Dezember/Januar 2020/21
EVP: 1,90 EUR
MAGAZIN #7
3-2-1 los
Flyball: die Hunde-Formel 1
Ich fühle was, was du nicht siehst Gefühlsleben Hund
Hopp. Bring. Aus.
Apportieren im Obedience à la Metzmacher
Hüten nach Daume
Artgerechte Auslastung
∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
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EDITORIAL
„Nicht alles, was zählt, kann man zählen. Und nicht alles, was man zählen kann, zählt!“ Albert Einstein
Autoren dieser Ausgabe
Jetzt ist es bald geschafft: dieses schwierige 2020, das uns allen so viele Entbehrungen auferlegt hat. Ein Jahr, das uns gelehrt hat, wie wichtig Dinge sind, wie Freunde, Nähe, Kontakt und das Verbringen gemeinsamer Zeit. Dinge, die man nicht zählen kann, die uns aber dabei helfen, dass es uns gut geht.
FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlittenhundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.
Auch unseren Hunden soll es immer gut gehen. Natürlich! Das ist unsere moralische Verantwortung. Diese Challenge nehmen wir beim Kauf unseres Vierbeiners an. Dabei sollte klar sein, dass die bisher wenig wertschätzende Klassifizierung unseres Hundes zu einer bloßen Reiz-ReaktionsMaschine immer mehr zu Staub verfällt, denn wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass auch unser Hund Gefühle hat. Und macht ihn das nicht wiederum zu einer unersetzlichen Ressource für unser eigenes Wohlbefinden?
SUSANNE METZMACHER ist eine von Deutsch-
lands erfolgreichsten Hundeführern im Obedience. Die Sachbearbeiterin in der Administration sammelt seit 2004 ihre Erfahrungen im Hundesport. Ihre erste Prüfung legte sie 2007 in der Klasse Beginner ab und läuft seitdem von Erfolg zu Erfolg. 2018 war sie als Vierte Deutschlands Beste auf der FCI Weltmeisterschaft.
KAROLINA KRÜGER züchtet seit 2010 Langhaar-
Collies im Deutschen Collie Club. Als Welpenbetreuerin der ersten Stunde begleitet sie Mensch und Hund auf dem Weg zum Team. Die Dipl.-Betriebswirtin schreibt als freies Redaktionsmitglied einer Lokal-Zeitschrift. Die Liebe zur Fotografie und die zeitgemäße faire Ausbildung von Hunden sind für sie Herzensangelegenheiten.
Und auch wenn wir in diesem Jahr das gemeinsame Training, das Vereinsleben und den Wettkampf vermisst haben, unseren Vierbeiner interessieren diese Dinge nicht. Ihn erfüllt nur das pure Zusammensein mit uns. Und wenn das Hobby Hundesport wieder anläuft, dann ist er genauso wieder mit Feuereifer dabei, wie vor der Krise. Beneidenswert! Nun aber viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Sporthund wünscht allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Macht das Beste draus und bleibt weiterhin alle gesund!
Dezember/Januar 2020/21
EVP: 1,90 EUR
MAGAZIN #7
Unser Titelbild „Schwimmerwende“ zeigt in der Hundesportart Flyball den Herder Riley aus dem Team der Flyball Junkies, amtierender Deutscher Meister.
3-2-1 los
Flyball: die Hunde-Formel 1
Ich fühle was, was du nicht siehst Gefühlsleben Hund
Hopp. Bring. Aus.
Apportieren im Obedience à la Metzmacher
Hüten nach Daume
Artgerechte Auslastung
Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN
∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
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Foto: Constanze Rähse
sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Foto: Constanze Rähse
A
lles schaut auf die Ampel. Eine Stecknadel würde gerade niemand fallen hören. Es ist laut. Helle Aufregung, Adrenalin, denn gleich geht’s los und in ca. 16 Sekunden ist dann auch wieder alles vorbei. Die Ampel schaltet auf grün. Yoda flitzt los. Jetzt wird’s noch lauter. Der dreijährige Multi-Mix nimmt die vier Hürden fehlerfrei, zeige eine perfekte Schwimmerwende, greift den Ball und übergibt nach weiteren vier Hürden an Riley. Auch der sechsjährige Herder ist schnell. Er ist der Routinierteste in der Aufstellung und übergibt nach seinem Kurzauftritt an die Kleinste. Pina ist eine gerade zweijährige Multi-Mix-Hündin. Sie fliegt über die 15,55 Meter lange Bahn als wäre Ainic hinter ihr her. Aber der startet erst, wenn sie ihre Ziellinie berührt hat. Der fünfjährige Border Collie ist der Schlussläufer und bringt den Lauf knapp vor dem Gegner ins Ziel. Dann schauen wieder alle auf die Ampel und alles beginnt von vorn. 4
3-2-1-los: die Hunde-Formel 1 HUNDESPORT
3-2-1-LOS:
die Hunde-Formel 1 TEXT + FOTOS: CONSTANZE RÄHSE
Von was rede ich da eigentlich, wird sich mancher Leser fragen. Natürlich vom Flyball oder auch der Formel-1 im Hundesport. Sieht einfach aus, ist aber viel mehr als der erste Blick offenbart. Das interessiert mich. Zeit also für einen zweiten Blick. Yoda, Riley, Pina und Ainic sind die FlyballJunkies. Und weil zu einem Flyballteam immer sechs gehören, gibt es da noch die beiden Border Collies Nap und Stella, sieben und acht Jahre alt. Die Flyball-Junkies sind die amtierenden Deutschen Meister des VDH, haben 2019 auch den Vize-EuropameisterTitel der Division 1 nach Oberfranken geholt und halten den deutschen Rekord von 15:93 sek. Sie sind für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die aber ja leider, wie die meisten Hundesportevents 2020, auch Corona zum Opfer gefallen ist.
Die Flyball Junkies: (v. l.) Chris Habla & Stella Corinna Spitzer & Ainic Susanne Teichmann & Riley Lea Sauer & Pina Gabi Habla & Nap Sebastian Dirksen & Yoda
Foto: Habla
„Na ja schade, aber dann starten wir halt 2021!“, sagt mir Lea Sauer, Frauchen von Pina und die Cheftrainierin oder „das Hirn“ im Verein. Zwei von fünf deutschen Mannschaften entsendet der Verein Flyball Oberfranken nächstes Jahr nach Lommel in Belgien. Im DVG-Verein trainieren aber nicht nur die Junkies. In Emtmannsberg gibt es derzeit 25 Mensch-Hunde-Teams, zusätzlich Boxenlader, andere Helfer und sogar eine eigene Physiotherapeutin, die die Vereinshunde während der Turniere betreut. Corinna Spitzer ist das Frauchen von Ainic und kommt mit Sebastian Dirksen (Yoda) übrigens extra aus München, um mit dem Team zu trainieren. sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Beide sind auch lizenzierte Flyball-Richter. Seit zwölf Jahren ist der Verein in der Flyballszene aktiv, seit 2015 sind sie auch im VDH offiziell eingetragen. Auch die Flyball-Youngsters sind recht erfolgreich und haben immerhin Platz 4 bei der VDH DM gewonnen. Dann gibt es noch die Flyball-Freaks und eine gemischte Anfängermannschaft. Trainieren tun sie aber alle zusammen, leben echtes Teamwork. Die Stimmung ist sehr gut. Dieser Verein lebt! Der Schnellste im Verein ist Yoda. Er läuft die Bahn in 3,48 Sekunden. Das sind 8,9 Meter pro Sekunde. Fast ein bisschen unvorstellbar, wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht. Die Bahn ist, wie erwähnt, 15,55 Meter lang. Die 60 Zentimeter breiten Hürden stehen immer in einem Abstand von 3,05 Metern. Zwischen der Letzten und der Box liegen nochmal 4,57 Meter. Falls sich jemand fragt, warum die Zahlen so krumm sind: Flyball stammt aus Amerika, ist dort viel populärer als bei uns. Die VDH-PO orientiert sich natürlich an den Originalvorgaben und die sind in Fuß angegeben. Und da ein Fuß gleich 0,3048 Meter sind, sind 3,05 Meter dann zehn Fuß und 4,57 Meter eben 15 Fuß. Also schöne gerade Angaben. Aber das nur nebenbei. Die Höhe der Hürden richtet sich nach der Größe des kleinsten Hundes. Ähnlich wie beim Agility wird gemessen, d. h. die Beinlängen werden gemessen. Die kürzesten Beine ergeben die Hürdenhöhe für das gesamte Team. Diese liegt immer zwischen 15 und 32,5 cm. Jetzt frage ich mich, ob es nicht schlau ist, wenn man immer einen kleinen Hund im Team hat, weil für die Großen ja ein „Drüberlaufen“ schneller geht, als ein „Drüberspringen“. Schließlich geht’s ja in diesem Sport am Ende um Hundertstelsekunden. 6
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Mannschaft, damit der kleine Hund auch mal Pause hat und nicht das ganze Turnier durchhalten muss. Ein Wechsel der Hürdenhöhe während eines Turniers ist absolut nicht empfehlenswert, da die ganze Technik darunter leidet, wenn sich der Sprung-Rhythmus durch die höheren Hindernisse ändert.“ Nach meiner Logik laufen nun aber kleinere Hunde aufgrund der kürzeren Beine sicher nicht so schnell wie die Großen und zwei kleinere Hunde im Team können wertvolle Hundertstel kosten. Lea erklärt mir, dass es deshalb bestenfalls einen oder zwei der sogenannten „heightdogs“ im Team gibt, die idealerweise die gleichen Zeiten laufen, wie die Großen.
