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Sporthund-Magazin Ausgabe 9

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April/Mai 2021

MAGAZIN #9 100 % angeboren & 100 % erlernt Der Start ins Leben ist phasenreich

Tierschutz mit Biss

Helferarbeit für das Prädikat „Tierwohl“

Im Training lief es doch so gut Mental-Training für Hundesportler

Kamera an! Film ab!

Erfolgsgarant Videoanalyse

mit Gewinnspiel & Rabattcoupons ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙


Kann sich dein Hund nur schwer von „Altem“ trennen?

Foto: Jan Redder

Kein Grund zur Sorge. Schenk ihm was „Neues“!

RACE

sporthund.de 2

Exclusiv

Competition

Optimus


EDITORIAL

„Ein gesundes Außen beginnt mit einem gesunden Innen.“ Robert Urich

Autoren dieser Ausgabe

Nicht nur der Körper braucht Fürsorge und Pflege – auch der Geist. Und das von Beginn an, damit aus einem aufgeweckten Welpen später ein ausgeglichener, fröhlicher Sportkamerad werden kann. Wenn der Start misslingt, ist zwar nicht alles verloren, aber es tut sich eben bedeutend mühsamer, weil etwas aufgeholt werden muss. Das ist bei einem 100-Meter-Lauf so, aber auch im Leben. Die Befruchtung der Eizelle legt schließlich nur den genetischen Rahmen fest, für den Schubs in eine sinnvolle Richtung braucht es zweibeinige Helfer.

FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-

hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.

KAROLINA KRÜGER züchtet seit 2010 Langhaar-

Collies im Deutschen Collie Club. Als Welpenbetreuerin der ersten Stunde begleitet sie Mensch und Hund auf dem Weg zum Team. Die Dipl.-Betriebswirtin schreibt als freies Redaktionsmitglied einer Lokal-Zeitschrift. Die Liebe zur Fotografie und die zeitgemäße faire Ausbildung von Hunden sind für sie Herzensangelegenheiten.

Für den Hundesport sind es auch die Helfershelfer, die für ihre anspruchsvolle Aufgabe eine entsprechend sorgfältige Ausbildung benötigen. Denn eins ist klar: Hunde haben ein Recht auf tierschutzgerechte Helferarbeit! Zeitgerecht, mit modernster Technik wie Videoanalyse und international vernetztem Austausch lassen sich wertvolle Auswertungen und Verbesserungsansätze bis auf den abgelegensten Hundeplatz verbreiten. Man muss nur wollen!

KATHRIN OVERRÖDDER arbeitet hauptberuflich in der Marketingleitung einer GmbH. Sie ist seit über zehn Jahren Ausbilderin im DVG und findet immer einen Trainingsansatz für jedes Problem. Sie selbst führt im Rally Obedience eine Aussie-Hündin, mit der sie 2015 die Beginnerklasse der DVG BSP gewann und führt ihren Malinois im Obedience.

Den richtigen Umgang mit Stressoren zu erlernen, ist aber nicht nur hilfreich für die Aufzucht. Auch uns Hundeführern steht oft genug das innere ICH im Weg. Angst entsteht im Kopf! Mut und Spaß aber auch! Und so beschreibt Hermann Hesse trefflich: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Sich immer neuen Herausforderungen zu stellen, das geht „frohen Mutes“ weit besser als in Sorge! Nun aber wieder viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Bleibt weiterhin alle gesund!

FRIEDRICH J. SUHR begeistert mit Stressmanage-

April/Mai 2021

MAGAZIN #9

Unser Titelbild „Aussie-Welpe“ zeigt „Cooper“ im Alter von sechs Wochen, also mitten in der Prägungsphase.

100 % angeboren & 100 % erlernt Der Start ins Leben ist phasenreich

Tierschutz mit Biss

Helferarbeit für das Prädikat „Tierwohl“

Im Training lief es doch so gut Mental-Training für Hundesportler

Kamera an! Film ab!

Erfolgsgarant Videoanalyse

Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN

ment- und Mental-Trainings seit 14 Jahren über 3000 Hundesportler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit 2018 begleitet er offiziell das deutsche Obedience WM-Team. Viele Sportler hat er zu Deutschenund zu Welt-Meisterschaften begleitet. Er bietet Seminare sowie Einzel-Coachings und schreibt Bücher.

mit Gewinnspiel & Rabattcoupons ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙

Foto: Peter Voort

sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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100 % angeboren & 100 % erlernt „Mit der Befruchtung der Eizelle wird der genetische Rahmen festgelegt, innerhalb dessen sich der entstehende Organismus entwickeln kann. Dies gilt nicht nur für die äußere Erscheinung, sondern auch für das Verhalten. Seitdem es Verhaltensforschung gibt, gibt es auch einen ganz bestimmten Streitpunkt: die Diskussion, welche Verhaltenskomponenten angeboren sind und welche erworben (= erlernt) wurden.“ (SCHÖNING)

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TEXT: CONSTANZE RÄHSE FOTOS: PETER VOORT


100 % angeboren & 100 % erlernt

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erhalten ist zu 100 % angeboren und zu 100 % erworben. Das sieht zumindest der Verhaltensbiologe und Nutztierforscher Prof. Odberg so und argumentiert, dass die „genetisch fixierte Hardware“ die Grundlage von aller Entwicklung ist. Das soll beispielsweise heißen: Ein Hund hat keine Flügel, also kann er auch das Fliegen nicht erlernen. Der Belgier sieht aber auch die Interaktionen, die jedes Individuum mit der Umwelt ab dem Zeitpunkt der Geburt hat. Das ist die andere Seite und die beinhaltet das Lernen, welche Verhaltensweisen als Reaktion auf die Reize der Umgebung positive Nachwirkungen haben und welche nicht.

Die Welpenentwicklung teilt sich in vier Phasen, die fließend ineinander übergehen. Die Kenntnis über diesen genetisch programmierten Ablauf befähigt Züchter und Welpenkäufer, die sensorische und motorische Entwicklung zu unterstützen und zu fördern. In den beiden kritischsten Phasen der Prägung und Sozialisierung werden die Weichen für ein Hundeleben gestellt.  Neonatale Phase (Woche 1)  Übergangsphase (Woche 2 und 3)  Prägungsphase (Woche 4 bis 7)  Sozialisierungsphase (Woche 8 bis 12) Zwölf Wochen Zeitfenster also für den perfekten Start ins Leben!

KYNOLOGIE

 NEONATALE PHASE oder Neugeborenenphase „Steckt mich wieder rein“, schreit Baby Mikey in einer US-amerikanischen Filmkomödie (1989), in der John Travolta die Hauptrolle spielt. Jeder kennt die Szene aus „Kuck mal, wer da spricht“, die die Geburt des kleinen Mikey zeigt. Das in etwa dürfte auch Coopers erster „Gedanke“ gewesen sein, der als Dritter von sieben Welpen das Licht der Welt erblickte. Erblicken ist dabei allerdings weit gefehlt, denn in der Neugeborenenphase oder vegetativen Phase, wie sie von Eberhard Trumler genannt wird, sind die Sinnesorgane noch weitestgehend unentwickelt.

Cooper hat in den ersten zwei Lebenswochen erst einmal nur seinen Tast- und Geruchssinn zur Verfügung. Das warʼs! Ziemlich schwierig also, so kurz nach dem Geburtsstress in Schwung zu kommen. Enge und die Tritte der Geschwisterchen ist er ja aus dem Mutterleib schon gewöhnt, aber ab sofort fehlt der Nahrungsschlauch und er muss sich selbst bemühen, wenn er überleben will.

Einzig und allein die Gewichtszunahme ist das, was jetzt wichtig ist und das geht nur, wenn man die mütterliche Milchbar findet. Dazu befähigt das ausgeprägte Bedürfnis nach der Körperwärme und der gesunde, kräftige Welpe findet in erstaunlicher Schnelligkeit die mütterlichen Zitzen. Dabei sind den zwei bislang verfügbaren Sinnen aber auch angeborene Instinkthandlungen hilfreich.

Cooper ist sieben Tage alt und noch immer blind wie ein Maulwurf. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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...

Angeborene Instinkthandlungen sind:  pendelnde Suchbe wegungen  Fellbohren  Maulöffnen Lecksaugen, der sogenannte  Milchtritt, das Abstemmen mit den Hinterbeinen Unlustlaute Das läuft ja wie von selbst. Cooper fühlt sich fit und legt los. Seine Schwestern Caro und Cleo scheinen es nicht so gut erwischt zu haben. Sie zeigen sich schwach und inaktiv, deutliche Zeichen dafür, dass ihr Nervensystem und somit der Allgemeinzustand nicht in Ordnung sind. In der Natur tritt bei diesen 6

Erstes Lebensziel: Milchbar finden! Erste Erkenntnis: Schreien hilft in der Not!

schnell erklärt

Anzeichen die natürliche Selektion ein. Nicht selten wird so ein Welpe von der Mutter gefressen. Zum Glück passiert dies diesmal nicht. Caro steckte etwas länger im Geburtskanal und brauchte demzufolge einfach einen Moment mehr, sich aufzurappeln. Das angeborene Brutpflegeverhalten der Mutter, welches in dieser Phase besonders stark ausgeprägt ist, hilft der kleinen Hündin über die kurze „bange Zeit“.

Cleo allerdings wird von Mama immer wieder weggeschoben. Sie schafft es leider nicht. Das Verhalten der Mutter in der vegetativen Phase muss nicht erlernt werden. I. d. R. ist sie kaum dazu zu bewegen, die Welpen zu verlassen. Sie weiß, dass Cleo keine Chance auf Leben hat und schützt durch das Aussortieren instinktiv ihre Ressourcen für die anderen. Die emotionale Bindung der Welpen zur Mutter ist

existentiell wichtig. Cooper und seine fünf verbliebenen Geschwister haben die kritische Phase nach der Geburt gut überstanden. Saugen, schlafen, saugen, schlafen, ... – so schlecht ist das Leben gar nicht und einfach scheint es auch. Der kleine Rüde, der noch keine Sozialkontakte hat und dessen Bezug zur Umwelt nur ganz minimal ist, macht seine erste Erfahrungen. Sein Schmerzempfinden funktioniert bereits sehr gut. Mama hat ihn schon einmal getreten. Und da die eigene Wärmeproduktion erst langsam einsetzt, braucht er Caro und die anderen zur „Häufchenbildung“. Doch dann, am fünften Tag, ist er plötzlich allein. Alle sind weg, er friert. Er schreit

einfach mal drauflos und das scheint genau richtig. Sein typischer quäkender „Hilfeschrei“ veranlasst die Mama zu einem ebenfalls typischen und genetisch fixierten Verhalten: sie sucht die Geräuschquelle und trägt sie in die „Höhle“ zurück. Dies würde sie im Übrigen auch mit einem MP3Player tun, wenn der exakt diesen Schrei abspielt. Da ein Welpe mit dem Älterwerden die Fähigkeit, genau diesen speziellen Schrei auszustoßen, verliert, zeigt das Muttertier dieses Verhalten auch nur in dieser neonatalen Phase. Glück gehabt, Cooper! Das Ziel der ersten Woche, Überleben und Geburtsgewicht möglichst verdoppeln, ist erreicht.


