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Letzebuerger Land 05 du 02.02.2024

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Seit gestern ist Michel Scholer Luc Friedens Stabschef. In der verfahrenen Diskussion um das Heescheverbuet kann der Premierminister Beratung gut gebrauchen. Ein Porträt

Notes salées Après le grand spectacle, la participation du Luxembourg à l’Eurovision fait débat. L’addition s’élève à plus d’un million d’euros, payés par le contribuable

Macroministère pour micropolitique

Das Pastiche bei Todd Haynes

Lex Delles réagence le superministère de lʹÉconomie et colle à la demande patronale

Doppelter Boden, Ironie und Subversion. Darin ist Todd Haynes’ neuer Film May December unerbittlich

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Ehe es tatsächlich zum Krach zwischen Exekutive und Justiz kommen konnte, entschied die Regierung, zum Betteln doch den Code pénal zu ändern

„Ech mengen, mär wäerten eens ginn“

FEUILLETON 24005

Krise abgewendet

WIRTSCHAFT

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POLITIK

Unabhängige Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur

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N°05 · 02.02.2024 · 71. Jahrgang

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Foto: Sven Becker

6,00 €


02.02.2024

L E I TA RT I K E L

Bauernpartei aStéphanie Majerus „Warum sind keine Luxemburger Landwirte hier?“, fragte ein RTL-Journalist den Leiter der wallonischen Jungbauernorganisation, die am Montag für eine Teilblockade der Straße an der luxemburgisch-belgischen Grenze verantwortlich zeichnete. Diese Frage könnten sie nicht beantworten, so der belgische Verband. Während der Vorbereitungen habe man sich gefragt, ob sich Luxemburger Kollegen der Aktion anschließen würden, aber aus Luxemburg habe sich niemand gemeldet. Am Folgetag spottete L’Essentiel – einen belgischen Bauern zitierend – mit dem Titel: „Où sont nos amis luxembourgeois?“ Einige Stunden nach dem Radiobeitrag meldeten sich Christian Wester, Präsident der Bauernzentrale, und deren Direktor Laurent Schüssler per Presseschreiben zu Wort. Man solidarisiere sich mit den Bauern aus den Nachbarländern, die unter „realitätsfremden Vorgaben aus Brüssel“ und „unter dem agrarfeindlichen Schaffen ihrer Regierungen“ leiden würden. In Europa werde den Landwirten ihre „Lebensgrundlage brutal entzogen“. In Luxemburg habe sich die Situation allerdings seit dem Regierungswechsel im Oktober 2023 „verbessert“. Deshalb kündigte die Bauernzentrale in ihrer Wochenzeitung De Letzebuerger Bauer bereits letzten Freitag an, man werde nicht auf die Straße gehen. Unter anderem habe die CSVLandwirtschaftsministerin Martine Hansen Mitte Januar in einem Gespräch bestätigt, dass keine Beihilfen gekürzt würden. Auch mit Premier Luc Frieden zeigt sich die Bauernorganisation zufrieden. Laurent Schüssler, Chefredakteur des Letzebuerger Bauer und Ex-Wort-Journalist, schätzte nach der Antrittsrede vom CSV-Premier, es könne nun zu einem Bürokratieabbau, vereinfachten Prozeduren für Verträge mit Saisonarbeitern und neuen Genehmigungen für Bauvorhaben in der Grünzone kommen. Nach zehn Jahren, „in denen die Landwirtschaft von Teilen der Regierung kontinuierlich zum Schmuddelkind der Nation degradiert wurde“, befinde sich das Ministerium wieder in CSV-Händen. Seit 1943 verzichtete die CSV während ihrer Regierungsbeteiligung nur ein Mal auf dieses Ministerium. Auch ihre Vorgängerpartei, die Rechtspartei, war bereits eng mit den Landwirten verflochten. Ihr Abgeordneter, Eugen Hoffmann, den man den landwirtschaftlichen „Rebell aus Vichten“ nannte, forderte in der Zwischenkriegszeit verbilligten Phosphatdünger. Als 1944 die Bauernzentrale gegründet und die Interessen der Landwirte gebündelt wurden, gewann der Sektor weiter an politischem Gewicht. Mathias Berns fungierte bis 1993 als deren Generalsekretär und Chefredakteur des Letzebuerger Bauer. Onkel des ehrgeizigen Bauernführers war der CSV-Staatsminister Pierre Dupong, an den die Wochenzeitung in seiner ersten Ausgabe einen Brief adressierte mit der Forderung, dem Zugpferdemangel und Kriegsschäden entgegenzuwirken. Die im Landbau tätigen Eltern von Martine Hansen waren, wie vor den 1980-er-Jahren für die landwirtschaftliche Bevölkerung üblich, in der Bauernzentrale organisiert. Vermutlich aber hat sich ein engerer Kontakt zwischen der Bauernzentrale und Martine Hansen durch ihre Lehre und Leitungsposition an der Ackerbauschule ergeben, wo sie seit 1993 tätig war – die Schule nämlich betreut gemeinsam mit der Bauernzentrale und IBLA Versuchsfelder. Schulleiterin war die Agrarwissenschaftlerin von 2006 bis April 2013, anschließend wurde sie Ministerin für Hochschulbildung und Forschung. Doch im Oktober schon rückte sie im Parlament auf die Oppositionsbank. Auf dieser Bank zeigte die Quereinsteigerin, dass sie ein Ohr für die Bauernzentrale hat. Im März 2022, kurz nach Anbruch des Kriegs in der Ukraine, sagte sie in einer Aktualitätsstunde über Landwirtschaft: „Mit jedem Tag spitzt sich die Energiepreis-Krise weiter zu. Und damit die Gefahr von Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit.“ Die CSV Co-Fraktionspräsidentin verlangte deshalb, eine befristete Aussetzung der verpflichtenden Stilllegung von Ackerflächen, wie sie von der Farm to Fork-Strategie der EU vorgesehen ist. Einige Tage zuvor hatte die Bauernzentrale in einer Mitteilung die gleiche Forderung gestellt. Überschneidungen gab es zwischen der Gewerkschaft und der CSV-Abgeordneten auch in Bezug auf die Eindämmung des Ammoniak-Ausstoßes und die Deckelung des Viehbestands. Der Zuspruch an Martine Hansen müsse sich aber noch bewähren, denn „Vorschusslorbeeren können auch mal schnell verwelken“, schrieb Schüssler Ende letzten Jahres. Allerdings hat die Bauernzentrale nicht mehr die gleiche Macht wie zu Mathias Berns’ Zeiten. Ihr sichtbarstes Kind, das Agrocenter in Mersch, wurde unlängst abgerissen. Der Bauernstand ist geschrumpft und es sind zwei weitere Bauerngewerkschaften entstanden.

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Krise abgewendet aPeter Feist

Ehe es tatsächlich zum Krach zwischen Exekutive und Justiz kommen konnte, entschied die Regierung, zum Betteln doch den Code pénal zu ändern

Sven Becker Sven Becker

Innenminister Léon Gloden (CSV)

„À partir de midi, les bruits et les cris des SDF étaient d’une particulière intensité. Ils buvaient de l’alccol et insultaient les passants“ (5.1.2016). „Je souhaiterais vous informer que des personnes campent la nuit sur la Place du Théâtre. Je suppose qu’un tel campement n’est pas toléré“ (5.4.2017). „It happened several times in the past weeks (and months) that adult men, most likely homeless, remove their pants and do their physical needs (urinate) just in the corner in front of a wall“ (10.5.2023). „En journée la récrudescence de mendicité dans les rues de la ville est impressionante, notamment par des gens étrangers qui sont parfois verbalement aggressifs“ (28.10.2019). Das sind Auszüge aus 19 Beschwerden, die zwischen Januar 2016 und Juli 2023 bei der Stater Gemeindeverwaltung eingingen. Sie sind in dem Antrag auf Annulierung zitiert, den die Anwaltskanzlei Thewes & Reuter im Auftrag der Gemeinde am 14. August 2023 beim Verwaltungsgericht einreichte. Um die Entscheidung der damaligen LSAP-Innenministerin Taina Bofferding anzufechten, den neuen Artikel 42 in der kommunalen Polizeiverordnung nicht gutzuheißen, der zwischen 7 und 22 Uhr in bestimmten Stadtvierteln und Straßen das Betteln untersagt. Nicht nur Bürger/innen und Geschäftsleute hatten sich beklagt. Die Botschaft Italiens hoffte am 21. März 2021 „vivement que l’intervention de la Ville de Luxembourg, du Ministère de la Sécurité intérieure et de la Police Grand-Ducale puissent aider à résoudre les incidents dont la rue Goethe et les rues adjacentes sont victimes“. Das Außenministerium informierte die Gemeinde am 1. März 2021 über ähnliche Beschwerden der Botschaft Österreichs. Kundgebung gegen das Bettelverbot am Montag auf dem Knuedler

Den fast 50 Seiten langen Antrag ihrer Anwälte stellte die Stadt am Mittwoch ins Internet. Wer ihn liest, erhält den Eindruck, dass die Hauptstadt ein Problem mit der öffentlichen Ordnung hat – mit Ruhestörung und Verschmutzung, mit Drogenhandel und Obdachlosigkeit. Betteln wird in den 19 Beschwerden aus siebeneinhalb Jahren ebenfalls erwähnt. Aber nur sechs Mal in einer Beschreibung, die man „aggressives Betteln“ nennen könnte. Und nirgendwo ist die Rede von „déck däitsch Limousinne mat belsche Placken“, denen am Boulevard Royal Bettler entsteigen würden, die „organisiert“ sind. Dafür gebe es „Beweise“, betonte CSV-Innenminister Léon Gloden am 13. Dezember im 100,7, nachdem er am Tag zuvor die Entscheidung seiner Vorgängerin rückgängig gemacht hatte. In dem Antrag der Haupstadt ans Verwaltungsgericht, der durch Glodens Entscheidung gegenstandslos wurde und den der Stater Gemeinderat diesen Montag zurückzuziehen beschloss, stehen sie nicht. Stattdessen hat die CSV-DP-Regierung, keine hundert Tage im Amt, es mit einem Problem zu tun, das so groß geworden ist, dass CSV-Premier Luc Frieden am Dienstag in der Abgeordnetenkammer beteuern musste, „eine Krise zwischen Exekutive und Justiz gibt es nicht und wird es unter dieser Regierung auch nicht geben.“ Auch der Präsident des Obersten Gerichtshofs wollte am Tag danach im 100,7 nicht von einer „institutionellen Krise“ sprechen. Doch Thierry Hoscheit ist „froh“, dass „die Zivilgesellschaft, das politische Spektrum und die Medien sich für dieses Thema interessieren und in dieser Debatte die Justiz, sagen wir es mal so, beschützen“. So geschehen nicht in Polen unter einer Regierung der na-


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tionalkonservativen Kaczynski-Partei. Sondern am Mittwoch in Luxemburg unter der Regierung des „neie Luc“. Dabei ist überhaupt nicht klar, was genau die Polizei macht in der Stadt, in der sie seit dem 15. Januar präsenter ist und deren Aufgebot „weiter hochgefahren wird“, wie der Innenminister einen Tag später im Parlament erläuterte. Ihr Einsatz gelte „dem Drogenkampf, der illegalen Einwanderung, dem aggressiven Betteln und der Wiederherstellung der Sauberkeit“. Aber braucht es dazu den neuen Artikel in der Polizeiverordnung? Für Ruhe, Ordnung und Sauberkeit auf ihrem Territorium zu sorgen, ist jede Gemeinde ohnehin verpflichtet. So steht es in Artikel 50 des schon viel erwähnten Dekrets vom 14. Dezember 1789 über die Gemeiden, und das Gemeindegesetz erlegt dem Innenminister auf, darüber zu wachen, dass die Gemeinden das auch tun. Falls man die 19 Beschwerden von Bürgern und Geschäftsleuten wörtlich nehmen kann, dann hat die Hauptstadt in erster Linie ein Problem mit Obdachlosigkeit. Um Obdachlose aber „geht es nicht“ bei dem Polizeieinsatz, sagte Léon Gloden vor zwei Wochen in der Kammer. Vielleicht, weil sie vor allem ein soziales Problem ist? Worum es vor allem geht, ist Law and Order als politischer Fetisch, den der Innenminister so gerne bedient wie Hauptstadt-Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP). Die blau-schwarze Mehrheit in der Stadt ist Polfer darin ergeben. Wenn es Ansätze für eine institutionelle Krise gibt, dann kommen sie von Blau-Schwarz aus der Stadt. Im Gemeinderat ging es am Montag Abend hoch her zu der Frage, ob die „mendicité simple“ 2008 aus dem Strafgesetzbuch entfernt wurde oder nicht. Mittlerweile gibt es neun Gerichtsurteile dazu. Das in den Augen der Staatsanwaltschaft wichtigste fällte das Bezirksgericht Diekirch am 26. Oktober 2017. Es bestätigte in zweiter Instanz ein Urteil des Diekircher Polizeigerichts über einen Bettler, der in Ettelbrück Passanten belästigt hatte. Verurteilt wurde er nur der Belästigung wegen, nicht wegen Bettelns. Die mendicité simple sei nicht mehr strafbar. Interessant an dieser Entscheidung ist auch, dass in Ettelbrück 2016, als die Taten verübt wurden, die kommunale Polizeiverordnung die „mendicité“ generell untersagte. In den Augen der Richter spielte das keine Rolle: Die Verordnung sei konträr zum Code pénal. Vielleicht regt dieses Urteil deshalb die Stater Koalition so auf: Am Montag im Gemeinderat fand CSV-Schöffe und

Sven Becker

Am 16. Januar in der Luxemburger Oberstadt

Lydie Polfer meinte am 27. Januar 2020 im Gemeinderat, „le cadre légal ne permet pas à la Ville de prendre des mesures permettant d‘améliorer vraiment la situation“

Anwalt Laurent Mosar, „näischt géint Dikrech“, aber „Jurisprudenz“ könne nur „von einem Gerichtshof, am besten vom Verfassungsgericht“ kommen. Doch es dürften solche Bemerkungen sein, die der Präsident der Cour supérieure „ganz dramatisch“ findet, „wenn politisch Verantwortliche sagen, was diese [also vorgelagerte] Gerichte entschieden haben, interessiert uns nicht“. Wie schmal der Grat geworden ist zwischen institutioneller Krise und politisch gemeinter Kommunikation, verdeutlicht auch, dass man sich fragen kann, was von der Aussage Luc Friedens am Dienstag im Parlament zu halten ist: „Die Regierung wird immer die Entscheidungen der höchsten Gerichte, des Verfassungsgerichts und des Kassationsgerichts, voll und ganz respektieren.“ Doch: „Meines Wissens gibt es keine Entscheidung des Verfassungsgerichts oder des Kassationsgerichts“ zum einfachen Betteln im Strafgesetz. Vermutlich wollte der Premier damit nicht infrage stellen, was die Diekircher Richter vor sechs Jahren entschieden. Sondern zum Beispiel aufgreifen, was Generalstaatsanwäl-

tin Martine Solovieff Anfang der Woche angedeutet hatte: Würden in der Haupstadt Bettler von der Polizei protokolliert und gingen die Protokolle zur Staatsanwaltschaft, werde die „ihre Verantwortung übermehmen“. Käme es zu einem Prozess, könnte eine Vorabentscheidung des Verfassungserichts zur Stater Polizeiverordnung angefragt werden. Als politische Kuh wäre die mendicité simple dann vom Eis, konnte man verstehen, es wäre nur eine Frage der Zeit. Dass es dem Regierungschef recht sein würde, konnte man ebenfalls annehmen: Würde die Öffentlichkeit bald über andere Dinge zu diskutieren beginnen, wenn die Medien endlich darüber berichten, ließe die Angelegenheit sich aussitzen. Luc Frieden wusste schon am 11. Februar 2009 im Parlament, als er Justizminister war: „Et gëtt an enger fräier Gesellschaft net einfach fir Leit, déi just do sëtzen an heeschen, kënne vun där Plaz ewech ze kréien.“ Auch Lydie Polfer ist sich vielleicht weniger sicher als sie vorgibt, dass die Stater Polizeiverordnung mit dem Artikel 42 auf wirklich soliden Füßen steht. Im Gemeinderat vom 27. Januar 2020 hatte sie bemerkt, „le cadre légal existant ne permet pas à la Ville de prendre des mesures permettant d’améliorer vraiment la situation“, wie im Analytischen Bericht zu dieser Sitzung auf Seite 48 nachzulesen ist. Umso verständlicher, dass die von der Stadt beauftragte Anwaltskanzlei viel Aufwand trieb, um zu zeigen, dass die mendicité simple doch noch strafbar sei. Dass der Innenminister auf dieselbe Kanzlei zurückgriff, um sich zum Heescheverbuet beraten zu lassen, ist natürlich ungeschickt. Erstaunlicher ist, dass Léon Gloden den Avis juridique, der diesen Mittwoch unter Journalisten zirkulierte und aus dem RTL zuerst zitierte, erst am Mittwoch vergangener Woche in Auftrag gab – sechs Wochen nachdem er der Hauptstadt grünes Licht erteilt hatte. Doch wie das mit latenten Krisen so ist, stieß eine Sitzung der Parlamentsauschüsse für Justiz und Inneres am gestrigen Nachmittag alles um: Die Justizministerin kündigte an, durch eine Gesetzesänderung den Gemeinden zu gestatten, das Betteln lokal beschränken zu können. National verboten werde es nicht. Das umzusetzen, wird vermutlich nicht leicht. Doch mit diesem Problem sitzt die Regierung nun kollektiv in einem Boot. Das Eingeständnis, sich geirrt zu haben bei der „Interpretation“ des Code pénal von 2008, ist auch ein kollektives. Die institutionelle Krise ist abgewendet, Léon Glodens Zukunft in der Exekutive gerettet. p


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Olivier Halmes

„Ech mengen, mär wäerten eens ginn“ aLuc Laboulle

Seit gestern ist Michel Scholer Luc Friedens Stabschef. In der verfahrenen Diskussion um das Heescheverbuet kann der Premierminister Beratung gut gebrauchen. Ein Porträt 75 Tage nach ihrem Amtsantritt steht die neue CSV-DP-Regierung gehörig unter Zugzwang. Dem CSV-Premierminister ist es bisher nicht gelungen, die Frage um das Heescheverbuet in der Stadt Luxemburg einer für die Öffentlichkeit zufriedenstellenden Lösung zuzuführen. Luc Friedens Strategie, das Thema herunterzuspielen und als Medienminister der Presse zu raten, sie solle sich lieber mit den „Anstrengungen“ der Regierung in Bereichen wie Kaufkraft und Wohnungsbau beschäftigen, hat die Debatte nur noch verschärft. Vielleicht ist Friedens ungeschicktes Management auch darauf zurückzuführen, dass dem Staatsminister bis gestern noch kein chef de cabinet zur Seite stand, der ihn in politischen und kommunikativen Fragen berät. Der 30-jährige Michel Scholer ist erst am Mittwochvormittag aus Washington, D.C. zurückgekehrt, wo er in den vergangenen drei Jahren als Senior Advisor für den für Luxemburg (und 15 andere kleinere Staaten) zuständigen Executive Director beim Internationalen Währungsfonds (IWF) gearbeitet hat. 2017 war er unter Pierre Gramegna (DP) über das reguläre Staatsexamen für die obere Beamtenlaufbahn ins Finanzministerium gekommen, wo er zuständig für die Beziehungen mit dem IWF war. Sodass es nur folgerichtig war, dass er 2020 Nicolas Jost ersetzte, der Luxemburg vor ihm bei der Sonderorganisation der Vereinten Nationen vertreten hatte. Für die Stelle von Luc Friedens Stabschef qualifiziert Michel Scholer, dass er einen Bachelor in Politik mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen an der Uni Exeter und einen Master in politischer Ökonomie Europas an der London School of Economics absolviert hat. Und, dass er den richtigen Stallgeruch hat. Seine Großmutter (mütterlicherseits) war die CSV-Abgeordnete und Stater Gemeinderätin Ferny Nicklaus-Faber, die sich vorneh m l i ch f ü r Fam i l i e, Ki nd e r re chte, Gleichberechtigung und schärfere Gesetze gegen die Prostitution einsetzte. Vor rund zehn Jahren ist auch Michel Scholer der CSV beigetreten, weil er sich mit ihrem „ideologischen Background“ identifizieren konnte, sagt er am Dienstag in einem Telefongespräch mit dem Land. Seine Verbundenheit zur christlichen Soziallehre hat zu Beginn der Fluchtbewegungen aus Syrien 2015 den Ausschlag gegeben, dass er gemeinsam mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Amandine Rafael (die ihn nach Washington begleitete und dort für den Discounter-Giganten Lidl arbeitete) eine Kleidersammlung für Geflüchtete startete, die derart erfolgreich war, dass Premierminister Xavier Bettel (DP) die beiden am Nationalfeiertag 2016 für ihr Engagement mit dem Orden der Eichenkrone auszeichnete. In der Folge gründeten sie die gemeinnützige Vereinigung Narin, die sich in der Flüchtlingshilfe engagierte und an Schulen und auf Konferenzen für Gerechtigkeit und Toleranz

Michel Scholer am Mittwoch vor dem Staatsministerium

warb. Ein Jahr arbeitete Michel Scholer hauptberuflich für Narin, bevor er sein soziales Engagement aufgab und zum Staat wechselte. Ein „kaltes Herz“, wie einst seinem neuen Chef, kann man Michel Scholer demnach nicht bescheinigen. Wie er zum Heescheverbuet und zu anderen Themen steht, will er nicht preisgeben. Als hoher Beamter möchte er sich nicht zur politischen Aktualität äußern und so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit stehen. Mit den Grundzügen des CSV-DP-Regierungsprogramms könne er etwas anfangen, sagt Michel Scholer, was aber nicht bedeute, dass er als Bürger hinter „jedem Komma“ stehe. Er sei professionell genug, seinem Vorgesetzten dabei zu helfen, dessen Politik auch dann zu verteidigen, wenn sie nicht vollständig mit seinen eigenen Überzeugungen übereinstimmt. „Jeder Mensch hat Rechte, aber auch Pflichten“, sagt Michel Scholer. Obwohl er der CSV angehört, war er bislang nicht parteipolitisch aktiv. Gleichaltrige Politiker/innen wie Alex Donnersbach (CSV), Djuna Bernard (Grüne) oder Jana Degrott (DP) kennen und schätzen ihn vor allem wegen seines Engagements bei Narin, wo er jedoch nicht unter CSV-Flagge agierte. Michel Scholer wuchs in Dippach auf, im Lycée Michel Rodange optierte er für die Sprachensektion, als Jugendlicher spielte er Fußball beim UN Käerjeng 97 und zusammen mit Luc Friedens Sohn Philippe in der U-17-Nationalauswahl. Für andere Dinge sei ihm neben der Schule nicht viel Zeit geblieben. Michel Scholers diskreter Charme hat aber auch mit seiner sozialen Herkunft zu tun. Sein Großvater Nicolas baute den Lebensmittelladen seines Vaters zum nationalen Handelsketten-Imperium Monopol aus. Als die Regierung seinen Expan sionsdrang 1934 mit einem Filialenverbot eindämmte, verlagerte er seine Tätigkeit in die Industrie. Neben einer Farbenfabrik in Bascharage und einer Kühlschrankfabrik in Vianden produzierte er in Ettelbrück minderwertige und günstige Schusswaffen, die bei antikolonialistischen Guerilla-Kämpfern wie jenen des FLN in Algerien gefunden wurden. Noch nicht vollständig erforscht ist, ob die Sola (Société luxembourgeoise d’armes) Ende der 1950-er Jahre aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb einstellen musste oder ob sie auf Druck der französischen Regierung von den luxemburgischen Behörden geschlossen wurde (wie auf mehreren auf Waffen spezialisierten Internetseiten behauptet wird). Nachdem sein Exkurs in die Industrie gescheitert war, verlagerte Nicolas Scholer seine Aktivitäten in den Lebensmittelbereich, stattete seine Kaufhäuser mit Supermärkten aus und eröffnete die ersten Fast-Food-Ketten-Filialen in Luxemburg: Erst Wimpy, danach Quick, Pizza Hut, Chi-Chi’s und schließlich Exki. Mitte der 80-er Jahre übernahm Michels Vater Antoine Scholer dieses Geschäft, das er seit 35 Jahren als CEO der Happy Snacks S.A. leitet. Sein Onkel Pierre hat mit Happy Mex seine eigene Gesellschaft gegründet,