Cheftrainerin Lea erklärt mir dazu, dass sich die Hürdenhöhe nicht nur nach dem kleinsten Hund richtet, sondern dieser dann auch zu den laufenden Hunden gehören muss. Es laufen ja immer nur vier von sechs. „Also bestenfalls hat man zwei kleine Hunde in der
Diese „heightdogs“ werden in Amerika seit Generationen extra für diesen Sport kleiner und kompakter gezüchtet. Pina und Yoda sind solche Amerika-Importe, stammen aus der gleichen Zucht. Yoda ist zu 50% ein Whippet, etwas größer und damit eine halbe Sekunde schneller als Pina. Die Kleinste im Team muss also in jedem Lauf ran, nach ihr werden die Hürden eingemessen. Auch Pina sieht eigentlich mehr nach Whippet aus, hat aber auch Terrierblut und in den hinteren Generationen sollen sogar Malinois und Border Collie stehen. Multi-Mix eben. Ein wieselflinker aber.
sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Damit wäre die Frage nach Reinvielfalt für mich auch beantwortet. Anders als in anderen Sportarten, kann man im Flyball mit jedem Hund starten, auch auf der Weltmeisterschaft. Und auch wenn man viele Border Collies sieht, in diesem Sport sind sie mal nicht die Stars. Aber welche Eigenschaften muss denn nun so ein TopFlyballhund haben?
„Herz und Kampfgeist. Manchen Hunden merkt man einfach noch ein wenig mehr den Biss an, wenn sie im Ring stehen.“, sagt Lea. „Der Hund muss nicht die schnellsten Zeiten laufen, aber Kampfgeist ist subjektiv gesprochen, das Wichtigste und unterscheidet z. B. im Finale über Sieg oder Niederlage. Wenn die Kraftreserven am Ende sind, schaffen es manche Hunde einfach, nochmal über sich hinauszuwachsen. Für mich persönlich wäre es anschließend noch das Gebäude. Manche Hunde haben es aufgrund ihrer Winkelung in Vorder- und Hinterhand einfach deutlich leichter, als andere.“ 8
Kann also jeder Hund Flyball machen? „Ja“, sagt mit Gabi Habla, lizenzierte Flyball-Richterin und Chefin von Nap: „solange der Hund schlank und gesund (bestenfalls geröngt) ist über Basis-Grundgehorsam, gutes Sozialverhalten und Meutebezug verfügt. Apportieren, springen, Distanzarbeit – das kann alles unter Anleitung guter Trainer trainiert werden. Einzig Motivation und Spaß an der Arbeit mit dem eigenen Hund können nicht schaden. Ob Deutsche Dogge, Bernhardiner & Co. aber unbedingt diesen Sport machen müssen, sei mal dahingestellt.“ Also im Training habe ich keinen Bernhardiner gesehen, aber Herder, Aussies, Terrier, Border Collies und viele andere. Irgendwie fand ich die auch alle schnell, aber das liegt sicher daran, dass das Auge Hundertstelsekunden nicht messen kann. Wie werden die Teams nun aufgestellt? Welche Kriterien gibt es und wer entscheidet das? Das letzte Wort haben die Trainer in enger Absprache mit den Teamcaptains. Aber grundsätzlich wird in Emtmannsdorf nach der Zeit zusammengestellt. Die sechs schnellsten Hunde laufen in der ersten Mannschaft. Wichtig ist Konstanz, aber auch häufige Teilnahme am Training ist relevant und wer auch daheim seinen Hund in Form hält. Und die „Wissenschaft“ geht weiter, denn auch das Festlegen der Reihenfolge, in der die Hunde ein Rennen laufen, ist eine Kombination aus Beobachtung und Taktik. Lea führt dazu aus, dass jeder Hund andere Vorlieben hat. „Manche starten gern im direkten Duell auf Augenhöhe mit dem Gegner und müssen deswegen auf Position 1 stehen. Andere holen als Schlusshund nochmal ordentlich was raus, wenn sie merken, dass es eng wird. Und ich habe am Start sowieso gerne einen Hund, der uns erstmal in Führung bringt.“ Na, das ist dann bei den Junkies wohl Yoda.
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schnell erklärt ... Qualifikationsrunde ROUND ROBIN Jeder gegen jeden aus der gleichen Division SPEED TRIAL Jeder gegen maximal vier andere Teams aus der gleichen Division Hauptrunde (K.O.-Runde) SINGLE ELIMINATION (SE) einfaches K.O.-System Gewinner kommt weiter, Verlierer scheidet aus DOUBLE ELIMINATION (DE) doppeltes K.O.-System Gewinner kommt weiter, Verlierer scheidet nach zweiter Niederlage aus Der Veranstalter bestimmt, ob ein Rennen im Modus BEST OF 3 oder BEST OF 5 ausgetragen wird, d. h. ob drei oder fünf Läufe den Sieger ermitteln. Wer zuerst zwei (drei) Läufe gewonnen hat, kommt weiter.
Und dann gilt es noch etwas ins Kalkül zu ziehen: die Wechsel. Wenn die perfekt sind, kann man logischerweise viel Zeit gutmachen. Gabi sagt mir, der nächste Hund darf los, wenn der Rückläufer mit einem Körperteil die Ziellinie überquert hat. „Im besten Fall ist das Nase an Nase direkt an der Linie.“ Na, da müssen die Richter ja auch sehr gute Augen haben, denke ich mir. „Außerdem harmoniert auch nicht jeder Hund mit jedem Mitstreiter perfekt bei den Wechseln. Die Bahn ist ja schließlich auch nur 60 Zentimeter breit. In einem Team aus sechs Hunden hat jeder Hund bestenfalls zwei Partner zum Wechseln.“ Und natürlich gibt es ja nicht nur einen Wettkampflauf. So ein Turniermodus kann wechseln. Es gibt verschiedene Modi, die frei vom Veranstalter wählbat sind. In der VDH PO kann das alles nachgelesen werden. Meistens werden die Qualifikationsläufe vormittags nach ROUND ROBIN ausgetragen. Jedes Duell besteht dabei aus drei (fünf) Läufen. Das Ergebnis aller ermittelt die Reihenfolge für die Hauptrunde, die meist im doppelten K.O.-System ausgetragen wird. Da kommt schon einiges an Läufen zusammen, wie mein Beispiel zeigt. Läuft es nicht optimal, können bei einem Turnier mit neun Mannschaften bis zu 45 Läufe an einem Tag nötig sein. Klar, es sind immer nur ca. vier Sekunden pro Lauf und Hund, aber die ganze Atmosphäre, das Adrenalin und häufige extreme Kurzzeitbelastung schlauchen auch. Deswegen sind „Wasserträger“ so wichtig. Nap und Stella (von Gabi und Chris Habla) sind die Wasserträger bei den Junkies. Sie sind die erfahrensten Hunde und die zuverlässigsten. Das heißt ja nicht, dass sie langsam sind, aber mit Yoda und Pina können sie halt schon aufgrund des Alters nicht mehr mithalten. Und da ja fehlerfreie Läufe auch wichtig sind und Schnelligkeit nicht alles ist, werden die „Wasserträger“ oft in den Qualifikationsläufen eingesetzt, um die anderen zu „schonen“. „Wasserträger“ sind also ganz wichtige Teammitglieder.
Beispiel: Turnier mit vier Mannschaften Modus: Round Robin, Best of 3 und DE ROUND ROBIN (RR) 4 Mannschaften = 3 Rennen = 9 Läufe DOUBLE ELIMINATION (DE) Rennen 1: Platz 1 vs Platz 4 Rennen 2: Platz 2 vs Platz 3 Rennen 3: die Sieger aus 1 Rennen 4: die Sieger aus 2 Rennen 5: Sieger aus 3+4 Rennen 6: Sieger aus 3+5 entweder steht jetzt der Sieger fest oder, wenn der Verlierer aus Rennen 6 das erste Mal verloren hat, dann wird Rennen 6 wiederholt. # Läufe DE min.: 9 # Läufe DE max.: 15 Gesamt: 18 bis 24 Läufe bei 9 Mannschaften: RR: total 36 Rennen # Läufe Quali: 24 DE: total 17 Rennen # Läufe DE min.: 15 # Läufe DE max.: 21 Gesamt: 39 bis 45 Läufe sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Gestartet wird auf Turnieren in Divisionen. Das ist eine Art Klasseneinteilung nach der gemeldeten Zeit und soll möglichst gleichstarken Teams faire Rennen ermöglichen. Gabi erklärt, dass normalerweise vier bis sieben Teams in einer Division sind und dass ein Start in der Division 1 einer Deutschen Meisterschaft nicht unbedingt zu einer Division 1 bei der Weltmeisterschaft führt. Dort kann es dann auch die Division 3 sein, wenn die Zeiten anderer Teams besser sind. Und jetzt interessiert mich doch das Thema Gesundheit, die Hunde laufen ja mit ca. acht m/s auf die Box „auf“. Lea führt dazu Studien an, die zeigen, dass die Verletzungsquote im Flyball wohl geringer ist, als in anderen Sportarten. „Was öfter mal passieren kann, sind eingerissene Krallen oder ein aufgeriebener Ballen, was allerdings primär mit den Bodenverhältnissen zusammenhängt und auch auf einem Spaziergang passieren kann. Auch kleinere Zerrungen können auftreten, wenn warmup und cool down auf der Strecke bleiben oder die Technik der Schwimmerwende nicht richtig erarbeitet wurde. Wirkliche Verletzungen habe ich in den über zehn Jahren 10
noch nicht gesehen.“ Und so war die Boxarbeit auch im Training die Hauptarbeit bei allen Hunden, das Feilen an der Wendetechnik. Diese ist existentiell wichtig, „um das hohe Tempo und die daraus resultierende Kraft abzufangen und in einen „runden“ und effizienten Bewegungsablauf umzuwandeln.“ Gute Beobachtungsgabe, schnelle Analyse der je nach Hund differierenden Bewegungen und ein sofortiges Lösungskonzept bei Problemen machen einen guten Trainer aus. Im in Emtmannsberger Training feilt Lea Sauer an jedem kleinsten Detail und das macht nicht nur erfolgreich, sondern bringt auch Spaß. Dass der Trend zu Funsportarten tendiert, ist schon länger ersichtlich und spätestens seit der Anerkennung durch den VDH und mit Einführung der Deutschen Meisterschaft ist wohl auch Flyball im Trend angekommen und wächst stetig. In den USA oder in Großbritannien zählt Flyball schon zu den populärsten Hundesportarten. Richterin Gabi Habla sagt: „In Deutschland gibt es derzeit ca. 80100 Teams. Es gibt aber noch viele Vereine, die nicht im VDH sind, aber dennoch auf der Europameisterschaft starten dürfen. 400 Teams gibt es schätzungsweise in Europa, 150 Teams treten auf der EM gegeneinander an. Weltweit gibt es mehrere Tausend, allein der amerikanische Verband hat schon über 1000. Australien 150, Japan ... der Virus Flyball verbreitet sich.“ Flyball ist der einzige Teamsport (Staffellauf) mit Hunden. Gefordert sind Schnelligkeit, Perfektion und Konzentration, denn Hundertstel entscheiden über Sieg oder Niederlage. Vieles ist mit dem blanken Auge nicht erkennbar und die Rennen liegen oft so dicht beieinander. Adrenalin pur. Und die Ampel wird wieder grün. Yoda flitzt los. ■
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Ergänzend nachgefragt bei
LEA SAUER Trainerin bei Flyball Oberfranken (VDH/DVG) in Emtmannsberg
{I N TE RV I E W } Wie funktioniert die Box? Sie hat eine bewegliche Trittplatte, die beim Belasten durch die Vorderpfoten rückseitig gespannte Federn auslöst. Dadurch springt der Ball aus der Vorrichtung. Es gibt Boxen mit einer durchgängigen Platte, in der der Ball inkludiert ist und Boxen mit einer separaten unbeweglichen Kopfplatte. Für welchen Boxentyp und Winkel man sich entscheidet, ist eine eigene Wissenschaft. Das ist pauschal nicht leicht zu beantworten. Worauf muss der achten, der die Bälle lädt? Wer macht das bei euch und sind das immer dieselben? Jeder Hund hat seine feste Drehrichtung und seinen eigenen Typ Ball, der groß, klein, hart, weich oder was auch immer sein kann. Der Boxlader muss also von jedem Hund die Drehrichtung kennen und die entsprechende Seite mit dem individuellen Ball beladen. Im Training wechseln sich die Personen an der Box ab, auf einem Turnier wird in der Regel nur im Notfall gewechselt, da dieser Job wirklich komplex ist und gute Nerven benötigt!