100 % angeboren & 100 % erlernt

 ÜBERGANGSPHASE

Jetzt geht es in die nächste Phase. Sie ist relativ kurz, hält aber für Cooper doch große und weitgreifende Veränderungen bereit, weil sich seine Sinne bedeutsam weiterentwickeln und er immer besser in deren Gebrauch wird.

mit seinen Geschwistern und der Mutter zu agieren. Das Licht wird immer heller und statt des quäkenden „Hilfeschreis“, gelingen ihm plötzlich andere Töne. Er beginnt zu bellen und zu knurren. Caro kann das noch nicht so gut.

Am 12. Tag nimmt er plötzlich ein helles Licht wahr und hört Geräusche. Augen und Ohren öffnen sich. Klasse. Das bedeutet in der Addition, dass der kleine Rüde nun mehr und mehr mit seiner Umwelt in Kontakt treten kann. Auch, wenn eine gute Verarbeitung visueller und auditiver Reize aus der Umgebung erst zum Ende der Übergangsphase möglich ist, fängt Cooper an,

Die Mutter ist jetzt nicht mehr ständig bei ihnen. Cooper erschrickt manchmal, wenn sie wie aus dem Nichts auftaucht. Das ist neu und auch seine Reaktionen auf ihre Wiederkehr. Da wackelt was an seinem Hinterteil. Negativerlebnisse, die sich aus den neu gewonnenen Fähigkeiten und ungünstiger Umwelteinflüsse ergeben könnten, werden in der Phase noch

KYNOLOGIE

16 Tage alt – die Augen von Caro sind auf, unterscheiden aber momentan noch hauptsächlich nur hell und dunkel

nicht dauerhaft abgespeichert. Die ersten Zähne brechen durch. Seine Schlafperioden werden kürzer und Cooper hat entdeckt, dass ein aktiver Einsatz seiner Nase Vorteile bringt. Er findet jetzt immer schneller die Milchbar und die Geschwister zum Kuscheln. Aber das Beste überhaupt ergibt sich aus ersten kontrollierten Bewegungsfolgen: Cooper beginnt ganz ohne Mamas Hilfe, das kleine und das große „Prima“ zu verrichten. Ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Toll.

 PRÄGUNGSPHASE Jetzt steht ein kritischer Entwicklungsabschnitt bevor, aber das ist Cooper nicht bewusst. Nahezu alles, was er in den nächsten Wochen erlebt und an Erfahrungen sammelt, wird gespeichert. Nahezu unauslöschlich. Und natürlich gehören dazu auch Negativerlebnisse,

wie Angst und Stress in einer tatsächlichen oder empfundenen Gefahr. Diese Einrichtung der Natur ist ganz normal und auch sinnvoll, bietet der zarten Seele wichtigen Schutz, auch wenn nun Cooper nicht gleich „vom Feind“ gefressen wird, falls er sich zu weit von der Wurfkiste entfernt. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Es ist wie mit der heißen Herdplatte: fasst du einmal drauf, weißt du, dass das nicht gut ist. Es tut weh, das prägt sich und man tut es i. d. R. nie wieder. Cooper hat schnell kapiert, dass Benno beim Fressen nicht gestört werden möchte. Benno ist wohl sein Vater, aber das weiß Cooper nicht genau. Er ist jetzt immer häufiger auch bei ihnen. Als er das erste Mal vor Cooper stand, ist ihm vor Angst das Herz in die Hose gerutscht. Diese negative Emotion hat in ihm Stress ausgelöst, aber aufgrund seiner guten Nerven, die er geerbt hat, blieb er gelassen und wartete auf das, was da kommen mag. Nun, sein Vater scheint nett. Für Caro ist er immer noch ein Stressfaktor, aber das wird auch noch. 8

Im späteren Leben gibt es immer wieder Angstphasen und eine gute Prägungsphase kann helfen, diese zu mindern. Auch wenn die Vererbung bestimmter Anlagen (z. B. Nerven) eine gewisse Rolle spielt, so hat doch der Züchter viel Verantwortung, eine gute Basis zu schaffen. Cooper und Co. müssen also auch die Chance bekommen, zu lernen, wie man mit Angst umgeht. Dafür ist der Züchter verantwortlich. Cooper kann jetzt schon sehr gut sehen, hören, riechen und laufen. Seine Sinnesorgane sind nun voll entwickelt und die Fähigkeiten zur Fortbewegung nehmen rasch zu. Cooper kann immer schneller laufen. Sein Bruder Calle aber leider auch und der sucht jetzt

immer öfter Streit. Allein sein Anblick scheint Calle zu provozieren und dann greift er immer an. Cooper weiß nicht, dass das relativ normal ist. Ein angemessener Umgang mit Aggression muss auch erst erlernt werden. Angreifen, weglaufen oder Demut zeigen – das muss geübt werden, wenn man sich im späteren Leben im entsprechenden Kontext richtig verhalten will. Was nützt es einem, wenn soziale Gesten, wie Drohen, Unterwerfen oder die Körpersprache allgemein angeboren sind, man aber nicht die Fähigkeit erlernt hat, diese Gesten bei den Sozialpartnern auch zu erkennen?

4 Wochen alt – gemeinsames Spiel ist lehrreich und übt Körpersprache

Aggressives Verhalten tritt bei Welpen erstmals zwischen der vierten und fünften Lebenswoche auf und richtet sich anfangs nur gegen die Geschwister, erst später wird sie auch objektbezogen ausgelöst. Also gut, wenn Calle aggressiv getönte Interaktionen üben will, dann macht er eben auch mal mit. Wenn Calle aber zu weit geht, dreht er den Spieß auch mal um, dann zwingt er mit Dominanz

Calle zu einer Unterwerfungsgeste und es ist Ruhe. Ruhe – die mag Cooper und geht jetzt viel auf eigene Erkundungstour. Er ist neugierig. Die Welpen dürfen im Garten des Züchters laufen. Der ist groß genug, um Calle aus dem Weg zu gehen und hält viel Interes­ santes bereit. Man kann wo durchkriechen oder drüberklettern, da


100 % angeboren & 100 % erlernt fliegen Dinge durch die Luft, die kann man zu fangen versuchen. Oder man lässt es. Hat auch schon wehgetan. Calle ist ein wenig unbeliebt im Wurf. Er ist immer grob und bohrt seine Zähne zu stark in das Fell seiner Geschwister. Er merkt gar nicht, dass er sich selbst schadet, wenn diese auch mal zurückbeißen oder einfach das Spiel beenden. Und so ganz ohne Spielkamerad ist ja auch doof. Er wird schon noch lernen, was es heißt, die Zähne vorsichtig einzusetzen. Beißhemmung nennt man das. Ganz wichtig!

6,5 Wochen alt – Neugierde macht sich zunehmend breit. Die Geschwister erkunden die Umgebung und das Leben.

Und auch ganz wichtig ist es zu lernen, wie man mit Frustration umgeht. Die Mama ist jetzt beispielsweise immer seltener geduldig, ihre Milchleistung nimmt ab und

KYNOLOGIE

macht nicht mehr alle satt. Wenn sie also mal bereitwillig stehenbleibt, dann muss man schnell sein, wenn man etwas abbekommen möchte. Da aber seine Geschwister alle so „denken“, bleibt auch Cooper oft hungrig. Das frustriert, stresst und Hunger macht unleidlich. Ok, der Züchter hat längst mit der Zufütterung begonnen, aber Cooper hat den Eindruck, dass er absichtlich kleinere Portionen gibt. Er wird nicht immer satt und die anderen auch nicht. Er muss sich ständig mit den anderen auseinandersetzen. Das ist wichtig für seine Entwicklung, denn er lernt mit Frustration umzugehen. Aber das ist ihm grad egal und er weiß nicht, dass das Leben noch „härter“ wird. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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 SOZIALISIERUNGSPHASE Mama hat die Milchbar geschlossen. Cooper versucht es noch ein paarmal, aber keine Chance. Das gefällt ihm so gar nicht, denn jetzt muss er immer um sein Futter „kämpfen“. Calle macht es ihm ständig streitig, weil er schneller alles verschlingt und immer Hunger hat. Das stresst. Andererseits nimmt Mama jetzt öfter intensiv am Spiel teil. Das gefällt natürlich und nebenbei lernen die Welpen in den Bereichen Gehorsam und Unterwerfung, denn Mama bestimmt, wo es langgeht und legt die Spielregeln fest.

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Am liebsten spielt Cooper mit seiner Schwester Caro. Sie jagen sich gern und wechseln sich beim Kräftemessen mit Sieg und Niederlage ab. Calle übertreibt immer alles. Er will ständig Chef spielen und alles Spielzeug für sich beanspruchen. Das nervt, aber

zum Glück geht Mama dann schon auch mal schlichtend dazwischen. Oder Benno, der sich Calle besonders häufig vornimmt und ihn seinem „Erziehungsprogramm“ unterzieht, bis Calle durch Gesten und Mimik klarmacht, dass er kapiert hat und Bennos höhere Stellung akzeptiert. Innerartliche Sozialisierung nennt man das und Cooper hat das Programm auch

schon erlebt. Er übt dann mit seinen Geschwistern das erzieherisch gelernte, nicht geerbte Verhalten spielerisch in kleinen Rangordnungskämpfen. Ein verantwortungsvoller Züchter ist in dieser Phase besonders gefragt. Seine Verhaltensweisen, wie gemeinsames Spiel, Loben, Streicheln oder auch „Disziplinieren“ und das Einführen von „Tagesordnungspunkten“ prägen sich bei den kleinen Monstern, zu denen sich Cooper natürlich nicht zählt. Trotzdem hängt er gern am Hosenbein, verbeißt sich, zerrt und erprobt so die Konsequenz seines menschlichen Prägungspartners. Für diesen ist 7 Wochen alt – Cooper und Caro spielen „Kräftemessen“. Calle sucht ständig Streit. Für Cooper bedeutet das zu lernen, wie man mit Aggressionen umgeht.

es keine leichte Aufgabe einerseits mit ausgedehntem, einfühlsamen Spiel das Vertrauen der Sprösslinge zu gewinnen, andererseits trotzdem erste Regeln einzuführen und „durchzusetzen“.