Der Premierminister und sein Stabschef verbringen viel Zeit miteinander. Gegenseitiges Vertrauen und uneingeschränkte Loyalität sind unerlässlich

die die Qosqo-Restaurants auf der Place d’Armes und auf Kirchberg betreibt. Michel Scholers Bruder Alexandre ist vor acht Jahren in die Geschäftsleitung von Happy Snacks eingestiegen, sein anderer Bruder Christophe vertritt den multinationalen Nahrungsmittelkonzern Mars in Brüssel. Als die Grands Magasins Monopol vor rund 15 Jahren den Betrieb einstellten, begann die Familie Scholer damit, ihre Immobilien, wie die in der Avenue de la Gare in der Hauptstadt und in der Escher Rue de l’Alzette, an Investoren zu verkaufen. Der zum Premierminister aufgestiegene Privatbeamtensohn Luc Frieden (sein Vater war stellvertretender Leiter des Service administratif et social der Arbed) umgibt sich gerne mit Angehörigen der Oberschicht. Seine Ehefrau Marjolijne Droogleever Fortuyn entstammt einem niederländischen Patriziergeschlecht, seine delegierte Ministerin Elisabeth Margue einer CSV-Notabelnfamilie aus der Hauptstadt. Für die Ernennung Michel Scholers zum Stabschef im Hôtel Saint-Maximin sei dessen Herkunft jedoch zweitrangig gewesen, heißt es aus der CSV. Scholer erzählt, er sei Frieden von „bestimmten Personen“ empfohlen worden. Von wem wollen aber weder er noch sein Chef auf Nachfrage verraten. Luc Frieden ist der erste CSV-Staatsminister, der sich einen chef de cabinet leistet. In Luxemburg eingeführt wurde der Posten 1974 von Gaston Thorn (DP), als er den damals 33-jährigen Paul Helminger zu seinem Berater machte. Jacques Santer und Jean-Claude Juncker (beide CSV) hatten erst Stabschefs, als sie EU-Kommissionspräsident wurden. Xavier Bettel beförderte 2015 den früheren RTL-Journalisten und Eldoradio-Chefredakteur Paul Konsbruck von seinem Kommunikationsbeauftragten zu seinem persönlichen Berater. 2021 löste der damals 30-jährige DP-Fraktionssekretär Jeff Feller Konsbruck ab. Der Premierminister und sein Stabschef verbringen viel Zeit miteinander. Gegenseitiges Vertrauen und uneingeschränkte Loyalität sind unerlässlich. Zu den Aufgaben des chief of staff gehören, den Terminplan seines Ministers zu koordinieren, ihm Dokumente zu beschaffen und ihn mit Informa-

tionen zu füttern. Unter Xavier Bettel schrieb der Stabschef auch wichtige Reden und übte sie mit ihm ein – Luc Frieden ist eigenen Aussagen zufolge auf diese Form von Beratung nicht angewiesen. Kaum ein Minister der CSV-DP-Regierung verzichtet inzwischen noch auf einen chef de cabinet. Nachdem Frieden Michel Scholer kurz nach den Wahlen kontaktiert hatte, führten sie ein längeres Gespräch, bei dem sie Gemeinsamkeiten entdeckten – unter anderem darin, wie sie „über bestimmte Dinge nachdenken oder Probleme angehen wollen“, erzählt Scholer dem Land. In seinem letzten, von Michel Scholer mit verfassten Staff-Report für 2023 hatte der IWF der Vorgängerregierung ein weitgehend gutes Zeugnis im Umgang mit den Folgen des Ukrainekriegs ausgestellt. In seinen Empfehlungen riet der Währungsfonds DP, LSAP und Grünen aber, kurzfristig die Steueranreize signifikant zu senken, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und den Inflationsdruck einzudämmen. Energiehilfen sollten sie gezielter einsetzen, die Investitionen in erneuerbare Energien hoch halten. Mittelfristig solle die Regierung sich ein Wachstumsziel setzen, ihre Ausgaben kontrollieren und ihr Pensionssystem reformieren, um finanziellen Spielraum zu behalten, heißt es in dem Bericht. Die Steuertabelle solle häufiger an die Inflation angepasst werden, ohne den Staatshaushalt dadurch zu belasten. Deshalb müsse die Effizienz und die Verteilungswirkung der Steuer- und Sozialsysteme verbessert werden. Um Wohnen erschwinglicher zu machen, riet der IWF, das Angebot durch das Vorziehen öffentlicher Wohnungsbauprojekte zu erweitern, die Baudichte zu erhöhen und Maßnahmen zu vermeiden, die die Nachfrage stärken. Die Lohnindexierung solle sich an der weniger volatilen Kerninflation orientieren, progressiv gestaffelt sein und das von den Gewerkschaften „Manipulation“ genannte Aussetzen von Index-Tranchen nach Regeln erfolgen, beziehungsweise an Wettbewerbsindikatoren gekoppelt werden. Manche dieser Empfehlungen äußert der IWF schon seit Jahren. Mit dem CSV-DP-Regierungsprogramm stimmen sie nur zum Teil überein. Im kompletten Widerspruch zum Koalitionsabkommen steht die Warnung des IWF von 2017, die Steuerreform von 2016 werde zwar die Inlandsnachfrage ankurbeln, die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage würden wegen der hohen Importe, auf die Luxemburg angewiesen ist, jedoch bescheiden sein. Diese Ausführungen bezogen sich auf Maßnahmen der Vorgängerregierung, doch sie lassen sich ohne Weiteres auch auf den Trickle-down-Ansatz der neuen CSV-DP-Regierung übertragen. 2017 war Michel Scholer noch nicht beim IWF. Er und der Premierminister seien nicht immer zu hundert Prozent auf einer Linie, aber bei einer Beratung gehe es ja nicht nur darum, den Gegenüber in seinen Ideen zu bestätigen: „Ech mengen, mär wäerten eens ginn“, sagt Michel Scholer. p


Vermittlung fehl, könnte die CGFP einen Streik vorbereiten. Davon spricht sie noch nicht, sondern von „gewerkschaftlichen Aktionen“. Und von einer politischen Lösung, die sie mit Beamtenminister Serge Wilmes (CSV) zu finden hofft. Seine Partei hatte ihr den Rücken gestärkt, als im Juli das Armeegesetz mit dem Bewertungs-Passus verabschiedet wurde. PF Nun an der Regierung

P O L I T I K

So viel Wachstum

Voraussichtlich 2025 finde die „große Rentendebatte“ statt, sagte Premier Luc Frieden im Parlament. Führen lassen will er sie anscheinend unter dem Stichwort des „vielen Wachstums“, das zur langfristigen Finanzierung nötig und eine Hypothek für jüngere Generationen sei: Neben den Sozialpartnern sollen auch die ParteiJugendverbände, das Jugendparlament und der Studentenverband Acel mitdiskutieren. Die Rentenreform von 2012 wurde mit der steigenden Lebenserwartung begründet: Wer in der Rente nichts einbüßen will, sollte länger arbeiten. PF Dead Man Walking

Die Krankmeldungen nähmen zu, die lohnabhängig Beschäftigten sollten „mehr in die Verantwortung genommen“ werden, sagte der Präsident der Handwerkskammer, Tom Oberweis, bei seinem Neujahrsempfang am Montag. Helfen könne ein „Karenztag“ ohne

Lohnfortzahlung oder deren Kürzung. Damit steht ein Untoter auf: Das Thema Krankenscheine, Karenztag und Krankengeld von Arbeitern hatte vor 20 Jahren die Handwerkerföderation vorangetrieben. Die Tripartite machte 2006 das Einheitsstatut für den Privatsektor ab, das 2009 in Kraft trat. Für den KurzzeitKrankenstand sollten vor allem die Betriebe in die Verantwortung genommen werden. Was nicht überall zu klappen scheint. PF Erhöhter Druck

Nachdem vor drei Wochen eine Schlichtung über die Bewertung für den nächsten Dienstgrad von Militärs die CGFP nicht zufriedenstellte (d’Land, 12.1.2024), will sie nun eine Vermittlung. Für die CGFP verletzt die Bewertung, die seit August im Armeegesetz steht, den 2022 abgeschlossenen Gehältervertrag für den öffentlichen Dienst. Weil es in einer Schlichtung um einen Konsens geht, dagegen in der Vermittlung ein Angebot gemacht wird, das beide Seiten akzeptieren können oder nicht, erhöht die CGFP den Druck auf die Regierung, aber auch auf sich selbst. Schlüge die

Da die juristische Prozedur gegen den Ex-Chef der Umweltverwaltung und die Oeko-Service Luxembourg s.a. (OSL) einen non-lieu ergab, bestehe kein Grund, den Vertrag mit OSL zum Betrieb der Superdreckskëscht nicht weiterzuführen, erklärte Umweltminister Serge Wilmes (CSV) dem Piraten-Abgeordneten Marc Goergen auf eine parlamentarische Anfrage. So fundiert das sein mag, so stark ist der Kontrast zu der politischen Aktion der CSV vor zwei Jahren gegenüber der damaligen grünen Umweltministerin Carole Dieschbourg (Foto: sb), nachdem reporter.lu von Dysfunktionen bei OSL berichtet und das Parlament festgestellt hatte, dass die Finanzierung der Superdreckskëscht nicht rechtens war. Die CSV hatte

damals verlangt, die Superdreckskëscht neu auszuschreiben. PF Le retour des refoulées

Khadija (21 ans) et Imen (23 ans), les deux filles cadettes de Salmi Taoufik, sont de retour au pays qui les a vues naître et dont elles ont été expulsées en avril 2003, alors qu’elles étaient toutes-petites encore. Le Tageblatt a révélé le weekend dernier que les deux Tuniso-bosniennes ont atterri au Grand-Duché le 15 novembre. « L’affaire Taoufik » reste comme une des pages les plus sombres des années Juncker-Frieden et de la « war on terror » au Luxembourg. Salmi Taoufik avait été arrêté suite à une vague de perquisitions (dirigée par André Kemmer, Frank Schneider et Marco Mille) dans les « milieux islamiques » le 31 mars 2003. Il n’y eut jamais de procès. Trois jours après la perquisition, Salmi Taoufik a été expulsé vers Tunis. « L’épouse et les enfants ont été expulsées avec lui. Que personne vienne nous dire que nous séparons les familles », déclarait alors Jean-Claude Juncker. À son arrivée à l’aéroport, Salmi Taoufik est détenu en secret et longuement torturé (38 jours) par les sbires du dictateur Ben Ali. « Sie legten mich in Ketten,

schlugen mich mit Stuhlund Tischbeinen am ganzen Körper und hängten mich mit dem Kopf nach unten an der Decke auf », témoigne-til en mai 2011, quelques mois après la chute de Ben Ali, à la Revue. Le gouvernement s’en lavait les mains. On n’aurait pas d’emprise « sur le déroulement des procédures judiciaires » dans lesquelles Monsieur Taoufik « a pu être impliqué en Tunisie », telle était la réaction officielle à l’article dans la Revue. Salmi Taoufik ne s’est jamais vraiment remis de son calvaire. Un documentaire lui a été consacré en 2018 (A Haunted Past, produit par Al-Jazira), dans lequel on voit Taoufik s’occuper seul de ses trois filles. 21 ans après, deux d’entre elles sont donc revenues dans leur pays natal. Elles sont arrivées pile deux jours avant l’assermentation de Luc Frieden comme Premier ministre. Leur première demande auprès de la Direction de l’immigration a essuyé un refus dès le 20 décembre, apprend-on dans Tageblatt. Elles ont déposé recours le 19 janvier. En parallèle, elles se sont adressées au ministre des Affaires intérieures, Léon Gloden (CSV), pour que leur cas soit reconnu comme exceptionnel. BT

Luxemburg abgeschlossen hat, bevor er als Anwalt zu Elvinger Hoss Prussen kam, wo der heutige CSVInnenminister Léon Gloden zwei Jahre zuvor Partner geworden war. 2012 wechselte Jean-Claude Neu als Berater in die CSVFraktion, wo er zehn Jahre blieb. Ganz überraschend kam sein Wechsel ins Finanzministerium nicht: Schon bei den Koalitionsverhandlungen war er Sekretär der CSVDelegation in der Arbeitsgruppe Finanzen und Steuern, die von Gilles Roth geleitet wurde. LL Berichtigung

Im Artikel „Transferperiode“ im Land vom 26.1.2024 hatten wir berichtet, dass Steve Faltz und Thierry Wagner, die zu den Gemeindewahlen im Juni für die LSAP kandidiert hatten, „unter Dan Kersch beziehungsweise Georges Engel“ zu hohen Beamten im Sportministerium ernannt wurden. Tatsächlich wurden beide unter Dan Kersch ernannt. Ferner trat die Öffentlichkeitsbeauftragte im Gesundheitsministerium, Laura Valli, für die LSAP nicht zu den Kammerwahlen an, sondern zu den Gemeindewahlen in Esch/ Alzette.

P E R S O N A L I E

Jean-Claude Neu,

früherer Rechtsexperte von Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), ist ins Finanzministerium von Gilles Roth (CSV) gewechselt, wo er Mitglied des Generalsekretariats geworden ist. Diese Stelle entspricht vielleicht eher seiner Ausbildung, die er 2008 mit einem Master in europäischem Bank- und Finanzrecht an der Uni

A wéi enger Sprooch war Ärt Buch? aPeter Feist Dass ADR-Fraktionschef Fred Keup sich im Parlament in Widersprüchen verstrickt, kommt vor. Am Dienstag in der von ihm beantragten Aktuellen Stunde zur „Diminution du nombre de personnes parlant le luxembourgeois“ machte er sich durchaus lächerlich. Kurz nachdem er begonnen hatte, über die „Erosion“ des Luxemburgischen zu referieren, die er einer Statec-Analyse zu den Ergebnissen der Volkszählung 2021 entnommen haben will, erlag er der Versuchung, sich selber zu zitieren und erwähnte das von ihm mit Tom Weidig verfasste Buch. „Op Däitsch!“, bemerkte die DP-Abgeordnete Corinne Cahen spitz, nach ihr Georges Engel von der LSAP, dann Meris Sehovic von den Grünen. Denn tatsäch-

lich ist an Mir gi Lëtzebuerg net op! nur der Titel Luxemburgisch. Keup drohte: „Déi, déi gelaacht hunn, déi dräi, véier, dat seet vill iwwer si aus. Alleguerten déi, déi hei nokucken, déi kënnen dat kucken.“ In Wirklichkeit sagte die Episode vor allem etwas über Fred Keup aus. Er ist nicht der charismatische Kopf der Luxemburger Neuen Rechten. Er kommt sich unterschätzt vor. „Schreift Dir mol Bicher, an da kucke mir weider!“, meinte er gekränkt. Ob das all jene, die die Sitzung im Streaming verfolgten, interessierte, ist die Frage. Vielleicht wollten sie mehr davon hören, wie „trotz des enormen Bevölkerungswachstums“ die „Zahl der Luxemburgisch Sprechenden um 30 000 abgenommen“

habe. Eigentlich wäre Fred Keup als studierter Geograf gut gestellt, um zu zeigen, wie Sprachen über Land miteinander konkurrieren und wie dabei das Luxemburgische unterliegt. Doch das gibt die im Dezember erschienene Publikation „Une diversité linguistique en forte hausse“ von Statec und Uni Luxemburg nicht her. Sie fasst zum einen zusammen, welcher Teil der Bevölkerung Luxemburgisch als „Hauptsprache“ nutzt: Er nahm zwischen 2011 und 2021 von 265 731 auf 275 361 zu, anteilig an der stark gewachsenen Bevölkerung nahm er ab. Ebenfalls rückläufig, von 323 000 auf 292 000, war die Zahl derer, die Luxemburgisch „üblicherweise“ daheim oder auf der Arbeit benutzen. Doch das bedeutet nicht, dass we-

niger Menschen als früher Luxemburgisch beherrschen. Vor diesem Schluss warnt die Publikation auf Seite 10 ausdrücklich. Weil das so offensichtlich ist und sich genug Beispiele anführen lassen, dass der Gebrauch des Luxemburgischen wächst – von den sozialen Medien über ausgebuchte Sprachkurse bis hin zur wachsenden Zahl von Büchern und Filmen auf Luxemburgisch –, konnten die anderen Fraktionen und Sensibilitäten mit wenig Mühe und gut verständlich zeigen, wie absurd Fred Keups Behauptungen waren. Gegen Ende der Aktuellen Stunde wollte er sich noch einmal äußern, schaute auf den neben ihm sitzenden Fernand Kartheiser, der winkte ab. Keup gab nach, er hatte verloren. p


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« J’ai assez donné » aInterview : Bernard Thomas

Le tout fraîchement retraité ministre des Affaires étrangères, Jean Asselborn, donne sa vue sur la guerre à Gaza. Il revient également sur son rôle dans les médias allemands et sa relation avec le LSAP Land : En passant en revue votre carrière politique, on se rend compte que le LSAP ne vous a pas fait de cadeaux : En 1998, le congrès socialiste vous préférait Lydie Err comme secrétaire d’État ; en 2013, Etienne Schneider s’imposait comme Spëtzekandidat et vous succédait comme Vice-Premier ministre. Vous n’en avez pas gardé rancune ? Jean Asselborn : Mais à qui le parti aurait-il jamais

fait des cadeaux ? Même des grands personnages comme Robert Krieps ont dû passer par le purgatoire. Au parti, c’est comme dans la vie : Il y a des hauts et des bas. Parfois on se retrouve à terre, alors il faut se battre. Mais je n’y pense plus. J’ai essayé de donner au parti ce qu’il attendait de moi. C’est-à-dire des voix ?

Après un an et demi à l’usine, vous devenez fonctionnaire communal à Steinfort, où vous commencez au bureau de la population. Un poste qui vous a probablement servi électoralement par la suite ? À l’époque, je connaissais toute la commune, aujourd’hui je connais tout le cimetière… J’étais chargé de délivrer les cartes d’identité qu’on rédigeait encore à la main. En juillet-août, les gens passaient à toute heure pour renouveler leurs papiers avant de partir en vacances. J’avais même un carnet à la maison. Je connaissais également tous ceux qui avaient perdu le droit de vote après la guerre, les « inciviques » qu’il fallait rayer des listes électorales. En parallèle, j’ai rattrapé quatre ans de lycée, puis commencé des études de droit. J’ai finalement obtenu ma maîtrise en 1981 à Nancy. Je suis content d’avoir acquis ce bagage universitaire. Pas tellement à cause du diplôme en lui-même, mais parce que cela m’a appris à travailler de manière un peu plus structurée. Lorsque vous êtes nommé ministre des Affaires étrangères en 2004, le diplomate Nicolas Schmit est placé à vos côtés comme secrétaire d’État et comme chaperon. On ne vous estimait pas capable d’endosser seul cette fonction ? Être sous-estimé, cela constitue toujours un avantage ! Mais Nicolas Schmit est un des Luxembourgeois qui connaissent le mieux l’UE. J’ai été nommé ministre en juillet 2004, et la présidence luxembourgeoise débutait le 1er janvier 2005. Je devais donc guider toute la politique étrangère de l’UE, comme c’était la règle jusqu’au traité de Lisbonne. L’Europe, c’était les plates-bandes de Juncker. Comment se passait la cohabitation avec le Premier ministre ? Il y a eu un petit couac au début, lorsqu’il m’a dit : « Rappelle-toi, Jang : La voix du Luxembourg, c’est moi ». J’avais un certain respect vis-à-vis de Juncker. Il était déjà quelqu’un, alors que je n’étais encore

Sven Becker

Oui, mais encore fallait-il les recueillir. Je suis devenu maire de Steinfort en 1982 et député en 1984, année où le LSAP a remporté onze sièges dans la circonscription Sud. J’ai donc eu beaucoup de chance. Mais quand je pense à mon parti, je pense surtout à mes origines : Je viens d’une famille ouvrière et j’étais moi-même ouvrier à Uniroyal. J’y ai travaillé en 1967-1968, et cela en trois-huit. Mes parents étaient d’ailleurs très déçus que j’arrête l’école. Ils ne voulaient pas que leur fils ait à porter un bleu de travail.

Jean Asselborn, ce lundi dans son home office à Steinfort

personne. Je me suis dit que pendant les cinq premières années, ma priorité allait être d’apprendre. Mais j’avais également déjà en tête qu’il y aurait, en 2012, le match pour faire élire le Grand-Duché au Conseil de sécurité des Nations unies. Je savais que la politique luxembourgeoise y gagnerait une autre dimension. Juncker n’était pas convaincu, mais il ne m’a pas freiné non plus. Et quand le Luxembourg a été élu, il m’a téléphoné pour me féliciter. Le défi, c’était de ne pas végéter dans l’anonymat, mais de montrer que nous pouvions jouer un rôle, tant dans l’UE qu’à l’ONU. Vous passez pour un bon client des médias allemands, auxquels vous avez accordé des centaines d’entretiens. Quand avez-vous décidé de bâtir ce réseau ? Nous n’avons pas de passé péjoratif. Nous n’avons jamais déclaré la guerre à personne. Nous n’avons pas eu de colonies… du moins pas directement. Je devais sonder jusqu’où je pouvais m’avancer dans mes déclarations. Là où je l’ai appris, c’était dans la matinale du Deutschlandfunk. J’y suis probablement passé une cinquantaine de fois. Le matin vers sept heures, j’étais assis ici dans mon bureau à attendre que le téléphone sonne, pour passer en direct dans une des émissions les plus écoutées en Allemagne. Le Luxembourg est quantité négligeable en termes géopolitiques. Cette absence de poids vous offrait une grande liberté de parole. Oui, mais cette liberté, il fallait l’utiliser. Vous disiez souvent tout haut ce que votre ami Frank-Walter Steinmeier pensait tout bas. Il y avait donc une sorte de division du travail avec votre homologue allemand ? Sur certains dossiers, je pouvais m’avancer plus loin que lui. C’était le cas pour Israël-Palestine et la Pologne, parfois aussi pour la Russie. Ces dernières vingt années, vous vous êtes beaucoup investi dans le dossier israélo-pa-

verbidden mer total, ze jugéieren, wéini ee muss ophale mat reagéieren oder net ».

« Lorsqu’il était encore temps d’avancer sur la solution à deux États, do huet sech kee Schwäin dofir interesséiert »

lestinien. Quelle a été votre première réaction aux massacres du 7 octobre ? Dès ce samedi matin, j’ai saisi que c’était une catastrophe pour les gens en Israël et que ce sera une catastrophe pour les gens à Gaza. Je me suis toujours dit que le jour où cela exploserait, ce serait horrible. Mais que ce soit horrible à ce point-là, je ne l’avais pas imaginé. Il n’y a pas un millimètre de justification pour ce qui s’est passé le 7 octobre. C’était de la barbarie sur le mode de l’État islamique ! Mais pense-t-on vraiment pouvoir exterminer l’idéologie qu’est le Hamas par des moyens militaires ? J’ai d’immenses problèmes avec cette prémisse. Plus de 25 000 personnes sont mortes à Gaza jusqu’ici, dont la moitié des femmes et des enfants. Même si les chiffres sont contestés, ils donnent un ordre de grandeur. On ne peut pas simplement dire que ce n’est pas à nous de décider quand les actions militaires doivent cesser. La communauté internationale s’est donné un droit ! Ce n’est pas acceptable qu’il n’y ait plus de proportionnalité entre une attaque et sa riposte. Ce n’est pas ce que semble penser Luc Frieden. Dans son interview du Nouvel An [enregistrée le 18 décembre], il disait : « Ech

Je ne vais pas commenter les déclarations de Luc Frieden. Il a son opinion, j’ai la mienne. Je l’ai clairement exprimée : Il faut un cessez-le feu d’au moins deux mois pour arrêter le carnage et libérer les otages. Les gens qui n’ont jamais été à Gaza ont du mal à s’imaginer la situation. Sur un territoire qui fait un septième du Luxembourg, les gens sont poussés d’un bout à l’autre. Ils ne savent plus où aller. Xavier Bettel estime que la réponse israélienne n’est plus proportionnée. En fait, il dit le contraire de Luc Frieden… Je vous en prie : Laissez-moi tranquille avec la politique luxembourgeoise ! J’ai quarante ans de politique nationale sur le dos. J’ai assez donné… La Cour internationale de justice (CIJ) appelle à protéger les Gazaouis contre « un risque réel et imminent » de génocide. Pensez-vous que cette ordonnance va amener certains pays à repenser leur position ? Vous vous rappelez que la même chose avait été décidée en 2022 par la CIJ pour la Russie. Netanyahu connaît ces précédents. Mais la décision influencera fortement la conscience du monde. Biden commence à faire pression pour que la guerre s’arrête. Mais nous savons pourquoi elle continue. Tant que durera la guerre, la responsabilité de Netanyahu dans ce qui s’est passé le 7 octobre restera au second plan. Les pays européens « didn’t give a fuck » à propos de la question palestinienne, c’est ce que vous avez récemment confié à un groupe de journalistes à Bruxelles. Vous ajoutiez : « There were two countries that tried to put it on the agenda, me and the Irish ». L’UE a commis une faute capitale. Ces dix dernières années, on ne croyait plus à une


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Jean Asselborn exhibant une fausse Une du Spiegel que lui ont offert des journalistes du magazine allemand