Wie viel Zeit investiert ihr für welche Ausbildungselemente im Training? Das ist schwer zu sagen, da das Training sehr individuell abläuft und auf das Verhalten des Hundes angepasst ist. Ein Hund, der gerne mit Bällen spielt, wird weniger Probleme mit dem Apport an sich haben, als mit dem Tauschgeschäft. Zudem fällt es vor allem ballbegeisterten Hunden schwer, ihre Drehung zu halten, sobald ein Ball im Spiel ist, da der Fokus dann zu sehr auf diesem liegt und das Hirn auf Durchzug schaltet. Auch das ist ein wichtiger Trainingsaspekt. Der Hund soll nicht den Ball als eine Bestätigung sehen, sondern die reine Apportieraufgabe, für die er dann mit Spiel oder Futter belohnt wird. Auch die Distanzarbeit kann bei sehr besitzerorientierten Hunden auch mehr Arbeit verlangen als bei anderen. Schwerpunkt im Training ist die Erarbeitung der Drehung, von einer großen Fläche bis auf die kleine, richtige Box. Das kann mitunter auch über ein Jahr dauern. Das Hürdentraining bedarf oftmals nur wenige Wochen. Warum ist es bei Flyball so laut? Und nervt das nicht manchmal? Adrenalin und Trieb. Man bekommt das in der Regel während eines Turniers gar nicht so mit, weil man selbst sehr konzentriert ist. Wenn es während des Trainings zu laut wird und der Hund sich dabei selbst beim „Denken“ hindert, kann da aber durchaus auch mal eingegriffen werden, um den Hund wieder „klar“ zu bekommen und ihm zu helfen. Ein richtiges Abtrainieren ist nicht wirklich möglich oder erstrebenswert.
Du hast Lust, Flyball zu entdecken?
sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Fühlen Hunde unsere emotionale Verbundenheit oder nutzen sie uns nur ganz pragmatisch?
ICH FÜHLE WAS, WAS DU NICHT SIEHST Umdenken ist schwierig, aber angesagt! 12
Ich fühle was, was du nicht siehst TEXT: FRANSI ROTTMAIER
I
n Wissenschaft und Forschung galt der „gemeine Haushund“ lange als minderwertiges, uninteressantes Forschungsobjekt: ein „unechtes“, künstlich „gemachtes Tier“. Was man eigenhändig „hergestellt“ hat, bietet schließlich keine größeren Überraschungen. Zusammen mit dem Einfluss des frühen Behaviorismus ergab sich eine wenig wertschätzende Klassifizierung als bloße Reiz-Reaktions-Maschine gegenüber sich verändernden Umweltbedingungen. An dieser Stelle fühlen Hundehalter regelmäßig eine innere Erregung, die sich mühelos als „Ärger“ und „Empörung“ identifizieren lässt. Wir werden „emotional berührt“ – und das unangenehm. Als Reaktion möchte man seinen Vierbeiner vielleicht tröstend anfassen, ihm versichern, dass er keines-
KYNOLOGIE
Soziales Miteinander bedarf einer Balance zwischen „Fühlen“ und „Denken“ – auch beim Hund. Wenn auch etwas anders.
falls nur ein „minderwertiges Kunstobjekt“ darstelle. Und findet Wissenschaftler in Zukunft vielleicht sogar ein bisschen unsympathischer. Wir können getrost aufatmen – an dieser Einstellung hat sich in den letzten Jahren viel verändert: tatsächlich gilt der moderne Haushund als das einzige Tier, welches sich in faszinierender Manier an die ökologische Nische „menschlicher Haushalt“ anzupassen vermochte. Wir dürfen also an die „fiesen“ Wissenschaftler eine Menge Sympathiepunkte zurückgeben, denn sie haben herausgefunden, dass
Hunde sehr wohl über Gefühle verfügen und wir für dieses Erleben soziale sowie moralische Verantwortung tragen.
Und da wird es schwierig: Wir Menschen „verarbeiten“ Emotionen anders als Hunde – und wie genau Hunde denn nun tatsächlich Gefühle erleben, ist noch lange nicht erforscht. Würde unser Hund sich brüskiert oder empört fühlen, wenn er sich dieser vergangenen Abwertung bewusst werden könnte? Oder würde es ihn gar nicht „berühren“, solange ihm trotz dieser Einstellung sein sicherer Couchplatz erhalten bleibt?
Für uns Menschen ist es ein alltäglicher Vorgang, unsere Gedanken mit Gefühlen zu verknüpfen. Bewusst wird uns dieser Vorgang meist erst in Konfliktsituationen, in denen „Sachebene“ und „Gefühlsebene“ konkurrieren und bestimmte Voraussetzungen (beispielsweise am Arbeitsplatz) erfordern, die eigenen Emotionen zu regulieren. Die gängigste Variante stellt, vereinfacht ausgedrückt, der Umweg über das bewusst gesteuerte Denken dar: sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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„Ich ändere einfach meine Bewertung der Situation und verfolge eine bestimmte Strategie“ und bald folgt das konkrete Erleben nach.“ Ist es denn ebenso „einfach“, in das Gefühlserleben unserer Hunde einzugreifen und Kraft unserer Kognition plus gängiger Lerngesetze zu erzwingen, dass der Hund eine Situation so erlebt, wie wir uns das für ihn wünschen? Selbstregulation, welche wir in vergangenen Heften schon ausführlicher betrachtet haben, ist eine komplexe „exekutive Kompetenz“ des sozialen Miteinanders und des evolutionären Überlebens. Jedes soziale Lebewesen vermag emotionale Impulse zugunsten von sozialen oder situativen Vorteilen zurückzuhalten – das ist keine Fähigkeit, die nur uns „Zweibeinern“ vorbehalten bleibt! 14
Schon gewusst? BASISEMOTIONEN [Ekmann, FACS]:
Aber was hat „denken“ nun auf neurobiologischer Ebene mit „fühlen“ zu tun? 2019 beispielsweise hat die Wissenschaftlerin Erin Hecht an der Harvard Universität eine Studie veröffentlicht, bei der für die koordinierte Zusammenarbeit mit Menschen gezüchtete Arbeitsrassen eine veränderte Struktur des Präfrontalen Kortex nachgewiesen wurde – der Bereich der Großhirnrinde, der bei uns besonders ausgeprägt ist und steuert, dass wir uns „wie zivilisierte Menschen“ verhalten können. Zumindest „könnten“ ... Warum das bezüglich der hündischen Gefühlswelten so interessant ist: Das, was wir umgangssprachlich als „ich fühle“ ausdrücken, ist in Wirklichkeit das Ergebnis eines mehrfach
weiter verarbeiteten Prozesses – und in so kurzen Zeitspannen, dass wir diese „Verarbeitung“ gar nicht wahrnehmen. Man nennt es auch „sekundäre“ Emotionen – und das ist genau der „Scheitelpunkt“, an dem die sogenannte „Vermenschlichung“ einsetzt. Denn das, was wir als komplizierte Gefühle erleben und im Alltag selbst bei unseren vertrauten Mitmenschen kaum nachvollziehen können, ist laut Forschungsergebnissen eine individuelle Interpretation von neurobiologischen Prozessen. Der steife Fachjargon beschreibt den Fakt, dass sich die Gehirne von höher entwickelten Säugetieren in den Grundstrukturen so ähnlich sind, dass Tiere mindestens die selben Basisemotionen
∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙ ∙
Freude Wut Ekel Furcht Verachtung Traurigkeit Überraschung
2018 ist es einer Forschungsgruppe der Universität Portsmouth gelungen, aus dem „Facial Acting Coding System“, auch bekannt als „Mikromimik“, eine standardisierte Abwandlung auf die Gesichtsmuskulatur von Hunden zu veröffentlichen. Dadurch existieren nun bessere Werkzeuge, vorher unsichtbare emotionale Resonanzen bei Hunden zu erfassen.
besitzen müssen, die wir Menschen auch haben. Das liegt an den vorhandenen Hormonen und Neurotransmittern, aber auch an den entsprechenden Verarbeitungszentren im Gehirn. Der besagte Präfrontale Kortex ist maßgeblich dafür
Ich fühle was, was du nicht siehst
„Sozialer Blick“ – Der domestizierte Hund kann sein inneres Augenlid so anheben, dass der Ausdruck Fürsorge bei uns auslöst. Auch Hunde antworten mit sozialer Zuwendung (Grooming) auf solche Signale untereinander. Sie „fühlen“ Zuneigung.
verantwortlich, Erinnerungsinhalte und Reizwahrnehmungen so zu verknüpfen und interpretieren, dass unser „Bewusstsein“ daraus entsteht – und dadurch auch unser emotionales Erleben. Das bedeutet gleichzeitig auch: unser Gehirn muss erlernen, welche Aktivierungsmuster mit welchen Umweltreizen zusammenhängen.