Zudem ist der Züchter gefragt, ein abwechslungsreiches Angebot an Umweltreizen und kleinen Stressfaktoren zu schaffen und damit ein aktives körperliches und geistiges Lernen zu begünstigen. Cooper darf jetzt mit seinen Geschwistern auch ab und zu ins Haus des Züchters und stellt fest, dass jetzt immer häufiger Besuch kommt.


100 % angeboren & 100 % erlernt Eigentlich findet er das ganz nett, weil alle freundlich sind, mit ihm spielen und knuddeln. Oft bringen sie auch neues Spielzeug mit. Er ist dann immer ganz aufgedreht, weil er gar nicht weiß, womit er zuerst spielen soll. Aber Haus und Besuch haben auch Schattenseiten: viele Stimmen und Gerüche stressen auch wieder und auf den glatten Böden tut sich Cooper schwer mit dem Laufen. Caro macht das gar nichts aus, sie lacht ihn dann immer aus. Dafür hat sie Angst, wenn die Katze plötzlich vor ihr steht. Sie macht sich dann ganz klein und erprobt ihre erlernten Demutsgesten. Die vielen verschiedenen Geräuschquellen, wie Staubsauger, Telefon und der Fernseher, die anfangs befremdlich

KYNOLOGIE

Der Kontakt zu Menschen wird während der Aufzucht zunehmend wichtiger.

waren, haben ihren Schrecken schnell verloren. Cooper und Caro werden immer cooler. Sie wissen nicht, dass das für ihren weiteren Lebensweg ganz wichtige Erfahrungen sind, die ihnen später den Umgang mit neuen Situationen leichter machen. Cooper tobt gern gemeinsam mit Caro durch die Bude, nichtsahnend, dass er ihr schon bald „Lebewohl“ sagen muss.

FAZIT: Je mehr Umweltreize Welpen in der Aufzuchtphase kennenlernen und verarbeiten können, desto besser findet eine Verschaltung der Nervenzellen statt, die das Gehirn leistungsfähiger machen. Je leistungsfähiger dies später ist, desto leistungsfähiger wird auch der Organismus sein. Dieser Verantwortung sollte sich jeder Züchter bewusst sein! Auch ein Welpe mit „nicht so guten“ Anlagen kann durch eine gute Förderung immer noch besser werden als einer mit „guten“ Anlagen ohne Förderung. ■ sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Foto: pics4dogs / Jan Redder

Glenn v Schaffe TEXT: Foto: pics4dogs.eu

FRANSI ROTTMAIER

Tierschutz

mit Biss Helferarbeit für das Prädikat „Tierwohl“?

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Tierschutz mit Biss HUNDESPORT

S

o konträr die Meinungen über Schutzhundesport, Sportschutzhunde und die zweibeinigen Enthusiasten auch sein mögen: Einigkeit herrscht mittlerweile darüber, dass Sport nicht zu Lasten der Vierbeiner gehen darf und soll. Unter diesem Anspruch hat sich in den letzten fünfzehn Jahren viel getan. Vor allem der Gedanke konnte sich fest in der Szene etablieren, auch wenn über die tatsächliche Umsetzung noch gerne und ausgiebig gestritten wird. Wer aber für die Ausführung dieser wohlmeinenden Idee am meisten Verantwortung trägt, ist nicht etwa Lehrwart oder Hundeführer. Auch nicht die Leitung des Vereins oder der Dachverband. Es ist der schwitzende, keuchende, manchmal herzhaft fluchende „Typ“ in Polsterklamotten, der mehr oder weniger bemüht vor der Hundenase herumzappelt: Unser Schutzdiensthelfer.

Hunde haben ein Recht auf tierschutzgerechte Helferarbeit!

 „Wer bin ich, wo bin ich, und was will ich hier überhaupt?!“

 „Wie geht es meinem Haupt-Handwerkszeug: Meinem Körper?“

Bevor man sich an irgendwelche Aktionen wagt, benötigt man einen Fokus. Unser Körper orientiert die unwillkürlich gesteuerte Haltemuskulatur an unseren kognitiven Zielvorstellungen. Deshalb bringt Durchatmen, zur Ruhe kommen und sich der konkreten Aufgabe bewusst werden mehr als alle theoretischen Anleitungen über Ausbildungsabläufe. Konzentrierst du dich zu sehr auf Theorien, die du körperlich noch nicht verinnerlicht hast, sinkt dein Reaktionsvermögen im Hier und Jetzt.

Bin ich wirklich gesund und fit oder orientiere ich mich mehr an Vereinsverpflichtung und Ehrgeiz und unterdrücke Schmerzen und Verspannungen? Vor jedem Training solltest du deine Mobilität überprüfen. Besonders gefährdet sind Knie, Hüfte und Schultern – alles, was du da nicht frei bewegen kannst, müssen deine Wirbelsäule und Sprunggelenke kompensieren. Deine unwillkürliche Muskulatur wird mit Abwehrspannung auf schmerzhafte Bewegungen reagieren – damit gefährdest du den Hund! sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Foto: pics4dogs / Jan Redder

Hand aufs Herz: Wann habt ihr euch als „anderes Ende der Leine“ das letzte Mal intensiv mit den Kriterien für „tierschutzgerechte“ Helferarbeit auseinandergesetzt? Wie viele Gedanken macht ihr euch über die Gesundheit eures Vereinshelfers, bevor ihr euren Hund auf den Platz bringt? Meist liegt der Fokus ausschließlich auf dem Hund. Das ist verständlich und auch richtig unter dem Gesichtspunkt der Abhängigkeit des Vierbeiners. Aber wenn zwei Parteien miteinander interagieren, verteilt sich das Verletzungsrisiko auf beide Seiten. Und ein Schutzdiensthelfer mit (oftmals vermeidbaren) Zipperlein kann sich weniger gut auf einen Hund einstellen als einer, der beim Training in seiner persönlichen Komfortzone agieren darf. Die muss nicht auf Kosten des Hundes gehen! Der Helfer benötigt hierfür allerdings einen entsprechenden Ausbildungsstand.

Kleiner VOR-DEM-BISS-CHECK(5) für eine bewusstere Helferarbeit:


Abgesehen von diesem Faktor würden die typischen, vielbesungenen Hundeplatzverhältnisse jeden Arbeitsschutzbeauftragten zu hysterischen Anfällen treiben: Rutschiger Rasen, schlechte Beleuchtung, Überlastung ... ihr kennt das.

Kleiner VOR-DEM-BISS-CHECK(5) für eine bewusstere Helferarbeit:

Foto: Constanze Rähse

 „In welchem Zustand befindet sich meine Ausrüstung – und welche brauche ich überhaupt?“ Weniger ist manchmal mehr. Jeder Hetzarm, jedes Beißkissen und auch jeder Vollschutz haben individuelle Abnutzungserscheinungen. Dadurch verändert sich die Auflage und unsere Haltephysiologie. Unser Gehirn muss ein in unserer Hand festgehaltenes Objekt bei jeder Bewegung „berechnen“ – und das wird fehleranfälliger, je weniger Übung wir damit haben. Je mehr „unroutiniertere“ Faktoren aufeinander treffen, desto höher das Verletzungsrisiko. Lieber frühzeitig eine neue Manschette oder eine 14

notwendige Reparatur am vertrauten Gerät, als unvorbereitet mit einem fremden Hetzarm/Anzug an einem womöglich unerfahrenen Hund arbeiten! Der Hund ist ein „Bewegungsseher“ und wird von diesen minimalen Veränderungen irritiert, dazu bräuchte er selbst Stabilität und Erfahrung im Umgang damit.

Für die Arbeit mit Junghunden ist neben fachlicher Kenntnis auch das richtige Zubehör entscheidend.

Die Arbeit als Schutzdiensthelfer (im behördlichen Bereich) wurde sogar von Versicherungsgesellschaften auf typische Verschleiß- und Verletzungsbilder überprüft. Der Hund ist da deutlich weniger gefährdet, schon alleine, weil auf einen Helfer meist über ein dutzend Hunde kommen. Das bedeutet: für ein verletzungssicheres Zusammenspiel muss sich der Helfer mit seinen Abfangbewegungen minutiös auf sehr verschiedene Hunde einstellen. Die meisten Hunden werden bis zu einem höheren Ausbildungsstand aber nur von ihrem Stammhelfer betreut – auf den sie sich von Anfang an einstellen konnten. Bis zu dem Tag, an dem plötzlich der Rücken klemmt und der Hetzarm nicht so mitgeht, wie der Hund es kennt. Das ist der Stoff, aus dem persönliche Katastrophen entstehen! Doch was können wir tun, um den Anspruch an „Tierwohl“ besser zu erfüllen? Vielleicht wäre es an der Zeit, den Helfern und Helferinnen unserer Vereine eine solidere Basis für ihr „Sporthandwerk“ zu ermöglichen. Denn der „Goldstandard“ der Helferausbildung hinkt dem Zeitalter frappierend hinterher: er existiert schlichtweg nicht. Hier lohnt sich auch ein mutiger Blick über den Tellerrand: Warum wir von Kampfsportübungen bei der Helferarbeit profitieren könnten, verrät die Sportwissenschaft. Beispielsweise legt der österreichische Unfallchirurg Dr. Negrin, selbst langjähriger Teakwondo-Leistungssporter,


Tierschutz mit Biss HUNDESPORT in seinem Online-Artikel(1) bei UniversiMed nicht nur die positive Auswirkung auf kognitive und koordinative Fähigkeiten dar, sondern auch die propriozeptive Haltungskorrektur und verbesserte Beugungsfähigkeit der großen Gelenke unseres Bewegungsapparats. Gerade die Koordination, die austarierte Beinarbeit von Kampfkünstlern erlaubt, ist ein integraler Bestandteil von guter Helferarbeit!

„Gute Prüfungen hetzen kann jeder lernen, der sich sportliche Grundlagen aneignet und sich gerne bewegt“, (2)

Ruud Broeders hat viele Helfereinsätze in den Niederlanden.

 „Helfer an Hundeführer – jemand zuhause?!“

 „Selbstverantwortung – meine Knochen, meine Verantwortung!“

Klare Kommunikation und Absprachen sind die Basis eines guten Trainings. Genauso eine definierte Rollenverteilung und Einigkeit darüber, welches Ziel gerade verfolgt wird. Das ist manchmal schwierig. Menschen halt. Aber es lohnt sich und der trainierte Hund wird es dir danken, wenn du dich selbst reflektierst, dir eine sachliche und überlegte Sprache aneignest und wie ein Autofahrer auf die Gurtpflicht darauf bestehst, für deinen „Auftrag“ relevante Schritte einzuhalten.