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solution à deux États. On l’a écartée, en se disant « ça roule ». Il n’y avait plus qu’une très petite minorité de pays à tenter, sans succès, de placer la question à l’ordre du jour du Conseil des affaires étrangères. Quand tout le monde dit aujourd’hui être pour la solution à deux États, cela me met en colère. Lorsqu’il était encore temps d’avancer, do huet sech kee Schwäin dofir interesséiert. On ne partageait même plus les deux paramètres de base, à savoir un État palestinien dans les frontières de 1967, avec Jérusalem-Est comme capitale. Cette division au sein de l’UE, quand est-elle apparue ? Immédiatement après le Brexit, quand Boris Johnson est devenu State secretary for foreign affairs. Elle s’est creusée par la suite. Netanyahu a un rayonnement politique très fort, également dans les pays européens. Certains ont fini par dire : « On n’est ni pour les uns ni pour les autres. On est au milieu, on ne s’en préoccupe plus. » Très peu d’États membres ont finalement réagi aux annexions en Cisjordanie. Ce qui était une grave erreur. L’UE défend les droits de l’Homme partout dans le monde. Elle doit prendre position pour les faibles. Un État palestinien est la seule solution pour qu’Israël puisse vivre en paix à l’avenir. Il n’y en a pas d’autre. Mais je doute que l’on y arrive aujourd’hui. Quand je suis devenu ministre, il y avait 300 000 colons en Cisjordanie et à Jérusalem-Est. Il y en a 700 000 aujourd’hui. Mais ces colonies ont été construites, elles pourront donc également être démantelées. Je me souviens des mots d’une survivante des attentats du 7 octobre que j’ai rencontrée : « Croyez-moi, une fois cette guerre terminée, le peuple israélien et le peuple palestinien voudront la paix ». Je place mon espoir dans les peuples. Mais on aura d’abord besoin d’élections en Israël, tout comme en Palestine. Le Hamas devrait-il avoir le droit d’y présenter ses candidats ? Je ne veux pas m’immiscer dans les histoires inter-palestiniennes qui sont très compliquées. Mais les Palestiniens ne peuvent pas continuer avec des dirigeants dont la légitimité remonte à 2005 ; ils le savent eux-mêmes. Tant du côté israélien que du côté palestinien, on aura besoin de dirigeants légitimés, capables de trouver une solution avec la communauté internationale. Ce sera très compliqué, j’en suis conscient. Vous avez été à plusieurs reprises à Gaza. Y avez-vous jamais rencontré des représentants du Hamas ? On ne rentrait pas à Gaza sans l’accord du Hamas. On passait par l’ambassade néerlandaise qui nous mettait à disposition des voitures sécurisées. À la frontière, on était pris en charge par des gens du Hamas, vêtus de noir, qui nous conduisaient à nos rendez-vous. Mais ils restaient silencieux. Je n’ai donc jamais discuté avec quelqu’un du Hamas. Au début des années 2010, le Luxembourg entretenait de bonnes relations économiques avec le Qatar, par ailleurs argentier du Hamas. Au sein du gouvernement, j’avais mis en garde contre le Qatar à l’époque. Le Qatar, l’image que j’en garde, c’est celle du père Al-Thani distribuant des millions de dollars à Gaza. Quand Benjamin Netanyahu négociait la libération d’otages, il le faisait avec le Hamas. En même temps, il faisait tout pour affaiblir l’Autorité palestinienne à Ramallah. Je n’irais pas jusqu’à dire qu’il a soutenu le Hamas. Mais c’est évident qu’il avait toujours en tête de saboter une solution à deux États. Vous avez investi beaucoup d’énergie dans la question proche-orientale. La Chine ne vous a par contre jamais vraiment intéressé. En tout cas, ce n’était pas une de vos priorités. Non, j’y étais trop souvent. Il fallait trouver la bonne tonalité, notamment sur Taïwan. Juncker par contre avait de bonnes relations avec Pékin. Je me rappelle notre visite d’État en 2006, lors de laquelle nous avons rencontré le président Hu Jintao au Palais du peuple. Seize ans plus

tard pendant le congrès du Parti communiste, le même Hu Jintao s’est fait escorter hors du même Palais du peuple. La politique chinoise du Luxembourg paraît assez opportuniste. En 2017, le Grand-Duché avait ainsi été un des premiers pays européens à joindre la « Belt and Road Initiative ». Ce n’était pas une décision du ministère des Affaires étrangères. Mais dans le « memorandum of understanding » que nous avons signé ne figure rien qui irait contre les intérêts du Luxembourg. Je comprends qu’on maintienne une relation. Si Trump gagne les élections, il fera tout pour exacerber les antagonismes avec la Chine. La pression sur l’Europe pour choisir entre Washington et Pékin augmentera encore d’un cran. Où nous situerons-nous alors comme UE ? La possibilité que Donald Trump remporte la présidentielle est très réelle. Ce serait une mauvaise nouvelle pour l’Ukraine. Poutine continuera sa guerre au moins jusqu’aux élections américaines. Trump a promis de résoudre le conflit en 24 heures. Concrètement, cela signifie qu’il dira à Zelensky : « Les territoires que les Russes détiennent actuellement seront russes. L’Ukraine n’accédera pas à l’Otan, mais elle pourrait toujours essayer de rejoindre l’UE. » Vous étiez assez proche de votre homologue russe, Sergueï Lavrov, au point de l’inviter à votre 60e anniversaire à Steinfort. Cette relation personnelle ne témoigne-t-elle pas d’une certaine naïveté ? Oui, Lavrov était ici à Steinfort en 2009. Avec Steinmeier, on est allés manger à « La Petite Mar-

mite », un restaurant qui n’existe plus et où se trouve aujourd’hui une pharmacie. Vous parlez de naïveté… Oui, après coup, peut-être. Mais on vivait dans un autre monde à l’époque. Les Européens faisaient tout pour établir une normalité avec les Russes. C’était pratique courante, cela n’avait rien d’extraordinaire. Ok, la Pologne et les pays baltes restaient plus méfiants, mais ils allaient eux aussi à Moscou. Quand la Crimée a été annexée, un monde s’est effondré pour moi. En 2022, je n’aurais jamais cru que Poutine piétinerait tout ce que nous lui avions offert jusqu’à la dernière minute. En mars 2002, vous souhaitiez sur Radio 100,7 que Poutine soit « physiquement éliminé ». Comment une telle bourde a-t-elle pu vous arriver ? Parce que je suis un être humain ! Quelques minutes avant de donner l’interview j’avais vu les images des bombardements sur Kharkiv. Une pensée m’a alors traversé la tête : « Deen Putin muss ewech ». Après l’interview, j’ai immédiatement reconnu que j’avais commis une erreur. Le fait que vous avez longtemps mené le hitparade des politiciens les plus populaires était sans doute lié à votre statut quasi-extraterritorial. Vous vous êtes très peu immiscé dans la politique nationale. Après 2013, je n’étais plus Vice-Premier ministre et j’ai décidé de me concentrer sur la politique étrangère. C’était un choix : On ne peut faire de la politique étrangère à un niveau élevé dans l’UE et à l’ONU, tout en suivant de près la politique gouvernementale. En 2013-2014, j’ai été quatorze fois à New York au Conseil de sécu-

rité ! Mais vous semblez oublier que j’avais aussi la Direction générale de l’immigration dans mes attributions. Quand il y avait des décisions à prendre sur des expulsions, je passais des nuits sans dormir. Vous cherchiez surtout les arrangements. Ce pragmatisme a été critiqué comme arbitraire, comme des faits du prince. C’était difficile, très difficile pour moi. Chacun avait mon numéro de téléphone. Des gens m’appelaient tout le temps pour telle ou telle famille. Alors que faire ? Que voulez-vous que je vous dise ? En cas de doute, j’étais pour les réfugiés. Toujours. Mais vous vous mettiez ainsi dans une position intenable, non ? Aucun autre ministre de l’Immigration européen ne se trouve dans une telle situation. Mais on est au Luxembourg. On ne règle pas les problèmes de manière théorique. À la fin du compte, c’est toujours le ministre qui doit trancher. J’ai probablement occupé ce ressort pendant trop de temps. Vous avez un moment hésité à vous présenter aux prochaines élections européennes. Ce qui aurait significativement augmenté les chances du LSAP de récupérer le deuxième siège. Mon idée initiale était de siéger quelques mois à la Chambre, puis de me présenter aux européennes. Mais j’ai senti que je n’avais plus la motivation ni l’énergie. Je vais avoir 75 ans l’année prochaine. Si tout va bien, j’aurai encore droit à dix ans. Il fallait que je m’éloigne de la politique. p


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ZU FA L LS G E S P R ÄC H MIT DEM MANN IN DER EISENBAHN

Der Auftrag „Triple-A“ bescheinigt, wie trefflich eine Regierung den Vermögenden behagt. Das engt den Spielraum der Regierenden ein. Charisma, politisches Gespür, Kompetenz werden entbehrlich. Die Regierungsmannschaft der CSV besteht schlicht aus den Erstgewählten der Bezirke. Premier Luc Frieden will regieren „wéi de Chef vun engem Betrib“ (RTL, 1.1.24). Er war noch nie Chef eines Betriebs. Er saß in Verwaltungsräten. Im Wahlkampf musste Elisabeth Margue an seiner Seite jung sein. Die Bemühung wurde mit dem Justizministerium belohnt. Am Regierungstisch sitzt ihr gegenüber Landwirtschaftsministerin Martine Hansen. Sie hatte Margue dem Gericht ausgeliefert, um den Parteivorsitzenden zu stürzen. Finanzminister Gilles Roth half dabei. Den Ruf hat er seit 2013. Der Umweltminister soll eine Pause einlegen. Serge Wilmes kann das vortrefflich. Innenminister Léon Gloden hat das politische Gespür eines Luc Frieden. Arbeitsminister Georges Mischo hat einen Dienstwagen mit Fahrer. Die Ausnahme ist Sozialministerin Martine Deprez. Sie war keine Erstgewählte. Sie kandidierte nicht. Sie kam trotzdem in die Regierung. Weil sie einen Auftrag zu erfüllen hat. Der Auftrag steht in Garantir des finances publiques, des pensions et une protection sociale soutenables pour toutes les générations. Die Wahlkampfbroschüre der Handelskammer erschien im Februar 2023. Im Februar 2023 verpuppte sich Handelskammerpräsident Frieden zum CSV-Spitzenkandidaten. „Une réforme du système de pensions devra être mise en œuvre dès le début de la mandature, soit 2024.“ Verlangte die Handelskammer (S. 30). „Die Gespräche werden im Frühjahr starten.“ Kündigte Martine Deprez an (Land, 5.1.2024). Das Wahlprogramm der CSV hatte noch beruhigt: „Hier besteht langfristiger Handlungsbedarf“ (S. 15). Die Handelskammer verlangte: „Favoriser la constitution de pensions complémentaires pour les salariés qui le souhaitent en relevant les limites de constitution des 2ème et 3ème piliers“ (S. 31). Das Koalitionsabkommen kündigt an (S. 101): „[U]ne promotion accrue du deuxième et troisième pilier de prévoyance vieillesse sera analysée, notamment par une amélioration des allégements fiscaux.“ Besser verdienende „Talente“ erhalten zum Dienstwagen eine betriebliche Zusatzpension. Sparer legen seit Jahren überschüssiges Geld in private Zusatzpensionen an. Beamtinnen, mittlere Angestellte und Selbständige dürfen auf dem Küchentisch „fiscal engineering“ spielen wie die Gafam. Mit steuerbegünstigten Lebensversicherungen, Bausparverträgen und privaten Zusatzpensionen. Auf Kosten anderer Steuerzahler. Die meisten Leute haben Angst vor Mathematik. Sie halten die Sozialministerin für kompetent. Weil sie Mathematikerin ist. Mathematik im Rentenwesen sind aktuarische Berechnungen. In der gesetzlichen Pflichtversicherung beruhen aktuarische Berechnungen auf demografischen Vorhersagen. Diese sind der Astrologie näher als der Astronomie. CSV-Premier Jean-Claude Juncker prophezeite am 7. Mai 1997 eine Rentenmauer: „Déi Mauer waart op eis den 1. Januar 2015.“ Die gesetzliche Rentenversicherung nimmt jährlich sieben Milliarden Euro Beiträge ein. Dürften Banken und Versicherungen einige Milliarden abzweigen, ließen sich schöne Geschäfte machen. Die Angst vor einer neuen Rentenmauer hilft, den Leistungsabbau der gesetzlichen Rentenversicherung zu beschleunigen. Und so den Banken und Versicherungen neue Kunden für Zusatzpensionen zuzutreiben. 1999 wollte die DP weitergehen. Mit der „Einführung eines Kapitaldeckungsverfahrens“ (Eng Allianz mam Bierger, S. 53). Am Ende stünde der amerikanische Traum von kommerziellen Pension funds. Die gesetzliche Altersabsicherung als Geschenk an die Fongenindustrie. Nun wagen CSV und DP kleinere Schritte. Martine Deprez soll die Rolle einer neuen Marie-Josée Jacobs spielen: unbestimmtes Alter, unbestimmter Haarschnitt, bodenständig, tatkräftig, „riicht eraus“. Eine wackere Christlich-Soziale soll Vertrauen einflößen in den Auftrag der Handelskammer. p ROMAIN HILGERT

POLITIK 02.02.2024

De Gaza à La Haye en passant par la Coque aPierre Sorlut « Un jugement historique », entend-on dans le Journal de RTL Télé vendredi. Dans la matinée, la Cour internationale de justice a reçu la plainte sud-africaine contre Israël pour génocide. Dans une ordonnance intermédiaire avant de statuer sur le fond, le principal organe judiciaire des Nations unies enjoint Israël de prendre toutes les mesures nécessaires pour ne pas commettre, et prévenir tout risque, de génocide dans son action militaire sur la bande de Gaza. Est aussi demandé à l’État hébreu de favoriser l’aide humanitaire. La CIJ publie un décompte morbide de 25 700 Palestiniens tués, 63 000 autres blessés, 360 000 logements touchés et environ 1,7 million de personnes déplacées à l’intérieur du territoire de Gaza, lequel compte 2,3 millions d’habitants. « 93 pour cent de la population de Gaza — proportion sans précédent — atteint des taux de famine critiques, car la nourriture est insuffisante et les niveaux de malnutrition sont élevés », écrivent encore les juges. Le reportage de RTL dure trente secondes. Celui consacré à l’incendie de la mairie de Junglinster, 3 minutes 30. Dans le Wort, une dépêche DPA de quelques lignes est placée au bas d’une page internationale, une colonne associée à une photo de décombres à Gaza. En filet juste à côté, une dizaine de lignes relevant la possible implication de « plusieurs » salariés de l’agence des Nations unies pour les réfugiés palestiniens, UNRWA, dans les attaques du Hamas sur le territoire israélien le 7 octobre. 1 200 personnes ont été tuées ce jour-là et 240 prises en otages. Le principal quotidien du pays est résolument tour-

né vers Junglinster où, heureusement, aucun blessé n’est à déplorer. Dans un communiqué diffusé dans les minutes qui ont suivi le jugement de la CIJ, le parti Déi Lénk a pris la mesure de l’événement : « Il y a un risque de génocide dans la bande de Gaza. Même le juge israélien ad hoc a confirmé ce risque. » Le parti de la gauche invite le gouvernement à respecter son obligation de prévenir tout génocide et à « enquêter pour savoir si des résidents ou des citoyens luxembourgeois participent à d’éventuels crimes de génocide dans la bande de Gaza ». Pour Déi Lénk le terme « génocide ne doit plus être tabou » lorsque la guerre menée par Israël dans la bande de Gaza est évoquée, y compris « dans les prises de parole de nos responsables politiques ». Ce lundi, le Comité pour une paix juste au Proche-Orient (CPJPO) a diffusé une lettre envoyée à la Fédération luxembourgeoise de Handball. Au cours des matches opposant le Grand-Duché à Israël les 17 et 18 janvier, des personnes voulant sensibiliser au drame humanitaire à Gaza se sont fait confisquer leurs drapeaux palestiniens et leur banderole « Boycott Israël ». Le CPJPO s’étonne que la Fédération de Handball (FLH) ait donné instruction d’interdire les autres drapeaux que ceux des nations jouant sur le terrain. « Les risques d’émeutes n’ont pas leur place dans le handball ou le sport en général. Ils ont été minimisés et toute déclaration politique a été interdite. Cela s’appliquait également à la délégation israélienne », répond

la FLH aux questions du Land. Pas de politique dans les stades ? Le CPJPO rétorque que les fédérations sportives européennes ont interdit dès 2022 à la Russie de participer à leurs compétitions. Selon des témoignages collectés par le CPJPO, des gardes israéliens armés ont intimidé des spectateurs-militants. « Nous n’avons pas connaissance d’hommes armés dans les tribunes ! », répond le porte-parole et vice-président de la FLH, Eric Ewald. Cette semaine, les États-Unis, l’Allemagne, l’Autriche et le Japon, quelquesuns des principaux donateurs de l’UNRWA ont annoncé suspendre leur financement à cette organisation employant 13 000 personnes à Gaza, majoritairement palestiniennes (30 000 dans la région). Douze d’entre elles auraient participé aux attaques du 7 octobre, selon les renseignements israéliens. Le Luxembourg maintient ses engagements envers l’UNRWA, aumoins dans l’attente des résultats de l’enquête, comme l’a soutenu le ministre des Affaires étrangères à la Chambre mardi : « On ne peut pas condamner tout l’organisation. Croyez-moi, sans eux, le désastre serait plus grand encore », a martelé Xavier Bettel. En ce début de semaine, un éditorialiste de Haaretz réagit à la participation de membres du gouvernement israélien à une conférence sur la colonisation de Gaza et à leurs prises de position : « the right is demanding the ethnic cleansing of the Gaza Strip, the expulsion of its Palestinian population and the establishment of Jewish settlements in place of the Palestinian cities and villages that the military has destroyed ». p


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Nah am „Feindesland“ aLisa Schneider

Eine militärische Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah wird immer wahrscheinlicher. Eine Reportage aus Schlomi und Haifa

Schlomi und dem Norden Evakuierte, sollen sie so jemals in ihre Häuser zurückkehren? Diese Frage stellt man am besten Lutzi Yossif, Generalmanager der Gemeinde. Die Raketen sind das eine Problem, erklärt er. Das größere seien aber Anti-Panzer-Lenkwaffen. Die Hisbollah soll über Tausende verfügen, eine genaue Zahl ist nicht bekannt. Sie stammen aus sowjetischer, russischer und iranischer Produktion. Raketen, erklärt Yossif, lösen einen Alarm aus – ein Geräusch, mit dem in Israel wohl beinahe jeder vertraut ist. Zwar hat man in Schlomi, weil die Grenze und damit auch der Abschussort der Raketen so nahe ist, weniger als eine Minute Zeit, um einen Luftschutzraum aufzusuchen. Doch wie in den meisten israelischen Städten gibt es Schutzräume in jeder Nachbarschaft und vielen Wohnhäusern. Schon seit Jahren ist dieser bei Neubauten verpflichtend. Die Anti-Panzer-Lenkwaffen lösen keinen Alarm aus, sind fortschrittlicher und treffen genauer, fliegen aber viel weniger weit als Raketen. Dass gerade Schlomi seit dem 7. Oktober wiederholt von Anti-Panzer-Lenkwaffen beschossen wird, hat einen praktischen Grund: Während die Grenze zwischen dem Zedernstaat und Israel bis Schlomi recht gerade auf dem Gipfel der Hügelkette verläuft, nimmt sie westlich der Stadt eine scharfe Biege den Hügel hinab. Wer sich dort auf libanesischem Boden befindet, hat den Vorteil des unbehinderten Blicks hinab ins Tal – ein idealer Abschussort, denn um eine Anti-Panzer-Lenkwaffe abzufeuern, muss das Ziel in Sichtlinie liegen.

Lisa Schneider

Vom Falafel-Shop in Schlomi aus sieht man in den Libanon

In der Kleinstadt Schlomi ist es beinahe ganz still. Die Blätter eines Grapefruitbaums rascheln im Wind. Eine Drone surrt leise, aber konstant am Himmel. In den Vorgärten gepflegter Einfamilienhäuser stehen Stühle, Schaukeln, Wäscheständer. Niemand benutzt sie. Die Türen der Häuser sind geschlossen, Menschen scheint es hier nicht zu geben. Auf dem Boden neben dem Grapefruitbaum – die Saison beginnt in Israel Ende Oktober – liegen verfaulende Früchte, ihre hell -orangene Schale ist von weiß-grünem Schimmel überzogen. Niemand hat sie in den vergangenen Wochen aufgelesen. Seit Mitte Oktober ist Schlomi größtenteils evakuiert. Etwa 9 000 Menschen leben normalerweise dort, in der nördlichsten Kleinstadt Israels, noch 1 000 sollen geblieben sein. Auch das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Einer der wenigen geöffneten Läden verkauft Falafel und Pommes an die derzeit vielen, nahe der Stadt stationierten Soldaten. Zwischen der Gemeindegrenze Schlomis und der Demarkationslinie, die Israel und den Libanon trennt, liegen gerade einmal 300 Meter. Blickt man von Schlomi aus Richtung Norden, ist sie unübersehbar. Hinter der Stadt erhebt sich eine bewaldete Hügelkette und entlang des Gipfels zieht sich eine Sperranlage: Bis zu neun Meter ist ihre Mauer hoch, in der Sonne leuchten die aneinandergereihten hellen Betonblöcke über den Bäumen. Seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Zivilistinnen und Zivilisten in Südisrael am 7. Oktober kämpft das Land an drei Fronten:

Die Resolution 1 701 wurde nie erfüllt: Israel zog zwar seine Bodentruppen ab, verletzte aber immer wieder den libanesischen Luftund Seeraum. Die Hisbollah blieb bewaffnet, und baute ihren Staat im Staat im Libanon weiter aus

Gegen die Hamas im Gazastreifen – in einer hart geführten Offensive, deren hohe Zahlen ziviler palästinensischer Opfer für massive Kritik an Israel sorgt –, gegen islamistische Gruppen im Westjordanland, und gegen den Verbündeten der Hamas im Nachbarland Libanon, die Schiiten-Miliz Hisbollah. Die erste Rakete aus dem Libanon wurde am 9. Oktober abgefeuert, über 750 weitere kamen seitdem hinzu – und der Beschuss hört nicht auf. Zwar werden etwa 90 Prozent der Raketen vom Schutzsystem Iron Dome abgefangen, oder landen in unbesiedeltem Gebiet, dennoch kamen in Nordisrael bisher 15 Menschen durch Beschuss ums Leben. Wie, fragen sich viele aus

Wer in Schlomi lebt, sieht sie jeden Tag. Warum gibt es – so nah am „Feindesland“, denn Israel und der Libanon haben bis heute keinen Friedensvertrag – überhaupt eine Stadt? Normalerweise sei es hier ganz ruhig, sagt Yossif. Am vergangenen Pessach flogen ein paar Raketen, erklärt er lapidar, aber sonst sei in den letzten bald zwanzig Jahren doch kaum etwas passiert. In Schlomi hatte sich Moran Cohen immer sicher gefühlt – bis zum 7. Oktober. Mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern lebt die junge Frau nun in einem Hotel in Haifa. Eine von Tausenden Evakuierten aus Schlomi, die der israelische Staat auf Haifa, Jerusalem und das zentralisraelische Tiberias verteilt hat. Die meisten von ihnen leben in Hotels, manche sind in angemieteten Wohnungen oder bei Freunden und Verwandten untergekommen. Der Staat bezahlt die Hotelzimmer und Appartements, und wer diesen Service nicht benötigt, erhält den Betrag aufs Konto. Der Parkplatz neben dem Hotel ist voll, auf den ersten Blick könnte es auch einfach eine besonders geschäftige Wintersaison erleben. Doch Symbole des normalen Alltagslebens finden sich überall im Gebäude: Etwa in einem der oberen Stockwerke, wo auf einem Wäscheständer Kleidung im Gang trocknet. Die Tür daneben steht offen. Wer hineintritt, befindet sich im temporären Zuhause der Familie Cohen: Zwei Zimmer, zu Betten ausgeklappte Sofas, eine Küchenzeile mit Kochplatte. Insgesamt misst die kleine Suite wohl nicht mehr als 30 Quadratmeter, auf allen Oberflächen liegen Kleidung und Spielzeug. „Was im Süden passiert ist, hätte auch im Norden passieren können“, sagt Cohen. Deswegen seien sie gleich am Tag nach dem Angriff in Südisrael nach Haifa geflohen. „Damals war noch Sommer“, sagt sie. „Wir hatten Badesachen und Kleider dabei, wir waren oft am Strand, es fühlte sich an wie ein kurzer Urlaub.“ Doch

dann hielt der Krieg an, die Raketen und Anti-Panzer-Lenkwaffen flogen weiter, und aus dem heißen Sommer wurde ein milder Winter. „Wir mussten Kleidung kaufen für die Kinder, wir hatten nichts dabei“, erzählt sie. Hilfe – auch bei der Kinderbetreuung – bekommt Cohen von den anderen Menschen im Hotel. Alle unterstüzen sich gegenseitig, das gefällt ihr. „Das ganze Hotel ist nur bewohnt von Menschen aus Schlomi“, erzählt sie. Eine komprimierte Kleinstadt auf 165 Zimmern. Die enge Gemeinschaft schätzt sie auch an Schlomi – ebenso wie die Steuererleichterungen der Regierung. Wer dorthin zieht, spart Tausende Schekel. So will die israelische Regierung mehr Menschen aus den Ballungsgebieten in Mittelisrael in den Norden locken. Das Haus, das Cohen und ihr Mann gekauft haben, liegt im Neubauviertel Schlomis. Es befindet sich direkt unter der Grenze, am Fuße des Hangs. Schlomi soll wachsen, erklärt Stadtmanager Yossif, 1 000 Menschen pro Jahr zuziehen, aus der Klein- eine Großstadt werden. Vor allem das Neubauviertel, in dem auch Cohens Haus steht, soll erweitert werden – Richtung Grenze. Das Haus, das am nächsten an der Demarkationslinie gebaut werden soll, sagt Yossif, werde gerade einmal 130 Meter davon entfernt stehen. Dass der Krieg mit der Hisbollah und die Gefahr an der Grenze diese Pläne zunichte machen könnten, glaubt er nicht. Der Konflikt mit der Schiiten-Miliz im Libanon schwelt, doch er kocht selten richtig hoch – zuletzt im Sommer 2006. Damals entführte die Hisbollah zwei israelische Soldaten, wenig später marschierten israelische Bodentruppen im Libanon ein. Nach über 1 200 Toten auf libanesischer und 165 auf israelischer Seite leitete die Resolution 1 701 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen einen Waffenstillstand und damit das Ende des Krieges ein. Die Resolution fordert: Israels Truppen müssen sich aus dem Libanon zurückziehen. Außer dem libanesischen Staat darf es keine bewaffnete Macht im Libanon geben. Und zwischen der Südgrenze zu Israel und dem Litani, ein Fluss der horizontal durch den Südlibanon verläuft, muss eine Zone frei von bewaffneten Kräften, außer des libanesischen Staates sowie der Unifil-Truppen, bestehen. Die Truppen der United Nations Interim Force im Libanon beobachten seit Ende der Siebziger Jahre die Grenze. Die Resolution 1 701 wurde nie erfüllt: Israel zog zwar seine Bodentruppen ab, verletzte aber immer wieder den libanesischen Luft- und Seeraum. Die Hisbollah blieb bewaffnet, und baute ihren Staat im Staat im Libanon weiter aus. Ihre Kämpfer sind besser ausgebildet, ihr Waffenarsenal größer und fortschrittlicher als 2006. Der Rückzug hinter den Litani fand niemals statt. Für die Zukunft Nordisraels und des Südlibanon, sagt Yossif, gebe es zwei Optionen: Eine Erneuerung und freiwillige Umsetzung der Resolution seitens der Hisbollah. Oder ein Zurückdrängen der Miliz, durch eine Invasion des Südlibanon. Die größere Distanz würde es ihr unmöglich machen, weiter Anti-Panzer-Lenkwaffen auf Nordisrael zu feuern. Dass die Hisbollah aus freien Stücken hinter den Litani verschwinden wird, ist unwahrscheinlich. Und dass eine militärische Eskalation immer wahrscheinlich wird, zeigt auch eine Aussage des Verteidigungsministers Yoav Gallant vom Montag: Die Kräfte im Norden würden verstärkt, und „bald in Aktion treten“. Bis Cohen wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren kann, wird es wohl noch dauern. p


Sven Becker

Notes salées aFrance Clarinval

Après le grand spectacle, la participation du Luxembourg à l’Eurovision fait débat. L’addition s’élève à plus d’un million d’euros, payés par le contribuable