Gefühle sind also zu einem großen Teil „erlernbar“!
KYNOLOGIE
Emotionale Verarbeitung SEKUNDÄRE EMOTIONEN: Unterliegt eine ursprüngliche Emotion soziokulturellen Einflüssen, wird sie zu einer sekundär erlernten Interpretation: Beispiel: Traurigkeit (sozialer Ausschluss, Ablehnung, Zurückweisung) kann zu Verlustängsten, Sozialen Phobien, generalisiertem Misstrauen, feindseliger Grundhaltung, Eifersucht werden. Je nach erlernten Erfahrungen kann aber auch überschwänglich-distanzloses Verhalten oder sogar völlig inadäquate Wut ursprünglich auf der Basisemotion „Traurigkeit“ basieren, wenn sich die Person durch Modelllernen und eigene Erfahrungswerte solche Verhaltensreaktionen als Bewältigungsstrategie für den ursprünglichen Affekt angeeignet hat. Bewusst fühlen wird man die Traurigkeit nicht, sondern ein innerpsychisches Spiegelbild der eigenen Reaktionen darauf.
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Fotos: iStockphoto / Anna-av
Vorsichtig ausgedrückt wird ein „Gebrauchshund“ mit einem besonders ausgeprägten Interpretations-Netzwerk im Präfrontalen Kortex seine „Basis“-Emotionen ein bisschen menschenähnlicher strukturieren als ein Hund, der kaum genetische Dispositionen für artübergreifende Kooperation mitbringt. Dazu kommt natürlich auch, wie ausgiebig der entsprechend veranlagte Hund die Gelegenheit hatte, in sensiblen Entwicklungsphasen durch wohlwollende Interaktion und menschliche Aufgeschlossenheit überhaupt etwas über artfremdes „Fühlen“ lernen zu dürfen.
Hund im „Glück“. Bewegung, Erfolgserlebnisse, Zuwendung – auch Hunde erleben dadurch angenehme Erregung.
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Es bedeutet keinesfalls, dass der Hund im Alltag deshalb solche „komplizierten“ Gefühlsverwirrungen erlebt, wie es uns Menschen nun mal auszeichnet. Dazu fließen bei uns zu viele abstrakte Parameter in diese Weiterverarbeitung. Wir wissen, dass Hunde – im Gegensatz zu Wölfen – dazu neigen, in überfordernden Situationen den Blickkontakt zu ihren Bezugspersonen zu suchen. Beim Menschenkind spricht man dabei von „social referencing“ (Soziale Bezugnahme) und räumt dieser Interaktion einen wichtigen frühkindlichen Entwicklungsfaktor für eine gesunde Umweltbeziehung ein. Auch junge Hunde lassen sich von ihren älteren Artgenossen einen mehr oder weniger adäquaten Umgang mit der Umwelt „am Modell“ vorleben. Und zu allem Überfluss sind „menschenerfahrene“ Hunde sogar sehr treffsicher dazu in der Lage, Dissonanzen
zwischen mimischen Gefühlsausdrücken und der dazu passenden Tonlage zu erkennen! Wir wissen allerdings genauso, dass Menschen umgekehrt kaum dazu in der Lage sind, bei anderen Lebewesen Gefühlsausdrücke wie „Angst“ zu erkennen. Ärger und Freude identifizieren wir deutlich besser, auch wenn hierzu Erfahrung im Umgang notwendig ist. Was evolutionär Sinn macht (Stichwort Gefahrenwahrnehmung), ist sozial eher ein Handicap. Da liegt am Hundeführer doch sehr viel Eigenverantwortung und Selbstreflexion, seinem vertrauenden Vierbeiner ein stabiles, nachvollziehbares Gefühlsleben als Referenzrahmen zu bieten.■
Foto: Eugenie van Oirschot
Apportieren im Obedience
AUSBILDUNG
In der letzten Ausgabe des Sporthund-Magazins habe ich euch mein Grundlagentraining erklärt: Wie lerne ich dem Hund das Halten, das aktive Nehmen und die Bodenaufnahme. Ich habe beschrieben, wie ich parallel zu diesen Übungen das Bringen, das Einnehmen der Grundstellung und die Abgabe lerne. Im Teil 2 geht es nun um die unterschiedlichen Apportelemente der verschiedenen Klassen. Ich weise nochmals darauf hin, dass natürlich immer viele Wege nach Rom führen. Für mich hat sich die beschriebene Trainingsweise bewährt.
Ausbildung TEXT: SUSANNE METZMACHER FOTOS: SUSANNE METZMACHER PHILOUSKA
☑ HOPP ☑ BRING ☑ AUS
Apportieren im ObediencE (Teil2)
sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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DIE AUSBILDUNGS- BZW. PRÜFUNGSSTUFEN * Klasse 2+3 Geruch
(Ich beschäftige mich hier mit den Apportelementen der Geruchsunterscheidung. Das Finden selbst ist eine eigene Übung.)
Die eckigen und abgerundeten Suchhölzer hat der Hund bereits im Aufbautraining kennengelernt. Da die Hölzer direkt auf dem Boden liegen, ist die Aufnahme für den Hund schwieriger als bei einem Apportierholz. Ich habe zwar zu Anfang meinen Hunden die Hölzer zum Halten direkt überreicht, bin dann aber schnell dazu übergegangen, sie von der flachen Hand bzw. vom Boden aufnehmen zu lassen, damit ich ihnen mit einem „Festhalten“ sagen konnte: „Egal, wie du es vom Boden aufnimmst, bringe es genauso zu mir“. Wichtig ist, für den Apport der Geruchshölzer kein Apportkommando zu benutzen. Hier wäre eine Fehlverknüpfung zum späteren Finden vorprogrammiert. * Klasse 2: Metallapport über eine Hürde Das Metallapportel lernt der Hund von Anfang an beim Trainieren der Halteübungen kennen. Mein Hund darf immer wieder 18
seinen Joghurt oder den Hüttenkäse von einem Löffel vespern, sodass das metallene Gefühl im Maul nicht so tragisch ist. Deshalb hatte er kein Problem damit, das Metallapportel aufzunehmen und zu halten. Nun setze ich den Hund mittig hinter der geschlossenen Hürde ab, gebe ihm das Metall ins Maul und gehe rückwärts auf die andere Seite. Ich stehe nah hinter der Hürde, während ich den Hund zu mir rufe. Selbstverständlich laufe ich zurück, sobald er auf mich zukommt, sodass er Platz zum Springen hat. In dem Moment, wo er mit dem Apportel im Fang abspringt, markiere ich das Verhalten mit einem Klick und belohne ihn. Wenn das Springen über die Hürde dem Hund im Aufbau gut beigebracht wurde, dann sollte es auch mit Apportel kein Problem sein. Im nächsten Schritt werfe ich das Apportel über die Hürde, stelle mich anschließend neben das Hindernis und helfe dem Hund sicher über die Hürde zu springen. Noch im Sprung bekommt er das Apportkommando. Während der Hund das Apportel aufnimmt, gehe ich hinter die Hürde und nehme ihn – wie oben beschrieben – wieder an. Nach und nach werden die Hilfen abgebaut und die Übung wird komplettiert,
Susanne Metzmacher (39)
ist Deutschlands erfolgreichste Obediencesportlerin 2018. Die Sachbearbeiterin Administration sammelte 2004 erste Erfahrungen im Hundesport. Ihre erste Prüfung (Obedience Beginner) legte sie 2007 ab und läuft seitdem von Erfolg zu Erfolg:
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2016 und 2017 swhv Verbandsmeister 2017 dhv DM – Platz 3 2017 Deutscher Meister VDH 2018 Vize-Meister VDH 2018 Platz 4 FCI WM Niederlande 2019 swhv Verbandsmeister
Das generelle Aufnehmen vom Boden hat der Hund schon gelernt, jetzt kommen die Geruchshölzchen dazu.
Während des Werfens den Hund am Halsband zu halten, steigert die Trieblage und damit die Motivation.
Apportieren im Obedience
AUSBILDUNG
O2.6 O3.7 indem der Hund sie mit einer Grundstellung abschließt, was er ja bereits kennt. Natürlich muss der Hund auch sicher hinund zurückspringen, wenn das Apportel mal nicht perfekt hinter der Hürde landet. Um das zu üben, setze ich ihn in verschiedenen Winkeln zur Hürde ab und helfe ihm durch meine Körpersprache. Dann kommt der Hinsprung hinzu. Ich werfe das Apportel gezielt schräg über die Hürde, stelle mich wieder seitlich neben das Hindernis und helfe dem Hund, dass er nun beide Sprünge sicher ausführt. Diese Hilfestellungen werden Schritt für Schritt abgebaut, bis es für den Hund selbstverständlich ist, die Hürde zum Holen des Apportels zu überwinden. * Klasse 2+3: Holzapport mit Richtungsanweisung Der Richtungsapport besteht aus zwei Teilen. Erstens das Abstellen aus der Fußarbeit (Klasse 2) bzw. zu einer Halbkugel schicken (Klasse 3) und zweitens der richtungsanweisende Apport.
Skizzen zum Apport mit Richtungsanweisung links O2.6 = Übung 6 in der Klasse 2 mit zwei Apporteln rechts O3.7 = Übung 7 in der Klasse 3 mit drei Apporteln Quelle: VDH PO 2016 Obedience
Beschäftigen wir uns zunächst mit dem richtungsanweisenden Apport: Der Hund steht vor mir und ich habe ein Apportel in der rechten, das andere in der linken Hand. Die Apportel werfe ich nun schräg hinter den Hund. Dadurch interessiert er sich stärker für die Apportel, als wenn ich sie nur auslege bzw. auslegen lasse.