Der Hundeführer ist in der Pflicht, seinen Vierbeiner zu schützen und dessen Grenzen zu wahren. Du bist der Experte für „Beißkram“ und spürst direkt, ob etwas „vorne“ nicht stimmt. Es ist deine Pflicht, abzubrechen und zu sagen: Kann ich nicht verantworten. Wir sind alle nur Menschen und manchmal unaufmerksam oder übereifrig. Ein konstruktives Miteinander ist der effizienteste Schutz für den Hund, da müssen wir Zweibeiner lernen, zielorientiert und wohlwollend zusammenzuarbeiten. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Foto: Maatwerk Fotografie

Im Jahre 2015 ist ein niederländischer IGP-Helfer zu uns nach Süddeutschland gekommen für einen PrüfungsWorkshop der besonderen Art: Ruud Broeders ist Leistungsrichter der NBG Helferschule und gleichzeitig einer der erfahrensten Wettkampfhelfer für alle Rassen und Verbände, die man in den Niederlanden nur auftreiben kann. Seine Didaktik beruht auf Grundlagen aus langjährigem Kampfsporttraining – die Prämissen sind effiziente, verletzungssichere Techniken, die von Schülern unproblematisch erlernt werden können.

Kleiner VOR-DEM-BISS-CHECK(5) für eine bewusstere Helferarbeit:


Foto: Constanze Rähse

Kleiner VOR-DEM-BISS-CHECK(5) für eine bewusstere Helferarbeit:  „Vertrau dir, vertrau dem Hund, vertrau dem Hundeführer!“

Foto: pics4dogs / Jan Redder

Um sich frei und „lustbetont“ zu bewegen, braucht es Selbstvertrauen. Du musst dich, deinen Körper und deine Fähigkeiten gut kennen und darauf vertrauen können, dass du deiner Aufgabe gerecht wirst. Ein Hund ist schnell und je sicherer er wird, desto ungebremster kommt er. Je sicherer du wirst, desto fließender werden deine Bewegungen. Und in dieser Harmonie liegt nicht nur Lust an Bewegung, sondern auch das geringste Verletzungsrisiko. Weil ihr euch nicht gegenseitig blockiert. 16

Gegenseitiges Vertrauen unter allen beteiligten Parteien ist das A und O für eine erfolgreiche Ausbildung.

sagt Broeders auf Lehrgängen. Die tatsächliche Qualität eines Helfers zeige sich jedoch im Aufbau junger Hunde, wenn es um das Einschätzen und Fördern geht. Dazu benötigt man Talent, Einfühlungsvermögen, Selbstkontrolle – und sehr, sehr viel Erfahrung. Kampfsport basiert viel auf fließenden Bewegungen und das Ableiten von physikalischen Kräften, die nicht absorbiert werden können. Diese Attribute finden sich beim sportlichen Hetzen. „Es gibt keinen internationalen Standard für Helferarbeit“, so Broeders, „und auch kein Standardwerk dafür, wie man jungen Helfern ihr Handwerk lehrt. Jeder bringt es sich irgendwie selbst bei, hat vielleicht einen mehr oder minder guten Vereinshelfer zur Hand und kommt dann verbandsintern zu Lehrhelfern, die jeder ihren persönlichen Stil vermitteln. Aber die wirklich wichtigen Grundlagen fehlen: Was benötigt mein Körper für diese Aufgabe? Wie lerne ich selbst Basis-Techniken, um mir später keine Fehlhaltungen anzugewöhnen? Warum nutze ich überhaupt bestimmte Techniken und welche Risiken beherbergen sie? Und letztendlich hat ein Wettkampfhelfer auch ein gewisses Mindset zu bringen: Ich gehe mit dem Hund in eine Konfrontation. Ich prüfe seine Selbstsicherheit, seine Überzeugung und auch seinen Willen, diese Auseinandersetzung zu gewinnen. Dafür muss ich einen Hund nicht einmal anfassen – das läuft über Ausstrahlung und Haltung. Auch das gehört zu einer fundierten Helferausbildung: ich muss mir meiner Außenwirkung bewusst werden. Es gibt mentale Techniken, um in Stresssituationen konzentriert zu bleiben


Tierschutz mit Biss HUNDESPORT und die notwendige Spannung aufrechtzuerhalten. Dazu muss ich allerdings auch wissen, wann ich in welcher Prüfungssequenz eine ernstzunehmende Konfrontation biete – und wann ich neutral zu bleiben habe. Wer achtet darauf, diese Standards an junge Helfer weiterzugeben? Ein Standard ist nicht eine persönliche Variante. Es ist etwas, was allen anderen vertrauenswürdig versichert: ich beherrsche mein Handwerk so, dass du und dein Hund sich jederzeit darauf verlassen könnt. Darüber sollten wir uns mehr Gedanken machen, wenn wir immer noch schnellere Hunde züchten und versuchen, immer noch spektakulärere Ausbildungsmethoden zu forcieren. Den Hunden zuliebe und auch der Gesundheit unserer Helfer.“ (2) ▪

Quellen: (1) Dr. Negrin, 2017: „Kampfsport aus sportmedizinischer Sicht“

CODE:

IGP10

(2) R. Broeders, R. Zainal, NBG Pakwerker Course + Helferworkshops ab 2015 (3) Zimmer, Oberste, Bloch (2015): „Einfluss von Sport auf das zentrale Nervensystem – Molekulare und zelluläre Wirkmechanismen“ (4) Walk, L. (2011) „Bewegung formt das Hirn: lernrelevante Erkenntnisse der Gehirnforschung“ (5) Ausbildungsunterlagen Helferausbildung (2020) Krav Maga Union, F. Rottmaier/ J. Krienke

SPORTHUND

Foto: pics4dogs / Jan Redder

SPINNY & BALANCE

10 %

Jeder Hundeführer ist dankbar, wenn Helfer im Einsatz sind, die ihren Körper und ihr Handwerk beherrschen!

Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 10 % Rabatt auf Sporthund Junghundarm Balance und Beißkissen Spinny erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 30.05.2021.

sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Foto: Detlef Lehmann

TEXT: KATHRIN OVERROEDDER FOTOS: DETLEF LEHMANN, PHILOUSKA

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KAMERA AN, ... FILM AB!


L

iebling kommuniziert. Er bellt. Immer zwischen den Übungen während der Prüfung. In einem THS-Slalomlauf würde das keinen stören, aber im Obedience ist es unerwünscht. Warum macht Liebling das? Elke ist ratlos und sucht sich Hilfe.

Genauso wie ein Fußballspieler haben auch unsere Hunde ein Recht auf diese faire Analyse ihrer Leistung. Denn viel zu oft werden Auslöser für Fehler nicht erkannt. Dann bleiben richtige Reaktionen und Handlungen unserer Hunde unerkannt und somit auch unbestätigt oder falsch sanktioniert.

Shauna Wenzel ist eine von Deutschlands erfolgreichsten Obedience-Sportlerinnen, die auch Online-Seminare und Coachings anbietet. Per Videoanalyse war das Problem in Elkes Ausbildung schnell analysiert. Sie hatte ständig ihre Hand in die Tasche gesteckt. Das war zur Gewohnheit geworden. Aus Sicht des Hundes tat sie das, um seine Belohnung hervorzuholen. Aber auf Turnieren darf nicht gefüttert werden und so kam die Hand immer wieder leer aus der Tasche. Das enttäuschte Liebling jedes Mal und frustrierte ihn. Er begann, seinen Frust durch Geräusche zu markieren.

MÖGLICHKEITEN UND NUTZEN

2017 hat der Deutsche Fußballbund den Videobeweis in der Bundesliga eingeführt, um Fehlentscheidungen durch den Schiedsrichter zu vermeiden. Die Schiedsrichter können heute von umstrittenen Szenen Wiederholungen und Zeitlupen aus verschiedenen Kameraperspektiven besser analysieren und so wird manche Fehlentscheidung, die aus einer Momentaufnahme, aus ein paar Sekunden-Bruchteilen entstanden ist, später korrigiert.

Hunde sind Meister im Beobachten und Lesen unserer Körpersprache. Schon kleinste Veränderungen wahrzunehmen. Oft sind es nur kleine, unbewusste Gesten, die ein Hundeführer unbemerkt macht, unserem Vierbeiner aber nicht entgehen. Sind diese kleinen Bewegungen wiederholend, lernt der Hund. Sie sind für ihn Teil der Kommunikation und gehören zur Ausbildung. Meistens führen die „Fehler“ des Hundes dann zu Das-hat-er-noch-nie-gemacht-Feststellungen und zu ärgerlichem Punktverlust. Viel zu selten wird das Handeln des Hundeführers im Detail analysiert.

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Shauna Wenzel nutzt die Videoanalyse in ihrem Training schon seit zehn Jahren. Der Erfolg gibt ihr recht. Mit ihrem Border Collie Cedric war sie sechsmal auf der VDH Deutschen Meisterschaft und viermal auf der FCI Weltmeisterschaft im Obedience dabei. Beide haben hervorragende Platzierungen erreicht. „Das Filmen ist für mich zunehmend wichtiger geworden, weil während einer Trainingseinheit viele Sachen passieren können, die man oft gar nicht in dem Moment registriert. Erst wenn ich mir dann später mit einer Tasse Kaffee das Video anschaue, kann ich verstehen, warum der Hund plötzlich so reagiert oder sich anders als erwartet verhalten hat.

Das Video liefert damit eine sehr wertvolle Informationsquelle zu meinem Training, gerade wenn ich allein trainiere.“ Aber nicht nur im Obedience ist die Filmerei wichtig, auch im Agility können besonders gut Laufwege und Körperhaltungen des Menschen in Zeitlupe analysiert 20

werden. Im IGP-Sport sieht man kleine Führerhilfen und körpersprachliche Reaktionen des Hundes auf die Aktionen des Helfers. Im Dogfrisbee kann man beispielsweise leichter die eigene Wurftechnik korrigieren, wenn der Hund Probleme beim Fangen hat. WAS GIBT ES ZU BEACHTEN? Auf jeden Fall die richtige Position. Die Kamera muss so aufgestellt werden, dass sie genau die Ausschnitte einfängt, die man trainieren möchte. Shauna Wenzel differenziert dabei zwischen Übungsdetail und Gesamtübung. „Für die Distanzkontrolle sind etwa alle vier Pfoten des Hundes sehr wichtig, d. h. die Kamera sollte nah am Hund und in einem gewissen Winkel stehen. Da es vor allem um die Bewegung des Hundes geht, muss der Hundeführer nicht im Bild sein. Willst du dagegen das Vorausschicken in den Kreis für die Klasse 3 üben, wäre es sinnvoll, entweder von vorne oder von hinten zu filmen. Damit kannst du dann auf dem Video erkennen, ob der Hund wirklich gerade läuft. Wenn es dir um die ganze Übung geht, gestaltet sich der richtige Rahmen schon schwerer, da sich die Übungen oft über viel Fläche verteilen. Die Kamera musst du dann so hinstellen, dass alle Bestandteile im Bild sind. Das wird oft nur mit etwas Abstand möglich sein, dann ist die Qualität allerdings nicht so gut. Das Video eignet sich dann eher für einen groben Überblick, lässt aber keine Details erkennen.“

Distanzkontrolle richtig gefilmt

Fotos: Philouska / AdobeStock

Um genau diesem Problem entgegenzuwirken, kommt nun das Videoformat ins Spiel. Und gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir viel mehr allein trainieren müssen als vielleicht sonst und kein Team haben, ist der Griff zur Kamera nicht nur hilfreich, sondern auch ratsam. Denn dies ist nicht nur fair unseren Hunden gegenüber, sondern sorgt vor allem für ein viel effektiveres Training und damit für einen schnelleren Erfolg.