« Nous sommes venues pour encourager notre prof de français. Elle joue le piano dans le groupe One last Time », trépignent trois adolescentes dans le foyer de la Rockhal. Il n’est pas encore 19h, samedi, que le public se presse en nombre dans un mélange d’impatience et d’excitation. La foule est bien plus hétéroclite et difficile à qualifier qu’à n’importe quel autre concert. Il y a des familles avec des enfants, parfois des petits enfants, des groupes de jeunes, des couples grisonnants, quelques jeunes gens aux tenues extravagantes. Beaucoup arborent des T-Shirts à l’effigie de leur concurrent préféré, certains ont confectionné des pancartes ou des bannières. Des centaines de petits drapeaux luxembourgeois (et quelques européens) sont agités, distribués par le seul stand de merchandising du hall, celui de Let’s make it happen. Le slogan #Luxembourg12points figure sur des vêtements et des badges. À l’entrée VIP, des photographes font le pied de grue pour voir passer, non pas des stars de la musique, mais quelques personnalités politiques. Le ministre de la Culture, Eric Thill, dit tout le bien qu’il pense de la participation du Luxembourg à l’Eurovision Song Contest (ESC) au micro de RTL. Vu l’ampleur du dispositif et des retombées espérées, il se déplace aussi avec sa casquette de ministre du Tourisme. Suivront quelques têtes connues, tous partis confondus, comme Jean-Louis Schlitz, Claude et Isabelle Wiseler ou Georges Engel. Le Premier ministre Luc Frieden qui se fait un peu fait attendre (et on l’a vu marquer le tempo de la tête pendant certaines chansons) est accueilli par Christophe Goossens, le patron de RTL Luxembourg. Le ministre des Affaires étrangères, Xavier Bettel, qui a largement œuvré pour cette participation est revenu dare-dare de sa visite de travail au Japon pour assister au grand show. Et du grand show il y a eu. Avec tous les superlatifs que cela comprend. Jamais une scène aussi grande n’a été construite à la Rockhal. Elle prend d’ailleurs beaucoup de place : en capacité pleine, plus de 6 000 personnes peuvent assister à des concerts alors que le public de samedi se limitait finalement à 1 600 personnes. (Les tickets, proposés entre 44 et 80 euros ont été vendus en une poignée d’heures). Des écrans LED en veux-tu, en voilà, un parquet lumineux, des rampes de lumières dignes de Las Vegas, des bras de caméras longs de plusieurs mètres… La production s’est donné de grands et gros moyens pour en mettre plein la vue aux spectateurs. Nostalgie Cette grand-messe marque le retour du Luxem-

Désirée Nosbusch, pendant les répétitions samedi après-midi

bourg dans la compétition ESC après trente ans d’absence. Cela valait bien les effets de lumières, de couleurs, de fumigènes, de paillettes et mêmes de flammes. Et ce retour va de pair avec une certaine nostalgie quand Anne-Marie David, puis Vicky Leandros ont entonné les titres qui ont rapporté deux victoires luxembourgeoises à ce qui s’appe-


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lait encore le Grand Prix Eurovision de la Chanson : Tu te reconnaîtras (1973) et Après toi (1972). Au rayon hommage encore, l’ensemble des finalistes luxembourgeois a chanté Poupée de cire, poupée de son qui, signée Serge Gainsbourg et interprétée par France Gall, représentait la deuxième victoire du Grand-Duché en 1965. Clin d’œil au passé toujours, « Madame Eurovision », Désirée Nosbusch, reprenait son rôle de présentatrice, quarante ans après avoir animé la dernière finale de l’Eurovision organisée au Luxembourg en 1984, alors qu’elle n’avait que 19 ans. À ses côtés les présentateurs de RTL Radio Raoul Roos et Loïc Juchem et l’influenceuse Melody Funck, plus connue pour ses robes extravagantes que pour ses qualités oratoires, ont assuré le rythme et le ping-pong nécessaire de ce genre de prestation. Les huit finalistes se sont succédés à bon rythme, tantôt accompagnés de danseurs et danseuses dans des chorégraphies nerveuses et sautillantes, tantôt avec le micro comme seul adjuvant (ce sont eux qui ont eu le dernier mot sur cet aspect, nous informe-t-on). On a vu beaucoup de cuir et de latex, des robes à froufrous, des gants en dentelle, un seul costume rouge (celui d’Edsun), des tops en résille et en sequins, des cuissardes et des talons hauts… Des looks sortis des années 1980-90, en accord avec les styles musicaux qui fonctionnent dans cette compétition. « Dans ce genre d’émission, il faut avoir des choses à montrer pendant les périodes où le public vote. On a contacté des anciens gagnants et on a engagé ceux qui acceptaient un cachet raisonnable », détaille face au Land David Gloesener, responsable des programmes à RTL Radio et responsable de l’Eurovision. Quatre anciens lauréats – l’Ukrainienne Ruslana, la Britannique Katrina, le Norvégien Alexander Rybak et la Suédoise Charlotte Perrelli – apportaient une dimension internationale à la soirée. L’enthousiasme du public, applaudissant debout, criant le nom des artistes, agitant banderoles et drapeaux, envoyant des dizaines de messages et images sur les réseaux sociaux, prouve que la sauce a pris. Au terme, des votes du public et de ceux d’un jury international, composé d’anciens participants, de producteurs de musique et autres professionnels proches de l’univers ESC, Tali a été désignée gagnante avec le titre Fighter. Cette chanson est un hymne pop en français et en anglais aux envolées latino qui collent à l’air du temps et aux changements de tonalité propices à la bravoure. Après les larmes, les mots lancés un peu vite (un « what the fuck » lui a valu des remarques en ligne), la maladresse due à l’émotion (elle fait tomber le trophée), elle achève le show en reprenant sa chanson que tout le monde fredonnera le reste de la soirée. La mélodie est entêtante, preuve que « ça va marcher » aux dires des habitués.

« The song is about being a ‘fighter’ in life. We all deal with things in life; the song is about coping with difficulties », cite Times of Israel. Difficile de ne pas penser à d’autres combats, d’autres combattants, en guerre dans le pays d’origine de la chanteuse où son frère est actuellement à l’armée, selon le journal israélien Haaretz. L’Eurovision se revendique « apolitique ». Mais c’est une illusion. Samedi à la Rockhal, la chanteuse ukrainienne Ruslana arborait discrètement les couleurs de son pays sur un foulard porté au poignet. Tout aussi discrètement, Anne-Marie David affichait un petit ruban jaune sur sa poitrine, signe de soutien aux otages israéliens détenus à Gaza. En 2019, lors du concours à Tel Aviv, le groupe Hatari d’Islande a montré des drapeaux palestiniens, ce qui a valu une amende à la radio islandaise. Cette année, Bashar Murad, d’origine palestinienne figure parmi les dix autres finalistes pour représenter le pays nordique alors que des appels au boycott ont été lancés en Finlande, au Danemark ou en Islande, pour qu’Israël ne pas participe pas au concours. « Ce choix de chanson est une coïncidence », explique David Gloesener chez RTL. Le titre n’a pas été écrit pour Tali, ni dans les circonstances actuelles. Fighter est un pur produit destiné à l’Eurovision. Il a été composé par Manon Romiti (autrice pour Jenifer), Silvio Lisbonne (qui a écrit pour Céline Dion, Claudio Capéo, ou encore Amir) et le producteur italien Dardust, deuxième de l’Eurovision 2019 avec Soldi écrit pour Mahmood. Le morceau, qui sommeillait en réserve depuis trois ans, était plutôt destiné à un homme, mais avec des aigus difficiles à atteindre. Presque toutes les chansons présentées pour la finale luxembourgeoise provenaient d’auteurs et producteurs interna-

« On ne cherche pas la chanson luxembourgeoise de l’année, mais celle qui est adaptée au format ESC » David Gloesener, RTL

tionaux, notamment Suédois et Italiens, rompus à l’exercice. Ils proposent leurs titres à différents interprètes dans plusieurs pays et espèrent toucher le gros lot avec un morceau gagnant. Cet aspect a été critiqué par de nombreux artistes luxembourgeois, Serge Tonnar en tête. Il considère que « les mots Luxembourg et song du titre « Luxembourg song contest » méritent d’être supprimés. Ça n’a rien à voir avec le Luxembourg ni avec l’écriture de chansons. » Il regrette aussi que les artistes, n’étant dès lors qu’interprètes, ne perçoivent pas de droit d’auteurs et « se transforment en marionnettes ». Jimmy Martin, le dernier Luxembourgeois à avoir participé à l’ESC en 1993 avec le groupe Modern Times posait la même question au Wort : « Où sont les compositeurs luxembourgeois et la langue luxembourgeoise ? » Ce qui ne l’a pas empêché de monter sur scène pour remettre le trophée de la victoire à Tali. « Ça ne sert à rien d’avoir des belles chansons qui n’ont rien à voir avec l’esprit de l’Eurovision, qui n’ont aucune chance d’arriver en finale et de bien se classer. On a fait confiance aux producteurs qui connaissent parfaitement ce show et ce concours », justifie Jeff Spielmann, responsable des programmes TV chez RTL et des médias pour l’Eurovision. Il parle de trouver un équilibre entre l’identité de l’artiste interprète, son univers, ses qualités vocales et ce qui correspond au « format » typique de l’Eurovision. « On ne décerne pas le prix de la chanson luxembourgeoise de l’année, on cherche une chanson qui est adaptée au projet ESC », lui emboîte son collègue, David Gloesener. Les titres formatés pour l’ESC échappent à toute classification. « La musique à l’Eurovision est si embarrassante qu’on ne la juge pas avec les mêmes critères que le reste de la pop », écrivait Olivier Lamm dans Libération à la veille du concours l’année dernière. Il trouve une définition du genre chez le critique musical canadien Carl Wilson. « Contrairement à la pop, où la personnalité de

Sven Becker

La gagnante, Tali : du cuir et des résilles comme en 1987

Combattant Inconnue du public il y a encore une semaine, Tali Golergant est née il y a 23 ans en Israël de parents péruvien et israélien. Elle arrive au Luxembourg à l’âge de dix ans et fréquente l’International School où elle passe son bac en 2019. Depuis ses sept ans, elle suit des cours de piano et de danse, puis de théâtre et de chant. En 2021, elle sort un premier EP, lose you, coécrit avec Francis of Delirium qu’elle a connue à l’ISL. Après la pandémie, la jeune chanteuse devenue luxembourgeoise s’est installée à New York pour poursuivre sa carrière. Elle donne plusieurs concerts et participe à des comédies musicales. Une partie de sa vie qu’elle va mettre entre parenthèse pendant les quelques mois qui la séparent du concours à Malmö. « Le monde de la musique est rude et ne fait pas de cadeau. C’est pour ça que la notion de combat qui apparait dans ma chanson me convient bien. C’est un combat que l’on mène soit contre soi-même, soit contre les autres », expliquait-elle lors d’un point presse à l’issue du spectacle.


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Sven Becker

Les fans ont donné de la voix

l’artiste est capitale pour établir un lien avec le public, le performer à l’Eurovision se doit d’adopter une sorte d’anonymat générique. Il doit être séduisant et percutant, mais sa personnalité doit rester au second plan pour faire briller le pays qu’il représente. » Le responsable chez RTL suppose qu’après quelques participations, les musiciens luxembourgeois auront saisi les filons pour écrire des chansons qui correspondent à ces standards. #Luxembourg12points Quand, en pleine édition 2023 de

l’Eurovision, le Premier ministre Xavier Bettel a évoqué une future participation du Grand-Duché au concours international, l’enthousiasme a été palpable, y compris au niveau international. Mais très vite, des questions se sont posées quant à l’organisation et aux moyens de ce retour. Pour cette première participation du Luxembourg à l’ESC depuis trente ans, personne n’avait l’expérience d’un tel concours et d’un tel événement. Persuadé de trouver là « une opportunité idéale pour renforcer l’esprit européen et international » et une occasion de pousser « le développement du secteur culturel et les retombées touristiques », le Conseil de gouvernement de l’époque, actait « son soutien à la participation luxembourgeoise à l’Eurovision ». Il donnait également son accord « au soutien financier nécessaire à la participation d’une délégation luxembourgeoise à ce concours. » L’accord de coalition CSV-DP signé en novembre confirme cet engagement qu’il aurait de toute façon été difficile de revoir puisqu’une convention avec CLT-UFA (membre de l’Union européenne de radio-télévision, l’association professionnelle de radiodiffuseurs organisant le concours) avait été signée en septembre 2023. Cette convention est reconductible tacitement à moins qu’une des parties s’y oppose. Cette convention prévoit que le processus de sélection de celui ou celle qui représentera le Luxembourg est régi par le « radiodiffuseur luxembourgeois », RTL, donc. « Nous avons très vite décidé qu’il fallait jouer la carte d’une sélection très large, englobant le plus de monde possible pour donner plus de visibilité, pour embarquer tout le pays dernière le projet et par souci de transparence, dans un pays où tout le monde connait quelqu’un qui chante », rembobine David Gloesener. Un modèle de sélection qui coûte bien évidemment plus cher qu’une désignation directe, surtout avec l’ampleur du spectacle qui a été proposé. « Le principe guidant le financement est que la participation du Luxembourg est conçue de manière économiquement neutre pour CLT-UFA, c’est-à-dire qu’elle ne résultera ni

La participation du Luxembourg est conçue de manière économiquement neutre pour CLT-UFA

en revenus nets extraordinaires ni en coûts nets supplémentaires non couverts pour CLT-UFA », répond le Service des médias, de la connectivité et de la politique numérique à la demande du Land. Après un premier budget prévisionnel qui tablait sur 550 000 euros (dont moins de la moitié pour la phase de présélection), il a fallu se rendre à l’évidence que l’ensemble de la participation du Luxembourg à l’Eurovision song contest allait atteindre le double, soit 1,1 million d’euros. Sans donner de détails, le Service des médias confirme que « la présélection, y compris la production de l’émission télévisée du Luxembourg Song Contest constitue le poste de dépense le plus important ». Après un appel d’offres, l’organisation de la phase de sélection, la production du spectacle de la finale locale et l’accompagnement vers la finale à Malmö a été confié à Tali Eshkoli. Cette productrice israélienne a à son actif des émissions de grande envergure comme la réalisation de l’ESC de 2019 qui s’est tenu à Tel Aviv ou le concours Miss Universe de 2021. « C’était la proposition la moins chère et la seule qui proposait de poursuivre la collaboration non-seulement sur la présélection, mais aussi jusqu’à la finale », détaille David Gloesener. Il ajoute, avant même qu’on lui pose la question, que ce choix a été fait avant les attaques du Hamas en octobre et donc les représailles d’Israël à Gaza. Les autres postes de dépenses concernent le personnel supplémentaire engagé (les employés de RTL travaillent dans le cadre de leur contrat habituel), les frais de déplacements de la délégation à Malmö, la production de la chanson et de son clip et le droit d’entrée dû à l’Union européenne de radio-télévision (EBU). Le montant de cette cotisation n’est

pas public et est même assez opaque. Il a considérablement augmenté depuis 2022 à cause de l’exclusion de la Russie (et dans une moindre mesure du Bélarus), gros contributeurs de l’EBU. Ce chiffre est censé être calculé en fonction du nombre de téléspectateurs potentiels. L’Irlande a annoncé un montant de plus de 100 000 euros l’année dernière, les Pays-Bas parlent de 250 000. « Je n’ai pas le droit de divulguer le chiffre, mais heureusement, c’est beaucoup moins », nous expliquait David Gloesener cette semaine. Une cotisation de 50 000 euros pour le Luxembourg est le montant qui circule. Pour la suite, il faudra encore ouvrir le portefeuille pour que Tali participe aux « Pre-Parties », ces soirées organisées par des fans de Londres à Barcelone ou Amsterdam, où se joue un lobbying intense. Il faudra aussi peaufiner la prestation de la chanteuse : un peu de coaching pour les textes en français, un peu de travail sur la voix, des nouveautés sur la chorégraphie et la performance et de l’encadrement pour ses prises de paroles publiques. Sur le volet des recettes, le Service des médias, tout comme RTL parlent d’une estimation de 125 000 euros. Ces recettes entrent dans le budget du projet et ne reviennent donc pas à RTL, comme le précisent nos interlocuteurs. Elles proviennent du sponsoring, de la vente de billets et des votes. Le nombre de 100 000 votes ayant été annoncé, facturés à 90 centimes l’unité, il semble que cette estimation est plutôt prudente. Les recettes publicitaires directement liées aux émissions autour du ESC (la retransmission du show avec ses deux coupures, mais également un Magazin et un No Art spécialement dédiés), vont aussi dans la cagnotte. Selon ces chiffres, le Luxembourg dépensera donc un peu moins d’un million d’euros pour sa participation à l’ESC. C’est à la fois beaucoup, en regard d’autres manifestations culturelles d’envergures (par exemple, la participation à la Biennale de Venise, coûte la moitié alors qu’elle dure plusieurs mois) et pas tant que ça si on considère la publicité et la visibilité offertes au Grand-Duché. Avec une bonne soixantaine de journalistes étrangers accrédités lors de la soirée de samedi et 200 millions de téléspectateurs qui verront la « carte postale » présentant le Luxembourg lors de la finale, l’image du pays va se trouver renforcée. Reste à savoir de quelle image il s’agit et quelle culture on veut véhiculer. C’est ici une sorte de kitsch universel, marketé façon cuir et paillettes, qui ne bouscule pas les esprits et ne dit pas grand-chose du monde d’aujourd’hui. p


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Macroministère pour micropolitique aPierre Sorlut

Lex Delles réagence le superministère de l’Économie et colle à la demande patronale

Olivier Halmes

Dans l’organigramme très vertical dessiné par Lex Delles et sa fidèle cheffe de cabinet, Françoise Schlink, le département Luxembourg Stratégie est retombé dans la colonne des affaires générales, à côté de la cellule compétitivité de Serge Allegrezza, autrefois elle aussi rattachée directement au ministre. Figurent également ici la sécurité économique, pour contrôler les investissements étrangers (d’Land, 17.03.2023), et le point de contact national (pour accompagner les multinationales vers une gouvernance responsable). « Je suis fan de stratégie », introduit le ministre quand on évoque l’organigramme, « car la stratégie donne un cap à suivre ». Mais il faut la revoir régulièrement selon les événements, précise Lex Delles. Le volet compétitivité devrait, lui aussi, jouer un rôle important à ses yeux. « Il faut accompagner les entreprises dans la convergence vers cette stratégie », poursuit le nouvel occupant du douzième étage du Forum Royal. Les court et moyen termes revêtent un intérêt au moins égal. « Compétitivité et stratégie vont main dans la main », dit le ministre ce mercredi au cours d’un entretien avec le Land. Le volet compétitivité « sera ajouté à Luxembourg Stratégie », assure-t-il. Une fusion est-elle envisagée ? « On n’a pas encore défini toutes les cellules et on n’a pas encore tout changé ».

Le ministère de l’Économie compte 258 collaborateurs. S’y ajoutent 287 personnes travaillant sous son autorité, au Statec, à l’Ilnas et au Commissariat aux affaires maritimes

Mardi soir, une palanquée de ministres a répondu favorablement à l’invitation au traditionnel pot des présidents organisé par la Chambre des métiers. Le Premier ministre, Luc Frieden (CSV), le ministre des Affaires étrangères et du Commerce extérieur, Xavier Bettel, et celui de l’Économie, Lex Delles (entre autres) sont allés à la rencontre des représentants des artisans avec qui ils partagent la maxime « pas d’État-providence sans croissance, ni compétitivité ». Sur les clichés qu’il diffuse sur Linkedin, le grand Lex Delles se penche sur ses interlocuteurs avec bienveillance, un ministre de l’Économie à l’écoute des entreprises. Son ministère, il le dessine à son image

et à celle qu’il prête également à la politique économique du gouvernement. L’organigramme publié la semaine dernière présente des changements par rapport à celui de son prédécesseur. Franz Fayot voulait une politique économique teintée de principes, une politique commerciale du friendshoring avec des pays-partenaires partageant les mêmes valeurs démocratiques. Le socialiste voulait regarder loin, placer la finitude des ressources et l’équilibre environnemental en boussole de son action. Quelques mois après son arrivée boulevard Royal, Franz Fayot avait monté un département de

Lex Delles veut « parler » aux PME

prospective autour de Serge Allegrezza, puis de Pascale Junker. Cette cellule, occupant six personnes, était placée sous l’autorité directe du ministre et de son cabinet, en haut de la hiérarchie.

Le jeune ministre, 39 ans, garde le mystère sur les modifications à venir boulevard Royal. Il y a déjà eu des départs vers d’autres ministères, comme François Knaff (ancien chef du secrétariat du comité de conjoncture), vers les Sports (d’Land, 26.01.2024), ou en interne, Paul Zenners, du porte-parolat de l’Économie à celui du Tourisme, sous l’autorité du nouveau et encore plus jeune ministre Eric Thill, 31 ans. Il y en aura d’autres s’il y a « fusion ou séparation de direction générale ». Est-ce qu’on prépare l’après Allegrezza ? Le directeur du Statec, 65 ans, a annoncé son départ pour 2024, après l’installation à Belval de l’institut de la statistique. « L’économie luxembourgeoise n’est pas fonction d’une personne, pas même un ministre », répond le ministre. Lex Delles se cantonne à dire que « les cellules très importantes demeureront » et que « d’autres seront adaptées au niveau des priorités gouvernementales ». En coulisse, certains cadres regrettent le flottement généré par cette phase de transition. La peur du déclassement est perceptible. Quand l’on voit plus de verticalité dans le nouvel organigramme, Lex Delles met en avant sa transversalité. L’imposant cabinet de Franz Fayot a laissé la place à un bureau plus agile, axé sur la coordination. « Je ne vois pas pourquoi rattacher certaines directions et pas d’autres », confie Lex Delles. Françoise Schlink, ancienne secrétaire de la fraction libérale puis chef de cabinet du ministre du Tourisme, Lex Delles, rempile avec le libéral. L’ancien dircab’ du ministre socialiste, Tom Theves (arrivé au ministère en 2004 en provenance de la Chambre de commerce) occupe le rôle de coordinateur. Sa connaissance des dossiers et de l’écosystème est appréciée par le ministre. Ce dernier s’est en sus adjoint les services de Jeff Feller. L’ancien chef de cabinet de Xavier Bettel au ministère d’État assure la coordination pour la politique économique et la transposition de l’accord de coalition. « Le Gouvernement soutiendra un modèle économique qui est à la fois social, en créant des emplois qualitatifs, et soutenable du point de


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rentable politiquement. Aux législatives dans la circonscription Est, Lex Delles a talonné Paulette Lenert, devenue ultrapopulaire grâce à son action politique pendant la pandémie.

Olivier Halmes

Lex Delles au nouvel an du DP avec le dernier ministre de l’Économie libéral avant lui, Henri Grethen (1999-2004)

vue climatique et environnemental », y est-il écrit. Jeff Feller, écologiste convaincu (mais lié au DP), aidera à la synthèse. Mais c’est surtout l’adjonction des directions de l’énergie (de 2018 à 2023 gérée dans un ministère à part entière sous l’écologiste Claude Turmes) et des Classes moyennes, qui donne les moyens aux ambitions ministérielles. Comme en 2013, le gouvernement se dote d’un superministère de l’Économie, véritable Gegenpol (d’Land, 05.09.2014) face au Premier ministre Xavier Bettel. Etienne Schneider se préoccupait surtout des affaires du monde,

des gros dossiers spectaculaires, du bling bling économique comme l’avait symbolisé ce tweet en 2016 : « In San Francisco, I discussed the implementation of a major investment project in Luxembourg with the co-founder of Google Larry Page ». À la camarade Francine Closener revenaient ce qu’il voyait comme les basses œuvres de la politique économique locale. Et l’environnement n’était pas sa première préoccupation. « Wat soll d’Carole (Dieschbourg, Déi Gréng) dozou soen ? », avait plaisanté le Vice-Premier socialiste au sujet des émissions produites

flagrante des droits de la défense de l’administré ». L’avocat se réfère ici notamment à la difficulté pour une personne visée par la CSSF de se défendre dûment (d’Land, 8.11.2019).