Beispiel Ausführung O2.6: Der Hundeführer geht vom Startpunkt auf die Markierung zu, dran vorbei und kehrt nach ca. zwei Metern auf RA um. Auf der Markierung muss der Hund ein „Steh“ aus der Bewegung zeigen, der Hundeführer geht zum Start zurück, dreht sich um und gibt auf RA das Kommando zum Apport. Richtungsanweisung und Apportkommando müssen zusammenhängend sein. Der Hund muss korrekt apportieren und abgeben.
Der Hund soll das Holz apportieren, das ich zuerst geworfen habe. Dazu gehe ich mit Spannung im Halbkreis auf dieses Holz zu. Mein Hund sollte mich mit Spannung beobachten. Im Zweifel gehe ich bis fast zum Holz. Ich klickere den Hund für das Eindrehen in die richtige Richtung. Anschließend sollte er die Apportierarbeit noch mit der Aufnahme beenden. Dadurch bekommt er eine bessere Vorstellung, um was es außer dem „Eindrehen“ noch geht. So arbeite ich mich mit jeder Wiederholung immer weiter zum Hund zurück, solange bis ich vor ihm stehen und ihn nur mit den erlaubten Hilfen (Handzeichen und Kommando) zum Apportel schicken kann. sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Nun fange ich an, die Hölzer selbst auszulegen. Zuerst das eine, dann wieder zurück zum Hund, um ihn herum, dann zur anderen Seite, um dort das zweite Holz abzulegen. Sobald er sich bei dieser Übungseinheit gut löst, kann das Auslegen eine Hilfsperson übernehmen. Immer daran denken: im Zweifel noch einen Ausfallschritt in die entsprechende Richtung machen, damit der Hund keinen Fehler macht.
Es gibt auch die Möglichkeit, den Aufbau mit Futterschüsseln zu machen. Dazu werden drei Schüsseln in einiger Entfernung aufgestellt. Nur in der Schüssel, zu der der Hund geschickt wird, befindet sich Futter.
weigerte, das Apportierholz zu nehmen. Es dauerte seine Zeit, bis wir ihn davon überzeugen konnten, dass das Apportel lohnenswerter ist. Aber das ist von Hund zu Hund unterschiedlich!
Die meisten Hunde lernen so sehr schnell, in die angezeigte Richtung zu laufen. Allerdings hatte ich bei einem meiner Trainingshunde das Problem, dass er sich daraufhin
Nimmt der Hund mittlerweile die Richtung gut an, kann das dritte Holz dazukommen. Es wird in der Mitte ausgelegt. Dem Hund muss klar sein, dass es immer um eines der äußeren Apportel geht. Daher helfe ich ihm jetzt wieder mehr, indem ich wieder im Halbkreis zu dem Holz gehe, das er holen soll.
Code:
APPORTEL10
HINWEIS: Wichtig ist auch, dass immer mal ein Helfer in der Nähe des zu holenden Holzes steht. Manche Hunde meiden Personen und gehen lieber in die Mitte, als zu nah zum Menschen.
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In der Klasse 2 wird der Hund aus der Fußarbeit ins Steh abgestellt. Der Hund soll hier eine aufmerksame Fußarbeit zeigen. Das Steh muss prompt angenommen werden. Die Kehrtwendung wird vom Steward angesagt. Das muss trainiert werden! Man sollte nicht immer auf das Kommando umkehren, sondern auch einfach mal weiterlaufen und den Hund fürs aufmerksame Arbeiten bestätigen.
Apportieren im Obedience
Ein Bodentarget hinter der Halbkugel stabilisiert erstmal die Position des Hundes vor der Richtungsanweisung.
Der Hund soll lernen, aufmerksam den Hundeführer zu beobachten ...
... um dann auf die Anweisung der Richtung das entsprechende Holz zu apportieren.
Genauso wie auch nach dem „Kehrt“ nicht immer ein „Halt“ vom Hund verlangt werden sollte. Zu Anfang die Fußarbeit ohne große Ablenkung arbeiten, dann kommen Helfer und Steward als Ablenkung hinzu. Die Ablenkung kann man dann beliebig weiter steigern.
AUSBILDUNG
Nächster Schritt: Zur Halbkugel schicken Das Schicken zur Halbkugel arbeite ich auf zwei Arten. Zum Einen schicke ich den Hund zu einem Bodentarget, das sich hinter der Halbkugel befindet. Zum anderen bringe ich ihm bei, die Halbkugel zu umrunden. Dazu stecke ich einen Stab in die Halbkugel, der nach und nach kleiner wird. Der Hund muss aber trotzdem die Halbkugel umrunden. Mit einem Target hinter der Halbkugel lernt der Hund seine Position. Diese sollte auf 12 Uhr sein, d. h. gegenüber dem Hundeführer. Aus kurzer Distanz schicke ich den Hund dorthin und er wird im Steh bestätigt. Klappt das, wird er auch hin und wieder zum Hundeführer zurückgerufen und dort mit einem tollen Spiel belohnt. Sobald der Hund das Target hinter der Halbkugel sicher anläuft und das Steh-Kommando annimmt, kann er auch weiter zum Apportierholz geschickt werden. Die zu bestätigenden Bereiche sind beim Richtungsapport: Grundstellung, Fußarbeit, stabiles Steh, Tempo, Punkt hinter Halbkugel, Richtungsannahme, schnelle Aufnahme, Tempo beim Zurückkommen. Ich muss mir aber immer im Klaren sein, an was ich gerade arbeiten möchte und das dann auch entsprechend belohnen.
TIPP: Etwas umrunden lassen Am Anfang stehe ich mit dem Hund gegenüber vom Gegenstand, der umrundet werden soll. Ich führe den Hund mit einem Keks um den Gegenstand herum. Da ich Rechtshänder bin und mein Hund auf der linken Seite sitzt, fällt es mir leichter, den Hund von links nach rechts um den Gegenstand zu führen. Dies mache ich nun einige Male. Zum Schluss der Trainingseinheit kann ich bereits antesten, ob der Ansatz meiner Bewegung schon ausreicht, um ein Umrunden ohne komplettes Führen zu erhalten. Wenn nicht, halb so wild – klappt bestimmt beim nächsten Mal. Wenn es klappt – freue ich mich riesig! Einen Klick bekommt mein Hund sobald er 2/3 der Strecke gelaufen ist. Natürlich beginne ich das Umrunden auf kurze Distanz und steigere die Anforderungen in kleinen Schritten. Den Hund lasse ich dabei gerne rennen, d. h. ich setze ihn auf die volle Entfernung von zehn Metern, stehe aber selbst dicht vor dem Objekt. So kann ich ihm helfen und nach dem Umrunden direkt im Rückwärtslaufen mit einem Keks annehmen. Das mache ich solange, bis er sicher aus jeder Richtung den Gegenstand umrundet. sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Foto: Philouska
Ausbildung * Klasse 3: Um einen Pylon senden, Steh/ Sitz oder Platz und Holzapport mit Richtungsanweisung über einen Sprung. Wie genau läuft die Übung ab? Der Hund wird zuerst um die 20 Meter entfernt positionierte Pylone geschickt. Auf dem Rückweg muss er auf Kommando Sitz, Platz oder Steh ausführen. Die Position legt der Leistungsrichter für alle gleich im Vorfeld fest. Danach schickt der Hundeführer den Hund zu dem Holz (rechts oder links), das er zuvor ausgelost hat. Der Hund soll das entsprechende Holz über die Hürde oder den offenen Sprung, auf der entsprechenden Seite apportieren. 22
Aufbau der Übung Der Hund kennt bereits das Umrunden des Kegels aus der Beginner und Klasse 1. Jetzt sollte man Schritt für Schritt die Schwierigkeit erhöhen. Ich habe beim Aufbau der Übung folgende Varianten zur Trainingsmöglichkeit genutzt: ☑ Beide Hindernisse (die Hürde und der offene Sprung) sind aufgebaut, der Hund wird aus verschiedenen (am Anfang aber kurzen) Strecken durch die Hürden um den Kegel geschickt. ☑ Beide Apportel werden in unterschiedlichen Entfernungen zum Kegel ausgelegt.
HINWEIS: Im Training nicht vergessen: Hürde und Sprung wechseln immer wieder die Seiten, der Steward macht Ansagen und die Positionen variieren. Das Ziel: Der Hund soll erst lernen, alles was da außer der Pylone sonst noch steht oder liegt, zu ignorieren. Wenn er das soweit sicher beherrscht, werden die beiden „Verleitungen“ zusammen aufgebaut. Die Hürden, dahinter die Apportel und die Pylone noch recht nah, sodass der Hund nicht überfordert wird. Nach und nach vergrößere ich die Distanz, bis der Hund den 20m entfernten Kegel zuverlässig umrundet. Ein weiterer Teil der separat zu trainieren ist, ist die Positionsannahme nach dem Umrunden des Kegels. Eine Möglichkeit diesen Teil zu arbeiten, wäre: der Hund sitzt in der Startposition 20 Meter vom Kegel entfernt, ich gehe vom Hund weg und bleibe auf
Apportieren im Obedience
AUSBILDUNG
An Kegel/Pylone/ Halbkreis muss der Hund eine der Übungen „Sitz“, „Platz“ oder „Steh“ ausführen und auf die Richtungsanweisung warten, ...
... über das auf der entsprechenden Seite stehende Hindernis springen.
Höhe der Apportel stehen. Nun fordere ich den Hund auf, die Pylone zu umrunden. Wenn er danach auf mich zuläuft, gebe ich das Stoppkommando. Damit der Hund dabei nicht von selbst langsamer wird, lasse ich ihn auch immer wieder einfach nur um den Kegel flitzen und belohne ihn dafür.
Für die Apportierarbeit selbst, positioniere ich den Hund auf der Lauflinie, stehe selbst auf Höhe der Apportel mit Blickrichtung zum Hund. Lade den Hund mit einer zur Seite zeigenden Hand (rechts oder links) und einem Blick auf das Holz ein, zu apportieren. Setzt der Hund sich in Bewegung, gehe ich rückwärts und führe ihn mit der noch ausgestreckten Hand über den Sprung. So kann ich das schräg anlaufende Apportieren und den darauffolgenden Rücksprung trainieren. Nach und nach baue ich meine Hilfen ab, bis die Übung komplett funktioniert.
