzustellen. Die 372 Delegierten feiern ihn wie einen Star. Die deutsche Kommunikationsagentur Guru, die sowohl die Wahlkampagne der CSV gestaltet, als auch den Ablauf des Konvents inszeniert hat, hatte sich vermutlich etwas dabei gedacht, als sie für das luxemburgische Pendant zu Friedrich Merz ausgerechnet den Song aussuchte, mit dem der hinsichtlich seiner Geschlechtszugehörigkeit und seiner sexuellen Orientierung ambivalente David Bowie sich 1971 auf die Suche nach „strange fascinations“ begab. Damals war Luc Frieden acht Jahre alt und träumte davon, Müllmann zu werden, wie er vergangene Woche im Youtube-Podcast Gëlle Fro verriet. Schulfreunde aus Esch/Alzette behaupten, der Berufswunsch des kleinen Luc sei Notaire gewesen.
Für die CSV kann Changes vieles bedeuten. Die Partei möchte den politischen Wechsel, nach zehn Jahren Opposition will sie unbedingt wieder in die Regierung. Changes kann auch als Symbol für die Erneuerung gedeutet werden, die sie nach dem Rücktritt von Frank Engel als CSV-Präsident einleitete, als sie ihre Parteispitze verjüngte, sich eine neue Corporate Identity zulegte. Oder als Anspielung auf Friedens vermeintlichen persönlichen Wandel, mit dem er seine Rückkehr in die Politik legitimiert. Weil er sich eigenen Aussagen zufolge als Oppositionsführer im Parlament gelangweilt hatte, ging er im Juli 2014 nach London, wo die Deutsche Bank ihn als Berater einstellte. Kurz zuvor hatte Katar sich als Großaktionär bei der Deutschen Bank eingekauft. Zu dem Emirat hatte Frieden als Finanzminister Handelsbeziehungen aufgebaut, ihre Staatsfonds ins Aktionariat von Cargolux, Bil und KBL geholt. „Et war mega cool an enger Rise-Stad ze wunnen“, erzählte er den beiden Moderatoren von Gëlle Fro. Seine Frau und die beiden Kinder seien in Luxemburg geblieben, er habe wie ein Junggeselle gelebt. Über die Interessenskonflikte, die mit seinem Wechsel einhergingen, sagte er nichts. Nach nur zwei Jahren hatte Luc Frieden genug von London. Kurz nach dem Tod von David Bowie im Januar 2016 kehrte er nach Luxemburg zurück, wurde Präsident der Bil, Partner der Geschäftsanwaltskanzlei Elvinger Hoss Prussen, als Vorstandsvorsitzender von Saint Paul legte er die Weichen für den Verkauf des katholischen Verlagshauses an den internationalen Konzern Mediahuis. Schon damals brachte er sich als Spitzenkandidat für die Nationalwahlen 2018 ins Gespräch, schließlich setzte sich Claude Wiseler durch. Zum Trost versprach er Frieden einen Posten als EU-Kommissar, falls die CSV in die Regierung komme. Doch sie musste erneut in die Opposition und Frieden
Lacke Schong Der „neue“ Frieden tritt seit seiner einstimmigen Nominierung zum Spitzenkandidaten der CSV als ideologischer Patriarch auf. Die Listen für die Kammerwahlen hat er nach seinen Vorstellungen zusammengestellt. Den sozialen Flügel hat er kleingehalten, den wirtschaftsliberalen in die Vitrine gestellt. Die „sozioprofessionelle Diversität“ der Kandidat/innen, die er auf dem Konvent hervorhebt, beschränkt sich auf die oberen sozialen Schichten: Ärzt/innen, Ingenieur/innen, Unternehmer/innen, Wirtschaftswissenschaftler/innen, Lehrer/innen; nur die wenigsten haben keinen Hochschulabschluss. Ein Viertel der 60 CSV-Kandidat/innen und die Hälfte der acht Spitzenkandidat/innen sind Jurist/innen, alleine im Zentrum treten sechs Avocat(e)s à la Cour an.
Im Osten führen die Liste Léon Gloden und Max Hengel an. Gloden ist wie Frieden Partner bei Elvinger Hoss Prussen, der Parteisoldat Hengel war 16 Jahre lang stellvertretender Sekretär und politischer Koordinator der CSV-Fraktion im Parlament. Mit der Zweitgewählten von 2018, der Ex-Ministerin und Abgeordneten Octavie Modert, oder mit Stéphanie Weydert, Geschäftsanwältin bei Arendt & Medernach und Ko-CSV-Generalsekretärin mit Landjugend-Flair, hätte im Osten problemlos Parität erreicht werden können, doch ihnen hat Frieden offensichtlich keine Führungsrolle zugetraut. Gleichstellung zwischen den Geschlechtern gehört nicht zu seinen zehn Prioritäten. Im Süden hat er den wirtschaftsliberalen Fraktionspräsidenten und Mamer Bürgermeister Gilles Roth und den profillosen, doch populären Sportlehrer und Escher Bürgermeister Georges Mischo dem Erstgewählten von 2018, dem früheren LCGB-Generalsekretär und Parteipräsidenten Marc Spautz, vorgezogen. Hätte Frieden Parität gewollt, hätte er die Sanemer Schöffin und CET-Direktorin Nathalie Morgenthaler oder die Ko-Parteivizepräsidentin und Lehrerin Anne Logelin nominieren können; die Monnericher Sektion kritisierte öffentlich, dass ihre Gemeinderatsmitglieder überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Im mit der Ko-Fraktionsvorsitzenden Martine und dem EU-Abgeordneten Christophe Hansen paritätisch mit Spitzenkandidat/innen besetzten Nordbezirk beklagte sich der frühere LCGBGewerkschafter Aly Kaes, dass nicht einmal mit ihm geredet wurde, gegenüber RTL bezeichnete er die CSV als „d’Partei vun de lacke Schong“. Sich selbst hat Frieden im Zentrum die junge Ko-Parteipräsidentin und Stater Gemeinderätin Elisabeth Margue zur Seite gestellt, die vor neun Monaten für Viviane Reding in die Kammer nachrückte. Die Geschäftsanwältin von Arendt & Medernach gehört dem wirtschaftsliberalen Flügel der CSV an, in ihrer Jugend hütete sie Friedens Kinder. Am Samstag votierten rund 92 Prozent der Delegierten für die vier Listen, die geringste Zustimmung erhielt Friedens Zentrumsliste mit 89 Prozent. Die CSV von Luc Frieden hat kein Verständnis für und kein Vertrauen in Menschen, die nicht ihr ganzes Leben in den Dienst der Wirtschaft stellen; die keinen Universitätsabschluss haben und doch hart arbeiten müssen, ohne viel zu verdienen; die keine Aussicht oder vielleicht auch keine Lust auf den sozialen Aufstieg haben und trotzdem ordentlich leben möchten. Gëlle Fro verriet Frieden seine Bewunderung für „flott Geschäftsleit, déi och eppes fäerdeg bréngen“. Besonders hervor hob er den früheren Radprofi Andy Schleck, der letztes Jahr seinen zweiten Fahrradladen eröffnet hat, und seinen Schulfreund aus dem Athenäum, Philippe Schaus, Enkel des früheren DP-Vizepremierministers Eugène Schaus, der es bis zum CEO der Holdinggesellschaft Moët Hennessy des in der Produktion von überteuerten Luxusgütern tätigen Global Players LVMH geschafft hat (dessen konservativer PDG Bernard Arnault bereits mehrmals wegen Medienbeeinflussung und massiver Offshore-Steuerhinterziehung, auch über Luxemburg, in die Schlagzeilen geraten ist). Klima Diese Haltung spiegelt sich auch im Wahlprogramm wider,
das Luc Frieden sich für die CSV ausgedacht hat (zumindest in den zehn Prioritäten, die er am Samstag vorgestellt hat). Fast sämtliche Bereiche werden in den Dienst der Wirtschaft gestellt, haben sich ihr unterzuordnen: „Mir hätten also gären eng Wirtschaft, déi dréint, déi flott a gutt bezuelten Aarbechtsplaze schaaft, awer dofir musse mer d’Rahmebedingungen esou maachen, datt dat och geet, an datt déi Betriber sech och kënnen erweideren, wann se Terraine
Die „sozio-professionelle Diversität“ der Kandidat/innen, die Frieden auf dem Konvent hervorhebt, beschränkt sich auf die oberen sozialen Schichten
brauchen, wann se wëllen nei Aarbechtsplazen (...) schafen, an datt an eisem Land e Klima entsteet, wou et Loscht mécht, schaffen ze goen“, verkündet er. Oberste Priorität habe die Erhöhung der Kaufkraft für die breite Mittelschicht. Dazu möchte Luc Frieden (wie LSAP und Gewerkschaften) eine Erweiterung der Lohntranchen in der Steuertabelle, damit für die Beschäftigten nicht bei jeder zweiten Indextranche gleich der Steuersatz steigt. Im Gegensatz zur politischen Linken will Frieden aber auch die Körperschaftsteuer senken. Zu hohe Steuern auf Kapitaleinkommen führten dazu, dass Unternehmen in andere Länder abwandern. Steuersenkungen für alle seien nicht zu finanzieren, hielten ihm seine politischen Konkurrent/innen in den vergangenen Wochen vor, besonders wenn man, wie die CSV, die Schuldengrenze niedrig halten wolle. Doch Frieden entgegnet ihnen, dass geringe Steuern das Wirtschaftswachstum ankurbeln, was wiederum die Staatskasse fülle. Der CSV geht es nur vordergründig um Kaufkraft für die Mittelschicht. In dem Buch Europa 5.0, das Frieden 2016 zusammen mit zwei Deutsche-Börse-Vorständen verfasste, mit denen er bei der Deutschen Bank zusammenarbeitete, wird erklärt, welchen Zweck niedrige Lohnsteuern tatsächlich erfüllen: Sie sollen die Nachfrage der Unternehmen auf den Arbeitsmärkten und nach Investitionen in den Kapitalstock fördern (S.111). Würden Lohnsteuern erhöht, sinke das Interesse von Arbeitnehmern an Mehrarbeit und die Bereitschaft dazu. Auch das zu rigide Arbeitsrecht (S.99) könne dazu beitragen, stellen die Autoren fest: Zu strenge Kündigungsschutzregelungen (S.35) und hohe Mindestlöhne (S.101) behinderten das Wirtschaftswachstum, es brauche Flexibilität in der Arbeitszeitregelung (S.101). So deutlich wie in seinem Buch drückt Luc Frieden es im Wahlkampf nicht aus. Er will den sozialen Flügel seiner Partei nicht zu sehr verärgern. Deshalb sagt er am Samstag, die CSV wolle Arbeitszeiten und Homeoffice nicht per Gesetz, sondern auf Betriebsebene regeln, den Sozialdialog in den Unternehmen wolle sie unterstützen. Die aus der nationalsozialistischen Besatzungszeit stammenden Steuerklassen, die dazu führen, dass Ledige, getrennt Lebende und Verwitwete mehr Steuern zahlen als Verheiratete oder eingetragene Partner/innen, will die CSV – im Gegensatz zu „Gambia“ – nicht abschaffen. Sie will lediglich die Zeitspanne (von drei auf sechs Jahre) verdoppeln, nach der Witwen und Witwer von der Steuerklasse zwei in die ungünstigere Steuerklasse 1a fallen. Neben ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit zeichnet die CSV von Luc Frieden vor allem ihr reaktionäres, heteronormatives Familienbild aus. „Jonk Familljen“, die am Anfang ihrer Karriere stehen, sollen einen Starter Kit erhalten, der ihnen drei Jahre lang Steuererleichterungen garantiert. Jungen Eltern will die CSV ein Recht auf Teilzeitarbeit gewähren, „wou se da kënne Famill a Beruff op eng flott Aart a Weis matenee kombinéieren“. Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, sollen doppeltes Kindergeld bekommen, bis ihre Kinder im schulpflichtigen Alter sind. „Ech nennen dat léiwer Work-Kids-Balance ewéi Work-Life-Balance, well Schaffen ass jo Deel vum Liewen“, sagt Luc Frieden. Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, gehört für ihn offensichtlich nicht zum Leben und junge Menschen, die sich für ein vom Familienbild der Nachkriegszeit abweichendes Lebensmodell entscheiden, haben offenbar gar kein Recht auf Freizeit, dürfen dafür aber weiterhin wesentlich mehr Steuern zahlen. Schëff „De Klima läit eis alleguer um Häerzen, d’Natur ass eppes
esou Wonnerschéines“, schwärmt Luc Frieden am Samstag, bekennt sich zu den europäischen Klimazielen, stellt fest, dass Luxemburg bei den erneuerbaren Energien zu den Schlusslichtern in Europa gehöre, ignoriert den Tanktourismus geflissentlich und verkündet, die CSV werde das Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Sozialem und Klima mit hohen Investitionen in Betriebe und Leute wiederherstellen: „Wa Vëlosweeër net gebaut ginn, (...) well iergendwou e Biotop ass (...), wann am Bauperimeter net ka gebaut ginn, well eng Fliedermaus vun engem Kierchtuerm op e Bam flitt, da soen ech, den Equiliber ass net richteg“, urteilt der Spitzenkandidat und verspricht, Umgehungsstraßen zu bauen, die Tram bis in die Nachbargemeinden der Hauptstadt fahren zu lassen und bessere Zugverbindungen ins Ausland zu erschließen. Während Luc Frieden referiert, sitzen hinter ihm die 59 anderen Kandidat/innen. Claude Wiseler hat in der ersten Reihe Platz genommen. Bei manchen Passagen muss der Ko-Parteipräsident süffisant lächeln – als ob er sich freue, endlich jemand anderen gefunden zu haben, der den Kopf hinhalten muss, falls die CSV es im Oktober erneut nicht in die Regierung schafft. Vor der Kandidatenvorstellung hält Wiseler seine eigene Konvent-Ansprache. Als Einlaufmusik für den gescheiterten Spitzenkandidaten von 2018 hat Guru den INXS-Hit New Sensation ausgewählt. Wiseler erzählt von der Erneuerung der Parteispitze und der neuen Mannschaft, „déi kuckt, datt mer dat Schëff, dat grousst Schëff, dat Schëff dat scho vill Geschicht huet, datt mer dat duerch déi Gewässer kréien, déi op eis zou kommen“. Rund eine Stunde später wird der Konvent während 15 Minuten unterbrochen, um die Stimmzettel der Delegierten auszuzählen. Für Pausenunterhaltung sorgt neben den Parteimitgliedern Maurizio und Leo Spiridigliozzi mit Akkordeon und Xylophon die junge Musikantin Emilie Beneké. Bevor die 18-jährige Christsoziale aus dem Osten die Polkamelodie der Echternacher Springprozession anstimmt, spielt sie auf ihrem Saxophon Céline Dions Ballade My heart will go on, den Titelsong des romantischen Katastrophenfilms Titanic.
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Land 14.07.2023
P O L I T I K
« Mat eisem Xavier Bettel » Bernard Thomas
Le Premier ministre redécouvre le Kulturkampf et tape sur le CSV. Reportage sur le congrès du DP wort.lu : « Durant des décennies, je pensais qu’il fallait encourager les gens à devenir propriétaires. C’est une utopie. Cela n’est pas faisable en ce moment. »
« Je prierais la personne qui a un SUV, dont la plaque commence par 91, de bien vouloir déplacer sa voiture qui gêne un peu », signale Carole Hartmann, ce samedi matin. Le congrès statutaire du DP vient tout juste de commencer. Parmi les 450 membres présents au centre culturel Syrkus, personne ne bronche. Le coupable ne veut se dévoiler. « Passons donc aux résultats… il pourra alors sortir discrètement », reprend la secrétaire générale du DP. Les congrès du Parti démocratique sont peu démocratiques. Les délégués restent assis dans la pénombre à écouter les pontes du parti réciter leurs discours. Pas de résolutions ni de motions, et encore moins de prises de parole spontanées. Les Spëtzekandidaten avaient été avalisés par le comité directeur la veille, le programme électoral une semaine plus tôt par le conseil national. Dans un parti de notables, les décisions stratégiques se prennent en petit cercle, actuellement par Xavier Bettel et son entourage politique. Le seul passage pseudo-participatif intervient une fois le Premier monté sur scène. Il s’inquiète des délégués restés debout dans les couloirs, et endosse le rôle de MC ou de GO. Prenant la salle en main, il guide le public : « Vous pouvez lever le doigt si des places sont libres ?... En haut, il en reste une… Là-bas, une autre ! »
« Verantwortungsbewosst », « sachlech », « raisonnabel », « pragmatesch », iwwerluecht », « seriö », « verstänneg ». Pour décrire le DP, Carole Hartmann semblait avoir puisé dans un thésaurus. En fait, la campagne se résumera surtout à « eisen Xavier Bettel ». L’ultra-personnalisation autour du Premier prend un tour quasi-féodal quand le chef de fraction, Gilles Baum, conclut son discours par un serment de fidélité : « Monsieur le Premier ministre, cher Xavier, tu peux te fier à ta fraction. Nous sommes unis derrière toi ! » Peu connu pour son charisme, Baum a planifié son entrée en scène. Avant de commencer son discours, il enlève de manière théâtrale sa cravate et ouvre le premier bouton de sa chemise. Une manière pour l’ancien instituteur de se mettre à l’heure du cool libéral. Charles Goerens garde, lui, sa cravate. Avec une gravitas junckérienne, l’eurodéputé disserte (sans notes) sur la géopolitique et le « risque de déclassement » de l’UE : « Nous avons peur de Poutine, nous avons peur de Xi Jinping, nous avons peur de Modi ; mir fäerten, mir fäerten a mir fäerten. » Après le vieux notable, c’est au jeune loup de brièvement plomber l’atmosphère. Michael Agostini, le président des Jeunes démocrates, appelle l’État à racheter « 1 400 logements » sur le marché privé. (Ce qui, aux prix demandés, équivaudrait à un gigantesque « bail-out » des promoteurs.) Il revendique ensuite un « super-ministère du Logement » incluant l’Intérieur, l’Aménagement et l’Environnement. Il estime enfin que la réforme du bail à loyer « gehéiert net an d’Chamber, mee an d’Poubelle », puisqu’elle limiterait trop le rendement des investisseurs immobiliers. La tirade ne provoque que quelques applaudissements timides.