1MDB : le banquier conteste

L’ancien directeur général de la Banque Edmond de Rothschild, Marc Ambroisien, a contesté mardi devant le tribunal administratif la décision de la CSSF de lui retirer pour dix ans son honorabilité professionnelle. Cette mesure administrative publiée le 27 mars 2020, d’une sévérité rare, a été prise en raison « de manquements graves (…) constatés individuellement et personnellement » dans la mise en place du dispositif de gouvernance interne et de gestion des risques et dans ses obligations en matière de lutte contre le blanchiment. Mardi, l’avocat de Marc Ambroisien, Eric Perru, a fait valoir que sous couvert d’une mesure prudentielle, c’est bien une sanction administrative qui a été prise, « sur base des mauvais textes et en violation

Marc Ambroisien a été présenté dans le cadre d’enquêtes journalistiques comme le banquier luxembourgeois du PEP émirati, Khadam al-Qubaisi, protagoniste dans le détournement du fonds souverain malaisien 1MDB entre 2012 et 2013. 472 millions de dollars d’une fraude à plusieurs milliards ont atterri sur des comptes ouverts auprès de la banque Edmond de Rothschild Luxembourg. Celle-ci a eu droit à une sanction record en 2017, neuf millions d’euros. Son directeur général à l’époque où les faits ont été dévoilés, en 2015, écopera cinq ans plus tard de la condamnation contestée. L’affaire a été prise en délibéré par les juges administratifs. Edmond de Rothschild et Marc Ambroisien ont été inculpés dans le cadre de la procédure pénale ouverte en avril 2016. Il y a deux ans, le parquet avait réagi à des articles de presse pour contester toute lenteur imputée au juge d’instruction (Martine Kraus) ou à la police. Sollicitée par le Land cette

semaine, l’administration judiciaire fait savoir que « l’instruction est toujours en cours ». PSO D’un Schneider l’autre

Deux Schneider aux carrières postministérielles très différentes. Alors qu’Etienne conseille les oligarques russes, Romain conseille les salariés wiltzois. L’ancien ministre de la Sécurité sociale, Romain Schneider (LSAP), assurera une permanence hebdomadaire dans l’antenne wiltzoise de l’OGBL, apprend-on ce lundi dans un court entrefilet dans le Tageblatt. Tous les mardis, l’ancien membre du gouvernement conseillera les membres lambda du syndicat sur des questions touchant aux pensions, à la caisse de santé ou aux indemnités de chômage. Romain Schneider y voit un retour aux sources, ayant travaillé vingt ans comme placeur à l’Adem dans sa commune natale de Wiltz (dont il était maire entre 2000 et 2009). Le retraité précise au Land avoir signé un contrat de travail (pour douze heures par semaine) avec l’OGBL. Romain Schneider, qui a démissionné en janvier 2022, a d’ailleurs scrupuleusement respecté le code de déontologie des ministres, attendant deux ans avant de se lancer dans ses nouvelles

par le décollage de la fusée mettant le satellite LuxGovsat en orbite (2018). Le successeur, Franz Fayot, a eu moins de moyens et moins de crédit politique dans la coalition. Et quand la pandémie de Covid-19 a frappé, quelques semaines après son arrivée boulevard Royal, Lex Delles, en charge des Classes moyennes, a récolté les fruits politiques des aides étatiques versées aux entreprises. En visio ou « en présentiel », le libéral a écouté puis exaucé les revendications des PME. Un investissement

activités de conseil et d’assistance sociales. BT « Schwong »,

le mot d’ordre est tombé au moins une douzaine de fois, lors de la présentation des mesures fiscales censées faire redémarrer le marché immobilier, et préserver les Vefas d’une baisse des prix (qui semblait inéluctable, voire salutaire). Luc Frieden, Gilles Roth et Claude Meisch ont présenté ce mercredi une pléthore de nouveaux incitatifs, dont l’impact budgétaire est estimé à 135 millions d’euros. La plupart portent une date de péremption (fin 2024), le gouvernement espérant que celle-ci déclenche un choc de la demande. Luc Frieden a parlé d’une « nouvelle politique ». En fait, il ressort les vieilles recettes, dopant fiscalement la demande, exauçant par là les vœux du patronat et des promoteurs. Le quart-taux global fête ainsi son retour : Au lieu de payer vingt pour cent d’impôts sur ses plus-values, le vendeur n’en payera plus que dix. Le taux de l’amortissement accéléré est porté de nouveau à six pour cent, sa durée à six ans. (Pour éviter que ce mécanisme ne se transforme, de nouveau, en arme de défiscalisation massive, le

Aujourd’hui, porter le titre de ministre de l’Économie et des PME est plus qu’une coquetterie pour Lex Delles. L’intéressé veut « parler » aux petites et moyennes entreprises. Le programme électoral promet notamment à ces nombreuses entités la simplification administrative et des aides pour faciliter la transition digitale ou énergétique. Lex Delles (comme Luc Frieden) se préoccupe moins de l’environnement pour le sort de la planète que pour celui des entreprises et des normes qu’elles devront appliquer. Pareil pour la réponsabilité sociétale des entreprises (RSE). Le ministère travaillera surtout pour « anticiper les réglementations qui s’imposeront demain » à elles. Le ministre libéral fait peu de cas de l’alternance politique au ministère après vingt années dans le giron du LSAP. Il n’est pas question de doctrine ou d’idéologie. L’heure est au pragmatisme : Accompagner les entreprises est un pan de la compétitivité prônée par le président du DP. Avec Xavier Bettel au Commerce extérieur, pour amadouer les groupes étrangers, Lex Delles complète un axe libéral aux affaires économiques, se réjouit-on dans le patronat. « Mon cher Lex, vous pouvez commencer à préparer les terrains », a plaisanté la présidente Michèle Detaille lors de la grand-messe de la Fedil la semaine passée. Les patrons en veulent toujours à Franz Fayot d’avoir délaissé la politique des zones d’activité. Voilà le pré-carré qu’entend bien reconquérir Lex Delles au diapason avec l’accord de coalition et les organisations patronales. Avec une devise : Je maintiendrai (la croissance). p

montant est plafonné à 250 000 euros.) À quoi s’ajoutent des augmentations des subventions d’intérêts ainsi que de la déductibilité des intérêts débiteurs. Parmi les mesures présentées, on trouve également quelques nouveautés. Le « Bëllegen Akt » pour investisseurs est introduit (40 000 euros pour un couple). Les plus-values immobilières réinvesties pour acquérir des logements donnés en gestion locative sociale (GLS) ou des logements à performance énergétique « A+ » seront fiscalement immunisées. Les propriétaires louant à un organisme GLS ne payeront plus qu’un impôt « symbolique » sur les loyers, l’exonération fiscale passant de 75 à 90 pour cent. Une énième carotte pour mobiliser les logements vides, en attendant le bâton (l’impôt sur la nonoccupation de logements) qui devrait prendre encore des années avant de devenir opératoire. Frieden a également repris une revendication de « sa » Chambre de commerce : Les patrons qui verseront une prime locative (maximum mille euros) à leurs jeunes talents (de moins de trente ans) verront celle-ci partiellement exonérée. Une

mesure qui pourrait procurer à ses bénéficiaires « un revenu net supplémentaire de cent euros maximum par mois », note le gouvernement. (Ce « starter kit » risquera de jeter de l’huile sur la flambée des prix du locatif, et d’enrichir in fine encore plus les multipropriétaires.) Très peu de mesures par contre pour les locataires de plus de trente ans. Le paquet prévoit seulement une majoration de la subvention de loyer : la part prévue par enfant à charge passe de quarante à 80 euros. Pour étoffer le parc de logements publics, le gouvernement de droite continue sur la lancée de l’ancien ministre (et bouc émissaire) vert Henri Kox. Le « Fonds spécial pour le logement abordable » que celui-ci avait créé, devrait investir 923 millions d’euros dans les trois années à venir. Le bail out des Vefas défaillantes a connu un succès mitigé : 170 unités achetées pour 110 millions. (Kox avait espéré pouvoir en acheter six fois plus, mais les prix demandés par de nombreux promoteurs n’auraient « pas été sérieux ».) Le nouveau ministre du Logement, Claude Meisch, s’affiche optimiste. Il table sur 800 logements rachetés au privé. BT


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WUI R R BT R SI KC H A F T 02.02.2024

Un fléau difficile à éradiquer aGeorges Canto

Administration des douanes et accises

La contrefaçon, c’est moins cher, mais c’est parfois dangereux et ça mine l’emploi européen. Explications

Ven 2021, visite des ministres chez les douaniers pour parler contrefaçon

Pour beaucoup de gens, le terme « contrefaçon » évoque surtout les imitations de produits de marques qu’on leur propose dans des pays plus ou moins exotiques, et leurs craintes de saisies et d’amendes lors de leur passage en douane, au retour, s’ils se sont permis d’en acheter. Mais cette vision des choses est anecdotique car le phénomène se révèle plus complexe et plus étendu, avec un impact économique délétère, comme l’a montré une étude publiée par l’Office de l’Union européenne pour la propriété intellectuelle (acronyme anglais EUIPO) le 17 janvier. Bien qu’étant par nature difficiles à évaluer, les importations de produits contrefaits ne pèsent que de 2,5 à 3 pour cent du commerce mondial, mais cela représente tout de même près de 750 milliards de dollars, un montant qui a augmenté de moitié depuis 2017. En Europe, où ces importations pèseraient davantage – près de six pour cent du total – l’EUIPO a réalisé entre 2015 et 2018 des études sur douze secteurs d’activité pour mesurer l’impact de la contrefaçon sur les ventes et l’emploi. Mi-janvier, il a publié son rapport de 44 pages portant sur trois secteurs particulièrement touchés : l’habillement (y compris les chaussures), les cosmétiques et les jouets. Au total, leur chiffre d’affaires a été réduit de près de 16,2 milliards par an sur la période 2018-2021, et ils ont perdu quelque 196 000 emplois par an. Les pertes d’emploi comprennent à la fois les emplois qui n’ont pas été créés et ceux qui ont été détruits en raison des difficultés des entreprises victimes d’une concurrence déloyale. Sur les trois secteurs étudiés, l’industrie de l’habillement est de loin la plus concernée, avec un manque à gagner de près de douze milliards d’euros de revenus par an sur la période, un montant qui représente 5,2 pour cent des ventes de vêtements dans l’UE. En conséquence, le secteur a employé 160 000 personnes de moins chaque année sur la même période, l’Allemagne et l’Italie étant les deux marchés les plus touchés (totalisant 39 pour cent du manque à gagner et 31,5 pour cent des emplois). Le Luxembourg est le troisième pays européen le plus touché en proportion, derrière Chypre et l’Irlande avec un manque à gagner de 9,2 pour cent du chiffre d’affaires. Dans les cosmétiques, la perte de recettes s’est élevée à 3,2 milliards d’euros par an, soit 4,8 pour cent du chiffre d’affaires total. L’industrie cosmétique française a été la plus touchée en termes absolus, avec 800 millions d’euros de ventes annuelles perdues, précédant de peu son homologue allemande. La perte d’emplois dans l’UE s’est élevée à près de 32 000 personnes par an. À nouveau, le Luxembourg se distingue par une proportion élevée de manque à gagner : 6,9 pour cent, deux points de plus que la moyenne européenne. Enfin le secteur du jouet, où le manque à gagner a été d’un milliard d’euros de ventes annuelles, a davantage souffert que les deux autres avec

8,7 pour cent du chiffre d’affaires. Il a perdu 3 600 personnes par an. L’Allemagne a été le pays le plus touché, son industrie du jouet supportant le tiers des ventes manquées. Les écarts entre les pays sont ici plus importants que pour les autres secteurs étudiés. Les consommateurs sont peu conscients des effets économiques négatifs de la contrefaçon. Ils le sont encore moins des dangers qu’elle présente pour la santé et la sécurité, même pour des produits simples comme les aliments, les cosmétiques ou les cigarettes, qui sont susceptibles de contenir des substances toxiques interdites. Depuis 2020, le problème se pose surtout pour les médicaments, vaccins et équipements médicaux, dont les importations de contrefaçons potentiellement dangereuses ont explosé pendant la crise sanitaire. Avant cette dernière, plus de la moitié des produits dangereux (incluant également les pièces détachées automobiles) avaient pour destination seulement deux pays, les ÉtatsUnis et l’Allemagne.

Le Luxembourg est le troisième pays européen le plus touché en proportion par la contrefaçon

express ». En juillet 2023, l’OCDE a publié un document1 permettant de mieux connaître le phénomène, notamment la structure et les motivations de la demande.

Sans surprise, la Chine est le premier pays d’origine des produits de contrefaçon. Avec son appendice Hong-Kong, elle représente 60 pour cent des volumes et 80 pour cent de la valeur. Tous types de produits contrefaits y sont fabriqués alors que parmi les autres pays semble régner une certaine forme de spécialisation : la Turquie pour les vêtements, les parfums et les cosmétiques, l’Inde pour le matériel informatique.

La demande intentionnelle est exprimée par des consommateurs qui optent en toute connaissance de cause pour l’achat de biens contrefaits. Au cours des années récentes, une courte majorité des produits (54 pour cent) ont été acquis de la sorte, un pourcentage nettement plus élevé pour les biens de consommation. D’après une étude de juin 2023, un tiers des Européens jugent acceptable d’acheter des contrefaçons si le prix du produit authentique est trop élevé. Cette proportion atteint la moitié parmi les jeunes. La demande non-intentionnelle provient de consommateurs non avertis, qui sont dupés par des vendeurs peu scrupuleux, et qui achètent un produit contrefait en croyant qu’il est authentique. 46 pour cent des contrefaçons seraient vendues de la sorte.

Un fléau difficile à contrôler à cause des achats réalisés sur Internet : 70 pour cent des produits contrefaits seraient désormais vendus en ligne. L’association professionnelle Unifab note une « multiplication des petits colis acheminés par les centres de tri postaux et les services de fret

Selon le rapport, l’importance des importations de produits contrefaits est fortement corrélée à plusieurs facteurs. Plus on a affaire à un pays dont les « importations authentiques » sont élevées en valeur ou en pourcentage du PIB, plus les contrefaçons seront importantes. La richesse d’un pays

joue un rôle ambigu. D’un côté, un PIB par habitant élevé est généralement associé à une faible pénétration des contrefaçons. De l’autre, il est avéré que les contrefacteurs profitent de la qualité des infrastructures logistiques et commerciales des pays riches pour faire prospérer leurs trafics. Les personnes âgées de plus de 65 ans sont moins enclines que le reste de la population à acheter, intentionnellement ou non, des produits contrefaits. Cela s’expliquerait par une plus grande sensibilisation à la menace de la contrefaçon, des revenus plus élevés et une moindre propension à effectuer des achats en ligne. Enfin on a pu établir, de façon quelque peu surprenante, un lien entre la valeur des importations de produits de contrefaçon et le pourcentage de diplômés de l’enseignement supérieur. Mais on observe que ces derniers, que l’on pourrait supposer mieux sensibilisés à ce risque, sont aussi de grands utilisateurs d’Internet, très portés sur la recherche de bonnes affaires en ligne. Tout en rappelant que corrélation ne veut pas dire causalité, le rapport de l’OCDE souligne qu’aucun des facteurs recensés, pris isolément, ne peut expliquer à lui seul la propension d’une économie donnée à importer des contrefaçons : c’est plutôt la combinaison de plusieurs entre eux qui façonne la demande, intentionnelle ou non. L’éradication du fléau constitue un défi de taille, qui passe par l’adaptation et le renforcement des dispositifs juridiques (notamment des sanctions) mais aussi par la technologie, qui fournit dès à présent une aide précieuse pour détecter les produits contrefaits et bloquer leur entrée. p “Why Do Countries Import Fakes ? Linkages and Correlations with Main Socio-Economic Indicators”, OCDE & EUIPO, 20 juillet 2023, 44 pages

1

Paradoxe

Le site Guichet.lu précise que les

autorités et une sensibilisation et une

Sauf si elles sont détectées et saisies

commerçants concernés

formation des employés aux opérations

à la frontière, les contrefaçons entrent

(principalement les bijoutiers, les

pouvant relever du blanchiment

sans encombre sur le territoire national

horlogers, vendeurs et concessionnaires

d’argent. Il est difficile de savoir s’il est

et y sont dûment soumises aux taxes,

de voitures, avions et bateaux,

possible de contrôler le respect de ces

notamment la TVA. Elles rapportent

marchands d’or, de fourrures, de tapis,

diligences. La réglementation

donc de l’argent à l’État, mais à son insu.

antiquaires, galeristes…) doivent

européenne va changer les choses :

Le paradoxe est que des activités

« s’assurer de l’identité du client,

le 18 janvier, le Parlement européen et

parfaitement licites échappent au

garantir une organisation interne

les États membres se sont mis d’accord

paiement de la TVA, principalement

adéquate et coopérer au besoin avec

pour interdire purement et simplement

à cause des paiements en espèces (dits

la Cellule de renseignement financier du

les paiements en liquide supérieurs à

« au black »). Au Luxembourg,

parquet de Luxembourg ».

10 000 euros, dans le cadre d’un

contrairement à la France où ils sont

renforcement de la législation contre le

limités à mille euros, il n’existe pas

Par « organisation interne », on entend la

blanchiment d’argent. Une règle conclue

officiellement de plafond. Toutefois, les

mise en place de différents protocoles

après deux ans et demi de négociations,

paiements supérieurs à 10 000 euros y

de vigilance au sein des commerces/

qui entrera en vigueur courant 2024.

sont soumis à certaines obligations,

entreprises en question, une

Mais le montant choisi laisse encore de

notamment de la part des vendeurs.

coopération pleine et entière avec les

la marge aux fraudeurs. GC


Killer Films

Natalie Portman und Julianne Moore in May December

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Claire Parsons et Christiane Nishimwe dans À propos Liewen

02.02.2024

Das Pastiche bei Todd Haynes aMarc Trappendreher

Gleich zu Beginn von Todd Haynes’ neuem Film May December wird die Brüchigkeit der Fassade einer harmonischen, liebevollen Familie offensichtlich: Die vermeintlich perfekte, glückliche Ehefrau Gracie Atherton (Julianne Moore) bemerkt voller Bestürzung: „I don’t think we have enough Hot Dogs.“ Die Wahrung des Scheins ist alles, doch tief sind die Risse. Diese Suburbia-Persiflage, die Haynes uns mit den ersten Bildern eröffnet, arbeitet viel unerbittlicher als benachbarte Filme – etwa American Beauty (1996) – mit doppeltem Boden, Ironie und Subversion. Kein anderer Film von Todd Haynes stellt den amerikanischen Traum, das Bild der Kleinfamilienharmonie, derart harsch und gleichzeitig verspielt infrage, nur um am Ende alles nochmal zu wenden. Gracie Atherton hatte vor 20 Jahren für reichlich Schlagzeilen in der Boulevardpresse gesorgt, als sie wegen Verführung des 13-jährigen Schülers Joe verurteilt wurde. Nach ihrer Haft heirateten die beiden. Im Gefängnis brachte sie ihr erstes Kind zur Welt. Was als heimische Idylle präsentiert wird, ist eine Inszenierung für die Schauspielerin Elizabeth (Nathalie Portman), die für ihr nächstes Filmprojekt die Rolle der Gracie übernehmen möchte, um die brisante Liebesgeschichte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ein Grillfest, zu dem die Schauspielerin eingeladen ist, soll Elizabeth von der perfekten Idylle überzeugen. Haynes’ Werke sind in besonderem Maß als Pastiche-Filme zu begreifen, die auf Metareflexion zielen. Es ist wichtig, May December im Kontext einer ganz spezifischen Form der Re-Präsentation zu verorten. Die offensichtliche Künstlichkeit der Kulissen, der Kostüme, der Mimik und der mise-en-scène im Allgemeinen verweist auf die Konstruiertheit der zugrunde liegenden sozialen Struktur, die den Konflikt und den Schmerz im Film verursacht. Der Begriff der „Echtheit“ wird durch die selbstbewusste Betonung der Nachahmung in May December in Frage gestellt. Diese Inszenierungstechnik der Überbetonung alles Gezeigten machte schon 2002 aus Haynes’ Far From Heaven einen augenscheinlich re-präsentativen Film. Dabei gibt es zwischen der Eröffnungssequenz von Far From Heaven und May December durchaus Ähnlichkeiten: In Ersterem erhält Cathy Whittaker (Julianne Moore) einen Anruf von der Polizei – ihr Mann sei auf dem Revier. Die ersten Risse in der gutbürgerlichen Fassade zeigen sich. Die satte TechnicolorFarbpalette von Far From Heaven, der schwermütige und doch entschlossene Soundtrack mit vollem Orchester, die glänzenden Oldtimer, die makellosen Kulissen und die gutsitzenden farbenprächtigen Kostüme deuten von den ersten Bildern an darauf hin, dass der Film ein bestimmtes Bild einer Vergangenheit rekonstruiert, eine Repräsentation, die sich auf unser filmisches Wissen stützt. Wir erkennen überaus deutlich, dass die Erzählung und die Inszenierung intertextuell angelegt sind und auf einen vergangenen Darstellungsstil zurückgreifen, der die meisten Hollywood-Produktionen der 1950er Jahre umfasst. Der Meister des Melodramas des klassischen Hollywood,

Doppelter Boden, Ironie und Subversion. Darin ist Todd Haynes’ neuer Film May December unerbittlich

Douglas Sirk, ist die unverkennbare Bezugsquelle dieses Films – bis in den Filmtitel hinein: All That Heaven Allows (1955) ist der Referenztext, ohne den Far From Heaven gar nicht erst gelesen werden kann. Auch die Miniserie Mildred Pierce von 2011 mit Kate Winslet war eine einzige Reminiszenz an den Filmklassiker von 1945 mit Joan Crawford, einem der feministischsten films noirs unter der Regie von Michael Curtiz. Haynes’ Filme können ohne diese Referenzquellen nicht erschlossen werden, ob Far From Heaven oder nun May December: Der Inszenierungsstil des amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautors drängt konsequent auf die eigene medial generierte Künstlichkeit – der verfremdende Effekt entsteht aus der unverhohlen stilisierten Beleuchtung und Farbgebung, nicht zuletzt aus dem aufgesetzten, „gespielten“ Schauspiel. Doch trotz all dieser selbstbewussten Stilisierung und der daraus resultierenden Erkenntnis für das Publikum, dass der Film auf anderen Texten basiert, werden sehr reale Probleme behandelt. Die Intertextualität genügt sich nicht zum Selbstzweck, der Rückverweis auf andere Werke ist bei Haynes mit dem Gestus einer Aktualisierung verbunden. Far From Heaven wiederholt nicht nur die Kritikpunkte aus Sirks All That Heaven Allows, die an die patriarchalische Hegemonie geknüpft sind: Homophobie, Sexismus, Rassismus – sie weisen auch darüber hinaus. Weniger formbetont finden sich diese Punkte in Carol (2015) wieder. Ebenfalls in den Fünfzigern angesiedelt, zeigt der Film leise die Probleme gleichgeschlechtlicher Liebe in der heutigen Gesellschaft. Aber diese sozio-historischen Probleme sind in einem Intertext enthalten, der eine reichere Basis schafft für die Abhandlung dieser sozialen Ungleichheiten mitsamt deren zerstörerischen Auswirkungen. In May December geschieht dies auf ähnliche Weise: Immer neue Schichten in diesem komplexen Eheverhältnis werden freigelegt – Verantwortungs- und Sinnfragen um ein verlebtes Leben werden aus-

getauscht. Für die Zuschauer, die sich auskennen, hat der Film einen spezifischeren Intertext: Er berührt einmal mehr eine melodramatische Form, die sich durch weibliche Protagonisten auszeichnet, die gezwungen sind, Leid, Vorurteile und große Ungerechtigkeiten zu ertragen. Gracie ist ein Opfer gesellschaftlicher Vorverurteilungen; sie muss soziale Ächtung und Spott über sich ergehen lassen. Die amerikanische Redewendung „May December“ verweist auf einen wesentlichen Altersunterschied in einer Ehe oder einer romantischen Beziehung, die der Normvorstellung idealtypischer Lebenspartnerschaft zuwiderläuft. Dann jedoch setzt Haynes Bilder aus der Tierwelt ganz bewusst leitmotivisch ein: Die Stadien von Larve-Raupe-Schmetterling stehen da auch für die Subversion in der Subversion. Das vermeintlich Hässliche kann auch Schönheit in sich bergen bergen. Vorgefertigte Denkmuster können ins Leere laufen. Die Offensichtlichkeit der Intertextualität von Haynes’ Filmen fordert und fördert eine intellektualisierte Zuschauerschaft, die die Textualität des Films durch seine Umformung anderer Texte erkennt und sie mithin von der rein formalen Oberfläche des Textes in seinen Inhalt überführen kann: Die Vielzahl an diegetischen Rahmen, der Fenster und Türen, die häufige Nutzung von Spiegeln in Far From Heaven erinnert an ähnlich selbstreflexive Bilder vermittelter Repräsentation in Sirks All That Heaven Allows – dieses Moment macht den filmtheoretischen Gehalt von Haynes’ Filmen so offenkundig. So auch in May December, in dem er ganze Szenen und Figuren in dieser selbstbewussten, autoreflexiven Darstellungsweise aufgehen lässt. Die Filmmusik von May December stammt aus dem Film The Go-Between von Joseph Losey aus dem Jahr 1971. Die diversen Spiegelmomente sind überaus deutlich an Ingmar Bergmans Persona (1966) angelegt, die Schauspielleistungen von Liv Ullmann und Bibi Andersson in Erinnerung rufend. Je mehr die Schauspielerin Elizabeth behauptet, sie komme etwas „wahrlich Echtem“ nahe, umso mehr ist sie im Begriff, sich davon zu entfernen. Da gibt es vermeintliche Vorurteile, die sich an der Komplexität der Sache zwangsläufig brechen müssen. Und wenn Gracie am Ende erklärt, sie sei selbstsicher, legt sie damit nur die Unsicherheit bei Elizabeth frei. Natalie Portman in der Rolle der Elizabeth setzt ganz auf ein überakzentuiertes ironisches Spiel im Spiel – der Pastiche-Technik von Haynes entsprechend, die Julianne Moore als Gracie beständig zu unterwandern versucht, sodass am Ende nicht mehr klar zu differenzieren ist, wer Schauspielobjekt und wer -subjekt ist. Das Duell beider Frauen macht aus May December auch einen Persiflage-Film über die Schauspielkunst, über die Unmöglichkeit wahrer Repräsentation. Nichts bei Haynes präsentiert sich, alles ist re-präsentativ – nur um zu zeigen, dass in metareflexivem Überschuss nichts so ist, wie es den Anschein hat. p


Nathan Roux

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02.02.2024

« Papa… C’est quoi ça ? » Godefroy Gordet

Venu avec mon baromètre à mesurer le degré de magie de l’une ou l’autre pièce jeune public, À propos de Liewen n’a pas échappé à l’émerveillement de la jeune assistance… Dans le cadre de Fabula Rasa, les Rotondes accueillaient la compagnie Kopla Bunz pour cette pièce, adressée à la petite enfance, inspirée du livre d’images Das ist das Leben de Christian Borstlap, sous la direction de Ela Baumann qui mettant en scène et en folie, deux virtuoses de la musique luxembourgeoise : Claire Parsons et Marie Christiane Nishimwe. On a longtemps considéré le spectacle « jeune public » comme le repli des artistes ne trouvant pas de scène ou de spectateurs dans le « tout public ». Alors que ce genrelà impose la même rigueur intellectuelle, créative et technique. Aujourd’hui enfin, le jeune public est considéré à la même hauteur que « l’autre ». Ainsi, les artistes les plus talentueux du pays passent d’un genre à l’autre avec passion. Comme le dit l’adage, « un bon spectacle pour enfant, est un bon spectacle pour adulte », hymne pour cette nouvelle génération qui s’adonne au jeune public. À propos de Liewen est un vibrant exemple d’une composition scénique pour enfants, abritant des artistes du monde des adultes. La compagnie Kopla Bunz a premièrement largement conquis les scènes des grands en s’attaquant à des morceaux tels que 1984 de Georges Orwell, ou en montant comme ils le décrivent « toutes sortes de manifestations de dialogue entre la musique, la danse, le théâtre et les arts visuels ». Une ligne brève de présentation qui finalement pourrait portraiturer le présent spectacle. Dans À propos de Liewen, outre décorum, trucs-muches et créatures, Claire Parsons et Marie Christiane Nishimwe occupent la scène. Deux magnifiques artistes de la scène musicale grand-ducale des adultes. La première musicienne contemporaine reconnue voyageant de scène en scène dans l’Europe, et la seconde chanteuse d’opéra, proche d’un registre plus classique. Ela Baumann invite donc ces deux grandes dames, pour créer un superbe duo. Au plateau, elles sont drôles, virtuoses parfois, extravagantes souvent, et surtout, elles offrent un moment de partage entre la scène et la salle très accompli. « C’est quoi la vie, au juste ? ». Question centrale de la pièce, prétexte à l’imaginaire que comporte la vie quand on la pense sous toutes ses formes. Alors, ici, tout part d’une graine, amenant à faire naître des créatures diverses et variées, des êtres de toutes sortes, connectés les uns aux autres, s’entrechoquant parfois dans leurs différences, se complétant aussi. À propos de Liewen parle de symbiose et de concurrence, de la vie au sens premier.