Anmerkung SPORTHUND: Auf der FCI WM 2018 erreichte Fine im Finale 25,5 Punkte in dieser Übung, das sind übrigens 2,25 Punkte mehr als der spätere Weltmeister Mind the dog Lycan von Valentina Balli (ITA)
Foto: Philouska
... dann zum entsprechenden Apportel laufen, dieses aufnehmen und ...
Die Apportierübung im Obedience, vor allem aber die Richtungsapporte sind sehr komplex und sollten in kleinen Schritten aufgebaut werden. Ich hoffe, ich konnte euch einige Anregungen für euer Training geben und wünsche allen viel Spaß beim Ausprobieren.■ sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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PR-Artikel
Foto: Anna Auerbach
Nur gesunde Hunde strahlen pure Lebensfreude aus und können ihr wahres Potenzial maximal entfalten.
Was ist das Geheimnis dauerhafter Gesundheit und Arbeitsfreude? Der Schlüssel: Das innere Körpermilieu
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Das innere Körpermilieu GESUNDHEIT
Wir kennen es von uns selbst – sind wir motiviert, geht alles leichter und meist auch erfolgreicher von der Hand. Dasselbe gilt für unsere Hunde. Der Großteil der Hundetrainer und -sportler weiß mittlerweile: Mit Freude lernt der vierbeinige Partner besser als mit Druck. Bei der Umsetzung wird ein Faktor jedoch häufig vergessen. Denn gesunde Motivation braucht mehr als gute Trainingskonzepte. Sie braucht auch einen gesunden Hundekörper. Erfolgreiches Hundetraining beflügelt. Es schweißt Mensch und Hund zusammen, stärkt das Selbstvertrauen, fordert Körper und Geist. Doch die Realität sieht häufig anders aus: Der Hund ist lustlos, wirkt unkonzentriert, selbst bekannte Übungen überfordern ihn – solche Situationen kennen viele Hundesportler nur zu gut. Was kann dahinterstecken?
Oft ist ein ganzheitlicher Blickwinkel hilfreich. Denn äußerliche Probleme in der Hundeausbildung können auf ein inneres Ungleichgewicht hindeuten. Gute Trainingsbedingungen sind zweifellos wichtig – dazu zählen eine enge HundMensch-Bindung, klare Kommunikation, das richtige Timing und vieles mehr. Doch nicht nur das äußere Milieu muss stimmen. Für das bestmögliche Ergebnis muss der Hund auch ganz in seiner Kraft sein. Nur wenn seine „innere Stimmung“ optimal ist, agiert er mit echter Arbeitsfreude und Motivation. Erst dann ist er in der Lage, auf sein wahres Potenzial zuzugreifen und es optimal zu nutzen. � Ein gesunder Hund ist zu Erstaunlichem in der Lage Ein Hund kann oft mehr, als wir denken. Sein Körper ist genial: Ausgestattet mit einer ureigenen inneren Intelligenz, vermag er Erstaunliches zu leisten.
Prävention, Problemlösung, Potenzialentfaltung* Die GladiatorPLUS Milieufütterung Das Konzept der Milieufütterung entstand aus langjährigen Beobachtungen und der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Körpermilieu Einfluss auf sämtliche Organe und Prozesse eines Organismus hat. Mit Hilfe der richtigen Impulse soll das Körpermilieu in seinem idealen Zustand erhalten werden, für vital arbeitende Organe, einen guten Stoffwechsel, eine problemlose Entgiftung und ein normales Immunsystem. Die Idee der Milieufütterung ist es, in jedem Bereich des Körpers optimale Bedingungen zu wahren, sodass sich der Körper des Hundes selbst auf ein neues Gesundheitslevel bringen und dieses dauerhaft erhalten kann. *Prävention als aktive und natürliche Gesunderhaltung. Problemlösung als Ausgleich fütterungsbedingter Problematiken. Potenzialentfaltung für einen Körper in seiner natürlichen Kraft. Mehr Gesundheitswissen: www.gladiatorplus.com/hundesport
Wenn diese Körperintelligenz einwandfrei arbeiten kann, zeigt sich das in Gesundheit, Lebensfreude und natürlicher Motivation. Es ist kein Geheimnis: Körperlich gesunde Hunde sind auch mental fitter und meistern Herausforderungen deutlich besser. Mit Leichtigkeit wachsen sie immer wieder über sich hinaus und regenerieren sich ebenso zuverlässig.
Aber:
Dieser Idealzustand ist nur möglich, wenn alle inneren Körperprozesse normal ablaufen und es nirgendwo „hakt“. Das bedeutet: Stoffwechsel und Nährstoffversorgung funktionieren optimal, das Immunsystem ist gut aufgestellt, Verdauung und Entgiftung sind leistungsfäsporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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hig und intakt. Für ein perfektes Zusammenspiel im Hundekörper müssen all diese Rädchen reibungslos ineinandergreifen. Sind aber einer oder mehrere dieser fein abgestimmten Prozesse gestört, muss der Organismus „umdenken“. Als Meister der Improvisation kann er zum Glück vieles kompensieren. Notfalls wird die Energie an anderer Stelle abgezogen, um lebenswichtige Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Doch ist das empfindliche innere Gleichgewicht erst einmal aus dem Takt geraten, kostet den Hund alles mehr Kraft. Und das macht sich beim Training bemerkbar: Es fehlt an Energie für die geforderten Aufgaben. � Ist der Organismus überlastet, fehlt es an Energie Gesundheit ist also ein kostbares Gut (nicht nur) im Hundetraining. Leider ist es in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, einen gesunden 26
Hund zu haben. Selbst wenn wir sehr aufmerksam mit unserem vierbeinigen Begleiter umgehen, lassen sich negative Umwelteinflüsse oder auch Fehler in der Haltung nicht immer vermeiden. Stress, ungünstige Fütterung, Schadstoffe, Medikamentengaben und Wurmkuren zählen dazu. Hinzu kommt: Auf dem Hundeplatz oder in der Hundeschule haben die Vierbeiner Kontakt mit vielen Artgenossen, trinken oft aus einem Wassernapf – eine Herausforderung für das Immunsystem. All das führt früher oder später zu einer Überlastung des Organismus. Und was schleichend im Inneren beginnt, zeigt sich irgendwann als Krankheit, chronischer Schmerz oder Alterserscheinung. Leistungsschwäche und Lustlosigkeit im Training können erste äußere Anzeichen sein. Wer hier genau hinsieht und aktiv wird, eröffnet seinem Hund den Zugang zu dauerhafter Gesundheit und echter Potenzialentfaltung.
� Hilfe zur Selbsthilfe – die Milieufütterung Wir haben es in der Hand: Als „sein“ Mensch ist es unsere Aufgabe, unserem Hund die optimalen Rahmenbedingungen für sein Training zu bieten – äußerlich wie innerlich. Über die Fütterung können wir ein stabiles Fundament für gesunde Motivation schaffen. Gerade für geforderte und aktive Hunde ist die Fütterung nicht nur die wichtigste Kraft- und Energiequelle. Sie ist auch aktive innere Körperpflege und Gesundheitsprävention, die den Organismus in all seinen Funktionen unterstützt. Ein gesunder Körper kann (fast) alles – aber manchmal braucht er unsere Unterstützung. Die GladiatorPLUS Milieufütterung setzt genau an dieser Stelle an. Sie pflegt und erhält das Körpermilieu mit Hilfe von bewährten Naturstoffen, die
dank eines patentierten Spezialverfahrens in der Herstellung hoch bioverfügbar sind. Das bedeutet: Aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit können sie optimal vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Das Ergebnis dieses Fütterungskonzepts in Verbindung mit generell artgerechter Haltung sollten vital und normal arbeitende Organe, ein guter Stoffwechsel, eine problemlose Entgiftung und ein normales Immunsystem sein. Das Ziel sind optimale Bedingungen, damit sich der Körper des Hundes selbst auf ein neues Gesundheitslevel bringen und dieses auch dauerhaft erhalten kann. In einem solchen Zustand ist der Organismus von Natur aus in aktiver Selbstregulation allen Herausforderungen eines aktiven Hundes gewachsen. Und diese innere Balance ist eine wertvolle Grundlage – für erfolgreiches Training ebenso wie für ein glückliches, gesundes Hundeleben. ■
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Das intelligente Fütterungskonzept für dauerhafte Gesundheit und Lebensfreude.
Die Kraftquelle als Multitalent. Ein gesunder Körper ist
die beste Medizin.
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Fotos: iStockphoto/ Mumemories
„Man kann in ein Kind nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“ (Astrid Lindgren) Das gilt im Übertragenen auch für Hunde und ist ein Leitspruch in und für Tom Daumes Arbeit.
Foto: AdobeStock
TEXT: KAROLINA KRÜGER
TEXT: KAROLINA KRÜGER
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HÜTEN NACH DAUME
Hüten nach Daume KYNOLOGIE
A
uf den (Hüte-) Hund gekommen ist Schäfer Tom Daume, der für seine Leidenschaft die vierpfotige Unterstützung entdeckte und beweist, dass das Wissen um die Lerngesetze die Arbeit an den Schafen optimiert. Sanftes Morgenlicht, das sich an den Wasserkristallen in der Luft des kalten Frühjahrsmorgen bricht, liegt auf den Weiden des Schnuckenhofs von Tom Daume in der Hügellandschaft der Wetterau. Eingeladen hatte der renommierte Nebenerwerbsschäfer zu
einem seiner heiß begehrten Hüteseminare zu dem sich Wiederholungs- und Ersttäter einfanden. Toms Leidenschaft für das Hüten entstand aus der Freude an seinen Schafen. Als die Herden expandierten suchte er Unterstützung auf vier Pfoten. Kommen manche seiner Schüler erst über die Beschäftigung ihrer Hunde zu ihren eigenen Herden, war der Schritt zum Hund eine Entscheidung, die ihm das tägliche Geschäft mit den Schafen erleichtern sollte. Nicht in die Landwirtschaft hineingeboren, war es ein bewusster Weg, ja langjähriger Prozess, den Schnuckenhof mit seinem aktuellen Bestand aus ostpreußischen Skudden und Whiltshire Horn Schafen aufzubauen. Tom Daume arbeitet an seinen Herden ausschließlich mit Eye-working-Dogs, Hunden also, die beim Hü-
ten einzig aus der Distanz hüten und denen der Körperkontakt zu den Schafen in der Regel untersagt ist. So finden sich auf dem Schnuckenhof Border Collies, Australian Working Kelpies und gelegentlich Australian Shepherds zu den Seminaren ein. Meist beginnt die Ausbildung im Alter von ca. einem Jahr, es sei denn der Hund entwickelt schon früh unerwünschte Verhaltensweisen, wie Autos zu jagen oder Fahrradfahrer zu hüten, die es durch Sinnvolles zu ersetzen gilt bevor sich diese Fehlverhalten etablieren. Je nach Hund sind die Wege unterschiedlich, bewährt hat sich der Aufbau im Roundpen, einem runden Longierzirkel aus Zaunelementen, das der Hund, gesichert durch eine lange Leine, an seiner inneren Außenlinie ablaufen muss.