Xavier Bettel a passé une bonne partie du congrès à peaufiner ses notes. Son discours se révélera être une courte mais caustique attaque contre le CSV. Louant la « modernisation » du pays, il appelle la base à « tout faire » pour que « certaines personnes » ne tournent pas « la roue en arrière » : « Ce risque est réel ! ». La charge est menée en quatre mouvements. Bettel commence piano en réaffirmant son opposition au nucléaire, alors que le CSV (mais également les Jonk Demokraten) vient d’opérer un revirement sur la question. Ensuite, il ridiculise le mot d’ordre « Steiererliichterungen fir jiddereen » de Luc Frieden : « On baisse les impôts pour tout le monde, on reste à trente pour cent [de taux d’endettement] et on compense par la croissance ? Also déi eng Partei muss mir just erklären, wéi dat geet ! »
Le paroxysme est atteint au quatrième mouvement : la séparation entre l’Église et de l’État. Bettel évoque l’introduction, il y a dix ans, de la cérémonie civile pour la fête nationale. « Certaines gens du CSV », s’offusque-t-il, auraient dit à l’époque : « Dat ass dem Bettel säin Tralala. Wann dee bis net méi Premier ass, schafe mir dat nees of, an dann ass rëm alles eng Mass. » Bettel réactive le Kulturkampf, comme au temps du bloc des gauches. « La religion n’est pas une affaire de l’État ! », s’exclame-t-il. Les applaudissements fusent, quelques « bravo » également. La base du DP, restée relativement apathique jusque-là, se réveille enfin. Au congrès, Xavier Bettel revendique fièrement le titre de « Klima-Premierminister ». Le Premier lance une série de lapalissades, comme « les gens ne sont pas le problème, ils sont la solution ». Il ne veut pas être identifié aux interdits mais aux incitatifs. « Dans son enthousiasme, Lex vient de dire que chacun devra installer un système photovoltaïque sur son toit. Non. Non. On ne l’imposera que pour les nouveaux projets ». Et de répéter : « Que pour les nouveaux projets. » (En fait, Delles n’avait rien dit de tel ; il avait au contraire souligné son opposition à toute forme de « Verzichtspolitik » et de « Klimapolitik mam Briecheisen ».) Sam Tanson utilise le même wording mou et inoffensif. Mais à l’inverse du DP, les Verts se font vilipender comme « Verbotspartei » par la droite. (Leur programme utilise le terme « interdire » à quatre reprises : en rapport avec la chasse aux renards, la « Qualzucht », le glyphosate et les « thérapies de conversion ».) C’est que le DP
Sven Becker
Puis, crescendo, Bettel en arrive à la politique familiale. Cela fait des mois que le CSV plaide pour l’introduction d’un « Elterengeld », relayant les ressentiments de la classe moyenne vis-à-vis des structures d’accueil. (Luc Frieden promet ainsi de doubler les allocations familiales pour les parents qui restent à la maison.) Bettel se fait un malin plaisir de réduire ce positionnement à son substrat idéologique, quitte à forcer quelque peu le trait, voire à virer dans la caricature. « Le pire que j’ai entendu, c’est de vouloir encourager les femmes à arrêter le travail pour s’occuper des enfants pendant un certain temps. Je ne vais pas dire à une femme en 2023 d’arrêter de travailler pour 250, 260 ou 270 euros par mois ! Ou qu’elle s’occupe si possible aussi de la cuisine, pour que tout soit prêt lorsque le mari rentre… Ech ginn rosen, wann ech sou eppes héieren ! »
Xavier Bettel écoutant Lex Delles
paraît actuellement incontournable comme coalitionnaire, c’est-à-dire inattaquable. Bettel mène une campagne de centre-gauche. (Le mot « sécurité », qui avait dominé la campagne de Lydie Polfer, ne tombe pas une fois durant les deux heures et demie de congrès.) Il est aussi capable de jouer sur un registre plus néolibéral, comme il l’a démontré au dernier Pot du Nouvel An du DP : « Zesumme wëlle mir eng Politik maachen, wou ee sech net muss schummen, wann een e Succès huet. [...] Ech hu gesot, ech sinn net de Premierminister vun engem Land, wou ech de Leit géif eng Couche gi fir drop ze pennen. Ech si gären de Premierminister vun engem Land, wou een en Trampolin kritt fir drop ze sprangen a méi héich ze kommen ». Or, à part une petite pique contre les « Schablounen » de réduction du temps de travail concoctées « dans une centrale syndicale », de tels accents macroniens étaient absents des discours ce samedi. Le DP a quelque 2,2 millions d’euros sur ses comptes. Sa trésorière annonce que ses avoirs seront « geplëmmt » dans les prochaines semaines. (Les communales lui auront coûté environ 600 000 euros.) Xavier Bettel s’est mis en mode campagne « no bei dir ». En une semaine chrono, le Premier a remis les diplômes aux Primaner du Lycée Aline Mayrisch, du Lycée classique d’Echternach, du LGL et du Lycée Robert
« Ech ginn rosen, wann ech sou eppes héieren ! » Xavier Bettel
Schuman ; plus une visite au Parc merveilleux, à la Fondation Pescatore et chez Panelux. Il a pris sous son aile Yuriko Backes, tentant de l’initier aux codes politiques. Son discours au congrès est émaillé de shout-outs à la ministre des Finances (« je vois Yuriko qui hoche la tête ! »). Par moments, il lui fait lever les mains pour la féliciter. Mais dans sa brève intervention, la co-tête de liste dans la circo Centre sonne toujours très peu comme une politicienne et beaucoup comme une technocrate. Pourtant, elle essaie.
Yuriko Backes revendique ainsi le clientélisme gouvernemental au profit des « breet Mëttelschichten » et de leur « Portmonni ». Dans un long discours, le président du DP, Lex Delles, présente les goodies du programme électoral. Afin de « décharger » les classes moyennes, les barèmes d’imposition devraient être « régulièrement » adaptés à l’inflation. (Le DP préfère ne pas donner de timing plus précis). Il réchauffe quelques promesses non tenues de l’accord de coalition, comme le « droit au temps partiel » pour les parents dont les enfants vont à l’école fondamentale. Pour faire bonne mesure, on y ajoute un allongement du congé parental de trois mois, « en dialogue avec les partenaires sociaux ». (L’accord de coalition liait une telle prolongation à la condition que les deux parents aient pris le congé parental.) L’index ne sera définitivement pas un sujet électoral. Le DP jure de ne pas y toucher, Delles le caractérisant comme « eng vun de gréissten sozialen Errungenschaften hei am Land ». Le DP annonce une énième « offensive » contre la crise du logement. Un « Biergerfong » devrait permettre « aux entreprises et aux particuliers » d’investir dans des projets immobiliers publics, avec un rendement « garanti » et des avantages fiscaux à la clef. Le parti vend toujours le rêve d’une nation de propriétaires. « Den Zougank zum Eegenheem ass fir d’DP eng Prioritéit », proclame Delles ce samedi. La veille, Xavier Bettel faisait pourtant son « mea culpa » face à
Xavier Bettel met en garde les électeurs libéraux tentés de voter pour leur partenaire de coalition favori plutôt que pour le DP. « Si vous voulez le DP, si vous voulez renforcer Bettel, il n’y a pas d’autre choix que de noircir la liste 2 », leur dit-il. Une coalition avec #Luc ne semble pas être son option préférentielle. Au cours des dernières semaines, il a pris soin de souligner « la relation de confiance » construite au sein de la coalition sur les dix dernières années. Quasiment au mot près, il a distillé ce message sur Radio 100,7, dans Reporter, Télécran et sur wort.lu. Que le Spëtzekandidat du CSV ait choisi de s’entourer de la vieille garde – mettant en avant les éternels ministrables Gilles Roth et Léon Gloden – n’arrange pas les choses. Mais en amont du 8 octobre, toutes les portes restent évidemment ouvertes. Invitée ce lundi à la matinale de Radio 100,7, Carole Hartmann avance prudemment. Il faudrait d’abord « étudier les programmes ». En début d’interview, un reportage sur le congrès est diffusé. On y entend un membre du DP accuser le CSV d’« Anbiederung » et d’« Effekthascherei ». Dans le studio, on voit la secrétaire générale tirer une grimace, comme si elle venait de mordre dans un citron. Une deuxième reconduction de la coalition dépendra probablement du score des libéraux, tout comme la première avait été tributaire de celui des Verts. Le DP se définit d’abord comme une machine électorale. Les principes politiques, à commencer par celui de la parité, cèdent devant l’opportunisme politicien. Parmi les huit Spëtzekandidaten, se trouvent seulement deux femmes ; les listes Est et Nord en cumulent quatre (sur seize candidats). À part l’une ou l’autre vedette du sport (la tenniswoman Mandy Minella, le nageur Raphaël Stacchiotti) ou de la virologie (Gérard Schockmel), les listes sont bourrées de bourgmestres, d’échevins et de conseillers communaux. Assistera-t-on à une réédition de la vague bleue de 1999 ? Porté par la sainte colère de la CGFP, le DP avait alors obtenu quinze sièges. (Soit deux de plus au Centre et un de plus au Sud qu’actuellement.) En 2023, un siège supplémentaire semble probable dans la circo Centre et pas impossible dans la circo Est. (La pente sera rude, car pour décrocher un troisième mandat dans les deux petites circonscriptions, le parti devra avancer d’une dizaine de points de pourcent.) Restent les Reschtsëtz, favorisant les partis les plus forts. En 2018, les chrétiens-sociaux en avaient engrangé pas moins de quatre, ce qui les avait sauvés de l’humiliation totale. En 2023, ce mécanisme pourrait profiter au DP. Mais, comme le disait Colette Flesch il y a quarante ans sur Hei Elei : « Den Avenir läit an der Zukunft ».
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Land
R E P O R TAG E
14.07.2023
Hadrien Friob
Ganz vorne im Golden Circle auf der Luxepo
Verletzlichkeit, Stadionhymnen und Penis-Witze Sarah Pepin
Robbie Williams surft weiter auf den Wellen seiner Jugend. Ein Konzertbesuch wird zum Lehrstück in Nostalgie
17.30 Uhr. Hitze, Luxexpo. Vor dem Stand von Eldoradio wurde ein Tisch mit roten Bechern aufgestellt. Vorbeigehende werden angelockt, um sich am Bier-Pong zu beteiligen. Die Zeitreise in die 90er-Jahre beginnt. Die Sonne drückt auf die Köpfe, das Publikum auf die orangefarbene Sauce Andalouse, die auf ihre gelben Pommes läuft. Es riecht nach Fa-Deo und Bofferding. Ein paar Zehen wippen zur Musik von Jamiroquai, die im Hintergrund läuft. 17.42 Uhr. Eine Besucherin ist mit ihrem Freund 170 Kilometer aus Namur hergefahren. Sie erwartet sich „Spektakuläres“. Ihr Gefährte hat Robbie Williams schon vor zwei Monaten in Paris gesehen. Der Golden Circle, wo die Nähe zur Bühne 188 statt 144 reguläre Euro kostet, füllt sich stetig. Selfies werden gemacht, gepostet, vergessen. Tania und Peggy sind Freundinnen und gut drauf. Tania wohnt hinter Weiswampach. Sie trägt ein rosa Jack-Daniels-Shirt und Undercuts. Peggys Tochter hat ihr die Konzertkarte zum Muttertag geschenkt. Als ihr Kind klein war, lief Robbie Williams zuhause rauf und runter. „Bei Johnny Depps Hollywood Vampires standen wir ganz vorne“, sagt Peggy. Tania ist kein großer Fan von Robbie, will aber „das eine oder andere Lied mitträllern“. 18.11 Uhr. Eine Frau tanzt und sticht mit ihren Fingern in die Luft. „Mir sin esou fad als Lëtzebuerger!“ ruft sie in die Runde. „Mee no e puer Pätt wäert dat scho goen.“ Das Publikum trägt T-Shirts, auf denen oft das Wort Love zu lesen ist. Manchmal steht dort auch Never give up oder Enjoy every moment. Die Zeit scheint zu zerfließen.
Robbie Williams, der 1990 durch Take That Weltbekanntheit erlangte und die Boyband 1995 verließ – 2010 gesellte er sich noch einmal kurz hinzu –, hat 18 Brit Awards gewonnen, 2008 1,6 Millionen Tickets an einem Tag und insgesamt mehr als 77 Millionen Alben in seiner Karriere verkauft. Eine Karriere, die mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte andauert. Jetzt ist er fast 50, verheiratet und Vater von vier Kindern. Auf Instagram teilt er Ipad-Skizzen, witzelt über sein Alter und seine Dyslexie und präsentiert Werbebeiträge mit Felix, der Katzenfuttermarke, Golfmarken und Weightwatchers. In Großbritannien hat er mehr Nummer-Eins Alben hingelegt als Elvis Presley. 18.30 Uhr. Die luxemburgische Band Dreamcatcher wendet sich der etwas undankbaren Aufgabe zu, dem Publikum mit ihrem folkinspirierten Rock eine Aufwärmübung darzubieten. Die Menschen lassen sich zu einem „Na-na-na-na“ hinreißen. Als der Frontmann John Rech dann die U2-Hymne With or without you anstimmt, singen viele mit. Robbie Williams mag Bono.
die Popikone mit Williams vergleichen? „De Robbie ass schon e Mann vu Welt, dofir sin ech hei“, sagt er. Auf der Bühne leuchten die Initialen RW dunkelblau auf, eine römische XXV erscheint.
Wie soll jemand, der in so jungem Alter einen solchen Erfolg hatte, im MainstreamPopbusiness altern?
18.32 Uhr. RTL schaltet gefühlt alle fünf Minuten nach Kirchberg, um zu berichten und die Provinzialität des Großherzogtums zu unterstreichen. Eine Besucherin aus Trier trägt ein Robbie-Shirt, bezeichnet sich als Fan, aber kein „Riesenfan“. Das schöne Wetter und die Party, alles würde einen großartigen Abend versprechen. 18.46 Uhr. Weiße Sneakers, die aussehen, als wären sie vor zwei Tagen gekauft worden, sind das designierte Schuhwerk des Publikums. Etwa 10 000 sind es, am ausverkauften Dienstag werden es 15 000 sein. Melika und Dalira wohnen im französischen Department Maas und kommen öfter für Großevents nach Luxemburg, vor allem in die Rockhal. „Musik ist dafür da, die Gemüter zu beruhigen“, sagt Melika, auch im Hinblick auf die sozialen Unruhen in Frankreich. „Ca fait peur qu’ils foutent la merde.“ 20.13 Uhr. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Wolkenschwaden. Es wird kühler. Gaz Coombes‘ Set hat das Publikum eher kalt gelassen. Es fiebert Robbie entgegen, ein Aperol Spritz in der Hand. 20.56 Uhr. „Elo gëtt et awer bal Zäit, dass se ufänken, ech muss heem“, sagt eine Frau. Ihr Mann trägt ein Bowie-Shirt. Kann man
So heißt das aktuelle Album, das Hits wie Angels, Let me entertain you und She’s the one neu aufgenommen in sich vereint. Robbie sitzt in nackter Rodin-Denkerpose auf dem Cover. Vergangenes Jahr erklärte Williams der britischen Zeitung Guardian: „But do I unashamedly want to still be one of the biggest artists in the world? Yeah, I do.“ Aus diesem Grund arbeite er an neuen Projekten wie TV-Serien und an experimenteller Musik à la Lou Reed. Und schon vor zehn Jahren sagte er der gleichen Zeitung: „I still do phenomenally well. If I [were] a football team, I’d still qualify for Europe and I’d be in the last 16, at least.“ Im Interview mit RTL Today gab er an, er sei „ready for a second wind“. Dass er für seine Familie Geld nach Hause bringen will, gebe seinem Schaffen mehr Sinn. Wie soll jemand, der in so jungem Alter einen solchen Erfolg hatte, im Mainstream-Popbusiness altern? Alanis Morissette, die ähnlich früh „die Charts stürmte“, schlägt aus ihrem legendären Album Jagged Little Pill auch heute noch Musicals und Jubiläum-Tourneen raus. Beide sitzen in der Jury von Talentshows wie The Voice oder X-Factor. Relevant bleiben lautet die Devise. 21.00 Uhr. Ein blaues Schlaglicht, ein spitzbübischer One-two Mic-Check, dann kniet er da plötzlich, im goldenen Glitzeranzug in Elvis-Pose. Hunderte von Handys werden gezückt. Hey wow wow yeah yeah yeah clap your hands, rufen die BackgroundSängerinnen. „My name is Robbie fucking Williams. This is my band, and this is my ass!“ Die mittlerweile grauen Haare sind mit Gel zur Irokese gegelt, im Hintergrund laufen Zusammenschnitte aus jungen Jahren. Er will gefeiert werden, und zeigt sich leicht irritiert von den schüchternen Luxemburger/innen. Nach Let me entertain you erklärt er, das Wichtigste an Unterhaltung sei, sein Publikum zu lieben. Dann läutet er eine kurze Pause ein, er habe Long Covid. „I’m fucked, it’s not my age.“ Die gleiche Aussage gab er zum gleichen Zeitpunkt während anderen Konzerten auf dieser Tour zum Besten. 21.27 Uhr. Jegliches Gefühl für Zeit löst sich langsam auf. Nach Karaoke-Lyrics zum Mitsingen, nach Come undone und einem Penis-Witz ist es Zeit für die erste Reise in die Neunziger. Take That-Videos werden projiziert und laufend von Robbie kommentiert, seine scheinbar immer noch nicht ganz verarbeitete Beziehung zu seinen ehemaligen Bandkollegen beschrieben. Irgendwann liegt dann Williams’ Hinterteil verpixelt auf der Leinwand. „My bum-bum doesn’t look like that anymore“. Auch
ein Mann mit einem geschätzten Wert von 300 Millionen Dollar kann die Zeit nicht aufhalten.
Auf Körperlichkeit können sich alle einigen. Doch die Mischung aus Verletzlichkeit und Hinterteil- sowie Penis-Witzen, aus Balladen und Rauflust ist ein britisches Phänomen der 90-er, in rockigerer Form auch bei Oasis auffindbar. Da lässt Williams es sich nicht nehmen, eine weitere Hymne anklingen zu lassen, nämlich Wonderwall. Klappt, alle grölen mit. Keine Inflation, kein Krieg, kein Ende der Geschichte, keine Klimakatastrophe, jedenfalls für diesen einen Moment auf diesem (ziemlich hässlichen) Parkplatz nicht. 21.40 Uhr (?). Eine Frau tanzt so ausgelassen, dass ihr die Brille vom Kopf fällt. Robbie fängt an, über seine Depressionen zu erzählen, und dass seine Frau Ayda Field ihn gerettet hat. So glücklich wie jetzt sei er noch nie gewesen. Dann stimmt er Love my life an: I love my life / I am powerful / I am beautiful / I am free / (…) I am wonderful / I am magical / I am me. Juhu! An Energie fehlt es auf der Bühne trotzdem. 22.32 Uhr. Bei Feel singen auch die in der letzten Reihe mit. Klar, alle wollen richtige Liebe erleben und fühlen. Kids, im Original im Duett mit Kylie Minogue, vervollständigt das Set. Fast. Denn Robbie taucht noch einmal auf, diesmal im Samt-Priestermantel, und singt mit wenig Enthusiasmus No Regrets und She’s the one. Bei letzterem öffnen sich Rosenblüten auf der Leinwand, und eine auserwählte Französin wird in der ersten Reihe besungen. Dass die Tour für ihn eine Therapie ist, beweist er, als er zum Schluss auf die „negativen Stimmen“ in seinem Kopf eingeht. „Ich bin mit einer offenen Wunde auf die Welt gekommen“, erzählt Robbie. In den hinteren Reihen glänzen die Augen einiger. Alle hören gebannt zu. Er habe die Stimmen mit Drogen und Alkohol bekämpft. Aber damit sei schon lange Schluss. Das habe er seiner Frau, seiner Familie und auch der Unterstützung seiner Fans zu verdanken.
Tja.. sogar James Bond hat sich im Film Spectre (2021) zum verletzlichen Familienvater entwickelt. Die Offenheit über die eigene psychische Gesundheit kann man begrüßen, doch das auswendig gelernte Konfessionsmoment lässt kalt. Die Authentizität kann fast nur fehlschlagen, wenn sie in der Form bei jedem Konzert exakt gleich wiederholt wird.
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22.45 Uhr. Anstatt Feuerzeuge leuchten Hunderte von Smartphone-Taschenlampen auf, als Robbie Angels anstimmt. Exit.
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Land 14.07.2023
E U RO PA
« Du pain béni pour tous les fascistes » Interview : Noé Caouch
Noé Cahouch, journaliste stagiaire au Land, a grandi à deux pas de la cité Pablo Picasso d’où était originaire Nahel, l'adolescent tué le 27 juin par un policier lors d’un contrôle, événement déclencheur d’une vague d’émeutes en France. Noé a quitté le coin à l’âge de onze ans, mais il y a gardé son meilleur ami, Rayan (vingt ans, étudiant, qui ne souhaite pas divulguer son nom de famille). Noé s’est rendu le week-end suivant chez son ami, dans ce même quartier devenu l’épicentre d’une colère aux racines profondes.
d’Land : Où étais-tu quand l’information de la mort de Nahel est tombée ?
Rayan : J’étais chez moi dans une des tours nuage (ensemble architectural bâti à Nanterre dans les années 1970 sur les plans d’Émile Aillaud, ndlr). Il était 18 heures quand les premières interactions entre policiers et manifestants ont démarré. Ça a commencé par des coups de mortiers, mais c’était assez calme au début. Dans la nuit, ça a commencé à être vraiment violent, vers 22 heures environ, j’entendais tellement de bruit, les sirènes de polices, les tirs de mortiers, les hurlements…
Quelle a été ta réaction ? Sur le coup, j’étais en état de choc. J’arrivais ni à réaliser qu’un gosse de 17 ans ait été tué comme ça par balle, ni à réaliser l’ampleur de la mobilisation dans les rues. Même si j’ai vingt ans, mes parents m’ont fait fermer les fenêtres et la porte et m’ont dit « ne sors pas, c’est dangereux ». Que ce soit dans la journée ou dans la soirée, ma mère ne voulait pas que je sois dehors et je la comprends, c’est normal qu’elle s’inquiète pour moi.