Claire Parsons et MarieChristine Nishimwe sont drôles, virtuoses parfois, extravagantes souvent

Alors, on ne criera pas au génie quant à la dramaturgie qui ronronne, empruntant pas mal de chemins de traverse, sans trop se risquer à de fulgurants détours, qui auraient pu permettre une exploration en profondeur. Mais à quoi bon, quand un spectacle peut se suffire à son essentiel. À propos de Liewen, dans sa construction narrative, va ainsi droit au but, utilisant objets et marionnettes, comme apparaissant pour ouvrir successivement de nouveaux tableaux rythmés par une autre chanson, une mélodie, des sons, bruits, onomatopées, ou mix and match de langues, offrant ce que la compagnie elle-même décrit comme un « charabia », le langage de ce merveilleux pays spectaculaire… C’est donc tout à fait efficace, et le récit grandit avec les personnages qui petit à petit occupent de plus en plus l’espace, en voix comme corporellement, mais aussi dans les traces qu’ils y laissent. La scénographie faite de plusieurs tables roulantes mettant en exposition les objets n’explore pas les ressorts du décor en fac-similé. Également à l’origine des costumes et des accessoires, Dagmar Weitze signe un ensemble visuel exclusivement fait de textile pour décliner un monde étranger et d’étrangetés, bariolé de couleurs, et plein de vie. Au service des deux interprètes en scène, toute cette faune et cette flore imaginée permet l’action du spectacle et offre des émotions multiples oscillant de la drôlerie à la surprise. Une déception néanmoins : « On n’a pas vu le bonhomme du programme… Celui avec les drôles de lunettes… » Règle #1 de l’adulte à l’enfant, ne jamais faire de promesse qu’on ne pourrait tenir. Pourtant, À propos de Liewen en regorge de bien d’autres, et l’enfant malgré ses exigences spectatorielles, en sort rassasié, à l’image du sourire qui occupe les visages de chacun d’eux au sortir de la salle… p

Erziehungsprobleme  ie spricht die Universität mit der Politik und der W Regierung, wie kommt man in Kontakt mit Ministerinnen und Ministern? Bisher war das recht einfach – die gängige Praxis von Fakultäten, Departments und Professoren bestand darin, bei Ressortchefs direkt eine persönliche Präsenz bei Veranstaltungen anzufragen. Dies ist alles andere als ungewöhnlich: Schließlich rühmt sich das Land seiner kurzen Wege und der direkten Erreichbarkeit bis hin zum Leitungspersonal des öffentlichen Sektors; die TelefondurchwahlVerbindungen der Ministerbüros sind bis heute in den einschlägigen Annuaires öffentlich einsehbar.  er unkontrollierte Kontakt zur politischen D Entscheidungsebene hat nun offenbar das Misstrauen der neu ernannten Regierung geweckt, ausgelöst durch angeblich schwerwiegende Probleme („serious issues“) bei der Einladungspolitik. Per Runderlass der Verwaltung wurden die Universitätsangehörigen darüber informiert, dass die Ministerin für das Hochschulwesen – als allgemeine Regel und unabhängig von der Art der Veranstaltung – künftig „systematisch“ mit einzuladen ist, sobald ein anderer Ressortkollege angefragt wird. Als Begründung dieser Maßnahme wurde daran erinnert, dass die Universität unter der Aufsicht (tutelle) des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen stehe. Dieser Hinweis erübrigt sich. Die Beschäftigten der uni.lu sind sich dessen auf allen Ebenen bewusst. „Aufsicht“ wird in einem Umfang ausgeübt, der weit über diesen Begriff hinaus geht, ob im Tagesgeschäft oder in strategischen Dingen. Den Rahmen hierfür bildet das Universitätsgesetz, das diesem Erlass auch als Grundlage dient. Wer also, womöglich aus dem benachbarten oder dem fernen Ausland kommend, sich der Freiheit der Wissenschaft verpflichtet fühlt, sollte vorher ins Gesetz schauen. Auslegungssache ist höchstens die Frage, wie weitgehend man tutelle buchstabiert: betreutes Forschen, Kontrolle, Vormundschaft? Exzellenz, auch hierzulande der heilige Gral der Wissenschaftspolitik, hat bekanntlich auch eine höfische Be-Deutung. Im vergangenen Jahr wurde die uni.lu 20 Jahre alt. Möge die Einrichtung, die sich vielsagend als „eine Uni wie das Land“ versteht, irgendwann nicht nur volljährig, sondern auch erwachsen werden (wollen). p

Der Autor kennt sich an der Universität aus, sein Name ist der Redaktion bekannt.

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FEUILLETON 02.02.2024

Les joies de l’a cappella

CINÉMASTEAK

François Zuidberg

Les Britanniques de Voces8

Entrer dans la vieille église Saint-Laurent, en plein cœur de Dierkich, constitue toujours un ravissement. Non pas tant pour son architecture pittoresque, mais pour son acoustique. Un endroit où les voix sont magnifiées et où les applaudissements trop prononcés d’une personne peuvent faire éclater les tympans de ses voisins. Tous les deux ans, l’édifice est un lieu de passage incontournable du festival A Cape’lla. Fondé en 2016 par le CapE (Centre des arts pluriels d’Ettelbruck) en partenariat avec l’Inecc (Institut européen de chant choral), l’événement consacre plusieurs jours durant les joies de la musique a cappella, sans accompagnement instrumental donc. En ce samedi 27 janvier, tandis que le ciel s’assombrit, les quatre chanteuses du Orenda Quartet font leur entrée dans la nef et s’avancent prestement jusqu’à l’autel. Sandrine Conry, Petrana Draganov, Stefka Miteva et Julia Orcet, enchaînent une heure durant des chants folkloriques des Balkans et autres musiques sacrées orthodoxes, qui prennent ici une dimension toute particulière. Vêtues d’habits traditionnels bulgares, les quatre artistes introduisent une à une les différents morceaux par quelques vers, ou bien en contant les légendes locales ayant inspiré les polyphonies interprétées. Elles s’emmêlent parfois les pinceaux mais le public leur pardonne. On suit donc une histoire décousue, faite de romances juvéniles et de querelles territoriales, mais qui tient en haleine. L’audience a son rôle à jouer et prend volontiers part aux festivités, en chantant en canon et en tapant des mains pour créer une rythmique.

Après une cover très fréquentable du standard d’Otis Blackwell, Fever, une partie de la troupe se rapproche pour créer une bulle d’intimité et entame un magnifique arrangement de Only You de Yazoo. On est bien loin de la version originale, new wave à souhait. Sans aucun artifice et d’une pudeur confondante, l’interprétation met à l’auteur de ces lignes la larme à l’œil. Une grande première, après huit années à arpenter les salles de concerts du pays, pour le meilleur et souvent pour le pire. Chapeaux les artistes. On entend des reniflements par ci par là lors de la longue ovation qui suit. On retient encore un numéro franchement drôle autour de Dessus le marché d’Arras. Le spectacle se termine avec du Gerschwin et par une standing ovation. La soirée se prolonge dans le foyer avec une jam session, puis le lendemain avec trois propositions supplémentaires, qui, parait-il, valait elles aussi le coup. p KÉVIN KROCZEK

aLoïc Millot Cinéaste de l’absurde dès son premier long-métrage (Nonfilm, 2001), Quentin Dupieux est un artiste prolifique (sept films réalisés depuis 2018), aussi à l’aise derrière la caméra qu’aux platines (le fameux Mr Oizo, c’est lui). À peine digère-t-on le surprenant et tumultueux Yannick (2023), sorti en France il y a six mois, qu’un nouvel opus de Dupieux dédié à un grand peintre espagnol (Daaaaaali, 2024) occupe déjà les écrans français. Sans compter les deux longs-métrages qu’il est sur le point d’achever, Braces et À notre beau métier… À ce rythme-là, Dupieux aura dans quelques années une filmographie plus importante quantitativement qu’un Godard ou qu’un Fassbinder, pour citer deux autres stakhanovistes du cinéma. Yannick semble toutefois revêtir un statut à part au sein de la filmographie du réalisateur, bien qu’il en partage certains traits caractéristiques, notamment d’être assez court pour un long-métrage à peine 1h07. L’une des raisons de cette concision tient aux anecdotes qui servent d’intrigues à ses récits reposant sur peu de choses, telles l’inquiétante réflexivité d’un tournage aux contours incertains (Nonfilm ou encore Réalité), la présence d’un objet délié de sa fonction utilitaire (le pneu en roue libre de Rubber, comme le conduit magique aux vertus rajeunissantes de Incroyable mais vrai), ou encore une obsession fétichiste menée jusqu’au terme de sa logique de mort (la terrifiante quête d’une veste en daim dans laquelle se lance Jean Dujardin dans… Le Daim). Son dernier opus consacré à Salvator Dali ne fait que confirmer ce tropisme surréaliste où rêve et psychanalyse font bon ménage, pour le plus grand bonheur de l’art qui voit ses puissances non freinées par les impératifs du réalisme et des convenances sociales. Fantaisistes, loufoques, grinçantes, les fables de Dupieux contribuent à renouveler un cinéma français longtemps cantonné à une approche sociale ou à des huis-clos petits-bourgeois. Il est à rapprocher de ce point de vue de Bertrand Mandico (lire son interview en page 21), cet autre trublion du cinéma français enclin à quitter le monde tel qu’il est (horrible, donc) pour le réenchanter par tous les moyens illusionnistes offerts par le cinéma (Fassbinder, là encore, n’est pas loin). Yannick ne se laisse pas cependant réduire à un formalisme divertissant et quelque peu gratuit — piège de la facilité dans lequel tombent parfois certains films de Dupieux. Tourné en pirate, sans le moindre financement préalable-

La portée politique de Yannick est manifeste, comme jamais dans la filmographie de Quentin Dupieux

ment obtenu, c’est un film spécialement taillé pour la stature toute nouvelle de l’acteur à part qu’est Raphaël Quenard, fraîchement révélé dans Les chiens de la casse (2023) de Jean-Baptiste Durand. Présent déjà dans la distribution de Mandibules (2020) et de Fumer fait tousser (2022), l’acteur incarne dans Yannick un spectateur rebelle à la médiocrité du divertissement qu’il est venu voir depuis sa banlieue lointaine. Son phrasé comme ses gestes singuliers le marquent au corps, trahissent l’endroit d’où il vient, face au prestige et aux conventions écrasantes du lieu (un théâtre). La portée politique du film est manifeste, comme jamais dans la filmographie de Dupieux. Elle l’est plus encore en regard de sa fin que l’on devine tragique, où le recours au GIGN signe un funeste retour à l’ordre face à quelque chose d’alternatif qui commençait à prendre. Un citoyen ordinaire, non écouté, pris de haut par les comédiens interrompus, puis massacré par les violences policières, à l’image des Gilets jaunes et de tant d’autres laissés en hors-champ de l’espace public… Quoi qu’il en soit, Dupieux a entrouvert des coulisses et, dans cette brèche subversive, s’y est allègrement introduite, et jouée, une imparfaite et attachante réécriture du monde. p

Yannick (France, 2023, 67mn., vo), est présenté jeudi 8 février à 18h30 à la Cinémathèque de la Ville de Luxembourg

Raphaël Quenard avec son phrasé et ses gestes si particuliers Chi-Fou-Mi Productions

Plus tard, dans le hall d’entrée du CapE, on s’agglutine aux pieds des escaliers menant vers l’auditorium sur lesquelles ont pris place la vingtaine de membres de Nordvox, un projet de chœur de chambre du Conservatoire de Musique du Nord. Sous la direction de Matthias Rajczyk, la troupe délivre une interprétation très convaincante de Soon ah will be done, sous les yeux d’un public acquis à leur cause. Sur les coups de vingt heures, l’auditorium accueille l’ensemble vocal britannique Voce8, tête d’affiche du festival qui fait salle comble. Après un court discours maîtrisé signé Carl Adalsteinsson, le directeur artistique des lieux, Dominic Carver, Eleonore Cockerham (en remplacement de Molly Noon), Andrea Haines, Katie JeffriesHarris, Christopher Moore, Blake Morgan, Barnaby Smith et Euan Williamson font leur apparition sur les planches. Le spectre qui va être brassé par l’ensemble est large. Au programme, Rachmaninov, Nat ‘King’ Cole, Mendelssohn ou encore Paul Simon, difficile de faire plus varié. Le spectacle démarre par un O Clap Your Hands des plus académiques. Sentiment partagé pour le morceau suivant. On sent la maestria, le professionnalisme mais on regarde sa montre. Bien mal nous en a pris. Le reste du spectacle ne sera qu’un crescendo, des montagnes russes émotionnelles que seule la musique a cappella peut provoquer.

Un film dont le spectateur est le héros


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FILM MADE IN LUXEMBOURG

Gabrielle Denisse

L’enfer de Mandico, c’est nous. Et à Esch aEntretien : Tom Dockal

Les cinéastes français avec une signature visuelle unique se comptent sur les doigts d’une main. Bertrand Mandico fait assurément partie de ce club très fermé. Conann, son nouveau long-métrage – coproduit par la société luxembourgeoise Les Films Fauves et présenté à la dernière Quinzaine à Cannes – est un trip infernal, baigné de néons, au cours duquel les six vies de Conann sont passées en revue et où son propre avenir la fait mourir à plusieurs reprises, à travers les époques, les mythes et les âges. De son enfance en tant qu’esclave à son ascension vers les sommets de la cruauté aux portes de notre monde. Une petite note en marge : cet enfer et tout ce qui l’entoure se trouvait à Esch, où le film a été tourné. Nous avons rencontré Bertrand Mandico et nous avons parlé de la manière dont le projet Connan est passé du Théâtre des Amandiers au Minett, des histoires coming-of-age déroutantes et des cycles de vie (artistiques). D’Land : Comment se lisait le pitch de votre nouveau

film Conann dans le premier dossier transmis aux futurs producteurs et coproducteurs ?

Bertrand Mandico : Ça se passe à l’oral en général. Mais le

pitch est très simple : Conann est le conte de la barbarie, c’est-à-dire la vieillesse qui tue sa propre jeunesse. Le projet remonte déjà à quelques années et s’est métamorphosé, tout comme le personnage central du film. Est-ce que cela se serait passé de la même manière sans la pandémie ?

Le Covid était pour moi l’opportunité de saisir une invitation du Théâtre des Amandiers pour faire un spectacle autour ma façon de faire des films. J’ai décidé en quelque sorte, comme j’avais Conann en préparation, d’utiliser le théâtre comme un laboratoire de recherche, de répétition et d’écrire une pièce, En attendant Conann, qui était une mise en abîme de cette recherche et qu’on a travaillé avec les comédiennes. Finalement, le Covid a empêché que le spectacle soit public – nous on l’a vu puisque on l’a fait pour nous –, mais du moins dans une forme filmique, existe. C’est d’ailleurs une chose que je dois monter encore. Ça a nous a servi vraiment de laboratoire pour préparer Conann, le long-métrage. Comment est-ce que les espaces influencent votre manière de faire du cinéma ? Pour le cas de Conann, comment est-ce que un ancien site sidérurgique abandonné à Esch-sur-Alzette a inspiré un metteur en scène toulousain? Je ne suis pas Toulousain. Je suis né à Toulouse, mais je suis Parisien, malheureusement. C’est Gilles Chanial, le producteur luxembourgeois de ce film, qui m’a montré ce site bien avant que j’écrive Conann en me disant, « tiens, cet endroit, je pense, ça peut t’inspirer ». Il avait raison. Quand j’ai vu cet espace, j’ai vu la possibilité. J’ai vu un terrain de jeu propice pour la construction d’un film à plusieurs époques. J’ai vu un temple antique, j’ai vu pleins de choses possibles. Ça m’a fasciné. Et quand j’ai écrit Conann j’avais le site en tête et je savais que c’était là que je voulais tourner. Ça m’a libéré peut-être par rapport à l’écriture et à ce jeu avec les époques. Quand je décrivais « nous sommes dans le Bronx dans les années 90 sous le métro », je savais que ce n’était pas une fantaisie de scénariste, mais quelque chose de faisable. Y compris avec le budget d’un film d’auteur. Puisque finalement je n’ai fait que m’appuyer et faire des collages sur des décors préexistants – ajouter une boutique, des voitures, des grilles et des enseignes

Bertrand Mandico, une signature visuelle

Est-ce qu’il est juste de dire votre nouveau film comme une sorte de récit initiatique à l’envers ?

cela que je vois mon propre cheminement. C’est-à-dire que celui que j’étais à quinze ans a été détrône à 25 ans par une autre personne. J’ai vraiment l’impression d’avancer par cycles et parfois même contredire de ce que j’avais pu dire dans mes jeunes années. Je n’ai fait que grossir le trait par rapport à ce que je ressens sur mes cycles de vie. Mes cycles dans ma vie plutôt. Je n’ai qu’une seule vie pour le moment.

Désinitiatique alors. On est désinitié quand on l’a vu. Ce serait ça un récit initiatique à l’envers ?

Pendant votre cycle précédent, vous avec co-signé Flamme, un manifeste du cinéma...

lumineuses – et hop, on était dans New York des années 90. Donc c’était un peu la construction de tout l’ensemble du film et qui a rendu ce film possible. J’ai rêvé sur ces ruines. Et j’adore de construire sur des ruines.

Je ne sais pas. À vous de le dire. J’essaie de suivre votre logique. C’est une structure que j’ai empruntée à Lola Montès de Max Ophüls. C’est un très beau film que je vous recommande. Ophüls a mis en scène l’histoire vraie d’une courtisane qui s’appelait Lola Montès et qui, à la fin de sa vie, est devenue une attraction de cirque. Elle était très connue et elle a vendu son histoire à un cirque américain. Ophüls nous amène dans ce cirque au moment où Lola se raconte du haut d’un trapèze avant de faire le grand saut et par fragments on va ensuite reconstituer sa vie et son évolution. J’ai pris le même principe. Mon personnage se raconte depuis des enfers avant de faire le grand saut et par fragments on va retracer sa vie. Je ne sais pas si c’est un récit initiatique, mais c’est plutôt l’histoire d’une damnation et comment un personnage va en permanence être dérouté tout au long de sa vie. Ce n’est qu’un destin dérouté et déroutant. La Conann de quinze ans est maltraitée et, quand elle a finalement la possibilité de se venger – ce serait le chemin d’un film noir américain classique – la vengeance va se transformer en histoire d’amour. Je déroute le spectateur et je déroute la mécanique dramatique habituelle constamment. C’est un récit initiatique déroutant, je dirai, voilà. Qu’est-ce que nous apprennent les déambulations de Conann sur vous, Bertrand Mandico ? Qu’est-ce qu’on apprend de moi ? Mes angoisses, mes désirs de cinéma, mes engagements politiques par rapport à ce que c’est une actrice au cinéma. Proposer des rôles non-conventionnels et non-stéréotypés. C’est un engagement auquel je tiens. Il y a tout ça dans mes films. Mais je ne fais pas de films autobiographiques non plus. Je raconte des histoires sur le monde. La vieillesse qui tue la jeunesse. Ça doit venir de quelque part, j’imagine. J’ai l’impression – et c’est peut-être moins fort que dans le film – qu’on fonctionne par cycle. C’est au moins comme

Il y avait déjà un manifeste avant qui s’appelait Le Cinéma Incohérent. J’aime bien les manifestes, les dogmes, etc. parce que c’est une façon d’acter un état d’esprit, une façon de voir le cinéma avec d’autre cinéastes et d’autres artistes qui partagent des idées et des sensations par rapport au médium qui est le nôtre, c’est à dire le cinéma. Donc c’est une façon d’acter notre vision du cinéma à ce moment-là, le manifeste Flamme, qui est une vision très romantique par rapport au cinéma et à la vie et tourne un peu le dos au naturalisme Vous y réclamez un cinéma qui traverse les genres, les émotions et le temps, et dans lequel vous promettez que vos films et ceux de vos collègues allumeront un feu et danseront jusqu’à l’aube. Vous soutenez toujours ce manifeste six ans après sa parution ? Je ne peux pas répondre pour les autres (Caroline Poggi, Yann Gonzalez et Jonathan Vinel ; ndlr), mais en ce qui me concerne, oui, c’est quelque chose qui m’anime toujours. Enfin, je ne me sens pas étranger à ce qu’on avait écrit. Cela étant, j’ai envie de faire autre chose. Avant d’entamer le voyage à travers le temps et l’espace, le personnage Rainer promet à Conann un spectacle amoral et de bon goût. Mais c’est depuis toujours une promesse dans votre travail ? Oui, ou moral et de mauvais goût, je ne sais pas. Mais effectivement, c’est Rainer qui ouvre le spectacle. Il est à la fois le meneur de revue, d’un cabaret infernal. Et en même temps, il est le guide aussi parce que le spectateur a besoin d’un guide dans l’obscurité du récit. Mais oui, peut-être que je ne fais que refaire les mêmes choses, je ne sais pas. C’est ce que j’ai voulu insinuer. Vous utilisez le mot amoral depuis des entretiens sur votre premier long-métrage Les garçons sauvages. Oui, ça se peut. La morale est un peu castratrice. C’est pourquoi je pense qu’il faut être amoral quand on fait du spectacle. p


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MAUX DITS D’ YVAN

Gitt ons Speck an Ierbessen aYvan Le curé défroqué, l’ailier gauche et l’autoproclamée conscience catho du CSV, fait retraite dans un silence monacal. Peut-être est-il en train de méditer le Livre de Job, riche parmi les riches devenu pauvre parmi les pauvres, où il est écrit : « On repousse du chemin les indigents. On force tous les malheureux du pays à se cacher. Et voici, comme les ânes sauvages du désert, ils sortent le matin pour chercher la nourriture, ils n’ont que le désert pour trouver le pain de leurs enfants. » Ou encore ce passage du Deutéronome : « Il y aura toujours des indigents dans le pays ; c’est pourquoi je te donne ce commandement : Tu ouvriras ta main à ton frère, au pauvre et à l’indigent dans ton pays. »

Sven Becker

Léon Gloden, le malhabile, et son chef

Sam Tanson, Jean-Claude Hollerich, Lydie Polfer, Georges Oswald, Marc Baum : dans cette liste, cherchez l’intrus.e ! Il s’agit, vous l’aurez deviné, de Lydie Polfer, la seule à défendre l’interdit de la mendicité parmi tous ces opposants à ce que d’aucuns appellent déjà la loi Gloden. Cherchez maintenant l’absent ! Luc Frieden ? Vous n’y êtes pas, car après un long silence, le Premier ministre vient de voler au secours de son ministre policé dans une interview au Quotidien. Paul Galles ? Bingo !

S P EC TAC L E

L’origine du mall

Les centres commerciaux ont commencé à voir le jour à la fin des Trente glorieuses, ces années fastes d’après-guerre. Une période qui donne son

S’opposera-t-il à l’interdiction de l’ordre mendiant des Franciscains, dont le fondateur, Saint François d’Assise, a servi de prête-nom au pape Francesco ? Rappelons alors à qui veut bien l’entendre qu’à Luxembourg, les mendiantes franciscaines sont à l’origine de bon nombre d’hôpitaux (dont les HRS du Kirchberg) et d’institutions charitables. Et les chantres de l’ADR, si prompts à défendre nos langue et traditions populaires, aboieront-ils d’un franc « Non, mais ! » quand nos vaillantes policières arrêteront aujourd’hui-même dans les rues du centre-ville les enfants partis, d’Liichtebengelen en main, quémander l’aumône sucrée ? Car, en effet, Luc Heuschling, brillant constitutionnaliste devant l’Éternel, vient de préciser que la logique de cette loi (si logique il y a) ne peut qu’aboutir à interdire la pratique du liichte goen. Gloden aurait pourtant été bien avisé d’écouter le song du Beggar’s Opera des enfants jusqu’à sa menace finale : Léiwer Hergottsblieschen Gitt ons Speck an Ierbessen (...) Kommt Dir nët gewëss, da kritt eng gud op d’Schnëss Da kritt Dir op d’Schnëss e Schouss voll Nëss. Avec sa noix vide de loi, Gloden en a reçu des coups sur la gueule, et ce de la part d’adultes qui ont retrouvé leurs âmes d’enfant pour chanter la générosité de la Chandeleur. De la procureure

titre à un spectacle pas comme les autres, L’Âge d’or. Pas comme les autres car il ne se déroule pas dans une salle de théâtre, mais dans un shopping mall (photo : Marie Brocher). Cette visite guidée théâtrale a été imaginée par un duo de Suisses, Igor Cardellini et Tomas Gonzalez. Invités par le Kinneksbond de Mamer, ils feront découvrir la Belle Étoile, avec la comédienne Frédérique Colling comme guide. « Nous explorons différentes facettes du capitalisme à travers des visites de banques, de bureaux et de centres commerciaux. Des lieux qui sont rarement considérés au-delà de leur dimension fonctionnelle », explique Tomas Gonzalez. Le duo s’intéresse à la question du pouvoir et à la manière dont il s’exprime dans nos architectures. L’idée est d’analyser comment la

consommation de masse est organisée dans l’espace et comme ces espaces influencent notre comportement. Les spectateurs sont munis de casques audio et vont découvrir les coulisses, l’histoire et les enjeux de ce haut temple de la consommation. « Une partie de la visite est récurrente pour tous les centres commerciaux, une autre est le fruit de recherches réalisées sur place », poursuit le comédien. Il remarque l’aspect vintage de la partie la plus ancienne de la Belle Étoile (qui fête ses cinquante ans), mais considère que cette galerie n’est pas différente des autres : la situation en périphérie, le grand parking, l’étirement en longueur plutôt qu’en hauteur, une population qui y vient non seulement pour les courses mais pour la promenade. Après 150 représentations dans une

générale aux lettres de lecteurs, des réseaux sociaux à la Chambre des députés, des actions d’artistes aux sit-in d’activistes, il s’est élevé dans le pays un énorme shitstorm contre une loi qui, au-delà de son côté abject et immoral, est surtout illégale. Illégale doublement, voire triplement, comme de nombreux juristes l’ont pointé : contraire à un arrêt de la Cour européenne des droits de l’Homme, contraire à la Constitution, contraire au Code pénal où les députés ont supprimé en 2008 l’interdiction de la mendicité simple. Ce fut une erreur, une négligence, nous fait-on croire. Le psychanalyste, cependant, ne peut en être dupe : ce fut un lapsus freudien, un acte manqué, un vote non pas dicté par la raison consciente, mais par le désir inconscient. Chapeau, Mesdames et Messieurs les députés d’alors, pour avoir voté tout haut ce que vous désiriez tout bas. À l’heure où l’Ukraine est meurtrie, Gaza à feu et à sang, les paysans dans la rue, l’inflation au plus haut et le festival de l’auto en plein boom, les médias au Luxembourg ne parlent que de ça. « Ce débat sur la mendicité est largement exagéré », se plaint Luc Frieden dans les colonnes du Quotidien. Cela doit lui rappeler l’affaire du Bommeleeër quand, ministre de la Justice, il tançait Roby Biever, le procureur d’État, en lui demandant s’il n’avait rien de mieux à faire que de poursuivre des fantômes. La casserole que traîne Gloden est déjà plus remplie que la gamelle des gueux et a fini par éclabousser le gouvernement avec son lait resté trop longtemps sur le feu. Aussi, l’opinion publique en appelle-t-elle désormais au Premier ministre pour éteindre ce feu. Dans son interview au Quotidien, celui-ci déclare : « Je voudrais que chacun puisse avoir un lit chaud, être nourri, avoir des services sociaux et de santé à sa disposition. C’est un premier point. Ensuite (...) » Ce « premier point. Ensuite » est le parfait équivalent du « je n’ai rien contre les mendiants, mais ... » Pour le sociologue Hartmut Rosa ce genre de litote, de plus en plus répandue, est dangereuse, parce qu’elle fait focaliser l’interlocuteur sur la première partie de la phrase, en général consensuelle et politiquement correcte, alors que l’important du message vient après le « mais », le « premier point. Ensuite. » C’est dans la deuxième partie du message, alors que l’interlocuteur est en quelque sorte endormi et rassuré, que le messager livre ses véritables pensées et actions, autrement

dizaine de pays, Tomas Gonzalez est plus frappé par une esthétique globalisée adoptée partout que par les différences mineures. « Le pays où l’expérience était nouvelle était l’Estonie car ils ont un rapport à l’abondance beaucoup plus tardif ». À voir entre le 2 février et le 2 mars, en français, luxembourgeois et anglais. Horaires sur kinneksbond.lu. FC