Der dabei einzuhaltende Abstand zu den Schafen dient zum Erwerb einer tragfähigen Impulskontrolle und hält den Hund in einer kontrollierbaren Trieblage, damit er nicht aus dem Treiben in die Endhandlung des Jagens kippt, in der er nur noch Instinkt gesteuert agieren würde.
W
ie sag ich‘s meinem Hund?
Respekt und eine gute Kommunikation über Körpersprache, Mimik, Gestik und Akustik sind die Basis des erfolgreichen Hütens. Das Team Hund–Mensch macht sich Verhaltensweisen und Strategien des Rudeljagens und Treibens zunutze, um die Herde zu sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Foto: Christian Henkel Foto: Karolina Krüger
TOM DAUME
Foto: Tom Daume bricht die Arbeit ab, weil der Hund in ein kortisolgesteuertes Verhalten abdriftet.
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kontrollieren, wobei der Schäfer die Arbeit des Hundes mit Stimme und Sichtzeichen dirigiert.
Kortisol und das bindungsfördernde Hormon Oxytozin als Gegenspieler gegenüber.
Grundlage einer guten Ausbildung ist Geduld, Konsequenz und das Wissen um das Lernverhalten der Hunde – insbesondere die Wirkung der körpereigenen Hormone, die das Lernen positiv wie negativ wesentlich beeinflussen. Dabei stehen sich das Stresshormon
Tom Daume weiß um die beruhigende Wirkung des Ausstreichens der Hunde, er nutzt dieses, in langsamen und gleichmäßigen Bewegungen mit einem gewissen Druck am Hund entlangstreifende Streichen zum Herunterfahren. Der Hund wird durch die Ausschüt-
ist ein Hobby-Schäfer aus Leidenschaft. Er befasst sich auf seinem Schnuckenhof in der Wetterau seit mehr als 20 Jahren mit der Schafhaltung und seit mehr als 15 Jahren mit den Hütehunden. Sein größtes Ansinnen ist es, seine Tiere artgerecht zu halten. Dies gilt für die Schafe und besonders für seine Hunde. „Border Collies aus Arbeitslinien brauchen sinnvolle Aufgaben, um ausgelastet zu sein. Sie müssen beschäftigt sein, als Wohnungshund mit zwei täglichen Gassi-Runden sind sie oftmals unterfordert und unglücklich“, erklärt der Spezialist für Hütehunde, der inzwischen auch gefragter Trainer und Ausbilder ist. „Wir legen ganz viel Wert darauf, dass die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen optimal gelingt. Nur so kann die Arbeit mit den Hunden harmonisch und für den Hund verständlich ablaufen.“
tung des Oxytocins entspannt, emotional wechselt er aus der Angespanntheit in Ruhe und erreicht je nach
Veranlagung und Bindungsqualität des Teams sogar ein fast meditatives Loslassen.
Hüten nach Daume KYNOLOGIE zu Lasten des Hundes und
Ein guter Hundeführer erkennt im Arbeiten seines Hundes den Moment, in dem der Hund droht aufgrund eines hohen Kortisolspiegels abzudriften in reines triebgesteuertes Verhalten, unterbricht die Hormonspirale, verhindert damit, dass Fehlverhalten gezeigt wird und bringt den Hund durch das beschriebene Herunterfahren wieder in einen entspannten und ansprechbaren Bereich.
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arum ein alter Beruf neue Erkenntnisse berücksichtigen sollte Der richtige Weg in der Ausbildung ist für den Schäfer der, der dem Hund erlaubt, in seinem Tempo zu lernen, möglichst Fehler zu vermeiden, damit statt Korrektur ein Bekräftigen des richtigen Verhaltens erfolgen kann. Dabei kommen nicht, wie in anderen Sportarten, Leckerchen oder Spielzeug zum Einsatz, sondern das Arbeiten selbst, das Zubewegen auf die Herde ist ein äußerst intrinsisch motiviertes Verhalten, das sich
Foto: Karolina Krüger
Das gilt im Übertragenen auch für Hunde und ist ein großes Anliegen in und für Toms Arbeit.
selbst belohnt. Genau deshalb ist der korrekte Aufbau des Hütens so wichtig, weil auch Fehlverknüpfungen durch dieses Selbst-belohnen verstärkt werden und sich schnell festigen. Aufbaufehler machen Tom Daume wütend, gehen sie
ganz oft auch zu Lasten der Schafe, die in unkontrollierbaren Situationen Schaden nehmen können. „Ich dulde es nicht, dass meine Schafe verletzt werden“, sagt der sonst sehr entspannte Daume ganz deutlich. Situationen, in denen von den Anfängerhunden zu viel
Foto: Bei der Ausbildungsmethode nach Derek Scrimgeour befindet sich die Herde zwischen Hundeführer und Hund
sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Foto: Bei der Ausbildungsmthode nach John Jones steht der Hundeführer zwischen Herde und Hund
abgefordert wird, wenn die Führung noch im Aufbau, die Impulskontrolle nicht belastbar ist und die Regeln noch nicht verinnerlicht sind, sind einfach allen Beteiligten gegenüber unfair. Bei den Border Collies gibt es einen Leitsatz – für jeden Fuß des Hundes braucht
es ein Jahr der Ausbildung, um ein gesichertes und verlässliches Hüteverhalten zu etablieren.
Souveränität und Autorität des Hundeführers sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Arbeit.
Bei manchen Teams ist Daume bei seinen Schafen und verstärkt so die Autorität der in Ausbildung bei findlichen Hundeführer. Bei anderen muss er sich entfernt halten, weil sich der sonst gestört fühlt, hektisch wird und nicht in sein ruhiges Arbeiten im eingeforderten Abstand zur Herde kommt.
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entile und Regulative richtig nutzen
Foto: Karolina Krüger
Der Abstand zur Herde ist ein gutes Regulativ und hat viele Vorteile. So lässt sich eine Herde viel besser dirigieren, Richtungen ändern und kontrollieren, wenn der Hund in größerem Abstand agiert. Auch die Impulskontrolle des Hundes steht nicht ganz so stark auf dem Prüfstein. Eine völlig fremde Welt sind die im Hüten genutzten Kommandos – da gibt es 32
kein „Sitz“, „Platz“, „Bring“ oder „Fuß“, die den Hundesportlern so vertraut sind, sondern die Anweisungen erfolgen schon mit darin vorgegebener Richtung in die gearbeitet wird. Heißt das Grundkommando für das Umkreisen der Herde rechts herum „away-to-me“, ist es „come-by“ für die entgegengesetzte Richtung. Neben den aus dem Englischen entliehenen Anweisungen sind andere Sprachen durchaus üblich. Wenn mehre Hunde an einer Herde arbeiten, kann der Schäfer so über die verschiedenen Sprachen die einzelnen gezielt ansprechen und effektiv leiten. Ob „lie-down“, „Tumba“ oder „leg dich“ – die Wiederholung der dirigierenden Befehle erfolgt ähnlich einem leisen freundlichen Singsang in rascher richtungsweisender Abfolge. Millimeterarbeit des Hundes ist, insbeson-
Hüten nach Daume KYNOLOGIE dere beim Absplitten einzelner Schafe oder Herdenteile, notwendig.
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wei große Namen – zwei Wege – ein Ziel
Inspiriert ist Tom Daumes Arbeit von zwei Koryphäen der Branche John Jones und Derek Scrimgeour, die stellvertretend für den unterschiedlichen Ansatz des Hütens sind. Arbeitet Derek Scrimgeour meist hinter der Herde, also stehen die Schafe zwischen Schäfer und Hund, hat der kleine, stets lächelnde Waliser Jones seine Position beim Junghundetraining zwischen Herde und Hund. Die unterschiedliche Arbeitsweise eröffnet ein breites Repertoire in der Ausbildung, um jedem Hund gerecht zu werden. Große Unterschiede macht es auch, ob der Hund die
Herde nach treibt, also der Mensch vorausgeht, die Führung übernimmt und so dem Hund hilft oder er selbst an der Front agieren muss. Dazu gehört ein in der Ausbildung schon gefestigter und in sich ruhender selbstbewusster Hund. Generell arbeiten die Hunde seitlich versetzt zur Herde, damit die zu treibenden Tiere die Hunde aus den Augenwinkeln gut wahrnehmen können. Seinen eigenen Herzhund, die Border Collie Hündin Nell, hat Tom aus dem Tierheim Schleswig übernommen. Keiner wurde dem aus einem bekannten Leistungszwinger stammenden Hund gerecht, sogar zum Erlösen rieten manche, weil in ihren Augen die Aggression beim Hüten in diesem Hund unbeherrschbar sei. Seinem Leitspruch „Never give up“ treu bleibend
suchte und fand Tom in Wales bei John Jones Hilfe. Nell ist heute beherrschbar und ein traumhaft arbeitender Hund, solange Tom die Signale, die ein Umschalten von Arbeit auf Ernst ankündigen, erkennt und er Nell, wenn nötig, rechtzeitig aus der Situation herausnimmt. Führungskompetenz ist ein Muss für diese besondere Hündin.