De là où tu étais, tu percevais quoi ?
Comment se sont passés les jours suivants ? Ça a continué, mais je ne suis pas trop sorti. Je pense même que c’était de pire en pire. Que ce soit au niveau du nombre de voitures brûlées, de mortiers, des gaz lacrymogènes, ou juste de l’effectif qui avait doublé voire triplé des deux cotés. Il y avait beaucoup de gars qui n’étaient pas du quartier. Carrément, j’étais en appel avec toi toute la soirée et tu m’as entendu tousser à cause des gaz qui remontaient jusqu’à ma fenêtre. Jeudi, c’était quand même la pire soirée de la semaine, l’anarchie totale. Il y avait même des filles dans ces émeutes. En parlant de fille, sur Twitter, j’ai vu des flics arracher le voile de l’une d’elles, à deux rues de chez moi, comme ça sans justification. Il y a plein de vidéos qui tournaient. Les gens se révoltaient à propos de certaines images, tandis que d’autres amusaient, comme celle du père qui a vu son fils, très jeune d’ailleurs, dans ces émeutes, l’a tiré par le bras et l’a balancé dans sa voiture pour le ramener à la maison. Il a dû bien se faire engueuler (rires, ndlr). Beaucoup de mamans allaient chercher leurs enfants.
La marche blanche, t’y as été ? C’était comment ? Et quel a été son effet ? La marche blanche était vendredi. Je m’y suis rendu, surtout par curiosité. De base, à quatorze heures, tout était calme. On ressentait la tristesse de tout le monde. Puis, plus tard, d’un coup, ça a dérapé comme d’habitude. Entre temps, je suis rentré, mais ils ont sorti la Brav-M, le Raid, des hélicoptères et des drones. C’est un truc de fou quand même. Les émeutiers avaient à faire à des forces de l’ordres trois fois plus violentes que les autres jours, donc ils ont vite reculé. D’ailleurs pour moi, le rapport de force entre police et émeutiers était totalement démesuré. Les policiers étaient agressifs au possible. Les jeunes cassaient beaucoup de choses, des supérettes, des boulangeries, du mobilier urbain… C’est dommage parce que ça nuit directement au quartier et ça décrédibilise la cause. Puis même, c’est du pain béni pour tous les fascistes de droite et d’extrême droite, j’en ai vu sur Twitter lâcher des « voilà, c’est ça l’immigration et les arabes » et des milliers d’autres commentaires du genre. Souvent, ça allait jusqu’à l’appel au meurtre des gens comme nous, les noirs et les arabes. Pour revenir sur les dégradations, les boutiques Nike, les boutiques de luxe ou les grosses multinationales, là, je m’en fous royalement qu’elles se fassent piller. Toute l’année et depuis des décennies, les jeunes des quartiers, dont moi, on se fait chier dessus. Tous les problèmes de la France on dirait que c’est notre faute, on vit le racisme en permanence et ça ne dérange jamais personne. Donc, pour moi, toute cette frustration a besoin de sortir et elle le fait par ces actions. Puisque quand on tente le dialogue, ça revient à parler à un mur. Le but, c’est de faire comprendre qu’on en a marre et de faire entendre nos voix et nos problèmes ; et ça, je ne suis pas le seul à le dire. Après le jour de la marche, samedi, il y avait encore beaucoup trop de policiers. Mais on ressentait que tout le monde était fatigué, les policiers, les émeutiers et les habitants. La nuit était beaucoup
« Toute l’année et depuis des décennies, les jeunes des quartiers, dont moi, on se fait chier dessus »
plus calme, il y avait beaucoup moins de bruits, quelques coups de mortiers de 22 heures à deux heures du matin et puis c’est tout. Je suis sorti la journée, j’ai senti l’odeur de cramé et vu les rues carbonisées. Mais franchement, c’était super calme, du moins chez moi, parce que j’ai vu que la situation s’était étendue dans tous le pays, surtout à Marseille.
Comment se caractérise ce racisme en France ? Peux tu raconter ton expérience personnelle ? Je ne sais pas, y a tellement d’exemples, comme le profilage racial de la police, des vigiles et des contrôleurs. Les noirs et les arabes, on se
AFP
Quand on vit dans l’épicentre de cette histoire, aux Pablo, on ressent l’ambiance électrique et angoissante. Beaucoup de violence, d’explosions, de policiers, de nuages de lacrymo, de camions de pompiers, le quartier était vachement anxiogène. De ma fenêtre, je voyais tellement de trucs brûlés, des chantiers, des voitures, des arbres… je voyais aussi les gyrophares des pompiers et de la police, les troupes d’un camp et de l’autre (policiers et manifestants/émeutiers) avancer et reculer. Le tout avec des insultes dans tous les sens. Les policiers aussi insultaient. Je les entendais crier « Enculés ».
Voitures brûlées devant les tours de la cité Pablo Picasso à Nanterre le 30 juin
fait contrôler presque en permanence, comme si on avait toujours volé quelque chose ou tous une arme ou de la drogue sur nous. On ne peut pas se balader sereinement, surtout quand on sait comment la police peut être bêtement agressive et provocatrice. Rien que la semaine dernière, j’étais avec un ami au Auchan de La Défense, un vigile, m’a attrapé à la sortie, accusé de vol et fait vider mon sac. J’ai dû aller chercher la caissière pour qu’elle lui dise que j’avais bien payé ces putains de nouilles, et ça devant tout le monde. Il y aussi des gens lambdas qui ont peur de nous juste en nous voyant. L’autre jour, je me suis assis à côté d’une vieille dame blanche dans le métro, elle a serré son sac comme si j’allais le lui voler. Ou bien quand je postule à des jobs pour lesquels je suis qualifié et qu’on me refuse sans explications alors que mon pote blanc sans expérience, lui, est pris. Pour se loger aussi, on galère. Même quand on fait preuve de toute la bonne foi du monde, on se fait chier dessus. Je le dis, la France, c’est mon pays, j’en suis fier et tout, mais les gens me font ressentir tous les jours que je n’y ai pas ma place.
Un point a retenu ton attention pendants ces émeutes ? Oui, je pense que les réseaux ont eu une place énorme lors de ces événements. La France, sur Internet, était coupée en deux camps. Ceux qui défendaient la marche et la cause de Nahel, et ceux totalement contre, qui sont pour beaucoup super-racistes au vu des commentaires qu’ils laissaient comme « Un arabe de moins », « Vermine arabe », « Bougnoule »… Mais de l’autre côté, sans les
réseaux, on aurait été dix fois moins informés. La police aurait pu commettre des tonnes de bavures et les couvrir, vu que ce sont eux qui rédigent les rapports dans lesquels ils ont tendance à mentir, comme l’a fait le tueur de Nahel. D’ailleurs, celui-ci hurlait « Je vais te tirer une balle dans la tête » et son collègue « shoot le » (des dires que l’IGPN n’a toujours pas confirmé, ndlr), et ça non plus ça n’est pas apparu dans leur premier rapport. Filmer, c’est notre seule défense contre la police. Chaque policier devrait être équipé d’une caméra embarquée qui filmerait toute la journée. En France, on recense, je ne sais pas combien de cas de violences policières et c’est seulement quand elles sont filmées qu’on les considère réellement, et on sait que ce n’est qu’une toute petite partie des bavures qui est filmée.
Est ce que la mort de Nahel a changé ou va changer quelque chose ? Quelles sont les perspectives ? J’espère vraiment que les choses vont changer, pour lui et pour toutes les minorités de ce pays, parce que je pense aussi aux personnes LGBT qui sont aussi victimes de pas mal de discriminations par les mêmes personnes qui nous embêtent, nous les noirs et les arabes. Avec les fascistes du pays, qui sont de plus en plus nombreux chaque année, on a un vrai problème. Après, pour être honnête, je suis persuadé que ça ne changera pas, c’est trop facile pour les imbéciles de remettre la faute sur les minorités, et ces gens-là sont le poison qui va mener la France à sombrer dans l’extrême droite.
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Paper tiger La semaine dernière, le ministre de l’Aménagement du territoire, Claude Turmes (photo : sb), a présenté le PDAT (lire : Programme directeur d’aménagement du territoire). Le document livre des pistes innovantes sur comment planifier la croissance et réduire l’artificialisation des sols. Or, le communiqué de presse puise dans le champ lexical de l’impuissance politique : « accompagner », « ambitionner », « orienter », « viser », « guider », « encourager », « souhaiter ». Ce n’est pas un hasard, car le document, arrêté fin juin par le conseil de gouvernement, n’a pas
de valeur contraignante. Le PDAT a toutefois rendu nerveux le Syvicol. L’État devrait permettre aux communes rurales de saisir « les opportunités territoriales à venir » et « ne pas entraver de manière déraisonnable [leur] développement ». C’est que, dans son « annexe II », le PDAT définit, commune par commune, le nombre d’hectares de sols qui pourront encore être artificialisés d’ici 2035. Même si ces seuils maximaux restent éminemment théoriques, ils ont causé un choc auprès des bourgmestres. Ce sont les futures lignes de conflit qui se dessinent ainsi. bt
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Rayon X « La seule valeur du foncier constructible [40,4 milliards d’euros] équivaudrait à plus ou moins la moitié du PIB. […] Il semblerait que la valeur théorique du foncier constructible ait augmenté de près de quinze milliards d’euros entre 2016 et 2021 ». Extraites de la note 32 de l’Observatoire de l’habitat, ces estimations donnent un aperçu le poids démesuré pris par l’immobilier au Grand-Duché. Les chercheurs de l’Observatoire affinent leurs analyses du foncier : sa valeur, sa concentration, son poids systémique. Dès la page 6 de la note, on apprend que les prix des terrains ont augmenté de 16,9 pour cent entre 2019 et 2020. Les promoteurs qui ont acheté à ce moment-là risquent gros aujourd’hui, alors que le marché immobilier est entré en crise et que les prix commencent leur dégringolade. En 2020-2021, la flambée des prix a commencé à ralentir (+10,4 pour cent), mais sur une période de dix ans, la valeur des terrains à bâtir a connu une augmentation cumulée de 136,5 pour cent. Entre les régions, les prix connaissent des écarts très importants : l’are coûte ainsi quatre fois plus dans le canton de Luxembourg que dans celui de Wiltz. L’incidence foncière atteint 43,8 pour cent
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dans la capitale, c’est-à-dire que près de la moitié du prix final des logements s’explique par le seul prix du terrain. Le Luxembourg compte 5 707 hectares de terrains constructibles (4 294 situés en zone résidentielle), dont 55 pour cent appartiennent à des personnes physiques et 19 à des sociétés privées ; une distribution qui n’a que marginalement varié par rapport aux données d’il y a deux ans. Or, les entités publiques et parapubliques ont lentement mais sûrement étoffé leurs réserves sur la dernière décennie. Cela se traduit dans les statistiques officielles. Entre 2013 et 2022, la part publique est passée de 7,8 à 14,5 pour cent, note l’Observatoire. Parmi les communes, le top 3 est constituée par la Ville de Luxembourg (83,1 hectares), Niederanven (16,7) et Wiltz (14,5). Or, le gros reste entre les mains de personnes privées. Ils sont 13 297 à détenir « plus de dix mètres carrés » de terrains à bâtir. 5 337 de ces propriétaires sont des millionnaires potentiels. La valeur de leurs terrains est estimée à plus d’un million d’euros. Pour 945, elle dépasse les cinq millions. Parmi les personnes morales qui détiennent du foncier, « les acteurs locaux de l’immobilier » restent hégémoniques. Ils concentrent 68 pour cent du foncier résidentiel (soit 562,1 hectares), alors que les « acteurs internationaux » (surtout belges) n’en réunissent que dix pour
cent (81,9 hectares). « Parmi les vingt premiers groupes détenant du foncier résidentiel, quatorze sont des acteurs locaux de l’immobilier, trois des acteurs internationaux de l’immobilier, deux sont de la catégorie ‘autre industriel’ et un est investisseur », résume l’Observatoire. Et de préciser que les cinq principaux promoteurs locaux détiendraient en moyenne « près de 500 millions d’euros » de réserves foncières résidentielles. L’Observatoire a actualisé son hitparade des principaux détenteurs de foncier. En février 2022, le ministère avait publié une première fois une telle liste se référant à « plusieurs demandes émanant des médias luxembourgeois ». Quoique remontant à la fin du XVIIe siècle, le principe de la publicité foncière était alors mal passée auprès des promoteurs qui se sentaient stigmatisés. La version 2023 reste quasi-inchangée, à part que tout le monde monte d’un cran. Arend & Fischbach mène ainsi toujours le classement. Avec le Groupe Giorgetti, c’est la seule société privée à se placer dans la catégorie des « plus de 75 hectares ». (En 2022, cette Ligue des champions était encore dénommée « plus de cinquante hectares). Parmi les promoteurs, Tracol Immobilier occupe la troisième place, suivi par Promobe (Flavio Becca), Stugalux et Thomas et Piron (tous dans la catégorie « entre 25 et 50 hectares). Parmi les rares nouveaux entrants, Lionstone Capital Management. Le groupe luxo-néerlandais dirigé par des
jeunes loups de la place financière déclare sur son site Internet développer actuellement douze projets résidentiels. Alors que la crise immobilière s’accentue, la solidité du secteur sera mise à rude épreuve. Au premier trimestre 2023, le nombre de Vefa (ventes en l’état futur d’achèvement) est tombé de 72,5 pour cent. Les prix (annoncés) commencent également à tomber. Les portails Immotop et Athome renseignent sur une baisse de sept pour cent pour les nouveaux appartements. La hausse des taux d’intérêts a engendré une perte brutale du pouvoir d’achat. Bref, les prix actuels sont devenus simplement impayables. Something’s got to give… La question sera jusqu’où les prix tomberont. Et à partir de quel moment une « correction » se transformera en crash. bt
Ça gaze pour les banques A paru vendredi dernier le traditionnel supplément des banques du Wort, une vingtaine de pages denses en informations éclairant sur l’état de la place bancaire luxembourgeoise.
Via des données agrégées dans les tableaux, où l’on voit que l’établissement le plus rentable en 2022 est BGL BNP Paribas, avec 433 millions d’euros de profits, après un bénéfice de 373 millions en 2021 pour la banque capitalisée à 34 pour cent par l’État. Le deuxième plus gros profit est généré par la chambre de compensation Clearstream avec 432 millions d’euros (contre 237 l’année précédente). Suivent dans le Top 5 : Société générale Luxembourg (344 millions en 2022, 262 en 2021), BCEE (235, 237) et Deutsche Bank (186, 148). Apparaît non loin, à la seizième position de ce classement comptant 72 établissements, Bank GPB International. Avec 61 millions d’euros de bénéfices en cette année d’agression russe en Ukraine, la filiale européenne du fournisseur de gaz Gazprom (établissement opportunément non sanctionné par le Conseil de l’UE) triple son bénéfice par rapport à l’année précédente… et abonde ainsi les caisses de l’État luxembourgeois. C’est de Francfort qu’arrive la manne sur les banques. La hausse des taux d’intérêt menée par la Banque centrale européenne, historique par sa rapidité (de -0,5 pour cent en juillet 2022 à quatre pour cent en juin 2023), accroît encore la rentabilité des banques. De quarante pour cent déjà en 2022 estiment les auditeurs des banques interrogés, Marco Weber et Benedikt Barz (KPMG). Le régulateur tempère. « Une banque sur cinq ne gagne pas d’argent », explique Claude
Marx, directeur général de la CSSF. Le tableau le confirme. De nombreuses petites banques peuplent le fond de tableau de la rentabilité : banque Havilland, Riverbank, Fortuna Banque (en liquidation), Bankinter, Mirabaud & Cie, Banque BCP. Trois banques chinoises opèrent aussi en territoire négatif: China Construction Bank, Bank of Communications et China Merchants Bank. Deux autres, Agricultural Bank of China et China Everbright Bank, ont une rentabilité toute limitée. Les banques font aussi face à des défis, comme le réchauffement climatique. (Il n’est plus là tellement question de financer la lutte contre, mais surtout de ne pas voir ses actifs sombrer dans la dégradation environnementale.) Le président du lobby bancaire prévient de toute promesse politique qui serait potentiellement nuisible au secteur financier, pilier de l’économie nationale. « Die Milchkuh darf man melken, aber nicht schlachten », dit Guy Hoffmann, président de l’ABBL. Interrogée, la ministre des Finances, Yuriko Backes (DP), promet de diriger la politique financière « sur le long terme » pour relever les défis futurs… sans toutefois préciser comment (photo : minfi chez BGL vendredi). pso
Lourdes peines pour les complices d’Abramczyk L’épouse, l’amante et le fidèle copain du feu « Madoff du diamant » luxembourgeois,
Emmanuel Abramczyk, ont été lourdement condamnés par le tribunal correctionnel ce jeudi. Le principal accusé de cette arnaque au fonds prétendument investi dans le diamant est décédé en janvier et l’action pénale le visant est aussi éteinte. Mais ces proches, qui ont dilapidé avec lui, les 26 à 28 millions récoltés auprès de 200 épargnants, doivent répondre de leurs actes devant la justice (d’Land, 12.05.2023). L’ex-femme Barbara B. écope de trois ans de prison dont 18 mois fermes, ainsi que 100 000 euros d’amende. La maîtresse, Éléna C, et le partenaire de bringue Manuel de Carvalho sont condamnés à deux ans de prison (dont la moitié assortie de sursis) et 60 000 euros d’amende. Les 120 investisseurs qui s’étaient constitués parties civiles ont été déboutés faute de lien direct avec l’affaire jugée. Mais les sociétés lésées obtiennent droit à dédommagement de la part des prévenus : Barbara B doit payer 1,5 million d’euros, Éléna C un demi-million et Manuel Carvalho 200 000. Les parties ont quarante jours pour relever appel. pso
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L’agriculture européenne sous tension Georges Canto
Entre réchauffement climatique et réforme du financement de l’Union européenne, les agriculteurs pris dans l’étau Par les temps qui courent il ne fait pas bon être agriculteur en Europe. Soumise à des calamités naturelles de plus en plus fréquentes et dévastatrices en raison du dérèglement climatique, la profession est aussi mise en cause, parfois de façon violente, pour ses modes de production accusés de porter atteinte à l’environnement. À cela s’ajoute, comme dans d’autres activités, une réglementation de plus en plus pesante. Pour couronner le tout, depuis 2022, la guerre en Ukraine a désorganisé les marchés agricoles et alimentaires et l’agriculture bio est en crise. Les effets combinés sont que, dans toute l’Europe, la production agricole accuse une baisse préoccupante. Depuis plusieurs années, l’Europe connaît une succession inédite de catastrophes naturelles. Pour l’agriculture la plus problématique est la sécheresse. Elle ne concerne pas seulement les pays du sud. 46 pour cent du territoire de l’UE a été touché en 2022. En 2023 elle s’est manifestée de manière précoce dans le courant de l’hiver. À la fin du mois d’avril, 21,6 pour cent du territoire européen était déjà en « situation d’alerte », et 3,2 pour cent en « situation d’alarme ». L’Espagne et le Portugal étaient les pays les plus concernés par le déficit pluviométrique mais les pays baltes et scandinaves connaissaient également un sol plus sec que d’habitude. L’alimentation des animaux dans les pâturages a été directement impactée. Les récoltes d’hiver n’ont pas pu être achevées et certaines cultures printanières et estivales étaient parfois irrémédiablement compromises. Les pluies sont intervenues trop tardivement, à partir de mars, pour redresser la situation.