M E D I E N

KI-Kloertext

„Ich würde keinem Studenten sagen, du darfst für deine Abschlussarbeit oder dein Examen kein ChatGPT nutzen“, urteilte der Professor für Digital Leadership, Florian Feltes, im RTL-Kloertext vergangenen Donnerstag. Das sei „Standard“ und

plus inquiétantes. « Dans le détail », poursuit le vieux Luc alors, « il s’agit ici d’un règlement de police de la Ville de Luxembourg qui doit correspondre à la législation. (...) Le sujet n’est pas essentiel pour le gouvernement. » Si le sujet n’est pas essentiel pour le gouvernement, il n’en révèle pas moins son essence. Loin d’être un astérisque au bas de la chronique des premiers jours du gouvernement, il s’est fait gros comme Obélix. À l’image d’un Macron, devenu très vite, après quelques maladresses anecdotiques, le « président des riches », la nouvelle coalition est déjà perçue comme le gouvernement des riches. La faute de Gloden, car c’en est bien une au sens plein et moral du terme, collera à la peau de Frieden comme le sparadrap du capitaine Haddock. Reste à savoir si les protestations émanent d’une minorité bruyante, issue des « élites », face à une majorité silencieuse qui cache sa honte d’approuver cette loi et remerciera Gloden et ses sbires dans l’isoloir des prochaines élections. Ou si la vox populi, pour une fois, ne rimera pas avec Rimm- et Stimmvieh, mais avec génie ou jury. Et qui sait, Luc Frieden, qui doit connaître son Machiavel sur le bout des doigts, n’est peut-être pas mécontent de refiler l’image de l’homme au cœur froid à son sous-fifre Gloden. Les mendiants pourraient pourtant servir de modèle à un gouvernement qui a inscrit le néo-libéralisme sur son drapeau. Ils sont en quelque sorte des autoentrepreneurs et devraient plaire au Premier ministre, qui se fait fort d’être le CEO d’une entreprise nommée Luxembourg. N’a-t-il pas indiqué vouloir réfléchir sur le modèle « Uber »? Quant aux mendiants « salariés » par des mafieux d’outre-frontière, personne n’a encore prouvé l’existence des « grosses limousines allemandes » qui déchargeraient, chaque matin, comme dans le Dreigroschenoper, leur cargaison de mendiants, mais qui restent, jusqu’à nouvel ordre, de parfaits ORNI, des objets roulants non identifiés. Quant à votre serviteur, comme l’archevêque, il va continuer à donner son obole aux mendiants postés, loin du centre-ville, devant le supermarché qui nous pique notre argent, tout en méditant ces vers de T.S. Eliot : « This is dead land, this is cactus land. » p

„ganz normal“. „Kënschtlech Intelligenz: grouss Chance oder enorm Risiken?“, war die von Caroline Mart moderierte Sendung übertitelt. Nuancierte Überlegungen zu den Folgen der Digitalisierung stammten vom Mitglied der nationalen Ethikkommission, Jean-Jacques Rommes, der zu extraterrestrischem Leben recherchiert. Die Menschheit habe ihre Muskelkraft an Maschinen geoutsourct, nun lagere sie ihr Denken immer mehr an Maschinen aus. Es sei also möglich, dass gewisse kognitive Fähigkeiten schrumpfen werden, so der studierte Jurist. Eine ähnliche Ansicht wird vom Medienwissenschaftler Roberto Simanowski vertreten. Gerade das Schreiben solle man nicht an Maschinen delegieren,

denn es ist eine Quelle von Erkenntnis und Einsicht. Schreiben Studierende ihre Arbeiten mit KI, bleiben sie in einem Rezeptionsprozess: „Man bleibt Leser, nämlich der Synthese an Informationen und Ansichten, über die nicht man selbst verfügt, sondern die KI“, so Simanowski. Als Einziger ging Rommes zudem der Frage nach, was eigentlich menschliches Denken ausmacht: Nämlich, dass es sensualistische Empirie und transzendentale Begriffe zusammenbringen kann. Anders als Maschinen haben Menschen Gefühle, „mir kënne lëschteg oder traureg sinn“. Dass Florian Feltes hingegen eine optimistische Grundhaltung in die Sendung brachte, liegt vielleicht daran, dass er als CEO von Zortify mit KI Geld verdient. SM


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D E L A R E C H E R C H E A RT I ST I Q U E – L’ É M E R G E N C E D ’ U N E D I S C I P L I N E ( 1 / 3 )

Une pratique artistique vectrice de savoir

Hadrien Friob

aCharles Rouleau

Selon la discipline émergente de la recherche artistique, une pratique artistique peut bien mener à la découverte et à la production de nouveau savoir. L’argumentation est relativement simple et claire : si un objet d’art peut être étudié comme ayant un potentiel épistémologique en lui-même selon différentes méthodes de différents champs de recherche, c’està-dire que l’étude de création artistique mène à la production de savoir, alors il semble tout à fait logique et probable que l’acte de création en lui-même peut aussi renfermer un savoir et que la personne qui accompli cet acte, de par sa position, semble être le mieux placé pour discuter et analyser le matériel ou les idées avec lesquels il ou elle travaille. Attardons-nous ici à l’écologie acoustique. Cette discipline a d’abord été développée par des artistes dans un cadre universitaire, et fait appel à des méthodes de différentes disciplines, académiques ou non. Il s’agit aussi d’une discipline qui fait le pont entre les sciences de la nature et les arts. Ses débuts formels dans le monde académique peuvent être retracés au début des années 1970 quand Raymond Murray Schafer (1933-2021), professeur en communication acoustique à l’université Simon Fraser de Vancouver, fonda un groupe de recherche appelé le « World Soundscape Project » (WSP) dans le but de créer une base de données et d’analyses de paysages sonores pour permettre l’étude de leur dégradation par une urbanisation effrénée et l’analyse de l’impact de la pollution sonore. Comme Barry Truax, compositeur et également membre fondateur du WSP, l’explique, en l’absence de méthodologies spécifiques à ce champ d’étude, alors lui aussi inexistant, les chercheurs et chercheuses du WSP ont dû s’appuyer sur des connaissances qu’ils avaient déjà préalablement, c’est-à-dire, du domaine de la musique. En d’autres

L’avènement de l’écologie acoustique nous permet de mettre en relief le caractère expérimental de la recherche artistique

Sam Erpeling explique son travail au Casino Display

mots, c’est par le biais d’un éventail de compétences et de techniques artistiques que le groupe a pu établir une méthode scientifique de récolte et d’analyse d’artefacts sonores. La première étape est la récolte de données et consiste à enregistrer un environnement sonore à l’aide d’un microphone. Il est important de noter ici le rôle primordial qu’ont joué les avancées technologiques en matière de portabilité d’équipement technique dans la création et l’émancipation de l’écologie acoustique. Les enregistrements étaient par la suite analysés en fonction des trois paramètres suivants : la tonique, les signaux et les symboles sonores (soundmarks). Le premier concept est un bon exemple d’un transfert lexical d’une discipline à l’autre : la tonique est un terme musical qui réfère à la clé ou la tonalité d’une composition. Dans la théorie schaferienne de l’écologie acoustique, c’est la tonalité qui donne le caractère sonore à un lieu, qui ne s’écoute pas nécessairement consciemment, mais qui fait partie intégrale de l’ambiance sonore. On peut penser au bourdonnement d’une ville, ou encore au vent qui siffle dans la forêt. Les signaux quant à eux sont des éléments sonores qui sont audibles et qui permettent une certaine forme de communication : le klaxon d’une voiture, les cloches d’une église ou les sirènes d’une ambulance, par exemple. Et troisièmement, les symboles sonores, en anglais soundmarks (en référence à son pendant visuel landmark), par exemple le son spécifique de Big Ben à Londres. Finalement, les membres du WSP transformaient ces enregistrements en composition pour créer une œuvre sonore qui puisse servir d’outil narratif et acousmatique du lieu. Si la méthodologie et nomenclature peuvent sembler à première vue relativement simples, c’est à cause de la distance historique qui nous sépare de ces balbutiements théoriques. En effet, aujourd’hui les méthodes de la discipline se sont raffinées, diversifiées et complexifiées : on parle maintenant aussi d’écoacoustique quand un projet de recherche tourne autour des thématiques écocritiques en lien avec le changement climatique, ou encore de gaming soundscapes pour les paysages sonores que l’on retrouve dans les jeux vidéos. L’artiste luxembourgeois Sam Erpelding, aussi connu sous son nom de scène Dankwart, est actuellement en train de travailler sur une dissertation en recherche artistique à la Anton Bruckner Privatuniversität de Linz qui aborde la question de la représentation artistique de recherche écoacoustique. S’il a certes recours à des méthodes similaires à celle du WSP, il explore aussi tout un monde sonore qui se

déploie autour de nouvelles méthodes comme la sonification de données ou encore l’écoute de sons nécessitant des microphones spécialisés, et dont l’aspect création prend aussi d’autres formes, par exemple, par la performance ou l’installation. Sa pièce Chiroptera Socius Docta est une composition électroacoustique basée sur des enregistrements de grincements de chauves-souris dans le parc national Donau-Auen en Autriche. Les grincements sont produits dans des fréquences inaudibles pour les humains, mais en utilisant un microphone capable de capter les ultrasons, Sam Erpelding ouvre le paysage sonore et y invite aussi les non-humains qui le peuplent. L’anthropocentrisme très présent dans les écrits de Murray Schafer fait place à une approche au paysage sonore consciente des multitudes « manière d’être » dans le monde sonore. Ce que l’avènement et l’évolution d’une discipline telle que l’écologie acoustique nous permettent de mettre en relief est le caractère expérimental et transdisciplinaire de la recherche artistique. L’expérimentation vient de la nécessité d’avoir recours à des méthodologies existantes et de l’incertitude de devoir les appliquer à de nouvelles idées ou des questions de recherche qui ne semblent pas toujours liées à leurs champs d’origine. L’exemple précédemment discuté de l’apport de la recherche artistique à la discipline de l’écologie acoustique est clair, le lien avec la discipline d’origine n’est pas trop distant. En revanche, les cartes se brouillent quand la recherche artistique est utilisée dans d’autres disciplines où les frontières semblent moins strictes, par exemple, pour l’étude de concept philosophique. L’autre difficulté à délimiter la discipline est en partie due au fait que la recherche artistique oscille entre différentes méthodologies empruntées de plusieurs disciplines. Les compositions et installations de Sam Erpelding nécessitent des connaissances dans le domaine de la biologie, de l’écologie, de la musique, etc. Il s’agit de renverser l’ordre dans lequel les recherches sont faites, en se basant d’abord sur un engagement pratique avec le matériel, la matière, l’objet, le son, ou l’idée, avant de remonter le chemin vers la théorie. C’est un va-et-vient continuel entre la pratique et la théorie, l’un alimentant l’autre et vice versa. C’est exactement ce renversement et l’interdisciplinarité inhérente à la recherche artistique qui permettent à cette discipline de se déplacer fluidement entre les méthodes, à première vue, ne sont pas liées, et que par leur réarrangement permet l’émergence de nouveaux territoires épistémologiques. p


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02.02.2024

L’art du rapiècement aDon John

Avec la sortie de The Zone of Interest et de Poor Things, Jonathan Glazer et Yorgos Lanthimos interrogent non seulement la banalité du mal ou les affres du désir masculin, mais nous poussent aussi à questionner ce qui reste des romans de Martin Amis et Alasdair Gray une fois leur transposition sur le grand écran opérée. Il y a donc, d’un côté, The Zone of Interest, l’avant-dernier roman du regretté Martin Amis, qui connut, peu après sa publication, un de ces petits scandales qui ébranlent régulièrement le microcosme littéraire. Gallimard, l’éditeur français d’Amis, avait jugé l’œuvre non publiable. Il craignait que ce qu’on qualifia alors de vaudeville sur fond de KZ ne suscitât l’ire et l’indignation d’un lectorat à qui Amis racontait le quotidien des barbares et bourreaux. L’auteur adoptait trois perspectives. Celle de Thomsen d’abord, un officier nazi qui se croit intouchable, dont l’occupation principale, au-delà des mesquins jeux de pouvoir et des immondes négociations économiques ayant trait à l’extermination industrialisée d’un peuple, consiste à séduire toute femelle impressionnée ou non par son uniforme, surtout, l’épouse du commandant. Celle de Paul Doll ensuite, contrepartie fictionnelle du commandant d’Auschwitz Rudolf Höss, alcoolique et toxico (on le surnomme par ailleurs The Old Boozer) qui n’arrête pas de se répéter comme un mantra : Paul Doll is completely normal. Finalement, celle, presqu’insoutenable, de Szmul, un Juif attaché au Sonderkommando dont le reste d’humanité – l’amour qu’il voue à

sa femme – est réduit à peau de chagrin à mesure que son rôle de rouage dans la mécanique d’extermination de son propre peuple le force à enchaîner les actes immondes. Ce fut finalement Calmann-Levy qui le publia, le roman. L’éditeur avait bien vu qu’en racontant l’idiote inanité, la banale bestialité et la lourde lubricité des nazis, Martin Amis avait refusé cette imagerie si souvent charriée du nazi cultivé, qui se goinfre de Wagner en nourrissant son antisémitisme de traités pseudo-philosophiques nauséeux, tout en évoquant, plutôt que la désormais souvent simplifiée théorie arendtienne de la banalité du mal, sa crade stupidité. Tout au plus pouvait-on reprocher à Amis un art trop virtuose du caméléon, l’auteur ayant réussi à se glisser avec un brio presqu’inquiétant dans la peau de personnages ignobles pour en montrer le vide. Et il y a, de l’autre côté, le roman tout en strates énonciatives d’Alasdair Gray, écrivain écossais qui s’auto-décrivit comme « obèse, quasi chauve et asthmatique » et dont on peut admirer les talents de peintre à l’Òran Mór, une ancienne église glaswégienne reconvertie en pub pour lequel Gray a réalisé une peinture murale. Roman aux milles bigarrures, qui recourt à un nombre stupéfiant de sources, à l’hypotexte évident du Frankenstein de Mary Shelley, s’adjoignent tout un tas de références littéraires qui servent, dans l’éducation de Bella Baxter, de repères culturels et permettent à Gray de pratiquer avec cœur joie l’art du pastiche – tout en

se gonflant de pré- et postfaces, de lettres et autres avertissements qui se greffent sur le récit principal, Poor Things est formellement aussi monstrueux que l’histoire qu’il raconte : un jour, Godwin Baxter, scientifique aussi fou que solitaire, ramène à la vie une jeune femme enceinte qui vient de se suicider en lui implantant le cerveau de son bébé, le scientifique ayant estimé que, comme cette femme avait décidé d’en finir, il ne servait à rien de la ramener à la vie en lui remettant en place son vieux cerveau avec ses idées suicidaires. Entre donc Bella Baxter, jeune femme au cerveau de bébé qui ne manquera, par sa beauté et son ingénuité, d’être entourée de mâles ne s’empêtrant guère de sa diction imparfaite ou de sa puérile naïveté : la libido masculine ferme les yeux sur ces petites bévues, et au moins Bella est-elle moins fade que les bonnes que se tape Wedderburn, archétype du séducteur-prédateur.

Un exercice souvent casse-gueule Souvent considérées comme condamnées à l’échec ou monolithiques au sens où elles effacent la pluralité des imaginaires qu’un roman distille dans les têtes de ses lecteurs en faveur d’une seule esthétique, les adaptations cinématographiques d’œuvres littéraires sont des exercices casse-gueule. D’un certain point de vue, le film est toujours parasitaire par rapport au roman – combien de long-métrages tirés d’un roman pour combien de romans qui s’inspirent d’un film ? On pourrait y voir un double snobisme : snobisme des littéraires qui voient mal pourquoi s’inspirer d’une forme artistique surgie bien après la leur, mais aussi snobisme du film qui, petit dernier dans l’aristocratique famille de la fiction artistique, verrait son art comme une sorte d’apogée esthétique – comme si le déploiement de moyens plus importants était toujours aussi un gage d’un surcroît qualitatif, comme si la littérature n’était qu’une inépuisable réserve de scénarios potentiels.

Plus humblement, cela tient aussi à la différence entre les médiums – si c’est un cliché que de dire qu’une fois qu’on a vu le film, il est difficile de revenir au roman sans avoir en tête les images du long-métrage, essayez de lire Poor Things après l’avoir vu et de vous ôter de la tête, pendant la lecture, la gueule de Defoe ou le parler de Stone. C’est un beau gage de la qualité du film de Lanthimos d’être proche du roman au point que son imaginaire et celui de Gray se touchent et se contaminent. Mais c’est tout autant un certain signe de redondance : la meilleure adaptation cinématographique d’une œuvre littéraire est peut-être celle qui n’a rien à voir avec elle. Car si le roman, précisément, ne donne rien à voir – on y tâte dans le noir, et c’est l’auteur qui braque la lumière sur les aspects de l’univers qu’il veut nous faire observer –, le film doit bien souvent s’efforcer à cacher des choses tant il tend à trop montrer. Le romancier recourt à des artifices pour faire voir, le cinéaste pour cacher.

Élaguer, déplacer, rajouter : le cinéaste comme chirurgien Au final, tout est une question de syllepse : il demeure nécessaire de lire The Zone of Interest après avoir vu The Zone of Interest tant les deux diffèrent. Jonathan Glazer réduit l’univers du roman au seul quotidien du couple Höss, supprimant les deux autres perspectives ainsi que l’onomastique fictionnelle – trêve de camouflage, Höss y portera donc son vrai nom –, relaie les massacres du camp dans un hors-champ qui reste sonorement plus qu’audible et opère un glissement terrible vers la muséalisation du camp d’Auschwitz à travers un trou de serrure. Malgré tout ce sur quoi il fait l’impasse, le fond du roman y est : la stupidité, l’ignorance, l’inexplicable dissociation cognitive, l’impression de dédoublement ontologique d’un monde où le confort et l’enfer se superposent à tout instant. Simplement, le réalisateur a choisi une forme on ne peut plus


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FEUILLETON 02.02.2024

DIE KLEINE ZEITZEUGIN

Masochismus für die ganze Familie! aMichèle Thoma

Und all das auch noch freiwillig, als mündige Bürgerin. Vollverantwortlich. Ohne Narkose. Außer hoffentlich mit dem Trost geistiger Getränke versehen, damit es nicht in nüchternem Zustand passiert. Nicht auch das noch.

BAC films

Zone of Interest de Jonathan Glazer

différente, glaciale, comme une longue et cauchemardesque installation d’art. Au-delà de l’ellipse, l’hypotexte peut être malmené ou transcendé de bien d’autres façons encore : là où le roman de Gray exploite la multiplicité de ses sources énonciatives pour inviter le lecteur à modifier sa perception des personnages et pour permettre au doute de s’insinuer – entre les lettres pathétiques de Wedderburn et celles d’une Bella en métamorphose constante, où se situe la vérité ?–, le long-métrage de Lanthimos pratique l’hyperbole – son Godwin est plus ostentatoirement monstrueux, ses expérimentations sur les animaux plus loufoques que dans le roman – et le déplacement métonymique.

Nach Sandy Shaw, die bloßfüßig tänzelnd die Pantoffel-Couchpotatoes aus ihrem Wirtschaftswundernickerchen aufschreckte, war bei mir Schluss. Euro-Vision, wie das damals noch so hoffnungsvoll hieß, das war dann nicht mehr verstandesgemäß. Jetzt war man Beatles und dann schon Stones, da knabberte man keine Salzstangen um baritönenden Herren in Hemdbrust und Damen in Rüschenmontur und mit gemeißelten Frisuren beim Hyperventilieren und Tirilieren zu assistieren. Später, hinreichend verwachsen, gönnte ich mir die Freakshow, von Jahr zu Jahr wurde die Schauerlichkeitsdosis gesteigert. Ich begegnete ukrainischen Zottelwesen, finnischen He-Männern, bulgarischen Barden, russischen Babuschkas, polnischen Butterstampferinnen. Weißrussischen überweiten Oberweiten, Ex-Yugoslaw/innen, die einander nach blutigen Kriegen familiennostalgisch Punkte zuschoben. Lena, die ein Herzlein mit den Fingern formte und die Herzen im Sturm eroberte, aussterbenden Französ/innen und Engländer/innen und dann Deutschen. Die alte europäische Euro-Visionsfamilie schaute alt aus. Die Belgier verloren immer, obschon oder weil sie als Avantgarde gerühmt wurden. Ich begegnete Conchita aus Österreich mit

Sven Becker

Der ESC ist ein Event für Masochist/innen. Ich muss es wissen, ich erleide ihn seit Jahrzehnten. Ich habe keine andere Erklärung. Oder Entschuldigung. Der schrille Schrott. Als würde man sich in verblendender Sonne glitzernde Glasscherben einverleiben. Als würden einer die Augäpfel aufgeschlitzt und die Birne aufgeweicht. Krachkreischdampfstampf. Behämmert belämmert umblitzt und verdonnert. Zu was? Wozu?

Der schrille Schrott : Samstag in der Rockhal

ihrem allerliebsten Bart, Iren mit himmelschreienden Frisuren, schmachtenden Rumänen im aussterbenden Liebesduo und Siegerinnen in schneeumstöberten Käfigen. Ich begegnete Königinnen, Engeln, Ungeheuern, einer Unmenge hüpfender Jungs und sich windender Mädchen, einer verlockenden Auswahl an Geschlechtern. Ich begegnete Jury-Mitgliedern in allen möglichen Anzügen und Aufzügen, die ihre eigene Show ablieferten. Europa, zu dem plötzlich auch Australien gehörte, demonstrierte seine bunte Diversität, sogar Alte waren zugelassen. Ich begegnete dem Schönen und dem Biest, immer mehr Schönen. Die Jungs wurden immer schöner. Es gab immer mehr Hautfarben, alle waren von überall. Dagegen hielten die wackeren Weißrussen und rustikalen Russen, sie schickten ganze Männer an die ESC- Front und v.a. Vollblutweiber. Bis andere Fronten kamen.

Europäisch? Luxemburgisch? Konnte France Gall O Vreck? Udo Jürgens De Feierwon? Luxemburg kaufte sich seine Stars nicht nur beim Schifahren. Tali hat einen Pass und ging hier zur Schule, werden die beschwichtigt, die es gern mit Stallgeruch hätten. Wobei die junge Sängerin gerade dem Nation Branding von Luxemburg entspricht: offen, global, jung, multilingual. In der Welt zuhause, u.a. auch hier. Als wäre der ESC nicht eben ein kapitalistisches Produkt, gleitfähig wie ein Burger, einem mehrheitsfähigen Einheitsbreigeschmack angepasst. Schon global, passt für alle. Da ist der Pass unerheblich. Hauptsache das Label passt, und die paar Klischeebilder die vor der Präsentation verpasst werden.

Ich vermisste Luxemburg, das dreißig Jahre lang beleidigt war, weil es verschmäht wurde. Ich hätte gern mitgezählt und mitgezittert, vielleicht sogar gewählt. National, nationalistisch? Wohl kaum, aber es hätte ein Röllchen gespielt, das doch. Leider verlieren meine Lieblinge immer. Einmal wählte ich,

Und dennoch: der ESC lebt, denn er hat sein Geheimnis. Die pompöse Sperrigkeit. Der altmodische Special-Effects-Terror, das alles durchsickernde Kitschbombengift, die aufgeplusterte unausrottbare Hässlichkeit. Dieses Monsterspektakel. Dieses Spektakelmonster. p

Si dans le film, c’est Wedderburn qui fait découvrir à Bella le vaste monde, chez Gray, cette découverte, elle l’a déjà faite avec Godwin et c’est alors elle qui traîne un Wedderburn sexuellement épuisé à travers monts et merveilles, essayant aussi de le sauver de son addiction au jeu. Ces changements dans la dynamique du couple Baxter/Wedderburn servent très clairement le zeitgeist : en déplaçant le fantasme masculin de la jeune femme qui épuise sexuellement son amant vers un Wedderburn en forme de prédateur sans scrupules sombrant peu à peu dans le ridicule, Lanthimos fait de la métonymie une me-too-nymie.

D'GEDICHT VUN DER WOCH

Den Här aJacques Drescher

Den Här gëtt sech kathoulesch; En ass jo Theolog. D’Talenter vum Paschtouer, Déi leien awer brooch.

Ces stratégies de l’hyperbole, de l’ellipse et de la métonymie ont par ailleurs une raison éminemment pragmatique : le cinéma, par les coûts de production et à cause l’habitus de ses spectateurs, se doit d’être un art de la vitesse, de l’impatience, de l’accélération.

Kamoud sëtzt en um Knuedler Fir d’pafeg d’CSV, Mee ass, grad wéi de Mosar, Dem Lydie säi Wauwau. E wot net sech ze mucksen, De schwaarze Galles Pol, An d’Heescheleit ze tréischten – Sou wéi säi Kardinol.