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as Messen der Besten miteinander
Natürlich gibt es auch Sportprüfungen, die das Können der Hunde abfragen. Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften bis hin zur Weltmeisterschaft, wo sich die Besten der Besten messen, sind Highlights in der Hüteszene. Da insbesondere der Border Collie inzwischen auch oft als Familien- und Sporthund für Agility oder Treibball
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große Fans findet, ist es für die Zucht wichtig, auf die Hüteeigenschaften zu selektieren und die Linien mit talentierten Hunden aufrechtzuerhalten. Trials heißen die Wettbewerbe der Koppelgebrauchshunde und stellen hohe Anforderungen an den Ausrichter und die Teilnehmer. Die Aufgaben bei einem klassischen Trial:
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Suchlauf zum Einholen der Schafe aus einer gewissen Distanz (Outrun)
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Übernahme und In-Bewegung-Setzen der Schafe (Lift)
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Bringen der Schafe zum Hundeführer durch ein Tor (Fetch)
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Treiben: Weg- und Quertreiben
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Bringen durch zwei Tore (Drive) Abtrennen von zwei Schafen (Shed) Einpferchen (Pen) Das Abtrennen eines Schafes (Single)
Die Prüfungsaufgaben nehmen die tägliche Arbeit eines an der Herde arbeitenden Hundes auf. Entstanden sind diese Wettbewerbe in Großbritannien und finden inzwischen weltweit Anerkennung. Drei Klassen gibt es: für Anfänger, Fortgeschrittene und eine offene Klasse. Sehen möchte man ein konzentriertes, gleichmäßiges und stressfreies Arbeiten. Der Hund soll optimal im Gehorsam stehen, die Schafe souverän und ruhig treiben. Unterschiede in der Ausarbeitung des Parcours sind auch für Laien im Ablauf des Wettkampfes gut nachvollziehbar. Die Schafe spiegeln die Qualität der Arbeit des Hundes und sollten kontrolliert und ruhig, auf keinen Fall ängstlich, bewegt werden.
Daneben gibt es noch die Koppelgebrauchshundeprüfung (KGP) der ABCD e. V. Bei dieser Prüfung werden die Veranlagung und der Ausbildungsstand der arbeitenden Hütehunde abgefragt. Sie dient dazu in der Praxis arbeitende Hunde unter vergleichbaren Bedingungen auf ihre Arbeitsfähigkeit hin zu überprüfen und ist Nachweis für die Leistung eines zur Zucht herangezogenen Hundes.
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erben für die Hütearbeit
Tom Daume nimmt nicht am Wettkampfgeschehen teil, lieber präsentiert er seine Hunde auf Veranstaltungen, wo er eine breite Öffentlichkeit für das präzise Arbeiten an der Herde interessieren kann.
Gelegentlich spendet er dann seine Gage für den Tierschutz, wie z. B. der Organisation „Border Collie in Not“. Sein Credo ist es, möglichst vielen gut veranlagten Hütehunden ihrer Leidenschaft, der Arbeit an der Herde, eine Plattform zu bieten. Dabei entstehen oftmals begeisterte Hobbyschäfer, die über die Arbeit mit dem Hund zur eigenen Herde kommen. Nicht jeder muss tatsächlich Schafe halten, um seinen Hund rassegerecht auszulasten, aber unfair findet Daume es, dem Hund auf einem Seminar die große Welt seiner Bestimmung zu zeigen, ohne ihm danach die Möglichkeit zur Weiterarbeit zu geben. ■
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Nicht immer ist das andere Ende der Leine schuld
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Vegetarisch & Vegan: Ja – ABER!
Schilderwald
Gespannmanagement im Zughundesport
Interview mit Dr. Stefanie Riemer
Rally Obedience: Kommunikation und Teamwork
Ernährung alternativ
Hundesport wird bunter und sicherer
Mit himmlischer Hilfe
Bungee-Spielis sind DER Renner
Ortungssysteme für Hunde
Geballte Lebensfreude auf zwei Rädern
Dezember/Januar 2020/21
EVP: 1,90 EUR
MAGAZIN #2
editorial
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MAGAZIN #1
FEBRUAR/MÄRZ 2020
NEU
Hundesport mit Handicap
∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
mit Gewinnspiel & Rabattcoupons
Schnipp, Schnapp ... Kastration
NEU
Interview mit Dr. Sophie Strodtbeck
∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
JUNI/JULI 2020
MAGAZIN #7
mit Gewinnspiel & Rabattcoupons
EVP: 1,90 EUR
MAGAZIN #4 Sozialpartner, Teampartner, Sportgerät Der Stellenwert unseres Hundes im Hundesport
Die Größe macht‘s?
Hundesport mit kleinen Sportkameraden
Mondioring
Der Sport für kreative Kynologen
Nicht nur Liebe geht durch den Magen Ernährung beeinflusst auch Verhalten
im ABO ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
August/September 2020
Oktober/November 2020
EVP: 1,90 EUR
informiert bleiben
EVP: 1,90 EUR
3-2-1 los
Flyball: die Hunde-Formel 1 Fitnessstudio kann jeder Turnierhundesport auch!
Ich fühle was, was du nicht siehst
Hüten nach Daume
Artgerechte Auslastung
∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
Sporthund Magazin
MAGAZIN #6 Therapeutisches Potential im Hundesport
Hopp. Bring. Aus.
Das Home Gym für den Hund
Hopp. Bring. Aus.
Apportieren im Obedience à la Metzmacher
MAGAZIN #5
Wohlfühloase & Heimat oder Streithölle Früher Verein, heute Online-Seminar?
Gefühlsleben Hund
Physiotherapie gehört zum Hundesport
Apportieren im Obedience á la Metzmacher
Wenn's zwickt und juckt
Nähe durch Distanz
Longieren verbessert Beziehungen
Allergien und Unverträglichkeiten
Patella, Patella
Die luxierte Kniescheibe
im ABO informiert bleiben
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15.-16.5.2021 FCI Flyball Open World Cup Lommel (BEL) 16.-18.7.2021 European Flyball Championship Plasy (CZE)
AGILITY 20.-21.3.2021 WM Qualifikation (S/M) Medium) ATC Mendig 27.-28.3.2021 WM Qualifikation (L) ATC Mendig (DE)
6.-8.8.2021 Deutscher Flyball Cup Emtmannsberg (DE)
10.-11.4.2021 WM Qualifikation (S/M) HSZ Wülfrath (DE)
DOGDANCE
17.-18.4.2021 WM Qualifikation (Large) HSZ Wülfrath (DE)
7.-9.5.2021 Qualifikation FCI WM Dortmund (DE)
7.-9.5.2021 Finale WM Qualifikation Dortmund (DE)
10.-13.6.2021 FCI WM Týn nad Vltavou (CZE)
23.-26.9.2021 FCI WM Agility Estland
7.-10.10.2021 offene Europameisterschaft St. Petersburg (RUS)
4.-5.12.2021 VDH DM/DJM Agility Hemsbach (DE)
FÄHRTE 11.-15.5.2021 FCI IGP-FH WM Lahti (FIN)
RALLY OBEDIENCE 1.-2.5.2021 DVG BSP Ering (DE)
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IGP 23.-25.4.2021 DVG BSP Eschweiler-Dürwiß (DE) 8.-12.9.2021 FCI Weltmeisterschaft Apeldoorn (NED)
Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ist das Aufstellen einer Hundesport-Event-Agenda zur Zeit ziemlich schwierig. Wie lange das noch so geht, weiß niemand. Bitte informiert euch deshalb auch bei den Veranstaltern und haltet eure Hunde fit.
OBEDIENCE 6.-7.3.2021 1./2. Qualifikation FCI WM n.n. (DE)
Foto: Constanze Rähse
FLYBALL
18.4.2021 VDH DM + Finale Qualifikation FCI WM Gemünden (DE) 10.-13.6.2021 FCI Weltmeisterschaft Münsingen (CH)
TOPHUNDESPORTTERMINE
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Aufmerksamkeit gefragt! Finde acht Veränderungen im rechten Bild. Links ist das Originalbild.
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Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungsfoto, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an
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Foto: Rick Letteboer
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Einsendeschluss:
10. Januar 2021 sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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RUBRIK Impressum & Vorschau
Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01
Scan mich!
IMPRESSUM
HUNDESPORT IN CORONA-ZEITEN Foto: Jan Redder
Verkauf: Einzelheft: 1,90 EUR zzgl. Versand im Abo: 11,40 EUR (D) / 22,20 EUR (EU) inkl. Versand
Fotoquellen: Karolina Krüger, Christian Henkel, Eugenie van Oirschot, Jan Redder, Philouska, Susanne Metzmacher, Anna Auerbach, Rick Letteboer, Constanze Rähse, iStockphoto, AdobeStock
HAUPTSACHE MOTIVIERT!
Hinweise:
Ausbildungswege gibt es viele. In jeder Sportart. Grundvoraussetzung für Erfolg ist eine gute Motivation. Vom Hund und vom Hundeführer. Und die verschiedenen Motivationsformen beider Spezies unterscheiden sich dabei nicht.
Gesundheit
PANKREASINSUFFIZIENZ! Foto: AdobeStock
Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.
Hundesportler wissen: Ausbildung dauert lang, die „Karriere“ ist kurz, den vermeitlich „perfekten“ Hund für das große Ziel muss man erstmal finden. Was aber, wenn man ihn gefunden hat, dieser topfit ist und nun vielleicht nie starten darf?
Kynologie
Foto: Constanze Rähse
Druck: WIRmachenDRUCK GmbH Auflage: 5.000 Stück
Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Februar 2021 Hundesport
Erscheinungsweise: 6x jährlich Gesamtkonzept: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen
VORSCHAU #8
Die Erkrankung der Bauchspeicheldrüse steht für ungenügende Bildung der Verdauungssekrete und führt zu ausgeprägter Verdauungsstörung mit Gewichtsverlust. Die Krankheit ist fütterungsabhängig oder oft sogar erblich. Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.
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Denkt dran Jungs, mit VISUPART kann ich euch immer sehen!
© Constanze Rähse
sporthund.de sporthund.de ∙[Heft 6/2020]
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Foto: Constanze Rähse
SPORTHUND wünscht allen Kunden EinE besinnliche Weihnachtszeit und einen GESUNDen Start ins Jahr 2021.
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