Selon une étude récente de la BCE, les prix alimentaires mondiaux augmentent de six pour cent dans l’année qui suit un épisode El Nino, ce qui risque d’alimenter les anticipations d’inflation
Actions violentes Un peu partout en Europe, des écologistes radicaux se livrent à des « actions de désobéissance civile » contre des projets agricoles jugés néfastes pour l’environnement. Leur maître à penser est l’écrivain suédois Andreas Malm, qui a théorisé la nécessité d’actions violentes, comme des destructions et des sabotages, pour la défense de la cause environnementale. En France, plus grand pays agricole d’Europe, ils se sont réunis le 25 mars à Sainte-Soline, dans le centre-ouest, sur le chantier d’une « mégabassine » (vaste retenue d’eau) pour en stopper la construction. Le rassemblement (interdit) de quelque 20 000 personnes a été le théâtre de violents affrontements avec les forces de l’ordre : 200 manifestants auraient été blessés, dont quarante grièvement. En face, près de cinquante gendarmes ont été blessés. Une nouvelle manifestation est prévue en août. Le 11 juin à Pont-Saint-Martin, près de Nantes, des écologistes activistes ont arraché des plants de muguet pour les remplacer par des semences de graines de sarrasin, une opération visant à dénoncer l’utilisation intensive de l’eau et du sable. Du matériel d’irrigation et des plantations voisines ont été détruits, amenant le gouvernement à dissoudre le 21 juin le collectif écologiste à l’origine de l’action, Soulèvements de la Terre. Mais la mouvance reste active et diversifie ses cibles. Une semaine plus tôt en Bretagne ce sont des grandes surfaces vendant des herbicides qui ont été visées par un groupe d’une vingtaine de personnes, tandis que depuis un an des golfs ont été saccagés en France, en Suisse et en Allemagne. gc
Ces calamités naturelles, auxquelles il faudrait ajouter le gel, font partie des « risques du métier » mais, en raison de leur fréquence et leur ampleur, elles sont de plus en plus difficiles à assurer, amenant toujours plus d’agriculteurs à « jeter l’éponge », alimentant ainsi une tendance lourde à la baisse du nombre d’exploitations. Selon Eurostat, elles n’étaient plus que 9,1 millions en 2020, soit une baisse de 37 pour cent par rapport à 2005. La réglementation est aussi devenue une source majeure de préoccupation, au point de faire parler « d’agribashing ». Elle trouve sa source dans diverses études montrant l’impact environnemental délétère des activités agricoles. Ainsi, selon le Groupe d’experts intergouvernemental sur l’évolution du climat (GIEC), environ un tiers des émissions mondiales de gaz à effet de serre proviennent des systèmes alimentaires. La menace vient notamment du méthane, gaz inodore moins persistant mais aussi plus réchauffant que le dioxyde de carbone. Selon une étude américaine de 2017, ses émissions sont directement liées à la fermentation qui intervient lors du processus de digestion du bétail (en clair les « pets des vaches ») mais aussi aux modes de stockage et de traitement des déjections. Elles seraient plus importantes que prévues. En cause, les pays émergents d’Afrique, d’Amérique latine et d’Asie, dont l’alimentation contient de plus en plus de viande et de produits laitiers, et qui connaissent la plus forte progression d’animaux élevés et consommés. En revanche, les émissions de méthane auraient augmenté moins fortement aux ÉtatsUnis et au Canada, et même reculé en Europe occidentale, toutes zones très riches en production bovine. En mai 2020, la Commission européenne a présenté sa stratégie « De la ferme à la table », l’une des initiatives-clés du Pacte vert (Green Deal) pour l’Europe. En contribuant aux efforts déployés pour parvenir à la neutralité climatique d’ici 2050, la stratégie vise à faire évoluer le système alimentaire actuel de l’UE vers un modèle durable. Parmi les objectifs figurent notamment
Sven Becker
Les pays les plus touchés ont demandé la mobilisation des ressources financières de l’UE, en envisageant notamment l’utilisation de la « réserve agricole », une enveloppe de 450 millions d’euros destinée à soutenir les agriculteurs dans les périodes exceptionnelles. Mais son montant est insuffisant. En revanche, la Commission européenne a avalisé les aides, d’une tout autre ampleur, décidées dans certains pays (2,2 milliards d’euros en Espagne en mai 2023). Les précipitations excessives, qui se traduisent par des orages de grêle et par des inondations meurtrières ont aussi un impact sur l’agriculture. Là aussi, leurs dégâts sont considérables, dans un laps de temps réduit. Fin mai 2023, les fortes pluies qui se sont abattues sur le nord de l’Italie et l’Europe centrale, notamment certaines régions d’Autriche, de Bosnie, de Croatie et de Slovénie, ont fait sortir de nombreux cours d’eau de leur lit, provoquant la mort d’au moins treize personnes en Italie, et forçant des milliers d’habitants à fuir leur domicile. En juin et en juillet, c’était au tour de plusieurs régions de France (dont Paris) et du nord de l’Espagne d’être touchées. La fréquence des orages violents, des tornades et des inondations est appelée à augmenter, puisqu’il y a à peine deux ans en juillet 2021 c’étaient l’Allemagne, la Belgique et le Luxembourg qui étaient sous les eaux, déplorant plus de 200 morts et des milliards d’euros de dégâts.
La sécheresse est l’une des difficultés rencontrées par les agriculteurs, ici au Luxembourg
une baisse des pesticides de cinquante pour cent d’ici 2030, un recul de vingt pour cent de l’utilisation des engrais et une augmentation de la superficie du bio à 25 pour cent de la surface agricole utile (contre neuf pour cent en 2020). En août 2021, le Centre commun de recherche (CCR), un laboratoire scientifique et technique émanant de l’UE, a publié un rapport sur l’impact de ces mesures. L’étude a provoqué un certain émoi. Elle concluait en effet que si ces mesures permettraient bien de réduire les émissions agricoles de gaz à effet de serre de plus de 28 pour cent, cela se traduirait immanquablement, à l’horizon 2030, par un recul, en volume, de toutes les productions agricoles. Les plus affectées seraient les productions carnées avec un recul allant jusqu’à quinze pour cent pour la volaille, le porc et le bœuf. Le secteur laitier perdrait plus de dix pour cent de production, les céréales environ treize pour cent, les oléoprotéagineux (colza, soja, tournesol) douze pour cent et les fruits et légumes environ sept pour cent. Début 2022, une étude publiée par l’université néerlandaise de Wageningen sur le même thème évoquait une baisse de neuf pour cent de la production végétale. Cette baisse de production liée à une diminution des surfaces et des rendements provoquerait, malgré une hausse des prix, une perte de revenus par exploitation, à l’exception notable des secteurs porcins et des fruits et légumes. Les céréaliers perdraient plus de 5 000 euros de revenu (subventions comprises) par exploitation, de même que les éleveurs laitiers. Les effets semblent en revanche plus limités pour les oléoprotéagineux, la volaille, le bœuf et les ovins. « Le secteur agroalimentaire devra traverser une transition difficile » concluait l’étude du CCR. Parallèlement Eurostat a calculé qu’il ne resterait que quatre millions d’exploitations agricoles en Europe en 2040, soit une baisse de plus de moitié (56 pour cent) par rapport à 2020. À consommation identique ou en légère augmentation, les baisses de production devraient être compensées par une croissance des importations, notamment d’oléoprotéagineux, de fruits et légumes et de viande bovine et ovine. Les détracteurs de la stratégie européenne font observer que ces importations n’auront pas été produites avec des normes aussi strictes que dans l’UE et qu’il existe un risque de dépendance par rapport à des marchés internationaux, très volatils en raison de nombreux facteurs de perturbation. Quelques mois après la publication du rapport du CCR, la Russie agressait l’Ukraine, deux pays majeurs dans la production agricole mondiale. Les effets de l’agression ont été ressentis non seulement dans les prix des engrais, qui ont flambé, mais aussi dans l’afflux de produits agricoles ukrainiens dans l’UE, en particulier de blé, de légumineuses et d’œufs, ce qui a profondément affecté les pays limitrophes de l’Ukraine au point que quatre d’entre eux (la Pologne, la Hongrie, la Slovaquie et la Bulgarie) ont unilatéralement bloqué les importations de produits agricoles ukrainiens et obtenu de la Commis-
sion des mesures de sauvegarde exceptionnelles pour le blé, le maïs, le colza et les graines de tournesol. Une autre perturbation va intervenir dans les prochains mois. Début juillet l’Organisation météorologique mondiale a confirmé l’apparition d’un nouvel épisode du phénomène El Nino, ce réchauffement des eaux de surface du Pacifique qui bouleverse tous les cinq à sept ans le climat partout sur la planète. Le risque de sécheresse augmentera sensiblement en Australie et en Asie du Sud-Est, tandis que les inondations menaceront le sud des États-Unis et l’Amérique latine. Une baisse des productions de soja, de sucre ou encore de riz, denrée de base pour la moitié de l’humanité est attendue, avec à la clé une hausse des prix qui se fait déjà sentir. Selon une étude récente de la BCE, les prix alimentaires mondiaux augmentent de six pour cent dans l’année qui suit un épisode El Nino, ce qui risque d’alimenter les anticipations d’inflation.
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Nouvelle PAC Mise en place en 1962, la politique agricole commune (PAC) a connu de nombreuses vicissitudes. Au fil des années, si ses objectifs et son fonctionnement ont évolué, elle reste le principal poste de dépenses de l’Union européenne, avec 32 pour cent du budget. Entrée en vigueur le 1er janvier 2023, avec deux ans de retard en raison de rudes négociations entre le Parlement européen et le Conseil, la nouvelle PAC met en place les « éco-régimes », un système d’aides directes visant à promouvoir des pratiques plus respectueuses de l’environnement, et autorise les plans stratégiques nationaux, des feuilles de route rédigées par chaque pays pour une période de cinq ans. Des changements qui visent à donner une plus grande marge de manœuvre aux États membres. Pour la période 2023-2027, quelque 264 milliards d’euros permettront de soutenir les agriculteurs européens dont les trois quarts sont issus du Fonds européen agricole de garantie (FEAGA). Le Fonds européen agricole pour le développement rural (FEADER) et le Plan de relance européen de 2020 complètent le financement public européen. En comptant les financements nationaux complémentaires, le budget public total dédié aux agriculteurs et aux collectivités rurales s’élèvera à 307 milliards d’euros pour la période 2023-2027. gc
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M E I N U N G
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ZU GAST
DIE KLEINE ZEITZEUGIN
Rüstung tötet
Assange, war da was?
Uli Brockmeyer ist Mitglied des Zentralkomitees der KPL
Dort sterben, wie er sagte, jede Woche Flüchtlingskinder an Unterernährung, weil nicht genügend Geld für ihre Rettung da ist. Das WFP will schnellstens Warenlager einrichten. Es braucht mindestens 13 Millionen Dollar im Monat, um die größte Not zu lindern. Dies ist „nur“ ein Detail des alltäglichen Elends, dem Millionen Menschen vor allem auf dem afrikanischen Kontinent ausgesetzt sind. Die Summe von 13 Millionen Dollar, die benötigt wird, um Kinder vor dem Hungertod zu retten, erscheint auf den ersten Blick groß. Wenn wir uns jedoch daran erinnern, dass allein die europäischen Mitgliedstaaten der Nato und Kanada einen Zuwachs (!) bei ihren Militärausgaben von rund 450 Milliarden Dollar seit dem Jahr 2014 gemeldet haben, sollte das zu denken geben. Nato-Generalsekretär Stoltenberg bezeichnete das als eine Entwicklung „in die richtige Richtung“, meldete Dpa am Freitag vergangener Woche. Inzwischen haben sich die Mitgliedstaaten der NATO darauf geeinigt, das sogenannte „Zwei-
Prozent-Ziel“, also die Verwendung von zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für militärische Zwecke, nicht nur wie bisher „anzustreben“, sondern zur Pflicht zu machen. Die Mehrausgaben, die sich daraus ergeben, werden deutlich höher liegen als die 450 Milliarden, von denen Herr Stoltenberg mit sichtlichem Stolz gesprochen hat. Aus weiteren Meldungen der Dpa geht hervor, dass der deutsche Bundeskanzler am Dienstag der Ukraine ein weiteres Waffenpaket im Umfang von 700 Millionen Euro zugesagt hat. Britannien schickt bereits Marschflugkörper in die Ukraine, und auch Frankreichs Präsident hat die Lieferung solcher Waffen zugesagt, die Ziele weit hinter der Frontlinie erreichen können. Die erklärte Absicht von USPräsident Biden, nun auch noch Streumunition in die Ukraine zu liefern, ist nur ein weiterer Mosaikstein in diesem Schreckensbild. Aus allen Berichten, die über den Verlauf der Nato-Tagung in Vilnius bekannt wurden, geht leider nicht hervor, dass ernsthaft über eine Beendigung des Krieges in der Ukraine durch Verhandlungen nachgedacht wurde. Die Äußerung von Premierminister Bettel in einen Dpa-Interview über notwendige Friedensgespräche ist in den meisten luxemburgischen Medien untergegangen, allein die Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek berichtete am 29. Juni darüber auf ihrer Titelseite. Der Krieg in der Ukraine kann nach menschlichem Ermessen nicht durch einen Sieg der einen oder der anderen Seite auf dem Schlachtfeld beendet werden. Das geht nur durch Verhandlungen ohne Vorbedingungen, unter Beachtung der Sicherheitsinteressen aller Beteiligten. Immer mehr Waffen verlängern das Leid und erhöhen die Kosten des Krieges, die auch wir zu tragen haben. Immer mehr Rüstung tötet, nicht nur im Krieg, sondern auch, weil die 13 Millionen Dollar nicht da sind, um Flüchtlingskinder aus dem Sudan vor dem Hungertod zu retten. Uli Brockmeyer
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D’GEDICHT VUN DER WOCH
Michèle Thoma
Assange, das ist doch der pfui kacki kotz gähn. Das ist doch der, der Katzen quält, Kacke an Botschaftswände schmiert und Frauen vergewaltigt. Der größenwahnsinnige Nerd, der in seiner Klause Weltmacht Ärgern spielte. Der Komische, der die USA zum Duell herausforderte. Ein total Irrer. Mit so einem irritierend fies sanftmütigen Blick, auch noch. Auf Facebook wird es einsam, wenn man ihn postet, zumindest wenn man in einem friedlichen Bläschen nistet. Assange, das ist der den niemand mehr liket. Höchstens Suspekte. Eine Handvoll ahnungsloser Harmloser, die letzten Groupies, mit läppischen Plakaten stehen sie vor Botschaften. Und dann Schwurblerinnen und Verschwörungsfreaks. Die mögen ihn. Klar, er war für Trump. Zumindest gegen Clinton. Dann war er doch für Trump? Oder? Ein russischer Agent. Ein CIAAgent. Oder beides. Egal, ein Faschist. Ein Antisemit. Und dann das Charakterliche. Narzissmus, Egomanie. Obsession. Jede Menge Syndrome. Und pädophil, ja. Unsympathisch auf jeden Fall. Anscheinend stinkt er. Assange doesn’t sell. Eine Zeitschrift, die den am Cover hat, kann gleich Konkurs anmelden. Es sei denn. Er wäre. Er würde. Aber selbst dann. Er lockt keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Der tote Hund lockt niemand mehr aus der klimatisierten Komfortzone hervor. Der sterbende Hund schon gar nicht. Ab wann stirbt man, das kann so lange dauern so ein Sterben, das kann lebenslänglich sein, das ist medial nicht zu begleiten. Letzte Woche hatte er Happy Birthday. Ein paar Medien haben seiner gedacht, so muss man das ja nennen, wenn einer so von der Bildoberfläche verschwunden ist. Auf dem Ground Zero eines europäischen Rechtsstaats, so titanictief begraben, lebendig. So dass der Sonderbeobachter für Folter der Vereinten Nationen von psychologischer Folter redet. Next Stop is USA. Das Leben geht ja auch weiter, wir haben alle anderes zu tun oder auch nicht zu tun, als Assange zu befreien, wir machen den ganzen Tag Sachen und am Abend ist es Abend. Dann noch nebenbei Klimakriege und Klimakriegsflüchtlinge und ein Krieg der sich in Europa hineinwuchert und in unser Bewusstsein und Unterbewusstsein. Darf Streumunition jetzt ja oder nein? Ist sie moralisch oder unmoralisch, klicken Sie Ja oder Nein! Dann ist es auch noch heiß. Dann nicht auch noch Assange.
William West / AFP
Am Dienstag, dem Tag der Eröffnung des Gipfeltreffens der NATO, informierte die Deutsche Presseagentur (dpa) über einen erschreckenden Bericht, der dem Welternährungsprogramm der UNO in Genf vorgetragen wurde. Es geht um die Flüchtlinge, die seit Wochen vor den militärischen Auseinandersetzungen rivalisierender Generale aus dem Sudan in die Nachbarländer fliehen. „Ich habe selten eine so große Krise mit so wenig Finanzierung gesehen“, sagte der Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP), Pierre Honnorat, in einer Videoschalte aus dem ZaboutFlüchtlingslager in Goz Beida im Tschad.
Graffiti in Melbourne
Assange doesn’t sell. Eine Zeitschrift, die den am Cover hat, kann gleich Konkurs anmelden
Der läuft ja schließlich auch nicht weg. „Nun sehen ihm alle beim Sterben zu,“ schreibt Sibylle Berg. über den, „der als mahnendes Beispiel an der Brücke vor dem Dorf aufgehängt wurde“. Aber eigentlich schaut kaum noch jemand zu, oder hin, wie denn auch, er ist unsichtbar. Er ist langweilig. Irgendwann, wir leben in einer schnelllebigen Zeit, wird der Schatten seiner selbst in unserem prekären Gedächtnis vollkommen verblasst sein. Manchmal wird er noch erwähnt, in den Medien, wenn er Geburtstag hat oder wieder ein Auslieferungsdatum näher rückt. Hin und wieder wird ein Brief geschrieben und hundert Wichtige un-
Der Doud seng Reesender
Carrosses en carafe à Saragosse Les images des torrents de boue charriant des automobiles et leurs occupants impuissants le long des avenues de Saragosse, ce 6 juillet, offraient un résumé saisissant de la crise climatique : celle d’une civilisation qui s’accroche coûte que coûte à son mode de locomotion préféré, et ce jusqu’à
„Zum NATO-Treffen in Vilnius (Litauen) am Dienstag, dem 11. Juli 2023, wo es um Geld, Waffen und symbolische Unterstützung für die Ukraine sowie um Schwedens angestrebte Mitgliedschaft Mode mit am Rumpf aufgeklebtem Memento Mori-Totenkopf.“ (Wikipedia)
Jacques Drescher Denkt drun, dass der stierwe wäert, Mee denkt net just un iech. Bettel, Bausch an Asselborn: D’Nato ass är Kierch. Denkt drun, wat de Krich eis kascht A wiem dat gefält.
Lockheed, Boeing, Rheinmetall Maachen domat Geld. Denkt drun, wann der pisse gitt Mat de groussen Hënn, Dass dat Luef dat iech sou léif Ass vu falsche Frënn.
Und immer wieder der Philosoph Slavoj Zizek, dessen Gespräche mit Assange auf YouTube zu finden sind. Vergesst Assange! sagt er all denen, denen Assange ein zu mangelhafter Held ist. Es geht nicht um ihn, er ist ein Mensch wie wir alle, sondern um das wofür er steht. Es geht um das Schicksal unseres öffentlichen Raums. Es geht um den entscheidenden Krieg. Den der digitalen Kontrolle über unsere Leben. Jetzt, während ich das schreibe, kommt die Nachricht, dass dem „Journalisten, Publizisten, Verleger“ Julian Assange der Berliner KonradWolf-Preis verliehen wird. Für „im besten Sinne journalistische Aufklärung“. Assange, sagt Zizek, braucht euch. Aber in einem tieferen Sinne braucht ihr Assange. Er kämpft für euch.
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C H R O N I Q U E S D E L’ U R G E N C E
Jean Lasar
im Militärbündnis ging, kam die luxemburgische Delegation mit einem Jet der Band Depeche
terschreiben, Karl Lauterbach und Elfriede Jelinek und der 101-jährige Georg Stefan Troller z.B., aber keine Tausende. Amnesty bleibt dran, der deutsche PEN, Reporter ohne Grenzen. Die großen starken Medien, NYT, Guardian, El Pais, Der Spiegel, Le Monde, die nach anfänglicher Zusammenarbeit lange auf Abstand waren, raffen sich endlich auf und fordern in einem Offenen Brief die US-Regierung auf, die Verfolgung Julian Assanges wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente einzustellen. Es ist Ende 2022.