Sven Becker

Chez Lanthimos, ces opérations en viennent à faire partie de la matière même du film, où tout est rapiècement, transsubstantiation, métamorphose et hybridisation : l’art du cinéaste devient, à travers la métaphore du monstre, de l’accouchement, de l’autopoïésis – Bella ne fait pas autre chose que s’enfanter soi-même –, une réflexion sur l’acte créateur qui, de cycle en cycle, ne fait jamais que recycler. p

ein holländisches Pärchen. Sie wagten es, zu singen. Einfach so. Ein Lied! Ein Liebeslied! Einen richtigen Song, den man freiwillig hört. Nicht nur weil das Europäische Folterritual zelebriert wird.

„Aarm Leit soll een net ploen, Déi hunn et schonn net flott!“ Amstand deen Här huet wierklech Kee Gott a kee Gebott!


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F E U I LRLUEBTROI N K 02.02.2024

LUXEMBURGENSIA

Fast nur für Erwachsene aClaire Schmartz

DR

in der Schule, bei der sich ihre Wut und Frustration Bahn gebrochen haben, begibt sie sich an den Fluss, in dem sie ihren ehemaligen Goldfisch ausgesetzt hat. Hier kann sie allein sein und sich ihren Gedanken hingeben ... als auf einmal ein mysteriös leuchtender Mann auftaucht, Albert, der behauptet, ein Engel zu sein. Und in seiner behüteten, gelassenen Gegenwart Malya kommt allmählich zur Ruhe.

Roland Meyer

Mit Monster Malya hat Roland Meyer einen neuen Kinder- und Jugendroman „fir erwuesse Leit“ geschrieben. Er folgt der elfjährigen Hauptfigur Malya, einer Grundschülerin, die von ihrer Lehrerin, ihren Mitschülern und Mitschülerinnen oder dem Vater einer Klassenkameradin „Monster Malya“ geschimpft wird. Denn Malya hat Tobsuchtanfälle und Wutausbrüche, bei denen sie um sich schlägt, schreit, Dinge kaputt macht und sogar Gefahr läuft, sich selbst oder andere ernsthaft zu verletzen. Malya passt weder in die Gesellschaft

noch in das Schulsystem. Trotz Reittherapie, pädagogischer Betreuung oder vom Gericht angeordneten Besuchen bei ihrer Familie dringt niemand zu ihr durch. Sie will auch gar nicht hineinpassen, sich fügen oder brav sein. Denn genauso wenig wie sie passen auch ihre alleinerziehende Mutter mit ihren wechselnden Partnern und ihre beiden Schwestern zu den Erwartungen einer kleinbürgerlichen und leistungsorientierten Gesellschaft. Und umso mehr fühlt sich Malya für sie verantwortlich. Auf der Flucht vor einer weiteren Eskalation

Roland Meyer hat Kindertheatertexte und Kinderbücher auf Deutsch und Luxemburgisch geschrieben, darunter auch Bücher über Jugendliche oder Kinder, die von Erwachsenen gelesen werden können. Er mischt Genres, Kurzmitteilungen und verschiedene Zeitebenen zu einem lebendigen, vielstimmigen Roman, der ein gelungenes Panorama der externen Wahrnehmungen der Protagonistin und ihrer Schwierigkeiten abbildet. Der Perspektivenreichtum ist die Stärke des Romans, der abwechselnd Eltern von Malyas Schulkameraden oder Lehrkräfte erzählen lässt, und dazwischen immer wieder zu Malya selbst springt. Dabei bleiben jedoch ihre Mutter und ihr „bester Freund“ Steven auf Distanz; die Mutter kommt nicht zur Sprache, Steven nur in Form von Kurzmittelungen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Gesellschaft und die Erwartungen, die an Malya herangetragen werden, werden mit ihrer eigenen Gefühlswelt konfrontiert – ungebän-

digt, auf der Flucht und hilflos, sodass ihr nur noch die Wut bleibt. Im Kontrast zur kindlichen Perspektive, die sich der Konsequenzen oder auch der Ursachen ihrer Handlungen nicht bewusst ist, steht die Erwachsenenperspektive, die nur die Konsequenzen sieht, darüber aber vergisst, dass man verschiedene Parameter verändern könnte – sei es das soziale Umfeld, die Möglichkeiten, Reaktionen und Angebote von Außenstehenden, das Selbstwertgefühl – oder all diese Dinge. Zugleich gibt es einen Hauch Hoffnung in Form der fantastischen Figur Albert. Seine ruhige, gleichmütige und entspannte Art, seine Präsenz und Aufmerksamkeit scheinen Malya zu stärken und tatsächlich zu helfen, wie sich allmählich in leicht traumhaften Szenen abbildet. Das schmerzt, weil es sich um eine erfundene Fantasiegestalt und -begegnung handelt, die es in Wirklichkeit so nicht gibt. Malya erlebt kein Coming of Age in klassischer Romanmanier oder emanzipiert sich selbst, doch das ist vermutlich die ehrlichste Botschaft an alle „erwuesse Leit“, die dieses Buch in die Hände bekommen und ihre Weltsicht hinterfragen könnten. p

Roland Meyer: Monster Malya. E Kannerbuch fir erwuesse Leit. Lëtzebuergesch. Op der Lay 2023. 156 S. 16,90 €.

AVIS

Réception des plis :

Procédure : 10 européenne ouverte Type de marché : Services

La remise électronique des offres sur le Portail des marchés publics (www.pmp.lu) est obligatoire pour cette soumission conformément à la législation et à la réglementation sur les marchés publics avant les date et heure fixées pour l’ouverture.

Date limite de remise des plis :

N°. avis complet sur pmp.lu :

01.03.2024 10.00 heures

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Lieu :

Intitulé :

SNHBM 2B, rue Kalchesbruck L-1852 Luxembourg

Soumission relative aux services de maintenance et d’entretien de la gestion d’accès des parkings de la Cité des Sciences à Esch Belval.

Société Nationale des Habitations à Bon Marché s.a.

Avis de marché Procédure : 01 ouverte Type de marché : Travaux Date limite de remise des plis :

27.02.2024 10.00 heures

Intitulé :

Lot plafonnage, réf. G7.

Avis de marché

Description :

– L’exécution des travaux de plafonnage de 4 immeubles résidentiels à Belvaux.

Description :

Conditions d’obtention du dossier :

Critères de sélection :

Le bordereau de soumission est téléchargeable sur le Portail des marchés publics.

Les conditions de participation sont précisées au cahier des charges.

– Maintenance des parkings.

N°. avis complet sur pmp.lu :

2400243

Avis de marché

Description :

– Nettoyage des toitures, façades, salles de classe et spéciales, zones sportives et administratives, mobilier et couloirs avec cages d’escaliers. La durée des travaux est de 30 jours ouvrables, à débuter au premier semestre 2024. Les travaux sont adjugés à prix unitaires. Conditions d’obtention du dossier :

Les documents de soumission peuvent être retirés via le portail des marchés publics (www.pmp.lu). Réception des plis :

Réception des plis :

Le jour de l’ouverture avant 10.00 heures

Ministère de la Mobilité et des Travaux publics Administration des bâtiments publics

des sports Logopédie à Strassen phase 2 : Lycée.

Procédure : 10 européenne ouverte Type de marché : Services

04.03.2024 10.00 heures

Les offres sont obligatoirement et exclusivement à remettre via le portail des marchés publics avant la date et l’heure fixées pour l’ouverture.

Intitulé :

N°. avis complet sur pmp.lu :

Travaux de nettoyage à exécuter dans l’intérêt du Lycée technique pour professions de santé et hall

2400212

Date limite de remise des plis :

Conditions d’obtention du dossier :

Dossier de soumission à télécharger gratuitement sur le Portail des marchés publics (www.pmp.lu).

Fondé en 1954 par Carlo Hemmer, édité par Leo Kinsch de 1958 à 1983. Hebdomadaire politique, économique et culturel indépendant paraissant le vendredi. Publié par les Éditions d’Letzeburger Land s.à r.l., R.C. B 19029,N° TVA LU 12 12 40 22. La reproduction des articles et illustrations est interdite sans l’accord écrit de l’éditeur. Gérant Stephan Kinsch (48 57 57-1; land@land.lu), Rédacteur en chef Peter Feist (48 57 57-24; pfeist@land.lu), Rédaction France Clarinval (48 57 57-26; fclarinval@land.lu), Luc Laboulle (48 57 57-28; llaboulle@land.lu), Stéphanie Majerus (48 57 57 35; smajerus@land.lu), Sarah Pepin (48 57 57 36; spepin@ land.lu), Pierre Sorlut (48 57 57-20; psorlut@land.lu), Bernard Thomas (48 57 57-30; bthomas@land.lu), Mise-en-page Pierre Greiveldinger (48 57 57-34; pgreiveldinger@land.lu), Photos Sven Becker (48 57 57-36; sbecker@land.lu), Administration et publicité Zoubida Belgacem (48 57 57-32; zbelgacem@land.lu) Édition et rédaction 59, rue Glesener L-1631 Luxembourg Courrier Boîte postale 2083, L-1020 Luxembourg Téléphone 48 57 57-1 Fax 49 63 09 E-mail land@land.lu Internet www.land.lu Twitter @Letzland Facebook d’Lëtzebuerger Land Instagram letzebuerger_land Impression Editpress S.A. Prix par numéro 6,00 € Abonnement annuel 200,00 € Abonnement étudiant/e 95,00 € Compte en banque CCPLLULL : IBAN LU59 1111 0000 5656 0000


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FR EU UB IRLILKE T O N 02.02.2024

C H R O N I Q U E S D E L’ U R G E N C E

Ultimes retranchements aJean Lasar Du conservatisme bon teint à l’extrême-droite nauséabonde, une part significative du spectre politique assume désormais sans complexe sa fonction de frein à tous les efforts de décarbonation. Dans pratiquement tous les États occidentaux, mais aussi dans une partie des pays du Sud, les mêmes recettes sont utilisées par ces milieux pour mobiliser, directement ou indirectement, contre l’action climatique. Provocations clivantes, exclusion des « autres », guerres « culturelles » portant sur des sujets sociétaux savamment sélectionnés, outrances en tous genres, tout est bon pour renforcer ce sentiment d’appartenir à une citadelle assiégée par des hordes wokes ou écolos fantasmées et couper l’herbe sous le pied à leurs initiatives. Ces campagnes menées par pratiquement toutes les nuances de la droite traditionnelle à la droite dure présentent des caractéristiques propres suivant les pays où elles sont déployées, et elles conjuguent des approches parfois contradictoires. Mais elles ont en commun suffisamment de caractéristiques pour dénoter une démarche sinon coordonnée, du moins convergente : il s’agit de mettre le holà, quoi qu’il en coûte, à ce qui est perçu comme une menace émanant des crises du climat et du vivant à l’encontre des structures économiques et sociétales établies.

Il ne s’agit pas d’une thèse conspirationniste : il existe bel et bien des officines, généreusement financées (notamment par les grands groupes d’énergies fossiles), qui œuvrent dans l’ombre pour promouvoir ces agendas néolibéraux rhabillés à la sauce chauviniste. Dans un article publié récemment dans le Guardian, le journaliste et activiste George Monbiot s’intéresse de près à Atlas Network, qu’il identifie comme la source de campagnes ultra-conservatrices menées dans plusieurs pays pour modeler les politiques publiques dans un sens néolibéral (ce qui n’exclut d’ailleurs nullement le recours à des pratiques liberticides) et, par conséquent, tuer dans l’œuf toute forme de transition écologique. Monbiot appelle « junktanks » les organisations affiliées à ce réseau, fondé en 1981 par un citoyen britannique, Antony Fisher, et chargé de les coordonner au plan international. Pour lui, tous ces junktanks sont « comme les spicules de protéine d’un virus ». « Ils sont le moyen par lequel le pouvoir ploutocratique envahit les cellules de la vie publique et prend le dessus. Il est temps que nous formions un système immunitaire », conclut-il. Le trumpisme est sans doute l’exemple le plus frappant de cette évolution inquiétante, mais il est loin d’être le seul. George Monbiot mentionne comme premier exemple de l’influence d’Atlas Network l’agenda du nouveau président argentin, Javier Milei. Coupes budgétaires massives, démantèlement de services publics et licenciements de fonctionnaires, privatisations, dérégulation dans les domaines social et environnemental, centralisation du pouvoir et criminalisation des actes de protestations – les recettes de Milei ont été formalisées par des groupes argentins tels que Fundación Federalismo y Libertad et Instituto Libertad y Progreso, affiliés à Atlas Network. Ah oui, incidemment, que pense cet admirateur de Donald Trump et de Jair Bolsonaro du chan-

Une autre émule de cet écheveau d’officines ultra-libérales est Liz Truss, dont le passage-éclair et de triste mémoire à Downing Street a donné lieu en 2022, sous l’influence de l’Institute of Economic Affairs, un des premiers membres d’Atlas Network, à un maelstrom de décisions extrêmes et insensées qui ont provoqué une rébellion de la société britannique et ont débouché sur sa démission calamiteuse au bout de 49 jours. Aux États-Unis, la Heritage Foundation fait partie du réseau Atlas. Elle roule à tombeau ouvert pour Donald Trump : dans un récent entretien au New York Times, son CEO, Kevin Roberts, explique qu’il s’agit pour son organisation « d’institutionnaliser le trumpisme ». Roberts chante les louanges de Viktor Orbán et des dirigeants du parti PiS, qu’il admire pour les valeurs familiales qu’ils ont défendues en Hongrie et en Pologne. Depuis des décennies, son organisation a été un fer de lance du déni de la crise climatique ; dans cet entretien, la journaliste ne prend même pas la peine de l’interroger sur ce point. Trump peut désormais adopter un ton ouvertement autocratique (il sera « dictateur » pendant un jour s’il est élu, le temps de prendre des mesures urgentes contre ce qu’il appelle le « deep state »), cela ne gêne en rien Kevin Roberts. Que l’homme qui a sorti les États-Unis de l’Accord de Paris (même si, heureusement, cette parenthèse n’a duré que 107 jours) et a tenté de subvertir l’ordre constitutionnel américain en s’appuyant sur des factions ouvertement racistes pour se maintenir au pouvoir dispose, selon les sondages, d’une voie royale le ramenant à la Maison Blanche, est un raccourci saisissant de l’abîme qui s’ouvre sous les pieds de l’humanité. Le plus effrayant dans cette normalisation progressive de l’autoritarisme et de l’intolérance est son caractère apparemment inéluctable. Si chaque difficulté rencontrée dans les efforts de décarbonation est prétexte à droitisation, à des surenchères inspirées d’un conservatisme nationaliste et ultra-libéral, ainsi que, comme par hasard, à une procrastination ou un retour en arrière en matière d’action climatique, quelle chance reste-t-il à l’humanité d’organiser de manière un tant soit peu ordonnée son sevrage des énergies fossiles ? La légèreté avec laquelle les milieux conservateurs s’accommodent d’une montée des démons qui ont mis le monde à feu et à sang durant le second tiers du siècle dernier est glaçante. L’Europe occidentale n’échappe pas à cet inquiétant affaissement des valeurs d’ouverture et de dialogue. En France, une loi sur l’immigration pratiquement dictée par la droite et l’extrême-droite est adoptée alors que son caractère à la fois xénophobe et anticonstitutionnel saute aux yeux ; simultanément, un timide renchérissement du diesel agricole est abandonné par le gouvernement dès que les agriculteurs lui mettent la pression. En Allemagne, les chrétiens-démocrates surenchérissent sur l’AfD, même lorsque celle-ci est prise la main dans le sac à vouloir organiser des déportations en masse de citoyens allemands issus de l’immigration, tandis que la coalition accepte de diluer ses ambitions en matière de décarbonation dès que les premières résistances se font jour. En Italie, les discours ouvertement chauvins et climatosceptiques de ministres s’accompagnent de bruyantes simagrées de nostalgiques du fascisme affiliés aux partis de gouvernement. En Grande-Bretagne, un exécutif conservateur au bout du rouleau, toujours hanté par les antiennes anti-immigration du Brexit, s’accroche à une pathétique politique de déportation des demandeurs d’asile vers le Rwanda

Olivier Halmes

Alors que ces crises exigent de faire très rapidement évoluer nos modes de vie vers plus de sobriété et de justice, des organisations plus ou moins occultes promeuvent au contraire un renforcement du modèle néolibéral, fondé sur une fuite en avant de l’hyperconsommation et les thèses fallacieuses du « ruissellement ». Elles peuvent se permettre d’avancer masquées, car elles parviennent à enrôler sans difficulté des politiciens prêts à nier la réalité scientifique et à embrasser des idéologies rétrogrades et intolérantes.

gement climatique ? Que c’est « un mensonge de plus du socialisme » et « une partie de l’agenda du marxisme culturel ».

L’élue ADR Alexandra Schoos exhibe une affiche électorale de son parti contre l’interdiction des moteurs thermiques

Des décennies d’anticommunisme suivies d’années de greenbashing nous ont bien mal préparés aux enjeux du moment

tout en distribuant à qui veut bien les acquérir des licences de forage en Mer du Nord. Comment couper court à cette dérive ? Comment mettre un terme à la déréliction des engagements pris en matière climatique ? Une réponse simple est de professer qu’il est désormais établi que le capitalisme est incompatible avec une action climatique à la hauteur des enjeux. Dans cette perspective, l’objectif devrait avant toute chose être de modifier radicalement la forme d’organisation des sociétés humaines pour sortir des énergies fossiles à marches for-

cées et restaurer le tissu du vivant, tout en réaffirmant avec force le principe fondamental de la solidarité humaine. Bien qu’ils soient formulés dans l’aire politique, il est clair que les obstacles que les tenants du statu quo carboné jettent sous les roues du train de l’atténuation climatique émanent de l’économie, qui défend le mantra de la primauté des marchés. Tant qu’il restera en vigueur, ce mantra mettra en échec à la fois le potentiel salvateur des technologies décarbonantes et la bonne volonté, très réelle, des citoyens en matière d’action climatique. Une option plus nuancée consiste à considérer que l’abandon du capitalisme doit faire partie des objectifs à terme du mouvement de défense du climat, mais qu’il faut aussi œuvrer à l’intérieur de ses contraintes étriquées pour infléchir notre trajectoire collective et réduire dès maintenant les émissions anthropogènes (pour mémoire : ce n’est pas encore le cas). Reste la vision selon laquelle il est illusoire de vouloir changer de modèle économique : trop tard, impensable, ridicule. Ceux qui soutiennent ce point de vue défaitiste en sont réduits à se raccrocher aux pieuses injonctions des objectifs de développement durables, au greenwashing et autres moulinages d’air chaud, qui se sont pourtant déjà avérés inopérants, tout en s’accommodant, en se pinçant le nez, les dérives décrites ci-dessus. Des décennies d’un anticommunisme virulent, qui est parvenu à rendre suspecte toute remise en question des dogmes du capitalisme, et, plus récemment, des années d’un greenbashing sournois et opportuniste, autant de bâtons dans les roues de tout changement effectif de cap, nous ont assurément bien mal préparés aux enjeux du moment. p


Sauver la face aCyril B.

02.02.2024

réalisateurs que pour les séries A, qui avaient droit à une publicité à la hauteur des investissements, et le reste était composé de westerns indigents, polars boiteux et films d’horreur ou de science-fiction approximatifs. La télévision en assurerait un recyclage efficace, avant de produire ellemême de quoi remplir les après-midis et les fins de soirée. Dans le monde du papier, le parallèle s’arrête vite : certes, une feuille aura toujours un recto et un verso, qu’il faudra tous imprimer. Paradoxalement, de nombreux lecteurs commencent par la dernière d’entre toutes les pages : la quatrième de couverture, qui doit vous convaincre d’acheter un livre ou un magazine. Les éditeurs la laissent aux experts en marketing ou, pour les plus téméraires, à des chroniqueurs qui improvisent des chroniques sur des sujets futiles alors que le monde court à la troisième guerre mondiale ou à la catastrophe climatique, si ce n’est aux deux à la fois.

La musique se consomme désormais au forfait, comme l’essentiel de nos vies réglées par abonnements systématiques et prélèvements automatiques. Au même titre que l’eau, l’électricité, le téléphone ou Internet. Cela aura eu un effet secondaire notable : la disparition de la face B. À l’origine, cela constituait une réponse pragmatique au fait que, puisqu’un disque a deux faces, il aurait été idiot de ne pas remplir la deuxième. Rapidement, le terme « face B » a connu un glissement sémantique pour devenir le synonyme de titre de mauvaise qualité. D’ailleurs, si les CD n’avaient qu’une seule face, contre toute logique géométrique, même les CD « single » comportaient toujours au moins deux titres, contre toute logique linguistique. En bref, il fallait faire du remplissage, comme les chips de polystyrène dans le carton Amazon, ou la feuille de salade au fond de l’assiette servie au restaurant. Chaque morceau sur lequel une maison de disque investissait en promotion, en vidéoclip ou en efforts pour obtenir des passages radio, pouvait être compensé par des fonds de tiroir, voire une version instrumentale.

Sur les écrans, tous ces concepts ont disparu. Il n’y a plus qu’une seule et unique face. Le scrolling infini a même fait disparaître les « pages de résultats ». Les annonceurs paient pour apparaître parmi les premiers, qui gagnent en visibilité. Le reste est confié aux bons soins des algorithmes. Si l’on y pense, le choix des maisons de disques n’était pas toujours éclairé, et bien malin qui pourra citer la face A de I will survive, de La Bamba, ou de Rock Around the Clock, autant de faces B devenues plus célèbres que le titre phare qu’elles accompagnaient. À Hollywood également, les budgets réduits ont sans doute renforcé la créativité de réalisateurs comme George Romero, John Waters ou Sam Raimi. Désormais, sur les plateformes numériques, les classifications précises en catégories, ont cédé la place en pourcentages ou en étoiles. Plus subtil, les classements sont adaptés aux goûts de chacun et il est probable que « mes séries B » ne soient pas les mêmes que celles d’une adolescente de Colombie. Dans un pays qui sacralise son triple A, on pourrait craindre la disparition des classements opérés par des spécialistes. Heureusement, on peut compter sur les médiocres pour faire apprécier le grandiose, sur des montagnes de productions insipides, une ribambelle de seconds couteaux, de deuxième choix, pour suffire à mettre en valeur ce qui doit sortir du lot, sans étouffer les outsiders, les mâles béta, les joueurs de deuxième division qui ont plus manqué de chance que de talent. Et, si tous les alpinistes connaissent le K2, le deuxième sommet du monde, qui sait que le K1 n’est pas l’Everest mais le Masherbrum ? p

D I E

Ä H N L I C H K E I T

Mini-Merz

Mitte Januar traf Luc Frieden den Vorsitzenden der CDU, Friedrich Merz. Dieser postete im Anschluss in den sozialen Medien ein gemeinsames Foto mit dem luxemburgischen Premier, und kommentierte, er begrüße die

grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Schwesterparteien. Es dauerte nicht lange bis User auf die Ähnlichkeiten der beiden Christdemokraten aufmerksam machten – beide haben eine Halbglatze, ein eher kantenloses Gesicht, tragen eine Brille mit dunklem Rand und eine blaue Krawatte. „Merz in klein“, „der hat seinen eigenen Mini-Merz“, „unfassbar“, „Merz und Merzchen“, lauteten die Kommentare aus Deutschland. Ein hiesiger Journalist postete ein Close-up vom Händedruck der beiden mit dem Verweis „squeeze it like Friedrich“. Darauf sieht man einen Merz, der Friedens Hand fest im

Sven Becker

En ce qui concerne les films, un genre à part a été constitué par les séries B, initialement destinées à être projetées en première partie de films à plus gros budget. À l’époque, les cinémas devaient proposer une programmation en continu, et là aussi, il fallait fournir de la pellicule au kilomètre, selon un modèle économique qui ferait passer les buffets à volonté d’une croisière all inclusive comme un parangon de sobriété. On ne gardait les meilleurs acteurs, scénaristes et

Tous les disques n’ont pas de face B: les CD ne lisent qu’une face

Griff hat. Tatsächlich pflegt Luc Frieden eine gewisse Nähe zur CDU/CSU. Unter den wenigen Personen, die er auf der Plattform X folgt, befinden sich die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), die CSU-Parteivorsitzende Angelika Niebler und der CDU-Abgeordnete Jens Spahn. Friedrich Merz übte Anfang Januar Druck auf SPDBundeskanzler Scholz aus, er solle mehr Waffen an die Ukraine liefern. Nach einem Treffen mit Premier Frieden rief Scholz die EU-Staaten auf, die von Russland angegriffene Ukraine stärker zu unterstützen, wie die Rheinische Post schreibt. SM

DA S

M AG A Z I N

Queer.lu

„We voted. Will they deliver?“, fragt Rosa Lëtzebuerg auf dem Cover ihres neuen, in gendergerechter Sprache verfassten Magazins Queer.lu, das künftig jedes Trimester erscheinen soll. In der Titelstory dürfen Menschen aus der LGBTQIA+ Community sich durchaus kritisch zum Ausgang der Kammerwahlen äußern; ihre Ent-täuschung darüber kundtun, dass für die Community wichtige Themen es nicht ins Regierungsprogramm von CSV und DP geschafft haben und Frauen und queere Menschen in

der Politik noch immer sehr unterrepräsentiert sind. In einem Interview beantworten Vertreter/ innen von Richtung22, Cid Fraen an Gender, der LGBT+ Studentenvereinigung der Uni Luxemburg und Rosa Lëtzebuerg Fragen zu den Herausforderungen, die sich für LGBTIQ+ Menschen stellen, daneben gibt es Kurzporträts, einen Kunst- und Kulturteil sowie Gastbeiträge. Queer.lu, das sowohl auf Papier als auch online verfügbar ist, versteht sich als Magazin von queeren Menschen für queere Menschen und sieht sich in der Tradition von der ebenfalls von Rosa Lëtzebuerg herausgegebenen Zeitung La Pie Qui Chante, die 2012 nach 13 Jahren eingestellt wurde, beruft

sich aber auch auf De Léinkse Luussert, die schon 1988 vom Initiativ Grupp Homosexualiteit Lëtzebuerg veröffentlicht wurde. Durch ihren journalistischen und engagierten Anspruch hebt Queer.lu sich von Publikationen vieler anderer Vereinigungen ab; der DP-Ministerin für Gleichstellung und Diversität, Yuriko Backes, ist es hoch anzurechnen, dass sie das Magazin mitfinanziert, ohne politischen Druck auf Rosa Lëtzebuerg auszuüben. Die erste Nummer hat die Messlatte sehr hoch gelegt. Abzuwarten bleibt, ob das für die Redaktion verantwortliche Rainbow Center diesen Standard beibehalten kann. LL


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