Kamera an, ... Film ab! HUNDESPORT Zum Glück hat heute fast jeder immer ein Handy dabei, mit dem ein Großteil der Aufnahmen ohne Aufwand möglich ist. Lediglich in ein einfaches Handy­stativ muss investiert werden, dann kann es direkt losgehen. Das Stativ muss im Training immer wieder neu ausrichtet werden, weil es nur einen gewissen Radius filmen kann. Mittlerweile gibt es aber sogar Kamera-Roboter oder Handyhalterungen, die ein bestimmtes Objekt, in unserem Fall könnte das der Hund sein, tracken und so automatisch verfolgen. Und die Technik wird sich auch immer noch weiterentwickeln.

Erfolgreich sein mit Hilfe von Videoanalysen: Shauna Wenzel hat das geschafft!

Ergänzend nachgefragt bei

SHAUNA WENZEL

{ I NTERVIE W } Welches technische Equipment nutzt du und hast du Empfehlungen für Einsteiger?

Grundsätzlich gibt es immer verschiedene Wege der Nachbereitung. Shauna hat sich anfangs nach dem Training daheim immer das gesamte Video angeschaut und Notizen gemacht, aus denen sie dann einen Plan für das nächste entwickelt hat. „Das Analysieren einer Einheit kostet mehr Zeit als die Einheit selbst“, gibt sie zu, ergänzt aber, dass es mit zunehmender Erfahrung immer einfacher wird und ihr der Prozess unwahrscheinlich viel in ihrer Entwicklung als Hundetrainerin geholfen hat. Wenn ich nicht dabei bin, mein Training für einen Kurs zu filmen, dann schalte ich nicht bei jedem Training die Kamera ein. Ich filme dann vor allem Übungen, bei denen wir gerade hängen bleiben und Einheiten, in denen ich neue Ideen ausprobiere. Bei regelmäßigen Videos kann man auch im Laufe der Zeit die Fortschritte erkennen.

Foto: Jana Krátká

DIE ANALYSE

Fazit: Die Videoaufnahmen bieten uns die Möglichkeit, Trainingssituationen immer wieder anschauen zu können und besonders schnelle Situationen in Zeitlupe abzuspielen. Das sorgt dafür, dass wir Fehler schneller feststellen und beheben können. Am Ende bringt uns die Analyse des Videos also einen großen Schritt weiter im Training. 

Da ich allein bin, benutze ich meistens eine Go Pro Hero Black 8. Das ist für meine Bedürfnisse mehr als ausreichend. Das Bild ist gut und der Transfer auf den PC geht dank der GoPro Quick App sehr einfach. Die GoPro bringe ich beim Training auf einem kleinen Stativ an, damit ich kaum was zu tragen habe. Nervig ist es allerdings, die Kamera beim Training immer wieder neu zu platzieren – das geht mir aber bei jeder Videokamera so. Wenn mir ein Helfer zur Verfügung steht, der mich filmen kann, nehme ich gerne meine Sony Videokamera, da die Bildqualität toll ist und das Zoomen sehr gut funktioniert. Dafür verwende ich dann gerne auch ein richtiges Stativ. Für kurze oder spontane Aufnahmen reicht aber auch mein iPhone!

sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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PR-Artikel

Bildrechte: Anna Auerbach

Sie sind Familienmitglieder und Freizeitpartner, Sportgefährten und Seelentröster: Hunde bereichern unser Leben auf vielfältige Weise. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für all die großartigen Dinge, die wir mit ihnen erleben können, ist Gesundheit. Doch wie kostbar sie wirklich ist, merken wir häufig erst, wenn sie fehlt. Dabei kann kluge Gesundheitsprävention entscheidend dazu beitragen, die Vitalität und Arbeitsfreude unseres Hundes zu erhalten.

Dauerhafte Gesundheit ist kein Zufall

Warum das innere Körpermilieu entscheidend ist 22

Wie wichtig Prävention ist, wird oft unterschätzt. Denn solange ein Hund keine offenkundigen Probleme hat und sich unbeschwert seines Lebens freut, mag Gesundheitsvorsorge unnötig erscheinen. Viele Halter handeln daher erst, wenn schon Symptome oder sogar deutliche Gesundheitsschäden da sind. Dabei beginnen Krankheiten häufig sehr viel früher und langsamer, als wir ahnen. Was sich unsichtbar und schleichend


im Inneren anbahnt, tritt früher oder später auch äußerlich zutage. Erste Warnzeichen können Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche sein, Hautund Verdauungsprobleme, Verspannungen und Schmerzen. Typisch für solche schleichenden Krankheitsprozesse ist, dass der Hundeorganismus immer weniger Kraft hat, sich selbst zu „reparieren“. Mit dem Hundekörper hat die Natur ein geniales Konstrukt erschaffen. Er kann (fast) alles – wenn er vital und unbelastet ist. Besonders deutlich wird das, wenn wir die Entwicklung von Welpen beobachten. Sie wachsen und gedeihen, lernen und reifen – fast wie von Zauberhand. Wie selbstverständlich entwickeln sich die Sinne, wachsen Zähne, Muskeln und Knochen, bildet sich das rassetypische Fellkleid. Die Organe funktionieren, der Körper reguliert sich von selbst und der Welpe ist voller Lebensfreude und Energie.

Leider bleibt dieser natürliche Gesundheitszustand nicht immer erhalten. Im Laufe des Hundelebens kann das Gleichgewicht im Organismus durch äußere Einflüsse gestört werden. Das kann man sich vorstellen wie einen imaginären Rucksack, den jeder Hund von Geburt an trägt. Alle Erfahrungen, alle schlechten Erlebnisse werden dort hineingepackt. Das können Fütterungsfehler sein, psychischer Stress, körperliche Überlastung, Infektionen und Parasitenbefall, Nebenwirkungen von Medikamenten und Wurmkuren, Schadstoffe aus der Umwelt. Als Halter haben wir nicht immer Einfluss auf all diese äußeren Faktoren, selbst wenn wir sehr aufmerksam mit dem Hund umgehen. Der Hundeorganismus kann zum Glück vieles kompensieren und Belastungen gut verarbeiten. Doch was, wenn der „innere Rucksack“ irgendwann voll ist? Dann führen bereits Kleinigkeiten dazu, dass er überläuft oder sogar reißt. Der Körper kann

Bildrechte: GladiatorPLUS

Dauerhafte Gesundheit ist kein Zufall GESUNDHEIT

Alle Erfahrungen und schlechte Erlebnisse sind wie ein Rucksack, den man im Leben schleppen muss.

seine Last nicht mehr (er)tragen. Die möglichen Folgen sind vielfältig – von chronischen Schmerzen oder Krankheiten über Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu sogenannten Alterserscheinungen. Selbst eigentlich sinnvolle Impulse wie eine Therapie können dann zur zusätzlichen Belastung werden, statt den Organismus zu entlasten.

� Die beste Prävention? Hilfe zur Selbsthilfe! Wie können wir vorbeugen, damit es gar nicht erst so weit kommt? Die Antwort mag überraschen, denn die beste Gesundheitsprävention ist ebenso einfach wie effektiv: Hilfe zur Selbsthilfe – ein bedarfsgerechter Ausgleich ernährungsphysiologischer Defizite. Ziel sollte immer sein, die aktive und natürliche Gesunderhaltung des Hundekörpers zu erhalten. Der Schlüssel dazu ist ein intaktes inneres Körpermilieu. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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� Warum? Das Körpermilieu ist die Grundstimmung im Organismus, die sich auf alle inneren Organe und Prozesse auswirkt. Es ist die Basis für Darmgesundheit, ein normales Immunsystem, einen vitalen Stoffwechsel und eine problemlose Entgiftung. Der Zustand des Körpermilieus entscheidet also wesentlich über Gesundheit oder Krankheit, über einen starken oder einen schwachen Körper. Durch die Art der Haltung und Fütterung können wir maßgeblich dazu beitragen, das Körpermilieu in seinem normalen Gleichgewicht zu halten. Sinnvolle Impulse sind vor allem ein gesundes Futter ohne belastende Zusatz- und Füllstoffe, artgerechte Bewegung und Beschäftigung, eine gute Mensch-HundBeziehung sowie ausreichend Entspannung und Ruhe.

GladiatorPLUS enthält nur, was auch wirklich Sinn macht. Propolis, Ginseng, Mariendistel, Kieselsäure, Rote Bete und Artischocke erfüllen wichtige Aufgaben für die Organpflege des Körpers. ▪

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Bildrechte: privat

Im Zusammenspiel mit diesen Impulsen kann die GladiatorPLUS Milieufütterung wertvolle Dienste leisten. Dieses spannende Fütterungskonzept wurde entwickelt, um Hand in Hand mit dem Körper des Hundes zu arbeiten. Die Idee ist es, dem Organismus mithilfe von bewährten Naturstoffen an den entscheidenden Stellen „unter die Arme“ zu greifen, damit er sich selbst helfen kann. Die Zusammensetzung ist bis ins Detail durchdacht:

Prävention, Problemlösung, Potenzialentfaltung* Die GladiatorPLUS Milieufütterung Das Konzept der Milieufütterung entstand aus langjährigen Beobachtungen und der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Körpermilieu Einfluss auf sämtliche Organe und Prozesse eines Organismus hat. Mit Hilfe der richtigen Impulse soll das Körpermilieu in seinem idealen Zustand erhalten werden, für vital arbeitende Organe, einen guten Stoffwechsel, eine problemlose Entgiftung und ein normales Immunsystem. Die Idee der Milieufütterung ist es, in jedem Bereich des Körpers optimale Bedingungen zu wahren, sodass sich der Körper des Hundes selbst auf ein neues Gesundheitslevel bringen und dieses dauerhaft erhalten kann. * Prävention als aktive und natürliche Gesunderhaltung. Problemlösung als Ausgleich fütterungsbedingter Problematiken. Potenzialentfaltung für einen Körper in seiner natürlichen Kraft. Mehr Gesundheitswissen: www.gladiatorplus.com/hundesport