Les voitures sont un pivot de notre civilisation, modelant nos comportements, nos transactions et notre façon d’habiter (et de défigurer) cette planète
ce que la route dont celui-ci dépend pour fonctionner devienne impraticable. Les précipitations, qualifiées d’historiques par les météorologistes, ont frappé surtout le quartier Parque Venecia de la capitale aragonaise, atteignant 54 litres par heure et par mètre carré. Lorsque ces images de voitures emportées, d’automobilistes s’extirpant de leur habitacle pour éviter de se noyer et de boules de grêle grosses comme le poing ont été relayées à travers le monde, il y a eu de l’inquiétude et de la commisération pour les victimes des intempéries. Certains les ont commentées en interpellant les politiques qui agissent comme s’il n’y avait pas de crise climatique. Mais le lien quasidirect entre les véhicules emportés par les eaux déchaînées et les gaz à effet de serre qui sortent de leur pot d’échappement n’a guère été évoqué. Ce sont eux, pourtant, qui sont à l’origine directe, au plan global, des anomalies météorologiques telles que cette tempête supercellulaire de Saragosse. Même si les émissions liées aux moteurs ne sont pas seules en cause, même si
l’addiction aux énergies fossiles est diversifiée et couvre presque tous les aspects de nos vies, c’est autour de l’automobile que se cristallise cette funeste dépendance. On peut affirmer que sans l’attachement viscéral, fusionnel, alimenté à coup de publicités omniprésentes et entêtantes, à ce vecteur d’autonomie personnelle, ce garant universel de liberté à portée de clé de contact qu’est la voiture individuelle, nous aurions sans doute déjà réussi à nous sevrer des énergies fossiles, ou du moins à amorcer cet indispensable sevrage. Cela fait à peine plus de 120 ans que les automobiles sont apparues. Mais elles sont rapidement devenues un pivot de notre civilisation, modelant nos comportements, nos transactions et notre façon d’habiter (et de défigurer) cette planète. Pourtant, nous agissons collectivement comme s’il était impossible d’imaginer un monde sans elles. Telle est la place qu’elles se sont taillées dans nos vies et nos représentations, dans nos organisations spatiales et dans l’économie, que l’impossibilité de s’en émanciper est devenu l’obstacle par excellence à la décarbonation. Les automobilistes de Saragosse ne sont pas plus coupables de la crise climatique que ceux de New York, de Shenzhen ou de Johannesburg. Heureusement, la supercellule du 6 juillet n’a pas fait de victimes. Tout est bien qui finit bien, donc, les monceaux de boue vont être évacués, les voitures échouées remorquées au garage, et l’indispensable trafic relancé. Il est des messages dont nous nous obstinons à ignorer la haute teneur symbolique.
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A RT
CO N T E M P O R A I N
Biologie numérique À travers des partenariats avec les écoles d’art de la Grande Région et un programme de résidences, le Casino Display est devenu, discrètement mais sûrement, un lieu essentiel de la recherche artistique. Les premiers bénéficiaires de cette résidence ont d’ailleurs vu leur carrière artistique évoluer à grands pas : Andrea Mancini a été retenu pour le Pavillon luxembourgeois de la prochaine Biennale d’art de Venise (en collaboration avec Every Island) et Lynn Klemmer figurait parmi les finalistes du LEAP 2022. L’espace consacré au processus créatif des jeunes artistes accueille Océane Muller (née en 1999, vit et travaille à Metz), jeune diplômée de l’École Nationale Supérieure d’Art et de Design (ENSAD) de Nancy. Elle se définit comme graphiste et autrice et travaille le dessin et l’animation numériques, la conception 3D ou encore la vidéo et le montage photographique. L’artiste en résidence s’intéresse particulièrement aux cultures alternatives, à leur esthétique et de leurs impacts sur le design. Pour cette fin de résidence, Océane Muller présente le fruit de son travail dans l’exposition Rivage Confondu (jusqu’au 3 août). Elle y mêle botanique,
science-fiction et jeux vidéo à travers des objets réalisés en impression 3D, des dessins numériques et des images animées qui forment une narration complexe. Au fur et à mesure des salles, on découvre des éléments, dans une sorte de chasse au trésor, inspirée par l’idée du « lore hunting » des jeux vidéo, des objets que l’on déniche et qui apportent des éléments narratifs secondaires à l’histoire. Ici, le visiteur est confronté à un mode de narration non-linéaire et doit construire lui-même le cadre du récit. Il est aidé par les réalisations numériques, de plus en plus imposantes qui évoquent la prolifération des plantes. « Je me suis basée sur le système de Lindenmayer, un système de réécriture géométrique de fractale pour créer de nouvelles formes », explique l’artiste (photo : Sven Becker). Les formes générées mathématiquement sont transformées par l’artiste en formes organiques, des feuilles et des tiges, animées dans un vitrail monumental numérique. En parallèle de cet univers visuel, Océane Muller a entrepris la production d’une publication qui servira de lexique récapitulant son temps de résidence et les formes visuelles qui en ont émergé. fc
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Land 14.07.2023
P U B L I C AT I O N
Ils tirent la ligne Un lieu caché à la Metzeschmeltz, rien de tel pour faire naître un nouveau projet dans la tête du graffeur Spike. Depuis quinze ans, il réalise des œuvres sur les murs de bâtiments abandonnés ou sur le point d’être démolis. Après l’ancien terminal de l’aéroport, l’ancienne brasserie Henri Funck à Clausen ou les silos à grains à Mersch, il a trimballé ses bombes aérosol (37 en tout) à Schifflange sur ce lieu voué à accueillir prochainement un quartier résidentiel. Semienterré, laissé à l’abandon où la nature a repris ses droits, le coin de la Metzerschmeltz qui a inspiré Spike est un dédale de tuyaux, de pompes et de bassins. Les plantes dans une lumière avare, ainsi que les grilles, qui servaient à empêcher des branches d’arbres de boucher les canaux menant aux bassins donnent une impression glauque. Cette fois, Spike est accompagné d’Arnaud De Meyer, architecte et « urban sketcher ». Ils ont passé quatre jours sur place en se fixant une règle : travailler la ligne et uniquement la ligne,
K U LT U R
le point commun de leur façon de travailler. « La ligne est une des grandes inventions de l’humanité. Une pure abstraction pour représenter le monde qui nous entoure », s’enthousiasme l’architecte. Comme après chacun de ses projets, Spike a réalisé une publication, parfaitement éditée (Arts and Books éditions), en quelque 111 exemplaires, coproduite avec l’architecte. Noir comme la limaille, jaune comme les couleurs des rampes métalliques, sont les couleurs dominantes du livre Ligne(s) (en vente sur spike.lu). On peut y voir, sur les parois du dédale souterrain de bassins et de canaux, les quatorze fresques de Spike et les seize croquis d’Arnaud De Meyer qui les accompagnent. On reconnaît le trait du graffeur, sans courbes et sans pointes pour une fois. Mais on ne l’a sans doute encore jamais vu aussi pur : de simples lignes qui se superposent et se croisent. « Je n’ai pas tracé d’angles, d’obliques ou de courbures. C’est une illusion au point de rencontre des différentes lignes droites », décrit Spike. Il a calculé que, mises bout à bout, ces traits représentent un total de 4,15 km dans ce « lieu sans aucune considération esthétique, aucune volonté formelle. » Ligne(s) est le témoin de ces longues heures de travail et de concentration. fc/mb
Wiener Melange In die Reihe Wieso-wird-dasveröffentlicht-ach-warum-auchnicht-das-Geld-haben-wir-ja passt das kürzlich erschienene Buch
Österreich und Luxemburg. Im Dialog (Éditions Guy Binsfeld), ein Projekt der Stadt Luxemburg, der Ceratizit-Unternehmensgruppe und der Österreichischen Botschaft Luxemburgs. Auf 239 Seiten geht es quer durch den Garten der binationalen Beziehung, von den Habsburgern über Mauthausen hin zu Vicky Krieps als Ingeborg Bachmann und Falco und Désirée Nosbusch auf einem Albumcover. Der Autor Samuel Hamen interviewt unter anderem Jean-Claude Juncker, die Filmemacherin Bady Minck, die Historikerin Germaine Goetzinger und Stéphane Bern, Adelskenner. Trotz der einen oder anderen lustigen Anekdote – Juncker hat seiner Frau das Wiener-WalzerTanzen verwehrt, „zum Wohle ihrer Füße“ – wird der eigentliche Sinn dieser zum Teil kommerziell anmutenden Veröffentlichung nicht ganz ersichtlich. Das Design, für das die eigentlich preisgekrönte Designgentur Rose de claire verantwortlich zeichnet, ist mit seiner Typografie und der insgesamt mäßigen Ästhetik (Fotos sowie Layout) leider auch missglückt. sp
M U S I Q U E
Vendredi, c’est permis La Kulturfabrik pourrait bien faire de l’ombre aux Congés annulés avec son nouveau rendez-vous hebdomadaire, les VendreDing-Dong. Ça se passe au Ratelach, renommé Summer Kufa Bar en extérieur, tous les vendredis soir, de 18 à 22 heures.
Pour faire vibrer les oreilles et trémousser les popotins, un ou plusieurs DJ viendront monter le son et électriser l’atmosphère. L’entrée est gratuite et le programme, lui, est électrique. L’ouverture se fera ce 14 juillet avec les Troubled Horse, qui viennent tout droit de Suède et proposent du heavy garage rock, puis avec Zeduardo. De quoi se consoler de l’annulation pour des raisons d’urgence personnelle du concert de Mutiny on the Bounty & No metal in this battle. Le vendredi suivant, ce sera au tour de DJ Labah de divertir tout le monde, un personnage atypique qui touche à tous les genres, rock, métal, électro, hop-hop, trap... Il a déjà joué dans de nombreuses salles en France avec son groupe First Rage, et se produit désormais en solo lors de gros événements comme les Hellfest de 2019 et 2022. DJ Blueprint, connu pour sa série de mix Obsolete Black Plastic et Bobby Bieles l’animateur de l’émission de hebdomadaire Ligne2 sur 100,7 enchaîneront. Le 11 août se sera au tour des Fraîches Cocottes, Lu-cy et Munchkin, deux nanas qui balancent entre deep minimale et dark disco, pourvu que ça danse. Avant une pause le 8 septembre à l’occasion de l’« Internationnal Animal Righs Conference », les groupes qui répètent à la Kufa seront tous réunis, avec leur public, autour de musiques et de grillades pour le Beet2Barbecue. Clôture des festivités le 15 septembre avec DJ Ptrck Prrn, un pseudo derrière lequel se cache le directeur artistique du tristement disparu festival Musiques Volantes, qui a fait danser Metz jusqu’en 2018. fc
E X P O S I T I O N
Dénoncer en images La culture du viol fait encore et toujours partie de notre société. La photographe Laia Abril lui consacre le deuxième chapitre de son « Histoire de la misogynie » (le premier était sur l’avortement), avec l’exposition On Rape (And the miscarriages of justice). Jusqu’au 24 septembre, Neimenster accueille cet ensemble de photographies, d’objets et de témoignages (photo : Galerie Les Filles du Calvaire). Les images et les textes mettent en lumière le sujet, sensible et primordial, des violences sexuelles et de la culture du viol systémique (au sein du mariage, dans l’église, à l’armée ou à l’école). Laia Abril a 37 ans et est originaire de Barcelone. Après des études de journalisme, elle s’envole pour New York où elle se consacre pleinement à la photographie. Aujourd’hui elle est une artiste engagée, expérimentée et saluée à l’international. L’exposition est pensée comme une installation qui permet plusieurs niveaux de lecture. Elle n’offre pas une expérience linéaire ou chronologique mais connecte des éléments, histoires, lieux et cultures qui rappellent l’universalité de la culture du viol.
La photographe relate un fait divers arrivé en Espagne en 2016, déclencheur de ses recherches. Une jeune femme à peine majeure a été violée par cinq hommes qui se faisaient appeler La Manada (la meute). Ils ont été libérés après une simple condamnation pour abus sexuel plutôt que pour viol. Un fait divers qui avait amené à remettre en question la jurisprudence espagnole face au viol et qui déclenchait la plus grande mobilisation féministe de l’histoire du pays. fc
dixième long-métrage de Joachim Lafosse et le troisième coproduit par Samsa. Plusieurs comédiens luxembourgeois y sont distribués aux côtés des rôles principaux, Emmanuelle Devos et Daniel Auteuil, comme Larisa Faber, Colette Kieffer et Elsa Rauchs. Il y a du Luxembourg côté technique aussi avec Philophon à la postproduction du son et L’Imagerie à l’étalonnage. La sortie est prévue pour janvier 2024. fc
C I N É M A
Libération de la parole Coproduit par Samsa film, le long-métrage Un Silence de Joachim Lafosse fait partie des sept films en compétition au 71e Festival International du Film de San Sebastian. Une compétition qui sourit au Luxembourg puisque l’année dernière, Los reyes del mundo de Laura Mora, coproduit par Iris Productions, remportait la Coquille d’or. Le festival a déjà accueilli le Belge Joachim Lafosse qui a remporté le prix du meilleur réalisateur en 2015 pour Les Chevaliers Blancs et présenté deux autres de ses films, L’Économie du couple en 2016 et Les Intranquilles en 2021. Un Silence présente une mère de famille, Astrid, femme d’un célèbre avocat et silencieuse depuis 25 ans. Elle verra l’équilibre familial s’effondrer lorsque ses enfants se mettront en quête de justice (photo : Les Films du Losange). C’est le
Tablo
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Land 14.07.2023
K U LT U R
Des spritz et des éventails
ART CONTEMPOR AIN
Éloge de la modernité (ou pas)
France Clarinval
La semaine dernière, le Tout-Luxembourg se pressait aux Rencontres d’Arles où l’exposition de Daniel Wagener, lauréat du Luxembourg Photography Award, démarrait sous un soleil de plomb
Le vaste hall est plongé dans la pénombre, propice à la projection de la vidéo qui donne son titre à l’exposition. Elle retrace une performance participative, une marche rassemblant une cinquantaine de personnes de tout horizon qui s’est déroulée au crépuscule dans les alentours du centre d’art. « C’est un hommage aux migrations d’hier, d’aujourd’hui et de demain, comme celles qu’on voit déjà dans l’art babylonien », explique l’artiste luxembourgeoise. Elle se réfère aux mouvements de populations qu’ils soient politiques et historiques (la marche du sel de Gandhi en 1930, celle de Mao en 1934, celle des noirs américains de 1963) ou plus récents comme celui des réfugiés dans la jungle du Panama vers les États-Unis ou sur les routes risquées vers l’Europe. Comme souvent dans leur travail, Martine Feipel et Jean Béchameil ajoutent un élément fabriqué, de leurs mains. Ici, ce sont des figurines plantées sur des bâtons, sortes d’étendards stylisés qui rappellent leurs deux sujets de prédilection : la nature et la modernité.
FC
Dreamers complète Garden of Resistance
Ils portent ainsi leurs réflexions sur l’héritage du modernisme qui est aussi fascinant que décevant. « Architecture, technologie, production industrielle, idéologies ont transformé notre rapport au monde, souvent de manière ambivalente, détruisant d’un côté ce qui est construit de l’autre », poursuit-elle. Les œuvres présentées dans l’exposition portent ainsi les traces de cette réflexion de manière formelle (les drapeaux de tissus Catch fire, le bas-relief Electric Eclipse) ou plus poétique. On retrouve Garden of Resistance, présenté en 2022 au Mudam. Ce tronc d’arbre en aluminium prend vie grâce à une robotique élaborée, et des protubérances « naturelles » (fleurs, champignons) colonisent le tronc. Une manière d’évoquer la résilience de la nature : « Dans les espaces forestiers, un arbre mort est source de vie et d’hospitalité. Il s’y développe de nouveaux habitats. La faune et la flore s’y renouvellent. » S’y ajoute Dreamers, une nouvelle série d’œuvres réalisées à l’occasion de l’exposition, comme une forêt d’arbres en céramiques colorées. On retrouve de belles allusions à la modernité dans les bannières aux couleurs chatoyantes Catch fire dont les motifs évoquent les œuvres textiles des années 1920 de Sonia Delaunay ou des artistes du Bauhaus. Descendant du plafond, ces drapeaux renvoient aussi aux luttes et aux marches qui ont pu les accompagner. Retour sur l’architecture brutaliste aussi avec Hôtel Utopia, œuvre réalisée en 2018 lors d’une résidence de Martine Feipel et Jean Béchameil à Ibiza. Pendant une journée, ils ont investi les ruines d’un hôtel non terminé de l’architecte catalan disciple du Corbusier, José Luis Sert. Les aplats de couleurs vives redonnent vie à ce lieu abandonné, soulignant encore une fois la résilience et l’adaptation indispensables dans un monde frappé d’obsolescence. « Martine Feipel et Jean Bechameil développent une réflexion sur le monde avec un dénominateur commun : la nature et son appréhension par les êtres humains. Une nature qui se rebelle et dont les artistes livrent de nouvelles représentations contant ainsi autrement notre monde dans ses mutations les plus contemporaines », conclut Lydie Marchi, commissaire de l’exposition. fc
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Armand Quetsch
Il faut le mériter, c’est un peu loin de tout ou au milieu de rien. Le Centre d’art contemporain de Châteauvert n’est pas de ceux qui font du tapage et attirent les foules. Tout le contraire de ce qu’on vient de vivre à Arles où les apéros prennent plus de temps que les expos. Dans ce cube de métal noir, bordant le fleuve Argens et surplombant une prairie où paissent des chèvres, deux expositions par an, un jardin de sculptures, des projets de rencontres et de médiation et des résidences d’artistes sont proposés par une équipe aussi réduite qu’enthousiaste. Il faut se rendre dans ce village de moins de 150 habitants pour découvrir l’exposition personnelle du duo Martine Feipel et Jean Béchameil, Traversée de nuit.
L’autel à la consommation
Opus 12, une des images de l’artiste
dressé par Daniel Wagener
Cela commence dans le TGV qui relie Luxembourg au Sud de la France. On y croise une première tête connue du monde culturel luxembourgeois, Anouk Wies, longtemps à la tête du Cercle Cité, désormais en charge de la culture à l’Uni.lu. Cela se poursuit en arrivant à l’hôtel où l’on salue Beryl Koltz, responsable de l’image de marque du pays. Dans une librairie spécialisée, on claque la bise à la comédienne et metteuse en scène Sophie Langevin… Ce n’est encore rien par rapport à ce qui nous attend une fois arrivé à la Chapelle de la Charité, lieu dévolu depuis sept ans à la participation luxembourgeoise aux Rencontres d’Arles (après une parenthèse l’année dernière où l’exposition-hommage à Romain Urhausen se tenait à l’espace Van Gogh). Là, on a l’impression de feuilleter un Bottin mondain : tout le staff de Lët’z Arles, les directions et représentants d’institutions culturelles et du ministère de la Culture, l’ambassadeur du Luxembourg en France, le maire d’Arles, le directeur des Rencontres, pas mal de journalistes et des Luxembourgeois en villégiature dans la région, mais finalement très peu d’artistes. En revanche, la Grande-Duchesse était présente pour, après Cannes ou Venise, « montrer son soutien à l’art luxembourgeois » (surtout quand il se passe au soleil). Tout ce beau monde agite des éventails et boit du Chandon-Spritz en se plaignant de la chaleur et des moustiques plutôt qu’en commentant l’exposition. Au fil des années, Arles est devenu un rendez-vous incontournable en ce début d’été, avec les mêmes têtes et les mêmes conversations. Il y a cependant du changement cette année avec la création du Luxembourg Photography Award. L’acronyme Lupa permet à Florence Reckinger, promotrice du projet, de jouer sur les mots : « Lupa, c’est la loupe et c’est ce que nous faisons : poser une loupe sur un jeune artiste et son œuvre pour le mettre en lumière. C’est aussi la louve romaine qui élève et protège sa progéniture ». Et la présidente de Lët’z Arles d’ironiser sur la composition exclusivement féminine de son équipe « qui ne manque pas de mordant ». Ce prix est attribué à deux artistes. L’un, Daniel Wagener, expose à Arles et l’autre, Rozafa Elshan, bénéficie d’un mentorat sous forme d’une résidence de trois mois en partenariat avec l’École nationale supérieure de la photographie d’Arles. Un seul artiste exposé, cela permet de mieux investir l’espace de la chapelle, déjà saturé de tapis fleuris, de retables, de mobilier et de sculptures baroques et de colonnes massives. Un lieu d’autant plus difficile à occuper qu’il est classé, avec son intérieur, comme monument historique, ce qui suppose un degré de protection tel qu’on ne peut même pas y planter un clou. Un lieu en contraste complet avec le monde de Daniel Wagener, lui si discret qui préfère laisser parler les autres de son travail. Désacralisée, la chapelle n’en reste pas moins chargée de symboles avec rien de moins que quatre autels. Plutôt que de subir le poids de l’Histoire et de la religion, l’artiste contourne les obstacles, masque l’accès à la nef et crée son propre autel, connectant ainsi le lieu à la contemporanéité. « Il a délibérément placé son installation au centre, obstruant ainsi le point d’attraction initial de la chapelle, l’autel », détaille Danielle Igniti, curatrice de l’exposition. Son nouvel autel, une étagère industrielle de cinq ou sept mètres de haut, est voué, non sans ironie, au culte néolibéral de la consommation, « comme une nouvelle spiritualité ». Cette construction ressemble à un stock de magasin de bricolage où sont entreposés des matériaux, mais ici, se sont des photos de grande taille qui ornent les rayons. Les images aux cadrages étudiés montrent des chantiers, des morceaux de façades, des briques, des carrelages, des plantes (des vraies et des fausses), des meubles, des véhicules. Nombre de détails qui illustrent le goût parfois très discutable des humains bâtisseurs
des petits chariots amovibles rappelant les trolleys de magasins de meubles, comme si ces photos allaient être acheminées vers un autre endroit, un stock, un rebut, une décharge.
Une interprétation féroce de notre vie de citadins sous forme de poésie urbaine
et qui mettent en évidence des aspects des villes qu’on ne voit plus ou qu’on préfère oublier. Le photographe agit comme un archéologue. Il fouille, excave, déracine, met au jour les traces que nous laissons sur notre passage, jamais neutre. Il interroge ainsi les transformations sociales et fonctionnelles de l’endroit en dégageant les strates qui se sont superposées. L’installation happe le regard par les couleurs saturées et vives voulues par l’artiste qui est aussi imprimeur et graphiste. L’ensemble aboutit ainsi à des scènes presque abstraites où, par leur arrangement, les images entrent en dialogue entre elles : un mur carrelé côtoie une grille, un ciel bleu se colle à un mur azur, une chaise et une étagère semblent du même bois. Elles se confrontent aussi au cadre de l’exposition : Les plaques de marbre photographiées font écho aux marbres peints de la chapelle, des tubes métalliques d’échafaudage en image rappellent ceux utilisés pour le support lui-même. D’autres photos sont posées sur
L’installation s’appelle Opus incertum, un terme emprunté à la maçonnerie romaine qui désigne la construction de murs sans mortier, à partir de petits blocs, de carreaux cassés et de briques disparates. Ce « travail incertain » s’avère souvent plus solide et plus durable que certaines œuvres actuelles. Une manière aussi de rendre hommage aux travailleurs anonymes qui construisent nos bâtiments et nos villes. Car sur les photos, il n’y a aucune personne et, par cette absence, Daniel Wagener leur redonne une visibilité. Comme s’il nous disait « tout ce que vous voyez a bien été fabriqué », car il faut des mains pour façonner ces décors urbains que nous traversons sans les voir. Daniel Wagener ne se dépare jamais de ce sens de l’humour (que la curatrice qualifie de « bruxellois », où il vit) qui rend son propos plus léger et la réalité de ce qu’il montre plus supportable. « J’aime sa façon de regarder le monde, d’observer notre environnement, avec un œil sérieux et un œil riant. L’air de rien, il nous livre une interprétation féroce de notre vie de citadin », déclare Danielle Igniti. Elle qualifie finalement ce travail de « poésie urbaine qui sublime l’utile ».
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Opus Incertum de Daniel Wagener est à voir jusqu’au 24 septembre à la Chapelle de la Charité à Arles. En février 2024, l’exposition sera présentée au CNA
La frontière est ténue « Les Rencontres d’Arles se font l’écho de l’état de conscience de notre monde », annonce Christoph Wiesner son directeur. Et en effet, rarement la programmation a été aussi proche du documentaire, ou aussi éloignée de la photographie plasticienne encore à l’honneur il y a peu. Plusieurs expositions exhument des images oubliées, les mettent en scène et en décrivent le contexte. Elles n’ont pas été retenues pour leur valeur artistique, la qualité de leur cadrage, la réflexion sur leur composition, mais pour ce qu’elles disent et montrent d’une certaine époque ou de certains lieux. Il en va ainsi de Casa Susanna, l’impressionnante collection de 340 photographies des années 1950 et 1960 retrouvées sur un marché aux puces de New York. Ces images d’archive racontent l’histoire d’une Amérique longtemps cachée, celle d’hommes travestis en femmes d’intérieur. Pas des drag queens flamboyantes comme on en voit aujourd’hui, mais des figures d’épouses modèles, dans un quotidien domestique telles que diffusaient les publicités de l’époque. Archives aussi que celles du Studio Rex du quartier de Belsunce à Marseille que Jean-Marie Donat fait découvrir dans l’exposition Ne m’oublie pas. Des centaines de femmes et d’hommes venus du Maghreb et de l’Afrique subsaharienne s’y sont fait photographier pour obtenir des documents officiels ou pour envoyer un souvenir à leur famille. Des
dizaines de « photos de portefeuilles », de celles qu’on transporte quand on sait qu’on ne reverra pas la personne d’aussitôt émaillent aussi l’exposition. On est frappé par le sérieux des regards et des poses de ces gens qui vivent l’exil. Archives toujours avec Entre nos murs qui retrace une histoire de l’Iran des années 1950 à aujourd’hui à travers la construction, la vie, puis la destruction d’une maison de Téhéran. Travail historique et sociologique au Pays de sang où Spencer Ostrander retourne sur les lieux de tueries de masse. Les textes de Paul Auster expliquent pourquoi cette violence est intrinsèque aux États-Unis. Tout l’inverse des images qu’Agnès Varda réalise à Sète à la fin des années 1940. Elle photographie la vie locale du quartier populaire de la Pointe courte, prémisse de son premier long métrage avec Philippe Noiret et Silvia Montfort. Quelques années plus tard, Saul Leiter montre l’importance des détails et des petits riens du quotidien. La rétrospective de son travail invite, entre noir, blanc, et couleurs, à une déambulation dans les rues de New York, faite de petits fragments d’images apposés, trouvailles esthétiques et inventions optiques. Photographie vernaculaire et archives, images oubliées ou recherche documentaire, la frontière est ténue entre tous les supports qui rendent compte du monde. fc
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MB
KINO
Werbekörper In Zeiten von Social Media und Netzwerkreichweite hat sich das Phänomen der Influencer längst zu einem weltweiten Medienstandard entwickelt. Das Influencer-Phänomen ist ein überaus umstrittenes, schließt es doch auf gefährliche Weise vertraute Nähe und kommerzielle Werbung kurz. Aus dieser Ausgangsposition erwächst freilich auch ein Dependenzverhältnis zwischen dem Werbenden und der Werbung, das das eigene Selbst zum Werbekörper werden lässt. Mit Sick of Myself ist nun ein Film erschienen, der sich dieser Problematik ganz direkt annimmt; unerbittlich und klarsichtig hat der norwegische Regisseur Kristoffer Borgli seinen Gegenstand durchdrungen, der nicht so sehr auf einer intellektuellen, sondern auf einer sehr affektiert-körperlichen Ebene erfahren werden will: Im Zentrum seiner Erzählung um zwanghaftneurotische und destruktive Geltungssucht, stehen Signe (Kristine Kujath Thorp) und Thomas (Eirik Sæther), ein junges Paar, dessen einzige Gemeinsamkeit das nazistische Aufmerksamkeitsverlangen zu sein scheint. Aus dieser Dynamik ergibt sich ein ständiger Konkurrenzkampf, der gerade dann, wenn Thomas der Durchbruch in der norwegischen Kunstszene in Aussicht steht, beginnt, drastische Ausmaße anzunehmen. Als Signe auf dubiose russische Medikamente aufmerksam wird, deren schädliche Folgen sie ganz bewusst erkennt, sieht sie endlich die ideale Gelegenheit gekommen, sich als Opfer der großen Pharmakonzerne zu inszenieren. In diesem Akt der Selbstverstümmelung wird alsbald klar, dass das, was der Regisseur als eine „unromantische Komödie“ bezeichnet hat, es nicht bei dem komödiantischen Grundton belässt, sondern zunehmend Aspekte des Body Horrors miteinschließt, die auf Ekel und Abstoß zielen. Die Selbstzerstörung des Körpers wird hier als medial wirksames Instrument gedacht, dergestalt, dass sogar die eigene Beerdigung als ein Akt der Inszenierung erträumt wird – die Kontrolle über das mediale Selbstbild gilt es zu behalten, bis über den Tod hinaus.
Vue de l’exposition
Sur le motif Marianne Brausch
Cinq approches, une exposition d’été à la galerie Reuter Bausch
L’étoffe est aussi visible dans les peintures de Julie Wagener. Des mains l’enroulent autour du poignet d’autres mains. Le linge blanc ressort d’autant plus qu’il est représenté en aplat, telle une surface vide. This is just The Beginning I, II, III (trois tableaux oblongs de 120 x 50 cm), n’est pas le début de l’exercice de la peinture à l’huile sur bois auquel la jeune femme s’adonne depuis quelques années. Elle représente ici, ditelle, le bout par lequel le mal-être du monde actuel s’empare des individus. Si les mains soignantes sont représentées de manière encore un peu maladroite, les manches noires sur le devant de cette scène d’entraide et plus ocres à l’arrière sont réussies. On peut néanmoins préférer le talent de Julie Wagener dans le travail de la lithographie et le genre gothique. Tant qu’à être à contre-courant d’une certaine anorexie mentale, Nina Gross, à l’occasion d’un séjour viennois, a énuméré les desserts traditionnels du Kaffee und Kucken sur des petits formats (22 x 26 cm). Schwarzwälder, Sacher mit
Schlag, Mohnstrudel et autres douceurs typique des habitudes K und K (Königlich und Kaiserlich), toujours en vogue dans les pâtisseries et cafés locaux et pas seulement pour les touristes de passage. Cela reste un moment de partage et de convivialité. Scandaleuse aujourd’hui, reine des déjeuners familiaux du dimanche, l’entrecôte complète cette série où Nina Gross transforme des objets du quotidien, brosse à dents, fourchette et couteaux, stylo, en œuvre d’art. Meret Oppenheim était certes plus provoquante et sensuelle avec la tasse, la soucoupe et la cuiller de son Déjeuner en fourrure… C’était en 1936.
Anne-Sophie Loos est sur la voie de l’habilité technique des maîtres anciens
Als bitterböse Satire unterhält Sick of Myself deutliche Bezüge zu den Filmen des schwedischen Regiekollegen Ruben Östlund, kann in seinen besten Momenten eine Stimmung für das Groteske erreichen, für die freie, hemmungslose Zurschaustellung des Hässlichen im Menschen. Ja, Sick of Myself vermag es, die Absurdität menschlichen Verhaltens direkt ins
Notre époque étant ce qu’elle est, les Géologie d’un résidu I et VI, deux eaux fortes de Nathalie Noé Adam portent bien leur nom puisqu’elles font penser à des continents à la dérive. Seule Viki Mladenowski s’adonne, dans cette exposition d’été, avec joie et fantaisie, à l’exposition de ses convictions féministes. On rappelle qu’il s’agit d’une présentation de groupe de cinq artistes entre 25 et quarante ans, toutes de sexe féminin. Dans Fragmented Dialogue (pastels et crayons de couleurs sur toile), les cuisses, le tronc, les seins, des amorces de bras et un cou collerette, sont comme les pièces d’un jeu d’échecs. Artiste multi-disciplinaire, Viki Mladenovski sait aussi bien travailler la céramique. On nommera le tube de rouge à lèvres et son reflet dans Mirror memory, la main chandelle et la main volante, le Fou du roi et le cavalier. Les objets trouvés et les talismans. On appelle le jeu d’échec « le roi des jeux ». S’il domine le travail de Viki Mladenovski il reste de la place pour le hasard des objets trouvés, rangés sur des étagères de curiosités : les coquillages et talismans des Sea Shelf I, II, III. C’est revigorant.
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Le group show de Viki Mladenovski, Anne-Sophie Loos, Nina Gross, Nathalie Adam et Julie Wagener, est à voir jusqu’au 22 juillet à la Reuter Bausch Art Gallery, 14 rue Notre-Dame à Luxembourg
Kristine Kujath Thorp als Signe
Tandem Films
Où commencer à regarder ? S’atarder sur les talismans dans les céramiques-rocailles de Viki Mladenovski à l’avant de la galerie, ou aller vers le fond voir les trois grandes toiles en noir et blanc d’Anne-Sophie Loos ? Le visiteur est tiraillé. L’intérêt des trois peintures à l’huile de grand format que l’on aperçoit au fond depuis la rue NotreDame (120 x 80 cm), c’est qu’il s’agit d’un pur jeu d’ombres et de lumière. Anne-Sophie Loos a saisi les variations du soleil sur un foulard, à quatre heures d’intervalle lors d’une même journée. Peintre autodidacte, elle est sur la voie de l’habileté technique des maîtres anciens flamands et italiens dans la reproducton des riches robes que portent les images de la Vierge. Ici, sans les effets somptueux et sensuels que donnaient dans le temps la couleur et les riches motifs des tissus, car Moments, 8h26, 12h26, 16h26 sont des peintures à l’huile en noir et blanc. Elles ont aussi ceci de contemporain qu’elles ont été réalisées d’après photo. Le mouvement du tissu est le même sur les trois toiles, c’est un arrêt sur image, dont les reliefs et les creux s’atténuent au fur et à mesure que la journée avance, elles se désincarnent et tendent vers l’abstraction.
Sick of Myself vermag es, die Absurdität menschlichen Verhaltens direkt ins Bild zu setzen
Bild zu setzen, eine Absurdität, die einen fassungslos zurücklässt. Von Ruben Östlund übernimmt Borgli auch das dramaturgische Steigerungsprinzip, das sich schnell in der Wiederholung erschöpft: Sehr direkt wird Signe gegen Thomas gestellt, von da aus strukturieren eine im Kern konstante Abfolge von Neid und Überbietung die Erzählung, den Wesenszügen des Konkurrenzkampfs entsprechend. Dieses repetitive Moment, die spürbare Fokussierung auf den gleichen Ablauf ist freilich das Resultat einer dramaturgischen Radikalität, die weder Einfühlsamkeit, noch Katharsis anbietet. Diese Figuren sind unrettbar verloren, Momente der Selbsterkenntnis oder der Entwicklungsmöglichkeit werden lediglich angedeutet, nur um dann umso stärker deren pathologischen Narzissmus wieder ins Bewusstsein zu heben. Darin ist auch der episodenhafte Charakter des Films begründet, der den Weg zu einer vollkommenen dramaturgischen Rundung etwas verstellt, denn mit seinem exzessiv ansteigenden Effekt aus Irritation und Ratlosigkeit angesichts dieser unausstehlichen und unerträglichen Figuren hält Borgli sein Publikum auf Distanz, verlangt ihm sogar einiges an Leidensfähigkeit ab. Die Zuschauerposition als voyeuristische Perspektive führt Borgli in Sick of Myself allzeit mit; er verweist in diesem Zusammenhang immer wieder auf den Blick des öffentlichen Raums, ohne dass dem Publikum damit Hilfestellungen gegeben wären. Es ist Borglis Verdienst sich mit seiner rabenschwarzen Satire nicht in reiner Plakativität oder Moralisierung zu verlieren, er fördert so umso eindrücklicher Wahrheiten des Zeitgeistes zu Tage. Marc Trappendreher
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14.07.2023
Dirtboy fait du clean Godefroy Gordet
Comme dans ses précédents projets, une certaine nostalgie s’invite souvent dans cet album
Stars est une approche stimulante de son style. Reste maintenant à entendre sa confirmation en scène, le 11 août prochain, au e-Lake Festival. En attendant on sirote les dix titres tout de même bien en place.
d’autres artistes a été bénéfique et ça se sent clairement à l’écoute. La grande complicité de VinceB avec qui Chasey Negro partage la même vision de la musique, et qu’il considère comme son frère, tous deux membres du collectif créatif Dirtboys, agit comme une famille. « VinceB est de loin mon producteur préféré avec qui travailler car il comprend qui est Chasey et ce que Chasey représente », argumente le rappeur.
Comme il le chante dans Shake the Room, « I’m gang ready to touch the moon, they told me this shit is impossible, but bitch i don’t listen i do what i do », Chasey Negro montre une determination inébranlable… Dans son Between the Stars, un album qui ouvre vraiment la voie de sa carrière musicale, Chasey Negro ne distille pas forcément une prose digne des grands noms de l’écriture, la nécessité n’est pas là, elle se situe plutôt dans une maitrise d’un flow hip hop au pourtour de la drill londonienne. Là où l’artiste ne se sent pas limité, là où il peut désobéir et intentionnellement contourner les codes de la musique en général. Et c’est un peu ce que l’on entend dans Between the Stars, où se frôlent divers styles musicaux, dans l’intention même de Chasey Negro qui conçoit son travail sans limite, et le décrit par une « polyvalence » constante. En témoigne l’entrainant Weirdly Wired sur lequel Chasey Negro s’autorise une incartade pop rock, reflet du côté polymorphe de sa musique. Mixé et masterisé par Yann Demierre et VinceB, Between the Stars a vraiment cette identité pro, loin des contraintes d’alors qu’imposait son studio maison, bien qu’on aimait assez l’ambiance et la teneur de Boy Dirt, Vol. 1, moins clean mais si spontané. Les ambitions ici ont clairement été décuplées. Si l’on perd en sincérité, pour parfois entendre « la référence » qui se trimbale dans l’un ou l’autre titre, force est d’admettre qu’on a affaire à un projet hyper léché. Between the Stars trouve sa genèse au départ de Chasey pour les Pays-Bas. Là, il rencontre le producteur viennois VinceB qui devient rapidement un proche collaborateur. La production de l’album s’étale sur plusieurs années, dans des sessions hebdomadaires avec VinceB, dans l’appartement de Chasey Negro à La Haye. L’influence de collaborations avec
« J’ai décidé de baptiser ce projet Between the Stars, alors que j’étais assis sur le toit de mon immeuble, contemplant le ciel nocturne et en écoutant les beats que nous avions produits la veille », explique Chasey Negro. Between the Stars raconte l’histoire d’une personne qui regarde constamment le ciel en se demandant ce qui se passe là-haut. Dans ce sens, chaque titre est pour Chasey Negro une étape différente de son voyage vers le monde extérieur. « Le paysage sonore de l’album est un mélange de sons acoustiques et numériques pour représenter à la fois le familier et l’inconnu », précise le musicien, qui a toujours assumé être guidé par les sonorités plus que par les textes, les sons lui dictant les mots, en d’autres termes. Comme dans ses précédents projets, une certaine nostalgie s’invite souvent dans cet album. Elle s’avère motrice, aérienne, tel le titre Flying to Space, ou plus souterraine, à l’écoute de Changes (Antichrist), en fonction de ses humeurs. Between the Stars oscille ainsi entre ces deux mondes, de la terre aux nuages, tantôt porté par la musique d’avant, tantôt celle de maintenant, parfois en réussite, parfois non, mais quoi qu’il en soit, comme il l’avait annoncé, le rappeur luxembourgeois a transformé ses idées en réalité, par une liberté créatrice, l’immisçant pas à pas, là où il se voit depuis gosse : « entre les étoiles ».