Sportler über die Milieufütterung „Gesundheitsprävention ist der Schlüssel zum Erfolg“ „Beim Hundesport ist die Gesundheit der Hunde maßgeblich für den Erfolg. Für mich beginnt Gesundheitsfürsorge deshalb nicht erst, wenn Probleme auftreten – ich setze auf Prävention, um meine Tiere optimal zu unterstützen. Um hohen sportlichen Anforderungen gerecht zu werden, ist neben anderen Faktoren auch eine ausgewogene Ernährung wichtig. Doch die beste Ernährung nützt wenig, wenn der Hundekörper die Nährstoffe nicht richtig für sich nutzen kann. Leider zeigen sich solche ernährungsphysiologischen Defizite oft erst nach einer Weile. Das macht Gesundheitsprävention so wichtig.“ Lizandra Ströhle, Team-Agility-Weltmeister & Vizesieger Crufts (British Open Finale)


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Pyometra

die (un)heimliche Gefahr

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für die häufigste gynäkologische Erkrankung der Hündin an TEXT: KAROLINA KRÜGER

B

ei der Hündin liegen, anders als beim Rüden, die an der Reproduktion beteiligten Organe zum größten Teil im Körperinneren. Warm und vor Stößen geschützt können sich so die Welpen während der 63-tägigen Trächtigkeit im Inneren der Gebärmutter entwickeln. Das macht es jedoch auch schwierig, auftretende Störungen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Zahlenmäßig ist die Gebärmuttervereiterung – Pyometra – die häufigste gynäkologische Erkrankung der Hündin. Andere Erkrankungen der Gebärmutter können Mukometra, Hämometra, Puerperalstörungen, Uterusprolaps oder Tumore sein. Dabei kommt den selten auftretenden Gebärmuttertumoren eine untergeordnete Bedeutung zu.

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   

Bild: Karolina Krüger

Eierstock  Eileiter  Gebärmutterhorn  Blase  Vagina  Gebärmutterkörper  Gebärmutterhals  Harnröhre 

Abbildung: Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane beim Hund

 Was ist eine Pyometra?

Die Pyometra ist eine durch aufsteigende Bakterien verursachte Infektion der Gebärmutter. Zum Ende der Läufigkeit können durch Vulva und Vagina Keime eindringen und durch


Pyometra – die (un)heimliche Gefahr

die noch offene Zervix in die Gebärmutter aufsteigen. Dort finden sie optimale Bedingungen, um sich zu vermehren. Durch den natürlichen Abwehrmechanismus bilden die Leukozyten viel Eiter. Dringt dieser Eiter in den Blutkreislauf oder durch ein Platzen des übervollen Uterus in den Bauchraum ein, vergiften die darin eingeschlossenen Stoffwechselabfallprodukte der Bakterien den Organismus der Hündin. Man spricht dann von einer lebensbedrohlichen Sepsis.  Kaum eine Hündin bleibt verschont

Viele intakte, also unkastrierte, Hündinnen entwickeln in ihrem Leben eine Pyometra. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Erfahrene Tierärzte vertreten die Auffassung, es sei nicht die Frage, ob eine Hündin eine Pyometra bekommt, sondern nur wann. Normalerweise entwickelt sich das Krankheitsbild zwischen Läufigkeit und Ende der Trächtigkeit bzw. Scheinträchtigkeit. Erste Anzeichen einer Gebärmuttervereiterung bei der Hündin zeigen sich meist vier bis zehn Wochen nach der Hitze. Häufig trinken betroffene Hündinnen viel und scheiden vermehrt Urin aus. Offensichtlich erkennbar, zumindest bei den

KYNOLOGIE

Kurzhaar-Rassen, ist die offene Form der Pyometra. Abfließendes eitriges Sekret alarmiert den Besitzer. Begleitende Symptome können Störungen des Allgemeinbefindens und Fieber sein. Bedrohlich sind neben der Eiteransammlung in der Gebärmutter und der Gefahr einer Sepsis, Störungen der Nierenfunktion, die im schlimmsten Fall zu irreparablen Organschäden führen können. Die engmaschige Überwachung der Nierenwerte kann bei Verdacht auf oder Diagnose einer Pyometra lebensrettend sein. Der sicherste Nachweis einer Gebärmuttervereiterung erfolgt durch Ultraschalldiagnostik. Eine Sonographie kann die Flüssigkeitsansammlung im Uterus verlässlich nachweisen. Die vaginalzytologische Diagnostik – also die Beurteilung der Zellabstriche unter dem Mikroskop – stützt die Ergebnisse der Schalluntersuchung. Um die Entstehung der Pyometra besser zu verstehen, ist es vorteilhaft, die Anatomie der Hündin und ihren Zyklus zu kennen.  Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane beim Hund

Die paarig angelegten Ovarien (Eierstöcke) sind das Kernstück der Reproduktionsvorgänge und bilden tief im Körperinneren des Hundes den Endpunkt der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Sie steuern den für die Fortpflanzung verantwortlichen Hormonhaushalt und in ihnen reifen Follikel mit Eizellen heran. Über die Eileiter gelangen die Eizellen in die Gebärmutter. sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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 Der Zyklus der Hündin

In der Regel wird die Hündin zweimal im Jahr läufig. Der halbjährliche Zyklus kann jedoch rassebedingt, durch äußere Einflüsse wie Witterung, Ernährungszustand, allgemeine Lebensumstände sowie Gesundheitszustand der Hündin oder endokrinologische Störungen deutlich verkürzt oder verlängert sein. Der Zyklus der gesunden Hündin lässt sich in die fünf Abschnitte Präproöstrus, Proöstrus, Östrus, Metöstrus und Anöstrus unterteilen. 28

Als Präproöstrus bezeichnet man die Übergangsphase zwischen Anöstrus und Proöstrus, in der die Östrogenwerte langsam ansteigen und das Follikelwachstum in den Ovarien beginnt. Der Präproöstrus erstreckt sich meist über die drei Wochen vor Auftreten der ersten Läufigkeitsanzeichen, wobei die Länge individuell sein kann. Mit Beginn der Blutung bis zum Einsetzen der Duldungsbereitschaft, gewöhnlich ein Zeitraum von neun Tagen, spricht man vom Proöstrus, der durch die fruchtbare Phase, dem Östrus abgelöst wird. Im Östrus findet die Ovulation, der Eisprung statt, während ihrer Wanderung durch die Eileiter zur Gebärmutter reifen die Eizellen und werden befruchtungsfähig. Die Hündin duldet das Aufreiten des Rüden, ein Deckakt kann erfolgen. En-

Foto: iStockphoto / Vesnaandijc

Anders als beim Menschen ist der Uterus (Gebärmutter) nicht ein kompakter Körper, sondern teilt sich hinter einem kurzen Stumpf in zwei Gebärmutterhörner, an deren Enden sich Eileiter und Eierstöcke anschließen. In diesen Hörnern reifen die Föten wie Perlen auf einer Schnur heran, um bei der Geburt abwechselnd im Reißverschlussverfahren aus je einem Horn geboren zu werden. Abhängig von der Rasse ähneln die Gebärmutterhörner im Ruhezustand in Größe und Form einem menschlichen kleinen Finger. Die Zervix (Gebärmutterhals) verbindet Uterus und Vagina (Scheide) und verschließt sich gegen Ende des Östrus bis zum Zeitpunkt der Geburt. Sie mündet in den Vestibulovaginalkanal, der nach außen hin durch die Vulva abgeschlossen wird. Zu den äußeren Geschlechtsorganen zählen die Rima vulvae mit der in ihr liegenden Klitoris und das Gesäuge.


Pyometra – die (un)heimliche Gefahr

do­krinologisch ist der Beginn des Östrus durch den sprunghaften Anstieg der Östrogene im Blut, dem sogenannten LHPeak nachweisbar. Es folgt der 60-80 Tage dauernde Metöstrus, das ist die Phase in der eine Hündin trächtig oder scheinträchtig ist. Kennzeichnend ist, dass die Progesteronkonzentration auf ein Plateau ansteigt, das bis zum Ende des Metöstrus stabil bleibt und dann langsam wieder auf den Basalwert abfällt. Gestützt wird dieses hohe Progesteronniveau durch endokrin aktive Gelbkörper, die damit für eine stabile Trächtigkeit sorgen. In Vorbereitung der Geburt fällt dieser Wert ab, die Zervix öffnet sich, die Welpen werden geboren oder die Scheinträchtigkeit beendet.

Es schließt sich mit dem Anöstrus die längste Zyklusphase an. Sie beschreibt die Zeit zwischen den Läufigkeiten und zeichnet sich durch eine geringe endokrine Aktivität aus. Im Anöstrus sind die Gelbkörper zurückgebildet, der Progesteronspiegel ist auf Basalniveau, die Zervix geöffnet, es ist kein kontinuierliches Follikelwachstum zu beobachten. Die Zyklusabschnitte begünstigen die Entstehung der Pyo­metra und erklären die unterschiedlichen Krankheitsbilder.  Drei Formen der Pyometra

Bei der Pyometra unterscheidet man verschiedene Krankheitsausprägungen. Man spricht von der offenen und geschlossenen Gebärmuttervereiterung sowie, bei einer unvollständig kastrierten Hündin, von der Stumpfpyometra. Während die offene durch den übelriechenden eitrigen Ausfluss leichter zu erkennen ist, ist gerade die geschlossene Form die tückische, weil sie lange unerkannt und damit unbehandelt bleibt.