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Chasey Negro veut tutoyer les étoiles
Steven Pais
Lors d’une première rencontre au début de l’année, Chasey Negro nous décrivait son parcours dans la musique tel « un voyage musical » qui a commencé simplement en écoutant de la musique. Plus tard, le producteur Chook lui dispense aide et conseil, pour qu’une fois son propre matos dans les mains, sa chambre transformée en studio grâce à ses parents, Chasey Negro enregistre sa première Mixtape Boy Dirt, Vol. 1. Dévoilée il y a déjà quatre ans, entre temps le jeune artiste sort Trophy, titre aux plus de 20 000 streams, il a été lauréat du Screaming Fields, Artist package 2021 du Rocklab, et a ouvert la scène pour des stars tel que Lil Tecca… Lui qui rêve de côtoyer les étoiles s’en donne les moyens aujourd’hui porté par un premier album studio très convaincant dans son genre. Between the Stars est dans les bacs depuis mai dernier, et il montre toute l’énergie et le sérieux que Chasey Negro a voulu mettre dans sa musique. L’album rassemble ainsi dix titres auto-produits en collaboration avec le producteur viennois VinceB. Logé au sanctuaire du hip hop, Chasey Negro mêle également dans ce premier disque, trap music, boom bap, et rock, pour montrer l’ampleur que prend son univers. En l’état donc, sorti d’une plateforme d’écoute, Between the
BANDE DESSINÉE
Une moto pour faire le deuil Pablo Chimienti
Franca vient d’avoir 18 ans en cette année 1999. Le millénaire touche à sa fin et la jeune fille vient de se faire tatouer l’année sous son sein gauche ; non pas par crainte du bug de l’an 2000 ou par crainte de fin du monde comme le prédisaient certains pseudo-experts des Mayas et de leur calendrier. Un MCMXCIX décore désormais son buste en hommage à sa mère, décédée cette année-là d’une maladie fulgurante. « Tout avait commencé par un check-up de routine chez son généraliste et ça avait fini aux soins palliatifs – en trois mois », nous explique le personnage dans une voix off très présente tout au long des 160 pages de l’album. On ne saura rien du géniteur de la jeune fille, on ne saura pas grand-chose non plus de la génitrice disparue. Juste qu’elle habitait à Rome avec sa fille, qu’elle avait une sœur qui habite en Sardaigne, « au fin fond de la Sardaigne » insiste l’héroïne, dans un tout petit village, Carbonia, chez qui Franca vit désormais. « Je décris les choses comme ça, limite froidement, parce que j’ai déjà trop pleuré », précise la jeune fille dans la première page de l’album. Franca a du mal à faire son deuil, à atténuer la souffrance causée par cette disparition. La jeune femme est au fond du trou. Elle mène à bien sa vie quotidienne, elle fait le nécessaire pour obtenir son bac, elle rêve même de faire des études d’archéologie, à Rome, dans la prestigieuse université de La Sapienza et elle se permet même des après-midis à la plage, mais elle broie du noir. Elle traîne seule, évite toute activité habituelle des jeunes de son âge et refuse toutes les invitations, les soirées, les sorties… Bref, elle s’enfonce peu à peu dans la routine et dans l’ennui. Carbonia est une petite ville touristique entre mer et montagne. Mais sa principale caractéristique est celle de posséder un important circuit de course où « tout le monde était dingue de moto ». Une passion à son comble au mois d’août à l’occasion d’une coupe amateur annuelle. Clara a bien du mal à comprendre cette ferveur. Pour elle, les motos, « ça
casse un peu les oreilles ». Après deux ans chez son oncle et sa tante, elle a réussi à se faire au bruit assourdissant de ces motos sportives. Mais elle n’a toujours pas enfourché un de ces bolides, ne serait-ce qu’en tant que passagère. L’histoire de sa famille avec ces bécanes n’est d’ailleurs pas très joyeuse, comme on l’apprendra un peu plus loin dans le récit, mais quand le gentil Silvio Infantino tombe sur elle à la plage et lui propose de faire un tour de moto, sans trop savoir pourquoi, elle accepte. Ce sera une révélation. Une
passion est née. Car, explique Franca « pour la première fois depuis deux ans, au milieu du tonnerre de bruit et de vent, face à la Méditerranée immense du mois d’août, j’avais cessé de penser à mon chagrin ». C’est décidé, elle va utiliser l’argent de son héritage pour s’acheter une moto ; et pas n’importe laquelle, la plus belle du magasin, une belle Ducati d’un rouge flamboyant. Une nouvelle vie commence alors pour Franca, la motarde. Une nouvelle vie qui ne va pas plaire aux habitants de Carbonia. Déjà une fille sur une moto, c’est moyen ; une fille qui conduit la moto encore plus et une fille qui s’offre une moto plus puissante que celle de tous les autres jeunes du coin, ça ne passe pas du tout. Voilà qu’on l’affuble du surnom « Motorossa » – moto rouge en italien –, qu’on critique sa conduite, qu’on lui rappelle ses origines romaines et qu’on l’invite de manière fort cavalière à rentrer chez elle. Rien ne viendra perturber la jeune fille qui revit enfin. Même ses performances sur le circuit où, malgré la moto la plus puissante, elle obtient les temps au tour les plus lents. Ce Motorossa est avant tout un récit sur le deuil, sur la reconstruction, sur le passage à la vie adulte, sur l’importance de se fixer des buts et de les atteindre, sur les rêves, sur l’amour… L’histoire fait preuve de pas mal d’incohérences et de raccourcis : Elle apprend un peu trop facilement à conduire l’engin ; on ne parle pas de passer un permis ; la moto n’est pas détruite alors qu’elle tombe méchamment lors d’un essai… Cependant, le sous-texte est intéressant, évolue et finit même en apothéose. Reste le dessin, numérique, simplifié au maximum et aux couleurs ternes, avec, là aussi, des incohérences assez flagrantes comme des maillots de bains qui, dans une même scène, changent de forme d’une case à l’autre ou ces objets dont les couleurs varient selon les dessins… Un style fade et inexpressif qui risque de dissuader des lecteurs potentiels.
Jean Aubertin et Adèle Albrespy font leurs débuts dans le monde du neuvième art avec Motorossa, un roman graphique avec autant de défauts que de qualités
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C’est vraiment dommage car les sujets principaux de l’album sont traités avec tact et que cette histoire de renaissance et d’émancipation de cette jeune femme auraient mérité un travail plus abouti, même dans le cadre d’un premier album.
Motorossa de Jean Aubertin et Adèle Albrespy. Dargaud
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Land 14.07.2023
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CULTURE E T ÉCO -RE SPONSABILITÉ (1)
Tentatives et paradoxes Loïc Millot
Chaque été, juste avant que tout le monde file en vacances, on observe le même phénomène : une accumulation et concentration d’événements culturels et sportifs sur un très court laps de temps. Ces manifestations participent à la vitalité et à la convivialité du pays, mais elles s’avèrent particulièrement énergivores et peu regardantes sur la production de leurs déchets. La directive européenne de 2019 relative aux produits plastiques à usage unique a depuis changé la donne, obligeant le secteur associatif et culturel, comme d’autres, à rectifier certaines pratiques pour réduire au mieux son empreinte carbone. Pour favoriser cette mise en conformité, et répondre aux besoins croissants des organisateurs privés et publics, le ministère de l’Environnement, du Climat et du Développement durable a mis en place une plateforme de conseil et d’accompagnement. Sa réalisation a été confiée à l’asbl Oekozenter Pafendall conjointement à SuperDrecksKëscht (SDK), une coordination mixte assurée par l’association liée au Mouvement écologique et l’entreprise chargée de la gestion nationale des déchets toxiques. Initié fin 2019 juste avant la pandémie, ce projet n’est pleinement actif que depuis 2022. Il donne à des événements luxembourgeois le label « Green Events », un standard écoresponsable au cahier des charges exigeant inspiré de modèles européens, depuis la norme ISO 20121 propre à l’événementiel en passant par Green Key ou un éco-label indépendant autrichien (Österreichisches Umweltzeichen). « L’octroi du label ne repose pas seulement sur la volonté de l’organisateur, car il nécessite des moyens humains, logistiques et matériels importants que beaucoup d’associations ne peuvent se permettre », prévient Isabelle Schummers, conseillère en environnement à Oekozenter Pafendall. Parmi les projets estampillés Green Events, les Francofolies d’Esch-sur-Alzette représentent une exception au sein du paysage culturel luxembourgeois, tant par leur envergure que par le fait d’avoir fourni durant toutes les festivités une vaisselle réutilisable : « Du jamais vu » s’enthousiasme, la jeune femme chargée également de la communication de Green Events. La démarche paraît pourtant simple et transparente sur le papier : les critères à satisfaire sont présentés sur le site internet en diverses rubriques, des supports de communication à la mobilité, du matériel de décoration à la gestion de l’eau et des déchets, en passant par la restauration et le recours à de la vaisselle réutilisable. Ce sont tous les aspects d’une manifestation qui sont considérés. Un entretien est organisé avec un conseiller de Oekozenter ou de SDK pour préciser les critères et procéder à leur vérification. Ces critères
Hadrien Friob
Les déchets en plastique, une des grandes problématiques des concerts et festivals
sont ensuite validés lorsque le porteur de projet fournit les pièces justificatives (factures, devis) qui leur correspondent. Après signature de la « charte d’octroi », l’organisateur reçoit en amont de l’événement le logo. Et peut prétendre, à ce titre, à une subvention (de 1 500 euros) du ministère de l’Environnement. Une soixantaine de projets ont été suivis en 2022, tandis que cette année 2023 la demande s’est fortement accrue : 110 projets ont fait l’objet d’un accompagnement individuel, dont 75 ont reçu le précieux logo « Green Events ». Parallèlement, un second logo, aux conditions moins élevées, a vu le jour afin d’encourager cette phase de transition : « Mir engagéieren eis ». Quatre associations l’ont obtenu depuis le début de l’année.
Avec le label Green Event, la question de l’écologie est désincarnée, réduite à la seule validation de critères, oubliant la façon de les mettre en œuvre à travers un engagement
Cette façon de promouvoir l’éco-responsabilté peut sembler bien procédurière ou bureaucratique au royaume des festivités. On peut en tout cas douter qu’elle fasse rêver ou qu’elle suscite des vocations sous cette forme, tant la question de l’écologie y est désincarnée, réduite à la seule validation de critères, oubliant les valeurs et la façon de les mettre en œuvre à travers un engagement (un engagement qui plus est bénévole, et en pleine érosion générationnelle). Ces aspects pourraient être précisés et clarifiés par la rédaction d’une véritable charte par exemple (la malnommée « charte d’octroi » du logo Green Events n’est rien d’autre qu’un formulaire à parapher par l’organisateur). Le changement des matériaux doit s’accompagner d’un changement de notre façon de penser et d’habiter le monde. Quitte à revoir de fond en comble le secteur même de l’événementiel, jusqu’au choix même de la saison : l’été doit-il rester le temps des festivités, au détriment du reste de l’année ? Car avec la hausse des températures, les accidents risquent de se multiplier, les bénévoles risquent de plus en plus de ressembler à des merguez sur le grill… Avec le réchauffement climatique se pose la nécessité de conserver autant de manifestations si rapprochées entre elles, au lieu de les fédérer, ou en organiser moins et d’une façon plus sobre. Une fois de plus, nous voilà mis soudainement face aux contradictions propres à notre mode de vie. Certains critères posent aussi question du peu de moyens alloués à la vérification in situ, le jour où se tient l’événement, afin de s’assurer que les recommandations soient réellement appliquées. Certains critères obligatoires se montrent en effet invérifiables si l’on ne prend pas la peine de se rendre sur les lieux. Il en va ainsi de la façon dont les équipes promeuvent en interne et en externe les actions éco-responsables durant la manifestation. D’autres critères échappent à une écriture
comptable et ne peuvent donc être prouvés autrement que par des actes, comme le fait de ne pas utiliser de sachets de sucre et de sauces individuels, de dosettes de lait ou des bouteilles à usage unique sur les points de restauration (points 33, 34, 35 et 36 de la checklist Green Events). De même, comment s’assurer que le tri des déchets soit bien effectué (point 40) s’il n’y a aucune supervision sur le terrain ? Tout ce qui relève du geste, de la manière de faire, risque d’échapper au contrôle. Le label pourrait alors perdre de sa substance pour n’être qu’un outils de greenwashing… Autre fait surprenant, et non des moindres : aucun critère obligatoire ne concerne la gestion de l’eau et des sanitaires. Quand on sait qu’il s’agit de l’un des points faibles du Luxembourg, dont les nappes phréatiques sont quasiment vides, on se dit que les critères prennent insuffisamment en compte l’état actuel des ressources naturelles locales. Rien de contraignant, ni d’obligatoire, ne concerne non plus la partie relative à l’engagement environnemental où il est pourtant question de mettre en réseau les producteurs locaux et les consommateurs… Le milieu culturel n’est sans doute pas le secteur le plus énergivore du Luxembourg, mais il doit lui aussi contribuer à l’effort collectif qui est exigé au regard de l’urgence climatique. Il peut cependant sembler contradictoire de s’attaquer à l’événementiel face à un problème qui est principalement structurel et systémique. « Accompagner cette vie associative très riche vers la durabilité », comme le souhaite Isabelle Schummers, peut sembler paradoxal voire contre-productif. Plutôt que de changer en profondeur nos habitudes, on préfère en modifier les ustensiles seulement. Les limites du recyclage comme solution miracle sont d’ailleurs trop peu pointées. On oublie que seule la fin de la production de nouveaux déchets plastiques, nous permettra de sortir des logiques court-termistes en matière d’écologie. Conscient de ces lacunes, un autre label vient tout juste de voir le jour afin d’élargir le spectre des activités éco-responsables au secteur commercial, le Green Business Events qui vise les événements des grandes entreprises, tels que les foires, conférences, salons, congrès, etc. Une clause relative à l’inclusion – accessibilité aux personnes porteuses de handicap, équité de genres...– a été notamment ajoutée.
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Tout au long de l’été, à travers une série d’articles, nous verrons ce que les structures culturelles ont mis en place pour aborder l’écoresponsabilité et quelles sont les limites et les espoirs de leurs actions.
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Land 14.07.2023
Avis de marché
Avis de marché
Procédure : européenne ouverte Type de marché : Services
Procédure : européenne ouverte Type de marché : Services
Modalités d’ouverture des offres : Date : 06.09.2023 Heure : 10.00 heures
Modalités d’ouverture des offres : Date : 12.09.2023 Heure : 10.00 heures
Section II : Objet du marché
Section II : Objet du marché
Intitulé attribué au marché : Soumission relative aux services de gestion des déchets à exécuter dans l’intérêt de l’aménagement du Bâtiment Laboratoires ailes Nord et Sud à Esch-Belval.
Intitulé attribué au marché : Soumission relative aux services de nettoyage à exécuter dans l’intérêt de l’aménagement du Bâtiment Laboratoires ailes Nord et Sud à Esch-Belval.
Description succincte du marché : – Gestion des déchets
Description succincte du marché : – Nettoyage
Section IV : Procédure
Section IV : Procédure
Conditions d’obtention du cahier des charges : Dossier de soumission à télécharger gratuitement sur le Portail des marchés publics (www.pmp.lu).
Conditions d’obtention du cahier des charges : Dossier de soumission à télécharger gratuitement sur le Portail des marchés publics (www.pmp.lu).
Section VI : Renseignements complémentaires
Section VI : Renseignements complémentaires
Autres informations : Conditions de participation : Les conditions de participation sont précisées dans les documents de soumission.
Autres informations : Conditions de participation : Les conditions de participation sont précisées dans les documents de soumission.
Réception des offres : La remise électronique des offres sur le Portail des marchés publics (www.pmp. lu) est obligatoire pour cette soumission conformément à la législation et à la réglementation sur les marchés publics avant les date et heure fixées pour l’ouverture.
Réception des offres : La remise électronique des offres sur le Portail des marchés publics (www.pmp. lu) est obligatoire pour cette soumission conformément à la législation et à la réglementation sur les marchés publics avant les date et heure fixées pour l’ouverture.
Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 13.07.2023
Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 13.07.2023
La version intégrale de l’avis n° 2301510 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
La version intégrale de l’avis n° 2301511 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Société Nationale des Habitations à Bon Marché s.a.
Avis de marché Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 29.08.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture: SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg Intitulé : Lot portes métalliques. Description : – L’exécution des travaux de portes métalliques d’une Maison des Jeunes et Logements sociaux à LuxembourgCents. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le Portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2301475 sur www.marches-publics.lu : 06.07.2023
2024. Les travaux sont adjugés à prix global révisable.
Section VI : Renseignements complémentaires
AMERICAN CLOTHING RETAIL S.A. Société Anonyme
Réception des offres : Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le Portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture.
Autres informations : Conditions de participation : Toutes les conditions de participation sont indiquées dans les documents de soumissions.
L-1661 Luxembourg 75, Grand-Rue RCS Luxembourg n° B92214
La version intégrale de l’avis n° 2301383 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Réception des offres : Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le Portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture.
Société Nationale des Habitations à Bon Marché s.a.
Avis de marché Procédure : ouverte Type de marché : Travaux Ouverture le 04.08.2023 à 10.00 heures Lieu d’ouverture: SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg Intitulé : Lot façades. Description : – L’exécution des travaux de façades de 3 immeubles résidentiels à Olm. Conditions d’obtention du dossier de soumission : Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le Portail des marchés publics. Réception des offres : Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures Date de publication de l’avis 2301481 sur www.marches-publics.lu : 07.07.2023
Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des Bâtiments publics
Avis de marché Procédure : européenne ouverte Type de marché : Travaux Modalités d’ouverture des offres :
Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des Bâtiments publics
Date : 12.09.2023 Heure : 10.00 heures
Avis de marché
Intitulé attribué au marché : Travaux de terrassement, de blindage et de pieux à exécuter dans l’intérêt de la Police Grand-Ducale et du bâtiment administratif à Wiltz – nouvelle construction.
Procédure : européenne ouverte Type de marché : Travaux Modalités d’ouverture des offres : Date : 20.09.2023 Heure : 10.00 heures Section II : Objet du marché Intitulé attribué au marché : Travaux de construction d’un bâtiment technique en entreprise générale à exécuter dans l’intérêt de l’Agence OTAN de soutien et d’acquisition (NSPA) à Capellen. Description succincte du marché : Construction d’un bâtiment technique en entreprise générale : – Emprise au sol : env. 357 m² ; – Volume du bâtiment : env. 2 100 m³ ; – Volume de béton : env. 400 m³ ; – Surface de coffrage : env. 1 550 m² ; – Surface étanchéité toiture : env. 420 m². La durée des travaux est de 180 jours ouvrables, à débuter au 1er semestre
Section II : Objet du marché
Description succincte du marché : – Travaux de terrassement ± 13 600 m³ (dont ±11 200 m³ dans la roche). La roche excavée est à stocker sur un terrain mis à disposition en proximité du chantier. Font aussi partie de la présente soumission les travaux de blindage (paroi gunitée avec ancrages) et la construction de pieux forés. La durée des travaux est de 40 jours ouvrables, à débuter le 1er trimestre 2024. Les travaux sont adjugés à prix unitaires. Section IV : Procédure Conditions d’obtention du cahier des charges : Les documents de soumission peuvent être retirés via le Portail des marchés publics (www.pmp.lu).
Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 10.07.2023 La version intégrale de l’avis n° 2301486 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des Bâtiments publics
Avis de marché Procédure : européenne ouverte Type de marché : Travaux Modalités d’ouverture des offres : Date : 08.09.2023 Heure : 10.00 heures Section II : Objet du marché Intitulé attribué au marché : Travaux de menuiserie intérieur à exécuter dans l’intérêt de l’extension du foyer pour demandeurs de protection internationale à Hesperange.
Att. : Plastipharm BV Kustlaan 245 B-8300 Knokke-Heist Monsieur Olivier Louvrier Hortensialaan 80 B-8300 Knokke-Heist Monsieur Xavier Painblanc Pater Nuyenslaan 6A B-2970 Schilde 5 juillet 2023 Concerne : Convocation à l’assemblée générale des actionnaires de la société AMERICAN CLOTHING RETAIL S.A. (RCSL n° B92214) du 1er août 2023 à 12.00 heures à 80, Route de Longwy L-8060 Bertrange Cher Actionnaire, Nous vous invitons à assister à
l’Assemblée générale ordinaire des actionnaires qui se tiendra de manière extraordinaire le 1er août 2023 à 12.00 heures à 80, Route De Longwy, L-8060 Bertrange,
Conditions d’obtention du cahier des charges : Les documents de soumission peuvent être retirés via le Portail des marchés publics (www.pmp.lu).
avec l’ordre du jour suivant : 1. Accueil et constitution du bureau ; 2. Lecture du rapport du conseil d’administration conformément art. 480-2 du loi modifiée du 10 août 1915 relative aux sociétés commerciales ; 3. Décision sur la dissolution de la société et/ou sur les mesures proposées par le conseil d’administration ; 4. Lecture des rapports du conseil d’administration et du commissaire relatif aux exercices clos le 31 janvier 2021et le 31 janvier 2022 ; 5. Présentation des comptes annuels des exercices le 31 janvier 2021 et le 31 janvier 2022 ; 6. Affectation du résultat ; 7. Décharges aux administrateurs et commissaire ; 8. Renouvellement du mandat des administrateurs et du commissaire jusqu’à l’assemblée générale ordinaire approuvant les comptes de 2024 ; 9. Changement du siège social à 80, Route de Longwy, L-8060 Bertrange.
Section VI : Renseignements complémentaires
AMERICAN CLOTHING RETAIL S.A. Pour le Conseil d’Administration
Description succincte du marché : Les travaux comprendront notamment : – La fourniture et pose de portes en bois et de portes métalliques ; – La fourniture et pose de meubles en bois encastrés ; – La fourniture et pose de barrière type barreaudage vertical en bois avec ossature métallique + portillon. La durée des travaux est de 35 jours ouvrables, à débuter en novembre 2023. Les travaux sont adjugés à prix unitaires. Section IV : Procédure
Autres informations : Conditions de participation : Toutes les conditions de participation sont indiquées dans les documents de soumissions. Réception des offres : Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le Portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture.
Olivier Louvrier, Administrateur et représentant de American Clothing Associates S.A. Dominique Lippens, Représentante de Tweeds & Cottons S.A.
Date d’envoi de l’avis au Journal officiel de l’U.E. : 10.07.2023 La version intégrale de l’avis n° 2301464 peut être consultée sur www.marches-publics.lu
Fondé en 1954 par Carlo Hemmer, édité par Leo Kinsch de 1958 à 1983. Hebdomadaire politique, économique et culturel indépendant paraissant le vendredi. Publié par les Éditions d’Letzeburger Land s.à r.l., R.C. B 19029,N° TVA LU 12 12 40 22. La reproduction des articles et illustrations est interdite sans l’accord écrit de l’éditeur. Gérant Stephan Kinsch (48 57 57-1; land@land.lu), Rédacteur en chef Peter Feist (48 57 57-24; pfeist@land.lu), Rédaction France Clarinval (48 57 57-26; fclarinval@land.lu), Luc Laboulle (48 57 57-28; llaboulle@land.lu), Stéphanie Majerus (48 57 57 35; smajerus@land.lu), Sarah Pepin (48 57 57 36; spepin@land.lu), Pierre Sorlut (48 57 57-20; psorlut@land.lu), Bernard Thomas (48 57 57-30; bthomas@land.lu), Mise-en-page Pierre Greiveldinger (48 57 57-34; pgreiveldinger@land.lu), Photos Sven Becker (48 57 57-36; sbecker@land.lu), Administration et publicité Zoubida Belgacem (48 57 57-32; zbelgacem@land.lu) Édition et rédaction 59, rue Glesener L-1631 Luxembourg Courrier Boîte postale 2083, L-1020 Luxembourg Téléphone 48 57 57-1 Fax 49 63 09 E-mail land@land.lu Internet www.land.lu Twitter @Letzland Facebook d’Lëtzebuerger Land Instagram letzebuerger_land www.land.lu Impression offset Mediahuis Luxembourg S.A. Prix par numéro 5,00 € Abonnement annuel 180,00 € Abonnement étudiant/e 95,00 € Compte en banque CCPLLULL : IBAN LU59 1111 0000 5656 0000
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Land 14.07.2023
K U LT U R
GRANDE RÉGION
Extravagant Julian Rosefeldt Florence Lhote
À commencer par un premier film projeté sur grand écran et traduisant l’atmosphère si singulière de l’artiste entre scène de cabaret, corps nus et corps habillés, le tout en noir et blanc : Deep Gold (2013/2014). Un homme en complet noir s’invite dans une scène désolée, un Berlin presque déserté, comme après une guerre ou une apocalypse. Des images presque surréalistes surgissent à l’instar de ce ballon blanc que l’on voit jaillir au ciel, comme au milieu de nulle part, et qu’il regarde un temps. Puis il entre dans ce cabaret où circulent des gens nus, d’autres habillés, cabaret qui rappelle les représentations que l’on peut se faire des Années folles. Grisé par l’atmosphère du lieu, le personnage que l’on suit entre puis ressort toujours aussi échevelé. À la représentation esthétisante en noir et blanc proposée s’oppose les
fantasmagories de l’artiste. Le spectateur navigue entre rêve et réalité. Deep Gold perpétue l’art cinématographique surréaliste de Luis Buñuel. Entre percussions et tango, la présence de la chanteuse Peaches et des airs de Wagner, ce qui pourrait aussi être interprété comme un revival des années 1920 berlinoises est autant une utopie qu’une danse au bord du gouffre. C’est également cette impression de singulière étrangeté qui caractérise le film projeté dans l’emplacement du fond de l’usine de la Völklingler Hütte. Le dispositif propose quatre écrans : un, au fond et trois de côté. Les rangées bien ordonnées d’un supermarché se présentent dans un premier temps au spectateur avant que, de manière tout aussi surréaliste que dans Deep Gold, un tigre investisse les lieux au fond de l’une des rangées, de manière surprenante. Est-ce que l’animal symbolise le retour d’une forme de nature dans un quotidien très organisé et merchandisé ? Prouesse artistique, Euphoria (2016-2022) se demande pourquoi le capitalisme semble à ce jour sans alternative. Dans ce véritable filmopéra, le rythme est donné par des batteurs (les écrans de côté) et un chœur de jeunes. Transposé par des images puissantes, le collage de textes déroule des citations allant d’Adorno à Virginie Despentes et Einstein en passant par Michel Houellebecq et Snoop Dogg.
Julian Rosefeldt
La Völkingler Hütte à Völklingen, juste à côté de Sarrebruck, accueille l’exposition de Julian Rosefeldt When we are gone. Souvenir vivace de cette extraordinaire exposition de l’artiste vue à Berlin quelques années auparavant présentant le film In the land of the drought que l’on peut retrouver dans le cadre de cette exposition. Une salle bercée de noir, un écran au fond projetant d’incroyables ailleurs et l’attente impatiente, presque religieuse, par le public de l’art de ce qui allait suivre. Plongée cette fois-ci dans d’autres fantasmagories au travers de trois films distincts.
Extrait de Deep Gold
Les films de Julian Rosefeldt prennent également parfois une tournure plus historique comme dans Meine Kunst Kriegt Hier Zu Fressen (2002), réalisé en collaboration avec Piero Steinle. La guerre en images constitue la trame de ce film qui rend hommage au peintre Max Beckmann. Les images en noir et blanc voient défiler des soldats comme autant de points à l’horizon pris dans une immensité fuyante et collective, « eux
qu’on retrouve au loin désarmés incertains » dirait Aragon chanté par Brassens. L’artiste a utilisé des archives historiques montrant les batailles de la Première Guerre mondiale mais aussi les combats aériens de la Seconde Guerre mondiale et la ville de New York. Stationendrama le collage embrasse le vingtième siècle. Où l’on se rappelle que la guerre, longtemps décor du sièce, a contribué à l’assombrir considérablement. Ces
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différents films attestent de l’importance du mouvement chez l’artiste qu’il parvient à rendre y compris dans toutes ses formes d’extravagance ou de démesure collective.
Julian Rosefeldt, When we are gone jusqu’au 3 septembre au Weltkulturerbe Völklinger Hütte
APRÈ S UNE QUAR ANTAINE D’ANNÉE S
Retour sur telles fournées poétiques Cela s’est passé au printemps 1983, son premier manuscrit sous le bras, Jean Portante entre rue de l’Arbalète, à Paris, pour le remettre à Bruno Durocher, éditeur. Et quelques semaines plus tard, Feu et boue, c’est le titre du recueil, est accepté, paraît alors au bout d’une souscription. Quarante années sont passées, Jean Portante se souvient, et donne une preuve prenante de sa fidélité, avec Le pain n’est pas encore pétri, recueil qui vient de paraître (chez Caractères) et où le poète revient sur cinq éditions qui ne sont pas parues en leur temps en France, une sorte d’anthologie toute personnelle, là, sur une dizaine d’années seulement, s’échelonnant de 1999 à 2010. Lui-même, dans le titre a choisi l’image du pain, avec cette constatation qui ouvre quand même sur l’avenir. Et en précisant qu’il s’agit autant de la langue, des mots, à remuer, à presser, à la façon dont on le fait avec le pétrin avant d’enfourner. Et que les fournées se suivent, au fils des jours, des mois, des années, chez notre boulanger favori, toujours recommencées, reprises, toujours nouvelles. Il en va de même avec le poète, la voix reste là, présente, familière, mais elle nous parle autrement, trouve toujours de quoi nous surprendre. La langue, pour qu’elle se laisse malaxer, présuppose une très forte attention, bien plus, une adhésion, et c’est ce qui ressort d’un bout à l’autre du recueil, quels que soient les moments. En ouverture, et c’est signifiant, des textes de 2010, extraits de Je veux dire, et cette reprise, pour aller plus loin, plus profond, revient au moins une fois, voire deux dans tous les poèmes. Une façon de s’adresser à un interlocuteur, le lecteur ou autre, plus proche, c’est que « tout est vrai
Le pain n’est pas encore pétri, un bel hommage de Jean Portante à son premier éditeur
et tout est faux sur ces cordées qui/ mènent aux mots intimes. » Aux mots justes, et cette obsession du mot juste est le propre de Jean Portante.
The Alchemist
Avec cette part d’expérimentation, d’exercice ludique incluant encore le vis-à-vis, qui parcourt comme un fil rouge les textes du recueil, tantôt plus discret, plus direct, tantôt s’élargissant pour donner aux poèmes leur forme. Est-ce…, s’interrogent dès l’entrée tous les poèmes de Point d’appui, de 1999, « est-ce ici que se garde comme ciel/ et deuil la neige cicatrisée de l’enfance », avec une image de fort impact de regret, voire de désespoir). Et si tels textes fonctionnent comme des voyages, qui emmènent, emportent, il y a peut-être là trace de migration, plus sûrement, plus radicalement d’existence, « l’animal s’en allait et toi une valise à la main ».
Selected works by Arthur Unger
Du côté d’une mise à l’épreuve de la forme, de l’exercice même de la création, à rebours, cela nous fait aboutir, avec tant d’allusions à l’épuisement ou à l’abandon, à ce constat : « nous sommes vaincus/ d’avance. il ne reste plus qu’à dire/ le dernier mot… » Les mots se font alors plus rares, les vers de même, le sonnet disparaissant, perdant à chaque page une ligne, pour arriver à la page blanche (« moins tout »), précédée de cette rare aubaine que peut nous valoir la poésie : « parfois derrière la porte un silence se déshabille. »
28.04.2023 – 15.10.2023
On aura noté en passant tant de thèmes liés qui se manifestent dans ces textes, allant jusqu’à se réunir en tresse pour revenir à l’image du pain, à moins qu’on ne préfère celle de la chevelure. Et tels les enfants du conte des Grimm, nous pourrions nous appliquer par exemple à détecter et ramasser les pierres semées au long des pages, ces petits cailloux d’ailleurs associés à des bouts de pain. Ou plus largement, nous nous ingénierons à reconnaître dans les cinq recueils retenus les parties, identifiant l’une à un nocturne, une autre encore à un scherzo, tels les mouvements d’une large œuvre musicale. Et pour conclure, et passant d’un art à un autre, parties introduites, enrichies chacune par les vigoureuses peintures de Robert Brandy, avec leurs larges traits noirs au premier plan, alors qu’en-dessous, ou plus lointaines, se distribuent des plages coloriées, ravissent telles fulgurances. Lucien Kayser
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www.nationalmusee.lu
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Land 14.07.2023
La Bastille ou la baston Yvan
À quelles réjouissances nos voisins hexagonaux vont-ils avoir droit en ce jour du 14 juillet ? Feux de la fête ou artifices de la défaite ? Il est loin, en effet, le temps où la France s’ennuyait. Souvenez-vous, c’était il y a un demi siècle, juste avant l’explosion de mai 68 : Pierre VianssonPonté constatait dans Le Monde que la France s’ennuyait. Aujourd’hui, elle a plutôt tendance à s’énerver, voire à s’embraser. Mais en mai 68, les pauvres cassaient du riche, alors qu’en juillet 23 les pauvres s’en prennent aux pauvres, pillant les Lidl, bloquant les transports en commun, incendiant, comme à Metz, une médiathèque de banlieue. Les médiathèques sont pourtant les bons lieux où circulent les discours : discours écrits et imprimés, discours audiovisuels, discours oraux aussi entre usagers. S’en prendre à ces lieux de discours, aujourd’hui, c’est tirer sur des ambulances, car la France, sous Macron, a atteint le de-
gré zéro du discours. En prônant une politique du « en même temps », le président jupitérien a cassé droite et gauche classiques et, en faisant passer en force sa loi sur les retraites, il a, par trois fois, cassé le discours : avec la rue, avec les institutions et avec les corps intermédiaires que sont les syndicats et les députés. Voilà pourquoi on peut dire que juillet 79 et mai 68 étaient des révolutions, que la banlieue en feu de 2005 était une révolte, que les gilets jaunes en 2018 criaient à l’ insurrection, mais que les manifestations de juin 2023 ne sont plus que des émeutes. En détruisant le discours politique, Macron a transformé les adversaires d’hier en ennemis d’aujourd’hui. Carl Schmitt, le sulfureux juriste nazi, théoricien de cette théorie, vous salue bien. La violence a remplacé la parole de la Loi, et la police, en France, tue sans paroles. Le tir du poli-
AFP
Plusieurs communes ont interdit les feux d’artifice pour ce 14 juillet
cier qui a tué Naël a mis le feu, qui couvait depuis longtemps, aux poudres. La mort du discours, c’est peut-être cela que voulait pointer, « à l’insu de son plein gré », le président Macron quand il évoqua la décivilisation. Ce président qui se pique de philosophie, qui n’hésite pas à dévoyer les théories généreuses de son maître Paul Ricoeur, aurait dû savoir que le mot décivilisation a été forgé dans la République de Weimar par le sociologue Norbert Elias pour décrire l’avènement du nazisme. Il a été scandaleusement récupéré, annexé, par Renaud Camus, chantre de l’extrême-droite en France, pour décrire ce que lui et son rejeton Zemmour appellent le « grand remplacement », c’est-à-dire la prétendue disparition de l’autochtone franchouillard au profit des « bougnoules et nègres » venus d’outre-Méditerranée. Ces « sauvages décivilisés » nous font regretter les barbares qui représentaient chez
les Grecs tous les peuples qui ne parlaient pas leur langue. À l’époque de Platon, la parole, le logos, avait encore toute son importance. Dans son cours sur le neutre qu’il donnait en 1978 au Collège de France et qui vient opportunément d’être réédité, Roland Barthes s’inquiéta déjà : « Il me semble que la science politique actuellement ne prend pas (encore) en charge les problèmes de langage et de discours. » Que le mot intellectuel soit devenu aujourd’hui une injure, participe de cette décivilisation, au sens qu’Elias a donné à ce terme. Ils sont, hélas, bien loin, Socrate et ses élèves, quand la France dite profonde applaudit la vidéo qui montre un père jetant son fils dans le coffre de sa voiture, parce qu’il est allé manifester contre l’assassinat de Nahel. Et la France superficielle, pardon « supérieure », de renchérir par la bouche
de Hugues Moutouh, préfet de l’Hérault : « Je sais qu’en 2019 le Parlement a interdit la fessée. Mais très franchement, de vous à moi, si demain vous attrapez votre gamin, qu’il descend dans la rue pour brûler des véhicules de police et caillasser des pompiers, ou piller des magasins, la méthode c’est deux claques et au lit. C’est ce que faisaient nos grands-parents. » Quand un représentant de la République appelle à transgresser la loi, c’est bien la preuve que parole et logos ont démissionné. Mais où est donc passé le papa de Brassens qui venait chercher au poste son jeune voleur : « Dans le silence on l’entendit / sans vergogne / Qui lui disait : bonjour, petit / Bonjour, petit. »
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Les claques, ça produit la « racaille » qu’un ancien président voulait nettoyer au Kärcher, avec des mots on fait des poètes, et sans mots, on crée les maux actuels.
Stil Des ajustements sont nécessaires dans cette adresse qui vient d’ouvrir. fc
L’ E N D RO I T
Ramen Samourai En matière de cuisine japonaise, le Luxembourg n’a longtemps eu d’yeux que pour les maki, sushi et autres déclinaisons de poissons crus. Les restaurants spécialisés en ramen se bousculent désormais. En témoigne l’arrivée
de Ramen Samouraï au centre de la capitale. Le décor, surtout à l’étage, reprend les codes de la culture nipponne ; des kimonos, des personnages de manga, des lampes en papier, des panneaux décorés (photo : fc)… La carte compte plusieurs sortes de ramen, avec différents bouillons : shoyu (avec un ajout de soja au bouillon), miso (avec la pâte miso), tonkotsu (un bouillon plus dense, au jarret et os de porc) ou shio (le plus classique, au sel). Ils sont déclinés avec ou sans chashu (tranche de porc) et on peut ajouter un tamago (œuf mariné). Malheureusement, lors de notre dégustation, le bouillon manquait vraiment de goût et d’assaisonnement, la tranche de porc était fine comme du papier à cigarette et il y avait trop de nouilles par rapport aux légumes.
L A
P U B L I C AT I O N
Prost Le titre est bien trouvé : Prost est un nouveau magazine dédié aux vins et crémants locaux. Le Fonds de Solidarité Viticole (FSV), son éditeur, a fait appel à l’agence Moskito pour créer ce nouveau média qui paraîtra deux fois par an, secondé par un podcast mensuel éponyme et par des contenus spécifiques pour les réseaux sociaux. L’idée est de « promouvoir auprès d’un large public la grande histoire du vignoble, de montrer les vignerons et leurs productions
et d’informer sur la viticulture en général », selon les mots de son introduction. On est séduit par le format et le style général de la maquette : un habile mélange de photos et d’illustrations qui colle à l’air du temps, des sujets variés (portraits des vignerons, aspects plus techniques du vin, accords avec la gastronomie, événements…) et des infos pratiques. En lisant, on est plutôt déçu que
l’aspect « communication » prenne souvent le pas sur le côté « information ». La rédaction est confiée aux copywriters de l’agence de publicité plutôt qu’à des journalistes. Ce qui donne des formules faciles (et fausses) comme une comparaison entre le vignoble de Remich à la Napa Valley, des choix très publicitaires (la sélection de fromages vient d’un seul producteur, certes local) et des photos génériques qui auraient pu être prises n’importe où (à commencer par la cover). En regard, on se souviendra de la qualité journalistique de feu Vinorama qu’Erwan Nonet (par ailleurs collaborateur du Land) a édité 2018 et 2022, également avec le soutien (beaucoup plus maigre) du FSV. Le magazine Prost est distribué « en toute boîte » (110 000 exemplaires sont annoncés), un choix très « grand public » mais pas très écologique. fc
L E
P RO D U I T
Glaces Nïce Nïce, le glacier italien situé à Belair vient de célébrer ses deux années d’existence. Pour fêter ça, il s’est associé avec Genaveh et propose deux recettes chocolatées. La première est basée sur ce qui a fait la réputation de la maison dédiée au cacao : la pâte à tartiner chocolat au lait et noisette du Piémont. C’est une glace réconfortante, on a presque envie de dire enveloppante tellement le chocolat est présent, ce qui n’empêche pas de bien sentir les noisettes. L’autre est un sorbet au chocolat noir du Pérou. Qui dit sorbet, dit eau et non crème,
c’est donc une gourmandise plus légère et végane. Ici aussi, la saveur du chocolat est particulièrement bien équilibrée et moins sucrée que l’autre. Les petits pots (photo : fc) sont vendus dans les deux enseignes, rue Philippe II et avenue du X Septembre. D’autres parfums sont également disponibles à emporter. fc