Foto: iStockphoto / grecovet

Fotos: privat

Röntgenaufnahme einer akuten Gebärmuttervereiterung

KYNOLOGIE

▪ Offene und geschlossene Pyometra Die Pyometra ist eine typische Erkrankung des Metöstrus. Durch die hohe Progesteronkonzentration liegt sie in dieser Zyklusphase in der geschlossenen Form vor. Die Bezeichnung „geschlossen“ leitet sich von der verschlossenen Zervix ab, die den sich durch die Keimbesiedlung bildenden Eiter in der sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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 Sonderform: Stumpfpyometra

Völlig unerwartet trifft Besitzer einer kastrierten Hündin die Diagnose „Stumpfpyometra“, denn sie kann bei unvollständig kastrierten Hündinnen auftreten. Voraussetzung dafür ist ein Verbleiben der Ovarien oder Teilen davon im Körper der Hündin, sie halten durch ihre Hormonproduktion das Zyklusgeschehen weiterhin in Gang und ermöglichen so eine Infektion des noch rudimentär vorhandenen Gebärmuttergewebes. Ausgeschlossen ist eine Pyometra, wenn die Eierstöcke vollständig entfernt worden sind unabhängig davon, ob noch Gebärmuttergewebe vorhanden ist oder nicht. 30

Foto: iStockphoto / praisaeng

Gebärmutter zurückhält. Gelegentlich manifestiert sich eine Pyometra klinisch erst im Anöstrus. In dieser Zyklusphase öffnet sich durch die bis auf Basalniveau absinkenden Progesteronwerte die Zervix und Sekret kann aus der Gebärmutter austreten. Diesem Kriterium folgend spricht man von einer offenen Pyometra. Sie tritt oftmals in engem Zusammenhang mit Östrogen produzierenden Ovarialzysten auf. Bei blutigeitrigem Ausfluss aus der Rima vulvae ist in der Differenzialdiagnostik immer auch an eine Pyometra zu denken. Natürliche Vorgänge wie Läufigkeitsbluten, Schmierblutungen, die den Abbau von sogenannten Schaumzellen s. u. begleiten, Geburt oder Lochialfluss, der reinigende nachgeburtliche Ausfluss, müssen ausgeschlossen werden. Not-OP: gut erkennbar – die mit Eiter dick gefüllten Gebärmutterhörner

Eine Ursache der Pyometra, nämlich Keime, die sich in der Gebärmutter vermehren ist offensichtlich, warum aber tritt sie fast ausschließlich im Metöstrus und Anöstrus auf? Dazu haben Forscher der Uni Wien neuste Erkenntnisse erarbeitet:  Wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus Wien

Ein Forscherteam an der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte in neuen Untersuchungen eine der möglichen Ursachen für die Gebärmuttervereiterung beim Hund nachweisen. Der Biologin Mag.rer.nat. Cordula Gabriel, PhD vom


Pyometra – die (un)heimliche Gefahr

Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie gelang es, den Zusammenhang zwischen den sogenannten Schaumzellen und der Anfälligkeit für eine Gebärmuttervereiterung herzustellen. Sie erklärt, warum sich die Pyometra meistens im Metöstrus manifestiert. Epithelzellen kleiden die Ober­ fläche der Gebärmutter mit einer Schleimhaut aus. Am Ende des Östrus bzw. im frühen Metöstrus verändert sich diese Oberfläche. Die Epithelzellen lagern kleine, Bläschen ähnelnden Fetttröpfchen zur besseren Einnistung der befruchteten Eizellen ein. Wegen ihres Aussehens, das an Badeschaum erinnert, werden diese Zellen dann Schaumzellen genannt. Diese Fettzellen produzieren ein hormonähnliches Eiweiß, das Leptin. Leptin dient, wie andere Hormone auch, der Kommunikation zwischen Mutter und Embryo im Uterus. Die Forscher konnten nachweisen, dass durch die große Zahl der Rezeptoren die sich auf der enorm vergrößerten Ober­ fläche der Gebärmutterschleimhaut bildeten, es Keimen sehr viel leichter möglich ist, eine Entzündung zu etablieren. Therapeutisch ist in den meisten Fällen eine Ovariohysterektomie, also eine operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken, in Verbindung mit einer Antibiose angezeigt. Soll die Hündin jedoch für die Zucht erhalten bleiben, kann aufgrund anderer Erkrankungen nicht operiert werden oder gehört sie einer Rasse an, die nach der Kastration zu Harninkontinenz neigt, verzichtet man auf den chirurgischen

KYNOLOGIE

Eingriff. Um den Abfluss des Sekrets zu gewährleisten, muss bei der geschlossenen Form dann die antibiotische Behandlung der Entzündung zusätzlich mit Antigestagenen erfolgen, damit sich mit sinkendem Progesteronwert die Zervix öffnet und das eitrige Sekret abfließen kann. Eine eng­maschige Kontrolle der Nierenwerte ist notwendig. Die Gefahr eines Rezidiv, also das erneute Auftreten einer Pyometra, liegt dann bei 25 %. Insbesondere Hündinnen mit Zyklusun­ regelmäßigkeiten oder solche, bei denen Östrogen synthetisierende Ovarialzysten festgestellt wurden, sind besonders anfällig für erneute Entzündungen.  Wie groß ist das Risiko einer Hündin zu erkranken?

Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr für die Hündin an einer Pyometra zu erkranken. Wie schon beschrieben, begünstigen andere pathologische Veränderungen das Entstehen einer Pyometra im Alter besonders. Bei erstmaligem Auftreten ist die Ovariohysterektomie der gängige Therapieansatz, um weitere Erkrankungen der Gebärmutter auszuschließen und den Hund im hohen Alter vor den Strapazen und Gefahren einer Pyometra oder einer großen Operation zu schützen. ▪ Quellen: „Leitsymptome in der Gynäkologie und Geburtshilfe beim Hund: Diagnostischer Leitfaden und Therapie“ Taschenbuch 2010 von Axel Wehrend erschienen im Enke Verlag „Pyometra eine der meistgefürchteten gynäkologischen Erkrankungen“ von Kerstin Piribauer Ausgabe 2/17 Hundewelt BreederSpezial; Minerva-Verlag GmbH & Co. KG

sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Im Training lief es doch so gut … Mental-Training für Hundesportler

Fehler passieren! Nimm sie leicht und mache selbstbewusst weiter!

Foto: Constanze Rähse

Foto: Constanze Rähse

TEXT: FRIEDRICH J. SUHR

„Im Training lief es doch so gut …“ ist der Stoßseufzer, den ich sehr oft von den Hundesportlern höre. Alles, was man trainieren kann, wurde trainiert und trotzdem, wenn es dann ernst wird, klappt nichts. Was tun? Mental-Training hilft hier sehr gut, denn es liegt oft nicht am mangelnden Können von Mensch oder Hund. Es liegt am Stress, an Blockaden und Erwartungsdruck, falschen Selbstgesprächen. Oft hat der Sportler noch keinen Film im Kopf wie die Prüfung laufen soll. Mental-Training geht diese Themen gezielt an und kann große Kräfte freisetzen. Es bringt dir Gelassenheit, Ruhe, Konzentration und Selbstvertrauen. Jeder Spitzensportler hat heute einen Mental-Trainer, der ihm hilft, seine Leistung im richtigen Moment zu zeigen. Aber der Reihe nach:

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Im Training lief es doch so gut, ... HUNDESPORT Was ist eigentlich Mental-Training? Mental bedeutet die geistige Ebene betreffend. Mental-Training hat eine Reihe von Ebenen und Methoden, die dir helfen, deine Leistung zu steigern und im richtigen Moment zu erbringen. Mental-Training wurde für Sportler entwickelt, findet aber heute in vielen Bereichen Anwendung. Manchmal werde ich von Hundemenschen gefragt: Mein Hund ist im Wettkampf immer so aufgeregt, kannst du da was machen? Meine Antwort: Ja, klar. Wann kann ich mit dir trainieren? Dein Hund folgt dir in deine Stimmungen, aufgeregter Mensch hat aufgeregten Hund. Je ruhiger, gelassener, konzentrierter du bist, desto cooler ist dein Hund. Nein, man kann aus einem hochtriebigen Hund keine Schlaftablette machen. Das Ziel ist, deine und damit

die Aufregung des Hundes auf ein aktives, aber gleichzeitig steuerbares Niveau zu bringen und zu halten. Mental-Training ist zuerst ein Training für dich. Dein Hund profitiert immens im Training, in der Prüfung oder im Turnier von einem ruhigen, gelassenen, konzentrierten Menschen, der genau weiß, was zu tun ist. Einzelne Methoden kann man auch auf den Hund übertragen. Beim Mental-Training im Sport gibt es fünf Ebenen: Stressmanagement Wirst du vom Stress beherrscht oder beherrscht du ihn? Es geht darum, den Stress zu verstehen, zu erkennen, dass Stress an sich positiv ist. Du kannst sogar Kraft aus dem Stress ziehen. Dazu gibt es spezielle Methoden. Konzentrationstraining Konzentration ist der Schlüssel, um das, was du trainiert hast,

auch zeigen zu können. Konzen­ tration ist die Ausdauer der mentalen Ebene. Konzentration bringt die Widerstandskraft gegen Störungen und Unvorhersehbares. Und Konzentration macht das Leben schöner und intensiver!

Programme dann entspannt und sicher laufen lassen. Du benutzt solche Programme schon, ohne dass es dir bewusst ist. Mit Mental-Training programmierst du bewusst Bewegungen und Reaktionen. Das geht schneller und das Ergebnis ist steuerbar.

Ziele

Umgang mit sich selbst

Ziele sind die Quelle deiner Motivation und steuern deine Aufmerksamkeit. Wenn du deine Ziele kennst, hast du das Gefühl, dass alles auf einmal zusammen­ passt und sich ganz logisch ent­ wickelt. Ziele richtig zu setzen und anzugehen ist nicht leicht, aber unheimlich nützlich.

Hier geht es darum, ob und wie du mit dir selbst sprichst. Ob das motivierend ist, dir Mut und Kraft gibt oder ob du dich ständig selbst in die Pfanne haust. Es geht um Optimismus und Respekt dir selbst gegenüber, letztendlich um Selbstvertrauen.

Optimieren von Bewegungsabläufen Das Kopfkino ist wohl der verblüffendste Teil des Mental-Trainings. Auch schwierige Situa­ tionen oder Bewegungsabläufe werden durch diese Methoden fest programmiert. In der Prüfung / Turnier kannst du diese

In der SPORTHUND-Artikelserie „Die Mental-Strategie“ werde ich jedes der fünf Themen angehen. So wirst du einen guten Überblick bekommen. Für jeden Bereich zeige ich dir wirksame und leicht umsetzbare Methoden.

Angst entsteht im Kopf! Mut und Spaß aber auch! sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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Foto: Jan Redder

Zum Start vier Tipps, um den Turnier-/Prüfungstag entspannter anzugehen. Vorab ganz wichtig: Dein Hund läuft für dich! Nicht du für deinen Hund! Er will keinen Pokal, das ist alleine dein Ding! Er läuft nur für dein Lob und will Spaß mit dir haben. Er ist dein bester Kumpel, der Einzige, der dich nie dumm kritisiert oder auslacht. Er ist der Einzige, der dir auf dem Platz helfen kann. Er hat verdient, dass du gut zu ihm bist! Wenn du denkst: „Ich will, dass es mir gut geht und mein Hund Spaß hat!“ wirst du entspannter in den Tag gehen. Übe das im Training. Sieger sind nicht entspannt, weil sie siegen, sondern sie siegen, weil sie entspannt sind. 34

 Konzentriere dich auf die Dinge, die du beeinflussen kannst!

 Entspanne dich mit Übungen, die du geübt hast, zum Beispiel die Fingerpulsübung.

Ärger verbraucht wichtige mentale Kraft. Ärgere dich nicht über Dinge, die du nicht ändern kannst, das Wetter, den Richter oder ähnliches.

Weitere folgen in den nächsten Artikeln.

Meide auch Sportler, die über solche Punkte schimpfen. Fokussiere dich auf deinen Hund, auf dich und auf das, was du heute erreichen willst. Habe Spaß!

Jedes Problem, was du vorher löst, schafft dir Ruhe und Entspannung. Beispiele:

 Nimm keinen Stress mit auf das Turnier/die Prüfung.

• Nutze für die Ausrüstung Checklisten. Das gibt dir Ruhe, nichts vergessen zu haben.

Fingerpuls fühlen Lege deine Fingerkuppen ganz leicht aufeinander. Achte darauf, dass deine Finger entspannt sind und dass die Finger etwa in 45° zueinanderstehen. Dann versuchst du, deinen Puls in den Fingerkuppen zu spüren. Atme tief und ruhig. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und versuche, dich nur auf deine Fingerkuppen zu konzentrieren, bis du in dem einen oder anderen deinen Puls spürst. Mach die Augen zu, dann ist es einfacher. Wenn deine Gedanken abschweifen ist das ganz normal. Es braucht etwas Übung, bis es klappt. Hole deine Gedanken ganz ruhig und gelassen zurück. Dein Hund soll bei dir sein, wenn du das übst. Mache das einmal am Tag, in einer ruhigen Situation und nimm wahr, was es mit dir macht.

Foto: F. J. Suhr

Eine positive Körpersprache gibt deinem Hund Sicherheit. Eine positive Ausstrahlung zeigt dem Leistungsrichter Selbstbewusstsein.


Im Training lief es doch so gut, ... HUNDESPORT • Schlafe lange und gut. Abends wenig essen, kein Alkohol, keine Schlafpillen. Mit diesen Dingen schläfst du nur gut ein, aber die Schlafqualität ist schlecht. Besser sind: Schöner und langer Abendspaziergang, leichtes Essen, warme Dusche und sicher sein, dass am Ende alles gut wird. • Gut frühstücken: Iss, was dein Körper braucht und ihn nicht belastet. Obst, Vollkornbrot. Wenig Fett, Zucker und Kaffee.

 Panik-Bremse: Dein Gehirn kann immer nur einen Gedanken auf einmal denken. Ja, liebe Frauen, auch das weib­liche Gehirn. Gedanken, wie Angst zu versagen, lösen Stress aus, rauben dir Kraft und Konzentration. Vertreibe diese Gedanken, indem du deinem Hirn etwas Schwieriges zu denken gibst.

• Auf dem Platz organisiere alles, was sein muss und dann sei bei deinem Hund. Er ist der, der später mit dir auf dem Platz steht, er hat deine Aufmerksamkeit und Freundlichkeit verdient.

Zum Beispiel: buchstabiere den Namen deines Vereins rückwärts, zügig und fehlerfrei ohne ihn zu sehen. Probiere es gleich einmal. Das blockiert dein Hirn kurze Zeit für den Stress. Du brauchst aber immer wieder mal neue Wörter. Das ist alles nicht so schwer. Wenn du es übst und nutzt, wirst du schon viel entspannter und konzentrierter in einen guten Hundesporttag starten. Du wirst einfach mehr Spaß haben. ▪

Alles Dinge, die du leicht beeinflussen kannst, dich aber sehr stressen, wenn sie schiefgehen.

Im nächsten Heft: Die besten Tipps gegen Stress.

• Nimm dir Zeit! Sei ruhig etwas zu früh da und genieße die Zeit mit deinem Hund.

sporthund.de ∙[Heft 2/2021] Mental-Strategie.de

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FLYBALL

AGILITY

IGP

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ZUGHUNDE

RETTUNGSHUND

15.-16.5.2021 FCI Flyball Open World Cup Lommel (BEL)

13.-14.5.2021 WM Qualifikation (S/M) HSZ Wülfrath (DE)

26./27.6.2021 DVG BSP Eschweiler-Dürwiß (DE)

24.-25.6.2021 DVG BSP Niederzier (DE)

3.-4.4.2021 StrongDog South Rieden (DE)

6.-9.5.2021 SV BSP Leipheim (DE)

16.-18.7.2021 European Flyball Championship Plasy (CZ)

15.-16.5.2021 WM Qualifikation (L) HSZ Wülfrath (DE)

18.-20.6.2021 SV Bundes-FCI Immelborn (DE)

9.-10.10.2021 VDH Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)

3.-4.7.2021 DVG BSP Weeze (DE)

30.5.-2.6.2021 DVG BSP Kiel (DE)

3.-4.6.2021 WM Qualifikation (L) ATC Mendig (DE)

6.-8.8.2021 VDH Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)

5.-6.6.2021 WM Qualifikation (S/M) ATC Mendig (DE)

27.-29.8.2021 SV BSP Meppen (DE)

15.-18.7.2021 JOAWC abgesagt Albrantes (POR)

8.-12.9.2021 FCI Weltmeisterschaft Apeldoorn (NED)

22.-25.7.2021 European Open abgesagt Albrantes (POR)

22.-26.9.2021 WUSV Weltmeisterschaft Lahti (FIN)

23.-26.9.2021 FCI WM Agility Tallinn (EST)

OBEDIENCE

DOGDANCE 7.-9.5.2021 VDH DM + WM Quali Dortmund (DE) 10.-13.6.2021 FCI WM abgesagt Týn nad Vltavou (CZ) 7.-10.10.2021 offene Europameisterschaft St. Petersburg (RUS) 21.-22.11.2021 VDH DM + WM Quali Stuttgart (DE)

FÄHRTE

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4.-5.12.2021 VDH DM/DJM Agility Hemsbach (DE)

RALLY OBEDIENCE

11.-15.5.2021 FCI IGP-FH WM Lahti (FIN)

26.-27.6.2021 DVG BSP Ering (DE)

29.-31.10.2021 DVG BSP Stockelsdorf (DE)

18.-19.9.2021 SV BSP Thale (DE)

Wie die Corona-Krise uns 2021 beeinträchtigt, kann man noch nicht absehen. Erste Termine stehen nun wieder fest, der Anfang für neue hundesportliche Highlights ist also gemacht. Bitte informiert euch auch bei den Veranstaltern.

23.-26.6.2021 IRO Weltmeisterschaft Craiova (RUM) 19.-22.8.2021 FCI Team Weltmeisterschaft Craiova (RUM)

13.6.2021 VDH DM + Finale Quali Gemünden (DE) 3.-4.7.2021 DVG BSP Weeze (DE) 12.-15.8.2021 FCI Weltmeisterschaft Wichtrach (CH)

Foto: Marc Gaub

6.-8.8.2021 Deutscher Flyball Cup Emtmannsberg (DE)

DOGFRISBEE 5.-6.6.2021 UFO Major Bremen (DE)

TOPHUNDESPORTTERMINE


SPORTHUNDGEWINNSPIEL

In diesem Rätsel sind die Buchstaben unserer zwölf Begriffe alphabetisch sortiert. Kombiniere diese nun so, dass sich die gesuchten Begriffe ergeben. Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungswort, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an gewinnen@sporthund.de Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Unter allen Einsendungen verlosen wir das ein Spielzeug-Set* im Wert von ca. 65 EUR (UVP). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Es besteht auch kein Anspruch auf Auszahlung oder Ausgabe eines Ersatzgewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die vom Teilnehmer angegebenen Daten werden nach Maßgabe der DSGVO behandelt. Die Datenschutzerklärung findest du unter www.sporthund.de/ datenschutzerklaerung

*Das Spielzeug-Set besteht aus:  Crackle FUR FW M  Pullerringe Standard  Chuckit Ultra Tug mit Kordel L

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Positionskommando im Obedience Riechschleimhaut des Hundes Tierhalterpflicht zur Gesunderhaltung des Hundes krönender Abschluss einer Ausbildung Phase der Trächtigkeit einer Hündin Hauptfigur in unserem Welpen-Artikel nützliches Hilfsmittel für ein erfolgreiches Training Rasse von Shauna Wenzels WM-Hund? Instinkthandlung von Welpen Sporthund-Shop-Produkt Artikel-Nr. 7270771 Name Sporthund-Welpenpaket eitrige Entzündung der Gebärmutter

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Sende dein Lösungswort an: gewinnen@sporthund.de und sichere dir die Chance auf ein SPORTHUND Spielzeug-Set* im Wert von ca. 65 EUR. Einsendeschluss:

10. Mai 2021

(Farben können abweichen)

sporthund.de ∙[Heft 2/2021]

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RUBRIK Impressum & Vorschau

Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen Erscheinungsweise: 6x jährlich Druck: Saxoprint GmbH Auflage: 5.000 Stück Fotoquellen: Peter Voort, Jan Redder, Maatwerk-Fotografie, Marc Gaub, Philouska, Jana Krátká, Detlef Lehmann, Anna Auerbach, Friedrich J. Suhr, Karolina Krüger, Constanze Rähse, iStockphoto, AdobeStock

Leben im Gleichgewicht – das klingt äußerst erstrebenswert! Was hat Hundesport mit der vielgepriesenen WorkLife-Balance zu tun und warum muss man für das Gleichgewicht nicht unbedingt stillhalten? Wir haben Antworten.

Hundesport

„ZIEL“FÜHRENDE AUSBILDUNG Es sind oft die kleinen oder einfachen Dinge, die eine große Wirkung haben. Um eine bestimmte Position oder auch ein gewolltes Verhalten zu konditionieren, ist der Einsatz dieser verschiedenartigen „Ziele“ ein tolles Hilfsmittel.

Hundesport

Hinweise:

DIE BESTEN TIPPS GEGEN STRESS Foto: Constanze Rähse

Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.

Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Juni 2021

DOG-LIFE-BALANCE Foto: Constanze Rähse

Gesamtkonzept: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz

VORSCHAU #10

Hundesport

Foto: AdobeStock / Karoline Thalhofer

Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel.: +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01

Scan mich!

IMPRESSUM

Wie funktioniert Stress? Wie kannst du ihn positiv nutzen? Was kannst du tun, um Stress zu steuern? Wann kannst du Stress steuern? Diese Fragen werden für Hundesportler beantwortet. Damit kannst du auch den Alltagsstress beherrschen. Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.

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Neu bei uns: SPORTHUND Kauartikel  aus veterinärmedizinisch kontrollierten Betrieben  frisch und schonend getrocknet  ohne Zusätze

Foto: Constanze Rähse

sporthund.de


SPASS MIT DEM TEAMPARTNER HABEN, DAS GEHT IMMER! UFO DogFrisbee Europa-Meisterschaft 2017 HF: Marina Fangareggi Lasst uns in Zeiten wie diesen, wo keiner weiß, wann es wieder Normalität – auch im Hundesport – geben wird, einfach zurückblicken und zuversichtlich bleiben, dass bald wieder große Meisterschaften stattfinden werden.

ZUM SAMMELN

Foto: Constanze Rähse

sporthund.de


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Sporthund-Magazin Ausgabe 9 by Sporthund - Issuu